Donnerstag, 7. September 1935 183. Jahrgang Nr. 2s 9 Erstes Blatt itfcmittagsjiebung tourten Gewinne 280851 3791 4637 32491 dem er einige Jahre auf seinen Schlössern nur er 107894 138245 192054 238970 119117 140158 193917 244499 der im 329009 347360 372535 373193 385039 392224 125185 160133 223993 266633 297116 122664 167858 217960 269279 306900 335020 104034 128749 163829 228690 279214 299279 131751 170235 228308 272586 307959 340565 282153 287266 302584 304425 348548 363778 374698 376758 108379 137365 173429 251565 281247 314843 340659 276539 135461 I 35581 2 1 9 5 3 0 2 9 5 7 66232 114683 137933 173914 2 5 3431 282838 315733 360782 gewonnener unserer eisernen besseres Freiheit Dank an die i g,6tpitn'^ d i e N e u o r r 400 M. MvM 00000 ®. 390200 0000 ®. 290013 MO®. 42668 124630 163052 192163 196072 218979 241021 274.57 314610 347657 356987 377037 395711 154826 180211 194915 204132 222522 250721 293774 321827 353089 362591 384425 157556 185621 195203 208415 224279 2 5 6045 293777 330651 353486 371077 386419 TW 48.05 11.U 3,053 169.52 66,77 59,41 61.57 13.30 0,932 2,913 51.61 22.16 16-475 81,11 35.12 81.78 0.7 0.24| 5.3 12.73 §eres Leben in en. Wir denken mit Amenla greist in die kubanischen Mmn ein. Marineminister Swanson mit amerikanischen Kriegsschiffen nach Havanna 191534 195585 213976 232752 263448 303573 334320 354734 372234 390760 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20", mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr H.Tkyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für denAn- zeigenteil i. D. Th.Kümmel sämtlich in Bietzen. HerrioiS Beförderung wird dementiert. Paris, 7. Sept. (WTB. - Funtspruch.) Die gestern von einer Nachrichtenagentur verbreitete Meldung, daß Edouard Herriot zum Ehrenobersten der Roten Armee ernannt worden sei, wird hier als irreführend bezeichnet. erringen wo! Helden von Langemarck, so schloß der 68,54 61,1b 35,® harter Erkenntnis des Lebens durch Hände Arbeit und durch Willen unserem Volke ein und w ü r d i April 1925 unter dem Titel „Twenty-five years, 1891—1916" erschienen. In einem Vorwort zu der 1928 erschienen neuen Ausgabe dieses Buches sprach er sich nachdrücklich gegen den Artikel des Versailler Vertrages aus, durch den Deutschland gezwungen wurde, seine Kriegsschuld anzuerken- 6r|d>eini lägltch, autz« Lonniags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Bietzener Familienblätlet Heimat >m Bild Die Scholle Monat; Bezugspreis. MU 4 ‘Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 1-80 Zustellgebühr . . --25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanfchlüsse anter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiger Sieben, poftschecktonto: granlfurl am Blain 11686. ö 100 $iamyaLujf 1«W Oer Stahlhelm - Studentenring weiht den Helden von Langemarck in Raumburg ein Denkmal. 3000 W. 26141 33632 ------ 365920 378625 68,26 2,84 34,91 TssT 47,95 12,42 3,047 169,18 66.63 '«». 'M A 95 42 >47 ,08 ,83 ,39 „58 1,29 ,928 ,897 8,46 2,08 6,42 1,02 15,04 >1L 1,774 1,211 >,295 12.65 2000®. .... ---------- 148754 204938 206237 219938 ; 243117 271327 280452 284600 i 299576 311677 332384 363567 M. 58.57 59,7 13-21 16.1g 169-1* 22,0» 66,71 59.29 68.43 13-26 0,928 2,907 58.49 22,12 16,435 81-02 35-04 81-62 0,779 0,241 5.29 12,71 Amerikaner müffen flüchten. Neues Aufflackern der Aufstandsbcwegung Washington, 7. Sept. (WTB. -.Funkspruch.) Der Botschafter der Vereinigten Staaten in Havanna, Welles, hat seiner Regierung mitgeteilt, daß sich die Lage in Südkuba verschlimmert hat. Zwei Amerikaner, Leiter von Zuckerraffinie- rien, haben sich an Bord eines englischen Frachtschiffes flüchten müssen. Ihre Fa- briken wurden von den Aufständischen beschlagnahmt. Ein Sergeant hat den Oberbefehl über Ostkuba übernommen. Aufständische versuchten, sich der Person des Leiters einer amerikanischen Gesellschaft in Havanna zu bemächtigen. Es gelang dem Verfolgten, im Hafen von Havanna s i ch a n Bord eines Dampfers zu flüchten. In Santa Clara gelang es dem Leiter der Hunter Hicks Company, an Bord eines britischen Frachtdampfers Zuflucht zu suchen. Die revolutionäre Junta hot eine Proklamation veröffentlicht, in der sie der Bevölkerung verspricht, daß nunmehr Ruhe und Ordnung wieder einkehren und die an den Aufständen beteiligten Truppenteile wieder dem Kommando ihrer ordentlichen Befehlshaber unterstellt würden. nen. Der Wahlfeldzug des Jahres 1929 fand ihn wieder auf dem Posten im liberalen Lager, nach- sci- Der wichtigste Posten in den Rechnungen der dem Weltkriege zustrebenden englischen Partei war anisieruna des englisch- Verhältnisses. Im Krimkriege ^876 48,05 12,44 I 3,053 169,« 66,97 59, 68,/ 13-33 0.932 2,903 58,58 22,12 16.16 81,18 35-1 81J3 0,776 0,243 5,305 12.71 Baofn^ "w. ^s86 <8.33 fl.03 13,22 16.395 I68,76 22-00 66.17 nen Drivatinteressen, in deren Vordergrund Angelsport steht, gelebt hatte. Seitdem ist politischen Leben kaum noch heroorgetreten. Oie Beisetzung Bischof Schreibers. Berlin, 6. Sept. (WTB.-Funkspruch.) Der erste Bischof von Berlin, Dr. Christian Schreiber, wurde heute vormittag unter großer Teilnahme der Berliner Katholiken zu Grabe getragen. Die Trauerprozession sammelte sich an der St. Hcdwigskathe- drale und zog nach den Linden. Kapitularoikor Dr. Steinmann hielk, während der Trauerzug an der Kurie oorbeidefilierte und die Fahnen sich zum letzten Gruße senkten, die Exequien ab. Gegen 9.15 Uhr wurde der schlichte Sarg, der mit der Mitra geschmückt war, durch das Hauptportal aus dem bischöflichen Ordinariat hinausgetragen, nachdem sich der apostolische Nuntius O r s e n i g o , Kardinalfürsterzbischof Dr. Bertram von Breslau, Erzbischof Dr. Gröber (Freiburg i. Br.), Bischof Staatsrat Berning von Osnabrück, die Bischöfe von Meißen, Frauenburg (Ostpreußen), Limburg und Würzburg in das Trauergesolge eingefügt können heute sagen, daß die Opfer nicht umsonst gewesen sind. Unter der Führung Hindenburgs und Hitlers ist die gesamte Nation aus den Gräben wieder aufgestiegen und zum Vormarsch angetreten. Das soll kein Marsch sein in den Krieg der Waffen, sondern ein Aufbruch der ganzen Nation aus den Schlammtrichtern der Nachkriegszeit, aus den Fesseln und Drahtverhauen roter Systeme, hin zu einer Zeit, da wir mit Begeisterung, Opfersreudigkeit, Tapferkeit und Vaterlandsliebe und wiederum mit neu müssen, als er die entente cordiale mit Frankreich zuwege brachte. Dazu kam freilich in dem anderen Falle eine neue Schwierigkeit. Grey hatte als Erbschaft Lansdownes ein englisch-japanisches Bündnis übernommen, und Japan hatte mit Rußland eben erst, als Grey Minister wurde, einen Krieg geführt. Aber das Wunder geschah. Mit englischer Vermittlung verständigten sich Rußland und Japan, und König Eduard konnte zusammen mit Grey am 9. Juni 1908 zu Reval dem „Selbstherrscher" die Hand bieten. Auch Japan blieb an Englands Seite, so heftig auch Grey Parteigenossen in ihrer Oppositionszeit gegen die politische Freundschaft mit den „Gelben" Stellung genommen hatten. Alle Hoffnungen, die da und dort an den englischen Thronwechsel am 6. Mai 1910 geknüpft werden mochten, blieben unerfüllt. England trieb unter Grey unaufhattsam dem Krieg mit Deutschland entgegen. Der Einmarsch der Franzosen in Fez und Deutschlands Antwort darauf, der „Panther"- sprung von Agadir, ergaben die zweite Maro k k o - K r i s 'i s , in der Großbritannien noch herausfordernder als in der ersten an Frankreichs Seite trat. Das Säbelrasseln begann. Sogar englische Kabinettsmitqlieder von vorgeschritten liberaler Denkart schlossen sich an. Daß der Friede noch erhalten blieb, war nicht das Verdienst eines Engländers. Als mit den Tripolis- und Balkankriegen das Verhängnis sich immer drohender gegen den gesamteuropäischen Ruhezustand heranwälzte, schien zwar noch einige Male eine Friedenshand über die Nordsee herübergestreckt zu werden. Bei Hal- danes Mission mochte man wenigstens noch an einen guten Willen glauben, Churchills „Weltfeierjahr" — ausgerechnet das Jahr 1915 sollte die Ehre genießen! — tarn aber nicht über den Ein- 500®. 14500 15220 15334 17329 1634 23299 28602 36785 39798 1867 76346 81553 83419 90758 102209 ................. Naumburg, 6. Sept. (WTB.) In Naumburg wurde am Mittwoch unter großer Beteiligung der Bevölkerung das e r st e Denkmal für die bei Langemarck nach kaum siebenwöchiger Ausbildungszeit mit dem Deutschlandlied aus den Lippen in den Heldentod gegangenen Studenten in feierlicher Weise enthüllt. Das Mal hat die Form eines Maschinengewehrbunkers, wie sie in die Erde Flanderns eingebaut wurden, und ist in wochenlangem freiwilligen Arbeitsdienst und aus eigener Kraft des Stahlhelm-Studenten- Ringes errichtet worden. Aus allen Teilen Deutschlands sind die Angehörigen des Stahlhelm- Studenten-Ringes Langemarck nach Naumburg gekommen. Von Ministerpräsident Göring, vom preußischen Kultusminister Rust und Reichswehrminister von Blomberg sind Begrüßungstelegramme eingegangen. Ministerpräsident Göring telegraphierte: „Der in Naumburg versammelten Studentenschaft bitte ich anläßlich der heutigen Weihe des Langemarck-Ehrenmals meine Grüße und besten Wünsche für einen würdigen Verlauf der Gedächtnisfeier zu übermitteln. Ich bin i n treuem Gedenken an unsere junge Helden unter ihnen und davon überzeugt, daß auch die jetzige Generation unserer Studentenschaft tets Deutschland über alles stellen wird." Kultusminister Rust telegraphierte: „Am heutigen Tage gedenken wir der Langemarck-Kämpfer i n Ehrfurcht und Treue". Gegen 18 Uhr trafen der Kronprinz und der Reichsarbeitsminister, Stahlhelmbundesführer Seldte, von der Bevölkerung stürmisch umjubelt, ein. Sie begaben sich ins Rathaus, wo ein Emp- ang der Ehrengäste stattfand. Stahlhelmbundes- ührer Seldte betonte in einer Ansprache, daß die Stadt Naumburg für den Studentenring Langemarck und für alle Frontkämpfer ein Wall- a h r t s o r t geworden sei. Ihm, dem Minister, sei in Nürnberg die Gewißheit geworden, daß die Bewegung des Nationalsozialismus und des Stahlhelms zusammengewachsen und eins geworden seien. Es gebe nur noch eine nationale Bewegung in Deutschland. Im Anschluß an die Feier begäben sich die Ehrengäste in den im Hellen Lichterglanz erstrahlenden Dom zu einer Gedächtnisfeier. Danach erfolgte der Abmarsch zum Ehrenmal, wo sich die Weihe zu einer überaus eindrucksvollen Feierstunde gestaltete. Sternenübersäter Nachthimmel wölbt sich über den in Helles Scheinwerferlicht getauchten, von zwei hohen Holzkreuzen flankierten Bunker, der als einzige Inschrift das schicksalsschwere Wort Langemarck trägt. Unter andächtigem Schweigen der Menge spricht ein Vertreter des Stahlhelm-Studentenringes Langemarck von den Kämpfen in Flandern. Die Weiherede hielt Reichsarbeitsminister Seldte. Er erinnerte an die Errichtung des Studenten- males am Bergfried der Wachenburg vor 25 Jahren. Heute schreiben wir, so führte er aus, an diesem Betonbunker das Wort Langemarck, das Wort, das symbolisch geworden ist für Gei st und Haltung des gesamten Kriegsstudentengeschlechts von 1914 bis 1918. Immer wieder das Wort Langemarck wie eine einsame Fackel am nächtlichen Himmel stehen und für die alten und jungen Kameraden eine ungeheure Mahnung sein, ein tiefer Begriff des Dankes und ein ewiger Begriff des verpflichtenden Beispiels. Heute in diesem Jahre der nationalen Erhebung ist das Wort Langemarck nicht mehr nur ein Wort der Erinnerung, sondern ein lebendig gewordener Begriff. Wir russischen^ , „ hatte man dem Zarenreiche als Feind gegenüber» gestanden und ein neues Menschenalter hindurch in Erwartung eines zweiten englisch-russischen Krieges über mittelasiatische Fragen gelebt. Andererseits ließ sich das französisch-russische Bündnis als Sprungbrett einer Verständigung gebrauchen. Auch Lansdowne hatte ja alte Gegensätze überwinden * i qS. 13654 13899 19061 9471 47065 49680 58614 69182 74699 78843 88562 93277 98372 114844 1 20926 125118 1341" l 148462 154448 169261 16995) 188259 88653 190392 239 79 j 342840 354796 358704 361537 W-MZ druck eines herzlich schlecht arrangierten Theater- Feuerwerks hinaus. Sollte es eine Demonstration gegen die Erinnerungen des Berliner Kongresses sein, daß Grey die Kleinen vom Balkan 1913 ihr Friedenswerk mit dem bei diesen Herrsckaften bräuchlichen Gepolter in London zusammenschustern ließ? Jedenfalls setzte Grey ihnen mit angebrachter Energie den Stuhl vor die Tür und drückte ihnen förmlich die Feder zur Unterzeichnung der Schluhartikel in die Hand. Das war am 30. Mai. Was danach kam, wissen wir alle: der Weltkrieg. Im Sinne der bisherigen englischen Politik war es nur folgerichtig, daß Grey den Entschluß fand, feinem Lande die Teilnahme am Krieg zu empfehlen. Dies wird ihm von der großen Mehrheit der Engländer heute noch als unvergängliches Verdienst angerechnet. Der (Eintritt der Türkei und schließlich auch Bulgariens in den Krieg an der Seite der Zentralmächte erschütterte jedoch seine Stellung so, daß er im Jahre 1916 zurücktrat. Em schweres Augenleiden gab den äußeren Anlaß. Gleichzeitig wurde er als Viscount Grey of Fallo- don in den Peerstand erhoben. Nachdem sich sein Augenleiden wieder gebessert hatte, ging er Ende 1919 als Sondergesandter nach Washingto n. Jedoch kam er zu dem Präsidenten Wilson nicht in entsprechende Beziehungen und kehrte 1920 wieder zurück. Er übernahm dann das Amt des Führers der Liberalen im Oberhaus, wo er sich aber immer weniger sehen ließ, bis er im Sommer 1924 auch von diesem Posten zurücktrat und sich auf seine Besitzungen in Northumberland zurückzog. Dort schrieb er feine (Erinnerungen, die im 5.&ptmbet 1933 19UU gezogen 50000 ö. 11929 S ~ SS -8 IHM* 1. Wie mit Bundesbesehl bekanntgegeben, findet die Reichsführertagung auf Wunsch des Führers am 2 3. und 24. September in Hannover statt. Auch der Stabschef Röhm hat fein Er- scheinen zugesagt. 2. Es nehmen daran teil: a) alle Führer der Bundesorgan isa- t i o n bis zum selbständigen Kameradschaftsführer einschließlich mit ihren Stäben, b) die Führer d e s W e h r st a h l h e l m s bis zum Gruppenführer herab, c) alle Fahnen d e s Bundes mit je einem Tröger und zwei Begleitern. lieber den voraussichtlichen Tagungsverlauf selbst entnehmen wir der Stahlhelmzeitung folgende Einzelheiten: Die Tagung beginnt am Samstag, den 23. September, vormittags, mit einem Presse- empfang. Der frühe Nachmittag bringt die eigentliche Führertagung. Diese findet in der Stadthalle und für die dort nicht unterzubnn- aenben Teilnehmer als Paralleloeranstaltung mit Lautsprecherübertraaung im Stadion statt. Im Anschluß daran erfolgt Befehlsausgabe an die Stahlhelmführer durch den Bundesführer. Am Abend des ersten Tages ist ein feierltojer Empfang der Ehrengäste im Neuen Rathaus der Stadt Hannover vorgesehen. Aus dem Rathausoorplatz wird ein großer Zapfen- st r e i ch, ausgeführt von sechs Mufikkorps, den Tag beschließen. Der Sonntag bringt einen Aus- marsch der Fahnen mit Begleitern und der gesamten Führerschaft des Bundes auf den Mafchwiefen, der zu einem feierlich-repräsentativen Akt des Treugelöbnisses für den national- sozialistischen Staat und seinen Führer Adolf Hitler gestaltet werden soll. Mit einem Vorbeimarsch der aufmarschierten Stahlhelmior- mationen wird die Reichsführertagung am Nach- I mittag zu Ende gehen. Edward Grey t. lieber Sir Edward Grey, der heute früh als Lord Grey of Fallodon nach langer Krankheit im Alter von 72 Jahren gestorben ist, wurde schon viel geschrieben und gestritten, lange bevor er durch seine Haltung im Jahre 1914 in aller Welt von sich sprechen machte. Schon Jahre vorher bedeutete er in der Rechnung der europäischen Politik einen Posten für sich, eine Ziffer zwar, über deren Konstanz selbst die große Politik nicht klar sah. Jedenfalls hat er es verstanden, den Lauf der europäischen Politik stark, ja ost verhängnisvoll zu beeinflussen. Die Greys gelten von altersher, wie etwa auch die Rüssels, als whiggistisch. Bei dem Familienglied indessen, das seit Anfang 1906 die auswärtige Politik Großbritanniens als Minister geleitet hat, dem am 25. April 1862 geborenen Sir Edward, mag man zweifelhaft sein, ob er cs ganz ehrlich gemeint hat, als er bei der Spaltung der alten Partei aus der Stuart,jeit (1886) nicht mit dem größeren Teil ihres Anhanges von adliger Art „Unionist" wurde, sondern im Verbände der „Liberalen" blieb. Möglich, daß für feine Anschauungen über innere Politik, zumal die irische Frage, die persönlichen Beziehungen ausschlaggebend gewesen sind, die er als Sekretär des Schatzkanzlers Child- res mit dessen gladstonescher Parteiyenossenschast angeknüpft hatte. Vorher hatte er freilich, unmittelbar nach seinen Jugendstudien in Oxford und Winchester, einen gleichen Posten bei Lord Cramer innegehabt, der innerpolitifd) im anderen Lager stand. Aber feine amtliche Auslandspolitik hat Grey nicht wesentlich verschieden von seinem unionifti» schen Amtsoorgänger Lansdowne gestaltet, so daß man zweifeln möchte, ob er sich nicht als Liberalen ausgab, um in einem liberalen Kabinett u n i o n i st i s ch e Politik machen zu können. Oder war es ein unmittelbarer Einfluß des Königs Eduard, der ihm die Hand leitete? Denn Eduards Spur war doch auch unverkennbar ur 6 bis 8 alte Tier 51?WaftxQ(,e Ä •*? b(etr«9 619&22,^l ©etohtnousjug AW8S* --- Nachdruck verbiß MWZ failiwn I unb n Klb» Washington, 6. Sept. (WTB.) Präsident Roosevelt hat den Marineminister S w a n s v n angewiesen, sich an Bard des Kreuzers „Indianapolis" sofort