Nr. 287 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dannerstag, 7. Dezember 1953 Zwei denkwürdige Feiern der LandesuniverfiLät. Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger und Ministerialrat Ringshausen bei der Einweihung des Kameradschaflshauses der Gießener Studentenschaft und der Eiöffnung des Lehramtes für politische Erziehung. „Ein Wendepunkt in der Geschichte unserer Universität." Mit diesen Worten des Führers der Gießener Studentenschaft stud. jur. '21 d a in ist der gestrige Tag in seiner Bedeutung für unsere Alma maler Ludoviciana treffend als geschichtlicher Markstein gekennzeichnet. Es waren zwei schlichte Feiern, die dein Tag diesen bedeutsamen Inhalt gaben: Die E i n w e i h u n g des Kameradschaftshauses der Gießener Stützens cha ft (Stu- dentenhaus am Leihgesterner Weg) und die Eröffnung des Lehramtes für p o 1 i 111 d) e Erziehung. Leiden Feiern gewährten Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger und Ministerialrat Ringshausen die Ehre ^hres Besuchs. Ferner waren u. a. noch zugegen: Se. Magnifizenz der Rektor der Landesuniversität Prof. D. Born- kämm, der Kanzler der Universität Professor Dr. Hum in e 1, Staatspressechef Dr M a h r (Darmstadt), Kreisleiter der NSDAP. Dr. Harth (Avendorf a. tz. Lda.), Standartenführer Lutter, Polizeidirektor Dr. I o st,-Provinzialdirektor Graef, die Bürgermeister Dr. S e i b und Dr. Hamm, Bei- oeordneter Bartholomäus, Statztratsfraktions- ' führer Hahn, der Leiter der Gießener Studentenhilfe „Studentenvater" Prof. Dr. Eger, viele Herren des Lehrkörpers und Vertreter der Studentenschaft usw. Zur Begrüßung des Herrn Reichsstatt. Halters Gauleiters Sprenger waren vier Stürme der SA. mit ihren Fahnen vor dem Studentenhaus im Leihgesterner Weg aufmarschiert. MU Professor Dr. D u t e n, der neu ernannte Leiter des Lehramtes für politische Erziehung an der Universität Gießen. Professor Dr. Duken trat im August 1914 als Kriegsfreiwilliger in das 2. Bayerische Infanterie- Regiment in München ein. In diesem Regiment war auch unser Führer Kriegsfreiwilliger. Er machte dann weiter den Feldzug im 9. Bayerischen Feld- arlillerie-Regiment mit. Ritter des Bayerischen Max- Ioseph-Ordens, EK. I und II, außerdem Oldenburg. E. K. I und Bayerische Militärverdienstorden, gründete am 25. Dezember 1918 die erste Offizierskompanie, kämpfte im Gardeschützenkorps bis zum Kapp- Putfch, war Führer der Orgesch und des Zeitfrei- willigen-Verbandes des Landes Thüringen, gründete 1922 den Stahlhelm in Thüringen, Mitglied des Stahlhelms bis zur Reichspräsidentenwahl, trat dann in die NSDAP, über, gründete im Sommer 1933 irt Groß-Thüringen die Landesschulen für die gesamte Erwachsenenbildung. Oie Einweihung des Kameradschaftshaufes. Pünktlich um 15.30 Uhr traf der Herr Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger mit Ministerialrat Ringshausen im Auto vor dem Studcn- tenhaus ein, wo er von Staatspressechef Dr. M a h r empfangen wurde und unmittelbar darauf die Meldung von Standartenführer Lutter entgegennahm. Dann schritt der Herr Reichsstatthalter mit den Herren seiner Begleitung die Front der SA. ab. Hierauf begrüßte ihn Se. Magnifizenz der Rektor Prof. D. Bornkamm vor dem Studentenhaus und geleitete ihn in den Saal des Hauses, wo er von den Herren des Lehrkörpers erwartet