kt ' gesunken D ??°r- ®aren Sfr «W und 0,6 hiervon S9?Qren w • LLL 15 "^ÄÄ* krlft'h« «»° KW Ä” ^illttW'ä b”r|e freunilid). .bi( ZZL ■ass wn Übte weiter NA ,5 lbchlMrs 144.5h 'ne keine Veränderung di- Altbesihanleih« j^Z^besih »ogen um m???^uUorberun- Goldpfandbriefe lagen zent höher, auch Liqui- vmmunol'Obligationen »es'h 63,75 bis 64, Olcu« JO. Telsenkirchen 58,75, JT.-Forben 105 50. ^.75 bis 130,50, Reichs- 'er Redaliion. > bis 17 Uhr. Samstag mb 10 Millionen Feld- Armee und der Heimat lüge Korrespondenzkarte Zczeichnung.Poslkarle". der Postkarten wurden )ern bedruckt. 1872 scr- serftecher auf Postkarten iz und anderen schönen ngen Schildkröte. üierwelt ist im Londoner t starb die größte Aicscn- Sopa an einer Grippe, ng nach sich M im Mer chrwürdigc Geschöpf, da; sein stammt, war Die childtröte., die der Low chen vier und fünf Suh 5c Tonne schwer. Bevor den Zoo kam, war Lopa Inhaber eines Gasthau m die Aufmerksamkeit de- ic Vorzüglichkeit Jem« [en. Denn nicht ein na- „fällig vorübergegangen hafi es sich hier um rtreter Kiner Mtung eitiq chr Leben beschließ Fpe verarbeitet w sie sehr beliebt und L sie sich WE § und niemals mit der czen Bitt. M 12,«ti 3,oa 169,5? 73,97' 64.3» 77,0 14,4 O.W 4,217.' 58,£ 21,57 16.475 81,38 34,56 «2,02 0,99' 0,24 5'566 13, U 58,38 63-87 14,39 w is- 2b 73^5 9,46. 77,2? 81'8* 34,36 8SL "t? 58,67 ä !s| 77-g 0 50,05 2,485 1,063 59,57 73,97 14,36 77,88 4,47 1,842 1,217 18,6 •1,57 6,4 11,34 14,53 1,99 ,881 0,241 5,566 13.13 49,45 12,465 I 3,057 169,23 73,83 64,24 77,37 14,43 0,838 4,209 58,54 21,53 16.435 81,22 34,50 S.86 0,889 0,239 5,554 I3.1l Nr. 33 Erstes Blatt 183. Jahrgang Mittwoch, Z.Zebruarlyzz Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Annahme von »nzetge« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höb« für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° , mehr. Chefredakteure Dr. Fricdr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Bietzen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. vn'ck vnd Verlag: vrühl'sche Universttsi5-Vvch' und Stdnörucferei R. Lange in Stehen. Zchriftteitung und Geschäftsstelle: Zchnsstrahe 7. Erlcheinl täglich, außer t>onniags und Feiertags. Beilagen: Die Illustriert, Cießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl, Monat» Bezugspreis: jlit 4 Beilagen RM. 1.95 Vbne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen Don einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse gnler Sammelnummer 2251. Anlchrist für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. iur ertennung echter Autorität in unserem Volk in allen seinen Ordnungen wieder aufzubauen und bewuszt zu machen. Die Aufgabe ist um so dringlicher, als unsere Jugend selbst leidenschaftlich nach Autorität ruft und in der Gefahr haltlos zu versinken oder durch die Bindung n unechte Autoritäten ihre innere Freiheit zu verlieren. Solche unechten Autoritäten sind alle ..Werte", die der Mensch sich selbst als Autoritäten seht, weil er sie für die höchsten hält. Denn nicht der Mensch ist das Mas; oller Dinge. Dieser Glaube entspringt einem unter uns weitverbreiteten Selbständigkeitswahn. der — sich selbst Gesetz — des Glaubens lebt, den Weltcnlauf von sich aus meistern und die Welt nach seinem Bilde gestalten zu können. Auch unsere Erziehung in Haus und Schule, in Gemeinde und Staat ist weithin diesem Wahn verfallen und aus dem verführerischen Glauben an die Selbstherrlichkeit des Menschen, des Erziehers, wie des Kindes, falsche Wege gegangen. Sie haben dahin geführt, daß die Autorität in der Erziehung aufs schwerste erschüttert wurde, und daß viele Erzieher keine Möglichkeit zu ihrer klaren Begründung mehr sehen. So ist die Frage nach der Autorität zur Kernfrage der Erziehung geworden. Ein neues Crzie- hungsdenken nimmt von hier seinen Ausgangspunkt. Man besinnt sich wieder darauf, daß alle menschliche Autorität ihre Quelle und ihren Ursprung in der göttlichen Autorität hat. Auch die Autorität des Erziehers ist nicht Eigen- Autorität sondern „Lebensautorität", verliehen mit einem Auftrag Gottes, und daher Herr- fchaft und Dienst zugleich. Damit ist lebe Erziehung ausgeschlossen, die nur eine Form Der Herrschaft über den anderen ist. Wohl ist Autorität undenkbar ohne bestimmte Forderung! aber diese Forderung ergeht an Erzieher und Kind in gleicher Weise. Wir haben als Eltern, als Lehrer nicht nur einen Anspruch aus das Kind, sondern das K-ind hat auch einen Anspruch auf uns. So wird Autorität erkannt als eine Beziehung; eine Dezie- ober allein von Gott aus lebendig wird, «chte Autorität kann man nicht äußerlich zi ■$QU trogen und nach Belieben anziehen oder -,^8en Jede bewußte Sichtbarmachung und fr • Betonung der Autorität im Menschen fiat™lm Widerspruch zu der verborgenen Maje- itoLwOtt^' jn der Beziehung zwischen Cr- oct und Kind immer wieder neu erfahren wer- Fu.hXc -unö zugleich den Abstand wie die Ver- undcnheit beider begründet. Jem Bewußtsein dieser letzten Berantwor- Berantwortungsbewuhtsein des ftrn orCt? lur das ihm befohlene Kind die ftärf- i Srlebe- Er sicht in ihm das Geschöpf Got- ... . bewahrt ihn davor, zu idealisieren oder x>n und das nötigt ihn ebensosehr, ... _ .ödenden und reifenden Menschen ganz ernst fnmmp^R6^" ®r toci6 um seine eigene Unooll- imb das bewahrt ihn vor Selbstsicherheit ^ieku^^?.blichkeit und nötigt ihn, seine Er- 'xorfcbunrtttieitx ?cn Ergebnissen pädagogischer kn Lehre immer wieder nachzuprü- fj.j. Erzieher, der seine Vollmacht nicht von aabe n, sondern als verantwortliche Auf. der WissendHond, wird für jede ihm aus enicbunnäfVH 1 Unö aud öcr Erfahrung gebotene Denn Ä-'?. empfänglich und dankbar sein, der ffnioR, tn der täglichen Begegnung mit Werk troh^nn951®1^ !ld)Ieit’ öa& unfct Erzichungs- bleiben Cr ?cft€n C®llIcn ewig unzulänglich Tür unfo^nu’ toir ober die Verantwortung 'L QBett tragen haben. Verantwortung für den anderen, dem der Die Wiederauftichtung der Autorität in der Erziehung. DonAkademieprofessorKörber-Frankfuri-Main Vom 5. bis 11. Februar findet die diesjährige Reichse-rziehungswoche statt, die der Cvangel. Reichselternbund in Verbindung mit anderen Organisationen und Verbänden der Lehrerschaft, der Frauenbewegung, der Arbeitnehmer, der Jugendpflege und der sozialen Arbeit veranstaltet. Das Thema der Reichserziehungswoche 1933 lautet: „Für Reubegründung der Autorität in der Erziehung!" 3n zahlreichen Versammlungen über das ganze Reich hin wird diese entscheidungsschwere Frage unseres geistigen und nationalen Lebens erörtert werden. Die allgemeine Wirtschaftsnot, die zu einer Weltwirtschaftskrise geworden ist, hat den Blick für die besonderen Röte unseres Volkes getrübt. Erschreckend groß ist noch immer die Zahl derer, die in unserer verzweifelten Wirtschaftslage die Ursache aller anderen Dolksübel sehen und von der finanziellen Besserung einen grundsätzlichen Wandel auch in unserem geistigen und politischen Leben erwarten. Rur allmählich dringt in unserem Volke die Erkenntnis vor, daß wir im Ringen um die endgültige Gestaltung unseres Staats- und Rechtslebens an einem Wendepunkt angelangt sind. Dagegen blieb der Öffentlichkeit fast ganz verborgen, daß wir auch auf dem Gebiete der Erziehung in einer Krise stehen, deren Ausgang für die Zukunft unseres Volkes und besonders des Heranwachsenden Geschlechts bestimmend fein wird. Die innere Unsicherheit in erzieherischen Dingen hat ihren tiefsten Grund darin, daß man keine Vollmacht zur Erziehung mehr in sich spürt. Eine Erziehung ohne Autorität ist aber undenkbar. Es gilt daher, die A u t o r i t ät in der Erziehung neu zu begründen und die An- Oie Meuterei in Insulinbe. Oie kommunistische Propaganda unter den Eingeborenen Niederländisch-Fndiens. Das britische Weltreich sucht schon seit Jahren der indischen Selbstherrschaftslust Herr und gerecht zu werden. In China kämpfen die Heere des Landes der Mitte mit unzulänglichen Mitteln, aber mit der Verbissenheit und Brutalität der Asiaten für ihre Nationwerdung gegen einen Feind, der mit den modernsten und unfehlbarsten Kriegsmaschinen ausgerüstet ist. In Innerafrika flammen an allen Ecken und Enden Aufstände auf, die zwar rasch im Feuer der Maschinengewehre der „Schutzmächte" zusammenbrechen, die aber doch als Zeichen einer beginnenden nationalen Emanzipierung gewertet werden müssen. In Nordafrika haben die Franzosen alle Hände voll zu tun, um den von ihnen „rnanda- tisierten" Stämmen die Segnungen der Zivilisation gutwillig beizubringen. Nun greifen die Flammen des Widerstandes auch auf Niederländisch-Indien über und bringen die dort herrschenden Holländer in die schwerste Bedrängnis. Das Fanal ist die Ent- siihrung des holländischen Panzers „De Zeven P r o o i n c i e n" durch die eingeborene Besatzung. Der äußere Grund, ober nur der äußere, ist die kürzlich