Nr. 32 srüharrssave 185. Jahrgang Dienstag, 7. Zebruar 1935 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag«. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezvgrprelr: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach* richten: Anzeiger Ziehen. Postscheckkonto: fsrantfnrt am Main 11686. GWnerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck vnv Verlag: vrühl'sche Univerfitälr-Vuch- vnd Stehtbrucferei B. Lange in Stehen. Zchriftleitung und Seschästrstelle: Zchnlstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/. mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i.B.TH.Kümmel sämtlich in Dietzen. Der preußische Landtag aufgelöst. Entscheidung im Dreimännerkollegium. - Neuwahlen am 5. März. Berlin, 6. $ebt. (VDZ.) Vie das Nachrichlen- bureau des VDZ. meldet, ist Mn Vontagnachmittag im Dreimännerkollegium mit den Stimmen des Neichskommiffars von Papen und des Landtagspräsidenten 6 e r r l gegen die Stimme des Staatsratspräsidenten Adenauer die Auflösung des preußischen Landtags zum 4. März beschlossen worden. Die Neuwahl des preußischen Landtags soll gleichfalls am 5. März erfolgen. Der amtliche Bericht über die Dreimännersihung. Berlin, 6. Febr. (TU.) Die Pressestelle des Preußischen Staatsministeriums teilt mit: Auf Veranlassung des Präsidentendes Preu- ßjschen Landtages fand heute (Montag) nachmittag im preußischen Staatsministerium eine Besprechung über die Auflösung des Preußischen Landtages gemäß Artikel 14 der preußischen Verfassung statt, an der der Präsident des Preußischen Staatsrates, Dr. Adenauer, der Präsident des Preußischen Landtages, K e r r l, und der Rcichskornrnissar für das Land Preußen, Vizekanzler von Papen, teilnahmen. Vach längerer Aussprache über die politische Lage gab Präsident Adenauer folgende Erklärung ab: „Der Artikel 17 der Veichsverfassung gewährleistet, wie durch das Urteil vom Staatsgerichts- hos vom 25. Oktober 1932 nochmals ausdrücklich erklärt worden ist, die Eigenstaatlichkeit der Länder. Die Verordnung des Herrn Veichspräsiden- ten vom 6. Februar 1933 widerspricht diesem Artikel und dem vom Staatsgerichtshof in dem angeführten Urteil daraus gezogenen Folgerungen. 2ch bin daher nicht in der Lage, anzuerkennen, daß der Herr Reichskommissar von Popen das nach Artikel 14 der preußischen Verfassung dem Ministerpräsidenten zustehende Recht auszuüben befugt ist. Ich lehneesdaherab, an der Abstimmung teilzunchmen und verweise in sachlicher Hinsicht auf meine Erklärung vom 4. Februar 1933." Die beiden anderen Herren nahmen von dieser Erklärung Kenntnis und beschlossen: Gemäß Artikel 14 der preußischen Verfassung wird der Preußische Landtag mit Wirkung vom 4. März 1933 aufgclöst. Die Lage nach der Auslösung. Ein offiziöser Kommentar. Berlin, 6. Febr. (ERB.) Die politische Situation in Preußen wird am Montagabend etwa folgendermaßen beurteilt: Die zuständigen Stellen haben durch die Entwicklung vom Montag gezeigt, daß sie mit aller Energie im Rahmen der vorhandenen Rechts- und Verfassungsmöglichkeiten bestrebt sind, in Preußen wieder zu geordneten Zuständen zu gelangen, damit die schweren Schäden, die sich in den letzten Monaten gezeigt haben, beseitigt werden. Rachdem kurz nach Mittag die Verordnung des Reichspräsidenten erschienen war, war die Entscheidung praktisch bereits gefallen, und die eigentliche Auflösung, die am Abend erfolgte, wurde zu einer mehr formalen Angelegenheit. Das alte preußische Staats- Ministerium wird nun an den Staatsge» richtshof gehen. Es ist aber angesichts der Schwierigkeit der Materie und nach den Erfahrungen aus der zweiten Hälfte des vorigen Jahres kaum anzunchmen, daß das Urteil des Staatsgerichtshofs sehr schnell erfolgen kann. In unierrichlcten Kreisen erklärt man auch, daß ein Zweifel an der verfassungs- und Rechtmäßigkeit der heutigen Verordnung gar nicht gegeben sei. Die Begründung, die der Verordnung des Reichspräsidenten beigegeben wurde, hat denn auch in politischen Kreisen eine sehr gute und zustimmende Beurteilung gefunden. Was nun den Termin der V e u w a h l anlangt, so wird sich am Dienstagnachmittag der interfraktionelle Ausschuß des Preußischen Landtags mit dieser Frage beschäftigen: seiner Auffassung kommt aber nur gutachtlicher Charakter zu. Ebenso wie im Reich wird der Wahltermin auch in Preußen von der Regierung festgesetzt. Damit bleibt es bei gleichzeitigen Wahlen zum Reichstag und zum Vreußischen Landtag am 5. März. Llus dieser verfassungsrechtlichen Lage ergibt sich, daß auch nicht einmal, wie manche Kreise erwarteten, die Dietramszeller Sporverordnung herangezogen zu werden braucht, obgleich auch starke Spargründe für die Gleichzeitigkeit sprechen. Besonders lebhaft beschäftigt man sich mit der heutigen Entwicklung in Preußen naturgemäß in Kreisen der Ländervcrtreter in Berlin. Namentlich bei einigen süddeutschen Ländern ist das grundsätzliche Interesse an der heutigen Verordnung und der Auflösung des Preußischen Landtags recht rege. 2n diesen Kreisen hält man es für möglich, daß es auch von Dänderseite her wieder zu einer Klage beim Staalsgerichtshof kommt. Die Entscheidung über derartige Schritte liegt aber nicht in Berlin, sondern bei den Länderregierungen, die die gegebene Lage sicher erst mit aller Sorgfalt prüfen werden. Das Echo in der berliner presse. Berlin, 6. Febr. (TU.) Die Berliner Blätter nehmen in eingehender Weise Stellung zu der neuen Verordnung über die Regelung der Verhältnisse in Preußen. Die „(9 e r m a n i a" erklärte, das Urteil des Staatsgerichtshoss vom 25. Oktober 1932 werde durch eine neue Notverordnung außer Kraft gefetzt. Die Frage nach der Rechtmäßigkeit der neuen Aktion gegen Preußen aber stehe auf einem anderen Blatte. Nur durch den ersten gewaltsamen Eingriff in preußische Hoheitsrechte vom 20. Juli 1932 sei jene „Verwirrung im Staatsleben" entstanden. Verantwortlich dafür, daß es bisher nicht gelungen sei, das preußische Durcheinander durch eine neue ordnungsmäßig kreiierte Regierung zu beenden, sei nach übereinstimmender Auffassung in allererster Linie die größte Partei des Landtags, in deren Händen die Initiative zur Regierungsbildung liegen