Ur- 286 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, 6. Dezember 1933 Elekirogemeinschast Obechessen Wirtschaft davon abgesehen habe, Installationen ausführen zu lassen. Die zahlreich befreundeten Handwerksmeister, die hier im Saale sitzen, werden mir dies bestätigen. Ich habe mich dabei im Einklang befunden mit der nationalsozialistischen Anschauung, daß die Volkswirtschaft mehr Interesse hat an 1000 oder 2000 kleinen und mittleren Handwerkern und ihren Familien, die im Jahre ihre 3000 oder 6000 Mark verdienen, als an einem Generaldirektor, der vielleicht 500 000 Mark erhält. Sie müssen aber anderseits bedenken, daß auch die Fabrikationssirmen zahlreiche Arbeiter und Angestellte beschäftigen, und daß es volkswirtschaftlich untragbar ist, durch eine gegen die Werke gerichtete Propaganda, die letzten Endes den Absatz schädigt, Hunderte von Angestellten und Arbeitern dieser Firmen brotlos zu machen. Ich muß immer wieder darauf Hinweisen, daß uns nur durch Zusammenarbeit geholfen werden kann." Oie Aussprache. Syndikus Röhr von der Handwerkskammer-Nebenstelle in Gießen gab seiner Freude über die beabsichtigte Gemeinschaftsarbeit Ausdruck. Weiter sprach Ingenieur Scholl über die Richtlinien und Satzungen der Gemeinschaft. Nach reger Aussprache wurde die Versammlung mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Reichspräsidenten und den Dolkskanzler geschlossen. * Umwandlung von Dollar-Anleihen deutscher Gesellschaften und Kre- ditinstitute in Reichsmark-Anleihen. In den letzten Wochen haben auf Anregung von privater Seite Besprechungen mit der Golddiskontbank stattgefunden über die Umwandlung von Dollar-Anleihen in Reichsmark-Obligationen. Die in Fraae kommenden Unternehmungen beabsichtigen, den inländischen Besitzern der Dollar-Anleihen die Umwandlung nach einheitlichen Grundsätzen anzubieten. Für jeden Dollar (Nennwert) der umzutauschenden Dollarbonds sind 2.80 RM. Nennwert der neuen Reichsmark-Obligationen in Aussicht genommen. Der Nominalzinssatz der Reichsmark- Obligationen soll betragen bei einem Umtausch von 6 v. H. Dollarbonds 4,5 v. H., 6,5 v. H. Dollarbonds 4,75 v. H., 7 v. H. Dollarbonds 5 v. H. Frankfurter Börse. Mttagsbärse: schwächer, später teilweise kräftig erholt. Frankfurt a. M., 5. Dez. Die Börse war heute von Anfang an wieder reichlich verstimmt durch den um 1,13 v. H. erniedrigten IG. Farbenkurs, der auf neue Russenoerkäufe zurückzufuhren sein soll. An dieser Stimmung änderte auch ein kleiner, nach den ersten Kursen eintretender Rückgewinn von 0,25 d. Sy wenig, zumal die Kulisse in ihren Glattstellungen durch das Ausbleiben der Kundenorders nur noch bestärkt wurde. So ergaben sich fast überall Verluste, die durchschnittlich etwa 1 v. Sy, maximal (bei Deutsche Erdöl und Elektrische Lieferungen) ca. 4 v. H. betrugen. Wieder hatten die Standardpapiere die größten Einbußen zu verzeichnen, so Harpener —2,50 d. Sy, Scheideanstalt —1,50 d. Sy und selbst Stahlverein und AEG. je 1 o. Sy Auch Felten und Lechwerke lagen mit je minus 1,50 v. H. schwach. Mit einem 2prozentigen Verlust fielen Zellstoff Aschaffenburg auf, auch Waldhof setzten ihre Abschwächung um 0,75 v. H. fort. Hierbei mag das für November gemeldete Anhalten der Erportschwie- rigkeiten in der Papier- und Zellstoffindustrie mitgesprochen haben. Schiffahrtswerte erwiesen sich als relativ widerstandsfähig, ebenso Ilse Bergbau Stamm und Genuß, Phönix und Licht & Kraft. Obwohl Farben ihre Erholung um weitere 0,40 v.H. fortsetzten, kamen doch die meisten der verspäteten Notierungen ziemlich weit unter Vortagskurs zustande. Schuckert waren um 1,50 v. Sy, Mannesmann um 1,25 v. Sy und Conti Gummi um etwa 3 v. H abgeschwächt. Südd. Zucker setzten 3,50 v. H. unter gestern ein, verbesserten sich aber wieder um 1 v. H. auf 175 v. H. Schwach lagen außerdem Lah- meyer (—3 o. H.). Verschiedentlich machten sich allerdings kleine Erholungen bemerkbar, z. B. gewannen Siahlverein 0,50 d. H. zurück. Die Festverzinslichen wiesen etwas größeres Geschäft auf, Altbesitz eröffneten mit 91,13 o. H. über gestern abend, tendierten dann aber im freien Markt wieder nach unten. Neubesitz machten eine entgegengesetzte Bewegung durch (anfangs —0:20 v. H ), während soäte Reichssäiuldbuchiorderungen zunächst l-icht gedrückt blieben. Im Zusammenhang mit der Meldung über eine beabsichtigte Umwandlung der Dollarbonds deutscher Finnen in Reichsmark-Anleihen lagen diese Vonds anfangs ca. 3 v.H. fester. Von Industrie-Obligationen notierten Stahlverein erst 0,75 v. Sy, dann 1,25 v. Sy über gestern, dagegen Reichsbahn-Vorzugsaktien 0,40 o. Sy abge« schwächt. Im Verlaufe zogen Reichsaltbesitz wieder auf 91,40 v. Sy, also um 0,25 o. H. über Anfangsniveau und Neubesitz um 20 Pf. auf 16,90 an. Der Pfandbriefmarkt lag sehr still und bis auf einigen 0,75prozentigen Gewinn von Rhein. Liquid, und Nass. Landesbank Liquid, unverändert. Don Stadtanleihen wiesen Darmstadt und Mainz Rückgänge bis zu 1,25 d. Sy auf. Die Hilferdinganleihe erhöhte sich um 0,50 auf 102 v. H. Von Steuergutscheinen lagen 1937er mit 92,25 v. Sy um 0,25 v. Sy und 1938er mit 88,75 um 0,50 v. Sy fester, Durchschnittskurs 95,30. Dollarbonds waren weiter gefragt und um insgesamt 4 v.H. höher. Von fremden Werten zogen Schweiz. Bundesbahn-Anleihen um 1 bis 2 o. Sy an. Die Aktienmärkte zeigten im Verlauf nicht ganz einheitliche Entwicklung. Stahloerein holten ihren Verlust wieder auf, andererseits gaben Aschaffenburger Zellstoff weitere 0,50 v. Sy nach. Später machte sich dann, ausgehend vom Farben- und Montanmarkte, eine allgemeine Erholung bemerkbar, wobei sich durchschnittliche Besserungen um 0,50 bis 1 v. Sy einstellten. Darüber hinaus waren IG. Farben über den Vortag erholt (121,13 bis 123), ferner Rheinstahl 82,65 bis 84,75, ©effürel 84,50 bis 85,50, AG. für Verkehrswesen 56,50 bis 58,50, Deutsche Erdöl 100,13 bis 102. Unerholt lagen Conti Gummi, Elektr. Lieferungen. Am Kaffamarkt war die Kursentwicklung wieder uneinheitlich. Sehr fest kamen nach Pause Gebr. Röder, Darmstadt, mit 48 (plus 8 v.H.) zur Notiz, ferner gewannen u. a. Moenus Maschinen 1,50 v. H., Krauß Lokomotiven 3 d. Sy, während Klein, Schanzlin auf den Dividendenausfall ihre Abschwächung um 2 v. Sy fortsetzten. Bankaktien ließen weiter nach. DD-Bank —1,50 ü. Sy, Commerzbank — 0,75 o. Sy, Dresdner Bank —1 v. H. und Frankfurter Hypotheken Bank —1,25 d. Sy — Tagesgeld war zu 3,25 v. Sy weiter leichter. Abendbörse: still. Nach den Erholungen im Mittaqsschlußverkehr zeigte die Abendbörse zwar keine rückläufige Tendenz, die Umsatztätigkeit war aber infolge Fehlens von Kundenorders gleich Null. Während Klöckner, Stahlverein, AEG. und Nordd. Lloyd unverändert einfetzten, und Harpener leicht anzogen, tarnen IG - Farben 0,38 v. H. unter Berlin zur Notiz. Im übrigen lagen die Kurse ziemlich gut behauptet. Renten lagen ebenfalls außerordentlich still, doch eröffnete Altbesitz unverändert, und auch Neubesitz und späte Reichsschuldbuchforderunaen waren be- bauvtet. Fest lagen weiterhin zertifizierte Dollar- bonds, und zwar zogen 6proz. Preußen auf 48,50, 6,5proz. Stahloerein auf 47,50 und 7proz. Rhein- Elbe-Union auf 49 v. Sy an. Der Verlauf zeigte weder eine Belebung des Geschäftes, noch eine wesentliche Veränderung des Kursniveaus. IG.-Farben gingen zu 12,50 v. Sy in ßafte Propaganda zusammen mit dem Ueberland- werk den Absatz von Strom und von elektrischen Haushaltungsgeräten zu fördern. Daß der Provinzialausschuß Erleichterungen in den Stromtarifen nach Möglichkeit einzuführen bereit ist, ersehen Sie aus den vor kurzem eingeführten Tarifsenkungen. Eine weitere Senkung ist aber nur möglich, wnn der Stromverbrauch steigt: nur dadurch können Einnahmen-Ausfälle und Steuer-Erhöhungen vermieden werden. Irgendwie muß doch das Geld, welches die Allgemeinheit braucht, be- schaft werden. Zu dem Verhältnis zwischen Installateuren und Fabrikationsfirmen sei noch ein Wort gesagt: Nach den Ausführungen von Pg. Rühling ist es nicht Sache der Fabrikationsfirmen, den Installateuren bei Erstellung von Hausinstallationen und ähnlichen Anlagen Konkurrenz zu machen, denn sie können schließlich, wie Pg. Rühling ganz richtig bemerkte, nicht verlangen, daß die Handwerksmeister den Fabrikationsfirmen ihre Erzeugnisse abkaufen, wenn diese ihnen anderseits im ureigensten Gebiet des Handwerks schärfste Konkurrenz machen und selbst installieren. Ich darf dazu sagen, daß ich in meinem Dienstbereich schon seit vielen Jahren, und zwar im besten Einvernehmen mit den Installateuren, Entsprechend den Richtlinien des Reichswirtschaftsministeriums wurde für das Stromoersorgungsgediet des Ueberlandwerks Oberhessen eine Elektrogemeinschaft zwischen diesem, den Elektro-Jnstallationsfirmen und dem Elektro-Fach- handel gegründet. Die Elektrogemeinschast verfolgt den Zweck, die Arbeitsmöglichkeiten für das Elektro- gewerbe restlos auszuschöpfen, um weiteren Volksgenossen wieder Arbeit und Brot zu geben. Die erste Sitzung, an der alle im Stromversorgungsgebiet des Ueberlandwerks Oberhessen interessierten Kreise teilnahmen, fand dieser Tage in Friedberg im Hotel Trapp unter Leitung des Direktors von Stadler vom Ueberlandwerk statt. Dom Provinzialausschuß Oberhessen waren zugegen Kreisleiter Fabrikant Kromm (Schotten), Rechtsanwalt Vogt (Alsfeld), Dr. Beyer (Bad- Nauheim) und Oberingenieur Kurz (Gießen). An der Verfamlung nahm u. a. auch der Vertreter des Treuhänders der Arbeit im Rhein-Mainischen Wirtschaftsgebiet Dr. Studt teil, der in kurzer Ansprache betonte, daß künftig eine gedeihliche Zusammenarbeit zwischen dem Ueberlandwerk, den Instal- lateuren und dem Fachhandel zu erwarten sein werde. Der Führer des Bezirksoereins Mittelrhein und beide Hessen im Reichswirtschaftsoerband des deutschen Jnstallationsgewerbes, Elektroobermerster Kühling-Friedberg hielt eine längere Rede. Dem Ruf des Kanzlers zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit folge man gerne. Mehr und mehr erkenne man, daß nur die Gemeinschaftsarbeit erfolgreich sein könne. Das Ueberlandwerk habe sich zur Mitarbeit bereit erklärt. Standesehren- geeichte würden dafür {argen, daß die Forderungen. „Qualitätsarbeit!" und „Gegen Preisunterbietung!" erfüllt würden. Die Regierung habe Förderung versprochen. Die in den Stromversorgungsgebieten gegründeten Elektrogemeinschaften konnten mit der Förderung durch die Regierung rechnen. Eine besondere Aufgabe für die 'Elektrogemeinschaft