verfügte erneute Kürzung der Entlohnung für die Eingeborenenangehörigen der niederländischen Marine. Vor einiger Zeit wurde der Sold um 10 o. H. gekürzt und neuerdings um weitere 7 v. H. Unter dem Einfluß der kommunistischen Agitation haben sich die Soldaten der Soldkürzung widersetzt. In Kolonialkreisen weist man darauf hin, daß der gleiche Geist der Widersetzlichkeit nicht auf das Flöt- tenpersonal beschränkt bleibt, sondern 'ich in der gesamten E i n g e b o r e n e n b e v ö l k e r u n g zeige. Wiederholt haben sich Zwischenfälle mit eingeborenen Arbeitskräften ereianet, deren Renitenz in den letzten Monaten immer stärker in Erscheinung treten. Es seien auch gewisse Anzeichen dafür vorhanden, daß japanische Agenten die,er Entwicklung Vorschub leisten. Die Niederländische Regierung müsse endlich der besorgniserregenden Cat- wickluna in den fernöstlichen Kolonien die gebührende Aufmerksamkeit widmen, sonst könne leicht geschehen, daß es eines Tages zu einem Ei ip ci;e i überhaupt zu spät sei. Die großen Perspektiven sind für die Weiße Rasse denkbar niederdrückend. Um so nieder- drückender, als gerade den Holländern dieses ilnglüd passieren mußte. Denn das muß den Ministern des „Zwiebellandes" gelassen werden, daß sie seit dreihundert Zähren auf 3nfu- Unde eine geradezu vorbildliche Kolonisationspolitik getrieben haben. Als das Ansehen der Weißen Rasse durch den Ausgang des russisch-japanischen Krieges zum ersten Male eine entscheidende Einbuße erlitt, haben die Holländer durch eine pflegliche Behandlung der Eingeborenen Javas, Sumatras und Borneos den Stoß aufzufangen versucht. Alle Schulen und selbst die Universitäten in den rasch emporgcschossenen Hafenstädten am Indischen Ozean wurden den lernbegierigen Braunen geöffnet, so daß es heute in den Städten eine große einheimische Intelligenz gibt, die durch die Propagandamöglichkeiten, die sich ihr bieten, als stete Gefahr für die Weiße Zivilisation angesprochen werden muh. Diese Intelligenz besitzt nicht nur ideologische, sondern auch materielle Bindungen zur Moskauer Propagandazentrale, und die vom Schöpfer in so überreicher Weise mit allem Herrlichen, was die Ratur hervorbringt, gesegneten Inseln sind zu einem Tummelplatz bolschewistischer Agi» tatoren geworden. Ihr Werk ist die Entführung des Panzers, wenn auch die direkten Anlässe weniger großartigen Charakter tragen. Die Kommunisten sind außerordentlich rührig. Sie besitzen in Batavia eine Zentrale, die mit allen modernen Erfordernissen eingerichtet ist und deren täglich erscheinendes Blatt „Bintang Timoer", der „Stern des Ostens", auch die letzten Weiler des Archipels erreicht. Wir leben nicht nur an einer europäischen Wende, sondern an einer Weltwende. Rur die Völker, die innerlich so stark sind, daß sie heute freiwillig Verzicht leisten können auf etwas, was ihnen morgen durch die Entwicklung genommen werden kann, werden nach dieser Prüfung noch stark genug fein, um die Welt auch weiterhin mit ihrer geläuterten Zivilisation und Kultur zu durchdringen. Holland kündigt scharfe Maßnahmen an. Haag, 7. Febr. (WTB.) Der Minister für Lan- desverteidigung, Dr. Deckers, erklärte in der Zweiten Kammer die Meuterei auf dem Panzerkreuzer „Sieben Provinzen" als ein Verbrechen, von dem Regierung und Volk mit Schmerz und Entrüstung Kenntnis genommen hätten. Es seien alle nötigen Maßnahmen ergriffen worden, um die Meuterer zur bedingungslosen Uebergabe zu zwingen. Von irgendwelchen Unterhandlungen mit ihnen könne und Dürfe keine Rede sein. Erfolge die Uebergabe nicht bald, so werde mit den schärf st en Mitteln vorgegangen werden. In den letzten Tagen wurden in Holland unter den Mannschaften der Marine und des Heeres von kommunistischer Seite in größerem Umfange Flugblätter verbreitet, in denen zum U n • gehorsam gegen d i e Vorgesetzten und zur Bildung von Soldatenräten aufgefordert wird. Die Heeresleitung und die Marinebehörden in Amsterdam und dem Kriegshafen Den Helder haben besondere Vorkehrungen zur Unterdrückung dieser Propaganda ergriffen. Man bringt diese kommunistische Propaganda mit den Vorfällen auf der niederländisch-indischen Flotte in Zusammenhang. Moskau spiht die Ohren. Lssene Sympathie mit den Meuterern. Moskau, 7. Febr. (211.) Die Meuterei auf dem niederländischen Panzerschiff „De Zeven Pro- vincien" wird in Moskau mit großem Interesse verfolgt. Die h o l l ä n d i sch e Sektion der Kominter hat an die Besatzungen der Handels- und Kriegsschiffe aller Rationen durch Funk den Aufruf erlassen, bei einem etwaigen Befehl zur Verfolgung des Meuter- schiffes den Gehorsam zu verweigern, damit ihm die Flucht vor den holländischen Kriegsschiffen erleichtert werde. Die holländische kommunistische Sektion erklärt dazu, daß das Panzerschiff, wenn es sich erst in sowjetrussischen Gewässern befindet, in Sicherheit sei. Die gesamte politische Presse in Moskau bezeichnet die Meuterei als besondere Kennzeichen der revolutionären Empörung in Ostindien. Weichi Japan zurück? Reue japanische Vorschläge in Genf. G e n f, 7. Febr. (CNB.) Wie verlautet, hat die japanische Delegation dem Generalsekretär des Völkerbundes auf Grund neuer Instruktionen aus Tokio nochmals Vorschläge für die Regelung des chinesisch-japanischen Konfliktes mitgeteilt. Japan sei bereit, auf seinen Einspruch gegen die Nichtanerkennung des Manschukuo zu verzich- t e n, vorausgefetzt, daß eine spätere 21 n orte n n u n g in Anbetracht der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung damit nicht ausgeschlossen werde. Genauere Einzelheiten über die japanischen Vorschläge sind noch nicht bekannt. Sir Eric Drummond hat sie bis jetzt auch noch nicht dem 19er-Ausschuß übermittelt. Eine Massenversammlung in Tokio für Austritt Japans aus dem Völkerbund. Tokio, 7. Febr. (WTB.) Eine von 5000 Personen besuchte Massenversammlung, die vom N a - tionaloerbanb der politischen Par - teien einberufen war, hat in einer Entschließung den sofortigen Austritt Japans aus dem Völkerbund gefordert. Der Völkerbund wird in der Begründung dieser Resolution aufs schärfste kritisiert. Er habe, so wird gesagt, nicht allein Mangel an ernsthaftem Wollen bewiesen, sondern auch den Fernen Osten in Verwirrung g< bracht, indem er den chinesischen Boykott rechtfertigte und legalisierte und sich weigerte, die Unabhängigkeit der Mandschurei anzuerkennen und das legitime Recht Japans, sich zu verteidigen. Die Säuberungsaktion in der Mandschurei Mukden, 7. Febr. (Sil.) Soeben wird vom japanischen Oberkommando eine amtliche Mitteilung über die Säuberungsaktion gegen die Aufständischen in der Süd- und Rordman- d s ch u r e i veröffentlicht. Rach diesen Mitteilungen ist es den japanischen Truppen gelungen, Keijüen, Rjutschang und Liaotcho von chinesischen Aufständischen zu räumen. Die Japaner haben 4 00 0 Aufständische entwaffnet und 10 OOO Gewehre erbeutet. Damit wären die Reste der Aufständischen in der Rord- und Südmandschurei gänzlich vernichtet. Erzieher als Autorität gesetzt ist, schließt die Eigenverantwortung des Kindes nicht aus. Echte Autorität und Selbstoerantwortung sind vielmehr ihrem Wesen nach mit einander verbunden. Auch Achtung vor der Eigenverantwortung des anderen wird echte Autorität mit zunehmender Reife des jungen Menschen immer stärker zurücktreten. Denn das Ziel aller autoritären Erziehung ist d i e Eingliederung des Einzelnen in die Ordnungen des Ledens und die verantwortliche B i nd u n g a n die Gemeinschaften, in die er hineingeschaffen ist. „Nur dann ist Iugend für ihren Dienst an Volk und Staat recht vorbereitet, wenn sie auch daran gewöhnt ist, sich in Zucht und Gehorsam den Ordnungen der Erziehungsgemein- chaft einzufügen und sich willig echter Autorität unterzuordnen." Hierzu bedarf es der Wiederaufrichtung der Autorität zunächst in der Familie und in derSchule. Das kann nicht durch äußere Wiederbelebung vergangener Erziehungsformen ge= chehen; deren Wirkung würden äußerliche Subordination und innere Unfreiheit fein. Solche Forcen ständen auch im schärfsten Widerspruch zum Wesen echter Autorität und zu der pädagogischen Grundhaltung der neuesten Erziehungsbewegung, wie wir sie oben aufgezeigt haben. Hier geht es überhaupt nicht um alte oder neue Formen, sondern um eine tiefere Erkenntnis der seelischen und pädagogischen Grundtatsachen, um eine wirkliche Neu - begründung der Erziehung, die wieder eine Macht werden soll und muß in Schule und Haus, in unserem Volks- und Staatsleben, wenn wir dem weiteren Zerfall aller menschlichen Gemein- chaften in unserem Volke steuern wollen. Eine Wahlrede des Reichskanzlers in Stuttgart. Stuttgart,?. Febr. (TU.) Reichskanzler Adolf Hitler beabsichtigt, in dieser Woche in Stuttgart in einer großen öffentlichen Kundgebung zu sprechen. Die NSDAP, hatte bei dem Staatsministerium