Nr. 261 Drittes Blatt Siebener Anzeiger (Seneral-Anzetger für Oberhessen) Aus der Provinzialhaupistadt Das war vor 4vLahren! Der Hitlerputsch in München am 9. November 1923. Don Dr. Johann von Leerü. Das erste Parteilokal und der Gründungsort der nationalsozialistischen Bewegung der „Sternecker- Dräu-Keller" in München. — Unten rechts: Metzgermeister Graf, der 1923 vor der Feldherrnhalle von den Schüssen verletzt wurde, die dem Führer galten. bis 13. Dezember 1922 hatte auch ein zweiter französischer Generalstabsoffizier, Oberst Du Bac, teil- genommen. Geplant war die künstliche Erregung eines Arbeiteraufstandes in Thüringen, der Frankreich den Anlaß geben sollte, die Linie Weser— Langensalza—Würzburg — Nürnberg—Donauwörth (die in dem Programm als „Grüne Linie" bezeichnet wurde) zu besetzen, und damit Süddeutschland vomNordenzu trennen. Die Truppen hierfür waren im Griesheimer Lager schon bereitgestellt. Gleichzeitig sollten die Tschechen vom Osten her in Deutschland einrücken, Sachsen besetzen und anmarschierende deutsche Truppen binden. Die Aktion, deren Ausbruch für den 20. Februar 1923 festgesetzt war, sollte unter dem Vorwand einer „Abwehrmaßnahme gegen den Bolschewismus" die endgültige Abtrennung Süddeutschlands o o m R e i ch durchführen. Der Einmarsch bayerischer Truppen und Einwohnerwehren würde den A n - schluß Deutsch - Oesterreichs (ohne Wien) an ein Großbayern erzwungen haben. Gelder aus französischen Staatsmitteln im Betrage von rund 100 Millionen Mark für Ausrüstung und Beförderung der Mannschaften standen den Verschwörern zur Verfügung: große Waffenlieferungen, darunter außer erbeuteten deutschen Geschützen, die zur Uebergabe an Bayern schon in St. Avold bereitgestellt waren, nicht weniger als 60 Tanks und 150 Flugzeuge waren von den französischen Generalstabsoffizieren zugesichert worden. Diese Gefahr im Hintergrund war mit Deutlichkeit zu erkennen. Den ganzen Oktober hindurch gingen die separatistischen Unruhen im Rheinland. Am 21. Oktober besetzten die Separatisten die öffentlichen Gebäude in Aachen, am 22. und 23. ging der Spuk unter Unterstützung des französischen Militärs in Koblenz, Bonn, Trier, Düren, Wiesbaden aufs neue los. In der Pfalz wurde der Versuch unternommen, eine separatistische Bewegung auszulösen. Am 23. Ok- tober erklärten der frühere bayerische Ministerpräsident Hoffmann (Kaiserslautern), Bürgermeister Klee- fot (Ludwigshafen) und Rechtsanwalt Wagner in Speyer dem Vertreter der Rheinlandkommission, dem französischen General de Metz, daß vom nächsten Tage an die Pfalz einen selbständi- gen Staat im Rahmen des Reiches bilden solle. Der Kreistag verweigerte jedoch Hoff- mann das Wort. Am 29. Oktober wird eine „vorläufige Regierung" der Rheinischen Republik proklamiert, am 5. November bringen vom Rheinland aus separatistische Banden in die Pfalz ein und besetzen trotz Widerstandes der Bevölkerung mit Unterstützung der Franzosen eine Anzahl pfälzischer Städte. Unheimlich erscheint im Hin- tergrunb eine reaktionär-klerikale Donaukonfödera- tion unter französischer Leitung. (Fortsetzung folgt.) von der Bevölkerung zurückgewiesen wurden. Aber die separatistischen Verbindungen gingen viel weiter, als nur über das Rheinland. Es bestanden sehr enge Zusammenhänge mit gewissen bayerischen Gruppen. Eine neue Veröffentlichung (F. Walter Jlges, „Die geplante Aufteilung Deutschlands", Backmeisters Nationalverlag, Berlin-Charlottenburg) berichtet darüber: „Zahllose Besprechungen zwischen Oberst Richert und den deutschen Verschworenen hatten seit Herbst 1922 in München, Stuttgart, Mainz, Wiesbaden, Frankfurt a. M. und Saarbrücken stattgefunden. An den Mainzer Besprechungen in den Tagen vom 10. muß doch hier schon heißen: „F a ß dich kurz!" Der eine Buchstabe bedeutet eine Silbe, und die Befehlsform von fassen heißt nun einmal fahl Doch das nur nebenbei. Daß wir den Fremdwörtern gehörig zu Leibe gehen müssen, ist Wunsch und Wille aller guter Deutschen. Da muß noch viel getan werden. In einem Bauerngarten sollten keine prahlerischen Auslandsblumen aus südlichen Gegenden stehen. Sie fallen aus dem Rahmen und stören. Genau so ist es mit den Fremdwörtern. Es ist ein alter Irrtum, wenn man glaubt, durch Fremdwörter seine Bildung beweisen zu können. Wir haben erfreulicherweise schon einige zur Strecke gebracht. Das „Adiö" ist verschwunden, das.^Interesse" mußte den „Belangen" weichen. Und so wird es noch manchem Fremdling gehen. So nach und nach müssen die Fremdwörter erledigt werden. N. Oie Semester-Eröffnungsfeier der Landesuniversität. Wie am Freitag bereits mitgeteilt, wird das Wintersemester unserer Landesuniversität am morgigen Mittwoch, 20 Uhr c. L, mit einer Feier in der Neuen Aula eröffnet. Se. Magnifizenz der Rektor Prof. D. Dr. Bornkamm wird bei dieser Gelegenheit über das Thema „Die Sendung der deut- schen Universität in der Gegenwart" sprechen. NSOAp. Die NS. - Frauenschaft Gießen-Süd hält am heutigen Dienstag folgende Zellenabende ab: 20.15 Uhr, bei Loichinger für die Zellen 1 und 2, für die Zelle 3 um 20 Uhr im „Tannhäufer". Für die Zelle 4 findet der Zellenabend am morgigen Mittwoch, 20 Uhr, im „Tannhäufer" statt. Der NS. - Lehrerbund Kreis Gießen hält am morgigen Mittwoch, 15.30 Uhr, in der Goetheschule in Gießen eine Besprechung sämtlicher Bezirksobleute, Kassenwarte und Schulgruppen-Ver- trauensleute ab. Die Arbeitsgemeinschaft zur Pflege des Volksliedes trifft sich am kommenden Donnerstag, 16.45 Uhr, zur Singstunde im Singsaal des Realgymnasiums. Kampfbund der deutschen Architekten und Ingenieure. Die Bezirksleitung Oberhessen, Sitz Gießen, des Kampfbundes der deutschen Architekten und Ingenieure im Kampfbund für deutsche Kultur veranstaltet am nächsten Dienstag, 14. November, 20.30 Uhr pünktlich im Cafs Ebel in Gießen einen Vortragsabend. Das KDAI.-Mitglied Oberbaurat B e r ck - Bad-Nauheim wird über das Thema „Die Mineralquellen Oberhessens und ihre Nutzung" sprechen. Für Mitglieder des KDAJ. ist die Teilnahme an diesem Vortragsabend Pflicht. Nichtmitglieder, die an dem Thema und an den Zielen des KDAJ. interessiert sind, haben als Gäste Zutritt. Das KDAI.-Mitglied Bürgermeister Dr.-Jng. Hamm- Gießen liest während des Wintersemesters im Kunstwissenschaftlichen Institut der ßanbes- universitat ein unentgeltliches Kolleg über „Fragen des Städtebaues". Die Vorlesungen finden jeden Montag von 18 bis 19 Uhr im Kunstwissenschaftlichen Institut, Ludwigstraße Ecke Goethe- straße, statt. Die Vorträge werden durch Lichtbilder erläutert. Mitglieder des KDAJ. und dessen Freunde sind zum Besuche eingeladen. Aeber den Aufbau der „Front d e r T e ch n i k" werden nach der Wahl am 12. November seitens der Neichsleitung Weisungen ergehen. Die Volksabstimmung am 12. November verpflichtet alle Mitglieder des KDAJ. zu lebhaftester Mitarbeit an den Vorbereitungen und der Durchführung der Wahl, die ein voller Erfolg un- 3m Garten unserer Sprache. Wie im Garten die Blumen blühen und vergehen, neue Arten auftauchen, die der Menschen Liebe und Zuneigung genießen und lange gepflegt werden, so geht es auch in unserer deutschen Sprache. Zahlreiche Wörter kommen und verschwinden, Neuschöpfungen werden gebildet, etliche bleiben, wieder andere werden vergessen. Man mag sie nicht. Sie gefallen nicht. Warum eigentlich? Kein Menfch kann da Auskunft geben. Der