Ur. 85 Krühausgabe 183. Jahrgang 8reitag,7.AprilO33 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte (Lietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monat,-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anfchrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: granlfurt am Main 11686. Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drotf und Dttlag: »rvhl'Iche UnioerfitätsBucfr uni» Steinöniderei B. tätige in Sieben. Sdjriftleitung und «eschästsftelle: Schnlttrabe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re- klarneanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspsennig, Platzvorschrift 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für denAn- zeigenteil i.D.Th.Kümmel sämtlich in Gießen. Die Aufgabe der presse im nationalen Staat. Reichskanzler Adolf Hitler und Propagandaminister Or. Goebbels fordern die deutsche provinzpreste zur Mitarbeit am Neubau des Reiches auf. Berlin, 6. April. (TU.) Sn den Räumen des Ministeriums für Volksaufklä- rung und Propaganda am Wilhelmsplah fand am Donnerstag ein Empfangsabend für den Berliner Verband der auswärtigen Presse statt. Es hatten sich zu dieser gesellschaftlichen Veranstaltung, die diesmal einen schlichteren Rahmen trug als früher, Reichskanzler Adolf Hitler und die übrigen Mitglieder des Reichskabinetts, die auswärtigen Botschafter und Gesandten, unter Führung des päpstlichen Runtius, zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens, insbesondere der Wirtschaft, sowie in großer Zahl die Vertreter der deutschen Presse eingefunden. Als erster sprach der Vorsitzende des Berliner Verbandes der auswärtigen presse, Dr Thum, der in seiner Begrüßungsrede ein besonderes Wort des Dankes an den Herrn Reichskanzler und an den Herrn Reichsminister Dr. Goebbels richtete, der dem Verband diese Räume seines neuen Heimes in freundlichster Weise zur Verfügung gestellt hat. Wir wissen, so fuhr Dr. Thum fort, daß die Zusammenarbeit zwischen Regierung, Verlegern und Redakteuren neu aufgebaut werden muh. Allerdings ist diese Umstellung in unseren Berufskreisen mit manchen schweren Sorgen verbunden und deshalb bitten wir die Reichsregie- rung, für eine ger ech te Lösung Sorge zu tragen. Daß wir uns heute unbeschadet unserer weltanschaulichen Stellung und Entwicklung zur Mitarbeit an derReugestaltung des Reiches einmütig bekennen, steht in keinerlei Widerspruch zu unserer politischen Vergangenheit. Untere Stellungnahme für die aktive Unterstützung der Politik der nationalen Konzentration wird uns wesentlich dadurch erleichtert, daß die Reichsregierung von den politischen Sour» nalisten keineswegs verlangt, daß sie ihre Arbeit nach parteimäßigen Richtlinien orientieren. Man will und wird im Gegenteil den geradlinigen Charakter derjenigen Presse, die sich jetzt mit der nationalsozialistischen zusammenfindet, höher ein» schätzen, als manches allzu-rasches Anpassungs- talcnt. Die Bejahung der nationalen Politik entspricht in ganz besonderem Maße dem Charakter des Teiles der deutschen Presse, der durch unseren Verband hier vertreten ist. Rach dem willen des Reichsminislers Dr. Goebbels soll sich das Eigenleben der deut- f ch e n p r e s s e in den richtigen Bahnen weiter entwickeln können, und wenn sich die deutsche Presse mit Erfolg in den Dienst der Propaganda der Reichsregierung stellen, soll, fo muß sie in der Tat von innerem Eigenleben erfüllt fein. Ls wäre für den beabsichtigten Propagandazweck abträglich, wenn sich außerhalb der Presse eine öffentliche Meinung bilden würde. Verliert das Publikum das Vertrauen zur Presse, so kann auch die geschickteste Regierung auf diesem Instrument nicht mehr spielen, dagegen kann die Regierung mit Zeitungen, die das vertrauen der Leserschaft besitzen, viele propagandistische Schlachten schlagen und viele Siege erfechten. Wir hoffen, daß sich die Reichsregierung der deutschen Presse im rechten Sinne bedienen wird. Namens der Verleger der in Berlin vertretenen Zeitungen aus dem Reiche hielt dann der Vorsitzende des Vereins Deutscher Zeitungsverleger, Kommerzienrat Dr. Krumb ha ar, Liegnitz, eine Begrüßungsansprache, in der er u a erklärte: Deutschland, von altersher territorial zersplittert, einer politischen und konfessionellen Geschlossenheit entbehrend hat erst spat seine politische Einheit gewonnen. Snfolge dieser Entwicklung weist unser Vaterland e ine große Anzahl selbständiger Kultur zen- tr en auf und besitzt deshalb auch eine bodenständige und weitverbreitete He i- matp resse, die bis in die letzten Dörfer des deutschen Vaterlandes dringt. Erst durch diese weitverzweigte Presse, die volles Verständnis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit nut der Reichsregierung besitzt, wird baS L>hr der deutschen Volksgesamtheit erreicht. Richt item ver- gänzlichen Tage, sondern dem Vaterlande dem Volksganzen dienen die Zeitungen. Begriffe, die es allerdings zu Goethes Zeiten noch nicht gav. Setzt muß sich die Hoffnung erfüllen, die ich vor einigen Tagen dem Herrn Reichsmimster Dr. Goebbels gegenüber aussprach, daß in den großen Lebensfragen unseres Volkes die Gesamtheit der deutschen Zeitungen d e m A u s l a n d e g e g e n - über das Bild vollster Geschlossenheit zeigen als den Ausdruck nationaler Disziplin. Wenn Friedrich Theodor Äscher das Wort geprägt hat »Das Moralische versteht sich von selbst", so muß auf die deutschen Zeitungen das Wort zutreffen »Das Nativ- nale versteht sich von selb st . (Lebhafter Beifall.) Reichsminister Dr. Goebbels: Mein Führer, meine Herren! Es bereitet mir eine besondere Freude, die Vertreter der auswärtigen Presse im Namen der Reichsregierung in den Räumen meines Ministeriums sozusagen als Hausherr begrüßen zu dürfen. Man sagt von der Presse, daß sie d i e f i e b e n t e Großmacht sei, und das ist zweifellos auch heute noch, im Zeitalter des Films und des Rundfunks, in weitestem Maße der Fall. Mehr als jedes andere Organ der öffentlichen Meinung ist die Presse dazu berufen, an ihrer Bildung in erster Linie mitzuwirken. Die Regierung ist sich dieser Bedeutung der Presse bewußt. Wer an der Bildung der öffentlichen Meinung mikwirkt, übernimmt damit vor der Nation und vor dem ganzen Volke eine ungeheuer große Verantwortung. Nur im Rahmen dieser Verantwortung kann man den Begriff der Pressefreiheit richtig verstehen. Soweit man darunter die Erlaubnis versteht, auf Kosten des Volkswohles und der nationalen Ehre gegen die Sntereffen des Landes zu handeln, sich an ihnen zu versündigen oder etwa die Presse zum Tummelplatz geistiger Akrobatenstücke zu machen, hat diese Art von Pressefreiheit allerdings in dem Regime, das die Regierung der nationalen Revolution führt, keinen Platz. Gewiß fleht es der Presse zu, zu kritisieren, Ratschläge zu erteilen, vor übereilten Entschlüssen zu warnen oder falsche Entschlüsse in ihren verhängnisvollen Folgen votauszu- fagen. Niemand wird es einfallen, diese freie Betätigung der öffentlichen Kritik irgendwie zu behindern. Allerdings muh dabei betont werden, daß das im Rahmen einer allgemein gültigen nationalen Disziplin vor sich zu gehen hat, und daß diese nationale Disziplin um so verpflichtender ist, je aufwühlender und gespannter die Zeitläufte sind, in denen sie vonnöten erscheint. In England und Frankreich ist es selbstverständlich, daß bei allen parteipolitischen Gegensätzen in großen national bedingten Fragen die öffentliche Meinung einheitlich geführt und einheitlich gestaltet wird. Es liegt mir daran, zu betonen, daß die neue Regierung das Wort „Tendenz" keineswegs scheut, noch davor zurückschreckt. Die Tendenz, die uns beseelt, ist die Reform der deutschen Nation an Haupt und an Gliedern. Diese Aufgabe ist keineswegs an di« engen Grenzen einer Partei gebunden. Sie geht das ganze Volk an. Man muß sich vor ihr mit einem klaren Sa oder mit einem klaren Nein bekennen und dieses Sa oder Nein duldet kein Wenn und Aber. Die geistigen Kräfte des deutschen Sournalismus, die sich zu diesem Sa verpflichten, können der wärmsten i beeil e n und materiellen TInterstüh u n g der Regierung gewiß sein. Sene Kräfte aber, die sich aus Bosheit und Unverstand zu dieser Ausgabe verneinend verhalten, die glauben, zu hemmen oder sabotieren zu können, sic müssen es sich am Cnd^ auch gefallen lassen, daß sie an der Bildung der öffentlichen Meinung des deutschen Volkes mitzuwirken als unwürdig erachtet werden. Mit dem 30. Sanuar ist eine neue Zeit der inneren Bindungen und Verpflichtungen für Deutschland hereingebrochen. Sn schweren revolutionären Erschütterungen hat sie sich überall im öffentlichen Leben durchgeseht. Wir leben in einem geschichtlichen Umsturz, dessen Ausmaße im Augenblick noch ganz unvorstellbar sind. Niemand weiß besser als wir, welch eine große Verantwortung wir mit diesem Umfotmungsptvzeh auf uns genommen haben. Gegen -en patriotischen Kitsch. Ls fei mir erlaubt, in diesem Zusammenhang auf eine Erscheinung hinzuweisen, die sich heute vielfach an den Rändern der nationalen Bewegung bemerkbar macht und die keineswegs die Billigung der Regierung finden kann. Die nationale Erneuerung unseres Volkes ist ein fo großer geschichtlicher Vorgang, daß er der ganzen Nation heilig fein sollte. Nur wenigen Berufenen ist, wie immer, die Umformung dieser Bewegung in künstlerische Werte vorbehalten. Eine geschmacklose Verarbeitung ihrer Symbole oder gar ihre g e - f chäf tliche Ausnützung fügen dem deutschen Ansehen Schaden zu. Im Interesse einer gesunden völkischen Wiedergeburt darf unter keinen Umständen die nationale Revolution mit patriotischem Kitsch überwuchert werden. Das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda erwartet, daß jeder Berufsstand mit größtem Ernst an dem kulturellen Aufbau unserer Nation mitarbeitet, das Volk dagegen insgesamt üble G e - schäfts- und Konjunkturerscheinungen auf diesem Gebiete abIehnt und bekämpft. Die Regierung sieht es als ihre Pflicht an, gegen jedes kulturschäd- liche Dirken, wozu auch die Verkitschung unserer Geschichte und unserer nationalen Symbole gehört, mit den entsprechenden Mitteln vorzugehen. Lassen Sie mich dabei ein paar Worte über die hohe und sittliche Verantwortung Shres Berufes sprechen. Sie, meine Herren, sitzen am Webstuhl der Zeit. Sie bilden Tag für Tag und Stunde für Stunde Ansichten, Meinungen, Vorbehalte und kritische Bedenken, die im Volke und von Mund zu Mund weitergetragen werden. Se eher und je umfassender sich die Presse dieser hohen Berufung zu tief bewußt wird, um so schneller wird cs möglich sein, sie auch berufs- und standesmäßig entsprechend der großen sittlichen Verantwortung, die sie trägt, emporzuheben. Als notwendig erscheint mir in diesem Zusammenhang ein in Kürze zu erlassendes neu e s Pressegesetz, das die Verhältnisse der Presse zu den staatspolitischen Kräften, die den Staat tragen, aufs neue regeln, das die berufsständischen Belange des Sournalisten in eindeutiger und klarer Weise festlegt, das einerseits der Presse gibt, was der Presse ist, andererseits aber der Regierung nicht verwehrt, worauf sie füglich Anspruch erheben darf. Ich glaube