beantragt, ihr für diese Kundgebung denHofdes neuen Schlosses zur Verfügung xu stellen. Aus grundsätzlichen Erwägungen, wegen der Konsequenz gegenüber anderen Parteien, wurde in einer Sitzung des württembergischen Staatsministeriums beschlossen, das Gesuch der NSDAP, a b z u l e h - n e n. Wahlvorbereitungen der gemäßigten Rechten. Berlin, 7. Febr. (CNB.) Nachdem der Reichstag nun seit einer Woche aufgelöst ist, kommen jetzt auch die Vorbereitungen der Parteien für den Wahlkampf in Fluß. Es sind Bestrebungen im Gange, Die einer stärkeren Zusammenfassung bestimmter Gruppen dienen sollen. So ist in der Presse andeutungsweise bereits von Verhandlungen auf der mittleren Rechten die Rede gewesen. In der Tat ist es richtig, daß zwischen der Deutschen Volkspartei, dem C h r i st l i ch - Sozialen Volksdienst, dem Deutschen und dem Bayerischen Bauernbund Verhandlungen gepflogen werden, die durch Liftenverbindung in den Wahlkreisen und eine gemeinsame Reichsliste dem Zwecke dienen, in diesem politischen Raum alle Stimmen auszunutzen. Durch Unterver- eirbarungen der Christlich-Sozialen sollen, wie bei der Reicystagswahl vom 6. November, auch die Deutsch-Hannoveraner in diese Kombination einbezogen werden. Rein rechnerisch würden diese Gruppen uuf der Ba s der letzten Reichstagswahl, wenn alle Stimmen verwertbar wären, 22 Mandate darftellen, ohne daß man daraus freilich schon bestimmte Schlüsse aus die Entwicklung bei den kommenden Wahlen ziehen könnte. Im Augenblick sind die Verhandlungen auch noch nicht abgeschlossen. Die Beisetzung des Polizeioberwachtmeisters Zauritz. O t tm ad) au, 7. Febr. (SU.) Die Beerdigung des am 30. Januar in Charlottenburg erschossenen Polizeioberwachtmeisters Zaurih fand auf dem katholischen Friedhof von Ottmachau (Kreis Oppeln, unter sehr starker Beteiligung der Bevölkerung statt. Die Leiche war in dem kleinen Hause der alten Eltern des Erschossenen in Rit- terwih bei Ottmachau aufgebahrt worden. Auf der Straße vor dem Hause waren SA. und Stahlhelm mit umflorten Fahnen oufmarschiert. Unter Trommelwirbeln wurde der Sarg von acht Schutzpolizeibeamten herausgetragen. Sodann formierte sich der Trouerxug mit etwa 30 nationalsozialistischen und Stahlhelmfahnen an der Spitze. Ihnen folgte die ES.-Kapelle und Abordnungen der Berliner, Beuthener und Oppelner Polizei; der kommunalen Polizeivereinigungen und der Landjägerei. Der Stahlhelm beschloß den Zug. Auf dem Sarge lagen u. a. Kranzspenden des Reichspräsidenten, des Reichskanzlers und des Reichs- kommissars für Preußen. Auf dem Friedhof sprach nach dem Geistlichen der Kommandeur der Schuhpolizeiabteilung, der der Erschossene angehört hatte, ferner SA.-Führer Heines, Stahlhelm- fuhrer v. Scotty sowie je ein SA.-Mann der Berliner Stürme 33 und 16. Bei gesenkten Fahnen und dreifachem Ehrensalut der Schutzpolizei wurde der Sarg in die Tiefe gelassen. Mit dem Gesang des Liedes vom guten Kameraden schloß die Feier. Die ASDAp. bedauert blutige Zusammenstöße mit der Polizei. In Viersen waren in der Rächt zum Montag zwei Polizeibeamte durch vier SS. - Leuteniedergeschossenund verletzt worden. Die Kreisleitung der RSDAP. teilt nunmehr folgendes mit: „Die bedauerlichen Vorfälle haben die Kreisleitung Viersen veran- Aus der Provinzialhauptstadt % PrHm" S« SäÄ I MW ®“W» OBUMItanta. Der Weg, LZ ®Ä?8 S । t?g -intret^ ° ^ *n 6en ®*ntt ÄIei6' J 2 § 6 ei s 51 r i । ** Auch d i e Berufsschule geschlossen. Der Rektor der Berufsschule teilt mit, daß von heute ab zunächst bis zum Ende dieser Woche der Unterricht an der Berufsschule ausfällt, da dis Zahl der grippeerkrankten Schüler stark zugenom- men hat. In den einzelnen Klaffen fehlen verfchie« dentlich bis zu 50 Prozent der Schüler. ** Ein Platzkonzert unserer Militärkapelle findet am kommenden Samstag, von 16 bis 17 Ähr, in der Südanlage statt. Bei dieser Veranstaltung soll eine Geldsammlung zum Besten des Notwerks der deutschen Fügend vorgenommen werden. *' Die Erhöhung der Reichsbezugsschein e zur Verbilligung von Lebensmitteln und Brennstoff betrifft eine Bekanntmachung im Heu- Ibielle filftud Her * . dere 6w Jet y ö Siihir y u h q htnto X ' Unter edai seines 6onnl Kischi kurzen beebt . A n? c r “n.9 rrnGießenerKreis- Ja 9- .,?och der Feststellung der Kreis-Wahl- tnüa111'!11!" °n,stcIIc des verstorbenen Kreis- tagsmitgüedes Rechtsanwalt Paul Homber- n o v «* ('nißttrtn nn .:r.r • k • ___... .. Jan 5hoto5 I 1 b 8 C c s ll rt »« In r. bc an en es :ig cm ien tu* >ur uß lieben« finden, Ar- d)en, orge inlen unge ' sich hsten ) er- Die uid- Den. itne. 200 Ilsen aus rge- es'ge bu: d) 1 mit weit nauS oerke, r t s- e um F er» >, be» Der- 4 um rt seit jntal» s Ge- „Cä- r, der .nges- b baS le für it hier leider Zwei. Man- chenS- stor - u f e n Huf- beffen 5 toei» Wet- b nach Durch rdings - über stebige blichen •n ab- Druck -Higern m sich päter» lieber» g unb rocken, vielfach ig unb • milb, 'S Grad lorgens nimum । 10 cm . März: ),0 mm. Wilf. Will cUnivevsitäts-^urn- undTanz le fiter, £ö6erstr. 12 «57m Alontag, 13. &e6ruar, 8 Tlfir, Gerinnt ein neuer Tanz Gur sus. jjefl. Anmeldungen werden in meiner TVo/jnung entgegengenommen. 3>rioat-eUnterridjt jederzeit! — - _______________________________________________________0802 Der unübertroffene rheinische Meister der Vortragskunst und des Humors Fritz Schlotthauer WOrttbg. - Preussischer Hofschauspieler gastiert ab Donnerstag, 9. Februar, im Stadt-Kaffee 899 D lüimiip und eingew. Nägel entfernt schmerzlos Fußnflege-Institul M te Walltorltr. 38 losoa Besondere Belegenheiten In Schreibmaschinen bei Niederhausen Seltersweg 17,1. Stock «. Kleiderhaus KShler3Mltb Trennungswände aller Art. 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Otto Weiler erhob sich, kam langsam auf die Freundin zu, sah eine Weile auf sie nieder und sagte dann: „Die Strafe ist hart. Mir scheint, daß du dir nie bewußt gewesen bist, daß eine Frau, die Acherns Liebe besitzt, nichts weiter zu tun hat, als sich diese Liebe zu erhalten. Mir ist das sehr verständlich, daß er dir nicht verzeiht, umsomehr, da du nicht einmal mehr gutmachen kannst." Mit großen, entsetzten Augen blickte Edelgarde die Freundin an. Ihre Hände krampften sich um das seidene Kissen. Ihr abgezehrter Körper zuckte. „Du verurteilst mich auch?" fragte sie endlich mit zitternden Lippen. Die schönen Hände Otths streichelten das arme, blasse Gesicht. „Rein, ich verurteile dich nicht. Du hast es so für recht befunden, also war es deine Sache. Du kannst nur nicht verlangen, daß ich deinem Mann eine Schuld an eurer verpfuschten Ehe geben soll. Du warst anderer Meinung als er. Eine Che mit Meinungsverschiedenheit, noch dazu in dieser schwerwiegenden Art, hat nie lange gehalten." „Du meinst also auch, daß er mich nie wieder liebhaben wird, Otty?" „Ich finde, daß sein Benehmen dir gegenüber tadellos ist? „Du weichst mir ja aus, Otty. Sag', glaubst du, daß ich mir die Liebe meines Mannes zurückgewinnen kann, wenn ich erst wieder ganz gesund bin?" „Sicher!" Ganz fest und bestimmt hatte Otty Weiler das gesagt, und sie war doch im tiefsten Innern davon überzeugt, daß Achern mit dieser Frau fertig war für alle Zeiten, selbst wenn sie wieder gesund wurde. Aber das Mitleid mit Edelgarde ließ sie so handeln. Edelgarde schluchzte plötzlich. „Ich hab ihn so lieb! Kannst du das nicht verstehen?" Die Stimme der anderen klang dunkel: „Ja, ich kann dich sehr gut verstehen." Edelgardes Hände umklammerten plötzlich die der Freundin. Langsam wand sie sich empor. Angstvoll, bebend klang ihre Stimme in den stummen Kampf Ottys hinein. „Otty, glaubst du, daß ich jemals wieder gesund werde?" „Ja! Auch dein Mann glaubt und hofft es." Otths Stimme klang ruhig, klar. „Hat er — es dir gesagt?" „Ja!" Edelgarde sank zurück. Befreit, erlöst von einer unendlichen, geheimen Qual. Otty Weiler aber dachte: „Wenn sie wüßte, daß ich ihren Mann liebel" Edelgarde richtete sich auf, sah die Freundin beschwörend an. „Ich muß dir noch mehr erzählen." „Sprich dich aus, Edel. Ich kann dich ja sehr gut verstehen." Die junge Frau überhörte den seltsamen Tonfall der Stimme und erzählte von der grenzenlosen Eifersucht, die sie gegen Pia hege. „Jetzt, nach deinen Worten glaube ich es nicht mehr, Otty, aber ich habe lange Zeit gedacht, daß er ein Verhältnis mit Pia hat. Er ist so oft allein fortgefahren oder geritten, tagelang habe ich ihn manchmal nicht gesehen, damals — als — als das mit mir geschehen war. In letzter Zeit ist er wieder mehr daheim gewesen, doch ich wurde meinen Verdacht trotzdem nicht los." „Hat Pia Eichendorff sich derart betragen, daß du sie in einen solchen schwarzen Verdacht nehmen konntest, Edel? Ich meine, es gehört doch ein sehr leichtsinniger Charakter dazu, ein Verhältnis mit einem verheirateten Mann anzufangen." „Mein Mann hat sie stets