Nr 6 Keübaussave 183. Jahrgang 5am§tag,7.Januar 1953 (Erid)eini täg11d), außer Sonnlags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert« Gieyener Familienblätter Heimat Bild DieScholl« monatsBejugsprefs: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsvrechonschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anfchrift |ür Drahtnachrichten Anzeiger Stehen poftscheckionto: fironlfiirt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Derlag: vrtlhl'fche Untverstiülr-Vuch- nnö Stetnöniderei H. Lange tn Gießen. Schriftlettung UNS Geschäftsstelle: Schulhraße r. jnnaQmc von Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Gange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für denAn« zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in (Bienen Landnöten. Die Zeiten, da wir mit atemloser Spannung den Oz e a n ü b e r q ue r u n ge n des Zeppelin folgten und für nichts anderes als für die Bord- Meldungen Interesse hatten, sind vorüber. Keine Lady Drummond°HaY funkt lange Berichte über das Leben und Treiben auf dem „Graf Zeppe- lin", auch blinde Passagiere sind im Kurs zurück- gegangen. Das Luftschiff ist eben zum Verkehrsmittel geworden wie unsere großen Ozeandampfer oder unsere Exprehzüge. Ununterbrochen ist es im letzten Jahr zwischen seinem Hafen und ausländischen Stationen, namentlich südamerikanischen, hin und hergependelt, hat zahlreiche Passagiere hinübergebracht und zu- rüägeholt, hat Post und eilige Güter befördert. Aber wer hat von diesen Flügen noch sonderlich Kenntnis genommen? Niemand mehr. Nur von Zeit zu Zeit fand der deutsche Zeitungsleser in irgendeiner Ecte seines Leibblattes eine kleine Notiz von glattem Start und glatteir Landung des „Gras Zeppelin". Aber in diesen Monaten der Nutze um unseren Zeppelin sind Erfahrungen in Hülle und Fülle gesammelt worden, hat das Luftschiff in fernen Ländern für deutsche Arbeit geworben, hat die deutsche Flagge gezeigt und den deutschen Namen zur Geltung gebracht und, was für den Erbauer und die Mannschaft des Zeppelin das wichtigste ist, das allgemeine Vertrauen zum Luftschiff als schnell und' sicher fahrendes Verkehrsmittel gehoben. Drciunddreihig Ozeanüberquerungen hat „Graf Zeppelin" hinter sich, ferner eine Weltumseglung, Fahrten nach Afrika und den Mittelmeerländern, ja, sogar einen Vorstoß in die Cisregionen hat er unternommen.^ 250 000 Kilometer hat dieses Lustschifs schon zurückgelegt, hat keinen auch nur erwähnenswerten Schaden erlitten, dafür haben aber Führer und Mannschaft so unerhört viel hinzugelernt, daß man heute daran denken kann, einen fahrpl 'nmäßigen Verkehr mit festen Ab.ahrts und Landezeiten einzurichten. Nur stehen die inte...^t.onalen wirtschaftlichen Schwierigkeiten noch im Wege. Trotzdem haben aber die Südamerikaner ebenso wie die Spanier bereitwilligst die Hand gereicht, die Spanier deswegen, weil Friedrichshafen ein ungeeigneter Ausgangspunkt ist. während Barcelona oder Sevilla den Vorteil hat, daß es hier keine gefährlichen Nebel- und Wolkenbildungen gibt, so daß das ganze Jahr hindurch der Luftverkehr im Gang bleiben kann. Schon ist dieser regelmäßige Verkehr über den Ozean, der, verglichen mit anderen Fahrzeugen, für den Reisenden einen Sprung über Weltmeere darsiellt, in greifbare Nähe gerückt. Die Erfahrrungen im Post- und Personenverkehr haben be° to.cicn, daß man jenseits des Ozeans die rasche und billige Verbindung mit Europa zu schätzen weiß und daß die Pläne Eckeners erfolgversprechend sind, besonders wenn noch das zweite im Tau befindliche Luftschiff in Dienst gestellt werden kann. Ist erst einmal die Wirtschaftskrise überwunden, läuft der Warenaustausch wieder in normalen Bahnen, dann wird der Zeppelin ein bevorzugtes Verkehrsmittel jener Geschäftsleute fein, für die die Zeit unendlich kostbar ist und die es dankbar begrüßen, wenn sie einschließlich der Flugzeiten innerhalb einer Woche ihre europäischen Geschäfte abwickeln können. Der Sprung über den Ozean wird dann erst für den Kaufmann zu einem feststehenden Begriff. Der irische Ministerpräsident De V a l e r a hat mit der Plötzlichkeit, die ihm als gewiegten Taktiler eigen ist, über Nacht 6;c Auflösung der beiden irischen Parlamente ve fügt und damit nicht nut London, sondern auch Irland selbst überrascht. Der eigentliche Grund ist rein innervolitischer Natur. De Valera hatte bei den letzten Wahlen nur einen Teilerfolg zu verzeichnen. Seine Partei wurde zwar m.t 72 Mandaten die stärkste Fraktion, brauchte aber die Unter st ühung der Arbeiterpartei zur Mehrheit. Diese Zusammenarbe'.t ist in den letzten Wochen sehr brüchig geworden, weil die Regierung um eine Kürzung der Deamten- gehälter auch in den unteren Stufen nicht her- umiam. Dagegen hat die Labour-Partei Opposition gemacht; ob sie es zum Bruch hätte kommen lassen, ist zweifelhaft. Immerhin ist die parlamentarische Lage De Valeros einigermaßen gefährdet. _ .. Gleichzeitig aber setzte von der anderen Seite her die Opposition ein. Es wird der Versuch ge- macht, die gefam*' Opposition gegen das System De Valeros in einer sogenannten National- Partei zusammenzu;aisen. Und De Valeras Gegensvieler. der frühere Präsident C o s g r a v e, hat sich dagegen zum mindesten nicht ablehnend verhalten, er hat die Führer seiner Partei zu- sammenberufen, um ihnen die Beteiligung an dieser neuen Partei nahezulegen. De Valera stand also vor der Gefahr einer einheitlich geleiteten Opposition, vielleicht mit Unterstützung auch der Labour-Partei. Dem ist er durch die plötzliche Auflösung der Parlamente zuvorgekommen. Er hat die Wahlen so frühzeitig ausgeschrieben, daß für die Benennung der Kan- didaten nur wenige Tage Zeit gelassen ist, viel zu wenig, um inzwischen die Verhandlungen über die neue Partei zum Abschluß zu bringen. Wahr- sche-nlich ist es also dem Ministerpräiidenten gelungen, den Versuch einer einheitlichen Opposition lahmzulegen, und wenn feine Gegner auch eine sachliche Annäherung vollziehen, so werden sie doch nicht als gemeinsamer Block auf treten. Seine Aussichten für die Wahlen sind deshalb nicht ungünstig; ob sie freilich gut genug sind, um ihm einen vollen Erfolg zu sichern, ist mm- Oie politischen Gespräche. Worüber haben sich Popen und Hiller in Köln unterhalten? Eine gemeinsame Erklärung. fi ö I n , 6. Jan. (OB.) Heber die gestrige Unterredung zwischen dem früheren Reichskanzler von P a p e n und Adolf Hiller ist von beiden an der Unterredung Beteiligten folgendes (Kommunique herausgegeben worden: Gegenüber unrichtigen Kombinationen, die in der presse über das Zusammentreffen Adolf Hillers mit dem früheren Reichskanzler von Popen vielfach verbreitet werden, stellen die Unterzeichneten fest, daß die Besprechung sich ausschließlich mit den Fragen der Möglichkeit einer großen nationalen politischen Einheitsfront besaht hat, und daß insbesondere die beiderseitigen Auf- faffungen üb er das zur Zeit amtierende Reichskabinett im Rahmen dieser allgemeinen Aussprache überhaupt nicht berührt worden sind. Gez.: Adolf Hitler. Geg.: von papen. OieFmtiaiive laqbeiSchröder Köln, 6. Jan. (OB.) Freiherr v. Schröder hat uns folgende Erklärung zur Verfügung gestellt: Mi? Rücksicht auf die in der presse verbreiteten, zum großen Teil unrichtigen Nachrichten über das Gespräch des Herrn Reichskanzlers a. D. v. Papen mit Herrn Hitler, das in meinem Haufe stattgefunden hat, ermächtige ich Sie zu folgender Erklärung: Die Initiative, eine Aussprache zwischen dem ehemaligen Reichskanzler von papen als dem Repräsentanten weitester nationalkonservativcr Kreise und Herrn Hitler als dem alleinigen Führer der nal.onalsozialistischen Bewegung herbeizuführen, ist einzig und allein von mir persönlich ausgegangen. Der Zweck war, in einer solchen vertraulichen Aussprache den Boden für eine Verständigung aller nationalen Kräfte wieder zu suchen, der mir in den politisch aufgeregten Zeiten der letzten Monate immer mehr verloren zu gehen schien. Nichts anderes war die Absicht, und über nichts anderes ist die Unterhaltung geführt worden. Ge;.: Kurt Freiherr von Schröder. Worüber Braun mit Schleicher verhandelte. Wird das Kabinett Braun den Preußischen Etat einbringen können. Berlin, 6. Fan. Wie das BDZ.-Bureau meldet, wird sowohl in der Reichskanzlei wie bei der preußischen Staatsregierung jede offizielle Erklärung zu der am Freitag stattgefundenen Unterredung zwischen dem Reichskanzler v. Schleicher und dem preußischen Ministerpräsidenten Braun abgelehnt. In unterrichteten Kreisen hört das BDZ.-Bureau, daß die Bedeutung dieser Unterhaltung sich auch daraus ergebe, daß das Gespräch fast eine Stunde länger dauerte, als vorgesehen war. und daß der Reichskanzler andere Persönlichkeiten, die bereits zum Empfang vorgesehen waren, warten ließ. Auch verlautet, daß der Gedankenaustausch zwischen den beiden Staatsmännern fortgesetzt werden soll, obwohl ein Termin hierfür noch nicht bestimmt ist. Man hört, daß der Ministerpräsident dem Reichskanzler die Beschwerden der preußischen Hoheitsregierung darüber vorgetragen habe, daß nach Meinung des Kabinetts Braun das Urteil des Staatsgerichtshofes noch immer nicht seitens der Reichskommissare ausgeführt worden sei. Auch dürfte der Ministerpräsident hervorgehoben haben. daß es seiner Regierung infolge der Haltung der Reichskommissare kaum möglich sei, die Pflichten zu erfüllen, die das Leipziger Urteil der Hoheitsregierung auferlege. In diesem Zusammenhang hat der Ministerpräsident vermutlich insbesondere auf die Unmöglichkeit verwiesen, den preußischen Etat für 1 9 3 3 vor dem Landtage zu vertreten, ohne daß seiner Regierung die Möglichkeit einer Mitarbeit gegeben sei. Weiter sind vermutlich die Fragen einer eventuellen Landtagsauflösung sowie die eines nochmaligen Appells an den Staatsgerichtshof aufgeworfen worden. Es heißt, daß der Reichskanzler eine verbindliche Erklärung in all diesen Dingen dem Ministerpräsidenten bisher nicht gegeben habe, weil er vermutlich mit dem Reichskabinett Fühlung nehmen will. 0er Preußische Landtag tritt am 17 Januar zusammen. Berlin, 6. Jan. (VDZ.) Im Zusammenhang mit der Verschiebung der Reichstagstagung war die Vermutung aufgetaucht, daß im Interesse der vorherigen Klärung Politischer Fragen auch der Wiederzusammentritt des Preußischen Landtages sich verzögern werde. Demgegenüber hört das BDZ.