mußte, nämlich die NSDAP. Zum Schluß stellt das Blatt fest, daß das neue Vorgehen in Preußen einen Vorteil habe, da die Bedeutung des 5. März als Großkampftag nochmals unterstrichen werde. Der „Völkische Beobachter" schreibt, mit der Verordnung zur Herstellung geordneter Regierungszustände in Preußen sei dem Treiben der Linken ein Ende gemacht. Eine Störung der öffentlichen Ordnung sei in Preußen zur Zeit nicht zu bestreiten, denn Voraussetzung der öffentlichen Ordnung seien verfassungsmäßige Zustände, und solche herrschten in Preußen nicht. Da die Quelle dieser Unordnung der nicht arbeitsfähige Landtag sei. müsse er verschwinden. Bedenken gegen eine Auflösung auf Grund des Artikels 48 beständen in staatsrechtlicher Hinsicht nicht. Die Autorität des Deutschen Reiches erfordere es, daß die Zustände in Preußen geändert werden. Der „T a g" weist darauf hin, daß die nationale Bewegung sofort die schwersten Bedenken gegen den Leipziger Spruch vom 25. Oktober geltend gemacht und vorausgesagt habe, was kommen mußte: eine Lähmung des preußischen Staates und eine schwere Beeinträchtigung der Reichsgewalt. Die „Deutsche Zeitung" erklärt, die Handhabe für das neue Vorgehen gegen Preußen sei völlig einwandfrei. Es sei außerdem zu beachten, daß der Reichsgerichtspräsident Dr. B u m k e am Sonntag in Berlin gewesen sei. Cs heiße zwar, daß es sich nur um den offiziellen Antrittsbesuch bei der Reichsregierung gehandelt habe, aber es sei wohl nicht daran zu zweifeln, daß man sich auch über die mit Preußen zusammenhängenden staatsrechtlichen Fragen unterhalten habe. Das „Berliner Tageblatt" ist der Ansicht, daß der Weg, der mit der neuen Verordnung über die Absetzung der Regierung Braun beschritten werde, gefährliche Konsequenzen für die Rechtssicherheit und das Verhältnis zwischen der Reichsgewalt und den Ländern eröffne. Die „V o s s i s ch e Zeitung" spricht von einer „neuen Exekution gegen Preußen" und sagt: War schon die erste Reichsexekution gegen Preußen ein bedenklicher, kaum zu rechtfertigender Eingriff in das Hoheitsrecht des größten deutschen Freistaates, dann gilt das in noch höherem Maße von der zweiten, die nur veranlaßt worden ist durch den Willen der herrschenden Parteien, in Preußen Neuwahlen zu erzwingen. Oie Neuordnung in Preußen. Oie amtliche Begründung. Berlin, 6. Febr. (WTB.) Amtlich wird mitgeteilt : Die Entwicklung der Regierungsverhältnisse in Preußen hat den Herrn Reichspräsidenten noch einmal veranlaßt, einzugreifen. Eine Möglichkeit, auf der Grundlage des Urteil« des Staatsgerichtshofes für das Deutsche Reich vom 25. Oktober 1932 zu geordneten Verhältnissen zu kommen, hat sich nicht ergeben. Vielmehr sind aus dem Nebenein- an der zweier Regierungen in Preußen so unerträgliche Verhältnisse entstanden, daß ihre Beseitigung zur Wiederherstellung der Staatsautorität unbedingt geboten ist. Es hat sich klar gezeigt, daß kein Land zwei Regierungen haben, kein Beamter zwei Herren dienen kann. Die gegenwärtige Lage Deutschlands erfordert es gebieterisch, daß im Reich und im größten deutschen Lande eine einheitliche politische willensbildung erreicht wird. Auch die heute mehr denn je notwendige Sparsamkeit bei der Verwendung öffentlicher Mittel läßt die Aufrechterhaltung zweier Regierungen nicht mehr zu. Im einzelnen wird die Verordnung des Herrn Reichspräsidenten vom heutigen Tage wie folgt begründet: 1. 2m Prozeß um die einstweilige Verfügung, die von der früheren preußischen Regierung beim Staatsgerichtshof beantragt worden war, war u. a. eine Teilung der Staatsgewalt in Preußen zwischen der kommissarischen und der Preußenregierung verlangt worden. Der Vertreter des Reiches hat darauf hin- gewiesen, daß eine derartige Aufteilung der Staatsgewalt nach der Auffassung der Reichsregierung eine unerträgliche Lage herbeiführen würde. Der Staatsgerichtshof hat sich dieser Auffassung angeschlossen und in der damaligen Lage erklärt: Gerade eine solche Spaltung der Staatsgewalt in Preußen würde nach der Auffassung des Staatsgerichtshofes unter den gegebenen Umständen in besonderem Maße geeignet fein, eine Verwirrung im Staatsleben herbeizuführen. II. 2m Urteil des Hauptprozesses vom 25. Oktober wurde die Staatsgewalt zwischen der kommissarischen und der Preußenregierung in der Weise geteilt, daß dem preußischen Staatsministerium die Vertretung Preußens im Reichstag, im Reichsrat oder sonst gegenüber dem Reich oder gegenüber dem Landtag, dem Staatsrat oder gegenüber anderen Ländern — der kommissarischen Regierung alle übrigen Befugnisse zustehen sollten. Der Staatsgerichtshof hat nicht verkannt, daß diese Regelung zu Reibungen führen würde. Aufgabe beider Stellen sei es. diese Reibungen durch ein verträgliches Zusammenarbeiten zum Wohle des Landes und des Reiches zu überwinden. Soweit die Landesregierung in dem ihr verbleibenden Bereiche die Geschäfte in einer Art führen sollte, in der eine Pflichtverletzung gegenüber dem Reich zu erblicken ist, würde der Reichspräsident auf Grund von Art. 48 Abs. 1 weitergehende Eingriffe in die Rechte des Landes vornehmen können. 2m übrigen stehe es bei dem Preußischen Landtag, zu versuchen, ob durch Bildung einer neuen preußischen Landesregierung dem jetzigen Zustande ein Ende bereitet werden könnte. III. Die Führung des Staates mit geteilter Staatsgewalt hat sich in der Praxis für längere Dauer als unmöglich erwiesen. 1. Hoheitsrechte, über die das Urteil nicht ausdrücklich entschieden hat, sind unter den Regierungen strittig geblieben und infolgedessen überhaupt nicht ausgeübt worden. (Gnadenrecht.) 2. Die Vertretung Preußens gegenüber Reich und Land hat die Preuhenregierung veranlaßt, sich zu ihrer eigenen Information der preußischen Akten und Beamten zu bedienen. Abgesehen von den großen Schwierigkeiten bei der praktischen Lösung dieser Frage ist hier durch die widersprechende 2nstruktion von Beamten ein Konflikt entstanden, der mit dem Wesen des Beamtentums schlechthin unvereinbar ist. Der Beamte kann, so wenig wie der Soldat, zwei Vorgesetzte mit verschiedener Befehsgewalt haben. 