5amrtag, 7. Oktober M3 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Nr. 235 Drittes Blatt Aus der Provinzialhauptstadt Ausruf an sämtliche Beamte und Angestellte Kein Beamter darf sich der persönlichen Stellung- Lagerraum eine größere Menge Spielwaren, die zum größten Teil wieder herbeigeschafft werden konnten, durch Schulkinder gestohlen. Festgenommen wurde ein Durchreisender auf Grund eines Funkspruches wegen Verdachts de» Einbruchsdiebstahls. 25000 Kilometer durch Sibirien. Erster Vortragsabend der Gesellschaft für Erd. und Völkerkunde. Der erste Vortragsabend des Winterhalbjahres der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde fand am Donnerstag in der Neuen Aula der Universität statt und vereinigte viele Zuhörer. Prof. Dr. K l u t e begrüßte die Mitglieder und Gäste und entwickelte in kurzen Zügen das Programm für das Winter- Halbjahr 1933/34, indem er auf die einzelnen Vortrüge und die Persönlichkeiten der Vortragenden hinwies. Sodann sprach Hauptmann a. D. Bruns (Neubabelsberg). Der Redner beschäftigte sich in seinem Vortrag: „25 000 Kilometer durch Sibirien" mit den Verhältnissen in Rußland, insbesondere in Sibirien, das er unter besonders günstigen Umständen habe kennenlernen können. Sibirien sei für die russische Wirtschaft von höchster Bedeutung. Das habe man auch in Moskau erkannt, und man sei bemüht, es zu erschließen. Rußlands Wirtschaft sei durch die Zerstörung der Landwirtschaft in völligem Niederbruch begriffen. Es sei typisch, wenn der ukrainische Bauer nach Moskau komm« und dort Brot Amtsleiter des Versorgungsamts-, gez. I. V.: Wecke r. Provinzialdirektion: gez. G r a e f. Kreisdirektor: gez. I. D.: G r ü n. Hessisches Polizeiamt: gez. I o st. Industrie- und Handleskammer: gez. Dr. Pauly. Hessisches Landgericht: gez. Maurer, Landgerichtspräsident. Staatsanwaltschaft: gez. I. V.: Schneider. Amtsgericht Gießen: gez. I.D.: Raab. Hessische Landesuniversität: gez. Professor D. Bornkamm. Wir richten daher an alle Beamten und A n g e st e l l t e ^d esStaates, desLandes, der Provinz, des Kreises, der Stadt, des Handels und der Industrie den Aufruf und die Forderung, das Theater durch Erwerb eines Abon- n e m e n t s und durch Werbung von Besuch e r n zu fördern und mitzuhelfen, dem Theater seine Sendung zu ermöglichen. Jeder Stammplatz ist ein Bau st ein am geistigen Neubau unseres geliebten Vatexlandes. Der Oberbürgermeister: gez. Heinrich Bartholomäus. Der Vorsteher des Finanzamtes: gez. Krug. Der Amtsvorsteher des Hauptzollamtes: gez. Horn. Der Vorstand der Reichsbank: gez. K l i p st e i n. Der Amtsvorsteher der Postämter I und II: gez. I. V-: Wei ß. • Der Vorstand des Reichsbahn-Betriebsamts I: gez. I.V.: Wittlich. Der Vorstand des Reichsbahn-Betriebsamts II: gez. I. V.: Ratz. Der Vorstand des Reichsbahn-Maschinenamts: gez. Zwilling. Standortkommando: gez. von Wachter. nähme zu unserer deutschen Kultur, die insbesondere j im Theater ihren sinnfälligsten Ausdruck findet, | und zu ihren neuen großen Zielen entziehen.______ Längst ist Jürgen fort aus dem Pfarrgarten. Die Goethebände seines Jäters stehen m einer Stadtwohnung in seinem Bücherschrank. Langst hat der Tod sie dem Pfarrer aus der Hand genommen. Längst ... längst ... längst... Als während der letzten Krankheit des Pfarrers zitternde Hände die schwerenGvethebande nicht mehr halten konnten, mußte Jürgen sich an s Bett setzen und ihm daraus vorlesen. Wieder, im mer wieder. Kein Lied so oft wie das des Lynkeus. Das ist sein liebstes gewesen. Es sollte auch fein letztes werden Eines Abends -.alle waren nach bangen Tagen zum erstenmal wieder mit hofstn dem Herzen schlafen gegangen Stund um Stund gelesen hatte, sagte der Pfarrer seltsam schwer: „Nun ist's genug . - »ur noch das eine ...Du weißt welches ... das . ,Unb,~u5fl gen, der in der Schwere der Worte nur d.e nahende Müdigkeit des Vaters sich ankundigen horte, las das Gedicht des Turmers, das unvergleichliche. Gegenwart. Er zeigt unter dem Titel „Jenseits der Weichsel" das Land des deutschen Schicksals: O st - preußen. Königsberg, Marienburg, Allenstein, Neidenburg, Tannenberg und Danzig werden an den Augen der Besucher in schönen Bildern oorüberzie- hen. Der Film will das Band der Volksgemeinschaft zwischen dem abgetrennten Ostpreußen und den übrigen Teilen des Reiches fester knüpfen helfen. Der Besuch dieser Vorführung sei bestens empfohlen. Spende für die NS-Bolkswohlfahrt. Die Interessengemeinschaft Buderussche Eisenwerke und Hessen-Nassauischer Hüttenverein mit an- geschlosienen Tochter-Gesellschaften stiftete für die NS.-Volkswohlfahrt den Betrag von 20 000 Mark. Polizeibericht. Am 16. September wurde aus einer Wohnung im Seltersweg ein Rock entwendet. Als Täter kommt ein musizierender Durchreisender in Frage, der am gleichen Tage abends den gestohlenen Rock in der Herberge in Butzbach verkaufte. Am 5. Oktober wurde der Käufer, der den Rock trug, in Gießen im Seltersweg von dem Geschädigten betroffen. Dieser erkannte seinen Rock wieder und ließ den Betreffenden von der Polizei festnehmen. Wegen Beleidigung der Beamten des Wohlfahrtsamts Gießen wurde am 5. Oktober ein Durchreisender sestgsnommen und dem Amtsgericht zugeführt. Aus dem Kaufhaus Rekord wurde aus dessen gewundenes, durchsichtiges Gitter an ihre Stelle gesetzt. Und das Schmerzlichste: Der alte liebe Apfelbaum wurde nicht mehr von der Luft umspielt. Er mochte dem neuen Pfarrer die Stube zu sehr verdunkelt haben. Die Axt war an seine Wurzel gelegt. Er war gefallen. Da wußte Jürgen, wessen er sich beim Eintritt in das Pfarrhaus zu versehen hatte. Noch ehe er einen Schritt in den Garten gesetzt hat, ist er umgekehrt. Keinen Blick hat er nach ihm zurückgewor- fen. Nach einer stillen Einkehr bei den Grabern unter der Kirchhofslinde hat er wie ein Flüchtling das Dorf verlassen. Noch am selben Abend ist er wieder bei Magdalene eingetreten. Die hat nicht erst gefragt. Sie hat gewußt, wo er tagsüber war und hat ihm stumm die Hand gegeben. Da ist ein kleiner Bursche an ihm in die Höhe gesprungen: „Onkel Jürgen! Onkel Jürgen! Bist wieder da? Wo warst du? Ich have dich so gesucht. Es war langweilig heut. Nicht eine Geschichte hat Mutter mir erzählt. Und ich hab sie so gebeten. Erzähl du mir eine, Onkel Jürgen! Aber eine recht schöne. Bitte, Bitte!" Da hat Jürgen den kleinen Ehrenfried auf den Schoß genommen und hat zu erzählen begonnen: „Ich weiß einen hübschen luftigen Garten, da gehen viele Kinder hinein, haben goldene Röcklein an und lesen schöne Aepfel unter den Bäumen auf und Birnen, Kirschen, Spillinge und Pflaumen, fingen, springen und sind fröhlich, haben auch schöne kleine Pferdchen mit goldenen Zäumen und silbernen Sätteln. Und eine Wiese ist im Garten zum Spielen hergerichtet. Da hängen eitel goldene Pfeifen, Pauken und silberne Armbrüste ..." Lange erzählt Jürgen von dem köstlichen Kindergarten, von seinen Wundern, wie man hineinkäme und daß man eines Tages wieder hinausmüsse. Der eine früher, der andere später. Immer dann, wenn eines der Kinder vor einem zum erstenmal bange würde. Und einmal sei einer gewesen, der habe nicht wieder hinauswollen. Darum habe er immer mit den Allerkleinsten gespielt. Und habe, auch als er schon ein großer Junge war, getan, als wenn er noch nicht laufen und sprechen könne. AVer dann eines Tages... Lange erzählte Jürgen von dem Kindergarten. Als er geendet hatte, gewahrte er, daß Magdalene fort war. Ein Weilchen warteten sie, daß sie roieberfomme. Da der Kleine ungeduldig wurde, ging er hinaus, um feine Mutter zu suchen. Tränenüberströmt sand er sie in Da erst bat Jürgen gewußt, daß er beim Erzay len bald Gottes wunderlieblichen Kindergarten von dem einst Martin Luther an f^?n ©oft. lern ftanft chen schrieb, mit dem Garten ihrer Kindheit ver wechselt hatte. an einer Arbeit, wie sie mit so glückschimmernden Augen ein Mädchen nur einmal im Leben vorsorglich in Angriff nimmt. Mutter und Tochter sprechen von dem, der zu den nahenden Ferien sehnsuchtsvoll erwartet wird, lieber dem Erzählen ist Magdalenen die Arbeit entsunken. Die Hände ruhen im Schoß. Wie von einem fernen Leuchten gebannt, blicken ihre Augen. Magdalene ist Braut. Da wird die Stille unterbrochen. Durch das Pförtchen, das fast verschlossen ist von grünendem Gesträuch, stürmt ein Kind, ein schlankes übermütiges wildes Ding. Jauchzend läuft es mit einem zottigen Hund um die Wette. Die Mutter und Magdalene haben die Hand zur Beschwichtigung erhoben. Zu spät. Schon blickt der Vater von seinem Goethe auf. Aber nicht ein Schatten des Unwillens liegt au dem Gesicht, das doch oft die unscheinbarste Störung verfinstert. Wahrlich, er will eine teil» nehmende Frage an den Störenfried richten. Aber