-Bureau an maßgebender Stelle, daß Präsident Kerrl den Preußischen Landtag für den 17. Januar einberufen wolle. Die Tagesordnung habe der Präsident bisher noch nicht festgesetzt, doch könne mit Sicherheit angenommen werden, daß vor Klärung der Dinge im Reich auch im Preußenparlament wichtige politische Fragen nicht zur Debatte kommen. Danach dürfte der Landtag in seinem nächsten Sihungsabschnitt insbesondere kaum die begonnene Kulturaussprache sortsehen, weil bei den Schul- und Kirchenfragen politische Gegensätze sch stark zeigen könnten. Dagegen wird das Haus sich mit dem umfangreichen Programm beschäftigen können, das auf Grund zahlreicher Einzelanträge der Fraktionen inzwischen in den Ausschüssen vorbereitet wurde. Vertreter des Reichslandbundes beim Kanzler. Berlin, 6. Jan. (TU.) Die Pressestelle des Reichslandbundes teilt mit: „Reichskanzler von Schleicher empfing heute den Geschöftsführen- den Präsidenten des Reichslandbundes, Graf K a l ck r e u t h , und die Direktoren von S y b e l und Dr. Sieburg. In eingehender Aussprache wurden die unhaltbaren Zustände in der deutschen Landwirtschaft bargelegt, die insbesondere durch den Verfall der landwirtschaftlichen D e r e d e 1 u n g s p r o- duktion hervorgerufen sind. Reichskanzler von Schleicher ist über die st ä n d i g wachsende Erbitterung und bedrohliche Stimmung auf dem Lande unterrichtet worden." Die „Manliaue" nach Lherbomg eingeschleM Kapitän Schoofs (Mitte), der Führer des verbrannten Luxusdampfers „L'Atlcmtique", erstattet Dem französischen Handels-Marineminister Leon Meyer (vorn links) unmittelbar nach der Landung der Geretteten in Cherbourg Bericht über den Hergang der Katastrophe. D I Paris, 7. Jan. (WTB Funkspruch.) Das Wrack der „Atlantique" ist kurz nach Witter- nacht auf der Reede von Cherbourg vor Anker gelegt worden. Kapitän Schoofs ist mit einigen seiner Offiziere a n Bord des brennenden Schiffes gewesen. In einem Bericht an die Schiffahrtsgesellschaft teilt er mit, daß die Ko rn rn a n d o - brücke des Schiffes keinen Schaden genommen habe. Durch einige zersplitterte bestens zweifelhaft. Er hat die irische Polckik auf den Kampf gegen England eingestellt. Er arbeitet auf die Beseitigung des Treueides hin, er hat die Jahreszahlungen an England eingestellt und dadurch einen Handelskrieg von englischer Seite her ausgelöst, unter dem die irische Wirtschaft schwer zu leiden hat. Die Unzufrieden» heil bei den Farmern nicht nur, sondern auch in den Städten ist im Steigen begriffen und kann sich sehr leicht gegen den Kurs De Valeros richten, der einen Ausgleich sucht, indem er die ganze Verantwortung für den Notstand auf England abschiebt und dadurch die irische National- leidenschaft zur Siedehitze treibt. Er hat auch bereits die Parole ausgegeben, daß er die Zugehörigkeit Irlands zum englischen Weltreich überhaupt kündigen will. In dieser Drohung Legt die außenpolitische Bedeutung der Wahlen, denn wenn die Entwicklung so geht, daß De Valera die parlamentarischen Möglichkeiten für eine solche Politik hak, könnte eine erhebliche Verschärfung der englischen Schwierigkeiten daraus entstehen. Der Streit um die Philippinen, die in amerikanischem Besitz befindliche, militärpolitisch wichtige Inselgruppe des Malaischen Archipels, nimmt in der amerikanischen Öffentlichkeit immer konkretere Formen an, und d i e Stimmen für die Unabhängigkeit mehren sich im gleichen Maße. Der Senat hat dieser Tage mit 40 gegen 38 Stimmen einen Gesetzentwurf angenommen, der den Philippinen nach Verlaus von acht Jahren ohne Durchführung eines Volksentscheids (dessen Ergebnis schon jetzt vorausgesehen werden kann) die volle Selbständigkeit zubilligt Derselbe Entwurf ist bereits im Frühjahr dieses Jahres vom Abgeordneten. Hause angenommen worden, zu der Zeit, als man anfing, sich mit diesen Problemen näher zu befassen. Die Regierung nahm damals wie auch heute gegen die Gesetzesvorlage Stellung, und der Äaatssekretär des Aeußeren, Stimson, bezeichnete den Vorschlag des Abgeordnetenhauses als eine nie wieder gutzumachende Schwächung der ame- rikanischen Einflüsse im Fernen Osten. Stimson fügte damals nvch hinzu, daß die wirtschaftlichen und politischen Folgen eines derartigen Beschlusses am Ende zu einer Einverleibung der Philippinen durch irgendeine Macht des Stillen Ozeans führen könnten. Cs besteht kein Zweifel, daß mit dieser Macht Japan gemeint war. Japan, der große Gegenspieler Amerikas im Fernen Osten, braucht die ihm so nahe liegenden Philippinen, nicht nur aus Prestigegründen wie Amerika, und beobachtet jede Entwicklung des Flottenstützpunktes mit wachsendem Mißtrauen. Das ist der Hauptgrund der amerikanischen Regierung zur Verweigerung der Unabhängigkeit, obgleich man genau weiß, daß bei einem ernsthaften Konflikt im Stillen Ozean der Stützpunkt bei der weiten Entfernung vom Mutterland sehr schwer zu halten sein würde. Wenn sich nun in Amerika immer mehr Stimmen für eine Loslösung der Philippinen von den Vereinigten Staaten erheben, ohne Rücksicht auf das sonst so ausi"prägte Selbstbewuhtsein der Amerikaner, dann sin) dabei rein materielle Interessen ausschlaggebend, und zwar vor allem die der amerikanischen Zuckerproduzenten. Die durch das tropische Klima begünstigten Zuckerplantagen auf den Philippinen erzeugen beträchtliche Mengen Zucker, der zollfrei nach Amerika geliefert wird, da die Inselgruppe ja zu den Vereinigten Staaten gehört. Das ist für die amerikanischen Zuckerproduzenten eine große und gefährliche Konkurrenz. Erkennt man aber die Philippinen als selbständigen Staat an, d. h. macht man sie zum Ausland, so kann auf die Zuckereinfuhr ein Zoll erhoben und damit die Konkurrenz erheblich eingeschränkt werden. Somit ist den Philippinen in ihrem Kampfe um die Unabhängigkeit ein unerwarteter Bundesgenosse entstanden. Aber trotz aller Bemühungen ist es nicht anzunehmen, daß der Beschluß des Parlaments wirksam wird, man erwartet vielmehr, daß Präsident Hoover sein Veto einlegt, und auch Roosevelt wird wohl, in der Hinsicht auf das Interesse Japans an den Philippinen, dieselbe Meinung vertreten. Luken sei infolge des Schlingerns während des ganzen Tages Wasser in das Innere gedrungen. Das Feuer an Bord des Ozeanriesen hat immer noch nicht gelöscht werden können. Sowohl am Heck wie am Bug steigen nach wie vor schwarze Rauchwolken empor, die daraus Hinweisen, daß die Flammen im Innern des Schiffes ihr Dcrnichtungswerk sortsetzen. Man hofft trotzdem, daß die Brennswfftanks, die durch fcuerdichte Schotten abgeschlossen werden konnten, nicht explodieren und daß auch der Maschinenraum unberührt bleibt. Der Minister für die Handelsmarine Leon Meyer hat einem Vertreter des „Paris Midi" über die Arsache des Feuers erklärt, daß es sich entweder um einen Kurzschluß handele, der allerdings unwahrscheinlich sei, oder um eine Fahrlässigkeit. In einer Kabine l. Klasse seien nämlich etwa dreißig Wollmotrahen untergebracht gewesen. Wenn ein Mitglied der Besatzung eine glimmende Zigarette w.ggeworfen habe, so hätte sie leicht stundenlang schwelen können, bis dann das Feuer plötzlich mit toller Wucht ausbrach. Der Minister sagte, er werde dafür sorgen, daß in Zukunft bei der Inneneinrichtung der Schiffe weniger Holz verwendet werde, daß zwei Funkerkabinen eingebaut würden, eine vorne und eine hinten, und daß der Besatzung Berufsfeuerwehrleute beigegeben würden. Das Reitungswerk -er „Ruhr". A m st e r d a m , 6. Ian. (TTl.) Das Motorschiff „Ruhr" der H a p a g , das an der Rettung der Besatzung der „Atlantique" einen großen Anteil hatte, ist, nachdem die Geretteten in Cherbourg an Land gesetzt worden waren, am Donnerstagabend in Rotterdam eingetroffen. Der Erste Steuermann der „Ruhr", Förster, gab eine eingehende Schilderung der Ereignisse. Förster hatte am Mittwoch 4 Mr die Woche bezogen. An Backbord der „Ruhr" bewegte sich in zwei bis drei Meilen Entfernung ein großes Pasfagierschiff. Das Schiff war hell erleuchtet. Gegen 6 ilbr bemerkte Förster mittschiffs des Paffagierdampfers einen eigenartigen roten Schein. Bald darauf sah er einen Funken- regen über dem Schiff. An Bord der „Ruhr" wurden alle Rettungsgeräte klar gemacht und sofort Kurs auf das brennende Schiff genommen. Wegen der riesigen Rauchentwicklung mußte man dos Schiff in einem Dogen, umfahren. Um 6.24 Uhr war man so nahe an das Schiff herangekommen, als es aus Sicherheitsgründen möglich war. Auf einen Funkanruf der „Ruhr" gab der Dampfer keine Antwort. Inzwischen holte bas Feuer sich mit großer Geschwindigkeit ausgebreitet, riesigeFlam- m e n schlugen mittschiffs empor, und eine halbe Stunde später stand der Dampfer vom Achtersteven bis zum Bug in Flammen. Er gab ein phantastisches, unvergeßliches Bild. Beim Hellerwerden sah man einige Boote auf See treiben. Insgesamt kamen vier Rettungsboote längsseits der „Ruhr", deren Insassen übernommen wurden. Zwei Rettungsboote wurden ausgesetzt. Eines dieser Boote rettete sechs Schiffbrüchige, die fast alle bereits zwei Stunden im Wasser gelegen haben. In der Zwischenzeit hatten sich einige andere Schisse eingesunden, darunter der Holländer ,,A ch i l l e s", auch dieser nahm Schiffbrüchige auf. Das Rettungswerk vollzog sich in sehr kurzer Zeit, teils noch im Dunkeln, teils bei Morgendämmerung. Als einen furchtbaren Augenblick bezeichnete es Förster, als er sah, wie bei einem der Rettungsboote, das noch von der „Atlantique" heruntergelassen werden sollte, ein Seil durchbrannte. Alle Insassen wurden herausgeschleudert, einzelne der Schiffbrüchigen konnten gerettet werden. Man befürchtet jedoch, daß die übrigen Insassen dieses Rettungsbootes ertrunken sind. Inzwischen kämpfte die „Atlantique" den Todeskampf. Anscheinend hotten die Oelvorröte Feuer gefangen. Die Schifsswond war