3. Das verträgliche Zusa mm enar - b e i tc n , von dem das Urteil spricht, ist nicht gelungen. Cs ist fraglich, ob es überhaupt gelingen könnte, soweit es sich um die Ausübung von Hoheitsrechten handelt. Denn schließlich kann keine Regierung im Wege des Vertrages auf Hoheitsrechte verzichten, die sie zu haben glaubt. IV. Durch die Verordnung des Reichspräsidenten vom 20. Juli 1932 ist ein Provisorium geschaffen worden; bei dem Preußischen Landtag stand es zu versuchen, diesem Zustande ein Ende zu bereiten. Der Preußische Landtag hat auf dem verfassungsmäßigen Wege keine neue Landesregierung gebildet, er hat es auch ausdrücklich abgelehnt, durch Auflösung des Landtages den Weg tu einer eventuellen Bildung einer neuen Regierung freizumachen. Der preußische Ministerpräsident hat entscheidend dazu mitgewirkt, daß die Auflösung des Landtages unterblieb. Dabei steht fest und ist auch unter den Beteiligten kaum bestritten, daß der gegenwärtige provisorische Zustand unerträglich und mit dem Wohl des Staates unvereinbar ist. In den Handlungen des Landtages und des Ministerpräsidenten, die tatsächlich bewirken, daß dieser Zustand aufrechterhalten bleibt, liegt die Pflichtverletzung des Landes, auf der die gegenwärtige Notverordnung beruht. Gewiß bietet die Tatsache, daß in einem Lande eine nur geschäftsführende Regierung besteht, für sich allein betrachtet, keinen Anlaß, auf Grund des Artikels 48 Abf. 1 gegen dieses Land einzuschreiten. Vielmehr muß es grundsätzlich den Ländern überlassen bleiben, ihre Regierungsverhältnisse nach eigenem Ermessen zu gestalten. Wenn aber, wie dies in Preußen der Fall ist, ein Zustand besteht, der eine geordnete Staatsführung unmög- l i ch macht und damit das Staatswohl auf das schwerste gefährdet, so wird die Beseitigung dieses Zustandes zur Pflicht für jeden Beteiligten. Diese Pflicht besteht nicht nur gegenüber dem Lande, sondern auch gegenüber dem Reich. Kabinett Braun rüst den Giaatsgerichtshos an. Berlin, 6. Febr. (VDZ.) lieber die Auffassung des preußischen Staatsmini st eriums zur Verordnung des Reichspräsidenten zur Wiederherstellung geordneter Verhältnisse in Preußen vom 6. Februar wird folgendes mitgeteilt: Die preußischen Staatsmini st er erheben schärf st en Widerspruch gegen die Beschuldigung, daß das Land Preußen seine Pflichten gegenüber dem Reich verletzt habe. Die amtliche Begründung der Reichsregierung zu der Verordnung sieht das angebliche Verschulden des Landes Preußen darin, daß der Preußische Landtag feine Mehrheitsregierung gebildet und sich nicht aufgelöst habe, und daß der Ministerpräsident dazu mitgewirkt habe, daß die Auflösung unterblieb. Demgegenüber wird zunächst folgendes festgestellt: Die Bildung einer Mehrheitsregierung durch die NSDAP, und das Zentrum scheiterte daran, daß die Reichsregierung ihrerseits keine verpflichtende Zusicherung abgab, daß sie nach Bildung dieser Regierung den für Preußen eingesetzten Reichskommissar zurückziehen werde. Zur vorzeitigen Auflösung eines Landtags besteht im übrigen keinerlei rechtliche Pflicht, geschweige denn eine Pflicht gegenüber dem Reich. Die Reichsregierung hatte nicht einmal eine Aufforderung zur' Auflösung an die preußische Regierung gerichtet. Es lag lediglich der Wunsch der NSDAP, und der des Landtagspräsi- denten Serri vor. Für die Nichtauflösung des Landtags im jetzigen Zeitpunkt war wesentlich, daß in der augenblicklichen unruhigen Zeit nicht beide Parlamente in der Reichshauptstadt gleichzeitig vollständig ausgeschaltet werden können. Wenn die Reichsregierung ferner hervorhebt, daß die Preuhenregierung sich zu ihrer 2nformation der preußischen Akten und Beamten bedient habe, so ist dazu festzustellen, daß dies der preußischen Regierung durch die Verordnung des Reichspräsidenten vom 18. November 1932 vorgeschrieben worden ist. Dort heißt es ausdrücklich in Nummer 10, daß den Ministern mit der Bearbeitung der ihnen verbliebenen Aufgaben betraute Ministerialbeamte zum Vortrag zur Verfügung zu stellen und Akten vorzulegcn sind. Hiervon haben die Staatsminister sparsamsten Gebrauch gemacht. Wenn die jetzigen Zustände unbefriedigend sind, so berriht das auf der Einsetzung und Ausgestaltung des Reichs* kommissariats und der wenig entgegenkommenden Ausführung der Entscheidung des Staatsgerichtshofs durch den Reichskommissar, die in vielen Punkten dem Sinne der Entscheidung widerspricht. Die neue Verordnung verstößt hiernach gegen die Reichsverfassung und gegen die Grundsätze der Entscheidung des Staatsgerichtshofs. Die preußische Staatsregierung wird unverzüglich die Entscheidung desStaatsge- r i ch t s h o f s anrufen. Oer Reichsgerichtspräsident in Berlin. Berlin, 6. Febr. (CND.) 2m Zusammenhang mit den Maßnahmen in Preußen ist die Meldung der „Nachtausgabe" von 2nteresse, daß Reichsgerichtspräsident Dr. B u m k e gestern in Berlin gewesen ist und dem Reichskanzler sowie der Rcichsregierung seinen Antrittsbesuch gemacht habe. Das Blatt sagt, es ist anzunehmen, daß bei dieser Gelegenheit auch über die mit Preußen zusammenhängenden staatsrechtlichen Fragen Besprechungen stattgefunden haben. Oie Wirtschastspartei und der neue Kurs. B e r I i n, 6. Febr. (DdZ.) Die Wirtschaftspartei hatte ihre Vertrauensleute aus allen Wahlkreisen zu einer politischen Aussprache nach Berlin berufen. Die Aussprache ergab, wie die Wirtschaftspartei mit teilt, völlige Einmütigkeit über folgende Punkte: Die Wirtschaftspartei läßt sich in ihrer Einstellung zur neuen Reichsregierung durch keinerlei parteipolitische Rücksichten leiten. Sic erwartet von dieser Regierung diejenigen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Maßnahmen, die v o n allen natioina* lenSchichtengefordert werden. Dazu gehört vor allem die sofortige Durchführung geeigneter Schuh- und Förderungsmaßnahmen zugunsten der schwer bedrängten deutschen Mittelschich- t e n. Die Wirtschaftspartei beteiligt sich selb st- stündig an den bevorstehenden Wahlen. Einer ernsthaften Zusammenfassung; der bürgerlich - nationalen Schichten Deutschlands wird die Wirtschaftspartei sich mit allen Kräften zur Verfügung stellen. Kein Auswärtiger Ausschuß vor den Wahlen. Berlin, 6. Febr. (VdZ.) Wie das Nachrichtenbüro des DDZ. meldet, rechnet