Nr. 130 Erstes Mast 183. Zahrgang Mittwoch, 7. Juni 1955 Erich«»"' lagl'ch, autzei Sonntags und Feiertags Beilagen: Du 3Du|tnertt (Bußen« ^amilienblättei Heimat im Bild Die Schall» Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen NM 1.95 Otjne Dnuftrierte , 180 Zustellgebühr . . -.25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, zernsprechanschlüste enter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Liehen Poftlthedfonto: firanffurt am Main 11686. «Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmd vnd Verlag: vrühl'sche Univerfitälr-Vuch- und Steinörutferei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen oon 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re» klameanzetgen von 70 mm Breite 35 Netchspsennig, Playvarschrist 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. DerantwaNlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriat; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i. D.Th.Kümmel sämtlich in Biehen. Das Erwachen des Aordens. Arischer Wind in Lchwcdcn. Stockholm. Sunt 1933. Noch jede Revolution ist nicht im Innenpolitischen steckengebliebcn, sondern hat sich strahlenförmig zumindest auf die angrenzenden Doller und Staaten ausgedehnt. Dun muh man jedoch sorgsam unterscheiden zwischen einer äußerlichen .Gleichschaltung" und einem seelischen Umwand» lunzsprozeß. Wenn sich Dallanvöller unter dem Eindruck der deutschen und italienischen Revolution unter Ausschaltung des Parlamentes eine diktatorische Staatsführung geben, so bedeutet dies nicht den Sieg des römischen Faschismus oder des deutschen Rationalsozialismus, sondern eine äußere Angleichung an Formen, die sich vfsensichtlich mehr bewähren als die Methoden des Liberalismus und der Demokratie. Der tschechische Faschismus unter der Führung des Abenteurers Gayda verwirklicht ebenso wenig eine römisch-faschistische Idee auf tschechischem Boden, wie der französische Rationalsozialismus der „action fran^aise“ den Sieg Hitlers über das französische Volk offenbart. Die seelischen Ausstrahlungen sind von anderer Art. Sie sind immer nur möglich in einem Volke, das blutyast dem Ausgangslande einer Revolution verwandt ist. Das Wesen des deutschen Dationalsozialismus kann also nur dort ersaht und gelebt werden, wo die blutlichen und seelischen Doraussetzungen ähnliche sind. Dies ist eine unbestreitbare Tatsache in Oesterreich, wo nur ein vom Mutterland losgelöster Stamm des deutschen Dolkes die Heimkehr ins Reich erstrebt. Dies trifft zum Teil zu auf die Schweiz, wo neuerdings eine politische Bewe- fing des Obersten von Sprecher-Dernegg die ahne des Dationalsozialismus entfaltet hat. ies gilt für Flandern, wo immer stgrker ein germanisches Solidaritätsgefühl die Flamen zu erfassen beginnt. Dies scheint jetzt auch Wirklichkeit zu werden in den Dordstaaten germanischer Rasse, die seit mehr als hundert Jahren aus der großen europäischen Politik ausgeschaltet sind. Wer die große Kundgebung der ,,Rechtsfront" in Stockholm miterlebt hat, wer die etwa 35 000 bis 40 000 Menschen hinter den schwedischen Fahnen durch die Straßen von Stockholm marschieren sah, und wer die Reden hörte, die Admiral Lindman, General Akerman und der Ehesredakteur Ivar Andersson hielten, in dem wird das beglückende Bewußtsein wachgeworden fein, daß auch Schweden zu seiner Geschichte und Ausgabe zurücksindet. 2a, alte Schweden versichern, daß in diesem auf die Freiheit des Cinzelmenschen eingestellten Lande es seit hundert Iahren keine so wuchtige und große Kundgebung des schwedischen Dationalbewußtseins mehr gegeben hat. Es wurde zur D i 1b u n g eines schwedischen W e h r ve r b a nde s ausgesordert, alle Reden verlangten die gesetzliche Ausrottung der kommunistischen Partei, darüber hinaus aber war man sich einig, daß nicht nur die Kommunisten, sondern überhaupt alle fremben und aus dem europäischen Westen übernommenen Ideen und Einrichtungen vom schwedischen Boden zu verschwinden hätten. Wit dieser Kundgebung hat sich Schweden aus einem hundertjährigen Schlafe befreit, und gerade in Deutschland sollte man sich über diese Tatsache freuen, auch wenn sich ein sofortiges politisches Ergebnis nicht wahrnehmen laßt. Schweden war Iahrhunderte hindurch Träger einer europäischen Großmachtpolitik. Die Kriegszüge des Hauses Wasa haben jedoch die kriegerische und politische Substanz des schwedischen Dolkes so außerordentlich geschwächt, daß offenbar mehr als zehn Jahrzehnte notwendig waren, um Schweden aus dem Dasein eines nur mit Derwnltungsausgaben beschäftigten Dolkes w i e- der zum Bewußtsein der nationalen Aufgabe zu erwecken. Schweden ist die lange Zeit des Friedens nicht gut bekommen. Ein Zustand bürgerlicher Sattheit bemächtigte sich der Bevölkerung, man wehrte sich ängstlich gegen jede Teilnahme am welthistorischen Geschehen, der Bauer sah zwar wie ein kleiner König auf seinem Hose, die Grundhaltung des schwe- dischen Dolkes aber drohte, alles andere zu werden als eben königlich. Obwohl nur etwas mehr als sechs Millionen Einwohner ein Land bewohnen, das fast so groß ist wie Deutschland, lieh man den Devölkerungsüberschuh nach Amerika abwandem, wo er heute die Arbeitslosen-Armeen auffüIÜ. . Die letzte große Stunde, m der Schweden Weltpolllik hätte gestalten können, wurde im August 1914 verpaßt. Hätte sich damals Schweden, wie dies besonders die schwedische Armee forderte, an die Seite Deutschlands gestellt, so wäre unter älmständen der ganze Weltkrieg anders verlaufen, Finnland vier Jahre früher befreit worden, und Schweden hätte sich mit dem ihm eng verbunden gewesenen Deutschland in die Herrschaft über die Ostsee teilen können. So mußte Finnland eine jahrelange Bedrückung erdulden, um sich dann, wiederum ohne schwedische Hilfe, durch ein Meer von Tränen und Blut zur Freiheit emporzukämpfen. Das finnische Dolk aber erwachte infolgedessen viel früher zu einem neuen nationalpolitischen Bewußtsein und erlebte bereits vor zwei Jahren den Sieg einer nationalen Revolution. Schweden dagegen steht heute erstarnAnfang. Zwar war die schwedische Sozialdemokratie niemals zu vergleichen mit der deutschen. XLnb doch liegt auch über ihr eine pazifistische Müdigkeit, und war auch sie an den Frankreich verfälscht Ginn und Zweck des Viererpakts Der neue Text wird in Berlin geprüft.-Deutschland wird auf keines feiner Rechte verzichten. Die Bestimmungen des neuen Entwurfs. Die französische Lesart. Paris, 6. 3uni. (OB.) Vie Agence haoas gibt eine Analyse des letzten Viermächtepaklentwurfes, der, gegenüber dem ursprünglichen Paklenlwurf einen völlig neuen Text darstellt, der von der deutschen Reichsregierung noch einer sorgfälligen Prüfung unterzogen wird. Dach dieser Analyse werde in der Präambel erklärt, daß der Viererpakt in der Hauptsache bezwecke, die versahrens- methoden des Völkerbundspaktes wirksamer zu gestalten, ohne daß die Beschlüsse der vier Großmächte den Rechten der anderen Staaten Abbruch tun. Artikel 1 sehe vor, daß England, Frankreich. Italien und Deutschland sich dahin verständigt hätten, eine effektive Politik der Zusammenarbeit zu treiben. Artikel 2 bestimme, daß der Meinungsaustausch vor allem der Anwendung der Bestimmungen des Völkerbundspaktes gelten werde, namentlich von Artikel 10 (Aufrechterhaltung des Status quo), Artikel 16 (Sanktionen im Konfliktsfalle) und Artikel 19 (23er- tragsrevision). Artikel 3 besage, daß, falls die 21 b - rüslungskonferenz von Genf scheitern sollte, die vier Mächte sich ins Einvernehmen sehen würden, um untereinander für die unlösbar gebliebenen Probleme eine Regelung zu finden. Artikel 4 präzisiere, daß die Großmächte ebenfalls gemeinsam die Wirtschaftsfragen in Europa, die sie gemeinsam interessierten, prüfen könnten. Artikel 5 sehe die Cauffrift des Paktes auf zehn Jahre mit einer Erneuerung für den gleichen Zeitrum fest, falls nicht bei Ablauf des achten Jahres nach Inkraftsetzung etwas anderes bestimmt werde. In Artikel 6 endlich wird bestimmt, daß bet französische Text des Abkommens im Falle von Skreitigkeiien als verbindlich gelte. Dazu gibt die Agence Haoas einen Kommentar, in dem es heißt, daß die französische Regierung ihre offizielle Zustimmung zu dem Abkommensentwurf — natürlich unter Vorbehalt des Ratifizierungsrechts durch das Parlament — gegeben habe. Der Text, auf den Mussolini und die Vertreter Englands und Frankreichs sich geeinigt hätten, bringe das gegenseitige Bemühen um Ausgleich zum Ausdruck, und man hege die Hoffnung, daß Deutschland seinerseits binnen kurzem sich ihm anschließen werde. Wahrend der ursprüngliche Text im wesentlichen die Revision der Friedensverträge und die Wiederher st ellung der Gleichberechtigung durch die Zusammenarbeit im Diererdirektorium der Großmächte vorsah, berufe sich der neue Text verschiedentlich auf die Bestimmungen des Völkerbundspaktes und bestätige die Verpflichtungen der Locarnoabkommen und des den Krieg ächtenden Briand-Kellogg-Paktes. Die Unzuträglichkeiten, die bei Verhandlungsbeginn zu befürchten gewesen seien, seien glücklicherweise im letzten Paktentwurf verschwunden, so daß die Kleine Entente sich heute nicht mehr gegen ihn sperre. Frankreich habe somit seine herzlichen Beziehungen zu England ausrechterhalten und eine Entente mit Italien in Angriff nehmen können, in der Erwartung, daß direkte Verhandlungen eine Verständigung zwischen Rom und Paris hinsichtlick der zwischen beiden Ländern schwebenden Streitfragen herbeiführen würden. Was bleibt? Günstigenfalls eine ncueAricdensfichcrung Berlin, 7. Juni. (DIB.) In Berliner amtlichen Kreisen wird daraus aufmerksam gemacht, daß sich in der vergangenen Woche alle vier Mächte aus einen Tert geeinigt hatten und daß dann am Freitag die französi - sche Regierung plötzlich erklärte, daß sie diesen Text nicht onnehme. Die französische Regierung hat daraufhin einen neuen Text ausgearbeitet, der jetzt in Berlin vorliegt. In diesem kommt die deutsche Gleichberechtigung nicht genügend zum Ausdruck. Infolgedessen erhebt sich jetzt für die deutsche Regierung die Frage, ob an der Unterzeichnung dieses jetzt vorliegenden Textes ein genügendes Interesse vorliegt oder nicht. Diese Frage wird geprüft. Alle Behauptungen, daß die Engländer und die Italiener dem von Frankreich vorgelegten neuen Textenturf ; u g e st i m m t hätten, sind unrichtig. Beide Länder haben im Gegenteil shre Zustimmung bisher nicht erteilt, haben vielmehr die Paraphierung davon abhängig gemacht, daß auch Deutschland sich dazu entschließt Paris, 6. Juni- (ERB.) „Petit Journal" veröffentlicht eine Hntcrreöung mit dem preußischen Ministerpräsidenten Göring. Aus vielen Gründen, so sagte der Ministerpräsident, können und wollen wir keinen Krieg führen. Wenn eines Tages der Derteidigungskricg notwendig werden sollte, würde das deutsche Dolk ihn energisch führen, aber niemals einen Angriffskrieg. Ein europäischer Krieg würde letzten Endes nur dem Bolschewismus zugutekommen. Was will Frankreich von uns? Frankreich besitzt die stärkste Armee Europas, Derbündete, Garantieverträge. Deutschland steht allein und seine Rüstung ist derart, daß wir nicht einmal feindliche Flieger verhindern könnten, unsere Städte zu bombardieren. Will Frankreich etwa diese Situation verlängern, wenn es von seiner Sicherheit spricht? Heute, 14 Jahre nach dem Friedensschluh, stoßen wir, sobald wir den kleinen Finger rühren, um allmählich die Freiheit wiederzuerlangen, ohne die niemand existieren kann, aus dieOpposition Frankreichs. Warum? Was trennt im Grunde genommen beide Dölker? Dichts, wenn nicht gegenseitige Prätentionen. In jeder Hinsicht Man muß sich darüber klar sein, daß der neue Text, der in der Pariser Prcsse eine grelle Beleuchtung in französischem Sinne erhält, mH dem ursprünglichen Entwurf Mussolinis nur noch wenig gemeinsam Hal. Die bisherigen Verhandlungen, die sich nun schon fast ein Vierteljahr erstrecken, geben eine Vorahnung von den Schwierigkeiten, denen unter den bestehenden Verhältnissen in Europa jede Zusammenarbeit dec vier Großmächte ausgesetzt sein wird. Aus einer in die Zukunft weisenden Idee, die der europäischen Politik neue Impulse geben sollte, ist im Lause der Monate eine j u r i st i sche Formel geworden, deren Tragweite aufmerksamer Prüfung vom Standpunkte der deutschen Interessen bedarf. Auf alle Fälle handelt es sich jetzt nicht mehr um eine grundlegende Umgestaltung des politischen Gesichtes Europas, sondern imgünstigstenFalle um eine neue Friedenssicherung, die oon der französischen Oesfenttichkell immer noch mU einem gewissen Mißtrauen betrachtet wird, weil sie auch den Revisionsartiket der völkerbundssatzung als eine zwischen den Großmächten zu diskutierende Angelegenheit erwähnt. Die Regierung Daladier. die mit der politischen Gegnerschast der nationalistischen Opposition zu rechnen hat, ist schon jetzt um den Nachweis bemüht, daß Frankreich aus keines seiner Rechte verzichtet hat. Dur unter der gleichen Voraussetzung wird auch die Zustimmung Deutschlands zu dem Paklenlwurf möglich sein. können die Interessen der beiden Dölker i n ® i n * klang gebt ad> t werden. Ie mehr ich dar- über nachdente, um so mehr komme ich zu der Ueberzeugung, daß beide Rationen sich verständigen müssen. Die französischen Staatsmänner kommen mit den Staatsmännern aller Länder zusammen, nur nicht mit den deutschen. Es gibt keine direkteAussprache zwischen beiden Regierungen, deren Zusammenarbeit mehr als jede andere den Frieden und das Wohlergehen Europas sichern würde, unb dies gerade in einem Augenblick, in dem Deutschland sich eine st arkeRegierunA gegeben hat, die fähig ist, Derantwortung zu übernehmen, was die notwendige Bedingung für jede Weitblickende Politik ist. Frankreich und Deutschland mögen miteinander verhandeln, dann werden sie, wie ich fest überzeugt bin, einen gemeinsamen Weg finden. Gegenwärtig ist die Atmosphäre nicht gut. Gewiß, ich bemühe mich, sie zu bessern. Man ändert keine traditionellen Strömungen von heute auf morgen. Das ist ein langwieriges Unternehmen, aber man muß es versuchen. DeuWsranzösische Zusammenarbeit die Grundlage der WMahrl Europas. Ministerpräsident Göring regt direkte Aussprache beider Regierungen an. großen Korruptionsskandalen beteiligt, die nach dem Tode Ivar Kreuzers das Gefüge des schwedischen Staates erschütterten. Ieht ist es mü einem Male, als wehe vorn Süden her, von Deutschland, ein frischer