nicht, daß das die Gefahr einer Uniformierung der öffentlichen Meinung in sich birgt. So uniform wir fein wollen in den Grundsätzen, fo polysorrn wollen wir in den Nuancen fein. Die nationale Revolution hat alle Unwerte gestürzt und durch neue Werte ersetzt. Wie alle Revolutionen, so hat auch diese unabänderliche Tatsachen geschaffen, die in sich schon wieder d i e Norm eines neuen Rechtszustandes umschließt. Wir haben das Glück, mit unserer Generation wieder Historie zu formen. Wer an ihr Mitarbeiten will, ist uns herzlich willkommen. Wir halten ihm unsere Hand entgegen und erwarten, daß er offen u nd Vorbehaltes in diese Hand einschlägt. Vertrauen ist notwendig auf beiden Seiten. Als freie Männer wollen wir uns ans Werk machen. Große Aufgaben hat die Geschichte uns anvertraut. Haben wir den Mut, uns selbst zum gemeinsamen Besten und einer höheren nationalen Verpflichtung, die uns alle verbindet, unterzuordnen, dann werden wir den Ausgaben dieser Zeit gerecht, dann verstehen wir die Freiheit,ineinem größeren und umfassenderen Sinne als das liberale Zeitalter, dann werden wir den Zwang der freiwilligen und pflichtgemäßen Bindung an die Nation und an das gemeinsame Volkstum in einer Weise verstehen lernen, daß wir trotz allem Unglück und trotz aller Not, die über Deutschland hereingebrochen ist, doch noch den Mut haben, um mit dem Dichter zu bekennen: „D, Sahrhun- dert, o, Wissenschaften, es ist eine Lust zu leben." (Stürmischer Beifall.) Reichskanzler Hitler, lebhaft durch Händeklatschen begrüßt, erklärte sodann u. a.: Seit dem 30. Sanuar hat sich in Deutschland eine Umwälzung vollzogen, die in unserer Geschichte einst mit Recht als nationale Revolution bezeichnet werden wird. Daß ein solcher geschichtlicher Vorgang auch von bedauerlichen Erscheinungen begleitet ist, liegt_ auf der Hand. Zu beurteilen sind solche Vorgänge nicht von einem ruhigen, über den Ereignissen liegenden Standpunkt, sondern nur aus der Atmosphäre der dynamischen Auseinandersetzungen heraus. Sn diesem Augenblick, da die Revolution die erste Phase ihres Kampfes erfolgreich beendet hat, findet eine allgemeine Neuordnung der Beziehungen der deutschen Menschen und ihrer Organisationen zueinander statt. Die berechtigten SntereffendesSndividuums müssen in Tiebereinstimmung gebracht werden mit den Sntereffen der Gesamtheit. Die Sn» teressen der einzelnen Stände unseres Berufslebens müssen untereinander abgehoben und zu einem höheren gemeinsamen Snteresse zusammengefügt werden. Das bedeutet nicht einen Verzicht auf die Herstellung von Beziehungen zwischen den Sntereffen unseres Volkes und denen anderer Völker. Allein es bedeutet, daß in Zukunft solche Beziehungen nur vom Gesamt- volk zu anderen Völkern und nicht mehr wie früher von einzelnen Klassen, Ständen oder Parteien hergestellt werden sollen. (Lebhafter Beifall.) Das Gesamtvolksinteresse allein ist entscheidend. Cs ist weiter klar, daß es in einem solchen Kampf um die Neuordnung unseres inneren Lebens tatsächlich keine Sieger und Besiegten geben kann. Wohl aber wird das neue Regiment seine Arbeit zur Rettung der Nation mit all den Mitteln durchführen, die den Erfolg garantieren. Es wird ein Segen sein für alle, wenn Vernunft und Einsicht der Verständigung die Wege bereiten. Es ist aber die Pflicht eines Regiments, erkannte Volks- und Staatsnotwendigkeiten auch dann durchzuschen, wenn an die Stelle der Vernunft Unvernunft: und an die Stelle der bereitwilligen Zurverfügungstellung die vorgefaßte Ablehnung, ja der Haß tritt. Wenn wir heule der Wiederher sfellung einer einheitlichen Gei st es- und Willensbildung der Nation zuftrebcu, dann kann die Presse keinen anderen Zweck verfolgen, als diesen. Ihre Berichterstaltung, Ihre Aufklärung, Belehrungen sowohl als Ihre bewußte Beeinflussung, Sie alle werden nur dann von wirklichem Nutzen sein, wenn Sie mil- helsen, das dem gesamten Lebenskampf vor- schwcbende Ziel zu erreichen. Das Recht zur Kritik muß eine Pflicht zur Wahrheit sein, und die Wahrheit wird nur gefunden werden können, im Rahmen der Ausgabe der Lebenserhaltung eines Volkes. Niemals darf Kritik Selbstzweck sein. Wer die Kritik von der sittlichen Pflicht entbindet, sich in den Dienst einer allgemeinen anerkannten und verfolgten Lebensaufgabe zu stellen, beschreitet den Weg, der in Nihilismus und in der Anarchie endet. Vollends unmöglich ist es, daß unter dem Deckmantel der Kritik Bestrebungen Vorschub geleistet wird, die man nur als Verrat an den eigenen Lebcnsinteresscn eines Volles bezeichnen kann. keine Regierung kann eine Presse vernichten, wenn diese Presse der Wahrheit und damit den Lebensinteressen des Volkes dient. Keine Presse kann auf die Dauer erfolgreich den Kamps gegen die Wahrheit führen, weil, selbst wenn der Sieg ihres Kampfes gegeben wäre, sie doch letzten Endes selbstvernichtend wirkt, wir sind in eine Zeit gesetzt, die uns eine ungeheure Aufgabe gestellt hat: Rettung des Volkes vor seinem völligen verfall. Dieser Ausgabe dienen wir bis juta letzten Atemzug. Das Volk selbst h a I uns gerufen und damit anerkannt, daß es unsere Auffassung über das Wesen und den Inhalt dieser Ausgabe billigt, wir laben j e - den Deutschen und jede deutsche Organisation und damit auch die deutsche Presse ein, sich der Losung dieser Ausgabe anzuschließen. Wir wissen aber, bah diese Aufgabe erfolgreich nur bann gelöst werben kann, wenn bas Volk ber Regierung jene Kraft zukommen läßt, die in der Einmütigkeit bes Willens und des Vertrauens liegt. Sn einer Zeit wie der heutigen kann baher auch nicht Kritik die höchste Pflicht sein, sondern bieSchaffung von Geistes» und Willenseinheit; benn nicht einen wohlgeorbneten Staat haben wir zu verwalten, sonbern aus einem Chaos einen wohlgeorbneten Staat zu errichten. (Bravo.) Möge besonbers bie beutsche Presse bie Größe biefer historischen Ausgabe erkennen und in sich ausnehmen. Sie wirb bann, überwältigt von bet Bedeutung bieses Geschehens, helfen, bas deutsche Volk zu einem festen Hort unserer Lebensbehauptung auszubauen, nicht nur zu unserem eigenen Glück, sondern auch zum Segen der anderen Welt. Die Größe bet uns heute gestellten Aufgabe er» forbert M u t u n b Ausbauer zugleich. So sehr man von einer Regierung verlangen barf, baß sie biese beiben Eigenschaften besitzt, so sehr barf aber auch bie Regierung erwarten, baß alle Faktoren ber Bilbung ber öffentlichen Meinung sich bemühen, auch im Volke bie gleichen Tugenben zu erziehen. Das Volk soll bas Derstänbnis für bie Notwenbigkeit, große Ent« schlösse zu treffen, behalten. Es muß bie nervöse Hysterie übertounben werben, bie zu ewig wcchselnben Maßnahmen führt, bia bann Die Regierungen selbst dem Wechsel erliegen. Volk unb Regierung müssen sich gegenseitig verstehen. Die Maßnahmen ber einen Seite müssen von ber anberen begriffen werden. Beharrlichkeit unb Gebulb, beibes muß gleichmäßig beherzigt werden- Der Nutzen, den eine von ihrer inneren hohen Mission erfüllte Presse einem Volke zu er» weisen vermag, ist gar nicht abzuschätzen. Wenn sie sich als unentwegte beharrliche Mahnerin und Führerindes Volkes erweist. Meine Herren, das Zeitalter ber parlamentarisch-demo- katischen Auslösung ist im Vergehen begriffen. Neben ber organischen Führung auf dem ®e* Die Ausgabe des Arztes im nationalen Staat Oer Reichskanzler empfängt Vertreter der Berlin, 6. April. (VdZ.) Reichskanzler Adolf Eitler berief den Kommissar der ärztlichen Spit- zenoerbändc Dr. Wagner zur Berichterstattung über die Gleichschaltung der Acrzte schäft. Danach empfing er Vertreter der Vorstände der Aerzteschaft unter Führung von Geheimrat Dr. S t a u d e r - Nürnberg. Nachdem Dr. Stander dem Reichskanzler für den Empfang gedankt und die Bereitschaft der gleichgeschalteten Aerzteorganisation zur Mitarbeit unterstrichen hatte, machte Reichskanzler Hitler ausführliche Darlegungen über seine Absi'chten zur Reinigung des Volkes, namentlich der intellektuellen Schicht von fremd st ä m m i g e m Einfluß und rassenfremder Durchsetzung. Er betonte, daß man durch Ausmerzung der Ueberzahl jüdischer Intellektueller aus dem Kultur- uni) Geistesleben Deutschlands dem natürlichen Anrecht Deutschlands auf arteigene geistige Führung gerecht werden müsse. Die größten Leistungen des geistigen Lebens seien niemals von Rassefremden, sondern von arischen deutschen Geisteskräften vollbracht worden. Bej der Begrenztheit des Lebensraumes der deutschen Geistesarbeit und ihrer Träger hätten die eigenen Volksgenossen ein natürliches moralisches Anrecht auf Bevorzugung. Die Zulassung eines im Verhältnis zum Volksganzen zu großen Anteiles fremdstämmiger Elemente ärztlichen Standesorgamsationen. würde als Anerkennung der geistigen Ueberlegen- heit anderer Rassen gedeutet werden müssen, die mit aller Entschiedenheit abzulehnen sei. Amerika, das vor anderen Ländern zum Träger einer starken Iudenbewegung geworden sei, habe aus der Verschiedenwertigkeit der Rassen praktische politische Folgerungen gezogen und durch seine Einwanderungsbestimmungen den unerwünschten Zugang solcher Rasseangehöriger ferngehalten. Amerika sei auch keineswegs bereit gewesen, jetzt die Türe etwa aus Deutschland „flüchtenden" Juden zu öffnen, denen in Wirklichkeit in Deutschland kein Haar gekrümmt worden sei. Der Reichskanzler erkannte die Not an, die im ärztlichen Stande und insbesondere unter der ärztlichen Jugend vielfach herrsche. Gerade dieser deutschen Jugend müsse Lebensraum und A r b e i t s m ö g l i ch k e i t durch eine tatkräftige Zurückdrängung fremdrassiger Elemente geschaffen werden. Die Förderung der geistigen Berufe hänge ab von deren Mitarbeit am Aufbau des autoritären, gereinigten, starken deutschen Staatswesens. Die rassenhygienische Reinigungsarbeit solle ein festes Fundament für die künftige völkische Entwickelung schaffen. Die deutsche Aerzteschaft sei dazu berufen, an diesem Werk durch wissenschaftliche Aufklärung praktisch zu wirken und mitzuarbeiten. biete des Heeres, der Verwaltung, der Wirtschaft, der Wissenschaft usw. entwickelt sich eine ebenso organische Führung des politischen Kampfes. Sie kennt wieder das Gesetz der Verantwortung nach oben uird der Autorität nach unten. Sie sieht aber als letzte und höchste Instanz, der sie verantwortlich ist, das Volk, und es ist daher kein Zufall, daß es die hinter uns liegende Zeit am wenigsten verstanden hat, das Volk in eine wirklich innere, lebendige Beziehung zu seiner Regierung M bringen und daß wir. meine Herren, die wir Antidemokraten sind, uns umgekehrt bemühen, diese Verbindung zwischen uns und dem Volke zu finden. wir erkennen gerade aus diesem Grunde d i e Bedeutung der presse vielleicht besser als unsere Vorgänger, wöge die Presse aber auch erkennen die Bedeutung eines Regiments, das in Deutschland durch die Ordnung der allgemeinen Verhältnisse jenen moralischen, politischen und damit auch wirtschaftlichen Lmpor st ieg bringt. Ich möchte Sie daher, meine Herren, als Vertreter der auswärtigen deutschen presse, auch meinerseits begrüßen und möchte Ihnen danken für alles, was sie an guter Erziehung an unserem Volke bisher geleistet haben und Sie herzlichst einlaöen zur Teilnahme an einem Werk, das so oder so einmal in der deutschen Geschichte ehrenvoll bestehen wird. Wenn auch in unserem Volke Zeiten der Gröhe immer wieder wechseln mit Zeiten des Verfalls, so wird doch dos menschliche handeln in der Geschichte abschließend beurteilt in einem Geiste, der der Cebensbe- hauptung dient und nicht der Vernichtung, und bann wird sich zeigen, dah uns nur ein einziger Gedanke beherrscht: Deutschland. (Lebhafter Beifall.) Oer 1. Mai als Tag der deutschen Arbeit. Große Kundgebungen im ganzen Reich. Ein Manifest des Reichkanzlers. Berlin. 