bestehe darin, die Verkaufsstellen der staatlichen Elektrowerke zu beseitigen. Auch das Verhältnis zu den Elektro- Großfirmen bedürfe einer Bereinigung. Von den staatlichen Werken müsse dagegen erwartet werden, baß die Tarife für alle Volksgenossen tragbar werden. Dringlich sei die Beschaffung von Zusatzarbeit. Die Stromabnehmer müßten ihre Beleuchtungsanlagen vorschriftsmäßig Herrichten lassen. Ein 50pro- zentiger Staatszuschuß, sowie die mögliche Ratenzahlung werde dieser Arbeitsbeschaffung sehr förderlich sein. Voraussetzung zur Erfüllung derartiger Aufgaben müsse die Organisation aller Beteiligten in der Elektrogemeinschaft sein. Oberingenieur Kurz-Gießen führte sodann für die Herren vom Provinzialaus^ schuß u. a. aus: Der Prooinzial-Ausschuß der Provinz Oberhessen begrüßt es, daß mit heutigem Tage der alte Streit zwischen Installateuren und Ueberlandwerk beendigt und daß zwischen Installateuren und Elektrizitätswerken eine Gemeinschaft zur friedlichen Zusammenarbeit geschlossen wird. Wir Mitglieder des Provinzialausschusses, der in seiner Mehrheit hier vertreten ist, freuen uns, an dieser Gründung der Elektro-Gemeinschast teilneh- men zu können. Auch wir waren bei Antritt unserer Aemter von vornherein der Ueberzeugung, daß es ein Unding ist, den Kampf aller gegen alle auch im Dritten Reich fortzufetzen. Wir haben es als unsere vornehmste Aufgabe betrachtet, die vorliegenden Streitfälle zu klären und zu bereinigen. So war es zu unserer lebhaften Befriedigung möglich, einen über vier Jahre alten Streit mit einer Gemeinde Oberhessens durch Zusammenarbeit endlich zu beseitigen. Es erscheint uns unsinnig, daß der nationalsozialistische Provinzialausschuß gegen den nationalsozialistischen Stadtrat einer Gemeinde Prozesse führt. Wir Haden auch in den Kampf der Installateure gegen das Ueberlandwerk sofort eingegriffen, eine für beide Teile tragbare Lösung befürwortet und gefunden. Wir legen Wert darauf, daß ein gutes Verhältnis zwischen Installateuren und Ueberlandwerk auch fernerhin bestehen bleibt und werden alles tun, um dies zu erreichen. Wir müssen aber auch verlangen, daß die Installateure das Ueberlandwerk nicht als ihren Feind betrachten und mit den Beamten und Änaestellten des Werks zusammenarbeiten, denn das Ueberlandwerk ist kein kapitalistisches Privatunternehmen, sondern ein Werk, das dem nationalsozialistischen Volk Oberhessens gehört. Wohl aber ist es Sache der Installateure, durch lebkleinen Posten um. Von Auslandsrenten blieben Schweiz. Bundesbahn-Anleihen weiter gesucht: 4- prozentige zogen um 2,5 v. Sy auf 122,50 und 3,5 v. Sy um 1 v. Sy auf 115,50 v. Sy an. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 16,95, Altbesitzanleihe 91,38, Schatzanweisungen des Deutschen Reiches 10 bis 1000 Doll. 72, Schutzgebietsanleihe 8,80, Reichsbank 164,50, Gelsenkirchen 55,75, Harpener 83,38, Klöckner 57,25, Mansfelder 25, Phönix 43,65. Mannheimer Biehmarkt. Mannheim, 5. Dez. Auftrieb: 134 Ochsen, 111 Bullen, 319 Kühe, 341 Färsen, 694 Kälber, 67 Schafe, 1879 Schweine. Es notierten: Ochsen: vollst., ausgemästete höchsten Schlachtwerts 28 bis 32, Jüngere 22 dis 24, ältere 24 bis 27; Bullen: jüngere, vollfl. höchsten Schlachtwerts 27 bis 30, sonstige vollfl. oder ausgemästete 23 bis 26, fleischige 21 bis 23; Kühe: jüngere, oollfleischige, höchsten Schlachtwerts 26 dis 29, sonstige vollfleischige ober ausgemästet« 21 bis 25, fleischige 16 bis 20, gering genährte 10 bis 15; Färsen: oollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 30 bis 32, oollfleischige 25 bis 28, fleischige 22 bis 24; Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 38 bis 43, mittlere Mast- und Saugkälber 34 bis 38, geringere Saugkälber 27 bis 33, geringe 21 bis 26; Schafe: Beste Schafe 22 bis 27; Schweine: Vollfleischige, von etwa 240 bis 300 Pfund Lebend- gew cht 50 bis 53, von etwa 200 bis 240 Pfund 47 bis 52, von etwa 160 bis 200 Pfund 45 bis 51 Mk. Marktverlauf: Großvieh mittel, kleiner Ueberftanb. Kälber mittel, langsam geräumt. Schweine mittel, kleiner Ueberftanb. Kölner Buttermarkt. Köln, 5. Dez. Nach bern Preisbericht der Köl- ner Warenbörse stellte sich der Großverkaufspreis für 100 Pf. ab Versandstation einschließlich Faß in Reichsmark unverändert wie folgt: Deutsche Markenbutter 133 bis 136, deutsche Molkereibutter L Qualität 132, 2. Qualität 127. Fr?.::rtcr P-crDcmartt. Frankfurt a. M., 5. Dez. Der letzte Pferdemarkt in diesem Jahre war besonders gut befahren; es standen Pferde vom schwersten Belgier bis zum kleinsten Ponny zum Verkauf. Bereits zu Beginn des Marktes zeigte sich bei den Einkäufern, welche vorwiegend aus Süddeutschland zugereist waren, rege Kauflust, so daß sich im Laufe des Vormittags als die Kaufliebhaber aus der näheren und weiteren Umgebung eintrafen, ein sehr zufriedenstellendes Geschäft entwickelte. Bei Pferden guter Qualität war ein leichtes Anziehen der Preise zu konstatieren, Schlachtpferde waren billig (etwa 20 Mk. je 50 Kilogramm) und bei geringwertigen Laufpferden konnte hin und wieder das Hauptgeld nicht gelöst werden. — Der nächste Pferdemarkt findet am 8. Januar 1934 statt. Mainzer Schlachtviehmarkt. Mainz, 5. Dez. Auftrieb: 21 Ochsen, 8 Bullen, 546 Kühe oder Färsen, 267 Kälber, Schafe keine. Notiert wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mk.: Ochsen al) jüngere 30 bis 32, b2) ältere 22 bis 26. Bullen c) fleischige 22 bis 26. Kühe a) jüngere voll- fleischige 24 bis 28, b) sonstige vollfl. 18 bis 22, c) fleischige 10 bis 18. Färäsen a) vollfleischige ausge- mästete höchsten Schlachtwertes 24 bis 32. Kälber c) mittlere 24 bis 35, d) geringe 17 bis 23. Schafe nicht notiert. Der Schweinemarkt fand bereits gestern statt. Marktverkauf: Großvieh mäßig belebt, langsam ausverkauft. Kälber schleppend, geräumt. Aufruf zur Marktd ftipliu. Der Präsident des Reichsverbandes des nationalen Viehhandels Deutschlands e. 23., Lampe- Wüsting, hat in einem Aufruf alle Mitglieder des Reichsverbandes dazu ermahnt, bei den Viehauf- trieben zu den Märkten Disziplin zu wahren. In dem Aufruf wird darauf hingewiesen, daß der deutsche Viehhandel den größten Teil des Auftriebes zu den deutschen Schlachtviehmärkten in feiner Hand hat. Es muß seitens des Viehhandels daher unbedingt dafür gesorgt werden, daß die Preise an den Märkten möglichst stabil bleiben und daß große Schwankungen im Auftrieb unterbleiben. Wenn auch im allgemeinen der Viehhändler ohne besondere Ermahnung die Marktentwicklung richtig beurteilt, so geben doch Einzelfälle dcnu Veranlag sung, darauf hinzuweisen, daß es Aufgabe des Viehhandels ist, die Auftriebe zu den Märkten den jeweiligen Verhältnissen auf den Fleischmärkten und der Bedarfslage anzupassen. Der Viehhändler muß hier seine Pflicht tun. um das ihm anvertraute Gut als Treuhänder des Bauern dem Konsumenten zuzuführen. Es gelte für den Viehhandel, zu zeigen, daß er in der Lage fei, die ihm gestellten Aufgaben zur Zufriedenheit zu erfüllen, um so nicht nur dem Bauern, sondern dem Volksganzen dienlich zu sein. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beichlossenen Dividende an — Reichsbankdiskont 4 o H Lombardzinsfuß 5 o. H frranhu flerii" Schluß« kurs Schluß!. Abend- bSric Schluß» turd 4% vesgl. von 1913 4,75 — — 5% obgest Golbmerikaner von 99 — — — 6,3 4% Türkische Zollonleihe von 1911 5.15 5,15 5,2 5,1 4% Türkische Aagdaobahn-Anleihe 6-rie 1.................... • — — tronf'un a. Dl Berlin Schluß« turs (SChlUB . Abend« böri Schluß» turs Schluß! Dlitag« börie Datum 4-12- 5-12. 4-12. 5-12. 4% desgl. Serie 11 5,15 5.1 — — 5% Numän. vereint,. Rente v. 1903 4.8 4.5 — — 4k%Rumän.vereinh.Rentev.lgl3 6.9 6.85 6,80 —— 4% Rumänische vereinh. Rente 3,50 3.4 3,5 3,4 2V*% Anatolier ............ 24,75 24,75 24,90 24,65 yamvurg-Amerika-Paket ----- 0 10 9,75 10,25 10 Hain bürg-Südam. Dampfschiff 0 — — 24 23,5 Hansa-Dampfschiff......... 0 — — 17 16,5 Norddeutscher Lloyd ....... 0 10,75 10.75 10,75 10,75 A G. für Berkebrswesen Akt. 0 58.5 58 58 58.25 Berliner Handelsgesellschaft .. 4 86 85,5 85.5 85 Eommerz- und Privat-Bank . 0 46.75 46 46.75 46 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 0 52,5 51 52,5 51 Dresdner Bank.............. 0 58 57,5 58 57,5 Reichsbank ............... 12 165 164,5 165,25 164 A.E.G..................... 0 23,25 23,25 23,4 23,25 Bekula .................... 0 118,5 118 118,5 118,25 Elektr. LiesentngSgesellfchast .. 6 92,5 89 90,25 88,5 Licht und Kraft 6 '00,5 101 100,5 101 Felten & Guilleaume O 49,5 48 50.75 40,25 Gelellsch.k.Elektr. Unternehmung 5 84,5 85,5 85 84,75 Rheimsche (Slctrttiität ....... 6 — 90.75 — 91 Schuckert SEv. ........... 6 98 97,5 99 97.75 Siemens & Halske............ 7 138 140 138.25 140 Lahmeyer & (So............. 10 113 — 110 110,25 Buderus ................... 0 71,75 71,5 71,5 70,75 Deutsche Crbdl .............. 4 '04 5 102 102 101,75 Gelsenkirchener ............. O 56 55,75 56,75 56 Harpener ............... O 85 83,4 84.75 83 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 — - 62,5 62,5 Ilse Bergbau ......... 6 i32.5 132,75 134 133 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 184 104 i03.75 104,25 Klochierwerke ............. O 57,75 57,25 57,75 57,25 Manticsmann-Röbren........ O 60,25 60 60 60,25 Hcamiur a. Dl äeriit. Schluß« turS Gchlubl. Abend- börf' Schluß» turs Smlußk Mittag» bSrse Dalum 4.12- 5.12. 4-12. 5-12. Mansfelder Bergbau .. ...... 0 25.5 25 25.65 24.75 ft’oftMDcrf? ... ....... 0 _ — 82.75 82,75 Phonir Bergbau .... ....... 0 43 43,65 43.9 43,25 Rheinische Braunkohlen ..... 10 190 190,5 189,75 192 Rbeinstabl ....... 0 82,65 84,5 82 25 84.4 Bereinigte Stahlwerke. ....... 0 37,25 37,25 37,75 37 Olavi Minen ....... 0 12 11 12 10,9 Kaliwerke Aschersleben. ....... 6 115-75 116 Kaliwerke Westeregeln . ....... 5 116 — 116,5 — Kaliwerke Salzdetfurth ..... IVt — — — — I. G. Farben-Indtistrte ....... 7 122,25 122,65 122,5 123 Scheideonstalt........ .......9 179 178 — — $olbfrfimtbt ........ .......0 47.5 46.5 47,25 46,75 flhiföPTÄmprfp _______ n 51.25 51,25 51,13 51.25 Melallgelellschast____...___... 0 62,5 61.5 62,5 61,5 »Rhfltnn Anltmnnn __________fl 67 65,25 67 65,65 Zementwerk Heidelberg ......0 80,5 80 Zementwerk Karlstadt.. ......0 - Schultheis Poyenhoser ...... 0 — — 90 90,75 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O 37,75 38,25 36,5 38,5 Bemberg ...... 0 44.13 43 43,25 42 Zellstoff Waldhof ..... ...... 