Gärtner züchtet bei seinen Blumen neue Abarten, neue Formen und Farben. Genau so ist es mit vielen Wörtern. Sie erschienen uns plötzlich in einem andern Lichte. Die Wörter selber bleiben, nur ihre Bedeutung wechselt. In Redensarten und Sprichwörtern erkennne wir oft noch den alten Sinn. Viele aber haben jede Erinnerung an die Vergangenheit verloren. Das Wort ,Leiche" bedeutete ursprünglich Körper. In dem Wort Leichdorn (Hühnerauge) ist die Bedeutung erhalten geblieben. Aber auch in dem Wort „gleich" (Ge-leich) finden wir das Wort Leiche. Gleich bedeutet: denselben Körper haben. Das Märchen „Rotkäppchen" der Brüder Grimm fängt an: „Es war einmal eine kleine süße Dirne..." Wer kennt nicht den Wandel in der Bedeutung des Wortes „Dirne"? In den Worten Angst und Bange finden wir das Wort eng. In trauen und auch in Trost steckt das Wörtchen treu. Wenn etwas ganz winzig ausgefallen ist, wenn es zum Weinen ist, bann haben wir das Wort „wenig". „Wicht" war ursprünglich das Ding, die Sache. Und heute? Es will fast scheinen, daß gar viele Wörter dem Sinne nach sich verschlechtern (Dirne, Wicht, u. a.), wie überhaupt unsere Sprache sehr reichhaltig ist in Ausdrücken von Mängeln, von schlechten Eigenschaften. Wir können verunglücken, wir können altern, wir können jemand anschwärzen, wir faulenzen, betrügen, stehlen und irren. Zu all diesen Wär- fern könnte doch eigentlich ein gutes Gegenüber gebildet werden. Aber da müssen wir stark um- schreiben, um zum Ziel zu kommen. Er hat sein Glück gemacht, warum sagt man nicht: er ist oer- glückt?'Warum steht dem Altern nicht das Jungen, dem Anschwärzen das Anweißen, dem Faulenzen das Fleißigen usw. gegenüber? Ich will hier keineswegs Neuschöpfungen Vorschlägen, aber immerhin ist es nötig, einmal darauf hinzuweisen, daß dem schlechten Tun der Menschen so viele Wörter im Deutschen zu Gebote stehen, das Gegenteil aber ^Eine Neuschöpfung im deutschen Wortschatz hat aber sicher viel Freude gemacht. Es ist das Wort „Ackernahrung", das zum erstenmal m der Ankündigung des Erbhofgesetzes erscheint. Neue Begriffe, mit einem guten deutschen Wort ausgedruckt, muten uns an wie alte liebe Bekannte. Und gerade darin kann die Amtssprache viel tun. Es ist uns versprochen worden, daß die amtlichen Erlasse und Gesetze in klarer volkstümlicher Sprache abgefaßt werden sollen. Der Deutsche Sprachverein, der große Verdienste um die Reinhaltung und um die Klärung unserer Sprachverhältnisse hat, soll zu Rate gezogen werden. Das ist gut. Er soll der Gartner sein im deutschen Sprachgarten. Einfache gute Formen sind immer besser und schöner als die Unsitte der verschnörkelten Wege, der Beete, der zurechtgestutzten Straucher. Alle Neuschöpfungen, die uns entgegentreten, kommen in die Presse, werden hinausgetragen bis m das kleinste Dorf. Sie bürgern sich schnell ein, viel [dre ier als die Sprache der Dichter, die doch sehr oft die eigentlichen Schöpfer von Neubildungen fmb. Es barf natürlich nicht Vorkommen, daß in den Zellen der Fernsprecher und an andern Plätzen die * amtliche Aufforderung steht: „Fasse dich kurz!" Es II. OerDeuischeTag inNürnberg. Der Widerstand an der Ruhr erlahmte unter den zielbewuhten Stößen der französischen Jnvasivns- armee, geschwächt durch den marxistischen Landesverrat, immer mehr. Anfang September war der Widerstand trotz heroischer Opfer fo gut wie erledigt. Gegen diesen völligen Verfall rief Adolf Hitler am 2. September 1923 die deutfchgesinnte Jugend zum Deutschen Tag nach Nürnberg auf. Zwei Tage lang marschierten die Kämpfer des neuen Deutschlands durch Nürnberg. Die Deutschherrenwiese vermochte die Sturmkolonnen kaum alle aufzunehmen. An diesem Tage wurde der deutsche „Kamp f- b u n b" gegründet, in dem Adolf Hitler, General Ludendorsf, die nationalfozialistische SA., die Bünde e i ch s f l a g g e" und „Oberland" sich zufammenfchlofsen. Eine gemeinsame Kundgebung klang aus in den Worten: „Die Erlösung des deutschen Volkes aus dem namenlosen Elend ist unser Ziel. Wir wollen Befreiung unseres Vaterlandes aus Knechtschaft und Schmach. Wir wollen Freiheit! — Wir bekämpfen vor allen Dingen die Schergen des äußeren Feindes: die marxistifche Bewegung, die Internationale in jeder Form, das Judentum als Fäulniserreger im Völkerleben und den Pazifismus. Wir bekämpfen den Geist der Weimarer Verfassung, die Erfüllungspolitik, das parlamentarische System mit seiner öden Mehrheitsanbetung, wir sind Gegner der Herrschaft des internationalen Kapitals und des volkszerstörenden Klassenkampfes. Wir bekämpfen alle Verfallserscheinungen, die dazu führen, die körperliche und geistige Kraft als die Grundlagen der völkischen Widerstandsfähigkeit zu zerstören. Sie Träger dieses Kampfes find die Kampfoerbände. Durch Kampfgemeinschaft zur Volksgemeinschaft . . . Der deutsche Staat ist die Heimat der Deutschen. Er ist völkisch. Das Staatsbürgerrecht muß erdient werden. Es ist verknüpft mit dem Wehrrecht und abhängig von der Erfüllung der staatsbürgerlichen Pflichten im deutschen Geist . . Die Herrschaft der überstaatlichen Geldmächte in Staat und Wirtschaft dürfen keinen Staat im Staate bilden . . . Unser Recht bedarf einer durchgreifenden Erneuerung im Sinne des deutschen und völkischen Rechtsempfindens. Wir brauchen Gesetze zum Schutze des Vaterlandes. Wer deutsches Land und Volk verrät, muß es mit dem Tode büßen ..." Am 12. August war der Reichskanzler Cuno zurückgetreten, am 13. der Reichskanzler Strese- mann ernannt. Am 26. September brach Deutschland den Widerstand ab. Die Bilanz des Ruhrkampfes ergab den völligen Zusammenbruch des Wirtschaftslebens — und der moralischen Widerstandskraft großer Teile des Volkes. Adolf Hitler schrieb: „Man hat den nationalen Widerstand zu einem bezahlten Generalstreik degradiert. Man hat vergessen, daß man einen Gegner wie Frankreich nicht totbeten, noch weniger totfaulenzen kann. Man ließ den nationalen Willen, den großen Aufschwung der Nation, genau wie 1914, verkümmern und versiegen." Durch die Reihen der Nationalsozialisten ging ein Schrei der Empörung. Am Morgen des 26. September saßen 7 Männer zusammen, um den Gegen st oh vorzubereiten: Adolf Hitler, Röhm, Göring, Kriebel, Weber und Heiß. Adolf Hitler sprach und forderte die Führer der Verbände „Reichsflagge" und „Oberland" auf, ihm die Führung des Kampfbundes zu übertragen. Eine Bekanntmachung an die Öffentlichkeit lautete: „Angesichts des Ernstes der politischen Lage empfinden wir die Notwendigkeit einer einheitlichen politischen Leitung. In voller Uebcr- einftimmung in Weg und Ziel übertragen wir Führer der Kampfv bände bei voller Wahrung deren innerer Geschlossenheit die politische Leitung Herrn Adolf Hitler". Die bayerische Regierung antwortete mit der Verhängung des Au s - nahmezustandes unter Einsetzung des Gene- ralftaatskommissars von Kahr. Dieser verbot sogleich die 14 nationalsozialistischen Massenversammlungen, die in München angesetzt waren. Äomvf gegen öte(5eporaöhtem Maß gewährleistet. Denn die Mitglieder ind gehalten, zu den Sitzungen zu erscheinen und ind nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet, ihre der des Rektors ober des Dekans etwa entgegen- stehende Auffassung zur Sprache zu bringen. Neuartig und vielversprechend für die Hochschule ist die Einrichtung des Kanzlers und der Prodekane, die als „Zwieführer" (siehe PH. Kuhn: Die Führerfrage der Deutschen; A. Bonz, Stuttgart, 1933) dem Rektor und den Dekanen zur Seite treten. Als Zwieführer sollen hauptsächlich jüngere Professoren und Privatdozenten herangezogen werden, um so die Möglichkeit zu haben, die Führer- begabungen zu erkennen, zu entwickeln und in den Dienst der Hochschule zu stellen. Der Tatendrang und die energievolle Entschlußkraft des Jüngeren soll sich mit der reifen Erfahrung des Heiteren in offener Aussprache von Mann zu Mann zur gemeinsamen Arbeit und gemeinsamer Führung vereinen. Obwohl der letzte Entfchluh beim Führer bleibt, muß der Zwieführer vor jeder wichtigen Entscheidung gehört werden, er ist verpflichtet, feine gegenteilige Meinung geltend zu machen. Aus dieser Verpflichtung erwächst ihm eine Verantwortung. die nur eine starke, freie und wahrhaftige Persönlichkeit wird tragen können, die zudem mit voller Offenheit ein feines Taktgefühl verbindet. Nach dem Grundsatz der Zwieführung werden auch die Institute und Kliniken verwaltet, an denen Dozenten oder Assistenten zu Zwieftihrern ernannt werden. Obwohl die neuen Verfassungen der Hochschulen unabpängia voneinander entstanden sind, sind sie in ipren Grundlagen übereinstimmend, was durch ihren Ursprung aus der gemeinsamen national- sozialistischen Ideenwelt zu erklären ist. Jedoch sind in der hessischen Verfassuna manche Bestimmungen enthalten, die über den Rahmen der anderen Verfassungen hinausgehen, mit überlebten und unmöglich gewordenen Einrichtungen aufräumen und sie durch neue Einrichtungen nationalsozialistischer Prägung ersehen. Zu diesen gehört auch die Einsetzung eines Ehrengerichts für alle Mitglieder des Lehrkörpers, -»'nichliehlich der Assistenten, durch das die hohen An "-siche gesichert w-rden. die der neue Staat an den Charakter seiner Hochschullehrer stellen muh. Alles in allem genommen stellt die neue hessische Universitcstsnerfassung einen ganz wesentlichen Schritt vorwärts dar auf dem Wege zum Ziel, das durch die Hochschulrelorm erstrebt wird. Die hessische Renieruna hat mit dem E«-laß dieser Verfasiung bewiesen, daß sie gewillt ist, tätig mitzuwirken und richtungn-dend norantugehen, wenn es sich darum handelt, die Hochschule im |nationalsozialistisch"n Sinne umzubauen und ihr die Wege in die Zukunft des Dritten Reiches zu weifen. auch eine Ausartung — eine Raffeverbesserung — durch Alkoholverzicht. Im Anschluß zeigten die Junascharen kleinere Austührungen, während die Wehrscharen noch ein Geländespiel, Volkstänze und Volkslieder zum Besten gaben. An Stelle des wegen Ueberlaftung zurücktretenden Gau-Jugendführers August Weigel (Gießen) wurde Rudi Marth (Frankfurt a. M.) der Ordens- leitung vorgeschlagen. Der Tag klang aus in dem Bekenntnis zu Volk und Staat. Ortsmünzfernsprecher — neuer Dienst am Kunden! Don der Oberpostdirektion Darmstadt wird uns mitgeteilt: In Gaststätten, Pensionen, Klubhäusern usw befiehl das Bedürfnis, für den Sprechverkehr der Gäste einen Münzfernsprecher bereitzuslellen, damit die Entrichtung der Gebühren zwangsläufig ohne I dauernde Ueberwachung des Sprechapparates ge- | sichen ist. Die Deutsche Reichspost hat jetzt einen neuen Münzfernsprecher, den sogenannten Orts- Münzfernsprecher entwickelt, der bei Hauptstellen, die an eine Vermittlungsstelle mit Selb ft- anschlußbetrieb perangefüprt sind, statt des gewöhnlichen Sprechapparats oder neben ihm als zweiter Apparat aufgestellt und auch in ankommender Richtung unbeschränkt benutzt werden kann. Das Merkmal des neuen Münzfernsprechers ist eine besondere Schaltvorrichtung an der Nummern- scheibe, die verhindert, daß das Schnellamt und das Fernamt gewählt werden können. Es können also nur Ortsgesprächsverbindungen nach Einwerfen von 10 Pf. hergestellt werden. In ankommender Richtung können Ortsgespräche, Schnellgespräche und Ferngespräche wie bei einem gewöhnlichen Sprcchapparat geführt werden. Mit Hilfe eines mit dem Apparat gelieferten Schallschlüssels läßt sich die Sperre der Nummemscheibe vorübergehend auf- heben, so daß mit Wissen und Willen des Teilnehmers der Münzfernsprecher auch zu Schnell- gesprächen und Ferngesprächen benutzt werden kann; auch können dann Ortsverbindungen ohne (Immer- fen der Gebühr pergcsleltt werden. Ein Anschluß mit Orismünzfernlprecher bietet dem Teilnehmer also dieselben Sprechmöglichketten wie ein Anschluß mit gewöhnlichem Apparat. Fremde dagegen können nur Ortsgespräche gegen vorherige Zahlung des Ge- bührenbetrags führen und müssen zur Anmeldung von Fern- und Schnellgesprächen die Zustimmung des Anschlußinhabers einholen. Der Ortsmünzfernsprecher ist keine öffentiitfae Sprechstelle, sondern wird als Sonderapparat für TellnehmersprechsteUen geliefert Den Geldbehälter lehrt der Teilnehmer felbft; die Gesprächsgebühren werden ihm in der üblichen Weise monatlich in Rechnung gestellt. Ueber weitere Einzelheiten, insbesondere über die einmaligen und laufenden Gebühren, geben die Telegraphen- und Postämter Auskunft. Parole des Tages am Dienstag. Der Südwestfunk in Frankfurt sendet am heutigen Dienstag über die Sender Frankfurt, Raffel, Trier und Freiburg folgende „Parole des Tages": 14 bis 14.05 Uhr, 17 bis 17.05 Uhr Parole des Tages am Mittwoch. Der Südweftfunk in Frankfurt sendet am Mittwoch, 8. November, über die Sender Frankfurt, Kassel, Trier und Freiburg folgende „Parole des Tages": 14 bis 14.05 Uhr, 17.20 bis 17.25 Uhr. Gictzcner Wochen Marktpreise. '* Dießen, 7.Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 Mark, Kochbutter 1,10 Mark, Matte 20 bis 25 Psi. Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 14, Wirsing, das Pfund 8 bis 10, Weißkraut 5 bis 7 Pf, der Regelmäßiger Theaterbesuch nur durch das billige Abonnement oder die ^Zwolferkarte^! Zentner 3 Mark, Rotkraut 10 Pf., Gelbe Rüden 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12 bis 20, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 20 bis 25 Pf., Feldsalat 1 Mark, Tomaten 20, Zwiebeln 10, Meercttich 30 bis 40, Schwarzwurzeln 20 bis 25, Kürbis 5 bis 7, Pilze 30, Kartoffeln, das Pfund 3 bis 3% Pf., der Zentner 2,50 bis 2,80 Mark, Aepfel 12 bis 18 Pf., Birnen 10 bis 15, Honig 40, Nüsse 45 bis 50, junge Hähne 70, Suppenhühner 65, Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 8 bis 15, Endivien 8 dis 10, Oberkohlrabi 5 bis 6, Lauch 5 bis 10, Rettich 10, Sellerie 10 bis 25, Radieschen, das Bund 8 bis 10 Pf. Bornotizen. — Tageskalender f ü r Dienstag: Stabttpeater, 20 bis 22.30 Uhr „Wiener Blut". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Baby" mit Anny Ondra. — Vortrags-Gemeinschaft: Goethedund, Kaufmännischer Verein und Gewerbeverein, 20 Uhr, Neue Aula, Lichtdilder-Dortrag über „Tiere des deutschen Waldes und der deutschen Heimat als Hausgenossen". — — Aus dem Stadttheoterbüro wirb uns geschrieben: Heute 20 Uhr als 6. Vorstellung im Dienstag-Abonnement Erstaufführung der klassischen Operette: „Wiener Blut" von Johann Strauß. Für die Inszenierung zeichnet Paul 9B r e b e ; am Diri. gentenpult Kapellmeister Fritz Cujö; Einstudierung der Tänze: Theo Bäulke. Operetten-Preise. Ende: 22.30 Uhr. — Morgen 6. Vorstellung im Mittwoch- Abonnement. Wiederholung: „Wiener Blut". Operetten-Preise. Spieldauer von 19.30 bis 22 Uhr. Die Vorstellung beginnt pünktlich, Zuspätkommende werden während des Vorspiels nicht in den Zuschauer- raum gelassen. ♦ Wichtig für Lungenkranke. Die Sprechstunden der Fürsorgestelle für Lungenkranke in der Medizinischen Poliklinik finden für die Besucher aus den Landgemeinden des Kreises Gießen jeden Montag von 16 dis 17 Uhr statt. Lungenkranke und Krankheitsgefährdete, die in ärztlicher Behandlung find, bedürfen einer Ueber- Weisung ihres Arztes in die Lungenfürsorgestelle. Unbemittelte werden unentgeltlich beraten. Ankündigungen zum Weihnachts» verkauf erst ab 1. Dezember. Das Einzelpandelsamt des Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstags pat bestimmt, daß im Rhein-Mainischen Wirtschaftsgebiet Ankündigungen von Weihnachts- Verkäufen erst ab 1. Dezember erfolgen dürfen. Vorher sind Ankündigungen weder in Zeitungen oder sonstigen Anzeigen, noch in den Schaufenstern zulässig; auch dürfen entsprechende Schaufensterdeko- rationen erst ab 1. Dezember gemacht werden. ** Arbeitsjubiläum. Der Schneider Konrad B ü e n, Walltorstraße, kann am heutigen Dienstag auf eine 25jährige Tätigkeit im Konfektionshaus Frensdorf zurückblicken. “ Silberne Hochzeit. Arn heutigen Diens- tag, 7. November, können der Landwirt Hans P r e i ß und dessen (Ehefrau, geb. Hermann, Wetzlarer Weg 80, bas Fest ber silbernen Hochzeit begehen. Das gleiche Fest können am morgigen Mitt- woch auch bie Eheleute August Hock, Hamm- straße 14, feiern. " 25jähriges Jubiläum im „Ottilien- heim". Man berichtet uns: In blefem Semester werben cs 25 Jahre, bah im Hause Neuen Baue 16 bei Fräulein Ottilie ©Untermann Stubenten zur Miete wohnen. Dieses Jubiläum wirb noch verschönert baburch, bah sämtliche Mieter Angehörige ber Burschenschaft Frankonia zu Gießen waren. 50 Semester lang gehen dort Franken ein und aus, fühlen sich wohl und freuen sich der mütterlichen Fürsorge und Pflege ihrer Wirttn. Alle, und defonders diejenigen, die heute schon „Alte Herren" sind, erzählen gerne von den trauten Stunden auf der Studentenbude im „Ottilienheim“, das feinen Namen nach der Vermieterin erhalten hat. Die Burschenschaft Frankonia ist stolz auf die lana- jährige Wirtin ihrer Bundesbrüder und hofft, diese noch recht lange im „Ottilienheim" in treuer Obhut zu sehen. ® *• DerBrandschadenirnBergwerk. Wie mir erfahren, beläuft sich der Schaden, der bei dem gestern gemeldeten Brande einer Halle und eines Förderturmes im Bergwerk entstand, auf die beträchtliche Summe von etwa 10—12000 Mark. Neben Maschinen und Motoren verbrannten etwa 85 Grubenlampen und die Arbeitskleidung der Belegschaft. •• Die 3 6 Fran kfurter Insekten- k a u s ch b 0 r s e , die älteste und bekannteste Veranstaltung dieser Art, die am Sonntag stattfand, wies gegenüber den Vorjahren einen unvermindert starken Besuch auf. Aus Süddeutschland, aus dem Rheinland, aus Sachsen und anberen deutschen Gaue» waren die Naturfteunde, etwa 500 bis 600 an der Zahl, erschienen. Zur Ausstellung waren einige Hunderttausend Insekten gebracht. Der Tauschaer« kehr war fehr lebyaft. Deutsches Hotz ist besser! Neichsstatthalter Sprenger eröffnet die Ausstellung „Deutsches Holz in Haus und Heim". WEN. Darmstadt, 5. Nov. Zur Eröffnung der Ausstellung „Das deutsche Holz in Haus und Hei m , verbunden mit einer Schau auser- wählter Möbel aus deutschem Holz, hatten sich Samstag mittag im Gewerbemuseum in Darmstadt in Anwesenheit des Reichsstatthalters in Hessen, Gauleiter Sprenger, und des Staatsministers I u n g die Spitzen der staatlichen und städtischen Be° Hörden, die gesamte hessische Forstverwaltung, sowie die Vertreter der Land- und Forstwirtschaft, der beteiligten Industrie und der Schulen und Forschung eingefunden. Die Vorhalle des Gewerbemuseums war mit den Fahnen des neuen Reichs und mit Blumen stilvoll ausgeschmückt. Zwei im Kerzenschein strahlende Christbäume aus dem Odenwald flankierten das Rednerpult. Das Drumm-Quartett des Hes- fischen Landestheaters brachte ein klangschönes Quartett von Mozart auf deutschen Meisterinstrumenten zum Vortrag, worauf Staatsminister Zung die Feier mit dem Dank an die Ausrichter, Land- forftmeister l)r. ll. c. H e s s e und Architekt Philipp Müller (Darmstadt), eröffnete. Der besondere Wert der Ausstellung liegt, so betonte der Staats- Minister, nicht in der Zahl der Ausstellungsgegenstände, sonderen in der Idee, die durch diese Ausstellung verkörpert werde. Die hessische Staatsregierung, die selbst über einen großen Forstbesitzverfüge und pflegerisch verwalte, habe schon vor Monaten in einer Verfügung an die unterstellten Behörden des Landes den Wunsch ausgesprochen, daß in Zukunft nur noch deutsches holz bei allen staatlichen und städtischen Bauten Verwendung finden soll. Es liege im Interesse der deutschen Volkswirtschaft, wenn die Einfuhr ausländischen Holzes, die heute noch wertmäßig etwa 100 Millionen Mk. ausmache, durch vermehrte Benutzung deutschen Holzes vermindert werde. Der Minister schloß mit der Bitte an den Herrn Reichsstatthalter, dahin zu wirken, daß durch Bestimmungen der Reichsregierung veranlaßt werde, in erster Linie deutsches Holz aus dem deutschen Wald zur Verwendung zu bringen. Reuchsstatthalter Gauletter Sprenger gab dem Wunsche und der Hoffnung Ausdruck, daß gerade diese Ausstellung einen grundlegenden Wan- del in der Sinnes- und Denkweise über die Der- wendung und Verwendbarkeit des deutschen Holzes bringen möge. Die gerade im letzten Jahrzehnt im deutschen Handwerk und Gewerbe zutage getretene Verflachung sei ein getreues Spiegelbild der politischen und kulturellen Verflachung gewesen. Auch im Zeitalter der Maschine sei diese Verflachung nicht notwendig gewesen. Sie sei erfolgt angesichts der Verflachung der Seele. An die Stelle der Pflege der Tradition trat eine Denkw.'ise, wie sie Rathenau einmal aussprach, als er den Geist ber Maschine an die Stelle der Gestaltungskraft des Menschen setzte. Auch heute sei dieser Geist noch nicht völlig ausgerottet, und er freue sich daher besonders, daß die hessische Regierung mit dieser Ausstellung einen Auftakt zum Besseren liefere. „Wenn wir hier sehen", so fuhr der Reichsftatthalter fort, „was für wunderbare Formen und Farben aus deutschem Holz erstehen, dann begreift man nicht, daß das deutsche Holz und seine Produkte so in den Hintergrund treten konnten. 3d) glaube jedoch, man soll hier weniger Werl auf Verbote legen, sondern zweckmäßigerweise den weg der Selbsthilfe beschreiten, wir haben es gar nicht notwendig, unsere Reichsregierung in eine unangenehme Lage zu versehen, daß sie durch Verbote ober schwierige Gestaltung der Handelsverträge sich überflüssige Schwierigkeiten macht. Wenn der deutsche Mensch nur Möbel und Bedarfsgegenstände aus deutschem Holz fordert, dann besteht eben nur für deutsches Holz Verwendungsmöglichkeit. (Beifall.) Auf dieser freiwilligen Selbsthilfe können wir außerordentlich viel erreichen, ohne einen Instanzenapparat in Bewegung zu setzen. Es wäre von unendlicher Bedeutung, wenn diese Welle von hier aus in das ganze Volk getragen würde. Dann wird der deutsche Förster sich wieder an seinem Wald erfreuen, das Handwerk wird neuen Schwung bekam- men und auch die deutschen Künstler werden wieder erweckt werden und richtungweisende Entwürfe für Handwerk und Gewerbe liefern. Der Reichsstatthalter erklärte bann die Ausstellung für eröffnet. Oberlandforstmeister Dr. h c. Heffe gab dann einen Ueberblirf über die traurige Lage ber deutschen Forstwirtschaft in