ebe es geschieht, ist der in unbändigem Lauf wieder davvngetvllt. „Ursel! Ursel!" ruft die Mutter warnend. Die ist längst hinter der Hecke verschwunden. Aus der Ferne kommt ein helles Lachen. Emer aber ist unwillig geworden über die Storung: cm Junge, ein hochaufgeschossener, sehniger Dreizehnjähriger. Mit übereinandergeschlagenen Beinen saß er seitwärts auf einem Gartenstuhl und hatte sich an sein Buch verloren. Nun aber ist er wieder m dem langweiligen Pfarrgarten Unwirsch blättert er 3urütf. Dabei überfällt ihn die Freude und reißt ihn über Raum und Zeit hinweg. Jetzt Jürgen wieder mitten drin in Kämpfen, d.e in grauer Vorzeit zwei Völker zehn Jahre lang um em schönes Weib geführt haben. Aloys Schmidt ausgeftelü, unter denen sich als höchste Leistung eine plastische Darstellung von Dürers Ritter befindet, die schon vor zwöls Jahren entstanden ist. Im übrigen liegen ausgezeichnete Nachbildungen von Gießener Ansichten vor (Stadtkirche, Gleiberg, Schiffenberg, Aula der Universität, Universitäts-Turnplatz), ferner von pflanzlichen Motiven (Früchte, Blätter u. a.). Aloys Schmitt war 1914 in der Gewerbeausstellung in Gießen tätig, lebte später in Wabern, wo noch heute seine Witwe wohnt. Im gleichen Stand sind aus dem Liebig- Museum künstlerische Nachbildungen von alten bemalten Apotheken-Gefäßen ausgestellt, die in der Fachschule für Glasindustrie in Zwiesel in Niederbayern auf Veranlassung des gleichen Ausstellers gearbeitet worden sind. Die Inschriften find z. T. ganz altertümlich und originell. Eine Kopie von Justus von Liebigs Totenmaske reiht sich würdig der Darstellung von Dürers Ritter an. Aussteller in der „Braunen Messe". Reuter, L., Zigarrenhaus, norm. R. Buchacker, Gießen, Neuen Bäue 11. Die Personenstands und Betriebsaufnahme 1933. Vom Finanzamt Gießen wird uns geschrieben: Durch die in Hessen in den Gemeinden mit über 2000 Einwohnern am 10. Oktober 1933 durchzuführende Personenstands- und Betriebsaufnahme sollten ursprünglich die Unterlagen für eine Einheitsbewertung des Grundbesitzes beschafft werden. Dementsprechend wurden die Hauslisten ausgestaltet. Der Reichsminister der Finanzen hat jedoch jetzt entschieden, daß zum 1.1.1934 eine Bewertung des Grundbesitzes nicht stattfindet. Aus diesem Grunde ist es nicht erforderlich, daß sämtliche Spalten der Hauslisten von den Grundstückseigentümern aus- gefüllt werden. Von den Grundstückseigentümern find in den Hauslisten daher lediglich auf Seite 1 der Abschnitt 1 (Eigentümer) und auf den Seiten 2 bis 4 die Spalten 1 bis 3 (dzw. 3 a) auszufüllen, während die Angaben über die Jahresrohmieten nicht ausgefüllt zu werden brauchen. Lustschuh tut not! Am Sonntag werden die Luftschutzwarte in den einzelnen Häusern von der Polizei bestimmt. Die Luftschutzwarte haben u. a. die Aufgabe, die Bewohner des Hauses über den zivilen Luftschutz zu instruieren und den Luftschutz in dem betreffenden Hause vvrzubereiten Die Ausbildung der Luftschutzwarte erfolgt in der demnächst zu gründenden Gas- und Luftschutzschule. Wieder Kuliurfilm-Dorführungen tm Lichtspielhaus. Man erinnert sich gerne der Kulturfilmvorstellungen, die das Lichtspielhaus Bahnhofstraße in den vergangenen Wintern an den Sonntagoormittagen brachte, und in denen es nicht nur mit den Schön- heiten unseres Vaterlandes, sondern auch mit den Schönheiten fremder Länder vertraut machte. Darüber hinaus sah man viele schöne Bilder aus der Tierwelt, aus dem Pflanzenreich, man sah ferner manchen Filmstreifen, der den Geheimnissen der Natur nachging und manchen Vorgang, der sonst dem menschlichen Auge verborgen bleibt. Nun möchte man diese wertvollen Stunden im Lichtspielhaus Bahnhofstraße auch in diesem Winter nicht missen. Es ist daher erfreulich, daß die Kulturfilmvorstellungen auch im Winter 1933/34 wieder zur ständigen Einrichtung „Das Volk hat mit feiner Witterung sehr bald herausgespürt, daß die Kunst des vergangenen Jahrzehnts neben der Zeit und ohne innerliche Bindung zur Volksgemeinschaft experimentierte. Es nahm an der Kunst die furchtbarste Rache, die man dem Künstler überhaupt antun kann: es interessierte sich nicht mehr dafür! Ich glaube aber, daß, wenn wir das Volk wieder in Beziehung zur Kunst bringen, es ein Theater der Hunderttausend geben kann." Und was Reichsminister Dr. Goebbels in seiner Rede an die Intendanten der Theater am 8. Mai 1933 sagte, ist nur der ausdrücklichste Wunsch und Wille unseres Führers Adolf Hitler: das Theater soll am Ausbau des neuen Staates mithelfen. Der „heldische Mensch" soll das leuchtende Vorbild der geistigen Erneuerung unseres Volkes sein; ihm nachzustreben das Ziel eines neuen Idealismus. Dieses Ziel hat sich auch hie Beamtenschaft zu eigen ge- macht, die ebenfalls in ihrer Entwicklung einen grundsätzlichen Wandel im Verhältnis zum Staat durchgemacht hat. Die Wertung des Beamten liegt nicht mehr (o sehr in der Einzelpersönlichkeit, als vielmehr in seiner Gesamtheit als Diener der Volks- gemeinschaft. Er ist damit in ein besonderes Treu- pflichtverhältnis zum Staate getreten. Daraus erwächst ihm die Verpflichtung der M i t v e r - antroortung an der Zukunftsgestaltung unseres Volkes und an der Erhaltung unserer deutschen Kultur, aber auch der M i t a r b e i t an der großen Aufgabe, über das Nationaltheater zu einer wahren Volksgemeinschaft zu kommen. Daher ist es des Beamten vornehmste Pflicht, neben der Erfüllung der beruflichen und wirtschaftlichen Aufgaben, nach seinem besten vermögen tatträftig zur Erhaltung und Förderung unserer deutschen Kultur beizutragen. werden sollen. Am morgigen Sonntagvormittag findet die erste dieser Vorstellungen statt. Der Film greift mitten Werken und wirken! „Vor das Gelingen haben die Götter den Schweiß ge etzt", lautet ein alter griechischer Spruch. Der Schweiß ist das Mühen im wörtlichen und übertragenen Sinne, als Arbeiter der Stirn ober der Faust. Denn aller Segen von oben kommt trotz- dem nicht von ungefähr. Werken und wirken, jeder an der Stelle, die ihm zugewiesen ist, jeder mit und durch die ihm gemäße Eignung und mit dem restlosen Einsatz seines Könnens und Wollens, das ist Ziel und Zweck des Daseins. Nicht um klingender Münze allein sotten sich Geist und Hände regen, sondern damit am Abend jedes Werktages ein Steinchen behauen ist, das von den Baumeistern an der Stelle verwendet werden kann, wo seine Wirkung am zweckdienlichsten ist. Worte wie „abrackern" und „schuften" find Ausdrücke eines unbeseelten Wirkens. Nur dann adelt Arbeit den, der sie verrichtet, wenn sie von Hand und Hirn nicht aus selbstsüchtigen Beweggründen und lediglich um materieller Dorteile willen getan wird, sondern wenn Hand und Herz und Hirn in engstem Bunde am Werke sind, das zu schaffen, was fortzeugend sich verlebendigen sott, mit dem Hammer oder mit der Feder, mit Sichel ober Zirkel. Ohne biese innere Beseelung wirb kein Werk zur Wirkung in bte Weite berufen sein. Denn Lust unb Liebe waren von jeher bie Fittiche zu großen Taten. Die Größe bes Gelingens aber wirb von bem Maß bet Hingebung an eine Sache bestimmt, auch wenn sie sich nicht heute, fonbern vielleicht erst übermorgen unb in neuen Beziehungen frudjtbrin- genb erweisen sollte. Werken und wirken haben, wie alles, das um seiner selbst wollen getan wird, zur Voraussetzung den Glauben an ijie eigene Kraft, den Glauben an den ethischen Gehalt und damit auch an die sittliche Größe such der geringsten Leistung. Das sind die unbedingt notwendigen Grundlagen jener Schöpferkräfte, die Berge verfetzen und Meere zu Tümpeln zusammenschrumpfen lassen können. Und jene Kräfte können nur aus einem Boden erwachsen, der die Nährstoffe in sich trägt, die zu immer neuen , Kraftquellen aufbrechen. Diese Kraftquellen sind bas verpflichtenbe Gefühl unb bas brängenbe Bewußtsein: bem ßanbe, bas bich gebar unb bas betne Väter beackerten, bist bu auf Gebeih unb Verberb mit beinern ganzen Sein oerbunben! Die Weltgeschichte ist ein immerwährenber Gärungsprozeß. Die Ackerkrume für bie Unenblidjteit aber ist ber Mensch, unb eine vorbestimmte Orb- nung alles Geschehens baut über bem einzelnen Menschen bie Brücken zu einer Höherentwicklung. Deshalb kann es kein befriebtgenberes Bewußtsein neben, wenn sich bie Schatten über alles Zeitliche senken: Es war ber Mühe wert, ein Mensch gewesen zu fein. Unb bas heißt Kämpfer (ein! K.J.G. Oie Läden morgen von 15 bis 18 Llhr geöffnet Von ber Polizeibirektion Gießen wird uns mit- geteilt: Aus Grund des § 105 b, Abs. 2, der Reichs- geroerbeorbnung ist bie Offenhaltuna ber zum Einze'lh anbei gehörigen Läben mit Ausnahme ber Hanbwerksbetriede unb somit bie Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen unb Arbeitern am Sonntag, 8. Oktober, aus