Nr. 156 Erstes Blatt 185. Zahrgang 8reitag,7.MMZ Erschein» iügltch, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienbiälter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlusse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: firanffurt am Main 11686. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfilälr-Vuch vnd Steinönideret R. tange in Giehen. §chnstlettnng und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20“ , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undfürdenAn- zeigenteil i.D.Th.Kümmel sämtlich in (Ziehen. Fortsetzung der Oeutschenhetze im englischen Llniechaus ist bekannt. Es kommen danach z. B. Kammern irgendwelcher Art als Laristräger nicht in Betracht. Verdächtigungen Chamberlains bleiben ohne Einspruch der Regierung. — Staatssekretär Simon mischt sich in innerdeutsche Angelegenheiten. London. 5. Juli. (511.) 3m Unterhaus er- | klärte der Führer der Opposition Lansbury: Heberall sehe man eine Wiederbelebung des Kriegsgeistes. In Deutschland würden weite Kreise der Jugend im Fliegen ausgebildet. Die Arbeiterpartei wünsche, daß man Deutschland hinsichtlich der Luftfahrt und der Düstungen im allgemeinen „fair play“ zukommen lasse/ Sie würde aber nicht etwa ruhig zusehen, wenn Deutschland sich wiederbewasfnen und eine neue Militärmacht im Herzen Europas werden würde. Sir Austen Chamberlain, der ehemalige Staatssekretär des Auswärtigen im konservativen Kabinett Baldwin äußerte sich dann ebenfalls zur Lage in Deutschland mit einer geradezu aufreizenden Derständnislosigkeit. Seiner Ansicht nach sei es schwierig für England, aus wirklich freundschaftlichem Fuße mit einer Dation zu stehen, die aus ihrer Politik jeden Gedanken, der für alle britischen Einrichtungen fundamental sei, ausgeschlossen habe. Der neue Geist Deutschlands sei eine „Drohung" für jede Dation außerhalb der deutschen Grenzen und für jede andere Dassc. Ganz im Fahrwasser der imperialistischen Politik Frankreichs machte er sich die Phrase der „moralischen" Abrüstung zu eigen, die noch nicht erfolgt sei, um damit den unmoralischen Zustand des Dersailler Düftungsterrors zu rechtfertigen. Llnterstaatssekretär Eden erklärte, daß die Bedingungen für Verhandlungen über die Abrüstungskonvention viel schwieriger geworden seien. Die Aufgabe sei aber, eine Befriedung Europas zustandezubringen, die den Staaten das nötige Vertrauen gäben, ihre Unterschriften unter eine Abrüstungskonvention zu sehen. Diese Aufgabe könne die englische Regierung nicht allein übernehmen. Alle anderen europäischen Regierungen mußten Mitarbeiten, besonders diejenigen, die sich in der Vergangenheit über Rüstungsungleichheit beklagt hätten. Bemerkenswerterweise äußerte sich Eden nicht zu den Angriffen seiner Vorredner gegen Deutschland. Mehrere Abgeordnete kamen dann anschließend wieder auf die Judenfrage in Deutschland zu sprechen. Unter anderen wurde gefordert, daß die englische Regierung beim Völkerbund eine Intervention gegen Deutschland anregen solle. Staatssekretär Sir John Simon bemerkte zu den bezüglich der „schwierigen Lage in O e st e r r e i ch" gestellten Fragen, England wende Oesterreich bei seinen Bemühungen, seine Stellung aufrechtzuerhalten, vollste Teilnahme zu. Der Umstand, daß der Biermächtepakt paraphiert worden sei, biete glücklicherweise eine Gelegenheit, um jenem Lande und Dr. Dollfuß zu helfen, angesichts sehr ernster Umstände ihr unzweifelhaftes Recht zu wahren. Am Schluß seiner Rede befaßte sich Sir John Simon auch mit Deutschlands innerpolitischen Angelegenheiten. Er wolle mit Vorbedacht und mit aller Freundschaftlich- keir wiederholen, was er selbst bei einer früheren Debatte gesagt habe, und zwar namens der Regierung. Es sei heute sehr allgemein das Gefühl der Bestürzung und Sorge über die Lage gewisser Minderheiten in Deutschland zum Ausdruck gekommen. Die im Unterhaus gefallenen Aeußerungen seien keineswegs im Geiste engherziger Kritik oder im Namen von Parteien gemacht worden, sondern der Ausdruck der wohlerwogenen Ueberzeugung des britischen Volkes in seiner Gesamtheit. Seit einer großen Reihe von Jahren habe es in England eine große Menge von Leuten gegeben, die keineswegs taub gegenüber den Forderungen des großen deutschen Volkes gewesen sind. Es sei tragisch, daß die Ereignisse der Gegenwart und jüngsten Vergangenhe >. w viel getan hätten, gerade bei den Leuten, deren Stimmung gegen Deutschland immer freundlich war, einen Teil der Sympathien zu zer- stbren, die Deutschland brauche. Es sei er,„...ch zu wünschen, daß die Zeit kommen möge, wo Großbritannien mit gutem Gewissen an einer Lösung der Probleme Europas mithelfen könne. Dies wäre aber nur möglich, wenn Großbritannien v o l l st e s Vertrauen hinsichtlichder Beyandlung der Minderheiten in allen Teilen der Welt hätte. — Auf eine Zwischenfrage, ob das Internationale Rote Kreuz nicht der großen Zahl von Menschen in Deutschland zu Hilfe kommen könne, die halbverhungert seien, erwiderte oitnon, er müsse diese Frage erst prüfen, bevor er eine Antwort geben könne. Er würdige aber die Bedeutung der Anregung. Anmerkung des WTD-: Sir John Simon erklärt zwar, daß er die deutschen Probleme in aller Freundschaft behandeln wolle. Es liegt uns sicherlich fern, daran zu zweifeln, wir wollen aber doch zum Ausdruck bringen, daß ebenso wenig, wie es die englische Regierung gern sehen würde, wenn man sich in innerpolitische englische A n - gelegenheiten einmischt, auch Deutschland es ablehnk. wenn ein fremder Staatsmann, wie Simon es vor dem Unterhaus getan hat, sich mit deutschen innerpolitischen Fragen beschäftigt. Dieser Wunsch ist um jo mehr gerechtfertigt, als Sir John Simon weder i im Hinblick auf Tatsachen richtig u n - terrichtet ist. noch auch dem. was in Deutsch, land vor sich geht, das notwendige Der- st ä n d n i s entgegenbringt, wo in Deutschland halbverhungerte Menschen gefunden worden sein sollen, bleibt sein Geheimnis. Daß ferner die 3 u - benf tage nicht, wie es immer wieder geschieht, als eine Rassenfrage schlechthin behandelt werden darf, sollte ihm bekannt sein, handelt es sich in erster Linie doch darum, das jüdische Element in Deutschland auf das Maß an Beteiligung im öffentlichen Leben und an sonstigen Einflüssen im Beruf usw. zurückzuführen, wie ihm nach seiner Bevölkerungsziffer anteilig tatsächlich zukommt, wenn es auch außerordentlich schwierig sein wird, anderen Völkern Ratschläge zu geben, wie sie sich ihr innerpolitisches Leben gestalten sollen, so ist dies bann umso Berlin. 7. Iuli. (WTD. Funkspruch.j 'Oluf der Kon ferenz der Reichs st akthalker am 6. Iuli machte Reichskanzler Adolf Hitler grundlegende Ausführungen über die Einstel - lung des nationalsozialistischen Staates zur Wirtschaft. Der Reichskanzler ging davon aus, daß die politischen Parteien jetzt endgültig beseitigt seien. Dies fei ein geschichtlicher Vorgang, dessen Bedeutung und Tragweite man sich noch gar nicht bewußt geworden wäre. Wir müssen jetzt d i e letzten Ueberrefte der Demokratie beseitigen, insbesondere aüch die Methoden der Abstimmung und der Mehrheitsbeschlüsse, wie sie heute noch vielfach bei den Kommunen und wirtschaftlichen Organisationen und Arbeitsausschüssen vorkommen und die Beran t w or - tung der Einzelpersönlichkeitüber- all zurGeltung bringen. Der Erringung der äußerlichen Macht müsse die innere Erziehung der Menschen folgen. Man müsse sich davor hüten, rein formale Entscheidungen von heute auf morgen zu fällen und davon eine endgültige Lösung erwarten. Die Menschen vermögen leicht die äußere Form in ihre eigene geistige Ausprägung umzubiegen. Man dürfe erst umschalten, wenn man die geeigneten Personen für die Umschaltung hat. Es sind mehr Resolutionen im ersten Ansturm gelungen, als gelungene aufgefangen und } u m Stehen gebracht worden. Die Revolution ist fein permanenter Zustand, sie darf sich nicht zu einem Dauerzustand ausbilden. Man muh den freigewordenen Strom der Revolution in das sichere Bett der Evolution hinüberleiten. Die Erziehung der Menschen ist dabei das Wichtigste. Der heutige Zustand muß verbessert und die Menschen, die ihn verkörpern, müssen zur na- tionaljozialistischen Staatsauf- f a f f u n g erzogen werden. Man darf daher nicht einen Wirtschaftler absehen, wenn er ein guter Wirtschaftler, aber noch kein Nationalsozialist ist. zumal dann nicht, wenn der Nationalsozialist, den man an feine Stelle seht, von der Wirtschaft nichts versteht! 3n der Wirtschaft darf nur das Können ausschlaggebend fein. Die Aufgabe des Rationalsozialisrnus ist die Sicherstellung der Entwickelung unseres Volkes. Man soll aber nich t Herumsuchen, ob noch etwaszurevolutionieren ist, sondern wir haben die Aüfgabe Position um Position zu sichern, um sie zu halten und allmählich mustergültig zu besetzen. Wir müssen dabei unser Handeln auf viele Jahre einstellen und in ganz großen Zeiträumen rechnen. Durch theoretische Gleichschaltungen schaffen wir keinem Arbeiter Brot. Die Geschichte aber wird ihr Urteil über uns nicht danach abgeben, ob wir möglichst viele Wirtschaftler abgesetzt und eingesperrt haben, sondern danach, ob wir es verstanden haben, Arbeit zu sch a f s e n. Wir haben heute absolut die Macht, uns überall durchzusehen. Aber wir müssen die abgesehen Menschen auch durch bessere ersetzen können. Der Wirtschaftler muß in erster Reihe nach seinen wirtschaftlichen Fähigkeiten be- urteilt werden, und wir müssen selbstverständlich die wirtschaftliche Apparatur in Ordnung halten. Mit Wirtschaftskommissionen, Organisationen, Konstruktionen und Theorien werden wir die Arbeitslosigkeit nicht beseitigen. Es kommt jetzt nicht auf Programme und3deen.sondern auf das tägliche Brot für fünf Millionen Menschen an. Die wirtschaft ist ein lebendiger Organismus, den man nicht mit einem Schlage ver- bedenklicher, wenn es auf Grund von falschen Informationen und ohne Verständnis für die deutschen Vorgänge geschieht, dazu noch von einem so verantwortungsvollen Platz aus, wie es der englische Staatssekretär getan hat. Zum gleichen Thema bemerkt der „völkische Beobachter" u. a.: von ungerechter Behandlung der Minderheiten zu sprechen und gleichzeitig eine Sympathieerklärung für Dollfuß vorzubringen, ist zumindest unklug. Unterdrückt doch die Dollsuh-Regierung gerade den nationaldenkenden Teil des öfter- reichischen Volkes auf das heftigste. Und haben die Herren Ehamberlain und Simon etwa gegen Polen solche Reden gehalten, als hun- derttaufende von Deutschen. Ukrainern usw. brutal mißhandelt und ausgewiesen