Wind und bliese auch aus den etwas muffig gewordenen Kammern des schwedischen Parteilebens alle Keime der Stagnation heraus. Das Bewußtsein einer gesamtgermanischen Derpflichtung ist im ersten Erwachen. Die Widerstände sind zwar noch außerordentlich. Eie liegen in dem überzüchteten Individualismus eines Dolkes, dem es einfach zu lange gut ging. Aber diese Widerstände sind nicht so stark wie die von unten ausbrechende Kraft. Das junge Schweden marschiert, und man weiß gerade in der jungen Generation Schwedens sehr wohl, daß dieser Marsch nur dann siegreich sein kann, wenn dereinst die alte ruhmgekrönte Schweden sahne wieder Seite an Seite mit dem jungen Banner der deutschen Revolution einem Freundschaftsblock germanischer Staaten voranwehen wird. Die Wiederherstellung des Berufsbeamientums. Preußische Richtlinien für den Nachweis der Abstammung. Berlin, 6. Iuni. In einem Runderlah des preußischen Ministers des Innern werden die Durchführungsbestimmungen zu dem Reichsgeseh über die Wiederherstellung des Berufsbeamtentums bekanntgegeben. Die Richtlinien besagen u. a., daß als Rachweise für die Abstammung im allgemeinen die Geburtsurkunde des Beamten und die Heimatsurkunde bei filtern, fetoie gegebenenfalls Wilitärpapiere gelten. Darüber hinaus sollen Belege nut gefordert werden, wenn Zweifel an der Richtigkeit der Angaben bestehen. Als brauchbare Beweismittel sind nur vollständige Auszüge aus den Etandesregistern oder Kirchenbüchern anzusehen, nicht sogenannte Geburtsscheine und andere Urkunden mit gekürztem Inhalt- Abschriften von llrhmben müssen von einem Beamten beglaubigt sein, der zur Führung eines Dienstsiegels berechtigt ist. Beamte, die diese Personenstandsurkunde i m Ausland beschaffen müssen, werden sich zweck- mäßig an die zuständige deutsche Konsularvertretung wenden. Dieser Fall wird insbesondere praktisch werden, soweit die abgetretenen deutschen Gebiete in Frage kommen; insoweit werden behilflich sein für Elsaß-Lothringen die Äonsularabteilunz der Deutschen Botschaft in Paris, für Eupen-Malmedy, Nordschles- w i g und das Korridorgebiet die Konsulate in Lüttich, Apenrade und Thorn, für die frühere Provinz Posen das Generalkonsulat in Posen, für O ft- oberschlesien und für das Memelgebict die Generalkonsulate in Kattowitz und in Memel und für das Hu11fchiner Ländchen das Konsulat in Brünn. Anträge auf Ausstellung von Militär p a p i e re n , soweit sie beschafft werden müssen, sind an das Reichsarchiv zu richten, und zwar für bayerische Truppenteile an die Zweigstelle München, für sächsische an die Zweigstelle Dresden, für württembergische an die Stuttgarter Zweigstelle, für preußische und die überigen Kontingente an die Zweigstelle Spandau. Die Fragebogen der höheren Beamten sind ausnahmslos dem Fachminister vorzulegen. Für die Beamten tm einstweiligen Ruhestand, die Beamten im Ruhestand und Hinterbliebene gelten im wesentlichen dieselben Bestimmungen. Sinngemäße Anwendung finden diese Richtlinien auch auf die Beamten der Polizeiverwaltung und der Kommunalverbände. NSDAP, und Luftschuhbund. München, 6. Juni. (CNB.) Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, veröffentlicht im „Völkischen Beobachter" eine Verfügung, in der es heißt: Der auf Veranlassung des Herrn Reichsministers der Luftfahrt, Pg. Göring, gegründete Reichsluftschutzbund ist die alleinige von dcr Reichsleitung anerkannte Luftschutzorganisation. Bereits bestehende örtliche nationalsoziali- sche Luftschutzorganisationen haben sich entweder dem Reichsluftschutzbund e i n z u g 11 e - d e r n oder sind sofort aufzulösen. Jede eigenmächtige Sammlung oon Beiträgen für derartige Organisationen ist verboten. Nationalsozialistische Führeriagung in Berlin. Berlin, 6. Juni. (TLI.) Dom 14. bis 1 6. Iuni findet, wie der .Angriff" berichtet, in Berlin eine nationalsozialistische Führertagung statt. Diese Tagung wird am 14. Iuni mit einer Deranstaltung beginnen, an der sämtliche Gauleiter und Amtswalter teilnehmen. Am 15. Juni findet eine gemeinsame Führertagung der Amtswalter, Gauleiter der Aational- sozialiste.i in führenden Staatsstellungen, der führenden Detriebszellenobleute, der Schulungsleiter und der Leiter des ständischen Aufbaues für die Gaue im Plenarsaal des preußischen Staatsrates statt. Am 16. Juni wird die feierliche Einweihung der bisherigen Bundesschule des ADGB. in ‘Bernau bei Berlin als Reichsführers chule vvr- genommen. ZlugzeugaufnahmevonderEjsenbchn-KatastrophebeiAantes ■■sÄ.M’fciäk V>/. '// W * «DM WWW DWMM^ Der Führer eines französischen Schnellzuges übersah kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof von Nantes Warnungssignale, die wegen der Anlage eines Hilfsgleises angebracht worden waren. Der Zug raste mit voller Geschwindigkeit auf die Hilfsschienen und entgleiste. 15 Personen wurden bei der Katastrophe getötet, 100 verletzt. Die deutsch-österreichische Spannung. Dollfuß aus JRom zurück. Wien, 6. Juni. (WTB.) Dienstag nachmittag ist Bundeskanzler Dr. Dollfuß auf der Rückreise von Rom in Wien eingetroffen. Bundesminister Baugoin begrüßte den Bundeskanzler namens der Regierungsmitglieder. Er gab der Freude der Bundesregierung und des österreichischen Volkes über den Abschluß des Konkordates Ausdruck, und begrüßte, daß darüber hinaus auch a n - dere erfolgreiche Verhandlungen geführt werden tonnten. Bundeskanzler Dr. Dollfuß dankte für die Begrüßung und führte u. a. aus: Der Hauptzweck der Reife nach Rom war diesmal der Abschluß des Konkordates mit dem Hl. Stuhl, das gestern unterzeichnet wurde. Ich hatte auch Gelegenheit, m i t Mussolini längere Unterredungen zu führen und möchte ausdrücklich betonen, daß ich auch diesmal wieder aus Rom mit der Ueberzeugung zurückgekehrt bin, daß in Italien und in Mussolini das selbständige und unabhängige Oester r^ch und das österreichische Volk einen warmen Freund besitzen. Zum Schluß möchte ich neuerlich betonen, daß der Abschluß des Konkordates für Oesterreich eine Großtat bedeutet und nicht zuletzt auch eine Anerkennung des Hl. Stuhles für das selbständige Oesterreich und feine Wiederaufbauarbeit darstellt. Schwere Zusammenstöße in Kufstein. Kufstein, 6. Juni. (TU.) Am Pfingstmontag wurden 50 Mann der Kufsteiner Heimatwehr a l s Grenzschutzorgane vereidigt. Zur Vereidigung war auch eine Heimwehrabteilung aus Innsbruck erschienen. Die Heimwehrleute überfielen in den Nachmittags st unden N at i o n a l s o z i a l i st e n und rissen ihnen die Abzeichen ab. Die Folge waren schwere Ausschreitungen und Zusammenstöße, bei denen drei Personen, darunter der Kufsteiner Nationalsozialist^ sche Gemeinderat Egger schwer verletzt wurden. Die Heimatwehr drang mit Spaten in das Hotel Egger ein, wohin sich die Nationalsozialisten zurückgezogen hatten. Gendarmerie ging mit der blanken Waffe vor, um die Ruhe wieder herzustellen. Völlige Verkehrsstille in Tirol und Vorarlberg. Innsbruck, 6. Juni. (TU.) Infolge der Grenzsperre herrschte in Tirol während der Feiertage a b • solute Verkehrs stille. Besonders in den Grenzorten wirkte sich die Berkehrssperre geradezu katastrophal aus. In den Orten Kufstein, Reutte und Seefeld waren üb.erhaupt keine Pfingstgäste aus dem Reich anwesend Die Mißstimmung in der Bevölkerung über die Zustände wächst infolge der wirtschaftlichen Krise von Tag zu Tag — Wie in Tirol, so hat sich auch in Vorarlberg die deutsche Grenzsperre während der Pfingstfeiertage in einer wahrhaft katastrophalen Weise geltend gemacht. Während z. B. im Hafen von Bregenz an den vorjährigen Pfingstfeiertagen fast 20 000 Fahrgäste gezählt wurden, waren es dieses Jahr nur etwa 1000. In Bregenz haben oom Sonntag auf Montag nur etwa 60 Personen übernachtet, während sonst an den Pfingstfeiertagekl die Stadt stets so überfüllt war, daß ein Teil der Frem den in der Umgebung einquartiert werden mußte. Die Schwebebahn auf den Pfänder beförderte am Pfingstsonntag nur 900 Personen, größtenteils Ein- heimische, gegenüber 3000 im Vorjahre. Ein großes Hotel in Lochau bei Bregenz hatte überhaupt keine Zirnrnergäfte gegenüber 300 am vorjährigen Pfingstfest Auch im Brsaenzer Wald, im Montafontal usw macht sich das Ausbleiben der Reichsdeutschen empfindlich bemerkbar In Vorarlberg allein schätzt man den Ausfall an Einnahmen während der Pfingstfeiertage auf 600 000 bis 800 000 Schilling Aus aller Welt. Der Deutsche Lehrerverein tritt dem Nationalsozialistischen Lehrerbund bei. Magdeburg, 7. Juni. (CNB.-Funkspruch.) Auf der Vertreteroersammlung des Deutschen Lehrervereins teilte der Vorsitzende Wolfs, Berlin, mit, daß der Deutsche Lehrervereine körperschaftlich dem NSLB. beitritt. Unter stürmischem Jubel erfolgte dann die Wahl d e s bayerischen Kultusministers Schemm zum Vorsitzenden des Deutschen Lehre r o e r e i n s. Der Minister dankte für die Wahl und ersuchte um unbedingte Treue und unbedingtes Vertrauen zu der Führung. Lassen Sie sich, erklärte er, in der großen Stunde nicht von der großen Straße, die in Deutschland Sittlichkeit heißt, durch kleinliche Dinge wieder herabdrängen. Heute gibt es nur ein Ziel, das ganz schlicht heißt: Deutschland will leben und da muß die Lehrerschaft als Erzieher Mitarbeiten. Mehr wollen die Lehrer nicht, als Garanten der deutschen Jugend und des deutschen Volkes sein. Der Adlerschild für Geheimrat Lenard. Auf Vorschlag des Reichsministers des Innern Dr. Frick hat der Reichspräsident Geheimrat Dr. Lenard, einem der bedeutendsten deutschen Physiker und Wissenschaftler, anläßlich seines 71. Geburtstages am 7. 3uni den Adlerschild des Reiches verliehen. Der Adlerschild, der auf der Rückseite die Widmung „Dem großen deutschen Physiker" trägt, wird Geheimrat Lenard in Heidelberg durch den Reichsstatthalter für Vaden, Wagner, überreicht, der zugleich die herzlichen Glückwünsche des Deichsministers des Innern Dr. Frick überbringt. Der Reichspräsident hat von Aeudeck aus ein Glückwunschschreiben an Geheimrat Lenard gerichtet. Reichsverband der Adrehbuchverleger. Auf der Hauptversammlung des Reichsverbandes der Adreßbuch-Verleger in Jena wurde der Vorstand den politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen entsprechend neu gestaltet. Er besteht nun in seiner Mehrheit aus nationalsozialistischen Fachleuten. Die alten Ziele des Verbandes, Kampf gegen Schwindel und Unzulänglichkeit, Beseitigung wirtschaftlich überflüssiger Adreßbuchproduktion, Aus- I bau und Pflege der wirtschaftsnotwendigen Adreß- * bud)Iiteratur wurden erneut und verschärft gesetzt Es bestand volle Einmütigkeit im Glauben an die deutsche Zukunft und in dem Wollen, innerhalb der eigenen Fachschaft mitzuwirken an dem großen Ziele des Wiederaufbaues der deutschen Wirtschaft und der Neugestaltung des deutschen Wirtschafts, körpers. Dom Reichsverband der Adreßbuch-Verleger durch die Einführung des Qualitätsprinzips und des Verbandssignets als Wertmarke für die Adreßbuchproduktion seiner Mitglieder ist der Gedanke der Wertarbeit und oolks'oerbundenen, wirtschaftsnotwendigen Leistung in weite Kreise der Wirtschaft getragen worden In diesem Sinne und in enger Zusammenarbeit mit den Behörden wird die Arbeit sortgesührt, Ehrlichkeit und Sauberkeit in der Geschäftsgebarung, höchstmögliche Leistung und wirtschaftsoerbundene Zweckmäßigkeit sind die Gesichtspunkte, unter denen der Verband seine Mitglieder auch fürderhin ihren Dienst am Dolksganzen zu tun gedenken. Der Anstifter der Genfer kommunistenrevoile ;u sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Leon Dicole, der Anstifter der Genfer Anruhen vom 9. Dovember v. 3., wurde von der Kriminalkammer des Vundesgerichtes zu sechs Monaten Gefängnis und 100 Franken Geldstrafe verurteilt. Die übrigen Angeklagten erhielten Gefängnisstrafen von zwei bis vier Monaten und Geldstrafen in Höhe von 30 bis 50 Franken. Zwei Kinder im Rauch erstickt. 3n Vernburg wurden in der Wohnung eines Telegraphenarbeiters dessen dreiKin- der im Alter von P/2, 3 und 10 Fahren gestern nacht mit schweren Rauchvergiftungen aufgefunden- Die Eltern waren nicht in der WoKiung Das jüngste Kind war bereits tot, während das dreijährige Mädchen im Krankenhaus ver- ftarb. Der Vater der Kinder wurde wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung in Haft genommen. Die älteste Frau Deutschlands feiert ihren 105. Geburtstag. <7-2" Lenzkirch (Bezirk Freiburg i. Br.) konnte Frau Maria Schöpperle, Witwe, ihren 105. Geburtstag feiern. Frau Schöpperle darf wohl als die älteste Frau Deutschlands angesprochen werden. Don ihren sechs Kindern sind noch drei am Leben, die bereits selbst im Greisenalter stehen. 21 Enkel und 32 Urenkel können freudigen Anteil nehmen an dem 105. Geburtstag ihrer Großmutter und Urgroßmutter. Indischer Expreßzug raff in einen Lastkraftwagen. — 18 Tote. Bei Benares raste am Dienstagmorgen ein Expreßzug von Peschawar mit großer Geschwindigkeit in einen Lastkraftwagen, der mit Arbeitern besetzt war. 16 Arbeiter und zwei Kinder wurden getötet. Wettervoraussage. Der hohe Druck im Rordosten hat sich noch verstärkt, so daß durch ihn ein Fortbestehen des vielfach heiteren und heißen Wetters bewirkt wird. Rur vorübergehend ist durch flache Störungen, die sich über dem Festland bilden, Aufzug gewitterdrohender Bewölkung zu erwarten. Aussichten für Donnerstag: Vorübergehend gewitterdrohende Bewölkung, im wesentlichen aber Fortdauer der Schönwetterlage. Lufttemperaturen am 6. Juni: mittags 25,3 Grad Celsius, abends 18,7 Grad: am 7. Juni: morgens 16,5 Grad. Maximum 27,4 Grad, Minimum 12,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6 Juni: abends 27 Grad, am 7. Juni: morgens 18,6 Grad. — Sonnenscheindauer 15 Stunden. Heutige Wasserwärme der Lahn 22 Grad Celsius. Prinz Wilhelm von Preußen und seine junge Gattin im Kreise der Gäste nach der Trauung. ZV W Aus -er provinzialhaupista-t. Blühende Wiese " Die Wiesen blühen so bunt. 3n diesen prächtigen Teppichen fehlt keine Farbe. Schleierfein spinnt sich darüber das zarte Grün der weichen, jungen Gräser. Dicke Hummeln torkeln trunken von einem Blütenkelch zum andern: sie gingen am liebsten an keinem Wirtshaus vorbei, treffen sie aber auf eines, in dem aller Honig schon ausgeschenkt ist, so ziehen sie sich mit einem ärgerlichen Gebrumm wieder zurück. Und erst wenn sie den Rüssel bei der nächsten Kleeblüte wieder tief in die berauschende Süße fauchen können, sind sie befriedigt. Hell und fein summen die Bienen in großer Geschäftigkeit. Sie haben es eilig, man sieht ihnen förmlich an, wie sie sich kaum Muße gönnen bei einer Blume, — das muß doch alles abgeerntet fein. Die Ahnung von einem langen Winter steht in ihrem Innern, sie sind erfüllt von ihrer Aufgabe, Nahrung aufzuspeichern, damit die kommenden Generationen leben und gedeihen können. Die Wiesenblumen selbst sind wie von innerer Unruhe erfüllt. Sie blühen und setzen Samen und möchten ihn ausstreuen, ehe noch der Sensenmann kommt und allem Hoffen und Streben ein Ende bereitet. Manchmal geht ein Schauern durch die blühende Wiese, dann denkt sie daran, wie der kalte Stahl die Leiber der Stengel berühren und sie alle hinmähen wird, noch ehe sie ihre Bestimmung ganz erfüllten. Nur der Löwenzahn kennt diese Sorge nicht. Längst hat er seine gelben Blüten zu schaumigen Seifenblasen aufgebläht und sieht geruhig zu, wie die gefiederten Flugzeuge seiner Samen nun über das Land hingetragen werden, sobald ein freundlicher Wind die leichte Last mitnimmt. Seine Kinder haben es gut, sie haben Auftrieb von Hause mitbekommen, sie brauchen nicht schwerfällig und gebunden neben der Mutterpflanze ins Erdreich zu sinken und der Heimatscholle auf Gedeih und Verderb verbunden zu fein; sie können in die Weite hinausfliegen und sich ansiödeln, wo sie ein gutes Plätzchen finden, weit fort von den Gefahren der Sense, die die heimische Wiese bedrohen. 