nr. 129 SrübauSgabe 185. Jahrgang Dienstag, ö. Juni |955 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drvrf vnd Verlag: vrühl'jche Untversttülr-Vuch. unö Stcinöruderei R. Lange in Stehen. Zchristlettung and Seschästrftelle: Schnlftrahe 7. »»nahm« von »njeigea für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärt» 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20°. mehr. Thefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange, verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.THyrwt; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den An- zeigenteil i.D. Th.Kümmel sämtlich in Gießen. Trlcheini lägttch, autzei Sonntag» und Feiertag» Beilagen: Die Illustriert, Gießener Familienblattei Heimat'm Bild Die Scholl» Monats-bezugsprels: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustriert» , 1.80 Zustellgebühr . . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. 5ernfprechanschlüsle unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drohtnach» richten Anzeiger tieften. Polfd)edfonlo: firanlfurt am Main 11686. Deutsches Volkstum über alleGtaatsgrenzen hinweg. Die pfingstiagung des VDA. in pasiau. Passau, 3. Juni. (TU.) Racy einem Be- grüßungsabend der Stadt Passau am Freitag, begann am Samstag früh die große P f i n g st - tagung deS VDA. Der bayrische Kultusminister Schemm führte in seiner Ansprache in der Weihestunde für den deutschen Südosten u. a. aus, daß sich Deutschland jetzt nach der politischen Erneuerung seiner Mutterschaft wieder bewußt geworden sei. Hitler habe jedem deutschen Menschen wieder die Grundidee beigebracht: Ihr müßt wieder ein ganzes V o lk w erden, wenn nicht alles verloren sein soll. Jetzt könne man mit Stolz den Brüdern im Auslande zurufen: Deutschland ist wieder deutsch geworden, wie es einst gewesen ist. Bon diesem neugestaltetcn Deutschland gehe ein großes gläubiges Vertrauen hinaus über die Grenzen in alle Länder. Draußen in der Welt sei man wieder stolz auf Deutschland und sein Vaterland. Die letzte Vollendung aber, das große Erzichungswerk, die geistige Durchbildung, liege noch vor und. Die Regierung werde nicht ruhen und rasten, um die letzte Vollendung der deutschen Volkswerbung zu ringen und zu kämpfen. Sie würde aber auch mit nicht zu überbietender Brutalität jeden Versuch niederbrechen, die Einheit des deutschen Volkes zu zerstören. Die Einheit Volk und Gott dürfe durch nichts zerrissen werden. Samstag nachmittag traf der bayerische Reichs- statthalter Ritter von Epp in Passau ein. Der Reichsführer Dr. Steinacher begrüßte den Reichsstaf.halter, die Vertreter der bayerischen Regierung, des Reichsinnenministeriums, des Reichsaußenministeriums und des Preußischen Kultusministeriums usw. Jubelnd begrüßt nahm Reichsstaithalier von Epp das Wort, um für die Reichsregierung und die bayerische Regierung den VDA. und seine Führung zu begrüßen. Wir Deutschen als völkische Absonderlichkeit brauchten besondere Klammem, um unser Volkstum zusammenzuhalten, das teils durch die geschichtliche Entwicklung, teils durch fremdes Diktat ausgespaltet sei. Den Zweidritteln im Reich stünden mehr als ein Drittel draußen gegenüber. So sei teils durch eigene Schuld, teils durch fremde Gewalt das mächtigste und stärkste Volkstum im Herzen Europas aufgeteilt und zerrissen, um anderen dienstbar zu fein. Auch in Gens handele es sich jetzt darum, daß an den Versklavungsbestimmungen nicht gerüttelt werden solle. Rach dem Leitsatz der Römer, daß der Deutsche nur von Deutschen bekämpft werden könne, müsse man auch den Anlaß zur Verlegung der VDA. - Tagung von Klagenfurt nach Passau beurteilen. Unb was habe gerade Oesterreich dem VDA. zu verdanken. Diese wirkliche Grenzlandskundgebung in Passau sei ein Zeichen einer geradezu erschütternden Rückentwicklung in der Geschichte. Unter stürmischem Beifall brandmarkle der Redner die versuche der letzten Wochen, eine Mission des österreichischen Menschen zu erfinden, die lediglich die Niederschrift für eine inhaltlose Politik sei. Geschichtlich gebe es für den österreichischen Stamm nur eine Front nach Osten und den Rücken zum Stammland, nicht umge- kehrt. General v. E p p betonte besonders, daß es dem Reich nicht einfalle, sich in die amtliche österreichische Politik cimumifchen. Wir könnten warten, weil ein geschichtlicher Widersinn nicht bestehen bleibe. Mit Augenblicks- Politik könne man nicht historische Wahrheit um« kehren. Wer den Versuch mache, werde am deutschen Volkstum scheitern, und zwar am deutschen Volkstum Oesterreichs Der Staat könne sich nicht in Oesterreich einmischen, aber niemand könne den Gedankenaustausch verbieten, wie ihn der VDA. pflege. Die Besonderheit dabei fei nur, daß man eine solche Selbstverständlichkeit gegenüber Oesterreich noch betonen müsse. Brausender Beifall rauschte auf, als Ritter v. Epp feststellte: „wir lassen uns von unserem Volkstum jenseits der Grenzen durch nichts und unter gar keinen Umständen trennen." Rur in dem seelischen Wachstum eines Volkes lasse sich die staatsmähige Lösung denken. Es müsse das Bewußtsein entstehen, daß wir uns um unsere deutschen Brüder kümmern. Der Redner schloß ..Politische Macht kann man uns vorenthalten, aber wir werden zusammen- halten Wir wollen dann sehen, wer stärker ist und es länger aushält. Dazu einen möglichst hochprozentigen Beitrag zu leisten, möge dem VDA. gel.ngen. Mag uns jetzt Tod und Teufel gegenüberstehen, wir sind überzeugt, uns kann niemand Überwinden. Dem deutschen Volkstum winkt am Schlüsse doch das Sieg-Heil." Rach stürmischem Beifall und dem Gesang des Deutschlandliedes wurden die Satzungsänderungen zur Reuordnung des VDA erledigt. Dabei sprach der brandenburgische Landessührer G a st -r r unter lebhaftem Beifall der Versammlung dem scheidenden Vorsitzenden, Reichswchrminister a. D. Dr Gehler, den Dank für seine mühevolle Arbeit in den letzten Jahren aus. Mit „Volk- Heil" wurde der neue Reichsführer Dr. Steinacher auf den Schild erhoben und als erster von Reichsstatthalter v. Epp begrüßt. Der Reichsführer des VDA. Dr. Steinacher führte auf der Festsitzung u. a. aus: Allgemeiner und oberster Zweck für den VDA. ist Erhaltung, Festigung und Stärkung deutschen Volkstums jenseits der deutschen Grenzen. Dadurch, daß wir den Staat aus dem Volkstum begründen, erwächst für den Staat seine Würde, seine Bestimmung, feine Kraft und feine Macht: Volkstum nach außen zu schirmen und nach innen die Gliederung so zu gestalten, daß immer neu aus den Tiefen des Volkstums der lebendige Zufluß von Kräften erfolgt. Eine flammende Rationalbewegung hat jetzt unser ganzes staatliches und völkisches Leben erfaßt Der liberale Staat ber Vergangenheit ist Husammengebrochen. Die beiden einzigen Ansätze, die in die Zukunft deuten, die Anschluß- frage und die sogenannte Frage der deutschen Minderheit sind im liberalen Formalismus verflacht und von Grund aus gefährdet worden. Es ist klar, daß die Arbeit des Auhen- deutschtums und für das Außendeutschtum weder an die Anschlußbewegung alten Stils, noch an die offizielle Arbeit dieser 14 Jahre anknüpfen kann, sondern mit jener Volksbewegung verknüpft ist. die vom Volkstum ausgeht, Die gegen den Staat entstanden war und das Außenbeutschtum nicht vom Kernstaat aus, sondern vom Ganzen aus gesehen hat. Es ist ein tragischer Umftanb, daß zum selben Zeitpunkt, als sich die aus den österreichischen Verhältnissen geborenen und in der deutschen nationalen Bewegung zum Ausdruck gekommenen Volksdeutschen Gedanken durchsetzen, gerade in O e st e r- reich versucht wird, im völligen Widerstreit zum geschichtlichen Ablauf einen widernatürlichen Eta- tismus aufzurichten und in geradezu blasphemisti- scher Weise in Anlehnung an das zusammenbrechende westlerischc Staatsdenken, jetzt eine österreichifche Ration schaffen zu wollen. Ls ist bezeichnend für die heutige Lage in Oesterreich, daß das Verständnis dafür fehlt, daß wegen der Gleichheit des Volkstums diese selbe Bewegung mit ihrer Reinheit des Wollens, ihrer Stärke des Empfindens auch im deutschen Volkstum in Oesterreich zur Kraft gemeinsamen handelns drängt. Unb drüben, jenseits der Grenzen: Vom Baltikum hinunter zur Donaumündung, von Obcr- schlesien bis zum Egerland, vom Buchenland bis ins Land Tirol und nach Eupen-Malmedy. Heber- all sehen wir, wie die junge Generation durch diese Bewegung mitgesaht wird. Eine neue Epoche deutschen Lebens hat ange- fangen. Solche Möglichkeit ist Ausgabe und Verpflichtung zugleich, nicht zuletzt auch für den VdA. Der zweiten Vortrag in der Festsitzung hielt Universitätsprofessor Geheimrat Dr. Albrecht pentf über „Blühen und Welken des deutschen Volkstums". Er führte u. a. aus: Der Verein für das Deutschtum im Ausland setzt die Arbeit des alten deutschen Schuloereins fort. Es hat 14 Jahre gegeben, in denen es vielen notroen« diger erschien, internationale Gesinnung zur Schau zu tragen, als sich der Deutschen zu erinnern. Der erwachte völkische Geist hat diese Leute weggefegt, und heute muß gesagt werden. Das Deutsche Reich ist zwar durch das Friedensdiktat geschmälert worden, und Oesterreich ist zerbrochen zugunsten derjenigen, welche frühere österreichische Regierungen unter Bedrückung des Deutschtums grohgezogen haben. Aber das Deutschtum ist stärker als je; den sechsten Teil der Bevölkerung Europas umfassend, stellt es eine Macht von 80 Millionen Menschen dar, die, auf viele Staaten verteilt, doch geeint sind durch deutsche Art und deutsche Gesinnung und Zusammenhalten werden durch eine Sprache, die auch fremde Völker lernen müssen, wenn sie den Fortschritten der Wissenschaft und Technik folgen wollen. Man könnte von einer neuen Blüte des Deutschtums sprechen, wenn sich nicht auch bedrohliche Erscheinungen eingestellt hätten, heute ist es die Be- schrönkung der Geburten. Notwendig ist es, hier halt zu gebieten; moralische Kräfte müssen einsetzen und dem deutschen Volke allenthalben sagen: Seid fruchtbar und mehret euch! Abends zogen die Tausende der Tagungsteilnehmer im Facke 1 zug durch die Stadt. Auf dem Domplatz begrüßte Dr. Steinacher die im Fackelschein versammelte Iungmannlchaft, die nach dem großen Zapfenstreich über die 3nn- brücke abzog. wo die Fackeln in den Fluh geworfen wurden. Gelöbnisse an Hindenburg und Hüter. P a s s a u , 3. 3uni. (TH.) Don der VDA.-Ta- gung wurden folgende Telegramme abgeschickt: An den Reichspräsidenten, Generalfeldmarschall von Hindenburg, den Ehrenvorsitzenden des Vereins: „Aus der deutschen Donaustadt Pasfau sendet die Hauptversammlung des VDA. ihrem hohen Ehrenvorsitzenden ehrfurchtsvolle Grüße. 