wurden? wandeln kann. Die Wirtschast baut sich nach primitiven Gesehen auf, die in der menschlichen Natur verankert sind. Die geistigen Bazillenträger. die jetzt in die wirtschaft einzudringen suchen, bringen Staat und Volk in Gefahr. Man verdränge nicht die praktische Erfahrung weil sie gegen eine bestimm t e 3 dee i ft. wenn wir mit Reformen vor die Nation hintreten, müssen wir auch beweisen. daß wir die Dinge verstehen und sie meistern können. Unsere Aufgabe heißt Arbeit, Arbeit und nochmals Arbeit! Aus dem Gelingen der Arbeitsbeschaffung werden wir die stärkste Autorität erhalten. Unser Programm ist nicht geschaffen, um schöne Gesten zu machen, sondern um dem deutschen Volke das Leben zu erhalten. Die Ideen des Programmes verpflichten uns nicht, wie Rarren zu handeln und alles umzustürzen, sondern klug und vorsichtig unsere Gedankengänge zu verwirklichen. Auf die Dauer wird die machtpolitische Sicherheit um so größer sein, je mehr es uns gelingt, sie wirt> schaftlich zu untermauern. Die Reichsstatlhaller hätten dafür zu sorgen und seien dem Reichskanzler dafür verantwortlich, daß nicht irgendwelche Organisationen oder Partei st eilen sich Regie- rungsbefugnisseanmaßten. Personen absehten und Aemter besetzten, wofür allein d i e Reichsregierung, also in Bezug auf die Wirtschaft allein der Reichswirtschaftsminister zuständig wäre. Die Partei ist jetzt der Staat geworden. Alle Macht liegt bei der Reichsgewalt. Es muß verhindert werden, daß das Schwergewicht des deutschen Lebens wieder in einzelne Gebiete ober gar Organisationen verlagert wird. Es gibt keine Autorität mehr aus einem Teilgebiet des Reiches, sondern nur aus dem deutschen Volksbegriff. Die Zuständigkeit der Treuhänder der Arbeit. Berlin, 6. Iuli. (WTV.) Der R e i ch s a r - beitsminister teilt im Einvernehmen mit dem Reichswirtschaftsminister mit: Cs besteht Veranlassung, erneut darauf hinzuweisen. daß für die Regelung der Arbeitsbedingungen im Streitfälle an Stelle der bisherigen Tarifvertragsparteien ausschließlich die vom Herrn Reichskanzler auf Grund des Gesetzes über Treuhänder der Arbeit vom 19. Mai 1933 und der hierzu ergangenen Durchführungsverordnung vom 13. Juni 1933 ernannten Treuhänder der Arbeit zuständig sind. Es ist nach ausdrücklicher Erklärung und Anweisung des Führers der Deutschen Arbeitsfront Herrn Dr. Ley nicht Aufgabe der von d e r D e u t s ch e n A r b e i t s f r o n t ernannten Bezirksleiter bzw. der De- zirksleiter der RSBO. in die Gestaltung der Arbeitsbedingungen einzugreifen. Auch diese Stellen lind an die ausschließliche Zuständigkeit der Treuhänder der Arbeit, wie sie sich aus dein Gesetz vom 19. Mai 1933 (§ 2) ergibt, gebunden und leiten die sich aus diesem Gesetz ergebenden Fragen an den Treuhänder der Arbeit weiter. Bis zur endgültigen Gestaltung des ständischen Aufbaues gelten nur die bisherigen wirtschaft- lichenVereinigungenim Sinne des Treuhändergesetzes vom 19. Mai 1933 und der Tarifvertragsordnung vom 1. März 1928 als Träger der vom Treuhänder festzusehenden Tarifverträge. Welche Vereinigungen dafür in Frage kommen, Des Reichskanzlers Auftrag an die Reichsstaithalter. Vonder^evolutionzurEvolution. — NichtGleichschattungderWirtschast/fondern Arbeit schaffen! - Altem dieReichSgewalt bestimmt den wirtschaftspolitischen Kurs. Das österreichische Justizministerium hat an die Staatsanwaltschaften eine Anweisung zum ver- chärsten Vorgehen gegen politische Häftlinge er- lassen, die sich ganz offensichtlich gegen die zur Zeit in Hast befindlichen National- | o j i a l i ft c n richtet. Danach sollen die Strafver- fahren gegen diejenigen Personen, die in letzter Zeit wegen der politischen Verhältnisse festgenommen wurden, beschleunigt werden. Das Justizministerium empfiehlt sogar, von der Einlcituüg einer Voruntersuchung je nach den Umständen a b- z u s e h e n und die Anklageschriften unmittelbar einzubringen. Die Gerichtsbehörden wurden angewiesen, die Bewilligung von Besuchen bei den in Haft befindlichen Personen einzuschränken oder ganz einzu st eilen. Auch das Recht der Selbstbeköstigung darf nur noch denjenigen Personen bewilligt werden, die sich wegen lieber» tretungen in Untersuchungshaft befinden. Vier Todesurteile im Prozeß gegen die BVG -Räuber. Das Ergebnis der kommunistischen Verseuchung Berlins. Berlin, 6. 3uli. (WTB.) 3m Prozeß gegen die BVG-Räubcr wurden die Angeklagten Hildebrandt, Hoheisel, Willi krebs und Ach- kenhagen wegen gemeinschaftlichen Mordes, begangen in Tateinheit mit gemeinschaftlichem schwerem Raub mit Todes- erfolg mit dem Tode bestraft. Der Angeklagte w i e n f e erhielt lebenslängliches Zuchthaus, höhne sieben 3ahre Gefängnis und Max krebs zehn 3ahre Zuchthaus. Der Angeklagte k l a n n wurde wegen Hehlerei zu vier 3ah- ren Gefängnis und Stach wegen Hehlerei zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende des Gerichts, Landgerichtsdirektor Schmidt, aus: Rach achttägiger Verhandlung hat das Schwurgericht jetzt die Pflicht, die Antwort des Staates zu geben, die das schreckliche ^Tun der Angeklagten verdient. Man muh schon lange zurückgreifen, um auf einen ähnlichen Fall zu kommen, bei bem die Angeklagten s i ch derartig verbrecherisch betätigt haben. Ein Abgrund tiefster menschlicher Verkommenheit hat sich hier vor Gericht und vor der Oeffentlichkeit aufgetan. Roch ist in der Reichshauptstadt in aller Erinnerung, wie man im Iahre 1932 über das Tun und Treiben der Angeklagten außerordentlich erregt war. Es ist auch ganz unerhört, mit welcher Rücksichtslosigkeit die Angeklagten ost vorgegangen sind. Der Plan zum Uebersall auf die Angestellten der Berliner Verkehrsgesellschaft wurde schon im Sommer 1931 gefaßt, und ein ganzes Iahr lang haben sich, dann die Angeklagten damit beschäftigt, wie endlich der Plan zur Ausführung gelangen könnte, damit sic ein fröhliches und schlemmerhaftcs Leben führen könnten. Das Tun der Angeklagten ist gewachsen auf dem kommunistischen Sumps der letzten Jahre. Wenn die Verteidigung ausgesührt hat, cs müsse berücksichtigt werden, daß die Angeklagten in den Lokalen, in denen sie verkehrten, in eine Art Heldenverehrung hineingewachsen sind, so hat der heutige Staat keine Veranlassung, eine derartige Heldenverehrung irgendwie zu berücksichtigen. Cs ist kein Zweifel, daß alle Ange- klagtenKommunisten sind und sich bis zum letzten Ende kommunistisch betätigt haben. Durch Zeugenaussagen ist einwandfrei festgestellt, daß die Angeklagten sämtlich Beziehungen zu der Tarnorganisation des verbotenen Roten Frontkämpferbundes hatten. Diese Umstände können für die Angeklagten nicht etwa als Milderungsgrund betrachtet werden. Das Schwurgericht sehe seine besondere Aufgabe darin, gegen solche Clemente mit aller Schä rf e vorzugehen. Graz demonstriert gegen Dollfuß Graz, 7. Iuli. iWTB.) Im Rahmen seiner Propagandafohrt für die österreichische „Vaterländische Front" sprach am Donnerstagabend hier Bundeskanzler Dr. D o l l s u ß , der in seiner Rede die nationalsozialistische Bewegung in Oesterreich außerordentlich scharf angriff. Die Anwesenheit von Dr. Dollfuß in Graz gab Anlaß zu großen nationalsozialistischen Kundgebungen in der Stadt. Schon während der Rede des Bundeskanzlers zogen Tausende von Rationalsozialisten unter Absingen des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes über den Ring und sammelten sich besonders stark vor der Oper an. Der Polizei gelang es erst nach Heranziehung von Verstärkung und unter Anwendung des Gummiknüppels, die nationale Jugend vorübergehend zu zerstreuen. Rach Beendigung der Rede des Bundeskanzlers kam es zwischen Re- tionalsozialisten, die nun die Straßen einfäumlcr., und Teilnehmern an der Kundgebung der „Vaterländischen Front" zu Zusammenstößen, bei denen etwa zehn Personen leicht verletzt wurden. Erst nach 23 Uhr hatte die Polizei die Straßen geräumt und die Ruhe wiederhergestellt. Etwa 50 Personen wurden in Haft genommen. Zwei Arbeiter durch Blitzschlag gelötet. - j -tuyc uutrt inrer Handelslnteressen durch natürliche Bedin- S,ungen auseinander angewiesen seien Als Beispiel solcher Gruppen nennt das Blatt d i e Aus -er Provinzialhaupistadt Das Buch im Sommerurlaub. war ntum der un< Sprechstunden der Redaktion. der der für der chen Höflichkeitsbesuche bei den dänischen Militär^ und Zivilbehörden. Der deutsche Konsul Woh - le r t veranstaltete ein Festessen zu Ehren der Offiziere der „Leipzig". Im Laufe des Mittwochs sind 14 englische Kriegsschiffe in Kopenhagen ein- getroffen. Das englische Admiralsschiff, ter 40 000 Tonnen große „Nelson" mit Admiral Sir John Kelly an Bord, trifft in den nächsten Tagen ein. Con6°n, 7 3uIt (WTB. Funkspruch.) Die Blatter verhehlen trotz des energischen Tones öes Kommuniques nicht, daß alle etwa noch er- reichoaren Ergebnisse weit hinter dem zu- ruableiben werden, was ursprünglich erhofft worden war. Englische preffestimmen zur Fortsetzung der Weltwirtschastskonferenz. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen Anzeigenaufträge sind lediglich an die Jn Siebenbürgen von Bären überfallen. Der Einbruch von K ä l t e und Echlechtwetter in ganz Rumänien hat zu Schneefällen in den siebenburgischen Bergen geführt. In der Rähe von Kronstadt wurde eine Gruppe von Ausflüg- lern bei Rächt von Schneetreiben überrascht. Als sie in einer Schutzhütte Zuflucht suchen, wollten, wurden sie von zwei Bären, die gleichfalls vor dem Unwetter in die Hütte gefluchtet waren, überfallen. Die Bären Der- w^ten die Ausflügler. Zwei Frauen stürzten bei der Flucht in einen Abgrund und konnten erst am nächsten Morgen schwer verletzt geborgen werden. Die Liverpooler Philharmonie niedergebrannt. Die Philharmonie in Liverpool ist durch Feuer vollkommen zerstört worden. Sie war im Jahre 1849 erbaut worden und hat während ihres mehr als 80jährigen Bestehens nahezu alle Musiker — Kapellmeister, Sänger und Sängerinnen — von internationalem Ruf als Gäste in ihren jetzt völlig ausgebrannten Mauern beherbergt. Zusammenfassung der Bauindustrie im „Reichs- verband des Ingenieurbaues". Rach jahrelangen vergeblichen Einigungsversuchen hat sich der bisher in verschiedene Fachoerbände zersplitterte Ingenieurbau nunmehr in einer gemeinsamen Hauptversammlung dieser Verbände in Berlin zu einer Einheitsorganisation zusammengefunden. Sie tragt den Namen „Reichsoerband des Ingenieurbaues" und umfaßt die vier bisher selbständigen Verbände: Reichsverband Industrieller Bauunternehmungen E. V., Reichsverband des Deutschen Tiefbaugewerbes E. V., Reichsverband neuzeitlichen Straßenbau E. D., Vereinigung Naßbaggerunternehmungen E. V. zerstörbare volksdeutsche Faktor im Ausland. Wir müssen jetzt eine zweite Zitadelle von gleicher Widerstandskraft schaffen, und zwar durch organisatorische Zusammenfassung derjenigen industriellen auslandsdeutschen Kreise, deren Firmen im Güteraustausch mit dem Reich an wichtiger Stelle stehen. Dr. P. Bornotizen. — Tageskalenderfür Freitag: DDA., 20.30 Ahr, Dolkshalle: Große Kundgebung für die hungernden Rußland-Deutschen. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Was wissen denn Männer" mit Tony van Eyck und Hans Brausewetter. Bei einem schweren Gewitter schlug in Rähe der ostpreuhischen Ortschaft Sobiechen ___ Dlitz in eine auf dem Hofe tätige Landarbeitergruppe. Eine Frau und ein Landhelfer wurden getötet, zwei Arbeiterinnen schwer verletzt. Acht kommunistische Greuelheher gefaßt Recklinghausen, 6. Juli. (WTB.) Der Staatspolizel Recklinghausen ist es gelungen, tn Recklinghausen drei und in Buer fünf füh ' 5'" "?un't>°näre der KPD. zu ermitteln unö festzunehmen, die planmäßig Greuel- meldungen über Deutschland verbrei- ret haben Die Festgenommenen haben "das Zen- tralorgan des verbotenen kommunistischen Jugend- verbandes „Junge Garde", in großen Mengen ver- trieben. Die beschlagnahmten Exemplare der Jungen Garde" enthalten d i e g e m e i n st e n G r e u e l- Meldungen über Deutschland. Zur Festnahme Schweizers. München, 6. Iuli. (WTB.) Zur Festnahme rs. 'luderen Innenministers Dr. S ch w e h e r meltet der Polizeipressebericht. Dr. Sch weher hat an den ehemaligen Mini- sterprasidenten Dr. Hel d einen Brief ge f ch r r e b e n, in dem er sich inunerhörter Weise über die neue Regierung und r heutigen Zustände im Reiche aus- gelassen hat Es heißt in dem Brief, daß heute von Recht und Gerechtigkeit, von Gesetz und Orb- nung keine Spur mehr vorhanden sei. Göttliches und menschliches Recht würden mit Füßen treten und entartete Menschen geben vor, die sitt- lichen Erneuerer des deutschen Volkes zu sein, wahrend sie Doch nur ihren Mitmenschen mit Ge- toalt Hren Willen ausdrängen und wie Raubtiere ihre egoistischen Instinkte befriedigen. Empörend fei dabei besonders, daß allenthalben Lüge, Der- großen Weizen-Ausfuhrländer, die soeben eine zeitweilige Vereinbarung erreicht haben und die Mitglieder des Britischen Reiches « 9jXcrv"en immer einheitlicher würden. Wenn die Goldlander abseits bleiben wollten, so werde dies l?r die anderen Länder keineswegs bedeuten, daß sie die Hande in den Schoß legten. Die gemeinsamen Nimm ein stilles Buch mit auf die Sommerfahrt! Wenn ,m Ablauf des Jahres die Tage dahintoben und Körper und Geist mitgerissen werden in den totruöel des Kampfes, mag auch das Buch gut fein bas einen daoonträgt und über sich selbst fortführt' Aber in den Tagen der Rast und der sommerlichen Stille ist nur e i n Buch gut: das Buch, mit dem man Rast hält das Buch der Einkehr und Einkehr ?ei l,2tUc ®u$er dieser Welt bringen dir tem ©(urf, doch sie weisen dich geheim in dich selbst 3ururf singt Hermann Hesse. Aber welches Buch soll bas fein, welches Buch ist von dieser Art, daß man bei ihm ruhen kann und den Weg zu sich selber findet? Alle Bücher, die ein Dichte? geschri^ ben Ijat, von Gottes Hauch angehaucht und von „JsTtT n befohlen, zu sagen, was er sah unb leidet. Und der Dichter von solcher Art sagt ™r. KU5' schon in jedes Menschen Innern g?. schrieben steht, was der Wunsch seiner Träume und die wahre Stimme seines Herzens ist. „All' Dicht- kunst und Poeterei ist nichts als Wahrtraum- Deuterel kündet Hans Sachs. Und das Buch, das solcherweise deutet, kann auf jeder Ebene stehen- kann in Versen geschrieben fein oder im fließenden Worte, kann vom deutschen Walde sprechen oder vom Schicksal des deutschen Menschen, von hoher Zeit oder Zeiten der Notwendigkeit, die die Not wendeten. Das stille Buch soll man wählen und zum Gefährten seiner Sommerfahrt machen, denn: Auf Uen Sohlen wandeln die Schönheit, das wahre Gluck und das echte Heldentum" sagt Wilhelm Raabe m den „Alten Nestern". ’ „Hubertus", Verein weidgerechter Jäger. Der „Hubertus"-Verein w.J., Sitz Gießen, hielt, wie man uns berichtet, am vergangenen Mitt- Monatsversammlung im Schützenhaus ?b- Nach einer Ehrung des Andenkens eines ver- ftorbenen Mitgliedes und Bekanntgabe der Mit- I gliederzugange teilte der Schriftführer mit, daß ein | Das erste Gemeinfchastslager für preußische Referendare. Berlin, 6. Iali. (ERD.) Iustizminister Kerrl teilte auf einem Presseempfang mit, daß er Den Sturmbannführer bei ter SA und Rechtsanwalt Spieler zum Oberstaatsanwalt ernannt unb mit ter Aufstellung unb Leitung Des ersten Gemeinschaftslagers für Referendare beauftragt habe. Bereits am Ochsten Montag werte Der erste Lagerkursus auf Dem Truppenübungsplatz Iüterbog beginnen. Die Teilnehmerzahl ter Referendare werde zunächst 50 betragen unb in jeter Woche durch weitere 50 bis z u dem laufenden Bestand von 250 gesteigert werten. Die Referendare wurden in diesem Kursus einheitliche Kleidung tragen. Sie müßten beim Antritt in das Lager ihr Geld abgeben unb bürsten nur einen betrag behalten, der einheitlich für alle Referendare festgesetzt wird. Ebenso würden Deri Referendaren sämtliche juristischen Bucher abgenommen, denn sie sollen in diesem Gemeinschaftslager nicht „büffeln", vielmehr den Körper stählen und das Gemeinschafts, leben sowie den Geist des neuen nationalsoziali- stlschen Staates kennen lernen. Statt ter juristischen Bücher würde daher eine Bibliothek mit weltanschaulicher nationalsozialistischer Literatur eingerichtet werben. Die Referenbare müssen ?. eiten, einschließlich tes Kartoffel- schalens, selbst verrichten. Weibliche Re- serendare müßten in Arbeitslagern für Frauen unb Mäbchen untergebracht werten. Rach Deenbi- Pmg bieser Kurse würben bie Referenbare ein Zeugnis erhalten, bas entscheitenb sein solle für mc spatere Derwenbung im Staatsbienst. Spende des Reichspräsidenten für „Bruder in Rot". Berlin, 6. Juli. (WTB.) Der Herr Reichs- p^ösident hat für die Sammlung „Brüder in Jlot“, für die der Reichskanzler Adolf Hitler gestern 1 000 Mark gestiftet hak, ebenfalls einen namhaften Betrag gespendet. 5000 hessische Erzieher treffen sich in Darmstadt. Der Nationalsozialistische Lehrerbund, Gau Hessen, veranstaltet am Samstag, 8. Juli, und Sonntag, 9 Juli, eine große Erziehertagung in Darmstadt. Aue hessischen Erzieher und Erzieherinnen sind von dem Gauobmann des NSLB. hierzu aufgerufen Die Tagung soll ein äußerer Ausdruck dafür sein, daß auch in Hessen alle Erzieher und Erzieherinnen im Nahmen der am 9. Juni in Magdeburg ge- ^offenen großen Deutschen Erziehergemeinschaft unter der Führung des NSLB. marschieren. „Unser Wollen helfet Deutschland, unsere Religion heißt Ehnstus', so formulierte der Reichsleiter des NSLB., der bayerische Kultusminister Hans Sch em m, eine der Parolen, nach der sich alle deutschen Erzieher ausrichten werden, um einig im Werk im Sinne und Geiste des Volkskanzlers Adolf Hitler die Erziehung der volksdeutschen Jugend zu geftab tcn. Zu nationalem Denken und sozialem Fühlen soll das Heranwachsende Geschlecht erzogen werden, um endlich nach jahrhundertelanger Zerrissenheit des Volkes die deutsche Volksgemeinschaft zu schmieden. Unvergänglich und unzerreißbar sollen die Bande der deutschen Blutgemeinschast geknüpft werden, um Öen Bestand des Volkes für alle Zukunft zu sichern. Daher muffen die Begriffe Rasse, Wehr, Persönlichkeit und Religiosität in jedes jugendliche Herz hin- eingebrannt werden. Die hessischen Lehrer wollen unter diesen Parolen ihre Sämannsarbeit verrichten. Die Kundgebung am nächsten Sonntag in der Jesthalle in Darmstadt soll diesem Wollen der geeinten hessischen Erzieherschaft, nachdem die politischen Voraussetzungen nunmehr gegeben sind, in aller Öffentlichkeit Ausdruck geben. Der Haupttagung gefjt am Samstag ein Begrüßungsabend im Saal» bau voraus. Gottesdienst für die evangelischen Teilnehmer um 8.30 Uhr in der Stadtkirche, für die katholischen Teilnehmer in der St. Ludwigskirche, 5c’cr am Sonntag ein. Nach einer feierlichen Weihe der Hakenkreuzbanner auf dem Ma- rienplaö bewegt sich ein Festzug aller Teilnehmer nach der beschalle. Hier findet um 10.30 Uhr eine große Kundgebung statt, in deren Mittel- punkt eine Rede des Reichsleiters des NSLB. unb bayerischen Kultusministers Schemm stehen wird. Neben Ministerialrat Ringshausen werden andere namhafte Redner Ansprachen halten. Deutsche Ware und Ausländsdeutsche. Wird Amerika sich von den Abrüstungsverhandlungen zurückziehen? Washington, 6. Juli. (TU.) Wie verlautet, ist Amerika entschlossen, mit Ablauf des Londoner Flottenvertrages am Ende des Jahres 1935 von diesem Vertrag zurückzutrc- t e n. Präsident Roosevelt sei gewillt die amerika- nischc Flotte dann nach eigenem Gutdünken auszubauen. Die amerikanische Regierung fei von der Hoffnungslosigkeit der Flottenverhandlungen überzeugt, nachdem sich Japan zum Rücktritt von dem Londoner Vertrag entschlossen habe, falls ihm nicht die volle Flottengleichheit zugestanden werde. Norman Davis werde zur nächsten Genfer Tagung n i ch t e r s ch e i n e n . Die Washing- toner Regierung sei überzeugt, daß die Lage in Genf hoffnungslos sei. An einer Erörterung der Landabrüstuna sei Amerika nicht interes- fiert. Roosevelt sei außerordentlich verärgert über die kalte Aufnahme seines Abrüstungsvorschlages. Das bekannte amerikanische Flottenprogramm wird mittlerweile auf Grund einer Spezialorder Roosevelts weiter ausgearbeitet. Litwinows pariser Besuch. Paris, 6. Iuli. (TU.) Außenminister P a u l- Boncour hatte eine breiviertelstünbige Besprechung mit bem Volkskommissar Litwinow. Eine amtliche Mitteilung besagt, bah bie beiden Minister eine allgemeine Prüfung der politischen Lage angestellt unb babei mit Genugtuung fest- gestellt hätten, bah bie Stellungnahme beiter Länder in einer gewissen Anzahl seit der Unterzeichnung des französisch-russischen Richtangriffspaktes aufgetauchter Fragen überein stimmte. Litwinow wurde auch vom Ministerpräsidenten Sala Mer empfangen. Die Presse widmet Litwinow sehr herzliche Begrühungsartikel, in Denen sie unterstreicht, daß mit ihm seit Tschitscherin zum ersten Male wieder eine leitende Persönlichkeit Sowjetrußlands nach Paris gekommen sei. Litwinow wird demnächst wieder nach London zurückkehren und seine Verhandlungen mit der amerikanischen Abordnung über die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten von Amerika fortsehen. Don russischer Seite wird