wurde. Nach kurzen Begrüßungsworten des Rektors an den Herrn Reichsstatthalter begab sich die Festoersamm- lung vor das Portal des Hauses, wo der Weihe- ■W . V..W. ■>BK j <<’■ 44 1 li f 1 ; Oben links: Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger kurz nach seiner Ankunft vor dem Kameradschaftshaus beim Abfchreiten der Front der SA. — Links neben dem Reichsstatthalter: Standartenführer Cutter; im Hintergründe, ganz rechts: Kreisleiter Dr. Harth; Zweiter von rechts (mit Tellermütze): Ministerialrat Ringshausen; daneben (ebenfalls mit Tellermütze): Staatsprefjechef Dr. Mahr. — Oben rechts: Die Einweihungsfeier vor dem Portal des Kameradschaftshouses: der Aelteste der Gießener Studentenschaft und Hochschulgruppenführer Edler von Graeve (ganz rechts) bei seiner Ansprache an den Herrn Reichsstatthalter. Nach links im Vordergrund: Reichsstatthalter Gauleiter S p r e n g e r ; daneben rechts: Se. Magnifizenz der Rektor Professor D. Bornkarnm ; daneben rechts: Staatspressechef Dr. M a h r. Ganz links: Ministerialrat R i n g s h a u s e n,- daneben rechts: Kreisleiter Dr. Harth; rechts Zweiter: Standartenführer Lutter. Unten links: Reidzsstatthalter Gauleiter Sprenger in Begleitung Sr. Magnifizenz des Rektors Professor D. Bornkarnrn beim Betreten der Neuen Aula zur Eröffnungsfeier des Lehramtes für politische Erziehung. Hinter dem Reichsstatthalter Ministerialrat Ringshausen. — Unten rechts: Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger bei seiner Rede in der Aula zur Eröffnung des Lehramts für politische Erziehung. — (Sämtliche Aufnahmen: Photo-Pfaff, Gießen.) a k t in schlichter Weise stattfand. Als erster Redner sprach hier Edler von Graeve, Aeltester der Studentenschaft und Hochschulgruppeu- führer des NSDStB., der in seiner Rede u. a. sagte, er begrüße mit Freude den Herrn Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger als Vertrauensmann des Führers, ebenso die Männer der SA., der Partei und des Arbeitsdienstes, die dem Herrn Reichs- statthalter in seinen Kämpfen für das neue Deutschland zur Seite gestanden hätten. Wenn wir heute unsre Pflicht so tun könnten, wie die Not des Volkes es gebiete, so sei das der nationalsozialistischen Freiheitsbewegung zu danken. Mit stolzer Freude sei man sich auch der Verpf.ichtung bewußt, die aber nur mit dem Einsatz des ganzen Menschen getragen werden könne. Vor dem Herrn Reichsstatk- halter stehe die junge Mannschaft der Universität. Es sei die große Aufgabe, diese zu SA.-Männern zu machen, wie der Führer sie brauche, Men zu zeigen, was sie in der deutschen Volksgemeinschaft seien, und was sie sein müßten, wenn Deutschland ewig leben solle: stolze und freie deutsche Männer im freien deutschen Volk, dem burd) den Führer die Ehre wiedergegeben, in der deutschen Volksgemeinschaft. Hier solle der jungen Mannschaft die innere Grundhaltung gegeben werden, sich freudig und opferbereit für die Gemeinschaft des deutschen Volkes einzusetzen. Während die Flagge des Kameradschaftshauses feierlich gehißt und von der Versammlung ehrerbietig gegrüßt wurde, schloß der Redner seine Ansprache mit den Worten: Pflichterfüllung heißt nicht sich selbst genügen, sondern der Allgemeinheit dienen, eingedenk der Mahnung: Alles für Deutschland! Stamerob Seipp, Vertrauensmann der Deutschen Studentenschaft und