3n Treue und Dankbarkeit Dolksbund für das Deutschtum im Ausland." Rn den Reichskanzler Adolf Hitler: „Dem deutschen VolkskanUer Adolf Hitler, dem großen Sohn des deutschen Oesterreichs, entbietet aus feiner engeren Heimat am 3nn und Donau der Passau, 3. 3uni. (SU.) Der neue Reichsführer des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland, Dr. Steinacher, verkündete auf der Passauer Hauptversammlung des VDA. den nachstehenden Aufruf zu einem Ehrenopfer für dos Auslandsdeutschtum: „Die nationale Reug estaltung im Reich hat gegen das Deutschtum im Ausland verstärkten Druck hervorgerufen. Ohne äuBererr Schutz, nur auf Selbsthilfe gestellt, ist dieses Auslandsdeutschtum vielfach einer Flut des Terrors und der Bedrohungen auf seinen wirtschaftlichen und kulturellen Besitzstand ausgesetzt. Wie in der Zeit des Weltkrieges, wird das deutsche Volk außerhalb der Reichsgrenzen als lebendiger Teil der deutschen Ration angegriffen. 3n der Einheit der Verteidigung muh sich daher auch die Ration bewahren. Reutralität gegenüber diesem Abwehrkampf deutschen Volkstum» vor den Grenzen darf es hier im Reiche nicht geben. Das gebietet deutsche Ehre und deutsches Lebensinteresse. Die laufenden Mittel des VDA. reichen nicht einmal für die dringendsten laufenden Ausgaben, ohne im entferntesten nur dem zu entsprechen, was die gesteigerte Rot unserer Volksgenossen jenseits der Grenzen von uns nur einmalig als Opfer fordern darf. Reben das Groschenopfer der Millionen, aus denen bisher im wesentlichen die Mittel des VDA. stammten, muy daher ein einmaliges und besonderes Pflicht- und Ehrenopfer der Kreise treten, die durch Einsicht, Weitblick, gesamtdeutsche Verantwortung und Vermögen berufen sind, dort Deutschen Hilfe zu bringen, wo es jetzt am dringendsten nötig ist. Dir rufen daher auf zum nationalen Ehrenopfer 1933 für das Deutschtum jenseits der Grenzen. Wir stellen das Rotopfer in diesem 3ahre, in welchem der gesamtdeutsche Gedanke an den deutschen Südmauern der Karawanken auf der Klagenfurter Pfingsttagung als deutsche Aufgabe und deutsche Forderung neu verkündet werden sollte, unter den Geist und das Wollen jenes Mannes, der in ähnlicher Rotlage des Deutsch- tums in Oesterreich-Ungarn vor 20 3obren einen Aufruf zum Schutz des kämpfenden deutschen Volkstums an den Grenzen erließ, unter dem Passau, 5. Juni. (TU.) Das volksdeutsche Pfingstfest des Dolksbundes für das Deutschtum im Ausland wurde am Samstag mit Gottesdiensten bcider christlichen Konfessionen eingeleitet. Der sachliche Höhepunkt der Tagung war dann die Bauerntogung aus der zunächst Regierungspräsident a. D. Graf von Baudifsin die Grundsätze volksdeutscher Bauernarbeit entwickelte. Nach dem Willen unseres Reichskanzlers Adolf Hitler, so führte er u. a. aus, ist ber Bauer wieder in den Mittelpunkt des deutschen Volkes getreten, und unsere Arbeit wird aus dieser Tatsache ungeahnte neue Möglichkeiten gewinnen können. Die nationale Erhebung stellt die volkspolitische Arbeit in einen neuen und großen politischen Zusammenhang hinein. Unser Reichskanzler Adolf Hitler hat in seinen Staatsreden bereits die Grundzüge der neuen Politik des deutschen Volkes in Mitteleuropa aufgezeigt. Die Verwirklichung dieser Politik ist die Ausgabe der heutigen (Beneration. Wir haben nicht nur den deutschen Staat neu zu gründen und ihn fest zu machen, sondern wir VDA. ehrerbietige Grüße und daS begeisterte Gelöbnis treuester Gefolgschaft im Kampfe für unser deutsche- Gesamtvolk Volksbund für das Deutschtum im Ausland." Weitere BegrüßungStelegramme wurden an Reichsinnenministcr Dr. Frick und an den preußischen Kultusminister Rust gerichtet. Darin gelobt der VDA. treue Mitarbeit am Reuaufbau der Ration. Ein Versprechen an Kärnten. Passau, 5.3uni. (TU.) Der VDA. sandte von seiner Psingsttagung folgendes Telegramm an den Landeshauptmann Kernmaie r- Klagenfurt: „3n tiefer Verbundenheit gedenkt der VDA. auf seiner Tagung Klagenfurt-Passau des Kärtener Landes und seiner Bevölkerung, die in schwerster Zeit den Glauben an Volk und Heimat mit Opfern und letzter Hingabe besiegelt hat. Schmerzlich empfinden wir die tragische Schicksalsverkettung, an der wir keine Schuld tragen. Aber was versprochen ist. werden wir erhalten. Wir wer- I den in einem anderen 3ahr doch noch nach I Klagenfurt kommen. Dr. Hans Steinacher. | Reichsführer des VDA." Nationales Ehrenopfer für das Deutschtum jenseits der Grenzen. Ein Aufruf an die gesamte deutsche Ration. Der Pfingstsonntag in Passau. Ramen des steirischen Dichters und Dolkstums- kämpfers Peter Roseggers, feit dessen Tode gerade 15 3ahre vergangen sind. Roseggers heißer Glaube an die Kraft deutscher Selbsthilfe hat damals im alten Oesterreich in mitreißendem Willen über den Kleinmut gehegt und einen heiligen Opfermut für kämpfendes Volkstum an den Grenzen entflammt. Auf seinen Ruf ruf hin sind zur Roseggerspende unter dem Ruf „2000 Kronen = zwei Millionen Kronen" binnen 3ahresfrist fast vier Millionen Kronen zusammengebracht worden. Im Geiste dieser Roseggerspende eröffnen wir heute das Deutsche Ehrenopfer 1933. wir treten an die gesamte deutsche Ration mit der Aufforderung heran, im Bekenntnis ;um Gedanken Roseggers den Glauben neu zu erweisen: Den Brüdern im bedrohten Land roarm- fühtend Herz, hilfreiche Hand." 2000 Mark = 2 Millionen Mark, wir suchen 1000 Spender, Einzelpersonen ober Körperschaften, bic binnen Jahresfrist je 2000 Mark für einen Wehr- schätz beutfdjen Volkstums, für bas nationale Ehrenopfer stiften. Der Volksbeutsche Wehrschatz wirb nach ben Richtlinien seiner Aufgaben bort eingesetzt, wo bas beutsche Volkstum jenseits ber Grenzen im besonderen Maße für uns in ber großen Hahwelle bes Jahres 1933 gelitten unb sich Hilfs- bebürftig erwiesen hat. Ieber Stifter erhalt eine Stifterurkunbe in Form eines künstlerischen Origjc nal-Holzschnittes bes bekannten Kärntner Meisters Switbert Lobisser. Die Liste wird eröffnet mit ber Zeichnung bes Herrn Reichspräsibenten (BeneralfelbmarfdjaU von Hindenburg, unserem Ehrenvorsitzenden. Wer folgt nach? i)r. Hans Steinacher, Reichsführer bes VDA. Hitler und Krick unter den ersten Güstern. Passau, 5. Juni. (TU.) Das National-Ehren- opfer 1933 für das Deutschtum jenseits ber Grenzen hat alsbalb auch die Zustimmung des Reichskanzlers Adolf Hitler und bes Reichsaußenministers Dr. Frick gefunben, bic beibe eine Stiftung g e • zeichnet haben. Außerdem lagen bis zum Pfingst- sonntagfrüh bereits 15 weitere Zeichnungen vor, so daß bereits zwölf Stunden nach ber Ber- fünbung bes Aufrufs 36 000 Mark zur Verfügung gestellt waren. müssen bei der Ordnung unserer eigenen staatlichen Belange im Rahmen ber gegenwärtigen Reichsgrenzen zugleich bas Schicksal ber beut- fchen Brüber jenseits ber Reichsgrenze, die unter fremder Staatshoheit stehen, ira Auge haben. Dir müssen uns aber darüber klar sein, daß die neue neue deutsche Politik ausgeht vom deutschen Volksgedanken und daß ber frühere Zwiespalt zwischen ben staatlichen und den oolklichen Interessen damit aufgehört hat. Kein Stand ist so unlösbar verbunden mit dem Volkstum, wie der Bauer. Auch bort, wo er unter frember staatlicher Hoheit Grunb unb Boben be« hauptet, bleibt er schicksalhaft oerbunben mit seinem Volkstum. Der Wohlfahrtsstaat wirb abgelost burch bie Selb st Verantwortlichkeit ber B e - rufsftänbe und der Staat auf seine ursprüngliche Aufgabe zurückgeführt, Hoheit unb Schützer zu fein. Professor Dr. Csaki-Hermannstadt sprach bann von ber Bebeutung der deutschen Bauern für bas deutsche Volkstum in Südosteuropa. Es war eine ein- 3ige flammende Hymne auf die Kulturleistung des national vom Mutterlands nicht zu trennenden Bauernstandes. Mit sinnfälligen Beispielen für den Wert alter deutscher Sitten und Bräuche erläutere er die Wirkung bäuerlichen Selbstbewußtseins am Beispiel der Siebenbürger Sachsen, die seit 800 Jahren auf ihrer Scholle als Kulturträger sitzen. Hat dieses Bauerntum bisher aus eigener Kraft feine Art erhalten, ohne daß in den bisherigen Jahren die deutsche Politik die verbindenden Brücken zu behaupten verstand, so muß nun endlich die planmäßige gegenseitige Förderung ihre zeitgemäße Form finden. Nach dieser Begründung des Primats deutscher Bauernpolitik in weitschauender Volkstumsarbeit sprach Reichsinnenminister a. D. Freiherr o. Gayl, der Verwaltungsratsvorsitzende der Deutschen Siedlungsbank, stürmisch begrüßt als der frühere ost- preußische Abstimmungskommissar, und der Mann der Tat am 20. Juli o. I., über die oolkpolitifchen Aufgaben der deutschen Siedlung und Besitzbefestigung. Er betonte u. a.: Nationalpolitisch sind Siedlung und Besihfesti- gung vornehmlich do am Platze, wo an den Grenzen unseres Volkstums der Kampf um die Behauptung deutschen Lebensraums geführt wird, veberall da, wo deutsche Grenzen in Gefahr sind, überflutet zu werden, tut eine dichte. deutsche Bauernbevölkerung not. Errichtung von Bauernhöfen ist keine Angriffs- sondern eine Abwehrmaßnahme, die heute in der Zeit wehrpolitischer Ohnmacht des Reiches und Oesterreichs nötiger ist denn je. Erhaltung der Volkskraft als Quelle der Bluterneuerung unseres Volkes und Erhaltung des deutschen Volksraums als Grundlage der Volkskraft, find die beiden großen volkspolitischen Aufgaben deutscher Siedlungs- und. Besitzbefestigungspolitik. Jede Grenze deutschen Volkstums ist ernst zu prüfen, ob an ihr nicht noch neue Bauernhöfe entstehen können. Vor jeder Ueberspannung muß aber im Interesse der Sache gewarnt werden. Im Rahmen der naturgegebenen Möglichkeiten muß vernunftgemäß gesiedelt werden, wenn das Werk Bestand haben und deutscher Raum gesichert werden soll. Den Abschluß der Bauerntagung bildeten Vorträge über das ständische Prinzip im Aufbau der deutschen Landwirtschaft. Oie Giubenientagung. Im Rahmen der VDA.-Tagung hatten sich die Mitglieder des Vereins Deutscher Studenten zu einer besonderen Veranstaltung zusammengefunden. Neben dem Reichsführer des VDA., Dr. Steinacher, der selbst aus den Reihen des VDSt. hervor- gegangen ist, sprach für die anwesenden Führer der deutschen Volksgruppen in Europa der Abgeordnete Dr. Roth- Hermannstadt. Im übrigen hatten sich auch akademische Tagungsteilnehmer aus alten deutschen Auslandsgebieten eingefunden, an ihrer Spitze die geschloffene Vertretung der Studentenschaften. Den Hauptoortrag hielt Dr. U l l m a n n über die südostdeutschen Menschen. Außerdem wurden Erklärungen für die Führung der Deutschen Studentenschaft abgegeben. In einer weiteren akademischen Tagung erinnerte Universitätsprofessor Dr S p a h n an die volksdeutsche Bedeutung der Türkenschlacht vor Wien 1683. Zur Jugend sprach noch einmal der neue Reichsführer des VDA., Dr. Steinacher, über den Kärntner Freiheitskampf. 