0 47 47,75 47,25 47,25 Zellstoff Aschaffenburg ......0 37 34,5 37,75 34,25 Dessauer Gas .... ....... 7 —— — 109 108,25 Daimler Motoren .... ...... O 31,5 32 25 32,25 32,4 Deutsche Linoleum .... ...... 0 42.13 42 42,75 42 f'rpnffpin & fl opp?! ., _ 0 30 30 Leonhard Tietz .... ...... 0 13.75 13 13,7s1 13,5 Zhave ..... ......10 135.5 133,5 135 134 Äcrumulatoren.gabrik. ...... 0 177 172,5 Lonti-Gummt........ ...... 0 142.75 140 143 140,13 Grtyner............. ......0 - 19,5 20 19,5 Moinkcastwerke Höchst a,M,... 4 69,5 - Süddeutscher Zucker .. 177,5 175 178 175,5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a ZH 4-Oezembet 5-Dezember Amtliche Notierung Amtliche Notierung »f|h 8ne Geld 3rit Helstngfor».. 6,129 6,14 6.104 6,116 Wien ...... 48.05 48,18 48,05 48.15 Prag ...... 12.41 12,43 12,425 12.445 Budapest ... — — Sona ...... 3,047 3,053 3.047 3.053 Holland .... 168.78 169,12 168.78 169.12 Oslo ..... 69,68 69.82 69.38 69.52 Kopenhagen. 61 .84 61.9! 61 64 61.76 Stockholm 71.43 71.5" 71 .18 71.32 London .. . 13,86 13,90 13,795 13.835 Buenos Aires 0,863 0.867 0,863 0,867 Neuoork.... 2,692 2.698 2.707 2,713 Brussel..... 58.24 58,36 58.27 58.39 Italien ..... 22,09 22,K 22,09 22,13 Paris ...... 16.40 16.44 16,40 16.44 Schweiz .... 81,17 81,38 81,17 81.33 Spanien.... 34,29 34,35 34,29 34.35 Tanjtg..... 81,57 81,73 81,52 81,68 .lapan ..... 0.824 0.826 0,828 0,830 Rio de Ian. . 0.229 0,231 0,229 o,2n Jugoslawien. LissaLou.... 5,295 5,305 5.295 5,305 12.62 12.64 12,57 12,59 Banknoten Berlin, 5.Dez mber (Selb Ariel Amerikanische Noten....... 2.66 2.68 Belgische Noten ......... 58,11 58.35 Dänische Noten ......... 61,38 61.62 Englische Noten .......... 3,755 13.815 ssränzösische Noten........ 16.36 16.42 68.36 169.04 Italienische Noten ....... ...... 21.97 22.05 Norwegische Noten ...... 69,21 69.49 Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schilling Rumänische Noten ....... — — Schwedische Noten........ 71,01 71,29 Schweizer Noten.......... 80.99 81,31 Spanische Noten.......... 34,15 34,29 Ungarische Note» ..... ... Deutsche Weihnacht- deutsche Gaben Don Oberregierungsraf Eckard, Potsdam. Ganz Deutschland steht jetzt unter dem Zeichen der Winterhilfe. Zäher Will« und vorbildliche Organisation haben in kurzer Zett ein Hilfswerk ins Leden gerufen, das schon jetzt die Bewunderung des Auslandes erregt. Das durch die oerslossenen Parteikämpse fast erstickte Gefühl der deutschen Bolksgemeinschast ist durch den Nationalsozialismus wieder geweckt und hat in den wenigen Monaten feit Uebernahme der Macht durch die nationalsozialistische Regierung schon bewirkt, daß von allen Volksgenossen, die noch etwa» opfern können, die Spende als etwas ganz Selbstverständliches geleistet roirb. Die Winterhme kann aber nur die dringendste Rot lindern: zur Hebung allgemeiner Wirtschaft»- not genügt si« nicht. Hierzu sind andere Maßnahmen erforderlich, zu denen die Reichsregierung auch sofort gegriffen Kat. Die erst im Anfang stehende Durchführung des Arbeitsbeschaffungsprogramms hat schon staunenswerte Erfolge zu verzeichnen. Doch Dürfen wir die Arbeitsbeschaffung der Regie- runp nicht allein überlassen. Neuerung und Volk gehören auch hier zusammen. Relchswirtschaftsminister Schmitt hat Ende Oktober in der Eröffnungssitzung des Werberats der deutschen Wirtschaft ausdrücklich auf den Wert der Werbung für deutsche Erzeugnisse hingewiesen und betont, daß sie dazu diene, an dem großen Ziel der Arbeitsbeschaffung mitzuwirken. Der „volkswirtschaftliche Aufklärungsdienst" hat sich als die zentrale Stelle der Gemeinschaftswerbung für deutsche Waren bereits seit mehreren Iah. ren die Förderung des Absatzes deutscher Erzeugnisse zur Aufgabe gemacht und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln eine dahingehende Er- ziehungsarbeit am deutschen Volke betrieben. Er wurde hierbei nach anfänglichen Widerständen in zunehmendem Maße von Der deutschen Wirtschaft unterstützt. Auch bei der Berbraucherschaft ist diese Aufklärung mit der Zeit immer mehr auf Verständnis gestoßen. Die großen Hausfrauenoerbände ha- ben sich von Anfang an mit besonderem Eifer und Erfolg in den Dienst dieser Werbung gestellt. Der „volkswirtschaftliche Aufklärungsdienst" hat sich bei seiner Arbeit stets von der Uederzeugung leiten lassen, daß eine loyale Werbung für das deutsche Erzeugnis auf dem Binnenmarkt die deut- sche Ausfuhr gar nicht schädigen kann, daß sie viel- mehr die notwendige Ergänzung der Ausfuhrförderung darstellt, zumal bei allen Völkern, mit denen Deutschland in Handelsbeziehungen steht, eine ähnliche Werbung m nachdrücklicher Weise betrieben roirb. Diese Werbung des Auslarrdes wird sogar vielfach mit Staatsmitteln unterstützt. Da amt- liche Mittel in Deutschland hierfür fehlen, ist die Werbung in erhöhtem Maße auf die freiwillige Hilfe aller Bevölkerungsschichten angewiesen. Das bevorstehende Weihnachtsfest bietet allen Volksgenossen die Möglichkeit, an dem Aufbauwerk der Regierung mitzuhelfen. Bei der Wahl von Weihnächte gaben muß jeder Deutsche in erster Linie an die Erzeugnisse seiner deutschen Hei- mat denken und sich vornehmen, seinen Weihnachtsbedarf hiermit zu decken, um dadurch deutschen Arbeitern und Arbeitgebern Arbeit und Brot zu ver- schaffen. Um eine solche Einstellung unserer Volks- genossen zu fördern, hat der „Volkswirtschaftliche Aufklärungsdienst", Berlin SW 11, eine Weihnachtsmarke herausgebracht, die unter dem in roter Schrift gehaltenen Motto: „Deutsche Weihnacht — Deutsche ©ab en" auf dunkelblauem Sternenhimmel eine fliegende Glocke unter einem weißen Kometen zeigt. Die Marke ist geschmackvoll und roerberoirkend und soll auf Weihnachtsgeschenk- artifel deutscher Herkunft, auf Pakete, Briefe, Rech, nungen, während der Weihnachtsgeschäftszeit geklebt Anregung für Wechnachtsarbeiten. Von Ellen Thieme. Weihnachten rückt heran, das Fest, an dem ein feder, ob arm ober reich, teilhaben soll und sich erfreuen, das Fest, an dem sich die Menschengüte feinem Nächsten zuwendet und geben und schenken möchte. So sorgenvoll der jetzige Alltag ist, für die- s«s Fest sollen wir ein wenig vorausdenken. „Weih- nacht", das Symbol der Nächstenliebe — gütige Hände versuchen, jeder in seinem Kreise, Freude zu spenden. Für uns Frauen gilt e», rechtzeitig an die Arbeit zu gehen und mit den allergeringsten Mitteln in unseren Mußestunden unsere kleinen Freudebringer fertigAufteUen. Guter Wille, Nachdenken, Geschmack und fleißige Hände zaubern manchmal kleine Kunstwerke hervor — und wo der künstlerische Instinkt versagt, gibt e» Anleitungen und Ratschläge, denen wir folgen können. Da ist die alte Volkskunst, die Handweberei, die uns mit ihrer einfachen Technik die Möglichkeit zu vielen entzückenden Arbeiten gibt. Man braucht keinen Webstuhl zu haben, sondern man braucht nur einfad) seine Kettfäden zu spannen und das macht man so: Man schneidet sich aus Pappe zwei kleine Vierecke, die man in der Mitte mit 6 bis 12 kleinen Löchern, e nach Breite der Arbeit, versieht. Aus einer Netz- abrif ober einer Handlung für Fischereibedarf be- orgt man sich Rettgarn, das die Fischer für ihre Netze brauchen: die Stärke richtet sich nach dem betreffenden Material, mit dem man arbeiten will. Der Kettfaden muß stets in richtigem Verhältnis zu unserem Material, sei es Wolle, Seide, Garn oder Twist, stehen. Wir ziehen nun die Kettfäden in der Länge wie wir sie brauchen, durch die „ncbtnein- anberliegenben" Löcher der zwei vorgerichteten Pappen. dann knüpfen wir die eine Seite der Enden an, Fensterkreuz oder einen Wandnaael. Die anderen Enden ziehen wir durch unseren Gürtel und setzen uns so, daß die Rette firaff aejpannt ist. Wir ichie- den die eine Pappe an das eine Ende der ReitfdOen und die andere zu uns heran. Mit einer Strick- nabel nehmen wir Faden 1, 3. 5, 7, 9 hoch und schieben die Nadel zu der von uns entfernten Pappe: so haben wir da» Fach flebilbet und beginnen nun mit der Weberei. Wir fabeln In eine lange, starke Stopfnadel ober in eine sogenannte Schuster, nabel einen kurzen Rcttfabcn und stopfen durch die unten liegenden Fäden: zurück werfen wir die Na- bei einfach durch das gebildete Fach und haben so das erste Viereck gewebt. Wir ziehen etwa 6mal ben Kettfaden durch und schlagen ihn mit einer Aus dem Reiche der Krau. werden und so immer wieder jeden an feine pater« ländische Pflicht gegenüber der deutschen Wirtschaft mahnen. Auch im IBinfer an die frische Lust! „Schadet es meinem Kleinen nicht», wenn ich bei dem kalten Wetter das Rinberroagenoerbetf unten lasse?" fragte mich letzthin eine ängstliche junge Mutter. — Schaden? Im Gegenteil, nichts bekommt den Kindern bester als recht viel frische ßuft! Das verdeck, junge Mutter, das lasten wir hübsch unten und benutzen es nur bei einer Spazierfahrt im Regen oder besonders scharfem Wind. Ist die frische Luft doch unsere stärkste Waffe im Kampf gegen Husten und Schnupfen und all die anderen Plagen, Die die Winterszeit mit sich bringt. Bei jedem Wetter sollten unsere Kinder ins Freie, natürlich in geeigneter Kleidung: derben Schuhen, roaffer- dichkem Mantel und Gamaschen. Die Stunden zwischen 10 und 15 Uhr sind in der kalten Jahreszeit von November bis März zum Spaziergang am geeignetsten: wer kann, der richte sich mit seinen häuslichen Obliegenheiten danach ein. Feuchtes, trübes Wetter und leichter Rieselregen dürfen für den täglichen Ausgang kein Hindernis fein. Baby aber stellen wir warm eingepackt im Seltnen oder im Wagen ans offene Fenster. Auch für unser Baby ist es das denkbar Beste, wenn es sich im durchlüfteten Zimmer, mit feinen Gamaschenhofen bekleidet, auf einer Wolldecke warm strampeln kann. Wer kann, der wähle ein Südzlmmer als Wohn- oder Kinderstube. Wer aber so ungünstig wohnt, daß es beim Fensteröffnen gleich eisig zieht, der sollte wenigstens bei Nacht eine halbe Scheibe offen halten ober einen Ventilator anbringen lasten. Frische Luft schabet nie, auch nachts nicht. Ja, sie ist sogar gerade bann befonbers nötig, wenn man bebentt, wie kurz die Tage im Winter find, und wie beschränkt bie Zeit, die wir im Freien Gerbungen können. Zweckmäßig ist e», bem Kleinen nachts eine umhüllte Gummiwärmflasche und eine zweite Decke in den Korb zu geben. Dasselbe gilt auch für Spaziergänge an kalten Tagen mit rauhem Nordost. Ich bin durchaus nicht der Ansicht, baß man bie Kinder im Freien lasten müßte, bis sie eine rote Nase und beinahe blaugefrorene Hände und Füße haben! Aber bas Baby, Das richtig