Anlaß ber Braunen Messe in ber Zeit von 15 bis 18 Uhr gestattet. OürerS Kiffer in der Braunen Messe. Durch bie Schenkung eines Blattes von Dürers „Ritter, Tob und Teufel" an den Führer Adolf Hitler in Nürnberg ist die Aufmerksamkeit weiter Kreise auf dieses Meisterwerk Albrecht Dürers gelenkt worden. In der „Braunen Messe" in Gießen Oer Pfarrgarten. Von HanS Franck Fern von Welt unb Leben liegt ein Pfarrhaus im Glanz ber Sommernachmittagssonne. Derschwun- den ist bas griesgrämige Grau, barin nicht nur Winter unb Herbst, barin auch bie sommerlichen Alltag« es zu fleiben pflegen. Heute trägt es ein buntgefprenfeltes Gewanb. Das alte Pfarrhaus — sollte man es glauben? — bas Pfarrhaus lächelt barüber mit feinen halbblinben Augen. Unb btefes Lächeln steht ihm schön. Wie einem Runzelkopf kinbliche Seeliakeit, bie eine liebliche Erinnerung über ihn legt, schön steht. Die warme Sommerluft fließt burch bie weit- geöffneten Fenster. Langsam bauschen sich bte weißen Gardinen, langsam schwinbet bte Schwellung. So simpel bas Spiel ist, sie werben seiner nicht müb. Vor ben Fenstern steht, mitten im dlühenben Pfarrgarten, ein mächtiger Apfelbaum, König über alles ringsum. Die Luft tanzt zwischen seinen Aesten. Versucht mit ben Blättern zu spielen. Die aber sinb so verträumt, baß si« bei ber leisesten Berührung erzittern. Im Schatten bes Apfelbaumes steht ein grüner Tisch. Eine blütenweiße Decke ist barüber gebreitet. Soeben ist ber Nachmittagskaffee beenbet. Schon würbe bas Geschirr zumeist wieber fortgeräumt. Nur vor bem Pfarrer steht noch ein Täßchen. In langen Pausen führt Ehrwürben es mit seinem geliebten Trank zum Munbe. Die bauchige Kaffeekanne, über bie eine Wärmepubeimütze gestülpt ist, verrät, baß er noch eine Weile barin fortfahren wirb. Der Pfarrer ist nicht auf bieser Welt. Ein verklärter Glanz ruht auf seinem runblidjen blassen Antlitz, inbessen seine Augen finnenb über bie Reihen bes Buches ! iljingleiten, bas vor ihm auf bem Tisch liegt. Auf besten Rücken stehen in gelbe- nen Buchstaben bie Worte „Goethes sämtliche Werke". Die sinb bes Pfarrers tägliche treue Weg- genossen Nur bes Samstags unb am Svnntagv.ir- mittag werben sie burch theologische Rivalen ver- brängt um bann am Svnntagnachmittag erneut triumphierenb bas Felb zu behaupten. Neben bem greisen Herrn sitzt auf ber grünen Gartenbank bie gebeugte Gattin Auch in biefer Stunbe ruhen ihre Hänbe nicht. Zusehenbs wachs bie Länge bes Strickstrumpfes. Ihre Augen braucht sie nicht baraus zu halten, bie folgen wenn sie b.e Tasse bes Pfarrers für einige Zeit außer Acht lasten können, ber Arbeit ber Tochter. Leise hat sie mit ber Wort auf Wort gewechselt. Wovon sie erzählen? Ttagbalenens Hanbe schaffen sinb im Stanb 136/6 von Geh.-Rat Sommer ~ - ■. , Metalltreibarbeiten bes leiber verstorbenen Ziseleurs hinein in eines ber brennendsten Probleme oeut|a)er „Zum Sehen geboren, Zum Schauen bestellt. Dem Turme geschworen, Gefällt mir die Welt. Ich blick in die Ferne, Ich seh in ber Näh Den Monb unb bie Sterne, Den Walb unb bas Reh. So seh ich in allem Die ewige Zier, Unb wie mirs gefallen, Gefall ich auch mir. Ihr glücklichen Augen, Was je ihr gesehn, Es sei wie es wolle, Es war boch so schön!" Die Lippen bes Pfarrers murmelten, unhörbar fast: „So schön ... so schön..." Es waren seine letzten Worte. Balb baraus mußte sich bie geschäftige Pfarrerin die Hänbe von einer anberen Zusammenlegen lassen. Für immer! Vereint ruhen beibe in bem stillen Dörflein unter ber runben Kirchhosslinbe. Zu ihren Füßen ist noch ein Grab. Ein kleines. Ursel liegt barin. Ein Unglücksfall, baran sie — wie bie bebächtigen Dörfler sagen — nicht schulblos ist, hat sie vor ben Eltern hingerafft. Magbalene unb Jürgen sinb allein ubriggeblte» ben. Jene hat ein bitteres Schicksal gehabt. Ihr Gatte hat sie, noch ehe bas Sinb, bas sie ihm trug, geboren war, allein in ber Welt zuruckgelassen. Da bat Jürgen bie Verwitweie zu sich genommen unb hat nie ein Weib begehrt. Oft haben sie sich anfangs von bem Pfarrgarten erzählt, in dem ihre Kindheit bahinfloß wie ein plätschernbes Wasser- lein. Unb haben babei immer Kinbern geglichen, die sich mit einem großen Geheimnis in eine dunkle Ecke verkriechen. Als Magdalenes Knabe geboren war, ist es zwischen ihnen von dem Pfarrgarten still geworden. Das Kind haben sie, ohne daß es einer Aussprache bedurft hätte, mit dem Namen ihres Balers, des toten Pfarrers,* Ehrenfried genannt. Magdalene hat nach dem letzten großen Scheiden den Pfarrgarten niemals wiedergesehen. Burgen aber hat es noch einmal gewagt, Einmal. Plötzlich ist es über ihn gekommen. Mitten tm Großstadtgetriebe: Er mußte den Garten sehen. Aber was war das? War das der Garten, von dem sie wie scheue Kinder einander erzählt hatten? Die trauliche Pforte war von den überwuchernden Zweigen freigemacht und mit einem nüchternen Anstrich aufgefrischt worden. Die herrliche Hecke, die das Treiben der Pfarrersleute vor den Blicken her Straße verdeckt hatte, war ausgerodet und em er- Nationaler Kitsch und kitschiger Nationalismus Rufe au Der Dinker steht vor der Tür! Schon haben viele Volksgenossen durch die tatkräftigen Maßnahmen unserer Regierung wieder Arbeit und Brot ge- unden. Aber noch sind viele auf die Hilfe ihrer deutschen Brüder angewiesen. Roch liegen große Aufgaben vor un». helft alle Helsen! Gebe eder so viel er kann, damit das Wort des Führers in Erfüllung geht: „3n diesem Winter darf niemand hungern und frieren“. Diele Sammler und Sammlerinnen stehen im Dienst der Sache und werden am morgigen Sonntag von Tür zu Tür gehen und sammeln und auch auf den Straßen Spenden entgegennehmen. Ls ist jedem Kitsch entschieden verbittet, ebenso bestimmt auch >eden kitschigen Nationalismus von sich weist. Pg. Zullmann griff in seinem oft von letchaftem Beifall unterbrochenen und am Schluffe mit starker Zustimmung unterstrichenen Vortrage eine Anzahl von fallen des nationalen Kitsches heraus, um darzutun, wie übel diese Geschäftemacherei auf den ehrlichen Nationalsozialisten wirkt. In feinen tempern- mentoollen Ausführungen sagte er u. a.: wer nationalen Kitsch kauft, zeigt damit, daß er ein kitschiger Rationalist ist. Die Erziehungsoufgabe des Nationalsozialismus muß auch dahin gehen, daß jedem deutschen Volks- genosien beigebracht wird, was nationaler Kitsch ist. und daß er die nationalsozialistischen Symbole zu respektieren und heilig zu halten hat. Die Stan- barte z. B. ist für den Nationalsozialisten ein Gegenstand der unbedingten Verehrung. Wenn der deutsche Bürger beim Dorbeitragen der Standarte oder der Sturmfahne grüßen will, dann hat er das nicht mit halb erhobener rechter Hand zu tun. sondern er hat den rechten Arm wirklich gestreckt in der bei Nationalsozialisten üblichen Weise emporzuheben. Wer dos nicht kann hat wegzugehen, wenn er nicht riskieren will daß ihm die richtige Grußform beigebracht wird ' Wer den rechten Arm nur zur Hälfte erhebt, zeigt damit er ein kitschiger Nationalist ist. Die Rakionalso^iolistrn verlangen auch von der Geschäftswelt, daß sie eifrig mithilft. da, Programm des Führer» zu erfüllen. “ Derwaltungs-Sonderzug nach Frankfurt. Falls der Verwaltungssonderzug, *“**■ ----hen Sonntag nach Frankfurt ge- ..Wir sind das Heer vom Hakenkreuz. hebt hoch die roten Fahnen! Der deutschen Arbeit wollen wir. Den Weg zur Freiheit bahnen!“ (Langanhaltender lebhafter Beifall). Anschließend brachte der Ns -hago-Kreisführer Pg. C ch i m m e I Dreimalige, *•—«-*—• ----- — dm eines großen Mannes“. Mitgliedskarten und Theaterkarten für diese Vorstellung werden heute von 16 bis 20 Uhr. an der Theaterkaste ousge- geben. Auf die heutige Anzeige fei besonders hin- gewiesen. ** B e f u chszeiten der Museen. Das Oberhessische Museum im Alten Schloß und das Lotter- mufeum im Neuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet Auch das Kriegs- mufeum im Neuen Schloß ist zu denselben Stunden wieder zugänglich. Volk ins Theater! Don Paul Nieren. loffen »nd Genossinnen. Gelegenheit gegeben, durch sein Opfer mil- zuhelfen i m Kampf gegen hunger und Kälte und das werk fördern zu helfen, dos sich das winlerhilfswerk des Deutschen Volkes zur Auf- gäbe gemacht hat. Zeigt, daß ihr Deutsche Sozialisten der Tat seid! helft euren Brüdern, denen ee durch die Fehler der Vergangenheit unmöglich gemacht ist, sich selbst zu erhallen! Gießen, den /.Oktober 1933. heil Hitler! Gez. K l ö ß. kreisleiter der RS.