Führer der Gießener Kameradschaftshäuser, wies als zweiter Redner darauf hin, daß jetzt zum erstenmal in Gießen neben der Hakenkreuzflagge die schwarze Fahne mit Schaufel und Schwert wehe und zum Ausdruck bringen solle, daß in der deutschen akademischen Jugend der gleiche Wille lebe wie in allen Schichten des deutschen Volkes, der nationalsozialistische Wille zur Arbeit, zum Kampfe: Alles für Deutschland! Das deutsche Volk sehe voll Dankbarkeit auf seine Führer. Die Größe und Freiheit des Vaterlandes werde erreicht, wenn sich unser Volk zu einer Gemeinschaft zusammenfinde, in der jeder Einzelne sich als Glied dem Ganzen unterordne und durch sein Tun und Lassen feiner Verantwortung dem Ganzen gegenüber Rechnung trage. Die Volksgemeinschaft könne nur der richtig erfüllen, der die Erfordernisse und den Wert der Gemeinschaft kennen und verstehen gelernt habe. Unsere Jugend bedürfe immer wieder eines Erlebnisses der Charakter und Leistung erfordernden Gemeinschaft. Deshalb Werkjahr und Arbeitsdienst, SA. und Kameradschaftshaus als Anspruch, dem sich kein Student entziehen dürfe. Das Kameradschaftshaus solle dem jungen Studenten eine politische Grundschulung vermitteln und innerhalb der akademischen Jugend eine richtige Führerauslese ermöglichen. Nur ein einsatzbereites und hartes Geschlecht werde den Lebenskampf unseres Volkes siegreich bestehen können. Es habe einmal eine Zeit gegeben, in der man von besonderen Vorrechten des Akademikers sprach. Im Namen seiner Kameraden versichere er dem Herrn Reichsstatthalter: .,W»r wollen davon nichts mehr wissen! Wir wollen nur eins: Schulter an Schulter mit allen Volksgenossen arbeiten und kämpfen für Deutschland!" — Hierauf spricht Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger: Es kann eigentlich keine herrlichere Genugtuung geben für uns, die wir diesen Kampf geführt haben, als die, daß wir die deutsche Jugend in die Reihen des Führers Adolf Hitler hineingebracht haben und damit die deutsche Jugend dem Nationalsozialismus zu gewinnen. Der heutige Tag, oit dem wir das Kameradschaftshaus seiner Bestim- mung übergeben, ist ein sichtbarer Ausdruck für den Erfolg unseres Kampfes und zugleich eine Bürgschaft, wie das Kampfgut gesichert wird und die Entwicklung im deutschen Volksleben weiter vor sich VM ■ N -- "7 ** : >-•: Der Tagesraum des Kameradschaftshauses. Blick in den Schlafsaal des Kameradschaftshaufes. Shen soll. Nicht Immer war He Studentenschaft der ern unserer Rompftruppen. ®n allen Universitäten Ist gerungen worden, nicht zuletzt auch an der Frankfurter Universität; don hatten wir die erste kampfbereite nationalsozialistische Studentenschaft. Keule, do der Rationalsozlalismus total Ist. mutz nun die gesamte Studentenschaft ihren Rat.onalsoziaUsmns nicht nur idcenmöhig. sondern auch durch die Tat bekunden. Dann wird Ihnen, die Sie als junge Kräfte -um Nationalsozialismus gekommen sind, der Sieg für Ihren Kampf gegeben werden. Es ist selbstverständlich. daß Sie den Weg in die S A. und S S. gefunden haben, denn hier wird der Geist gepsleat. der allein berufen ist, Deutschlands Zukunst für alle Zeitey stcherzustellen. Sie sind berufen, über die alten Pflichten hinaus, die uns auferlegt waren, durchzustotzen zu dem Recht oller Deutschen in Notzeiten für das Vaterland einzustehen. Wenn wir