mittschiffs so glühend, daß dos Wasser sehr schnell verdampfte. Als es Tag wurde, sah man, daß von der „Atlantique" nur eine Ruine übrig war. Die „Ruhr" blieb bis 12.30 Uhr in der Nähe der „Atlantique". Um diese Zeit war in der Nähe des Schiffes kein Rettungsboot mehr zu sehen, und man sah auch keine Menschen mehr im Wasser. Darauf setzte die „Ruhr" Kurs nach Cherbourg. Von den Schiffen, die an dem Rettungswerk teilgenommen hatten, war die „Ruhr" dos letzte, das die „Atlantique" verließ. Oer Teufel aus der Versenkung Aus dem Tagebuch eines Schauspielers. Don Otto Krauß GOS. Jeder ist einmal Anfänger. Das ist ein ernster Zustand, solange man ihn leben muß, aber in der Erinnerung nur komisch anzusehen. Ich fpielte als blutiger Anfänger „gastweise" in Aschaffenburg den Mephisto. Am Abend, mitten in der Vorstellung, befiel den Spielleiter (hier richtiger: Platzordner) eine Eingebung, eine Idee. So etwas geht nicht ohne Schrecken und schwere Verwicklung für die Umgebung ab. Er besann sich auf die Versenkung, ihre Maschinerie und deren geheimnisvolle Wirkung, wenn einer, den man von rechts erwartet, von unten erscheint. Also er ordnete für mich an, daß ich in der letzten Szene „hochgedreht" werden soll. Vollkommen ahnungslos über mein Geschick, verfüge ich mich mit den wenigen letzten Versen im Kopf, angetan mit meinem kümmerlich vom ,cyivar° zen Mantel bedeckten, strahlenden Prochtkostüm — vollkommen neu, aussehenerregend für Aschasfen- bürg! — in die vorschriftsmäßige Tiefe. Schließlich kommt auch der Arbeiter zum „Drehen", der den nie gebrauchten Apparat mißtrauisch, aber eingehend in Augenschein nimmt. Der Raum zum Stehen für den Darsteller, der „Stehplatz" ist eine bescheidene runde Scheibe, von etwa einem Meter Durchmesser, wie ein größerer Bieruntersetzer. Inzwischen mimen über uns Faust und Gretchen fleißig den vom Dichter vorgeschriebenen Text. Wir hörten in der Tiefe kaum ein Wort. Aber mir das Auftrittszeichen zu geben, war ja der Spielwart da. Die Scheibe, auf der ich Platz nahm, war noch schmaler als ich dachte, und vor allem ohne Geländer. Man schwebt demnach (ich dachte immer „schweben") freistehend in klassischer Pose, wie aus einer Schönheitsgruppe im Wintergarten, durch den leeren Raum unter der Bühne, dann durch den runden Bühnenausschnitt auswärts und erschien, wenn die Sache klappte, zum Schaudern des zu- schauenden Volkes in der Oessentlichkeit. Diel zu sagen hat der Mephisto am Schluß nicht mehr, nur die Sache, daß meine Pferde schaudern, weil der Morgen graut (so lange spielten wir tatsächlich) und Faust sollte nicht zaudern. Schließlich wollten alle einmal nach Haus. Diese wenigen Verse dachte ich noch am rechten Fleck so nach dem Herzen Goethes anzubringen. Plötzlich — das Plötzliche ist in solchen Augenblicken erschütternd, verwirrend — erscheint der DerHeuerschutz aus deutschen Schiffen. Rachdcrn jetzt wieder ein großer französischer Paffag.erdainpser den Flammen zum Opfer gefallen ist, drängt sich unwillkürlich die Frage aus, ob auch den großen deutschen Dampfern ein ähnlicher Unfall zustoßen kann, oder ob Men- schenlraft imstande ist, des verheerenden Feuers aus einem Schiff Herr zu werden. Aus Marine- sachkreisen wird uns dazu gesagt, daß die Lösch- methode zunächst ganz und gar von der Art des Materials abhängt, das in der Hauptsache vom Brande ersaßt ist. Die beste Feuerbekämp- sung liegt in der Vorsorge, wie sie auf unseren deutschen Schiffen Vorschrift ist. Durch eine Feuer Meldeanlage, die sämtliche wichtigen Teile des Schiffes erfaßt, wird an einem Schaltbrett auf der Kommandobrücke automatisch eine sog. Rauchfahne erkenntlich, falls in einem Schiffsteil Feuersgesahr besteht. Maßgebend für die Art des Löschens ist es, ob das in Brand geratene Schiff ein Dampfschiff ist oder ob es andere Treibstoffe zur Inganghaltung der Maschinen verwendet. Bei den Dampfschiffen der deutschen Flotte sind entsprechende Vorrichtungen eingebaut, durch die in die von Feuer bedrohten Räume unverzüglich Dampf geblasen wird, und zwar in einer solchen Dichte, daß die Flammen zum Ersticken gebracht werden. Brennt dagegen Benzin, andere ätherische Stosse oder Oel, so wird ein Schaumlöschverfah- r e n in Betrieb gesetzt. Die Schaumlöscher werfen auf den brennenden Treibstoff eine schaumige Masse, die durch die Hitze immer dichter wird und in kurzer Zeit das brennende Material so dicht abschließt, daß es durch Fehlen von Sauerstoff zum Ersticken kommt. Eine andere Methode beruht auf Einspritzen von Kohlensäure; diese erfolgreiche Bekämpfung kann nur dann gewährleistet werden, wenn die Brandräume möglichst luftdicht abgeschlossen sind. In verzweifelten Lagen bringt man den Dampfkessel zur Explosion, so daß der ausströmende Dampf von selbst das Feuer zum Ersticken bringt. In einzelnen Fällen hat man auch, um wenigstens den Schiffs- rumpf und die Maschinenanlagen zu retten, die Schisse voll Wasser gepumpt und sie an einer seichten Stelle auf Grund gesetzt. Die bestehenden Vorschriften über die Feuerlöschanlagen auf deutschen Schiffen geben ober — das kann man mit gutem Gewissen sagen — eine Gewähr dafür, daß diese zuletzt geld)iloerten Rettungsmethoden kaum angewandt werden müssen, da nach den neuesten Errungenschaften der Technik eine so katastrophale Ausdehnung eines Brandes nicht zu befürchten ist. Die Beisetzung Geheimrats Cuno Hamburg, 6. Ian. (WTB.) In der katholischen Marienkirche in Hamburg fand am Freitagmittag die Trauerfeier für den ehemaligen Reichskanzler Geheim- r a t D r. Cuno statt. Die starke Anteilnahme der Bevölkerung und die Anwesenheit zahlreicher führender Persönlichkeiten aus Regierungs- und W.rtfchastskreifen legten noch einmal Zeugnis ab für die Wertschätzung, die der Heimgegangene genoß und für die Bedeutung, die man feinem Wirken beimißt. Die Marienkirche konnte die Zahl der Trauergäste kaum fassen. Der Hochaltar Spielwart mit dem ganzen Entsetzen eines tragischen fünften Aktes: ein matter Schimmer von Seiigteit überglänzt sein sorgenzerwühltes Antlitz, mich wenigstens irgendwo im Theater gesunden zu haben, und er stammelt atemlos, daß man mich oben dringend zur Fortführung der Handlung benötige. Das war oorauszujehen. Das Stichwort wäre längst über unsere ahnungslosen Häupter dahingegangen, Faust und Gretchen versuchten Goethe, sq genial wie es der in der Eile vorhandene Geist erlaubte, zu verlängern. Jedenfalls: wenn der Teufel nicht schleunigst aus der Klemme helfe, hole der Teufel die ganze Vorstellung. Ich stand auf der Scheibe. Heber meinem erwartungsvollen Haupte öffnet sich der Bühnenausschnitt, und damit weiß die Intelligenz im Zuschauerraum, daß das Loch im Bühnenboden für den Ausgang der Tragödie Entscheidendes hervorzubringen bereit ist. Der Arbeiter spuckte mit Gelassenheit noch einmal in die Hände und leierte mit Pflichteifer nach Stundenlohn an dem Drehling (wie an einer Wäschemangel); das altmodische Räderwerk und Kettengetriebe stöhnt, knirscht, knarrt eine Symphonie der Hölle. Kein Laut von oben mehr zu verstehn! Reden sie noch ober reden sie nicht mehr? Keine Ahnung. Schließlich gibt’s einen Ruck — dos durfte nicht kommen! — Ich knicke ein und finde mich neben meinem Gefährt in unklärbarer Stellung kauernd wieder. Alle Faust-Zitate liegen durcheinander, etwas aus der Fasson gekommen. Der Morgen schaudert, die Pferde zaudern und Faust dämmert grauend herauf. Die Worte waren entfernt noch von Goethe. Ich fühlte jetzt nur eine Notwendigkeit: oben sein. Reden: Nebensache. Also mit teuflischem Hebermut schwinge ich mich wieder auf meinen Bierunterseher. Katastrophen- fieber ringsum! Mein Leiermann (Stundenlohn Er teilte die Zeit sehr gemütvoll ein!) spuckte sich erst wieder in die Hände und drehte von neuem. Auf den „Schub" bin ich nun gefaßt — und er kommt! Ich taumle. Einmal muß ich doch hinaus. Schließlich warten sie oben auf mich. Das Stück kennt doch jeder. An die Verse dachte ich schon angstschwitzend nicht mehr Diesen Ehrgeiz hatte ich im Kampfe mit der Maschine verloren, mir genügte jetzt schon, wenn wir den Leuten zeigten, ich bin tatsächlich durch das enge Loch ohne merkliche Verbeulung emporgekommen. In der Höhe meiner Stirn endlich der Bühnenrand. Sehr hart! Ich rannte mir eine Beule, zerdrückte außerdem meine pompöse Drachenkappe, ergriff aber dafür beseligt wie ein Ertrinkender die Bodenkante und richtete mich auf. prangte im Schmuck Weißen Flieders. Eine Fülle von Kränzen umgab den schlichten braunen (Sarg. An dem Sarge hielten vier Hapag-Kapitäue die Totenwache. Neben dem Sarg hatten die nächsten Familien angehörigen Platz genommen, an erster Stelle die Gattin des Verstorbenen mit drei Söhnen und zwei Töchtern. Zum Trauerakt waren u. a. Reieysminister Frhr. Elh von Rübe nach für den Reichspräsidenten und die Reichsregierung, der Chef der Marineleitung, für die He.resleitung Oberst Gehrke, für den Reichsaußenminister Gesandter von Rosenberg, für den Hamburger Senat Bürgermeister Roß. und zahlreiche weitere Delegierte von Behörden und Organisationen erschienen. Unter den Trauergästen befanden sich weiter Generaldirektor Dr. Dorpmüller von der Reichsbahn, Reichsbankpräsident Dr. Luther, Dr. Melchior, Karl Friedrich von Siemens, die Staatsse'retäre König und Planck. Admiral von Karpf legte für den früheren Kronprinzen einen Kranz am Sorge nieder. Rach dem musikalischen Vortrag der „Träumerei" von Schumann nahm Pastor-Primarius Winter mann das Wort. Hierauf erklang das „Ave Maria". Cs folgte die Absolutio ad tumbam und das Kirchenlied „Iesus, dir lebt’ ich". Unter den Klängen des Trauermarsches aus der „Götterdämmerung" wurde der Sarg aus der Kirche herausgetragen, um nach dem Ohlsdorfer Friedhof übergeführt zu werden. Dort wurde der Trauerzug wiederum von einer gewaltigen Menschenmenge erwartet, die, entblößten Hauptes, die Wege nach der Gruft ümsäumte. Am Grabe hatten neben der Familie der Vorstand und der Aufsichtsrat der Hapag und eine Reihe von auswärtig n Gästen Ausstellung genommen. Nochmals sprach der Geistliche, dann wurde der Sarg der Erde übergeben. Uniberfitdt und Technische Hochschule Indres auwerdenvereinigt Berlin, 6. Ian. (CNB.) Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, haben dieKom- missare des Reiches sür Preußen den Beschluß gefaßt, die Universität und die Technische Hochschule in Breslau mit Wirkung vom 1. April 1933 in der Weife zu vereinigen, daß die Technische Hochschule als ingenieurwifsen- schaftliche Fakultät der Univers ität angegliedert wird. Der Name der Gefamt- anstalt wird lauten: „Schlesische Universität (Friedrich-Wilhelm-Universität und Technische Hochschule)". Die Etats beider Anstalten werden mit Wirkung vom 1. April 1933 zusam - mengelegt. Das Hauptziel der Bereinigung ist, den Gedanken der engen Zusammenarbeit aller Wissenschaften als Gegengewicht gegen die Gefahr fachlicher Zersplitterung zur Geltung zu bringen und in Forschung und Lehre der gegenseitigen Befruchtung aller an beiden An st alten gepflegten Wissenschaftsgebiete zu dienen. Die Schaffung dieser neuen Gesamtuniversität in Breslau wird ein bedeutsames und weithin sichtbares Zeichen des deutschen Willens zum Ausbau der Kulturarbeit im Osten darstellen und ein wichtiges Glied in der auf die Erhaltung und Stärkung der deutschen Kultur in den östlichen Provinzen gerichteten Politik bilden. Aus aller Welt. Russisches Luftschiff bei Aowgorob veruuqlückt. In Helsingfors ist eine Nachricht eingetroffen, wonach am Freitag ein russisches Luftschiff, das die Nummer „W. II" führt, bei Nowgorod völlig zerschellt ist. Das Luftschiff war mit drei Motoren ausgerüstet und flog in den letzten Tagen vor Weihnachten von Moskau nach Leningrad als Bestimmungsziel. Wegen Motor- ftörungen gelang es ihm nicht, bei dem starken Gegenwind Leningrad rechtzeitig zu erreichen. Man mußte eine Notlandung vornehmen. Die Landung ging gut. Am Donnerstagmorgen sollte das Luft- schiss zur letzten Strecke nach Leningrad starten, um zu einem F'iedertreffen zur Stelle zu fein und dann dauernd in Leningrad stationiert zu werden, wo eine Luftschiffhalle errichtet ist. Die Motoren waren jedoch wieder in Unordnung und das Schiff trieb in Richtung Nowgorod, wo es um 6 Hhr gegen einen Wald st ie h. Beim Zusammenprall mit den Bäumen wurde es vollständig zerstört. Es gelang der Besatzung, sich zu retten. Im Augenblick wird daran gearbeitet, das Skelett des Luftschiffes auseinanderzunehmen, damit es nach Leningrad gebracht werden kann. — Zu dem Unglücf des neuen Luftschiffes „SSR-W II" verlautet in Moskau, daß das Lustschifs bereits am 1. Januar zu einer Fahrt über Leningrad c.ufgeftiegen, wegen Motorschadens aber abgetrieben und nach 20 Stunden willkürlichem Treiben in der Luft auf einem Feld gelandet sei. Es versuchte dann mit einem Motor nochmals auf» Ansteigen, mußte jedoch die Versuche bald aufgeben. Das Lustschifs werde auseinanbenrgenommen und mit der Bahn nach Leningrad gebracht werden, wo es vollständig überholt werden soll. Gefährliche Lage des Eisbrechers „Malygin". Nach Meldungen aus Spitzbergen ist die Lage des Eisbrechers „M a l y g i n" sehr gefährlich, da das Schiff vollzulaufen droht. Die Pumpen arbeiten unablässig. Es hängt jetzt alles davon ab, ob der Eisbrecher „Lenin" noch rechtzeitig anlangt, um an dem Leerpumpen des Eisbrechers teilzunehmen, da er bei Sturm sinken würde. — Die Leningrader Hafenverwaltung erhielt einen Funk- spruch von dem Eisbrecher „Sedow", daß die Rettungsarbeiten am „Malygin" wegen des starken Sturmes eingestellt werden mußten. Durch Starfffrom getötet. Der gesamte S traßenbahnverkehr der Stadt Haag wurde durch einen Tlnglücksfall in der Zentrale des Städtischen Elektrizitätswerkes für längere Zeit lahmgelegt. Ein Monteur geriet bei Ausbesserungsarbeiten mit einem 10 000-Volt- Kabel in Berührung und war auf der Stelle t o t. Der Verunglückte war ein deutscher Monteur. 43 000 Mark bei einer Kirchenkasse unterschlagen. Der Kaufmann Walter Rohloff aus Waldenburg (Schief.) hat' als Verwalter der Kasse der Cvangel s )-Lucher s.hen Gem.inde Tlnter- schTagungen in Höhe von 43 000 Mark begangen. Er hatte diese Gelder ins Geschäft ae» no-mmen in der Hoffnung, sie später zurückzahlen zu können, was ihm aber nicht möglich war. Erweiterungsbauten der Reichsbank. Die Reichsbank beabsichtigt, noch im Laufe des Sommers mit der Errichtung eines Erweiterungsbaues für das Hauptgebäude in Berlin zu beginnen. Das Terrain, das bebaut werden soll, hat eine Größe von etwa 10 000 Quadratmeter. Auf diesem Terrain stehen zur Zeit etwa 3 5 ©ebäubc , die schon im Frühjahr abgerissen werden sollen. Die Bauzeit wird etwa drei Jahre dauern. Die gesamten Baukosten dürsten zwischen 2 3 u n t> 30 M i I- Honen Mark liegen. RaubüberfaU auf eine Greisin. Einen furchtbaren Kamps mit einem Räuber hatte im Norden Berlins die 80 Jahre alte Gastwirtswitwe Johanna Schwiederfki zu bestehen. Ein junger Mann, der angeblich ein Zimmer mieten wollte, war in ihrer Wohnung erschienen. Als sie über den Preis verhandelten, fiel der junge Mann plötzlich über die Frau her und würgte sie so lange, bis sie besinnungslos war. Die alte Frau wehrte sich tapfer. Der Räuber durchsuchte in großer Hast die Wohnung nach Geld und Schmucksachen. Dann flüchtete er. Der Mann unter mir drehte weiter, das spürte ich, na, und so war ich denn auf dieser Well. Faust lehnte irgendwo im Rembrandtschen Hell- Dunkel des Kerkers, vom Schwindel über meine Fahrt oder vom Lachen gepackt, und Gretchen blickte mit beängstigender Echtheit geistesgestört auf meine lange und heißersehnte Erscheinung. Entweder, sagte ich mir, ist das Stück inzwischen doch zu Ende gegangen, obwohl der „Faust" am Schluß noch ziemlich lang ist, oder man schweigt aus Takt, weil ich an der salscyen Stelle in den Dialog gefahren bin oder wartet meine verdiente Erholung ab. Da ich annahm, genug bestaunt worden zu fein, und keiner sich entschloß, noch einige Verse zu bringen, raunzte ich Faust an: „Her zu mir". — Dank, großer Goethe, daß dein Genius dir diese Verse eingab, man kann sie überall da anbringen, wo man zu Ende kommen will. Ich hole meinen Kollegen Faust entschlossen heran, der sich aufs äußerste, aber fruchtlos verteidigte, wahrscheinlich, weil er glaubte, er müsse als mein Fahrgast mit da hinunterrutschen, woher ich gekommen war. Wir gingen aber Arm in Arm zur Tür hinaus, während hinter uns die Engel fangen: „Sie ist gerettet!" Ich war es auch. Zeitschriften. — „Die Kun st" (Verlag F. Druckmann AG., München) bringt in ihrem Ianuarheft die reich illustrierten Beiträge. Ein deutscher Landschaftsmaler. — Moderne Brunnenplastik. — Das Künstlerlichtbild — Isländische Malerei — Der Bildhauer Terkah. — Schwarz-Weiß-Kunst. — Ein surrealistischer Maler. — Eine antike Apollo- ftatue und die reinen Textbeiträge: Dan Gogh. Anekdoten. — Vom künstlerischen Nachwuchs. — Kunst der Sudetendeutschen. — Kunst und Künstler in Not zeigen die Weitläufigkeit des künstleri- schen Programms. Der für neue Wohnkultur und das Kunstgewerbe vorbehaltene Teil ist nicht weniger reizvoll und reichhaltig: Der bürgerliche Wohnbau. — Ein Landhaus. — Kleinhäuser. - Neue Aufbaumöbel. — Duntes Bauen. — Neue Teppiche. — Moderne Lichtträger und Kunst- gewerbe, insgesamt über 70 Bilder werden in anregender Schau dargeboten. — „Berliner Monatshefte", herausgegeben von Dr. Alfred vonWegever, ll.Iahr- gang, 1933 (Quaderverlag, Berlin W15; Preis des Heftes 1,20 Mct.). Der ll.Iahrgang der ..Berliner Monatshefte" beginnt mit einem Aufsatz des ehemaligen Chefs der Heeresleitung. Generaloberst von S e e ck t über „Die Völkerbundsarm re und die französisch-englischen Abrüstungsvor- schläge". Der Au sah des Wi.ner Historikers Hans Tiebersberger „Zur Dorkriegsgeschichte Serbiens" gibt ein zusammenhängend.s Bild von der Entwicklung des Verhältnis,es zw'schen Oesterreich-Ungarn und Serbien seit dem Ausgang des 17. Iahrhunderts. AI, red von Wegerer widerlegt Behauptungen, die ein französischer General No-- gues im „L'Ami du Peuple" über angeblich» Kriegsvorbereitungsmaßnahmen deutscher Reedereien im Mai und Iuli 1914 auf gestellt hat. richte von Asquith und Lord Crewe an den König von England über Sitzungen des engliUen Kabinetts während der Iulikrise 1914 zeigen die Auffassungen des englischen Kabinetts über die belgische Frage in neuem Licht. dod)fd>u(nd(brtd>fen Die medizinische Fakultät der Hniversität Marburg hat den Vorsitzenden des Kuratoriums der Blindenstudienanftalt in M.arburg, Geheimrat Anton K e r s ch e n st e i n e r, 'Präsident des Bayerischen Landesarbeitsamtes in München, zum Ehrendoktor ernannt. Der durch den Weggang von Professor Dr. W. Heubner an der Heidelberger Hniversität erledigte Lehrstuhl der Pharmakologie ist dem ordentlichen Professor Dr. Fritz Eichholtz in Königsberg angeboten worden. Professor Dr. Hans Herbervon der Tlniver- sität Bonn hat einen Ruf auf den Lehrstuhl der klassischen Philologie an der Universität Tübingen angenommen. Dem ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule Berlin, Dr.-Ing. Adolf Lud in, ist der durch die Emeritierung von Professor Th. Rehbock freigewordene Lehrstuhl dcs Wasserbaues an der Technischen Hochschule in Karlsruhe augebote' werden. Der a. o. Professor Dr. theol. et phil. Ioses Koch von der Universität Breslau hat einen Ruf als Nachfolger des emeritierten Professors v. Dessen-Wefierski auf den Lehrstuhl für_ Apologetik und philofophifch»theologifche Propädeutik an der katholisch-theologischen Fakultät bcrllni- versität Breslau angenommen. Aus der Provinzialhauptstadt. Oie drei nächsten Ausstellungen des Kunstvereins. Som Oberhessischen Kun st verein wird uns geschrieben: Sonntag, 8. Januar, wird das neue Iahrespro- Sramm mit einer Ausstellung der graphischen Ar- eiten von Daniel Greiner eröffnet. Der Künstler wird zur Eröffnung dieser Ausstellung, deren Anlaß sein 60. Geburtstag ist, selbst die einführenden Worte über seine Arbeiten sprechen. Wir brauchen an dieser Stelle nicht besonders auf die Kunst Dr. Greiners hinzuweisen. Er ist den Gießenern sowohl durch eigene Arbeiten, die er hier ausgeführt hat, als auch ourch eine frühere Ausstellung bekannt. Daß er selbst über sich und seine Werke am Tage der Eröffnung der Ausstellung spricht, wird manchem Besucher eine wertvolle Aufklärung und besseres Verständnis geben. Es sei deshalb auch an dieser Stelle besonders aus den Vortrag hingewiesen. 