nach Havanna zu begeben. Roosevelt konferierte mit Swanson und anderen Persönlichkeiten von der Kriegsmarine. Swanson erklärte, er habe keine speziellen Anordnungen für seine Mission erhalten. Sein Besuch auf Kuba würde nur kurz fein, es fei denn, daß die Lage sich verschlimmere. Sechs bis acht Kriegs- f d) i f f e werden nach den kubanischen Gewässern am 7. September abgehen. Roosevelt hat befohlen, daß 1 5 0 0 amerikanische Marinetrup- pen als Exepeditions korps zusammengezogen werden und sich bereit halten sollen, um, wenn nötig, nach Kuba abgehen zu können. Der Präsident soll indessen geäußert haben, daß die Notwendigkeit einer jeden Intervention wegfallen würde, sobald das kubanische Volk s e l b ft eine Regierung gewählt habe, die imstande fei, die Ordnung aufrecht zu erhalten. Nach Berichten aus Havanna hat die revolutionäre Junta erklärt, sie widersetze sich jeder Intervention der Vereinigten Staaten. Im übrigen habe sie beschlossen, die sogenannte „Platt-Klausel" des Verfassungsentwurfes zu beseitigen, wonach die Vereinigten Staaten berechtigt seien, sich für die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung auf Kuba einzufetzen. I Berlin - Sä« Die ruUch-franzöffche Liebe -bon Otto (Lorbach Wenn Edouard Herriot auch unterwegs mehrfach betont hat, daß er nur als „schlichter Tourist ganz privatim" Rußland besuchen wolle, so kann es doch nach der Aufnahme, die man ihm in Odessa, Charkow und nunmehr in Moskau bereitete, keinem Zweifel mehr unterliegen, daß er im Geheimen Träger eines bestimmten Auftrages der Pariser Regierung ist. Karl 'Radek hat das in der „Jswestija", wo er Herriot den „warmen Gruß der Sowjeloffentlichkeit" entbot, unverblümt zum Ausdruck gebracht, indem er betonte, in den Verhandlungen, die der fremde „Tourist" mit den Staatsmännern der Sowjetunion zu führen Gelegenheit haben werde, sollten Wege gefunden werden, um „zu der Lösung von Fragen zu gelangen, vor denen beide Länder stehen". Daß es sich dabei nicht zuletzt um militärische Dinge handelt, deutet die gleichzeitige Anwesenheit des französischen Luft- fahrlmini'sters Pierre C o t an, und auch Radek läßt in seinem Artikel aus der obligaten pazifistischen Samtpfote der Sowjetdiplomatie, angespornt ourch den Ausblick auf eine Renaissance der historischen russisch-französischen Waffenbrüderschaft, allmähliche die kriegerische Kralle hervorblinken. Niemals, meint er, sei die Gefahr eines Krieges so groß gewesen, wie jetzt, jedoch sei „die große Schmieoe der sozialistischen Arbeit" gleichzeitig das Land, das zur Verteidigung des Friedens, „wenn es sein muß, mit der Waffe in der Hand" am besten gerüstet wäre. Man ist also offenbar auch in Moskau des trocknen Tons des Kellogg-Pakts, der den Krieg als Mittel verwirft, satt. Die bolschewistischen Machthaber können sich rühmen, den Stimmungsumschwung, der sich in den maßgebenden französischen Kreisen gegenüber dem neuen Rußland offenbar vollzogen hat, schon immer vorausgesehen und bei all ihren außenpolitischen Schachzügen mit in Rechnung gestellt zu haben. Wenn die Annullierung der Warenschulden auch nirgends mehr Verstimmung erregen mußte, als in Frankreich, und wenn auch nirgends mehr Verstimmung für die Vorbereitung des Sturzes des Sowjetregimes gelten konnte, so beharrten die Sowjetdiplomaten doch standhaft bei ihrer Auffassung, daß Frankreich früher oder später seine alte Liebe auch auf das rote Rußland übertragen werde. Radek schrieb schon im Oktober 1921: „Sowjetrußland muß bei seiner Betrachtung der Weltlage mit der Tatsache rechnen, daß in Frankreich eine Richtung bemerkbar wird, die der Ansicht' ist, daß ein Krieg gegen Sowjetrußland Frankreichs Kräfte übersteigt und daß die Isolierung Frankreichs von Rußland ausschließlich im Interesse des englischen Strebens nach dem europäischen Monopol liegt." Dabei konnte sich Radek auf P o i n c a r e berufen, der in der „Revue des deux Mondes" die Frage aufgeworfen hatte: „Soll Frankreich beiseite stehen, wenn die teuren Bundesgenossen jenseits des Kanals Rußland Waren für das Gold der russischen Staatskasse verkaufen, für das Gold, das die Deckung der französischen Schuld bildete?" Gewiß verharrte Frankreich länger im Schmollwinkel, als man in Moskau erwartete. Krassin wähnte seinerzeit, Frankreich werde die Sowjets noch eher offiziell anerkennen, als England: „Die englische Politik geht immer die Wege der Kompromisse ... Frankreich dagegen hält zwar vorläufig an der unversöhnlichen Politik fest: wird aber das Eis gebrochen sein, so ist von ihm die Anerkennung der Sowjetmacht eher zu erwarten." In Wirklichkeit kam man ja mit England eher ins Reine, wenn auch unversöhnliche Gegensätze immer wieder die formale Verständigung problematisch gestalteten und eine Zeit lang zum Abbruch der Beziehungen und noch neuerdings wieder zum Handelskrieg führten. Die Sowjetdiplomatie blieb jedenfalls stets wachsam, um keine Gelegenheit zur Anbahnung eines besseren Verhältnisses zu Frankreich zu versäumen. Man erinnere sich nur, daß Tschitscherin nach dem Abschluß detz Rapallo-Vertrages mit Deutschland zu erklären sich beeilte: „Sowjetrußland ist bereit, mit jeder andern Macht einen ebensolchen Vertrag zu schließen, zum Beispiel mit F r a n k re i ch." Dennoch blieben die immer wieder aufgenommenen Bemühungen, normale Beziehungen zwischen Moskau und Paris herzustellen, noch jahrelang fruchtlos. Wenn sich nun auch die Sehnsucht der Sowjet- Machthaber nach französischer Anerkennung und Förderung in noch größerem Umfange zu erfüllen scheint, als sie ursprünglich hofften, so hätten doch weder sie noch die Franzosen sich träumen lassen, daß sich die Wiederannäherung unter dem Zwange für beide Teile ungünstiger Veränderungen der allgemeinen weltpolitischen Verhältnisse vollziehen würde. Man braucht einander, aber man würde lachend aufeinander verzichten, wenn man nur unerquickliche Wandlungen ungeschehen machen könnte, die siä) teils in Europa, teils im Fernen Osten in den letzten Jahren vollzogen haben. Noch im Frühjahr, beim Besuch Herriots im Weißen Hause, der unter dem unmittelbaren Eindrücke des Umschwunges in Deutschland erfolgte, schwelgte die französische Presse in den ausschweifendsten Phantasien über eine endgültige Wendung in dem Verhalten der angelsächsischen Mäd)te zu dem unersättlichen Sicherheitsbedürsnis Frankreichs. Roosevelt hatte sich gegen gewisse Zusicherungen über Frankreichs Verhalten im Falle eines amerikanisch-japanischen Krieges geneigt gefunden, durch Beteiligung an einem „Konsultativpakt" Verantwortlichkeiten für kontinentaleuropäische Entwicklungen zu übernehmen, die man in Washington bis dahin immer schroff abgelehnt hatte. Gleichzeitig glaubte man in Paris eine solche Besserung in den Beziehungen zu London wahrnehmen zu können, daß der „Petit Parisien" von einer „zunehmenden Gleichschaltung der Außenpolitik beider Länder" zu sprechen wagte. Der Zusammenbruch der Londoner Weltwirtschaftskonferenz, die sozialreoolutionären Vorgänge, die die Lösung des Dollars von der Goldparität im innerpolitischen Leben der Union zur Folge hatten, und vor allem die wachsende Bedrohlichkeit des japanischen Imperialismus für die fernöstlichen Machtstellungen beider angelsächsischen Mächte wirkten indes zusammen, um einerseits Roosevelt zu einer entschlossenen Abkehr von Europa zu zwingen und andererseits England wieder völlig von überseeischen Verantwortlichkeiten in Anspruch nehmen zu lassen. Zugleich sorgte Japan durch die Aufrollung der Frage, ob Frankreich berechtigt gewesen sei, auf einigen wertlosen Koralleninseln in südchinesischen Gewässern seine Flagge aufzuziehen, dafür, seine wankelmütigen Pariser Freunde daran zu erinnern, daß ihr inoo- chinesischer Besitz sie nach wie vor zu gewissen Sekundantendiensten im Ringen Japans um seine „ostasiatische Monroedoktrin" verpflichtet. Drohen nun die Vorgänge am und im Stillen Ozean so die Aufmerksamkeit der angelsächsischen Mächte immer stärker von kontinentaleuropäischen Dingen abzulenken, so zwingen sie auch <5 o ro j e t« rußland, der Sicherung seiner fernöstlichen Machtstellungen seine Hauptsorge zuzuwenden. Diese Inanspruchnahme Sowjetrußlands durch den japanischen Machtzuwachs könnte an und für fick) dem französischen Machtsystem in Europa zugutekommen, wenn dieses nicht zu einer fast völligen Austrocknung der Quellen des Volkswohlstandes in allen vom französischen Finanzkapital abhängigen Staatswesen geführt haben würde. Der französische Imperialismus kann nur zehren, nicht nähren; er verwandelt mit wachsender Gier wirtschaftliche Werte teils in militärische Sicherungen, teils in Gold, das nach Frankreich wandert und in den Gewölben seiner zentralen Notenbank verschwindet, um dort zu völliger Sterilität verurteilt zu sein. Um so größer ist die Furcht der maßgebenden Kreise in Frankreich, daß sich das national- s o z i a l i st i s ch e ©oft em in Deutschland in ähnlicher Weise wirtschaftlich fruchtbar erweisen könnte, als das faschistische in Italien, was auch ohne politischen „Anschluß" nicht nur in Oesterreich französische imperialistische Einflüsse unterminieren müßte. Diese Furcht ist der eigentliche Beweggrund, der die französische Diplomatie a u f den Weg nach Moskau drängt. Der französische Imperialismus und der russische Bolschewismus fühlen sich zu einander hingezogen, weil sie in gleichem Maße eine fortschrittliche gedeihliche Entwicklung in „Zwischeneuropa", vor allem aber ein erstarkendes Deutschland, zu fürchten haben. Wohl ist dabei weder den Franzosen noch den Sowjetrussen zumute. „Russische Liebe", heißt es irgendwo bei Tschechow, „ist immw eine unglückliche Lieb e". Noch keine politische Ordnung hat bisher das Chaotische im russischen Wesen zu bändigen vermocht, und auch der Bolschewismus kann noch bei diesem Experiment scheitern. Französische Kredite könnten das auch nicht mehr verhüten, wenn der japanische Störungsfaktor übermäßige Anforderungen an das bolschewistische Machtfystem stellte, aber sie könnten, indem sie die Sowjetdiplomatie für die französische „Sicherheitspolitik" vorläufig einspannten, die Galgenfrist des Versailler Diktats verlängern. Die kommMsche Gefahr in Shiua. Don Harald Kemper. China ist eine Halbkolonie der stärksten ausländischen Mächte, der Mittelpunkt des Pazifik- Problems und das Land, welches in der revolutionären Bewegung der gesamten Kolonialwelt dem ersten Platz einnimmt. Die Aufmerksamkeit der ganzen Welt ist im höchsten Maße auf die Ereignisse in China gerichtet. Japan besetzt immer größere Teile chinesischen Gebietes, England verstärkt seine Stellung im Süden und in Shanghai und fordert die Respektierung seiner Interessen. Amerika versucht einen Keil zwischen Japan und England zu treiben und besteht auf den alten Verträgen, Oie es allerdings nur durch „passive Resistenz" verteidigt. Jedenfalls bleibt China in diesem Jnteressenstreit immer das leidende Objekt — so lange es nicht selbst eine Wendung herbeiführen kann. Die Besinnung auf die eigeneKraft, welche sicherlich in diesem alten, riesenhaften Volke steckt, geht nur langsam vor sich. Die Verteidigung von Shanghai, an der außer der ruhmreichen 19. Armee auch weitgehend die Bevölkerung teilnahm, war ein warnendes Zeichen für Japan und die ganze Welt. Lind doch ist es scheinbar verwunderlich, warum China sich nicht in größerem Maßstabe wehrt, warum es nicht alle Kräfte mobilisiert. Den Grund finden wir in der zerrissenen innenpolitischen Lage, in der sich das ganze Land befindet. Die kommunistische Bewegung spielt hierbei die wichtigste Rolle, denn ohne Zweifel stellt sie jede Regierung vor das dringlichste innere Problem. Der Kommunismus in China hat zwei Erscheinungsformen, eine ländliche und eine städtische, zwischen denen natürlich Verbindungen bestehen. Dennoch sind sie voneinander grundverschieden. Wann die kommunistische Bewegung sich zu einer Partei organisierte, ist kaum festzustellen. Seit 1911 gab es viele radikale Vereinigungen und Geheimbünde in China, die hauptsächlich von Studenten» und Jntellektuellenkreisen gebildet wurden. Das erste Organ der kommunistischen Bewegung war wahrscheinlich die Zeitung „Weekly Review" des Professors Chentuhhsiu, die von 1919 an die radikale Studentenbewegung leitete. Im September 1920 wurde in der französischen Konzession in Shanghai eine Zusammenkunft revolutionärer Elemente ausgehoben, an der sich auch ein Abgeordneter der dritten Internationale beteiligt haben soll. Dies war wahrscheinlich der Zeitpunkt der Gründung der Kommunistischen Partei unter dem Vorsitz von Chentuhhsiu. An dem „Kongreß aller unterdrückten Völker des Ostens" 1930 in Irkutsk nahmen dann schon 30 chinesische Delegierte als Vertreter der chinesischen kommunistischen Partei teil. Die Partei Sunhatsens. de Kuomintang, machte in der folgenden Periode bis zum Ja- Bor zweihundert Jahren. Dom „Robinson" zum „Werther". Von Peter Warmund. Vor zweihundert Jahren erschien in Deutschland der vielbändige Roman eines bis dahin unbekannten Schriftstellers: Johann Gottfried Schnabel hatte seine „Wunderliche Fata einiger Seefahrer, vornehmlich Alberti Julii, eines geborenen Sachfen, und seiner auf der Insel Felsenburg zustande gebrachten Kolonien" geschrieben. Dieser schwerfällige, dickleibige Roman, ein Walzer, der zu seinem Erscheinen mehrere Jahre brauchte, machte seinen Verfasser gleichwohl bekannt, obwohl er offensichtlick) einer literarischen Konjunktur nachging, was auch damals schon üblich war. Er war eine Nachahmung des „Robinson Crusoe", von Daniel Desoe, und solche Nachdichtungen gab es damals schon eine beträchtliche Zahl. Aber es tauchen plötzlich immer wieder jene Bücher auf, deren „Erfolg" verstandesmäßig kaum zu erklären ist; wie ein Blitz schlagen sie in die Zeit und öffnen den Zeitgenossen die Augen. Man wird plötzlich sehend. Das neue Buch hat die geheimen Wünsche und Nöte ausgesprochen. Noch schlief das beginnende achtzehnte Jahrhundert einen festen Schlaf und ahnte nicht, was ihm bevorstand. Noch weitere hundert Jahre, und in Frankreich ist die Revolution ausgebrochen und niedergeschlagen, ist Napoleon der Kaiser Europas gewesen und verbannt worden, träumt Deutschland weiter seinen Traum vom Biedermeier, während schon die ersten Eisenbahnen durch die Idylle pfeifen: ein Jahrhundert ungeheuerlicher Umwälzungen, das die Keime zu neuen gefährlichen und segensreichen Spannungen und Entwicklungen in sich trägt. Von alledem ahnte die Welt noch nichts, aber eine Unruhe gärte in den Ländern und schickte ihre Sendboten voraus. Ueberall erscheinen unter seltsamen Vorspiegelungen die Apostel einer neuen Zeit: die Rosenkreuzer, die Jlluminaten, Gestalten, wie der Gras von Saint Germain und Cagliostro treten auf; während auf der einen Seite Wissenschaft und Weltanschau- ungslchre blühen und aufleuchten, wuchern in threm Schatten der Aberglaube, das Sekten- wcsen und die Alchimisten, die geradenwegs aus den mittelalterlichen Hexenküchen entsprungen scheinen: alles Zeichen einer gärenden Unrast, die sich auf ihre Weise die Ventile schafft. In einer so stark gespannten geistigen Lage erschien im Jahre 1719 der berühmte „Robinson Crusoe", der sich in wenigen Jahren über die ganze Welt — das ist ganz wörtlich zu nehmen — verbreitete. Man verstehe aber, wie ein solcher Bucherfolg zustande kommen konnte. Es ging dem Publikum damals weniger um die abenteuerliche Handlung, den Schiffbruch, den Kampf gegen die Wilden; man fühlte vielmehr, daß in diesem Buche etwas ganz Neues geschah, und dieses Neue war das lang Ersehnte, das sich in allen Zeichen der Zeit verworren kundgab: ein Mensch namens Robinson unternahm es, auf einer einsamen Insel, ganz auf sich gestellt, in unmittelbarer Berührung mit der Natur, ein neues, naturge- wordenes Dasein auf dem Grunde eines einsamen Eilandes neu auszubauen. Als Schnabel seine „Insel Felsenburg" schrieb, ging er noch einen Schritt weiter: er versammelte eine ganze Schar von Seefahrern auf einer utopischen Insel und ließ sie hier einen ebenso utopischen Staat gründen, der zu allen vorhandenen und zu allen Gesellschaftsordnungen in geradem Gegensatz stand. Auf der Insel Felsenburg wuchs der neue Staat als ein Wunschbild aus dem Nichts hervor, er ergab sich als die natürliche Ordnung der Natur von selbst, er wurde. Wieder einmal hatte einer ein Traumbild dargestellt, es war wieder einmal ein „Neues Reich" aufgebaut worden, das immer die Sehnsucht der Zeit zu spiegeln pflegt. In diesen Büchern fanden nun die damaligen Menschen die Sehnsucht ausgedrückt, die die ihre war. Mit diesem Bewußtsein ging die Epoche des Rokoko, des unnatürlich geschnürten, verschnörkelten und verniedlichten Stils auf allen Gebieten langsam zu Ende. Um die Mitte dieses Jahrhunderts beginnt Rousseau seine Anklagen gegen die Gesellschaft, in flammenden Worten legt er dar, daß die vorhandene Zivilisation den Menschen unglücklich mache, daß die bestehenden sozialen Verhältnisse unerträglich seien, daß man aus ihnen zum Urzustand der Natur zurückfinden müsse, daß sich aus dem Begriff des Eigentums die Ungleichheit der Menschen entwickelt habe. Seine Lehren gingen über Europa, er war — nach Desoe und Schnabel — wieder einer der Apostel, die die Sehnsucht der Zeit aussprachen. Er wirkte auf Pestalozzi, der seine Lehre auf die Praxis anzuwendeu suchte, er wirkte auf Goethe, er hat mit feinem Evangelium die ganze Epoche in Bewegung gesetzt. Aber wie wurden feine Theorien in