Nr. 261 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Dienstag, 7. November 1933 MttAdolsHitier sieht und MtOeutschLand und damit Europa! Von Wilhelm Müller-Scheid. Die Bedeutung der Volksabstimmung und Reichstagsneuwahl am 12. November ist noch nicht von allen Wählern richtig erkqnnt worden. Die einen verstehen nicht, warum überhaupt eine Abstimmung !tattfindet und die anderen, die den Sinn der Ab- timmung verstehen, verstehen z. T. nicht, warum «er Reichstag neugewählt werden soll. Die einen sagen: „Zu den Maßnahmen der Regierung, vor allen Dingen zu der Stellungnahme zu Genf und zu dem Rücktritt von der Abrüstungskonferenz können wir unbedenklich „Ja" sagen, aber die NSDAP, als einzige Partei für den Reichstag wählen, das können wir nicht!" Die anderen sagen: „Adolf Hitler als Mensch ist uns recht, und wir sehen auch ein, daß er in jeder Beziehung eine ganz besondere Erscheinung ist, aber die NSDAP, kommt für uns nicht in Betracht." Und dann fangen sie an, in den Krümeln zu suchen und die Schwächen des einen und des anderen Parteigenossen, die Fehlgriffe einiger Amtswalter herauszustellen und sie verwechseln dann allgemein-menschliche Schwächen, die schon immer auf der Welt vorhanden waren und vorhanden sein werden, solange die Erde besteht, mit dem Sinn, dem Ziel und dem Schwung der nationalsozialistischen deutschen Freiheitsbewegung. Man kann nicht zu Hiller „3 a“ sagenundzurNSDAP. „Nei n“, denn Adolf Hitler und die NSDAP. s i n d e i n s. A d o l f h i k l e r ist der fiopf der NSDAP. Die NSDAP, ist der Leib, zu dem dieser Kopf gehört. Es wäre ein Unsinn, zu dem Kopf „3a" und zu dem Leib „Nein" sagen zu wollen. Die NSDAP, ist das Fundament, auf dem Hitler einzig und allein den Halt hat, den er braucht, um das ganze deutsche Volk aus dem Sumpf wirtschaftlicher und kultureller Zersetzung, in dem es immer noch bis über die Brust steckt, herauszuziehen. Die NSDAP, nicht wählen heißt: dem Führer das Fundament entziehen, von dem aus er allein wirksam in das Schicksal Deutschlands eingreifen kann. Nehmen wir einmal an, daß eine überwältigende Mehrheit mit „Ja" stimmt, daß aber die NSDAP, nicht dieselbe Mehrheit bekommt. Dadurch würde sofort die Wirkung dieses mehrstimmigen Ja's der Welt gegenüber wieder aufgehoben. Nur wenn die Welt sieht, daß der Führer und seine große Organisation und das ganze deutsche Volk eine gewaltige, unerschütterliche Einheit bilden, nur dann wird es gelingen, soviel Achtung für das deutsche Volk in der Welt zurückzuerobern, daß der Führer und seine Vertreter sich erneut und diesmal mit Erfolg an den Verhandlungstisch mit den anderen Mächten setzen können. Adolf Hiller ist das Schicksal des deutschen Volkes. Das deutsche Volk ist so an ihn gebunden und von ihm abhängig, daß Sieg oder Niederlage Adolf Hitlers gleichbedeutend sind mit Sieg oder Niederlage des ganzen deutschen Volkes. Deshalb wird die Stellungnahme des ganzen deutschen Volkes zu Adolf Hitler und zur NSDAP, entscheidend sein für unsere deutsche Zukunft. Es wär kindisch, menschliche Einzelschwächen, die dem einen oder anderen Nationalsozialisten anhaften und die hier und da nach der Machtübernahme unerfreulich in Erscheinung getreten sind, zu verallgemeinern und als typisch für die ganze Bewegung hinzustellen. Die nationalsozialistische Bewegung wird alle, die sich nicht bewähren, im Laufe der Zeit rücksichtslos ausstoßen. Es nutzt nichts, diesmal abseits stehen und abwarten zu wollen. Die NSDAP, zwingt niemanden, mit „Ja" zu stimmen oder hinter dem Wahlvorschlag der Hitlerbewegung ein Kreuz zu machen. Nur ein Zwang muh ausgeübt werden: Jeder Wahlberechtigte muß zur Wahlurne. Niemand darf sich der Verantwortung entziehen. Es soll jeder entscheiden, wie er es für richtig hält, aber jeder soll wissen, daß er mitverantwortlich gemacht wird für das Ergebnis am 12. November. Wenn das deutsche Volk die Zeichen der Zeit begreift und sich am 12. November geschlossen hinter den Führer und hinter die NSDAP, stellt, dann kann der Führer im Inland und auch im Ausland gegenüber mit Erfolg zum Segen des deutschen Volkes Weiterarbeiten. Dann werden auch die anderen Völker aufhorchen und man wird bald dem Rüstungswahnsinn ein Ende bereiten. Dann wird die Sonne über Deutschland wieder aufgehen. Wenn das deutsche Volk aber wieder aus kleinlichen Erwägungen heraus nur eine Halbheit voll- Punkt 4 der Wilfonschen 14 Punkte lautet: „Austausch angemessener Bürgschaften dafür, daß die Rüstungen der Völker auf das niedrigste, mit der inneren Sicherheit zu ver- einbarende Blaß herabgesetzt werden." * 3n einer Note, die von den Sieger st aa- f en bei Vorbesprechung des Versailler Vertrages überreicht wurde (vom 16. 