3a, der Löwenzahn glaubt seinen Kindern ein gutes Erbteil mitgegeben zu haben, als er sie zu Nomaden machte. Aber vielleicht nahm er ihnen damit doch das beste: das Wurzelnkönnen im ftammgegebenen Boden. Blühende Wiese, von Bienen und Käfern umschwärmt, von Schmetterlingen umgaukelt, vom Winde bewegt, von der Sonne beschienen, Sinnbild des blühenden Sommers I Alles drängte zur Entfaltung, alles wollte ans Licht. Das kleinste Samenkorn hat feine Senker ausgesendet, hat sich seinen Teil an Nahrung und Lebenssäften erobert und ist emporg; schossen, vom gleichen Lebe, swillen beseelt wie die ftärteren Blumenschwestern, die es beiseite drängen möchten. Wie breit macht sich nicht zum Beispiel der Rainfarn, der mit den dicken goldenen Knöpfen am Hut, der sich vielleicht wunder was einbildet! Lind doch auch nichts weiter ist als eine Wiesenblume, die der Stahl des Sensenmannes so wenig schont, wie all die andern. Man braucht nicht Weltgeschichtsbücher zu wälzen, man braucht sich nur Sommertags an eine blühende Wiese zu legen und richtig zuzuhören. Da findet man alles Geschick von Menschen und Völkern, von Einzelwesen und Gemeinschaften vorgezeichnet und vorgelebt im Dasein der Pflanzen, die sich zusammenschlossen, so daß wir die einzelnen kaum oder nur in Ausnahmefällen bemerken und sie nur als Gesamtheit in uns aufnehmen. Diese Gesamtheit aber ist uns etwas Herrliches, 'st uns Inbegriff von Sommerfreude und 3uni- glück Blühende Wiese .. blühendes Land! Die Beisetzung von Pfarrer Lic.lBaa# Zur Beerdigungsfeier für Pfarrer Lic. Waas hatte sich am gestrigen Nachmittag eine sehr große Trauergemeinde zusammengefunden, so daß die Friedhofskapelle bis auf die Treppen hinaus gefüllt war. Die große Versammlung zeigte, wie der Verstorbene auch in der verhältnismäßig kurzen Zeit von etwa vier Jahren sich nicht nur die dankbare Treue seiner Petrusgemeinde, sondern auch die aufrichtige Sympathie weiter Kreise unserer Stadt erworben hat. Um den Sarg standen außer den Chargierten mit der Fahne von der Studentenverbindung Wingolf die Buben und Mädchen der Jugendgruppe der Petrusgemeinde mit ihren Wimpeln. Einfaches Harmoniumspiel des Chorals „Jesus, meine Zuversicht" eröffnete die Feier. Daran schloß sich unter Leitung von Lehrer Kröll ein schlichtes Lied des Frauenchors der Petrusgemeinde, das der Verstorbene mit dem von ihm gegründeten und bis Zu seiner Erkrankung geleiteten Chor selbst eingeübt batte. Die Botschaft dieses Liedes von „Friede und Freude" im Sterben eines Christenmensche i führte dann die Traueransprache von Pfarrer Becker weiter. Aufgebaut auf ein Heilandswort aus dem Pfingstevangelium — Joy. 14, V. 26 und 27 — geigte die Rede, wie durch die Pfingstpabe alle oeelennot und alles Menschenleid sich wandelt unter dem Licht des Kreuzes, für dessen Sprache der Hei- hge Geist uns Dolmetscher wird, so daß wir des Lebens tiefste Klänge hören können, die trotz allem Dunkel des Lebens doch auf Friede und Freude gestimmt sind. Die Rede hielt sich bewußt frei von allem Persönlichen und ließ mehr das bescheidene und im Leiden tapfere Wesen des Heimgegangenen verspüren, als daß sie von seinem Tun sprach — wohl ganz im Sinne dessen, dem diese Feierstunde galt. Die Choralmelodien „Christus, der ist mein Leben" und „Jerusalem, du hochgebaute Stadt", welche, wie auch den Eingangschoral „Jesus, meine Zuversicht", Pfarrer Waas selbst für diese Stunde ausgewählt hatte, schlossen mit kurzem Gebet die Feier in der Kapelle. Nach der Einsegnung am Grab wurde eine große Anzahl von Kränzen -niedergelegt, fast alle ohne Rede, nur mit einem Bibelwort, wie der Heimgegangene es gewünscht hatte, und welche schlichte Art der Ehrung besonders wohltuend berührte. Auch die Fülle der Kränze — von der Dekanatsgeistlichkeit, der Gießener Gesamtgemeinde, seiner früheren Gemeinde Ober-Ramstadt, des A.-H.-Verbandes feiner. Verbindung Wingolf, feines Freundeskreises, ganz besonders aber aus seiner Petrusgemeinde — war ein lautes Zeugnis für die dankbare Liebe und besondere Wertschätzung, welche Pfarrer Waas mit feiner treuen Arbeit und seiner aufrichtig bescheidenen Art sich in so hohem Maße erworben hat, und die ihm in vielen Herzen als ehrendes Gedenken bleiben wird auch über das Grab hinaus. Hausfrauen helft den Wöchnerinnen! Der Alicefrauenverein vom Roten Kreuz in Gießen schreibt uns: Nach. Auflösung des „Bienenkorbs" (Arbeitsgelegenheit für Kleinrentnerinnen usw.), der über zehn 3ahre als erste soziale Abteilung des Vereins in hervorragender, höchst dankenswerter Weife von Frau 3ustizrat Dr. Rosenberg geleitet wurde, beschloß der Alicefrauenverein, eine Wöchnerinnen- und Säuglings- fürsorge ins Leben zu rufen. Der Verein wendet sich deshalb nicht allein an die Mitglieder des AFV., sondern auch an die Allgemeinheit. Eine Wöchnerinnenfürsorge bestand bereits in der Vorkriegszeit. Es wurden „Suppenzettel" ausgegeben und gerne wurde eine Mahlzeit verabreicht, damit die Wöchnerinnen bald zu alter Kraft kommen konnten- Wie opferfreudig steuerte unsere Bevölkerung die Pfund-Pakete zur Ernährung weiter Kreise bei, und wie segensreich war diese Gabe! Deshalb wagt es auch der Alicefrauenverein, sich mit diesem neuen Wunsch den Gießener Frauen zu nahen und sie um ihre Mithilfe zu bitten. Die Verpflegung ist so gedacht, daß eine Wöchnerin mindestens a ch t b i s zehn Tage mit Mittagessen versorgt fein soll. Dafür will man einen Turnus einführen, der eine Hausfrau nur für ein Mittagessen pro Wöchnerin verpflichtet. Eine allzugroße Belastung wi^h diese Fürsorge für den einzelnen nicht Hervorrufen, da der Geburtenrückgang sich ja leider bemerkbar macht. Cs ist ein Gebot der Stunde für uns Frauen, hier einzugreifen. Der Alicefrauenverein bittet herzlich um Beteiligung an dieser Aufgabe, sind doch die Mütter der Urquell unseres Volkes und deren Gesundheit eine Stärkung der künftigen Generation. Adressen bereitwilliger Hausfrauen sind an Frau W- Kramer, Ludwigsplotz 10, zu richten. Die Herren Aerzte und Fürforgeschwestern werden um Angabe hilfsbedürftiger Wöchnerinnen gebeten; die Weiterleitung erfolgt von obengenannter Zentralstelle. Ein Programm für Säuglingspflege wird demnächst. anlehnend an den noch bestehenden Verein, erscheinen. Alle Hausfrauen mögen die heutige Anzeige beachten. Sterbendes Volk! WSN. Die Staatspressestelle teilt mit: Die Familie ist in Gefahr, in den Großstädten ist sie bereits im Zustand der Zerstörung. Falsche Lehren, wirtschaftliche und sittliche Not beginnen sich auszuwirken. Leicht wird ein ganzes Volk von sittlicher Fäulnis ersaht. Auch in unserem Volk drückt sich die fortschreitende Zerstörung der Familie im Zurückbleiben der Geburtenziffern aus. Schon die heutige Zahl der Geburten genügt nicht mehr zu jener Vermehrung unseres Volkes, wie wir sie wünschen würden, „um unseren Platz an der Sonne zu behaupten". Kinderlosigkeit, Ein- und Zwei- kinderehen sind an der Tagesordnung, die Vielkinderfamilie wird bald als Zeitenwunder, so wie die hundertjährigen Menschen, abgebildet werden. Ein Volk ohne gesunde Familie und ohne starken Nachwuchs muß sterben. Die Zahl der polnischen Geburten übersteigt die der deutschen um das Doppelte. Bei den 3talienern ist es ähnlich. Für unser deutsches Volk entsteht die Gefahr, auszusterben, wenn es nicht bald zur Besinnung kommt. Am Samstag, 24. 3uni, 18 Llhr, will nun der Landesverband Hessen im Reichsbund der Kinder- reichen eine Kundgebung in Darmstadt aus dem I Marienplatz Veto n ft alten, die unter dem Molto .Volk ohne Jugend, Volk ohne Hoffnung, Volk ohne Zukunft" eine ausgesprochene Jugendkundgebung werden soll. Alle Jugendverbände und -gruppen sollen sich daran beteiligen. Meldetermin ist der 10. Juni. Reichsbund der Kinderreichen, Landesverband Hessen, Geschäftsstelle Lorsch (Hessen). Verbot des Arbeiter-Rad» undKrastfahrer-Äundes^Solidantät^. MSN. Die Staatspressestelle teilt mit: Der Arbeiter-Rad- und Kraftfahrer-Bund „Solidarität- mit dem Bundessitz in Offenbach wird im hessischen Staatsgebiet aus Grund des § 1 der Verordnung des Herrn Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 verboten und auf- gelost. Wer sich an dem Bund als Mitglied beteiligt oder ihn aus andere Weise unterstützt oder den organisatorischen Zusammenhalt weiter ausrechterhalt, wird nach § 4 der angeführten Verordnung bestraft. Das Vermögen des Bundes innerhalb des hessischen Staatsgebiets wird beschlagnahmt und ein- gezogen. Mit der Abwicklung der Geschäfte des Bundes und der Liquidation feines Vermögens, soweit es sich auf hessischem Staatsgebiet befindet, beauftragte ich Herrn Lehrer Alfr ed ft l o ft ermann, Darmstadt, Ministerium für Kultus und Bildungswesen. Gez.: Dr. B e ft. Neuorganisation der hessischen Theaterorganisationen. WSR. Die Slaatspressestelle teilt mit: Dom Verband der deutschen Theaterangestellten und ähnlicher Berufe in der nationalsozialistischen Angestelltenschaft (RSA.) ist zur endgültigen Reu- organifation der Ortsgruppen und Bezirke des Verbandes der deutschen Theaterangestellten und ähnlicher Berufe der Pg Kammermusiker Ficht- müller vom Hessischen Landestheater Darmstadt zum kommissarischen "Beauftragten für den Freistaat Hessen ernannt worden. Der Pg. Ficht- müller ist weiter beauftragt worden, dafür Sorge zu tragen, daß bei allen Ortsverwaltungen dcS Verbandes Parteigenossen als tommissarische Führer der Or sverwaltungen in Tätigkeit gesetzt werden. Zusammenschluß der Gießener Gtenograp-envereine. Aus Einladung des 1. DezirkSvorsitzenden deS Hessen-Rassaaischen Kurzschriftenverbandes K. H. Kuhl sand am vorigen Freitag — wie man uns mitteilt — im Kaufmännischen Vereinshaus eine Sitzung der Vorstände der Gießener Stenogra- phenvereine (1. Reichskurzschrntgesellschaft .Babelsberger'" und Damenabteilung e. V. und Kurz- schristverein von 1861 mit Damenabteilung c. 03.) statt. Der Bezirksvorsitzende erklärte, dah ihm vom Derbandsoorsitzendcn, Landtagsdirektor Werner, Darmstadt, im Auftrage von Herrn Oberschulrat Ringshausen die Führung des Bezirks Dieben übertragen worden sei und dah er nunmehr die Aufgabe habe, die Gleichschaltung und einen evtl. Zusammenschluß der Vereine innerhalb des Bezirks Diesten durchzuführen. "Bei dieser Gleichschaltung müsse et daraus achten, dast die neu zu bildenden Vorstände künftig nur aus national- gesinnten Personen bestehen, die entschlossen hinter der neuen Regierung stünden. Wenn es nach den neuesten Richtlinien des Deutschen Steno- graphenbundes nicht unbedingt erforderlich sei. daß sich die beiden Gießener Vereine zu einer Ortsgruppe zusammenschließen müßten, so lei dies aber im Interesse unserer Einheitskurzschrift dringend erwünscht. Nachdem Herr Kuhl das von ihm ausgearbeitete Programm einer Vereinigung der Vereine bekanntgegeben hatte, forderte er zur allgemeinen Aussprache auf. In den folgenden Ausführungen legte der mit der Führung der neuen Vereinigung betraute bekannte Stenograph Georg Wahl (Mitglied der 1. Reichs- kurzschriftgeseUschast) seine Stellungnahme zu dem bevorstehenden Zusammenschluß dar Er betonte, daß bei einem Zusammenschluß vor allen Dingen die hohen doppelten Unterrichtsraumgebühren weg- fielen, die unrentabelen Kurse beseitigt und die Leistungen durch einen guten Ausbau des Unter- richtswese-ns bedeutend gesteigert werden könnten. Auch würde durch die Vereinigung die von der nationalen Regierung, insbesondere von der NSDAP., geforderte Volksgemeinschaft besser gepflegt und der ewigen Reiberei und Uneinigkeit der Boden entzogen. Der Name „Einheitskurzschrift“ sei nicht am Platze, wenn sich die Elnheitsstenoyraphen noch bekämpfen wollten Bei einer Vereinigung der beiden Vereine sei keineswegs daran gedacht, die alten bewährten Kämpfer der stenographischen Bewegung auszuschließen, oder ihre Leistungen und ihre jahrelange Arbeit nicht anzuerkennen. Gerade die alten Kämpfer sollten bei einem Zusammenschluß mehr denn je geehrt werden Für den Kurzschristoerein von 1861 sprach der 1. Vorsitzenden Franz H n n st e i n , der der Versammlung bekanntgab, daß der Stenographenoerein von 1861 einstimmig beschlossen Hobe, einer Vereinigung zuzustimmen. An diese Ausführungen schloß sich eine längere lebhafte Aussprache an, in der dos Für und Wider eines Zusammenschlusses besprochen wurde. Der um Schlüsse der Aussprache eingebrachte Antrag, die beiden Vereine zusommenzuschließen, wurde einstimmig angenommen. Der Vorstand der neuen Vereinigung, die den Namen ..Deutscher Stenographenbund, Ortsgruppe Gießen- trägt, setzt sich wie folgt zusammen: 1 Der- einssührer Georg Wahl L-, 1 Schriftführer Artur Michel, 1. Rechner Karl H e ß L., 2. Dereinsfiihrer Paul Dehmer L-, 2. Schriftführer Fritz Dorf- n e r , 2. Rechner Fritz Ziegler, Bücherwart Heinrich Graf, Zeitungswart Willy Brückmann. Beisitzer August Siebert L . Andreas Mere L Peter I ö ck e I, Elly R i e ß und Johanna Beyl Der neuberufene Vorstand fand die Bestätigung drS Bezirksvorsitzenden, sowie die Anerkennung der Vertreter beider Vereine. Der Dereinsführer der neuen Bereinigung Georg Wahl dankte der Versammlung für,das ihm entgegengebrachte Vertrauen und erklärte, fein Amt im Dienste der einheitsstenographifchen Bewegung und zum Wohle unseres deutschen Volkes ausfüllen zu wollen. Mit einem -Sieg- Heil" auf den Reichspräsidenten und den Volks- kanzler Oldolf Hitler schloß er die Versammlung. Taten für Mittwoch, 7. Jun». 