-volkswohlfahrt Es wird für die durch Las Vertrauen der Füh- rung berufenen Männer nicht leicht fein, die deutschen Theater wieder bewußt in den Dienst des wahren Deutschtums $u stellen. Die Theaterleiter werden und müssen diejenigen sein, die den Weg zum deutschen Nationalcheater am totkrästigsten bahnen können. Denn die dramatische Kunst wirkt am unmittelbarsten und stärksten auf uns, sie kommt aus der Seele des Volkes und soll auch wieder zum Volke in seinen breiten Massen sprechen. Wir vom Theater sind uns daher unserer Aufgabe auch bewußt: die Kunst ist die nalionalsle Angelegenheit, die es gibt. Der Rationalsozialismus stellt daher die Bühne bewußt in den Dienst deutscher Kultur. Aber die Theaterleiter und deren Mitarbeiter sind nur ein Teil der Kräfte, die das Theater des deutschen Volkes wieder aufbauen wollen und können. In der Hauptsache ist es das deutsche Volk selbst, das die — bisher auch bei guten, echten, durchaus deutschen Werken manchmal beschämend leeren — Theaterräume wieder füllen muß. Es war nicht nur der marxistische, oder liberalistische Spielplan allein, der manchen vielleicht vom Theaterbesuch abhielt- es kam eine große Portion Gleichgültigkeit breiter Volksschichten hinzu, die auch das gute Theater nicht besuchten, selbst wenn die Preise den wirt- schattlichcn Möglichkeiten des Einzelnen durchaus angeglichen waren. Hier gilt es wachzurufen und aufzurütteln! Der schaffende Künstler wird freudig fein ganzes Können einsehen, damit deutsche Sprache und deutsche Musik, die unermeßlichen Schätze unserer Kultur, wieder geachtet und lieben gelernt „Heil Hitler“ grüßen, der Gastwirt aber sagt „Ich , habe auch Andersdenkende hier“, so werden wir in Zukunft den Gastwirt so lange einsperren, bis er gelernt hat, wie zu grüßen ist (Beifall). Der deutsche Gruß heißt jetzt „heil Hitler“ und dabei ist der rechte Arm in gebührender weise zu heben. Niemand in Deutschland darf sich einbilden, daß Adolf Hitlers Programm jemals geändert wird. Der größte Handwerker, Bauer, Denker und Dichter, Wissenschaftler und Arbeiter im neuen Deutschland ist Adolf Hitler. Deshalb verlangen wir auch, daß seine Symbole in würdiger Weise gegrüßt werden und daß niemand sie zu kitschigem Natio- nalismus mißbraucht. Deshalb gehen wir auch m i t aller Schärfe gegen den nationalen Kitsch vor. Wenn wir den nationalen Kitsch verbieten, so leitet uns dabei nicht nur die Ansicht auf unsere Bewegung, sondern auch die Rücksicht auf die SA. und SS. und die Opfer, die sie für die nationale Befreiung unseres Volkes ge- bracht haben. wer ehrlichen herzen» und aufrechten Sinne» mit uns marschieren will, mag kommen und sich einreihen lassen, wer aber nicht mit dem Herzen dabei ist. mag wcgbleiben. Es kommt immer darauf an, daß man sich auf- richtig zu der Idee des Führers bekennt, ohne dabei an die eigenen Belange zu denken. Der deutschen Arbeit wollen wir den Weg zur Freiheit bahnen, die aber nur kommen kann, wenn das D o l k s i ch a b k e h r t o o n den g e ft r i g e n Begriffen, wenn es nur noch eins gibt: die Front der Nationalsozialisten vom Straßenkehrer und Bergarbeiter bis zum deut- Ichen Kaiser in Holland. Diese Idee ist so gewaltig und die dafür gebrachten Opfer sind so groß, daß wir uns eigentlich zu schämen haben, heute eine Aus- fteUung „Nationaler Kitsch“ machen zu müssen. Mit Entschiedenheit ist deshalb dagegen anzukämpfen, daß beim Verkauf von Waren die nationalsozialistischen Symbole mißbraucht werden. wer waren von guter Qualität anzudielen hat, mag sie mit feinem Warenzeichen versehen, aber nicht mit den nationalsozialistischen Symbolen. Rur die Qualität der Waren, der deutsche königliche Kaufmann und die deutsche Hausfrau sind für den Absatz der Ware ausschlaggebend, nie- mal» aber eine Packung mit nationalem Kitsch. Die Hausfrau hilft im Kampf gegen den nationalen Kitsch am besten dadurch mit, daß sie diese waren einfach liegen läßt, und dann werden sie schon von selbst verschwinden. Um diesen Kampf erfolgreich führen zu können, muß auch der politischen Instinktlosigkeit mit Nach- druck entgegengetreten werden. Wir wollen, daß der Nationalsozialismus eine Herzens- ange egen heit jedes deutschen Volk». 9enn°fle.n wird Wenn jeder Deutsche feinen inne- ren Schweinehund herausbringt, dann wird auch der ?±n? Lem' .?e.5f)Qlb f°rt mit dem nationalen SiPniJ?VOrt m,t dem kitschigen Nationalismusl Wir verlangen von jedem deutschen Volksgenossen, daß er geistig mit uns marschiert, wenn er in unfe- "r Gemeinschaft gehen will. Auf dem Wege der Le- galitat hat der Führer die Macht errungen. In glei- (per Legalität muß jeder sich zu unserer Arbeit stellen wenn er wirklich innerlist begeistert ist für oie Idee unseres Führers. Die nationalsozialistische Revolution war getragen von hohen Idealen und von neuen Begriffen. Auf dieser Grundlage werden wir auch den neuen Staat aufbauen und ihn einst oer Generation übergeben, die heute als Hitlerbuben heranwachst und sich für unser« Ziele begeistert. Deshalb oerbUten wir an» auch eine verkil- schung unserer Bewegung und unserer Symbole, wir wollen aber keinen abstoßen, der ehrlich mit un» praktische Aufbauarbeit leisten will. Wir wünschen. daß der bisherige Begriff „Patriotis- mus in Deutschland verschwindet und an feine cteile begeisterte Hingabe tritt. Wer mit uns marschieren will, muß sich zu dem Gelöbnis bekennen: ,ui?JVertn?r°k“n/.n Messe“ in der Volkshalle gibt die Polizeidirektion Gießen in einem Ausstel- lungsstand unmittelbar am Haupteingang der Halle einen vielseitigen Ueberblick über den nationale d" °°^üt>len Geschäftemachern nach der nationalsozialistischen Revolution unter Miß. brauch der Symbole der NSDAP, auf den Markt gebracht wurde. Man sieht dort — um nur einiges äu erwähnen — Briefpapier, Federhalter. Bleistifte ^amPion9' Tapeten, Mückenschützer 3prr?,rrre'h®k“m2lb'?ae».UfakU'rD mit Hakenkreuzen. bc9 Führers und Volkstanz- Ier Ucn?- b" Ministerpräsidenten ?2?eral. Goring auf die Körper von SA.- und «'s..Mannern aufgesetzt, um einem geschäftstüch- tigen Mode chneider als Anreißer zu Dienen. Ein be- kmber» übles vtuck hat sich die Zeitschrift eines ^undezuchterverbandes geleistet, die cs fertig brachte ®iUl e'nes Jungen mit einem Hund« adzu'- brurfen auf dem der Hund den Hitlergruh zeigt Daß Schokoladepackungen mit dem Hakenkreuz und äbm lipje gefcbmacflofe Verpackungen in dieser -arnm- hing nicht fehlen, verstört sich von selbst. Als Gan- Zes gesehen stellt diofe cdjau des nationalen Kitschs em für wahrhaft deutsche Begriffe beschämendes Zeugnis von Kultur- und Geschmacklosigkeit dar gegen die die Behörden mit Recht in strenger Weif« vorgegangen sind. u * ^T>iefe Kitschsammlung nahm am Donnerstagabend (Saurefrner und Kreisleiter z.h.V. pg. Bullmann, , 'fe. begeistert aufgenommene „Sieg Heil'“, -nu e auf den Führer aus. Sodann fang die Menge gemeinsam den ersten Vers des Horst-Wesiel-Liedä. der für den morgig« ~ , __ fahren werden sollte, keine stärkere Beteiligung fährt, wird der Zug nicht verkehren. Ob der Zug fährt, erfahren Interesienten am Fahrkartenschalter. Klavierschule Körner. Der Unterricht der Klavierschule Körner beginnt am Montag, 9. Oktober. Die Ausbildung erstreckt sich auf Elementar- und höheres Klaoierspiel, Theorie der Musik, zugleich auf Ausbildung des Gehörs durch Musikdiktat oder Tonsckreiben und Prima-vista-Singen oder Tonlesen. Gehörsübungen finden statt auch für solche, welche noch keinen ober keinen praktischen Musikunterricht hatten. Das durch diese Methode geweckte musikalische _ Dorstellungsvermögen wird auch jedem nicht ausübenden Musikliebhaber einen erhöhten Kunstgenuß im Zuhören bringen. Aus die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. Vermißter Hitlerjunge. Vermißt w'rd der Iunggenoste Joseph Heßler, Frankfurt am Main, Wasserweg 29. Mitglied des Spielmann- zuges des Bannes 186. Er ist von einer Uedungs- ftunde nicht zurückgekehrt. Falls er mit seinem Hitlerjugend-Ausweis versuchen sollte, in einem HI.- Heim ober in einem Braunen Haus um Unter- kunst nachzufragen, wirb um sofortige Meldung an den Oberbann I Frankfurt a. M. gebeten. werden. Da» Volk in seiner Gesamtheit muß daher al» Besuchergemeinfchaft die Theater wirtschaftlich stützen und dadurch beweisen, daß die Künstler berufen sind, dem deutschen Menschen aller Stände deutsche Kunst zu vermitteln. Unsere bodenständigen Wort- und Ton-Dichter gaben und geben genügend Schaffenswerke, um bewußt und zielsicher d^i Weg zum deutschen Nationalcheater einschlagen zu können. Und diese Gewißheit ist für uns alle richtunggebend gewesen bei der Aufstellung des Spielplans für die Spiel- zeit 1933/34. Dramen und Schauspiele, aus dem Volkserleben heraus geschaffen und geboren, deutsches Leben aus Vergangenheit und Gegenwart in Wort und Ton gestaltet, gehen über die Bretter. Dir wollen ein wirklich schöpferische», mit- reihende», jedem Volksgenossen verständliche» Theater, da» keine Angelegenheit für wenige „Intellektuelle“ ist, sondern ein Gemeingut der gesamten Bevölkerung. Die darstellende Kunst der Bühne hat zurückge- fanden zu ihrem wahren Beruf. Es gilt jetzt die breiten Massen zu erwecken und zuzuführen 'dem nationalen deutschen Theater! Denn — mit den Worten des Intendanten anläßlich des Werbe- abends zu schließen —.