das tun, dann dienen wir dem Frieden. Es wäre vermessen zu glauben, daß heute schon jeder Mensch ein hundertprozentiger Nationalsozialist wäre. Der Unterschied ist begründet in der Entwicklung. Wer nicht jahrelang für den Nationalsozialismus gekämpft hat, vermag noch nicht ganz nationalsozialistisch au fühlen, zu denken und $u handeln. Deshalb ist ganz naturgemäß noch ein R Abstand vorhanden, der ausgeglichen wer- tz, der ober nur durch die Tat ausgeglichen wird, insbesondere durch die Tat der deutschen Jugend. E» wurde mit Recht gesagt, doh die jungen Akademiker keine Vorrechte mehr haben wollen. Vas ist einer der Grundgedanken, um die wahre Volksgemeinschaft herzuflelleu. Alle sind gleichmäßig berufen als deutsche Menschen. Bon dieser Berufung ausgehend, wird sich beim Ueberstehen des Kampfes zeigen, wer als ein Berufener zum Führer ausgewählt werden kann. I Darum ist es auch zu begrüßen, daß die Fahne • des Arbeitsdienstes symbolisch neben der Kampf- I flagge des Hakenkreuzes an diesem Hause weht. | Jeder soll durch seine Leistungen km einzelnen zeigen, wer sich als Führer und Vorbild selbst herausbildet um dann als Führer anerkannt zu werden. Kameradschafts- und Dolksgemein- fchoftsgeist muß jeden einzelnen beseelen. Aus diesem Geiste heraus wird sich auch der Ausgleich erzielen lassen. Wer bei der gemeinsamen Arbeit Des- (eres leistet, soll nicht überheblich sein, sondern damit den anderen ein Dorbild geben. Treue Samcradschoft darf nicht nur nach außen gezeigt, sondern muß auch innerlich getragen und gepflegt werden. In diesem Sinne übergebe ich das Haus dem Herrn Rektor. Dieser Geist unter den Studenten möge immer erhalten und oorangetragen werden. Se. Magnifizenz Oer Rektor Prof. D. Bornkamm sagte dann u. a.: Ich übernehme für die Landes- Universität und für die Studentenhilfe dieses Ka- meradschastshaus, das wir miteinander in gemeinsamer Arbeit geschaffen haben. Ich übernehme es in der Hoffnung, daß es die Keimzelle fein möge, um eine neue Universität zusammenzuschweißen in der Kameradschaft der SA. und SS., im Geiste der Kameradschaft von Lehrern und Schülern, im Geiste des Nationalsozialismus, der uns alle durchdringt und uns immer tiefer durchdringen muß. In der harten und strengen Zucht des Kameradschaftshauses sollen die charakterlichen Beweise dafür erbracht werden, daß ihr zu jener auserlesenen Schar von Führern gehört. Bewährt ihr euch hier, dann haben wir die junoe Mannschaft, mit der die deutsche Universität noch neuen Zielen der Zukunft ausbrechcn muß. Heil Hitler! Oer Abschluß Der Aelteste der Studentenschaft, Edler von G r a e o e , schloß dann die Feier mit dreimaligen begeistert aufgenommenen Sieg-Heil-Rufen auf unseren Führer und Volkskanzler Adolf Hitler und auf Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger. MeCkWiing desLehmmls smpMschcLrziehimg In der Neuen Aula der Universität fand nach der Feier vor dem Kameradschaitshous die Er- Öffnung des Lehramts für politische Erziehung statt. Das neue Institut mit einem Führer und einem Zwieführer, außerdem mit Ein- teilung in kleinere Arbeitsgemeinschaften, zerfällt in sechs Abteilungen: 1. Rassewesen, 2. Staat, 3. Staat und Recht, 4. Kultur und Volk, 5. Staat und Wirtschaft, 6. Naturwissenschaftliche Fächer. Der Herr Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger wurde zu dieser Feier von Se. Magnifizenz dem Rektor Professor I). Bornkamm, Ministerialrat Ningshausen, von dem Kanzler der Universi- tät Professor Dr. Hummel in die Aula geleitet. Beiden Herren brachte die Festversammlung durch Erheben von den Sitzen und den deutschen Gruß ihre Ehrerbietung dar. Oer Leiter des neu n Lehramts profeffor Or. Outen sprach über Zweck und Ziel des Lehramts. Er machte dabei die Mitteilung, daß das Amt einer Anregung von Professor Dr. Kuhn entstamme, der selbst aber leider durch schwere Erkrankung verhindert worden sei, dieses Amt zu betreuen. Der Redner wies in sein-m tiefschürfenden Vortrag u. a. auf die erhebende Gemeinschastsgefinnung hin, die in den Auaufttagen 1914 zutage trat, würdigte das gewaltige seelische Erlebnis und die innige Volksverbundenheit Des deutschen Frontsoldaten, der seinem Vaterland sich voll und ganz hingab, wie Mutter und Kind einander gehören, und lenkte dann seine Hörer auf die große geschichtliche Mission des Führers und Dolkskanzlers Adolf Hitler hin. Er erinnerte u. a. an das unvergeßliche Erlebnis des Tages der deutschen Arbeit vom 1. Mai, machte die Pflicht oller deutschen Volksgenossen zur hin- gebenden Mitarbeit an dem Werke des Führers klar und betonte, wer jetzt noch abseits stehen wolle, werde auf feiner eigenen Barrikade verkommen. Für die Fortführung des Werkes der nationalen Revolution würden die Hitlerjugend, die SA. und SS. sorgen, an seinem Teile und in seiner Weise wolle aber auch Das Lehramt für politische Erziehung an dieser Aufgabe des neuen Reiches des totalen Nationalsozialismus mitwirken. Lehrer und Studenten wollten Soldaten sein, die den Boden aufreißen, damit der Fuß überall festen Grund finde. Lehrer und Studenten marschierten dabei in gleichem Schritt. Der Nationalsozialismus sei ihnen nicht nur eine Weltanschauung, sondern ein Gebot des deutschen Lebens überbauet, das den Lehrer und den Studenten in gleicher Weise angehe. Beide brächten die Kraft der deutsch-n Iuoend mit, gestärkt von der Treue für den Führer Adolf Hitler. Reichsstatthaller Gauleiter Sprenger: betrat hierauf, von lebhaftem Beifall der Fest- Versammlung begrüßt, das Rednerpult. Er sagte in seiner Rede u. a.: Sie haben sich hier eine hohe Ausgabe gestellt, indem Sie das Lehramt für politische Erziehung an der Universität Gießen gründen wollen. 3 Münchholzhausen, 6. Dez. Der kolle- gialische Gemeindevorstand setzte den Haushaltsplan für 1 9 3 3 in Einnahme und Ausgabe auf 49 940 Mark fest. An Gemeindesteuern werden erhoben; Grundoermögenssteuer I unb II 350 Prozent, Gewerbekapital- und Gewerbeertragssteuer 400 Prozent, Bürgersteuer 100 Prozent, Gemeindebiersteuer mit dem einfachen Landessah. — In der hiesigen Gemeinde ist das Kirchen- und Schulamt (Organistenamt unb erste Lehrerstelle) noch organisch verbunden. Die Regierung wirkt auf eine Trennung der beiden Aemter hin. Die Gemeindevertretung unb bas Presbyterium lehnten in einer dieser Tage stattgehabten Sitzung die Aemtertren- nung nach wie vor ab. □ Groß-Rechtenbach, 6. Dez. Bei einer hier abgehaltenen Treibjagd wurden 28 Hasen, zwei Rehe, zwei Fasanen und ein Fuchs geschossen. oo Hochelheim, 6. Dez. Bei einem in der hiesigen Gemarkung abgehaltenen Kesseltrei- b e n wurden 56 Hasen unb ein Fasan geschossen. <£ Niederkleen, 