man in parlamentarischen Kreisen jetzt nicht mehr damit, daß der Auswärtige Ausschu ß desReichs- t a g e s noch vor den Neuwahlen einberufen wird. Der Vorsitzende Reichsinnenminister Dr. Frick hatte die übrigen Fraktionen von dem Wunsch der Sozialdemokraten und Kommunisten aus sofortige Einberufung des Auswärtigen Ausschusses unterrichtet. Er hatte die Rückfrage damit begründet, daß die Ausschußmitglieder durch die Wahl wohl anderweitig in Anspruch genommen seien. Die übrigen Fraktionen; mit Ausnahme trat und . deal' c« Lln- >gust. . um itllch das 16 er Die i das hnell \ur dort rum* aus Zau* tf ein war. jurbe Man gegen über de« Jcifrig .cnern oblen Freu* r zur chluß .schie- V 1 ger . Die genb- irden, iume. i 200 wirb. id)|en Haus ■urge- ager eben- g fin- iahen, i Ar. ochen, rforge „zialen junge 'n sich chsten t) er« nesige bu:d) fl mit weit inauS werke, r täte um ' er* i, be* Ver- -um rt seit jntal* s Ge- „Cä- r, der nges* .d da- e für t hier leider Zwei Man* benS* st o r * ufen Huf - dessen ) wei* Wet* -> nach Durch dings über iebige 'lieben i ab» Druck tigern i sich jätet* iedet* j und öden, elsach j und mild, Grab irgend imum .0 cm März: 3 mm. der beiden Antragsteller, haben denn auch den Standpunkt eingenommen, daß der Auswärtige Ausschuß jehtnicht tagen solle. Damit dürfte auch die als Eventualfall vergesehen gewesene Einberufung durch den stellvertretenden Vorsitzenden Abgeordneten Scheidemann (Soz.) weg- fallen. Dagegen bleibt es bei der für morgen vorgesehenen Sitzung des Ständigen Ausschusses des Reichstages, in dem Abgeordneter Lobe (Soz.) den Vorsitz führt. Die Tagesordnung „Sicherung der Wahlfreiheit" und „Weiterberatung der Osthilfe" ist bereits gemeldet worden. Lin holländischer Panzerkreuzer entführt. Der holländische Panzerkreuzer „De-Zeven-Provincien" wurde durch meuternde eingeborene Matrosen aus dem Hafen von Olele (an der Nordspitze von Sumatra) ins offene Meer entführt. Als andere holländische Kriegsschiffe den Panzerkreuzer einholten und zur Uebergabe aufforderten, richteten die Meuternden die Kanonen gegen ihre Verfolger, so daß diese sich vorläufig zurückziehen mußten. Große Lleberraschung in Holland. Amsterdam, 6. Febr. (WLV.) Meldungen aus Riederländisch-Indien zufolge kreuzt der Panzerkreuzer „Zeven Pro- v i n c i e n“, auf dem die eingeborene Mannschaft meutert, zur Zeit längs der Westküste von Sumatra. Die Meuterer haben drahtlos bekanntgegeben, daß sie sich mit dem Schiff auf dem Wege nach dem Flottenstützpunkt S o e r a - b a j a befinden. Die auf dem Panzerkreuzer ausgebrochene Meuterei hat in ganz Holland gewaltiges Aufsehen hervorgerufen. Auch in Regierungskreisen empfindet man die Vorfälle an Bord der ..Zeven Provincien" als eine sensationelle Ueberraschung, auf die man trotz der Meldungen über eine starke Beunruhigung bei der niederländisch-indischen Flotte über die wiederholten Besoldungskürzungen nicht vorbereitet war. 3m Ministerium für Landesverteidigung betrachtet man die Meuterei als außerordentlich ernst. 3n holländischen Marinekreisen bezeichnet man es als unbegreiflich, daß es den eingeborenen Matrosen ohne die Mitwirkung von europäischen Offizieren oder Unteroffizieren gelungen sein soll, em so großes Kriegsschiff wie die „Zeven Provincien", das etwa 5650 Tonnen mißt, in See gehen zu lassen. Zwei Funksprüche von Bord des Kreuzers. WTB. D a t a v i a, 6. Febr. Der Panzerkreuzer „Zeven Provincien" hat vor dem ihn verfolgenden Degierungsdampfer „Aldebaran" einen Vorsprung von etwa drei Stunden. Der „Aldebaran" hat Anweisung erhalten, dem Panzerkreuzer stets in einer Entfernung von fünf Seemeilen zu folgen. An Bord des „Aldebaran" befindet sich u. a. eine Abteilung europäischer Infanterie, die unter dem Kommando des Kapitäns der „Zeven Provincien" steht. An Bord des „Aldebaran" ist ein Funkspruch von der „Zeven Provincien" eingegangen, wonach deren Besatzung bereit ist, 24 Stunden vor der Ankunft im Flottenstützpunkt S o e r a - b a j a den Kommandanten und den restlichen Teil Gießener Konzrrkverein. Liederabend Paul Lohmann. Cs ist eine unableugbare Tatsache, die wie ein Verhängnis auf dem deutschen Konzertgesang lastet, daß wir nur wenige berufsmäßige Liedersänger haben. Meist sind cs Opernkräfte, die sich mit mehr oder weniger Erfolg dem Lied zuwenden: ihnen steht dann, oft nicht die nötige Zeit für ein in die Tiefe führendes Liedftudium zur Verfügung: zudem läßt , die dauernde Gewöhnung an die Dühnenszene ein völlig organisches Erschließen des Liedes nur in sehr wenigen Fällen ermöglichen. ilm so mehr werden dann die wenigen Vertreter des reinen Liedgesanges, die auf einer stetigen Linie ihres Wirkens beharren, in den Vordergrund gerückt. Paul Lohmann (Baß- Bariton. Berlin) gehört zu ihnen. Man wird ihn nicht zu jenet Gruppe von Sängern rechnen, die als glückliche Stimmbesitzer ein gottbegnadetes Orggn bewundern lassen; ebenso wenig zählt er zu den Belcantisten, die ihr Auswirkungsziel in gesteigertster Stimmtechnik sehen; für Paul Lohmann scheint der Ausdrucksgesang das Schaffensgebiet zu sein. Dahin verweist ihn auch seine stimmliche Veranlagung. Er besitzt keine von den sogenannten pompösen Stimmen, die sich oft leider an der Fülle des Klanges genügen lassen. Sein Organ ist für einen Baß-Bariton reich an Umfang, sowohl nach der Höhe als nach der Tiefe hin. Dos, was an seinem Stimmklang jetzt positiv zu werten ist, erscheint als das Ergebnis eines gründlichsten organischen Studiums, als ein Ab- gerungenes, darum aber auch als ein künstlerisch um so willigeres, stets bereites Gestaltungsmittel, und in diesem Sinne ist sein stimmliches Können um so höher einzuschähen. So vermag er sieghaft durchschlagende Forteakzente zu geben, wie durch ein reiches und sympathisch gefärbtes Piano, das, wenn auch zeitweilig etwas stumpf, im Raume schwingt, Ausdruckswerte zu schaffen. Ein starker Wille zum Gestalten zieht ihn zu jenen Liedwerken hin, die von dramatischen Momenten erfüllt sind. Hier findet er reiche Gelegenheit, seiner Vortragskraft Auswirkung zu geben: ein Höhepunkt, geladen mit starken Akzenten. drängt den andern: da kann er sich dem Aufschwünge