3uni 1919): „Die alliierten und assoziierten Mächte legen Wert darauf, klarzustellen, daß ihre Bedingungen hinsichtlich der Rüstungen Deutschlands nicht nur zum Zweck hatten, Deutschland die Wiederaufnahme seiner kriegerischen Angriffspolitik unmöglich zu machen. Diese Bedingungen stellen vielmehr den er st en Schritt zu der allgemeinen Herabsetzung und Begrenzung der Rü st ungen dar, die die bezeichneten Mächte als eine der besten Mittel zur Kriegsverhütung zu verwirklichen suchen, und die herbeizusühren zu den ersten Aufgaben des Völkerbundes gehören wird." * Aus der Einleitung des Textes des Versailler Vertrages „Um den Anfang einer all- gemeinenBeschränkungderRü st ungen aller N a t i o nen zu ermöglichen, verpflichtet sich Deutschland zur genauen Befolgung nachstehender Bestimmungen über die Land-, See- und Luftstreilkräfte." * 3m Artikel der völkerbundssahung heißt es: „Die Bundesmitglieder bekennen sich zu dem Grundsatz, daß die Aufrechterhaltung des Friedens eine Herabsetzung der Rü st ungen auf das Mindestmaß erfordert, daß mit der nationalen Sicherheit und der Erzwingung internationaler Verpflichtungen durch gemeinschaftliches vorgehen vereinbar ist. Der Rat entwirft unter Berücksichtigung der geographischen Lage und der besonderen Verhältnisse eines jeden Staates die Abrüstungspläne und unterbreitet diese den verschiedenen Regierungen zur Prüfung und Entscheidung. bringt und eine in sich zersplitterte Abstimmung durchführen würde, bann ist jede Möglichkeit, mit Erfolg an den Verhandlungstisch mit unseren ehemaligen Gegnern zu treten, vorbei. Dann wird Deutschland weiter als Nation zweiter Klasse unter dem furchtbaren Druck des Stärkeren stehen. Dann wird auch der Führer fein großes Aufbauprogramm in Deutschland nicht mit dem Schwung und mit der Stoßkraft Vorwärtstreiben können, wie er es von ganzem Herzen wünscht. Cs geht nicht um die NSDAP., es geht auch nicht um die Privatperson des Führers, es geht am 12. November im tiefsten Sinne der Bedeutung des Wortes um das zukünftige Schicksal des deutschen Volkes. Das Schicksal bietet den Deutschen eine im Augenblick fast noch nicht übersehbare Möglichkeit. Ls muh sich am 12. November erweisen, ob dieser große Moment ein kleines oder ein starkes Geschlecht findet. „3a“ und NSDAP, bedeuten Sieg, Aufstieg, Gleichberechtigung, Ehre und dazu einen starken Frieden. „Nein" oder Ablehnung der NSDAP, bedeuten gnadenlosen Fortgang des Zerfalls und unwiederbringliches versinken des deutschen An- sehens in der ganzen Welt. Dann würden die Verleumder, die im Auslande gegen uns Hetzen, siegend triumphieren. von zehn zu zehn 3ahren sind diese Pläne einer Nackyrrüfung und gegebenenfalls einet Berichtigung zu unterziehen. Die auf diese Weise festgesetzte Grenze der Stiftungen darf nach ihrer Annahme durch die verschiedenen Regierungen nicht ohne Zustimmung des Rates überschritten werden. * 3n der ersten Bundesversammlung des Völkerbundes wurde am 14. September 1920 nachfolgende Entschließung gefaßt: „3n der Uebetjeugung, daß die Aufrechterhaltung des Friedens die Herabsetzung der Rü st ungen in Uebeteinffimmung mit den Grundsätzen erfordert, die in Artikel 8 der Satzung sowie in der Einleitung des Teiles der Friedensverträge von Versailles, St. Germain und Neuilly niedergelegl sind, die Entwaffnung bestimmter llnterzeichnerstaaten vorsieht, um die Einleitung einer allgemeinen Rü- stungsbeschränkung aller Nationen zu ermöglichen usw." ♦ Der Mitschöpfer des Versailler Vertrages Lloyd George schreibt am 18. September 1932: „Zwei von den vier Männern, die dieses feierliche Unternehmen (die allgemeine Abrüstung) entworfen haben, find nicht mehr unter den Lebenden, Herr Llemen- ceau und Präsident Wilson. Herr Orlando und ich sind übrig geblieben. Als einer der beiden Ueber- lebenben nehme ich keinen Anstoß, m i r d i e d e u t - sche Auffassung zu eigen ; u machen, die dahin geht, daß die Siegermächte schamlos die Treue in der Rüstungssrage gebrochen haben." • Der Haager Schiedsgerichtshof hat stets den selbstverständlichen Standpunkt eingenommen: „Alle Verträge müssen so ausgelegt werden, daß jede Ungerechtigkeit ausgeschlossen wird und die Ergebnisse der Auslegung mit Ir eue und Glauben vereinbar sind." ZeiigensiirdieAbrWngMrpflMngderMem Gießener Konzrriverein. Erstes Konzert: Gustav Havemann und Hans Martin Theopotd. Ausschließlich Namen deutscher Musiker gaben dem Beginn des Konzertwinters das Gepräge und ließen so das erste Konzert zu einer Kündung deutschen Geistes werden. Was alle deutschen Meister auszeichnet, ist ihre innere Einstellung zu ihrer schöpferischen Gabe. Schaffen ist ihnen Gewissenssache, niemals wird ein Werk als Mittel zum Zweck außermusikalischen persönlichen Zielen dienstbar gemacht, sondern der Musik selbst als ihrem ureigensten Wesensinhalt. Diesem hohen Schaffensethos verbindet sich ein ernstes Bemühen um die Beherrschung des fachlichen Könnens, um zu letzten Zielen zu gelangen. Es hat sich darum keiner der Großen in der User- losigkeit des Genialischen verloren; sondern eingedenk der ihm durch die Begabung gestellten Ver- pslichtung hat sich ein jeder die unumgänglich notwendigen handwerklichen Grundlagen in ernstem Studium erringen müssen, um sich auf dieser sicheren Fundierung zu letzter Größe erheben zu können. Ausnahmslos ist das Schaffen dieser Meister im deutschen Volkstum verwurzelt, sie vermögen die deutsche Volksseele im tiefsten Grunde zum Erklingen zu bringen in der Vielgestaltigkeit der aus dem Vollen schöpfenden künstlerischen Persönlichkeit. Es war durchaus kein Zufall, daß die deutsche ©eigentunft des Barockzeitalters vornehmlich in der Polyphonie wurzelte. Nicht an der glänzenden Oberfläche der schönen Melodie ließ sich der deutsche Geiger genügen, er strebte bohrend in die Tiefe des inneren Aufbaus So trägt Joh. Seb. Bachs 0 - M o 11 - P a r t i. a für Violine, Solo, selbst da, wo die Musik einstimmig erscheint, durchaus den Charakter polyphoner Kunst; denn die einstimmige melodische Linie will so Organisch zerlegt werden, daß sie an verschiedene Stimmen verteilt erscheint, in ihrem Innern von vielgestaltigstem Leben erfüllt. In ernstem Ringen ermöglicht eine satztechnische Meisterschaft selbst