ernährt, richtig gekleidet und beim Ausgang warm eingepackt wird, das kommt von feiner täglichen Spazierfahrt so warm wie frischgcbackene» Brot zurück. L St Honigkuchen und Pfeffernüsse. Gute erprobte Rezepte für hie Weihnachtsbäckerei. Don Frau Frida A.sch, Sad-Nauheim. Großer, einfacher Honigkuchen, l'/r Pfund Mehl vermischt man mit ’/» Teelöffel gestoßenem Kardamom, 1 Eßlöffel Zimt, 2 fein- geschnittenen, am lag vorher eingeweichten Pome- ranzenschalen, '/« Pfund ausgefteinter, Nein wie Korinthen geschnittener Backpflaumen, */< Pfund Zucker, ’/« Pfund heißem Honig, in dem man y* Pfund Sirup und 1 Eßlöffel Butter oder Schmalz aufgelöst hat, einer Prise Salz und 2 Backpulvern. Das wird alles gut durchgeknetet Ist das Mehl sehr ausgiebig, kann bis 1 Tasse Wasser zugesetzt werden, aber mit Vorsicht. Alles wird fingerdick auf das eingefettete Blech gestrichen und braun geholfen. Kurz vor dem Herausziehen, wenn der Kuchen schon gar ist, wird er rasch mit warmem Wasser bestrichen und noch ein paar Minuten in den Ofen geschoben, daß er schön blank wird. Dicker Pfefferkuchen. (Etwas aus Ur- großmutters Erbschaft.) A Stof Honig, % Pfund Muschkebad, VA Stof Mehl, VA Eigelb, 1 Glos Rum, % Pfund süße Mandeln, für 1 Silbergroschen Kardamom, ebenso Zimmet, Ve Frucht Orangead, V# Psung Citronat, für fünf Pfennig Pottasche, auch andere beliebige Gewürze. Mehl, Gewürze, Pottasche werden trocken zusammengerührt mit dem Honig, der mit einem Löffel Gänseschmalz oder Butter und der Muschkebad erhitzt ist, übergossen. Dann bas Eigelb hin- Augefügt und die Kasserolle mit bem Rum ausge- spült. (1 Stof ist ein Liter, Muschkebad ist brauner Zucker, statt Pottasche kann man 2 Backpulver nehmen.) Davon wird ein großes Blech Kleine Honigkuchen. Ein Rezept, das 300 Jahre in der Familie als Geheimnis bewahrt wurde, von fliehenden Protestanten aus Belgien mitaebracht. Im Lauf der Zeit wurde es den wirtschaftlichen Verhältnissen angepaßt. 3 Pfund Mehl, IVi Pfund Honig, IVi Pfund Zucker, Vz Pfund bittere Mandeln oder abgezogene Pflaumenkerne, 8 Gramm Zimt, 2 Gramm Kardamom, 8 Gramm ?estoßene Nelken, etwas abgeriebene Zitronenschale, 5 Gramm Pottasche, 8 Gramm Hirschhornsalz. Der Honig wird mit dem Zucker erhitzt. Das Mehl wird mit den Gewürzen trocken vermengt, Honig und Zucker darüber gebrüht und alles gut durchgeknetet. Die Pottasche wird mit etwas Rosenwasser aufgelöst, bas Hirschhornsalz kommt ebenfalls in den Teig und alles roirb so lang geknetet, bis der Teig gleichmäßig gefärbt ist. Dann roirb er A Zentimeter dick ausgerollt, runde Plätzchen, Figuren und Brezeln davon gemacht und bei mäßiger Hitze auf gefettetem ober gewachstem Blech braun gebacken. Am besten eignet sich hierzu ber scharf schmeckende Heidehonig. Jedes Plätzchen bekommt eine halbe Mandel aufgeklebt. Der Teig muß so lang warm stehen, bis er fertig ausgerollt ist, sonst ist er so steif, daß er nur mit schwerer Arbeit zu rollen ist. Die fertig geformten Kuchen können einen ober mehrere Tage stehen, ehe sie In den Ofen kommen. Gewürzzwieback. IN Pfund Mehl, N Pfund Zucker, % Pfund heller Frühjahrshonla^ K Pfund Kunsthonig, 3 ganze Eier, '/» Pfund Butter oder Margarine, 15 Gramm Zimt, 4 Gramm Kardamom, 4 Gramm Muskatblute knetet man zu leib- lief) festem Teig zusammen, den man eßlöffelweise zu Röllchen formt und auf bem mit Wachs bestrichenen Blech bäckt. Da nicht alles Mehl egal ist, muß man erst proben, ob der Teig auch hält unb nicht klebt. Wer keine Eier hat, kann statt dessen für alle drei ein Backpulver nehmen Weihnachtssterne. 2 Pfund Mehl, 2 Pfund weißer Honig: Linde, Akazie, Raps, Klee ufro., 1H Teelöffel Zimt, VA Teelöffel in Wasser aufgelöste Pottasche, 1 Teelöffel Nelken, 1 Teelöffel Hirsch- homsalz, 1 Teelöffel Kardamom. Alles gut durch- einanberfneten, halb fingerdick ausrollen, Sterne davon ausstechen, diese mit Eiweiß, Fett ober Milch bestreichen, vergiß nicht, in der Mitte ein Loch zum Anhängen an den Baum auszustechen. Noch warm, werden sie mit Zuckerguß versehen. (Eine Tasse Himbeer- ober Johannisbeersaft wird mit 2 bis 3 Eßlöffel Zucker gekocht, bis er ganz dick vom Löffel fällt. Damit die Sternchen bestrichen und im Ofen nachgetrocknet. Bittre Mandeln lassen sich im Honigkuchen gut ersetzen, indem man Haferflocken mL bitterem Mandelöl beträufelt. Auch geriebene Nüsse paffen. Pomeranzenplätzchen. 200 Gramm feines Weizenmehl, 200 Gramm Zucker, M Pfund dunkler Waldhonig, 1 Ei, 2 Eßlöffel Milch werden eine Viertelstunde gerührt, bann werben 50 Gramm fein Gabel fest zu uns heran. Man webt immer von unten nach oben, niemals umgekehrt. Diese Kettfäden geben der Arbeit ben Halt. Beim Durchziehen bes gebens müssen wir den Faden festhatten, damit sich die Schlinge am Rande ganz glatt legt. Nun beginnen wir mit dem Material, welches wir gc- wählt haben und können in dieser primitiven Art ganz entzückende Gürtel, Krawatten, Borte für Blusen und Kinderkleibchen weben, die fast nichts kosten und immer Freude bereiten. Etwas mehr Technik erfordert ber einfache kleine Rahmen, ber aber einer geschickten Hand auch keinerlei große Schwierigkeiten oletet. Wir machen uns ben Rahmen aus 4 Schmalleisten selbst. An der oberen unb unteren Seite bes Vierecks werben kleine Blauknöpfe eingeschlagen, blcht nebeneinander, je nach der Breite ber Arbeit. Nun knotet man den Kettfaden an dem ersten Blauknopf, hält ben gaben ganz straff unb leitet ihn zum gegenüberliegenden Nagel, schlingt Ihn herum kommt wieder zurück Sum nächsten und so fort, so breit man die Arbeit oben will. Um den letzten Blauknoof roirb der faden mehrere Male herumgewickelt, Damit er sich nicht löst. Die Rette muß ganz straff gespannt fein, die beste Probe Ist, wenn man mit einer langen Nadel herüberfährt und die Rette dann „singt". Nun legen wir den Rahmen vor uns auf den Tisch, schneiden uns In Breite der Rette einen etwa 4 Zentimeter breiten Pappstreifen unb schieben ihn noch unten in das. wie vorher erklärt, von einer langen Stricknadel gebildete Fach. Also die Nadel roirb oben hinaus ans Ende geschoben unb ber Pappstreisen zu uns heran. Jetzt beginnen mir mit bem cingefäbdten Rettfabcn oberhalb bes Pappstrei- fens zu stopfen, bas zweite Mal werfen wir den Faden durch bas gebildete Fach, und schlagen die Kettfäden fest an den Streifen heran. Nun beginnen wir wieder unsere Webarbeit, entweder nach eigener Erfindung oder nach Vorlage, die wir überall in altem Damast, feinen hanb- fieroebten Tüchern, Riffen unb Decken finden. Eine ehr gute, fein abschattierte Farbenzusammenstelli ng erfordert guten Geschmack: so können wir auf diese einfache Art die reizvollsten Artikel machen, z. B Handtaschen in jeder Art, in Wolle, Selbe, — »ür bie Straße unb bas Theater, zum Rleibe pa'fcnb, für bie Handarbeit, für bie Serviette, für die Schlüssel, für» Opernglas unb als Brieftasche. Auch kleine Deckchen und Kissen webt man so auf diese Art. Ist man fertig, zieht man oberhalb ber Arbeit noch einige Kettfäden al» Schluß unb schlägt diese fest Dann schneidet man bie Kettfäden oben und unten ab unb kann nun das kleine gewebte Stück verarbeiten Diese primitive Weberei macht unendfiche Freude, well sie uns Gelegenheit zu eigenem künstlerischen Entwurf bietet und man sich aus dem Ursprung des einfachen Fadens eine wirklich kunstvolle Arbeit schaffen kann, bie nur unsere fleißige Hanb und ganz wenig Kosten erfordert. Ich habe an mir selbst erprobt, daß in ber Unruhe unb ber Hetze bes heutigen Alltags diese leichte Weberei uns wie keine anbere unserer Handarbeiten die innere Harmonie schafft. Der gleichmäßige Rhythmus ber einfachen Weberei löst Freube aus und prägt sich ben kleinen Arbeiten ein; und Freude bereiten und Freude verbreiten, das ist der Sinn dieser kleinen Weihnachtsgaben. Kleine Kniffe für den W nterhanshali Es ist kein Zweifel: Der Winterhaushalt stellt an die Kräfte ber Hausfrau noch höhere Forderungen. Da ber größte Teil des Familienlebens sich innerhalb ber vier Wände abspielt, ist bie geplante Leiterin ber Wirtschaft weit mehr beansorumt, unb so kann sie sich bas Leben unb Arbeiten durcy einige Kniffe erleichtern. • Die Wohnräume sollen warm unb bennod) gut gelüftet sein. Also roirb bas Lüften schnell unb vorschriflsmaßja beforgt, wenn man bie Fen- fier in ber Mittagsstunde fünf Minuten weit auf- macht, in sämtlichen Wohnräumen gleichzeitig, bie frische Luft einftromen läßt unb sie bann alle wieder nacheinander schließt. Die Neuerwärmung geht schnell vor sich, da ber Sauerstoff ber Luft viel dazu beiträgt. Das Heizen ber Defen macht weniger Mühe, wenn man am Abend vorher zwei in Zei- tungspapier eingeroidelte Briketts auf bie Glut legt, am anberen Tage zerkleinertes Brennmaterial darauf — unb für da» Vorhandensein von Kienholz Sorge trägt. Kalte Fußboden lassen sich in warme ver- wandeln, sofern mehrere Schichten von Zeitung»- papier unter Teppiche und Läufer gelegt werden. Auch das Reinigen de» Fußbodenbelag, geht bann schneller, ba ber Staub durch den Teppich oder Läufer auf bas Papier fällt und damit ausgeschüttet werden kann. Raucherfüllte Luft ist leicht au beseitigen, wenn in bem Zimmer, in dem ber Herr Äemahl seine Zigarre ober Zigarette raucht, eine breite Schüssel mit kaltem Wasser auf gestellt roirb. Da» Wasser zieht die Rauchpartikelchen an und macht die Luft wieder tlar. e geschnittene» Zitronat, 50 Gramm am Tag vorher eingeroeidjte Pomeranzenschale, die fein gehackt roirb, und 1 Backpulver hinzugefügt. Der Teig muß so fest fein, daß er sich gut ausrollen läßt, aber nicht so leberartig, wie bei den Sorten mit erwärmtem Honig. Davon werden runde Plätzchen gebacken. Großmutters Pfeffernüsse. Sie wurden in ben Weihnachlsfenen als Spielmarken in ber Familie gebraucht. Selbst die Allerkleinftcn helfen bie Nüßchen rollen, wenn sie auch babei ein bißchen „schwarz" werben, bas macht nichts! 