seines Gestaltungsdranges völlig hingeben. Sein Affekt-Erleben gleicht dabei mehr einem Weg von Gipfel zu Gipfel; weniger wird man bei ihm die" affektbetonte melodische Linie in großem, ausladendem Bogen geführt finden. der Besatzung mit den üblichen Ehrenbezeugungen wieder an Bord zu nehmen. Gleichzeitig ist von der „Zeven Provincien" ein Funkspruch abgegangen, der an die Weltpresse gerichtet ist. Darin heißt cs, daß das Vorgehen der Besatzung als Protest gegen die ungerechtfertigte Besoldung skürzung und als Vergeltungsmaßnahme für'die Verhaftung zahlreicher Matrosen, die gegen die Besoldungskürzung protestiert hatten, aufzufassen sei. An Bord der Zeven Provincien'^ sei alles ruhig. Cs habe keine Verwundeten gegeben. Aus aller Well vor der Wiederaufnahme des regelmäßigen Zeppelindlenstes nach Südamerika. Der Luftschiffbau Zeppelin in Friedrichshafen und die Hamburg « Amerika ° Linie gaben folgende nähere Einzelheiten über die in diesem Jahr mit dem Luftschiff „Graf Zeppelin" geplanten Fahrten bekannt: Die planmäßigen Südamerikafahrten für Passagiere, Post und Fracht werden am 6. Mai ab Friedrichshafen wieder ausgenommen. Zunächst wird jeden Monat eine Abfahrt von Friedrichshafen stattfinden. Am 2. September wird entsprechend der fortschreitenden Fertigstellung der Luftschisfhäfen in Brasilien und Spanien ein vier' zehntägiger Fahrplan wie im vergangenen Jahre eingerichtet und vis zur Abfahrt am 28. Oktober aufrechterhalten. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr werden alle Fahrten ausnahmslos bis Rio de Janeiro durchgesührt. Für spanische und portugiesische Passagiere sind erstmalig in diesem Jahr regelmäßig Zwischenlandungen in Barcelona bzw. Sevilla vorgesehen, um ihnen den Umweg über Friedrichshafen und damit mindestens zwei Reisetage zu sparen. Die gesamte Fahrzeit von Friedrichshafen über Pernamvuco bis Rio de Janeiro beträgt vier Tage. Bis Buenos Aires kann man bei Benützung des unmittelbaren Flugzeuganschlußdienstes ab Rio in 5i Tagen gelangen. Die Reisezeit von nahezu allen europäischen Hauptstädten bis Buenos Aires beträgt demnach nur sechs Tage. Sobald die Luftschiffhäfen in Rio sowie in Spanien endgültig fertiggestellt sind, wird ein weiterer Ausbau des Südamerikadienstes des „Graf Zeppelin", vor allem eine weitere Verkürzung der Fahrzeit möglich sein. Die Fahrpreise sind gegen- Den Momenten höchster dramatischer Erregung stehen bei ihm verinnerlichte Stimmungen gegenüber, wo er hineinspiegelt in das Seelenschwmgen, dabei jedoch nicht schlaglichtartig beleuchtend, sondern hinter dem Schieierklang der Stimme das Ungewisse des Gefühls erahnen lassend. Dem unheimlichen Erschauern, dem düsteren Abseitigen vermag er ganz besonderen Ausdruck zu geben und du.ch Ver unken-eit und Verinnerlichung den Hörer zu getoinmai. Paul Lohmann ist sich seiner Gestaltungskräfte in ihrem vollen Umfange durchaus bewußt und weiß sie bei der Aufstellung der Vortragsfolgen feiner Konzerte in sehr geschickter Weise zu berücksichtigen. Wir werden darum meist solche Werke antreffen, wo das Bildhafte die Gestaltungsgabe und die innere Einstellung des Sängers zu befruchten vermag. So stand Schubert mit solchen Gesängen im Vordergrund, die auf ein szenisches Erleben hin-ielten, so war auch Earl L o e w e s Balladen Raum gewährt worden. Schuberts „Prometheus" mit seinem Titanenhaften gab dem Sänger volle Gelegenheit, seine Gestaltungsfähigkeiten von der günstigsten Seite zu zeigen. Hier, wie auch namentlich später bei den Loeweschen Balladen, hätte man gern noch mehr die Zwischenentwicklungen berücksichtigt gesehen. Ergreifend in seiner düsteren Sphäre war „Des Totengräbers Heimweh", ganz in seiner Nähe stand „Die Verklärung", ein Frühwerk des Sechzehnjährigen. In seiner unheimlichen Gemessenheit nahm „Meeresstille" das Haus gefangen. Der ebenfalls Franz Schubert gewidmete letzte Programmteil stand im Gegensatz zu dem Tragischen des ersten Teils. Hier war es Joh. Gabriel Seidls „Bei dir allein", das Paul Lohmann mit begeistertem Schwung gestaltete. „An die Leier" hätte unter stärkerer Herauskehrung der Kontraste noch gewonnen. Das unbekümmert heitere Lebensbejahende des „Musensohnes" ließ Paul Lohmann voll ausschwingen. Es wird nur wenige Männerstimmen geben, die es wagen können, die Stimmungshingegebenheit von Schumanns „Mondnacht" zu erschließen: Paul Lohmann ist es möglich: ja, unter seinen Schumann- Gaben hinterließ die „Mondnacht" den allerstärksten Eindruck. Ganz besondere Verbundenheit zeigt Paul Lohmann zu Loewes Balladen. Durch seinen großen Stimmumfang ist es ihm möglich, die von aller- stärkster dramatischer Krast getragene „Edward". Ballade auszuschöpfen. Die Gegensätzlichkeit der Gegenreden gestaltete er ebenso charakteristisch tref- send durch, wie er dem „O"-Ausruf je nach der Situation eine besondere Geltung gab. Zündend Schweres Explosionsunglück in einer pariser Autofabrik. Acht Tote, über *100 Verwundete. Oie erste Meldung. Paris, 6.Febr. (TU.) 3n der bekannten französischen Automobilfabrik Renault im Vorort Billancouct ereignete sich am Montag, kurz nach 11 Uhr in der Elektrizitätszenlrale eine schwere Explosion. Durch umherfliegende Eisenteile wurden mehrere Arbeiter schwer verletzt, ferner wurden über 100 Arbeiter durch die einstürzen- den Gebäudeteile getroffen. Die sofort herbeigeeilte Feuerwehr konnte über 100 verletzte bergen, von denen eine ganze Reihe in Lebensgefahr schweben. Sechs Arbeiter st a r b e n auf dem Wege ins Krankenhaus. Der Ausbruch eines Feuers konnte durch die Feuerwehr verhindert werden. Nachdem das Krachen der Explosion sich gelegt hatte, wurden herzzerreißende Schreie der Verletzten hörbar. Unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Explosion begaben sich der Innenminister, der Polizeipräsident und der Präfekt des zuständigen Departements an die Unglücksslelle, um persönlich die Rettungsarbeiten zu leiten. Die Ursache der Explosion ist noch nicht sestgestellt. Die Automobilfabrik Renault liegt an der Peripherie von Paris und beschäftigt gegen 30 000 Arbeiter. Sie ist erst in letzter Zeit erheblich vergrößert worden und füllt fast den