bei dem durch die Spielmöglich- keiten der Violine begrenzten engen Rahmen ein Erfüllen mit der Tiefe der Durchdringung; in straffster geistiger Disziplinierung erstand so in Einmalig» leit der gewaltige Schlußstein der Partita, die Eia- cona. Prof. Gustav Havemann ist als Hüter derck- scher geigerischer Tradition bekannt. In seiner sachlichen Erfülltheit und in letzter Hingabe an das Werk erblickt er sein höchstes Ziel und strebt damit Werten zu, in denen wir die Eigenart deutschen Musizierens erkennen. Eine Tatsache, die ihn als Führer der ausübenden deutschen Musiker ganz besonders prädestiniert erscheinen läßt. Es muß von allen Hörern dankbar anerkannt werden, daß er gerade dieses Gipfelwerk barocker Violinkunst gewählt hatte; denn was er gab, war nicht nur eine klangliche Uebermittlung des Notenbildes, sondern die schöpferischen Impulse, die im Werk gebunden sind, wurden in lebensvoller Unmittelbarkeit wach, und die einstimmige Polyphonie erstand in fast seherischer Schau in organischer Artikulierung; eine schlechthin vollendete Bogentechnik ließ die einzelnen Stimmen in plastischer Markierung dem Hörer bewußt werden. Die Durchführung der Ciacona mußte jedem letzte Bewunderung abringen durch die unerschöpfliche Fähigkeit in der typischen Durchgestaltung der einzelnen Abwandelungen des Themas. Die Variation nimmt im Schaffen von Johann Brahms eine wichtige Stellung ein. Junge Musiker, die sich bei ihm für ihre Fortbildung Rat holen wollten, verwies er immer wieder auf diese Form; ja, die vielfache Ausdeutungsmöglichkeit entsprach besonders seinem auf organische Durchdringung hin- zielenden Wesen. Wie die Händel - Variationen in sachlicher Klarheit und in letzter Verbundenheit mit der thematischen Vorlage sich aufbauen, das ließ die Wiedergabe durch Hans Martin T h e o - pold (Berlin) in Erscheinung treten. Theopold rechtfertigte vollkommen den ihm vorausgehenden Ruf. Ein verhältnismäßig junger Musiker, verfugt er über ein alle technischen Anforderungen meisterndes Können. Mehr aber noch waren diese Vanatio- nen ein Prüfstein für feine Musikerschafü Wie er jede einzelne Variation als individuelles Wesen erfaßte, ohne dabei die Beziehung zum Thema vermissen zu lassen, wie er die einzelnen Variationen wieder zu geistigen Gesamtgruppen in höherer Einheit zusammenfaßte, wie er die ganze Folge in; der mächtigen Schlußfuge gipfeln ließ, das verdient höchste Anerkennung. Im zartesten Stimmgewebe entfaltete sich das Thematische in Durchsichtigkeit, ebenso wie er selbst im dröhnenden Forte voll klanglicher Wucht niemals das Organische entschwinden ließ. Nach diesen beiden Einzelgaben wurden die Künstler ganz besonders gefeiert. Die große C-Moll-Sonate von Beet- Hoven (op. 30, Nr. 2) zeigte die beiden im Nachschaffen dieses verhältnismäßig viel gespielten Werkes. Es war ein Musizieren in vornehmer geistiger Haltung, ein Musikerleben nach innen, sorgsam abgewogen, jeder Einzelentwicklung im Aufbau nachspürend, ein Eins-Werden und Sich-Finden beider im Werk. Machtvoll die Ecksätze; van seelischer Tiefe getragen das Adagio cantabile mit seinen Momenten stärksten Aufwallens. Die Sonate, namentlich aber auch das zum Schluß gespielte Rondo in H - Moll von Franz Schubert, ließen Vergleiche zur einstigen Wiedergabe durch Busch-Serkin zu. Während in der damaligen Aufführung das synkopierte Thema in schärfster Pointierung den rhythmischen Impuls des Rondos in den Vordergrund rückte und somit dem Motorischen beseonderes Uebergewicht einräumte, ließen die beiden Konzertgeber diesmal den lyrischen Stellen mit schönster Kantabilität besondere Liebe angedeihen, damit dem wahren Lebensnerv Schuberts gerecht werdend. Dabei aber gewährten sie andererseits auch den rhythmischen Akzenten vollstes Ausmaß, getragen von stärkstem innerem Impuls entzündeten sie bei der Zuhörerschaft jubelnden Beifall. Dr. H. Statistik der Hundertjährigen. Preußische Staatsangehörige, die das hundertste Lebensjahr erreichen, werden vom Staatsministerium durch ein Glückwunschtelegramm und ein Geschenk geehrt. Im Jahre 1932 sind, wie das Statistische Landesamt mitteilt, 31 Personen dieser Ehrung teilhaftig geworden. Unter den 31 Jubilaren waren 10 Männer und 21 Frauen. Auch bei den Jubilaren der Jahre 1925 bis 1931 bestand fast das gleiche Uebergewicht des weiblichen Geschlechtes: auf 10 Männer tarnen 20,5 Frauen. Von den Männern waren sämtliche verwitwet, von den Frauen waren 20 verwitwet und eine ledig. Was nun den Nachwuchs der Jubilare betrifft, so kann gesagt werden, daß im allgemeinen die Kinderzahl" recht ansehnlich war. Insgesamt hatten die 30 verheiratet gewesenen Jubilare 178 Kinder gehabt, so daß auf jeden im Durchschnitt etwa 6 Kinder entfielen. Im einzelnen zeigt sich eine große Verschiedenheit. Zwei Jubilare z. B. hatten je 11 Kinder; drei Jubilare je 10 Kinder; daneben kommen aber drei Ehen mit nur 2 Kindern und eine Ehe mit einem Kind vor. Kinderlose Ehen fehlen völlig. Ueber den Nachwuchs in zweiter und dritter Generation sind nicht überall zahlenmäßige Angaben gemacht worden. Von den beiden Jubilaren, Die je 11 Kinder gehabt hatten, hatte der eine 31 Enkel und 34 Urenkel, der andere nur 7 Enkel und 5 Urenkel. Von den 31 Jubilaren des Berichtsjahres hatte die überwiegende Mehrzahl (17) ihren derzeitigen Wohnsitz in einer Landgemeinde. Die Provinz Hannover ist mit einer außergewöhnlich hohen Zahl von Jubilaren (8) vertreten; Ostpreußen, das in den vorhergehenden