auf die für Rußland günstige Wendung der Beziehungen verwiesen und eine de jure- oder de facto-QI n e r t e n - nung R u ßlands durch Amerika erwartet. Die russische Regierung bemühe sich, mit Amerika in ein normales Verhältnis zu treten um den politischen Frieden im Fernen Osten zu sichern. „Sinancial Retos" sagt, die einzige Möglichkeit für die sortsehung der Konferenz sei möglicherweise, daß die Anwesenheit von sachverständigen Vertretern zahlreicher Rationen in einer Stadt 3ur Ausarbeitung vorteilhafter Handelsoer- einbar ungen zwischen zwei und mehr Etaa- ten fuhren könnte. In diesem Falle allerdings werde nicht die Konferenz selbst Arbeit leisten, sondern nur Gelegenheit zu Leistungen außerhalb ihres Rahmens geben. Aehnliche Gedanken äußert „Times" in einem m- ?urd2 ^inen kühlen Ton gegen die Goldstandardlander bemerkenswert ist. Das Blatt sagt, bie künftigen Erörterunaen würden vielleicht besser zwischen Gruppen von Ländern geführt werden, die wegen ihrer geographischen Lage oder ihrer Sntereffen ©rofjbritanniens, der Vereinigten Staa- ten, der Mitglieder des Britischen Reiches einschließlich Indiens, Javans und der skandinavischen Länder machen mehr als das Doppelte der In- tereffen sämtlicher Goldstandardländer aus Die Er- 9rrteBren ’v den verschiedenen Kommissionen und Ausschüssen der Konferenz hätten sogar den Ein- druck erweckt, daß die Länder, deren Währung nicht mehr an Gold gebunden ist, lei cf) t e r z u einer Drehung unb Heuchelei bis in bie obersten Stellen hinein herrschte. Es müsse einem bas Herz bluten, wenn man sehe, wie heute unsere Iugenb systematisch Derborbcn unb zur älngesehlichkeit ermuntert werte. Weiter wirb ter Vorwurf erhoben. Daß sich ter „derzeitige" Machthaber unbefugte Eingriffe in bas Iustizwesen erlaubt habe. Dr. Sch weher tourte zu biesem Briefe polizeilich vernommen. Bei ter Vernehmung hat er neuerbings Den Reichskanzler Abolf Hitler in gröbster Weise bclcibigt Dr. Sch Weyer wirb Dem Gericht übergeben werten. Kleine politische Nachrichten. Die gegen verschietene HilfsverbänDe Des Zentrums getroffenen Maßnahmen sinb, soweit sie ten Katholischen Iungmän- nerbunb betreffen, insoweit rückgängiggemacht worben, als Das bei Dem Vorgehen beschlagnahmte unb sichergestellte Material unb bas Vermögen zurückgegeben tourte, sotoeit es zur ordnungsmäßigen Durchführung tes Geschäftsver- kehrs erforderlich ist. Diese Maßnahme ist erfolgt mit Rücksicht auf bas bisherige Ergebnis ter ungeteilten Ermittlungen. * Wie zuverlässig verlautet, haben der frühere bay- rische Ministerpräsident Dr. Held und Staatsrat Dr. Schäffer, ehemaliger Vorsitzender der Bay- rischen Volkspartei, ihre Mandate zum Bayrischen Landtag niedergelegt. * Die Glaubensbewegung Deutsche C h r i st e n beabsichtigt, eine Mitgliedersperre für evangelische Geistliche vom 15. Juli a b bis auf weiteres zu verhängen. • Wie amtlich mitgeteilt wird, ist Dr. Kruken- berg als Geschäftsführer der Reichsrundfunkgesellschaft beurlaubt worden. Aus aller Welt. Kreuzer „Leipzig" in Dänemark. Auf ter Fahrt von Königsberg nach Wilhelms- Haven hat ber teutsche Kreuzer „Leipzig" in ter Bucht vor Aarhus Anker geworfen. Der Kom- manbant, Kapitän z. S. Stobwafser, stattete bem König von Dänemark auf Schloß Arselisborg men Besuch ab, um sich bann zu bem teutschen Gesandten v. Richthofen zu begehen. Ferner machte ter Kommanbant Des Kreuzers Die übli- ■ nr Der Volkstumkampf der deutschen Minderheit im Ausland, die bekanntlich ein Drittel unseres Gesarnt- volks ausmacht, wird mehr und mehr zu einem Wirtschaftskampf. Die Allmacht des Staates erstreckt I sich ro*e in Deutschland so auch bei unseren östlichen und südöstlichen Nachbarstaaten nicht mehr lediglich I °uf Militär-, Schule- und Beamtenapparat, sondern die Lebensbedingungen jedes Kaufmanns ober Rechtsanwalts werden auf direkte oder indirekte 11 Weise durch seine Stellung im Volkstumkampf be- ** ' emflufjt. Selbst der loyalste Sudetendeutsche, von den Deutschen in Polen gar nicht zu reden, muß feststellen, daß man sein wirtschaftliches Leben zu schmälern oder zu vernichten sucht, solange er nicht m aller Form unter Verrat seiner eigentlichen Volkszugehörigkeit sich zur staatsführenden Nation bekennt. Der „Volkswirtschaftliche Aufklärungsdienst" als e r ft ä n b i g u n g f o mnt e? Dürften* I ?,e große zentrale Werbestelle für deutsche Waren handele es sich'bei solcher Teilverständiauna natürliw tan ?ie^ert neu^. u.nö wirksamsten Form des nur um die 3 m e i t b e ft e Söhlng 9 9 ^!>/??^°mpfes n.cht stumm vorübergehen: er n tr 19 . , muß sich vielmehr die Frage vorlegen, ob eine 71CUC jnfiruftwnen Roosevelts. wohlüberlegte Entlastungsaktion für Reu York 1 Iuli (WTB 1 ?ie f$®er bedrängten auslandsdeutschen Minder- fihent »oof.Jilt U a£tÄ: Ä ^Abhils- «offen tann. -Bir tonnten ein- legation auf ter Weltwirtschaftskonferen; neue ma &atyr Sorge tragen, daß auslandsdeutsche Wa- Instruktionen übermitteln lassm^Rach In° ° 5 9Ba,rc" angesehen formationen ter „Reuyork Herald Tribüne" soll en Zweitens versuchen, unsere Präsident Roosevelt bie De^gation inftänbia ae- beisplelsweise zu tschechischen ober pol- beten haben, sich in London für bie An» 'h^m Wettbewerbskampf auf bem nähme eines internationalen Dro. deutschen Markt gegen sonstige Auslanbswaren ba- grammes zur E rhöhun g des Dreis' rl ab^an9l9 3u machen ob der Wirtschaftniveaus auf bemWeltmarftein.us^ -'^b Druck gegen bas Deutschtum in ein Programm, bas ten Plan Roosevelts Eber QUL e’V erträgliches Maß herabsinkt Den Wieteraufbau ter amerikanischen Wirtschaft I S??» ni.$^' Die Konsumkraft eines 60-Millionen» zur Richtschnur hat. Man gibt zu daß eine inter- S° Ere5 i^9r?Ä; Deutschlanb aber ist, wenn man die nationale Aktion wohl kaum möglich se7 solare NÖk?"^deutjchen hmzurechneh ein M-Millionen. letzt auf sudetendeutschem Gebiet an allen Straßen- ecken und Häuserfronten Plakate anzuschlagen: „Kauft deutsche Waren". Aber es gibt ja nicht nur eine psychologische Einwirkung auf den letzten Verbraucher, sondern man kann sich mit gutem Erfolg an Erzeuger und Händler wenden. Auch in diesem Punkt ist uns die englische Wirtschaftspropaganda weit voraus. Als England vor Jahresfrist auf der Ottawa-Konferenz den Empire-Völkern weitgehende Wirtschaftszusicherungen gemacht hatte und nun nicht auf einmal anderen befreundeten Völkern ebenfalls unter großem Propagandalärm den bereits vor den Augen der Oeffentlichkeit den Dominions zuerteilten englischen Markt wieder ausliefern konnte, wählte es ein stilleres Verfahren. Konferenzen Zwischen englischen und dänischen, argentinischen oder schwedischen Wirtschaftsführern fanden statt, in denen von Firma zu Firma private Lieferungsverträge abgeschlossen wurden. Diese Verträge wurden dann später in die von Staat zu Staat geführten Handelsvertragsverhandlungen eingebaut. Die Schaffung solcher „wirtschaftlicher Sturmtrupps" zur Unterstützung des deutschen Volkstums jenseits der Reichsgrenzen scheint uns eine sehr dankenswerte unb wichtige Aufgabe. Bisher das bodenständige Bauerntum der - Forderung wurde aus der Versammlung heraus - durch Bekanntgabe weiterer Vorfälle noch stark unterstrichen. alter Gießener Jäger, Oberst a. D? N a u m a n n, 1 bem Verein in Anerkennung feiner Arbeit für eine wÄre?te Aagdausübung und Erhaltung der Wildstande wertvolle Zuwendungen für feine Bü- ajerei gemacht habe. Es erfolgte weiter eine Aus- fpradje über die Wildstandsoerhältnisse, wobei von verschiedenen Seiten schwere Bedenken über die Auswirkungen der nassen Juniwochen speziell auf Jungfasanen und Junghühner geäußert wurden. H olz e l führte weiterhin an praktischem •öeifpiel tue Art der Punktbewertung eines Reh- geternes vor, wie sie in Zukunft bei Vereinsausstellungen analog dem Verfahren bei den deutschen ora&arU^teüUn9en durchgeführt werden wirb. Im Anichluß an ben geschäftlichen Teil sprach ber Vorsitzende, August Pascoe (Dutenhofen) über „Jagdunfalle". Der Vortragende wies darauf hin daß nach den Mitteilungen der Jagdpresse die Jagd- unsalle sich in geradezu beängstigender Weise steigern weil Leuten die Erlaubnis zum Führen einer Jagdwaffe erteilt wurde, die dazu in keiner Weise geeignet seien. An Hand zahlreicher Beispiele aus Der eigenen Jagdpraxis und an der Hand von Vorgängen, die sich im Laufe der letzten Jahrzehnte meist in unserem engeren Bezirk abgespielt haben, wies der Vortragende nach, wie wohl in manchen galten ein unglücklicher Zufall mitgespielt habe, °b®r *n den meisten anderen leichtsinniger Umgang mit der Waffe, Schußhitze und Jagdneid, Schießen ohne einwandsteies Ansprechen des Wildes, falsches Anstellen bei Treibjagden, Verlassen des angewiese- I nen Standes u. ä. zu Ereignissen geführt hätten, bei Denen Menschen an Gesundheit ober Leben ge chä- , ^^vorten seien und die für die Schuldigen oft ** Schwimmen für bas Turn» 11 nh hätte^eTfo^nte6“h0 Bestrafungen geführt Sportabzeichen. Am Sonntag, 9.Juli, wird iräübpn? mTrin $ ? f rf),.nroe,len' daß Minister- in der Zeit von 9 bis 11 Uhr in der Müllerschen I leinen programmatischen Badeanstalt in Gießen die Prüfung für das Turn- ^ete Schirmherr der deutschen Jagd und Sportabzeichen im Schwimmen abgenommen, diese Mißstände scharf gegeißelt hatte und daß die 1--- anständige Jägerei fordern müsse, daß jeder, der in Zukunft einen Jagdwaffenpaß erwerbe, vorher den । x Ä>iveis zu erbringen habe, daß er mit den einfachsten Grundsätzen der Waffenführung und der; unjeigenaurtraae Hn I Jagdausubung vertraut sei. Die Wichtigkeit dieser < Geschäf?s st e 11 e zu Achtel Intendant Hanns König. Oer neue Leiter des Gießener Stadttheaters. wie wir aus bester Quelle soeben erfahren, ist die Frage der Besetzung des Gießener Dntendanten- postens gestern endgültig entschieden worden: Intendant Hanns König vom Städtebundtheater in Neuß ist als Nachfolger des als Generalintendant des heffifchen Landestheaters nach Darmstadt berufenen Intendanten Dr. Rolf Prasch zum Leiter des Gießener Stadttheaters ernannt worden. • Intendant Hanns König entstammt einer alten Theaterfamilie. Der Großvater König gehörte in Hannover dem Hoftheaterorchester als 1. Konzertmeister an. Der Vater des neuen Intendanten ist der bekannte Hof- und Staatsschauspjeler Otto König, München, der als Leiter der Münchener Schauspielschule viele heute sehr bekannte Bühnen- und Filmkünstler ausgebildet hat. Sein Sohn Hanns König, geboren am 24. April 1892 zu München, ging auch aus dieser Schule hervor. Als Lehrer sorgten neben dem Vater für seine künstlerische Ausbildung Albert S t e i n r ü ck, Fritz Basil, Victor Schwannecke. 