sofort in Schutz genommen, er gab sie mir als Vorbild, er fährt auf wie ein wildes Tier, wenn ich etwas gegen Pia sage." „Ist Pia Eichendorff schön?" Widerwillig, abgerissen kam die Antwort: „3a, schön — ist sie wohl." „So!" Otty dachte an den hochgewachsenen Mann, der in der Blüte seiner Manneskraft stand. Wäre es ein Wunder, wenn--? „Du sagtest mir, daß du auch Pia zu dem morgigen Fest geladen hast. Ich kenne sie nicht und kann mir vorläufig kein Urteil bilden. Wir können ja nach dem Fest noch einmal darüber sprechen, obgleich ich dir schon heute sagen möchte, daß ich deinen Verdacht als Hirngespinst betrachte." Ich danke dir, Otty. Wenn ich dich nicht hätte! Sag' mal, wann verlobst du dich eigentlich?" „Wahrscheinlich nie!" „Aber, Otty, das glaubst du ja selbst nicht." Otty Weilers Augen schimmerten feucht. „Wenn ich nun eine unglückliche Liebe hätte?" Erschrocken blickte Edelgarde sie an. „Du? Ach nein, das glaube ich nicht. Du hattest stets genug Airbeter. Es hat immer an dir gelegen, wenn du bisher unvermählt bliebst." Otty sagte träumerisch: „Du magst recht haben." Edelgarde sprach von etwas anderem, ging sprunghaft auf das Thema der Toilettenfrage über.Freute sich auf das kostbare Kleid, das sie sich hatte aus Wien kommen lassem Otty allerdings war entsetzt gewesen, als sie es gestern sah. Dieses blasse Violett muhte Edelgardes krankhaftes Aussehen nur noch mehr hervorheben. Als sie eine kleine, gutgemeinte Anspielung machte, sagte Edelgarde: „Ich trug ein ähnliches Kleid in Scheveningen. Er hat mich damals sehr liebgehabt." Da schwieg die Freundin. Sie selbst hatte sich ein sehr kostbares, aber raffiniert einfaches schwarzes Spihenkleid zurechtgelegt. Es würde sie älter machen, reifer. Doch sic wollte morgen so unauffällig wie möglich im Kreis der Gäste untertauchen. Edelgarde aber zeigte ihr herrlich matte Perlen, die sie umlegen wollte, und Otty dachte: „Wie sie in allem anders geworden ist. Schließlich gibt sie doch morgen keinen H o f b a IL“ Doch sie sagte nichts mehr, da sie längst herausbekommen hatte, daß Edelgarde einen Tadel durchaus nicht vertrug. Kranken ließ man eben den Willen. Achern schien genau so zu denken. Die beiden Damen plauderten dann noch von allem möglichen, und die so dramatisch begonnene Unterredung endete dann damit, daß Edelgarde hell auflachte, als Otty ihr eine amüsante Geschichte aus Berlin erzählte. Sie gingen dann Arm in Arm in das Frühstückszimmer hinüber, wo Achern gerade im Reitanzug am Tisch faß. Er sprang beim Eintritt der Damen sofort auf, ging ihnen entgegen und küßte ihnen die Hand. „Das ist ja ein ganz unverdientes Glück, am zeitigen Morgen schon so angenehme Gesellschaft zu haben. Das bin ich sonst gar nicht gewohnt. Run wird es doppelt gut schmecken, das heißt, wenn die Damen gestatten, daß ich auch weiterhin im bestaubten Reitanzug mit am Tisch sitze. Ich muß leider gleich wieder hinaus, habe keine Zeit, mich erst umzukleiden." „Lassen Sie sich durch uns nicht in Ihren Gewohnheiten stören, Sie fleißiger Landwirt!" Otty sagte es lachend, während ihr doch bei seinem Anblick das Herz bis in den Hals hinauf schlug. Er lachte. „Ach ja, es ist etwas Köstliches, so mit Sonnenaufgang auf der geliebten-Scholle zu stehen und zu arbeiten. Ich könnte mir nicht einmal mehr vorstellen, wie es sein mühte, wenn ich plötzlich gezwungen würde, in der lärmenden Stadt zu leben." Edelgarde legte die Hand auf Harrys Arm. „Hast du heute gar keine Zeit mehr für uns?" fragte sie bittend. Er sah sie an, Otty fühlte die innere Gleichgültigkeit aus diesem Blick heraus. Dann sagte Achern liebenswürdig: „Wenn du es gern möchtest, dann werde ich mich beeilen, damit ich am Rachmittag frei bin." Die Damen blieben dann noch eine Weile im Frühstückszimmer, als Achern längst schon gegangen war. — Harry von Achern ritt den schmalen Waldweg dahin. Seine Gedanken weilten bei Pia. Würde sie morgen kommen? Er war so in Gedanken an sie, daß er ganz erstaunt aufblickte, als plötzlich das Wiehern eines Pferdes dicht neben ihm hörbar wurde. Der Kopf eines Schimmels sah aus dem Walde, jetzt wurde auch die Reiterin sichtbar. „Pia!" Achern war schon neben ihr, streckte ihr die Hand entgegen. „Pia, meine Gedanken waren bei dir. Welch ein Zufall, Pia! Ich habe nicht gewußt, daß du jetzt auch reitest. Darf ich dich ein Stück begleiten, und vor allem: wie geht es dir?" Die Freude über dieses unerhoffte Zusammentreffen leuchtete ihm aus den dunklen Augen. Pia entzog ihm ihre Hand und sagte leise: „Ich danke dir, Harry, mir geht es gut. Ich hoffe das gleiche von dir." Sie wußten beide, daß sie mit ein paar oberflächlichen Worten hinwegtäuschen wollten, was im Grunde dieses Wiedersehen für sie bedeutete. Achern ließ den Blick auf Pias schlanker Gestalt ruhen. Wie sie auf den Rücken des edlen, weihen Tieres pahte! Wie schon sie war! Sein Herz schlug heih und schnell. Eine Weile schwiegen beide und eilten nebeneinander dahin. Am Waldrand stand ein Rudel Rehe. Gleichzeitig hielten die beiden Reiter die Pferde an. Pias Augen blickten auf die Tiere drüben. Sie lächelte. Achern sah auf den kleinen, schön geschnittenen Mund. Warum durfte er ihn nicht küssen? Seine Hand griff in die Zügel ihres Pferdes. „Pia, warum meidest du Achern?" Mit einem langen Blick sah sie ihn an. Dann sagte sie: „Das weißt du doch, Harry. Warum fragst du?" (Fortsetzung folgt.) 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Abend TANZ Lichtspielhaus Gießen ■ Heute Mittwoch = Fachgesch. s. naturechte Bienenhoniae = = Kräuter Haus Jung in der Schulstraße = Tiiiihhhiihiiihihihhihihiihihhhiiiiiiiihiiihhihiiiiiihh 918 D iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniii Hans Albers als großer Junge und guter Sohn, der ehrliche Kerl, der zy handeln und zu kämpfen weiß - dessen Herz in Liebe für seine Mutter schlägt - Hans AlberS in seiner besten und schneidigsten Rollei Ferner: Auserwahltes Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche! ----------- 914 C öettlevssloff uMnelM-Mzeru sucht tüchtig, und gut eingeführten MVIVSIL« für den Gießener Bezirk, möglichst mit eigenem Wagen. Es wollen sich nur Herren mit weit über dem Durchschnitt stehenden Verkaufstalenten melden. Ausführliche Bewerbungen unter 927 V an den Gießener Anzeiger erbeten. Seriöse, erfahrene Persönlichkeiten als KMarrbektev von führendem süddeutschen Kredit- institut an all.Orten sof. ges. Angebote unter K. 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Lwn Dr. meb A Bach Hg gibt Krankheiten, die trotz quälenbster <3r- lcheinungen viel von ihrem Schrecken verlieren, wenn man sie unter dem Gesichtswinkel der Lebensgesährdung betrachtet. Hierzu gehören a. ch die Migräne-Anfälle, die vielfach de.artig fcitig au,treten, baß die Kranken für die Dauer des Anfalls völlig arbeitsunfähig sind. 3n einem dunkeln Zimmer, auf der Chaiselongue, auf dem Bette, unbeweglich liegend, fern allen Geräuschen warten die Bedauernswerten das Ende des Anfalls ab, das häufig in einem tiefen Schlaf besteht. Aach dem Erwachen sind all.' Störungen vorüber — bis zur nächsten Attacke, älnd trotz der immer wiederkehrenden Qualen und obwohl der ganze Körper in Mitleidenschaft gezogen ist, dürfte dennoch bie M> grüne kaum jemals als lebensverkürzend gelten. Wie z. D. die Gicht vorwiegend die Männer befällt, so ist die Migräne als Krankheit der Frau zu bezeichnen. Charakterisiert ist das Leiden durch den anfallsweise auftretenden halbseitigen Kopfschmerz, meist in der Gegend über dem Auge und der Nasenwurzel, mitunter mehr am Hinterkopf empfunden, ein andermal mehr im Innern des Schädels sitzend. Oft ist die befallene Seite des Gesichtes gerötet und mit Schweis)perlen bedeckt. Die Bindehaut des Auges scheint entzündet, die Tränenabsonderung ist ver» mehrt. Es kommt jedoch auch ab und an vor, daß sich das Leiden auf beiden Seiten zugleich als StirnkoPfschmerA zeigt. Mit dem Kopfschmerz geht meist noch eine Reihe anderer störender Erscheinungen einher. Bekannt sind die tanzenden Pünktchen, das Flimmern vor den Augen, Klingen in den Ohren und Geruchsveränderun- &Auch der Berdauungsapparat wird in Mit- nschaft gezogen; von der Appetitlosigkeit, der belegten Zunge bis zur Llebelkeit, heftigem Erbrechen und Durchfällen. Kein Wunder, das) die Kranken im Anfall das größte, oft unbezwing- liche Bedürfnis nach absoluter körperlicher und seelischer Ruhe haben. Die schwersten Formen der Migräne werden auch von psychischen Veränderungen, wie starke Reizbarkeit und depressive Stimmung, begleitet. Bei einer Reihe von Migränekranken gehen dem eigentlichen Anfall gewisse Allgemeinerscheinungen wie Schwindelgefühle, Frösteln usw. voraus. Leider ist die Frage, worauf diese merkwürdige Krankheit beruht, noch nicht befriedigend zu be- anttoorten. Da die Migräne oftmals zur