6. Dez. Einen schweren Unfall erlitt der 22 Jahre alte Arbeiter Karl Meier von hier, als er frühmorgens mit dem Fahrrad zu seiner Arbeitsstelle in Butzbach fahren wollte. In der abschüssigen Kurve, dem „Schneiderberg", in welcher sich schon mehrere Unfälle ereignet haben, wurde er durch einen Lastkraftwagen aus Frankfurt a. M., der ins Rutschen gekommen war, gegen eine Hauswand gedrückt und erheblich verletzt. Der telefonisch herbeigerufene Arzt Dr. Schäfer in Lang-Göns stellte einen Bruch des linken Armes und des rechten Schlüsselbeines fest. Der bedauernswerte junge Mann mußte sofort in die Chirurgische Klinik in Gießen überführt werden. Sein Fahrrad wurde stark beschädigt. O Cleeberg, 6. Dez. Bei einer hier abgehaltenen Saujagb wurden fünf Schwarzkittel zur Strecke gebracht. Berliner Zrühbörse. Berlin, 7. Dez. (WTB. Funkspruch.) Nach dem ruhigen Verlauf der gestrigen Börsen kam auch im heutigen Frühverkehr kaum irgendwelches Geschäft zustande. Ohne daß hierfür klar ersichtliche Grunde oorliegen, verhielten sich das Publikum und auch bie Spekulation anscheinenb weiter reserviert. Bei sehr stillem Geschäft wird man daher an der bevor- stehenden Börse mit kaum nennenswerten kursmäßigen Veränderungen, bie mehr vorn Zufall be. einflußt fein dürften, rechnen müßen. Hinsichtlich Der Neubesitzanleihe ist ein weiteres Nachgeben des Kurses möglich. Für Aktien waren Kurstaxen nicht zu erhalten. Am internationalen Devisenmarkt nannte man in der Verrechnung über Zurich das Pfund gegen Kobel mit 5,1350, Schweiz 16,84, Amsterdam 8,1025k Poris 83,29, Mailand 61,80 Buntes Allerlei. Oievon Mausen bedrohteZaren'Mumie Seit mehr als 500 Jahren wird der einbalsamierte Leichnam des Zaren Lazar von den Serben als eins ber kostbarsten nationalen Heiligtümer verehrt und bewahrt, Ctyar war einer ber letzten Beherrscher des serbischen Groß-Reicher, bas im Mittelalter blühte und gegen Ende des 14. Jahrhunderts dem Ansturm ber Türken erlag. Es hat daher in Jugoslawien bas größte Hu rieben erregt, als bekannt tnurbe, daß diese Reliquie ber Vernichtung anheim- ZU fallen droht. Es stellte sich heraus, daß der Schlüssel zu dem Sarkophag des Zaren, der in der Kirche des Klosters von Ravanica, etwa 60 Kilometer von Belgrad entfernt ruht, feit längerer Zeit verloren ist und daß unterdessen Inletten und sogar Mäuse ihren Weg in den Sarg gefunden und bie Umhüllung der Mumie sowie diese selbst angegriffen haben. Eine Untersuchung ergab, daß bie rechte Hand des Zaren bereits zerstört ist und daß die ganze Reliquie dem Untergänge geweiht wäre, wenn nicht sosort Maßnahmen zu ihrer Erhaltung durch Sachverständige ergriffen werden. Zar Lazar, ber am 28. Juni 1389 bei ber Niederlage ber Serben auf bem Amsel-Feld getötet würbe, würbe auf Befehl bes Sultan Amurath, ber die siegreichen türkischen Heere befehligte, enthauotct. Die Bedeu^ tung der Mumie wirb in den Vorstellungen der Serben dadurch erhöht, daß man sie in Zusammen- Hang bringt mit der Ermordung bes Erzherzogs Fron; Ferdinand zu Sarajewo, die an demselben Datum im Jahre 1914 erfolgte. Dies war der Auftakt des Weltkrieges, der zur Befreiung der Serben führte. Der Archimandrit Sebastian Dabowitfch, der bem Kloster von Reoanica oorsteht, hat erklärt, bah alles zur Erhaltung ber Mumie geschehen werde; die Leiche des Zaren