ganzen Vorort Billoncourt aus. Oie Entstehungsursache. Rach späteren Meldungen ist das Unglück auf die Explosion eines großen Kessels zurückzusühren. Das Dach des Kesselhauses wurde durchschlagen und die Eisen- und Mauerteile stürzten auf ein danebenliegendes Fabrikgebäude, in dem einige hundert Arbeiter beschäftigt waren. Das Gebäude stürzte zusammen und begrub die Arbeiter unter den Trümmern. Die Feuerwehr und die gesamte Belegschaft arbeiten fieberhaft an der . Beseitigung der Trümmer, aus denen heraus man das Stöhnen der Verwundeten hört. Ueber 100 Arbeiter konnten bereits geborgen werden. Außer den bereits gemeldeten 8 Toten mußten 40 Schwerverletzte ins Krankenhaus überführt werden. Die Gesamtzahl der Opfer übersteigt 100. Rach den Aussagen der Arbeiter soll die Zahl der Toten wesentlich höher sein als acht, da noch eine ganze Anzahl der in dem zusammengestürz- ten Gebäudeteil beschäftigten Arbeiter fehlen, von denen man annimmt, daß sie unter den Trümmern begraben liegen. An der Llnglücksstelle. Die Unglücks st eile wird von einer nach Tausenden zählenden Menschenmenge umlagert, die in Ungewißheit über das Schicksal ihrer Angehörigen auf Rachrichten warten. Mütter und Väter, Frauen und Schwestern laufen besorgt umher. Fast die gesamte Pariser Sanitätskolonne befindet sich an der Unglücksstelle und immer wieder verlassen Rote Kreuz-Wagen mit Verletzten das große Eingangstor. Die Unglücksstelle wird von Polizei stark bewacht. Es ist der Fabrikleitung noch nicht möglich gewesen, eine abschließende Mitteilung über die Ausmaße der Katastrophe bekannt zu geben, da man nicht weih, ob sich vielleicht noch Tote oder Verletzte unter den Trümmern befinden. Eigentümlicher Weise ereignete sich vor zwei Jahren an derselben Stelle ein ähnlicher Unglücksfall, der ebenfalls zahlreiche Opfer forderte. über dem Vorjahr um weitere 20 v. H. herabgesetzt worden. Die Deutsche Luft-Hansa beab« sichtigt, voraussichtlich noch im Laufe dieses Jahres, einen Postdienst mit Flugbooten zu eröffnen. Außer den Südarnerikafahrten wird das Luftschiff „Graf Zeppelin" in diesem Jahr wieder eine Reihe der beliebten Schweiz-Fahrten ausführen. Die Brüder Rotter in Vaduz. Die flüchtigen Berliner Theaterdirektoren R o t- t e r haben sich seit Ende Januar in einem Hotel in Vaduz (Liechtenstein) einlogiert. Sie hatten sich mit ihrem bürgerlichen Rainen S ch a i e bereits im Oktober 1931 in der Liechtensteinischen Gemeinde Mauren eingebürgert. Eine Strafanzeige gegen die Brüder Rotter ist im Fürstentum Liechtenstein bis jetzt nicht cingegangen. Da sie das liechtensteinische Bürgerrecht genießen, kommt eine Auslieferung auch nicht in Frage. Wegen Konkursvergehen liefert Liechtenstein niemanden aus. Brückeneinsturz infolge Eisganges. Infolge des durch das plötzliche Tauwetter auf der Donau entstandenen Eisganges ist eine große Pontonbrücke, die seit etwa 50 Iahren den gesamten Fußgänger- und Fährverkehr von Melk nach dem nördlichen Donauufer vermittelte, mit großem Krachen eingestürzt. Eine Pionierabteilung ist mit Einrichtung eines Notverkehrs beschäftigt, der aber erst in etwa einer Woche fertiggestellt werden dürfte. vier Fischer ertrunken. Aus der Höhe von Aalesund sind unweit der norwegischen Küste zwei Fischerboote' gekentert. Vier Fischer fanden dabei den T-o d. Feuerüberfall auf ein evangelisches Pfarrhaus. Einbrecher drangen in einer der letzten Rächte in das evangelische Pfarrhaus Swaro- schin bei Dirschau ein. Auf den Pfarrer, der den Einbrechern entgegentrat, wurde g e s ch o s - wirkte „Prinz Eugen", und das „Hochzeitslied" war ihm ein gegebenes Feld für feine Charatterisie- rungsfunft; die Ueberfteigerung am Schluß der Tanzszenen fdjeint in der Absicht Paul Lohmanns zu liegen, da ich diese Tatsache schon bei früherer Gelegenheit feststellen konnte. Ein Gebiet, auf dem vielleicht die größte Stärke Paul Lohmanns zu suchen ist, zeigte die Zugabe „Mephistos Lied" von M u s s o r g s k i j. Ihr mußten auf Verlangen des begeisterten Hauses noch Schuberts „Doppelgänger" und „Wanderers Nachtlied („Der du von dem Himmel bist...") folgen. Starken Anteil an dem Erfolge trug Paul Meyer, Frankfurt, in feiner musikalischer Anpassung mit der Untermalung des Szenischen, dem Sänger Stütze und Auswirkungsbasis gebend. Dr.H. Roman um einen Roman. In den letzten lagen ging eine Notiz durch die Presse, wonach die Londoner „Times" ein Preisausschreiben für den besten Nachkriegsroman erlassen und in der deutschen Gruppe von 1400 Bewerbern dem Salzburger Autor Franz Löser den ersten Preis zugesprochen habe. Franz Löser, der nur vier Volksschulklassen besucht, sich als Schlosser, Zirkusmensch, Künstlermodell und Firmenvertreter durchbrachte, bis Max Reinhardt ihm die Rolle des Ansagers bei den „Jedermann"- Aufführungen der Salzburger Festspiele gab, habe seinen Roman „Erbe der Erde" nicht weniger als 42 Verlegern eingesandt und entweder ungelesen oder mit einer Höflichkeitsphrase zurückerhalten. Die „Times", die aus den verschiedenen Ländern Insgesamt 10 000 Manuskripte erhalten haben sollen, würden Lösers Buch in sieben Sprachen herausbringen, für die deutschsprachige Ausgabe seien die Rechte dem Autor überlassen worden. Mit dieser Notiz soll es nun kein anderes Bewenden haben, als daß der Autor einen geschickten Reklamecoup gelandet hat. Ein Berliner Blatt teilt mit, daß sich auf das verkannte Genie Franz Löser eine Flut von Telegrammen und Expreßbriefen mit Angeboten der bedeutendsten deutschsprachigen Verlage ergossen habe. Die Rechte hatte der Autor aber bereits einem Wiener Verlag übertragen. Die ganze Geschichte mit dem „Times"-Preisausschreiben soll Schwindel sein. Für diesen Preis der „Times" sind nicht 10 000 Manuskripte eingesandt worden, auch nicht 1400 in beut» scher Sprache. Seines der preisgekrönten Werke wird in sieben Sprachen herauskommen, weil ganz s e n, er blieb aber unverletzt. Die Einbrecher flüchteten, gaben aber noch von außen Schüsse gegen das Haus ab. Bisher ist es noch nicht gelungen, die Täter, denen das Standgerichtsverfahren droht, zu ermitteln. Kunst und Wissenschaft. Hanns 3ohst zum Berliner Ltaotstheater-Intendanten