6. April. (CAB.) (Eigene Meldung.) Statt der bisherigen Maifeier wird der l.Mai von der ASDAP. als ein .Tag der deutschen Arbeit" organisiert werden. Er soll, im Gegensatz zu den bisherigen Maifeiern ein Feiertag aller schaffenden Deutschen sein, frei von dem Gedanken des Klassenhasses. 3 n der Reichshauptstadt wird am Tage der deutschen Arbeit auf einem riesigen freien Platz, wahrscheinlich auf dem Tempelhofer Feld oder im Stadion eine große Massenkundgebung stattfinden, für die man mit einer Teilnehmerzahl von mehr als einer halben Million schaffender Deutscher rechnet. Während dieser Kundgebung wird voraussichtlich der Reichskanzler Adolf Hitler ein Manifest verlesen, das von allen deutschen Sendern im Reich übertragen wird. Der Reichskanzler wird wahrscheinlich in diesem Manifest den 1. Mai als Nationalfeiertag verkünden. Der Anmarsch der Teilnehmer zu dieser großen Massenkundgebung soll in drei großen Heeressäulen erfolgen. Den ganzen Tag über wird die Reichshauptstadt im Zeichen des Tages der deutschen Arbeit stehen. Auch im Reich sind große Kundgebungen ähnlich denen in Berlin vorgesehen. Dazu sagt der „Völkische Beobachter": „Am 1. Mai wird zum erstenmal ein wahrhaft und allein dem deutschen Arbeiter gewidmeter Feiertag im Deutschen Reich abgehalten werden. Zum Llntersch'.ed von all den anderen Jahren, wo marxistische Gewerkschaftsbonzen mit ihrem oft recht kleinen Anhang durch die Straßen zogen, wird diesmal die gesamte deutsche Arbeiterschaft diesen Tag feierlich begehen. Cs soll den Arbeiter in diesen Stunden das Bewußtsein erfüllen, daß ereines der wichtig st en Glieder innerhalb einer großen Gemeinschaft ist. Er soll sich an diesem Tage seiner bedeutenden und wichtigen Sendung klar werden und soll während der Erinnerungen an Hans Thoma. Don Emil Vaader. Seitdem ein Band der Freundschaft die Kinder unserer kleinen Dorfschule mit Hans Thom a. dem großen Meister deutscher Kunst, verknüpfte, seitdem der Maler als Weihnachtsmann in unsere Schulstube gekommen ist, mit herrlichen Bildern die Wände zu schmücken, seitdem ein Brief des Meisters — ein kostbares Vermächtnis nicht nur an die Kinder unseres Dorfes, sondern an die ganze deutsche Jugend — den Herrgottswinkel unserer Schule ziert, seitdem kam ich Sommer um Sommer, auf dem Weg in meine Schwarzwaldheimat, in das Haus des Meisters zu Karlsruhe. Zum letztenmal geschah dies am 30. Oktober 1924: acht Tage vor dem Tod des Meisters. Wie freute sich Thoma immer, wenn ich ihm Grüße brachte von Bauernkindern. Wie strahlten seine Augen, wenn er hörte, daß sein Werk Wurzel geschlagen und Heimat gefunden im entlegensten Dorf, insbesondere im Kindervolk. Da ward er selbst jung und selbst Kind. Er ward nie müde zu fragen und kam gar bald selbst ins Erzählen. In traulichem Dernauer Tonfall berichtete er von eigener Kindheit und Schulzeit, von Schulkameraden und Lehrern, von Mutter, Großmutter und Geschwistern, von den ersten Anfängen seiner Kunst. Die ferne Bernauer Heimat stand wie ein Traum vor seinen Augen. Lauschend und voll Ehrfurcht sah ich dem Greis gegenüber, ich schaute die welken Hände des Meisters und alles stieg vor mir auf, was diese Hände geschaffen; strahlende Sommertage, brotwarme Kornfelder, Berge, Täler, schimmernde Höhen mit ziehenden Wolken, der Rheinstrom, der Bergsee, der Schwarzwaldbach und das weite Meer, Bäume rauschen im Wind, Fabelländer und Fabeltiere, Dauern, Dlumen, verglühende Tage, Dämmerung und geheimnisvolle blaue Rächt. Tlnvergeßliche Feierstunden waren diese Besuche. Richt nur Thoma, den großen Künstler, auch Thoma, den gütigen Menschen, den großen Kinderfreund lernte ich da kennen. Mein letzter Besuch bei Hans Thoma war ernst und still. Lange saß ich wartend im Vorzimmer, versunken in Walter C r a n e s erschütterndes Bild „Schnitter Tod". Rot sinkt der goldene Svnnenball hinter den Bergen, indes der Tod, mähend lund weit aushol«rd, über die Wiese Feier vergessen lernen, was man ihm vierzehn 3ähre lang planmäßig einzuhämmern versuchte: daß er die schlechteste und verachtetste Klasse von allen sei. So wird der 1. Mai den Zweck haben, vor aller Welt kundzutun. daß Deutschland ein für allemal vom Wahn des Klässenkampfes geheilt ist. Gonderkommandos gegen Spitzel und Provokateure. Eine Anordnung des Staatskommissars Dr. Best. D a r m ff a b t, 6. April, (wsn.) Die Pressestelle ber hessischen Slaatsregierung teilt mit: Der Slaatskommissar für bas Polizeiwesen in Hessen erläßt folgenbe Mitteilung: Um ber am 6. April gemeinsam mit ber SSL-Untergruppe Hessen-Darmstabt unb ber 33. SS.-Stanbarte veröffentlichten Warnung vor Spitzeln unb Provokateuren in unseren eigenen Reihen ben erforberlidjen Rachdruck zu verleihen, hat ber Staatskommissar für bas Polizeiwesen in Hessen bie Bildung von Sonbertom- manbos gegen Spitzel unb Provokateure ange- orbnet. Diese Kommandos bestehen ausschließlich aus SS.- unb SA.-Männern unb aus Polizei- beamken, bie ber ASDAP. angehören. Sie haben ben Auftrag, gegen jebe Gesetzesverletzung durch Angehörige der nationalen verbände rücksichtslos einzuschrei- t e tu Der entgegen dem ausdrücklichen Befehl des Führers die bestehenden Gesetze nicht achtel, wird ohne Rücksicht auf seinen Rang in der Bewegung als Spitzel und Provokateur, der die Staatsautorität zugunsten der Sfaatsfeinbe untergräbt, festgenommenundderBeftrafung zugeführt. Das Eingreifen der Sonderkommandos ist bei den Polizeiämtern Darmstadt, Offenbach. Mainz, Worms und Gießen anzufordern. Oer Berliner Besuch des hessischen Staatspräsidenten. WSR. Darmstadt, 6. April. Am Mittwoch besuchte Staatspräsident Dr. Werner den Reichspräsidenten vonHindenburg, den Reichskanzler Adolf Hitler, den Reichsinnenminister Dr. Frick, den Finanzminister Graf SchwerinvonKrosigk. Ministerial- schreitet. Blumen und kleine Mcnschenwesen fallen unter den Streichen der Sense. Agathe Thoma, des greifen Meisters greise Schwester, tritt ein. Sie berichtet, daß es nicht gut um den Bruder steht: „3eden Tag und jede Stunde ist er bereit, den Leinen Schritt in die Ewigkeit zu tun, mit der er — wie lange schon! auf du und du steht. Tapfer trägt er alle Beschwernis. Immer noch läßt er sich gern vorlesen. Immer blättert er gern in Büchern, insbesondere in Büchern mit eigenen Bildern. Rührend ist seine Liebe für die Verse unb Bilder des Bilderbuches, das er in den letzten Iahren für das deutsche Kindervolk geschaffen." Ihre Stimme zittert. Sie ahnt: des Bruders Tage sind gezählt. Rach wenigen Tagen mußten wir in unserer Dorfschule stille Totenfeier halten für unseren großen Freund. Buben zogen mit Körben in den Wald, Tannenzweige zu holen. Mädchen brachen in Bauerngärten die letzten Weißen Astern. Kränze wanden wir um das Bildnis des toten Meisters. Die Landkarten nahmen wir von den Wänden. Alle Wände der Schule wurden mit Bildern von Hans Thoma geschmückt. Die Schul" stube ward zur Hans-Thoma-Dilderstube gewandelt. Wie eine große deutsche Landschaft stand das Werk des toten Meisters vor uns. Lind ich muhte zu den Kindern noch einmal von Hans Thoma sprechen. Mutzte ihnen Sinn unb Wesen seines Schaffens deuten unb geruhsam den Gang dieses reichen Lebens erzählen. Da ging der Schar auf. wie schwer und mühsam dieses Leben bisweilen war; wie spät die Menschen Thoma verstanden. Lind ihnen ward klar, daß Thoma als erster Tausenden ton Menschen das Auge für die große Schönheit der deutschen Heimat geöffnet. Linker seinen Händen ist deutsche Landschaft wahrhaft heilig geworden, weil fein Geist ganz erfüllt ist von Ehrfurcht vor Gottes Schöpfung. Lind wir lasen zur Totenfeier, nach einem Vermächtnis des Meisters, den Brief, den er vor vier Jahren an unsere Schule schrieb: „Meine lieben Kinder! Cs hat mich so sehr gefreut, dah Ihr mich so freundlich eingelaben habt. Euch in Dretzingen zu besuchen. den Malkasten mitzubringen und Euch etwas zu malen aus Eurer lieben Heimat und in aller Gemütlichkeit ohne Sorgen bei Euerm Herrn Lehrer zu wohnen. Das denke ich mir, wie auch Ihr es Euch denkt, gar schön. Ihr könnt auch mir dann zusehen, wie das Malen vor sich geht, so wie in früheren Iahren Kinder im Schwarzwald und im Taunus so oft zugesehen haben, wenn ich direktor D a m m a n n und den Vizekanzler von P a p e n. Auherdem hatte der Staatspräsident eine Unterhaltung mit dem Vertreter Hessens beim Reich, Dr. Edward, über die zukünftige Arbeit ber hessischen GefandschafL Gegen die Konkurrenz der Warenhäuser Die Staatsregierung beantragt reichsgesetzliche Regelung Darmstadt, 6. Avril. (WSN.) In den letzten Tagen macht sich wieder eine wachsende Erregung gegen die Warenhäuser in der Bevölkerung bemerkbar. Die Staatsregierung hat bereits mehrfach betont, daß sie allen irgendwie ungesetzlichen Maßnahmen mit Entschiedenheit entgegentreten wird. Die Staatsregierung wird auch getreu den nationalsozialistischen Grundsätzen in Zukunft dafür sorgen, daß der M i 11 e l st a n d als eine der Grundlagen des Staatswesens überhaupt g e - schützt wird. Aus diesem Grunde hat die Regierung einen Antrag wieder aufgegriffen, den die nationalsozialistische Fraktion bereits am 26. Januar 1932 in dem damaligen Landtag eingebracht hatte. Die bedeutendsten Paragraphen dieses Antrages haben folgenden Wortlaut: § 1. Der Warenhaus ft euer unterliegen gewerbliche Unternehmen, die den Kleinhandel mit Waren verschiedener Gattungen nach Art ber Warenhäuser, Großbazare, Abzahlungs-, Versteige- rungs- und Versandgeschäfte betreiben. § 2. Die Bemessung ber Steuer erfolgt nach dem Umsatz unb Dem Gewerbekapital. § 5. 1. Der Steuersatz nach dem Umsatz beträgt 6 o. H., wenn ber Jahresumsatz 750 000 RM. nicht übersteigt, 7 v. H., wenn ber Jahresumsatz 5 000 000 RM. nicht übersteigt, 8 v. H., wenn der Jahresumsatz 5 000 000 RM. übersteigt. 