1 Pfund Honig mit 1 Pfund Zucker wird heiß über einen gehäuften Liter Roggen mehl gebrüht, für zehn Pfennig gehackte Pomor anzenschal» die eingeweicht war, von einer Zitrone Die gehackte Schale dazugefügt unb wenn ber T»z nur noch lauwarm ist, kommen 10 Gramm in Rum aufgelöste Pottasche dazu. Hiervon haselnußgroße Kugeln backen. Marzipan gehört $u den am leichtesten herstellbaren Weihnachtsgebacken. Es ist nämlich Rohkost unb bebarf keiner Feuerung. Die Masse besteht aus Manbeln unb Zucker. Ein Pfund süße unb etwa sechs bittere Mandeln werden gebrüht unb bann an ber Lust getrocknet. Man läßt sie burA bie Mandelreibe gehen unb streicht sie lobann durch ein Sieb. Kleine feste Stücke werden herausgenommen und nochmals gerieben. Auf einem sauberen Holzbrett roirb nach unb nach ein Pfund Puderzucker unter bie Manbelmasse geknetet. Um bie Verbindungskraft zu vergrößern, roirb ein Schuß Rosenwasser hinzugegeben. Die Masse muß sich schließlich zu einem weichen Ballen formen lassen. Damit sie saftig bleibt, wickelt man sie in Perna- mentpapier, worüber Stanniol geschlagen roirb Anstatt bes Rosenroassers kann auch Orangenblüten- wasser verwenbet werden, — Die gebräuchlichsten Formen, bie man bem aus Marzipan bergeftdtten -Weihnachtsgebäck gibt, sind Stangen, Brezel, Droffc dzw. Wecken in winzigem Ausmaß, ferner Kartoffeln, Zigarren, Würste ufro., die sich besonder» für den „bunten Teller" eignen. Erstlinasausstattunq Eine Erstlingsausstattung sollte folgende Ding» enthalten: Hemdchen nut kurzen Aermeln aus feinen waschbaren Geweben Binbeoerschluh. Jäckchen mit langen Aermeln, am besten aus weicher Wolle, gestrickt, weiß. Windeln, Unterlegedecken, Umschläge» tücher, au» weichen Stoffen Sttampelhöschen (roenn es sechs, acht Wochen alt Ift) mit langen Beinen und Füßlingen. Man kann sie unter das Jäckchen ziehen. Auch angcarbeitete Strampelhöschen gibt es, die sind aber etwas schwerer anzuAiehen. Taufund Tragkleidchen sind lang, Material ist gestickter Batist. In der falten Jahreszeit auch aus weißem Flanell. Sie werden über das Jäckchen gezogen unb sind rückseitig zum Binden. Zuerst trägt bas Rinb gestrickte Schuhe, halbhoch, mit Bindever- schluß. Welche wollene Söckchen. Die Wickelkommode bekommt einen seinen Bezug aus Batist. Er sollte aus einem Stoff sein, ber sich gut waschen läßt. Das Kinderbettchen roirb innen bespannt Am besten eignet sich ein praktischer Waschstoff, möglichst ohne jebe Garnitur. Die Decke *ür ben Rinberroagen soll leicht unb warm sein. Dabei nicht zu groß. Damit man sie gut hanbhaben kann. Das Lauf- unb Kriechkleibchen ist fun. Blaue, rosa unb weiße Rleiber sinb aus hygienischen Gründen erforderlich, damit viel Licht an den kindlichen Rörper kommt. Au» gesundheitlichen Gründen sind Lätzchen aus abwaschbarem Material empfehlens- wert. Je weniger garniert unb verziert bie Rinber- sachen sinb, umso besser. Gewiß will jede junge Mutter ihr Rinb nett sehen, aber bas läßt sich mit farblichen, Hellen Stoffen erreichen. Gestickte, geputzte Rleiber unb Wäschestücke sinb abzulehnen, weil bie Erstllngssachen immer rofeber gewaschen unb gekocht werben müssen. Schü. Weiße Wo 11 sachen, Mützchen, Hüte, weiße Pelzbesätze werben wie neu, roenn sie mit weißcin Gips abgerieben werden Sämtliche Flecke unb Unreinigkeiten verschwinden, auch die weiße Tönung kehrt wieder. • Kohlarten bilden ba» Hauptgemüse, doch brauchen sie lange Zeit, um endlich weich zu werden. Man fügt dem Rochzut eine Messerspitze Natron bei, und hat die Freude, ba» Gemüse in verhältnismäßig kurzer Zeit vom Feuer nehmen zu können. Auch roirb die Bekömmlichkeit De» Gemüse» dadurch gefördert Fleisch von alten Tieren, allem Geflügel roirb schnell gar, wenn man es am Abenb vorher in eine Mischung von Wasser unb Essig legt Am anberen Morgen herausgenommen, gut ab getropft unb abgetrocknet, ergibt es einen saftigen Braten, ber zudem recht pikant schmeckt. Man behält ein Eigelb übrig und möchte e» nicht eintrocknen lassen, was in ber geheizten Küche schneller geschieht. Legen wir ba» Eigelb in eine Tasse mit kaltem Wasser, unb wir können e» sogar zwei Tage verwahren. Mäntel unb Jacken sollen täglich gereinigt werden, weil man sie ja täglich anzieht. Um sich Das lästige Bürsten zu sparen, baß bie Reinigung doch nicht so gut unb gründlich besorgt, nehme man einen Knäuel schwarze Gaze unb feuchte sie ein roenla an. Mit bieser Gaze streicht man über bie Außenfläche ber Kleidungsstücke unb nimmt Damit jeglichen Staub ab. Auch Flecke verschwinden. Fensterputzenln der kalten Jahreszeit ist schwieria Doch bei richtiger Arbeitsverrichtung mach! es sich sehr gut Zu bem Zweck roirb bas Fenster täglich mit einem zusammen geballten Knäuel 3eitungspapier abgewischt, ebenso bie äußeren Rahmen. Dadurch erspart die Hausfrau viel Mühe, weil bie Fenster kaum schmutzig werben. Kommt der Tag Des großen Fensterputzes herbei, so vermische man bas Putzwasser mit zwei Teilen Spiritus unb reibe bie Fenster Dann schnell mit darin benetztem Zeitungspapier ab, bevor sie mit dem Leder geputzt werben. Damit bie Wäsche auf dem Trockenboden nicht gefriert, setze man bem letzten Spülwasser einen Schutz Essig bei. Ist sie dennoch ein wenig hart geworden, lasse man sie am warmen Ofen leicht gerollt liegen, um Da» Reitze« beim Bügeln tu verhindern. Schü. Oberheffen Landkreis Gietzcn * Alten - Buseck, 5. Dez. Der Händler Theo- vor Lepper wurde zum Rechner unserer Gemeinde bejtellt und verpflichtet. $ Alten-Bujeck, 4. Dez. Am Sonntagnoch- mittag hielt der hiesige Spar - und Vorschuß- verein seine Herbstoersammlung in der Wirtschaft von Kaspar Rau Wwe ab. Der Vorsitzende des Aussichtsrates. L. Einhäuser, eröffnete die Versammlung und gedachte der verstorbenen Mitglieder Ferdinand Schwalb. Wilh. Runter und Ernst Vogel, deren Andenken durch Erheben von den Sitzen geehrt wurde. Beim Bericht über das verflossene Jahr wies Direktor Schwalb darauf hin. wie die hohen Zinssätze eine Verschuldung der meisten Betriebe mit sich gebracht und eine enorme Abhebung der Spareinlagen zur Folge gehabt hätten. Obwohl diese Begleiterschei- nungen auch aus das hiesige Institut nachteilig ein- gewirkt hätten, habe man von Darlehenskündigungen Abstand nehmen und den Geschäftsverkehr wie im vorigen Jahr aufrechterhalten können. Die Rubrik Umsatz weist bis zum 1. Dezember 229 156 Mark auf. die Rubrik Kasse im Soll 30 648 Mark, im Haben 40 095 Mark. Bankoerkehr im Soll 38 064 Mark, im Haben 26 803 Mark. Laufende Rechnung Soll 67 559 Mark, Haben 20 725 Mark. Die Spareinlagen betrugen 83 792 Mark, eigenes Kapital 18 000 Mark. Die Spareinlagen müßten für die Artgemäßheit der christlichen Religion ist. -öon Den Schulkindern wurden passende Gedichte, die Begebenheiten aus Luthers Leben schilderten und Sendung und Vermächtnis des Reiormators an das deutsche Volk veranschaulichten, sehr schon Dor getragen. Den Abschluß der wohlgelungenen Feier bildeten zahlreiche Lichtbllder, die eine wertvolle Ergänzung des Vortrages waren und Luthers reformatorischen Kampf zur Darstellung brachten. Weickartshain. 5. Dez. Am Samstagabend fand in der Hock'fchen Wirtschaft eine von dem landwirtschaftlichen Fachberater B i n g m a n n geleitete Versammlung statt, in der Rechtsanwalt i n ö • (Brünberg in 2l/sftünbiger Rede über das Reichserbhofgesetz sprach und alle Vorteile und Ziele dieses Gesetzes im Einzelnen auheigte. Mit einem dreifachen Sieg-Heil! auf den Führer und den Reichsernöhrungsminister wurde die Ver- sammlung geschlossen. — Boi der gestern durchgeführten Haussammlung fürdasEintopf- ge richt wurden 42.60 Mark aufgebracht. U Ronnenroth. 4. Dez. (Verspätet einge- gangen!) Auch in unserer Gemeinde wurde am Totensonntag der Toten in würdiger Weise gedacht. Vor dem Hauptgottesdienst am Vormittag marschierten die hiesige SA. und der Kriegeroere'n geschlossen auf den Friedhof zum Ehrenhain, der zur Ruhestätte aller am Weltkriege teilhabenden Söhne unserer Gemeinde einst werden soll. Hier legte der Vorsitzende des Kriegervereins. Zimmer- meister Karl Rinker, am Fuße des Ehrenmals einen Kranz nieder. Die beiden Formationen nahmen geschlossen am Gottesdienst teil. Die eindrucksvolle Predigt des Geistlichen und die Mitwirkung des Gesangvereins vermittelten eine Totengedenk- ftimmung von starker Eindringlichkeit. Nachmittags war die Gemeinde zu einer liturgischen T o - tengedenkfeier eingeladen worden. Die Kirche war bis zum letzten Platz gefüllt. Ernste Mahnworte aus dem Alten und Neuen Bunde an Tod und Vergänglichkeit sprachen zu den Herzen der Hörer. Die kirchliche Nachfeier erhielt ihre besondere Note dadurch, daß Frau Irmgard Heermann und ihre beiden Schülerinnen. Frl. Lenz und Frl. Kellner aus Gießen, der andächtig lauschenden Gemeinde eine Feierstunde seltener Art bereiteten. Die Gemeinde dankt es den drei Künstlerinnen herzlich, daß sie erhabene Kunst in ihr stilles Dörfchen trugen Kreis Büviugeu. * Ortenberg, 5. Dez. Am Samstag ereignete sich hier ein schwerer Unfall, dem leider ein alter Mann zum Opfer fiel. Der im Ruhestand lebende Postschaffner Gg. K. Pfeiffer wurde, als er mit einem kleinen Handwagen aus feinem ©arten kam, in der Kastanienallee von einem Personenkraftwagen aus Frankfurt a. M. angefahren und so heftig zu Boden geschleudert, daß er bewußtlos liegen blieb. Der bedauernswerte Mann, der anscheinend innere Verletzungen erlitten hatte, verstarb am Sonntagoormittag, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Der Verunglückte stand im Alter von 84 Jahren. Kreis Lauterbach WSN. Lauterbach, 5. Dez. Ostern vormittag ist der Holzhauer Hch. Fuchs aus dem benachbarten Kreisort Angersbach bei der Arbeit in den Waldungen bei Rudlos tödlich verunglückt. Ein stürzender Baum fiel auf einen anderen Saum, wurde dadurch aus der Fallrichtung gebracht und traf Fuchs, der in der Nähe mit Daumfchälen be- schäftigt war. Der Bedauernswerte wurde in schwerverletztem Zustande dem Lauterbacher Krankenhaus zugeführt, wo er bald nach feiner Einlieferung starb. Er hinterläßt Frau und zwei Kinder. tarier als bisher dem hiesigen Geldinstitut zuge- ührt werden, wenn bas Wirtschaftsleben innerhalb »er Gemeinde nicht noch mehr darunter leiden olle. Auch die Schulsparkaffe dürfte trotz der wirt- chaftlichen Not eine bessere Beteiligung aufweisen. Der Ortsgruppen-ZeNenleiter der NSDAP, erkannte die einwandfreie Geschäftsführung an und erklärte, faß Vorstand und Aufsichtsrat vorbildliche Aufbau- arbeit geleistet hätten. Auf feinen Vorschlag wurde wegen der bevorstehenden wirtschaftlichen Aufgaben ber Wirtschaftsberater Otto Kahl dem Aufsichts- rat noch anaegliedert. Dieser ging dann kurz auf einige wirtschaftliche Fragen, die in nächster Zeit das Institut beschäftigen würden, ein. Aufsichts- ratsmitglied W D ö p p erstattete darauf den Revifionsdericht, dem zu entnehmen war, daß die Geschäftsführung wie bisher in besten Händen liegt und der Stand der Kasse als günstig bezeichnet werden kann. Die Anträge auf Erhöhung und Festsetzung der Passivgrenze auf 200 000 Mark, sowie zum Beitritt zur Landesbauernkasse Rhein- Main-Neckar fanden einstimmige Aufnahme. Anschließend erläuterte Direktor Schwalb noch Einzelheiten über Steuergutscheine, Entschuldungs- verfahren und Aufwertungsgelder und schloß mit dem Appell, nach dem nationalsozialistischen Grundsatz: „Emer für alle und alle für einen" weiter mitzuhelfen und einem dreifachen Sieg-Heil auf Den Volkskanzler Adolf Hitler. Nach Verlesen des Protokolls wurde die Versammlung geschlossen. Lollar, 6. Dez. Gestern nachmittag stürzte der Landwirt Ludwig Seipp in der Scheune ab und blieb anfdjeinenb mit inneren Verletzungen liegen. Er wurde von der Freiwilligen Sanitätskolonne Gießen nach der Chirurgischen Klinik ge- bracht. Die Untersuchung des bedauernswerten Verunglückten ist noch nicht abgeschloffen. v Oppenrod, 4. Dez. Am Sonntag, 1. Advent, fand abends in der Kirche eine Lutherfeier statt, die recht gut besucht war. Im Mittelpunkt der Feier stand ein Vortrag von Pfarrer Müller- Großen-Buseck über das Thema: .Luther als Deutscher" In eingehenden Ausführungen zeigte der Vortragende, daß . in Luther Deutschtum und eoan- gelisches Christentum einen unauflöslichen Bund geschlossen haben, daß Luther die Kraft zu seiner echt deutschen Gesinnung aus feinem 'christlichen Glauben zufloß und daß Luther ber beste Beweis S.Jl.