Frankreich zur Wirklichkeit? Der Konvent der französischen Revolution, dem Schreckensmänner wie Robespierre und Marat vorstanden, hat es gezeigt. Aber von diesem unseligen Ende ahnte das Jahrundert damals noch nichts. Der berühmte und berüchtigte Ruf nach der „Rückkehr zur Natur" war erklungen — wie immer, wenn sich die Menschen möglichst weit von ihr entfernt haben — und er wirkte weiter. Wieder einmal begann sich ein neues Verhältnis des Menschen zur Natur anzufpinnen, es war, als lernten die Menschen die Landschaft von neuem sehen und empfinden. Die Niedlichkeiten und Spielereien der Rokokoparks mit den gestutzten Hecken, mit den Tieren, die aus Baumen geschnitten wurden, erschienen jetzt armselig und unnatürlich. Die Natur mußte jetzt wild und ungeheuer, sie mußte bodenständig und eben „natürlich" sein; man wollte glauben, daß sie schon feit Jahrhunderten in diesen Zustand hineingewachsen sei. Wo das nicht so schien, half man nach. Man bekam eine Vorliebe für Grotten in Gärten und künstlichen Ruinen auf den Hügeln, und da sie nicht immer so vorhanden waren, wurden sie eben hingebaut. Diese Naturseligkeit, das überhitzte, schnell emporgetriebene Gewächs einer sentimentalen Ge- rührteit, trieb wunderliche Blüten. Man begehrte einen augenblicklichen Bruch mit aller Vergangenheit und einen sofortigen Rückschritt zur Natur, und darüber verfiel man wieder in eine hysterische Unnatürlichkeit. Je unnatürlicher sich der Mensch von damals die Natur in Kleidung, Leben, Wohnung und Dasein machte, um so herrlicher und naturverwachsenerfühlte er sich. In den alten Parks findet man auch heute noch überall die Spuren dieser Zeit, die verschwiegenen Grotten und Tempelruinen, die künstlichen Wasserfälle und Teiche... Aber man vergleiche damit die geschichtlich gewordenen Zeugen der Landschaft, die alten Städte, die wirklichen Ruinen, Schlösser und Burgen, um zu begreifen, wohin die Natursehnsucht des Menschen gekommen war. Was sich in dieser Umgebung zutrug, war eine einzige Unnatur. Die Publikumsliteratur jener Tage erzählt davon: kein herzlicher natürlicher Ton findet sich da. Die Leidenschaft ist ein fades Schmachten geworden, und die Liebe besteht in Säuseln und Lispeln. nuar 1924 eine Zeit des Tlebergangs von der bürgerlichen Klasse zu den Arbeitern und Dauern, als tragender Faktor für die nationale Revolution, durch. Sunyatsen traf sich mit dem Gesandten Sowjetrußlands, Joffe; obgleich ev den Kommunismus nicht annahm, konnte die Kommunistische Partei Chinas in den nationalrevolutionären Kämpfen mitwirken. Rach dem Tode Sunhatsens wurde dieser Einfluß beschränkt und am 20. März 1926 führte Chiangkai- schek einen militärischen Handstreich durch, der viele chinesische und russische Kommunisten vertrieb. Seitdem besteht die Partei offiziell nicht mehr. Der ländliche Kommunismus hat bisher das größere Gewicht in China gewonnen. In Bauernaufständen sozialen Charakters in den Provinz Kiangse, Fukien, Hunan, Hupeh und Honan, die sich gegen die Unterdrückung durch das feudal-bürgerliche Gesellschaftssystem richteten, gewannen die Kommunisten die Führung. Don der „roten Armee" hort man zum erstenmal im Juli 1927. Ein Bauernaufstand in Ranchang in Kiangsi unter Führung zweier Kommunisten, Holung und Vehting, und mit Unterstützung entlaufener Soldaten, wurde zwar niedergeschlagen, aber Führer und Soldaten entkamen. Die verschlagenen Soldaten verbündeten sich mit den Dauern, die sie in ihren Kämpfen unterstützten und bildeten Soldaten- und Dauernsowjets. Infolge der Landarmut waren die Soldaten gezwungen, ihre Standorte oft zu wechseln und auf diese Weise wurde die Einrichtung von Sowjets und der Bauern» kommunismus verbreitet. Er bedurfte keiner be- sonderen kommunistischen Doktrin, sondern entstand aus einer tiefen Existenznot heraus. Wo diese Bewegung auf dem Lande sich ausbreitete, wurden zunächst die großen Landbesitzer und Pachtherren enteignet, die Grenz» steine ausgerissen und das Land in neue Parzellen zur Einzelwirtschaft aufgeteilt. Das Gebiet, das heute von den Sowjets beherrscht wird, also einen besonderen selbständigen Teil in China bildet, umfaßt eine Bevölkerung von über 80 Millionen Menschen. Es besteht aus zwei großen Sowjets-Rayons: einmal aus dem zentralen Sowjet-Rayon, der sich aus dem südlichen Teil der Provinz Fukien, dem nördlichen Teil der Provinz Kwangtung und dem Grenz- Rayon Hunan-Hupei-Kiangsi zusammenseht; zweitens dem westlichen Honan-Hupei-Rahon, der jetzt mit den Sowjetgebieten von Rganhui vereinigt worden ist. Außerdem bestehen noch weitere acht kleine Sowjetgebiete. Am 7. Rovember 1931 fand der erste chinesische Sowjetkongreh statt, an dem 610 Delegierte aus den verschiedenen Distrikten teilgenommen haben sollen. Es wurde eine provisorische Regierung gebildet, die den Ramen „Zentrale Sowjetregierung der chinesischen Sowjet-Volksrepublik" erhielt. Selbstverständlich hat sich die Nanking- Regierung des öfteren in Feldzügew bemüht, diese Sowjetgebiete wieder unterzuordnen. Dieses Bemühen ist aber bisher ohne nennenswerten Erfolg verlaufen, und der augenblicklich durchgeführte fünfte antikom- muniftifche Feldzug, zu dem Chiangkaishek feine besten Truppen mobilisiert hat, zeigt io gut rote feine Fortschritte. Worin bestellt die Ueberlegenhett der Roten Armee? Aus den Tausenden landloser Bauern, ent-, laufener Soldaten und einigen Jutellekrucl- len ist eine Note Armee entstanden, wie einstmals in Rußland aus den „Roten Garden" die heutige Sowjetarmee hervorging. Die rote Armee ist auf 26 Korps angewachsen. Außerdem verfügen die Sowjets über 15 selbständige Divisionen, die in Garnisonen kaserniert find, sowie über militärische Massenorganisationen, wie „Rote Garde", „Junge Garde" und Freischärlerabteilungen. Sogar eine gut- bewaffnete Abteilung der GPU. besteht. Die zentrale Militärschule im Zentral - Sowjetrayon hat allein im Laufe des Jahres 1931 tausend rote Kommandeure ausgebildet. Die Ansichten militärischer Beobachter lauten dahin, daß in erster Linie bas Offizierkorps der Roten Armee dem der Regierungsarmee überlegen ist. Die Diese Sentimentalität, also übersteigert, mußte sich einmal überschlagen und zerrinnen. Das geschah mit Goethes „W e r t h e r". Hier war noch einmal vorhanden, was die Welt brauchte: die Natur und ein großes ursprüngliches Gefühl. Napoleon, gewiß kein sentimentaler Mensch, führte das Buch immer bet sich. Aber dieser „Werther" war, wie sich erwies, für den Dichter ebenso notwendig wie für seine Zeit. Als Werther zu Grabe getragen wird, geht mit ihm eine ganze Epoche dahin. Als Goethe seinen Helden durch den Pistolenschuß erledigte, hatte er für sich die sentimentale Periode überwunden und konnte weiter gehen. Die Zeitgenossen aber wurden mit dem Werther-Fieber nicht so schnell fertig. Noch einmal kam die Werther-Krankheit über Europa, man mußte sich kleiden, lieben und enden wie Werther. Goethe selbst hat freilich die Tendenz seines Buches später anders gesehen. Er läßt den Helden aus dem Grabe den Lebenden zurufen: „Sei ein Mann und folge mir nicht nach!" Zeitschriften. — Die Monatsschrift „Die Kunst" (Verlag F. Bruckmann, München) bringt in ihrem September- Heft Bilder von der ersten Staatlichen Kunstausstellung München 1933. „Worte reden, schreiben, brücken sinb nicht Umgangsformen ber Welt ber Kunst, fonbern bas, was von Seele zu Seele springt, was man nicht in Worte fassen kann, bas ist bas Gebiet ber wahren Kunst/ So sprach ber bayerische Kultusminister Schemm kn ber Eröffnungsrebe. Die Kunst ist ber Ausdruck ber Gesund- heit eines Volkes. Ein neuer, frischer unb gesunder Geist weht uns aus den Silbern entgegen, die wir in dieser Ausstellung vereint sehen. Ein weiterer Schritt auf dem Wege, den sich die Regierung als künstlerische Aufgabe gestellt hat: „Eine glückliche deutsche Kunst für glückliche deutsche Menschen", wird getan werden mit der Grundsteinlegung zum „Hause der Deutschen Kunst". Durch diesen Bau soll der deutschen Kunst wieder ein Heim geschaffen werden, das ihr in geeigneter Form seit langem sehlt. Neben diesen Aufschlüssen über die künstlerischen Pläne der Regierung bietet das reichhaltige Heft gut gelungene Reproduktionen von Neuerwerbungen der Nationalgalerie in Berlin und aus ber Ausstellung der Berliner Sezession, von modernen Metallarbeiten, Plastiken, ferner Ratschläge über die Kunst der Gartengestaltung und über rationelle Wohnungseinrichtungen nebst einen Aufsatz über „Malerei unb Architektur", öit u, iU Der w 311 «W1; ..Sw £5» <*** Siu^E\?Serbrei|un(l Gedorrte" Diener Korrewo ^Bu"^ »rillig geworden je, u» i UnW H' g,roä»rl w»n. * »,, nid)1 )!)te« Bolte« »* »en Sampl l*1“ sich mit wirklichen W würde am liebsten fofor danke, datz dann eit brechen könnte, halte Der Bericht geht dann lichen und finanziellen menbrud) des I die llvjusriedenheil bei orten ein und sagt, da für die Jlalionalfojiali bereits stark nalionalfoji gelte von den Irupp' Regierung Truppen ron Tiro werfen mußte, u abzulvsea Die Keuang derweise mh eifi empfangen rooröer In Oesterreich stallfinde flonaHojialiflen die ftä. destenz 5 0 o. h. bei England wollt wof, Oelltrteidjs aufrcdjlttljol dle englische Regierung k < rotii f\e auä) ihre hon! Longe unb rrchhobeda; die österreichische Loge b im übrigen im (ßegenfa1 Stellen auf dem Stai neljmigungeinei Iriedensoerlra dies auch von dem I „Manchester Guardian diesen Grundsatz der träge schon scühei (Entroüflung in veulf eine andere geroi (tätigt dos Anwachsen wegung in OeRene'id oon der ungarischen ( Kabinetts! Tollsufi i( London, 6. Seo °u- Wien besagt. &a doppelt», 6chw< nr, WU ÄÄ« »n der BL?' ° men hm U'^unq ö, SÄW. frerunq er * bo(ene o.r'^n bi JwtäÄ ^esurfei ”f|m 1 SäX l'A'i j Säi:; hu tu®leUmiflÄ ' **«£ Ui. 19 °0r -Haarglanwnachtdie Welle haltbar und elastisd yTn des Haar daß die Gerüchte deskanziers Dr Bundesregierung b e h r t e n Der yelmer Kommunisten z i jammen mit drei Erkrather Kommunisten durchgejühri worden Dabei wurde der SS.-Mann Hilmer aus Erkrath getötet und der SS.-Mann Groh schwer oer- leht Zwölf der Taler konnten anfangs diefes Jahres gefaßt werden über Rücktrittsabsichten des Bun- Dollfuß bzw der österreichischen jeder Grundlage ent» große Wiener Katholikentag und Der Einzug der italienischen Teilnehmer m das prächtige Stadion Mussolini, in dem gegenwärtig die besten Studenten-Sportler der Welt um den Weltmeistertitel kämpfen London, 6. Sept. (IU.)- „Jia poleon-voll- fuß, Bundeskanzler von Oesterreich", so schreibt dcr „Daily Expreß" in großer Ausmachung, „nähert sich schnell seinem Belle-Alliance, und die Blücher müssen sich nun bald entschließen, wenn sie nicht zu spät kommen wollen" Dollfuß, so sage man. sei zum R ü d 11 i H bereit, do er der fortgesetzten Reibungen in seinem Kabinett überdrüssig und durch den Kampf gegen die onwachsende nationalsozialistische Bewegung völlig nervös geworden sei Dollfuß habe seststellen müssen, daß ausländische Hilfe und ausländische» Geld nicht gewährt werden, wenn die Regierung eines Landes nlcht mehr d i e volle Unierftützung ihres Volk es habe. Er habe zu viel Zeil auf den Kampf gegen feine Aeinde verwendet, anstatt sich mit wirklichen Maßnahmen zu befassen vollsuß würde am liebsten sofort zurücktreten, nur der Gedanke, daß dann ein Bürgerkrieg auv- brechen könnte, halte ihn noch zurück. Der Bericht geht dann auf die traurigen wirtschaftlichen und finanziellen verhällnisse. den Zusammenbruch des T urislenverkehrs und die Unzufriedenheit der Bevölkerung in den Kurorlen ein und tagt, daß die» der beste Nährboden für die Nationalsozialisten sei. Die Polizei sei bereits stark nationalsozialistisch durchsetzt, das gleiche gelte von den Truppen, so daß die österreichische Regierung Truppen ron der ungarischen Grenze nach Tiro werfen mußte, um „unzuverlässige" Truppen abzulösen Vie Neuangekommenen seien bezeichnenderweise m 11 eisigem Stillschweigen empfangen worden Menn heute eine Mäht in Oesterreich stattfinden würde, fo würden die Nationalsozialisten die stärkste Partei sein und min- destens 50 v. h der Stimmen erhalten. England wolle wohl die Unabhängigkeit Oesterreichs aufrechterhalten, aber hierbei fühle sich die englische Regierung keineswegrsehrwohl. weil sie auch ihre Handeisinteressen bedroht sähe Lange und ernst habe das Kabinett am Dienstag über die österreichische Lage beraten. „Daily Expreß' steht im übrigen im Gegensatz zu den amtlichen englischen Stellen auf dem Standpunkt, daß mit der G e - nehmigung einer Miliz für Oesterreich d e r Zriedensoertrag durchbrochen sei, wie dies auch von dem keineswegs deutschsreundlichen „Manchester Guardian" zugegeben wurde hätte man diesen Grundsatz der Abänderung der Iriebensoer- träge schon s c ü h er befolgt, so wäre die ganze Entwicklung In Deutschland und Oesterreich wohl eine andere gewesen. Auch „Daily Mail" bestätigt das Anwachsen der nationalsozialistischen De- roegung in Oesterreich, und die Truppenverlegung von der ungarischen Grenze nach Tirol. Kabinettsknsis in Wien? Dollfuß läßt Dementieren London, 6. Sept. (IU.) Ein Reutertelegramm aus Wien besagt daß zwar die amtlichen Kreise Oesterreichs Rücktrittsabsichten des Bundeskanzlers Dr. Dollfuß dementiert hätten, offensichtlich habe aber Dollfuß in der Hitze einer Auseinandersetzung mit dem Sicherheitsminister Fey wegen der Frage der Beteiligung deutscher Katholiken an dem Internationalen Katholiken- Kongreß mit seinem Rücktritt gedroht. Man müsse auch zugeben, daß Dollfuß wegen der verschiedenen Ansichten von Fey, Baugoin, Winkler und Rintelen ernsten Schwierigkeiten im Kabinett gegenüberstehe Die Amtliche Nachrichteniteile erklärt. Eingeborenenunruhen in Jlordaustralien. In Arnhem-Land an der Nordküste Australiens sind — amtlichen Berichten der dortigen Bezirksverwaltung zufolge — schwere Unruhen unter den Eingeborenen ausgebrochen. Die Behörden haben die Bundesregierung in Canberra um Ent- sendung von Unterstützung gebeten, um eine Strafexpedition durchführen zu können. Die Zollstationen befinden sich in schwerster Gefahr Anderweitige Berichte besagen, daß sich Weiße schwere Greueltaten an den Eingeborenen haben zuschulden kommen lassen. Ueberschwemungskatastrophe in China. „Times" berichtet aus Peking, daß der Gelbe Fluß in der Provinz honan 5 0 0 Dörfer überschwemmt habe Dadurch seien 300 000 Menschen obdachlos geworden, und die ganze Ernte sei vernichtet In Liulin (Provinz Schansi) sollen 2000 Menschen ertrunken sein In der Stadt Saoteh, wo das Wasser in den Straßen 10 Fuß hoch steht, seien Hunderte von Häusern eingestürzt. Und das alles hörte man am Rundfunk, da der Sender während der Verhaftung nicht abge- chattet worden war. — Das Fremdenblatt bemerkt zu dem Vorfall: ein kleiner Ausschnitt aus der Rot und ftänöigen Todesgefahr der Bauern im kommunistischen Rußland. Oer Danziger Senat zur Auflösung her OAVp. Danzig, 6. Sept. (WTB.) Senatspräsident Dr. R a u s ch n i n g veröffentlicht namens des Senats eine Erklärung, die den Auflösungsbeschluß der Deutschnationalen Volkspartei als ein erfreuliches Zeichen der fortschreitenden Gestaltung deutscher Volksgemein- chaft in Danzig mit Genugtuung begrüßt und )ie Erwartung ausspricht, daß sich die bisherigen Mitglieder der Deutschnationalen Partei, tätig Anteil nehmend auf allen Gebieten der beut- schen Bewegung, zur Verfügung stellen werden. England spürt die innere Schwache des Dollfuß-Kurses. Wiener Korrespondenten berichten über die tatsächliche Lage in Oesterreich. „Bürger perkin, Sie sind verhaftet." Line tntcrcfiantc iHaötoicnöun, aus Moskau Hamburg 7. Sept. (CNL.-Funkspruch.) Das „Hamburger Fremdenblatt" meldet: Ein dramatischer Vorfall, der ein bezeichnendes Licht aus die Lage in der Sowjetunion wirft, hat sich gestern abend in Sowjetrußland ereignet Der Moskauer Sender übertrug aus der Stadt Rostow die Rede des Getreidechefs Per kin unter dessen Leitung die Getreidestaatsgüter des Bezirks Rostow stehen Der Sowjetbeamte Perkin hielt die Rede, die durch Rundfunk verbreitet wurde, in einer Versammlung der Abgeordneten der Kolchow-Bauern. Inmitten seiner Rede entstand große Unruhe im Saal, und bann hörte man eine Stimme scharf am Mikrophon schreiend ,9 m Namen der G P U. Bürger Perkin, Sie sind verhaftet" Perkin unterbrach fotort feine Rede und ein GPU -Beamter trat unter großer Unruhe der Versammlung, die am Radio deutlich zu hören war, an das Mikrophon und sagte: ..Der Chef des Getreideamtes, Perkin, hat das Getreide nicht hundertprozentig an die Regierung abgeliefert Wir haben deshalb den Auftrag, ihn im Saale zu verhaften. Er ist seines Amtes^ enthoben Das Gericht wird über sein weiter?s Schicksal entscheiden " Perkin wurde abgeführt Die Ra- bioüberhagung ging weiter und die Kolchow- Bauern wählten an Stelle ihres alten Vorsitzenden sofort einen neuen, der aber wohlweislich mit keinem Wort auf die GPU.