0er Ausklang des Tages. 2m übrigen entwickelte sich in der Stadt Passau das gewohnte bunte Leben und Treiben der 10 000 Mädel und Buben, die mit ihren bunten Wimpeln und Fahnen den VDA.-Veranstaltun- gen ihren besonderen Charakter gaben. Auf Dutzenden von Plätzen und Gärten konzertierten die VDA-Kapellen 2ln der 2nnbrücke sanden sich Spielschargruppen zu einer Singestunde zusammen. Den Abschluß des Tages bildete ein gesamtdeutsches Gelöbnis der Jugend am Feuerstoß. Für die Massen der Teilnehmer loderte ein Stoß am Dreifluheck, am Zusammenfluß von Donau, 2nn und Ilz, während ein zweiter Stoß von der hochgelegenen Maierhofwiese heruntergrüßte. Lob der Einsamkeit. Zu den zermurbendsten Nebenerscheinungen der bolschewistischen Lebensform, die von gewissen, der Scholle entwachsenen Literaten immer wieder als erstrebenswert hingestellt wird, gehört die Aus- rottung der Einsamkeit. Es gibt keine Entwicklung ohne Einsamkeit und kein Reifen ohne sie. Selbst jene, die sich noch immer für das jetzige Dasein in Rußland begeistern, können ein leises Bedauern nicht unterdrücken, wenn sie das dumpf gesellschaftliche, nur von materialistischen Debatten unterbrochene Zusammenleben der russischen Studenten und Arbeiter schildern, die, in engen Wohnungen zusammengepfercht, keinen Sinn für das tiefe Walten der Natur besitzen, die nur in Zahlen und Schlagworten denken und seelisch immer mehr verkümmern. Aus den Briefen junger Sowjetfrauen klingt stets von neuem der Sehnsuchtsschrei: „Warum können wir nicht einmal allein sein? Warum gibt es jetzt kein Berstecken vor den anderen, ein seliges Zueinanderfinden, eine glückliche Zweisamkeit?" Eine Zufriedenheit ohne Einsamkeit ist unvorstellbar. denn Zufriedenheit erwächst aus der Selbstbetrachtung und aus der Verinnerlichung, in der besonders der Grotzstadtmensch nur dann Zeit und Gelegenheit findet, wenn er aus dem Häusermeer heraus in das Freie und in die Weite wandert. Wir haben es verlernt, einsam zu sein. Richtiger, man hat uns den Sinn und die Freude an der Einsamkeit in dem Maße genommen, wie man — aus merkantilen Gründen — unsere Bedürfnisse steigerte und unsere Crlebnisfähigkeit durch vermehrte, flüchtige, dem oberflächlichen Sinnenreiz dienende Darbietungen verminderte und abstumpfte. Jedes Bolk holt und schöpft seine seelische Kraft aus dem Boden seiner Heimat in der tiefen Erkenntnis, daß Mensch und Scholle zusammengehören, daß sie eins sind wie Seele und Körper. 2n den Zähren nach dem großen Kriege Hat die Reifesehnsuchr wie eine Krankheit die großen Massen erfaßt. Tausende und Abertausende haben sich auf die Dahn gesetzt und den Schiffen an Schiffen anvertraut, um weit, recht weit zu reifen, die Welt kennen zu lernen, wie sie sagten. Aber sie sind nur in Hotels und Pensionen abgestiegen, haben Fassaden gesehen und mehr oder minder gute Menüs gegessen, sie haben um die Wette photographiert und sind schließlich übersättigt von so vielen auf sie einstürmenden Eindrücken und dennoch hungrig wieder heimgekehrt. Sie waren auf der Flucht vor sich selbst und sind es heute noch Oie Nationalsozialisten und der VOA. Passau, 5. Juni. (CNB.) Der Stellvertreter des Führers der NSDAP. Adolf Hitler, Rudolf Heß, hat in seinem Schreiben an den Reichsfllhrer des VDA. Dr. Steinacher, in dem er seine Behinderung, an der VDA.-Tagung teilzunehmen, zum Ausdruck bringt, folgendes mitgeteilt: „Ich wünsche Ihrer Tagung umso mehr einen recht großen Erfolg, als ich — selbst Auslandsdeutscher — die Bedeutung der Arbeit des VDA. für unser Volkstum jenseits der Grenze besonders och einschätze. Ich weiß auch darüber hinaus sehr wohl, daß die Lleberall, wohin ich kam, erlebte ich dasselbe. Feriendurstige Menschen, die nur eine Sehnsucht kannten, frei zu fein, des Alltags Fron zu vergessen, begannen nach den ersten vierundzwanzig Stunden, die sie irgendwo in einem idyllischen Orte verbrachten, unruhig zu werden, sich nach passender „Unterhaltung" umzusehen. „Man langweilt sich hier zu Tode!" „Richt einmal Musik gibt es dal" „Man kann doch schließlich nicht den ganzen Tag baden oder spazieren gehen!" So konnten alle nicht einsam sein, wußten alle nichts mit sich und ihrer freien Zeit, aus die sie sich ein ganzes 2ahr gefreut hatten, anzufangen. Richt einmal in Gesellschaftzu zweit, dritt oder viert fühlten sie sich wohl. Ihre Augen und Wünsche wanderten in die anderen Hotels, sie suchten, eine ihnen selbst nicht erilärliche Tlnruhe und Llnrast trieb sie fort, bald da und dorthin. So groß war die Welt, und so wenig bot sie denen, die nicht die Ratur. die nicht das Wunderbare, das Erlebnis der Stille, sondern die Menge, die wahllos zusammengewürfelte Gesellschaft der Tanzsäle und Hotelbars suchten. Kein Wunder dann, daß sie sich langweilten, daß auch die raffiniertesten Genüsse, der schönste Komfort sie nicht befriedigen konnte. 2hr ganzes Streben geht dahin, während der Zeit der Ausspannung „lustig" zu sein. Lustigkeit aber ist eine gewollte, eine erzwungene, zumindest eine nicht ursprüngliche Heiterkeit. Gewiß kann in einer wohlabgestunmten Gesellschaft schöner, reiner Frohsinn herrschen. Frohsinn und Heiterkeit, beides Eigenschaften, die im Gegensatz zu der landläufigen Meinung nur der Einsame, Verinnerlichte in sich trägt, sind aber etwas ganz anderes als Lustigkeit. Der Psycholog Dr. Philipp Lersch hat diesen grundlegenden Unterschied in feinem Werk „Gesicht und Seele" sehr hübsch auseinandergeseht. Was man als Frohheit schlechthin bezeichnet, begegnet uns, so sagt er in zwei Modifikationen, als Heiterkeit und Lustigkeit. Der Unterschied ist im gewissen Grad dem analog, der zwischen Traurigkeit und Mißmut besteht. Die Heiterkeit ist zurückhaltend, in sich zentriert: die Lustigkeit wirft sich in die Umwelt hinein, greift nach den Dingen und wirbelt sie durcheinander. Die Heiterkeit ist mehr gelassen, die Lustigkeit mehr ausgelassen. Dies zeigt sich auch in der sprachlichen Aeuherung: wenn der Heitere auch völlig sozial aufgeschlossen ist, so ist er dennoch nicht so laut in seiner Aeuherung wie der Lustige, der durch seine Lautheit gelegentlich aufdringlich werden kann. Der Lustige amüsiert I sich an den Dingen, der Heitere freut sich ihrer. Wirkungsmöglichkeit des Verbands umso größer ist, jemehrer sichnach w i e v o r f r e l z u h a l- ten versteht von Einflüssen des offiziellen Deutschlands, gleichgültia, ob dieses sich in Regierungen oder in Parteigebilden verkörpert, und sei es selbst in einer Bewegung, die im Grunde so wenig Partei in normalem Sinne ist wie die Nationalsozialistische. Ich darf ausdrücklich betonen, daß diese meine Auffassung sich durchaus deckt mit der Auffassung des Führers selbst, die er auch verschiedentlich Vertretern des VDA. gegenüber zum Ausdruck brachte, und an der sich, wie ich weiß, heute weniger denn je etwas geändert hat." Und dies heißt im Grunde nichts anderes als dies, daß her Lustige egozentrischer, ichgebundener ist, und daß ihm das Gütige und Schenkende bei weitem nicht in dem Maße eigentümlich ist, in dem es die echte Heiterkeit besitzt. Zweifellos liegt auch in der Lustigkeit eine Bejahung der Dinge, aber der Lustige bejaht die Dinge weniger so, wie sie für sich sind, als vielmehr in ihren Beziehungen zu seiner eigenen Person. Der Lustige sieht kaum über seinen Anspruch, amüsiert zu werden und zu amüsieren, hinaus, er verliert leicht das Interesse und den Sinn für Leute, die seine Stimmung nicht mitmachen können: der Heitere dagegen hat mehr Verständnis und Güte auch für Menschen, die nicht heiterer Stimmung sind. Anderseits kann sich der Heitere der Außenwelt gegenüber völlig aufschließen, aber er bedarf dieser keineswegs notwendig, um heiter zu sein. In der Einsamkeit liegt vielmehr die Quelle echten, natürlichen Frohsinns und nicht der Schwermut, wie viele irrtümlich meinen. Denn gerade der Schwermütige läßt sich gelegentlich gern in einen Zustand absurder, zumindest übertriebener Lustigkeit versetzen. So ist auch unser gesellschaftliches Leben nicht von echter Heiterkeit durchströmt, nicht einmal mit Lustigkeit erfüllt, sondern exaltiert. Wir glauben uns zu unterhalten und sind bestenfalls nur angenehm gekitzelt. Auf die Lustigkeit folgt Ernüchterung und Langeweile. Der Mensch aber, der feine Heiterkeit aus der Einsamkeit schöpft, der sich in sich und in der Ratur sucht und wiederfindet, bleibt heiter, gütig und froh, auch wenn er aus der heiterkeitsspendenden Einsamkeit in den Kreis der anderen zurückkehrt. Was sind das für schreckliche Zeitgenossen, die jetzt an warmen, sonnendurchpulsten Frühlingssonntagen hinaus ins Freie ziehen, den tragbaren Sprech- oder Radioapparat in der Hand, um in der nächsten Waldlichtung sich niederzulassen und — Musik zu machen! Wieviel Musik rauscht und zittert in Wald und Flur, wieviel Gesang und Stimmenglanz liegt in einer Mittags- oder Abendstimmung! Richts von dem wundervollen Konzert der Atmosphäre wird dem Lustigen offenbar Er bringt seine barbarischen Zivilisationsgeräte in die Ratur und vernichtet damit ihren Zauber. Wer die Einsamkeit loben und sich ihrer erfreuen will, der schreie sie nicht in alle Welt. Jene, die sagen, sie seien einsam oder sie sehnen sich so sehr nach Einsamkeit, wissen nicht, was Einsamkeit ist, sie ahnen nicht, wieviel Köstlichkeit sich dahinter verbirgt. Man kann nicht in die Einsamkeit hinausgehen. Man muß sie erringen und erkämpfen. Man muß tereaux fährt, gerieten gestern abend di? Kleider des Lokomotivführers in Brand. Don Schmerzen gepeinigt sprang er von der Lokomotive ab und wurde von einem entgegenkommenden Zuge überfahren und getötet. Der Heizer übernahm darauf die Führung der Lokomotive. Aber auch seine Kleider gerieten in Brand, so daß es ihm nicht mehr möglich war, den Zug zum Halten zu bringen. Glücklicherweise war der Zugbegleiter aufmerksam geworden. Er arbeitete sich zur Lokomotive vor und konnte auf Grund der Winke, die ihm der fast ohnmächtige Heizer gab, den Zug mit den erforderlichen Hebeldrücken anhalten. Roch vor der Einlieferung ins Krankenhaus ist auch der Heizer seinen Brandwunden erlegen. Aus aller Welt. Vcandkataslrophe in einem Heidedorf. — 11 Gehöfte niedergebrannt. Das Heidedorf A h a u f e n bei Rothenburg wurde am zweiten Pfingstfeiertag während des Got- tesdienstes von einer Feuersbrunst heimgesucht, durck die f a ft ein Drittel des gesamten Dorfes in Asche gelegt wurde. Das