-'SvOTt doch, daß Butzbach sich schwer in ben eigenen Mauern Punkte nehmen läßt. Die .Teutonen" nehmen es beshalb recht ernst. Das erstemal feit langen Wochen können sie in stärkster Aufstellung antreten. Butzbach hat umge- stellt. Infolge bes eisigen Norbostwindes und des hartgefrorenen Bodens stellt bas Spiel riesige Anforderungen an die Spieler. Enffchloffener Wille zum Siege beseelt beide Mannfchasten. Butzbach, m der ersten Halste mit dem Winde spielend, kann sich gegen die sichere Hintermannschaft nicht durchsetzen. Recht oft tragen auch die „ieutonen" schöne An- §rifie vor, können jedoch trotz technischer lleberlegen- eit bis zur Pause nicht zu Erfolgen kommen. Nach der Pause werden die Gaste sichtlich überlegen. Rechtsaußen und Halbrechts schießen in der 12. und 18. Minute die beiden Treffer. Der starke Wind und das dadurch unberechenbare Zuspiel — nicht zuletzt auch die verstärkte Abwehr der Butzbacher — lassen es trotz drückender Ueberlegenheit zu weiteren Erfolgen nicht mehr kommen. Mit diesem Siege beenden die „Teutonen" die Vorrunde. Als junger Verein und Neuling in der Bezirksklasse hat sich die 1. Mannschaft der „Teutonen" gegen erfahrene und namhafte Gegner, einen aajt- baren Platz erkämpft. Trotz Zugehörigkeit zur SA. aller aktiven Sportler und den damit verbundenen Pflichten, wurden alle Spiele auf dem von vorgesetzter Sportbehörde angesetzten Termin ausgetragen. Durch eiserne Disziplin und Kameradschatts- geist gelang es so der 1. Mannschaft der „Teutonen" Den Anordnungen der Behörde als erste die Vorrunde zu beenden. Die 2. Mannschaft mußte in ber Mittagsstunde in Lollar zum Verbandsspiel antreten. Fahrgelegenheit war nicht mehr vorhanden. Also her das Fahrrad! Kein Mittagessen — härteste Kälte — und an- schließend Punktspiel. Das bedeutet eine ungeheure Anforderung! Wenn auch nicht alle — aber man fuhr und spielte. Diese Sportler verdienten größte Hochachtung. Sie verloren — nicht vollzählig 3:0. Die Jugend siegte im Verbandsspiel gegen Alten- Buseck 3:0. Auch hier kam durch die ungünstige Witterung ein schönes Spiel nicht auf. Sportverein 1920 Heuchelheim. Spo. 1920 I — wieseck I 7:1 (3:1). Das Spiel litt unter dem starken Wind und dem hart gefrorenen Boden. Die Gäste fanden fid) am Anfang des Spieles besser als die Einheimischen und konnten bereits in ben ersten zehn Minuten durch ein Mißverständnis der Heuchelheimer Verteidigung ihr einziges Tor erzielen. Kurze 3eit daraus glichen die Heuchelheimer aus und erzielten vor der Pause noch zwei weitere Tore. Die zweite Hälfte des Spieles stand ganz im Zeichen ber Einheimischen. Angriff auf Angriff wurde oor das Aus dem Gau XII des Deutschen Radfahrer Verbandes Der Deutsche Radfahreroerband hat am 1. Oktober alle bisherigen Verbände zusammengeschloffen, um den geeinten Radsport zu fördern, die Interessen aller deutschen Radfahrer zu vertreten und am Aufbau Deutschlands tatkräftig mitzuwirken. Darum ist es Pflicht eines jeden deutschen Radfahrers, Mitglied des Verbandes zu werden! Alle Radfahrerver- eine müssen Mitglied des Verbandes werden, da sie sonst der Auflösung verfallen Ein Verein muß mindestens 20 Mitglieder haben. Der Gau XII Nordhessen ruft alle Vereine auf, sich zwecks Aufnahme in den Verbund umgehend an den Gauführer zu wenden. Der Sitz des Gaues ist Raffel, er umfaßt die Bezirke Kassel- Fulda und Gießen Auch die Einzelfahrer, also Radfahrer, die keinem Verein angehören, wollen sich unmittelbar an den Gauführer wenden. Di'e Beiträge sind zum Teil wesentlich herabgesetzt, sind gestaffelt und ermöglichen es jedem Radsporttreibenden, dem Verband beizutreten. Wichtig ist für jeden Radsporttreibenden die gebotene Versicherung gegen Unfälle und eine Haftpflichtversicherung! Schriftliche Auskunft erteilt: Gau XII (Nordhessen) im Deutschen Radfahreroerband, August Eggert, Reichsbahn-Oberinspektor, Kassel (Reichsbahndirektion), Kölnische Straße. Die Führung im Bezirk Gießen. Zum Führer für den B e z i r k 2 G i e ß e n, (Gau XII Nordhessen) im DeutschenRadfahrer-Der- band (DRV.) wurde vom (Bauführer Eggert (Kassel) berufen und nunmehr vom Reichssportfüh. rer bestätigt: Karl Gtommel (Gießen). Die von ihm in den Bezirksführerring berufenen Mitarbeiter . urben gleichfalls wie folgt bestätigt: Geschäftsführer (und Verwaltung) Erwin Hauck (Gießen); Sportleiter August Deibel (Gießen), Leiter des Presse- und Propagandawesens Karl Türk (Friedberg) Fachwort für Straßen- soort Emil Heß (Gießen): Fachwort für Saalsport Willi Göbel (Wetzlar-Niedergirmes); Fachwort für Wandersport Georg Kehr (Gießen) Jugend-Fachwort Ernst Schneider (Alsfeld); Fachwort für Radfahrerwege Adam Kircher (Gießen). r ZSTeutonia" Watzenborn-Steinberg Vf« Butzbach (Liga) - WL „Teutonia" Watzenborn-Steinberg (Liga) 0-2 (0:0). Zum letzten verbandsspiel der Vorrunde traten die „Teutonen" in Butzbach an. Wohl zeigten sich die Gäste in den seitherigen Spielen ihren Gast- gebem stets überlegen. Auch mögen die Butzbacher am Ende der Tabelle stehen. Die Resultate auf eigenem Platze in den Derbandsspielen zeigen je» Diesecker Heiligtum getragen und in kurzen Sb» ständen konnten noch vier weitere Bälle oerwondett werden. Schiedsrichter Wallbott (Steinberg) war dem Komps ein gerechter Letter. Die zwette Mannschaft spielte in Wieseck 1:2. Fußball: Universität-1900. Die Fußballmannschaft der hiesigen Universität beabsichtigt auch in diesem Jahr an den Kreisspielen um die Südwestdeutsche Hockschulmeister- schaft teilzunehmen. Um die aus verschiedenen Vereinen stammenden Spieler zu einer Einheit zu- sammenzuschweißen, hat sich die Spielvereinigung 1900 Gießen zu einem Trainingsspiel am heutigen Mittwochnachmittag auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe zur Verfügung gestellt. Die Universität verfügt über zum Teil sehr gute Kräfte (erwähnt seien nur Schlarb, Roth, Winter usw.), so daß mit einem recht spannenden Spiel zu rechnen ist. 1900 wird mit einer kombinierten Mannschaft, die sich aus Vertretern der ersten und zweiten Elf zusammensetzt, den Studenten entgegentreten. Diese Elf ist recht spiefftark zusammengestellt und wird die Gäste zur Hergabe ihres ganzen Könnens zwingen. Man erwartet ein spannendes, faires Spiel, dessen Ausgong vollständig offen ist. 1900 läßt sich vertreten durch: Balser; K. Schneider, Lippert; Langsdorf, Heilmann, Schomber; Enders, Wilhelmi, Brornm, Jäger, Kraft. Handball im Gau XII der OT Gießener Turnerschaft II — OSC. Gießen l 3:3 (2:0). Die zweite Mannschaft der Gießener Tumer- schaft stand am Sonntag der ersten des OSC. Gießen im Verbandsspiel gegenüber. Die Turner, die nicht in kompletter Aufstellung antreten konnten, kamen nicht an die Leistungen der Vorsonntage heran Vor ollen Dingen fand sich der Sturm, in dem man ein systemvolles Spiel vermißte, zu keiner einheitlichen Aktion. Von Seiten des Gegners wurde besonders in der zweiten Halbzeit oft recht hart gespielt. Der Schiedsrichter hätte bester durchgreifen müffen. Mio. Jugend — Tgm. Friedberg Jugend 3:2 (2:1). Nach dem Spiel der zweiten Mannschaft trafen sich beide Jugendmannschasten zum fälligen Ver- bondsspiel. Die Mtver überraschten diesmal nach der angenehmen Seite; konnten sie doch gegen die körperlich weit überlegenen Friedberger einen schönen, wenn auch knappen, aber doch wohlverdienten Sieg erringen und somit die Scharte bes Vorspieles in Friedberg auswetzen. Die Mtver waren zweifellos die Besseren. Besonders konnte der noch junge Tormann gefallen. Wuchtigkeit urdl Flinkheit der Hintermannschaft, sowie gutes Zusammenspiel und Entschlossenheit des Sturmes im Schuß brachte die Gießener zuMi Siege. Hilde Krahwinkel nimmt Abschied. Da die deutsche Tennis-Meisterin Hilde Krahwinkel demnächst den bekannten dänischen Spieler S p e r I i n g heiraten und dadurch dänische Staatsbürgerin wird, ist sie für die Zukunft für den deutschen Tennissport verloren. Ihre Abschiedsspiele wird Hilde Krahwinkel am kommenden Sonntag anläßlich des Klubkampfes zwischen Bremen 1896 und Etuf Esten in Bremen geben. Kurze Sporlnotizen. Auch im Turniersport ist das Auftreten nichtarischer Reiter und Fahrer bei öffentlichen Turnieren nicht gestattet. Lediglich als Besitzer von Tur- nierpserden sind Nichtarier keinen einschränkenden Bestimmungen unterworfen. * Das erste Rugbyländerspiel Deutschland — Holland in Düsteldorf brachte den tech- nisch bester geschulten Deutschen gegen die unerfahrenen Holländer mit 23 :0 (14 :0) einen ganz überlegenen Sieg. * Einen weiteren Sieg landeten die kana- dischen Eishockeyspieler der „Ottawa Shamrocks" in England. Allerdings fiel dieser in Hornmersreuth gegen eine englische Auswahlmannschaft mit 4:3 Toren nur sehr knapp aus. * Als Termin für den bereits genehmigten Boxkampf des deutschen Schwergewichtsmeisters, Vinzenz Hower-Köln, gegen den bekannten Engländer Reggie Meen ist der 11. Dezember festgesetzt worden. Der Kampf wird in London ausgetragen. * Nach 90 Stunden waren im Kölner Sechstagerennen 2150 Kilometer zurückgelegt. In der Spitzengruppe befanden sich fünf Mannschaften, die Holländer Pijnenburg-Wals vor Göbel-Schön, Jvpen- Charlier, Rausch-Hürtgen und den