-Aktion einging. Das jugoslawische Königspaar wird am 23. September zum Besuch des Königs Carol nach Bukarest kommen Wiewohl cs sich nur um einen Familienbesuch handeln soll, wird dennoch als sicher angenommen, daß es bei diesem Besuche auch zur Erörterung aktueller politischer Fragen kommen wird Eine Abordnung mongolischer Für- st e n ist in Tschangtschun eingetroffen, um dem mandschurischen Reichsoerweser Puji die Krone der Mongolei anzubieten. Die Anreguntz der mongolischen Fürsten wird von mandschurischen politischen Kreisen lebhaft unterstützt Aus oder Welt. von Berlin nach Ehina in zwei Tagen. Ein Flugzeug der Deutschen Lufthansa vom Typ Junkers w 34, das durch den Flieger Gerstenkorn von Berlin nach Schanghai übergeführt wird, hat die Strecke von Berlin-Tempelhos nach Urumtschi in der chinesischen Provinz Sinkiang i n rund zwei Tagen zurückgelegt Die Maschine startete am Montag, 4. September, früh vom Zen- tralslughasen und erreichte Mittwoch 9 Uhr MEZ. Urumtschi. Die äußerst schnelle Bewältigung dieser rund 6000 Kilometer langen Strecke ist besonders beachtenswert, wenn man die Schwierigkeiten in den bei diesem Flug berührten Gebieten bedenkt. Das Glück In Eberswalde. Die Stadt Eberswalde beherbergt nunmehr sechs ganz unerwartet vom Glück begünstigte Familien Sechs Achtel des in der Ziehung der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie gezogenen gr o • hen Loses sind nach Eberswalde gefallen. Jeder der Gewinner hat damit einen Anteil von 50 000 Reichsmark gewonnen. Die Glücklichen sind durchweg Leute, denen der finanzielle Segen äußerst gelegen kommt und die ihn sehr gut gebrauchen können. Das nördlich von Berlin gelegene märkische Städtchen Eberswalde zähtt noch nicht ganz 30 000 1 Einwohner. Doppelverdiener und Schwarzarbeit. rk-iuc Eingriffe nicht zuständiger Streue Berlin, 7 Sept. (WTB Funkspruch) Der Prä- sid nt der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung hat einen Erlaß heraus» gegeben, in dem es heißt: Die Behandlung von Doppelverdienern, die Bekämpfung der Schwarzarbeit, die Mehreinstellung von Unterstützungsempfängern sind zur Zeit Fragen, die im Kampfe gegen die Arbeitslosigkeit die breite Oesfentlichkeit stark bewegen Die erfolgreiche und befriedigende Lösung dieser Fragen ist fcdvch i o schwierig, daß sie nicht auf örtliche Auffassungen aufgebaut werden kann, zumal diese Ansichten vielfach Widersprüche aufweisen Die Reichsregierung wird in nächster Zeit zu der Art der Durchführung dieser Fragen Stellung nehmen Bis dahin ersuche ich die Landesarbeits- und Arbeitsämter in der Behandlung und öffentlichen Erörterung derselben dringend um die g e • botene Zurückhaltung Die Reichsregie- rung richtet gegenwärtig ihre besondere Aufmerksamkeit daraus, Eingriffe nicht zuständi- ger Kreise in d i e Wirtschaft zu verhindern und alles zu vermeiden, was die Sicherung des Arbeitsfriedens er- ichwert Neun Todesurteile im Düsseldorfer Mordprozeß Hilmer. Düsseldorf. 7 Sept (TU.) 3m Mordprozetz Hilmer, in dem der Slaatsanroall am Mittwoch gegen sämtliche zwölf angeklaglen Kommunisten wegen Mordes an dem S S.- Mann Kurt Hilmer aus Erkrath bzw Mordversuchs an d e m S S.-M ann Groß aus Erkrath die Todesstrafe forderte, Hal das Gericht heute neun An geklagte zum Tobe verurteilt Der Ueber- faU war am 20. 3uni 1932 in Erkrath nach einem oordereileten plan von etwa 15 Gerrer- Wohlfabrt, die zur Plage wurde. Die große Mehrzahl der deutschen Gemeinden krankt an der Ueberexpansion ihres Wohlfahrtsetats. Mag die Arbeitsbeschaffung auch eine Verminderung der Wohlfahrtserwerbslosen mit sich bringen, so wird sich doch auch in allen übrigen Zweigen der kommunalen Fürsorgetätigkeit ein Abbau nicht vermeiden lassen, wenn die Gemeindefinanzen wieder gesunden sollen. Man wird von radikalen Maßnahmen absehen, aber man wird die Hilfe der Ge- meinden nur noch denjenigen zuwenden, die wirk- lich bedürftig sind Wichtige Reformen sind auf dem Gebiete der kommunalen Wohlfahrtspflege in Aussicht genommen. Ihr Ziel wird vor allem darin zu erblicken fein, die Aufwendung öffentlicher Mittel für asoziale Elemente wesentlich einzufchränken. Gegen das Bettlerunwesen z. B. soll durch Anwendung der Arbeitspflicht oorgegangen werden. Das Heer der Unterstützungsempfänger wird sorgsam aesiebt, und man schon hierdurch die gemeindlichen Unterstützungskassen erheblich entlasten können Die kommunale Wohlfahrtspflege hat in den Zeiten der marxistischen Machtentfaltung auch vielfach Aufgaben übernommen, die von den freien Wohlfahrtsorganisationen viel besser gelöst werden können Die gemeindliche Wohlfahrtsverwaltung wird zu diesem Zweck künftig mit der NS.-Volks» wohlfahrt und den Trägern der kirchlichen Wohlfahrtspflege (Caritas-Verbände, Innere Mission, Rotes Kreuz) aufs engste Zusammenarbeiten, lieber» all, wo es sich um eine individuelle, nicht auf gesetzlichen Verpflichtungen beruhende Hilfeleistung Han- beit, wird künftig die freie Wohlfahrtsfürsorge die kommunale zu ersetzen haben. Am schwierigsten ist freilich das Problem der Versorgung verwahrloster und gemeinschädlicher Personen zu lösen. Gerade auf diesem Gebiet hat das bisherige, von marxistischen Gedankengängen geleitete System vielfach Zustände herbeigeführt, die mit Wohlfahrt kaum mehr etwas zu tun haben. In der Begründung seines Antrages auf Erlaß eines Reichsbewahrungsgesetzes hat der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge mit Recht darauf hingewiesen, daß es für kein Gemeinwesen erträglich ist, wenn Tausende willensschwacher, haltloser, geistig minderwertiger Menschen ohne Arbeitsleistung auf Kosten der Allgemeinheit unterhalten werden Die Gemeinden haben die Unhaltbarkeit dieses Fürsorgesystems am meisten kennengelernt Das Reichsbewahrungsgesetz soll die Mög. lichkeit schaffen, diese asozialen Elemente durch planmäßige Beeinflussung in geschlossenen Anstalten und durch Anhaltung zur Arbeit wieder an ein geordnetes Leben gewöhnen. Da genügend öffentliche und private Anstalten hierzu vorhanden sind, werden Mehrausgaben nicht entstehen. Nur durck gründ- liche Sichtung und Beaufsichtigung der Asozialen und Minderwertigen kann verhindert werden, daß diese zu einer dauernden und unerträglichen Plage für die Volksgesamtheit werden. Wettervoraussage. An der Südseite des umfangreichen Hochdruck- gebietes erhält Deutschland weiterhin Zufuhr kontinentaler Luft, so daß das trockene und meist heitere Wetter fortdauert. Aussichten für Freitag: Meist heiter, tagsüber warm und trocken. Lufttemperaturen am 6 September: mittags 20,5 ©ras Celsius, abends 13,2 ®rab; am 7. September) morgens 10,4 Grad. Maximum 21,3 Grad, Minimum 7,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe arr 6. September': abends 20,8 Grad; am 7. September: morgens 14,1 Grad Celsius. — Sonnenscheindauei 11% Stunden. JeiWiften- K-S nnl4nh en W ®A'ePr W ier Sche^ inA gesund' s. eiLne'3il6ern enl^flin,n)e',cre|r für -StzM-s tzrtzSLs US-' Kleine politische Nachrichten. Die erste Führertagung des K y s f Häuserbundes nach der nunmehr vollzogenen Neugestaltung des Kysshäuserbundes und feiner Eingliederung in den nationalsozialistischen Staat findet unter dem Vorsitz des Bundespräsidenten. General der Artillerie a. 2). von Horn am 9 und 10. (September auf dem Kyffhäuser statt. Durch die Gründung der Deutschen Arbeitsfront sind die Berufsverbände der Arbeitnehmer zu neuem Leben erwacht. Besonders der Zu ström von bisher Unorganisier» ren gibt hiervon ein anschauliches Zeugnis. Wie die „Deutsche Postzeitung" mitteilt, gehen aus dem Kreise der bisher nicht organisierten 60 (100 Postbeamten gegenwärtig so zahlreiche Neuanmeldungen ein, daß in Kürze d i e Neichsfachschaftsgrupve „P o st" des Deutschen Beamtenbundes weit über 3 00 000 Mitglieder umfassen wird. Die für 9. und 10. September in Berlin In Aus- sicht genommene Reichsoertretertagung der Katholischen Vereinigung für n a t i o n a I e P o I i t i k ist aus Wunsch der Reichsleitung der NSDAP auf Mitte Oktober dieses Jahres verlegt worden • Auf Ersuchen der Vertreter Mexikos, Irlands und Norwegens, die im Sinne des Minderheiten- fchutzverfahrens im Völkerbund b’ie Klage b e s assyrischen Patriarchen hinsichtlich ber Verfolgungen ber assyrischen Minberheit im Irak untersucht haben, hat ber Generalsekretär bes Völ- terbunbes biese Frage auf die provisorische Tagesordnung der Septembertagung des Völker- bundsrates gesetzt "äitäT also übersteigert, jH§8ert it mit * BÄ »« o* a li» *;e erledigte, W ” 'uns fonnte tzSchs it Die Zer ?" lieben und wfite stch,£le X hat freilich “er. ««• es Buches M » 6lflbe len.,®.d ein »«"» "ni uufen. iach'." DihlpUn bei Den regulären Truppenteilen Der Roten Armee und ein gewisser Fanatismus tragen weiter baju bei, die Ueberlegenheii über die ichiechi be zahlten Truppenteile ber Nanking-Regierung zu uer- großem Waffentechnijch ist bie Rote Armee ater- binfls schwacher, ba ihr Flugzeuge und ichwerc Ar tiUerie fehlen Das einzigste Mittel, biefer Bewegung Herr zu werben, ist unb bleibt eine | d) a e U e Durchführung ber Agrarreform solange diese nicht verwirklicht wird, ist mit dem Heiteren Anwachsen der roten Bezirke zu^rechnen lieber bie Bewegung in be n ©lobien ist noch weniger zu erfahren In ben großen ©labten Schanghai Hankau Kanton usw wirb von Der Regierung mit aller Schärfe gegen Kommunisten oor- geflangen Tagtäglich finben Verhaftungen unb Hinrichtungen von Verbachtigen statt Eine scharfe Zen jur jucht bie Verbreitung biefer staatsgesähiIichen Gedanken zu verhindern Da die Kommunistisch. Partei seit dem Juli 1927 eine illegale Organisation ist. ist es nicht möglich festzustellen ob die zahllosen Streiks der letzten Jahre tatsächlich von kommunistischen Stellen aus geleitet worden sind Der im Jahre 1924 in Schanghai gegründete Zentrale Arbeiteroerband" wurde 1927 bereits aufgelost und bas Gewerkschattsgesetz vom 21 Oktober 1929 stellt alle Gewerkschaften unter eine strenge Kontrolle Die jchwierigen Cebensbebingungen, entftanben Durch Naturkatastrophen, Wirtschaftskrise. Bürgerkrieg unb rücksichtslose Steuern, bilben einen fruchtbaren Boben für bie kommunistische Agitation Die Kuomintang hat bie großen Hoffnungen, bie sie unter ben Arbeitern unb Bauern erweckt hatte, enttäuscht unb bie Massen, die sie einst aufrief, wieder zurück- gestoßen So kann man die interessante Feststellung machen, daß die Bevölkerung die antikommunistische Politik der Regierung zwar duldet, aber sie nicht unterstützt kit 11 tvurde Mi * i \b1V'lV'£*en Hi : Äa”im ' *?■ unj ' ZLLZKr «ä; »”■£5 8s nHonan-tzupei-Lahon/dnÄ» vereinigt n0<6 liiere acht nHHA 1 1931 fand Ä 6°d>°tkongreh Elegierte aus den verschiede- eugeiwmmen haben sollen, tzz ufori che Regierung gebildet, dir ntrale eowjelregierung der chi- -Dollsrepublik" erhielt. >lich hat sich die Nankingoes öfteren in Feldzügen -be- owjetgebiete wieder unterzu- Bemühen ist aber bisher ohne Erfolg verlaufen, und der ' urchgeführle fünfte antifoin» 'laug, &u dem Chiangkaishek uppen mobilisiert hat, zeigt ? yortidiritte. Worin bestellt it ber Roten Wrmce? nben landloser Bauern, ent« n unb einigen IniMttn^» Armee eMondeo, wir einit- ib ans den „Aoien Garden" jttarmee hervvrging. Die roie 16 Korps angemachsen. Rußer- ;ie Sowjets über 15 selbsiän- bie in Garnisonen kaserniert i militärische Masscnorganisa- Rote Garde", „Junge Garde irabteilungcn. Sogar eine gus- eilung der GPU. besteht. Lie mfchule im Zentral-Sowie!- in im Laufe des Jahres 1931 lommandeure ausgebildet, militärischer Beobachter taiUnto : Linie dar Oss'Z'erkorps der Raten die Türkenbefreiungsfeier würden vor aller Welt aufzeigen, daß — wie es in der Erklärung der Amtlichen Nachrichtenstelle wörtlich heißt — die Regierung Dollfuß heute stärker denn je in der gesamten österreichischen Bevölkerung verankert sei. Oie einzige Lösung ift Der Anschluß. Die 'JicneemOrüdc eines Engländers London, 6. Sept (TU.) „Die emziye Lösung, die das österreichische Volk wirklich zufriedenstellen kann, ist die Vereinigung mit Deutsch- I a n b", schreibt ber Sohn bes englischen Kriegsministers Lorb H e i I s h a m auf Grunb seiner Reise- einbrücke in Oesterreich Er stellt bie Frage, ob Oesterreich wirklich ben Bunbeskanzler Dollfuß noch haben wolle. Außerhalb Oesterreichs in ben Kreisen ber Entente öetradjte man Dollfuß als einen Nationalhelben Aber wenn man ben Oesterreichern biese Auffassung erzählt, so lachten sie Man täusche sich auch in England, Frankreich und Italien, wenn man glaube, daß bie Oesterreicher auf biese Cänber als ihre Retter zählten Nach ber Beschneibung ber österreichischen Selbstbestimmungsrechte unb ber sonstigen Behanblung. bie Oesterreich erfahren habe, lächele man in Oesterreich über bie Anmaßung ber „Beschützer Oe st erreich s" Die .Nationale Front" ber Dollfußpartei, bie von ben Alliier- ten abbänge, sei eine grunbsalsche Ibee, unb es sei eine Einbilbung, wenn man sich von ihr eine Unabhängigkeit Oesterreichs verspreche Das Nachkriegsösterreich könne in ber jetzigen Form nicht mehr lange bestehen bleiben, ganz gleich, ob es Dollfuß gelingen werbe, seine einzige Hoffnung, nämlich Zollabmacbungen mit ben Donaustaaten zu verwirklichen ober nicht Die Vereinigung mit Deutschlanb sei bie einzig wirklich jufriebenftellenbe ß ö • [ung für bas österreichische Volk, benn bieses betrachte sich als eins mit bem beutfdjen unb habe bas feste Vertrauen, baß bas Deutsche Reich sein Bestes für bie Deutschsprechenben in ber ganzen Welt tue Das aber könnten bie Oesterreicher von Englanb Frankreich ober Italien niemals erwarten Das Wunder der Magussi Weiser Vornan von Fr. Lehne. Urheberschutz durch C. Ackermann. Stuttgart. 30. Fortsetzung. Nachdruck verboten! 19. Kapitel. Das Wiedersehen mit Kurt von Langen hatte Magussi doch erregt. Alles, was sie in ihrem Gedächtnis zu^rückgedrängt, war wieder lebendig geworden. Tausend Fragen regten sich, die sie noch gern gefragt — wie wenig hatte man von der Mutter gesprochen; alles war ja nur flüchtig gestreift! — Und mit Ungeduld und Freude erwartete sie Kurts nochmaligen Besuch. Golden lachte die Maiensonne. Und wie blau der Fimmel war, wie ein großes, seidenes Zelt spannte er sich über der prangenden Erde. Mit einem unbewußt fröhlichen Blick in den Augen und einem fröhlichen Lächeln schritten die Menschen dahin. Satt trank sich Auge und Herz an der blühenden Maienpracht. Magussi hatte sich umgekleidet; in einem weißen, handgestickten Kleid aus Seidenbatist sah sie ganz jung und mädchenhaft aus. Ein Kraftwagen hielt vor dem Hause. „Gewiß Baron Langen!" dachte sie. Sie war enttäuscht, als das Mädchen wenige Augenblicke später Besuch meldete — „eine Dame". Und ohne Karte! Gewiß eine Verehrerin, die um ihre Unterschrift für ein Bild von ihr bat; es kam ja so oft vor! Sie sah nach der Uhr; zehn Minuten fehlten noch an der verabredeten Zeit mit dem Baron, und er würde sicher pünktlich sein! Magussi ging hinüber in den Empfangsraum, und dann blieb sie wie erstarrt an der Tür stehen, die Dame kannte sie doch! — Oder war es ein Trugbild ihrer Sinne? Sie schloß die Augen, öffnet-' sie wieder — die Dame war noch da. „Mama, du?" hauchte sie, und dann nochmals mit schluchzendem Laut: „Mama, liebe Mama!" „Mein Kind!" Und dann stürzte Magussi in die ausgebreiteten Arme der Mutter. In seliger Wiedersehensfreude hielten sich die beiden umschlungen. — Mama, wo kommst du her?" „Errätst du es nicht?" Ein kurzes Nachdenken; dann rief Magussi: „Oh, jetzt ahne ich — mit Kurt von Langen!" Frau Bunte nickte. „Gestern abend trafen wir ein'" „Und bist nicht gleich gekommen, Mama?" klagte Magussi. „Leicht ist mir's nicht geworden, Kind, doch ich mußte mich fügen, wie er es sich ausgedacht!" „Wie bin ich ihm dankbar! Wo ist er?