2. Der Umsatz ist für die Steuerberechnung auf volle Tausend Reichsmark abzurunden. § 9. Der Steuersatz nach dem Gewerbe- kapital beträgt: 1 o. Sy, wenn das Gewerbe- kapital 100 000 RM. nicht übersteigt, 2 v. Sy, wenn das Gewerbekapital 1 500 000 RM. nicht übersteigt, 3 d. Sy, wenn das Gewerbekapital 1500 000 RM. übersteigt. Die Erhebung dieser Steuern würde unbedingt genügen, die erdrückende Konkurrenz der Warenhäuser auf ein erträgliches Maß zurückzuführen, um dem Mittelstand wieder die ihm notwendige Bewegungsfreiheit und Lebensmöglichkeit zu geben. Da diese Frage aber nicht in den Ländern einzeln geregelt draußen unter Gottes freiem Himmel drauf los malte. Aber jetzt bin ich achtzig und ein halb Jahr alt und da ist es mir nicht mehr möglich, von zu Haufe wegzugehen — die Beine sind schwach geworden —, und auch mit dem Malen will es nicht mehr so recht gehen. Mit 80 Iahren ist die Erdenzeit des menschlichen Lebens abgelaufen und die unsterbliche Seele j)arf wieder heimkehren zu Gott, von dem sie uns gegeben ist — zur Wanderschaft auf der Erde. Mir hat der liebe Gott gute Augen zum Bildersehen mitgegeben, so daß ich meine Freude an all dem Schönen, was ich schauen konnte, auch manchen anderen, die mitschauen wollten, zeigen konnte. Ich habe in der mir gegebenen langen Lebenszeit viele Bilder malen können, an denen sich wohl noch lange, wenn ich schon im Grabe ruhe, groß und klein wird freuen können, denn in Bildern lebt die Spur der unsterblichen Seele fort. Lind wenn mit der Zeit diese Bilder auch vergehen, es werden aus der Iugend immer wieder neue Talente hervor- wachsen, die mit ihrem Können Zeugnis ablegen von der ewigen Seele. So könnt auch ihr, liebe Kinder, teilnehmen an der Gemeinschaft, welche alle guten Geister der Menschen verbindet, damit sie sich an den Schönheiten der Welt von Herzen freuen können, wenn sie dieselben einander zeigen können. Ihr sollt jederzeit bestrebt sein, als brave Menschen in die Zukunft hineinzuwachsen, daß wir nach Gottes Willen ein treues, frommes Brudervolk werden, das sich in Liebe hilft, alles Böse, das wie Linkraut auswachsen will, zwischen uns zu überwinden. Wenn nun auch mein alter, schwacher Körper es unmöglich macht, daß ich zu Euch komme mit dem Malkasten, so kann ich doch immer bei Euch fein jedesmal, wenn Ihr Euch an meinen Bildern erfreuen könnt, von denen Ihr ja mit der Zeit noch recht viele werdet sehen können. Dann bin ich im Geiste bei Euch und bin selber ein frohes Kind, wenn ich Euch zeigen kann, wie schön die Welt ist in Dretzingen und überall, wo sich der Himmel über gute, zufriedene Menschen wölbt. So lebt denn wohl! Ich grüße Euch und wünsche Euch Gottes Segen in Eure Zukunft hinein. Euer alter Dildermann Hans Thom a.“ Rie vielleicht war den Kindern, wie in dieser Stunde, klar geworden, was das bedeutet: unsterbliche Seele. Sie wissen: heute lenkt man werden kann, so hat die hessische nationalsozialistische Staatsregierung diesen Antrag der Landtagsfraktion als Gesetzentwurf der Reichsregierung mit der Anregung vorgelegt, diesen Entwurf als Reichsgesetz einzuführen. Ein Kommissar für Arbeitsfragen in Hessen. Darmstadt, 6. April. (WSR.) Die Pressestelle der Staatsregierung teilt mit: „Der Staatskommissar für Arbeitsfragen ist ernannt, die Verfügung hat folgenden Wortlaut: Artikel 1. Cs wird ein Staatskommiffar für Arbeitsfragen in Hessen eingesetzt. Artikel 2. Der Kommissar ist dem M i n i st e r des Innern unmittelbar unterstellt; die Tätigkeit ist ehrenamtlich. Artikel 3. Zum Kommissar für Arbeitsfragen wird mit sofortiger Wirkung der Reichstagsabgeordnete Fritz Kern ernannt. Darmstadt, den 5. April 1933. Hessisches Gesamtministerium. gez.: Dr. Werner. gez.. Dr. Müller. Ohne Zweifel wird die Errichtung dieses Kommissariats sehr begrüßt, besonders, da der Reichstagsabgeordnete Fritz Kern das Vertrauen weitester Kreise der hessischenHand- arbeiterschaft genießt. Cs wird die Aufgabe des Kommissars für Arbeitsfragen sein, alle Fragen zu klären bzw. der Staatsregierung vorzutragen, die eng mit den Lebensinteressen der Arbeiterschaft verknüpft sind, wie die Fragen der Gewerkschaften, ihre Entpolitisierung, der Tarife, der Sozialversicherungen, der Arbeitszeiten, des Arbeiterschutzes, der Betriebsräte usw. Der tiefere Sinn dieser neuen Einrichtung aber wird fein, aus dem sog. Proletarier wieder den deutschen Arbeiter zu formen und dem Arbeiterstand die seinem Wert entsprechende ständische Vertretung im neuen Reiche zu schaffen." Am Samstag eine Rede des Reichskanzlers im Rundfunk. Berlin, 6. April. (ERB. Funkspruch.) Der Deutschlandsender überträgt über alle deutschen Rundfunksender am Samstag, 8. April, von 18.45 bis 20 Llhr, aus dem Sportpalast Berlin einen SA. -Appell mit einer Rede des Reichskanzlers Hitler und am Sonntag, 9. April, von 12.20 bis 13.30 Llhr, aus dem Sportpalast Berlin eine Kundg^e - bung der Berliner Betriebszellen- Organisation mit einer Rede des Reichsministers G o e r i n g. Es ist ein Befehl a n die gesamte E A. im Reich und in Oesterreich ergangen, für Samstag einen Appell anzusetzen und die Rede des Reichskanzlers durch Lautsprecher übermitteln zu lassen. Wie wir hören, wird der Reichskanzler in dieser Ansprache der SA. seine besondere Anerkennung für die disziplinierte Durchführung des Boykotts aussprechen. Neuregelung der Flaggenstage. Berlin, 6. April. (CNB-) In den nächsten Tagen dürfte eine teilweise Neuregelung der Flaggen- frage zu erwarten sein. Man wird sich zunächst wahrscheinlich nicht mit einer Neureglung der Reichsfarben beschäftigen, sondern es vorläufig bei der vor einiger Zeit getroffenen Regelung belassen, daß die schwarzweißrote und die Hakenkreuzfahne nebeneinander als Reichsflagden gelten. Dagegen wird die neue Reichspräsidenten st a nd a r t e eingeführt werden, die in den neuen Reichssarben gehalten ist. Ferner wird in einigen Tagen die schwarzweißrote Fahne ohne Gösch zur Handelsflagge erklärt werden. Inzwischen hat die hamburgische Regierung bereits die Hamburger Reedereien ermächtigt, ihre ■ Schiffe mit der schwarzweißroten Fahne ohne Gösch I auslaufen zu lassen. Die Regierungen der fremden , Staaten werden durch die deutschen diplomatischen I Vertretungen von der bevorstehenden Neuregelung I der Handelsflagge in Kenntnis gesetzt werden. Hans Thomas Leib ins Grab. Sein Werk, seine Seele aber ist lebendiger denn je. Wir klagen nicht. Wir singen voll Hingebung und Andacht die innigsten und schönsten Lieder der Heimat. Wir schauen wieder und wieder des Meisters Werk. Wir schreiben Briefe an die einsame Schwester, die ihr künden sollen von der Liebe, die ihres Bruders Werk im kleinsten Dorf gefunden. Das Endergebnis der Totenfeier ist ein religiöses. In Hans Thoma lernten wir den Künstler von Gottes Gnaden — in des Wortes tiefstem und schönstem Sinn — kennen. Ehrfurcht vor Go t s Schöpfung ist die Grundkraft von Thomas Schaffen. Lind Ehrfurcht vor Blume und Tier, vor Berg und Tal, vor Wolke und Wind weckt die Versenkung in sein Werk. Wir erkennen in Thoma den großen, religiösen Menschen unserer Zeit. Zeitschriften. — Im Freiwilligen Arbeitsdienst vollzog zum erstenmal eine kleine, aber entschlossene Schicht die endgültige Abkehr von überkommenen Vorstellungen. Werner B e u m e I * bürg behandelt im neuesten Sonderheft der Süddeutschen Monatshefte. München. „Durch Arbeit zur Ration" dieses vordringliche Problem. Der FAD. ist ein Kind der bündischen Organisationen. Den ersten Anstoß gab der Iung- deutsche Orden, nicht lange nach dem Kriege. Stahlhelm und akademische Verbände trieben den Gedanken weiter. Der Rationalsozialismus entschloß sich frühzeitig zu einer positiven Einstellung und schuf ein auf festen Füßen auf- gebautes universales Programm, das folgerichtig in dem Projekt der allgemeinen Dienstpflicht endete. Der Staat griff erst ein, als die Bewegung sich schon zu einer solchen Breite und Tiefe entwickelt hatte, daß er es geraten hielt, sich rechtzeitig einzuschalten. Beumelburg entwirft ein Bild der Organisation des heutigen Arbeitsdienstes, untersucht die Arbeit selbst, betont die entscheidend wichtige Führerfrage, behandelt das Problem der Mannschaft und wirft schließlich die Frage auf, ob freiwilliger Arbeitsdienst oder Dienstpflicht. Beumelburg ist für einen stufenweisen Weiterbau auf der Grundlage des bisher Erreichten und hält vor allem die einheitliche. Regelung der Arbeitsplanung für das Rvt- wendigste. Aus der Provinzialhauptstadt er Konkurrenz gegen die Berufsorganisationen, er wolle nur dafür sorgen, daß der neue Geist i den dreißiger Jahren nun, so wird der Chronist alle erfasse. Der Redner gab dann noch einen 1 fortfahren, erhoben fich die Wetterzeichen einer der Steuern versäumt. Das jetzige nationalsoziali- i stische Präsidium der Handwerkskammer wolle genau I „Cm einziges Ja setzt tausend Nein!" Das sagte Paul de Lagarde, einer der großen Kämpfer mann Frau Auguste Prasch-Grevenberg, Ehrenmitglied des Meininger Landestheaters, als Gast. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22 Uhr. — Die letzte Aufführung des Schauspiels .Dor Sonnenuntergang" von Gerhart Hauptmann mit Intendant Dr. Prasch in der Dolle des Gerneimrats Clausen findet am Sonntag, 9. April, als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen statt. Spieldauer von 19 Uhr bis 22 Uhr. ** Beim Radfahren verunglückt. In Wißmar verunglückte gestern beim Radfahren der 11 Jahre alle Sohn Rudolf des Bäckermeisters Link in Wißmar. Der bedauernswerte Junge fuhr in einer Ortsstraße mit dem Rad über einen Stein und kam dabei so unglücklich zu Fall, daß er sich eine schwere Verletzung des rechten Oberschenkels zuzog. Das Kind mußte der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden. WEN. D a r m st a d t, 5. April. Zu einer großen Kundgebung des hessischen Handwerks gestaltete sich heute die Versammlung der Obermeister und stellvertretenden Obermeister der sämtlichen Fachoereine, der Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden der Ortsgewerbeoereine und Bezttks- verbände des hessischen Handwerks. Der große Saal des Städtischen Saalbaues war übersüllt, ein Beweis für die starke Anteilnahme des Handwerks an der kommenden Gestaltung seiner Belange. Der Kreisführer des Kampfbundes für den gewerblichen Mittelstand, Schreinermeister Schäfer, eröffnete die Kundgebung und gedachte in seiner Begrüßungsansprache des Mannes, der am 30. Januar das Steuer des deutschen Staatsschiffes in die Hand genommen habe. Schäfer betonte, daß gerade die nationalsozialistischen Handwerker fanatische Kämpfer für ihren Führer Adolf Hitler waren und bleiben. Der neue Präsident der Hessischen Handwerkskammer Metzgermeister Müller, Mainz hielt dann eine Ansprache, in der er betonte, die Zeit des Redens und Kritisierens sei vorbei. Heute gelte es die Arbeit auf der ganzen Li n i e aufzunehmen. Schlechter als das vergangene System könne es niemand machen. Wer heute nicht mitkämpfen wolle, habe kein Recht zu reden und zu nörgeln. Trotzdem der Handwerkerstand schon in der Vorkriegszeit zu Boden gedrückt wurde und der Marxismus dem Handwerk seinen Tod prophezeit habe, lebe das Handwerk. Jür bas Handwerk komme heute erst Deutschland, dann die weit. Die neuen Führer des Handwerks haben erkannt: Erst wenn die Landwirtschaft lebt, kann der Mittelstand leben. Buntes Allerlei. Gchreckenönacht auf der Eisscholle. Zwölf junge Robbenjäger von der Glace-Dah auf Reu-Schottland, die in der Rähe des Kap 'Breton auf Deute ausgegangen waren, haben eine furchtbare Rächt auf Treibeis durchmachen müssen. Das Cis, auf dem sie gingen, brach, und sie wurden auf das hohe Meer hinausgetrieben. Rachdem sie die ganze Rächt auf den Eisschollen verbracht hatten, wurden zehn von ihnen bei Rew-Aberdeen von Fischern gerettet und in völlig erschöpftem Zustande ans Land