Franzosen Guim- bretiere-Broccardo. Die übrigen Paare lagen bis zu fünf Runden zurück. Vöchrr unter dem Weihnachtsbaum. Aus fremden Literaturen. — Knut Hamsun: „Nach Jahr und T a g“. Roman. Berechtigte Übersetzung aus dem Norwegischen von I. Sandweier und S. Angermann. In Seinen gebunden 7,50 Mark. Albert langen / Georg Müller Verlag, München. — (540) — Der neue „Hamsun" führt uns aufs Neue nach dem vertrauten Segelfoß, aber in eine andere Zeit, die dieser kleinen Stadt wohl Kino, Bank und Grandhotel bescherte, aber nicht glücklicher und schöner ist als jene alten Tage. In dem Geschäft des Sabenper herrscht jetzt die dritte Generation. Und um sie herum eine bunte Menschensülle, Honoratioren, Bauern, Arbeiter, Bettlervolk, von denen jedes, Mann wie Weib, sein eigenes Gesicht hat und so lebendig auf den Beinen steht, daß es uns mitten unter allem Lachen über die Käuze manchmal beinahe unheimlich wird. Und zwischen dem Gewimmel bewegt sich der August aus den .Landstreichern", nun alt geworden, aber noch der närrische Phantast von einst, betriebsam, hilfsbereit, tüchtig und geschickt, doch ein törichter Spekulant und Windbeutel, der in seiner Wurzellosigkeit und seiner Leidenschaft für den Fortschritt um des Fortschritts willen wohl manchmal wie ein faules Holzstück trügerischen Glanz um sich verbreiten mag, es aber niemals zu etwas Ganzem bringt. Auf feiner Svur wächst nichts, was Dauer hat, er ist ein Exponent der neuerungswütigen Zeit, die Hamsun heute so wie je aus einem junggebliebenen Herzen haßt. Sonst aber kennt er keinen Haß. In diesem prachtvoll ftischen, oft unbändig luftigen Werk gibt es nur eins, woraus wir sehen, daß ein Dichter von hohen Jahren fein Verfasser ist: die gütige Weisheit, die ihren Abendfonnenschein verklärend über alle diese im Guten wie im Schlechten als ewige Kinder scharf durchschauten Menschen legt. Noch in den August, den er doch für einen Schädling hält, ist Hamsun verliebt und macht uns auch verliebt in ihn Bitter" Menschenkenntnis wird in der lebten Reife zur Menschenliebe, zu einer Liebe zum Leben wie es einmal ist. — „Tagebuch der Selma Ottilia L o ° oifa Lagerlos." Mit 16 Federzeichnungen von Hermann Pezold. Leinen gebunden 4,50 Mk. Vertan Albert Langen / Georg Müller, München — (517) — Seitdem Selma ßagerlöf als Vierzehn- jährige dieses Tagebuch geschrieben hat, sind 60 Jahre oeraangen, 60 reiche und fruchtbare Jahre, in denen Selma ßagerlöf zu einer weit über die Grenzen ihres ßanbes hinaus geliebten und gefeierten Dichterin wurde und uns eine Fülle wunderbarer, unvergeßlicher Werke schenkte. Es ist von außerordentlichem Reiz, die nunmehr fünfundsiebzigjährige Dichterin wieder als Kind vor sich zu sehen, das davon träumt, später einmal eine berühmte Schriftstellerin zu werden und viele „inter- essante" Romane und Gedichte zu schreiben. Mit einer bezaubernden Natürlichkeit und off-nkuudi- gen Freude am Erzählen, die die spätere Dichterin schon ahnen läßt, berichtet die kleine Selma, die den Winter 1873 in Stockholm verbrachte, von allem, was sie an Merkwürdigem und Neuem in der Großstadt erlebt. Ihr ganzes Inneres schließt sie in diesem Tagebuch, das sie eigentlich nur für sich selbst und einen recht guten Freund geschrieben hat, rückhaltlos auf. Das ßeben ist dieser kleinen Selma wie ein Märchen mit vielem Unbegreiflichen und Wunderbaren, an dem sich ihr Kinderaemüt begeistert. Die Bücher und ihre Gestalten sind ihr lebendige Gegenwart Oft genug kommt es vor, daß wirkliches und erdichtetes Geschehen in ihrer Vorstellung verschmelzen. Hinter allem aber, was sie hier so lebendig und unmittelbar — wie es ihr aus dem Herzen bringt — erzählt, steht unausgesprochen die Sehnsucht nach dem Zuhause, und das Buch klingt aus in der Freude, endlich wieder heim zu dürfen nach Marbacka, „wo es nichts gibt von all dem Gefährlichen und Häßlichen, in das man in einer so großen S*adt wie Stockholm bineingeraten kann", wo man immer froh und glücklich fein darf, denn „auf Marbacka gibt es keinen Kumm'r und keine Sorgen". B. Z. — F. E. Sillanpää: Eines Mannes Weg. Roman. Aus dem Finnischen übertraaen von Rita O ehguist. 233 Seiten. Im Jnsel-Verlaa zu Leipzig. — (395) — Der Finne Frans Eemil Sillan- pää, der, wie nur wenige in Deutschland wissen werden, nahe daran war, den diesjährigen Nobelpreis für Literatur zu erhalten, der dann an den Russen Bunin vergeben wurde, ist als Sohn eines Kleinbauern unweit der Stadt Tampere 1888 geboren. Sein Lebenslauf ist, äußerlich gesehen, recht ereignisarm und entspricht dem vieler „Bauern- dichtet; befreunbete (Bonner erkannten die Bega- bung bes Knaben, ermöglichten ihm ben Betuch einer besseren Schule und einer Universität, und so trieb ber junge Dichter in Helsinki Naturwissenschaften, ohne jeboch fein Studium zu vollenden. 1908 kam er dorthin, nach fünf Jahren war er wieder zu Hause und begann nun fein dichterisches Werk. Es fing an mit kleineren Erzählungen, 1913 erschien sein erster epitch-breit gehaltener Roman „Das Leben und die Sonne", und in zeitlichen Abständen folgten bann die anderen Bücher bis zu fein-n beiden letzten „Silja, die Magd" und „Eines Mannes Weg". Sie find die einzigen, die auch in einer guten deutschen Übertragung erschienen sind. Die inneren Ereignisse dieser Bücher lassen sich kurz zusammen- fassen: Sillanpää schildert immer bas Wechselspiel zwischen Natur unb Menschen, zwischen ber ßanb» schast unb ihren Bewohnern; ber Mensch wirb zu einem Teil ber Schöpfung, er unterliegt ihren Gesetzen, er ist hilflos gegen bis Fügung ber Allmacht. Auch bie äußere Welt bes Dichters ist nicht groß; er stellt immer roieber bie Menschen seiner Heimat bar, die er immer neu erlebt unb gestaltet. Im Mittelpunkt feines neuen Romans — „Silja, bie Magb". haben wir früher bereits angezeigt — steht der Hofbauer Paavo Ahrola, ber nach vielen Jr- rungen unb Wirrungen ben Weg zu bem arnrn, gütigen Mäbchen zurückfindet, bie feine Jugend- geliebte war. Die Hanblung ist hineingestellt in bie gefunbe Welt bes finnischen Bauern unb umwoben vom Zauber bes „ßanbes ber taufenb ©een". — Felix Timmermans: Oie bunte Schüssel. Aus d"m Flämischen Übersekt von Peter Mertens. Mit Zeichnungen bes Dichters. 200 Seiten. Im Insel-Verlag zu ßeipzig. — (490» — Das neue Buch von Timm-rmans ist ein rechtes Weihnachtsgeschenk für alle Freunde des flämischen Dichters unb für jene, bie es werben wollen Den B"fchluß di"s"s bunten Gesch'chtenbandes macht bas schöne „Selbstbilbnis", bas Timmermans vor Jahren im Gießener Goethe-Bunb vorgelesen hat, unb bas in seiner Befcheibenheit und Heiterkeit des Herzens die beste Einführung ist in bie eigentümliche Welt bes Dichter; von hier aus wirb man am leichtesten ben Zugang finben zu ben Geschöpfen unb ber ßandschaft seiner nieberlänbifchen Heimat. Alles, was Timmermans bisher geschrieben bat, nom „Pallieter" bis zum „Franziskus", vom ,,^e- fusfinb in Flanbem" bis zu ben „®fl(nbincn", fch-int sich miniaturhaft in ben kleinen Geschicht-n w'berzuspiegeln, bie hier unter bem gemeinsam"» Namen „Die bunte Schüssel" vereinigt wurb-n Es fügt sich alles zwanglos unb selbstverständlich ei» in bie festumarenzte, vom heimischen Boben genährte W»lt feines Dichtens unb Denkens, wie es im „Selbstbilbnis" beschrieben wirb: ob er eine elisabethanische ßegenbe vom „M-mt-l ber K""fch- heit" erzählt ober zwei kleine Geschichten für Rin- ber aus ber märchenhaft beseelten W-llt ber Tiere; ob er im „Geheimnis ber Welb-n" eine ;tnrfe ßiebesgeschichte einfängt ober bie Freuben unb Leiden bes Meisierrauchers Gammarus behaglich aus» malt. —v— Kinderbücher undJusendfchrifien — Werner (Thornton: Soldat in ben Wolken. Ein Fliegerbuch, mit 40 zum erstenmal veröffentlichten Fotos unb Zeichnungen. 112 Seiten Text. Halbleinen 2 Mark, ihienemanns Zweimark- Bücher. K. Thienemanns Verlag, Stuttgart. —- (553) — Ein Buch vom Helbentum ber Aufklärungsflieger im großen Krieg. Hier erzählt ein Beobachter von bem Kämpfen, Siegen unb Sterben ber Flieger. Wie bie Besatzungen ganz auf sich gestellt, umtobt von Granaten unb Schrapnells, getagt unb gehetzt von ber Uebermadjt feindlicher Kampfflieger immer wieder hineinstoßen in feindliches Land, um Kunde zu bringen von ben Bewegungen bes Gegners, bas Feuer der Artillerie leiten, Bomben werfen ober ben bedrängten Kameraden auf der Erde zu Hilfe eilen; ... das lebt in packenden Schilderungen und in hier zum erstenmal veröffentlichten Originalaufnahmen wieder auf, reißt mit und gibt unferer Jugend ein lebendige» Bei» spiel von treuer Kameradschaft. — Dtfrib von Honstein: Dom Segel» schifssjungen zum Lloydkopitän. 45 Jahre aus dem Leben eines Seemanns. Den Erinnerungen des Kapitäns des Lloyd-Dampfers „Stuttgart" Adolf Winter wahrheitsgetreu nocherzäblt. Ganzleinen 3,85 Mark. Verlag Wilhelm Kähler, Minden i. W. — (582) — Eine Fülle von abenteuerlichen Erlebnissen in allen Meeren und Häfen der Welt! Aber auch viel Mühe und Entbehrungen, ernste Arbeit und eiserne Pflichterfüllung liegen zwischen dem Tage, an dem der junge seebegeisterte Gymnasiast Adolf Winter zum ersten Male als Schiffsjunge das Deck eines Segelschiffs betrat und dort von der Dike auf dienen und lernen mußte, bis zu der Stunde, da der Norddeutsche Lloyd dem gereiften Manne das Kommando eines seiner größten und schönsten Dampfer anoertraute. Es ist kein „Seemannsgorn", kein wilder Abenteuerroman; aus der Schilderung wahrer Begebenheiten heraus erwächst vor dem Leser das Bild eines aufrechten deutschen Mannes voll Mut und Tatkraft, der sich seine beachtliche Stellung im Leben selbst geschaffen hat. Für Erwachsene, die die See lieben, die Sinn haben für Urwüchsigkeit, Menschlichkeit und Natur, und nicht zuleßt natürlich für unsere männliche fügend, die sich an Taten und Abenteuern be- geistert, für die dies Seemannsleben aber auch ein Ansporn sein kann, ist dieses frische, kernige, deutsche Buch ein schönes Weihnachtsgeschenk. Ueber 50 Bilder bilden eine wertvolle Bereicherung. — A. Auswald-Heller: Wenn man will _ sagt Günter. Erzählung von einem kleinen Helden. 190 Seiten. Mit farbigem Titelbild und 35 Textbildern von Dora Auswald. Ganzleinen mir farbigem Schutzumschlag 4 Mark. Herold-Verlag R. & L. Lenk, Stuttgart. — (445.) — Wenn man will, sagt Günter, kann ein kleiner Junge ein § roher Held (ein. Und Günter beweist, daß er recht at. Die Gestalten dieser spannenden Geschichte sind mit großer Sicherheit aus dem Leben gegriffen. Das sind echte Kinder — aus dem Mittelstand und Arbeiterstand, Kinder mit all ihren typischen Eigenschaften. Dieses Buch wird nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen begeistern. Wenn man ipifl, sagt Günter, ist man ein ganzer Kerl. — Und das wirkt ansteckend. — Frida Schuhmacher: Die Sägmül» lersbuben und ihre Freundin Erika. Eine Erzählung für die Jugend. 