Jahren immer die höchste Zahl von Hundertjährigen aufwies, steht mit 4 Jubilaren an vierter Stelle. West- Oie Kunst in der Einheitsfront des 12. November. Berlin, 6. Nov. (WTB.) Die Abteilungen für bildende Künste und für Musik b er Preußischen Akademie de r Künste haben an den Reichskanzler Adolf Hitler eine Kundgebung gerichtet, in der es unter anderem heißt: Wir sind uns der hohen Verantwortlichkeit für die Erfüllung unserer Pflichten dem Volk und dem Staate gegenüber bewußt, und besonders tief empfinden wir sie in Erwartung des Tages, an dem alle Deutschen einmütig sich ihrem Führer zur Seite stellen sollen. Die deutsche Gruppe des PEN-Klubs erläßt folgenden Aufruf: Die deutsche Gruppe des PEN- Klubs, die die deutsche Literatur innerhalb des in 48 Staaten der Erde organisierten internationalen Deutschland will Frieden — Deutschland hat ab- gerüstet! PEN-Klubs autonom vertritt und die geistigen und persönlichen Verbindungen zwischen den deutschen und den fremdländischen Schriftstellern im Sinne der Völkeroersöhnung auf der Grundlage der gegenseitigen Achtung der völkischen Eigenart aller schöpferischen Arbeit sowie der nationalen Ehre und Freiheit pflegt, bekennt sich mit vollem Verantwor- tungsbewußtsein vor allen Schriftstellern der Welt zum Führer des deutschen Volkes, Reichskanzler Adolf Hitler, in der Gewißheit, daß der wirkliche Friede und die wirkliche Völkerversöhnung allein unter seiner Führung geschaffen wird. gez. Hans Hinkel, Hanns Johst, Rainer Schlösser, Johann von Seers, Edgar von Schmidt-Pauli, Hans Martin Elster, Erich Kochanowski. Die Deutsche Akademie der Dichtung veröffentlicht folgende Kundgebung: Wir Mitglieder der Deutschen Akademie für Dichtung stimmen dem Entschluß der Reichsregierung bei, einen unerträglichen Zustand durch den Austritt aus dem Völkerbund zu beenden. Wir begrüßen, daß der 2(ufruf ins deutsche Volk gegangen ist, seine Einigkeit in dieser Ehrenfrage vor der Welt zu bekunden. Wir erwarten, daß jeder Deutsche am 12. November durch sein Ja die gerade Politik des Volkskanzlers Adolf Hitler stärken wird. Der Führer des Reichsverbandes „Deutsche Bühn e", Dr. Walter Stang, hat in einer Verfügung an alle Landesgeschäftsführer, Ortsgruppen und Stützpunkte der „Deutschen Bühne" angeordnet, daß in der Woche vom 5. bis zum 11. November 1933 vor Beginn jeder Vorstellung der „Deutschen Bühne" und jeder sonstigen Veranstaltung kurz auf die Bedeutung der Volksabstimmung und der Reichstagswahl am 12. November hingewiesen wird. Ein Kampfring der Oeutsch-Oeflerreicher im 3Reic6. Kassel, 6. Nov. (TU.) In Kassel fand im Hotel „Schirmer" die Gründungsoersammlung des „Kampfringes der Deutsch-Oesterreicher im Reich" statt. Weit über 100 Vertrauensmänner aus allen Teilen des Reiches, darunter viele, deren Namen als Deutfch-Oesterreicher an führender Stelle im Reich stehen, waren erschienen. Vor ihnen hielt der Landesinspekteur von Oesterreich der NSDAP. Theo Habicht eine Rede, die den Erschienenen die großen Richtlinien des Kampfes um das Deutschtum in Oesterreich aufzeigte und zeichnete ein plastisches Bild der Verfolgungen, denen heute alle deutschbewußten Menschen in Oesterreich ausgesetzt sind. Die unerhörten Willkürakte gegen alle Deutschen in Oesterreich verlangten einen Verband, wie es der Kampfring ist. falen und Oberschlesien hatten diesmal keine Hundertjährigen aufzuweisen. Auch die Eltern der Jubilare hatten zum größten Teil ein hohes Alter erreicht; 43 waren über 60 Jahre alt geworden, davon hatten 16 das 80., 7 sogar das 90. Lebensjahr überschritten. Die Väter der 31 Jubilare setzten sich ebenfalls zum überwiegenden Teile aus Personen zusammen, die in der Landwirtschaft beschäftigt waren. Tonfilm: „Baby". Im Lichtspielhaus sieht man seit gestern wieder einmal Anny Ondra, die im Privatleben seit kurzem Frau Schmeling heißt, in ihrem jüngsten Lustspiel, einem Vandor-Film der Vereinigten Starfilm GmbH., Berlin; Drehbuch von Hans H. Zerlett; Regie: Karl L a m a c. In diesem munteren Spiel hat Anny Ondra als achtzehnjähriger Backfisch ausführlich Gelegenheit zur Entfaltung ihres oft ans Groteske streifenden komischen Talentes und im elterlichen Hause, auf einem Dampfer, auf der Bühne, im vornehmen Klub, im Pensionat und in der Tanzschule eine Reihe erstaunlicher Streiche anzustellen und die tollste Verwirrung zu stiften, die aber zum guten Ende, wie sichs geziemt, auf dem Standesamt zur allgemeinen Zufriedenheit eine freundliche Lösung findet. Anny O n d r a s schmächtiges Bubenfigürchen ist für eine derartige Ausgabe (einschließlich einer feschen Hosenrolle) wie geschaffen; ihr quecksilbriges Temperament und drolliges Mienenspiel beherrschen die mit heiteren Episoden gespickte Handlung, die von Carnac mit großzügiger Ausstattung und allerlei neckischen Einfällen inszeniert wird. Neben der Ondra sind vom Ensemble an erster Stelle Olly von Flint, Adolf W o h 1 b r ü ck, Willy S t e 11 - n e r und Emilie Und a zu nennen. — Im reichhaltigen Beiprogramm sieht man die neue Wochen- schau, einen fesselnden Bildbericht von der Hochseefischerei in amerikanischen Gewässern und je einen Vorspann zu kommenden Filmen; der nächste wird am Donnerstag hier anlaufen: „Walzerkrieg" mit Renate Müller, Hanna Waag und Willy Fritsch. Hochschulnackrichten. Dem o. Professor Dr. August Skalweit von der Universität Kiel ist vom 1. November ab die planmäßige ordentliche Professur für wirtschaftliche Staatswisienschasten, insbesondere