„ohne Sie sind wir nichts, mit Ihnen sind wir alles!“. Nur so kann der 1. Ob tober 1933 als Tag des Beginns der neuen Spiel- zeit em Markstein werden in der Geschichte des «tadttheaters Gießen, und nur mit unseren Besuchern können wir verwirklichen dem deutschen Volke da» deutsche Theater! kommandiert zur Polizeidirektton Gießen zum An. 11 ^r Volkshalle' '^etwa LN'L ^onen energi ch und deutlich barzulegen. baS b" ^“onaUoji-’üomu. M ieb« «S™ erpenmental-psychologrschen und hellseherischen Bor- fu'hrungen zugewandt werden. Auf die heutige An- zeige fei besonders aufmerksam gemacht. Gießener L-ochcnmarltpreise. • Gießen, 7. Ott. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Landbutter, bas Psunb 1,20 bis 1,30 Mark, Kochbutter 1,— bis 1,10, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, Das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 12 bis’13, Wirsing (gelb), bas Pfunb 6 bis 8. dito (grün) ß bis 8, Weißkraut 5 bis 8. Rotkraut 10, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12 bis 20, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 20, dito (gelb) 25 bis 30, Unterkohlrabi 6, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 1,— bis 1,20 Mark, Tomaten 7 bis 12 Pf., Zwiebeln 7 bis 10, Meerrettich 25 bis 60, Kürbis 6 bis 8, Kartoffeln 3'/r Pfennig, der Zentner 2,50 bis 2,80 Mark, Preiselbeeren, das Pfund 30 Pf., Aepfel 10 bis 20, .Birnen 8 bis 15, Zwetfchen 6 bis 8, Honig 30 bis 40, junge Hähne 70 bis 80, Suppenhühner 60 bis 70, Gänse 80, Tauben, das Stück 45, Nüsse, das Pfund 60, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Salat 5 bis 10, Salatgurfen 15 bis 25, Endivien 5 bis 15, Lauch 3 bis 8, Rettich 10 bis 15, Sellerie 5 bis 30, Radieschen, das Bund 10, Weißkraut, der Zentner 4,— Mark, Rotkraut 5,— Wirsing (gelb) 5,—. • * Die Sprech st unden des Herrn Staatsministers werden für die Folge nur noch Samstags, und zwar vormittags von 8.30 bis 13 Uhr abgehalten. In personellen Angelegenheiten sind schriftliche Eingaben erforderlich. ** Zweite Vorstellung der „Deutschen Bühn e“. Am heutigen Samstag, 7. Oktober, 20 Uhr. findet die zweite Vorstellung der Deutschen Bühne, Ortsgruppe Gießen, statt. Zur Aufführung | gelangt ein heiteres Spiel um eine Bühne von Alfred Möller und Hans Lorenz: „Die Freun- | Hundes auf dem Bild in der Zeitschrift des HmGe- Züchterverbandes sehen, dann ist es kein Wunder, wenn fie zu der Meinung kommen, in Deutschland habe man es nicht mit Nationalsozialismus, sondern mit Hurrapatriotismus zu tun. Diese Meinung ist natürlich ganz falte. Deshalb muß aber auch derartigen üblen Machenschaften mit oller Entschiedenheit entgegengetreten werden. Wenn ein Spießbürger glaubt, die Hakenkreuzfahne aur Dekoration bei eaufgelagen verwenden zu dürfen, so werden wir ihm das Handwerk legen. Die Hakenkreuzfahne ist die Fahne des schuftenden deutschen Volke», und solange sie über Deutschland weht, wird e» für da» deutsche Volk keine bolschewistische Gefahr geben. Auch die s ch w a r z w e i ß r o t e Fahne, die jetzt unter dem Schutze de» Hakenkreuzes weht, ist eine anbere Flagge als die, die der Spießbürger heraus- hängt, der im Herzen kein Nationalsozialist ist. Wir verlangen von allen deutschen Volksgenossen, daß die Hakenkreuzfahne geachtet und gewürdigt wird. Wenn die Nationalsozialisten an einem Hause nur Die schwarzweißrote Fahne hängen sehen und dabei die Hakenkreuzflagge vermissen, dann wissen sie, woran Jie sind: entweder handelt es sich dabei um *,ner\ oder um einen Reaktionär. Da» deutsche Volk hat sich für den Nationalsozialismus entschieden. In Deutschland gibt es letzt nur noch zwei Gruppen: die eine macht die ^ottttk, weil sie Nationalsozialisten sind, die andere, die Andersdenkenden, haben stillzuschweigen. Der Nationalsozialismus will keine Menschen, die da» Hakenkreuz auf den Hosenträgern tragen, sondern er verlangt, daß sie in ihrem Herzen Nationalsozialisten sind und auch mit ihr-m Kopfe und gegebenenfalls mit ihren Fäusten für die Bewegung Adolf Hitters eintreten. Bei dieser Gelegenheit ist auch ein Dort an die Gastwirte zu richten. Wenn her Nationalsozialist eine Gast- wirtschaft mit dem nationalsozialistischen Gruß „Heil Hitler“ betritt, glaubt mancher Gastwirt, diesen Gruß nur mit halb erhobenem Arm und dem Worte „Heil“ erwidern zu dürfen, weil auch „Andersdenkende“ im Lokal seien. Solche „Andersdenkende" gelten im nationalsozialistischen Deutsch- land nicht mehr. Den Gastwirten habe ich hiermit im Auftrage des Polizeiarnts zu erklären: Wenn wir in ein Lokal kommen und mit fürchten müßte. Sibirien sei an wirtschaftlichen Schätzen und an Bodenwerten ungeheuer reich. Die Vertehrsoerhält- nisse. wie sie gegenwärtig sind, verhindern aber jebe Auswertung dieses Reichtums. Zu riesigen Gebieten sei der Zu- und Abtransport nur über kleinste Verkehrsbrücken mit untauglichen Mitteln möglich. In Öen Flußtälem könnte wegen der ständigen Frühjahrs Hochwassergefahr keine Straße gebaut werden. Der Seeweg an der nordsibirischen Küste entlang fei noch nicht erschlossen. Kunstbauten im europäischen Sinne seien auf sibirischem Boden nicht möglich, da das Land an oersch'iMnen Stellen bis zu 120 Meter liefe gefroren und im Wechsel von Wärme und Kälte großer Bewegung ausgesetzt sei. Der Hauptbaustoff könne unter diesen Umständen nur das Holz sein. Gegenwärtig sei man bemüht, den Seeweg nach Sibirien wissenschaftlich vorzubereiten, die meteorologischen und geographischen Verhältnisse 3U erkunden, um der Schiffahrt Sicherheiten zu verschaffen. Für die wirtschaflliche Entfaltung Sibiriens werde deutsche Ingenieurkunst aufgerufen werden müssen, wenn die Projekte, deren tn Rußland sehr viele gemacht würden, jeweils zur Durchführung kommen sollen. Eine Möglichkeit, Sibirien zu erschließen, liege im Zeppelin-Verkehr, der mit verhältnismäßig einfachen Mitteln in die Wege zu leiten wäre. Allerdings fei die exakte Landvermessung hierfür eine unbedingte Voraussetzung. Mit den deutschen technischen und wissenschaftlichen Methoden wäre aber die Verkehrsentwicklung sehr wohl oorzubereiten und durchzuführen. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner an Hand von Lichtbildern mit den bisher ergriffenen Maßnahmen zur Erschließung des Seeweges, und schilderte besonders die zu diesem Ziveck errichteten Stationen. Schließlich ahen die Zuhörer noch einen interessanten Film von einer wissenschaftlichen Expedition nach dem Franz- Josephs.Land, nach her Teplitzbucht und dem nördlichen Eismeer, die der Vortragende an Bord des Eisbrechers „Malygin“ erlebte. Dabei hatte man Gelegenheit, die durch das System der „Flucht aus der Verantwortlichkeit“ des Einzelnen resultierenden unmöglichen nissischen Zustände kennen zu lernen. Der Redner schloß mit den Worten, daß der Boi- fchewismus für Deutschland eine völlige Unmöglichkeit sei, daß aber die wirtschaftliche Entwicklung in Rußland und in Sibirien für die deutsche Wirtschaft genau beobachtet bleiben müsse. Lebhafter Beifall dankte dem Redner für seine fesselnden und vielseitigen Ausführungen. VornüNzcn. 0 fl s f a l e n b c r für Samstag: Stadt- ^ater: 20 bis 22 Uhr. „Die Freundin eines aro6en Mannes . - Volkshalle/Liebigshöhe: 10 bl» 21 Uhr Braune Messe. - Casö Leib: 20.30 Uhr, gemeinschaftlicher Kommers aller Altersoereini- gungen der stabt Gießen. — VfB. 08: 20.30 Uhr Generalversammlung. — 'JJlöbel- fabnf Karl Hahn: Möbel-Sonderschau in ben Aus- &Tflu-QUlncn' Löberstraße 17. - Lichtspielhaus. Bahnbofftraic: 16 Uhr. Märchen-Festvorstellung „Schneewittchen ; 18 und 20.30 Uhr. „SOS Eis- augÖM 17“^ tOria Ci^^PidC' beUersweg. „Schlepp- yeskalenber für Sonntag: Stabt- ^eamnrr:, .19:^0 bis 22 Uhr, „Schwarzwaldmädel". — VolkshaUe Liebigshohe. 10 bis 21 Uhr, Braune Uhr^ Kraftpojt-Gesellschaftsfahrt: Abfahrt 8 f Heimatvereinigung Schifsenberg: 15 Uhr. Familienzusammenkunft au dem Schiffen- - Möbelfabrik Karl Hahn: Möbel-Sonder- bel Ausstellungsräumen. Löberstraße 17. bii?Ste feBf'«?Al’nl’off,ro6e: 1115 Uhr. ,Len- nn!h mi (Kulturfilm): ab 15 Uhr. „Flucht "OH „ch'k Else Ester und Georg Alexand^ M 17®f,oria-ßid)tfpicle, Seltersweg: ..Schleppzug ~ -SP? demStadttheaterbüro wird uns geschrieben: Sonntag, 8. Oktober, zu errnäßia- und außer AbonnemeMzun HÄ ff™' Op-rc‘le: ..Schwarzwaldmäbel“ mit 'n der Rolle des Bärbele. Die Mfenc\an^ "^cht nochmals darauf aufmerksam daß LL Operette nicht durch das äbonnemen^aebt «SäS» - £»;:• Opmtttnprcife. epiribtiucr oon 2v"d!