* „In einer kleinen Stunde wird er nachkommen! Papa ist für vierzehn Taae nach England, und da nahm mich der Baron einfach mit, da er mir längst angemerkt, daß ich vor Sehnsucht nach dir verging. Mit ihm habe ich immer von dir gesprochen! Er hat von jeher eine stille Liebe für dich gehabt." Mutter und Tochter faßen nebeneinander, blickten sich glücklich in die Augen, hielten sich an den Händen, streichelten sich. „Du bleibst doch hier, Mama?" „Vorläufig bin ich für Papa am Bodensee! Nun aber der Baron mich zur Reise bestimmt hat, bleibe ich hier!" „Ach, du liebe, gute Mama!" Magussi umarmte und küßte die Mutter. „Morgen abend hörst du meine Elisabeth und wirst dann einsehen, wozu ich bestimmt war!" „Ich weiß es schon lange, mein Kind, und bin stolz auf dich! Doch Papa ist unversöhnlich — du kennst ihn ja." Tief und schwer atmete Magussi auf. Und dann fiel leise die Frage nach Eduard. „Ach, Mama, wenn er doch nur zu einem größeren freieren Verständnis für mich hätte gelangen können." „Unerträglich war ihw der Gedanke, daß du zur Bühne wolltest. Er wollte dich ganz für sich haben, weil er dich über alles geliebt hat, Magussi! Er hat sehr unter der Trennung von dir gelitten! Förmlich menschenscheu ist er geworden; seinen Verkehr beschränkt er auf das äußerste." „Glaubst du, Mama, ich habe nicht gelitten?" sagte Magussi leise, „du weißt, wie ich anfangs zu ihm stand! Aber als ich ihm bann meine Liebe schenkte, von feiner Güte und Vornehmheit und Liebe bezwungen, war es für immer!" „Kind, das ist mir neu! Ich dachte, du feiest leicht von ihm gegangen, da ich doch wußte, wie sehr du dich gegen diese von Papa befohlene Heirat gesträubt! Und darum war ich darauf gefaßt, eines Tages von deiner Vermählung mit dem Kapellmeister Halling zu lesen — verzeih mir — aber es lag doch so nahe." „Nein, Mama, das ist ausgeschlossen! Nur künstlerische Interessen verbinden mich mit Halling! Nie werde ich wieder heiraten! Dazu habe ich Eduard zu lieb gehabt! Die Erinnerung an ihn ist wie eine schmerzende Wunde, die nicht die geringste Berührung verträgt!" Frau Bunte streichelte zärtlich die Hände der Tochter. Und hast dennoch von ihm gehen können?" „Ich bin ja nicht von ihm gegangen, Mama! Er war es, der die Trennung gewünscht! Doch wir wollen nicht mehr davon sprechen — es ist vorbei! Ich habe mich damit abgefunden! Und meine Kunst gibt mir Glück und Befriedigung genug! Zurückblicken bringt nur Hemmungen! Es geht Eduard doch gut? Ich wünsche ihm das Allerbeste! Wenn ein Mensch es verdient, ist er es!" „Kind, dann wird es dir sicher weh tun, wenn ich dir etwas sage." Frau Buntes Stimme klang sehr bekümmert. Erschreckt sah Magussi die Mutter an. „Ist Eduard krank?" „Nein, Kind, aber —" „Was, Mutter? So sprich doch! Du willst mir etwas verschweigen — quäle mich nicht, Mama." Frau Bunte seufzte. „Du würdest es ja doch durch irgendeinen Zufall erfahren! Ach, daß ich dir gleich in der ersten Stunde unseres Wiedersehens Schmerz zufügen muß! Eduard ist verlobt!" „Verlobt?" stammelte Magussi mit blassen Lippen; daran hatte sie wahrhaftig nicht gedacht! „Es ist eine reine Verstandesoerbindung, Kind, und nur auf Papas Betreiben zurückzuführen! Wie ich dir schon sagte: Dein Verlust hat Eduard zu einem beinahe menschenscheuen, tiefsinnigen Mann gemacht. Um ihn aus diesem gefährlichen Gemütszustand zu reißen, der Papa zu ängstigen anfing, weil es Monat für Monat, Jahr für Jahr so weiter ging, faßte Papa den Plan, Eduard zu verheiraten. Er ist ihm Sohn, die Fabrik bekommt er auch, weil Papa der Ueberzeugung ist, daß er sie in seinem Sinne weiterführen wird; du weißt ja, wie Papa an feinem Lebenswerk hängt." „Und wer ist die Erwählte, Mama?" fragte sie leise. „Thea von Schiele!" „Ach, Thea — ich erinnere mich ihrer sehr gut! Die ist es! Sie war doch verheiratet mit einem Hauptmann in Hannover! In Silos Alter muß sie sein, Anfang dreißig! Sehr hübsch und lebhaft, aber kühl und berechnend — ist sie Witwe? Oder geschieden?" „Seit drei Jahren ist sie Witwe; ihr Mann starb plötzlich an Grippe! Seit dieser Zeit lebt sie wieder bei ihren Eltern! Ein Kind hatte sie auch. Der Knabe wurde ihr durch eine heftige Scharlacherkrankung genommen! Papa meint nun, sie ist eine leidgeprüfte Frau, ernst und vernünftig, die gut zu Eduard passen würde." „Dann muß sie sich gegen früher geändert haben, — überaus sympathisch war sie mir nicht, — mehr Gefühlsfache, Mama, bei aller Liebenswürdigkeit doch sehr selbstsüchtig! Daß Papa sie nicht erkannt hat! Für Eduard paßt sie nicht, das ist meine Ansicht" „Ich kann dir nicht ganz Unrecht geben! Man hat es ziemlich klug angefangen! Du weißt, welch leidenschaftlicher Jäger Papa ist. Auch Eduard ist der Jagd sehr ergeben! Im vorigen Jayre haben Theas Eltern die Herren viel eingeladen! So hat es sich wohl gefügt! Auf Vermögen braucht Eduard ja nicht zu sehen; denn Schieles Verhältnisse sind nicht glänzend; der Haushalt kostet sehr viel! Papa mag Thea, die verstanden hat, sich bei ihm einzuschmeicheln, sehr gern leiden! Immer hat er auf Eduard eingeredet, hat ihm gesagt, er solle wieder heiraten, damit Kinder um ihn spielen und ihn au» fruchtlosen Grübeleien reißen, für wen man denn arbeite! Und schließlich hat Eduard das Vernünsi tige von Papas Vorschlag eingesehen und sich Ostern mit Thea verlobt. Ende November sott die Hochzeit sein." Magussi saß da, die Hände um die Knie geschlungen, und schmerzlich vor sich hinsehend. Ja, der Vater hatte recht, es war das Vernünftigste, aber weh tat es doch! Aller Glanz war erloschen — wie mit einem dichten, grauen Schleier oer» hängt die Maienpracht draußen! Bisher hatte sie immer noch an Eduard denken können, ohne daß es ein Unrecht war! Und dieses Gedenken an ihn war ihr wie ein heimlicher, köstlicher Besitz, den niemand ihr neh- men konnte! Die Sehnsucht nach ihm hatte sie oft übermächtig gepackt. Und wenn auch das Ge- richt sie getrennt — im Herzen gehörte er ihr doch — und sie wußte, daß er ebenso dachte. Ihre Seelen suchten sich sehnsüchtig — und nun, und dennoch? Wie sie niemals daran gedacht, je wieder einem Mann anzugehören, und sie hatte glänzende Anträge gehabt, so hatte sie gemeint, er würde nach ihr keine andere um sich haben mögen! Vielleicht war es doch gut so! Einmal mußte endgültig ein Strich unter die Vergangenheit gemacht werden! Sie hatte ihre Kunst, die sie ganz erfüllte, die ihr Freude und Befriedigung gab, hatte ein buntes Leben voller Abwechslung, — und Eduard? Das seine war voller Pflicht und Verantwortung, dabei einsam und ohne Freude! Da war es wohl zu begreifen, wenn er den Versuch machte, sich ein neues Glück aufzubauen. Sollte er bis zu feinem Lebensende ein unfroher, einsamer Mann ohne Familienglück bleiben? Ihre Vernunft sagte ihr das alles — doch ihr Herz schrie dagegen — nein, nein! „Möge ihm die neue Ehe das bringen, was er sucht! Von ganzem Herzen wünsche ich es ihm!" sagte sie leise. — „Ach, Kind!" Frau Bunte seufzte, „ich sehe kaum etwas Gutes! Für ihn ist es ja doch nur wie der Entschluß zu einer schweren Operation, von der man kaum noch Heilung erhofft! Er sagte ja selbst zu mir, ob es Thea von Schiele ist oder eine andere, ihm ist es gleich! Vielleicht hat er nur Papas Drängen nachgegeben, der durchaus nicht sein Lebenswerk in fremden Händen wissen will." „Papa hat recht! Und Eduard verdient ein Glück! Ob aber gerade Thea es ihm geben fann"’ Hoffentlich hat sie in ihrer ersten Ehe doch allerlei gelernt!" Es war der Kommerzienrätin angenehm, daß das Mädchen jetzt den Baron Langen meldete; so mußte der Gesprächsgegenstand verlassen werden, der Magussi nur Schmerz bereitete! (Fortsetzung folgt.) Die öeutto llrmee oon 1913615 1933 Ache llWMm in Gießen Pnlastlichtsviele am klirchenvlasi vom 8. biö 18.Sevt. «könnet Von 9 bis 21 Uhr H?l)erl00003innfo!0a!enan.1Boffenr'Otiunßen Die Kaiservarade 1913. Unsere Feldgrauen im Kamvie. Unsere Marine in Flandern. Modell desToroedobootesV21. Flugzeugstaffeln liniere Helüisroeljr. - Das neue Deutfdj and. Unsere SA., SS. u. Motorsturm. Eine lehrreiche Ausstellung ganz besonders für Schulen. Jeder Deutsche muß diese Tr^vvenschnu gesehen haben. lln kosten deckung: Erwach sene 20 Pf., SA. SS. und Stahlhelm 15 Ps., Hitlerjugend, Jungstahlhelm und Schüler 10 Pf. [05220 Koca-Fische und Filets grüne Heringe. 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September 1933, vormittags 10% Uhr, einzureichen sind. Zuschlagsfrist drei Wochen, freie Auswahl bleibt vorbehalten. Gießen, den 5. September 1933. Hessisches Kulturbauamt. H. Steinbach, Regierungsbaurat. Ämlsverkündigungen aus ben oherhefsischen Kreisen. Kreis Alsfeld. Der Kreisoeterinärarzt, Herr Veterinärrat Dr. Ohly in Alsfeld, ist vom 4. bis 16. September 1933 beurlaubt. Seine Vertretung in Amtsgeschäften ist wie folgt geregelt:' im Bureau und den Gemeinden Alsfeld und alle Ortschaften wesllich der Schwalm: Veterinärrat Dr. Fuchs in Grünberg; in den Ortschaften an und östlich der Schwalm: Veterinärrat Dr. C 0 st, Lauterbach. 5531C Lebensmittel la liberhess. Wurstwsren: Ld.-Leb.-u.Blulw., Pid.40 RoiWOrsI, Thür. Art, M Fleischworst... Pld.75 feworst.... Pid.80 Fuld. Preßkopf.. Pld.85 llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll KocWiifiken in bßk. guter Qual. V4 Pld. ZO 11111111111111111111111111111111111111111111 Leberwursl, feine, Pld.85 Mellworsl, fein.. 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Die neue 6fanharie des prenWchen Jliinifleryräfibenlen Der Msenbrand im Duisburger Hasen Zwei Volksfeste in rheinhessischen Landen Spendet für die deutsche Luaendherberge! Sind Sie schon platznneter im Stadltheater Gießen? Die dalmatinische Stadt Spalato baut sich in seinem alten Teile auf den Ruinen des Palastes des römischen Kaisers Diokletian auf. Jugoslawische Archäologen sind jeyl mit dem Plan an die Regierung herangetreten, örc Reste des Palastes Stück um Stück abzutragen und ihn in der Nähe wieder in seiner einstige« Gestalt auferstehen zu lassen. Tie bisherigen 8001) Bewohner der Palaststadt, die heute in zahllose enge und winklige Gäßchen (den ehemaligen Gängen und Fluren des Schlosses zerfällt» sollen dann in neu zu errichtenden Häusern untergebracht werden. Unser Bild zeigt den Diokletians-Palast, wie er nach seiner Rekonstruktion wieder aussehen soll. Jugend von größter Wichtigkeit. Innerhalb vieles Jugcnddienstes spielt das Fahrtenleben eine be- deutende Rolle. Das Fahrtenleben ist ohne die deutsche Jugendherberge nicht zu Griesheimer Kommunisten wegen Waffenbesitzes verurteilt. WSR. Darmstadt, 6.Sept. Dor der Großen Strafkammer hatten sich heute die Kommunisten Heinrich S t r o h a u e r , Heinrich Ingold, Georg Trendel und Peter S p e ck a r t aus Griesheim wegen verbotenen Waffenbesitzes und Nichtablieferung von Waffen zu verantworten. Der Althändler Strohauer hatte einige französische bat gesuZ. * Vchigmg, ag, den 8. September 1933, oer- ich im „Löwen-, Neuenweg 28: Gezimmer, Büfett, Kredenz, Aus- sch, 4 Stühle (Eiche); Büfetts, Krell, Standuhren, Regulatoren, 1 intrippe, Kleiderfchranle, Wasch. 1 Sekretär, 1 großen Wäsche- , 1 Radio mit Lautsprecher und Schreibmaschine (Continental), bsauger, 1 WäscheiMWl, iid)trreqalt u.o.a. SW Dersleigenmg dchmmf. t aus einem kvnturs: PvrMan und Küchengeräte. t. h a r t m e h Auktionator und Taxator Neuenweg 28 tfnfere Kriegspferde zum Tag des Pferdes. Im Rahmen des „Tages des Pferdes- in Darmstadt ist eine besondere Ehrung unserer Kriegspferde vorgesehen. Veteranen des Pferdegeschlechtes, welche den Weltkrieg mitgemacht haben, sind bereits recht selten geworden. Denn seit 1918 sind 15 Jahre verstrichen. Selbst wenn die Einmusterung der letzten Kriegspferde 1917 erfolgt wäre, müßten diese Pferde bereits ein Alter von 22 Jahren erreicht haben. Oekgent- sich des Tages des Pferdes wird eine kleine Gruppe von Kriegspferden von ihren jetzigen Besitzern besonders vorgestellt werden. Diese treuen Veteranen, denen auch in den meisten Fällen während des Krieges außerordentlich große Strapazen zugemutet wurden, werden sich voraussichtlich an dem Umzuge innerhalb der großen Gespann- Pa r a d e beteiligen und dann in einer kurzen besonderen Schaunummer auf dem Turnierplatz gezeigt werden. Am Montag war der Nennungssch'uß für das Turnier. Für alle Wettbewerbe sind zahlreiche Meldungen abgegeben worden. Besonders in den Jagdspringen wird es gut umstrittene Wettbewerbe geben. Es werden sich Pferde beteiligen außer Darmstadt aus Mainz, Rüsselsheim, Worms, aus den Provinzen Oberhessen, Rheinhessen und sogar aus der Pfalz. Eine zahlreiche Teilnehmerschaft wird auch an dem Patrouillen-Springen der hessischen SA. - Reiter mitwirken. Kurzum, die Vorbereitungen für die große Veranstaltung am kommenden Sonntag sind in vollem Gang. Daten für Donnerstag 7. September. 1533: Königin Elisabeth von England geboren (gestorben 1603): — 1631: Gustav Adolf siegt bei Brei- tenfeld: — 1714: der Badener Friede beendet den Spanischen Erbfolgekrieg: — 1914: Marneschlacht. Das bulgarische Königspaar in London. Wellen bebt lackiert) fatraben, eine mangel billig M OM mtrahe 121- Zu kaufen gesucht gut erhaltene^ Reitzeug. Offerten mit drei) nn Radoll DftrüJger, Ober-Hörgern (Poet , ich-Lani). «w Die Flagge ist In den Farben Schwarz Weib g-hatten und ahneU in der Austeilung de- Felde- d.« ü yu Traditionsfahnen der preußischen Regimenter. ............... ”■—’7~ Gewehre aus dem Griesheimer Lager erhalten und sie an die Kommunistische Partei abgegeben. Er be- ha..ptete allerdings heute, daß er sie zum alten Eisen geworfen habe, von wo sie eines- Tages verschwunden gewesen leien. Die Gewehre lagen dann jahrelang bei dem Angeklagten Ingold und wurden zur Instruktionsstunde von dem Angeklagten Trendel, dem Ortsgruppenleiter der KPD., benutzt. Auf seine Anweisung hin waren die Gewehre durch Speckart im Walde vergraben worden. Die Angeklagten Strohauer, Ingold und Speckart erhielten Gesang- nis strafen von vier Monaten einer Woche, vier und fünf Monaten. Trendel, als der geistige Leiter, wurde auf neun Monate ins Gefängnis geschickt. beflaggen. Heil HitlerI Stamm Welfen. Erw. Schmidt, Stammesgeschäftsführer. König Boris von Bulgarien befindet sich mit seiner Gattin, der italienischen Königstochter Maria, auf einer Europareise, auf der er jetzt, und zwar inkognito, in der englischen Hauptstadt eingetroffen ist. — Unser Bild zeigt den König und die Königin bei einer Unterhaltung mit einem Londoner Bobby. perschiedenesj HWMii 1 enti.m.bW’ »ei für immer N B.6alden,6i B D- HindenburgMilllS. g-7ll6rbi*__2 - Strickjacke. Löbersttatze, W boi^abrtartenM Das Backfischsest in Worms, an dem alle jungen und jung sein wollenden Menschen ken an ihn ZW- Qnh«e um ei 9ut |0i ff- 6en mö9cn! bi» «' ®lnma( muki,« nein, nein! ° l^r herz SOM eich' NiellL L obet e,ne Qn' ben er nur Papa; ?urd,QUS nicht (ein L°. ben H°nden wissen will." i)t'. Unb Eduard verdient ein TiÄ5 * * ' n ^rcr ersten Ehe doch allerlei mmerzienrätin angenehm, datz da; oaron Langen meldete-, so muhte mjtanb verlassen werden, der Marz bereitete! Mischung folgt.) denken. So wird das Jugendherbergswesen ebenfalls zu einem Lrziehungsfaklor junger deutscher Menschen. Ganz aus eigener Kraft hat die deutsche Jugend ihre Herbergen im weiten Deutschen Reich autgebaut. Angefangen von der alten Scheune mit Feldbetten bis zur modernen Jugendherberge mit warmem und kaltem Wasser hat diese Arbeit die größten Opfer gefordert, und eine tatbereite Jugend bat ihre wenigen Scherflein zusammengescharrt und hinqeqeben, damit die Häuser der Jugend würdig, aber trotzdem einfach und schlicht aufgebaut wur- ÖC Sieks Werk ist keineswegs vollendet. Auch hier macht sich die ungeheure Not weiter Volksschichten und der Jugend bemerkbar. Darum tritt das neue deutsche A"Ze n d r e , ch der Hitlerjugend heute vor die Volksgenossen und Volksgenossinnen und bittet sie: helft uns, abeitet mit an der Aufrichtung einer neuen Jugend, indem Ihr uns ein kleines Opfer gebt. Die Hitlerjugend hat sich im Gebiet Hessen-Nassau für die Sammlung zum Besten der deutschen Jugendherbergen restlos zur Derlüaung gestellt^ «ie wird auf großen Plätzen ihre Musik- und Spiel- mannszüge marschieren lassen und durch.ihre »»Pi“’ schar ein großes Platzsingen auf .b.er1,Jaup?ro^c am Sonntag. 10 September, von 11 Uhr ab. veranstalten I .. - Deutsche Männer und trauen, die Ihr ein herz für die Jugend habt, helft mit bei dieser wichtigen Ausgabe für die Jugend helft mit, denn es ist für (Eure Buben und Mädchen, es ist für (Euer Reich. In einem großen Lagerhaus im Duisburger Jnnenhafen brach aus bisher unermittelten Gründen ein riesiges Sdiatenfeuer aus. Das Lagerhaus wurde bis auf die Grundmauern zerstört, von denen ein Tel! 1 ö einstürzte. vonHofapo^“ Verpack.vtVr.0.15 Eci!leS « Uken zu WM Illg zuverlaui. igelliofTeea irungsberg i°, '• üfgesuchej Aus der Provinzialhauptstadi In den 30. Juli Jagd auf den Thunfisch. .Ich habe Großwild in Llganda, Tanganjika, Kenja, im Belgischen Kongo und in Indien geschossen, aber nun habe ich einen noch aufregenderen Sport im Angeln von Großfischen gefunden, und zwar nicht in fernen Meeren, sondern auf den Wogen der Rordsee." So beginnt eine englische Sportdame, Lady Broughton, einen Aufsatz, in dem sie ihre Hoffnung ausspricht, eilten Thunfisch von 10 Zentner Schwere zu erbeuten. ^Jch sammelte meine ersten Erfahrungen", fährt sie fort, „auf der Jagd nach Grohfischen im Stillen Ozegn an der Kalifornischen Küste. Hier fing ich den schweren Barsch und den Schwertfisch, aber kein Fisch räht sich an Gröhe mit dem Aiesenthunfisch Vergleiches, der kürzlich mit den Heringszügen in der Aähe unserer Küsten erschienen ist. Die Geschichte dieses neuen Angelsports beginnt im Jahre 1929, als ein Fischdampfer in der Umgebung von Scarborough zwei gstoße Fische harpunierte, die als rote Thunfische Erkannt wurden. Wie diese Tiere zu uns kamen, ist jnicht ganz klar. Die Gelehrten glauben, dah der rote Thunfisch an den Küsten von Spanien laicht, vfvn dort westlich des September. Hessische Personalien. Das Hessische Personalamt teilt mit: läuft, gejagt von Mensch und Hund, in Todesangst den Weg ... September — Spätsommer — Altweibersommer. Mild und lind wie alte, zärtliche, mütterliche Frauenhände streicht sein Odem über die Erde, wie abschiednehmend und noch einmal alle Liebe gebend. Nimm, o Mensch, solange es dir noch vergönnt ist, aus dieser gütigen Hand: es ist ruhegebend für alle in den Golfstrom kommt und dadurch nach dem Aorden von Schottland und an jenen Teil unserer Aordküste gelangt, an dem der Golfstrom entlang- flieht. Man vermutet, dah der Thunfisch einen bestimmten Salzgehalt und eine bestimmte Wärme des Wassers braucht und dah er deswegen niemals südlich von Flamborough Head gefunden wird, wo der Golf-Strom östlich nach Dänemark abzweigt. Seitdem find eine Menge gewaltiger Fische dieser Art gefangen worden, und den Rekord stellte Oberst Peel auf, der einen Thunfisch im Gewicht von 798 Pfund erbeutete. Die Sachverständigen find aber der Ansicht, dah es Exemplare gibt, die 1000 Pfund und mehr wiegen, und es ist mein Sehnsuchtstraum, einen solchen Rekordsisch zu fangen. Die Saison ist kurz. Bisher ist noch kein Thunfisch vor der zweiten Woche im August gefunden worden, und infolge der schlechten Witterung muh das Angeln im September aufgegeben werden. Mit dem Eintreffen der grohen Heringszüge naht die richtige Zeit. Es ist eine schwere und gefährliche Arbeit, in einem kleinen Boot die Angel nach diesen Riesen mitten im wilden Ge- woge der Rordsee auszuwersen. In aller Morgenfrühe muh man im offenen Flscherboot herausfahren und den Heringszügen folgen. Die Heringsfischer sind die ganze Rächt an der Arbeit und ziehen ihre Rehe kurz vor Sonnenaufgang ein. Wenn es Thunfische in der Rähe gibt, so nehmen sie diese Gelegenheit wahr, um die