Wirtschaftsgeschichte, an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität inFrankfurt am Main übertragen worden. Wirtschaft ; Roggenmehl (Pfälzer und 1,25; Weizenkleie (feine, mit deutsches) 21,50 bis 22,50; Oie Jagd im November Winierhilfswerk des Deutschen Volkes 1933/34. Gauführung Hessen-Nassau. Jtanffurl a. DL lounusslroge 11L Telephon 32288. Postscheckkonto: Frankfurt a. DL 28100. Bankkonto: Nassauische Landesbank. Frankfurt a. DL, Girokonto 6200. süddeutsches) 22,75 bis 23,25; „ , Sack) 9,2a, (grobe) 10,25; Roggenkleie 8,75 bis 9,50; Weizenfuttermehl 10,75; Roggenfuttermehl 10,25 bis 12,50; Rapskuchen 12 bis 12,25; Palmkuchen 14,25; Kokoskuchen 17; Sesamkuchen 10,50; Leinkuchen 17; Weizennachmehl 14,50 bis 15,75 Mark. Mainzer Lchweinemartt. Mainz, 6. Roo. Auftrieb: 841 Stück. Notiert wurde pro Zentner Lebendgewicht in RM.: voll- lei chige von etwa 120 bis 150 kg 50 bis 53; voll- lei chige von etwa 100 bis 120 kg 49 bis 52, voll- lei chige von etwa 80 bis 100 kg 46 bis 49. Marktoerlauf rege, geringer Ueberftand. Beste Tiere über Notiz. jagd ist immer eine besondere Freude. Daß dabei nur Hähne geschossen werden sollen, so lange unsere Fasanenbestände in allen Revieren noch im Werden sind, ist eigentlich Selbstverständlichkeit. Leider belehrt der Blick in Schaufenster von Wildhandlungen uns, daß es offenbar auch schon Reviere mit Hennen- Überfluß gibt. Ihre Inhaber sollte man sich merken. Der Grundsatz, daß Gemeinnutz vor Eigennutz geht, scheint ihnen noch nicht bekanntgeworden zu sein. Auch die Waldschnepfe, die auf dem Zug gen Süden ist, hilft die Strecke der Waldjagd bunter gestalten. Die Hühner jagd als planmäßige Jagd ist zu Ende. Doch hat das Rebhuhn noch Schußzeit. Gottseidank ist die Zeit vorüber, wo — wie noch int Vorjahr — unser liebstes und lieblichstes Wild, die Gazelle des deutschen Waldes, das Reh, auf der Treibjagd in Massenstrecken mit Schrot gemeuchelt werden konnte. Das Rehwild hat in Hessen noch Schubzeit bis zum Ende des Monats, und zwar ohne irgendwelche gesetzlichen Einschränkungen. Nur darf ausschließlich die Kugel verwendet werden, auch für den Fangschuß. Der hegende Weidmann wird vor dem Schuß sich wohl überlegen, ob der Abschuß des betreffenden Stückes im Interesse seines Wildstandes liegt oder nicht, und danach vor allem schwache Stücke abschießen. Am 1. November hat auch in Preußen die Schußzeit für Rehwild, und zwar nur für weibliches Wild, begonnen. Die Schußzeit für Böcke und für männliche Kitze (die noch keine hatten) endigte am 31. Oktober, während bis zum 31. Dezember von jetzt an Ricken und weibliche Kitze geschoßen werden dürfen. Das Letztere ist in dieser allgemeinen Form für Preußen neu, weswegen wir besonders darauf Hinweisen. Der Abschuß männlichen R o t w i l d e s ist im all- gemeinen beendigt. Schlecht veranlagte oder küm- mernbe Hirsche sind davon ausgenommen. Dagegen ist der Kahlwildabschuß frei und sollte nach ähnlichen Grundsätzen wie beim Rehwild durchgeführt werden. Er ist im Jnteresie einer richtigen Bestands- gliederung unbedingt notig. Die Brunft des Damwildes geht zu Ende. Auch hier gilt der Abschuß in der Hauptsache dem Kahlwild. Die Sauen sind feist. Nun wartet der Jäger sehnlichst auf die erste Neue. Denn nur Schnee ge- stattet ein wirklich erfolgversprechendes Besagen. Je kälter es wird, um so besser wird der F u ch s - balg. Auf der Waldtreibjagd ist der rote Freibeuter immer der stille Wunsch des Schützen. Wer noch keine Vorkehrungen zur W i n t e r f ü t • ter u n g getroffen hat, muß es nun tun. Für unsere 702 Viertel Rindfleisch, 40 aanze Kälber, 4 ganze Schafe und 236 Schweinehälften. Preis für 1 Zent- ner frisches Fleisch in Mark: Ochsenfleisch I 48 bis 52 II 45 bis 50. Bullensleisch 47 bis 52. Kuhfleisch II 34 bis 40, III 25 bis 30. Kalbfleisch I und II 58 bis 70. Hammelfleisch 55 bis 62. Schweinefleisch 1 65 bis 70. Geschäftsgang des Großmarktes: ruhig. Mannheimer Getreidcbörfe Mannheim, 6. Nov. Weizen (inländischer, 76 77 kg, frei Mannheim) 19,50 bis 19,60 RM., Festpreis per November Bezirk 9 18,90, Bezirk 10 19 10, Bezirk 11 19,40; Roggen (inländischer, süd- deutscher, frei Mannheim) 10,40 bis 16,50, Festpreis per November Bezirk 9 15,90, Bezirk 8 15,60; Hafer (inländischer) 14; Sommergerste 18 bis 19; Gerste (Pfälzer) 18,50 bis 19,50; Fultergerste 16,75; Mais (mit Sack) 18,50; Sojaschrot (Mannheimer Fabrikat, prompt) 14,50 bis 14,75; Biertreber (mit Sack) 16,50; Trockenschnitzel (ab Fabrik) 8,75 bis 9; Roh- melasse 8,25 bis 8,50; Erdnußkuchen 16,20 dis 16,50; Wiesenheu (loses) 5,40 bis 5,70; Rotkleeheu 5,70 bis 6; Luzernkleebeu 7; Stroh, Preßstroh Roggen-Weizen 2, Hafer-Gerste 1,80 bis 2; geb. Stroh, Roggen- Weizen 1,40 bis 1,70, Hafer-Gerste 1,20 bis 1,49; Weizenmehl (Spezial 0, mit Auslandweizen, mit Sack, neue Mahlart) per November 29,40, per Dezember 29,55, per Januar 29,70; Weizenmehl (mit Auslandweizen) per November 27,90, per Dezember 28,05, per Januar 28,20; Roggenmehl (mit Sack, 70 bis 60 v. H. Ausmahlung, je nach Fabrikat, nord- granffurfer Börse. Mttagsbörse: uneinheitlich. Frankfurt a. TL, 6. Nov. Das Geschäft an der Börse erfuhr auch zum Beginn der neuen Woche keine Belebung, was vor allem für den Aktienmarkt zutrifft, während am Rentenmarkte auf kleine Kundenorders und Arbitragekäufe hin die Umsatztätigkeit ziemlich lebhaft war. Besonders die Neubesitzanleihe stand im Mittelpunkt der Nachfrage, die von 13,10 auf 13,37*/» o. H. anzog. Ferner