Feuer war durch spielende Kinder, denen in Abwesenheit der Eltern Streichhölzer in die Hände gekommen waren, in einem Gehöft entstanden, während im Gottesdienst der Einleitungschoral gesungen wurde. Als das Feuerhorn durch das vereinsamte Dorf gellte, brach der Pastor den Gottesdienst sofort ab und forderte sämtliche männlichen Kirchenbesucher auf, die Löscharbeit in Angriff zu nehmen. Da viele Häuser und Gehöfte aber noch mit dem niedersächsischen Strohdach gedeckt waren, breiteten sich die Flammen mit großer Geschwindigkeit aus und äscherten in kurzer Zeit 11 von etwa 30 Gehöften des Dorfes ein. Der Schaden beträgt nach erster Schätzung etwa 250 000 Mark. Die meisten der von der Katastrophe Betroffenen stehen, da ihnen das Feuer alle Habe vernichtet hat, vor dem Nichts. Sieben Personen durch Starkstrom getötet. In Chiggiogna im Levantiner Tal sind sieben Personen beim Transport von Langholz mit einer Seilbahn durch Starkstrom getötet worden. Das Drahtseil der Förderanlage war aus unaufgeklärter Ursache mit einer Starkstromleitung in Verbindung gekommen. Außer den Toten sind noch zwei Schwerverletzte zu beklagen. Wochenendflug englischer Sportflieger nach Deutschland. In Erwiderung des vorjährigen Wochenendfluges deutscher Flieger nach England trafen fünf englischeSportmaschinen auf dem Düsseldorfer Flugplatz Lohausen als Gäste des Düsseldor fer Aeroklubs ein. Die Engländer waren über den gastlichen Empfang sehr erfreut und sprachen sich anerkennend über den deutschen Flugsport aus. An dem Flug, dessen Führer das Parlamentsmitglied W. Lind- sah E v e r a r d ist, nahmen auch vier Damen teil, darunter die Prinzessin Windischgrätz. Weitere sieben Maschinen werden noch erwartet. Schweres Flugzeugunglück in Fürth. — Zwei lote. Ein schweres Unglück ereignete sich am Sonntag» nachmittag auf dem Flugplätze in Fürth, wo anläßlich der NS.-FIugwoche fliegerische Wettbewerbe zum Austrag kamen. Beim Baklon- rennen stießen zwei Flugzeuge in ungefähr 100 Meter Höhe zusammen und stürzten ab. Der Flugzeugführer Flöder (Dresden) wurde sofort getötet, während der Flugzeugführer Gaßner (Fürth) schwer verletzt ins Krankenhaus übergeführt werden mußte, wo er alsbald seinen Verletzungen erlag. Der Mitfahrer Flöders konnte sich noch im letzten Augenblick durch Absprung aus geringer Höhe retten. Explosionskatastrophe In Kalifornien. In Long-Beach (Kalifornien) find bei der Explosion einer Petr oleum-Raffinerie sieben Todesopfer gezählt worden. Fünfzig Personen wurden verletzt. Der Sachschaden wird auf zwei Millionen Dollar geschätzt. sich erst auf sie vorbereiten, da sie einen sonst erdrückt wie alles Große und Ungeheure und Unfaßbare. In der großen, echten, tiefen Liebe ist die Einsamkeit der Weg zur beglückenden Zweisamkeit. Und was ist denn die Liebe anderes als das aufwühlende Bewußtsein einer nach Ergänzung und Erfüllung drängenden Einsamkeit? Wirklich einsam und verlassen ist daher nur jener Mensch, der die Einsamkeit nicht kennt, der sie nicht in ihrer herben Süße ausgekostet, sie nicht mit allen Fasern seiner Seele zu erringen gesucht hat. Der Einsame in des Wortes schöner Bedeutung ist so angefüllt mit Güte und Heiterkeit, daß er die Einsamkeit als einen Rausch empfindet, der als einziger Rausch keinen Kater hinterläßt, weil er in der Seele glückhaft weiterschwingt. So müssen auch alle naiven Gemüter, die mit einem befreiten Ausatmen aus der Hetzjagd des täglichen Lebens auf das Land oder ans Meer flüchten, um, wie sie vermeinen, „die Einsamkeit" aufzuspüren, bald enttäuscht werden, denn sie suchen die Einsamkeit, statt sie zu erobern und finden nur sich selbst und wissen mit ihrer Person nichts anzufangen. Sie drehen sich im Leeren, sie tasten nach etwas Wesenlosem, fie wollen sich an der Ratur begeistern und merken nicht, daß alles in der Welt nur ein Reflex ihres Selbst ist, und daß die Welt nicht strahlen und nicht glänzen kann, wenn nicht aus ihnen und von ihnen das Licht und der Glanz kommt. In die Einsamkeit fliehen — welch' eine verkehrte Wendung! Fliehen wir denn in das Glück? Wir ziehen es an uns, wenn wir den in uns allen verankerten Keim hegen und pflegen, wenn wir von der Plattform des oberflächlichen Lebens in die rätselhaften Tiefen unserer Seele hinabsteigen. Langeweile ist ein Zustand, in den ein wahrhaft Einsamer, also ein Glücklicher, ein Zufriedener nie fallen kann. Rirgends in der Welt findest du die Einsamkeit, wenn nicht in dir. Niemals darfst du sie loben, wenn du sie nicht verscheuchen willst. Denn sie trägt das höchste Lob in sich. In den dichten Wäldern Schwedens trafen wir einmal einen alten Förster, munter und vergnügt trotz seiner siebzig Jahre, von denen er fünfzig in der rauschenden Stille seiner Daumriesen verbracht hatte. Ein junges Mädchen aus unserer Gesellschaft fragte ihn: „Langweilen Sie sich denn niemals, wenn Sie so ganz mutterseelenallein sind?" „Wie sollte ich?", gab der Alte zur Antwort, „die Freude läßt mir keine Zeit dazu!" G. S, Weli-Alleinflug eines Amerikaners. Oie erste Etappe Aeuyork—Moskau zurückgelegt. Oer Start. N e u y o r k, 3. Juni. (WTB.) Der amerikanische Flieger James I. Mattern ist heute um 5.20 Uhr zu einem Welt-Alleinflug gestartet. Nach Aussage seiner Freunde will er sofort nach Europa fliegen und erst in Berlin oder, wenn möglich, sogar erst in Moskau niedergehen. Mattern gehört zu den beiden amerikanischen Fliegern, die schon im Vorjahr einen Weltflug versuchten, infolge Absturzes in Rußland aber von ihrem Unternehmen absehen mußten. Zwischenlandung in Norwegen. Oslo, 5. Juni. (WTB.) Der Flieger Mattern ist heute morgen 4.20 Uhr in der Nähe von Oslo gelandet und hat um 6.40 Uhr den Flug mit Richtung auf Moskau fortgesetzt. Er erklärte, er habe die Westküste von Norwegen für die Küste Schottlands gehalten und habe wegen eines Gewitters und wegen des Nebels seit längerer Zeit mehr nach Norden halten müssen. Deshalb habe er später versucht, einen südlicheren Kurs einzuschlagen und Berlin zu erreichen. Am Sonntagabend sei er jedoch auf der Insel Jomfruland (am Skagerrak, südwestlich der Stadt Langesund) gelandet, weil er dort einen günstigen Boden gefunden habe. Nach 23stün- digem Flug habe er noch 50 Liter Benzin und 40 Liter Oel gehabt. Landung in Moskau. Moskau, 5. Juni. (WTB.) Mattern ist heute mittag in Moskau gelandet. Vertreter der russischen Regierung, der Zivilluftfahrt und der Presse hatten sich zu seiner Begrüßung eingefunden. Besonders herzlich war die Bewillkommnung Matterns durch die Sowjetflieger. Unterwegs nach Irkutsk. Moskau, 5. Juni. (TU.) Der amerikanische Flieger Mattern ist nach kurzem Aufenthalt auf dem Moskauer Zentralflughafen wieder zum Weiterflug noch Irkutsk gestartet. Für den Weiterflug wurde der Flieger mit russischem Kartenmaterial versorgt. Matterns gestorbener Vater ist übrigens in Mannheim geboren, seine Mutter lebt mit ihrer Schwester, einer Frau Muelzej, in Fortworth (Indiana). Schweres Eisenbahnunglück in Frar kceich. Bisher 14 Tote und 25 Verletzte. Nantes, 4. Juni. Der von Paris kommende Nacht schnellzug, der mit Pfingstausflüglern voll beseht war, ist in den frühen Morgenstunden kurz vor Nantes entgleist. Auf die Nachricht von dem Unglück begaben sich sofort hilfs- mannschaften nach der Unfallstelle. Dort bot sich ihnen ein grauenhaftes Bild. Line Reihe von wagen war zertrümmert, schreiende und blutende Menschen lagen unter den Trümmern. Nach einer Meldung der Direktion der Orleans- Lisenbahnen beträgt die Zahl der Opfer der Zugkatastrophe von Nantes 14 Tote und 25 verletzte. hiervon sollen 5 oder 6 schwer verletzt fein. 3n anderen Meldungen wird die Zahl der verletzten mit über 10 0 angegeben. An der Unglücksstelle war vor einigen Tagen ein Güterzug entgleist, und die Gleise sollten aus- gebessert werden. Der Lokomotivführer hat die Signale, die langsame Fahrt vorschrieben, übersehen, brau st e mit 90 Kilometer Geschwindigkeit heran. Sein versuch, in letzter Sekunde zu stoppen, hatte die entgegengesetzte Wirkung. Die Maschine sprang aus den Schienen und schlug um Sämtliche Wagen schoben sich ineinander Die Bergungsarbeiten waren sehr schwierig. Der Lokomotivführer ist in Untersuchungshaft genommen worden. * Das Dild an der Tlnfallstelle ist unbeschreiblich. Aus dem ineinandergedrückten Wagen tagten Körperteile der Toten und Schwerverletzten hervor, die man oft erst durch Auseinander- schweihung der Eisenteile befreien konnte. Eine Frau war über vier Stunden mit dem Oberkörper zwischen zwei Eisenstangen eingeklemmt, während zu ihren Füßen die Leiche ihrer Schwester lag, die sie infolge der furchtbaren Verstümmelung nicht erkannte. In einem Abteil fand man eine junge Mutter mit ihrem 18 Monate alten Kind in den Armen. Beide waren tot. Wieder andere waren bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. So wurde eine Reisende buchstäblich in zwei Teile zerschnitten. Die Schreckensszenen, die sich während der Rettungsarbeiten abspielten, waren herzzerreißend. Am ersten Pfingstfeiertag und in der Nacht vom Sonntag zum Montag arbeiteten Feuerwehr, Militär und Gendarmerie an den Aufräumungsarbeiten. Ein zweites Eisenbahnunglück im letzten Augenblick verhütet. Paris, 6. Juni. (WTB. Funkshruch.) Nachdem sich am ersten Feiertag das große Eisenbahnunglück bei Nantes ereignet hat, wäre es am Abend des zweiten Feiertages infolge eines ganz ungewöhnlichen Vorkommnisses beinahe wieder zu einem Eisenbahnunglück gekommen. Der Vorfall hat sich folgendermaßen abgespielt: Auf einem Vorortzug, der von Paris nach Ion« Oie Einsturz - Katastrophe an der Saale. Im fireife Bernburg stürzten Die angehäuften Kalkablagerungen der Soloay-Werke in die Saale, deren Bett sie vollkommen abriegellen. Die Gefahr einer Ueberschwemmung ist inzwischen beseitigt. MIM 3m oberen Tal der Saale ist eine Raturkata- strophe eingetreten, wie sie in ihrer Art in Deutschland Wohl noch niemals sich ereignet hat. 3n einer Ausdehnung von mehr als 500 Metern sind die Steilwände des Kalkgebirges infolge der lang- anhaltenden Regengüsse in Bewegung geraten und haben sich losgelöst. Mit großem, donnerartigem Gepolter stürzten tausende Kubikmeter der Gesteinsmasse in das Flußbett der Saale und deckten es vollkommen zu, so daß das Wasser sich einen neuen Weg suchen mußte und die anlie- aenden Felder und Wiesen kilometerweit überschwemmt. DaS Flußbett selber aber hat sich in eine feste und unbewegliche weiße Steinmassc verwandelt. Ein deutlicheres und in seiner Art vielleicht prächtiges Schauspiel von der elementaren Kraft der Raturgewalten mag -s