9m Februar wird sich die Gedächtnisausstellung für den verstorbenen jungen Künstler Walter ßrnmati anschließen. Es ist eine Kollektiv-Ausstellung sämtlicher Arbeiten des bereits mit 32 Jahren verstorbenen jungen Künstlers. Sein Freund, fierr Dr. Friß Eckhardt (Berlin) wird die Ausstellung mit einem einleitenden Vortrage eröffnen und damit manchen Kunstfreund in die noch wenig bekannte und auch von vielen noch nicht verstandene Welt des Künstlers einführen. Vielleicht wird es sogar möglich sein, einen größeren Kreis von Kunstfreunden durch einen Vortrag bei dem Südwest- deutschen Rundfunk in Frankfurt auf diese Gedächtnisausstellung ganz besonders hinzuweisen. Als dritte Ausstellung in diesem Jahre folgt dann eine Zusammenstellung von Reproduktionen der Werke französischer Maler des 19. Jahrhunderts. Da es nicht möglich ist, über diese Künstler an Hand ihrer Originalwerke eine Uebersicht zu geben, sollen die ausgezeichneten Reproduktionen von Hanf- st a e n g e l und Piper (insgesamt etwa 100 Blatt) Ersatz dafür bieten. Wir sind überzeugt, daß die bekannte Schönheit dieser Blätter den Besuchern der Ausstellung die kunstgeschichtliche Bedeutung dieser Maler dennoch näher bringen kann, zumal Herr Professor Dr. Rauch (Gießen) sich bereit erklärt hat, für diese Ausstellung die einführenden Worte zu sprechen. 9m ganzen soll die Verschiedenartigkeit dieses nächsten Vierteljahresprogrammes den Mitgliedern und Freunden des Kunstvereins die Möglichkeit geben, die Vielgestaltigkeit künstlerischer Bestrebungen zu erkennen, und — mögen sie auch dem Ge- schmacke des einzelnen nicht immer entsprechen —, doch den objektiven Wert dieser Leistungen anzuerkennen. Taten für Samstag, 7. Januar. 785: Sachsenherzog Widukind gerauft: — 1831: Rcichsposlminister v. Stephan, der Gründer des Weltpostvereins, in Stolp in Pommern geboren: — 1845: der ehemalige König Ludwig III. von Dahern in München geboren. Schützt die Pferde! Bei strenger Kälte müssen die Pferde, wenn sie auf der Straße halten, gut zugedeckt werden, damit sie nicht zu sehr frieren, steif werden und sich erkälten. Die Decken sollen aber sorgsam übergelegt und an den Seiten gut befestigt sein. Flüchtiges Ueberroerfen nutzt nicht viel. Dagegen ist es sehr unvernünftig, die Arbeitstiere schon während des Dienstes mit einer Decke einhergehen zu lassen. Darunter schwitzt die Haut, und das Tier wird empfindlich. Rur geschorene Pferde müssen im Winter eine Decke haben. Ein wohlwollender Kutscher darf nicht vergessen, über Nacht das Gebiß des Pferdes im Stalle aufzubewahren und es vor dem Gebrauch in warmes Wasser zu tauchen, oder mit einem wollenen Tuche warm zu reiben, weil sonst das kalte Eisen an Zunge, Lippen und Gaumen kleben bleibt und sehr schmerzhafte Beschädigungen der Schleimhaut verursacht, so daß das Tier hartes, stechendes Futter scheut. Aus witterungsgemäßen Husbeschlag muß jetzt auch geachtet werden. Bei unebenem Boden, der mit Eis oder Schnee bedeckt ist, gehören an die Hufeisen Stollen, von denen die einschraubbaren H- und Z-Stollen die empfehlenswertesten sind. 9st die Fahrbahn glatt, also Zement, Beton ober Asphalt, so verhindern Hufeisen mit Strickeinlagen das Rutschen noch am besten. Um Pferde, die auf glatten Straßen gestürzt sind, leichter aufzurichten, führe man stets Torsmull ober Sanb zum Bestreuen des Bodens mit sich. A. B. ** Die Besuchszeiten der Museen. Das Oberhessische Museum im Aten Schloß. das Bölkermuseum und das Kriegsmuseum, sowie die Städtische Gemäldesammlung im Reuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. politischer Krach in Frankfurt. WSR. Frankfurt a. M., 6. 3an. Am Donnerstagabend fand, nachdem Nationalsozialisten und die Eiserne Front Kundgebungen veranstaltet hatten, auch eine Demon» ftralion der Sommuniften statt. Rund 4C00 Demonstranten, darunter viele Frauen und Kinder, hatten sich auf dem Börsenplatz versammelt, zogen durch die Altstadt zum Bahnhof und von du zurück zum Börsenplatz. Zu nennenswerten Störungen kam es hierbei nicht. Dagegen gab es heute morgen am Platz der Republik eine wüste Schlägerei. Bei einer hiesigen Kleiderfirma wurde gestreikt, wobei die Kommunisten gnscheinend die Streikleitung in Händen hatten. Dor dem Geschäftslokal hatten sich annähernd 500 Kommunisten versammelt. Als auch noch ein größerer Trupp Rationalsozia- listen hinzukam, entwickelte sich zwischen den beiden Grrcvpen ein wüstes Handgemenge, wobei es zu erheblichen Derletzungen auf beiden Seiten kam. Die Polizei und Rettungswache mußte eingreifen, woraus wieder Ruhe eintrat. ArbeilMchaffimg in dec hessischen Iorstwirffchasi Die Hessische amtliche Pressestelle teil! mit: Die hessische Ministerialforstabteilung hat im abgelaufenen Jahr der Arbeitsbeschaffung ihr besonderes Augenmerk zugewandt und schon zu Beginn des Jahres die Forstämter veranlaßt, in vermehrtem Maße Projekte in den Staats- und Gemeindewaldungen auszuarbeiten und durchzuführen. Bei den stark gesunkenen Holzpreisen waren die Kreditmittel natürlich be- fcyränlt, und die Arbeits^uantitälen und -mög ich- keiten drohten weiter abzusinken. Eine Stichprobe im Monat Oktober 1931 und 1932 ergab folgende Beschäftigung von Waldarbeitern: Oktober 1931: Tarisarbeiter in Staats- und Gemeindewaldungen 871, Oktober 1932 — 861; Rotstandsarbeiter 74 (606): freiwilliger Arbeitsdienst 75 (2909): sonstige Arbeiter 231 (534); insgesamt 1251 (4910). Der Oktober ist in der Forstwirtschaft allgemein ein Monat mit geringer Beschäftigung. Die Kredite aus dem abgelaufenen Wirtschaftsjahr, das am 30. September zu Ende geht, find erschöpft. Es find nur einige Wegebau- und Kulturarbeiten im Gange. Die Holzhauerei hat noch nicht begonnen. Die Beamten find mit Holzauszeichnen und sonstigen Vorarbeiten beschäftigt. Die Gesamtzahl der männlichen Beschäftigten ist von Oktober 1931 auf Oktober 1932 von 1251 auf 4910, also fast auf das vierfache gestiegen. Betrachtet man die Gesamtzahl der Tarifarbeiter — hierzu gehören auch die Notstandsarbeiter —, so ergibt sich auch hier eine Zunahme von 945 auf 1467, also um zirka 55 v. H. Den größten Zuwachs hat der Freiwillige Arbeitsdienst, von 75 auf 2909. zu verzeichnen. Hier waren, ebenso wie bei den Notstandsarbeitern, nur zusätzliche, gemeinnützige und volkswirtschaftlich wertvolle Arbeiten im Gange. Bei den „Sonstigen Arbeitern" handelt es sich in der Hauptsache um Beschäftigung von Wohlfahrts-Erwerbslosen in Gemeindewaldungen und um Beschäftigung gegen Gewährung von Naturalien. Zur Zeit sind fchähungsweife allein 10 000 bis 12 000 Arbeiter bei der Holzhauerei im Tariflohn beschäftigt. Nach Beendigung dieser Arbeiten sollen zahlreiche zusätzliche Arbeiten wieder in Angriff genommen werden, deren Planung bereits vorliegt bzw. im Gange ist. Die Planung und Durchführung dieser Arbeiten stellt eine starke Mehrbelastung der Beamtenschaft dar, die häufig nur in Ueberftunben geleistet werden kann. Die Beamten haben gern diese Mehrarbeit auf sich genommen und die Durchführung mit großem Eifer und großem Verständnis gefördert. So werden auch im Frühjahr wieder zahlreiche Arbeitslose in der Forstwirtschaft Beschäftigung finden. Rundsunkprogramm. Sonntag, 8. Januar. 6.35 Uhr: von Bremen: Hafenkonzert. 8.30: Katholische Morgenfeier. 9.30 bis 10.15: Stunde des Chorgesangs. 10.30: Goethes „Mahomet" (Einführungsvortrag vorn Dramaturgen Horst Hoffmann). 10.50: Sprachliche Ausdrucksformen — Der Ausruf in den Mundarten. Von Paul Laven und Alfred Auerbach. 11.15 vom Deutschlandsender: Eröffnung der Ausstellung „Ostpreußen, was es leidet, was es leistet". Ansprachen: Oberregierungsrat Hoffmann, Landeshauptmann Blunck, Reichsminister Bracht. 12: Mittaaskonzert I auf Schallplatten. 13: Mittagskonzert H des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks 14.10: Stunde des Landes. 15: Stunde der Fügend. 16: Kurhaus Wiesbaden: Konzert des Städtischen Kurorchesters. 18: Vortrag. 18.25: Vergnügliches Zwischenspiel. 18.55: Vortrag. 19.30: Konzert 20 50: Großer Saal des Saalbaues, tfranifurt: IV. Sonntagskonzert des Frankfurter Orchesteroereins: Fünfte Symphonie in B-Dur von A. Bruckner. 21.50: „Bewahrt das Feuer und das Licht ...", eine Hörfolge. 22.45 bis 24: Nachtmusik. Montag, 9. Januar. 7.25 Uhr: Frllhkonzert auf Schallplatten. 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert II. 17: Mannheim: Nachmittagskonzert. 18.25: Stunde des Flttns: Filmjahr 1932 — Rückblick und Ausblick von Curt 9eret. 18.50: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Selbstanzeige. Axel Eggedrecht. 19.45: Wer ist es? Literarische Rätsel (VII). Aufgegeben von Wolfgang Weyrauch. 20.05: (M und Deutschlandsender) aus dem Großen Saal des Saalbaues Frankfurt: VI.Mon- tagskonzert des Frankfurter Orchesteroereins. 20.40: (M und Deutschlandsender): „Deutsche Burgen als Ausdruck deutscher Eigenart", Vortrag von Geheimrat Professor Dr. Bodo Ebhardt. 21.05: (Deutschlandsender, Breslau): Tausend Jahre wie ein Tag, eine Hörfolge von der Burg Dreieichenhain von Alfons Paguet. 22: (M und Deutschlandsender): Konzert. 22.45 bis 24: Nachtmusik. Dienstag, 10. Januar. 7.25 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Mittagskonzert I des Rundfunkorcycsters. 13.30: Mittagskonzert II auf Schallplatten. 15.20 bis 15.50: Hausfrauen-Nachmittag. 17: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.25: „Freiwilliger Arbeitsdienst", Gespräch zwischen Lili Fink, Fürsorgerin, und Fr. Sommer, Gewerbelehrerin. 18.50: Dank an Finnland. Meine Opernarbeit in Helsiki. Von Hans Es- dras Mutzenbecher. 19.30: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchrsters. 20 20: Frau Morris gegen die Daily Mail. Ein englischer Spiritistenprozeß, bearbeitet von Dr. Richard Müller. 