1911 kam König an die Münchener Kammerspiele, wo er, betreut von Frau Auguste Prasch-Grevenberg, seine ersten Schritte auf der Großstadtbühne tat. 1914 meldete er sich als Kriegsfreiwilliger beim Fußartillerie.Rgt. Nr. 3, Mainz. 1917 wurde König zum Leutnant befördert, nachdem er zum Bad. Fußartillerie-Rgt. 14 versetzt worden war. Die Truppenteile, denen er angehörte, waren immer heeresreseroe, weswegen Leutnant König bei fast allen Offensiven der Westfront mitkämpfen durste und sich seine Auszeichnungen verdiente. Nach Kriegsende führte ihn fein künstlerischer Weg über Freiburg i. Br., Frankfurt a. M., Bochum- Duisburg, das Burgtheater in Wien, deutsches Landestheater, Brünn (als Schauspieldirektor) nach Gladbach-Rheydt. 1930 wurde König als Intendant des Rheinischen Städtebundtheaters, G. m. b. h., Neuß, berufen. Als Leiter dieser Bühne vertrat er die künstlerische Forderungen von 36 Städten des Rhein- landes und Westfalen. Die Spielorte haben eine Gesamtbevölkerungszahl von 1,5 Millionen, deren kulturelles Bedürfnis von Intendant König und seiner Bühne betreute wurde. Als Regisseur und Bühnenbildner vermochte König sich große Anerkennung zu erwerben, der es auch verstand, mit jungen Menschen zu arbeiten, sie richtig einzusehen und zu fördern, wobei sich sein pädagogisches Talent erwies. Als Darsteller hatte König beachtliche Erfolge, z. B. sein Rittmeister in „Der Vater" von Strindberg, sein Oberst Bauer in „Der 18.Oktober" und Geheimrat Clausen in „Vor Sonnenuntergang" fanden über das Rheinland hinaus starken Widerhall. König fetzte fein Bestreben, die nationalen Werte und Geistesgüter unseres deutschen Volkes dem Zuschauer nahe zu bringen, trotz nrömungen durch, die in der Zusammensetzung heinischen Städtebundthealers G. m. b. h. lagen. Der neue Intendant wünscht, daß es ihm gelingen werde, der Nachfolge von Dr. Rolf P r a s ch würdig zu sein, und daß das Gießener Theaterpublikum Mitarbeiten wolle, die starken inneren deutschen Werte das Erleben des deutschen Menschen als Ge- samtschicksal, am einzelnen aufgezeigt, fest und stark im Bewußtsein des nationalen Menschen zu verwurzeln. Die Nation hat den Weg beschritten. Jeder einzelne muß mithelfen. Jeder muß sich persönlich einsetzen für das große begonnene Ziel, sei es der Zuschauer oder sei es der Bühnenleiter, dem diese hohe Verantwortung anvertraut ist. * Intendant Hanns König wird, wie er in einer ersten persönlichen Rücksprache uns gegenüber betonte, auf die Herausarbeitung der nationalen Werte in der Spielplangestaltung ganz besonderen Nachdruck legen. Er wolle allerdings nicht lediglich „Feierstunden" im Theater bieten, sondern er werde aurfj einem gesunden Unterhaltungsbedürfnis breiter Schichten des Publikums noch besten Kräften gerecht werden. Von jeher habe er deutsche Autoren bevorzugt, wie dies in heutiger Zeit ja eine selbstverständliche Forderung für jede kulturbewußte Bühne sein müsse. Heber die Spielplangestaltung unter der neuen Leitung werden wir im Einzelnen natürlich erst zu einem spateren Zeitpunkt berichten können. * Auch im Ensemble selbst gab es verschiedene Veränderungen. Lieber die Verpflichtung von Herrn Jochen Hauer als schwerer erster Held und Fräulein Beatrice Döring als erste Sentimentale an das Hessische Landestheater in Darmstadt konnten wir bereits berichten. Inzwischen wurden nun Herr Karl Heyser nach Baden- Baden und Herr Kurt Peter Hamel nach Köln verpflichtet. Oberspielleiter F a s s o 11 geht als Oberspielleiter nach Krefeld. Die übrigen Kräfte des Stadttheaters werden voraussichtlich in Gießen bleiben. Das Stadttheater Gießen bestreitet auch in diesem Jahre wieder einige Sommergastspiele am Hessischen Landestheater in Darmstadt. Bereits morgen wird das Grenzstück „Andreas Hollmann" aufgeführt werden. Eine weitere Verpflichtung wurde für Dad-Rauheim übernommen. Auch dort werden im Laufe der Sommermonate verschiedene Gastspiele gegeben. Am kommenden Sonntag wird in Bad-Rauheim das Lustspiel „Hasenklein kann nichts dafür!" aufgeführt. Deutsche Frauenarbeit für die Kolonien. Ein LlnterhaltungSnachmittag der kolonialen Krauenverbände in Gießen. Dieser Tage veranstalteten die beiden kolonialen Frauenverbände: der Frauenverein vom Roten Kreuz für Deutsche über See und der Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft, zum erstenmal einen gemeinsamen Untermal» tungsnadjmittag in den Räumen der „Liebigshöhc", der für die Veranstalter einen vollen Erfolg bedeutete. Besonders freudig war es zu begrüßen, daß eine Anzahl der im DdM. vereinigten Iung- Mädchengruppen unter ihrer Führerin, Frau Elfriede Fischer, erschienen waren. Gilt doch das Ringen und die Arbeit der kolonialen Verbände in erster Linie der Zukunft einer kraftvollen deutschen Jugend, in dem sie ihr einen wohlvorbereiteten, erweiterten Lebensraum schaffen möchte. Zur Begrüßung sprach Fräulein Hanna Kellner einen kurzen, eindrucksvollen Prolog. Den kolonialen Auftakt bildete sodann die Bewirtung mit ganz vorzüglichem deutsch-ost- afrikanischem Kaffee. Es kann allen deutschen Hausfrauen nicht warm genug ans Herz gelegt werden, immer mehr für die Einbürgerung dieses Kaffees Sorge zu tragen. Helfen wir doch unfern schwerringenden Pflanzern drüben weit mehr durch eine gesteigerte Abnahme ihrer Erzeugnisse. Es folgten sodann die Referate der Vorsitzenden der beiden Ortsgruppen: Frau Professor Zwick für den Frauen-Derein vom Roten Kreuz für Deutsche über See und Frau Professor Kuhn für den Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft, über die große Tagung sämtlicher kolonialer Verbände in Frankfurt a. M. Man ersah daraus, mit welcher Hingabe in allen Zweigen und Abteilungen gearbeitet wird. Beide Verbände haben sich der nationalen Frauenfront unter Führung von Lydia G o 11 s ch e w s k y angegliedert. Frau Zwick berichtete über das segensreiche Wirken der Kranken- und Hebammenschwestern und sprach über die neuen großen Aufgaben, die sich der Verein gestellt hat. Der Frauenbund der deutschen Kolonialgesellschaft hingegen will nurmehr Bestehendes erhalten, da bei der ungeheuren Not der Deutschen in Südwest das Hauptaugenmerk auf Schaffung von Stipendien für Schüler und für die in Deutschland studierenden Kolonialdeutschen, gerichtet werden soll. Hunderte von deutschen Kindern sind in den Kolonien ohne jeden Schulunterricht, da die Eltern infolge der fruchtbaren wirtschaftlichen Lage, die Mittel für Schule und Internat nicht aufbringen tönen. 11000 Mark Bundesvermögen und 26 000 Mark aus Stiftungen der Abteilungen sind bereitgestellt worden, um die dringendsten Bedürfnisse zu befriedigen. Es folgten bann einige unterhaltende Darbietungen. Fräulein Hanna Kellner sang ein afrikanisches Lied „Heia Safari" und Frau Ilse Schmidt-Wissendorff ein in Suaheli gelungenes Negerlied. Den Höhepunkt aber bildete der mit großem Beifall aufgenommene Vortrag des Mitbegründers des Frauenbundes der Deutschen Kolonialgesellschaft, Professor Ph. Kuhn (Gießen) über „Die völkische Arbeit der deutschen kolonialen Frauenoerbände für die Kolonien". Er führte u. a. Folgendes aus: „Bald nachdem Deutschland in die Reihe der Kolonialmächte eingetreten war, wurde im Jahre 1888 der Deutsche Frauenverein vom Roten Kreuz gegründet, der es sich zur Aufgabe machte, Krankenhäuser zu errichten und Pflegeschwestern hinauszusenden. Als der Welt- krieg ausbrach, standen 100 Schwestern und 40 Hebammenschwestern im Dienste des Vereins. Nach dem Kriege wurde diese Arbeit nicht etwa eingestellt, sondern mit zäher Energie erweitert. Er betreut heute alle Deutschen in fernen Ländern und hat darum seinen Namen geändert in „Frauenverein vom Roten Kreuz für Deutsche über See." Neben diesen Verein trat der Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft. Bereits Ende des vorigen Jahrhunderts erkannten die Deutschen in Südwest, besonders Gouverneur Leutwein, daß das Fehlen deutscher Frauen eine ungeheure Gefahr für die Kolonien bedeute. Auf 6 Männer kam damals eine Frau. Es war daher kein Wunder, daß das Anwachsen einer Bastardbeoolkerung erschreckende Zunahme erfuhr. Planmäßig begann nun die Deutsche Kolonialgesellschaft sich mit der Ueberfiebtung von deutschen Mädchen und Frauen zu befaßen, in dem sie ihnen Stellungen in deutschen Familien verschaffte, mit dem bewußten Zweck ihnen Ehemöglichkeiten zu geben. 1899 fanden, nach einigen Fehlschlägen und Angriffen von (eiten der Presse und des Reichstages, diese Bestrebungen ein Ende. Die Losung dieser Frage wurde aber immer brennender. Da ergriff Freifrau Ada vonLilien- cron begeistert den alten Gedanken neu auf, unterstützt von dem Generaloberarzt der deutschen Schutztruppe, eben dem heutigen Professor Kuhn, gründete sie den Frauenbund der Deutschen Kolonial» gesellschafl und übertrug den einzelnen Abteilungen die sorgfältige Auswahl eines an Leid und Seele gesunden deutschen Frauenmaterials. Im mangelhaft besiedelten Süden wurde in Keet- manshoop ein Heimathaus errichtet, in dem junge Mädchen vorerst Aufnahme fanden, ein Wöchnerin- nenheim folgte, und in gerader Entwicklungslinie die Gründung von Schulen. Der Erfolg dieser Bestrebungen war ein überraschender. Von 1898 bis 1914 haben 2251 Personen die Ausreise auf Kosten der Kolonialgesellschaft angetreten. Davon 925 Ehefrauen, Bräute und Schwestern, 613 Kinder von Ansiedlern und Beamten, 707 Dienstmädchen und 6 junge Mädchen in die Lehrfarm nach Brakwater. In das Heimathaus wurden 1911: 20, 1912: 48, 1913: 41 Mädchen gesandt. Von Januar bis August 1914: 67. Es war dies eine bewußte völkische Arbeit nach rassenhygienischen Grundsätzen. Der Krieg setzte all diesen Bestrebungen zunächst ein Ende. Wir verloren all unsere Kolonien, die wir durch Waffengewalt nicht halten konnten, jedoch sehr bald nach dem Kriege schon, setzten die Bestrebungen der kolonialen Verbände wieder ein, und legten einen Ring gemeinsamer Arbeit und Verbundenheit um die alten deutschen Kolonien. Die jungen Mädchen von damals waren unterdessen Frauen und Mütter geworden. Und weil es sich um ausgesuchte Menschen aller Schichten handelte, hatten sie, in klarer Erkenntnis ihrer großen Aufgabe treu zu ihrem Deutschtum gehalten. Sie tarnen nun mit Freude den Bestrebungen der Verbände im Mutterlande entgegen. Mit ihrer Hilfe konnten die notwendigsten Gebiete erfaßt werden. So ist es nur der Arbeit unserer kolonialen Verbände zu danken, wenn wir auch heute noch, unter fremder Flagge, auf ferner Erde, ein