200 Seiten Mit vier farbigen Vollbildern von W. Siebert-Ceman. Ganzleinen mit farbigem Schutzumschlag 3,80 Mark. Herold-Verlag R. & E. Lenk, Stuttgart. — (441.) — Mos Kinder sich in schönen Stunden erträumen — davon will dieses Buch erzählen. Der deutsche Wald lebt darin auf mit all seinen Wanderpfaden und Tieren, seinen Wundern und Märchen, die er wie ein Füllhorn ausfdjüttet. Don ihm aus führt die Reise in eine andere Welt, in die große Stadt am Meer Viele Menschen und Dinge grüßen uns dabei: Eltern und Kinder, Knecht und Magd, Wurzelweib und Bildschnitzer, Zigeuner und Handwerksbursche, Wohnwagen und Schlitten, Schiff und Eisenbahn. Wer Freude hat an einer innigen, treuen Kinderfreundschaft, wird dieses Buch lieben und wird es immer wieder lesen. Amtsgericht Gießen. Der Hilfsarbeiter B. H. und der Schreiner I. Sch.. beide aus Großen Bufeck, waren Gegenstand der ersten Ladung. Beide leben in Streit wegen eines Hauskaufes, der am 24. August d. I. offen zum Ausbruch kam und in dessen Verlauf H. einige Wunden am Kopf baoontrug. Sch. blieb ebenfalls nicht unverletzt. Das Gericht erklärte hm Angeklagten Sch., der den H mit einem Gurnrnischlauch traktiert haben sollte, für schuldig und erkannte auf 50 Mark Geldstrofe. Der Angeklagte trägt außerdem die Kosten des Verfahrens einschließlich der der Neben- klage. Der 70jährige G. F. erhielt wegen Bettelns 2 4 TageHa ft, die durch die erlittene Untersuchungs- haft als verbüßt gelten. Der Kraftfahrer I. M. aus Kassel kollidierte zwischen der .Karlsruhe" und Lollar, von Kassel kommend, mit seinem Motorrad mit Beiwagen mit einem Kinderwagen. Durch den heftigen Anprall trugen zwei Frauen beachtliche Verletzungen davon. Die Beweisaufnahme ergab, daß der Angeklagte, entgegen der Derkebrsordnung, auf der linken Straßenseite fuhr. Das Urteil lautete auf40MarkGeld- strafe. Der Staatsanwalt hatte eine solche von 50 Mark beantragt. Weihnachtsbitte der Nieder-Ramstädter Anstalten für Epileptische, Schwachsinnige und Krüppel. Herzlichen Dank allen denen, die im vergangenen Jahr mit warmen Herzen und opferwilligen Händen geholfen haben, unseren Kranken Weihnachtsfteude zu bereiten. Inzwischen ist ihre Zahl wieder gewach. (en, und alle (eben nun von neuem in der Vorfreude des schönen Weihnachtsscstes. Darum bitten wir Herz» lieh und zuversichtlich, wie wir jedes Jahr es tun: helft uns wieder den Weihnachtstisch decken für die hessischen Fallsüchtigen und Krüppel und alle anderen Pfleglinge der Nieder-Ramstädter Anstalten? Helft mit trotz aller eigenen Sorgen, daß die Helle Sonne der Weihnachtsbotschaft, der Weihnachts- freude und der Weihnachtsliebe hell hineinfcheine in das Leben von 450 Menschen, bas von schwerem Leid verdunkelt und oft so einsam ist. Dergesten wir nicht über den gewaltigen Notständen, die auf uns und unserer Zett lasten, den Jammer, der in der Stille hinter Anstaltsmauern fein Dasein fristet und immer auf die brüderliche Liebe angewiesen bleibt. Die Sammlung findet außerhalb des Winterhilfswerkes des deutschen Volkes 1933/34 statt. Für jede, auch die kleinste Gabe sind wir dankbar und bitten, sie auf unser Postscheckkonto (Frankfurt a. M. Nr. 4992 Nieder-Ramstädter Anstalten) einzuzahlen oder zu überweisen. Bekanntmachung! 1. Es ist festgestellt worben, daß an einzelnen Orten bes Gaues Werber und Werbekolonnen für nicht- nationalsozialistische Rundfunkzeitungen auftreten, die versuchen, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Leser für Rundfunkzeitungen zu gewinnen. Dabei verbreiten diese Werber unwahre Behauptungen über den Rejchsoerband deutscher Rundfunkteilneh- mer und dessen Einrichtungen. Es ist ferner festge- stellt worden, daß es Werber gibt, die die Umwerbung der Bezieher von Rundfunkzeitungen auf andere Rundfunkzeitungen nach Ablauf einer gewissen Bezugszeit planmäßig betreiben, nur um sich den Verdienst der Werbevergütung zu verschaffen. Dor Verbreitern von Unwahrheiten über den Reichsver- banb deutscher Rundfunkteilnehmer wird gewarnt. 2. Zur Klarstellung wird befanntgegeben: *) Der Reichsoerband deutscher Rundfunkteilnehmer und der Deutsche Funktechnische verband sind allein die anerkannten und in der Reichsrundfunkkammer vertretenen Hörerver» bände. Der Reichsoerband deutscher Rundfunkteilnehmer unterhält an 15 Orten des Gaugebietes Kreisrundfunkberatungsftellen, in denen feine Mitglieder kostenlos technisch beraten und durch technische Fürsorge betreut werden. Die Ausführungen von Instandsetzungen an Leitungen und Geräten erfolgt jedoch nicht durch trief« Beratungsstellen, da diese Arbeiten den dafür zugelassenen Rundfunkhändlern und Rundfunk» inftaöateuren vorbehalten bleiben müssen. b) Die Mitgliedschaft beim Reichsoerband beut» scher Rundfunkteilnehmer ober beim Deutschen Funktechnischen Verbanb ist nicht an den Bezug einer bestimmten Rundfunkzeitung gebunden. Die Mitglieder dieser verbände erhalten vielmehr die monatlich erscheinende rund- funkpolitische Zeitschrift „Funk und Bewegung" die kein Rundfunkprogramm enthält, kostenlos geliefert. 3. Die Bevölkerung wird ersucht, Zeitungswerber. die Angaben vorbringen, die den zu 2. genannten Tatbeständen zuwiberlaufen, zuruckzuweisen, ihre Namen festzustellen und ferner die Namen ber Auftraggeber dieser Werber zu ermitteln. Meldung darüber wird unmittelbar hierher erbeten. Gegen Oerbreiter unwahrer Angaben über Zweck und Einrichtungen des Reichsverbandes deutscher Rundfunkteilnehmer wird unnachsichtlich Strafanzeige erstattet. Heil Hitler! Der Leiter ber Gaurunbfunkabteilung gez. W a m b o l d t, Gausunkwart. Schenken? Jawohl, aber praktisch! Wir wollen in biesem Jahre zu Weihnachten ein kaufen und zur Minderung ber Arbeitslosigkeit beitragen. Selbst» oerstänblich wollen auch Sie Ihren Lieben eine kleine Freube machen, aber es soll etwas Praktische» sein, bas bei nicht zu hohen Kosten geschmackvoll ist, wirklich Freube macht unb möglichst bleibenben Wert hat. Deshalb nehmen Sie den der heutigen Teilauflage des Gießener Anzeigers beiliegenden sch men Prospekt der württembergischcn Metallwarenfabrik. Gießen, kreuzplaß, zur Hand, denn darin finden Sie alles das, was Sie brauchen. 7347D Amtliche Bekanntmachung des Kreisamts Alsfeld. Es besteht Veranlassung, darauf hinzu- weifen, daß Hunde zum Anspannen und zum Ziehen nur mit Erlaubnis der Orts- Polizeibehörde des Wohnortes des Be- {itzers benutzt werden dürfen. Der von ber- eiben hierüber auszustellende Schein wird nur auf Grund eines von bem Nachfuchen- den auf seine Kosten beizubringenden Zeugnisses des Kreisveterinärarztes erteilt Der in dem Zeugnis genau zu be- zeichnende Hund muß kräftig genug sein, um 50 kg zu ziehen. Mehr als 50 kg dürfen einem Hund nicht aufgeladen werden. Zur Ausstellung des Zeugnisses sind auch die Tierärzte berechtigt. 7351C Der Erlaubnisschein ist stets mitzuführen und auf Verlangen oorzuzeigen. Derselbe gilt nur für bas laufende Kalenderjahr und ist zu Beginn eines Jahres zu Nur eine Zeitung von Rang bietet der Gießener Geschäftswelt die Gewähr, daß ihre Weihnachtsanzeigen bis zum letzten heimischen Volksgenossen vordringen. Eine so alteingesessene, hochstehende Heimaizeitung wie der Gießener Anzeiger wird einfach von jedermann mit innerer Anteilnahme gelesen, am aufmerksamsten von dem, der ihn aus irgendwelchen Gründen nicht mehr allein hält. Diese enge Verbundenheit aller mit ihrer Heimaizeitung kommt zwangsläufig auch dem Anzeigenteil zugut, wie es die vielen kleinen Anzeigen und die Familienankündigungen im Gießener Anzeiger immer wieder dartun. Wer also sicher zum Ziele kommen will, der bediene sich der Weihnachtsanzeige im Gießener Anzeiger/ sein Rang erneuern. • Nach Ziffer 12 der Vertragsbestimmungen sind die Haller der Faselttere verpflichtet, bei Erkrankung von Faseltieren ohne Verzug der Bürgermeisterei Anzeige zu machen, damit diese den zuständigen beamteten Tierarzt zuzieht, dessen Anordnungen alsdann pünktlich Folge zu leisten ist. Vielfach scheint diese Vorschrift nicht beachtet zu werden. Abgesehen davon, daß im Nichtanzeigefall unter Umständen der Vertrag mit dem Faselhalter sofort ge- kündigt und das Tier auf seine Kosten in andere Unterhaltung und Pflege gegeben werden kann, wird der Halter auch für den durch die unterlassene Krankmeldung des Tieres der Gemeinde etwa entstehenden Schaben verantwortlich gemacht werden können. Sind bie Voraussetzungen zu einer sofortigen Vertragsaufhebung nicht gegeben, ist das KreCsantt befugt, gegen den Schuldigen Geldstrafe bis zu 30 Mark zu erkennen. Beschluß. Ueber das Vermögen des Georg Schmidt unb feiner Ehefrau Katharine, geb. Kriep, verwitwete Jungk in Treis a. d. Lda., wird heute am 29. November 1933, nachmittags 5 Uhr, das landwirtschaftliche Entschul- dungsoerfahren eröffnet. 7357D Zur Entjchuldungsstelle wirb bie Can- besgenossensä/astsbank e. G. m. b. h. in Darmstabt bestellt. Die Gläubiger werden aufgeforbert, bei Meldung der in § 11 des Gesetzes vom 1. Juni 1933 angedrohten Nachteile, ihre Forderungen bis zum 20. Dezember 1933 bei Gericht anzumelden unb bie in ihren Hönben befinbiichen Schulburku tden einzureichen. Gießen, den 29. November 1933. Hessisches Amtsgericht. Bekanntmachung. Die bereits fälligen Strom- und Gas- gelber im Stadt- und Ueberlanbgebict für den Monat Dltober 1933 können noch bis zum 15. b. 2N. ohne Kosten befahlt werden. Bei Nichtzahlung bis zu diesem Termin erfolgt Beitreibung und Sperre auf Kosten des Abnehmers. 7353V Gießen, den 4. Dezember 1933. Direktion der Elektrizitätswerke unb Ueberlanbanlage sowie des Gas- und Wasterwerks der Stadt Gießen. Braubach. [ Verkaufe | Klavier, m. rocicbcm slana, Fut erhalten, ebenso oinvl. (♦crroiim* vier, dunkel Eiche, wie neu, beib vrcis- wert t. vk. Näb. im Ziaarrenladen tun Badnhofstr^»1 frauä, f. rent., 4x3- Zimmer u. (Manen, fof. bestehbar, um- 'tanbehalb. s. b. bist. Preis von 14000Mk. beiZOOOMk.flni.ru verk. 2cbr.flnn.unt 00872a.b Qhen-flrv. Schreibtisch j (krichp) ,,, verk. omu| Edelitr. 11, sichert eine Werbung von Erfolg! 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