überhaupt wohl noch nicht gegeben haben. Immer wieder sind es die drei Grundelemente Feuer, Wasser und Luft, die mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit die Gestalt und das Bild der Erde verändern. Für die Menschengeschlechter kaum wahrnehmbar arbeiten die Raturkräfte in stetem Auf- und Abbau, wobei die Zahlenrechnung menschlicher Lebensjahre in der Rechnung erdgejchichtlicher Fortentwicklung nur eine ganz geringe und kaum zu vergleichende Rolle spielt. Durch die Einflüsse der Witterung aber — wie in diesem Falle durch den andauernden Regen — kommt es dann zu plötzlichen entwicklungsmäßigen Abschnitten, die sich uns in der Form von Raturkatastrophen vor Augen stellen. Run wird in uns die Erinnerung an das erdgeschichtliche Geschehen und Wirken im Laufe der vergangenen Jahre, Jahrzehnte und Iahrhun- derte wach. Gerade das Thüringer Gebiet der Saaleberge gibt uns da manches Beispiel. So ereigneten sich in den Fahren 1780, 1828 und 1881 bei Kahla in Thüringen mehrere Bergstürze, als das Gebiet des Dohlensteins in nächster Rähe der Leuchtenburg in Bewegung geriet Der dort aus dem Duntsandstein lagernde Muschelkalk rutschte auf dem Sandstein, Der im Laufe der Zeiten durchnäßt worden war, einfach ab. Dasselbe war an den Kuonbergen bei Jena in den letzten Jahren des achtzehnten Iahrhunderts der Fall. Die Bahnstrecke Berlin—München führt in der Rähe von Saalfeld in Thüringen an dem sogenannten Dohlen vorbei. Hier bildeten zwei verschieden gelagerte Gesteinslager des dort vorkommenden Zechsteins ein regelrechtes Dach, das in die Luft hineinragte und die Landstraße und die Bahnlinie dauernd gefährdete. Denn mit einem Absturz des überhängenden Felsens war mit Sicherheit zu rechnen. Daher hat die Reichsbahn durch Sprengungen den Berg künstlich berichtigt. Unweit von Gero, im östlichen Thüringen, liegt der Zoitzberg an dem kleinen Flüßchen der Elster. Erst 1931 hat der Berg eine alte Böschung, die aus dem bergbaulichen Abtragen des dort vorkommenden Anthrazits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstanden war, durch wiederholte Bergrutsche auszugleichen versucht. Aber auch im rheinischen Schiefergebirge haben wir Bergstürze dieser Art erlebt. 3n bester Erinnerung ist der große Absturz der Gesteinsmassen im Jahre 1931 bei Cochem an der Mosel. Oder denken wir an den Bergsturz bei Idar, bei dem das ganze Rathaus unter den Erdmassen verschwand. 3m 3ahre 1876 forderte der Absturz bei C a u b 28 Menschenopfer. Aehnliche Katastrophen ereigneten sich 1920 bei Lorch am Rhein, wo man 1928 bei einem erneut drohenden Bergsturz die Schuttmassen künstlich abzutragen begann, dann bei St. Goar, und bei Bad Ems drohen einige tausend Kubikmeter mit dem Absturz. So war und ist die Erdoberfläche in ewiger Bewegung, von deren Gewalt und Ausmaß wir Menschen uns nur ein unvollkommenes Bild machen können. — pf. Schutz dem Jungwild! Don Studienrai (Srnft Holzel, Schriftführer Wenn der Wald sein neues Kleid anlegt und Wiesen und Felder in sattem Grün prangen, wenn überall aus Hecken und Bäumen Vogelkinder nach Atzung gieren, dann setzt das Rottier sein Kalb, führt die Ricke ihr Kitz und säugt die Häsin ihre Jungen, während die Wildhühner und Enten ihr Gelege vollendet haben und nun brüten. Groß sind alljährlich die Verluste, die — vermeidbar ober unvermeidbar — das Jungwild treffen. Wenn mir Jäger alle bitten, die helfen können, das Ihrige zu tun, um die vermeidbaren Verluste nach Möglichkeit einzuschrän- kcn, dann handeln wir dabei nicht aus eigennützigen Erwägungen heraus, wenn wir natürlich auch zu erhallen suchen, was wir aus Liebe zur Natur und zur Jagd heranzuhegen streben und wofür wir jo auch schließlich eine meist viel zu hohe Jagdpacht bezahlen. Vermeidbar sind alle Verluste, die auf das Konto „Hund" und „Katze" gehen. Wer in der Brut- und Satzzeit seinen Hund draußen herumsuchen läßt, anstatt ihn anzuleinen, oder duldet, daß seine Kotze jede Nacht und dazu noch Teile des Tages draußen im Feld zubringl, ist mitschuldig daran, wenn alljährlich bedeutende Werte der deutschen Wirtschaft verloren gehen. Der Spaziergänger, der zufällig auf ein Rehkitz trifft und es aufnimmt oder gar mitnimmt, sei es in guter oder böser Absicy, handelt ebenso. Jungwild, das starke Menschenwitterung angenommen hat, wird meist von der Mutter nicht mehr angenommen und verhungert. Die Befürchtung, daß das allein irgendwo im hohen Gras schlafende Kitzchen von der Mutter verlassen wäre, ist unbegründet. Es kann ihr noch nicht folgen auf dem Wechsel zur Aesung und verschläft nach Art kleiner Menschenkinder die Zeit, bis die Mutter wieder zurückkehrt. Es ist also grundfalsch und schlecht angebrachte Tierliebe, wenn ein solches Tier- chen als Findlingskind nun dem Förster oder Jagdpächter ins Haus gebracht wird. Der Versuch aber, es mitzunehmen, um es selbst zu Hause aufzuziehen, ist W i l d d i e b st a h l genau so gut wie etwa das Äusnehmen von Fasanennestern und als solcher strafbar. Da immer wieder diese Fehler gemacht werden, sei darauf besonders hingewiesen. Diel größer ist aber meist die Gefahr, die bei landwirtschaftlichen Arbeiten den Rachwuchs unseres Wildes bedroht. Diese Verluste sind oft unvermeidbar und erschreckend hoch. Auf einer Eigenjagd in der Umgebung von Gießen wurden vor wenigen Jahren innerhalb eines Sommers allein 48 Iunghasen durch die Mähmaschine getötet. Dedeutend ist auch die Zahl der Fasanen- unb Hühnergelege, die Sense und Maschine zum des „Hubertus" Gießen. Opfer fallen. Wie oft findet die fest brütende Henne dabei selbst den Tod! Die Praxis zeigt, daß häufig gerade solche Rester durch den abstreichenden Brutvogel verraten werden und dadurch bei gutem Millen ein Um- mähen unter gleichzeitigem Stehenlassen eines nicht zu kleinen Stückes Klee oder Gras möglich ist. Der hegende 3agdpächter wird dem Landwirt seinen Dank nicht versagen. In vielen Revieren sind für diesen Fall feste Delohnunaen ausgelobt. Aber der Dauer sollte gar nicht allein um dieses Lohnes willen oder um Dem Jäger einen Gefallen zu tun, so handeln, sondern um seiner selbst willen. Man trifft immer auf eine erstaunliche Unkenntnis der Lebensweise unserer heimatlichen Tierwelt. Das Rebhuhn z. D. ist, wenn wir es vom Standpunkt der landwirtschaftlichen Rüh- lichkeit aus betrachten, , hundertprozentig" nützlich. Die Iunghühner, die unter dem Schuh der Alten heranwachsen, leben fast ausschließlich von Insekten und vertilgen im Halmenwald des Getreidefeldes eine Masse von Schädlingen, z. D. den Saatschnellkäfer über dessen Larve, den Drahtwurm, und ihre Schädlichkeit der Dauer meistens unterrichtet ist. vernunftmähig sollte daher der Landwirt danach streben, jedes Feldhuhnnest zu schützen, um sich selbst dadurch einen Gefallen zu tun. Start, verkannt ist oft der Fasan. Daß er z. B. zur Saatzeit auch offen liegende Körner aufnimmt, die nicht unter die Erde kamen, mag sein Es kann aber nicht geleugnet werden, daß feine Nahrung in der Hauptsache tierischer Art ist. Im letzten Herbst mußten viele Wintersaatfelder nachgesät ober um- gepflügt werden, weil die Schnecken alles abfraßen. In solcher Zeit lebt der Fasan fast nur von diesen Weichtieren, und zwar nimmt er, wie man aus vielen Untersuchungen des Kropfinhaltes weiß, nicht nur Nacktschnecken, sondern auch Gehäuseschnecken samt den Gehäusen auf. Ebenso findet man in feinem Kropf mitunter riesige Mengen schädlicher Insektenlarven. Ich schoß vor zwei Jahren in der Gemarkung Wiescck einen Hahn, der vorher auf einem Winterweizenacker geäst hatte. Sein Kropf enthielt zwei Wenenkörner, eine Laufkäserlarve und 1400 (vierzehnhundert!) Larven einer schädlichen Insektenart, wie von dem Institut für Schädlingsbekämpfung festgestellt wurde. Drahtwürmer habe ich oft in großer Zahl darin gesunden. Wenn man sich den riesigen Schaden vergegenwärtigt. den diese Schädlinge anridften, oder die Linkosten vor Augen hält, die ihre Bekämpfung veranlaßt, dann durfte die .biologische De- fämpfung“ durch den Jagdfasan bestimmt für den Landwirt die billigste fein. Richt vergessen sei die Wildente, deren Besatz durch allerlei Gründe (Deränderung der Wasserläufe, Wasser- sport u. ä.) immer mehr zurückgeht. Jeder Landwirt weiß, wie gern die Ente im Sommer mit ihren Jungen die überfluteten Wiesen in der Zeit nach der Heuernte aufsucht und dort in den flachen Gräben grünbeit, um in Massen die kleinen Schnecken zu fressen, die als Zwischenwirt für den Erreger der Leberegelseuche in Frage kommen. Lnienhege und Schuh ihrer (Belege vor Eierdieben aber heißt den Leberegel bekämpfen. Was er anzurichten vermag, brauche ich oberhessischen Landwirten nicht zu erzählen. Die traurigen Erfahrungen in den Rinder-, Ziegen- und Schafbe- ständen, die sie vor allem vor etwa 10 Jahren sain- weln konnten, sprechen für sich. Also nicht um des Zögers willen, sondern um seiner selbst wil - le n, sollte der Landmann zusammen mit dem Jäger diese Wildarten zu erhalten suchen. Und schließlich noch ein allgemeiner Gesichtspunkt, der allen zu denken geben sollte. Die Erkenntnis der volkswirtschaftlichen Bedeutung der Jagd ist bei uns erst im Werden, während andere, vor allem oft- europäische, Völker sie als einen sehr wichtigen Zweig ihres Wirtschaftslebens erkannt und dementsprechend gesetzlich geregelt haben. Der jährliche Wert der Jagd übertrifft mit insgesamt 100 Millionen Reichsmark in allen ihren Zweigen den der gesamten Binnen- und Seefischerei Deutschlands zusammen beträchtlich. Dabei reichen die anfallenden Wild-, Decken- und Balgmengen bei weitem nicht zur Deckung der Nachfrage' aus, und alljährlich werden aus Polen, Böhmen und Ungarn vor allem beträchtliche Wildmengen in die Markthallen der Großstädte eingeführt. Wenn wir überall danach streben, im Interesse unserer gesamten Volkswirtschaft jede unnötige Einfuhr zu vermeiden, dann müssen wir auch auf dem Gebiete der 3agb alle Quellen durch vernunftgemäße Behandlung und weidgerechte Pflege und Bejagung zu erschließen suchen. Die Jäger hoffen zuversichtlich, daß die zu erwartenden Maßnahmen der Reichsregierung zu einer wirklichen Jagdwirtschaft führen werden. Sie wissen aber, daß sie zur Erfüllung der Ausgaben, die ihnen gestellt werden, der verständigen Mithilfe aller, die zu Helsen vermögen, nicht entraten können. Und dazu gehört vor allem: Schutz dem Jungwild! Aus der Provinzialhaupistadt. Otto Behaghel hundert Semester Ordinarius. Am 9. Juni 1883 ist die UrtunDe ausgestellt, durch bie der damals neunund zwanzigjährige Heidelberger Extraordinarius Otto Behaghel zum ordentlichen