1676: Paul Gerhardt in Lübben gestorben, 1843 der Dichter Friedrich Hölderlin in Tübingen gestorben, - 1840: Friedrich Wilhelm III. geworben. - 1919: der Großadmiral Henning von Holtzendorff in Prenzlau gestorben: — 1929: iln* ^rzeichnung des Voung-Planes. Eröffnung her JezirWhmschule Hessen. WSR. Darmstadt, 6. Juni. Die feierliche Eröffnung der Dezirksführerschule Hessen deS deutschen Arbeitsdienstes wurde heute vormittag in Anwesenheit des Reichsstatthalters Sprenger, des Ministerpräsidenten Dr. Werner und des BezirkssührerS F a a tz vorgenommen. Die Teil- nehmer des ersten Lehrganges und die Kursus- teilnehmer der bereits bestehenden Führerschule machen, eröffnete Reichsstattbalter -Sprenger die Schule. Unter dem "Absingen des Horst- Wessel-Liedes wurden die Hakenkreuz« und die schwarzwe'.hrote Zahne aufgezogen. Ministerpräsident Dr. Werner wieS in seiner Ansprache auf daS Vorbild hin, welches das faschistische Italien durch seine Arbeit gegeben habe. Auch Hessen habe seine.pontinischen Sümpfe". daS sumpfige Ried, die Arbeit, Brot Reichsstatthalter Sprenger und Lezirtsführer Faatz beim Abschreiten der Front. für Anwärter wurden um 8 Uhr dem Reichs- s'atthalter gemeldet, der dann die Front ad- schritt. Anschließend hielt Bezirksführer F a a tz eine kurze "Begrüßungsansprache, in der er betonte, daß die große Anzahl der Gäste beweise, wie sehr man die Entwicklung des Arbeitsdienstes beachte. Trotz außerordentlicher Schwierigkeiten marschiere der Arbeitsdienst in den beiden Hessen mit an der Spitze. An die Kursusteilnehmer der Bezirksführerschule richtete er einen Appell, daß sie dazu berufen seien, den Geist, durch den Deutschland einst groß geworden sei, unserer heutigen Jugend wieder zu überliefern. Mit einer kurzen kernigen Ansprache, in der er daraut hinwies, dah es Sache der Führer sei. im Sinne der nationalen Regierung und des Dolkskanzlers Adolf Hitler das Wort „03 rot und Arbeit für alle“ wahr zu und Wohnung für Tausende geben sollten. Den Raum, den wir als Volk draußen nicht mehr haben, müssen wir uns im Innern unseres Landes schaffen. Wir sind erst am Anfang, aber das Streben ist das beste der menschlichen Seele. Was wir hier auf unserer Scholle tun, ist Teil der Arbeit am großen Acker unseres Vaterlandes. Rach dem "Abschreiten der Front der Führerteilnehmer des ersten Lehrgänge-, dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied sand eine kurze Besichtigung einiger Räume des Lagers statt. Olls Abschluß wurde von Ministerialoberrevi- sor Reich ein Referat über .Das Meliora- tions- und Siedlungsprogramm im hessischen Ried" gehalten. An dem Kursus nehmen etwa 230 junge Männer, zwei Drittel Rationalsozialisten und ein Drittel Stahlhelmer, teil. 9er Voranschlag her Provinz Sberheffen für 1933 Die diesjährige ordentliche Tagung des P r o • vinzialtagS derProvinzOberhessen wird am M o n t a g, 1 9. Iuni, im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen stattfinden. Rach der Konstituierung des Provinzialtags, der Diensteinführung und 03erpflichtung der Mitglieder wird der Voranschlag der Provinz Ober beff en für das Rechnungsjahr 19 33 Hauptgegenstand der Deratungsar- beit fein. Der Voranschlag schließt in der Gesamtsumme mit 4 053 391 Mark gegen 4 159 918 Mark im Vorjahre je in Einnahme und Ausgabe ab. Aus die Betriebsrechnung entfallen davon 3 692 700 Mk gegen 3 828 800 Mk im Vorjahr, auf die Vermögensrechnung kommen 360 691 Mk gegen 331 118 Mk. im Vorjahre. In der B e t r i e b s r e ch n u n g ist für die einzelnen Kapitel folgendes vorgesehen: Allgemeine Verwaltung. Einnahme 10200 Mk., (im Vorjahre 10 300 Mk.), Ausgabe 94 500 Mk. (im Vorjahre 95 800 Mk ). Polizeiwesen Einnahme nichts, Ausgabe 500 Mk., wie im Vorjahr Kunst undWissenschaft Einnahme nichts, Ausgabe 9775 Mk., wie im Vorjahre. Bauwesen für Provinz st raßen: Einnahme 1 305 000 Mk. (1 613000 Mk), Ausgabe 2 579 000 Mk. (2 721 300 Mk), Allgemeine Förderung der Wirtschaft: Einnahme nichts, Ausgabe 22110 Mk.. wie im Vorjahr Wohlfahrtspflege und Gesundheitswesen: Einnahme nichts Ausgabe 4457 Mark (4557 Jttl.) Anstalten und Einrichtungen . Einnahme 227 500 Mk. (225 500 Mk.), Ausgabe 281 500 Mk (286 500 Mk.). Finanz- und Steuerwesen: Einnahme 1 ICO000 Mk (1 070 000 Mk ). Ausgabe 200 858 Mk. (188 258 Mark). Betriebs- und Vermögensverwaltung : Einnahme 550 000 Mk. (410 000 Mark)? die Einnahme fetzt sich zusammen aus 250 000 Mark Zuschuß aus dem Wasserwerk Inheiden (im Vorjahre ebenfalls 250 000 Mk.) und 300 000 Mark Zuschuß aus dem Lieberlandwerk (im Vorjahre 160 000 Mk.), Ausgabe nichts. Kapitalvermögen und Kapitalschulde n . je in Einnahme und Ausgabe 500 000 Mark wie im Vorjahre Die Dermögensrechnung verzeichnet nur die Positionen des Reste- und Ausgleichsstocks mit einer Summe (Rechnungsrest aus 1931) von 360 691 Mark (331 118 Mark.) 3m Kapitel Steuerwesen ist zu ersehen, daß aus Anteilen an Reichs steuern 133 000 Mark und aus Prooinzialumlagen 833 000 erwartet werden Der Sonderooranschlag für das Straßen- b a u ro e | e n , dessen Ansätze im Hauptvoranschlag mit enthalten sind, schließt wie folgt ab Einnahmen 1 305 000 Mark (1 613 000 Mk.), Ausgaben 2 579 000 Mark (2 721 300 Mark) Mithin ist aus allgemeinen Mitteln ein Zuschuß von 1274 000 Mark (1 108 300 Mark) auszubringen Der Sonderooranschlag der Provinzial- P f l e g e a n ft a 11 schließt wie folgt ab: Einnahme 161 900 Mark (161 300 Mark), Ausgabe 214 900 Mark (221 300 Mark). Der Zuschuß aus allgemeinen Mitteln der Provinz beziffert sich demnach für 1933 auf 53 000 Mark gegen 60 000 Mark im Vor- lahr. Der Sonderooranschlag des Provinzial- Kinderheims schließt mit 16 900 Mark Einnahme wie im Vorjahr und 36 900 Mark Ausgabe wie im Vorjahr ab; Zuschuß aus den Zinserträg- nisten des Wasserwerksoermögens, wie im Vorjahre 20 000 Mark Der Sonderooranschlag des Chemischen Un- tersuchungsamies erfordert bei 28700 Mark Einnahmen (im Vorfahre 27 300 Mark) und 29 700 Mark Ausgaben (28 300 Mark) einen Zuschuß aus Prooinzmitteln in Höhe von 1 000 Mark Tagung des Frauenbundes der Deutschen Koiontalgesellschast. Gleichzeitig mit den anderen kolonialen Verbänden rüstet auch der Frauenbund der Deutschen fta- lonialgeselljchast zur Kolonialtagung, die vom 9. bis 11. Juni in Frankfurt a M stattsindet. Den Landsleuten in den gegen Recht und Gesetz geraubten Ländern über See gilt — so schreibt man uns — die unermüdliche Tätigkeit des Frauenbundes. der sich aus weitsichtigen opferbereiten Frauen zusammcnjetzt, die oorausschauend für kommende Generationen sorgen. Die Zahl dieser Frauen ist allmählich aus über 24 000 gestiegen, die sich in mehr als 170 Abteilungen über Deutschland verteilen und durch die Schwestergruppen in Südweslund Ostafrika ergänzt werden. Don Jahr zu Jahr kommen mehr Mitarbeiterinnen hinzu, getrieben von der Erkenntnis der Wichtigkeit dieser Arbeiten gerade in der heutigen Notzeit, und beteiligen sich an den echt fraulichen und mütterlichen Aufgaben, die sich der Bund gestellt hat Gesammelte Zeitschriften und Bücher werden regelmäßig hinausgesandt nach einsamen Farmen und Pflanzungen in füdafrikonischer Steppe und ostasri- konischem Hochland Diese Sendungen zeigen denen, die unter erzwungener Fremdherrschaft leben, daß die Heimat ihrer denkt, und stärken sie in ihrem Kamps um ihr bedrohtes Volkstum. Aber neben dem heimischen Schrifttum geht auch junges frisches Leben mit hinüber, tüchtige arbeilsfrohe Mädchen und Frauen, denen der Bund die Ferne erschloß, und die er hütet und betreut, solange sie draußen sind Mit besonderer Sorge denkt auch der Bund der Jugend, die drüben unter fremden Völkern heranwächst und die unferm Volkstum verloren ginge, wenn nicht die Erziehung das Bewußtsein ihrer Volkheit in ihnen pflegte Schulen und Schülerheime gilt es zu schaffen und den Eltern beizustehen in ihrem verzweifelten Komps, ihren Kindern das Deutschtum zu erhallen. — Und kommt die deutschafrikanische Jugend später zur weiteren Ausbildung in die alte Heimat, dann nimmt sie der Bund wieder unter seine Fittiche, umsorgt und betreut sie, vermittelt Lehrstellen, berät über sonstige Ausbildungsmöglichkeiten und öffnet vor ollem den deutschafrikanischen Jung- mädchen und Knaben den Zugang zu deutschen Heimen, die ihnen während der Trennungszell das Elternhaus ersetzen. So kehren sie später zurück, erfüllt von dem Gedanken „Deutschland ist unsere Heimat“ Hinter all der Arbeit, die der Bund leistet, steht stark und unbeirrbar der Gedanke: es ist nicht Ausland, für dos wir schaffen, sondern deutsches Land, das rechtmäßig erworben und unrechtmäßig geraubt wurde, aber eines Tages wieder unbestrittenes deutsches Eigentum sein wird. An der Houptoersommlung am Samstag, 10. Juni, 9 Uhr, in dem Universitätsgebäude in Frankfurt a. M., kann jedes Mitglied der Abteilung Gießen des Frauenbundes der Deutschen Koloniol-Ge- scllschaft kostenlos teilnehmen. Den eingehenden Berichten über die Tätigkeit des Bundes wird eine Ansprache von Exz. Ritter von Epp folgen, sowie ein Vortrog von Pros. Kuhn- Gießen über die völkische Arbeit des Frauenbundes der Deutschen Kolonial-Gesellschast. Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: .Acht Mädels im Boot“. Derbandstag der Kriegerlanieradschafi in Tlidda. Am 10. und 11. Juni findet in Nlddo der diesjährige Derbondstog der Kriegerkameradschast „Jjaf- ha* statt. Mit dem Berbandstag ist gleichzeitig die Feier des 60jährigen Bestehens des ftriegervereins „Hastia" Nidda verbunden Nach dem Empfang der Gäste am Samstag, 10. Juni, ist für 17.30 Uhr eine Gedenkfeier für die Gefallenen und für die verstorbenen Vereinsmitglieder am alten und am neuen Kriegerdenkmal vorgesehen, um 20.30 Uhr findet ein Begrüßungsobend statt. Am Sonntag, 11. Juni, 9 Uhr, wird der Hassio-Verbandstog in der Turnhalle abgehallen, um 1t Uhr findet auf dem Markt ein Platzkonzert statt. Der Nachmittag bringt einen Festzug durch die Stabt, auf dem Fest platz an der Turnhalle die Festrede, sowie die Jubiläumsseier des festgebenden Vereins. Der Tag wird durch einen Deutschen Abend in der Turnhalle beschloßen. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. Sine außerordentliche Superin- tendentur-Konferenz findet am nächsten Freitag, 9. Juni, 10 30 Uhr beginnend, im Jo- hannessaal zu Gießen statt. Prälat D. Dr. Dr. Diehl wird einen Vortrag übet daS Thema „Zur kirchlichen Lage" halten. An den Vortrag wird sich eine Aussprache anschliehen. Die Teilnahme interessierter Laien, insbesondere Kirchen- vorsteher, ist möglich. •• Berichtigung von Kraftpost- Fahrplänen in unserem Fahrplan- yeft Im Sommersahrplan 1933 deS Gießener Anzeigers sind folgende Aenderungen nachzu- traaen: Seite 34, Strecke Gießen — Anne- rod —Steinbach — Albach und zurück: Wagen Gießen Bahnhof ab 13 Uhr (Steinbach an 1329 Uhr) verkehrt nur „W außer Sa“. Wagen Steinbach ab 18.10 Uhr (Gießen Bahnhof an 18.40 Ufor) verkehrt täglich. Fahrt Albach ab S 18.10 Ahr (Gießen LudwigSplah an S 18.40 Ahr) ist zu streichen. Seite 35, Strecke Gießen—Eber st odt—Gambach und zurück: Wagen Gießen Bahnhof ab 8.25 Ahr (Gambach Bahnhof an 9.16 Ahr) verkehrt nur „W“ ** Die Fuhrleistungen fürbieStäbtt- schen Elektrizitätswerke sollen vom 1. Juli ab auf unbestimmte Zeit vergeben werden. Interestenten seien auf bie heutige Bekanntmachung hingewiesen. " Diebstähle in Speisekammern. In der Rächt zum Dienstag wurden in W i e s e ck vier Diebstähle in Speisekammern verübt. In allen Fällen handelt es sich um Wohnungen, bei denen die Wohnungsinhaber die Speisekammerfenster nicht geschlossen hatten, so daß sie von außen her bequem aufgestoßen werden konnten. Die Spitzbuben nahmen alles Erreichbare an Lebensmitteln usw. an sich, das sie von außen greifen konnten. Beobachtungen zur Ermittlung der Täter und der Deute werden an die Gendarmeriestation Gießen erbeten. •• E i n Einschleich-Diebstahl wurde, wie der heutige Polizeibericht meldet, gestern abend in einer Wohnung im Seltersweg verübt. Der Dieb, der sich in die Wohnung eingeschlichen hatte, entwendete aus dem Schlafzimmer eine Geldkassette mit etwa 30 bis 40 Mark Inhalt und verschwand damit unerkannt. Sachdienliche Beobachtungen werden an die Kriminalpolizei erbeten. Wirtschaft. $ronffurf behauptet. Frankfurt a. TO., 7. Juni. (WTB. Drahtmel- bung.) Die heutige Mittagsbörse eröffnete mangels nennenswerter Anregungen in sehr stiller Haltung. Von der Kundschaft lagen kaum Orders vor, wöh- renb die Kulisse infolge der überwiegend schwächeren Auslandborsen und wegen der noch nicht erfolgten Unterzeichnung des Viermächtepaktes Zurückhaltung bekundete. Die Grund st immung war aber freundlich, wenn auch die K u r s g e ft a 11 u n g nicht ganz einheitlich war. Vereinzelt war noch einiges Kausintereste vorhanden, dem jedoch auch kleine Gewinnsicherungen gegenüberstanden. Die Veränderungen hielten sich in engen Grenzen, es Überwogen indessen Erhöhungen von 0,25 bis 0,75 v. H. Spezialwerte rote Zement Heidelberg, Siemens, Reichsbank, Scheideanstall, Eontigummi, Akkumulatoren lagen mit Erhöhungen bis zu 1,75 v. H. weiter fest. Sehr fest tendierten Süddeutsche Zucker, die mit Plus-Plus-Zeichen erschienen waren, und bie mit etwa 170 v. H. um 7,5 v. H höher lagen, ferner Tietz, bie nach anfänglicher Plus-Plus.Notiz 3,40 v. H. gewannen. Fest eröffneten u. a. außerdem Kali Aschersleben, bie unter Berücksichtigung des Divi- dendenadschlags von netto 4,5 2,13 v. H. anzogen. IG bröckelten nach behaupteter Eröffnung |pater leicht ab, ebenso Metallgesellschaft. Durchweg schwächer lagen dagegen Montanaktien mit Rückgängen von etwa 0,5 bis 1 o. H., Gelsenkirchen verloren 1,5 v. H. Von Einzelpapieren kamen noch Conti- Linoleum 1,5 o H niedriger zur Nottz. Aus den übrigen Marktgebieten hielten sich bie Abweichungen in dem genannten Rahmen. Im Verlause bröckelten die Kurse meist leicht ab, IG. gingen um insgesamt 1 und Siemens um 1,5 v H. zurück. Das Geschäft war außerordentlich Nein. Für Süddeutsche Zucker kam