gebracht: die Glieder waren ihnen vollkommen erstarrt, und sie konnten zuerst nicht sprechen. Die beiden Durschen, die nicht mit geborgen werden konnten, befanden sich auf einer andern Eisscholle und waren noch weiter hinaus- getrieben worden. Sie wurden schließlich von einem Flieger gesichtet, der die Stelle, an der sie sich befanden, den Fischern meldete. Diese fuhren sofort in einem Motorboot aus und brachten die Unglücklichen, die über 15 Stunden auf der Eisscholle gewesen waren, ans Land. Sie waren in völlig erschöpftem Zustand, werden fich aber erholen. Tausende von Zuschauern warteten die ganze Rächt über an der Küste von Rew Aberdeen, während die Suche nach den Abgetriebenen stattfand. Seit Adolf Hitler die Macht in Deutschland übernommen habe, sei schon Großes erreicht, das Größte, daß es gelang, das Volk auf einen Nenner zu bringen: „W i r wollen leben." In Zukunft werde das Volk das Primäre sein, nicht mehr die Wirtschaft Auch in den Organisationen seien die Mitglieder das Erste, nicht die Organisation um der Organisation willen. Der Liberalismus sei heute am Ende. Nicht Kapital schaffe Arbeit, sondern Arbeit schaffe Besitz. Wer im neuen Deutschland fleißig arbeite, solle entsprechend bezahlt werden, nicht, wie es seither war, daß der, der arbeitete, auch noch die hohen Steuern bezahlen mußte. Die vergangene Kammer habe die Aufklärung über die Verwendung kurzen Abriß über die nächsten Ausgaben des Kampfbundes. Der Redner jchwß: Der Arbeit gehört die Krone, dem Faulenzer die Strafe. Stein auf Stein muß ausgebaut werden. Ein neuer Führertyp muß das Volk zum Aufstieg führen. Ein neues Reich der Größe^ der Lauterkeit durch freiwillige Unterordnung aller muß erstehen. Wo wahre Führer ständen, folgten auch die Massen. Eine Minute gedacht die Versammlung in stillem Gedenken all derer, die für Volk, Nation und für die nationalsozialistische Bewegung gefallen sind. In den vom Redner auf den Reichskanzler ausgebrachten Heil-Ruf stimmte die Versammlung begeistert ein. Dem Redner wurde — wie auch während seiner Rede — nach Beendigung seiner Ausführungen begeisterter Beifall zuteil. Schreinermeister Schäfer brachte ein dreifaches Sieg-Heil auf Deutschlands Führer, auf den Volkskanzler Adolf Hitler und das gesamte Handwerk aus. Die Kundgebung, die eine erhebende Einmütigkeit im hessischen Handwerk zeigte, schloß mit dem Horst-Wessel-Lied. um deutsche Kunst, gestorben und unbekannt, morgen wiederauferstanden und ein Nationalheld, wesentlicher als die internationalen Größen! Und ein anderes, bitteres Wort des verstorbenen Dietrich Eckart: „Die Dichter der modernen Sorte, gigantisch was sie alles wagen, um mittels nagelneuer Worte das Abgedroschenste zu sagen". Adolf Hitler: „Wenn ein Staat durch ein Uebermaß von Schlechtigkeit und Feigheit zugrunde geht, so kann ihn nur ein Uebermaß von Heldenmut und Treue retten". Noch einmal Paul d e Lagarde: „Ich werde nicht müde werden zu predigen, daß wir entweder vor einer neuen Zeit oder vor einem Untergang stehen". Und eine Mahnung an die, die am Staate „nicht interessiert" sein wollen: „Man muß sich vor der Vorstellung hüten, daß die Nicht-Beschäftigung mit Politik auch vor ihren Folgen schütze". Das sagte Bismarck. Und zahllose dieser Sprüche sollen aufrütteln und wecken. Sammeln, kämpfen und siegen, — das ist die neue Parole deutscher Kunst. Und ersten Niederschlag findet die neugeborene Kunst: Ein jubelnder Vers aus dem Hut- ten-Werk des Kampfbund-Dichters Max Jung» nicke!: „Geduld, !ch kenne meines Volkes Mark Was langsam wächst, das wird gehoppelt stark, Geduld, was langsam reift, das altert spat, Wei - andere welken, werden wir ein Staat-' Kostbare Nasen. Haben Sie vielleicht eine Rase, mit der sie 15 000 Mark im Jahr verdienen können? „CSenn Sie sich im Besitz eines so kostbaren Riechorgans be- Das hessische Handwerk auf neuen Wegen Eine bedeutsame Kundgebung. ^r6eilgi len. »’..&*■ SÄ, Tätig. üOet Aechstags. 933. Wetium. -Dr-ÄliUler. fiUl?Uen tonb die Aus- fein, «Ife ■«tstegiiiunj eo„ 1,1 betlnübft MchastVn l7- ^Sozial, /Ortszeiten, >er Betriebs. Mer neuen tzch. m J°g. Proletarier rter zu formen nnem Wert ent- un neuen Reiche yn btn näd)ften Ia= gelung her Flaghm- wird sich Machst Neureglung der rn es vorläufig it getroffenen itz die schwarz- ikenkreuzsahne Üchsslaggen gel- sieichspräfiden- werden, die in den ist. Ferner wird in sflagge erklärt mburgischeRegterun reien ermächtigt, U en Fahne ohne W erungen der freien Men diplomatischen ebenden Neuregelung gesetzt werden^ "b. Sein Werk, feine ng/voll HinW SffÄS stiSs “’Ä un» ®“: 'or ®edt Der Weg zu einer neuen nationalen Kunst Was will der „Kampfbund für deutsche Kultur?" ,,-tsdienft n 2lrbett- SW« Kind ° Ivng-- ic nach, ^n den Verbandelns ent' ionalfDi* £ Ein- ferAs ig£ ,ür cinenkbis' finden, bann foUten Hie nicht zögern, von ihren Fähigkeiten Gebrauch zu machen. Freilich gehört dazu nicht nur Feinheit des Geruches, sondern auch lange Hebung. In englischen Blättern wurde kürzlich daraus hingewiescn, daß ein besonders gut ausgebildeter Geruchssinn in der Par- füm-Industric mit Gold ausgewogen wird. Das Mischen der verschiedenen Duftarten zu einem harmonischen und erfolgreichen Parfüm ist eine Kunst, die nur ein besonders hervorragender »Riecher" vollbringen kann. Ein winziger Tropfen ?u viel ober zu wenig von einer bestimmten Essenz ann die erstrebte Wirkung vernichten. Auf die Dosierung der einzelnen Bestandteile kommt alles an. Rur die erfahrensten Sachverständigen können da das Richtige treffen, und ihre Rase allein sagt ihnen, ob eine Dustmischung Aussicht bat, die Welt zu erobern. Andere Kenner, die mit ihrer Rase viel Geld verdienen, werden von Brauereien beschäftigt. Der Geruchssinn spielt auch eine wichtige Rotte im Weinhandel, denn aus dem Aroma läßt sich die Güte einer Sorte oft genauer bestimmen als durch den Geschmack. So kann also eine gute Rose sehr kostbar sein, aber sie muß für solche Zwecke erst richtig erzogen werden. Büchertisch. — DieHandelshochschule, Lehrbuch der Wirtschaftswissenschaften, herausgegeben von Prof. Dr. Schmidt, Frankfurt a. M-, Industrieverlag Spaeth & Linde, Berlin W 10. Das bekannte Sammelwerk, auf dessen Bedeutung für die berufliche Fortbildung des modernen Kaufmanns hier schon mehrfach hingewiesen wurde, wird nun durch einen stattlichen Ergänzungsband vervollständigt, von dem bereits 20 Lieferungen vorliegen. Rachgetragen wurde in einer Reihe von Kapiteln aus der Feder verschiedener Bearbeiter das heute besonders wichtige Arbeitsrecht. Weitere Abschnitte behandeln Strafrecht, Friedensvertrag, Reparationen'und Dölkerbund, Zei- tungs- und Zeitschriftenkunde. 3n das engere Fachgebiet des Kaufmanns satten wieder die nächsten Abhandlungen über Sprach- und Schriftverkehr und Formular- und Vertragstechnik. Wichtige Anregungen findet man in dein Abschnitt „Rede und Bortrag". Besonders ausführlich werden behandelt Warenkunde und Betriebswirtschaftliche Rationalisierung. Richts ist vielleicht für den Kaufmann von solcher Bedeutung wie die Studienmöglichkeit, die in diesem ausgezeichneten Werk jedem kaufmännischen Angestellten eine hochschularttge Ausbildung für nur ganz geringe Kosten gestattet. Der Fortgang des Studiums ist auch so eingerichtet, daß man es in den freien Abendstunden bequem durchführen kann! Adolf Hitlers Idee, das geistige Kulturgut Deutschlands zu einer einheitlichen scharfen Waffe zu schmieden, will als einer der wichtigsten Kämpfer der „Kampfbund für deutsche Kultur" verwirklichen. Hitlers Erlaß: „Der .Kampfbund für deutsche Kultur' nimmt die Sammlung alles völkischen Kulturgutes und der Träger dieses Gutes vor", war der Anfang. Ein Anfang, der wie die gesamte neudeutsche Bewegung im kleinsten Rahmen begonnen hat. Der Kampfbund ist noch ganz jung, er wurde erst im Vorjahr gegründet Hans Hinkel, Referent im Preußischen Kultusministerium, ist der Führer. Einer, der zupackt, Freund und Weggenosse Bernhard Rusts, des kommissarischen preußischen Kultusministers. Wie geht der Angriffsplan? Der Kampfbund hat einzelne Gruppen: Bildende Kunst, Architektur und Technik, Wissenschaft, Schrifttum, Theater und Film. Welcher Art sind Kampf und Ziele? Man erhält, in Wort und Schrift, temperamentvolle Auskunft. Professor Max K u t s ch m a n n , ein führender Mann des Kampfbundes auf dem Gebiet der bildenden Kunst: „Das der künstlerischen Gestaltung zugrundeliegende, einem Werkstoff entsprechende handwerkliche Können ist nicht an eine bestimmte Rasse, an ein bestimmtes Volk gebunden. Die andere beim künstlerischen Gestalten wirksame Kraft, die den Darstellungswillen antreibende Vorstellung von inneren und äußeren Erscheinungen, entspringt dem Geistesgut des Volkes, dem der Künstler angehört." Rassische Bedingtheit also! Und die Quellen dieser Kunst? „Das vornehmste Kulturgut eines Volkes ist seine Vorstellung vom Sinn des Lebens, seine Religion, in der die natürliche Umwelt der Heimat ihre jenseitige Verklärung findet. An zweiter Stelle folgt, eng mit dem ersten oervunden, seine in Helden gedichte, Sagen und Märchen gekleidete Volkslegende. Dies war der Boden, aus dem auch bei den germanischen Völkern der Antrieb zum künstlerischen Gestalten hervorgewachsen ist." Ein anderer der neuen Männer, Dr. v. Seers, über die gegenwärtige Situation, unter besonderem Hinweis auf das Schrifttum: „Das deutsche Schrifttum von morgen ringt noch in den Seelen um Klärung und Auferstehung. Der Ausdruck der neuen Zeit ist nirgends voll ausgesprochen, und doch spüren wir sein Reifen. Wie es noch keine große Dramatik aus dem Wehen der neuen Zeit gibt, so gibt es noch kein Schrifttum, das sie restlos ausdrückt. Ist das zu beklagen? Nein, das ist gut so, wie das Frühjahr so gut wie der Herbst und der kräftesammelnde Winter so gut wie der schwellende Sommer ist" Und ein dritter, Dr. Fritz Stege, erklärt vom besonderen Standpunkt des Musikers aus die Ziele der gegenwärtigen Kulturbewegung: „Im dritten und vierten Jahrzehnt des zwanzigsten Jahrhunderts, so wird sich ein späterer Chronist einmal vernehmen lassen, erhielt die Kunstmusik eine weitgehende Befruchtung durch neue, lebendige Impulse echter Volkstümlichkeit. Die vollkommene Isoliertheit der damaligen Kunstmusik führte zu einer gefahrvollen Situation der Musikentwicklung. Die tiefe Kluft, die sich zwischen Volk und Kunst geöffnet hatte, konnte erst durch eine neue Musikergeneration überbrückt werden, die sich auf die Schätze der Na- tion besann und durch deren künstlerische Dorarbei- tung eine neue Verbindung mit der Volksseele anbahnte. Es lag im kulturpolitischen Charakter der Nachkriegszeit begründet, wenn der Deutsche dem Ausländertum Tor und Türen öffnete, wenn er jeden ausländischen Schmarren bejubelte und die Schöpfungen seiner eigenen Landsleute mißachtete, seine eigenen Künstler verhungern ließ. Die Friedensbedingungen des Wettkrieges hatten den Natio- nalstolz des Deutschen gebrochen — er konnte die Faustschläge in das Gesicht der deutschen Kultur nicht mehr mit gleichen Waffen heimzahlen... In Ein bedeutsamer Abend im »Hubertus" Der „Hubertus" Verein