21.40: Klaviermusik für die linke Hand allein. 22.30 von Leipzig: Orgelkonzert. Mittwoch, 11. Januar. 7.25 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.20 bis 10.50: Schulfunk: Eine halbe Stunde beim Staatsanwalt. Von Actualis. 12: Mittagskonzert I des Rundfunkorchesters. 13.30: Mittagskonzert II au Schallplatten. 15.15 bis 1615: Stunde der Jugend. 17: (M, BR) Konzert 18.25: „Goethes persönliche Beziehung zum Frankfurter Theater", Vortrag von Unioerfitätsprofeffor Dr. Pfeiffer-Belli. 18.50: Zeitfunk. 19.30: Konzert des Rundfunkorchesters. 21.20: Die Stillen im Land. Aus der Chronik des schlichten Lebens. 22.20 bis 24: Von London: Konzert der BBC.-Militärkapelle. Donnerstag, 12. Januar. 7.25 Uhr: Frühkonzert erwerbsloser Berufsmusiker. 12: Augsburg: Mittagskonzert I. Blasmusik. 13.30: Mittagskonzert II auf Schallplatten. 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend 17: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.25: Um das Buch. „Buchkritik", ein Gespräch zwischen Dr. Wolfgang von Einsiedel und Dr. Max Tau. 18.50: „Die Bedeutung des Kredits in der heutigen Wirtschaft", Vortrag von Professor Dr. Robert ßiefmann, Freiburg. 19.30: Mandolinenkonzert. 20: von Breslau: Boykott. Hörspiel. 21.15: Sonaten-Stunde, Kompositionen von Paul Juon. 22: Nachtmusik der Kapelle Eyfoldt. 23.40 bis 0.10: Dortmunder Sechs-Tage-Rennen. Sprecher: Dr. Ernst-Probst. Jreifag, 13. Januar. 7.25 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Mittagskonzert I auf Schallplatten. 13.30: Mittagskonzert II. 17: Konzert. 18.25: Freiburg: „Ist das Weltall endlich ober unendlich?", Vortrag von Professor E Beutel. 18.50: Bemerkungen über die Entstehung und die ersten Aeußerungsformen einer Knochen- und Gelenktuberkulose, Aerztevortrag. 19.30: Wachsfigurenkabinett, eine heitere Plauderei von Paul Ederling. 20.30: Orchesterkonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 21: Europäisches Konzert. 21.35: Konzert. 22.45 bis 24: Nachtmusik. Samstag, 14. Januar. 7.25 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.10: Schulfunk: Nur ein Streichholz, Hörbild von Anton Betzner. 12: Mittagskonzert I auf Schallplatten. 13.30 bis 14 40: Mittagskonzert II des Rundfunkorchesters. 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend. 17: Nachmit- tagskonzert, Westdeutsches Kammerorchester. 18.25: „Ostmark und deutsche Kultur", Vortrag von Dr. Franz Lüdtke, Oranienburg. 18.50: .Ostdeutsche Agrarprobleme", Vortrag von Dr. Theodor Häbrich, Königsberg. 19.30: Karlsruhe: Mandolinenkonzert. 20: Der Graf von Luxemburg. 22.45 bis 24: Nachtmusik. Geschichten ans aller Welt troffen. Dann ließ er das Geld, das er sich inzwischen besorgt hatte, auf den Tisch des Hauses zählen und verschwand hochmütig. Die Herren von Juan les Pins schämten sich fünf Minuten und strichen dann vergnügt das Geld ein. Basil Bleck wird niemals mehr nach Juan les Pins gehen ... Das Krokodil auf dem Trockenen. (r) Amsterdam. Im „Telegraaf" erzählt ein holländischer Wasserbau-Ingenieur, der lange Zeit in den Kolonien tätig gewesen ist, Erlebnisse mit Krokodilen, die er während feines Aufenthalts auf Borneo hatte. Eine dieser Erzählungen zeigt eins dieser riesigen Wasserraubtiere in einer Klemme, in die Krokodile im allgemeinen wohl sehr selten geraten: Es war in Balikpapan, dem Petroleumzentrum der Ostküste Borneos, wo der Erzähler ein Baubüro leitete. Eines Vormittags kam ein aufgeregter Eingeborener in das Zeichenbüro gestürmt mit dem Schreckensruf: „Schnell, schnell, ein Krokodil!" Mehr war aus dem entsetzten Eingeborenen nicht heraus- zubekommen, und schließlich bewaffneten sich die Weißen mit ihren Flinten und folgten dem Schrek- kensboten. Er führte sie zum — Pumphaus des Wasserwerkes von Balikpapan, und hier sahen sie tatsächlich ein über sieben Meter langes, mächtiges Krokodil in einer Situation, in der ein Krokodil wohl noch nie getroffen worden ist. Das Wasserwerk liegt an der Mündung eines kleinen Baches in das Meer. Ein Teil des Rohren- systems der Pumpstatton liegt nun etwa einen Meter hoher als das Bachnioeau und wird nur bei Hochwasser des Baches mit Wasser gefüllt. Beim letzten Hochwasser nun mußte dies .Krokodil in eine dieser Rohren gelangt sein, die sich beim Abflauen der Ueberschwemmung schnell leerte und das Tier im buchstäblichen Sinne des Wortes auf dem Trockenen ließ. Wegen der Enge der Rohre konnte das Riefentier auch nicht zurück und war so gefangen. Nach vielen Mühen gelang es, den stattlichen Räuber lebend zu fangen. Er wurde dem Zoologischen Garten in Rotterdam lebend angeboten. Der bekehrte Menschenfresser. (g) London. Der Häuptling des Namba-Stammes auf den Neuen Hebriden hat König Georg von England als Beweis feiner Hochachtung durch Vermittlung der Forfchungsreisenden Miß Evelyn Cheesman einen Speer mit vergifteter Spitze und eine aus Korallen und Kokosnüssen geflochtene Halskette überreichen lassen, die eines der Glanzstücke im „Kronschatze" des Häuptlings darstellte. Diese Geschenke waren von folgendem Schreiben begleitet: Ringapat, der König der großen Namba, teilt feinem königlichen Bruder Georg mit, daß er von nun an kein Mer.schenfleisch mehr essen will, weder das von Weißen noch das von Farbigen. In Verfolg dieses wird er auch keinen Weißen oder Farbigen mehr töten, mit Ausnahme des Falles, daß ein Weißer ihm Eingeborene rauben sollte!" Nikapat, der erst jüngst gestorbene Vater des Königs Ringapat, war ein berüchtigter Liebhaber von Menfchenfleifch. Seinen Tod betrauern heute noch sechzig Witwen, und es wären ihrer noch ein gutes halbes Dutzend mehr, wenn ihr Herr und Gebieter nicht ab und zu während seines genießerischen Daseins, so auch kurz vor seinem Hinscheiden wieder, einige von ihnen für feine Mittagstafel bestimmt gehabt hätte. König Georg hat das Geschenk seines „königlichen Bruders" Ringapat mit Dank angenommen und dem Londoner Museum für Völkerkunde überwiesen. Eine chemische Untersuchung der Speerspitze ergab deren Vergiftung mit einem strychninähn- lichen Stoff. Der Geiger mit dem Bienenstich. (u) Mexiko Jrn stetig brodelnden Mexiko hat man immerhin doch auch noch einiges Interesse für die Kunst. So gab kürzlich ein bekannter französischer Geiger in Veracruz ein Konzert, d. h. er wollte eins geben, wurde daran aber auf eine eigentümliche Art und Weise verhindert. Als der Künstler nämlich wenige Minuten vor Beginn seines Konzertes sein wertvolles Instrument ergriff, angeblich eine echte Stradivarius, mußte er die Entdeckung machen, daß eine Biene oder Wespe (genau war das nicht zu erkennen) in den Resonanzboden seiner Violine gekrochen war und nun in ihrem engen Gefängnis umherbrummte und lärmte, ohne den Ausgang wiederfinden zu können. Mit einem tobenden Infekt in der Violine hätte sogar ein Paganini nicht spielen können, und alle Bemühungen des Künstlers, des Impresarios und der herbeigerufenen Konzerthausangestellten brachten es nicht zuwege, den lebenden Fremdkörper aus dem Resonanzboden hervorzuholen, und man mußte, da das ungeduldige Konzertpublikum schon zu murren begann, schnell eine Ersatzgeige beschaffen, deren Wohlklang allerdings an den der echten Stradivari nicht heran- reichte. Der Geiger nahm beide Instrumente mit auf das Podium und entschuldigte den späten Beginn des Konzertes mit dem Hinweis auf das ihm widerfahrene Mißgeschick, womit er gleich einen Heiter- feitserfolg errang. Sodann begann er fein Programm auf der entliehenen Geige. Aber schon bei der zweiten Piece, der Chaconne von Bach, warf er mit einem gellenden Schmerzensschrei das Instrument auf den Konzertflügel, die Biene, erst jetzt war sie als solche zu erkennen, hatte sich inzwischen aus dem abseits liegenden Instrumente des Künstlers frei gemacht und nichts befferes zu tun gewußt, als ihm während feines Spiels in die Unke Hand zu stechen. — Damit war das Konzert natürlich vorzeitig durch die „höhere Gewalt" des Bienen- ' stachels beendet. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Eine kleine Nebenbeschäftigung. (rt) Berlin. So geschehen im verflossenen Jahre 1932 in einer kleinen deutschen Stadt: Bei einer Tagung der Stadtväter beschloß der Magistrat, einer Eingabe der freiwilligen städtischen Feuerwehr stattzugeben — und auf dem Marktplatz eine Wasserpumpe anzulegen, die man im gewöhnlichen Sprachgebrauch „Hydrant" nennt. Dieser Beschluß wurde kurz darauf im Kreisblättchen veröffentlicht. Stolz und selbstbewußt verkündete man, demnächst würde ein Hydrant ausgestellt. Vierundzwanzig Stunden später erreichte den Magistrat ein Brief. In diesem Brief stand zu lesen: „Hochwohllöbliche Herren! Ich war früher Schneider. Jetzt bin ich ohne Beschäftigung. Suche mir daher einen kleinen Nebenberuf. Wollte also anfragen, hochwohllöbliche Herren, ob Sie mich nicht als Hydrant auf dem Marktplatz aufstellen wollen. Falls diese Stelle noch frei ist, bitte ich ergebens! um Bescheid..." Es ist leider nie bekannt geworden, ob dieser gute Mann nun doch eine Anstellung als Hydrant, Feuermelder oder Gasometer in feiner Vaterstadt erhalten hat... Hygienische Jahreswende. (Avk) Budapest. Budapest ist schon vor geraumer Zeit das „Stilldorado" von Europa geworden; hier regelt die Polizei nicht nur den Straßenverkehr, sondern auch den Straßenlärm. Kein Wunder also, daß man auch für die Silvesternacht weitgehende Vorkehrungen traf, um die Ruhe, Ordnung und die — öffentliche Sauberkeit zu bewahren. Insbesondere die Lerkehrs- gesellschaft, die ihren Straßenbahn- und Autobusbetrieb natürlich die ganze Nacht hindurch aufrecht hielt, rechnete damit, daß (wie soll man das nur sagen?) die alkoholische Jahreswende nicht allen in den Morgenstunden nach Hause torkelnden feuchtfröhlichen Zechern gut bekommen würde. Man stellte also eine ganze Anzahl von weiblichen Hilfskräften, zu gut deutsch — Scheuerfrauen, für diese einzige Nacht ein und ließ „Hygienesonderfahrscheine" drucken, bestimmt für Fahrgäste, denen etwas Menschliches zustoßen sollte. Für die Kleinigkeit von nur zwei Pengo hätten da die