den letzten Jahren. Erst heute durch die Maßnahmen der Reichsregierung Hitler auf dem Gebiete der Handels- und Zollpolitik, durch die Maßnahmen der Reichsbahn auf tarifpolitischem Gebiet erwache in ber b e u t • schenHolzwirtschaftwieberneueHoff- n u n g. Er glaube, baß die Reichsregierung neben ihren anderen gigantischen Aufgaben auch bie deutsche Forstwirtschaft wieder zu einem gesunden, vollkräftigen Zweig ber beutschen Nationalwirtschaft bringen werde. Zum Schluß dankte der Oberland- forftmeifter dem hessischen Staatsminister für seinen Erlaß zugunsten ber Verwendung beutschen Holzes bei Staats- unb Kommunalbauten. Ein Rundgang durch die Ausstellung bot einen überzeugenden Eindruck von der Verwendbarkeit deutscher Holzer im häuslichen, gewerblichen und künstlerischen Bereich. Die Ausstellung ist bei freiem Eintritt zugänglich. Mensch, meckere nicht! Ein Gespräch unter Nachbarn. der Wagen kommt nicht von ber Stelle, plötzlich gibts einen Krach, ber Wagen bricht auseinanber unb bie Pferbe fallen in ben Dreck. Ja, Vater Behrens, unb in biesem Dreck saßen wir schon 14 Jahre drin." „Junge, Junge, wie Du bas schilbern kannst! Man könnte ein Bild davon malen." „Leiber kein schönes, Vater Behrens, aber nun mal weiter: Währenb wir Deutschen hier in unserem innenpolitischen Dreck saßen, mürben wir außenpolitisch bis über beide Ohren eingeseift. Wir kamen uns sehr gehoben vor, als man uns ben schönen Platz im Völkerbund anbot. Das sah aus wie Gleichberechtigung. In Wirklichkeit dachten bie anberen Mächte gar nicht baran. Man wollte uns nur bort haben, um uns münblich eingureben, was man nicht gern schriftlich von sich gab. Monatelang, jahrelang tagten enblose Friebens- unb Abrüstungskonferenzen, bei benen nie etwas herauskam." „Ja, Fritz Ackermann, bas habe ich auch gesagt. Die Sache in Genf ist nicht richtig." „Hm, aber Ihre Partei hat doch jahrelang bie- sen ganzen Zauber mitgemacht. Unb währenb alle Zeitungen ihre außenpolitischen Spalten mit Berichten über bte enblosen Konferenzen füllten, würbe überall still und heimlich gerüstet, Waffen geschmie- bet, Tanks unb Schnellfeuergeschütze gebaut, Gasgranaten gebreht unb Riesenheere auf die Beine gestellt. Nur Deutschland hatte abgerüstet unb blieb abgerüstet." „Ja, bas hat mich auch immer geärgert. Aber es hat ja keinen Zweck, baß wir auch drauf los- rüsten, um einen neuen Krieg anfangen zu können." „Richtig, Vater Behrens, vollkommen richtig! Die anderen sollen auch a b r ü ft e n , wie sie es 1919 in Versailles feierlich versprochen haben Der Austritt aus dem Völkerbund war der erste Schritt zu diesem Wege. Damit hat Hitler sie vor die Entschei- bungsfrage gestellt: Wollt i h r b a l b unb gründlich abrüften ober nicht? „Nun hat Deutschland es in ber Hanb, seine Meinung barüber zu äußern, ob uns bie Abrüstung ber anberen genügt Das ist ein Trumpf, ben Hit- ler unb Hinbendurg jetzt in ber Hanb haben, unb ich bin fest überzeugt, sie werben ihn richtig ver- roenben. Früher war es leiber umgekehrt" „Unb wie ist es nun mit der Wahl am ^.November? Ist denn bas auch noch eine richtige Wahl, wenn nur eine Partei auf bem Wahlzettel steht?" „Doch, Vater Behrens, biese Wahl ist viel besser als alle früheren. Kein Wähler braucht sich Kopfschmerzen zu machen, was er tun soll. Wer Aböls Hitler unterstützen will, ber wählt bie Liste ber NSDAP unb ebenso ben Abstimmungs- schein, ber mit ber Außenpolitik zusammenhängt, ben füllen alle Deutschen mit „I a" aus, benn der Völkerbund und die ganze Welt fragen nicht danach, ob wir einzelnen Deutschen Nationalsozialisten [mb ober nicht. Die Welt will sehen, ob bas deutsche Volk einig ist in der Forderung nach Frieden und Gleichberechtigung. Das müssen wir am 12. November beweisen/ „Schön, mein Junge, das werden wir auch beweisen. Darin stimme ich Dir vollständig zu. I ch bin bei H i 11 e r." Mutter Behrens saß still in ihrem Sorpenftui)! unb lächelte vergnügt. Dann ging sie in die Küche unb braute mit bem letzten Rest aus der Rum- flasche einen schönen Grog für bie beiden Peter Sebaldus. Frau Behrens war mit ihrem Mann gar nicht mehr zufrieden. Seitdem seine Partei unter bem Druck ber nationalsozialistischen Revolution von ber Bilbfläche oerschwunben war, knurrte unb brummte der Alte nur noch herum. Man konnte nicht mehr vernünftig mit ihm reden. Frau Behrens sprach mit ben Nachbarsleuten. Der junge Techniker Ackermann lackte vergnügt bazu unb versprach gern, abenbs bei Behrens mal hereinzukommen. Er hielt auch Wort. Der alte Behrens hatte gerabe nach bem Adenbbrotefsen seine Pfeise angesteckt, als Ackermann erschien: „Na, Vater Behrens, wie gehts benn? Ich sehe Sie wollen gerabe Zeitung lesen. Was gibts beim Neues?" „Ach, Junge, es hat ja keinen Zweck, baß wir davon sprechen. Da hat man nun fein Leben lang politisiert, unb jetzt kommt ihr jungen Kerle unb nennt bas alles Unsinn, was wir gemacht haben Der Deubel soll bie ganze Kiste holenI" .Langsam, Vater Behrens, langsaml Wenn ich sage, das alte Parteisystem war Unsinn, bann meine ich noch lange nicht, baß Sie auch Unsinn gemacht haben!" „Na, was benn sonst? Du hältst mich wohl für schwerhörig?" „Nee, aber für ungebulbig. Sonst sind Sie unser bester Nachbar, aber bei ber Politik werben Sie leicht so krabbelig. Hören Sie jetzt bitte mal einen Moment ruhig zu! Also: Sie meinen, Ihre Partei war gut, nicht wahr?" „Allerdings, mein Junge, die war wirklich gut. Das will ich meinen." „Schön, Vater Behrens, wer meint denn bas außer Ihnen sonst noch?" .Komische Frage, natürlich alle unsere Partei- freunbe unb unsere Wähler. In ber Zeitung stand bas boch auch immer!" „Schön, Vater Behrens, also bestenfalls waren es einige Millionen Menschen, bie an Ihre Partei ober an eine anbere geglaubt haben. — Wie ben- ken Sie benn nun über bie anderen Parteien, die jetzt auch verschwunden sind?" „Mit benen war doch nichts los. Weshalb fragst Du danach?" „Weil bie anderen natürlich meinen, baß Ihre Partei nichts getaugt hat. Wer hat benn eigentlich recht, Sie ober bie andern? Sehen Sie, Vater Behrens, diese Frage hat die Mehrheit des deutschen Volkes, die niemals in einer Partei organisiert war, auch immer wieder gestellt. Bei jeder Wahl dasselbe Bild: Ein paar Dutzend Parteien, jede macht alle anderen schlecht -mb hebt sich selbst in den Himmel — so war es doch!" „Ganz richtig, so war es. Jeder konnte feine Meinung sagen!" „ ober auch nicht, Vater Behrens. Wie oft haben Ihre Parteiminister bie NSDAP, verboten. Was wurde vor den Wahlen alles versprochen ! Unb was würbe bann hinterher alles gehalten? „Ach ja, bas war nicht schön, mein Junge, das ist wohl wahr." „Na also, bann sinb wir ja einig. Aber wir wollen mal annehmen, baß alle Parteien gut waren, daß sie ein gutes Programm hatten unb jede bas Beste für unser Volk gewollt hat. Dabei hätte auch nicht viel herauskommen können, benn es waren zu viel Parteien, unb jebe Partei wollte etwas anberes Die eine sagte „Hü" unb bie anbere „Hott", als wenn Pferde an einen Wagen gespannt sind hinten unb vorn. Alle Pferde ziehen mit voller Kraft, SJlxfpoti » FE.Teutonia" Watzenborn-Steinberg Watzenborn-Steinberg (Liga) — VfB. Gießen (Liga) 7:5 (4:2). Die Liga von Watzenborn-Steinberg empfing am Sonntag bie Liga bes VfB. Gießen zum fälligen Verbanbsspiel Die Liga bes VsB. ist auf bem Teutonenplatze kein unbekannter Gegner