Professor der deutschen Sprache und Literatur an der Universität Basel ernannt worden ist. Die hundert Semester, die seitdem verflossen sind, hat er, seit 1888 in Gießen, ständig lehrend und forschend verbracht. Das Verzeichnis seiner Schrift ten, in der ihm zum 70. Geburtstag gewidmeten Fest- ßrift „Beiträge zur germanischen Sprachwissen- aft" (1924) mit seinen 688 Nummern hat er weit überholt, namentlich ist seine „Deutsche „Syrntax" erst 1832 mit einem vierten Band, den Kenner für den besten halten, vollendet worden. Damit ist Be- hoghel der Begründer unserer geschichtlichen Syntax. Dreimal hat er die Hessische Landes-Univerfität als Rektor geleitet. Dem Deutschen Sprachverein und der Deutschen Akademie ist er seit ihrem Bestehen Berater in sprachwissenschaftlichen Fragen gewesen; der Bayerischen Akademie und der Gesellschaft der Wissenschaften in Göttingen gehört er als Mitglied an; das Literaturblatt für germanische und rom-i- nische Philologie gibt er nun im 54. Jahrgang heraus. lieber allem aber steht der lebfrische, bedeutende Mann, der schlagfertige Redner und warmherzige Lehrer, der nie ermüdend wirkt und auch den (pro- besten Stoff lebendig, ja luftig darzustellen weiß. Wie ihn alles Verknöcherte und Beschränkte abstößt, so läßt er jedem seine Freiheit. Er kommt aus keiner Schule und hat keine begründet, aber gelernt haben mir alle von ihm. Er gibt im Hörsaal, vor der Jugend, im gelehrten Kreis wie bei jeder Feier, einfach sich selbst. So wird er von vielen verehrt, und wir zweifeln nicht: er wird sich die frische Gabe, solcher Verehrung froh zu werden, auch in Zukunft erhalten. Ll. G. Um- und Ausbau des öffentlichen Aahverkehrs. Der Beauftragte des Reichsverkehrsministers für den öffentlichen Nahverkehr, Dr. jur. Erich ßüb- bert, und fein ständiger Vertreter, Oberbaurat a. D. Dr.-Jng. K.A. Müller, haben der Presse folgende Verlautbarung übergeben: Durch die Berufung eines Beauftragten für den öffentlichen Nahverkehr hat der Reichsverkehrsminister einen bedeutungsvollen Schritt zur Befriedung der immer stärker hervor- tretenden Gegensätze im öffentlichen Verkehr und zum Aufbau einer umfassenden einheitlichen Umbildung des gesamten nationalen Beförderungsapparates vorwärts getan. Träger des öffentlichen Nah. Verkehrs sind im wesentlichen die Straßenbahnen, Kleinbahnen, Privateisenbahnen und Kraftverkehrs- gesellschaften, in Denen ein Kapital von rund 3 Milliarden RM. angelegt ist und die in normalen Zeiten einen Jahresumsatz von rund 1 Milliarde RM. aufweisen. Diese 770 Verkehrsbetriebe befördern von den im gesamten öffentlichen Verkehr (einschließlich Reichsbahn und Reichspost) jährlich beförderten rund 5i Milliarden Personen rund 65 v. H., die Straßen- bahnen allein rund 50 v. H.; fast 300 Millionen Personen entfallen auf die Kraftfahrbetriebe. Auf 21 000 Kilometer Gleisbetriebslänge — fast 39 v. H. der Gesamtbetriebslänge der Reichsbahn — werden mengenmäßig jährlich rund 20 o. H. der von der Reichsbahn beförderten Güter meist im Wechselver- kehr mit dieser befördert. Der Fahrzeugpark der nichtreichseigenen Schienenbahnen umfaßt rund 77 000 Einheiten, zu denen noch rund 6000 Kraft- ahrzeuge hinzukommen. 1-50 000 Bedienstete sind in diesem wichtigen Wirtschaftszweig tätig. Die öffentlichen Nahverkehrsmittel haben die größte Bedeutung für die werktätige Bevölkerung aber auch für bestimmte Industrien und vor allem ür die Landwirtschaft, die von jeher ein treuer Freund der Kleinbahnen gewesen ist. Die öffentlichen Nahverkehrsmittel, die sich überwiegend in öffentlicher Hand, der der Länder, Provinzen, Landkreise und Städte, befinden, find auch die Träger eines umfangreichen Arbeitsbeschaffungsprogramms, ür das genügend durchgerechnete und begründete Projekte, Deren Wirtschaftlichkeit nachweisbar ist. Den ReichsbehörDen bereits vorliegen. Aufgabe Des nunmehr vom Reichsverkehrsminister berufenen Beauftragten für Den öffent- I i d) e n Nahverkehr ist es, Diesem Vorschläge ür Den Einbau Dieses Verkehrszweiges in Den großen Rahmen Des gesamten öffentlichen Verkehrs zu unterbreiten. Das Ziel ist die Umgestaltung Der teilweise veralteten Verkehrsgesetz- g e b u n g und Deren Anpassung an Die Erforder- nisie Der heutigen Zeit, Die Ausschaltung jeDes un- gesunDen Wettbewerbes unter Den einzelnen Irä» gern des öffentlichen Verkehrs zum Zweck möglich- ter Verbilligung Der Tarife für Bevölkerung unD Wirtschaft unD Die Motorisierung auch Dieser Verkehrsmittel in Den Grenzen Des wirtschaftlich Mög- lichen unter besonderer Berücksichtigung Der heimi- chen Erzeugung. Endlich gehört insbesondere noch zu den Auf- gaben des Beauftragten die Vorbereitung des berufsständischen Aufbaues, um auch diesen Wirt- chaftszweig im künftigen Ständestaat des nationa- len Reichs den Platz anzuweisen, der ihm gebührt und den die 150 000 in Diesem Berufsstand tätigen Personen verlangen können. Bornotizcn. I — Tageskalender für Dienstag: | Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „8 Mädels im Boot." ** Preußisch - Süddeutsche Klassen- ko t t e r i e. Zu der am 14. und 15. Juni stattfindenden Ziehung 3. Klasse 41 (267.) Lotterie hat die Erneuerung der Lose planmäßig spätestens bis zum 7. Juni, 18 Uhr, bei Verlust des Anrechts in der zuständigen Lotterie-Einnahme zu geschehen. " Kriegsopferversammlung. Am Donnerstagabend versammelte sich Dtt Ortsgruppe Dießen des 'Verbandes der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen der Krtegerkameradschaft Hassia (Kyffhäuserverband) zu einem Ausspracheabend im Cafö Ebel. Racy Begrüßung der Mitglieder und Gäste berichtete der Ortsgruppenleiter. Kamerad Lehrer D ö h n, über den Ausbau der nationalen Kriegsopferorganisation. Er sührte u. a. aus: Rachoem sich der Reichskriegerbund Kyfshäuser seinem Wesen entsprechend zum neuen Deutschland betannt und sich mit allen seinen Un- tergliederungen hinter den Reichskanzler Adolf Hitler gestellt, hat sich der Kyffhäuserverband der Kriegsbeschädigten undKriegerhinlerbliebenen, dem auch der Verband der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen der Kriegerkameradschaft Hassia angehört, der nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung angeschlossen. Außer dein Kyffhäuserverband gehören der RS.-Kriegsopfer- versorgung (REKOV./ noch an der RS.-Reichs- verband, der Deutsche Offizierbund und der Dund erblindeter Krieger. Führer der gesamten RSKOV. ist Kamerad Oberlindober, MdR. Diese vier Abteilungen sind in ihrer inneren Verwaltung, der Betreuung und Vertretung der Mitglieder völlig selbständig. Eine weitere Vereinheitlichung wird angestrebt. Anschließend berichtete der Provinzialsürsorgeleiter für Oberhessen, Kamerad Oberleutnant a. D. D o n h a r d , in längeren Ausführungen, die von großer Sachkenntnis des umfangreichen Dersorgungsrechtes zeugten, über den gegenwärtigen Stand des Versorgungswesens und erläuterte insbesondere die neuesten Bestimmungen, die für einen Teil der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen Milderungen gebracht haben. Rachdem zahlreiche Anfragen der Mitglieder und Gäste beantwortet waren, schloß der Ortsgruppenleiter mit dem Dank an den Vortragenden die Versammlung. Ein Intermezzo des Reichskanzlers in Mainz. Mainz, 3. Juni (WSN.) Gestern abend kam eine große Autokolonne durch Mainz und nahm Richtung nach Der Großen Bleiche, wobei Die Autos ziemlichen Lärm Durch häufiges Hupen verursachten. Da gegenwärtige in Mainz eine „ Hupfreie Woche " ftattfinDet, hielt Der Ecke Große Bleiche unD schillerstraße Dienst tuenDe Verkehrsschuhmann Die Autokolonne an unD überreichte Dem Chauffeur Des ersten Wagens Die bekannte Visitenkarte, in Der E Magistrat Der Stadt Die Automobilisten in aller Hoftichkeit ersucht, jeDes unnötige Hupen zu unter- (offen, um Die Ruhe Der Bürger nicht unnötiger« roeife zu stören. Als Der Schutzmann nahe an Das Auto herantrat unD Die Visitenkarte hineinreichen wollte sah er. Daß m Dem Wagen auch Reichskanzler A D o l f H i 11 e r saß. Erschrocken trat Der Schutzmann zurück unD sagte: EntschulDigen Sie, Herr Reichskanzler, aber in Mainz ist hupfreie Woche " Der Reichskanzler dankte in leutseliger Weise Dem guter des_Gesctzes. Inzwischen passierte eine große Kolonne cdjarnfjorft jugenD Die Stelle, an Der Die zahlreichen Autos hielten. Obwohl Der Reichs- fanjler inzwischen seine Autobrille roieDer vor Das Gesicht gezogen hatte, entging er nicht Den scharfen , .9fn.öer Aufmerksam geroorDenen Jungen. Und gleich Darauf hallten Die Straßen wiDer von Den begeisterten Heilrufen Der in Die Pfingstserien man- DernDen jungen Burschen. Darauf gab Der Kanzler Das Zeichen zur Weiterfahrt. Die Autogesellschaft roaF U0N. Köln über GoDesberg gekommen unD reifte nach München weiter. Schweres Motorradunglück bei Cronberg. C r o n b e r g, 5. Juni. (WSN.) Am ersten Psingst- eiertag ereignete sich vor Den Toren Cronbergs "in folgenschwerer M o t o r r a d u n f a l l, bei Dem es einen Toten und einen Schwerverletzten gab. Lehrer Kapp aus NieDerhöchslaDt fuhr mit (einem Beiwagen von BaD SoDen nach Niederhöch- ftaDt unD hatte dabei eine große Geschwindigkeit erreicht, als gerade an Der Kreuzung Der Straße Cron- berg—Frankfurt ein Auto ihm entgegenkam. Infolge Der großen GefchwinDigkeit konnte Kapp mit feinem Motorrad dem Auto nicht mehr genügend ausweichen und wurde von Dem Kotflügel des Autos gestreift. Er verlor Darauf das Gleichgewicht und über» schlug sich mit seiner Maschine mehrere Male. Kapp blieb auf Der Stelle tot, fein Beifahrer wurde s ch w e r o e r l e tz t. Die Schuld trifft höchstwahrscheinlich den Lehrer, Denn er hatte eine ganz unvorschriftswidrige Geschwindigkeit ius seiner Maschine herausgeholt und hatte diese Geschwindigkeit auch angesichts Der Kreuzung Der Straße nicht herabgemindert. Wirtschaft Die Entwicklung -es Außenhandels (Viktoria) Strecken- 3. Stoll- Langstreckenmeister von Berlin wurde der Berliner Brauch, der mit 250 Meter Borsprung vor Boß-Osram in der guten Zeit von 1:29,51,2 für die 25 Km. als Sieger durchs Ziel ging. Die erste Etappe der längsten deutschen Straßensernfahrt Berlin-Hannover-Berlin, holte sich der deutsche Meister Scheller- Nürnberg im Endspurt vor den beiden Dortmundern -baut} und Siebelhoff. * Eine hohe Niederlage mit 3:7 mußte Ungarns neuer Fußballmeister Ujpest Budapest am Samstag vor 7000 Zuschauern durch eine aus Fußballsportverein und Eintracht Frankfurt kombinierte Mannschaft hinnehmen. * DerdeutscheKunstsprungmeisterLeo Esser führte die deutschen Farben in Paris zu einem großen Erfolg. Er siegte im Kunstspringen überlegen vor dem Engländer Beveridge und dem Franzosen Lemaitre. Pfingst-Fußball der Gießener Mannschaften. Die Mannschaften der beiden Gießener Sportvereine bestritten an den Pfingstfeiertagen eine Anzahl von Fußballspielen, meist auf auswärtigen Plätzen, mit mehr oder weniger Glück Die Liga der Spiclvereinigung 1900 empfing am zweiten Feiertag die Liga von Union Recklinghausen uni) muhte sich von dem spielstarken Gegner erwartungsgemäß mit 1:4 (0:1) Toren schlagen las- !cn- Reserve der Spielvereinigung gewann in Münchhausen mit 6:2 (5:1) und in Wollmar mit 2:1 (1:1) Toren. Die 2. Jugend gab in i^ulba ein Gastspiel und verlor dort gegen die erste Jugend der Germanen mit 3:0 Toren. Das Spiel gegen die 1. Jugend von Horas konnte sie allerdings mit 1:0 gewinnen. Die Schüler verloren in Burgsolms mit 0:6 Toren. ^Die 1. Mannschaft des DfB. befand sich auf Reisen. Das Spiel des 1. Feiertages gegen Kla- feld-Geisweid wurde mit 2:3 Toren verloren. Der 2. Feiertag brachte im Kampf gegen Herborn ein Unentschieden von 3:3 Toren. Die 2. Mannschaft öeö VfB. konnte auf dem Waldsportplah gegen die 1. Elf von Wieseck einen mit 4:1 Toren überraschend hohen Sieg landen. Die 3. und 4. Mannschaft spielten in kombinierter Aufstellung gegen die Erste von Grünberg und gewannen mit dem Ergebnis von 14:1 Toren. Die dritte Mannschaft verlor gegen die Zweite von Wieseck auf dem Platz des Gegners mit 1:4. Die 1. Jugend spielte am 1. Feiertag gegen die 1. Jugend von Wiesbaden-Dotzheim mit 2:2 unentschieden, verlor aber das Spiel des 2. Feiertages gegen Biebrich mit 2:3 Toren. 