Zeit der Pubertät beginnt, um mit den Wechseljahren zu 'verschwinden, so liegt der Gedanke nahe, daß innige Beziehungen zwischen dem Leiden und den Keimdrüsen bestehen. Das gar nicht selten familiäre Vorkommen deutet weiterhin noch auf einen Erblichkeitsfaktor hin. Auch Ernährungsmomente scheinen in einer Einzahl von Fällen eine Rolle zu spielen: erlebt man es doch mitunter, daß der Genus) bestimmter Speisen immer wieder und wieder Migräne- a ta ten auslösen. Die Tatsache, daß vorwiegend Ge.stesarbeiter an Migräne zu leiden haben, muh vielleicht dahin bewertet werden, daß der Beruf unter Umftänöen einen anfallauslöfenden Einfluß auf entsprechend disponierte Menschen ausüben kann. Sonst ist alles graue Theorie: hier soll nur noch die eine Auffassung über die Entstehung der Migräne erwähnt werden, nach der das Leiden auf Gefäßkrämpfen beruhen soll. Die Behandlung der Migräne muh zwei Ziele verfolgen: die Linderung des Anfalls selbst und die Bekämpfung der Anfallsbereitschaft. Deutsche Nadelkunst. Don Frei'n Hedwig von Oobeneck, Bad Warmdrunn. Wie Perlen und Brillanten, sind A a d el- spitzen (points) die schönste Zierde der Frauenkleidung. Von Generation zu Generation vererben sie sich oft als kostbarer Besitz, der gehütet und gepflegt wird. Vermag doch durch sie oft ein ganz schlichtes Kleid zu einem Festkleid um» getoanöelt zu werden. Mancher mag einwenden, daß in der jetzigen Zeit die Anschaffung für die deutsche Frau au kostspielig fei. Immer noch werden aber von Reisen nach Italien, Belgien oder Frankreich viele Spitzen mitgebracht und voll Stolz im Freundeskreis gezeigt. Dabei wird ganz vergessen, daß diese so bewunderten Spitzen auch in der Heimat, vornehmlich in Schlesien, hergestellt werden, in derselben Technik, in derselben Feinheit und von Händen, die über die gleiche Geschicklichkeit berfügen. Als die Weberei im Riesengebirge nach der Erfindung des mechanischen Webstuhls so bar» niederlag, daß die Handweber sich nicht mehr das Salz zum Brot verdienen konnten, und das Elend so groß wurde, wie es Gerhart Hauptmann in seinem Schauspiel „Die Weber" so packend bargestellt hat, lieh König Friedrich Wilhelm IV. Den Preußen belgische Spitzennäherinnen kommen. Diese unterrichteten bie Frauen unb Mäb- chen in ben Dörfern in ber feinen Radelkunst, aufbauenb auf bie Fertigkeit, bie biefe bereits hatten unb in ihrer Tracht bei ber Ausschmückung ihrer Brusttücher unb Schürzen zum Ausdruck brachten. Diese Lehrerinnen hatten halb einen großen Zulauf, unb aus ben bescheibenen Anfängen entwickelte sich eine blühende Industrie, die sich übet die Grenze nach Böhmen ausbreitete. Der Wert einer Aadelspitze läht sich am besten aus der Art der Herstellung erkennen. Mit einem haarfeinen Faden näht die Heimarbeiterin auf einem schwarzen Papiermuster, auf dem die Konturen des Musters vorgestochen sind, die Flächen mit verschiedenartigen Stichen aus, nachdem sie zuvor durch Ausnähen einiger Fäden bie Konturen des Musters umrissen hat. Ist die Spitze vollständig ausgefüllt, so werden die Konturen nochmals durch Auflegen mehrerer Fäden mit Langettenstichen umschnürt, so daß das Muster sauber unb plastisch hervortritt. Die Spitze, bie nur in kleinen Stücken hergestellt wirb, um bi« Sauberkeit nicht zu gefährden, muh vom schwor- Währenb der Attacke kommen die unzähligen schmerzstillenden Wittel in Frage: In Verbindung mit heißen Handbädern, Fußwechselbädem, elektrischer Wärmeapplikation unb bergleichen. Vielfach werben Arbeitsunterbrechung, Bettruhe, Der- dunklung des Zimmers unb Fernhaltung von Geräuschen erforberlich sein. Die Herabsetzung ber Anfallsbereitschaft wirb man burch eine gesunbheitliche Lebensführung zu erreichen suchen. Keinen Kaffee, keinen Tee, kein Aikotin, keinen Alkohol in ber unfallfreien Zeit: bie Kost möglichst reizlos, wenig Fleisch, viel Obst unb Gemüse, salz» unb gewürzarm. Ob bie sogenannte Gersonsche Diät sich bei Migräne bewähren wirb, bleibt noch abzuwarten. "Nahrungsmittel, bie bei bem einen ober anberen Migränekranken erfahrungsgemäß Anfälle auslösen, müssen natürlich vermieben werben. Die Umgebung sollte ben Wigränekranken Aufregungen nach Möglichkeit fernhalten. Auf geregelte Lebensweise ist größter Wert zu legen. Ein Milieuwechsel, eine Erholungsreise begünstigt bisweilen eine Herabminberung in ber Zahl unb Schwere ber Anfälle. Unb schließlich wirb man bei manchen Frauen, bie an Migräne leiben, bie Anfallsbereitschaft burch kleine Brom- gaben unb anderen Beruhigungsmitteln — natürlich nur unter Aufsicht des ArzteS I — herab- sehen können, so daß bie Anfälle zum minbeften leichter verlaufen. Ein Trost aber verbleibt all ben — auch an schweren Formen ber Migräne — leibenben Frauen, bah nämlich mit zunehmendem Alter die Anfälle milder und seltener aufzutreten pflegen, um schließlich gänzlich auszubleiben. zen Papier abgetrennt werden. Di« Teile werden in ber Werkstatt von geübten Hänben zu Kragen, Meterspihen, Taschentüchern usw. zusammengefügt. Auf biefe Weis« werben alle Spitzen hergestellt, bie unter ben geläufigen, leiber heute noch ausländische^ Ramen: Brüsseler points, Venice unb Reticella im Handel sind. Iede Art hat eine traditionell« Musterung, von der die schlesische Spitze sich freizumachen gesucht und dadurch einen eigenen Typ entwickelt hat, der demneuzeitlichenKunst- empfinden angepaht ist. Die einzelnen werden unauffällig gekennzeichnet. So tragen die größeren und kostbaren in den Spihenschulen ber Fürstin von Pleß in Bab Warmbrunn im Riesengebirge hergestellten Spitzen ein kleines, fürstliches Krönchen, bas irgendwo im Muster versteckt angebracht ist. Mit Rabe! unb gaben werben kleine Kunstwerke geschaffen, bereu Wert ben Preis des Materials um bas Hundertfache übersteigt, eine Veredelung, die nur aus der Hände Arbeit ersteht. Geld, ist dadurch in das Gebirge geleitet worden unb hat seinen Landbewohnern, bie so hart bem kärglichen Boben bie Erträgnisse abringen müssen, geholfen, bie ererbte Scholle zu halten. Darum soll bie beutsche Frau wissen, baß bie im Riesengebirge hergestellte Dabeispitze jeber ausländischenvoll- auf gleichwertig i st, unb baß sie einer Inbustrie. bie burch bie Schwere ber Zeit vollkommen bamieberliegt, burch ben Ankauf beut* scher Spitzen toieber aufhelfen kann. Damit würbe sie bie Einfuhr auslänbischer Spitzen brosseln unb zur Behebung ber Deutschen Arbeitslosigkeit beitragen. Anregungen zu einem Damentee. Don Brigitte. Jede Frau hat wohl ein paar Freundinnen oder Bekannte, die sie gelegentlich für einen Nachmittag zu sich einlädt. Was hat man zu tun, um diese Plauderstunbe möglichst reizvoll zu gestalten? Es ist gar nicht schwer, es gehört nur ein bißchen Umsicht unb Liebe zur Sache dazu. Scheinbare Kleinigkeiten sind wichtig. Man sorge für einen gut- gelüfteten, behaglichen Raum und decke den Tisch jo reizend wie möglich mit dem besten Geschirr unb ein paar Blumen. Kindergeschrei unb sonstige Störungen halte man unbebingt fern. Wenn die Gäste kommen, muß alles fertig fein. Frauenarbeit in der Siedlung. Ein Einblick in Wesen und Aufgaben der modernen Siedlungsgemeinschaff. Don Dr. Her.ha Siemering, Berlin. Jeber, der mit Volkserziehung zu tun hat, gleichviel auf welchem Spezialgebiet, hat gegenwärtig ben lebhaften Wunsch, durch eigenen Augenschein einen Eindruck vom Sieblungsme|en, vom Leden ber Menschen in ber Siedlung zu gewinnen. Auch von ber Jugendpflege her richten sich viele Blicke unb Hoffnungen auf biefes Feld naturnaher Tätigkeit, das wenigstens für einen Teil ber Heranwachsenden Generation, soweit sie mutig und ausdauernd ist, einen Ausweg aus der Erwerbslosigkeit in ein arbeitsreiches Leben zu verheißen scheint. Wer um bie Pflege der weiblichen Jugend bemüht ist, der hat besorweren Anlaß, sich um ben Verlauf dieses Ausweges zu bekümmern, sich über feine Schwierigkeiten und Krümmungen zu unterrichten, weil — eine fast schon banale Wahrheit — das Gedeihen des Siedlungswesens in erster Linie von den Frauenkräften abhängt, die dort eingesetzt werden. Die Jugendpflegerin muß wissen, wie sich das Leben der Frauen unb Mädchen in ber Siedlung gestaltet, einmal um der Mädchengeneration, bie heute dort heranwächst, von der Jugendpflege aus bie erforderliche Hilfe zu leisten, zum anderen, um — soweit sie bas vermag — bie weibliche Jugend auf ihre Aufgaben als Sieolerfrau vorzubereiten. — Erwägungen solcher Art gaben den Anlaß zum Besuch ber unweit von Stettin gelegenen Sieblung L Heber die Oder ging die Fahrt, burch schöne Waldungen, vorüber an den gesegneten Feldern des „Pnritzer Weizackers". In der Kreisstadt gab es einen kurzen Besuch bei der Mädchenklasse der Landwirtschaftlichen Schule, an deren hauswirtschaftlichem Kursus gerade einige Siedlertöchter tcilnehmen. Dann führte uns bie Chaussee burch weites, welliges