unb hat hier schon oft schöne Spiele geliefert. Die hiesige Mannschaft konnte bei ihren letzten Spielen gegen diese Mannschaft nicht befonbers gut abschneiben. Mit großer Spannung sah man beshalb auf bieses Spiel. Der Platz war in einigermaßen guter Verfassung. Die Mannschaften bestritten ben Kamps in folgenden Aufstellungen: FC. „Teutonia": E. Happel; Burger, Wehrum; Schäfer, Schmanbt, Maib; L. Buß, Lang, O. Happel, Fischer, Fett. VfB.: Becker; Leutheuser, Wilhelm; Haupt, Knauß, Feuster; Ranft, Fehling, Heß. Heller, Lehr- munb. VfB. trat mit Ersatz an, ging aber von Anfang an mächtig aus sich heraus unb konnte schon nach kurzer Zeit burch seinen Linksaußen in Führung gehen. Die Freube bauerte aber nicht lange. Die Teutonenelf, bie sich ber Bebeutung bieses Spieles bewußt war, brängte ben Gegner allmählich zurück, unb babei war es ihr vergönnt auszugleichen unb sogar in Führung zu gehen. Balb fiel aber roieber ber Ausgleich. Die Teutonen führen nun ein schönes Spiel vor. Wieber einmal roanbert ber Ball zum Linksaußen, biefer flankt unb ber Halbrechte schoß ein. Kurz nach bem Anstoß ftanb ber Rechtsaußen ber Teutonen frei vor bem Tor bes Gegners, schoß aber knapp vorbei. Dann flankte ber Linksaußen roieberum, unb ber Halbrechte konnte abermals einschießen. In biefer Zeit beherrschten bie Teutonen bas Felb. Bei bem Staube von 4:2 werben bie Seiten gewechselt. Nach Wieberantritt liefen die Teutonen, die jetzt mit bem Winb spielten, zu großer Form auf unb konnten noch zwei weitere Tore vorlegen. Da nun bas Spiel 6:2 ftanb, flaute der Eifer ber Platzmannschaft ab unb bie Mannschaft ließ bie VfBer in kurzer Zeit zu drei Erfolgen kommen. Dann aber rafften sich die Teutonen wieder zusammen, und bem Halblinken gelang es abermals burch einen Alleingang bas siebte Tor zu schießen. Die letzten Minuten brachten nichts wesentliches mehr. Die Mannschaft ber Gastgeber spielte einen recht auten Fußball, fanben aber in ben Gästen eine Mannschaft, bie sich nicht so ohne weiteres schlagen ließ. Der Sturm war schußfreubig, bie Läuferreihe zerstörte gut und baute andererseits hervorragend auf, die Verteidigung unb ber Tormann waren sehr auf ber Hut. Das Spiel war ein tnpischer Punktkampf. Schiedsrichter Volkmar (Wetzlar) ließ jedoch kein allzu hartes Spiel aufkommen und hatte das Spiel jederzeit in ber Hand. Die zweite Mannschaft gab Spieler an bie erste Mannschaft ab unb mußte also ersatzgeschwächt zum fälligen Verbanbsspiel in Wißmar antreten. Sie verlor mit 3:0. Spielvereinigung 1900 Gießen. Naunheim I — 1900 II 12:2 (3:1). Daß man nicht ohne Nieberlage aus Naunheim heimkehrte, war sicher, überraschend ist aber bie Höhe ber Nieberlage. Damit soll aber nicht gesagt fein, baß bie Blauweißen sich keine Mühe gaben. Der Gastgeber war einfach in beftedjenber Form. Große Schnelligkeit, tabellofe Technik unb famose Spielauffassung schufen bie Erfolge über die sich tapfer wehrende Gießener Elf. Dem Führungstreffer der Gastgeber setzte 1900 den Ausgleich entgegen. Bis zur Pause erhöhte ber Platzverein auf 3:1. Noch einmal verkürzte 1900 nach bem Wechsel aut 3:2, bann aber lief Naunheim davon unb stellte in schöner Kombination ben 12:2°Siea sicher. Trotz ber vielen Treffer war Balser im 1900-Tor in bester Verfassung. Der Schiebsrichter war schwach. Vetzberg I — 1900 III 3:6 (1:4). Das erste Spiel ber Vetzberger im Deutschen Fußballbunb! Der Gastgeber benutzt einen neuen guten Platz, ber vor recht zahlreichen Zuschauern ein schönes unb interessantes Spiel zulietz. Obwohl 1900 nur zehn Spieler im Feld hatte, war es jederzeit überlegen, besonders Arnold I im Sturm war diesesmal sehr schußfreudig. Er brachte allein drei Treffer auf sein Konto. Bis zum Seitenwechsel war 1900 offensiver unb konnte bies burch vier Treffer zum Ausbruck bringen, währenb Vetzberg nur einmal erfolgreich war Handball im Gau XII der DT. To. Beuern I — 056. I 4:4 (1:2). Der OSC. erreichte in Beuern nur ein Unent- schieben. Der Halbrechte hatte eine 2:0 - Führung herausgeholt. Als jeboch ber Schiebsrichter drei Erfolge ber OSCer wegen angeblichen Abseits nicht gab, gerieten biese burdjeinanber unb Beuern fanbte einen Strafstoß zum Tor ein. Auch bei Beginn ber zweiten Halbzeit nahm ber OSC. bas Heft sofort roieber in bie Hand. Aber nichts wollte gelingen. Drei Lattenschüsse waren bie Ausbeute einer Vier- telftunbe bes Drängens. Beuern war glücklicher, burch einen Strafstoß unb ein weiteres Tor tarnen sie zur 4:2-Führung. Nun legten bie OSCer los. Die Stürmer gingen sehr aus sich heraus, aber ber Tormann ber Beuerner ließ keinen Erfolg zu. Erst zehn Minuten vor Schluß gelingt es Luh auf 4:3 zu verkürzen. Herbert stellte bann 4 Minuten vor Schluß burch unhaltbaren Schuß ben Ausgleich her. Deutscher S iverband behält seine Mitglieder. Gerüchte, die davon wissen wollen, daß Bestrebungen im Gange seien, den Mitgliederbestand ues Deutschen Ski-Verbandes durch Gründung eigener Verbände oder durch Anschluß an andere Fachsäulen zu schwächen, werden jetzt auf Grund einer Versicherung des Reichssportführers, daß der bisherige Mitgliederbestand im DSV. unter allen Umständen erhalten bleibe, widerlegt. Kurze Sportnotizen. Zum Länderspiel Deutschland gegen Schweiz, bas am 19. November in Zürich ausgetragen wirb, will ber Gau Württemberg des DFB. ab Stuttgart einen Sonberzug verkehren lassen. * 100 Turnerinnen werben am 25.November beim „III. Fest ber Sportpresse" in Frankfurt a. M. bie Freiübungen des Deutschen Turnfestes, bas „Stuttgarter Programm" zeigen. * Die Vorarlberger Skiläufer haben bei ber österreichischen Regierung in Wien eine Aufhebung ber Grenzsperre gefordert. * Der Darmftäbterßangftrecfenläufer Schilgen, ber in bie Reichshauptslabi über- gefiebelt ist, gewann ben Branbenburgischen Herbst- roalblauf ebenso überraschenb wie überlegen vor ben favorisierten Berliner Spezialisten Göhrt unb Klos. * Der Olympiakursus der Eissportler hat am Montag in Berlin seinen Anfang genommen. 135 Eisläufer aus allen Teilen Deutschlands, darunter auch die besten Eishockeyspieler, sind Teilnehmer. „Grundsätzliche Fragen des deutschen Sports." Eine Rede des Reichssportführers. Nach dem Fußball-Länderspiel Deutschland gegen Norwegen sprach ber Reichssportführer von Tschammer unb Osten am Sonn- tagabenb im Bürgersaal des Magdeburger Rathauses vor den Vertretern staatlicher und städtischer Behörden sowie den Führern ber Turn- unb Sportvereine bes Bezirks Magbeburg-Anhalt. Er führte u. a. aus: Es sei notwendig, einmal auch in diesem Kreise mit ben Männern zu sprechen, bie in ber Praxis stänben. Eine Fühlung untereinanber sei unbebingt notwendig, damit ein gemeinsamer Einsatz der Kräfte gewährleistet fei. Er betone ben großen Wert internationaler Sportveranstaltungen, wie z. B. bieses Länberspiel Deutschlanb—Norwegen, weil es außenpolitisch von großer Bebeutung sei, um so mehr, weil berartige Tressen bazu angetan wären, im Auslanbe Verständnis für bas, was sich im beutschen Vaterlanbe ereignet hat, zu finben. Außerbem fühle er sich als Beauftragter feines Führers unb Reichskanzlers Aböls Hitler, ber solche internationale Beziehungen wünsche. Man solle berücksichtigen unb zwar nicht nur bei internationalen Treffen, baß ber Platz, auf bem sportliche Wettkämpfe burchgeführt werben, ein Stuck Heiligtum für uns sei. Schon immer sei er Optimist gewesen, unb