Heringe zu erschnappen, die aus den Retzen fallen. Das ist die beste Gelegenheit zum Fang. Man springt in ein kleines Boot, das hinter dem Motorboot festgemacht ist, läht sich mit Seilen auf dem Sih festbinden, eine notwendige Borsichtsmahregel, da man mit dem Riesenfisch einen ingrimmigen Kampf ausfechten muh, und wirft dann den Angelhaken aus. Der Fisch verschlingt gewöhnlich den Köder im Angesicht des Anglets und wendet dann alle seine Kräfte an, um sich wieder loszu- reihen. Das kleine Boot wird kilometerweit fortgezogen, hin» und hergeworfen und man gerät in große Gefahr. Manchmal muh man die Leine abschneiden, den Zisch aufgeben und rasch in das größere Doot klettern, besonders wenn ein Sturm die Situation noch schwieriger macht. Riemals springt der Thunfisch aus dem Wasser, und in dieser Beziehung ist die Thunsischjagd kein so romantischer Sport wie das Angeln nach Schwertfischen. Aber er ist noch abenteuerlicher und aufregender, und wenn man Glück hat, wird man mit einer gewaltigen Beute belohnt." Daß Sie während meines nächtlichen Besuches erwachten, war natürlich nicht im Programm vorgesehen. Ich verlor deshalb rasch ein bißchen den Verstand, behielt aber noch soviel übrig, um meine Aufgabe erfolgreich zu Ende zu führen. Auf das Attest verzichte ich: es würde sich, wie ich vermute, auch kaum mit ihrer Diagnose decken." Professor P. übergab den Zettel der Schweizer Polizei und reiste am selben Mittag noch Basel, wo ihn Freunde erwarteten. In Zürich wird man ihn so bald nicht wiedersehen: die nächtliche Begegnung im Hotel Neapel hat ihm, wie man begreifen kann, den Aufenthalt in dieser Stadt fürs erste verleidet. Ruhe st and versetzt wurde am 1933 auf Grund von § 6 des Gesetzes zur Wieder- Kundgebung der Deutschen Arbeitsfront 7000 Arbeiter und Arbeiterinnen in der Gießener Volkshalle. und Arbeiterinnen gewesen sein — und grüßte mit dem deutschen Gruß die Fahnen und die einmarschierende SA. Die Standartenkapelle der Standarte 116 in starker Besetzung spielte zu diesem feierlichen Einzug den Badenweiler-Marsch. Der Verbandskreisleiter des Fabrikarbeiter-Verbandes im Verbandskreis Gießen, Pg. Bartholomäus, eröffnete die Kundgebung, gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß so Viele dem Rufe gefolgt seien und erteilte sofort dem Redner des Abends pg. Görres-Hannover dem stellvertretenden Bezirksleiter des Bezirks Hannover der Deutschen Arbeitsfront, das Wort. Dieser führte u. a. aus: Was man noch im vorigen Jahre für unmöglich gehalten habe, sei Wirklichkeit geworden. Der 30. Januar, der Tag, an dem der Kanzler berufen worden sei, habe die Schicksalswende für das deutsche Volk bedeutet. Seit dieser Zeit sei schon vieles erreicht worden. Vieles sei aber noch zu tun. Roch sei der Kampf nichk zu Ende. Roch ruhe man auf den Lorbeeren nicht aus. Aber: je genehmes, zum mindesten um etwas belanglos Alltägliches handelte. „Ich will weder Geld noch Pretiosen, sondern nur das Zeugnis eines der berühmtesten Psychiater des Kontinents, daß ich geistig nicht normal bin." Professor P, der den ersten Schrecken inzwischen überwunden hatte, mochte wohl ein erstauntes Gesicht machen, was sich in der Dunkelheit allerdings nicht feststellen ließ. Jedenfalls konstatierte er eine merkwürdige Tatsache oder vielmehr, fachlich ausgedrückt, einen interessanten „Fall": Der nächtliche Eindringling war kein gewöhnlicher Einbrecher, sondern ein Wahnsinniger, der selber von seinem defekten Geisteszustand überzeugt war. So etwas war ihm in seiner langjährigen Praxis noch nicht vorgekommen, die Regel war vielmehr, daß ein Geisteskranker sich selbst für normal und die ganze Welt für verrückt hielt. „Worauf stützen Sie Ihre Annahme?" fragte er vorsichtig. Der Irrsinnige lachte schrill auf, machte eine kleine Pause und lachte wieder, diesmal ganz leise, fast kläglich. Dann sagte er merkwürdig ruhig und sachlich: „Sehen Sie, am Tage merke ich ja nichts, doch mit der Dämmerung des versinkenden Tages kommen regelmäßig auch jene geheimnisvollen Schatten, die den Weg zur klaren Erkenntnis verschließen und meinen Geist verwirren. Wie leicht könnte es sein, dah ich in diesem Zustande gegen die Gesetze verstoße, ohne im wahren Sinne schuldig zu sein. Um mich gegen die etwaigen golden zu schützen, habe ich Sie ausgesucht. Schicken Ste mir morgen ein Attest, daß ich verrückt bin. Ich werde Ihnen meine Adresse aufschreiben." „Entschuldigen Sie die Störung!" Der Fremde hatte sich an den Tisch gesetzt und kritzelte im Schein einer elektrischen Taschenlampe etwas auf einen Zettel. Den nahm er und legte ihn in die Nachttisch-Schublade. »Nochmals, verzeihen Sie die Störung", sagte er verbindlich, jetzt schon an der Tür stehend, „und dann, nicht wahr---das Attest." Lautlos, wie er gekommen, war der unheimliche Gast gegangen. Nun herrschte wieder tiefe Stille. Professor P wisckte sich den Schweiß von der Stirn und sann über den merkwürdigen Vorfall nach, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Ihn be- schäftigte unablässig die Frage: War nun dieser Mann verrückt oder nicht?... * Die diesjährigen Vorträge und Demonstrationen werden in den ersten drei Tagen auf die Probleme der Vererbung und Rassenhygiene, weiterhin auch besonders auf die Unfallbegutachtung eingestellt fein. Am Mittwoch findet ein Ausflug nach Bad» Nauheim mit dortigen Vorträgen bzw. Demon. strationen statt. Zur Deckung der Unkosten wird von jedem Teilnehmer der Betrag von 10 Mark erhoben: weitere Kosten entstehen nicht. Prospekte und Anfragen durch Herrn Professor Georg Her. zog, Pathologisches Institut, Klinikstraße 32g. ** Vorträge im Werkmeister-Ver. band Gießen. Seit der Gleichschaltung des Deutschen Werkmeister-Verbandes in die Deutsche Arbeitsfront erfreuen sich die regelmäßigen Monatsversammlungen der Ortsgruppe Gießen eines so vollzähligen Besuches seitens ihrer Mitglieder, daß sich das langjährige Versammlungslokal im Kaufmännischen Vereinshaus als nicht mehr ausreichend erwiesen hat und die Hauptversammlungen in Zukunft ins Gewerkschaftshaus verlegt werden müssen. Lediglich die Fachgruppenversammlungen der einzelnen Berufszweige werden noch im seitherigen Versammlungslokal abgehalten. Der jetzige erste Vorsitzende der Ortsgruppe, Heinrich Bar- t h o l o m ä u s , läßt es sich aufs eifrigste angelegen sein, seinen Kollegen aus dem Werkmeisterstand neben der Erledigung der Verbandsangelegenheiten stets einige besonders genußreiche Stunden durch Gewinnung geeigneter Persönlichkeiten zu belehren- den Vorträgen zu bereiten. So sprachen bis jetzt Rektor N e b e l i n g über „Werkmeister und Volks- erziehung" und Professor Dr. Bötticher über „Arbeitsrecht". Beide Porträge wurden mit lebhaftem Beifall entgegengenommen. ** Deutsche Jugend. Man schreibt uns: Als Anlieger der Bahnhofstraße genieße ich seit einigen Tagen ein wunderscyönes Bild. Ein Trupp kleiner Jungen und Mädels im Alter von 4 bis 8 Jahren, noch die kleinsten Knirpse, ziehen durch die Straße. Voran der Tambour (Vaters alter Stock hat Verwendung gefunden als Stab mit Troddel), Trommler und Pfeifer, letztere immer den gleichen Ton abgebend, geht es im Gleichschritt. Eine Hakenkreuzflagge und weiß-rote Fahnen werden mit Stolz getragen. Anschließend kommt das übrige Fußvolk mit allem Möglichen bewaffnet. Sogar ein kleines Mädchen, das kaum zu laufen angefangen hat, trägt mit Stolz fein Gewehr. Diesen kleinen Zug zu sehen, ist wirklich eine Freude für jeden Erwachsenen. Das Herz lacht in der Brust, wenn man sieht, mit welcher Begeisterung die Kleinen bei ihrer Sache sind. Man sieht mit Befriedigung, daß unsere Jugend wieder auf dem rechten Wege ist und der deutschen Jugend die Zukunft gehört. Deutschland, voran unsere Jugend, ist erwacht, neues Leben, neue Kraft und Treue zum Führer sichern unser Vaterland für alle Zukunft. G. H. Nein, er war nicht verrückt! Das stellte sich am anderen Morgen einwandfrei heraus, als Professor P nach der Uhr sehen wollte. Die Uhr war nicht mehr da, und auch die Brieftasche war verschwunden. Auf dem Zettel aber, den der Gauner zurück- gelassen hatte, stand folgendes zu lesen: „Jeder Berus stellt seine Anforderungen. Unser Fach verlangt Energie, Gewandtheit und Geistesgegenwart, Eigenschaften, die ich — wie Sie mir zugeben müssen — hinreichend an den Tag gelegt -AL KsK.. K-K ttr W" sgS lo lgke'; Michl tobe w *“Älf ’cbt“¥;ä” i'er" honen ^rv MM SsE* werden nm|g. mQ(hi)eni 21öolf J)1 f,ibemäu5fonbklipp m Boltes nicht möglich l , Msailler Vertrages besä Der Monalsozial'sim Das schassende deutsche neue Lorbeeren aus ringen, das deutsche Beseitigung des kmi des Berfmtl Der Versailler Vertrag logische Konsequenz ' Politik seit 187L Dem deutschen Doll Industriegebiete genom es im Ausland tontun Absatzkrise, Ueberprob Vernichtung d- schäft habe systemati tiges Werkzeug zu bi rismus gewesen: e sich trennenb zwischen habe. Der UJlaqismus betrug bar, bem je ein ' Karl Marx sei nie Prc yMus habe aber den d nativnalen Proletarier bedeute eine Nendsü jeder denkende Arbeite Wunden am Körper offengehalten vorder einen Zukunftstaat d< der Marxismus hab diese Utopie gekämpf Auf der ganzen D scheu Arbeiter feil Arb Auch in Rußland he, d e s Proletariats, so Proletariat. Noch nie jo schlecht gegangen, nach dem Weltkrieg« . Der Nationalsozia einmal, gegen Deutschland bereit, das gleiche auch im taaten um Deutschla bewaffnet. Deutschlos aus Wehrha ti nehmen. 91 ' Jie Sewerlschaslen ton Mastigen Öen iein- * i"e soziale bauen, sondern | NZ- S S können. N ^nöoirtoäe e Jern' len. DemV Unö tot Magen gefiel wie An die 5^!" in ••D o 5 -uoliona Haal- uc„tnein(c Herzen. Nach der sengenden Glut, der Sommersonne legt sich die Kühle eines Septemberabends erquickend über die heiße Stirn, und die Ruhe unterm schützenden Baum vor der Haustür gibt den Frieden getaner Arbeit, erfüllter Tagespflichten. Rauschendes Blut ist ruhiger geworden, und dankend nehmen wir aus unseres Gottes Hand den Frieden M.Gr. ** E i n Achtzigjähriger. Der Gründer der Seifenfabrik M ö b s , Gießen-Aßlar, Herr Peter Josef M ö b s, wohnhaft Mühlstraße 34, kann am morgigen Freitag, 8. September, in großer geistiger und körperlicher Frische seinen 80. Geburtstag feiern. ** Fortbildungkurs für Aerzte. Die Medizinische Fakultät der Universität Gießen veranstaltet vom 15. bis einschl. 21. Oktober für praktische Aerzte einen allgemeinen Fortbildungskurs. Nächtliche Begegnung. Von Heinz Erich platte. Nachdem Professor Ppsilon (sein wirklicher Name tut nichts zur Sache) in Zürich angekommen war, fuhr er sogleich ins Hotel Neapel, das man ihm als komfortabel und preiswert empfohlen hatte. Die Strapazen der weiten Reise, die späte Stunde und ferner oer Umstand, daß er bereits im v-Zug zur Nacht gegessen hatte, veranlaßten ihn, alsbald feine Zimmer aufzusuchen und sich zur Ruhe zu legen. Genau um die Mitternachtsstunde — vom Turm einer Kirche hallten eben zwölf dumpfe Glockenschläge durch die sternenklare Nacht — erwachte der Schläfer. Noch auf der Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit, vermutete er ein Geräusch, als er aber vollends erwacht, mit scharfen Sinnen in die Dunkelheit lauschte und nichts als den schwingenden Rhythmus seiner pochenden Pulse vernahm, glaubte er an eine Täuschung, warf sich auf die andere Seite und versuchte wieder einzuschlafen, wobei er sich eines bekannten Mittels bediente: Er schloß die Augen und begann zu zählen: Eins, zwei, drei, vier, fünf... Als er bei hundertachtzig angekommen war, wurde ihm eine unangenehme Ueberraschung zu- teil: Von einem der Fenster her hörte er ganz deutlich das schlurfende Geräusch von Schritten, die sich langsam feinem Bett näherten. Er kam aber nicht mehr dazu, das Licht einzuschalten und nach seinem Browning zu greifen, denn das Ent- fetzen raubte ihm sekundenlang jede Entschlußkraft, so daß auch der Schrei um Hilfe nur ein gurgelndes Stöhnen blieb, den unartikulierten Lauten eines Träumenden vergleichbar, den ein Alpdrücken quält. Der fremde Menfch, der im Zimmer war, trat an den Nachttisch, steckte den Browning zu sich und drehte die Glühbirnen ab. „So", sagte er, indem er einen Stuhl heranzog, „wir können beginnen." „Meine Uhr liegt hier in der Nachttisch-Schublade", stotterte der immer noch zu Tode Erschrockene. „Dort am Kleiderhaken, in der rechten Tasche meines Rockes, finden Sie die Brieftasche." „Wir verstehen uns noch nicht", meinte der unheimliche Fremde in einem so ruhig heiteren Tone, als ob es sich bei dieser Begegnung um etwas An- Die Deutsche Arbeitsfront, der Deutsche Fabrikarbeiter-Verband im Gesamtoerband Deutscher Fabrikarbeiter, Verbandskreis Gießen, hatte für gestern abend zu einer großen öffentlichen Kundgebung in der Volkshalle aufgerufen. Taufende von Arbeitern und Arbeiterinnen aus Stadt und Land kamen, um in der Volkshalle erneut zu erleben, daß die Gemeinschaft des deutschen Arbeiters unter der Initiative des Nationalsozialismus eine lebendige Gemeinschaft ist. Vor der Volkshalle flatterten auf hohen Masten die Flaggen des neuen Reiches: der Saal war mit Fahnen geschmückt. Die SS., die den Saalschutz und die Verantwortung für die Ordnung im Saale übernommen hatte, marschierte schneidigen Schrittes lange vor Beginn der Kundgebung an. Einige Stürme der Standarte 116 nahmen mit ihren Fahnen teil, während die Arbeiter selbst die Fahnen ihrer Betriebszellen der NSBO. mitbrachten und dadurch der Kundgebung eine feierliche Note gaben. Eindrucksvoll gestaltete sich die Einbringung der Fahnen in den Saal. Wie ein Mann erhob sich die riesige Menschenmenge — es mögen etwa 7000 Arbeiter Herstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 die Handarbeitslehrerin i. e. R. Johanna Schellen fchläger in Worms mit Wirkung vom 1. November 1933 ab. Auf Grund des § 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums wurden aus dem hessischen Staatsdienst entlassen: der Polizeischulrat Karl S ch a a b zu Darmstadt mit Wirkung vom'29. August, der Regierungsrat Johann Stürmer in Darmstadt, der Polizeiwachtmeister Wilh. Trumpfheller in Offenbach a. M., der Polizeioberleutnant Friedrich Götzinger in Darmstadt, der Polizeioberleutnant Heinrich K r a u t h in Darmstadt, der Polizeiwachtmeister Paul Gerhardt in Worms, der Polizeihauptmann Franz Bayer in Darmstadt, sämtlich mit Wirkung vom 21. August 1933. Der Polizeihauptwachtmeister Heinrich Ehrhardt zu Darmstadt wurde mit Wirkung vom 1. August 1933 zum Polizeimeister ernannt. Der Polizeimeister Johannes Hübner zu Offenbach a. M. tritt mit Wirkung vom 1. September 1933 auf Grund des Art. 14 des Polizeibeamtengesetzes vom 31. März 1928 in den Ruhestand. In den endgültigen Ruhestand versetzt wurde Bauinspektor i. e. R. Georg Meyer zu Darmstadt auf Grund von § 6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 mit Wirkung vom 1. Dezember 1933. Marine-Zugendsturm der SA. Gießen. Ich bin mit der Leitung des Marine-Jugendsturmes der SA. Gießen beauftragt worden. Alle jungen Leute im Alter von 15 bis einschließlich 18 Jahren, die Lust und Liebe für Marine und Kolonialwcsen haben, wollen sich am Sonntag, 10. September, vormittags 10 Uhr, im Hause Schiffenberger Weg 38 melden. Den Angehörigen des Marine-Jugendsturms ist Gelegenheit gegeben, zur Schiffahrt zu kommen. Der Führer des Marine-Jugendsturms der SA. Gießen: Karl Gräfingholt. NSDAP. Gießen. Die NS. - Frauenschaft Gießen-Mitte, Zelle 11, hält am heutigen Donnerstag, 20.30 Uhr, in der „Stadt Mainz" ihren Zellenabend ab. NS.-Lehrerbund, Kreis Gießen. Der Obmann des NS.-Lehrerbundes, Kreis Gießen, Kreis- und Stadtschulrat Dr. H e n ß, ist von der Reichsleitung des NSLB. mit der Führung des auf der diesjährigen Tagung der deutschen Auslandslehrer gegründeten GauAuslanddes NS.-L e h- rerbunöes beauftragt worden. Im Rahmen dieser neuen Gauorganisation sollen Länder- und Sachreierate geschaffen werden, für die geeignete und interessierte Lehrer als Mitarbeiter in Betracht kommen. Am morgigen Freitag, 15 Uhr, werden alle diejenigen Lehrer aus Gießen, die an dieser Aufgabe Mitarbeiten wollen, zu einer Besprechung im Kreisschulamt zusammenkommen. Dazu werden auch diejenigen Lehrer erscheinen, die sich für die „Arbeitsgemeinschaft für Grenz- und Auslanddeutschtum" gemeldet haben. Die Lleberreichung des Ehrenbürgerbriefes für den Führer. Wie wir in unserer Ausgabe vom vorigen Montag bereits berichteten, haben als Vertreter des Gießener Stadtrats der Sturmführer S o l- d a n und der Truppführer Kurz, beide vom 621.