bisher noch keine Notiz zustande, da kein Material herauskam. An den Rentenmärkten war die ftursbilbung ebenfalls unregelmäßig und das Geschäft Nein. Die Neubesitzanleihe lag etwas fester, während im übrigen bie variabel gehandelten Papiere nach behauptetem Beginn später bis zu 0,5 o. H. nachgaben Am Pfandbriesmarkt lagen Goldpfanübriese nach der letzten Befestigung etwa 0,5 bis 0,75 o. H. niedriger, Liquidationspsandbriefe und ftommunulobligationen tendierten unverändert, nur Rheinische Liquidation gaben etwas nach. Stadtanleihen zogen vereinzelt weiter an, Staatsrenten lagen ruhig. Don fremden Werten lagen Mexikaner fest, 5-v H - äußere Goldmexikaner plus 1,75 v. H, die übrigen etwa 0,40 bis 0,65 o. H. Bosnische Eisenbahn und türkische Anleihen waren knapp gehalten. Tagesgeld war zu 4 v. H. unverändert. Psingstmarkt in Lich. # Cid), 6. Juni. Zu dem heutigen Pfingst- markt, mit dem eine Ziegenschau und Prämiierung verbunden war, waren auf dem Schweinemarkt 413 Ferkel aufgetrieben. Bei lebhaftem Handel wurden bezahlt für Ferkel bis zu sechs Wochen alt 15 Mark, für sechs bis acht Wochen alle 16 bis 20 Mark, und für acht bis dreizehn Wochen alte dis zu 25 Mark. Es verblieb geringer Ueberstand. Heber das Ergebnis der Ziegenschau werden wir besonders berichten Die Kapelle der freiwilligen Feuerwehr konzertierte während des Marktes. Ihre Darbietungen fanden beifällig« Aufnahme. MMUllMeil Ein vaterländifcherRoman vonHansDietzke Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau. 16 Fortsetzung Nachdruck aerbotenl Der Lärm der Glocke wächst unaufhörlich. Körper versuchen von draußen mit Gewalt die Tür zu erbrechen. Ehe Döllnitz antworten kann, trifft der Professor die Entscheidung. Er wendet sich kurz an einen kräftigen, untersetzten Mann, dessen Bauerngesicht Intelligenz verrät. „Hoffmann — Sie bürgen mir dafür, daß Hauptmann Döllnitz unversehrt aus der Stadt kommt!" Dann öffnet er leise die Tür des Zimmers und winkt den beiden, zum Hofausgang zu folgen. Im nächsten Augenblick schon hat der Beauftragte den Hauptmann aus einem Labyrinth von Gängen, Hintertüren und Höfen aus dem Bereich des Berger- schen Hauses gebracht. Als endlich der Professor dem Kommissar Ram- beaur umständlich das Portal öffnet, ist es zu spät. In Hast durchsuchen die Spitzel zwar das ganze Haus vom Keller bis zum Dachgeschoß — aber der Gesuchte bleibt verschwunden. Rambeaux läßt zwei Beamte zurück, mit den anderen wird er sofort eine Spuk aufnehmen, die am ehesten Erfolg verspricht. Er setzt alles auf eine Karte — es ist die letzte Möglichkeit, dieses verdammten Kuriers habhaft zu werden — der Schlag muß gelingen! Seine Parteigänger werden Döllnitz so lange als möglich zu verbergen suchen. Rambeaux hat blitzschnell kombiniert. Die schriftliche Nachricht, die völlnitz heute abend nach Löbau aufgesetzt hat und die durch den geheimen Beamten abgefangen wurde, bestärkt ihn in der Annahme, daß der Kurier zunächst — im Schutze der Nacht noch — Schloß Löbau aufsuchen wird. Es ist nicht das erste Mal, daß er dort unter falschem Namen, trotz der französischen Besatzung, als Gast des Barons aufgetaucht ist, den Rambeaux ebenfalls längst im geheimen hochverräterischer Umtriebe bezichtigt. Jetzt heißt es schneller sein als dieser verfluchte Preuße — man muß ihm den Weg abschneiden — am besten, wenn man ihn auf Löbauer Gebiet faßt. Löbau steht noch immer im Befehlsbereich des französischen Oberkommandos in Glogau. Trotz des Haftbefehls, den alle offiziellen und geheimen militärischen Stellen für diesen preußischen Kurier haben, ist es besser, ihn im Machtbereich der absoluten französischen Gewalt abzufangen, als auf rein preußischem Gebiet, wo man sicherlich, -gerade im Augenblick unverkennbarer politischer Schwankungen, versuchen wird, dem Hochverräter den Hals zu retten. Diesen Preußen ist in den letzten Wochen, trotz aller Versicherungen der leitenden Stellen und der fortgesetzten Hinweise auf das preußisch-französische Waffenbündnis, seit dem Pakt von Tauroggen nicht mehr, zu trauen. Um so besser ist es, hier ein Exempel zu statuieren, das diesen verdrehten Gehirnen, die von Freiheit und Selbständigkeit unablässig die letzte Zeit zu faseln beginnen, mit allem notwendigen Nachdruck zeigt, wer Herr der Situation und des Landes ist. Daß weiterhin die tausend Pistolen Belohnung nur dann fieber sind, wenn der verhaßte Kurier nach französischem Recht unschädlich gemacht werden kann, ist eine Ueberlegung, die ein Ehrenmann wie Rambeaux nicht erst sonderlich zu überlegen braucht — wofür schließlich liegt man seit Wochen auf der Lauer ... Unter diesen Betrachtungen ist er mit seinen beiden Beamten bei einem Fuhrhalter in den Hohen- gasse angekommen, der die Pferde stellen soll, mit denen man die Verfolgung aufnimmt. — Inzwischen hat Hauptmann Döllnitz mit seinem Begleiter unbehelligt die Mauern Breslaus verlassen. Kurz vor der Stadt liegt Hoffmanns kleine Wirtschaft. Hier hat Döllnitz schon des öfteren die Kurierpferde gewechselt. Während der Mann den Gaul aufzäumt, hat Döllnitz Zeit, sich für den bevorstehenden Ritt sertigzumachen. Die letzte halbe Stunde hat Nerven und Schweiß gekostet. Im Laufschritt ging es durch nachtdunkle Gassen bis zum Markt und dann hieß es, ohne Aufsehen zu erregen, das Glogauer Tor gewinnen. Sein Begleiter kannte alle Schliche und sichersten Wege. Als man die Stadt hinter sich hatte, ging es wieder im Laufschritt, abseits von der großen Landstraße, dem Gehöft Hoffmanns zu. Die äußerste Gefahr war gebannt. Döllnitz wußte fürs nächste nur einen Ausweg: Er mußte im Dunkel der Nacht Schloß Löbau erreichen — dort wird man ihn verbergen, bis er wieder im Schutze einer Nacht bei anderen Parteigängern den gefährdeten Landkreis von Etappe zu Etappe verlassen kann. Er prüft seine Pistole und geht nach dem Hof, wo eben Hoffmann mit einem sehnigen Rappen aus dem Stall kommt. „Sie werden zufrieden sein, Herr Hauptmann! Es ist mein bester Renner." Döllnitz nimmt die Zügel und klopft dem Tier den Hals. „Geben Sie Professor Berger so schnell wie möglich Bescheid, daß ich zunächst Schloß Löbau zu erreichen trachte. Ich werde von meinen weiteren Stationen Nachricht geben. Jedenfalls versuche ich, nach Ostpreußen zu gelangen." „Nehmen Sie den Weg rechts von der Sandgrube, Herr Hauptmann, und reiten Sie ruhig durch den Hohlweg. Es war bisher immer noch das sicherste. Im Wald haben Sie die beste Deckung." Döllnitz sitzt auf. Der Rappe beginnt zu tänzeln. Hoffmann drückt des Hauptmanns Hand. „Mit Gott! Sie werden Löbau heil erreichen!" Die Männer sehen sich noch einen Augenblick schweigend an. Dann gibt Döllnitz dem Pferd die Sporen. Hoffmann sieht dem Reiter nach, der allmählich feinen Blicken entschwindet. Er fühlt mit der Hand in die Luft: Es wird Schnee geben. Das ist gut — wenn dem Hauptmann einer auf den Fersen sitzt, kann er ihm leichter entkommen im Schneegestöber. Befriedigt schließt er die Stalltür, nimmt die Laterne und geht langsam in Gedanken auf das Wohnhaus zu. Im Salon auf Schloß Löbau musiziert Hauptmann ßcfeore nichtsahnend mit den Damen. Er ist glücklich, einen so angenehmen Abend, wie feit langem nicht, verleben zu können. Sein ganzes Denken ist von Musik erfüllt. Er steht, die Geige griffbereit in der Hand, auf feinen Einsatz wartend. Man spielt die Kreutzersonate von Beethoven. Maria von Löbau begleitet auf dem Flügel. Auch sie ist ganz der Musik hingegeben. Mit aller Leidenschaft gleiten ihre Hände über die elfenbeinernen Tasten, entlocken den klingenden Saiten letzte Schönheiten, entzündet sich an dem beschwingten Spiel ihres Partners. Die Baronesse zwingt sich, die Angst des Augenbllckes einzuschließen in einen Wall von Tönen, die die geheimsten Tiefen ihrer Seele widerspiegeln. Nie hat sie diese Sonate so vollendet gespielt, nie ist sie dem geistigen Gehalt dieser heroischen Musik näher gewesen, als in diesem Augen- blick. Vergessenwollen, letzte schmerzliche Hingabe ist dieses Musizieren. Und die Geige unter den Händen Lefevres ist schwellend und süß in ihrem Ton, alle Tiefe und Tragik, alles Jauchzen und gravitätische Schreiten dieses meisterhaften Satzes nimmt restlos, rein und klingend. Gestalt an. Die Töne der zwei Instrumente verschmelzen zu letzter, erhabendster Form. Es ist der Augenblick, die Kraft der Seele, die den spielenden Händen solchen Ausdruck verleiht. Jeanette sitzt tief in die Polster des Sessels zu- rückgelehnt, mit geschlossenen Augen dem Zauber der Töne lauschend. Ihre Züge haben eine zärtliche Verzückung, wie von etwas lang Entbehrtem. Es sind Minuten seligster Erinnerung. Alle Erregung der gefahrdrohenden Wirklichkeit ist verschwunden. Wie hatte sie gezittert vor dem ersten Zusammentreffen, vor der Scheu fremder Herzen und der Angst, die aus Lüge geboren, sich hemmend zwischen das Handeln der Stunde stellen könnte. Wie schnell aber war dennoch alles verflogen, als die ersten Harmonien der Töne alles Trennende umstimmten zum einzigen Akkord des Verstehens. Das Eis ist gebrochen — Ren6 wird nichts merken — sein Fühlen und Denken ist angefüllt vom Schönheitsdurst des Augenblickes. Die Musizierenden haben geendet. Klar und voll stehen die letzten verklingenden Töne im Raum. Hauptmann Lefevre legt die Geige aus der Hand und sieht still zu Maria, dann zu seiner Frau hinüber. Ihr bittender Blick lenkt ihn wieder zur Baronesse, der er gern ein paar Artigkeiten sagen will, die ihm von Herzen kommen. „Ich habe in unserer Heimat oft diese Sonate gespielt im Kreise meiner Freunde — aber selten bin ich so hingebend begleitet worden." Marias Blick lächelt nur zu Ren6. Jeanette wiederholt das Kompliment für beide. „Ihr habt köstlich musiziert!" Und sie erhebt sich und streckt der Baronesse die Hände entgegen. „Danken wir es dem Meister dieser Töne", sagt Maria schlicht, und Lefevre vollendet ihren Gedanken: „Beethoven wird einstmals Deutschlands größter Musiker sein." Jeannette hat vorsorglich einen Punsch bereiten lassen und aus ihren Vorräten Naschwerk beige- steuert und bittet nun lächelnd, mit vollendetem Takt, die eifrigen Musikanten zu einer Stärkung. Der Hauptmann ist ganz dem Zauber der Stunde verfallen. Er ist ganz Kavalier und Weltmann, der sich auf eine geistreiche Konversation versteht. Jeanette ist froh, daß Rens so ganz ohne fühlbare Zurückhaltung, ohne Argwohn sich gibt. Selten hat sie ihn in den letzten Wochen so aufgeschlossen gesehen. Sein ganzes Wesen blüht auf bei diesen Dingen, die ihn zutiefst erfüllen. Ein schmerzlicher Zug huscht über ihr Gesicht — es ist schade, daß diese für Renö so schöne Stunde mit einem Schatten der Lüge behaftet ist. Die Baronesse versucht krampfhaft ihrer nagenden Unruhe Herr zu werden. Unablässig folgt sie der Unterhaltung und klammert sich mit Blicken und Fühlen an Jeannette. Sie ist froh, als sie ein neues Thema, das ihnen Gesprächsstoff bietet, gefunden haben. • Jeannette hat die Ueberraschung für ihren Mann bereit. „Sie dürfen mir nicht böse sein, Baronesse, daß ich Ihnen vorgreife. Aber ehe wir es vergessen: Rens — die Baronesse hat prachtvolle alte Handschriften in ihrer Bibliothek ..." Der Hauptmann, der gerade fein Glas erhoben hat, um Maria zuzutrinken, stellt es mit einem gut gespielten Ausdruck des Gekränktseins auf den Tisch: „Baronesse — das höre ich jetzt erst? Er droht ihr lächelnd mit dem Finger. „Da hätten S'^ sich ja bald einer bösen Unterlassungssünde schuldig gemacht!" Maria nimmt alle Kraft zusammen, um auf den scherzhaften Ton ihrer Gäste einzugehen. „Ich konnte nicht wissen, Herr Hauptmann, daß Ihre Interessen so vielseitig sind", sie will ihm bewußt schmeicheln, „aber ich glaube sicher, daß unser Bücherschatz eine Fundgrube für Sie sein wird. Der größte Teil her Handschriftensammlung stammt aus einem hier in der Nähe zu Ausgang des 15. Jahrhunderts abgebrannten Kloster, dessen Bücher und Schriften meine Ahnen in das Schloß retteten." Bei diesen Worten erhebt sie sich, nimmt den großen Leuchter vom Tisch des Salons und bittet mit einer liebenswürdigen Geste ifjb zu folgen. Sie schlägt die schwere Portiere zurück, der Hauptmann nimmt ihr dabei den Leuchter ab, den Damen den Vortritt lassend in den dunklen, hohen Raum. (Fortsetzung folc' SOMMER-STOFFE nur von LBERNARD SBF72A Herein eben. Ihr, Gießen. Ziehung bestimmt 16. Juni 1933 Meiner werten Kundschaft sowie Gästen von Annerod, Gießen und Umgebung zur gefall. Kenntnis, daß mein Geschäft morgen den 8.Junifiir jedenVerkehr geschlossen bleibt! Hochachtungsvoll Karl Wallbott, Annerod Gasthaus „Zur Krone“ 03395 fillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll) Baustoffe anerkannt beste Qualitäten liefert prompt und billigst 2621 d C. Rübsamen Fernsprecher 3659 aillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllli Am Sonntag, den 11. Juni nachmittags ab 3 Uhr Sommerfest Z auf dem Schiffenberg! Unterhaltung, Kinderspiele usw. 3782 d Der Vorstand. Eisenacher Geld-Lotterie znm Besten des Thüringer fflnsenms Eisenach 3386 Gewinne zusammen Mark 12500 HSchstgewinn auf ein Doppelloa RM. 5000 Hauptgewinn auf ein Einzellos RM. 2500 ferner Gewinne RM. lOOO. Lose ä 50 PL, Donoeiloseal.- RM. versendet auch unter Nachn. 20 Pf. mehr. Porto und Liste 30 Pf. mehr A» Dinkelmann, Worms ! ostscheck: 20060 Frankfurt a.M. Zu haben bei den staatl. Lotterie- Einnahmen u. allen durch Plakate kenntlichen Verkaufsstellen, aeoev 5 Sühmost - Flüssiges Obst 6 Ein erfrischender, gesunder Trank für jung u. alt. Bestellungen liefere frei Haus ab Lager Bleichstr. 18 p. Rud. Jung, Biskirchen/Lahn gärungslose Früchte Verwertung 03164 Fernruf Nummer 47 Biskirchen. Konkursverfahren. Heber den Nachlaß des am 3. Januar 1933 verstorbenen Rechtsanwalts Paul Hornberger in Gießen wird heute am 6. Juni 1933, vormittags 11 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet, da der gerichtlich bestellte Nachlaßpfleger auf Grund nachgewiesener Ueberschutdung des Nachlasses die Eröffnung des Konkursverfahrens gemäß § 217 KO. beantragt hat. 3781D Der Rechtsanwall Dr. Karl Krämer in Gießen, Frankfurter Straße 1, wird zum Konkursoerwaller ernannt. Konkursforderungen sind bis zum2S.Iuni 1933 bei dem Gericht anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretendenfalls über die im § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände, ferner zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Mittwoch, den 5. 