weidgerechter Jäger, Sih Gießen, e. D, hielt, wie man uns berichtet, am Mittwoch seine Mitgliederversammlung im „Hessischen Hof" bei ausgezeichnetem Besuch ab. Rach Bekanntgabe einer größeren Zahl von Reuaufnahmen und Reuanmeldungen, sowie Verlesung der Eingänge erstattete der Vorsitzende des Schiebausschusses, August Ki 1 binger. Bericht über die beabsichtigte Ausgestaltung des Schiehwesens in diesem Sommer. An die Mitglieder erging die dringende Mahnung, sich eifrig im sicheren Schießen als einer Voraussetzung für wirklich weidmännische Iagdausübung zu üben. Studienrat Hölzel konnte mitteilen, daß der Besuch der Iagdausstellung des Reichsjagdbundes, die vorn 22. bis 50 April in Köln statt- findet, durch Ausgabe von Sonntagskarten während der ganzen Ausstellungszeit erleichtert werden wird. Er teilte ferner mit, daß der Hessi - s ch e Iagdklub in seiner Hauptversammlung im Februar einstimmig beschlossen habe, sich bei der Regierung für die Einführung des gesetzlich em Kugelschusses auf jegliches Schalenwild einzusetzen. Diese Mitteilung löste allgemeinen Beifall aus. Denn damit ist der Grundsatz, den der „Hubertus" feit Jahren verficht und den er feinen Mitgliedern zur Verwirklichung in der Praxis zur Pflicht machte, wenn sie nicht die Mitgliedschaft verlieren wollten, nunmehr von allen maßgebenden hessischen Iagdvereinen anerkannt, die mit dem Hessischen Oberförsterverband zusammen eine Front bilden. Es ist daher zu hoffen, daß endlich mit dem Abschuß des Rehwildes auf der Treibjagd mit Schrot Schluß gemacht wird, ein Verfahren, das bei dem heutigen Stande der Waffentechnik, der geringen Reviergröße und der großen Schühenzahl unnötig und verwerflich geworden ist, weil es weder mit den Grundsätzen des Tierschutzes, noch des Raturschuhes oder einer wirklichen nachhaltigen Iagdnuhung vereinbar ist. Im Anschluß an den geschäftlichen Teil hielt Regierungsrat Frhr. Schenck zu Schweinsberg einen Vortrag über das Thema: ..Was muß der Jäger von dem Zielfernrohr wissen?" Die führenden deutschen Werke Hensoldt, Wetzlar. und Zeiß, Jena, hatten in dankenswerter Weis; ausgezeichnetes Anschauungsmaterial dazu geliefert, so daß mancher Fernrohrbesiher nun zum erstenmal einen Blick in das Innere dieses Instrumentes tuft konnte. Der Vortragende konnte zeigen, daß das Fernrohr heute vor allem bei nicht normalem Auge ein wichtiges Hilfsmittel zur Abgabe eines sauberen Schusses geworden ist, wie ihn weidgerechtes Jagen erfordert. Reben der Darstellung des Baues wurden das Einschieben, die Verwendung bei verschiedener Tageszeit, das Flüchtigschießen, die Behandlung des Rohres, die Ausmachung und schließlich Zielhilfsmittel, wie Zielstock u. ä. in so gründlicher Weise behandelt, daß der Vortrag sicher dazu beigetragen, den Schleier des Geheimnisvollen, der für manchen über dem Zielfernrohr liegt, zu lüften und dadurch das Fernrohr zu einem mit Verständnis zu benutzenden wertvollen Ausrüstungsstück des Weidmannes zu machen. H. Bornotizcn. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute 20 Uhr 26. Vorstellung im Freitag-Abonnement mit einer Wiederholung des Schauspiels „Andreas Hollmann" von Hans- Christoph Kaergel unter der Spielleitung Wolfgang Kühnes. In der Rolle der Frau Hott- das Gegenteil dessen, was das vorige Präsidium wollte. Der Marxismus und das Judentum hätten nur die Vernichtung des Mittelstandes im Auge. Das Volk wurde systematisch vergiftet und sturmreif für den Kommunismus gemacht. Der Nationalsozialismus verwahre sich heute dagegen, parteipolitisch genannt zu werden. Dieses Stadium der Bewegung sei vorbei. Der Rationalsozialismus wolle sich nur im Sinne des Volkes betätigen. National fein heiße fein Leben nicht sich, sondern seinen Vorfahren verdanken und seinem Volke dienen, nicht sich persönlich. Der Nationalsozialismus werde einstehen für das, was er tue. Das Handwerk, in dem man immer erklärt habe, es müsse sich von der Politik fernhatten, gehe heute ebenso auf die Straße, um für seine Existenz zu kämpfen. Daher müsse auch in den Innungen des Handwerks ein neuer Geist einziehen. Die Ausbildung des Nachwuchses bedürfe besonderer Pflege. Das gegenseitige Herabsetzen der einzelnen Innungen müsse aufhören. Gesunde Kritik sei anzuerkennen, aber Nörgelei müsse verschwinden. Bei jeder Kammer werde ein Ehrengericht eingerichtet, das für Zucht, Ordnung und Sitte im Handwerk eintreten werde. Die Meister und Obermeister selbst hätten von nun an für Ordnung zu sorgen. Gewiß werde es an Enttäuschungen nicht fehlen, aber vor allem müsse Deutschland leben. 2) «’n Syndici sei gesagt, daß sie Anwälte des Handwerks sein und dem gesunden Geist des Handwerks zum Durchbruch verhelfen müßten. Der Redner behandelte bann das Problem S o - zialismus und Berufsorganisation. Er betonte weiter, eine menschenwürdige Behandlung des Lehrlings sei Hauptsache, denn der Lehrherr müsse dem Lehrling die Ettern ersetzen. Arbeitsbeschaffung und das Kennenlernen fremder Meisterstätten sei besser als viel schulmäßiges Ein- exerzieren. Die Handwerks-Schullehrer müßten das Handwerk viel besser kennenlernen. Jn kürze werde es Linzethandelskammern geben. Gewerkschaften als solche würden nicht abgelehnt, jedoch die Bonzen, die darin säßen und wirkten. Das primäre werden die Innungen sein, auf denen sich der Landesverband und schließlich die Kammer aufbaut. Der Nationalsozialistische Kampfbund sei keine e des Reichs- bfunf. Wfonidj.) Der nicht übet alle camslaa, S.Hril, i dem EpvüyM eil mit einet ers Hitler und 2-20 bis 13.30 Uhr, i eine Kundg^ rtriebszellen- Rede des Dcichs- st ein Defehl an Reich und in : Eamslag einen Rede des Reichs- echer übeimit» rn, wird der Deichs- je der SA. seine mng für die jsuhrung des neuen Kultur am Horizont... Während sich A»; Herren am grünen Tisch den Kops zerbrachen, wie das Konzertleben zu retten sei, hatte längst eine neue Konzertform Platz gegriffen, die die stickige Enge des Konzertsaals vergessen ließ ... Während man von einer Volksliedkrise faselte, hatte man gar nicht bemerkt, wie hundert und aber hundert neue Volkslieder entstanden und von Millionen gesungen wurden, getragen von der Begeisterung einer neuen nationalen Bewegung! Unser Ziel: dem deutschen Genius, der deutschen Kunst den Weg zum Sieg zu bereiten! Wir geloben es, nicht eher von der Stelle zu weichen, nicht eher uns Ruhe zu gönnen, als bis aus den Wirrnissen unserer Zeit sich der Phönix einer neuen, nationalen Kunst erhebt!" Den ganzen Tag über herrscht in der Zentrale des Kampfbundes unaufhörliches Kommen und Gehen. „Man sagt", so hort man auch von anderer Seite, „der deutsche Künstler sei Individualist und die Kunst immer nur Angelegenheit eines kleineren, intellektuell oorgebilbeten Kreises. Wie ist es in Wirklichkeit? Die Wilhelmstraße gibt nur ihren Entschluß kund, bie beutsche Kunst zusammenzurufen unb schon strömen biefe ^Individualisten' zur Sam melfielle, zum nationalen Kampf, es ist rührend unb erschütternd, biefe Sammlung, die das letzte deutsche Städtchen an der Grenze ersaßt, mitzuerleben. Eine Armee der kämpfenden deutschen Kunst marschiert auf! Ein Bauerngesicht wie das von Hanns Iahst in der ersten Reihe: gibt es nicht Ruhe und die Ueberzeugung, daß dieser Kampf siegreich fein wird? Und dann die andere Seite: der „Kampfbund" hat überall schon in den Arbeitergcgenden, in den Wohnstätten des angeblich „verspießten" Kleinbürgertums Säle gemietet und läßt die kärnp senden deutschen Künstler sprechen über das, was ihre Seele unb ihre schöpferische Kraft bewegt. UeberfüUt finb bie ersten Versammlungen, welch ein guter 'Auftakt dieses großen Feldzuges unter der Parole: „Die Kunst dem Volke!" Die Kunst um ihrer selbst willen, — sie ist nichts. Die Kunst um der großen nationalen Idee willen, — sie faßt die deutschen Menschen, die deutschen Künstler zu einer Gemeinschaft zusammen. Im Kampfbund gibt man dem Dramatiker, dem Lyriker, dem Musiker und Bildhauer, dem Maler und Architekten die Parolen und stellt vor sie die Männer hin, die den Weg wiesen. Vor dem Berichterstatter liegt ein Blatt, darauf sind diese Geister beschworen: Buhbacherpolizei begrüßt die nationale Regierung. WSN. Butzbach, 6. April. Die Bereit- s ch a f t s p o l i z e i und Gendarmerie-Beamten des Standortes Butzbach haben dem Herrn Staatspräsidenten eine Entschließung übermittelt, in der sie ihrer freudigen Genugtuung über bie nationale Regierung in Reich unb Säubern Ausbruck gaben. Die Entschließung enbet mit folgenden Worten: „Mit Hindenburg-Hitlergeist, Göring-Schneid und Mannesmut wird alles in Deutschland wieder gut!". Amtsniederlegungen in Friedberg. WSN. Friedberg, 6. April. Schloffermeifter Wilhelm Adam H e ß hat fein Amt alsVorfitzen- ber der Handwerkskammer-Neben- stelle Friedberg freiwillig niedergelegt. Zum kommisiarifchen Vorsitzenden wurde Kaufmann Schimmel (Gießen) bestimmt. Der nebenamtliche Direktor der Bezirksfparkaffe Mathildenstift, Amtsgerichtsrat T h u r n, hat fein Amt mit Wirkung vom 1. April ob freiwillig niedergelegt. Verhaftung des früheren Wormser Polizeidirektors. WSN. Worms, 6. April. Der frühere Wormser Polizeidirektor Maschmeyer, der der SPD. angehörte, wurde in einem Wormser Sota! fest genommen und ins Amtsgerichtsgefängnis Osthofen eingeliefert. Darmstädter Handelskammerpräsident zurückgetreten. WER. Darmstadt, 6. April. Der langjährige verdienstvolle Vorsitzende der Industrie- und Handelskammer Darmstadt, Dr.-Ing. e. h. E. Schenck, hat sein Amt als Vorsitzender der Kammer niedergelegt. Sein Mandat als Mitglied wird Dr. Schenck beibehalten. Infolge des Ausscheidens mehrerer Mitglieder aus der Kammer sind Reubesehungen im Plenum und im Vorstand notwendig geworden, die in Kürze vollzogen werden. Das Ebert-Denkmal in Frankfurt entfernt. WSR. Frankfurt a. M., 6. April. Heute vormittag wurde das Ebert-Denkmal an der Paulstirche entfernt. Die Beseitigung der Figur, die ein gewaltiges Gewicht besitzt, verursachte erhebliche Schwierigkeiten. S.Jl.-'fpOTt Frühjahrswalölauf des 4. Bezirkes Gau Hessen OT. Am Sonntag fand der Frühjahrswaldlauf des 4. Bezirks der DT. in Bieder-Ohmen statt. Die Leitung lag in den bewährten Händen des Be- zirksvolksturnwarts G u n d r u m , Lauterbach. Die Beteiligung blieb hinter den Ziffern der früheren Jahre zurück. Cs war aber sehr zu begrüßen, dah gerade die entlegensten Vereine sich stark beteiligten, während naheliegende Stadtvereine nicht vertreten waren. Die Veranstaltung selbst, zu der 51 Meldungen vorlagen, verlief programmähig. Im Anschluß an die Kampfrichtersihung begannen die Läufe. Die Liegerliste. ^-Klasse: 19 Teilnehmer, 13 Sieger (5500 Meter): 1. Phil. Weppler, Schlitz, 19:28 Min.; 2. Willi Dehnert, Bernsfeld, 19:51; 3. Ernst Otto, Bieder-Ohmen; 4. Karl Erb, Bernsfeld; 5. Wilhelm Eifert, Helpershain; 6. Konrad Mühling, Crainfeld; 7. Fritz Weyrauch, Lauterbach; 8. Fritz Kalmbach, Schlitz; 9. Karl Euler, Ober-Ohmen; 10. Wilh. Hinkel, Schlitz; 11. Willi Otterbein, Ober- Ohmen; 12. Wilh. Peter, Bieder-Ohmen; 13. Hch. Hühnergorth, Helpershain. 1. Mannschaftssieg Tv. Schlitz, 19 Punkte; 2. Mannschaftssieg: Tv. Helpershain 32 Punkte. 