1 000 ccm : 1. Mörth-München 33:32 (94,56 Stundenkilometer, neuer rekord): 2. Erlenbruch-Elberfeld 33:36; berg 36:17. Rennen der Ausweisfahrer. Bedeutung des Rennens „Rund um Schotten" für die deutsche Automobilindustrie und den deutschen Wehrsport hinwies und der Hoffnung Ausdruck gab, daß es die deutschen Fahrer lernen möchten, nicht auf ausländischen, sondern auf deutschen Maschinen zu startenundzusiegen. Ein schwerer Unfall. Bei den Meisterschaftsläufen kam es leider zu einem folgenschweren Unfall. M e l l m a n n -Lendringsen auf einer Rorton-Maschine bekam vor Schotten bei der Bergabfahrt plötzlich einen Reifenschaden und konnte die Maschine nicht rechtzei- ttig zum Stehen bringen. Die Maschine flog in die Zuschauermenge hinein und verletzte acht Menschen mehr oder weniger schwer. Einer der Verletzten erlitt einen Schädelbruch und starb auf dem Transport nach dem Krankenhaus. Der Fahrer selbst wurde nur leicht verletzt. Auch sonst gab es verschiedene Stürze, die aber nur leichtere Verletzungen zur Folge hatten. Um „einen leeren Fleck im Eßzimmer auszufüllen", kaufte ein Mann, der von Kunst nichts verstand, ein großes Bild für ein paar Pfund. Als dieses Werk zwei Jahre später auf eine Auktion kam, brachte es 200 000 Mark. Es war ein echter Gainsborough! Die unscheinbarsten und am schlechtesten erhaltenen Bilder können manchmal eine glorreiche Auferstehung erleben. So wurde vor ein paar Jahren in das Der- steigerungshaus von Christie in London eine schmutzige Leinwand gebracht, in der sich zwei strotze Löcher befanden. Es war das Bildnis einer jungen Dame in einem Musselin-Kleid mit gel- Bem Besah. Das Gemälde, das 30 zu 25 Zoll grofj war, sollte ein Gainsborough sein und war von einer alten Dame einem Kunsthändler Angeboten worden, der aber die dafür geforderten 100 Mark nicht zahlen wollte. Darauf brachte die alte Dame das Bild zu Christie, um es versteigern zu lassen. Hier wurde der wahre Wert erkannt; es entstand ein heftiger Kampf. Das Bieten begann mit 200 Guineen; ein paar Minuten später wurden schon' 5000 Guineen geboten und schließlich erhielt ein Kunstfreund den Zuschlag für 9000 Guineen, also 193 000 Mark. ®in Arzt, der in Birmingham im Wohnzimmer eines Herrn, zu dem er gerufen worden war, auf das Erscheinen des Patienten wartete, bemerkte dort an der Wand das arg beschädigte Bildnis einer Frau. Er kaufte es, und es stellte sich heraus, daß es ein Porträt der berühmten Schauspielerin und Geliebten Karls II. Rell Gwynne von Sir Peter Leih war. Ein Gemälde von Turner im Werte von 14 000 Mark wurde in einem Trödlerladen zu Barmouth ent- deckt und für 25 Mark erstanden; eine Leinwand von Guido Reni, von der sich ihr Besitzer zu Torquay für 5 Mark getrennt hatte, fand bald darauf einen Liebhaber für 40 000 Mark Dor kurzem kaufte ein englischer Schauspieler Don einem Maurer in einem Dorf in Süsser ein Porträt von Godfrey K n e 11 e r für 20 Mark für das ihm eine Woche später 10 000 Mark ae- o «.toUÄen- Das Bild Satte jajrelc ■ a in einem Landhauschen als Ofenschirm gedient. Buntes Allerlei. „Alte Meister" für ein Butterbrot. Immer wieder werden Geschichten erzählt, in denen Kunstkenner oder Sammler für eine geringe Summe Bilder erstehen, die sich dann als berühmte „alte Meister" entpuppen. Solche Glückszufälle ereignen sich am häufigsten in England, wo seit Jahrhunderten reiche Kunstfreunde Schätze aus allen Teilen der Welt zufammengebracht und aufgespeichert haben. „Für den, der die richtige „Witterung" besitzt, ist die Aussicht auf* einen guten Fund auch heute noch nicht so fernliegend, wie man wohl meinen möchte", sagt James H.' Voung in einem Aufsatz von „Chambers Journal“, tu dem er eine ganze Anzahl solcher Glücksfunde nach authentischen Quellen mitteilt. „Ein solcher Fall ereignete sich kürzlich", schreibt er, „als in esvem Mülleimer in einer Edingburgher Straße eine Leinwand gefunden wurde, die sich als ein Frühwerk von Sir Joshua Reynolds im Werte von mehr als 20 000 Mark herausstellte Der Kunsthändler, der dieses mißachtete Werk für ein paar Schillinge erstand, ließ es von ersten Kennern begutachten, die es für einen echten Reynolds erklärten. Das Bild trägt die Signatur des Meisters und ist das Porträt eines jungen Mannes, wahrscheinlich des späteren Admiral Keppel, das um 1760 gemalt wurde. Vor Drei oder vier Jahren fand ein Herr, der zu den besten Gesellschaftskreisen gehörte, ein Der- Dild in einer Gerümpelkammer. Er N'ckte es mit einer Anzahl „alter Meister" zum 'Nertauf und verlangte »den bescheidenen Preis !??n $9 2?ork- Die Sachverständigen waren sich über dieses Gemälde durchaus uneinig und glaub- vaß es sogar noch weniger wert fei. Aber schließlich stellte es sich heraus, daß es sich um einen echten Frans Hals handelte, der bei der Versteigerung gegen 40 000 Mark brachte. Ein Bild von demselben Großmeister der holländischen Malerei, wurde in einem kleinen Antiquitäten- \'n ߣnöon gefunden und für 300 Mart hielte dann später auf einer Verweigerung die Summe von 160 000 Marl. „Run- um Schotten." Huldigung für Ministerpräsident Or. Werner. - Das größte Gportereignis des Sonntags. — 60 OOO Zuschauer. * Die Indexziffer der Großhandelspreise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 31. Mai berechnete Indexziffer der Großhandelspreise stellt sich auf 92,4; sie ist gegenüber der Vorwoche (92,3) wenig verändert. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 84,5 (minus 0,5 Proz.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 88,7 (plus 0,6 Proz.), und industrielle Fertigwaren 111,8 (plus 0,1) Prozent. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 3. Mai. Das Geschäft verlief während der ganzen Woche schleppend, da die Rachfrage des Konsums sehr klein geworden ist. Selbst für die Pfingstfeiertage wurden keine nennenswerte Käufe getätigt. Das Angebot hat sich allgemein verstärkt, und im Einklang mit den schwächeren Preisen im Auslande gingen auch die Notierungen weiter um etwa 0,50 Pfennig zurück. Es notierten: Bayern 7,50 bis 8, Norddeutsche 7,50 bis 8, deutsche Frischeier Sonderklasse 8,75, Kl. A 8,25, Kl. B 7,75, Kl. C 7,25. Holländer Sonderklasse 8,75, Kl. A 8,25, Kl. B 7,75. Kleine in- und ausländische Eier 6,75, Enteneier 7,50 Pfennig per Stück franko Frankfurt a.M. Frankfurter Buttcrmarkt. Frankfurt a. M., 3. Juni. Nachdem bereits Ende der Vorwoche die ungestüme Aufwärtsbewegungsfahrt war in ihrer disziplinierten Durchführung, in der vorzüglichen Haltung der Fahrer der Ausdruck des starken Geistes, der alle Teile der SA. beherrscht. Das Publikum folgte dieser Huldigungsfahrt mit größter Aufmerksamkeit. Die nationalsozialistischen Kraftfahrer durchfuhren einmal die ganze Rennstrecke und wurden von Tausenden von Menschen begeistert gegrüßt. Das sportliche Ergebnis. Das Rennen „Rund um Schotten" brachte auch diesmal ^wieder ein hervorragendes sportliches Ergebnis. Sowohl in den Beiwagenrennen, wie auch in den übrigen Wettbewerben, besonders aber im 3. Lauf für die deutsche Motorradmeisterschaft wurden außerordentliche Leistungen erzielt. Einen spannenden Kampf gab es in der schweren Kategorie (1000 ccm) der Beiwagenmaschinen. Es starteten 5 Maschinen. Sieger wurde der Münchener Moritz auf Viktoria in der neuen Streckenrekord Zeit von 33:32 Minuten. Das Rennen führte über drei Runden. In der Kategorie der leichteren Maschinen (600 ccm) siegte Schneider- Düsseldorf auf Velocette vor dem frankfurter N a g e l und dem Schweizer Stärkte, der mit seiner Frau im Beiwagen das Rennen bestritt. Stärkte, der als Favorit in das Rennen ging, hatte einen sehr schlechten Start und fiel dadurch zurück. Die Rennen der Ausweisfahrer im Vogels- berg - Lauf brachten ebenfalls sehr guten Sport und in ^atten Klassen Streckenrekorde. Die zum Teil jungen Fahrer warteten mit Leistungen auf, die man anfänglich nicht erwartet hätte. Bei den Meisterschaftsläufen gingen in der Klasse bis 250 ccm 25 Fahrer an den Start. Man erwartete anfänglich einen überlegenen Sieg des Fudaers Kahrmann, der zunächst einen großen Vorsprung herausholte, dann aber durch Maschinenschaden zurückfiel. Nachdem vorübergehend der Pforzheimer Geis die Führung übernommen hatte, kam der Frankfurter Schön auf. überholte und gewann das Nennen mit ziemlicher lleberlegenfjeit in der Zeit von 2:16,40 Stunden und mit einer Durchschnittsgefchwindigkeit von 92,7 Stundenkilometer. 3n der Kategorie der Maschinen bis zu 350 ccm überraschte Klein, Frankfurt, auf Norton mit großer Geschwindigkeit, er mußte aber, ebenfalls durch Maschinenschaden gehandicapt, die Führung und den Sieg dem Berliner Nichnow überlassen. Richnow auf Rudge fuhr Streckenrekord. In der Klaffe der 500-ccm-Maschinen wurde der Münchener B a u h o f e r, der mit einer wassergekühlten DKW.