3uli 1933 vormittags 9 Uhr oor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer Nr. 204, Termin anberaumt. 2nien Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemein- Ichuldner zu verabfolgen oder zu leisten auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 26. 2uni 1933 Airzeige zu machen. Hessisches Amtsgericht in Gießen. Donnerstag, den 8. 3uni 1933, nachmit- tags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 3785D 1 Flügel, 2 Registrierkassen, 1 Motorrad, 2 Radiogeräte, 8 Diwans, 6 Schreibtische, 8 Büfetts, 2 Warenschränke, 1 Registraturschrank, 2 Schreibmaschinen, 2 Klaviere, 1 Haarschneidemaschine, verschiedene Sorten Papier, 5 Chaiselongues, 2 Nähmaschinen, 4 Vertikos, 3 Glöserschränke, 1 Wirtschaftsbüfett, 1 Badeofen mit Wanne, 1 Flurgarderobe, 4 Sessel, 1 Trumeauspiegel, 4 Bilder, 17 Bände Brockhaus, 1 Ladentheke, 1 Grammophon, 1 Kommode, 3 Kleiderschränke, 2 Tische, 6 Stühle, 1 Vitrine, 1 Wäscheschrank, 1 Spiegel, 1 Kredenz, 1 Waschtisch, 1 Ständerlampe, 1 Teppich, 1 Harmonium, 2 Mantelkessel. Ferner an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im versteigerungslokal): 2 Kühlschränke, 1 Personenwagen, 2 Stämme Holz, 1 Bohrmaschine. Bestimmt: 1 kleinen Adler-Lieferwagen. 2Näll. Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstraße 33 — Telephon 3239 Bekanntmachung. Am 16. Juni 1933 findet eine Volks-, Berufs- und Betriebszählung statt, durch die die Gesamtzahl der Bevölkerung, ihre Gliederung nach Geschlecht, Alter, Familienstand usw. ermittelt werden soll. Gezählt werden: 3775C 1. Die Bevölkerung durch Haushaltungslisten. In die Listen sind alle zur Haus- hallung gehörigen Personen (einschließlich Zimmerabmieter) aufzunehmen. 2. Land- und forstwirtschaftliche Betriebe durch Haushaltungslisten (Seite 4), bei Bewirtschaftung von 5000 qm und mehr durch besondere Landwirtschaftskarten. 3. Gewerbebetriebe, in denen der Inhaber ohne Personal tätig ist, durch die Haushaltungslisten (Seite 4), bei Mitinhabern, Angestellten und Arbeitern durch besondere Gewerbekarten. Jedes bebaute Grundstück wird außerdem durch eine Grundstücksliste gezählt. Die Pflicht der Eintragung in die Zählformulare liegt den haushattungsvorstän- den (als solche gelten auch einzeln lebende Personen mit besonderer Wohnung und eigener Hauswirtschaft) und Betriebsinhabern oder deren Vertreter ob. Das Zählmaterial wird vom 9. Juni 1933 ab durch die Zähler verteilt. Es ist nach dem Stand vom 16. Juni 1933, nach den in den Vordrucken gegebenen Anweisungen zu beantworten. Vom 16. Juni 1933 mittags ab sind die Zählbogen zum Abholen bereitzuhalten. Wer sich weigert, die vorgeschriebenen Eintragungen in die Erhebungspapiere zu machen, oder wissentlich wahrheitswidrige Angaben macht, wird mit Geldstrafe bis zu 150 RM. bestraft. Es darf erwartet werden, daß die Bevölkerung durch gewissenhafte und sorgfältige Ausfüllung der Zählbogen die Arbeit der ehrenamtlich tätigen Zähler erleichtern hilft. Es wird darauf hingewiesen, daß die Zählergebnisse nur statistische Unterlagen bilden und für steuerliche oder sonstige Zwecke keine Verwendung finden. Auskunft über die richtige Ausfüllung der Zählbogen, soweit dies aus dem Vordruck nicht schon ohne weiteres ersichtlich ist, wird im Stadthaus, Bergstraße 20 — Zimmer ^r-12 — erteilt werden. Dort wollen sich auch diejenigen Personen zur nachträglichen Eintragung melden, die durch irgendwelchen Umstand keine Zählpapiere zur Eintragung erhalten haben. Gießen, den 7. Juni 1933. Bürgermeisterei Gießen. Der Gemeinde-^ählungskommissar. |Vermietungen] Einsamilien- 377oD 7 Räum, nebst Garten, herrliche Lage, 60 RM. in Ehringshausen z.vermieten. Angeb. an Wilhelm Mohr, Ehrings- hausen(Kr.Wetzlar) llllllllllllllllllllllllllllllllllll Schöne s-ZinMlimn. 1 . Stock, in sonniger, freier Lage, ab Oktober zu vermieten. Schr. Ang. u. 03468 a. d.Gieß.Anzeiger. Wohnung 5 Zimmer, in freier Lage, per 1. Juli zu vermieten. Schr. Angeb. unt. 03463 a.d. Gieß. Anzeiger. Arbeitsvergebung. Betr.: Fuhrleistnngen. Die Fuhrleisiungen für die Städtischen Elektrizitätswerke, Ueberlanhanlage und Straßenbahn Gießen sollen ab 1. Juli 1933 für unbestimmte Zeit vergeben werden. Die Vergebung erfolgt auf Grund der Reichsverdingungsordnung sowie unserer besonderen Vorschriften. 3774D Die Angebotsvordrucke sind kostenlos bei der unterzeichneten Verwaltung, Zimmer Nr. 1, erhältlich unb bis zum 13. Juni d. 3., vormittags 11 Uhr, verschlossen und mit der Aufschrift „Fuhrleistungen" versehen dort einzureichen. Freie Auswahl des Unternehmers bleibt vorbehalten. Gießen, den 6. Juni 1933. Direktion der Städtischen Elektrizitätswerke, Ueberlandanlage und Straßenbahn. ____________Stolts.____________ AllgemeineOriskrankenkaffe Gießen-Sia-t. Unsere Schalter sind von Donnerstag, den 8. Juni 1933, ab für das Publikum täglich von 8 Ahr bis 12)4 Uhr geöffnet. Nachmittags geschlossen. 3772D Der Vorstand. 4-Zimm -Wosing., mit Bad u. Balkon, zu vermieten. (03450 Haaö,Schubertstr.2 Schöne, geräumige 3-Zimmer-Wohn. 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Gerz, Bad-Nauheim, Kurstraße 17 eriedigtalle vertrauliche Privat- u Geichcjftsanaele- genbeiten, wie Auskünfte, Beobachtungen,Erm ttelungen, Beschaffung v. Be» we smat in Straß u. Zivilvroz ftrenn dtskr. Sprechst.:9b 127su 3—fillbr «rin Verschiedenes 800-1000 RM. gegen erste Sicherheit, mit monatlich. Rückzahlungen, gesucht. Schr. Angeb. u. 03462 a.d.G.A. Abzutreten,ganzod. teilweise, ab 1. Juli Forellenbach mit reichem Krebsbestand. Zu erfrag, in derGeschäftsstelle des Gieß.Anz. [3783D Vereine * s Zur Teilnahme am lltiifleiifieiitaii in Darmstadt am l.,2.u.3.Juli33 melden sich die Ka- meradenlauchNicht- mitglieder) bis 15. Juni beim Kamerad Schwinn, Liebig- strafte 18. 37930 Am 1. Feiertag wurde ein grünes Strickjäckchen int Schiffenberger Wald verloren. Geg.Belohnung abzugeben. 3789V Stevhanftraftel3,l. Ein Damenjäckchea a. 2. Pfingstfeiertag gefunden. Abzuhol. geg. Jnseratgebühr Ederftr. 21 v. (03471 Freitag, den Y.Juni Hlonüts-Deftammlung bei Hovfeld. Sonntag, 18. Juni Bereinöwanderung s. Aushänge. 37790 U.C. Gießen Eisenbahn.-Heimslätten- Vereine.6.mJ) H.,Gieflen Einladung zur auOerordentlichen General-Versammlung a.Sonntag,11.Juni 1933, 9,10 Uhr, im Unterrichtszimmer des Oberbess. Bahnhofs zu Gießen. Tagesordnung: Gleichschaltung. Anfang pünktlich. Alle Genossen werden um ihr Erscheinen ersucht. 3770D Gießen,6.Jum 1933 Der Vorsitzende des Aufsichtsrates: Hedderich. Nr. 130 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Mittwoch, 7.Mi (933 Zeitfragen des Mittelstandes. Siedlung und Handwerk. Don Or. Srehler, Hannover, l^eichsverdand des deutschen Handwerks. Dor hundert Jahren war Deutschland noch ein Agrarstaat. In der Zwischenzeit hat sich die Umwandlung zu einem Industriestaat vollzogen. Während das Deutsche Reich noch zu Anfang des vorigen Jahrhunderts eine agrarische Bevölkerung von etwa 80 v. fj. hatte, fiel deren Anteil für das Jahr 1925 auf 23 o H. Umgekehrt stieg der Anteil! der Berufszugehörigen in der Gruppe Industrie und Handwerk in der Zeit von 1882 bis 1925 von 35 v. Sy auf 41,3 o. Sy Im Zuge dieser Entwicklung stand die „Flucht vom Lande", da jeder glaubte, in der Stadt günstigere Arbeitsbedingungen und zugleich eine bessere Lebenshaltung zu finden. Der Zuzug zu den Städten hiell auch noch in der Nachkriegszeit an. Der Ausbruch der allgemeinen Krise, die in der ungeheuren Arbeitslosigkeit ihre untrügliche Meßzisfer findet, setzte ihm ein notwendiges Ende. Heute noch zählen wir rund 5% Millionen Arbeitslose, von denen ungefähr die Hälfte auf die hochindustrialisierten Gebiete Berlin - Brandenburg, Rheinland, Westfalen und Sachsen entfallen. Die Zerstörung wirtschaftlicher Zusammenhänge durch die Friedensoerträge, die Uebersteigerung der Weltproduktion, der ständige Rückgang des Welthandels, kurz die gesamten Strukturänderungen in der Weltwirtschaft und in der deutschen Volkswirt- schäft lassen es fraglich erscheinen, ob es in absehbarer Zeit, überhaupt möglich ist, das Heer der Arbeitslosen wieder in den Produktionsprozeh ein- zuschalten In diesem Zusammenhang gewinnt das Problem der Siedlung erhöhte Bedeutung, weil sie neue Möglichkeiten zur Existenzgründung bietet. So ist denn auch die Siedlungsfrage, in der Deutschland auf Erfahrungen von Jahrhunderten blicken kann, in den letzten Jahren eifrigst gefördert worden. Seit Bestehen des Reichssiedlungsgesetzes vom Jahre 1919 wurden bis Ende 1932 insgesamt rund 930 000 Hektar zu Siedlungszwecken verwandt oder bereilgcstellt, eine Fläche, die etwa dem Gebiete der Provinz Oberschlesien entspricht. Für das Jahr 1932 erreichten die für Siedlungszwecke bereitgestellten Ländereien etwa die Fläche von 80 000 Hektar; rund 8900 neue Siedlerstellen wurden gegründet. Zweifel- los ist noch genügend Land vorhanden, um auf diesem Wege weiter fortzuschreiten. Das beweist schon ein Blick in die Statistik über die Bevölkerungsdichte. Während im Durchschnitt auf einen Quadratkilometer 134,23 Einwohner fallen, zählen z. B. Ostpreußen 61, Mecklenburg-Schwerin 51,35, die Grenzmark Posen-Westpreußen 43,1 und Mecklenburg- Strelitz 37,64 Einwohner Neben der großen nationalen Bedeutung einer besseren Besiedlung des deutschen Ostens sind es auch wirtschaftliche Gründe, die das Handwerk einer uneingeschränkten Förderung dieser Ausgabe das Wort reden lassen, denn zweifellos wird ein erfolgreich durchgeführtes Siedlungswerk eine nachhaltige günstige Auswirkung auf die gesamte Wirtschaft nach sich ziehen. In erster Linie sei hier auf das Bau- handwerk und seine vielen Nebengruppen, aber auch auf die Herstellung landwirtschaftlicher Maschinen verwiesen. Nach Berechnungen dürfte sich der zu- fätzliche Iahresbedarf allein an Wirtschaftsgeräten bei einer jährlichen Besiedlung von 200 000 dis 300 000 Hektar Land auf etwa 30 bis 50 Millionen RM. stellen. Auch die Schaffung vermehrter Arbeitsgelegenheit wird ganz von selbst eine allgemeine Steigerung der Nachfrage nach Verbrauchsgütern zur Folge haben. Eine Einschaltung des Arbeitsdienstes zu den Vorarbeiten der ländlichen Siedlung wird die Durchführung des Siedlungswerkes beschleunigen. Auch sur das Handwerk können bei erfolgreicher Durchführung einer planmäßigen Siedlung in den so erschlossenen Wirtschaftsgebieten neue Lebensmöglichkeiten geschaffen werden. Schon vor dem Kriege hat die Siedlungskommission für Posen- Westpreußen für die Zeit von 1885 bis 1905 festgestellt, daß in den von bäuerlichen Neusiedlungen umgebenen Städten sich die Ziffer der selbständigen Handwerker um 29,66 q. Sy vermehrte, in den Nicht- ansiedlungsstädtea dagegen um 3,89 vH. abnahm. Die neue Reichsregierung hat die weitere Besiedlung des deutschen Bodens als eine der höchsten nationalen Aufgaben bezeichnet und die Schaffung eines besonderen Reichsamts für Siedlungen vor- gesehen. Um unnötige Verzögerungen zu vermeiden, wird es geboten bleiben, die landwirtschaftlichen Betriebe, besonders im Osthilfegebiet, die trotz der ver- schiebenen Sicherungs- und Vollstreckungsmaßnahmen auch in Zukunft auf keine gesunde Grundlage aestellt werden können, der Siedlung zuzuführen. Durch die besonderen Schutzmaßnahmen für_ die Landwirtschaft hat ja das Landangebot für Siedlungszwecke einen starken Rückgang erfahren Wichtig bleibt weiter eine ausreichende Bereitstellung von Krediten sowie eine Abwicklung des Verfahrens auf möglichst einfachem und billigem Wege. Für die Ansiedlung selbst kommen nur solche Bewerber in Frage, die neben den erforderlichen Kenntnissen in der Landwirtschaft auch Mut und Ausdauer mitbringen, denn nur in hartnäckiger Arbeit wird ein Erfolg dem Boden abgerungen werden können. In der bisherigen Erörterung des Problems sind oft Bedenken gegen die Durchführung der Siedlung geäußert worden. Man hat in erster Linie auf die schlechte Rentabilität der Landwirtschaft hingewiesen. Die Anerkennung dieser Bedenken würde ein Ende der Siedlungstätigkeit überhaupt bedeuten. Sie treffen aber insofern auch nicht zu, als einmal die Ent- Wicklung von einer Verminderung des Getreidebaues zu einer Vermehrung der landwirtschaftlichen Veredelungsproduktion führen und zum anderen die Mehrerzeugung von einem Mehrverbrauchs durch die Siedlungstätigkeit selbst und durch die Steige- rung der allgemeinen Kaufkraft wieder ausgeglichen werden dürfte. Neben dieser bäuerlichen Siedlung steht die vor- städtische Kleinsiedlung, die nach den jüngsten Richtlinien des Reichsarbeitsministers nicht als Klein- Wohnungsbau, sondern gleichfalls als Siedlung auf» gefaßt werden muß Mittlere und kleinere otäbte soll. n in erster Linie berücksichtigt werden. Nach den Richtlinien sollen die Aufschließungs- und sonstigen Nebenarbeiten zum Aufbau der Stellen, sowie der Aufbau der Stellen selbst möglichst im Wege der Selbst- und Nachbarhilfe erfolgen. Das Baugewerbe soll nur insoweit herangezogen werden, soweit es die Verhältnisse irgendwie erlauben. Bislang hat sich das Handwerk immer dadurch benachteiligt gefühlt, daß fast alle typischen handwerklichen Arbeiten von den Siedlern selbst ausgeführt wurden. Ganz abgesehen von der damit verbundenen Beeinträchtigung des Handwerks gebieten schon wirtschaftliche Gründe eine fachgemäße Erstellung der Siedlungsbauten durch die hierfür in Betracht kommenden Bauhanü- werker. Sparkassen und Mittelstand. Aus dem Jahresbericht des Deutschen Sparkassen- und Girooerbandes ergibt sich, daß die Sparkaisen die Krise des Jahres 1931 endgültig überwunden haben. Sie konnten im Jahre 1932 bereits wieder einen Einlageüberschuß von 70 Millionen Mark erzielen. Man darf daraus den Schluß ziehen, daß die Spartätigkeit des deutschen Volkes auch in der schlimmsten Notzeit nicht aufgehört hat. Das Spar- kapital ist aber die geeignetste Quelle für die Kreditversorgung des Mittelstandes. In der großen Ciqui- ditätskrise von 1931 war leider auch diese Quelle versiegt. Inzwischen haben es die -Sparkassen, wie der erwähnte Bericht zeigt, in erfreulichem Maße verstanden, sich wieder vollkommen flüssig zu machen. Seit dem Herbst vorigen Jahres sind sie auch wieder imstande, ihre bisher unverwertbar gewesenen (fffettenbeftänbe ohne zu große Verluste zu veräußern, um sich flüssige.Mittel zu beschaffen. Vor allem aber sind viele eingefrorene Kredite wieder aufgetaut. Die Sparkassendarlehen z. B. haben sich in der