^22z/ubr SW 1. öle TiciLop«"?; 20 bis 22 30 Uhr -"srtHag’1 13. onob“,"" Sorftellung Im firettag.8bonnem.nl CErftauffüV her Lustspiel-Operette. „Die !Dläiin»r U 0 fo...“ mit der Musik von Waller Kollo tung Heinrich Hub. Spieldauer von 20 bis 22 Uhr — samstag. 14. Oktober. 20 Uhr. Deutsche Bühn? Ä 22.45 °°" -Ga st soielBellachini in Gießen Der E^nmentaikünstter Bellachini. der schon öfter» „ Gießen gastierte, gibt am kommenden Dien*taü 10. Oktober. 20 Uhr, im (Xafi Iktb ein (BaftlpkT bas cm unterhaltsame» Programm bringen Sri’ Befonberc Aufmerksamkeit durste sicherlich seinen 4" erhalten hoffe. Der Bolschewismus sei übrigens nicht eine Angelegenheit des russischen Volkes, fon» bern lediglich die einer herrfchjüchngen kleinen Over- schicht. Das Kollektiosystem in der Landwirtschaft habe sich verheerend ausgewirkt. Die Entwicklung der Latewirtschast in Ruytand bewege sich absolut biametral zu her in Deutschland Die Viehzucht und die (tzetreidewirtichaft lägen völlig darnieder. Trotz biefer Entwicklung müsse aber in Deutschland das nesige ruffische Gebiet gut im Auge behalten werden. Es gelte, eine Synthese zu finden zwischen deutscher und russiicher Wirftchait. unter völligem Ausschluß des Bolschewismus, ffienn der gegenwärtige politische Zustand in Rußland überwunden sei, dann müsse Rußland das Hauptabsatz- lanö für die deutsche Industrie werden. Für den deutschen Ingenieur gebe es in Sibirien die bent- bar größten Möglichkeiten der InteUigenzenttaltung. Zu berücksichtigen sei außerdem, daß in Rußland gegenwärtig manche» für die Bildung der Bevölke- rung getan werde, wenn diese Bildung auch nie an deutsche heranreiche. Durch den gehobenen Bildungsstandard seien auch die Bedürfnisse im Steigen. Gegenwärtig stehe aber der Wunsch weit hinter der Wirtlichkeit zuruck. In Rußland und Sibirien fehle, was die Dinge der Zivilisation anbe- treffe, selbst das Nötigste. Die Freiheit fei ungeheuer beschröntt. Die Lebensmittelversorgung liege völlig im Argen. Gut gekleidet und gut ernährt sei lediglich die GPU. Das Heer, das sich aus lauter Bauernsöhnen rekrutiere, habe zwar Waffen, aber keine Munition, da man sonst einen Ausruhr be- «bolf Hitler meint e» nur gut mit der Wirt- fchast. der er mit allen Krotten heften will Not. wendig ist e» aber, daß der Deutsche auch hier E-n. —»। I fand Treis a. b. Lda. an« sehr harmonischer B213D Im Oktober 1933. 6211 D Frau Dr, Marx 6197 0 LRübsamen/Fernruf 3659 6216 D praktiziert ab Montag, den 9. Oktober Bleichstra&e 10 p. der Freiwilligen Feuerwehr, Rote-Kreuz-Kolonne, Posaunenchor, Christlicher Verein, Ortsgruppe ®te« ßen-Mitte. Sturm 11/116, Sturm 13/116, SA.-Re« Quartiere wur« nicht in vollem Abends folgte und Tanz. Ein Blick genügt! Hier fehlt nur Hühneraugen- „Lebewohl". 4570 V Hühn eräug.- Leb e wohl Blechd. 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Unter Mitwirkung des Kirchen- und Posaunenchors fand morgens der stark besuchte Feldgottesdienst statt. Pfarrer Steiner (Hausen) hielt die Festpredigt. Gegen 13 Uhr begann die Aufstellung des Festzuges bei der Schiffenberger Mühle, dem sich zahlreiche Teilnehmer aus Gießen anschlossen. Der Umzug des Zuges durch den Ort nahm über eine Stunde in Anspruch, obwohl er sich fast nur auf die Hauptdurchgangsstraßen beschränkte. Eingeleitet wurde er durch eine Reitergruppe, es folgten Jungvolk, Iungschar, Schulkinder, Musik, Fahnengruppe der NSDAP., Amtswalter der NSDAP., Ortsvorstand, Kirchenvorstand, Fahnengruppe der örtlichen Vereine, Wagengruppen, die hiesigen Vereine, Spielmannszug Snitedanffestfeiern inOberhefsen (Schluß der Berichterstattung.) Alten Buseck. $ Alten-Buseck, 6. Okt. Auch unser Dorf hatte anläßlich des E r n t e d a n k t a g e s Festschmuck angelegt. Der Festtag wurde eingelettet nut dem Wecken durch den hiesigen Posaunenchor und dem Turnverein. Nach dem F e st g o t t e s d l e n st, den an Stelle unseres erkrankten Ortsgeis lichen Pfarrer Sattler von Wieseck hielt, bewegte sich ein stattlicher Festzug durch die Ortsstraßen Der Festzug bot ein gut durchdachtes Abbild des Landlebens dar Man sah vor allem die vier Jahreszeiten durch hergerichtete Wagen dargestellt, einen pflügenden und einen säenden Landmann, sowie verschiedene Erntewagen. Auch eine ländliche Spinn- stube wurde in origineller Weise vorgesührt. Nach Beendigung des Festzuges hielt Pg. Hahn aus Großen-Buseck eine packende Ansprache über die Bedeutung des Erntedanktages, die begeisterten Beifall fand Nach den Uebertragungen vom Bückeberg fand noch geselliges Beisammensein und Tanz statt. Grohen-Buseck. Hierauf ergriff der Kreisleiter, Pg. Harth, das Wort zu einer kurzen Begrüßungsansprache. Sodann sprach der landwirtschaftliche Fachberater, Pg. Wilhelm Rein. Er wies besonders darauf hin, daß das deutsche Volk und insbesondere die Bauern Grund hätten, dankbar zu sein, einesteils wegen der guten Ernte und andernteils, weil das deutsche Volk in Adolf Hitler einen Mann gefunden habe, der den Mut hat, sein Volk wieder aus dem Elend herauszuführen und ihm wieder geordnete Verhältnisse zu geben. Zum Schlüsse ermahnte der Redner die Anwesenden, sich reichlich an dem von unserem Führer ins Leben gerufenen Hilfswerk zu beteiligen, damit kein Deutscher im kommenden Winter zu frieren brauche. Weitere Darbietungen des Männergesangvereins und des BdM. verschönten den Nachmittag. Das Schlußwort sprach der Kreisleiter Dr. Harth. Mit dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes und mit dreifachem „Sieg Heil auf den Führer sand die Kundgebung ihren Abschluß. Am Abend hörte man im Rundfunk die Kundgebung vom Bückeberg an. Von 20 Uhr ab ' ' Tanz in allen hiesigen Gastwirtschaften statt. < Großen-Buseck, 5. Okt. Unter starker Beteiligung der Bevölkerung unseres Ortes wurde hier am Sonntag der deutsche Erntedanktag gefeiert. Er begann mit dem Weckruf, ausgeführt von dem hiesigen Spielmannszug der SA. Der Festgottesdienst fand in der Kirche statt, die bis auf den letzten Platz gefüllt war. Um 13.30 Uhr versammelten sich alle Festteilnehmer auf dem Anger, wo Pg. K. Hahn eine Ansprache hielt. Alsdann setzte sich der Festzug in Bewegung. An der Spitze marschierten die Schulkinder, dann folgte die Mu- fikkapelle, die Fahnenabteilung der Ortsgruppe, Parteimitglieder, Orts-, Kirchen- und Schulvorstand, die Fahnenabteilung der NSBO. und Mitglieder der SA., der HI. und des JV. Der Spielmannszug des Arbeitsdienstlagers, der Turnverein „Gut- Heil", der Fußballklub 1926, die Feuerwehr, der Gesangverein „Germania", der Gesangverein J)ei= terkeit-Sänaerkranz", der Kriegerverein und der Geslügelzuchtoerein nahmen ebenfalls teil. Die prachtvoll hergerichteten Festwagen fuhren in der Mitte des Zuges. Im Anschluß an den Festzug versammelte sich die Gemeinde in den Sälen der Gastwirte W a gn e r und Brück, um die Uebertragung des Festaktes auf dem Bückeberg mit den Reden des Reichsbauernsührers und des Volkskanzlers zuhören. Der Wend verlief in f ' Weife. ßen) richtete ht seiner Festrede beherzigenswerte Worte an die Versammelten. Ein mehrstimmiger Chor der Schulkinder unter Leitung von Lehrer Marsteller, ein Massenchor der hiesigen Ge- angvereine, unter der Stabführung von Finanz- efretär K. Sommer, trugen zur wirkungsvollen Ausgestaltung der Feier bei. Das Deutschland» und das Horst-Wessel-Lied bildeten den Abschluß der Festkundgebung. Die Teilnehmer begaben sich hierauf in die einzelnen Gastwirtschaften, um die lieber» tragung vom Reichsbauerntag zu hören. Zum Nachtessen waren die noch anwesenden auswärtigen Besucher abermals Gäste bei den hiesigen Einwohnern. Die von den Ortseinwohnern für Kaffee und Danksagung. Für die Beweise aufrichtiger Teilnahme, die Kranzspenden, die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Weisel, sowie für den Grabgesang des Gesangvereins „Teutonia“ bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen, sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichsten Dank. In tiefer Trauer: Familie Fr. Ludw. Reuschling Familie Job. Philipp Reuschling und Ferdinand Reuschling. Heuchelheim, den 7. Oktober 1933. Steinbach, 6. Okt. Die F e i e r d e s Ernte- danktages begann morgens mit dem Wecken, das durch den Spielmannszug des hiesigen Turnvereins geschah. Der Festgottesdienst war gut besucht. Der Gesangverein „Germania hatte sich bereitwillig für Sie kirchliche Feier zur Verfügung gestellt und brachte zwei Chöre zu Gehör. Die Konfirmanden hatten für das Fest ein Erntefestspiel eingeübt und brachten die Erntegaben zum Altar. In feiner Festpredigt ging der Pfarrer von den Worten des Regierungserlasfes vom 13. September aus: „Das ganze Volk begeht mit dem deutschen Dauern