= Reservesturm 116 in Gießen, am Sonntagvormittag dem Adjutanten des Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler, Sturmführer Bormann, in Nürnberg den Ehrenbürgerbrief der Stadt Gießen für den Führer überreicht. Wie wir zu diesem feierlichen Ereignis noch erfahren, wurde der Ehrenbürgerbrief dem Adjutanten des Führers Pg. Bormann vom Sturmführer Pg. S o l d a n mit einer Ansprache ausgehändigt, bei der Sturmführer Soldan sagte: Ich habe die hohe Ehre, im Namen der Stadt Gießen unserem Führer den Ehrenbürgerbrief zu überreichen. Wir Gießener wissen die hohe Ehre zu schätzen, unseren Führer als Ehrenbürger der Stadt Gießen zu begrüßen, und wir werden dafür Sorge tragen, daß jeder Bürger unserer Heimatstadt Gießen unserem verehrten Führer in seinen Eigenschaften nacheifern wird und unseren Führer sich als Vorbild nimmt. Wir wünschen und hoffen, daß Gott der Allmächtige unserem geliebten Führer noch viele, viele JahreKraftundGesundheit verleiht zum Wohle der deutschen Volksseele, zum Wohle des deutschen Volkes und zum Wohle des deutschen Vaterlandes. Der Adjutant Pg. Bormann erwiderte, daß er dem Führer die Grüße der Stadt Gießen übermitteln werde. Die Bestätigung des Führers werde der Stadt Gießen schriftlich zugehen. Pg. Bormann bedauerte, daß die beiden Vertreter der Stadt Gießen, Sturmführer S o l d a n und Truppführer Kurz, vom Führer leider nicht persönlich empfangen werden könnten, aber der Führer sei so überlastet, daß er trotz größter Anstrengung in Nürnberg fast in jeder Nacht bis gegen 4 Uhr zu arbeiten habe. . September-Herrlichkeit. / Der erste Monat mit dem Dreiklang der Sllben führt uns wieder der lichtarmen Zeit entgegen. Den Langschläfern fällt es nun nicht mehr so schwer, mit der Sonne aufzustehen, denn auch sie verläßt ihr Wolkenbett schon um Stunden später. Die Füße gehen durch erstes welkes Laub, und leise klingt in dem Rascheln die Melodie vom Scheiden. Der Sommer will uns verlassen. — Wir sahen das Werden des Frühlings, das erste Sprießen aller Keime, des vollerblühten Sommers Pracht, und durften ernten, was zu unserem Nutzen heranreifte: das tägliche Brot. Wohlgeborgen liegen die Garben in den Scheuern und warten auf den Drusch. Die Speisekammern füllen sich mit „Eingemachtem", und Herbstsonne reift noch bas Obst. Für die Mutter Erde kommt nun bald die Ruhezeit. Unseres Herrgotts Domchor, die Singvögel, suchen die warmen Länder auf, und die Gärten ziehen ihr Herbstkleid an. Wie wunderschön ist doch die Natur im September! Es ist nicht der Monat, in dem man wandermüde heimkommt, sondern die Zeit, in der die Luft würziger, herber, die Sonne weniger ?lutend und doch wärmend scheint. Durch die Luft liegen die Fäden der Wanderspinne, weiße Gespinste, die sich mit beharrlicher Zähigkeit an die Hüte und Kleider der Fußgänger heften. „Altweibersommer", nennt man diese Fäden im Volksmund, oder auch „Schleier verlassener Bräute". Ein frohes Wandern ist es durch die Wälder. Das Sonnenlicht glitzert im bunten Laub, spritzt durch das Geäst der Nadelbäume auf den weichen Moosboden und läßt das Fell eines springenden Eichhörnchens hell aufleuchten. Kaum daß man es gesehen, ist es schon fort, in sein Nest hoch oben am Gipfel einer stattlichen Fichte. Wie spöttisch wippt der buschige Schwanz auf dem Geäst. Man möchte meinen, daß das Tierchen schadenfroh hinunterschaut auf die verdutzten Gesichter der Menschen. Ein Hase, schwer an seinem vollen Bäuchlein tragend — er hat sich am Kohl gütlich getan — hüpft feinem Schlupfwinkel zu; nicht mehr lange und er Bis spätestens zum 8. September müssen die rückständigen Beiträge für das 3. Quartal auf das Postscheckkonto von Dr. H e n ß , Frankfurt a. M., Nr. 35110 eingezahlt werden, falls man besondere Einziehungskosten vermeiden will. Für das 4. Quartal 1933 (Oktober bis Dezember) beträgt der Vierteljahresbeitrag 3 Mark für beschäftigte Lehrkräfte und Pensionäre, 1,50 Mark für unbeschäftigte Lehrkräfte. In diesem Betrag ist der Kreiszuschlag enthalten. Die Beiträge sind bei der Kreisoersammlung am 16. September in Gießen an die Bezirksobleute bzw. deren Kassenwarte zu bezahlen. Bis zum 25. September müssen die Bezirksobleute die Beiträge für das 4. Quartal abgeführt haben. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 7. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 10, Wirsing (grün), das Pfund 8 bis 10, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 10 bis 12, Gelbe Rüben 10, Rote Rüben 10, Spinat 18, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün und gelb) 15 bis 20, Mischgemüse 10, Tomaten 18 bis 20, Zwiebeln 7 bis 10, Kürbis 6, Kartoffeln 3 Pf., der Zentner 2,30 bis 2,50 Mark, Frühäpfel 10 bis 25, Falläpfel 5, Pfirsiche 35 bis 40, Brombeeren 20 bis 25, Preißelbeeren 30 Birnen 10 bis 25, Zwetschen 10 bis 12, Mirabellen 12 bis 15, junge Hähne 80, Suppenhühner 70 bis 80, Tauben, das Stück 40 bis 50, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 5 bis 10, Salatgurken 5 bis 15, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 8 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 7, Lauch 5, Rettich 5 bis 15, Sellerie 5 bis 25, Radieschen, das Bund 10 Pf. Bornotizen. — Tageskalender f ü r Donnerstag: Bergschenke, 20 Uhr, Künstler-Konzert. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Siegfrieds Tod". — Große Zinnsoldaten-Truppen- schau in den Palast- Lichtspielen. Vom 8. bis 18. September, täglich von 9 bis 21 Uhr, werden im Saal der Palast-Lichtspiele am Kirchenplatz über 10 000 Zinnsoldaten aller Waffengattungen gezeigt werden. Dargestellt sind insbesondere die Kaiserparade 1913, die Feldgrauen im Kampfe, die Marine in Flandern usw. Außerdem ist auch das Modell eines Torpedobootes zu sehen. Auf die heuttge Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. Oberheffen scheine. Der Versailler Vertrag sei nichts anderes, als die ihren Abschluß. Preußen. Kreis Wetzlar. härter der Kampf sei, um so herrlicher werde der Sieg. Der Nationalsozialismus wolle keinen Krieg. Das schassende deutsche Volk habe es nicht nötig, neue Lorbeeren auf Schlachtfeldern 311 erringen, das deutsche Volk verlange aber die Beseitigung des Kriegsschuldparagraphen 231 des Versailler Vertrages. Tierprämiierung in Nidda. X Nidda, 6. Sept. In Verbindung mit dem Herbstmarkt — wir berichteten bereits darüber — fand auch eine Tierprämiierung statt, die folgende Ergebnisse zeitigte: Fleckvieh: des Vorstandes und des Aufsichtsrates. Es wurden neugewählt: Wilhelm Müller zum 1. Direktor. Bürgermeister Kochendörfer zum 2. Direktor, sowie Georg Hartmann und August Lott) als Aufsichtsratmitglieder. Vom Reingewinn werden 4 0. H. Dividende verteilt und der Rest dem Reservefonds zugewiesen. Sodann gab Oberrevisor Hartmann nähere Erläuterungen über die Reichs- genossenschaftshilfe. Don dieser Gcnosscnschosishilse entfallen aus die Spar- und Darlehnskossc Merlau 3000 Mark. Unter Berücksichtigung verschiedener Gesichtspunkte rourbe jedoch von einer Inanspruchnahme dieser Hilfe abgesehen. Anschließend ermahnte Obcrrevisor Hartmann die Mitglieder, treu zur Sache zu stehen und das Genossenschaftswesen zu fördern. st. Kirtorf, 6. Sept. Zur Bekämpfung des Hausbettels und um die Bargeldabwanderung einzuschränken, hat die Gemeindeverwaltung die Einführung von Wohlsahrtsschei- n e n mit dem Stückwert von zwei Pfennigen bc- schlossen. Die Scheine können bei den Lebensmittel- geschäftcn zum Einkauf von Waren (ausgeschlossen sind Alkohol und Rauchwaren) verwendet, ebenso kann das Schlasqeld in der Herberge damit bezahlt werden. Die Scheine sind bei der Gemeindekasie und im Bürgermeisteramt in Blocks zu 50 Stück für ein Mark erhältlich. Dort erfolgt auch die Einlösung der nur im Ortsbereich gültigen Wohlfahrts- Die große Aufgabe des Nationalsozialismus bestehe darin, das d e u t s ch e V 0 l k v 0 n a l l e n Fesseln zu befreien. (Lebhafter anhaltender Ben ^Sodann wurde gemeinsam der erste Vers des Deutschland-Liedes gesungen. Mit einem kurzen Schlußwort des Verbandskreisleiters Pg. Bartholomäus und mit dem begeistert gesungenen Horst-Wcssel-Lied fand die großartige Kundgebung llnfallvechütung in der Landwirtschaft Don Landwirischastsrat Direktor Alois Hausner. sigen Genosienschaft wurde von der Reichsgenoslcn- schaftshilfe ein Betrag von 17 000 Mark Mir Verfügung gestellt. Zum Direktor wurde Landwirt Wilhelm Konr. Klotz, zum Stellvertreter Landwirt und Weißbindermeister Moritz Ohly durch Zuruf einstimmig gewählt. Beide Herren nahmen die Wahl an. Bei der Ersatzwahl zum Aufsichtsrat wurden die seitherigen Mitglieder Hermann S ch m a n d t und Wilhelm Peter Jung einstimmig wiedergewählt. Für den als 2. Direktor gewählten Moritz Ohly wurde Landwirt Heinrich Mart. Kuhl einstimmig in den Aufsichtsrat gewählt. Zu Punkt Verschiedenes sprach Oberrevisor Hartmann über die Geldgeschäfte der letzten Jahre. Der Rechner, Bürgermeister Buß, sprach dann das Schlußwort und brachte ein Sieg-Heil auf das deutsche Vaterland, die Reichsregierung und den Führer Adolf Hitler aus, worauf die Versammlung vom Vorsitzenden Herm. Schmandt geschlossen wurde. Kreis Büdingen. + Nidda, 6. Sept. Die Erweiterung der Landwirtschaftsschule ist endgültig gesichert. In nächster Zeit soll bereits mit der Errichtung eines Anbaues begonnen werden. Die Kosten werden auf 5—7000 RM. geschätzt. — Die Bürgermeisterei hatte eine Versammlung der Bau- lustigen einberufen, um über die Erbauung von Wohnungen zu beraten. Es sollen vorerst über die Beschaffung der Mittel Schritte getan werden. — Die Kanalisierung d e r unteren Stadtteile im Rahmen des Reinhardt-Programms soll in Erwägung gezogen werden. — Von der Inanspruchnahme eines genehmigten Darlehens von 20 000 RM. für die Erweiterung der Wasserleitung wurde Abstand genommen. Kreis Alsfeld. ll. Merlau, 6. Sept. Die hiesige Spar- und Darlehenskasse G. m. b. H. hielt ihre Generalversammlung ab. Als Vertreter der Aufsichtsbehörde war Oberrevisor Hartmann (Gießen) erschienen. Aus dem Geschäftsbericht ging hervor, daß die Mitgliederzahl von 97 auf 92 zurückgegangen ist. Der Umsatz betrug im vergangenen Ge- schäftsjahre 110 420 Mark. Nach Verlesen der Jahresrechnung und der Bilanz wurde dem Vorstand Entlastung erteilt. Sodann schritt man zur Wahl Gemeinde arbeiten. r v > H 0 lzhe.im, 6. Sept. Dieser Tage fand auf dem Rathause die diesjährige Generalver- sammlung der Landwirtschaftlichen Kredit-, Bezugs - und Absatzgenossen, schäft statt, bei der ca. 100 Genossen anwesend waren. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Land- I wirt Hermann Schmandt, leitete die Verfamm- I lung und begrüßte insbesondere Herrn Oberrevlsor s H a r t m a n n - Gießen und Herrn Fritz von der I Zentralgenossenschaft. Dor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vorsitzende des verstorbenen Direktors Georg Philipp Jäger. Die Versammlung ehrte sein Andenken durch Erheben von den Sitzen. Rechner Buß erstattete dann den Geschäftsbericht und verlas die Bilanz. Einwendungen wur-> den nicht erhoben. Die Bilanz wurde genehmigt. i Vorstand und Aufsichtsrat wurde einstimmig Entlastung erteilt. Oberreoisor Hartmann gab hierauf nähere Erläuterungen über die Bedeutung der Aktiv- und Pafsiokreditgrenze und empfahl die An- i nähme einer Aktivgrenze von 5000 Mark und einer 1 Passivgrenze von 30 000 Mark. Der Vorschlag wurde = einstimmig angenommen. Nachdem Rechner Buß i nähere Erklärungen über die Verwendung des j Reingewinnes abgegeben hatte, wurde dieser einstimmig dem Reservefonds überschrieben. Der hie- cZ Gleiberg, 6. Sept. Am Montag wurden zwei auswärtige Mitglieder der NSDAP, bei dem Aufsuchen von Bestellungen von einem hiesigen Einwohner bedroht und angegriffen. Der Täter begab sich dann in eine Wirtschaft zur Kirmesfeier, als er von einem Polizeibeamten aufgefordert wurde, zu seiner Vernehmung mitzuaehen, widersetzte er sich, und einige andere Gäste unterstützten ihn in seinem Widerstand. Infolgedessen wurden drei Personen verhaftet und dem Amtsgericht in Wetzlar vorgeführt, sowie die weitere Kirmesfeier in zwei Wirtschaften in Gleiberg polizeilich untersagt. (Bemerkt sei hierzu, daß es sich hierbei nicht um die Burgwirtschaft ge- handelt hat.) Außerdem wurde ein Einwohner aus Krofdorf wegen Rotsront-Rufen in Schutzhaft genommen. beim Einfahren in die Scheune, weil sehr oft lebensgefährliche Quetschungen die Folge sind. Ebenso vermeide man, auf geladenen Wagen sitzen zu bleiben. Durch Ilmkippen und Berühren mit elektrischen Leitungen wurde auf diese weise schon ost Gesundheit und Leben eingcbüht. Viel Unglück könnte verhütet werden, wenn man in Gebäuden und bei Geräten die kleinen unscheinbaren Schäden gleich beheben und stets für Ord- nung und Sauberkeit sorgen würde. Ausgetretene, beschädigte Stufen, sowie beschädigtes Geländer der Treppen erneuert man ohne lange Urberlegung. Fehlende oder abgetretene, sowie aufgenagelte Sprossen an Leitern und brüchig gewordene Holme waren schon an manchem Unglück schuld, das leicht zu vermeiden gewesen toäre. Hohe Leitern (Baumleitern) verwende man nur mit ihr verbundenen Gegenstützen. Alle beweglichen Leitern sollen an den unteren Holmenden mit eisernen Spitzen versehen sein. Lucken in Böden müssen allseitig mit einem Geländer von einem Meter Höhe umgeben fein und eine Fußleiste von mindestens sechs Zentimeter Höhe aufweisen. Bei Lucken, die auch zum Einsteigen mit Leitern benutzt werden, kann auf der regelmäßig zum Einsteigen benutzten Seite das Geländer und die Schutzleiste auf 50 bis 60 Zentimeter wegbleiben. Kleine Bodenlucken sotten stets einen Klappdeckel haben. Tennenoberböden sind gegen tieferliegende Banzen durch Geländer und Fußleisten zu sichern. Die angebrachten Steigleitern müssen genügend großen Abstand von der Wand aufweisen. Böden über Scheunenlennen, Durchfahrten, Remisen oder Schuppen, sowie nicht zur ebenen Erde gelegene Linbaulen, wie Scheunen- banzen, Dachstuhlbelege, und Ladebühnen müssen eine sichere Bodenlage haben, die so be- sestigl ist, daß ein verschieben, Durchbrechen oder Umkippen unmöglich ist. 3m Boden besind- ttche Behälter, 3auchegruben, Brunnen usw. müssen durch gut passende Deckel oder Gitter abgesperrt sein. Vorsicht ist angebracht beim Betreten solcher Räumlichkeiten, die oft von gefährlichen Stickgaien angefüllt sind. Man prüfe erst durch Hinablassen eines offenen Lichtes, ob Einsteigegefahr vorhanden ist, und außerdem muß die darin arbeitende Person angefeilt fein, um im Gefahrfalle schnell hoch- gezogen. werden zu können. Räume, in denen leicht entzündliche Stoffe, wie Benzin usw. lagern, dürfen nicht mit offenem Licht, oder brennender Zigarre betreten werden. Man weise schon durch ein Türschild auf die Feuersgefahr hin. Recht viele Unglücke und Unfälle ereignen sich, weil es den zu betretenden Räumen an Licht mangelt. Sämtliche begangenen Treppen, Vodenlucken, Arbeitsböden usw. sollen unmittelbares Tageslicht haben, was bei Scheunen und Dachböden durch Einziehen von Glasziegeln leicht ermöglicht wird. Außerdem sorge man für gute elektrische Beleuchtung, wodurch die Sicherheit gegen Unfälle sehr gesteigert wird. Nirgends dulde man Unordnung. Durch das Hin- werfen von Unrat auf den Boden können sich durch Ausgleiten oder durch Verletzungen schlimme Folgen ergeben. Zum Schluß sei noch darauf hingewiesen, daß beim Eintritt eines Unfalles, der eine Arbeitsunfähigkeit des Betroffenen von mehr als drei Tagen ober den Tod zur Folge hat, der Vorfall spätestens am dritten Tage, an welchem sich der Unfall ereignete, mündlich oder schriftlich der Ortspolizeibehörde und der Berufsgenoffenjchaft anzumelden ist. Bei Unfällen wird auf dem Lande, statt gleich einen Arzt zu holen, oft die Hilfe von unberufenen Leuten in Anspruch genommen. Eine solche Behandlung wird von der Berufsgenossenschaft nicht als eine „ärztliche" angesehen und deshalb auch nicht bezahlt. Wer dennoch so töricht handelt, tut dies auf seine eigene Gefahr, es kann ihm aber außexordentlich teuer zu stehen kommen. Auf der ganzen Wett habe es außer dem deut- schen Arbeiter keinen international gesinnten Arbeiter gegeben. s.wI HKGI SÄ KW u feilen. Jnbelehren- 9 über bis jtbi de Erträge über ^engenommen M * leb- r Bahnh^a^ Ichreibi " wunderschöne; l$ fo wd Madels irnÄ^W üe kleinsten M 4 bis passaSS . mj welcher Begeisterung hie j'"d. Man sieht mit ^^"d wieder aus dem .Ä,der deutschen Jugend die > itplanb, voran unsere Jugend, ist eben, neue Kraft und Treue um mfer Vaterland für alle Zukunft! G.H. „... Jährlich 65 000 000 Unfallrente. Die Zahl der durch Unfall Verkrüppelten in der Landwirtschaft geht in die Hunderttausende. Die sehr hohe Dersicherungsumlage könnte gesenkt werden, wenn .. Die Reichsunfallversicherung, die sich der Verunglückten in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben annimmt, ist ohne Zweifel eine sehr fegens- reiche Einrichtung. Bei aller Würdigung ihrer guten Seite ist aber der Bauer, wenn er zur Zahlung der Versicherungsbeiträge aufgefordert wird, nicht besonders erbaut. Die Versicherungsbeiträge erscheinen ihm zu hock, und sie könnten auch tatsächlich viel niederer fein, wenn d i e Zahl der Unfälle zurückginge. 