Zeit vom 30. Juni 1931 bis zum 31. Dezem- ber 1932 um 339 Millionen Mark vermindert. Die Sparkassen sind daher jetzt wieder vollkommen mobil und in der Lage, ihre Aufgaben auf dem Gebiete der Kreditversorgung der mittelständischen Wirtschaft zu erfüllen. Die Verflüssigung ihrer Aktiven wird es den Sparkassen auch ermöglichen, sich wieder in stärke- Die Wohnungsfrage ist ebenso wenig wie die Arbeitsbeschaffung befriedigend gelöst. Beide hängen aber eng zusammen. Die Erneuerung und der Ausbau von Wohnungen in Althäusern, sowie die Wohnungsherrichtung in bisher gewerblich genuijicn Räumen um) die Teilung von Groß- wohnungen gibt tausenden Handwerkern und deren Gesellen, Lehrlingen und Hilfsarbeitern lohnende Arbeit und ebenso Tausenden von Familien und Alleinstehenden behagliche Wohnungen. Es ist nicht so. daß in Altbauten nur ungesunde und unfreundliche Wohnungen möglich sind. 3m Gegenteil, bei einigem guten Willen und liebevoller Behandlung sind auch in Altbauten und in den älteren Stadtteilen sehr schöne, behagliche und auch gesunde Wohnungen herzustellen. Auf die pflegliche Behandlung der Wohnungen und Häuser kommt es dabei natürlich in erster Linie an. Beachtlich ist doch, daß in den Altbauten zehntau- sende Familien als Mieter seit Generationen wohnen. Vielfach lehnen sie eine Ansiedlung in die modernen, an der Etadtgrenze liegenden, oft recht engen Rmbauwohnungen ab. Reben der soliden Bodenbeständigkeit sind es vielfach auch wirtschaftliche Erwägungen (Heizkosten- und Fahrgeld- ersparnis usw.). die für die Bevorzugung der Altwohnungen den Anlaß geben. Ratürlich find in den älteren Stadtteilen nicht alle Bauten, Häuser und Straßen insbesondere für Familien mit Kindern für Wohnungszwecke erwünscht oder möglich. Diese scheiden für meine Erwägungen aus. Cs bleiben aber daneben sehr viele schöne Räume übrig, die sich sehr wohl zum Bewohnen eignen. Jedenfalls in einer Zeit, in der zehntausende Fa- milien noch wohnungslos sind, und in unserer wirtschaftlichen Rot können wir uns den Luxus nicht leisten, alle Altwvhnungen und Wohnungs- Möglichkeiten ungenützt zu lassen, um nur in modernen Reubauten zu wohnen. Nebenbei sei bemerkt, daß ein nicht unerheblicher Teil der in der marxistischen nachträglichen Zeit entstandenen Reubauwohnungen keineswegs ideale Unterkünfte sind. Bei nur zu vielen gilt das alte Scherzwort: „Meester, die Arbeit is fertig, soll ick se gleich reparieren!" — Schon die große Dezember-Notverordnung des Jahres 1931 sah gewisse Schutzmaßnahmen vor, die nach Möglichkeit verhüten sollten, daß den Inhabern von Grundstücken ihr Eigentum durch die Zwangs- Vollstreckung verschleudert wurde. Diese Bestimmun, gen haben im Lause der letzten VA Jahre eine starke Erweiterung und Ausdehnung erfahren; neuerdings hat sich der Gedanke des Schuldnerschutzes aber auch auf dem Gebiete der Mobiliar-Zwangsvollstreckung ausgewirkt und zu einschneidenden Maßnahmen geführt. Das Gesetz vom 26. Mai 1933, das diese Maßnahmen enthält, macht zunächst die Einstellung der Zwangsversteigerung von Grundeigentum nicht mehr von einem Anträge des Schuldners abhängig, sondern macht es dem Richter zur Pflicht, von Amts wegen die Frage zu prüfen, ob die Voraussetzungen einer Einstellung gegeben sind. Frühere Einstellungsgründe sind dahin erweitert, daß auch die Nichterfüllung der fälligen Verbindlichkeiten wegen Arbeitslosigkeit, oder wegen eines wesentlichen Rückganges des Arbeitseinkommens ein Grund für die Einstellung abgeben kann. Wesentlicher sind die Bestimmungen dieses Gesetzes, die sich mit der Mobiliar-Zwangsvollstreckung befassen. Sind bewegliche Sachen, die zum persön- lichen Gebrauch dienen oder zum Hausgerät gehören, sowie Einrichtungsgegenstände, Gerätschaften und Vorräte, die der Erwerbstätigkeit des Schuldners dienen ober zu einem von ihm betriebenen gewerblichen Unternehmen gehören, gepfändet, so üt auf Antrag die Zwangsvollstreckung aufzuheben, wenn der Schuldner ohne fein Verschulden außerstande ist, die Verbindlichkeiten zu erfüllen und ihm durch den Verlust der gepfändeten Gegenstände ein unverhält- nismäßiger Nachteil erwachsen würde. Handelt es sich bei der Schuld um eine vertragliche Verpflich- rem Maße, als sie es bisher getan haben, der Pflege des Personalkredits zuzuwenden. Der größte Teil des Mittelstandes besitzt keine hypothekarischen ober sonstigen Kreditunterlagen, oder wenigstens nicht in dem Maße, in dem er häufig Kredit in Anspruch zu nehmen gezwungen ist. Aber ber solibe, fleißige Ge- merbetreibenbe bietet in seiner Person, in seiner Arbeitskraft unb in seinem Betriebe Garantie genug für einen Personalkrebit in angemessener Höhe. Für bie Belebung ber Wirtschaft unb bie Ankurbelung ber Konjunktur ist gerabc ber Personalkrebit, ber vor allem ber Förderung selbständiger kleiner und mittlerer Unternehmungen bient, von befonberer Bebeutung. Nach einer statistischen Uebersicht bcs Deutschen Sparkassen- unb Giroverbanbes hatten bie beutschen Sparkassen Enbe Oktober 1932 in insgesamt 1,10 Millionen Fällen kurzfristige Einzel- frebite im Gesamtbeträge von 1,88 Milliarben RM. ausgegeben. Auf jeden Einzelkredit entfiel also ein Durchschnittsbetrag von 1711 RM. lieber 82 Prozent aller Sparkassenkredite lagen unter der Grenze von 2000 RM. Eine weitere Verstärkung ber Pflege des mittelstänbischen Personalkredits wird sich aus der Verengerung ber Beziehungen zwischen Reichsbank unb Sparkassen ergeben, bie sich bahin aus- wirken soll, baß bie Reichsbank in ihrem Diskont- geschäft bie Sparkassen mehr als bisher berücksichtigt. Die Sparkassen müssen sich ihrer ganzen Natur nach bie Förberung ber Spartätigkeit zur Hauptaufgabe machen. Je mehr Sparkapital in die Wirtschaft fließt, desto mehr verbessert sich auch die Kreditversorgung. Wenn bie Reichsbank, wie Dr. Schacht es ankünbigte, für bie Sparer unerschütterlich auf ber Wacht stehen will, so wirb sie bas am besten in Zusammenarbeit mit ben gemeinnützigen Sparkassen unb burch Förberung ber mittelstänbischen Krebit- versorgung über bie Sparkassen tun können. Infolge der marxistischen Wohnungsbau- und Steuerpolitik befindet sich ein großer Teil der Alt- wohnungen und Althäuser in wenig erfreulichem Zustand. Es fehlt den Hausbesitzern vielfach an Mitteln, um die Erneuerungsarbeiten durchzuführen. Die Mieter haben daran ebenfalls kein Interesse, und so verkommen Wohnungen und Häuser. Der Zusammenbruch der Wirtschaft hat sehr viele Räume, die ehemals Wohnungen waren, aber in der Scheinblütezeit als Bureaus oder sonstwie gewerblich genutzt wurden, wieder frei- gegeben. Sie sind als Bureaus oder als gewerbliche Räume unvermietbar. Zum Umbau in Wohnungen fehlt den Besitzern der Grundstücke das Geld. Um für das beschäftigungslose Handwerk Arbeit zu schaffen, hat das Reich für die Zwecke des Reparaturbaues unb der Klein-Wohnungs- beschaffung in Althäusern wiederholt ansehnliche Millionensummen zur Verfügung gestellt. Diese Finanzhilfe wird von den Hausbesitzern gern in Anspruch genommen. Zahlreiche Wohnungen wurden dadurch hergestellt und Zehntausenden fleißigen Handwerkerhänden Arbeit und Verdienst gegeben. Der Erfolg könnte aber noch viel größer und segensreicher sein. Die jetzt gültigen Polizei-Bauordnungen tragen sämtlich die Marke des Marxismus an der Stirn. Durch quengliche Vorschriften, langweiligen Instanzenweg, sinnlose Formalitäten, Dispensen aller Art wird ber Umbau in Altgebäuden sehr erschwert, verteuert und die Arbeit sinnwidrig verschleppt. Man hat den Eindruck, als wenn durch die Bauordnung der Hausbesitz in den älteren Stadtteilen entwertet werden sollte. Das Verfahren der behördlichen Genehmigung einer Umbauarbeit kann ohne Rachteil für den sinnvollen Zweck der Genehmigung sehr wesenllich vereinfacht und kürzer gestaltet werden. Je schneller und vereinfachter die Baubehörden arbeiten, desto mehr Wohnungen wer- den geschaffen und desto mehr Handwerker und Arbeiter haben Arbeit. Wohnungen und Arbeit können nicht genug geschafft werden. Wer hierbei mithilft, der wirkt im Sinne unseres Reichskanzlers Adolf Hitler: Arbeit und Wohnung! tung, so gilt bie Einschränkung, baß sich bie wirtschaftliche Lage bes Schulbners nach Eingang ber Verbindlichkeiten verschlechtert haben muß. Andererseits soll bie Aufhebung ber Zwangsvollstreckung nicht erfolgen, wenn dadurch die wirtschaftliche Lage des Gläubigers emsttich gefährdet werden würde. In dieser Bestimmung bricht sich ein für unser Rechtsleben grundlegender neuer Gedanke Bahn, der Gedanke nämlich, daß es nicht im Sinne der Rechtsordnung sein kann, ohne Abwägung der beiderseitigen Interessen ben Schuldner seiner letzten Habe zu berauben, sofern nicht überwiegende Interessen des Gläubigers dies verlangen Von einer Pfändung soll von vornherein abgegeben werden, wenn ohne weiteres ersichtlich ist, daß die erwähnten Voraussetzungen für eine Aufhebung der Zwangsvollstreckung gegeben sind. Das Gericht hot die Möglichkeit, statt der Aufhebung der Zwangsvollstreckung dem Schuldner Zahlungsfristen zu bewilligen. Halt der Schuldner diese Fristen nicht inne, dann kann ber Gläubiger bie Fortsetzung des Verfahrens verlangen, sofern ber Schulb- ner nicht nachweist, baß er unverschulbet infolge einer weiteren Verschlechterung seiner wirtschaftlichen Verhältnisse ben Zahlungsauslagen bes Gerichts nicht hat nachkommen fönen. Vornehmste Pflicht bes Gerichts ist es in jebem Falle, auf eine gütliche Abwicklung ber Derbinblich- feiten hinzuwirken. Weitere Beschränkungen betreffen bas Recht ber Zwangsvollstreckung in Miet- unb Pachtzinsen. Die Pfänbung solcher Forberungen muß auf Antrag bes Schulbners insoweit aufgehoben werden, als dieser die Miet- unb Pachtzinsen zur laufenben Unterhaltung des Grundstücks, zur Vornahme notwendiger Instnnbsetzungsarbeiten, sowie zur Bestreitung solcher Ansprüche benötigt, bie im Falle einer ZwangsVollstreckung ben Ansprüchen bes pfänbenben Gläubigers im Range Vorgehen würden. Sind Miet ober Pachtzinsen bereits gezahlt, bann unterliegt bie Zwangsvollstreckung in Barmittel unb Guthaben, bie aus der Zahlung herrührenden Betrag«, ben gleichen Beschränkungen. Zwangsvollstreckungsmahnahmen wegen Hypothe- kcn- unb Grundschulb-Forberungen bürfen bem Schulbner nicht bie Mittel entziehen, bie zur Bestreitung seines und seiner Familie notroenbigen Unterhalts, zur laufenben Unterhaltung bcs Grundstücks, zur Vornahme notwendiger Jnstandssetzlingsarbeiten an dem Grundstück, zu Zahlungen auf solche Ansprüche, die im Falle ber Zwangsversteigerung im Range vorgehen, und schließlich zur Aufrechterhaltung eines wirtschaftlichen Unternehmens dringend gebraucht werden, sofern ber Schulbner unverschulbet infolge Rückgangs ber Miet-, ber Pachtzins-Einnah- men ober infolge Arbeitslosigkeit ober wesentlichen Rückganges seines Arbeitseinkommens zur Zahlung außerstande ist. Schließlich haben bie Vorschriften über bie Ableistung bes Ofsendarungseibes eine grunblepenbe Ver- änberung erfahren. Der Schulbner kann bie Leistung bes Dffenbarungseibes baburch abwcnben, baß er bie Versicherung abgibt, baß er nach bestem Wissen sein Vermögen so vollstänbig angegeben habe, als er da- zu imftanbe ist; nur bann, wenn es zur Herbeisüh- rung einer wahrheitsgemäßen Vermoaensangabe notwenbig erscheint, hat das Gericht auf Antrag des Gläubigers bie Eibesleistung anzuorbnen. Ist für ben Offenbarungseids-Schuldner durch diese Bestimmung auf der einen Sette eine wesenttiche^Er- loichterung geschaffen, so wirkt auf ber anderen Seite eine wettere Vorschrift der jedem Gläubiger nur allzu bekannten Verschleppung ber Eidesleistung entgegen. Ist ein Termin infolge eines Widerspruchs eines Schuldners erfolglos geblieben, oder ist gegen ihn wegen Nichterscheinens bie Hast ungeordnet, so kann in einem späteren Termin die Eidesleistung nicht mehr durch Abgabe der erwähnten Versicherung abgewendet werden. Die Abgabe der Versicherung hat dieselbe Wirkung wie die Leistung des Ofsenbarungseides, nur daß der Gläubiger dqs Recht hat, die Eidesleistung zu verlangen, wenn er Umstände glaubhaft macht, die ihre Anordnung rechtfertigen können. Eine (Eintragung in bas Schulbnerverzeichnis findet bei Abgabe der Erklärung nicht statt. Alle in den vorstehenden Ausführungen erwähnten Beschränkungen gelten bis zum 31. März 1934. Manche dieser Beschränkungen werden bei Besserung ber wirtschaftlichen Verhältnisse roieber verschwinden. Bei anderen wird erwogen werden müssen, ob ihre dauernde Beibehaltung nicht angebracht ist. Oer Schuh des Zwecksparers. Es hat sich als notwendig erwiesen, da« gesamte privatwirtschaftliche Zwecksparwesen gesetzlich zu regeln unb unter staatliche Kontrolle zu stellen, denn der einzelne Sparer ist gar nicht imstande, die Solidität jeder ihm angepriesenen Zweckspareinrichtung ausreichend zu prüfen, bevor er ihr sein Geld anvertraut. Zahlreiche Mißbräuche und Korruptionsfälle haben bereit- früher eine Unterstellung der Bausparkassen unter das Reichsaufsichtsamt für Privatvcrsicherung notwendig gemacht Aber neben den Bausparkassen sind in den letzten Jahren auch zahlreiche Zwecksparkassen anderer Art gegründet worden, die sich gleichfalls die Förderung der Spartätigkeit und die nützliche Verwertung der Spargelder zur Aufgabe gemacht haben. Sie alle bedürfen, wie zahlreiche schlimme Erfahrungen beweisen, dringend einer staatlichen Regelung und Revision ihres Geschästsgebahrens, damit der Sparer ihnen wirklich sein Geld ohne Gefahr des Verlustes an- vertrauen kann. Diesem Zwecke dient das kürzlich beschlossene und verkündete Gesetz über Zwecksparunternehmungen. Als Zwecksparunternehmungen im Sinne diese» Gesetzes gelten nicht etwa die öffentlichen Epar- kasfen, sondern ausschließlich private Organisationen, die Einzahlungen ihrer Mitglieder zur Kreditgewährung verwenden Ausgenommen sind die Bausparkassen, die bereits einer dauernden Aufsicht und einem besonderen Gesetz unterstehen. Im übrigen entscheidet der neugeschaffene Reichsbeauftragte für Zwecksparunternehmungen darüber, welche Organisationen als Zwecksparkassen anzusehen sind. Für neuzugründende Zwecksparkassen wird vorgeschrieben, daß sie entweder Aktiengesellschaften oder Kommanditgesellschaften auf Aktien, oder Gesellschaften mit beschränkter Haftung sein müssen. Ihr Stammkapital soll mindestens 50 000 Mk- betragen und bar eingezahlt sein. Mit dem Detrieb eines Zwecksparunternehmens darf der anderer Geschäfte nicht verbunden toerben. Die bestehenden Zwecksparkassen müssen ebenfalls ihr cingezahltes Kapital nach und nach erhöhen. Rach berg 31, Dezember 1933 dürfen sie neue Sparverträge nur abschließen, wenn ihr eingezahltes Kapital mindestens 25 000 Mark beträgt. Der Reichswirtschaftsminister bestimmt dann den Zeitpunkt, von dem ab alle Zwecksparkassen ein bar eingezahltes Mindest- kapital von 50 000 Mk. besitzen müssen. Einzelpersonen, offene Handelsgesellschaften oder eingetragene Vereine dürfen schon vom 30. Juni 1933 ab neue Zwecksparverträge nicht mehr ab- schließen. Jede Zwecksparkasse muh künftig ihre Jahresbilanz, sowie die Gewinn- und Verlustrechnung im „Deutschen Reichsanzeiger" veröffentlichen- Der Reichsbeauftragte für Zwecksparunternehmungen, der dem Reichswirtschaftsminister untersteht, beaufsichtigt alle privaten Kassen dieser Art und kann sie durch Ordnungsstrafen zur Befolgung seiner Anordnungen anhalten. Als Zwecksparkassen gelten nach dem neuen Gesetz alle privaten Unternehmungen, bei denen die von den Sparern eingezahlten Gelder nicht sicher und nutzbringend angelegt, sondern an die Zwecksparer selbst zur Beschaffung bestimmter Gegenstände ausgeliehen toerben. In der Hauptsache handelt es sich dabei wohl um sogenannte Mo- biliarztoecksparkassen. Der Staat lehnt es ausdrücklich ab, eine dauernde Aufsicht über diese Ztoecksparkassen und damit auch eine volle Verantwortung gegenüber den Sparern zu übernehmen. Immerhin werden die oben erwähnten Vorschriften und der jetzt auferlegte Revision-- zwang voraussichtlich zur Beseitigung der schlimmsten Mißbräuche genügen. Bisher ist z. D. häufig Arbeit und Wohnung! Don Franz Behrens, MdR., Mitglied des Arbeits-Konvents. Der Zwangsvollstreckungs-Schuh. Don Rechtsanwalt Or. v. Karger, Berlin. Gießen, Gröningen, Gambach, Holzheim, Butzbach, den 5. Juni 1933. 