ernannt. Auf den Posten des Staatstheater-Jntendanien in Berlin, der seit dem Weggang von Professor Leopold Heffner lange Zeit interimistisch verwaltet wurde, ist jetzt der in München lebende Dichter Hanns I o h st berufen worden. Damit hat die langwierige preußische Staatstheaterkrise vorerst ihren Abschluß gefunden. Johst ist 1890 in Seerhausen in Sacdsen geboren und hat sich in der Literatur der Nachkriegszeit vor allem als Dramatiker einen Namen gemacht. Von seinen Stücken seien genannt das Grabbe-Drama „Der Einsame", das ekstatische Szenarium „Der junge Mensch", „Der König", „Propheten", „Wechsler und Händler", „Stroh", „Die fröhliche Stabr unb der vor längerer Zeit in Gießen aufgeführte „Thomas Paine . Johst hat auch erzählende Prosa („Der Anfang", „Consuela", „Ave Eva"), Gedichte („Rolandsruf", „Lieder der Sehnsucht") unb Essais veröffentlicht; in der letzten Zeit wurde er als eine der führenden Persönlichkeiten im Kampfbund für deutsche Kultur häufig genannt. Er steht weltanschaulich dem Nationalsozialismus nahe. — Geheimrat Hohenegg t- Der Präsident des Reichsverbandes der deutschen landwirtschaftlichen Raiffeisen-Genossenschaften, Geheimer ßanbesöfonomierat Hohen- e g g, ist in München im Alter von 65 Jahren einem längeren Leiden erlegen. Mit seinem Tode verliert das deutsche landwirtschaftliche Genossenschaftswesen eine seiner führenden Persönlichkeiten. —— einfach weder die Londoner „Times" noch die „New- vork Times" jemals ein derartiges Preisausschreiben erlassen haben. In den Redaktionen der deutschen Geschäftsstellen dieser beiden Blätter hat man sich über die Notizen von dem Preisausschreiben gewundert und versichtshalber bei den Hauptredaktionen angefragt. Auch dort war von dem Preis unb dem preisgekrönten deutschen Dichter Franz Löser nichts bekannt. Löser soll eine abenteuerliche Vergangenheit haben. Ausgewachsen ist er als Pflegling einer sog. Engelmacherin. Fünf seiner älteren Brüder waren schon gestorben. Als er an die Reihe kommen sollte, wurde die Frau verhaftet und abgeurteilt. Mit 14 Jahren ging er in die Welt. Als Schlosser arbeitete er in Nürnberg und wurde begeisterter Ringkämpfer. Bei einer Schönheitskonkurrenz in Wien erhielt er den ersten Preis. Dann hat er in München Rodin, Hodler und Zumbusch Modell gestanden. Nach dem Krieg wurde er Boxer. Ein k. o. von einem Mulatten warf ihn 6 Wochen aufs Krankenlager, in Zürich lernte er einen Zirkusdirektor kennen, der ihn zum Dompteur ausbildete. Später ließ er sich in Salzburg nieder, als Krankenkassenbeamter und Direktor eines Bauerntheaters. Als 1920 die Salzburger Festfoiele begannen, wurde er Ansager der „Jedermann"-Aufführungen. Was an diesen Berichten über den Werdegang eines „Dichters" Wahrheit oder Reklame ist, laßt sich schwer erkennen. „Die lustigen Seiber von Wien.- Unter diesem Titel, der an berühmte Vorbilder erinnert, läuft tm Lichtspielhaus (nur bis heute abend) ein Tonfilm-Lustspiel mit Gesang und Tanz, das durch den hübschen Kostüm-Ein- fall, die Handlung ins letzte Drittel des vorigen Jahrhunderts zu verlegen, von zahllosen ähnlichen Stücken, die auch in Wien spielen, auf eine pikante und witzige Manier absticht. Auch sonst hat sich die Regie (Bolvary) der Fabel — welche die überraschende Tänzerinnenkarriere von zehn feschen, aber ehrbaren Hvfratstöchtern aus Protest gegen eine unstandesgemäße Verlobung ihres Papas behandelt — mit allerlei hübschen Motiven liebevoll angenommen. Das Terzett der Herren Hörbiger, Forst und Sima und die charmante Lee Parry spielen im Ensemble die erste Geige. Das Publikum verlebt angesichts dieser ausgelassenen, spritzig und echt wienerisch instrumentierten Angelegenheit einen unbeschwert-heiteren Abend. >en Trü? Un6 bc. ung be?’‘^beiton 40 ge. tzgt 100. Ä?« als ach, aufü1^ Arbeikr ^' k6 »l «nftn ■Mtllt. ZL- KZ- L^f Lubrilleitunj, aÄ ’S*» °°e der Äolafttohk Ä?< °b sich Elehte unter den lncte sich vor »wci >lls zahlreiche Vpsn lt Die Einbrecher von außen Schüsse 1t es noch nicht ge- taä Standgerichts« isenschaft. >ss InlmbanltB ttnannl. cheatn-^ntinbantin in 'S von Pichst Lrv- interimistisch vematict inchen kbenbt Lichikr n. Damit hat bit lang* !atertri|e vorerst ihren- 1890 in Seerhausen in h in der Literatur der als Dramatiker einen Stücken seien genannt nsame", das ekstatisch! ensch", „Der fibnifl". i Händler", „Stroh', • vor längerer Zeit in i Paine. Zohst bat Lnsang", „Lvnsueta", ndsrus", „Lieder der entiicht-, in der letzten suhlenden Persönlich- futsche Mur häusig Mich dem National- (r»»nffiien/ fei U«« E °TwS"Ä«! Lee SaffftSS* jenegg t- »erbandes der deutschen seisen-Tenossen' •söfonomierat hohen- er von 65 Jahren einem gen. Mit seinem Tode oirlschaftliche @eno||eii' ribenMW^ Times" noch die rartig« Ni«** beib." SM» H ” „ ®reisauifd)tiiH"l ■ M i,n WJ* , war von dem Pr«- u,schon Dichter Fran -HK EW^gs: Ä«“ Sen ®!lih|rtjt M Aeklame ist, 'V Aus der Provinzialhauptsiadt. Zur Arbeitsbeschaffung in Gießen. 2on dem früheren Stadtratsmitglied CBau- unternehmer Heinrich Wenn wird unS geschric« b-- bic Deubelebung der Wirtschaft und zur CBdäaffung von Arbeitsgelegenheit hat d'e Stadtverwaltung ein umfangreiches Bauprogramm ausaestellt und sich bei der Reichsregierung um die Beschaffung der hierzu nötigen Mrttel bc« mübt Dieses Dauprogramm ist im „Gießener Äflcr.. Olr. 24 vom 28. 