3ede fünfzigste in der deutschen Landwirtschaft tätige Person erhält heute eine llnfallrente, wofür etwa 65 000 000 Mark jährlich aufzubringen sind. Das ist eine ungeheure Summe, aber schließlich hat es der Landwirt selbst in der Hand, durch praktische Unfallverhütung die Versicherungs- Umlage herabzudrücken. Und mit welcher Leichtigkeit lassen sich Unfälle verhüten. Zunächst müssen alle Leute, die sich für die ihnen zugewiefene Arbeit nicht eignen, anderweitig beschäftigt werden. Oeftere Belehrung der mit Maschinen betrauten Arbeiter wird sich sicher lohnen. Nachstehend seien einige Maßnahmen besprochen, die zur Verhütung von Unfällen dienen. Schmieren von Maschinen, Anlegen von Riemen und Ketten darf nur bei Stillstand geschehen. Futterschneid-, Dreschmafchinen, Göpel usw. müssen Schutzvorrichtungen haben, die es unmöglich machen, daß Hände, Füße oder Kleider des Einlegers und des Bedieners der Maschine erfaßt werden können. Niemals helfe man ungeschützt mit der Hand ober mit dem Fuße nach. sondern bediene sich hierzu eines biegsamen Besens ohne Stiel. Viel Unglück geschieht an der Kreissäge, weil vielfach leichtsinnig und unachtsam gearbeitet wird. Unerläßlich ist hier eine Schutzhaube, die das Sägeblatt nur beim Schneiden freigibt. Verbrennungsmotoren ohne rückfchlagsichere Andrehkurbel sollen nicht Verwendung finden. Bei eiet- trifchen Licht- und Kraftanlagen sorge man stets für b e ft e Instandhaltung. Schadhafte Teile sind lebensgefährlich. Maschinen (Mäher, Roder usw.) dürfen nur dann untersucht und geschmiert werden, wenn sie still stehen und ihre Getriebe ausgerückt sind. Sich vor die Messer angespannter Mähmaschinen zu stellen, ist zu ge- jährlich. Beim Fuhrwerk, sowie in der Viehhaltung kommen nicht weniger schwere Unfälle vor, als beim Umgang mit Maschinen. Man sorge dafür, daß alles, was zum Fuhrwerksbetrieb gehört, Fahrzeuge, Bremsen, Geschirre, Ketten, Seile usw. den besten Zustand aufweisen. Zur Nachtzeit und bei Nebel ist das Fahrzeug gut zu beleuchten. Lin gewissenhafter Fahrer wird immer die rechte Straßenseite einhalten. Niemals ist das Leitfeil um den Hals, Rücken ober Arm zu legen. Bleibt das Gespann stehen und der Führer muß sich von ihm entfernen, so ist der Zugstrang auszuhängen und die Bremse anzuziehen. Niemals betrete man den Stand von Pferden, ohne die Tiere vorher anzurufen. Jegliches Necken, Reizen oder böswilliges Schlagen der Tiere hat streng zu unterbleiben. Zuchtbullen dürfen nur mit Nafenring und Stange geführt werden. Sind sie bösartig, so ist bei ihnen die Blende ebenso angebracht, wie bet bissigen Pferden und Hunden der Maulkorb. Wer Tiere mit ansteckenden Krankheiten zu pflegen hat, muß sich nach beendeter Arbeit gründlich mit einer keimtötenden Lösung waschen und die Kleider wechseln. Wer offene Wunden an den Händen ober Armen hat, darf zu inneren Eingriffen bei der Geburtshilfe, beim Abhäuten ober beim Zerlegen toter Tiere, sowie beim Schlach. ten nicht verwendet werden. Gefährlich ist das Schieben und Anhalten von Heu- und Getreide fuhr en an der Seite des Wagens en drxj > Und j . ^det ei? y*ung e ‘n E'gen Bv^usftu? "« der U" Untoitei’1*1 :*n ,„Al t»n w» »tzrres-Hannovtk nben Lezirlsleiler des Bezirks harn chen Arbeitsfront, das Wort. Dieser idj im vorigen Jahre für unmöglich sei Wirklichkeit gemorben. Der lag, an dem der Kanzler berufen ibe die Schicksalswende für e Volk bedeutet. Seit dieser Zeck erreicht worden. Meles se, aber noch Sampf nW 1« »• « Lorbeeren nichts. Mben£_ Golfstrom entlang- M deswegen niemals auch'^ gefunden wird, wo Uentart abzweigt, östlich nacT»gw ie Wenge fl^atefl« Oberst ,»n v-L finöabet der Sie Sach^Ä'ÄPfund mb leniplare . enM L Qhbeü, vn wißen diesen E"A^erAorgen- >e auMwersen. 2 ^tflUsfagJ xi-ZZ-S sSöStz Heringe öU^Aelegenhe'l um me j j» die bei'1 - p. das an lpr?feffgenm$t ’ nOttpenMe olorbool l Anden. Ee M einen ,m 6ih f?LdemE- stdann ÄHsSKs 'e Kräfte an- lilomdg, in grobe leben ders ^ Oeinals f^ Ziehung ld man m MkitSM ’imr Eolfsfalle. n gewesen fein - und grüßte mit -uß die ^nen unb die einmar- iie Stanbartentapede her Stänker Besetzung spielte zu diesem den Ladenweiler-Marsch. ’isleiler des Fabrikarbeiter-Ler- dskreis Gieren, Ptz. Dari^v- sie die fhn^ebvma,, aob \e\ntr lUsbrud, \o Ä oem Äuse ttteUe svsori dem Redner des Noch ber Uebernahrne der politischen Macht habe ber “| SS-Aufmarsch unb NSKK-Zielfahrt z u V. -. . 4 f X . m ')( rk AM XflH in Äao-Nauheim. prmnrbenen Reckte bes beut chen Arbeiters an ben ___ Gewerkschaften in größter Gefahr gewesen seien. Em Aufmarsch des Sturmbann 4 ber Ss.-Stan- .Die ehemaliacn Führer ber Gewerkschaften seien barte 33 unb eine Zlelfahrt des N S K K. wibersianbslos gegangen, obwohl man gerabe an J16 finben am 2 4. S e p t e m b e r in bicier Stelle ben größten Wiberftanb erwartet habe, heim bestimmt statt. Sturmbannführer Nickel Bei ben Gewerkschaften habe es genau fo ausge- unb die NSKK.-Führung 116 haben gestern ge- leben wie im ganzen System unb wie in ber Wirt- meinfam mit dem Derkehrsverem Bad-Nauheim lckaft' 9 ein großes Programm ausgearbeitet, genehmigt Es aebe am heutigen Abenb darum, nachzu- unb feine Durchführung angeorbnet. roeifen warum ber Zufammenbruch bes fchwarz- I Am Vormittag finbet ber Einmarsch ber SS-, roten Koalitionssystems habe kommen müssen, an- sobann Ehrung ber Gefallenen mit Kranzmeber- berfeits gelte es, ben Aufbau bes nationalfozialisti- legung, Vorbeimarsch vor bem Führer, Abnahme scheu Staates vor Augen zu führen. der NSKK. am Ziel der Sternfahrt (es wirb um Der Nationalsozialismus habe in Deutschland eine den Ehrenpreis ber Stabt Bab-Nauheim gestritten), Erbschaft antreten müssen, um die er nicht zu be- Einmarsch des NSKK. durch die Straßen zum neiden sei. Der Nationalsozialismus habe sich aber | Parkplatz und schließlich vor dem Tenniskaffee em in ben Dienst bes Volkes gestellt, um Staat und Platzkonzert der 45 Mann starken SS.-Kapelle statt. Volk zu retten, und deshalb habe er auch diese Erb- Der Nachmittag ist mit sportlichen Seranftaltun- schäft übernommen. gen ausgesüllt. Geschicklichkettsprusung m der Trink- 1 „ furanlage, Schönheltskonkurrenz vor ber Kurhaus- Staal unb Volk zu reffen fei nicht möglich ohne I ferraqe mit anschließenbem Korso wechseln mitein- ben Arbeiter. Der Arbeiter müsse im Staate, I anber ab. Wertvolle Preise stehen ben Siegern zur fo wolle es Abolf Hitler, Bürger erster Klasse Verfügung. Auf ber Kurhausterrasse Doppelkonzert fein, ber SS.-Kapelle und des Kurhaus-Orchesters: dort ir,, .. auch Siegerehrung der Zielfahrt. Am Abend ist ein Augenblicklich beherrsche uns in Deutschland die „Deutscher Abend" im großen Saal des Kurhauses große Äufgabe der Behebung der Arbeits- onaesetzt mit gleichzeitiger Ehrung der Sieger der 1 osigkeit. Das System der vergangenen 14 Jahre Geschicklichkeitskonkurrenz und der Schonheits- habe in dieser Hinsicht immer nur versprochen, Die Prüfung. Regierung unter Adolf Hitler habe es aber fertig Alles in allem genommen ein reichhaltiges und gebracht, innerhalb weniger Monate 2,5 JJtil- reizvolles Programm, das bisher in der näheren lionen Arbeiter wieder in Arbeit unb un$ weiteren Umgebung noch nicht zu sehen war. Brot zu bringen. Der Arbeiter wolle nicht gjtan erwartet daher nicht nur eine starke Be- Bettelpfennige, sondern Arbeit und gerechten Ber- teiligung des Kraftfahrsports an den einzelnen dienst. Die Machthaber des Systems hatten ihre Un- Konkurrenzen, sondern auch eine große Zahl Zufähigkeit während all der Jahre ihres Regimes schauer. Die Ausschreibungen ergehen in den näch- schlagend bewiesen. Der Arbeiter sei in den Jahren ften Iagen durch die NSÄK. 116 Gießen, nach dem Kriege um em vielfaches starker mit Steuern belastet gewesen, als vor dem Kriege, ob- VCkD.iX,Cl)rCrDUtlO/ MFCIÖ es kam so, wie Sie es gewiß schon ahnen. Das Leben erfährt manchmal märchenhafte Geschichten: Der Anwalt erhielt zwei Tage später einen Brief von seiner Braut, worin sie ihm für alles Gute dankte, das er ihr angetan. Gleichzeitig bat sie ihn, die Verlobung zu lösen, denn seine wunderbare Rede vor Gericht habe sie davon überzeugt, daß ihr früherer Bräutigam der edelste Mensch auf Erden fei. Sie könne es nun nicht übers Herz bringen, ihn zu verlassen, ihn, dem schon so großes Anrecht widerfahren fei. Er wisse ja selbst, wie wertvoll der Mensch sei, für den er sich einfetzte, er würde sie sicherlich auch am besten verstehen... Wirtschaft. Das Deckgeld für Bedecken der Stuten. WSN. Darmstadt, 6. Sept. Durch Bekanntmachung des hessischen Staatsministeriums vom 31. August bringt der Landesbauernpräsident Dr. Wagner zur öffentlichen Kenntnis, daß für die Deckzeit 1933 das Deckgeld für Bedecken von Stuten durch die staatlichen Hengste endgültig für Stammbuckstuten auf 36 Mark und für nicht in das Stammouch eingetragene Stuten auf 37 Mark festgesetzt ist. Die in Hessen wohnenden Stutenbesitzer haben nach Schluß der Deckzeit zunächst nur einen Teilbetrag, und zwar die Besitzer von Stammbuchstuten 12 Mark und die Besitzer von nicht in das Stammbuch eingetragenen Stuten 13 Mark zu entrichten. Der Restbetrag von 24 Mark wird ihnen gestundet bis zum Ablauf der Trächtigkeitsdauer. Wird nach dieser von dem Stutenbesitzer nachgewiesen, daß seine während der Deckzeit gedeckte Stute ein lebendiges Fohlen nicht geboren hat, so wird der Rest des Deckgeldes erlassen. Ein Erlaß des Restbetrages (Fohlengeld) tritt auch dann ein, wenn das Fohlen ein Lebensalter von 28 Tagen nicht erreicht hat. Beim Verkauf einer gedeckten Stute an einen anderen, in Hessen wohnenden Besitzer kommt ein Erlaß des Restbetrages des Deck- geldes nur in Frage, wenn von dem seitherigen Besitzer durch Vorlage einer amtlichen Bescheinigung nachgewiesen wird, daß die Stute bei dem neuen Besitzer ein Fohlen nicht zur Welt gebracht oder das Fohlen ein Lebensalter von 28 Tagen nicht erreicht hat. Für nach außerhalb Hessens verkaufte Stuten wird der Restbetrag des Deckgeldes auch bann nicht erlassen, wenn die Stute ein lebendes Fohlen nicht geboren hat. Nicht in Hessen wohnende Stutenbesitzer, die in Hessen Stuten dek- ken lassen, haben 37 Mark Deckgeld zu entrichten. Der erste Teilbetrag (sog. Sprunggeld) mit 13 Mark ist sofort beim Vorführen der Stute zu zahlen. Der zweite Teilbetrag wird ebenso wie den in Hessen wohnenden Stutenbesitzern bis nach Ablauf der Trächtigkeitsdauer gestundet. Auch nichthessischcn Stutenbesitzern kann der zweite Teilbetrag des Deckgeldes (Fohlengeld) erlassen bzw. zurückerstattet werden, wenn sie bis spätestens Ende Juli des auf das Decken folgenden Jahres durch eine amtliche Bescheinigung des zuständigen Bürgermeisteraims oder der Ortspolizeibehörde den Nachweis erbringen, daß ihre während der vorigen Deckzeit gedeckte Stute ein Fohlen nicht geworfen oder das Fohlen eine Lebensdauer von 28 Tagen nicht erreicht hat. Deckscheine für Stuten, die aus irgendeinem Grunde nicht bedeckt wurden, find der ausstellenden Behörde bis spätestens Ende Juli des Jahres, in dem sie ausgestellt wurden, zurückzugeben. Unterbleibt die rechtzeitige Rückgabe, fa. wird angenommen, daß das Bedecken der Stuten ftattgefün- den hat. Das Deckgeld wird alsdann von den Stutenbesitzern beigetrieben. Spätere Einreden hiergegen können nicht berücksichtigt 'werden. Anträge auf Erlaß des Restbetrages des Deckgeldes für Stuten, die lebende Fohlen nicht geboren haben ober beren Fohlen innerhalb 28 Tagen nach ber Geburt oerenben, haben bie Stutenbesitzer nach Ablauf ber Trächtigkeitsbauer, spätestens bis Enbe Juli bes auf bas Decken folgenben Jahres, bei ben Ortsbehörbcn zu stellen, worüber von biefen spätestens bis zu bem genannten Zeitpunkt befonbere Niederschriften (Protokolle) zu errichten sinb. Auf bie rechtzeitige Stellung ber Anträge unb bie rechtzeitige Errichtung ber Nieder- schriften wirb mit bem Anfügen hingewiesen, daß auch hier bie Stutendesitzer bie Folgen einer etwaigen Versäumnis zu tragen Haden. Frankfurt sehr still. Frankfurt a. M., 7. Sept. (WTB. Draht- melbung.) Die heutige Mittagsbörse litt sehr stark unter Auftragsmangel unb eröffnete Daher in sehr stiller Haltung. Die Stimmung war zwar nicht un* freundlich, boch lagen bie wenigen Kurse, bie nur gögernb zur Notiz gelangten, kaum behauptet, wäh» renb bie Kulisse mangels jeglicher Anregung Zurückhaltung bekundete. Das verschiedentlich herauskom- mende kleine Angebot wurde nur zu etwa 0,5 bis 1 v. H. ermäßigten Kursen aufgenommen. In den Hauptwerten wollte man leichte Kurspflege seitens der Banken beobachten. Tatsächlich fanden ja auch dieser Tage Verhandlungen innerhalb der Bankwelt mit dem Ziele statt, um den von ihnen patronifierten Wertpapieren mehr Pflege angedeihen zu lassen, da- Denkt an die „Stiftung für Opfer der Arbeit"! (Einzahlungen an Reichskreditgesellschaft Berlin W 8, Behrensffraße 21'22, sowie auf deren Reichs» banfgirofonlo unb Deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe Der Kontobezeichnung: „Stiftung für Opfer De' Arbeit" mit übermäßige Ausschläge, wie sie in jüngster Zeit bei minimalstem Angebot hervortraten, zu oermei- ben. IG. eröffneten mit 115 o. H. 0,25 v. H. höher, Scheideanstalt gewannen 1 v. H., wogegen Deutsche Erdöl 1,65 o. H. verloren. Am Elektromarkt lagen Akkumulatoren, AEG. und Siemens unverändert, dagegen ließen Tarifwerte wie Bekula, Licht & Kraft und Gesfürel je 1 o. H. nach. Montanaktien setzten durchweg etwas schwächer ein. Auch Schiffahrtswerte bröckelten um bis zu 0,5 v. H. ab, ferner eröffneten Zellstoffaktien und von Einzelwerten Contilinoleum- Zürich von 0,25 bis 0,75 d. H. niedriger. Matt lagen Reichsbank mit minus 1,5 v. H. Von Kunstseide- werten blieben Aku behauptet, Bemberg konnten sich um 0,75 v. H. befestigen. Am Pfandbriefmarkt bröckelten die Kurse überwiegend um 0,25 bis 0,5 o. H. ab. Auch Stadtanleihen neigten meist zur Schwäche, während Staatsanleihen geschäftslos waren. Auch im Verlaufe hielt die Geschäftsstille unvermindert an. Die Kurse zeigten jedoch nur unwesentliche Abweichungen gegen den Anfang. Lediglich Reichsbank gaben neuerlich um 1 bis 1,5 d. Sy nach, während IG. unverändert waren. Soweit sonst noch Kurse zur Notiz kamen, lagen sie gegen gestern abend meist etwas niedriger. Zement Heidelberg erschienen mit Minus-Zeichen, eine Taxe war nicht zu erfahren. Deutsche Anleihen waren ebenfalls im Verlaufe kaum verändert, nur späte Rcichsschuldbuchforderungen bröckelten eher etwas ab. Tagesgeld war zu 3 o. H. unverändert. t,ra:;l/urtc2* ■«« Ki tt:. F r a n k f u r t a. M., 7. Sept. Auftrieb: 74 Rinder, 1217 Kälber, 205 Schafe, 597 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 36 bis 40 Mark, mittlere Mast- unb Saugkälber 30 bis 35, geringere Saugkälber 25 bis 29, geringe Saugkälber 20 bis 24; Schafe: beste Schafe 26 bis 29, mittlere Schafe 21 bis 25; S ch w e i n e : vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfunb Lebendgewicht 43 bis 46, von etwa 200 bis 240 Pfunb 42 bis 46, von etwa 160 bis 200 Pfunb 40 bis 44 Mark. — Marktverlauf: Kälber unb Schafe mittelmäßig, geräumt, Schweine ruhig, zum Schluß abflauenb, ausverkauft. InderVereinigung liegt die Stärke der Schwachen Wir empfehlen unseren verehrlichen Mitgliedern: Kaffee stets frisch geröstet orange Packung, V< Pfd........80 Pf. blaue „ */< „ .......75 „ ffriine „ V* ........70 „ braune „ 7< ........60 „ rosa „ V« „ .......50 „ Weizenmehl „Edelmarke“, 1 Pfd............23 Pf. „Rheinstem“, 1 n ...........22 „ Spezial 0 1 „ 19 „ Blütenmehl 1 „ ...........17 „ Käse Limburger m. Rinde, */, Pfd_____11 Pf. Limburger o. Rinde, */< „ ....13 „ Edamer, 20 °/0......V« „ ... 18 „ Edamer, 30 %......'/«.....20 „ Leber- und Blutwurst (jeden Dienstag und Freitag Irische Wurst) */4 Pfd .........15 Pf. Mettwurst, hessische */< Pfd..32 „ „ Oldenburg. */< „ 27 ” Unseren verehrlichen Mitgliedern empfehlen wir besonders den Bezug von Frischfleisch aus unserer Fleisch-Verteilungsstelle. Warenabgabe nur an Mitglieder Konsumverein Gießen u. Umg., e.G.m.b.H. 5530 a Die Leistungen und Lieferungen zurEnt» Wässerung derWobn- aebäude in Gießen, Franlfurter Straße 142/144, 146/148, 150/152 u. 154/156 sollen vergeben werden Angebotsmuster sind (solange Vorrat reicht) bei dem unterzeichneten Amte erhältlich und zwar: 5529V Los 1 Grd-u. Maurerarbeiten f. 1RM. Los 2 Lieferung der Rohre und Verlegen der Rohrleitungen für 1,20 RM. Verdingung am 15. September 11 Uhr. Zuschlagsfrist 14 Tage. Reichsbahn- Betriebsamt Gießen 1. ütlimingei Miet! WalUorstraße 24. Sämtliche Wäsche wie neu. Vorherige Anmeldung (o622H Televhon 3894 Hypothek erftftellig, m Hohe oonlO—12000RM. aus gut rentierendes 4X5 - Zimmerhaus, "Nähe Stadtmitte gesucht.Schr.Ang.u. 05221a.d.Gieß.Anz. Tod Jugendliche zugelassenI — Hierzu: Anserwihltes Beiprogramm und Dla-Ton-Wodie 55'24 C ■ Herr Reichsminister Dr. Goebbels w sagt über diesen Siegfried-Film des deutschen Heldenliedes: „Hier ist ein Filmschicksal nicht aus der Zeit genommen, aber so modern, so zeitnah, so aktuell gestaltet, daß es auch die Kämpfer der nationalen Bewegung innerlich erschüttert hat.“ Regie: Fritz Lang W( Musik: Gottfr. Huppertz V ö/, Hauptrollen: Paul Richter | | Theodor Loos, Hanna '/ Ralph, Margarete Schön Hans Adalbert von Schlettow, | Lichtspielhaus • Gießen Ab heute Donnerstag bis Samstag: Ider unter großer Begeisterung in allen deutschen Städten angelaufene, nunmehr nach Wagnerschen Motiven vertonte Nibelungen - Film der Ufa! Ihre Verlobung geben bekannt Gertrud Mohr Gerhard Bernbeck Pfarrverwalter Gießen, Bergstraße 1 Altenstadt i. H. September 1933 5523 I > Für die anläßlich unseres ZOjä'hrigen Geschäfts-Jubiläums erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir unseren herzlichsten Dank! Schokoladenhaus Weihl Gießen (Seltersweg 50), den L. September 1933 111II1111 ir~ t___r t - -1111111 in ■ i um i n 11 ii in ii m ■ i iitu ji ■ i ????/?-1 t t - Bücher für den Vogelfreund (Durch jede Buchhandlung oder vom Verlag zu beziehen) Die Vögel Mitteleuropas in allen Lebens- und Entwicklungsstufen photographisch aufgenommen und In ihrem Seelenleben bei der Aufzucht beobachtet von Dr. Oskar und Frau Magdalena Heinroth. Mit 129 Färb- und 260 Schwarztafeln. 3 Bände in Halbleder geb. RM. 207.—, in Ganzleinen gebunden RM. 180.—. Bei Einzelbezug Bana I RM. 90.—. Band II RM 58.50, Band III RM. 85.50. Bezug auch in 80 Lieferungen je Reichsmark 2.50. Ergänzungsband z. Z. im Erscheinen: 20 Lieferungen zu je Reichsmark Z -. Norderoog,. Ein deutsches Vogelparadies. Natururkunden von den Halligen und vom Wattenmeer von P. F. Weckmann-Wittenburg. Einführender Text von Prof. Dr. F. Dietrich. Mit 64 Kunstdrucktafeln. Broschiert Reichsmark 3 —, in Ganzleinen gebunden Reichsmark 4. — . 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