er werbe alles baransetzen, eine Vereinheitlichung der bestehenden deutschen Turn- und 5portgemeinde zu erreichen. Maßgebend für ihn sei ber Mensch, ber im nationalsozialistischen Sinne an ber Ertüchtigung jebes Deutschen mitarbeite, der für eine gefunbe Auffassung, für Kampfbereitschaft und Opferwille eintrete. Wer sich bissen Grundsatz nicht zu eigen machen könne, müsse verschwinden, benn er sei ein Feind deutscher Sportgemeinschaft. Es sei vollkommen abwegig, wenn ein Teil ber heutigen Jugend glaube, auf bas mittlere Alter ober auf bie älteren Führer verzichten zu können. Allerbings dürfe man ber Jugend nicht in einem gewissen Abstanb aegen- übertreten, fonbern müsse verstehen, sich bie Herzen ber Jungen zu erobern. Die Autorität bes Führers müsse väterlich, frieb» lief) unb innig fein; bann könne man auch mit ber Jugenb leben unb werbe gerabe burch biese Tugen- ben ben vom Reichskanzler Aböls Hitler gewünschten unb geforberten Gemeinschaftssinn guter Kultur pflegen können. In Turn- unb Sportkreisen habe man mit Besorgnis von Dingen gesprochen, bie ben Bestanb ber beutschen Turn- unb Sportvereine ge- iährben könnten. Nichts sei unangebrachter als biese Ansicht. In seinen Bestrebungen, Turner unb Sportler zur Einheit zu verschmelzen, finbet er bei seinen Kameraben von ber SA. unb bei den Führern der Hitler-Jugend Verständnis. Der Reichssportführer fuhr fort, man könne sich schon daraus verlassen, daß er persönlich sich dafür einsetzen werde, daß nicht etwa Turner und Sportler als zweitklassig bezeichnet würden, denn für die Hitler-Jugend und die SA. bietet die deutsche Sportbewegung bie besten Vorbebingungen. Wenn man sich rounbere, baß er nicht schon da, wo Unklarheiten bestünden, mit Verfügungen ober Erlassen heraus- gekommen wäre, dann gäbe es dafür nur eine Erklärung, daß solche Bestimmungen zu ihrer Zeit erscheinen werden, unb baß der gewünschte und beabsichtigte Erfolg dann auch nicht ausbleiben werde. Besonders warm setzte sich Reichssportführer von Tschammer unb Osten bafür ein, bie Seele der mar« xistischen Sportler zu gewinnen, um so mehr, als ihnen heute die Führung fehle. Gegenseitiges Vertrauen werde hier die Brücke schlagen. Auf keinen Volksgenossen, der sich zu Turnen und Sport hingezogen fühle. dürfe man verzichten, allerdings im Rahmen der von ihm herausgegebenen Bestimmungen. Zur Zusammenschweißung der deutschen Turn» und sporl-Jdee beabsichtigt der Reichssportführer im Reichssportführerring eine weitere Konzentration der Kräfte. Ihren äußeren Eindruck werde sie 1934 im „H aus des Deutschen Sports" auf bem Gelänbe bes Sportforums in Berlin finben. Dann wohnten alle Verbanbsleitungen in einem Hause, unb dann gäbe es auch eine finanzielle Konzentration. Auf Grund dieser Organisation wäre es bann ausgeschlossen, daß ein Verband Gelder anhäufe, während der andere nicht einmal bie notroenbigften Mittel zur Durchführung ber sportlichen Betätigung seiner Mitglieder zur Verfügung habe. Unter Bezug auf das Verdienst der SA. bei der Errichtung bes neuen Deutschlanbs hob ber Reichssportführer hervor, baß bie ideelle Auffassung des Sports auf jeden Fall erhalten werden müsse. Wenn am 12. November das deutsche Volk darüber zu entscheiden habe, ob es mit der Führung des Reichskanzlers einverstanden fei, dann habe er das Vertrauen zu der von ihm geführten deutschen Turn- und Sportgemeinschaft, daß sie sich ihrer Pflicht dem Vaterlande gegenüber bewußt sei und der Parole Adolf Hitlers Gefolgschaft leiste. Die Rede des Reichssportführers wurde von den Anwesenden mit großem Beifall ausgenommen. ^Sodener bei HUSTEN. ERKÄLTUNG Oberheffen. Gchlageter» und Horst-Weffel-Ehrung in Hungen. Hungen, 5. November. Am heutigen Sonntag wurde an dem hiesigen Kriegerdenkmal in feierlicher Weise die Einweihung einer Schla- aeter-undeinerHor st-Wessel-Gedenk- täfel und damit verbunden die Fahnenweihe der Ortsgruppe der NSDAP. Hungen vollzogen. Man hat es in feinsinniger Welfe verstanden, ohne dem Charakter des Kriegerdenkmals zu schaden, zu beiden Seiten Flügelmauern zu ziehen, um hier an zwei hervortretenden bzw. über der eigentlichen Mauer überstehenden Pfeilern den beiden Tafeln den gebührenden Ehrenplatz zu geben. Man schuf hiermit eine enge Verbindung zwischen den Helden des großen Krieges und denen, die ebenfalls in heldenhafter Weife für ihre Idee im Kampfe um Deutschlands innere Freiheit ihr Leben ließen. Die Horst-Wessel-Tafel trägt als Sinnspruch die Ansangsworte seines Vermächtnisses, das er der Nation gab: „Die Fahne hoch", während die Schlageter-Tafel versinnbildlichend in den Worten: .Lieber tot als Sklao" das Zerreißen der Ketten aus Schmach und Schande darstellt. Als Symbol werden diese Tafeln der Nachwelt Zeugnis ablegen von dem Heldentum, das diese beiden Männer in Deutschlands tiefster Erniedrigung, in Deutschlands schwerster Zeit brachten. Nachdem der Festzug, an der Spitze drei SA - Stürme und ein SS.»Sturm, auf dem Platze Aufstellung genommen hatte, wurde die Feier durch das Lied: „Brüder, reicht die Hand zum Bunde", gesungen von dem Gesangverein „Eintracht", ein- geleitet. In erhebender Weise nahm anschließend Bürgermeister Fendt namens der Stadtvertre- tung die feierliche Enthüllung der beiden Gedenk- tafeln vor. Unter dem Geläute der Glocken fielen die Hüllen. Mit dem gemeinsam gesungenen Deutschlandlied fanden seine Worte ihren Ausklang. Die Weiherede hielt Pfarrer Bock, der die beiden Kämpfer in einer zu Herzen gehenden Ansprache als Nationalhelden ehrte. Nach dem gemeinschaft- lichen Gesang „Wir treten zum Beten" wurden von dem Führer der SS. an der Schlageter-Gedenktasel, von dem Führer der SA. an der Horst-Wessel-Ge- denktafel und von dem Ortsgruppenleiter an dem Kriegerdenkmal Kränze niedergelegt. Die SA. • Kapelle umrahmte die feierliche Kranzniederlegung nach abschließenden Worten des Ortsgruppenleiters mit dem Liede vom guten Kameraden. Ministerialrat Pg. Ringshausen, Darmstadt, als Hauptredner des Tages würdigte in einer kernigen Ansprache ebenfalls die beiden Nationalhelden und nahm anschließend die Fahnenweihe der Ortsgruppe vor, die mit dem Singen des Horst- Wessel-Liedes ihren Höhepunkt erreichte. Nachdem von dem Gesangverein „Liederkranz" zum Vortrag gebrachten Liede „Flamme empor" ergriff Ministerialrat Ringshausen nochmals das Wort, um insbesondere auf den Sinn und die Bedeutung des 12. November, den Tag, an dem für jeden Deut- Jchen nur eins gilt, für feine Ehre einzutreten und omit für die Ehre der Nation, um damit dem Auslande das einmütige Geschlossensein des Volkes hinter dem Führer vor Augen zu führen, hinzu- weifen. Mit diesem Appell und dem von beiden Gesangvereinen gesungenen Hakenkreuzlied fand die erhebende Feier ihren Abschluß. Den Angehörigen der im Weltkriege gefallenen, verstorbenen und vermißten Krieger wurde von der Stadt Hungen durch Bürgermeister Fendt alsdann noch eine Widmung überreicht. Lanvkrcis Gietzen. X W i e s e ck, 6. Nov. Für das N S. - Winter- Hilfswerk wurde gestern am Tag des Ein- topfgerichts der erfreuliche Betrag von 353 Mark gesammelt. cf Heuchelheim, 6. Nov. Das 4jährige Söhnchen der Familie W. Weber, Gießener Straße, wurde am Samstagmittag in der Gießener Straße von einem Personenwagen angefahren und einige Meter mitgeschleift. Der Junge hatte das Auto nicht beachtet, als er über die Straße