6-Klasse: 9 Teilnehmer, 6 Sieger (3500 Meter): 1. Fritz Guntrum, Schlitz, 16:11 Min.; 2. Ernst Kömpf, Bieder-Ohmen, 16:26; 3. Heinr. Delde, Lauterbach; 4. Dal. Klug, Bieder-Ohmen; 5. Hch. Decher, Schlitz; 6. Wilh. Lachmann, Schlitz. 1. Mannschaftssieg: Tv. Schlitz, 12 Punkte. S-Klasse 11 Sieger (2000 Meter): 1. Wilhelm Casparh, Burg-Gemünden, 7:21 Min.; "2^ Hch. Schellhaas, Bieder-Ohmen, 7:35; 3. Karl Keil, Bieder-Ohmen; 4. L. Baldauf, Bieder-Ohmen; 5. Erich Deuchert, Lauterbach; 6. Hch. Philipp, Burg- Gemünden; 7. Werner Bischoff, Lauterbach; 8. Wilh. Bäder, Crainfeld; 9. Helmut Weller, Lauterbach; 10. Friedrich Oechler, Crainfeld; 11. Hans Stähr, Lauterbach. 1. Mannschaftssieg: Turnv. Bieder-Ohmen, 9 Punkte; 2. Mannschaftssieg: Tv. Lauterbach, 21 Punkte. Walölaufmeisterschasten des Mittel- rheinkreises. Die Waldlaufmeisterschaften des Kreises III der DT., Mittelrheinkreis, finden am kommenden Sonntag in Offenbach statt. Aus Frankfurt a. M., Hanau, Offenbach, Darmstadt, Homburg, Kreuznach, Gießen und Saarbrücken sind zahlreiche Meldungen eingelaufen, so daß in allen Klassen außerordentlich starke Felder an den Start gehen werden. In Verbindung mit den Waldlaufmeisterschaften finden am Samstag und Sonntag Sitzungen des Kreissportausschusses statt. Sronffurfer Regatta wieder international. Die große Frankfurter Regatta wird in diesem Jahre erstmals auf der neu geschaffenen 2000» Meter-Rennstrecke zwischen Biederrad und Griesheim am 29. und 30. Juli ausgetragen. Seit langen Jahren wird die Regatta wahrscheinlich wieder international beschickt werden. Startabsichten haben vor allem Londoner und holländische Ruderer kundgegeben, dagegen werden die Schweizer und italienischen Ruderer nicht an den Start gehen, da am gleichen Termin die Landesmeisterschaften der betreffenden Verbände stattfinden. Heinkel-Schnellflugzeug schafft sechs Höchstleistungen. Das neue Schnellverkehrsflugzeug der Deutschen Lufthansa, H. E. 70 der Heinkelwerke, har bis jetzt schon sechs neue Höchstleistungen ausgestellt. Der 2000-Meter-Rekord wurde von 263,9 Stkm. auf >345,3 Stkm. gebracht, lieber die 1000-Meter-Strecke gäh es ohne und mit 500 Kilogramm Nutzlast zwei neue Bestleistungen, die beide auf 347,4 Stkm. stehen, die entsprechenden Rekorde über 500 Kilometer wurden auf je 238,9 Stkm. heraufgeschraubt, während der neue Rekord über 100 Kilometer mit 500 Kilogramm Nutzlast jetzt mit 348,1 Stkm. registriert wird. Wellund Bedeutung des Schulschwimmens Von 3- Ed. Mertens. Durch einen Erlaß des preußischen Unterrichtsministers vom 3. Mai 1924 wurden alle preußischen, und durch amtliche Bekanntmachung auch alle hessischen Schulen auf den Wert des Schwimmens in den höheren und Volksschulen hingewiesen. Gleichzeitig wurden Wege gezeigt, die organisatorischen Probleme des Schulschwimmens in geeigneter Form zu erfassen. Die Durchführung dieser Frage hatte zunächst die grundsätzlichen Interessen, sowohl der Badeverwaltungen als auch der Schulen zu regeln. Die Wege, die nun einzuschlagen waren, richteten sich vor ollem nach den verschiedenen örtlichen Verhältnissen, führten jedoch nicht alle zum Ziele. Auf die Möglichkeiten, die eine Regelung gewährleisten, soll hier nicht näher eingegangen werden. Der obligatorische Schulschwimmunterricht in den Gießener Schulen wird seit Ostern 1931 an einer Art „laufenden Band" durchgeführt, d. h. die Aus- und Ankleidemöglichkeiten sind so eingeteilt, daß z. B. die Klassen 1 bis 3 bis 5 sich auf der Galerie und die Klassen 2 bis 4 bis 6 in den Zellen aus« und anziehen. Da die Zeit zwischen dem Erscheinen der Klasse 1 und 2 etwa 30 Minuten beträgt, ist die Möglichkeit gegeben, sobald Klasse 1 das Wasser verläßt, von Klasse 2 in Anspruch genommen zu werden, ohne den Wasseraufenthalt von 20 dis 25 Minuten zu kürzen. Auf diese Weife konnten im vergangenen Schuljahr rund 30 000 Schüler und Schülerinnen an dem Schnlschwimmunterrichl feil- nehmen. Durch genaue Einhaltung der eingeteilten Zeiten ist die Zahl der Schüler, die gleichzeitig einer Ausbildung unterzogen werde n, so bemessen, daß die Sicherheit der Schüler einerseits und die Uebersicht der Lehrer anderseits gewährleistet ist. Neben den Lehrern, denen die Ausbildung der Schüler obliegt, sind von feiten der Badeverwaltung besondere Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Die Ausbildung der Schüler erfolgt durch Masseunterricht. Die Vorübungen werden in den Turnhallen als Trocken- unterricht geübt. Schüler und Schülerinnen, bei denen ein Vorwärtskommen hierbei nicht möglich ist, erhalten Einzelausbildung. Bei den höheren Schulen beträgt der durchschnittliche Hundertsotz für Freischwimmer in solchen Klassen, die am Schulschwimmunterricht teilnehmen 90 bis 95; dagegen ist bei den Volksschulen mit niedrigeren Zahlen zu rechnen. Das Endziel des Schul- schwimmunterrichts soll ja nicht allein darin gesehen werden, die Kinder zu Freischwimmern auszubilden, d. h. eine Viertelstunde schwimmen und einen Sprung vom Sprungbrett ausführen, sondern in der Erwerbung des Grundscheines der deutschen Lebensrettungsgesellschaft (natürlich erst bei der herangewachsenen Jugend) ist das Ideal und der große Erfolg des Schulschwimmens zu suchen. Das Schwimmen nimmt eine Sonderstellung unter den Leibesübungen ein. Der gesundheitliche Wert zur Ertüchtigung und Erhaltung des Körpers sei besonders hervorgehoben. Die gerade, aber doch nicht steife Haltung läßt den Schwimmer sofort erkennen. Die Kältereizwirkung des Masters auf die Haut und auf die Blutzirkulation, die zwangsläufige tiefe Atmung und die dadurch hervorgerufene starke Durchlüftung der Lunge, auch der sonst wenig erfaßten Lungenspitzen, und die Inanspruchnahme sämtlicher Muskelgruppen haben eine nachhaltige Wirkung auf den gesamten menschlichen Organismus. Der meßbare Luftinhalt der Lunge bei tiefster Ein- und schärfster Ausatmung, sowie der Unterschied des Brustmaßes bei Ein- und Ausatmung haben nachweisliche starke Unterschiede zwischen Nichtschwimmern, Schwimmern und Rettungsschwimmern ergeben. Bur gelegentliches Schwimmen wird nicht dazu beitragen, einen größeren Einfluß auf den Organismus auszuüben, planmäßiges Schwimmen in kurzen geregelten Abständen ist nötig, die Vorteile, die sich hieraus ergeben, auszuwerten. Der Schulschwimmunterricht, der nach einem besonders hierfür ausgestellten Plan, der die Schüler (innen) systematisch erfaßt, trägt mit dazu bei, einen gesunden und kräftigen deutschen Nachwuchs heranzubilden. Deshalb und im Hinblick auf die Ertüchtigung des Heranwachsenden Geschlechts sollte keine Schulverwaltung versäumen, den Schulkindern jede Möglichkeit zum systematischen Schwimmen zu geben. Mit Vorliebe werden noch von manchen Schulen auf die Tage des Schulschwimmuvterrichts Spaziergänge usw. gelegt, in der vielleicht wohlgemeinten Ansicht, die Schüler(innen) könnten diese Stunden am schnellsten und leichtesten wieder aufholen. Es ist nicht richtig und hemmt das Fortkommen, einmal in der körperlichen Entwicklung und zum anderen ist gerade bei der Erlernung des Schwimmens eine andauernde lückenlose Betätigung während der Ausbildung erforderlich, um das Ziel zu erreichen. Ganz abgesehen davon, daß während dieser Zeit die Schwimmhallen leerstehen, besonders in den Städten, in denen die Badeoerwaltungen entgegenkommenderweise während des Schulschwimmunterrichts das zahlende erwachsene Publikum ausgeschlossen hat. Ein weiterer Faktor, der hemmend auf die geregelte und systematische Ausblldung besonders in der kalten Jahreszeit wirkt, ist trotz der fortschrittlichen Zeit die große Aengstlichkeit mancher zu gewissenhaft denkender Eltern vor Erkältungserscheinungen. Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß, je öfters das Kind schwimmt, je weniger solche Gefahren auftreten. Die natürliche Kältereizwirkung auf die haut in Verbindung mit einer hierdurch heroor- gerufenen starken Zirkulation des Blutes Härten ab und können nur von gesündester Einwirkung auf den Organismus fein. Es ist nur Wert darauf zu legen, dah die Haare vollkommen abgetrocknet und, was sehr wenig beachtet wird, die Ohren (auch innen) trocken sind, bann kann die Kälte, wenn die Mütze nach dem Baden noch bis über die Ohren gezogen ist und der Mantel richtig zugeknöpft wird, keinen Schaden anrichten. Nur gelegentliches Schwimmen bietet naturgemäß auch hierbei weniger Widerstandskraft. Das Reinlichkeitsgefühl, das durch bas systematische Schwimmen ganz desonbers gehoben wirb, ist weiter ein Vorteil von größter Bebeutung. Am Anfang bes Schulschwimmunterrichts waren bie Füße unb mancher Hals bebenklich bunte! gefärbt, mit ber Zeit aber werben diejenigen immer weniger, dis nach ber „Reinlichkeitsmusterung" nochmals in ben Waschraum zurück müssen. So kann bas höchste Gut ber Menschen — bis Gesunbheit — mit ben einfachsten unb natürlichsten Mitteln am besten erhalten unb erstrebt werben. Der Schulschwimmunterricht bebeutet richtig betrieben und von ben Schulverwaltungen tatkräftig unterstützt, eine gewaltige Stütze zur Erhaltung unb Gesunbung unserer kräftigen beutschen Nation. Hessischer Richtertag 1933. Bei zahlreicher Beteiligung fand die Hauptver- sammlung des Hessischen Richtertags in Frankfurt am Main statt. Das Ministerium, der Justiz wav durch Ministerialrat Dr. M a l z a h n vertreten, der die Versammlung im Barnen des Herrn Ministers der Justiz begrüßte. Der Vorsitzende, Landgerichtspräsident Dr. Schneider berichtete über die Tätigkeit des Vorstandes im verflossenen! Jahr. Aus seinen Vorschlag faßte die Versammlung einstimmig folgende Entschließung: „Die Hauptversammlung des Hessischen Richtervereins begrüßt die neue Hessische Regierung als die Vertreterin eines geeinten nationalen Willens und als die Hüterin einer unabhängigen deutschen Rechtspflege." Bach Entlastung des bisherigen Vorstandes fand die satzungsgemäße Neuwahl des Gesamt- Vorstands statt. An Stelle des seitherigen Vorsitzenden, der wegen Tlebersiedlung nach Mainz sein Amt niederlegte, wurde Landgerichtsrat Dr. Friedrich (Darmstadt) zum Vorsitzenden gewählt. Dem neuen Vorstand gehören ferner an: die Amts« gerichtsräte Lemser (Worms), Dr. Eise (Offenbach), Dr. Lang (Mainz), die Landgerichtsräts Dr. Sack (Mainz), Dr. Kräll (Darmstadt), di» Oberamtsrichter Braun (Lorsch), Holzinger (Ortenberg) und Staatsanwalt Dr. Freiherr Schenk zu Schweinsberg in Darmstadt. Der bisherige Vorsitzende wurde zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde eine Reihe standespolitischer Fragen erörtert. Wirtschaft. Oie Stützung des Getreidemarktes. Berlin, 6. April. (WTB.) Zur Stützung des Getreidemarktes sind seitens der Reichsregierung im Sommer 1932 bestimmt bemessene Zuschüsse zu den Lagerkosten bei Getreideeinlage» rung gegen Getreidelagerschein, sowie Zinsverbilligungszuschüsse für die gegen Orderlagerschein aufgenommenen Kredite für Landwirte, §änbler, Genossenschaften, Mühlen und sonstige getreideverarbeitende Betriebe gewährt worden. Da die für die Zuschußgewährung in Aussicht genommene Einlagerungszeit spätestens mit dem 31. März bzw. 14. April