gingen späte Reichsschuldbuchforderungen bei größerem Umsatz zu 89,40 bis 89,65 o. H. um 0,65 o. H. höher um, während die Altbesitzanleihe ruhiger und mit 78,50 o. Sy unverändert lag. stahl- verein-Bonds und Reichsbahn-VA. waren behauptet. An den Aktienmärkten hielt die Zuruck- Haltung weiter an, offenbar auch im Hinblick aus die bevorstehenden Wahlen. Daneben fehlten Anregungen und vor allem Aufträge der Kundschaft. Die Kursgestaltung war uneinheitlich, wobei aber zunächst Abschwächungen überwogen. Besonders der Montanmarkt litt unter einigen Glattstellungen, so daß Gelsenkirchen und Phönix ft 1,50 vH. und Harpener 1,75 o H und die übrigen Werte sowie Kaliaktien von 0,50 bis 1 o. H. nachgaben. Reichs- bankanteile waren ebenfalls etwas angeboten und um 1,50 v.H. niedriger, ferner gingen Siemens um 1 v.H. zurück. Andererseits waren Lechwerke und Lahmeyer je 1,50 o. H. und Holzmann 1 v. Sy erhöht. Schiffahrtsaktien lagen behauptet ebenso IG. Farben, letztere zogen spater um 0,25 v. H. auf 116 v.H. an. Nach den ersten Kursen lagen Aktien vorübergehend etwas belebter und fester, besonders die anfangs gedrückten Montanaktien konnten sich ziemlich gut erholen. . Im Verlaufe wurde das Geschäft wieder merklich stiller, doch lagen die Kurse ziemlich be- hauptet. Holzmann gaben 0,75 v. H. ihres Gewinnes wieder her, IG. Farben erhöhten sich um weitere 0 25 v. H., ferner kamen Rhein. Braunkohlen 1 v. Sy, dagegen Ehadeaktien zunächst 2 Mark schwächer, dann wieder 3 Mark höher zur Notiz. Am Kassa- markt lagen Commerzbank und vv-Bank je 0,50 v. Sy niedriger, von Industriepapieren zogen Gement Lothringen 2 o. Sy, Mainkraft 1,50 o. H. an, ferner kamen Strohstoff Dresden nach länaerer Pause mit 64,50 (zuletzt 56 o. H.) wieder zur Notiz Fester waren noch Frankona Versicherung 100er (+ 3,50 Mark). Am Rentenmarkt hielt die Befestigung für deutsche Anleihen und späte Reichsschuldbuchforde- rungen bis zum Schluß der Börse an, Altbesitz bis 79, Neubesitz bis 13.45, späte Reichsschuldbuchforde- rungen bis zirka 89,90 v.H. Goldpfandbriefe blieben meist unverändert, etwas fester Rheinische (9-0,50 v. H.). Kommunak-Obligationen und Liquidationspfandbriefe lagen uneinheitlich bei jedoch nur kleinen Abweichungen Stadtanleihen lagen z. T. weiter fest, fo 6 v H. Stadt Hanau von 26 und 6 v.H. Mainz von 28. Staats- und Länder- anleihen zeigten nur geringe Abweichungen. Von fremden Werten gaben Anatolier zunächst 40 Pf. nach, iväter waren sie um 20 Pf. erholt; die übrigen Türfen waren gut behauptet. — Tagesgeld zu 3 v. Sy leicht. Abendbörse: still. Die Abendbörse wies bei unverändert freundlicher Grundstimmung infolge des nur sehr geringen Ordereinganges auch nur minimale Umsätze auf, zumal da die Kulisse ziemliche Zurückhaltung an Den lag legte. Das Kursniveau zeigte gegenüber dem Berliner Schluß nur geringprozentige Ber- änberungen. So lagen beispielsweise IG.-Farben 0,1.3 v. Sy und von Stahloerein-Konzernwerten Phönix und Gelsenkirchen je 0,25 v. H. über Berlin, während anderseits AEG. 0,25 v. H., Lahmeyer 0,38 v. H. und Licht und Kraft 0,50 v. H nachgaben. Im Verlaufe blieb das Geschäft sehr klein. IG.-Farben brodelten um 0,25 v. Sy ab, Chade- aktien gaben 1 Mark nach, dagegen konnten sich ßahmeqcr wieder um 0,25 o. H. erholen. Sehr still war es auch am Rentenmarkt. Deutsche Anleihen konnten sich jedoch auf dem hohen Mittagsstand behaupten, lediglich späte Reichsfchuld- budjforberunqen bröckelten leicht ab. Don Staatsanleihen gaben Schahanweisungen des Deutschen Reiches 10 bis 1000 Dollar um 1 v. H. auf 70 v. H. Brief nach. U. a. notierten: Neubesthanleihe 13,40, Altbesitzanleihe 79, Schutzgebietsanleihe alle Jahrgänge 7.8250, Reichsbahn°DA. 101,25. Reichsbank 155.50, Gelsenkirchen 41, Harvener 75.50. Pbönir 32.25, Rheipstabl 75 50, Stahlüerctn 27,50 AEG. 16,25, Cbade 132. Scheideanstalt 174, Licht und Kraft 88.50, IG -Farben 116 bis 115.75, Labmeyer 103,50 bis 103,75, Zellstoff Aschaffenburg 20,75. ftrnnfnir^r (Ereilt•'b;ir»c Frankfurt a. TL, 6. Nov. Das Geschäft am Getreidegroßmarkt blieb für Brotgetreide und Mehle weiter sehr ft i 11, die Preise lagen unverändert. Don Futtergetreide gab Hafer leicht ^ch .Sehr fest aber ohne größeres tie^aft lagen Weizen- und Roggenkleie, in denen das Angebot infolge des schwachen Mehlgeschäfts sehr knapp ift Die Preise logen um 25 Pfennig an Oelhattige Artikel lagen wesentlich stiller und z. T. nur knapp behauptet Weizen 193, Roggen 161 bis 162, Braugerste 181 bis 183,50, Hafer 137,50; Weizenmehl, Soez. 0 nut Austauschweizen 28,75 bis 29,65, dito ohne Aus- tauschweizen 27,25 bis 28,15, Roggenmehl 0-bis 60- prozentig 22M bis 23, do. jüdd. Spez.0 23,50, Weizenkleie 9,75, Roggenkleie 9,25, Sojaschrot 14,6) bis 15, Palmkuchen 14,30, Erdnußkuchen 16,30 bis 16,65, Treber 16,50, Heu 6, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt, 2 bis 2,25, do. gebündelt, 1,60 bis 2. Kartoffeln: Industrie, hiesiger Gegend, 2,30 bis 2,40 Mk. (unverändert! per 50 Kilo bei Waggon- bezug frei Frankfurt a. M. Tendenz: ruhig. ranliuitcr «ajlaa>*u.e»,>narh. Frankfurt a. TL, 6.Nov. Auftrieb: Rinder insgesamt 1443 (gegen 1724 am letzten Montags- markt), darunter befanden sich 384 Ochsen, 110 Bullen, 497 Kühe und 452 Färsen, Kälber 394 (373), Schafe 236 (204) und Schweine 4031 (3555). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 29 bis 31, a2) 26 bis 28, b) 20 bis 25 Bullen a) 27 bis 30, b) 23 bis 26. Kühe a) 23 bis 27, b) 19 bis 22, c) 15 bis 18, d) 11 bis 14. Färsen a) 29 bis 32, b) 26 bis 28, c) 22 bis 25. Kälber Sonderklasse —, a) 35 bis 39, b) 29 bis 34, c) 24 bis 28, d) 20 bis 23. Lämmer und Hammel nicht notiert. Schafe e) 26 bis 28, k) 23 bis 25, g) 18 bis 22. Schweine a) —, b) 48 bis 51, c) 47 bis 50, d) 43 bis 49, e), k) und g) —. Ueber Notiz wurden verkauft: 2 Stück zu 54, 39 Stück zu 53 und 127 Stück zu 52 Mark. Im Preisvergleich zum letzten Montagsmarkt am 30. Oktober blieben Rinder unverändert, Schafe zogen etwa 1 Mark an, Kälber gaben 1 Mark und Schweine 2 bis 3 Mark nach. Marktverlauf: Rinder ruhig, Ueberftand. halber langsam, Schafe rege, geräumt. Schweine gedrückt, Ueberftand. Fleifchgroßmarkt. Beschickung: Als in kalten Herbstnächten der Nebel in den Tälern braute und hinaufstieg bis in die Höhen des Bergwaldes, in dem der Könia des Waldes feinen Kampfruf in die Nacht hineinschrie, schritt Meister Gilbhard mit Pinsel und Palette durch das Land. In allen Abstufungen von Gelb, Braun und Rot scheint der Wald zu leuchten, und wenn die Novembersonne auf dem Buchenhang liegt, scheint er zu brennen. Hagebutten, Vogelbeeren und Pfaffenhütchen locken korallengleich da draußen am Waldrand und Hecke, und Silberperlen glitzern an jedem Grashalm, wenn der Frühsonne Schein ihn trifft. Herb st jagd! Erntezeit für den Weidmann. Treiberruf, Hundegeläut, Büchsenknall, die Zeit der Waldtreibjagden ist gekommen. Mümmelmann, der Hase, ist in den Vordergrund jägerischen Interesses gerückt. Unsere Warnung in der Oktober-Betrachtung, keine unterwer- tigen Hasen abzuschießen, war nur zu berfifjtigt. lieber die Hälfte aller dem Wildhandel zugeführten Oktoberhasen war unausgewachsen, wie der Reichs- jagdbund warnend mitteilt. Der Jagdherr, der zu früh die Hasenjagd eröffnet, schadet sich selbst! Auch im November ist dieses Jahr noch Vorsicht geboten, um geringe Hasen nach Möglichkeit laufen zu lassen. Wer sein Revier pfleglich behandelt, treibt nur einmal im Jahre und lehnt den Abschuß auf der Suche überhaupt ab. Der mit ihr verbundene Schuh von hinten schafft viel krankes Wild, die häufige Beunruhigung läßt den Hasen ein gastlicheres Revier aufsuchen. Es läßt sich an der Hand der Abschuß- ergednisse einzelner Reviere unserer engsten Heimat nachweisen, daß der jährliche Abschuß sich ner- doppelte bis verdreifachte, als die früher übliche Suchjagd durch die einmalige Treibjagd erseht wurde. Die verwerflichste Art der Bejagung ist allerdings die, welche man in einzelnen unserer Re- viere auch beobachten kann. Man „sucht" so oft und so lange es geht, und wenn dann das Ende der »it kommt, hält man auch noch eine Treib- aß solche Jagdherren überhaupt noch Gaste bekommen, ist keine Empfehlung. Zu jeder Hasen- jagd gehört ein spursicherer Hund. Leider ist der Hund bei vielen Jägern gerade ber Punkt, wo das Sparen anfängt. Sie dürfen sich dann nicht wundern, wenn sie nach dem alten Jägerspruch bewertet werden: „Ein Jäger mit schlechtem Hund ein sch'ech- ter Jäger, ein Jäger ohne Hund, überhaupt kein Jäger". Es wird gerade auf Hasenjagden immer so viel Wild angeflickt, daß jeder Iagdherr besorgt sein müßte, daß ein brauchbarer Hund zu sofortiger Nachsuche zur Verfügung steht. Das Vorkommen des Fasans auf der Treib- Gegend kommen vor allem Schüttungen für Hühner und Fasanen in Frage, die sachgemäß angelegt werden müssen. Das deutsche Volk rührt alle Hände zu einem großen Winterhilfswerk. Wer erntet, soll andere an seiner Ernte teilnehmen lasten. Auch ber deutsche Jäger, der sich stets als engoerbunden mit seinem Volke und besten Schcksal gefühlt hat, will nicht zurückstehen. Der Präsident des Reichsjagdbundes, HerzogAdolfFriedrichoonMeck- le n b u r g, richtet an alle deutschen Jäger die Bitte und Mahnung, einen Teil des Erlöses ihrer Treibjagd st recken dem Win- terhilfswerk zuzufuhren! Hubertus. Strafkammer Gießen. Angeklagt waren der K. H.V. und K. SyVL, beide aus Steinbach, wegen Betrugs bzw. der Beihilfe. Der Vater K. H V bescheinigte seinem Sohne K. H VI ein Arbeitsverhältnis, das aber tatsächlich nicht bestand, um diesem die Arbeitslosenunterstützung zu verschaffen. Beide Angeklagten wurden feiner Zeit vom hiesigen Amtsgericht fteigesprochen. Die von der Amtsanwaitschast eingelegte Berufung war Gegenstand der jüngsten Hauptoerhandlung der Strafkammer. Es erging der Beschluß, das Verfahren bis zur Einholung einer Auskunft beim Arbeitsamt auszusetzen. Außerdem sollen ein Sachverständiger und noch einige Zeugin zugezogen werden. In einem weiteren Fall saß der Landwirt H. B. aus Gambach auf der Anklagebank. Der Angeklagte sollte den I. B. aus Butzbach durch Vorspiegelung falscher Tatsachen, daß er nämlich Forderungen ausstehen hätte, die ihm aber nicht zustanden, zu einem Kaufvertrag bewogen haben. Die gekauften Sachen hatten einen Wert von etwa 60 Mark. Wegen dieser Sache erhielt der Angeklagte vom Amtsgericht in Butzbach 10 Tage Gefängnis Die gegen dieses Urteil eingelegte Berufung führte heute zur Freisprechung des Angeklagten. Es stellte sich heute heraus, daß B. die Kreditlage des Ange- klagten kannte und ihm trotzdem die Waren Der- kaufte. Entgegen der Auffassung des Gerichts hielt der Staatsanwalt den Tatbestand des Betrugs für gegeben und beantragte Zurückweisung der Berufung. Die Kosten fallen der Staatskasse zur Last. Der Metzger I. I. wurde vom Amtsgericht zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hatte entgegen der im Mai ergangenen Verordnung