in Dankbarkeit gegen Gott den Abschluß der Ernte". Der Festzug, an dem sich alle Vereine der Gemeinde, die SA. und die Ortsleitung beteiligen, fand um 14 Uhr statt; der Spielrnanns- zug des Turnvereins wirkte wiederum mit. Bei der anschließenden Kundgebung sprachen Bürgermeister Krämer, der Ortsgrupppenletter der NSDAP. Rink und der Leiter der NsD. Heinrich Gerhard. Alle drei Redner fanden lebhaften Beifall. Die Kundgebung und die Uebertragung der Rede des Führers vom Bückeberg fanden im G ö r- l a ch s ch e n Saale statt, auch war in den anderen Lokalen des Ortes Gelegenheit, die Rundfunkicher» tragung zu hören. Abeichs fand man sich im Gör» lachschen Saale zum deutschen Tanz. Muschenheim. * Muschenheim, 6. Okt. Auch hier wurde der deutsche Erntedanktag in Verbindung mit dem kirchlichen Erntedankfest m feierlicher Weise begangen. Am Vormittag fand Festgottesdienst statt an dem sich alle Formationen der NSDAP, geschlossen beteiligten, wobei der Ortsgeistliche, Pfarrer Doering, Über das Arbeits- und Erntejahr 1933 und feine mannigfachen Gaben und feine Bedeutung für das deutsche Volk predigte und der Chor des Frauenoereins das Lied „Danket dem Herrn" zum Vortrag brachte. Am Nachmittag bewegte sich ein stattlicher Festzug mit prachtvollen Erntewagen durch die mit reichern Flaggenschmuck versehenen Straßen des Dorfes, woran sich eine Kundgebung in der Turnhalle anfchloß, in der Lehrer Kraus» grill eine eindrucksvolle Ansprache an die Volks» genossen richtete, die mit einem begeisterten „Sieg» Heil" auf den Volkskanzler und Führer Adolf Hitler und dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes ihr Ende fand. Alsdann lauschte man der Uebertragung der Kundgebung auf dem Bückeberg, bis der Tag im Tanz der Jugend feinen Abschluß fand. Obbornhofen. ? Obbornhofen, 6. Okt. Als eindrucksvolles Bekenntnis zum deutschen Bauerntum gestaltete sich hier der deutsche Erntedanktag. Die Straßen zeigten reichen Fahnenschmuck und die Häuser waren mit frischem Grün geschmückt. Am frühen Morgen läuteten die Glocken der Dorskirche den Erntetag ein. Das Wecken hatte das Trommler- und Pfeiferkorps des Turnvereins übernommen. Um 10 Uhr traten hie SA., die Parteimitglieder der NSDAP., NS.» Frauenfchaft, der BdM. und fämtliche Orlsvereme mit Fahnen zur gemeinsamen Teilnahme am Gottes- Allendorf. 3 Allend orf a. d. Lda., 4. Okt. Der Tag des deutschen Bauern, das Erntedankfest, wurde auch in unserer Stadt in würdiger Weise begangen. An dem um 10 Uhr stattfindenden Festgottesdienst, den Missionar Walther (Gießen) abhielt, nahmen die SA., die H.-J., das Jungvolk und der Bund deutscher Mädchen geschlossen teil. Die reichlich geschmückte Kirche war überfüllt. Nach Mittag wurde der Festzug aufgestellt. Die Spitze bildete der Spielmannszug der hiesigen SA. Sodann wurde der Erntekranz von Mädchen in alter Allendorser Tracht getragen. Es folgten Erntewagen und alle Geräte, die der Landwirt von der Saat bis zur Ernte benötigt. Erntearbeiter, Schnitter und Schnitterinnen marschierten in der bäuerlichen Tracht hinter dem Wagen her. Zwischendurch sah man immer wieder Abteilungen der SA. Dann schlossen sich die einzelnen Gruppen der Bauernschaft, Arbeiter, des Kampfbundes, der freien Berufe und Beamten, sowie der H.-J. und der BdM. an. Den Schluß des Festzuges bildeten die -Schulkinder. Die Mädchen trugen alle Kränzchen im Haar. Der Zug bewegte sich durch alle Straßen unserer Stadt. Nach der Rückkehr auf den Festplatz trug der hiesige Pofaunenchor zunächst den Choral Nun danket alle Gott" vor. Dann sang der Männerchor das Lied: „Die Himmel rühmen ... geläute wurde das Fest eingeleitet; dann folgte das Wecken durch die hiesige SA.-Kapelle und um 10 l Uhr fand der Festgottesdienst unter Beteiligung der SA., der SAR., der HI., der Frauen- jchaft und des BdM. statt. Als Einleitung des Gottesdienstes trugen die Konfirmanden ein Erntedankgedicht vor, bei dem sie die mitgebrachten Erntegaben auf dem Altar niederlegten und den Ernte» kränz an feinem Platz an der Kanzel aufhängten. Nach der Predigt über das Wort des Apostels: „Gott hat uns Regen und fruchtbare Zeiten gegeben und unsere Herzen erfüllt mit Speise und Freude , trugen der Kirchengesangverein und der Schülerchor mehrere Chöre vor; au chdie SA.-Kapelle trug zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Nach dem Gottesdienst war Platzkonzert auf dem Adolf-Hitler- Platz. Die Aufstellung des Festzugs fand im Anschluß an den Nachmittaasgottesdienst, der auch wieder gut besucht war, am Bahnhof statt. In dem Fest- zug war ein mit vier Pferden bespannter und mit Schnitterinnen besetzter Erntewagen, eine geschmückte Sämaschine mit zwei Ochsen bespannt und von Bauern getragene landwirtschaftliche Gerätschaften zu sehen. Der Festzug unter Begleitung der SA.- Kapelle und des Spielmannzuges des Turnvereins ging durch das ganze Dorf und wurde nach einer i Ansprache des Ortsgruppenleiters der NSDAP, auf dem Adolf-Hitler-Platz gegen 16 Uhr aufgelöst. 1 x „ seroe, BdM. Alle Beoolkerungskreife waren am Zuge ,s- beteiligt. Beifall und Bewunderung fanden die im Zuge wfammengefteUten Wagengruppen, um deren Zustandekommen sich Pg. Karl K o 1 m e r besonders verdient gemacht yat. Alle diejenigen, die weiter am Zustandekommen und der Ausführung der Gruppen mitgewirkt haben, brachten hierdurch tn schönster Weise ihr Zusammengehörigkeitsgefühl zum Ausdruck. Die Wagen selbst versinnbildlichten tue einzelnen Jahreszeiten und die Tätigkeit des Landwirts: Frühling (Pflug mit Egge, Kultivator Sae» maschine, Schafschur, Mähergruppe, Mähmaschine, Heuwagen), Sommer (Schnitter und Schnitterinnen, Binder, Erntewagen, Müllerwagen, Backerwagen, Milchwagen), Herbst (Obsternte, Kartoffelernte, Maschine, Dickwurzernte, Wagen zum Erntedankfest), Winter (Hausschlacht, Wagner und Schmiede, Spinnstube, Bauernwaaen) zogen durch die einzelnen Gruppen versinnbildlicht, an den vielen Zuschauern vorbei. Ein Wagen der Gesangvereine und des Geflügelzuchtoereins waren ebenfalls eingefugt. Nach einer Kaffeepause, in der die auswärtigen Teilnehmer Gäste der Ortseinwohner waren, ver» sammetten sich die Festzugsteilnehmer und Zuschauer zu der Festkundgebung. D.e Feier wurde eingeleitet durch den Badenweiler Marsch der Musikkapelle. In kurzen, kernigen Worten begrüßte der Ortsgruppenleiter Pg. Ernst Hauser die überaus zahlreich erschienenen Teilnehmer. Stell» vertretender Kreisleiter Hopfenmuller (Gie- Kein Arzt, keine Heilung gab’s für mich, bis Jesus kam, der heilet mich Todesanzeige Hierdurch die traurige Mitteüung, da ß mein lieber Mann, unser gnter, treusorgender Vater, Schwiegersohn, Schwager, Pate und Onkel Herr Karl Sehrt am Freitag, dem 6. Oktober, abends um 7 Uhr, nach langem, schwerem, mit großer Geduld getragenem Leiden im 44. Lebensjahre sanft entschlafen ist Namen der trauernden Hinterbliebenen: Emilie Sehrt, geb. Sarnes und Kinder Queckbom, den 6. Oktober 1933 Die Beerdigung findet Montag, den 9. Oktober, nachm. um 3Uhr, statt 05847 । Knabsninstitut Lucius Iorslhaus bei «chzeU, Overhesien. Ocgr. 1809 6139 u HHHSsfi la üiinse-HalK (die Grundlage billigst 1 Süßer Frätatainosl täglich frisch gefeit., wahrend der ganA. Weinlese, ca. 5 bis 6 Wochen, im Ausschank u. über die Straße vorr. eoszD Fragen Sie Ihren Arzt, was eine Traubenkur bedeut. Weinstube Naafa-^däudchen, Walltorstraße 32. Graue Haare? 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In einer zu -erzen gehen- den Predigt pries Dekan Engel die Güte unseres Schöpfers, der uns auch in diesem Jahre wieder reichen Erntesegen beschert habe. Die Schulkinder trugen zwei Erntedonklieder vor. Um 14 Uhr formierte sich an der Schule ein Fe st zu g, an dem etwa drei Viertel der Einwohnerschaft unseres Dorfes teilnahm. Voran marschierte eine Musikkapelle, es folgte dann die SA., der BdM, die NS-Frauenschaft, die Mitglieder der NSDAP, und die Ortsvereine. Die Erntewagen wurden vielbeachtet. Der erste Wagen mit jungen Burschen und Mädchen stellte die Ausfahrt zum Getreideschnitt bar, der nächste Wagen trug die zum Ausdrusch bereiten Garben, der folgende führte das ousgedroschene Stroh mit und der letzte Wagen trug die wohlgefüllten Säcke mit Körnern. Auf und zwischen den Wagen befanden sich noch Arbeiter mit allerlei Erntegerätschaften. An der Wirtschaft des Erich j) e n 3 e I in der Bahnhofstraße löste sich der Festzug auf und die Teilnehmer begaben sich in den Saal. Bald erschien Pg. Jung (Gießen) und hielt die Festrede. In ergreifenden Worten schilderte er den Wesens^ug des Nationalsozialismus und den Glauben unseres Führers an die unerschöpflichen Aufbaukräfte unseres Volkes seit den Tagen des Zusammenbruchs Pis zum Tage der Machtübernahme. Der Wille des Führers fei, alle Schichten und Stände unseres Volkes zu einer Volksgemeinschaft zusammenzuschließen. Auch dieser Erntedanktag solle sein Teil zum, Gelingen der Volksgemeinschaft beitragen. Mit dreifachem „Sieg -eil" schloß der Redner seine Ausführungen, die mit starkem Beifall ausgenommen wurden. Anschließend sana man das yorst-Wessel-Lied. Don 17 bis 19 Uhr lauschte man den Übertragungen der großen Bauernkundgebung auf dem Bückeberg. Göbelnrod.