Bummler mit fchwachem Magen... Das Sensationelle geschah aber! Entweder gibt es in Budapest keine Bummler mehr, oder verfügen sie alle über einen imponierenden widerstandsfähigen Magen. Die Schaffner mußten die Fahrgäste, wie auch sonst mit dem einfachen Fahrschein abfertiaen und haben kein einziges Zusatzbillett abgesetzt. Man mußte die neuartigen „Fahrscheine für Silvester 1933 aufheben ... Löwenjagd in Frankreich. (kn) Paris. Zwei biedere Zollbeamte liegen im Walde bei Quesnoy an der französisch-belgischen Grenze im Hinterhalt und lauern den Schmugglern auf, die hier täglich die billigen belgischen Zigaretten über die Grenze bringen. Der Himmel ist grau, und dichter Nebel lagert über Wiesen und Feldern. Auf 20 Meter im Umkreis wird die Sicht fast unmöglich. Leichter Regen riefelt hernieder. Da plötzlich —: zwei eigentümliche Gestalten tauchen in der Lichtung auf uni) verschwinden sofort wieder unter Holz. Pflichtbewußt schleichen die beiden Beamten heran, bis sie, starr vor Schrecken, stehen bleiben. In wenigen Metern Entfernung hebt sich die Silhouette zweier Löwen vom dunklen Hintergrund ab, die majestätischen Schrittes der Grenze zuschreiten. Kehrtmachen und nach Quesnoy zurücklaufen, um Verstärkung zu holen, war das Werk weniger Augenblicke. Im Wachtlokal wollte man ihnen keinen Glauben schenken, denn man war bisher nur an Rehe, Füchse ober auch einmal ein Wildschwein gewöhnt, aber Löwen —? Eine Jagdexpedition wurde unverzüglich improvisiert, und gruppenweise stießen die tapferen ^Zollbeamten von verschiedenen Seiten gegen die Stelle vor, wo die beiden Raubtiere zuletzt gesichtet worden waren. Natürlich fand man feine Löwen, dafür aber in der aufgeweichten Erde frische Spuren von zwei Hunden, die sicherlich von angesehener Größe gewesen fein müssen. Jetzt war das Rätsel gelost. Die findigen Schmuggler, die sehr häufig abgerichtete Hunde über die Grenze schicken, hatten die Tiere mit Löwenfellen bedeckt, um den Zollbeamten einen Schrecken einzujagen und ihr verbotenes Gewerbe ungehindert durchführen zu können. Sie haben ihr Ziel erreicht, und in Quesnoy hat man noch lange über diesen Schmugglertrick gelacht. Roulette. (g) Monte Carlo. Die Kasino-Verwaltung von Juan (es Pins sollte sich eigentlich erheblich schämen. Da hat sie gegen einen jungen Rechtsanwalt Basil Bleck eine Klage eingereicht und zwar in seiner Heimat, in London nämlich; eine Klage, die auf 132 500 Franken lautet. Sie verlangt die sofortige Zahlung dieser Summe, oder aber Basil Bleck müsse strafrechllich verfolgt werden, weil er drei nicht gedeckte Schecks ausgegeben habe. Schecks gegen Spielschulden ... Basil Bleck kann sich nicht selbst verteidigen in dieser Sache. Aber er ließ durch seinen Anwatt folgendes sagen: Er fei ein reicher Mann gewesen, indem sein Vater ihm Millionen hinterließ. Das war 1927. Seit dieser Zeit habe er sein Geld am Spiel- tksch und auf der Eisenbahn vertan. Aber in der Hauptsache im Spielsaal. Sein ganzes Vermögen habe er dort gelassen und schließlich^ um einen guten Abgang zu finden, die Schecks „geändert". Er habe gehofft, er treffe in der Direktion von Juan les Pins ©entfernen. Er habe aber kleine Krämer ge- §JL-'Sport Erste Verbandsspiele der Rückrunde. 21m morgigen Sonntag beginnen in der 1. Be- zirksklasse des Gaues Gießen Wetzlar die ersten Spiele der Rückrunde. Auftakt ist eine spannende Begegnung zwischen VfB. und Sportverein Wetzlar aus dem Waldsportplatz. Der Kamps geht um die günstigere Position in der Tabelle. Die Spiel- Vereinigung führt mit 10:4 Punkten und die Füh. rung wird den 1900ern nur schwer zu entreißen sein. VfB. folgt mit 8:6 Punkten an zweiter Stelle. Wetzlar sieht mit 6:8 Punkten an vorletzter Stelle in der Tabelle, kann sich ober mit dem bevorstehenden Spiel im Falle eines Sieges punktgleich neben VfB. stellen. Anderseits gewinnt VfB. An> schluß und Anwartschaft auf den 1. Platz, wenn die Gastgeber des Spieles auf dem VfB.-Platz gewinnen und 1900 verliert. Wie es sein wird, wird inan am Sonntagabend wissen. Jedenfalls hat sich die Situation zugespitzt und den Begegnungen ist um so mehr Reiz ,jti eigen. VfL. Gießen — Sportverein wehlar. Die VfBer haben am Sonntag (glücklicherweise auf eigenem Platze) ihren stärksten Gegner vor sich. Die Mannschaft des Sportvereins Wetzlar hat sich in der letzten Zeit wesentlich verbessern können und gegen starke Mannschaften achtbare Ergebnisse erzielt. Der Ausgang des Kampfes ist, trotzdem man den Wetzlarern einige Chancen zu geben geneigt ist, durchaus offen. Wenn die Grünweißen alle Kräfte zusammenrafsen, werden sie den Gästen sicherlich eine gleichwertige Partie liefern. Sieg oder Niederlage hängt auch hier wieder von vielerlei kleinen stimmungsmäßigen Voraussetzungen ab. Die Mannschaften treten in folgender Aufstellung an: VfB. Gießen: Balser Leutheuser Bingel Haupt Knaus Lehrmund Schmidt Wilhelm Kreß Fehling Ritter. Blech Wohlgemut Blech Fischer Hofmann Zielberg Diehl Heiland Benner Benner Spo. Wetzlar: Debus Frohnhausen I — Spielvereinigung 1900 I. Kein leichter Gang für die Blauweißen! Wenn auch die 1. Mannschaft der Spielvereinigung 1900 gegen Union-Niederrad und Kickers Offenbach sehr beachtenswerte Ergebnisse zu erzielen vermochte, so wird der bevorstehende Kampf aus fremden, ungewohnten und sicherlich auch nicht vorbildlichem Platz vor fremdem Publikum doch eine Kraftprobe dar- stellen: insbesondere wenn man sich dessen erinnert, was die Frohnhausener im Vorspiel zeigten und dabei sogar einen knappen 3.1-Sieg errangen. Jedenfalls treffen die 1900er auf eine forsche auf Erfolg eingestellte Mannschaft, die, voll des Kamvs- geistes, alles daran setzen wird, die Punkte für sich zu behalten. Die Mannschaftsaufstellung der Spielvereinigung steht bis zur Stunde noch nicht fest, man wird aber keine zweite Garnitur schicken dürfen, wenn man nicht den ersten Platz in der Tabelle auf das Spiel setzen will. Oer OT -Handballmeifter in Buhbach. Am kommenden Sonntag empfängt der Turn- und Sportverein Butzbach den Turner-Handball- meister TSV. Herrnsheim zu einem Wettspiel in Butzbach. Das Spiel beginnt um 14 Uhr und findet auf dem Sportplatz am Ostbahnhof statt. Das Rahmenprogramm ist der Bedeutung des Treffens ent- svrechend Um 13 Uhr spielt die Id-Mannschaft des TSV. Butzbach gegen Tv. Münchholzhausen I und um 15 Uhr die 2. Mannschaft TSV. Butzbach gegen Tv. Gambach I. Der 5. Bezirk hat aus Anlaß dieses Spieles ab 12 Uhr Spieloerbot erlassen. Die Hessen kunslturnriege turnt bei dem Legrüßungsa'iend. Am Samstagabend findet für die Herrnsheimer Gäste ein Begrüßungsabend statt, der unter Mitwirkung der Hessenriege, die in stärkster Aufstellung antritt, zu einer großzügigen Werbung für das deutsche Turnen ausgestaltet wird. Das Rahmenprogramm sieht u. a Tanzschöpfungen der Turnerinnenabteilung vor. Näheres ist aus der gestrigen Anzeige ersichtlich Tisch.ennis der Deutschen Zuqendkrast Die Tischtennisabteilung der DJK. Gießen hatte am Sonntag Großen-Buseck zu Gast. Die DJK. konnte den Sieg mit großer Ueberlegenheit mit dem Punktergebnis von 9:1 gewinnen. Nachstehend die Ergebnisse (Großen-Buseck stets zuerst genannt): Einzel: Rau-Pslicht: 21:14, 10:21, 21:19, 14:21, 15:21; Pfeifer-Nikolaus: 21:18, 12:21, 21:14, 21:17; Steinmüller-Schick: 21:9, 21:18, 8:21, 13:21, 17:21, W. Schwalb-Rodriguez: 19:21, 14:21, 16:21; A. Schwalb-Krauskopf: 15:21, 18:21, 15:21; Kimmel» Schmittdiel: 21:19, 21:12, 13:21, 11:21, 10:21; Al- bach-Schäfer: 9:21, 10:21, 21:18, 21:17, 13:21. Doppel: Rau - Pfeifer — Pflicht - Nikolaus: 17:21, 13:21, 19:21; Steinmüller-Pfeifer — Rod- riguez- Schick: 27:25, 8:21, 21:19, 9:21, 15:21; A. Schwalb - W. Schwalb — Krauskopf - Schmittdiel: 17:21, 14:21, 21:11, 21:17, 20:22. Arbeiter-Tür»' und Sportbund. Am morgigen Sonntag beginnt bereits die Vorrunde der vier Kreisklaffen-Gruppenmeister N a u n- heim, Bornheim, Bockenheim und Ditzenbach um die Kreismeisterschaft. Die drei ersten waren auch im Vorjahre dabei, während Ditzenbach als Neuling für Egelsbach die 4. Gruppe vertritt. Naunheim hat nun im ersten Spiele Bockenheim am Sonntag zu Gast. Die Frankfurter verfügen zur Zeit über eine sehr gute Elf und Naunheim wird alles hergeben müssen, wenn es die 1. Gruppe gut vertreten und nicht bereits im ersten Spiele eine empfindliche Schlappe erleiden will. Auf den Ausgang des Spieles darf man gespannt sein. Bornheim und Ditzenbach stehen sich in Frankfurt-Bornheim gegenüber. Vor dem Spiele in Naunheim kämpfen die Ju- genögruppenmeifter Naunheim und Wiefeck im Vorspiel um die Bezirksmeisterschaft der JuAendklasse. Hier wird wohl Naunheim die größten Siegesaus- fichten haben. In Wiefeck treten Wiefeck III und Fronhausen I zum Rückspiel um den Aufstieg zur 1. Bezirksklasse an; hier sollten die Platzbesitzer Sieger werden, so daß noch einmal ein Entscheidungsspiel notwendig wird. Vor diesem Kampf stehen sich Gießen II und Wiefeck II im Freundschaftsrückspiel gegenüber, bei dem wohl auch die Platzbesitzer den Sieger stellen dürften. Auf dem Trieb stehen sich im Entscheidungsspiel um den Ausstieg zur 1. Bezirksklasse Grünberg I und Grüningen I gegenüber. Hier wird es wohl ein hartes Treffen geben, das jedoch die technisch besseren Grünberger wohl als Sieger sehen wird. Oie Reichsbahn im November 1932. Die geringe Zunahme des Güterverkehrs der Reichsbahn, die im September und Oktober zu beobachten war, hielt auch im November an. Die arbeitstägliche Wagengestellung von 113 730 Güterwagen überstieg die des Vormonats um 2,57 v. H. Da in den früheren Jahren der Novemberverkehr stets ein geringes Abflauen aufwies, dürfte eine etwas hoffnungsvollere Beurteilung der Gefamtlage des Güterverkehr s nicht unberechtigt fein. Die dem November eigene Stille im Reiseverkehr herrschte auch im Jahre 1932. Die Betriebseinnahmen, die sich auf 229,97 (Vormonat 258,26) Millionen RM. beliefen, blieben erstmalig seit März 1932 um weniger als 200 Millionen RM. hinter dem entsprechenden Monatsergebnis des Jahres 1929 zurück. Die Einnahmen aus dem Personen- und