3anuat 1933 näher ^^Die^2lnregung zur Beschaffung von Arbeits- mSalichkciten wird von der Geschäftswelt und der Arbeiterschaft dankbar begrüßt. Zu wünschen wäre, daß ein Teil der angeregten Arbeiten bald in Angriff genommen werden könnte, damit dein Handwerk und den Arbeitern wieder lohnende Beschäftigung gegeben würde. Außer den bereit- vorgesehenen Arbeiten gibt es noch eine größere Anzahl Möglichkeiten, lohnende Beschäftigung zu schaffen, die teilweise ohne große Borarbeiten sofort begonnen werden könnten. Hierzu gehört in erster Linie der Ausbau von Straßen und Wegen im Stadtgebiet. und zfoar zunächst der Ausbau des Dartwegcs. Wiederholt wurde im „Gießener Anzeiger" aus die Hyhaltbarkeit des Zustandes dieser Straße hingewiesen. Die Klagen der Bewohner dieses Stadtteils nehmen kein Ende. Diesen Klagen sollte nunmehr Rechnung getragen werden. Wenn auch die Anwohner keinen Rechtsanspruch auf die Stroßenherstellung haben, ko muh doch berücksichtigt werden, daß das Wart- wcggebiet heute bereits in einem Ausmaß bebaut ist, daß daraus schon für die Stadt die Verpflichtung erwächst, für diese Wegherstellung zu sorgen. Was die Kostenfragc anbetrifft, so handelt es sich nur um einen Teil der Ausgaben aus städtischen Mitteln, weil nach den Bestimmungen der Bauordnung die Anlieger, sobald die an der Straße liegenden Grundstücke bebaut sind, für die Kosten des Straßenbaues aufkommen müssen. Durch den Ausbau des Wartweges wird aber auch die private Bautätigkeit neu belebt. Eine Anzahl Grundbesitzer ist bereit, sich dort ein eigenes Heim auf eigenem Grund und Boden iu bauen. Es kann wohl mit Bestimmtheit behauptet werden, daß dieser Stadtteil bald be- aut werden wird und eine größere Anzahl Eigenheime dort entsteht. Die Bewegung, ein eigenes Heim mit eigenem Garten zu besitzen, nimmt immer mehr au. Diese Bewegung, die im Interesse dec Stadt liegt, sollte von der Stadtverwaltung unterstützt werden. Durch den weiteren Ausbau der Schubert st raße würden die Bestrebungen wesentlich gefördert werden. Dielleicht gelingt es der Stadtverwaltung, die nötigen Mittel vorerst für den Ausbau des Wartweges flüssig zu machen. Die Anwohner und die Dauinteressenten würden sich der Stadtverwaltung zu großem Dank verpflichtet fühlen, wen» die Arbeiten bald ausgeführt würden." Zagt) und Hege! Winter. Was bedeutet dieses Wort für den Weidmann, und was birgt es in sich? Fuchssprengen mit den treuen vierbeinigen Begleitern, Dackel und ler* riet, lVkarderspüren im Neuen oder die Jagd auf Lauen. Höher schlägt das Herz bei diesen Gedanken. Ist es nur Freude allein, die diese Jahreszeit mit sich bringt? Fragt einen weidgerechten Jäger, dessen Herz mit allen Fasern an seinem Revier und seinem Wilde hängt. Nein, es wäre nicht schön, wenn dem so märe, denn die echte und wahre Freude wird geboren aus der Sorge und der Arbeit. Das Wort Winter gibt den Weidleuten das Signal „Denke an dein Wild, das dir anvertraut ist, es ist deine Pflicht, gedenke der Worte, die aus dem schönen Weidmannsspruch stammen, die dein oberstes Gesetz sein sollen, den Schöpfer im Geschöpfe ehren." Einer und kern Unbekannter in Weidmannskreisen, Herr Friedrich, ruft den Jägern in kurzen, aber inhaltsreichen Versen nachstehende Worte zu: Und kommt der Winter mit Eis und Schnee, . Geh ins Revier, schütz Has und Reh, Schütt Futter in die Raufen ein Und laß dich ein guter Heger sein. Sieh Lecken nach, erneure sie, Die Not zu lindern — die Krankheit flieh, Schütt Fasan und Hühnern fleißig auf, Sic danken's dir im Jahr darauf. Halt Raubzeug kurz mit Flint und Büchs, Dor zweibein'gem Gesindel dein Wild auch schütz. Bist du erst ein guter Heger, Nennt Diana dich dann Jäger. Mögen diese Worte Leitstern sein und bleiben, bann wird bald der Kriegs- und Nachkriegsschaden behoben sein, der die Reviere entvölkerte. Dann können die Jäger wieder mit erhobenem Haupte durch die Wälder gehen und sagen: Das ist deutsche Wcidmannsarbeit in deutschem Lande. K. W. • ** Steuererklärungen abgeben! Die Finanzämter unseres Bezirks machten in unserem gestrigen Anzeigenteil auf die Abgabe der Steuererklärungen für die Einkommen-, Körperschafts- und Umsatzsteuer in der Zeit vom 15. bis 28. Februar au^erksam. Man beachte die gestrige Anzeige. Städtische Brennholzversteige- r ung. Dei der gestrigen Brennholzversteigerung m den Waldungen dec Stadt Gießen (Hangel- stetn, Försterei Wieseck) wurden im Durchschnitt Preise erzielt: Buchenscheiter (1-Kl.) 8,80 Mk., (2. Kl.) 6,80. Eichenscheiter (l.Kl.) J.OO. (2. Kl.) 5,40, Buchenknüppel 7.00, Eichen- knüppel 4,00, Birkenknüppel 5,20, Fichtenknüppel- J^Mtg 1,60, Buchen stocke 6,80, Cichenstöcke 4,40 ulian pro Raummeter; Fichtenderbstangen (1. Kl.) 1.20 (2. Kl.) 1.00. (3. Kl.) 0.65 Ml. pro Stück; ^Mjenteifig (Z. Kl.) 16,00 Mk. pro 100 Wellen. Der Artillerieverein Gießen hielt 9™ v^angenen Samstag im Vereinslokal „Hessi- ’$ct $0'“ seine gut besuchte Generalversammlung ab. Rach kurzen Begrüßungsworten — so berich- nr !£an un$ ~ gab der Vorsitzende der Hoffnung Ausdruck, daß die neue Reichsregierung, gestützt t £ nationalen und wehrwilligen Kräfte, unser Volk wieder aus der Parteiwirtschaft heraus €tHcr. Zukunft entgegenführen möge, da- "Nk die Heimat wieder jedem deutschen Menschen ^oett und Brot gebe. Der vom Schriftführer J1* hebert in vorbildlicher Form erstattete ^^cicht „ugte von einem regen und echt tam€rabf°7o abgesb Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zoll anleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 6% Äumän. vereinh. Rente v. 1903 4>/,%Rumon.vere1nh.Rentev.l913' 4% Rumänische vereinh. Rente .. S%% Anatolier............... Frankfurt a.Dl. Berlin Schluß« kurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Echlußk. Mittag« börse Datum 4.2. 6.2. 4-2. 6.2. Bereinigte Stahlwerke..... ... 0 31,75 33,5 31,75 '33,4 Otavi Minen ............ ... 0 16 15,75 15,65 —— Kaliwerke Aschersleben..... ... 6 113 113 111,5 111 Kaliwerke Westeregeln..... ... 6 116,5 115 116 115 Kaliwerke Salzdetfurth .... ... 9 - 166 170,5 167 F ffi warben Industrie .... ... ? 102,5 104,9 102,5 104,9 Acheideanstatt ............ ...10 149,13 Goldschmidt ............ ... 0 37 36,9 36,65 36,5 Rütgerswerke............ ... 0 41,75 41 40,5j 40,5 Metallgesellschast.......... ... 0 35,75 35,5 36 35 Philipp Holzmann........ ... 0 49,5 49,25 49,5 49,25 Zementwerk Heidelberg ... Cementwerk Karlstadt...... ... 4 ... 0 50 50 _ — Wayß & Frey tag......... ... 0 4,4 4,4 4,9 - Schultheis Patzenhofer..... ... 0 100,75 101 Mu (Allgemeine Kunstseide) ... 0 36,25 35,25 35.65 35 Bemberg................ ... 0 45,5 45,5 45 25 — Zellstoft Waldhof......... ... 0 48,25 49,5 48,25 48 Zellstoff Aschaffenburg .... ... 0 27,5 27 28,5 — Dessauer Gas............ ... 7 — 108,25 110,25 Daimler Motoren......... ... 0 20,4 20,75 20,25 21 Deutsche Linoleum ....... ... 0 38,5 38,5 38,13 35,5 Orenstein L Koppel....... ... 0 39,5 40,4 Leonhard Tietz........... ... 6 36 37 36 37 ■