3773 D Alieefrauenverein v.ßoten Kreuz Unsere liebe, treue Freundin Zweigverein Gießen 3777 D Kriegerverein Hassia in Tiit da Festfvlge: 3776 D Lichtspielhaus «Gießen Gießen, den 7. Juni 1933. 03 67 I 4 \\ Gießen, den 7. Juni 1933. .6! warm Die Trauerteier findet am Donnerstag, dem 8. Juni 1933, vormittags um 11 Uhr, aut dem Neuen Friedhof statt 3.60 4.20 5.50 5.20 7.40 8.20 9.30 12.80 14.50 4.80 5.40 6.20 5.60 8.70 12.50 Weinet nicht an meinem Grabe, gönnt mir doch die ewige Ruh’ Denkt, was ich gelitten habe, bis Gott mir schloß die Augen zu. Leinen-Röcke ....... Tussor-Sakkos...... Lüster-Sakkos....... Trachten-Leinenjoppen Sommerhosen....... Die Beerdigung findet Donnerstag, den 8. Juni 1933, nachmittags 3 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt 2.40 3.60 7.50 3.90 3.80 Machen Sie sich’s doch leicht! 20.30 Uhr: Begrüß ungsabend in der Turnhalle; Sonntag, dea 11. Juni 1933: 6 Uhr: Weckruf durch die Stadt; 9 Uhr: Haffia-Derbandstag in der Turnhalle; 11 Uhr: Platzkonzert auf dem Marktplatz; Die trauernden Hinterbliebenen .- Johanna Lublinski, geb Stern David Lublinski und Frau Erich und Herta Lublinski ausgebildet ist, eine Anzahl junger Feuer- wehrle ute, damit sie sich bei Unglücksfällen rasch zu helfen wissen. k Hungen, 6.3uni. Ein nicht alltägliche- Ereignis spielte sich heute in den frühen Vormittagsstunden in unserem Städtchen ab. 3n dem Miethause der zweiten Pfarrei wurden die Bewohner in nicht gelinden Schrecken versetzt, als sie beim Betreten des Kellerraumes, in dem Kohlen gelagert sind, von einem schnaubenden Fauchen empfangen wurden. Groh war die Bestürzung, als man bei näherem Zuschauen feststellen muhte, dah ein etwa fünf bis sechs Monate alter Dachs in der Nacht seine Zuflucht in dem Kellerraum gesucht hatte. Aller Wahrscheinlichkeit war es dem Tiere nicht möglich gewesen, wieder aus dem Keller herauszukommen. Es wird wohl immer ein Rätsel bleiben, wie der Dachs inmitten der Stadt in den Keller kommen konnte. Das Tier, das nach einigen Mühen von dem herbeigerufenen Iagdaufsehrer Schuld erlegt wurde, wies mehrere Bißwunden am Halse auf. ,SamStag, den 10. Juni 1933: Ab 14 Uhr: Empfang der Gäste; 17.30 Uhr: Gedenkfeier für die gefallenen u. verstorbenen 13er- einsmitglieder am alten u. neuen Kriegerdenkmal; G. A.-Sport. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 verliert gegen Union Recklinghausen 1:4 (0:1). Die Gießener hatten mit den Westfalen einen guten Griff getan, denn neben solidem Können, offenbarten die Gäste eine faire Spielweise. Die große Hitze und das Schottener Bergrennen taten dem Besuch aber großen Abbruch. Trotzdem sah Kirchliche Nachrichten Katholische Gemeinden. Mittwoch, den 7. Juni. Gießen. 17.30 und 19 Uhr: Beichte. Donnerstag, den 8. Juni. Großes Gebet. Gießen. 6 Uhr: Aussetzung des Allerheiligsten; 6.30: Beichte. Hl. Messen sind um 6, 7, 8 und 9 Uhr. Die Anbetungsstunden werden von 6 bis 20 Uhr gehalten. Die letzte Stunde ist um 20 Uhr, darauf feierlicher Schluß mit Prozession und Tedeurn. Fräulein Else Saame wurde uns am Pfingstmontag durch den Tod entrissen. Todes^Anzeige. Am 2. Pfingstfeiertag nachmittags 1% Uhr entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden mein innigstgeliebter, treusorgender Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Bruder, Schwager u. Onkel Herr Heinrich Pfeil im 65. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Dorothea Pfeil, geb. Pfeil Gießen, den 5. Juni 1933. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 8. Juni, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. ______________________________________________0346 JT. B. H AUSER, GIESSEN AM OS WAL DSC ARTEN oa„es ] wird 1 Frieda Gute im Namen der trauernden Freundinnen Bertonöstao öer MmkMkMlisl AW Am 10. und 11. Juni 1933 findet in Nidda der diesjährige Derbandstag der Kriegerkameradschaft Haifia, verbunden mit der Feier des 60jährigen Bestehens des Kriegervereins Hassia in Nidda, statt Hierzu laden wir alle Kameraden auf das herzlichste ein. - Quartier-Anmeldungen erbeten an Kamerad Zvllfekretär Helfrich in Nidda, Hindenburgftraße — Heute abend 11 Uhr entschlief sanft nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, meine liebe, gute Frau, unsere treusorgende Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin, Gote und Kusine Frau Anna Pfeiffer, geb.Wissig im blühenden Alter von noch nicht ganz 39 Jahren. Diese Bücher können von jeder Buchhandlung bezogen werden Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde darüber geklagt worden, daß Zwecksparkaffen bei der Ausleihung und Sicherstellung der Darlehen die Grundsätze kaufmännischer Erfahrung außer- acht gelassen haben, daß den Sparern beim Abschluß des Sparvertrages unrichtige Angaben gemacht und dadurch unbegründete Hoffnungen bei ihnen erweckt wurden, daß die Spareinlagen von den Geschäftsführern im eigenen Interesse verbraucht, oder dah bei der Verteilung der Darlehen Personen, die der Geschäftsleitung nahe- stehen, begünstigt wurden. Es wird sich nun zeigen müssen, ob das neue Gesetz und seine Be- (Tmm: ngen ausr Ichen toiib.n, um alle derartigen Mißstände für immer zu beseitigen. Trotz des Schutzgesetzes wird jeder, der einer Jwecksparkasse beitritt, sich darüber klar sein müssen, daß diese den Sparern niemals denjenigen Grdd der Sicherheit seiner Einlagen gewährleisten kann wie eine öffentliche Sparkasse, oder eine dem Aufsichtsamt für Privatversicherung unterstehende Bausparkasse. Neben dem behördlichen Schuh muh jeder Zwecksparer selbst die nötige Vorsicht üben, die das Gesetz nicht überflüssig machen, zu der es ihn vielmehr gerade erziehen will. Von der Schönheit der deutschen Heimat und von ihrer Erhaltung und Pflege berichten in Bild und Wort die folgenden herrlichen Bücher: Die Beerdigung findet Donnerstag, den 8. Juni, nachmittags 3l/a Uhr, aut dem israelitischen Friedhof statt Von Beileidsbesuchen bittet man Abstand zu nehmen. ——-——--- 378 6 D In tiefer Trauer: Heinrich Pfeiffer und Kind Familie Ernst Klaum Elisabethe Wissig Familie Richard Wissig Familie Heinrich Beck Familie Richard Schulz. bittet um recht rege Beteiligung an einer geplanten Wöch- nerinnen-Fürsorge in Gestalt von Mittagessen ao Wöchnerinnen durch hilfsbereite Hausfrauen. Adressen bereitwilliger Haus- trauen sind an Frau W. KRAMER, Ludwigspl. 10, zu richten. Naturdenkmäler aus der Vogelwelt. Von v. Lucanus. Brosch. RM. 2 -, gebunden RM. 3.- Von der deutschen Landschaft Von E. L Schellenberg. Brosch. RM. 2.—, geb. RM. 3.- Naturschutz undForstwirtschaftVon Forstmeister Feucht. Brosch. RM. 2 —, geb. RM. 3.- Naturschutz und Arbeitsschule. Von W Schoenlchen...Brosch. RM. 2.50, geb. RM. 3 50 Die Kamera Im Dienste der Natur. Von Dr. Effenberger. . Brosch. RM. 2.50, geb. RM. 3.50 Umgang mit Mutter Grün. Ein Sünden- und Sittenbucn von W. Schoenlchen............... .....Broschiert RM. 1-, gebunden RM. 4.- Heimatmuseen. Wesen und Gestaltung. Von Dr.W Schoenlchen,reich illustr... Preis RM.13.50 Ab Freitag verreist: Dr. Ploch Vertreter die Herren: Dr. Wilhelm Klein Dr. Neumann-Spengel Dr. Steinreich. 37900 ÄJante Malchen, als sie neulich zu Besuch beim Onkel Jt°Snw“ri Und das wollte viel heißen, denn Tante Malchen LLh u i85hr?rlls^h ,n bezug auf einen guten Küchen- er vek^ufZeh1nbt eine Gewähr da ür, daß Kauf sln/Ä Ä" w.er£,en und stets zufrieden mit lArem K.aur sind. Wann dürfen wir Sie erwarten? 3530 A 13.30 Uhr: Aufstellen des Festzuges. Festzug durch die Stadt nach d. Festplatz. (Zwischenzeit!. Totenehrung). Auf dem Festplatz Begrüßung, Festrede, Jubiläumsfeier; 20.30 Uhr: Deutscher Abend mit Tanz in der Turnhalle. ■IIIIIII1IIIIIIIIIIIIIIW Wald weben. Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern. 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes mit Einfübrungsiext von K. Gerhard und O. Wolff.....Leinen RM 4.80 Norderoog. Ein deutsches Vogelparadles. Natururkunden von den Halligen u. vom Wattenmeer von P. F. Weckmann-Wittenburg......... Preis; Broschiert RM.3 —, gebunden RM 4 — Heimatschutz undHeimatpflegc.VonRektor Hermann Wille. Preis: Br. RM. 1.80, gb. RM.2.95 Naturschutz und ingenleurwerk.VonDr.W. Lindner. Preis: Brosch. RM. 2. -, geb. RM. 3 — Vom deutschen Weidwerk. Von Prof. Dr. Koepert. Broschiert RM. 2.50, gebunden RM. 3.50 Helmatschutz.V.E.Rudorff.Br.RM.2.-,gb.RM.3.- oftmals allzu sehr die Deckung, so daß Union zu zwei weiteren Treffern bei schnellen Vorstößen kam. Erneut lag;n die Blauweißen vorne und endlich führten die Bemühungen durch schönen Schuß von Mittelläufer Bromm zum Erfolg. Mit dem Schlußpfiff stellten die Gäste das Endresultat her. Gemessen am Spielverlauf und an den beiderseitigen Leistungen ist der Gästesieg zu hoch ausgefallen. Schiedsrichter Spurt- Butzbach leitete unauffällig, jedoch jederzeit korrekt und sicher. Münchhausen I — 1900 II 2:6 (1:5) und Wollmar I — 1900 II 1:2 (1:1). Die beiden Gegner gewährten außerordentlich freundliche Aufnahme. Die Blauweißen waren in bester Besetzung und verstanden es besonders am ersten Feiertag zu dominieren. Am zweiten Feiertag stellten sich gegen den frischen Gegner Ermüdungserscheinungen ein. Trotzdem reichte es auch hier noch zu einem knappen und verdienten Sieg. Die Spiele wurden beide fair geführt. Man sah gute Leistungen. Mit dem Marburger Schiedsrichter war man zufrieden. Oberheffen. Landkreis Gießen. O Holzheim, 6. Juni. 2n diesen Tagen wurde hier ein Kursus für Erste Hilfe bei Unglücksfällen, Säuglingspflege und Kran- kenbehandlung beendet. Es nahmen daran teil die Mädchen des zweiten Pflichtfortbildungsschuljahres von Dorf-Gill und Holzheim. Unsere Gemeinde ist im Besitze einer entsprechenden vollständigen Einrichtung. Erstmalig unterwies die Lehrerin E. Griebel (Gießen), die auch als Note-Kreuzschwester und Kinderpflegerin Janker u.Flösserjacken, Blazersakkos aus leichter Wolle od.Leinen. Wanderhosen u. Kletterwesten. Motorradkleidung aus Leder oder wasserdichten Leinenstoffen. Motorradstaubanzüge. Windjacken, Jagdleinenanzüge, Tennishosen usw. Als Spezialität führe ich alle Arten von Sommerbekleidung für Herren in Uebergrößen bis zu Le^bumfang von 132 cm man ein gutes Spiel. Die Gäste hatten am Vortage schon ein schweres Spiel gegen VfB. Friedberg absolviert und mit 3:2 das bessere Ende für sich behalten. 1900 mußte leider Heilmann, Hoffmann, Grünewald, Lotz und Schneider ersetzen und gab unter diesen Umständen nicht den besten Gegner ab Recklinghausen erschien in der vorgesehenen Aufstellung. Die Spielvereinigung stellte: Schlarb II; Seiler, Luft; Langsdorf, Bromm, Schmidt; Lippert, Schmelz, Wilhelmi, Roth, Schlarb I. Ab und zu trat Hohmann als Ersatzmann ein. Die Blauweiben waren alle gegen den technisch und auch an Schnelligkeit überlegenen Gegner unermüdlich tätig. Der Sieg fiel deshalb den Gästen gar nicht so leicht zu, wie es das Resultat vermuten läßt. Im Gegenteil, in der zweiten Spielhälfte wickelte sich das Spiel mehr und mehr in und am Gästestrafraum ab. Gar manchmal ging der Äall nur knapp an Unions Heiligtum vorbei. Die einheimischen Stürmer konnten fick nicht zum entschlossenen placierten Torschuß ausraffen, obwohl sich diese Gelegenheiten geradezu überboten. Das Schlußtrio war auf beiden Seiten der beste Mannschaftsteil. Den Gießener Mittelläufer verließen allzu früh seine Kräfte. Er hatte auch bei dem schnellen Gegner das größte Arbeitspensum zu leisten. Die vielen Ersatzleute fanden sich überraschend gut. Der Spielverlauf. 1900’s Elf vervollständigte sich erst nach etwa zehn Minuten. Recklinghausen drückte stark auf das Tempo, suchte schnell die Entscheidung herbeizuführen, scheiterte aber an dem vorzüglich disponierten Torhüter Schlarb I. Erst kurz vor Seitenwechsel fiel unhaltbar der Führungstreffer für die Gäste. Nach der Pause wurden die Hiesigen nach guter Zusammenarbeit überlegen, entblößten aber Gestern nacht entschlief sanft mein Heber Mann, unser lieber Vater Hermann Lublinski im 69. Lebensjahre. Vergessen Sie nicht bei dem herrlichen Wetter und der wnndervollen Fernsicht den prächtig gelegenen 03470 Mckkls zu besuchen. — Ganz besonders reizend sind Abendspaziergänge in dieser Vollmondwoche, um sich von Schiffenbergs Altan aus das entzückende Landschafts- bild im Mondenschein anzusehen. Heute Mittwoch letzter Tag 8 Mädels im Boot (Erste Mädchenliebe) mit Karin Hardt» Theodor Loos. Ein Film von Liebesfreud und Liebesleid. (37840 Km 12 PI. -W" Wirksame erbe-Drucksachen bei BrOhl. 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