ihr Ende findet, ist als letzter Termin für die Einsendung der Anträge auf Zuschußgewährung an die Deutsche Rentenkreditanstalt der 30. April 1933 festgesetzt worden. Bach diesem Zeitpunkt eingehende Anträge können keine Berücksichtigung mehr finden. Oiskontermäßigung der Reuyorter Federal Reserve Bank. WTB. N e u y 0 r k, 6. April. Die Federal Reserve Bank of New York hat heute eine Diskontermäßigung um 0,5 v.H. auf 3 v. H. vorgenommen. • Amerika-Aufträge der Würzburger Hofbräu. Die Würzburger Hofbräu (Brauhaus Würzburg) AG. bereitet, wie WTB.» Handelsdienst von der Verwaltung erfährt, die ersten Verladungen nach Amerika vor. Der Vorstand der Gesellschaft, Dr. Zergiebel, ist soeben von einer längeren Geschäftsreise in die Vereinigten Staaten zurückgekehrt, in denen er bedeutende Abschlüsse machen konnte. Das nach Amerika ausgeführte Bier ist allerdings nicht vollwertiges deutsches Exportbier, sondern ein etwas schwächeres Gebräu. Dieses Sonderbier wird in Amerika unter dem Barnen „Würzburger Schloßbräu" vertrieben. * Deutsche Zündwaren - Monopolgesellschaft, Berlin. Nach 0,27 (0,14) Mill. RM. Abschreibungen ergibt sich ein Reingewinn von 7 228 578 (6 219 662) RM., aus dem die Aktionäre wieder 8 v. H. Dividende erhalten. Ein Betrag von 2,42 (2,16) Mill. RM. geht als reguläre Abgabe an das Reich, ber Restgewinn von 4,73 (3,94) Mill. RM. fällt ebenfalls dem Reich zu. Im Jahre 1932 ist ber Absatz gegen bas Vorjahr weiter gestiegen. * Deutsche Erböl A G. Die Deutsche Erböl AG., Oberbergbirektion Altenburg (Thüringen) hat ihre Abraumbetriebe in Waltersborf unb Regis in verstärktem Umfange roieber aufgenommen unb zu biefem Zwecke im Laufe bes Monats März weitere 240 Arbeiter eingestellt. Größere Entlassungen brauchten im Winter nicht vorgenommen zu werben, weil bie Abraumbetriebe in beschränktem Umfange weitergearbeitet haben. > * Elektricitäts-Lieferungs-Gesell- schäft, Berlin. In der A. R--Sitzung der Elek- tricitäts-Lieferungs-Gesellschaft, Berlin, wurde beschlossen, 1500 000 Mk. (i. V. 1 408 499 Mk.) für Sonderabschreibungen und Rückstellungen auf die ausländischen Beteiligungen zu verwenden und aus dem verbleibenden Reingewinn von 2 579 626 (2 145 630) Mk. die Verteilung einer Dividende von 6 (5) Prozent einer demnächst einzuberufenden GV. vorzuschlagen. Frankfurter Abendbörse fest. Frankfurt a. M., 6. April. Die Abendbörse eröffnete schon stimmungsmäßig fest, auch blieb die feste Verfassung der Beuhorker Börse nicht ohne Einfluß. Aus dem Publikum lagen einige Kauforders vor, auch vom Berliner Platz. Das Interesse konzentrierte sich weiterhin auf 2G.- Farben, die gegenüber dem Berliner Schluß 1 Prozent gewannen. Etwas mehr beachtet waren auch wieder Montanwerte, besonders Mannesmann, die 0,89 Prozent anzogen. Auf dem Elektromarkt lagen Licht & Kraft und Siemens bis zu 1,25 Prozent fester, während an den übrigen Marktgebieten keine wesentlichen Veränderungen zu verzeichnen waren. Lediglich Kali Aschersleben kamen im Verlaufe 2,25 Prozent höher zur Botiz. Der Rentenmarkt war anfänglich offenbar durch die weitere Schwäche deutscher Papiere an den Auslandbörsen beeindruckt, dann aber gewannen Allbesihanleihe etwa 1 Prozent, während Reichsneubesih und Reichsschuldbuchforderungen gut gehalten waren. Schuhgebietsanleihe waren nahezu geschäftslos. Reichsbahn-VA. blieben knapp gehalten. Beubesihanleihe 12,95 bis 13,00, Altbesitzanleihe 74, Schutzgebietsanleihe 7,90, Reichsbahn-VA. 99,13 bis 99,25, Dresdner Bank 61,50, Reichsbank 152,25, Buderus 58,50. Gelsenkirchen 65, Harpener 86, Kali Aschersleben lov, Mannesmann 70,65 bis 70,89, Phönix 46, Rheinstahl 84, Stahlverein 45, AEG. 30, Bemberg 49,75, Cement Heidelberg 69, Conti Gummi 145,75, Daimler 31, Scheideanftalt 167, Licht 8- Kraft 105, JG.-Farben 132,75 bis 133, Gesfürel 90,50, Holz- mann 59,75, Lahmeyer 127, Metallgesellschait 35,50, Rütgerswerke 52,50, Sietnens 158, L. Tietz 31,50, Schöfferhof 149, Bordd. Lloyd 22,25. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben bie Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankbiskont 4 0. H.. Lombarbzinsfuß 5 0. H. Frankfurt a. 2JI. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend, börse Schluß« kurs Schluß!. Mittag« börse Datum | 5.4. 6.4 5.4. 6.4. 6% Deutsche Retchsanlrihe v. 1921 — 85,5 85,2 85 6% ebem.7% Dt.Reichsanl. v. 1929 97 97,75 97,13 97,25 b%% Doung-Anleihe von 1830 .. Deutsche Aul.-Ablös.-Schuld mii 85 84 85 83,9 Auslos.-Rechten ............ — 74 74,4 73,5 DeSgl. ohne Auelos.-Rechte...... — 13 13,15 12,9 6% ebem. 8% Hess. Volkostaal 1929 lrückzahlb 102%) ........... 88 — 87.5 Obcrhessen Provinz.Anleihe mii Auslos.-Rechten .... ........ Deutsche Komm. Eammelab l.An — 70 — — leihe Serie! mit Auslos.-Rechten 72,4 70,75 72 70,75 6% ehem. 8% Franks. Hyv.-Bo»! Goldpse. 15 unkündbar blS 1935 89,75 89,5 d — 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 89,25 89 — — 5/2% ehem. 4%% Franks. Hyp.- Bank-Ltau.-Pfaudbricfe ..... 89 88,75 _ b'/r% ehem. 4/r% Rheinische Hyp.-Bank-Ltau.-Goldpse..... 89,5 89,75 — 6% ehem. 8% Pr. Landespfand briesanstalt, Pfandbriese R. 19 90 89,5 90 90 6% ehem. 7% Pr. Landespfand briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 SO 90 — — 4% Oesterrelchische Golvrenie.... 4,20% Oesterretchtsche Silberrente 14,25 14,25 _ 13,7 1,2 1,2 — 1,15 4% Ungarische Goldrente ------- <— 6,4 4% Ungarische Staatsrente V. 1910 — - — 6,25 4y.% desgl. von 1913 ....... 6% abgesl. Goldmexikaner von 99 — — — 6,5 — — — 6,3 4% Türkische Zollaniethe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 4,95 5.25 4,9 5,15 Serie I .................... — 5,5 5,5 5,4 4% desgl. Serie II............. 5,4 5,25 5,5 5,4 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 6 6 9,13 6 4%%Rumän.oereinh.Reniev.l913 10 9,4 9,5 4% Rumänische verrinh. Rente .. 5 4,95 ‘i.8 4.95 6%% Anatolier............... 25,25 25,75 Frankiuri a. M. Berlin Schluß» kurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurs Schluß!. Mittag- börse Datum 5.4. 6-4. 5.4. 6-4. Hamburg-Ainertka-Pakei ..... Hamburg-Südam. Dampsschisf. 0 21,5 21 21,25 45 21,5 Hansa Dampsschisf........... c — — 35 34,75 Norddeutscher Lloyd ......... 0 22 22,25 22,13 22 A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 51 51,9 51,75 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 97,4 — 97,25 97 Commerz- und Privat-Bank... 0 53 53,5 53,5 53,5 Deutsche Bank und Diskonto- Gesellschaft................ 0 70 70 70 70 Dresdner Bonk.............. 0 ßl 5 fif 5 Reichsbank ................. 1 152,5 152,25 152 152,75 A.C.G...................... v 30 30 30 30,13 Elektr. LicsemngsgeseUIchafl ... 5 82 86 83 — Licht und Ätafl ............. 6 102,25 105 103,25 103,75 Fellen & Guilleaume ........ 0 64 64,75 64,25 64,75 Gesellschaft für Elektrische Unter. nehmungen ............... 4 90 90,5 89,5 90 Rheinische Elektrizität ........ 5 — Schlickert L Eo.............. 0 100 — 100 102,5 Siemens & Halske........... 9 153 158 152,5 157 Lahmeyer LEo.............. 10 126 127 127,13 127,25 Buderus ................... 0 58 58,5 58.5 59 Deutsche Erdöl ............. 4 98 98,5 101 75 Gelsenkirchener.............. 0 63,5 65 63 j-3 Harpener... ............... o 84 86 84 5 Hoesch Eisen—So ln-Neuesschi.. 0 68,25 70,25 Ilse Bergbau ............. 7 LZD Ilse Bergbau Genüsse........ 7 114 114 114 115,75 Slocknerwerke ............... 0 60,5 63 61 63 Mannesmann-Röhren........ 0 67,65 70,9 67,75 70 ManSfelder Bergbau......... 0 28 28 27,5 Oberschles. Kokswerkc......... 0 — 76 76,75 ' Phvnir Bergbau............. Rheinische Braunkohlen ...... 0 10 44.25 900.5 46 44,25 2nn 45,5 öchelnstahl.................. 0 81 84 81,13 84 Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schloßt. Abend- Mrfi- Schluß» kurs Gchlußk. Mittag, börie Datum 5.4. 6.4. 5.4. 6.4. Bereinigte Stahlwerke........ 0 44 45 43,5 45 Olavi Minen ............... 0 16,5 — 17,65 17,9 Kaliwerke Aschersleben........ 6 132,5 135 132,5 132,75 Kaliwerke Westeregeln........ Kaliwerke Salzdetfurth....... 6 134 134 135,75 9 201,75 —- 201,75 200,5 3 G. Farben-Industrie....... 7 129,75 133 123,75 132 Echeideanslalt............... IO 167,5 167 — Goldschmidt ................ O 58 58,25 58,75 58,5 Rütgerswerke............... 0 52,5 52,5 52,5 52,65 Metällgeseüschaft............. 0 35 35,5 35,5 35,75 Philipp Holzmann........... 0 58,5 59,75 57,25 59,25 Zementwerk Heidelberg ...... Lementwerk Karlstadt......... 4 0 68 60 69 60 Wayß L Frehtag............ 0 6 — Schultheis Patzenhoser........ 0 _ _ 110 109,5 Aku (Allgemeine Kunstseide) ... 0 38 —— 37,5 38 Bemberg................... 0 50,25 49,75 50,5 50 Zellstofl Waldhos ............ 0 50,25 50,75 52,5 Zellstoss Aschaffenburg ....... 0 26 27,25 26,25 Dessauer Gas ............... 7 — — 110,75 112,5 Daimler Motoren............ O 31 31 29,75 30,65 Deutsche Linoleum .......... O 41 40,5 40,5 40 Orenstein & Koppel .......... O 48 48,5 Leonhard Tietz.............. 6 28,5 31,5 28,25 32 Thade...................... 12 126 126,5 126 126,5 Grthnei.................... 0 - 34,75 34,25 34,25 Mainkraftwerke Höchst a.«. ... Süddeutscher Zucker ......... 5 - - Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 5. April 6. Apitl Amtliche Notierung Amtliche Geld Rasterung Brie- (»eit- Eric1 Helstngiors. 6,349 6,361 6,354 6,366 Wien...... 46,95 47,05 46,70 46,80 Prag....... — — — Budapest ... — — — — Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 170,08 170,42 170,03 170,42 OSlo....... 73,63 73,77 73,68 73,82 Kopenhagen. 64,19 64,31 64,25 64,36 Stockholm... 76,02 76,18 76,07 76,23 London ..... 14.37 14,41 14,38 14,42 Buenos Aires 0,818 0,822 0,818 0,822 Neu York .... 4,209 4,217 1,209 4,217 Brüssel----- 58,64 58.76 58,66 58,78 Italien..... 21,54 21,58 21,54 21,58 Paris..... 16,54 16,58 16,54 16,58 Schwei; ... 81,22 81,38 81,25 81,41 Spanten.... 35,46 35,54 35,46 35,54 Danzig.... 82,07 82,23 82.12 82,28 Japan ..... 0,899 0,901 0,899 0,90) Rio de Jan. 0,239 0,241 0,239 0,241 Jugostawten Lissabon.... 5,145 5,155 5,145 5,155 13,08 13,10 13,08 13,10 Banknoten. Berlin, K. April___________ Geld »rief Amerikanische Noteu.............. Belgische Noten.................. 4,193 58 50 4.213 58 74 Dänische Noten ................. 63,87 64,13 Englische Noten ................. 14,34 14,40 Französische Noten............... 16,50 16,56 Holländische Noten............... 169,71 170,39 Italienische Noten................ 21,52 21.60 Norwegische Noten .............. 73,50 73,80 Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten............... 2,46 2.48 Schwedische Noten............... 75,90 76.20 Schweizer Noten................. 81 07 81 ’O Spanische Noteu................. 35,33 3537 Ungarische Notes ................ Wir mach des Innern ,ur Verordn' aufmerksam überwachen- schauern von Kenntnis zu Gießen, d zur verori Die unte samtminister kung in Kro Das Bet 1. bei P Bolze durch 2. bei K Appa Bora> Das Ber licher Art a Diese Bl schlachtungei Darmsta Betr.: Sch Bei bei Schasräub Aussührm Gießei Best.: Rec ®iß An ö Wir tue und Bildur j sn^U^enarbei sein, SÄ® »A®, unter : ZW e"no«i> beniM ein?? Än Lj 'e,n ftu 4^. fM<6 K