kraftvolles deutsches Geschlecht heranwachsen sehen. Das Beispiel der kolonialen Verbände, und besonders des Frauenbundes ist aber noch in anderer Hinsicht von grundlegender Bedeutung: als Beispiel und Anregung für gleiche Arbeit am gesamten Deutschtum in Liebersee. Welch ungeheure Werte gehen uns verloren durch die Mischehen unserer jungen deutschen Männer m allen Teilen der Welt! Denn immer ist es die Mutter, die richtunggebend ist für Rationalgefühl und Muttersprache. Lind Vorbild ist dieses Wirken auch für Verhältnisse in der Heimat. Heute, wo unter Führung von Adolf Hitler die Rassenfrage so in den Vordergrund gestellt worden ist, ist der Zeitpunkt hoffentlich nicht fern, wo auch hier in der Heimat eine planmäßige, amtliche Heiratsvermittlung betrieben werden wird." Der Redner betonte, Laß er zur Zeit der einzige deutsche Rassenhygieniker sei, der unermüdlich seit Jahren diese Forderung aufgestellt habe unb er hoffe, die Früchte seiner Arbeit noch erleben zu dürfen. Mit Stolz, so schloß der Redner, dürften die drei kolonialen Verbände auf ihre Arbeit zurückblicken, die die Rassenhygiene seit Jahren in den Mittelpunkt des Aufbaues stelle und so in Wollen und Tun den Gedanken der nationalsozia- Oie Aktion gegen die Mainzer Separatisten. M a i n z, 6. Juli. (WSN.) Im Lause des gestrigen Tages sind weitere Verhaftungen von Separatisten durch die Landeskriminalpvlizei erfolgt, um neue Einzelaktionen und Demonstrationen zu vermeiden. Eine größere Anzahl Personen wurde im Interesse der eigenen Sicherheit in Schutzhaft genommen. Zur Zeit ist die Polizei noch mit der Prüfung der Unterlagen beschäftigt, um sestzustellen, in welchen Fällen die Haft aufrecht erhalten werden muh. Tag der evangelischen Jugend in Dutenhofen. O Dutenhofen, 4. Juli. Die evangelischen Iungmännerbünde des Kreises Wetzlar feierten ihr diesjähriges Kreis- und Posaunen- f c ft am Sonntag in Dutenhofen. Das Fest fand im Pfarrgarten statt. Vereine und Festgäste waren in großer Zahl erschienen. Das Fest war eine große Kundgebung evangelischen Wollens und nationaler Betätigung. Frühmorgens begann der Einmarsch der Vereine und Ehöre. Der Festgottes- Denkt an die „(Stiftung für Opfer her Arbeit"! Einzahlungen an Reichskreditgesellfchaft Berlin W 8, Behrensstrahe 21/22, sowie aus deren Reichs- banfgirofonto und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Kontobezeichnung: ..Stiftung für Opfer der Arbeit". dienst fand auf dem Festplahe statt. Iugendpfar- rer Busch (Essen) hielt die Festpredigt. In der Mittagspause kochten die Iugendabteilungen ab. Dann gruppierte sich der Festzug in der Wetzlarer Straße. Die Posaunenbläser, etwa 300 an der Zahl, waren in drei Gruppen eingeteilt Mit Marschmusik in einzelnen Abteilungen, bewegte sich der Zug durch die Straßen des Ortes. Beim Krieger-Ehrenmale gab es kurze Rast. Die Chöre. Jungvolk und Iungschar, marschierten auf. Die Posaunen spielten ein Lied. Pfarrer Dusch (Essen) gedachte der gefallenen Kameraden und rief die evangelische Jugend auf zu einem Treueschwur für das Vaterland. Das Lied vom guten Kameraden beschloß die Feier. Auf dem Festplahe eröffnete der Kreispräses Pfarrer Koch (Lützellinden) mit Schriftverlesung und Gebet. Der Orts- geistliche Pfarrer Lic. Müller, begrüßte im Rainen der Gemeinde Dutenhofen die Festversammlung. Rach einem Gesangvortrag der vereinigten Männerchöre hielt Pfarrer Busch (Essen) die erste Festansprache zu dem ersten Teil des Festthemas „Jesus, dein Führer". In der zweiten Festansprache sprach Pfarrer Gans (Aßlar) über das Thema „Gottes Wort, dein Stab." Die dritte Festansprache von BundeSgau- toart Müller (Rüdesheim) behandelte das Thema „Die Ewigkeit, dein Ziel". Der Kreispräses Pfarrer Koch stellte in seinem Schlußwort die ganze Feier noch einmal unter das Gebetswort: „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn". Die Ansprachen waren umrahmt von den Vorträgen der vereinigten Posaunen- und Männerchöre, die, trefflich geschult, sehr gute Leistungen unter Beweis stellten. Mit Gebet und Segen von Pfarrer Lic. Müller und der Hymne „Preis und Anbetung sei urtferm Gott", erreichte das Fest, das in allen feinen Teilen einen sehr schönen Verlauf nahm, sein Ende. Wettervoraussage. Der hohe Druck über Skandinavien und Finnland läß* an seiner Südseite zunächst noch kontinentale Luft nach Deutschland fließen. Allerdings naht von Westen her eine Störung heran, die ihre Ausläufer bereits bis nach Frankreich vorftreckt. Bei der starken Erwärmung dürfte auch bei uns der Luftdruck noch fallen, so daß die Störungsausläufer sich nicht Vorarbeiten und unter Zuführung ozeanischer Lust An- laß zu Gewitterbildungen geben werden. Aussichten für Samstag: Schwüles, teils aufheiternd, teils wolkiges Wetter, Aufkommen von Gewitterstörungen. Aussichten für Sonntag: Weiterhin Neigung zu Gewitterstörungen. Sonnenbrand^PenateivCreme Köstritzer Schwarzbier allberülunles Näbr- und Kraftbier Jeden Tag der gleiche Ärger über Kragen, die nicht rechtzeitig gewaschen, falsch geplättet und unansehnlich geworden sind? —- Schluß damit, Frau Kätel Ab heute kommen MEY-KRAGEN ins Hausl g Dutxendpadrung . . Mk. 2.50 □ /Ä\ 6 Stock 1.25 ♦ 3 Stack —.65 '(Immer neu-ist derMEY Rudolf Richter, Marktstr. 24/26 - Walter Richter, Heuen Bäue 3 - Friedrich Levermann, Seltersweg 71 Qlfla CLrittnoinO besonders auch kränkliche, IIUC □CyWvlIlV, zurückgebliebene und solche mit steifen Deinen, gesunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes RASSOL X,?. mengen. Verlangen Sie nur echtes Raffol in Originalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: Engelapotheke Gießen. Zu haben in allen Apotheken. Vertrieb: Emil Schmall, Gießen, Fernsprecher 3883 Ferner zu beziehen durch: Carl Burhenne, Bierhandlung, Gnauthstraße 5 p. Herrn. 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Achtung I Rundfunk I Sie hören Ober die Sender des SOd- westtunks jeden Mittwoch-Vormittag 10.45 Uhr den Interessanten Lehrvortrag aus der Opekta-KOche „10 Minuten für die fortschrittliche Hausfrau". — Rezeptdurchgabel Dee Opekta-Rezeptbuch, reich bebildert, erhalten Sie tOr 20 Pfennig In den Geschäften. Falls vergriffen, gegen Voreinsendung von 20 Pfennig In Briefmarken von der OP EKTA-G ES ELIS C HAFT M. B. H., KOLN-RIEHu Nachdruck verboten! 12. Fortsetzung. nur mit einem aufleuchtende Lächeln —, schüttelt. 15. Kapitel. „Keine Schmerzen mehr, Frau Jenny?" „Das dürfen Sie mich nie fragen, mein Freund!" erwiderte sie ernsthaft. „Böse Geister beschwört man nicht!" „Sie leiden ..Bestürzt sah er, wie die kleine Leidensfalte um Nase und Mundwinkel sich jäh vertiefte, da sich das Flugzeug nun mit einem surrenden Ruck in Bewegung setzte. Die blasse Frau nickte und schloß sekundenlang die Augen. Aber als er ein Wort der herzlichen Teilnahme sagen wollte, winkte sie mit einer ungeduldigen chandbewegung ab. Stumm saßen sie nebeneinander, während der Apparat über das Flugfeld glitt und sich dann wie eine vom Wind getriebene Feder in die Luft erhob. Leicht schwebte es nun hoch über der Erde dahin, die allmählich zu seltsamer Kleinheit schrumpfte. Schon lag das Häusergewirr der Vorstädte hinter ihnen; Dächer waren jetzt rote und graue Flecke im Grün, Gärten bunte Farbenkleckse, in denen Spielzeugwinzigkeiten emsig herumkrabbelten. Und wie wichtig dünkt sich ein jeder von uns da unten!, dachte Steinherr, herabschauend. Er saß dem Fenster zunächst. Wir gewinnen wenig, von oben betrachtet. Ihr Blick glitt unter den schweren Lidern flüchtig betrachtend über die anderen Passagiere. Außer ihr befand sich nur noch eine Dame an Bord; die übrigen fünf Plätze waren von Herren besetzt, die mit mehr oder weniger diskretem Interesse nach der schlanken, blonden Frau im kostbaren Pelz herüberäugten. Nur zur Linken, auf der anderen Seite der Kabine, gebrauchte ein junger Herr eifrig das Fernglas und kritzelte dazwischen kurze Notizen in ein kleines Heft mit schwarzem Wachstuchdeckel. Ein Heft, das Magnus Steinherr stark interessiert, hätte er seinen allein." Und wieder spürte Magnus Steinherr jene warm aufquellende Freude an der Nähe dieser Frau, die er damals zu meiden sich oorgenommen. Seine Abneigung war einfach Vorurteil gegen ihren Typ gewesen. Anders war sie, als sie schien. Ein so tiefes Verständnis für seine Gedanken hatte er noch nie bei einem weiblichen Wesen gefunden. Wieviel Verstand und klare, scharfe Auffassungsgabe bewies sie, wenn er von Dingen sprach, die innerhalb seiner Berufsinteressen lagen! In solchen Augenblicken des gespannten Zuhörens war sie beinah schön. — Li hatte absolut nicht an die Zufälligkeit dieser gemeinsamen Reise glauben wollen. Und doch hatte er die Wahrheit gesagt. Als Steinherr kurz zuvor bei der Maloreen war, um sich vor einer mehrwöchigen Abwesenheit von ihr zu verabschieden, hatte sie bemerkt, daß sie ebenfalls dieser Tage nach England zu fliegen gedenke, um mit ihrem dortigen Bankier wegen einer notwendig gewordenen neuen Kapitalanlage zu konferieren. Eigentlich könnte man doch da zusammen reifen. — Der Vorschlag fand williges Echo bei ihm. Sie verabredeten den Tag. Dann rief Jenny an, sie fühle Inhalt geahnt. „Alles Fremde. Wie angenehm; man braucht nicht höflich zu sein. Wissen Sie —" wieder das kurze, aufleuchtende Lächeln —, „nur mit einem guten Freund läßt sich gut reifen, sonst tausendmal lieber „Also es geht besser — das ist ja famos!" Steinherr ging schneller auf Jenny Maloreen zu, die aus ihrem Wagen stieg, und zog den weichen Filz, unverkennbare Freude im braunen Gesicht. Die nickte nur. Sie sah verfallen und übernächtig aus; aber ihre Augen strahlten. „Bin ich pünktlich?" „Fabelhaft! Es fehlen noch ganze sieben Minuten bis zur Abflugszeit", stellte Steinherr fest, seine Armbanduhr konsultierend, während sie nebeneinander über den Flugplatz schritten. „Das habe ich wohl noch nie in meinem Leben fertiggebracht." Frau Maloreen kniff die Lider zusammen. Die grelle Mittagshelle blendete. Sie stiegen die Leiter hinaus und betraten die Kabine des Doppeldeckers, der startbereit dastand. „Das gute Wetter lockte anscheinend." Jeder Platz war schon besetzt. Sie sank mit einem kleinen Seufzer der Erleichterung auf ihren Sitz und lächelte den Mann neben ihr an. Weil sie selten lächelte, wirkte es jedesmal wie ein Geschenk. Er beugte sich näher ZU ihr. IMüttmimM Vornan von Helma von Hettermann. Eine merkwürdige Frau! Ohne jede Spur weiblicher Koketterie saß sie nun da, das blasse Gesicht just dem Schein einer grellen Mittagssonne preis- gegeben, die