Gepäckverkehr haben mit der für den Reiseverkehr ungünstigeren Jahreszeit auf 54,78 (70,25) Millionen RM. nachgelassen. Der Einnahmeausfall betrug im November 41,5 v. H. Demgegenüber läßt die Entwicklung der im Güterverkehr aufgekommenen Einnahmen eine zunehmende Verkehrsverbesserung erkennen, wenn auch mit 158,03 Millionen RM. das Oktoberergebnis von 166,78 Millionen RM. nicht erreicht wurde. Die Ausgaben der Betriebsrechnung stellen sich auf 263,74 (253,92) Millionen RM. Einschließlich des Dienstes der Schuldverschreibungen und der festen Lasten eroeben sich Gesamtausgaben von 278,73 (269,92) Millionen RM. Es verbleibt also eine durch die Betriebseinnahmen nicht gedeckte Mehrausgabe von 48,8 Millionen RM. Durch Einstellung von Zeitarbeitern zur Durchführung des zusätzlichen Arbeitsbeschaffungspro- grammes hat sich der Personalbestand auf 591 725 (567 043) Köpfe erhöht. Wochenbericht oom Frankfurter Schtack tviebmarkt Der erste Frankfurter Schlachtviehmarkt im neuen Jahre bracher bei allen Diebgattungen schlechtes Geschäft, obwohl d'.e Zufuhren zum Teil wesentlich geringer waren. Als Arsache hörte man, daß die Metzger ein sehr schlechtes Reu- jahrsgeschä't gehabt hätten, daß sich das Publikum für die Weihnachtsfeiertage ganz verausgabt Gießen ist mit feiner 1. und 3. Elf in Heuchelheim im Freundschaftsspiel zu Gast und wird von dort nur sehr schwer einen Sieg mit nach Haule bringen können. Lollar ist mit zwei Mannschaften im Freundschaftsspiel in Großen-Buseck zu Gast und wird sich sehr anstrengen müssen, wenn keine Schlappe mit nach Hause gebracht werden soll. Alsfeld 1 und Naunheim II kämpfen um die Bezirksmeisterschaft. 16 Nationen beim Davispokal. Der Nennungsschluß für den Davispokal-Wett- bewerb rückt immer näher. Beim Französischen Lawntennis-Verband, dem die Durchführung wie- derum obliegt, sind bisher 16 Meldungen eingelaufen, neun für die Europazone, fünf für die füd- und zwei für die nordamerikanische Zone. In der Europazone finden sich Deutschland, Oesterreich, Belgien, England, Griechenland, Ungarn, Polen, die Schweiz und Sübflamien vor, zu denen sich mit Bestimmtheit noch Italien, Tschechoslowakei und die nordischen Länder gesellen werden. In Nordame- rika haben nur die Vereinigten Staaten und Cuba Meldungen abgegeben und in der südamerikanischen Zone beteiligen sich Argentinien, Brasilien, Chile, Peru und Uruguay, deren Spielplan bereits feststeht. In der ersten Runde treffen Chile und Bra- filien zusammen, in der zweiten die siegreiche Nation gegen Uruguay und Argentinien gegen Peru. Kurze (Sportnotizen. Europameister im Weltergewicht wurde der Belgier Adrien Anneet, der in Brüssel den Italiener Venturi über 15 Runden nach Punkten schlug und damit den dritten Europatitel für Belgien eroberte, den mehrere Jahre hindurch fein Landsmann Gustave Roth behauptet hatte. * Englands Fußballelf wird nach Be- endigung der Meisterschaftsspiele wieder zwei Spiele auf dem Kontinent austragen. Der Kampf gegen Italien ist bereits fest für den 13. Mai in Rom abgeschlossen, während der Termin für die Begegnung mit der Schweiz noch nicht feststeht. Der 1. F C. Nürnberg weilt zu Ostern in Berlin und spielt am 15. April (Samstag) gegen den Berliner Meister Tennis Borussia. habe. Dazu kam, daß zahlreiche WeihnachtSgänse übrig geblieben waren, deren Preis zwischen den Jahren erheblich gesunken sei und daher für das Fleischgeschäft eine Konkurrenz war. Am Rindermarkt betrug der Auftrieb 1384 (gegen 1099) Stück. Das Geschäft war sehr schlecht, so daß erheblicher Ueberftanb verblieb, und die Preise durchweg von 1 bis 2 Mark nachgaben. Ochsen al) 24 bis 26, a2) 22 bis 23, bl) 19 bis 21. Bullen a) 23 bis 25, b) 19 bis 22. Kühe a) 22 bis 24, b) 19 bis 21, c) 16 bis 18, d) 11 bis 15. Färsen a) 25 bis 27, b) 22 bis 24, c) 19 bi« 21. Trotz wesentlich geringerer Zufuhr (1175 gegen 1548 Stück) war der Handel für Kälber schleppend, und nur zu ermäßigten Preisen (minus 1 bis 2 Mark) konnte der Markt geräumt werden. Kälber b) 31 bis 34, c) 26 bis 30, d) 20 bis 25. Auch das Scyafgeschäft verlief schleppend und die Preise gaben 1 Mark nach, der Auftrieb von 313 (plus 40) Stück wurde jedoch ausverkauft. Schafe a) 22 bis 24, b) 19 bis 21, c) 15 bis 18. Der Schweine markt war mit 3912 Stück (gegen 5211 in der Borwoche) für hiesige Verhältnisse gewiß nicht zu stark beschickt. Trotzdem war das Geschäft sehr langsam, und bei kaum veränderten Preisen konnte nahezu ausverkauft werden. Schwein« b) 35 bis 37, c) 34 bis 38, d) 34 bis 37. Wochenbericht vom Frankfurter probuktenmarki. Die Getreidebörse zeigte auch in der ersten Woche des neuen Jahres sehr geringe Umsatztätigkeit, doch kann die Grundstimmung als stetig bezeichnet werden. Das Angebot hielt sich in engen Grenzen. Anderseits war auch die Nachfrage sehr klein, so daß sich nur kleines Geschäft entwickelte. Im Zusammenhang mit einer leichten Belebung des Roggen- mehlgeschäftes war die Kauflust bei Roggen etwas besser, ohne daß jedoch eine Besserung des Preises eintrat. Am Brotgetreidemarkt blieb Weizen vernachlässigt. Das unverändert schwache Weizen- mehlgeschäst bot keine Anregung zu Neuanschafsun- gen, zumal die Mühlen noch große Vorräte haben. Preis für Weizen blieb mit 202,50 Mark unverändert. Für Roggen war die Nachfrage besser, Wirtschaft. die Notiz blieb mit 162,50 Mark gleichfalls unverändert. Am Gerstenmarkt war das Geschäft sehr ruhiy bei behaupteten Preisen. Nur feinste Brau- Qualitäten waren verschiedentlich etwas gefragt Futtergerste lag geschäftslos. Der Hafermarkt war durch die Einbeziehung von Reis und Reisabfällen in das Maismonopol etwas angeregter, der Preis für Hafer blieb mit 132,50 bis 135 Mark allerdings unverändert. Ob durch diese Maßnahme bei unserer diesjährigen großen Haferernte dem Preis ein nachhaltiger 'Auftrieb gegeben werden könne, wird vielfach in Frage gestellt. Am M e h l m a r k t versuchte man die Preise etwas herauszusetzen, was aber mißlang. Die zweite Hand war mit weit billigeren Offerten im Markt, io daß eine vorübergehend vorgenommene Erhöhung um eine Viertel Mark wieder verloren ging und darüber hinaus ein Verlust von einer Viertel Mark für Weizenmehl eintrat. Roggenmehl fand etwas besseren Absatz, wobei die Befestigung für nordd. Roggenmehl stimulierte. Weizenmehl südd. Spez. 0 27,85 bis 28,75, do. niederrh. 27,85 bis 28,50, Roggenmehl 22,25 bis 23,25 Mark je 100 Kilogramm. Futtermittel lagen fast vollkommen ge» fchäftslos und unverändert Weizenkleie 7,40, Roggenkleie 8,00, Soyafchrot 10,35 bis 16,60, Palm- kuchen 8,75 bis 9,00, Erdnußkuchen 12,50, Treber 10,60 Mark je 100 Kilogramm. Kartoffeln hatten kleines Geschäft zu 1,75 bis 1,80 Mark per 50 Kilogramm bei Waggon- bezug. * • Besserung bei Reichspost und Elektrizitätsunternehmungen, In der konstituierenden Vollversammlung drr 3nt)u» strie- und Handelskammer Franrsurt (Main)- Hanau führte der Alkrspräfident Generaldirektor Professor Salomon (Elektrizitäls-AG. vorm. Lahmeyer & Co.) aus, daß allem Anschein nach der Tiefpunkt der Krise im September v. I. erreicht wurde und sich von da an eine langsame Aufwärtsbewegung zu zeigen beginne. Das sei ziemlich einwandfrei bei den öffentlichen Verkehrsverwaltungen und Dersorgungsbetrieben festzustellen. Bei der Deutschen Reichspost sei in den meisten Zweigen seit Aovember ein weiterer Rückgang nicht mehr zu verzeichnen, vielmehr habe dieser Monat zum Teil den Vorjahrsstand wieder erreicht. Die Einnahmen weichen nur noch minimal von den Sollziffern des Voranschlags ab. Die Elektrizitätsunternehn»ungen als zuverlässige Barometer für die Befestigung der Industrie im allgemeinen können seit September nicht nur einen Stillstand der rückläufigen Bewegung feststellen, sondern auch die Vorjahreszahlen wieder erreichen oder verbessern. Dabei könne ziemlich einwandfrei nachgewiesen werden, daß die Mehrleistungen fast ausschließlich auf die industriellen Abnehmer und deren bessere Beschäftigung entfallen. Selbst bei einzelnen älnternehmungen für den Personenverkehr, die am meisten gelitten haben, scheine sich eine Besserung anzubahnen. * Neueinstellungen bei Zündapp, Nürnberg. Die Zündapp-Werke in Nürnberg, die im nächsten Jahr mit einem umfassenden Liefe- rungsprogramm aufwarten wollen, haben ihre Belegschaft bereits auf 300 Mann erhöht und werden in Kürze noch weitere 200 Mann einfteUen. Frankfurter Abendbörse fest. Frankfurt a. M., 6. 3an. Im Abendbörsenverkehr blieb die Tendenz durchaus f e st, und im Vergleich zu den Berliner Schlußkurscn ergaben sich überwiegend neue Erhöhungen von durchschnittlich 0,5 v. H. Es lagen wieder kleine Kaufaufträge der Kundschaft vor, daneben stimulierten auch die festen Meldungen von den Auslandbörsen. Die Urnsatztätigkeit war nicht groß, lediglich für IG.-Farben erhielt sich lebhafteres Interesse. 3m Verlaufe kamen noch Reichsbankanteile hinzu, die im freien Markt auf 151 v. H. anzogen, desgleichen waren Schiffahrtswerte mehr beachtet und von 0,5 bis 0,75 v. H. fester. Am Markte der festverzinslichen Werte erhielt sich Rachfrage für Goldpfandbriefe, und auch die übrigen Rentenpapiere lagen meist 0,25 bis 0,5 v. H. fester. JG.-Farben-Donds gewannen 1,75 o. H. Teutsche Anleihen blieben auf ihrem Höchstkurs gut behauptet, ebenso späte Reichsschuldbuchforderungen mit 79,40 v. H. Reu- besihanleihe 8,20 bis 8,25, Altbesihanleihe 66,60 bis 66,5, 6 proz. Stadt Frankfurt 66,60, 5,5proz. Rass. Landesbank Wiesbaden Liquidation 87,90, 6proz. Rhein. Hhp.-Bank Gold Reihe 5 bis 9 87,13, Dresdner Bank 61,5, Reichsbank 150,13 bis 150,5, Buderus 43,75, Harpener 85, Kali Westeregeln 116, Phönix 35,90 bis 36, Rheinstahl 75,25, Dekula 119, AEG. 29, Conti Gummi 121,75, Licht & Kraft 96 bis 96,5, 3G.° Farben 103,5, IG. - Farben-Bonds 101,75, Gesfürel 82, Holzmann 61,5 bis 61,25, Schlickert 89,25, Siemens 124, Reichsbahn-Vorzugsaktien 92,13. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Framiuri o. Dl. Z)trn.. ,>.ani ui ... Oerim Schluß» kur« Schlugt. Abend- börl Schluß» iur« Schloßt Mittag« bä ft Schluß» flirt