ein Kalb geschlachtet, ohne das Tier vorher betäubt zu haben. Die von der Staatsan- waltschaft gegen das Urteil der Vorinstan; eingelegte Berufung wurde zurückgewiesen. Die Kosten fallen der Staatskasse zur Last. Amtsgericht Gießen. Gegenstand der jüngsten Sitzung des Amtsgerichts Gießen waren durchweg Ucbertrttungen wegen Bettelei. Zunächst stand die 69jährige L. R. aus Gießen unter Anklage. Sie erhielt einen Strasbefehl, weil sie am 19. September 1933 Stroh und Heu sowie Kartoffeln in einem benachbarten Dorf bettelte. Der gegen den Strafbefehl verfolgte Einspruch war insofern von Erfolg, als das Gericht in der heutigen Hauptverhandlung entsprechend dem Antrag des Amtsanwalts auf einen Tag Haft erkannte. Außerdem erging Beschluß, der der Angeklagten bedingten Strafaufschub gewährt, wenn sie sich innerhalb zwei Jahren gut führt. SnefTaften der Heöoffion. (Rechlsgutachien sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung ) C. ID. in S. Ihr Nachbar ist berechtigt, fein Grundstück zu umsäumen. Er braucht die Einzäunung nicht ein Stück von der Grenze entfernt anzulegen, sondern kann diese direkt an der Grenze errichten. ft. E. in DL Es gibt keine gesetzliche Möglichkeit, Ihren Nachbar zur Veräußerung Des Grundbesitzes an Sie zu zwingen. Sie können lediglich im Wege gütlicher Verhandlungen versuchen, Ihren Nachbarn zur Veräußerung des Grundbesitzes zu veranlassen, den Sie zur Errichtung Ihrer Scheune benötigen. Jrau E. L. in G. Der Grundbesitz ist nicht Erbhof, da er ständig verpachtet ist. Nach § 1 Abs. 2 des Reichserbhofgesetzes fallen Höfe, die ständig durch Verpachtung genutzt werden, nicht unter bas Reichserbhofgesetz. Die Erbfolge regelt sich deshalb nach allgemeinen Grundsätzen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Dorfe. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt velchlostenen Dividende an - Reichsbankdiskont 4 o H Lombardzinsfuß 5 o. H. vrant'ur Werin- branffur a. M Lettin Schluß- furt ?d)lu6l. Abend- Mrft Schiu» furt Schloßt Mittag- bör(t Schlud- fur4 l-CbluBi. Abend- dStt Schluß lur# Schlugt Mi log. böttr Oahim | 4.11. I 6.11. 4.11. ] 6.11. Votum 4 11- , 6-11. 4.11. 6.11. 6% Deuktch« RcIdXtinlelbt v. 1927 89.65 89.75 89 75 89.5 4% be4gl. Lette II — 4.7 — 4.65 s°» ebftn.7% Tl. Reichen!, v. 1929 99.25 99.05 39 98.75 6% Rumün. orrrinh. Rente v. 1903 3,1 3 3,15 5,6 — öoung.enklhr von 1930 . 84.75 84.13 64.75 84.5 4^°>Ruman.vereind Renteo.lSlS 4% 8ättiinrt 4>anbficfldfllfdialt 4 Gommcrj. und Prioai-Bant . 0 80.5 39 80.5 38.5 80.5 39 81.75 39 Deugche Komm. CammtlabL An- Deutia» Bant und twconto- 41,5 51,5 156.5 leihe Lette I mit »utloj.-iHfAttn 6% edem. 8% »jtanfl. tzyp.-Bant •olbpfl. 15 untünbtMr bU 1935 75,25 75.25 75 75 «IeieUlcholt............... 0 Dresdner Bant.............. 0 41,5 50,5 157 41 50,5 155,5 41 50,5 155,5 87.4 87,25 — Reichlbanl ........ 12 •% »hem 7% ftranfl Hyp -Bank »oltpfr 18 unkündbar bU 1938 87,4 87 — « «-» .................... 0 15,9 16.25 15,65 16,5 6K% »dem 4%% (irm'.tl Hvv.- Bant-Liau-BIandottele 87.75 töehila .................... 0 108.65 108 65 108.65 108.9 87,75 — * Delrr. LiefeningsgeseNIchasi 6 78 78 79 78.25 5', , briflanftdlt, Blonvdttefe « 18 87.75 t-eielllch.I.Etektt Unternehmung 5 71 71,5 70.75 71.4 88 88 88 «de'ntlche UJrhtUltot ... 6 77.25 77.25 77.73 6% ebem. 7% Pt l'antHtplanb. brtrlanftolt, Planddttese R 10 Sdjudrrt S Cu........... 6 82.5 131.5 82 82.5 131,25 82.5 130.25 88 88 88 88 €temttua vd4fe............ 7 130.5 Eleuerautich Verrechounglkur» 4% OeNrrreichNch« ilolbrtnti 87.8 1 87.8 67.8 1 87.8 l'abmtpfi Silo............. 1C 101.75 103.75 1 62.5 102,5 63 103,9 62.5 13 | 13.25 1 13.5 Buderui ................. 0 63 4,90% keslerreichilche cUbtnrnti 0.70 0.65 0.65 0.65 TeutWt ffrbbl .............. 90.5 i 89.5 89 65 89.65 4 o Unfljrifdx Moldrente 3.9 4 3.95 1 4.05 Mlrntitdwnti ............. 42.25 41 41.75 40.75 4% Unflnnlt« Stuatirrnt» o I91C i.l | 3.7 — haroenet ...... 76.75 1 75.5 76,25 75.25 4S von 1913 3,6 | 3,1-j 3.8 3.3 — — 48 25 48.25 5% dbjffi. «olbmrittantt von 9£ - 6 6,13 5-i-- -.-tfl'.-'u .......< >26.5 127 126 4% türtW gollanleihe o>>n 191 4% lürvjche eaabü»babn-lnlttti 4.4t 4.6 4.45 4.7 5 9en,d.7u ItnOfl« ...... 94 94.73 -5,5 95 , * ' ».t, ....... 18.65 48 48 48.25 6»d# I.................... - ■w —• 1 83,25 75,5 28 9.75 108,5 — 115.75 174 38 45.5 52.5 52 72.5 *0 29 18.5 32 21 27 39.5 13.5 132 160.75 129.75 1 61 1 163 22 32.25 184,25 75,5 27.5 10 106.5 108 145 116 174 38 45.25 52.5 52 73 81 — 29.4 39 32 20.75 26,4 39.5 13.25 132 160.5 ! 130.5 62.5 163 22 65 32.25 183 76 27,65 9.65 107.75 108 145.5 115.75 38 45,25 53 1“'" 85 28.75 38.75 31.5 20.75 98.75 265 39.4 24 13.65 127 160 130 1 163.5 22 65.75 32 184 75.25 27,5 9.5 106.25 107.75 144 115,9 38.25 45.4 52,13 - 85 29.25 38.75 31.25 20.75 98.5 26.5 39,5 24,75 13.5 133 , 160 1 130.25 160 Lerlin. 6-71or- mt<: dkl» 3rit< amrrtiantla* Noten.............. Bel gliche Noten ................ idnlfcbe Koten ................. öngliirt* Noten ................. Arangdsilche Noten ............. DoUSndijche Roten ............. I'aiienijche Roten .............. Ronoegtlche Roten ■ DentiM ceiterretch, i 100 kchUNng 2.655 58,20 58.(3 13.16 16.35 168.61 21,93 66.17 67,96 10,14 34,98 2.675 58.44 ; <2 13.22 16.41 169.29 22.01 66.43 kÄ 35J_2 ®t«n« .. ................. | Cli i hol teert r e.CL... < ■ KLddeu.nchrr Zack« ......... Schw?dtiche Rote»............... Schweiler Roten................. wlgrniche Keine —