erbarmungslos auf die winzigen Fältchen beginnenden Alterns, die Dünne der Haare an den Schläfen wie mit Fingern wies. Von kreidiger Trockenheit schien die matte, sehr feine Haut. Noch nie hatte Steinherr eine Frau getroffen, die so wenig auf den Mann in ihm wirkte — und doch war er gekommen. Ein starkes Verlangen war in ihm, zu wissen, wer, ober vielmehr was dieses Weib war, die vor etwa Jahresfrist in D. aufgetaucht war. Keiner konnte sagen, woher... Es hieß, sie sei die Witwe eines holländischen Pflanzers in Niederlän- disch-Jndien. Andere wollten wissen, daß sie unverheiratet und deutsch von Geburt, und^daß Maloreen nur ein angenommener Name sei. Sie sprach ein ebenso flüssiges Englisch wie Französisch und Italienisch und erzählte im Lauf der Unterhaltung, daß sie jetzt eifrig russische Sprachstudien treibe. „Man kann sich überall auf der Welt zurechtfin- ben, wenn man bie Sprache bes Landes beherrscht', meinte sie mit einem Lächeln, das jäh das ganze Gesicht in weiche Weiblichkeit verwandelte. ... und viel erfahren!, fuhr es Steinherr durch den Sinn. Woher kam ihm nur der Gedanke? Absonderliche Frauen waren stets harmlos. Wer geheime Zwecke verfolgte, tauchte in der Masse unter. Es gab keinen besseren Deckmantel als den der Alltäglichkeit. Nun, es lohnte sich schon, hier ein wenig den unbeteiligten Beobachter zu spielen; solch anregende Stunden hatte Steinherr lange nicht verlebt, wie bei dieser fast kränklich aussehenden Frau mit dem männlichen Geist, die so viel verständnisvolle Teilnahme für seine Interessen bewies. Mit Bedauern schieb er unb wußte, baß er roiebertommen würbe. Freiwillig, so glaubte er. Aber es geschah, weil bas Weib es wollte. * „Du kommst doch heute abenb, Magnus? Brinkmanns haben mich nach bem Theater ins Esplanabe eingeladen. Sie sagten, sie hätten bich auch gebeten, aber noch keine feste Zusage erhalten! — Nein?! Ja, warum benn in aller Welt — London? — so plötzlich? Vorgestern sagtest du mir kein Wort davon. Ja, ich weiß, das geht oft schnell; aber es liegt doch beidir, Tag und Stunde zu bestimmen — da könntest du doch... Ach, ewig .Geschäft, Geschäft! Sag' doch gleich, daß du ger n gehst! Nein, ich bin nicht vernünftig, ich bin wütend.. Klick! Er hatte angehängt. Die Kalesso horchte noch einen Augenblick. Nichts regte sich. Da drückte sie den Hörer heftig auf die Gabel, stützte den Kopf auf beide Hände und starrte auf das kleine Schreibtischtelephon, das sie boshaft und schadenfroh anzuglitzern schien. Was war das mit Magnus? Einmal in dieser ganzen Woche hatten sie sich gesehen, ein einziges Mal. Dann hatte er Arbeit vorgeschützt, Blumen und eine Amethystkette geschickt, die sie beim letzten Bummel durch die Stadt irgendwo bewundert hatte. Was lag ihr an dem Zeug! Nur dann hatte es Wert, wenn sie sich damit für ihn schmückte. Und nun — sie begann zu meinen, schluchzte ein paarmal laut auf — und verstummte jäh, als das Telephon schrillte. Hastig riß sie den Hörer ans Ohr. Aber es war nur Frau Marie Brinkmann, die soeben Steinherrs Absage erhalten hatte. „Es ist schon für Ersatz gesorgt", freute sie sich. „Der reizende Jimmy Johnston, mit dem Sie sich neulich so glänzend unterhielten, kommt gern! Sie wissen doch: .Johnstons Käse ist das beste Nährmittel der Weit' und Johnstons Millionen nähren auch nicht schlecht!" Ein vergnügtes Lachen. Li Kalesso biß sich auf bie Lippen. Lachte bann ebenso heiter unb hell. „Schön, Frau Marie, ich werbe mich also an ben Käse halten! — Ja, sofort nach der Borstellung! Tausend Dank — Wiedersehen!" v x Dann saß sie mit verbissenen Zugen ba und ritz ihr Spitzentaschentuch in kleine Streifen. „Er kommt nicht, weil ihm mein Uebertritt zum Variete nicht paßt!", dachte sie erbittert. „Alle Welt feiert mich als neuen Revuestar — und er bleibt fort und gefällt sich in kritischer Pose!" Ach, diese Männer, nichts als Aerger und Aufregung brachten sie einem ins Leben! 'statt mit Magnus, dessen Besitz ihr allgemein geneidet wurde, Triumphe zu feiern, würde sie nun heute abend bie Huldigungen des kleinen Jimmy über sich ergehen lassen, der ja ein lieber Kerl war, aber... (Sin langer, tiefer Seufzer. „Ich werde so mit ihm flirten, daß ihm Hören und Sehen vergeht!", beschloß sie, erbost das Bild Steinherrs, Vas auf dem Schreibtisch stand, gegen die Wand werfend. „Mag Magnus es ruhig erfahren!" . Sie stand auf, ging den Kopf steif im Genick, trällernd hinüber ins Schlafzimmer — Wb warf sich auf das Bett, von hemmungslosem Weinen ge- sich krank, sie wisse nicht, ob sie mitzureisen imstande sein würde. Nun war sie doch gekommen; aber man sah ihr vorhin die Spuren überstandenen Leidens recht deutlich an. Li hätte sich in solchem Zustand nicht sehen lassen, fuhr es Steinherr durch den Sinn. Sie wußte wohl, daß sie in erster Linie durch ihr Aeußeres wirkte. Jenny Maloreens Reiz fesselte stärker, weil sie Geist besaß. Und bas Wechselhafte reizte mehr als die sich gleichbleibende Schönheit, denn des Mannes tiefstes Empfinden blieb von beiden unberührt. In der Ferne tauchte bie massive Silhouette Am- fterbams auf, bie irgenbroie ben Eindruck einer unveränderlichen Ruhe unb Dauerhaftigkeit machte. Die Lust hatte sich verbichtet. Leichter Nebeldunst hing über bem Hafen mit seinem taufenbfältigen Schiffsgewirr. Im Restaurant bes Flugplatzes eilten schwarzbefrackte Kellner geschäftig herbei. Die eine Dame bestellte sich Kaffee und Kognak. Sie sah blaß aus, hatte die ganze Zeit mit Uebelteit gekämpft. Jenny Maloreen dagegen wirkte frisch und blühend wie nie zuvor. „Tee und Toast!" bestellte sie, ihre Handschuhe obftreifenb. Am Neb'entisch hatte der junge Herr mit bem Felb- stecher Platz genommen. Er war schlank, brünett, sehr sorgfältig getleibet. „Wahrscheinlich ein Franzose!" stellte Steinherr fest, ihn flüchtig musternd. Er war sehr wohlerzogen, sprang sogleich auf, als einer der Handschuhe zu Boden fiel, unb hob ihn auf, ehe Steinherr, der an der anderen Seite bes Tisches saß, es tun konnte. „S’il vous plait, madame“, lächelte er. Spitze, weiße Zähne blinkten unter bem Meinen schwärze» Schnurrbart. „Danke sehr", sagte bie Maloreen in ihrer gewohnten kühlen Art. Kaum, baß sie die Lider hob. Steinherr verneigte sich leicht, die höfliche Verbeugung bes anberen erroibernb. Die bestellten Getränke kamen. Mit Appetit knabberte Jenny ihren Toast. „Mir schmeckt es", sie nickte Steinherr zu, ber sich barüber freute, „außer einer Tasse starken Kaffees habe ich heute noch nichts zu mir genommen." Dann schob sie Teller unb Tasse zurück, ließ sich von Steinherr eine Zigarette geben unb blies mit bemfelben Ausbruck behaglichen Ge- nießens bie im Flugzeug verbotenen aromatischen Tabakwölkchen vor sich hin. Plauberte babei von diesem und jenem, was sie während des Fluges gesehen. Sie war eine scharfe Beobachterin, Steinherr lachte mehrmals über ihre amüsanten Schilderungen. „Ich freue mich auf London", meinte sie bann, „auf bas Untertauchen in dieser Riesenstadt, in der man immer den Pulsschlag ber ganzen Welt zu spüren vermeint. Kein Volk ber Erbe, bas man ba nicht sehen kann." „Sie kennen Lonbon gut?" fragte Steinherr. Ein leises Zucken um bie Munbwinkel. „Allzu gut — von ber bürgerlichen Besuchsseite. Die andere reizte mich mehr! Aber dazu fehlte stets ber richtige Begleiter." (Fortsetzung foln'' DEUTSCHE WERTARBEIT köstliche Aroma der Eil Mischung bleibt durch die IM&x handliche Kappenschachtel* Packung invorbildlicherWeise _____ ____ . K, erhdllsru Das der MIT B < t-D N .t A M Nt N- U N D STANDA KT£ 0 4 ORItNTALIS CME CIGAHETTEN COMPAGNIE. yOSMA” C.M.B.W. B € AA £ N IdnCftSflhflilSnciSII1! ...................................................................................................... cnoa Schöne Sommerkleider Qualität» - Schuhe das ganze Jahr mit Er verwertet Sie lieber für sich selber. — Beerensaft ist eine Köstlichkeit! 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Staatsbeamte samt und soni gleißenden P nach irgendei vermehrt als sinken wird. In allen l tausend anbei Ticker, der i schwankungen beende Men oder 10 Doll, hoch, nur fi die Aückschlch werden an ei street-Mrse i vor wenigen C daran zurückd wattig, daß di Er stöhnt unti preßten Zahlen aus den metatt Ein einziger Dollars, Dollar der reich sein! 1 ein Mderstän noch — eine Di der Spezialtru Erde, die Dui Saat. Gleicht zeigt, wird gc große Glück d Not, das alle geworden. Sei1 seine gesährliä Augen von 2 Miami. Das i in der Siras tzond wächst, darf, um sich von allen 5 100 Dollars 180, 300, 400 bleibt. Laßt i jwg über jh, ümanzinstitutc auch? Es ist •Hile... Ein Volk ift Md wieö/r 2as hat mit i getan. Dir ®C1 jennen den Te $nDe vom L Uunler Volk Sluck Lebensblr sressenden ÄS ÄS l gische Ää Kr Trusts" läge? ;6 N dieder?Nus fll EalK Wnfe5,°" i» ?" uns ii ileler ipjndes lr8,s»«$h" Jnbi9en Nr. I5b Zweites Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Freitag, 7.ZulifyZZ Fieberndes Amerika. Son Hans Otto Laumger. Zwar hat Amerika immer noch seine 14 Millionen Arbeitslose, deren Llnterhaltungsforderun- gen eine rasch orgajrifierte öffentliche Fürsorge in keiner Weise gewachsen ist, und im Central Park Reuyorks bauen sich Gruppen der Elendesten unterirdische Höhlen, aus denen sie keine Polizeigewalt zu vertreiben wagt — aber die amerikanische Presse macht heute kein Aufheben mehr von Erscheinungen dieser Art, die sich in tausend Variationen im ganzen, weiten Land wiederholen. Die Depression ist heute nicht mehr Mode, sie ist kein Thema mehr für die Titelseite des Hauptblattes, wer Lust hat, kann sich die paar dürftigen Notizen darüber auf der 6. oder 8. Seite ansehen. Aber wer will seine Zeit damit verschwenden? Mit einem Ruck hat das Land die Sorgen von gestern abgeschüttelt und jubelt dem wiedergefundenen Idol zu, das weiter nichts ist als der gute alte Dollar. Der gute Dollar, der alte Dollar? Ja und nein. Das Papier ist wohl dasselbe geblieben, aber cs gibt jetzt so merkwürdig viel mehr davon, jeder Amerikaner, ob er Arbeit hat, Kapitalist, Gewerbetreibender, Beamter, Angestellter oder Arbeitsloser ist, hat, je nachdem, eine ganze Menge mehr von diesen hübschen Papierblättchen in der Hand und kann sie ausgeben. Lind man gibt sie aus, dafür werden sie ja gedruckt. Die Warenpreise steigen wie in fernen, seligen Zeiten, die (Straften, Geschäfte, Lokale sind wieder voll von lächelnden Menschen, die Börsenkurse richten sich auf wie zertretene Blüten im warmen Regen. In die Banken strömen die gehamsterten Gelder der groften, kleinen und kleinsten Leute, an den Schaltern drängt sich — ganz wie bei den echten Booms vergangener Zeiten — die ganze soziale Stufenleiter vom Farmer, Zeitungsausträger und Kellner angefangen bis zur Hausfrau, zum Staatsbeamten, Chauffeur und Finanzmann. Alle samt und sonders auf der Flucht vor dem glatten, gleiftenden Papierzettel, auf der erregten Suche nach irgendeinem Wert, der sich noch schneller vermehrt als der Wert jenes kleinen Zettels sinken wird. In allen Hotels, Restaurants, Klubs und an tausend anderen Stellen klappert der automatische Ticker, der in Augenblicksabständen alle Kursschwankungen getreulich aufzeichnet und eine fiebernde Menge in Hochspannung hält. Hm 5, B oder 10 Dollar klettern die Kurse in drei Stunden hoch, nur selten und rasch überwunden sind die Rückschläge. 