Land, unb schließlich bog der Wagen in einen sandigen Landweg ab, eine Anhöhe hinauf, über die ein eisiger Wind strich. Oben waren Arbeiter tätig, um die Straße vor Einbruch des strengen Winters zu befestigen. Unb schon waren wir mitten in ber kleinen Sieblung. Rechter- hanb ein Gasthof, weiterhin zu beiben Seiten der Straße bie gleichmäßigen weiträumig angelegten Bauerngehöfte: Wohnhaus, Scheune, Stallgebäude umgeben bei jedem dieser Anwesen ein breites Viereck, das Platz genug bietet für künftige Aus- unb Anbauten. Ein Garten gehört zu jebem Gehöft. Aber in dieser Jahreszeit wirken die neuen Anlagen kahl unb öde. Die gepflanzten Obstbäume sind noch ganz ganz klein unb müssen ihr Dasein erst behaupten. Hier gräbt ein Mädchen ein Stück ab- geerntetes Kartoffelland um; dort steht ber letzte Grünkobl in lanacn Strünken. Bei ber ersten Stelle, die wir besuchten, ist im Sommer ein Teil ber Gebäude, darunter bie große Scheune, mitsamt ber reichen Ernte abgebrannt. Die auf normale Jahre berechnete Versicherungssumme bietet keinen zu- reichenben Ersatz für ben Segen dieses letzten Sommers, und bie Besitzer klagen, daß sie sich in ber großen Hitze umsonst geplagt haben. Aber sie finb keineswegs entmutigt. Em paar Maurer, erwerbslose Bekannte aus Berlin, haben ben Männern geholfen, bie unentbehrlichsten Baulichkeiten noch vor bem Frost unter Dach zu bringen. Der Schuppen, auf dessen kahlen Fundamenten ein paar verkohlte Ackergeräte herumliegen, soll erst später wieder aufgerichtet werden. Das Hühneroolk hat vorläufig im Hause einen Unterschlupf gesunden. Die Frage, aus welchen Quellen bie Erträgnisse ber Siedlerwirtschaft fließen unb bie andere, auf welchen Erzeugnissen bie Ernährung der ©ieblerfamilie beruht, finb von befonberem Interesse. Wir gehen daher bei unseren weiteren Besuchen zuerst burch bie Stallungen. Kühe unb Kälber finb vorhanden, auf dem letzteren Gehöft sogar in ziemlich großer Zahl. Ueberall gibt es Ferkel in jeder Größe, dazu Säue und Mastschweine. Denn Ferkel und Schweine bilden den Hauvthandelszweig der Siedler, eins der wenigen Mittel, um bares Geld für Betrieb und Haushalt herein zu bekommen. Dem gleichen Zweck dienen die Eier, Die von Händlern aufgefauft werden. Deshalb werden Anlage und Zustand des Hühnerstalls von unserer fachkundigen Begleiterin auf jedem Hof einer besonderen Prüfung unterzogen. Auch der Roggen wird teilweise verkauft: Gemüse dagegen zieht man nur für den eigenen Bedarf, die Verkehrslage ist zu ungünstig, um es abzufetzen. Schweinefleisch, gelegentlich auch ein Hulm bilden zusammen mit diesem Gemüse, mit Milch und Eiern die Nahrung der Siedler. „Wir können wenigstens nicht verhungern, wie die Ar- beitslofen in der Stadt", sagen sie. Mit dem Bezahlen der Rente sieht es nach dem Bericht des Gemeindevorstehers freilich trübe aus. Der Hausrat der Siedler in L. ist äußerst bescheiden, z. T. geradezu dürftig, wie das im ganzen Osten üblich ist. Küche und Wohnräume liegen im Erdgeschoß des Hauses, der geräumige Dachboden enthält noch einige Kammern, in denen die erwachsenen Kinder schlafen. Der Dachboden bietet auch Raum für mancherlei Vorräte: Räucherwaren, Bettfedern usw., wie sie die Landfrau aus ber Wirtschaft gewinnt. Diese Siedlungen sind ausschließlich auf die Arbeitskräfte der Siedlerfamilie gestellt. Man muß Was man anbietet, hängt von ben verschiedenen Verhältnisse ab. Oberstes Gesetz ist, daß alles wirklich gut ist. Das heißt keinesfalls, daß man nur die teuersten Sachen kaufen muß. Schon für sehr wenig Gelb kann man seine Gäste gut bewirten. Reicht man Kaffee, muß er stark sein. Man achte stets darauf, daß bie Getränke wirklich heiß sind. Für sogenannte Sandwiches habe ich einige preiswerte Rezepte, die ausprob ierf finb unb meinen Gästen immer ausgezeichnet geschmeckt haben. — Ich hacke zwei Eier unb einen gewässerten Hering sehr fein unb schmecke die Masse ab mit Pfeffer, Salz, etwas Senf, einer Prise Zucker, etwas Oel unb einer Messerspitze Safran. Hiermit bestreiche ich Dünne gebutterte Weißbrotschnitten etwa messerrückenbreit. Dieses Rezept ist sehr pikant unb ausgiebig. Ein anderes Rezept ist folgendes: Ich wiege Thomaten, gebe Salz unb Pfeffer dazu und belege bamit bie gleiche Anzahl Schnitten. Als Drittes werben recht grüne eingelegte Pfeffergurken zerkleinert und damit der Rest ber Schnitten belegt. Dann ordnet man bie Brote nach Farben auf einer Platte an, garniert mit etwas Petersilie unb Zitronen unb hat eine reizend aussehenbe, geschmackvolle Schüssel. Die Sandwiches haben außerdem noch den Vorzug, daß sie ben Gesetzen ber Schlankheit entsprechen. Kuchen wirb heute von den meisten Frauen weniger als früher gegessen. Erfolg hatte ich stets mit frisch gebackenen Waffeln. Sie finb schnell ju- bereitet und nicht teuer. Ein Rezept dafür findet man in jedem Kochbuch. Um eine angeregte Unterhaltung entstehen zu lassen, kann man ein paar allgemein fesselnde Themen vorher aussuchen und unmerklich zur Diskussion stellen. Hat einer ber Gäste etwas Interessanteres zu sagen, läßt man bie vorbereiteten Themen natürlich fallen. Die Hausfrau muß so heiter und liebensroürbig sein wie nur möglich. Unter keinen Umftänben darf sie über ihre Sorgen sprechen. Sie soll vermeiden, daß man sich über abwesende Personen unterhält. Wird ein Abwesender angegriffen, sei man sehr konsequent unb lehne jede persönliche Aeußerung ab. Geht's einmal wirklich nicht anders unb man wirb um feine Mei- nung befragt, fei man gütig unb schütze den Ab- wesenben, auch wenn man nicht unbedingt von ihm überzeugt ist. Ob man seinen Gästen später Obst, Süßi^eiten unb Alkohol anbietet, entscheidet wieder Das Portemonnaie. Glückt so ein Nchmittag einmal besonders gut unb bleibt man über bie sogenannte Abend- vrotzeit noch eine Weile zusammen, serviere ich schnell Kartoffelsalat (den ich vorbereitet halte) und Mittwoch, 8. Februar 1933 sich gehörig plagen, um durchzukommen, und fremde Leute können nicht bezahlt werden. Deshalb — so werden wir belehrt — ist das wirtschaftliche Gedeihen der einzelnen Siedlerstelle abhängig von dem sog. Familienbesatz, d. h. von der Summe an Arbeitskraft und -sahiakeiten nach Le- bcnsalter und Geschlecht ihrer ©lieber, die die Familie als Wirtschaftseinheit in ihrer jeweiligen Zusammensetzung barftellt. Die Zusammenhänge von „Familienbesatz" und Rentabilität werden neuerdings betriebswirtschaftlich untersucht. Die Arbeitszeiten der Frauen in Haus und Stall, in Garten und Feld sind regelmäßig länger als die der Man- ner. Bestimmte Pflichten spannen die Kinder frühzeitig in den Betrieb ein. In L. besuchten wir eine Stelle, in der Mann und Frau, ältere Leute, bereits allein sind, der Famillenbesatz also sehr ungünstig ist. Auf anderen Gehöften sind erwachsene unb Heranwachsende Söhne und Töchter in ausreichender Zahl vorhanden. In einem wird die Kraft der ältesten Tochter für die Wirtschaft so wenig gebraucht, daß sie durch Schneiderarbeit für Lohn bares Geld ins Haus schaffen kann. Ein besonders günstiger FallI Im Winter haben die Mädchen im allgemeinen reichlich Zeit, die sie bisher oft mit wenig nützlichen Handarbeiten zubrachten. Jetzt sorgt die Landwirtschaftskammer dafür, daß die alten W e b st ü h l e wieder in Gang gesetzt werden. Da solche Produktion von Markt und Marktpreis völlig losgelöst unb eine rentablere Verwertung ber örtlich gebundenen weiblichen Arbeitskräfte in der landwirtschaftlich stillen Jahreszeit nicht in Frage kommt, so lohnt es sich schon, die Hauswäsche, dauerhafte Schürzen und Wollrocke selbst zu weben. In Verbindung mit der Weberei sucht man den Geschmack zu bilden. Besonders belastet sind die Frauen im Sommer, wenn überall die Arbeit drängt. Da haben die Mütter keine Zeit für ihre kleinen Kinder, die ün äußersten Notfall einfach ins Bett gesteckt werden und körperlich unb geistig in der Entwicklung zu- rüaoleiben. In den letzten zwei Jahren hat man versucht, die Kleinen in Erntekindergärten zu sammeln. Bei Spielen und Liedchen sind Geschicklichkeit und geistige Fähigkeiten schnell erwacht. Aber der Kindersegen wird in den Siedlungen eingeschränkt, deshalb sind Helferinnen, die die jungen Mütter in der Wirtschaft entlasten, besonders notwendig. Die ärztliche Versorgung der Siedler läßt noch viel zu wünschen übrig. Dor einigen Monaten hatte in L. ein Wander- Haushaltungskursus stattgefunden, an dem fast alle Siedlertöchter zwischen 15 unb 25 Jahren teilge- nommen hatten. Jetzt wollten sie ben Besucherinnen ihr Können beweisen und hatten sich deshalb — aus eigenem Antrieb — zusammengetan, um im Gasthof ein Mittagessen für uns zu kochen. Ein paar Hühner, Gemüse unb Obst hatten bie Mädchen aus den eigenen Wirtschaften gufammengetra- gen. Aus ihren Schätzen hatten die Mütter das Eßgerät der Gastwirtin ergänzt. Auf dem Tisch, den