soll in einen Glassarg ein* geschlossen werden, um weitere Schädigungen zu vermeiden unb sie zugleich den Besuchern fichtbai zu machen. Je lauter die Stimme, defto größer die Unschuld. Bei uns wird jetzt streng auf bie Würde des Ge« richts gehalten, aber dennoch läßt sich nicht vermeiden, daß es manchmal bei Gerichtsverhandlungen etwas geräuschvoll hergeht. Bei den Eskimos ist jedoch der Lärm die Hauptsache. Wie ein Polarreisender von einigen Eskimostammen berichtet, die noch in ganz primitiven Verhältnissen leben, werden dort die rechtlichen Streitigkeiten mit Gesang ausgefochten. Wenn zwei Leute miteinander einen Prozeß führen, bann versammeln sich Familie unb Freunbe ber beiben Streitenben in der größten Hütte bes Dorfes, der Aelteste nimmt in ber Mitte zwischen den Parteien Platz, um Anklage und Verteidigung anzuhören. Alle Aeußerungen vor Gericht erfolgen in einer singenden Tonart. Zunächst trägt der Kläger in einer möglicksst langen Rede feine Sache vor, unb gibt sich babei Müh«, feine Stimme zu möglichst klangvollen Modulationen zu erheben. An wichtigen Stellen fallen seine Verwandten unb Freunde im Chor ein, um feine Gründe stärker zu betonen, und stimmen ein ohrenbetäubende» Fortissimo an. Dann kommt ber Angeklagte zu Wort ober vielmehr zum Gesang. Eine Stunde hindurch ober noch länger bringt er seine Entgegnung vor, unb die stärksten Beleidigungen, die er bem Gegner zuschleudert, werben von ben Seinen im vielstimmigen Kehrreim mit wilder Gewalt wiederholt. Der Aelteste richtet sich in seinem Urteil nach bem Stimrnenaufwand. ben bie Parteien vollbracht haben, und je lauter bie Stimme ist, mit der sich ber Angeklagte mit Hilfe der Seinen verteidigt, desto klarer ist seine Unschuld; jedenfalls bekommt derjenige Recht, ber am besten gesungen, d. h. mit seiner Sippe den größten Lärm oollsührt hat. JVCiA» • KglM- gegen spröde Häuf Lichtspielhaus •Gießen Heute Donnerstag bis Sonntag ein außergewöhnlichen Programm! Die neueste Tonfilm - Operette mit dem entzückenden Schlager-Lied: I„IIab* keine Angst vor Liebe. Sonst kommt Sie nicht zu Dir. Denn manchmal hat die Liebe Ja selber Angst vor Dir — Keine Angst vor Liebe In den Hauptrollen Liane Haid - a. Wohlbrück Hilde Hildebrand - R. A. Roberts Das Ballett bringt: 1. Die klein. Mar/.ipansoldatea. - k-inst und jetzt. — 3. Flaggenparade. - 4. Tenor Boron mit Balaleika-Orchester. 7378C Ferner: Die Ufa-Ton-WocheI Bühne | das berühmte Alberti-Ballett Volkstümliche Naturwissenschaft In rrlchbcbilderten, lekhtverMIndllch gvichriebenm Werten und in wru-hir. denen l*r ei »lagen bieten untere Vertagter zeegnmc Sie t ermitteln einen Einblick In die Geheimnisse de» Nalurgeechehcne und damit durch erweitertes Wiesen erhöhte Freude nn den vielfältigen schAnhdtrn der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probe ’Hte d- /<*> b- „Der Naturforscher- Hugo BermOhler Verleg - R e Hin - Lichterfelde IAstoria-Lichtspiele 7377 L | Heute bi* Nonnta«, 10. Dezember: Der große sensationelle Spionage-Film: I Das Haus an der Grenze I (Nacht der Schrecken) ■ Ein Tonfilm von Spionage und Liebe bei den Kämpfen an der öaterr.-russ. Grenze I Daitii Beiprogramm und I'fa-Ton -Woche! | Melitta- Kaffeefilter •pari Kaffee. — Er lat ein schöne« Weih- nachtegeechenk. 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