« o Göbelnrod, 4. Oft. Auch in unserem Dorfe nahm der Erntedanktag einen würdigen Verlauf. Morgens nahmen die Organisationen und Vereine am Gottesdienst in der festlich geschmückten Kirche auf dem Wirberg teil, wo Pfarrer Scheuer über das Evangelium vom Scherflein der Witwe predigte. Nachmittags bewegte sich ein stattlicher Festzug durch das Dorf. In diesem kam in mehreren Gruppen die Arbeit des Bauern im Laufe des Jahres zur Darstellung. Anschließend fand bei der Schule eine Feier statt, die die Schulkinder durch Gedichte und Lieder verschönten. Auch der Gesangverein wirkte mit. In seiner Ansprache be- tonie Lehrer AllendSrf-r, daß dieser Tag zum Danken aufrufe in Form freudigen Bekennens und freudigen Opferns gegenüber dem Führer, der in io kurzer Zeit so viel für fein Volk und für den Bauernstand getan habe. Gegen Abend horten die Einwohner die Rede des Führers an den Laut- sprechern, die in den Gaststätten und in der Schule aufgestellt waren. Um die Ausgestaltung hat sich Stutzpunktleiter -einrich Stühler sehr verdient ge- macht. Ruppertsburg. ) ( Ruppertsburg, 5. Okt. Auch hier wurde das Deutsche Erntefest in würdiger Weise gefeiert. Rach dem -issen der Fahnen an Schul- und Rat- Haus, wobei der Gesangverein mitwirkte, begaben sich SA., SAR., SS., Frauenschaft, BdM., Krieger- und Gesangverein im Zuge zum Gottesdienst, in dem Pfarrer D. Fritsch Oie Festpredigt hielt. Nachmittags bewegte sich ein stattlicher Festzug durch die geschmückten Ortsstraßen nach dem Festplatz. In 7 Festwagen und sehr vielen Gruppen zu Fuß waren die Arbeiten und Freuden des Bauern im Laufe des Jahres geordnet nach den vier Iah- reszeiten dargeftellt. Auf dem Feftplatze richtete zuerst der örtliche Bauernfachberater Wilhelm -orst Mahnworte an die Bauernschaft, worauf Pfarrer D. Fritsch die Festrede hielt. Umrahmt waren die Reden von dem Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes. Salzböden. * Salzböden, 6. Okt. Unter großer Beteiligung wurde am Sonntag das Erntedankfest gefeiert. Arn Nachmittag bewegte sich ein Festzug, der die Jahreszeiten und die Arbeit des Bauern versinnbildlichte, durch die Straßen des Dorfes, -ierbei sah man wieder einmal die Mädchen in der alten kleidsamen Bauerntracht. Nach der Auflösung des Zuges fand man sich im Lokal Weisbrod und hörte die Rede des Reichsyiinisters D a r r 6 und des Reichskanzlers vorn Bückeberg. Der Abend wurde in gemeinsamer Unterhaltung bei Gesang und Tanz verbracht. Fronhauseri. Fronhausen, 5. Okt. Am vergangenen Sonntag wurde auch hier das Erntedankfest in würdiger Weise begangen. Aus den umliegenden Nachbardörfern und von Marburg waren zahlreiche Besucher gekommen, um den Festzug zu sehen. Der Festzug, der aus 27 verschiedenen Gruppen bestand und besonders die Arbeit des Bauern versinnbildlichte, an dem aber auch die Organisationen der NSDAP., die Vereine und die -andwerker teilnahmen, wurde mit großer Aufmerksamkeit betrachtet und löste allgemein viel Freude aus. Als der Festzug auf dem Weg durch die Straßen am Kriegerdenkmal angekommen war, hielt Pfarrer Weder die Erntedankrede und gedachte dabei vor allem des Volkskanzlers Adolf Eitler, und des Reichspräsidenten o. - i n b e n • bürg. Gott habe eine reiche Ernte geschenkt, dafür müsse der Bauer dankbar sein und nicht vergessen. auch denen zu geben, die Not leiden müßten. Die Gemeinde sang sodann ein Lied, der Kirchenchor einen Choral. Bürgermeister Rauch und Gruppen, führet Dr. Welbrecht hielten ebenfalls kurze An» sprachen. Am Abend fand sich die Jugend in alten Bauerntrachten zum Tanze ein. Nachdem man noch die Uebertragung des Erntedankfestes vorn Bücke- berg gehört hatte, fand am Abend noch ein (Ernte, dankgottesdienst statt. Die AmlSschilder der Reichsbehörden. Aus dem von Pg. Dr. Frick geführten Reichs- Ministerium des Innern wird mitgetcilt: „Aus nationalen Kreisen sind Einwendungen gegen die Amtsschilder der Reichsbehörden, die den schwarzen, rot bewehrten Adler auf goldenem, ober rot-gelbem Unter- gründ zeigen, mit der Begrünbung vorgebracht worden, die Beibehattung dieses Untergrundes bedeute eine Konzession an die Anhänger des bisherigen Systems. Dies« Auffassung ist irrig. Der Reichsadler ist im Schilde, also als Reichs- wappen, nicht erst seit 1918, sondern seit Jahr- Hunderten auf goldenem, bei Anwendung anderer Stoffe als Metall auf gold-gelbem Grund dar- gestell twordeo. Rach einer noch vorhandenen Abbildung aus dem 14. Jahrhundert ist der Reichsadler im Wappenschild schon damals auf goldenen Grund geführt worden. Das Wappen- schild des Römischen Reiches Deutscher Ration war stets der Adler im goldenen Feld. Getreu dem alten, ehrwürdigen Reichssymbol wurde bei der Kaiserproklamation zu Versailles am 18. Januar 1871 ein goldgelbes Wappenschild mit dem schwarzen, rot bewehrten Adler verwendet. Sodann hat Kaiser Wilhelm I. auf Antrag des Reichskanzlers Fürst von Bismarck durch Erlaß vom 15. Oktober 1871 bestimmt, daß das kaiserliche Wappen, das gleichbedeutend war mit dem Reichswappen, einen goldenen Schnitt mit dem schwarzen, rot bewehrten Adler zeigt. Der gleiche Erlaß schrieb für die Standarte des Kaisers gelbe Farbe (gold-gelb gefärbtes Segeltuch) vor, abwechselnd mit dem schwarzen, rot bewehrten Reichsadler und der Reichs-Krone betreut, darauf das Eiserne Kreuz mit dem kaiserlichen Wappen, d. h. dem kaiserlichen Adler auf gold-gelbem Schilde. Diese Kaiserstandarte wurde zum ersten Male am 16. Oktober 1871 auf dem Schloß zu Berlin gesetzt, als im Weißen Saal die Eröffnung des Reichstages ftattfanb. Der Ober, zeremonienmeister und Chef des -eroldamtes. Dr. Graf Stillfried, schrieb über dieses historisch denk, würdige Ereignis: „Als der Kaiser sein Palais Unter den Linden verließ, senkte sich die auf dem» selben wehende purpurne (preußische) Königsflagge: gleichzeitig aber stieg auf dem Schloß langsam die willst du ein deutscher Bürger fein. So kauf auch deutsche waren ein, Tlur dieser ft auf gibt Arbeit. Brot Und hilft uns aus der wirtfchaftsnot. Kaiserstandarte empor, und als der Kaiser in bas Schloßporlal einfuhr, war sie vollständig gehißt und stand im Winde ohne eine Falle, prächtig golb» alänzend anzuschauen und von dem zahlreich versammelten Publikum bewundert angeftaunt. Bei der späteren Aenderung der Form de» kaiserlichen Adlers (Reichsadlers) wurde der goldene Untergrund im Wappen stet» beibebalten. Der goldene (goldgelbe) Untergrund im Wappen, schilde beruht somit auf alter Tradition. Seine Ersetzung durch einen silbernen (weihen) Untergrund würde der Ueberfieferung des Reiches nicht entsprechen. Auf silbernem (weißen) Unter, gründ stand von jeher der Adler im preußischen Wappen, nicht aber im Reichswappen. Zu einer Beseitigung der Amtsschil. der der Reichsbehörden liegt also zunächst kein Anlaß vor. Ob das Reichs, wappen mit dem Symbol der nationalen Erhebung, I dem -akenkreuz, etwa durch Auflegen eines -erzfchildes vermählt werden soll, bleibt künftiger I Entscheidung vorbehalten. Ab heute führe ich die von mir vor 1 Jahr von Herrn Dr. W. Meyer, hier, übernommene vormals A. Frees'sche Univ.-Buchhandlung unter eigenem Namen weiter und firmiere: Kurt Holderer Universitäts-Buchhandlung vorm. August Frees Gießen GleSen. den 7.10. 33. Selteriwej 85 Kurt Holderer Q ■ ¥ Haus der guten We/ne und Schnäpse Br* Wilh.Wallenfels Sohn Gießen, Braugasse 6, Gegründet 1827 WelngroBhandlung ■ Likörfabrik Braune Messe:Stand Nummer 14«, Volkshalle ■ ■ __5 9l D 55,Ä^k?,A.ea Miele Builerferiiger Slurzbultermaschine Buttermaschine Emfach.BetFiebssicher, Dauerhaft, Preiswert: D'eMerkmale aller Miele-Erzeugnissp Miele-Erzeugnisse In größter Auswahl zu Origmalpreisen J.B. Häuser «Gießen lau-a.IleUiurll». AeOswahtoaartia.Ferner ttix ,<» Zuchtviehversteigerung in lauterbad) am Mittwoch, dem 11. Oktober 1933. Zum Auftrieb gelangen 30 auf Körperform oorbefichtigte Leistungsbullen des hessischen Fleckviehs. 6039D Beginn der Versteigerung 11 Uhr vormittags. Besonders starkes Angebot in älteren, sprungfähigen Bullen, die sofort zur Zucht Verwendung finden können. Gemeinden und Privatzüchter sind zum Besuch der Veranstaltung und Ankauf wertvoller Zuchttiere hierdurch herzlichst eingeladen. 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