die Mädchen für sich und uns gedeckt hatten, fehlte es nicht an Blumen. Und nun standen sie da tn ihren blauen Lehrgangskleidern, um uns zu begrüßen und mit uns ihre Kochkunstwerke zu verzehren. Dabei waren sie frisch und unbefangen im Gespräch, erzählten von der eigenen Arbeit und von den Ereignissen in der elterlichen Wirtschaft. Die Siedler in L., lebendige und aufgeschlosfene Menschen, stammen zum größeren Teil aus Niedersachsen, nur wenige Ostdeutsche von Geburt find darunter. Es sind Verdrängte aus dem alten An- ficblungsgebiet ber Provinz Posen, bie jetzt in Pommern zum zweiten Mal eine Heimstätte aufbauen. Wagemutige Kolonisten, [elbftänbige Bauern, die an Arbeit und nochmal Arbeit gewöhnt find. Und doch bedürfen auch sie der bindenden Kräfte, um mit dem neuen Boden zu verwachsen. Hier liegen große Aufgaben für Kirche, Schule und Jugendpflege. warme Würstchen. Diele Frauen kommen Direft von der Arbeit, haben flüchtig oder gar nicht zu Mittag gegeben unb verspüren Hunger. Ein improvisiertes Essen wirb stets mit Freuide und Hallo begrüßt, wenn es noch so einfach ist. Gibt man sich bi« Mühe, seinen Gästen dieStun- den. Die sie bei einem verbringen, in jeder Weise behaglich unb anregenb zu gestalten, wird man einen vollen Erfolg haben unb sich und den anderen viel Freude bereiten. Die praktische Hausfrau. Haltbarkeit Der Strümpfe. Seidene Strümpfe halten um fo länger, je öfter man sie wäscht. Abends in Seifenschaum DurchgeDrückt, in Essigwasser gespült, finD sie morgens wie neu und halten länger, Da sie immer weich unD elastisch finD. Feine Wäsche stopft man am besten, indem man Die schadhafte Stelle mit Seidenpapier unterlegt und mit Der Maschine kreuz unD quer Darüber hinwegnäht. Bei Der Wäsche lost sich Da» Papier auf, unD Die Stopfstelle ist nach Dem Bügeln kaum zu erkennen. • Brüchige Lackschuhe. Fangen Lackschuhe an, brüchig zu werden, so spanne man sie auf einen Leisten unb reibe die Stellen wiederholt mit Eiweiß ein. Eiweiß macht Den Lack toieDer ge- schmeidig. — Man kann auch mit einem Stückchen Hartwachs, Das man in DrogenhanDlungen zu kaufen bekommt, Die brüchig geworbenen Stellen bestreichen: Der Erfolg ist Der gleiche. Mit einem wollenen Lappen oder besser noch mit einem weichen LeDerläppchen reibt man Die Schuhe wieder blank. • Einbrennen von Speisen. Ist eine mehlhaltige Speise ungebrannt, so rühre man nicht darin, sondern nehme den Topf schnell vom Feuer und setze ihn in ein Gefäß mit kaltem Wasser, dadurch verschwindet Der brenzliche Geruch sofort. Dann schütte man den Inhalt in einen reinen Topf unD koche Die Speise fertig, jeDoch unter beftänDigem Rühren. Bei anberen Speisen, bie stark angeorannt finb, hüte man sich vor Zugabe von Wasser unb Ämrühren. Man schöpfe vielmehr bie nicht angebrannten Teile Der Speise vorsichtig in einen anderen Topf, Dessen BoDen vorher mit etwas Fett ober Wasser bebeckt würbe. j r r r s (l r rt r* is in ir. De m en «er c» :ig cm ;en ?u* zur uft iie- |tr Die •nb« Den. ime. 200 )ird. 1)1 en «aus rg«* 8," sm- ihen, chen, arge ialen unge ' sich Mn ) er- icflge Duid) j mit weit inauS verke, srts - e um * er* >. be* Der* zum rt seit hntal* s Ge* „Cä* r, ber mges- nb das 'le für it hier leiber Zwei Man* eben-* st o r * u|en Huf- dessen b toei* Wet* D nach Durch rbings » über jiebige blichen *n ab* Druck >I(igem m sich später* lieber* ig unb rocken, stelfach ig unb . milb, 8 Grab wrgens mimum 10 cm . März: ),0 mm. Wirtschaft. * Waggonfabrik H. Fuchs AG., Hei- d e I b e r g. Die Gesellschaft hat per 30. 6. 1932 mit einem Verlust abgeschlossen, da der Betrieb längere Zeit wegen Auftragsmangels ruhen muhte und auch in der übrigen Zeit nur einige hundert Arbeiter beschäftigt waren. Das AK. von 2,0 Mill. Mk. befindet sich fast ganz im Besitz der Vereinigten Westdeutschen Waggonfabriken. Berlin freundlich. Berlin, 8. Febr. (WTB. Funkspruch.) Bei ziemlich kleinem Geschäft ergaben sich für Aktien fast allgemein bis zu etwa 1 o.H. höhere Kurse, Spezialwerte waren noch erheblich Darüber hinaus gesteigert. Neben der kräftigen Erholung am Nenten markt regten die Erwartung höhe- rer Eisenpreise, das Nichtbestehen von Zusammenlegungsplänen bei Aku, die unveränderten Dividen- denerwartungcn bei Ilse, die lebhafte und feste Tendenz des Schrottmarktes, die 10-Millionen-Zusatz- kredite für die sächsische Industrie mit der 80prozen- tigcn Ausfalldeckung durch den Freistaat Sachsen und das festere Neuyork an. Montane setzten bis zu 1,40 v. Sj. höher ein. Rheinstahl gewannen sogar 1,75 v. $). Bon Braunkohlenwerten waren Bubiag anfangs 1,50 v. H. schwächer, während sich sonst Gewinne bis zu 1 v. H. ergaben. Kaliaktien und Elektropapiere gewannen bis zu 2 o. S). Chemische Werte und Gummianteile waren bis zu 1 v. H. erhöht. Bon Linoleumwerten waren Contilinoleum auf geringfügiges Anaebot um 3 v. H. gedrückt. Gasaktien, Kabel- und Drahtworts, Metallund Bauwerte, Brauereien, sowie Anteile von Wasserwerken tendierten sehr ruhig, waren aber teilweise etwas höher. Bon Autoaktien gewannen BMW. 2 v. H., Maschinenfabriken zogen bis zu 1,40 o. 5). an. Bon Kunstseideaktien gewannen Aku nach anfänglicher Plus-Plus-Notiz mehr als 4 v. S). Die übrigen Textilwerte lagen aefchäftslos. Berkehrswerte hatten nur geringfügige Veränderungen aufzuweifen und zeigten, ebenso die Schiffahrtsaktien, kein einheitliches Aussehen. Von Banken waren Reichsbank erneut mehr als 3 o.H. erhöht. Don sonstigen Pa- piercn sind nur Gebr. Junghans mit einem Verlust von zirka 1 o.H. zu erwähnen. Im Verlaufe er- aaben sich bei anhaltend ruhigem Geschäft vielfach Gewinne bis zu 1 v. H. Deutsche Anleihen waren weiter f e st e r. Variable Industrieobligationen und Reichsschuldbuch- orberungen gewannen bis zu 1 v. Sy, bei den übrigen festverzinslichen Werten gingen die Besserungen ogar bis zu 2 o. H. Ausländer lagen ruhig und vielfach etwas fester. Bei unveränderten Sätzen war der Geldmarkt weiter leicht veranlagt. In Privatdiskonten, Reichswechseln per 5. Mai und Reichsschatzanweisungen per 16. August war weitere Nachfrage festzustellen, die Umsätze blieben aber doch ziemlich gering. Frankfurt freundlich. Frankfurt a. M., 8. Febr. (WTB. Drahtmeldung.. Die Börse setzte ihre Erholung weiter fort, infolge der Zurückhaltung der Kulisse war das Geschäft aber klein. Die Stimmung war etwas zuversichtlicher, jedoch mehr in wirt- schastlicher, als in politischer Hinsicht. Eine Anregung gab auch die Befestigung der gestrigen Neuyorker Börse. Von der Kundschaft lagen zwar nur kleine Kaufaufträge vor, doch genügten sie, um das Kursniveau gegenüber der Abendbörse um weitere 0,25 bis 0,75 Proz. zu heben. Größeres Interesse zeigte sich für einige Spezialpapiere, wie Aku und Reichsbank. Aku lagen auf die Meldung, daß eine Kapitalzusammenlegung angeblich nicht in Frage komme, um 3,75 Proz. fester. Reichsbank zogen gegen den gestrigen Mittagsschluh um 4 Prozent an, nachdem an der Abendbörfe mangels Material keine Notiz zustandegekommen war. Von den einzelnen Marktgebieten waren heute wieder Elektro- und Tarifwerte in Nachwirkung des Siemensabschlusses bevorzugt. Dekula gewannen 1,75 Prozent, Siemens 1,38 Proz., Licht L Kraft 1, Gcsfürel 0,75 und AEG. 0,25 Prozent. Von Ehe- micaktien lagen Deutsche Erdöl 1,75 Proz., IG. und Scheideanstalt 0,50 Proz. höher. Am Montanmarkt hielt sich Interesse für Rheinstahl mit plus 1,5 Prozent. Phönix zog 1 und die übrigen Werte von 0,25 bis 0,50 Proz. an. Im übrigen kamen noch Zement Heidelberg und Südd. Zucker unverändert zur Rotiz. Am Rentenmarkt machte die Beruhigung und Erholung weitere Fortschritte. Altbesitz zogen um 0,63 P^oz. an, Neubesitz lagen gut behauptet und späte Reichsschuldbuchforde- derungen lagen 0,75 Prozent höher. Bon Industrieobligationen gewannen Stahlvereinbonds und Mittelstahl bis zu 1, Reichsbahnvorzugsaktien 0,5 Prozent. Die Nachricht von der wahrscheinlichen Wiederaufnahme der Kouponzahlunaen im April für türkische Anleihen führte bei Zolltürken zu einer Befestigung von 0,13 Prozent. Rumänen waren behauptet, dagegen gaben 5prozentige Aeuhere Mexikaner 0,13 Prozent nach. Am Pfandbriefmarkt war die Nachfrage heute wesentlich geringer, doch ergaben sich meist neue Erholungen von 0,25 bis 0,50 v. $). Staats- und Stadtanleihen waren nur wenig verändert. Im Verlaufe hielt sich noch einiges Interesse für Aku und Reichsbank, die etwa 0,50 bis 0,75 v. S). höher lagen, während die übrigen Aktienmärkte behauptet waren. Das Geschäft war außerordentlich klein. Am Rentenmarkt lagen späte Reichsschuldbuchforderungen 0,50 v. H. höher. Deutsche Anleihen blieben gut behauptet. Tagesgeld war zu 3,25 o. H. unverändert. Preußen. Kreis Wetzlar. Wetzlar, 7. Febr. Die unzureichenden Versammlungsmöglichkeiten in unserer Stadt sind durch die Inbetriebnahme des neuen Evangelischen Gemeindehauses verbessert worden. Das Haus gehört zu den historischen Gebäuden von Wetzlar und war in früheren Zeiten als Restaurant zum „Römischen Kaiser" besonders auch bei den Studenten der Universitäten Gießen und Marburg bekannt. Vor drei Jahren kaufte die evangelische Gemeinde das Haus. Nachdem nunmehr der erste Bauabschnitt zu Ende ist, stehen für Gemeindeversammlungen und sonstige Veranstaltungen ein größerer Saal mit etwa 300 bis 400 Sitzplätzen und einige kleinere Nebenraume zur Verfügung. Nach den bisher veröffentlichten Angaben betragen die Ankaufs- toften 35 000 Mark und die bisher ermittelten Umbaukosten 25 000 Mark, wozu* noch die Kosten für Inventar in Höhe von 3500 Mark kommen. Ein Teil der Umbaukosten ist durch ein zinsfreies Darlehen der Darmstädter Siedlungsgefellfchaft in Höhe von 13 000 Mark finanziert worden. Die weiteren Beträge find aus den vorhandenen Reserven der Gemeinde zum Teil gedeckt. In den Kreisen der Steuerzahler macht sich aber Opposition bemerkbar, die be- fürchtet, daß bei der endgültigen Abrechnung eine höhere Belastung des Kir3)enetats durch diesen Erwerb eintreten Dürfte. 