4 bis 5 Millionen Stück Aktien werden an einem einzigen Tage an der Wall- street-Börse umgesetzt, zehnmal soviel wie noch vor wenigen Wochen — man will gar nicht mehr daran zurückdenken —, der Ansturm ist so gewaltig, daft der kleine Ticker den Atem verliert. Er stöhnt unter der Last der rasend herausge- preftten Zahlen, die ihm die aufgepeitschte Menge aus den metallenen Flanken reiften möchte. Ein einziger Schrei dröhnt durch das Land; Dollars, Dollars! Wir wollen, wir werden wieder reich sein! Die Depression war ein Irrtum, ein Mißverständnis, ein Verbrechen, schlimmer noch — eine Dummheit. Schon wachsen auch wieder Spezialtrusts für falsche Aktien aus der Erde, die Bucket-Shops säen ihre verderbliche Saat. Gleichviel, was einen aufgedruckten Wert zeigt, wird gekauft. Vielleicht, vielleicht ist das große Glück dahinter... Politik, Defizit, soziale Rot, das alles ist über Rächt zur Rebensache geworden. Leise rattert, raschelt der Börsenticker seine gefährliche Botschaft in Millionen gieriger Augen von Delaware bis Galveston, Frisco und Miami. Das ist oie herrliche Zeit, da dem Mann in der Straße der Reichtum auf der flachen Hand wächst, da er hinauf in Wolken greifen darf, um sich mit einem einzigen kühnen Griff von allen Daseinssorgen zu befreien. Heute 100 Dollars, morgen sind es 120, in drei Tagen 180, 300, 400, — ein Dummkopf, wer draußen bleibt. Laßt ihn unter den Rädern liegen, hinweg über ihn! Don Runs auf Danken und Finanzinstitute ist heute keine Rede mehr. Wozu auch? Es ist ja genug Geld da, „Geld" für Alle... Ein Dolk ist Lach langem Marsch durch das Dunkel wieder in taumelnde Freude geraten. Das hat mit ihrem Lächeln öie Inflation getan. Wir Deutsche, wir kennen das Lied, wir kennen den Text. Wir kennen auch das Ende vom Lied. Das Erwachen vom Rausch hat unser Dolk gerade vor 10 Jahren ein gutes Stück Lebensblut gekostet. Eine Wiederholung der fressenden Zahlenpest wollen und werden wir nicht mehr erleben. Die Verwandlung von Milliarden- und Billionen-„Dermögen" in blauen Dunst von einem Tag zum andern ist eine geschichtliche Erfahrung, die auf Generationen hinaus gegen Vergessen gefeit scheint. Amerika aber kostet die ersten Rauschstadien bewußt und in vollen Zügen aus. 2n solchen Tagen könnte ein Erdbeben Städte und Kulturen verschlingen — des kleinen Tickers Stimme wäre lautgewaltiger als alle Schrecken draußen irgendwo. Jedem mahnenden Ruf zur Besinnung werden die magischen Begriffe entgegengehalten: Psychologische Ankurbelung der Wirtschaft, Hebung der Kaufkraft, Dumping der verbilligten Dollarwaren auf den Lieberseemärkten. Mit einem Dollar, der statt 4,20 Reichsmark nur noch 3,40 Reichsmark wert ist, der sogar um Prozente billiger ist als das gesunkene Pfund Sterling, ist unsere gute amerikanische Ware in der Welt draußen konkurrenzlos, das Ausland muß von uns kaufen, ob es will oder nicht. Das aber bedeutet Millionenaufträge für unsere Werke, Trusts und Rohstoffe, wir werfen unsere Riefenläger hinaus auf die Märkte, wir können uns wieder bewegen, haben die Ellbogen frei. Dann ist die goldene Zeit der Prosperity wieder da: diesmal werden wir sie festhalten. Hoover hat es versprochen und versagt: dem Diktator Roosevelt wird es gelingen. Wie, die schlauen Europäer wollten uns auf der WcitwirlschaflSkonserenz einen festen Dollarkurs ausschwatzen ? Wir sollten den Dollar stabilisieren, gerade da wir begriffen haben, welche gewaltige Waffe wir uns in der leichten Beweglichkeit, in der Unberechenbarkeit des Dollarwertes geschaffen haben? Dieser feine Plan ist den Herren da Drüben nicht geguitft, und wenn die Wissenschaftler und Sachverständigen selbst mit Engelszungen redeten. Gegen die theoretischen Wünsche und Empfehlungen, mit denen jedes Land auf der Konferenz seine Sache verficht, verlassen sich die USA. auf die strategisch beherrschende Stellung, die ihnen die Dollarentwurzelung geschenkt hat. „Wir Amerikaner lassen uns nicht mehr bluffen, der Pfeil ist von der Sehne, nun muft er seinen Weg zum Ziel finden." Eine glatte Rechnung, nicht wahr Vorläufig j a. Die Industrien, Fabriken, Gewerbe, Handel und Bergwerke arbeiten wieder, der Beschäftigungsgrad ist von 40 auf 50 v. H. gestiegen, die Erzeugnisse kommen in Massen in den Handel und werden zu steigenden Preisen gekauft. Zunächst vom heimischen Publikum. Bald aber wird Der Becher Der FreuDe überlaufen unD Das Dumping auf Den Ausland- märften beginnt, muß Beginnen, soll nicht Die stoßweise anschwellenDe ,Warenmasse Den Binnenmarkt erbrüden. Hier ist Das Lo ch in Der Rechnung. Das AuslanD, Europa, SüDamerika, Der Osten ober alle zusammen im Selbstschutz vereint, werben Mauern gegen Die Flut aufridjte'n. Höchst bezeichnend in dieser Richtung war die enalische Stellunanahme in jenem Augenblick auf der Londoner Konferenz, als die Verweigerung der Dollarftabilifierung durch Roosevelt bekannt wurde. Zum ersten Male tauchte plötzlich das Wort von der gemeinsamen e u r o - päischenZollfront auf, in der Tat ein Schutzmittel, das vom Zwang gemeinsamer Abwehr geschaffen werden könnte. Käme eine solche Verteidigungslinie der größten Abnehmerländer zustande, Die sich wohl auch bis zu Den Dominien unD anDeren LänDern hinziehen roürDe, Dann roürDe Die jetzt betriebene amerikanische UeberproDuktion in Der Heimat verbleiben müssen und einen k a t a st rost h a l e n P r e i s st u r z auf jedem Gebiet zur Folge haben. Die Heimat würde in Waren ersticken, die schlagartig dezimierten Preise würden die neu umlaufenden Dollarmilliarden jeder inneren Substanz berauben. Es wäre das Totengeläute für Inflation und Währung. Bewußt und mit voller Absicht hat sich der Dollar von den Weltwährungen isoliert. Bei unbedachter Ausweitung der Inflation droht ihm auch die Isolierung von der Weltwirtso-aft. Das Zusammentreffen beider Momente würde nichts Geringeres als Den Umsturz Des Finanz- unD Wirtschaftssystems Der Vereinigten Staaten bedeuten. Die ser Lebensgefahr kann Amerika nur entrinnen, wenn es ihm gelingt, die Dollarflutwelle rechtzeitig abzudämmen, bevor ein Stampede Daraus wirb. In höchst geschickter Beschränkung hat Eng- lanD 1931 ein Beispiel Dafür gegeben, wie Dies erreicht werDen kann. Aber Die englische Psychologie, die dazu führte, daß die große Masse Des Volks unerschütterlich an Den PfunDwert glaubte unD ihm vertraute, so Daß sich Die Preissteigerung im Jnlanb in engsten Grenzen halten konnte, ist ein wichtiger Wesensteil Des Volksbewußtseins. Das englische Volk ist kulturell unD sozialogisch eine Einheit, Die wenige Parallelen in Der Völkerreihe hat. Hot Das amerikanische Volk, hunDertfältig gegensätzlich unD zerglieDert in Zusammensetzung, (Eigenart unD Abstammung, gleiche stoische Qualitäten auf- zuweisen? Das i st Die Frage, von Der letzten (EnDes Die Möglichkeit rechtzeitiger Rückkehr zum festen BoDen abhängen wird. Vorläufig tobt unzähmbare Spielwut, Das brutal zupackenDe wild gamblc, und für den nüchternen Beobachter erscheinen Zweifel berechtigt, ob die entfesselte Meute von den Staatsnotwendigkeiten wird gezügelt werden können, bevor sich der berauschende „Segen der Inflation" über das größte Produktionsland ergossen haben wird. Wird ein gekräftigter oder ein blutleerer Körper aus der Operation hervorgehen Inflationen haben die fatale Neigung, die Währungen von innen her aufzufressen. Amerikas Dollarexperiment ist das größte aller Geldabenteuer seitdem die Welt eine Wirtschafts- und, Währungsgeschichte kennt. S.Jixfpott Oie 9. Etappe der „Tour". Große Veränderungen in der Spitzengruppe gab es bei der 9. Etappe der „Tour", die am Donnerstag von Gap über 227 Kilometer nach Dign RM. 29.50, 24.50 RM. 3.95, 2.95 .. 9.75 Die ordentliche Mitgliederversammlung des Vereins Gießener Studentenhilfe e.V. ... Ferien und Reise Sifpfeffer- Marktplatz 6 S“m°ezialgeschäft für Damen - Bekleidung bei uns abzv ** Reisemäntel 40 RO aus schönen, halft,. Stoffen, ganz auf K’seidenfutter . RM. 14.50 g X) V Fußleidenden steht lederzeit besonders ausgebildete fach- --------------------- kundige Bedienung kostenlos zur Verfügung Nur leistungsfähige Fachgeschäfte führen die von deutschen Arbeitern geschaffenen NORD-WEST SCHUHE Bekanntmachung. Nachstehende Bekanntmachung des Hes- Een Kreisamts vom 28. Juni 1933 im tsverkündigungsblatt bringen wir hiermit zur Kenntnis. 4401C Gießen, den 6. Juli 1933. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Hamm. Bekanntmachung. Seh-.: Sperrung einer Lahnstrecke. Auf Grund des Artikels 65 des Gesetzes, die innere Verwaltung und die Vertretung der Kreise und Provinzen betreffend, vom 8. Juli 1911, wird die Lahn auf der Strecke vom Wehr bis zum Felsen am 8. und 9. Juli 1933 in der Zeit von 8 bis 12 und 14 bis 19 Uhr für alle Boote und Personen, die nicht an der Durchführung der in dieser Zeit stattfindenden Rtgatta der Gießener Rudergesellschast 1877 e. V. beteiligt sind, gesperrt. Zuwiderhandlungen gegen diese polizeiliche Anordnung werden mit Geldstrafe bis zu 90 RM. bestraft. Gießen, den 28. Juni 1933. Kreisamt Gießen. I.V.: Schmidt. Lichtspielhaus Gießen Ab heute Freitag: Tony van Eyck in Hans Brausewetter Was wissen denn Männer! Der Film erster Mädchenliebe — Ein wuchtiger Stoff — Ein interessantes Milieu — Ueber- ragende Darstellung — 4397 c Tony van Eyck ergreifend — schlicht — das junge Mädchen Hans Brausewetter gutherzig - etwas leichtsinnig - der Liebhaber Ein Film von unendlicher Eindringlichkeit Dazu gutes Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche. 5'3l!W.'Ml!ll. westliche Lage für Mk.70.— z. 1. Slug, zu verm.Schr.Ang. u. 04121 a.d.G.A. Nähe Gießens 2-Zi nun.-Wohn, mit Küche zu vermieten. Zu erfrag, in d.Geschäftsst.des Gieß. 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