lief Der Lenker des Autos bremste sofort, konnte aber den Unfall nicht mehr verhindern. Der herbei- gerufene Arzt stellte einen Oberschenkelbruch und Hautabschürfungen fest und brachte den bedauerns- werten Knaben in die Chirurgische Klinik nach Gießen. _ • Heuchelheim, 5. Nov. In der General- Versammlung des Turnvereins am Samstag gab der Vorsitzende einen Rechenschaftsbericht über das abgelaufene Turnjahr. Es brachte zahlreiche Veranstaltungen, leider aber auch einen durch die Zeitereignisse verursachten Rückgang des Turnens. Immer stärker wird der Wunsch nach einer Der- einbarunfl zwischen Turnverein und SA. laut, die um so leichter herzustellen ist, da beide ja die körperliche Ertüchtigung der Jugend wollen. Der Kassenbericht schloß mit einem Ueberschuß. Wie in anderen Jahren, sollen auch diesmal eine Weihnachtsfeier für die Kinder und ein Winterfest des Vereins stattfinden. Am Schluffe sprach der Presse- roart noch über die Bedeutung der Wahl und bat alle Mitglieder, sich am Demonstrationszug zu beteiligen und daheim eifrig für Deutschlands Sache zu werben. * Eberstadt, 6. Nov. Herrn Obergärtner Kambeitz in Hofgüll, der dieser Tage seinen achtzigsten Geburtstag feierte, wurden aus diesem Anlaß besondere Ehrungen zuteil. Neben zahlreichen Glückwünschen und Geschenken, die dem alten Herrn zuteil wurden, erschien Herr Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner aus Gießen persönlich, um dem Jubilar im Auftrage der Hessischen Bauernkammer deren selten verliehene höchste Auszeichnung, die Goldene Medaille für 50- jährige treue Dien ft e, zu überbrinaen. = Lauter, 6 Nov. Ein Sohn unserer Heimat, der 20jährige Ernst Schäfer, der sich zur Zeit auf der Auslandsreise des Kreuzers „Köln" befindet, wurde zum Obermatrosen befördert. Kreis Schotten. oo Schotten, 6.Nov. Ihr goldenes Ehejubiläum feierten Briefträger Theodor Lippert und Frau Katharina, geb. Mohr. Jahrzehnte lang versah Lippert die Postbestellung in den hohen Vogelsberg bei Wind und Wetter, oft im dicksten Schnee. Dem Jubelpaar, das in bester Gesundheit hier lebt, wurden viele Ehrungen zuteil. — Die Försterschule, gor ft amt und die Jäger von Schotten und Umgebung hielten nach «alter Sitte am vergangenen Freitag eine wohlgelungene Haus- und Anstecknadel Plakette für Opfer im Kampf gegen Hunger und Kälte 1933/34. Monat November. Die Monatsplakette wird durch einen freiwilligen Abzug in Höhe von 20 v. H. der Lohnsteuer erworben. Wird bereits eine Spende für die nationale Arbeit in Höhe von 1 v. H. des Bruttogehaltes erhoben, so sind zwecks Erhalt der Plakette nur noch 10 v. H. von der Lohnsteuer in Abzug zu bringen, mindestens aber 1.— Mark. Hubertusfeier ab, die ausgezeichnet verlief. Eine Treibjagd war am Tag vorausgegangen, ein Dachsgraben schloß sich am nächsten Tage an. — Die Freiwillige Feuerwehr hielt unter Leitung ihres Kommandanten Stang ihre Schlußübung im Beisein der Vertreter von Kreisamt und Stadt ab, bei der man sich von der Schlagfertigkeit der Wehr überzeugen konnte. * Stumpertenrod, 6. Nov. Hier wurde eine Landwirtsfrau von einer Kuh, die von der Weide kam und plötzlich wild mürbe, auf d i e Hörner genommen, zu Boden geschleudert und bann von bem roütenben Tier weiter angegriffen. Die Frau wurde babei am Leibe so erheblich verletzt, daß ein schnell herbeigerufener Arzt sofort eine Operation vornehmen mußte. Alrcie Alsfeld. ll. Nieder-Ohmen, 6. Nov. Am Samstag» nachmittag brach in dem nahegelegenen staatlichen Hof Grubenbach auf bisher ungeklärte Weise Feuer aus. Die Freiwillige Feuerwehr und die Pflichtfeuerwehr Nieder-Ohmen waren innerhalb kur- zer Zeit zur Stelle. Da die Löschmöglichkeiten beschränkt waren, konnte man es_ Iclber nicht verhindern, daß die Scheune und der Stall dem Feuer zum Opfer fielen. Das Vieh wurde gerettet. Die Heu- und Strohrorräle sowie die landwirtschaftlichen Maschinen verbrannten. Kreis Büdingen. • Büdingen, 5. Nov. Vom Hessischen Staatsministerium, Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum wurde der Stu- öienrat am hiesigen Wolfgang-Ernst-Gymnosium. Professor Ludwig W e i ß b a r t „unter Verleihung der Amtsbezeichnung Oberstudienrat auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 16. August 1933 an unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste und unter besonderer Würdigung des im nationalen Interesse bekundeten Opfersinns in den Ruhestand versetzt." Preußen. Kreis Metzlar. Wetzlar, 6. Nov. (WSN.) Einen tragischen Abschluß fand der Besuch der Franksurtcr Göring- Kundgebung für den 20jähriaen Bäckergesellen Robert Weller aus Münchholzhausen, der in Wetzlar beschäftigt war. Auf der Rückfahrt von Frankfurt benutzte er von Gießen aus sein Fahrrad. In der Nähe von Garbenheim wurde er von einem Auto ersaßt und überfahren. Der junge Mann wurde auf der Stelle getötet. Der Autofahrer fuhr, ohne sich um den Vorfall zu kümmern, weiter und konnte bishtr noch nicht ermittelt werden. Sprcmuui ven Der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen „aber deswegen fährt man doch nicht gleich nach Deutschland, zurück und läßt Norwegen und die Mitternachtssonne im Stiehl Gewiß, Hämorrhoiden sind ein schmerzhaftes Leiden, aber Gerda wird doch auch hier in Kopenhagen ein Mittel dagegen bekommen “ „Das habe ich ihr auch gesagt, Nils. Aber sie besteht darauf, daß es Posterisan von Dr Kade, Berlin, sein muß; sie hat ja schon so vieles vorher versucht" „Wenn dieses Mittel wirklich so hervorragend ist, bekommt man es auch hier bei uns. Ich werde gleich meinen Apotheker anrufeol — — Na, also, wer hat recht! Das gibt es natürlich hier Uebrlgens ein ausgezeichnetes Mittel, hat der Apotheker gesagt* In jeder Apotheke. Po>leri>an Salbe für RM 1,63. Posterisan-Zäpfchen für RM. 2/15. Wir haben heute das seit 1886 bestehende Kaufhaus Elsoffer • Gießen • Marktstraße 27 Lauer & Wöll Rein christliches Unternehmen 6 '59 A Q käuflich erworben • Der bisherige Inhaber ist ausgeschieden. Das Geschäft wird von uns vollkommen umgestellt und spezialisiert • Wir und unser Personal werden Sie nach alten deutschen Grundsätzen aufmerksam und fachmännisch bedienen Im Namen der Hinterbliebenen: Emma Bersch, geb. Hofmann Steinheim, im November 1933. ■8U I) 6860 D Verschiedenes Heute verschied ganz plötzlich nach kurzer Krankheit mein herzensguter Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Die Beerdigung findet Mittwoch, den 8 November, nachmittags 3 y2 Uhr statt. Achenbach- Garagen Wochenendhäuser, Schuppen.Fahrradständer, zei leg- und versetzbar u»rv Gebr. Achenbach 6mbH., We.denau Sieg Postfach 150. Herr Ludwig Kohlberger im Alter von 57 Jahren Die trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Kohlberger, geb Schneider nebst Kindern und Angehörigen Lollar, den 6. November 1933. NIMM - Wo, sagt die Gesckü des Gießen.jhn.otw Mittlerer frfironrier tetaM -i> verkaufen. Marktvlnl, 15, Lad. | Verkäufe Flügel i Steinman u. Sons put erb. bill. x. verk Wo? sagt die Oie- ichaftsstd.Giek.Ain. I-Nöbr.-Gleichstr.» fiaOio-'Hpsürot ui verkauf, oh. gen. alcidiroert. Wechsel- stroin-Avvarat ui vertauschen sdbnfll. Ang. unt. ■ü । 0792D a. d. G. A. 5(WdMfig ca. 5t)3h. Douglas- tann.-Schniuckreisig aus Revier (9reifen- stein gegen Höchst- Schot gibt ab (uuD iiritl.Forstverwal- tunn Braunfels. | Kaufqesuche | Gebr. Ski gut erb. x. kauf. ges. Schnftl.Angeb.unt. OG3