-Maschine fuhr, überlegener Sieger vor feinen vielen Konkurrenten. D"t einer Durchschnittsgefchwindigkeit von 101,26 Stundenkilometer brauste er über die Strecke. (Seit: 2.03,18 Stunden.) Die Tagesbestzeit und einen neuen Streckenrekord fuhr R ü 11 g e n, Erkelenz, der das Rennen überlegen vor dem auch hervorragend fahrenden Kratz, Ober-Ohmen ge- wann. Ruttgen entwickelte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 02,96 Kilometer, während , ,ra.^, etwas über 10J Stundenkilometer Durch- Ichnittsgeschwmdigkeit fuhr. Er überbot dabei feine vorjährige Leistung. Die zahlenmäßigen Ergebniffe. Bis ORA Neisterschaflslauf. ?ao7 l vchon-Frankfurt (Bücker) Stundenkilometer); 2. Geis-Mühl- 9d9n ^^g-2^9’59^3- Demandt-Deutz (DKW.) 2.20,36, 4. K.rchner°Offenbach (Bücker) 2:24,33; v. ^oßmann-coaarbrücken (Rudge) 2:26 36 ,9040° enmLLr?ic6ntDtoB'Ser[in (Rudge) 2:07,28 9 XrJ? ^nf,Ion^er. neuer Streckenrekord); ^udge) 2:10,11; 3. Schanz- Hedersleben (Jmperia) 2:11,54; 4. Loof-Godes- CXuV) 2:13143: 5' 8ranfe.Sttii.en - . 4. Melhler-Saarbrucken (NSA.) 212 40 5-^»’Sanbbofen (NSA.) 2:15,22. ' ' ’ ».4 0 0 0 c c m: 1. Rüttchen-Erkelenz 2:04,07 (102 96 Rennen der Beiwagenmaschinen. »^0 ccm: Schneider-Düsseldorf (Velocette) 35.03 190,47 Stundenkilometer) 2 Naael-^r-ins futt (01611.) 35,25; (AsÄ) R°5°' Der deutsche Export nach Süboffeuropa ist in den ersten Monaten 1933 um fast 30 v. h. ge- funfen, während die Ausfuhr Englands nach den gleichen Ländern um 16 v. h. gestiegen ist. Aehnliche Unterschiede zeigen sich im Absatz nach Skandinavien, Westeuropa und Südeuropa. Die Erklärung für diese Unterschiede wird man vor allem darin zu suchen haben, daß Deutschland sich diesen Ländern gegenüber in einer wesentlich u n - günstigeren handelspolitischen Lage befindet, als England. Im Zusammenhang mit der scharfen Export- schrumpfung ging der Ausfuhrüberschuß von durchschnittlich 70 bis 80 Mill. RM. in den letzten Monaten des Jahres 1932 zunächst auf 23 Mill. RM. im Januar und 26 Mill. RM. im Februar Zurück. Die Zunahme der Ausfuhr im März brachte dann wieder eine Erhöhung der Aktivität auf 64 Mill. RM. Im April hat sich der Ausfuhrüberschuß dank der beträchtlichen Schrumpfung der Einfuhr von Nahrungs- und Genußmitteln — in Abweichung von der Saisontendenz — annähernd auf der Höhe des Vormonats gehalten. Zweifellos wird die starke Drosselung der Nahrungs- und Genußmilteleinfuhr, die durch die neuesten Maßnahmen erzielt wurde, die Handelsbilanz von der Einfuhrseite her auch weiterhin noch günstig beeinflussen. Dagegen ist es möglich, daß die Einfuhr von Rohstoffen und Halbwaren zunimmt, sobald sich die Belebung der inländischen Geschäftstätigkeit fortsetzt. Auf der Ausfuhrseite ist vorerst mit einer Besserung der Absatzchancen kaum zu rechnen, solange die Auslandsmärkte im bisherigen Umfang durch Währungsentwertungen, Zölle und Einfuhrverbote abgesperrt bleiben. Anion Recklinghausen errang im Kampf gegen DfB. Friedberg am 1. Feiertag einen knappen Sieg von 2:3 Toren. Kurze Sportnotizen. Zum Führer des gesamten deutschen Pferde-Rennsports wurde der frühere Polizeipräsident von Potsdam, Graf Wolf-Heinrich von H e l l d 0 r f, ernannt. Einen neuen deutschen Rekord im Hammerwerfen stellte der Münchener Kurz mit einer Leistung von 46,11 Meter auf. 2 5 0 ccm; Gall-Fürth (Herkules) 24,02 (88,36 Stundenkilometer); 2. Zechky-Schotten (DKW.) 27,38; 3. Prünte-Gudesberg (Puch) 25:04. 350 ccm ; 1. Künstner-Asperg (AT./ 22:10 (95,32 Stundenkilometer); 2. Schmidt-Ka sel (Jmperia) 22:43; 3. Engelhardt-Nürnberg (Norton) 5 0 0 ccm : 1. Pfister-Ludwigsburg (Standard) 21:55 (96,45 Stundenkilometer); 2. Rührsshneck- Fürth (Triumph) 21:59; 3. Klaile-Ludwigsburg (Standard) 22:38. ♦ Den Beschluß der großartigen Veranstaltung stellte die Preisverteilung dar. Der Hessische Ministerpräsident Prof. Dr. Werner hielt dabei eine beachtliche Ansprache, in der er auf die Aus allen Teilen Deutschlands, von Danzig und Saarbrücken, von München und Altona, von Breslau und vom Rheinland waren die Motorradsportler und viele Freunde des Motorsports gekommen, um am Rennen „Rund um Schotten" als Wettbewerber oder als mehr oder weniger leidenschaftliche Zuschauer teilzunehmen. Das sportliche Großereignis zog Tausende und Abertausende in seinen Bann. Schätzungsweise nahmen lO 000 Zuschauer teil. Die gemeldeten Fahrer waren mit überraschend wenigen Ausnahmen fast alle zur Stelle. So war der Veranstaltung von Anfang an der große Erfolg gesichert, den sich die Veranstalter und die gesamte Motorsportwelt von dem diesjährigen „Rund um Schotten" versprachen. Die Voraussetzungen für das Rennen waren die denkbar günstigsten. Heber dem Vogelsberg wölbte sich ein wolkenloser tiefblauer Himmel, Die Sonne lag in hochsommerlich warmen Strahlen über dem Lande; die Rennstrecke war in gutem Zustand und die Rennfahrer teils durch ihre früheren Starts, teils durch eifriges Training an den Vortagen des Rennens mit dem Kurs aufs beste vertraut. Von allen Seiten kamen am frühen Sonntag- morgen im Prächtig geschmückten Schotten die Zuschauer an, deren ein großer Teil in hunderten und aberhunderten von Kraftfahrzeugen eintraf. Zu Suß und zu Fahrrad, per Eisenbahn und im Lastkraftwagen tarnen Zehntaufende, die dann in dichten Scharen^ die Straßen säumten. Dicht belagert war der cotartplatz, der gleichzeitig auch das Ziel und somit den äußeren Brennpunkt Des Interesses der Tausende darstellte. Von ?^aJtcn flatterten die Fahnen des neuen Deutschland; bunte Reklame-Leinwand und un- zahlige Wimpel gaben der Straße ihr eindeutiges Gepräge. Als Veranstalter hatte der Vogelsberger Automobil- und Motorradklub auch in diesem Vahre wieder die riesige Organisationsarbeit übernommen und unter der hervorragenden Initiative von Dr. Dambmann . Schotten, vorbildlich vorbereitet und durchgeführt' Der ungeheure Andrang der Menschenmasse und der Menge der Fahrzeuge vollzog sich völlig reibungslos. Der Vogelsberger Automobil- und Mo orradklub richtete das Rennen zum neunten JZtaie aus. ♦ Neben dem Veranstalter hat die SA ein hervorragendes Verdienst um die Durchführung dcs großen Rennens. Allenthalben, besonders aber an den Brennpunkten der Geschehnisse hielt ?IC. durch Absperrdienste usw. die Strecke U-f1', Prönun9 im Publikum, war überall da behilflich, wo es Hilfe zu leisten galt und Öinteriieß habet durch stets an den Tag gelegte Ul'chleit M Disziplin den denkbar besten Eindruck. Das Auftreten der SA Aufmarsch und Abmarsch in geschlossenen Kolon- nen, war der Ausdruck eines neuen Geistes der nun überall Die 3nitiatiDe der helfenden Tat ergreift. Neben der SA. machten sich der Ar- beitsdienst dre Schutzpolizei und die Gendarmerie liä) a^n Aufgeboten durch Absperrdienste nüh- Ministerpräsident Dr. Werner beim Hennen. Eine besonders repräsentative Note erhielt die Veranstaltung durch chie Anwesenheit des hessischen Mlnisterprasidenten Dr. Werner, der den Vorsitz des Ehrenausichusses übernommen hatte. In einem feierlichen Akt wurde ihm im Laufe des Tages durch Bürgermeister M e n g e l der Ehrenbürgerbrief der Stadt Schotten überreicht. Ministerpräsident Prof Dr. W e r n e r dankte für die Ehrung und betonte in einer kurzen Ansprache, daß er bemüht sei, im H'nblick aus das Ereignis des Tages, sein Teil dazu beizutragen, den Motorsport nach Möglichkeit au fördern. 0 Einen Höhepunkt des Tages stellte die Huldigung des nationalsozialistischen KrastfahrkorpS für Ministerpräsident Professor Dr Werner dar. Eine schier endlos lange Reihe von Motorrädern und Motorrädern mit Beiwagen, mit zwei, b.)w. drei Mann besetzt, passierte zunächst die Straße vor der Tribüne, auf der Ministerpräsident Prof. Dr. W e r n e r Aufstellung genommen hakte und das NSKK. mit erhobener Hand grüßte. Die Hubdi- Jm Wochenbericht des I n st i t u t s für Konjunkturforschung wird geschrieben: Im April haben sich zum ersten Male die zur Beschränkung der Einfuhr getroffenen Maßnahmen in stärkerem Grade ausgewirkt. Die mengenmäßige Versorgung des deutschen Marktes mit Auslandswaren blieb in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres nur u m 2 bis 3 0 H. hinter d e m V 0 r j a h r zurück. Jedoch hat sich eine bedeutsame Umschichtung angebahnt. Die Belebung der industriellen Beschäftigung hat den Bedarf an ausländischen Rohstoffen erhöht, während es anderseits gelungen ist, die Einfuhr von Lebensrnitteln und von Fertigwaren zurückzudrängen. Die Konkurrenzverhältnisse auf dem deutschen Binnenmarkt haben sich damit etwas zugunsten der einheimischen Produzenten gewandelt. Für die ersten vier Monate 19.33 ist, in Anbetracht der saisonüblichen Bewegung und infolge des Rückgangs der Umsätze im gesamten Welthandel, ein Rückgang der Ausfuhr gegenüber den letzten Monaten 1932 um etwa ein Sechstel festzustellen. Ein großer Teil des Ausfuhrrückganges entfällt auf die s ch ar s e Verminderung des Rußlandgeschäftes, das im Rahmen der deutschen Gesamtausfuhr bekanntlich einen größeren Rahmen einnimmt, als bei der Ausfuhr anderer Länder. Eine Betrachtung der englischen und der deutschen Ausfuhr nach den einzelnen Erdteilen zeigt, daß bei beiden Ländern der Absatz nach Europa günstiger war, als nach Uebersee. Aber auch in dem für Deutschland ausschlaggebenden Europageschäft zeigen sich erhebliche Unterschiede zwischen der Entwicklung des deutschen und des englischen Absatzes. gung des Butterpreises zum Stillstand gekommen war, neigte die Tendenz in der abgelaufenen Be- richtswoche merklich zur Schwäche. Es hat sich her- ausgestellt, daß der Verbrauch nicht in der Lage ist, mit einer derartig schnellen und scharfen Preissteigerung Schritt zu halten. Vielfach war festzustellen, daß schon ein großer Teil der Verbraucher auf Grund der wieder größeren Preisspanne zur Margarine zurückgekehrt ist. Es kam hinzu, daß zur Zeit die Buttererzeugung ganz beträchtlich zunimmt. Das warme Wetter nach vorhergehendem Regen war für die Weidewirtschaft sehr günstig und hat zu einer Steigerung der Milcherzeugung geführt, und somit steht der Markt zur Zeit unter dem saisonmäßigen Druck der höchsten Erzeugung von Butter. Daneben kamen Die während der letzten Wochen mit Absicht zurückgehaltenen Mengen zusätzlich auf den Markt. So entstand ein erhebliches Überangebot um so mehr, als sich die Verarbeiter und Verbraucher sehr zurückhaltend verhielten. Die Folge davon war, daß die Preise erneut eine Senkung um 10—12 RM. per 50 Kg. erfuhren. In Fachkreisen hofft mau, wenn ein Ausstichpreis, der z. Zt. noch bei etwa 1,50 RM. liegt, von 1,40 RM. erreicht wird. Heute Absatz wieder eine Belebung erfahren wird. Heute stellten sich die Preise für holländische Butter auf 126—130 und für deutsche Butter auf 125—130 RM. per 50 Kg., wobei im Höchstpreis der Aufschlag für geformte Ware enthalten ist.