1 Münchholzhausen, 7.Febr. Am Sonntagabend stießen auf der Provinzialstrahe Wetz - l a r—D utenhosen (Gemarkung Münchholzhausen) ein Personenauto aus Wetzlar und ein Kraftwagen aus Gießen zusammen. Durch den Anprall wurde das Wetzlarer Auto über den Straßengraben auf einen Acker geschleudert. Das Gießener AUto kam schräg über die Straße zu stehen. Beide Fahrzeuge wurden erheblich beschädigt und muhten abgeschleppt werden. Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden. Die polizeilichen Ermittelungen über die Schuldfrage wurden sofort eingeleitet. O Oberkleen, 7. Febr. In der den Vereinigten Werken für Dahnmaterial AG. in Butzbach gehörigen, in der diesigen Gemarkung be- legenen früheren Pulverfabrik wurde ein Diebstahl größeren Umfanges verübt. Es wurden 17 Zimmertüren, 9 Fensterflügel und eine Feldschmiede gestohlen. Der Gesamtwert der gestohlenen Gegenstände beläuft sich auf etwa 300 Mk. Da die Pulverfabrik schon mehrere Jahre stillgelegt und ein Wächter nicht mehr vorhanden ist, dürften her oder die Diebe leichte Arbeit gehabt haben. Auf Der Berliner Autoausstellung wird Continental auf großen Ständen Reifen, Zubehör und Reiseführer zeigen. Wie Immer in allerbester Ausführung. 923V ’Strirfterei Ji. föerö Wetzsteingasse 9—11 sfriröt alles auch nach Maß und Ihren Angaben Kein Loden! Orij niiiuiiiihHiiiiiiininiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiLi Ohersludienrat Prof. Franz Bock aktiv. S. S. 87. Gießen, den 8. Februar 1933. 915D Wir betrauern tief da< am 6. Febr. zu Darmstadt erfolgte Ableben unseres lieben A. H. Wir werden ihm stets ein ehrenvolles Andenken bewahren. gung wird gebeten. Gießen, den 7. Februar 1933. Die G. B Frankonia 1. A. K. W. Dersch. X Der Vorstand. _____________ 9I7D| GESANGVEREIN »HEITERKEIT« Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, von dem Ableben unserer lieben Mitglieder Georg Noll und Adolf Schmitz Kenntnis zu geben. Ehre ihrem Andenken. Die Beerdigung des Herrn Noll findet Donnerstag, 2.30 Uhr. die des Herrn Schmitz Freitag, 4 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Um zahlreiche Beteili- Fünfziger-Vereinigung 1865—1915. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Tode unseres lieben Alterskollegen Herrn Georg Noll, Lokomotivführer i.R. geziemend in Kenntnis zu setzen. Gießen, den 8. Februar 1933. Die Beerdigung findet statt: Donnerstag, den 9. Februar, nachm.21/* Uhr, auf dem Neuen Friedhof. Um allseitige Beteiligung bittet der Vorstand. _____________________________________________________________071' 0784 Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers, dem Eisenbahnfahrbeamtenverein und dem Eisenbahnerverein sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: I.d. N.: Margarethe Schneider Gießen, den 6. Februar 1933. 3bc Hirns werden Waagen all. Art eichfähig her- gestellt. 0795 Karl Schmidt Löderftraße 19 Heute entschlief plötzlich und unerwartet infolge eines Herzschlags mein lieber Mann, unser treuer Vater, Schwiegersohn und Schwager Herr Df. med. vet Paul Hermann Walter prakt Tierarzt im 59. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Anna Walter, geb. Zimmer. Lieh, Ulm (Donau), den 8. Februar 1933. Die Beerdigung findet Samstag, 11. Februar, nachm. 3 Uhr statt. Bekanntmachung. Betr.: Erhöhung der Reichsbezugsscheine zur Verbilligung von Lebensrnitteln und Brennstoff. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß die Frist zur Einreichung der Reichsbezugsscheinabschnitte 1—4 für den Monat Januar 1933 am 9. Februar 1933 abläuft. Alle örtlichen Verkaufsgeschäfte, die zur Einlösung der Reichsbezugsscheine berechtigt waren und diese noch nicht zur Einlösung gebracht haben, werden hiermit nochmals aufgefordert, die Bezugsfchein- abfchnitte unter Beifügung einer Rechnung in doppelter Ausfertigung umgehend bei dem Städtischen Wohlfahrtsamt, ©arten- ftraße 2, einzureichen. 906D Im übrigen nehmen wir Bezug auf unsere Bekanntmachung vom 2. Januar 1933. Verspätet eingereichte Abschnitte können nicht mehr beglichen werden. Gießen, den 7. Februar 1933. Bürgermeisterei Gießen. Wohlfahrtsamt. Nutzholzversteigerung Montag, den 20. Februar d. 3., nachmittags 1 llhr, kommt in der wirtschaft Waidmann, Jägerhaus bei Butzbach, aus dem Nieder-Weifeler Wald zur Versteigerung: Stämme. Eiche, fm: 1. Kl. 2,58; 2. Kl. 10,79; 3. Kl 15,17; 4. Kl. 7,49; 5. Kl. 17,09, 6. Kl. 19,63. Buche, fm 2. Kl .0,33; 3. Kl. 3,36; 4. Kl. 3,86; 5. Kl. 0,78. Erle, fm: 2. Kl. 5,70; 3. Kl. 5,60; 4. Kl. 0,99. Linde, fm: 3. Kl. 0,59; 4. Kl. Ml. Ahorn, fm: 3. Kl. 0,29. Kiefer, fm: 2a-Kl. 1,53; 2b-ÄL 9,53; 3a-Kl. 2,69; 3b-Kl. 3,78. Fichte, fm: 1a-Kl. 9,02; Ib-ÄI. 11,95; 2a-Kl. 12,03; 2b-Kl. 3,72; 3a°Kl. 3,55. Lärche, fm: 1a-Kl. 9,45; lb-Kl. 15,27; 2a-Kl. 1,49. Nutzscheit: Eiche rm: 30. 898D Sämtliches Holz ist vorher anzufehcn. Spätere Anstände können nicht berücksichtigt werden. Vorherige Auskunft und Verzeichnisse durch Förster Becker, Hausen, Post Butzbach. Nieder-Weisel, den 6. Februar 1933. Hessische Bürgermeisterei. Winter. Brenn- und Nutzholzversteigerung. Samstag, den 11. Februar 1933, kommt aus dem Gemeindewald nachstehendes Holz zur Versteigerung: 910D 335 rm Buchen-Scheit und -Knüppel 82 „ Eichen-Scheit und -Knüppel 160 „ Kiefern-Scheit und -Knüppel 20 „ Eschen-Knüppel 11 „ Fichten-Knüppel 245 „ Buchen-Reiser 92 „ Eichen-Reiser 25 Stück Fichten-Derbstangen Kl. 3 20 „ Fichten-Reisstangen Kl. 5 148 „ Eschen-Derbstangen Kl. 2 47 „ E chen-Stämme Kl. 1, 5,50 fm 4 „ Eschen-Stämme Kl. 2, 0,78 fm Zusammenkunft um 9 Uhr an dem Distrikt Wehrholz. Nuttershausen, den 6. Februar 1933. Bürgermeisterei: Schwarz. Bilanz vom Lahr 1932. Aktiva. RM. Kassenbestand 411,57 Waren n. Eink. 3983,75 Ausstände 756,70 Sparkassenguthaben 1998,05 Mobiliar n. 10 o.H. Abschreibung 90,— Summa 7240,07 Passiva. RM. Geschäftsguthaben d. G. 1969,85 Eintrittsgeld 1,— Noch zu deckende Verwaltungskosten 1106,81 Warenschuld —,— Reservefonds 2296,54 Rückvergütung 7 o.H. 1461,25 Reingewinn 404,62 Summa 7240,07 Zahl der Mitglieder Ende 1931 188 Zugang in 1932 5 Abgang in 1932 6 Stand Ende 1932 187 RM. Geschäftsguthaben Ende 1931 1994,85 Zugang in 1932 5,— Abgang in 1932 30,— Stand Ende 1932 1969,85 Haftsumme Ende 1931 9400,— Zugang in 1932 250,— Abgang in 1932 300,— Stand Ende 1932 9350,— Steinberg, den 8. Februar 1933. (911D Lonsumverein Steinberg e. G. m. b. h. B. Häuser XIV. Balth. Maid. Gg. Häuser XVI 916 A JIVi S’cdut ufhdtiukiüj und findet rasch eine gutbezahlte Stellung. wenn Sieihn jetzt bei uns fortbilden lassen.Trotz Krise erhielt, allein in einem Fall 90% unsrer Schüler schnell feste Stellung! Das macht unsere gediegene Ausbildung.—Ausf. Prospekt gern kostenlos, Vogtsche Prlvat-Handelsschulen Gießen und Herborn. Dir. Gießen, Vokohaus, Ruf 2464 Donnerstag, den 9. Februar 1933, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 919D 8 Sofas, 1 Radioanlage, 2 Waren- chränke, 4 Schreibmaschinen, 2 Regi- traturschränke, 2 Klaviere, 1 Friseur- oilette, 33 600 Bogen verschiedene. Sorten Papier, 1 Hobelbank, 4 Vertikos, 1 Nähmaschine, 2 Wäscheschränke, 4 Büfetts, 4 Sessel, 1 Trumeauspiegel, 2 Bestrahlungslampen, 6 Chaiselongues, 1 Kommode, 2 Grammophone, 2 Kleider- schränke, i Flascheneinweichbecken, 1 Vitrine, 1 Spiegel, 1 Waschtisch, 1 Kredenz, 1 Schreibtisch, 1 Bücherschrank, 1 Harmonium, Zinkeimer, Zinkwannen. Ferner an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im versteigerungslokal): verschiedene Baugeräte, wie Gerüststangen, Bohlen, Schubkarren usw., 1 Horch- Personenwagen, 1 Motorrad, 2 Schweine. Bestimmt aus freier Hand: 1 Elektrolux- Staubfauger. 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