Dnitf litit Otrlog: SrLHI'fche Unlveifilätr-Vuch. und Stelndruckere! N. fange In Stehen. Sdjriftleitung und SefdjäftsfteHe: SchnIMa»« 7. Annahme von Snzeiae» für die Tagesnummer öi» zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20*, mehr. Chefredakteur: Dr. Fnebr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr. fj.Ibgriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undiür denAn- zeigenteil i.D. Th.Kümmel sämtlich in Bietzen. Lrlchelnt täglich, autzo Sonntags und Feiertags Beilagen; Die Illustriert» Gietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl» Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. 5enisprechanschlüfie nnter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Lietzen. Poftschecklonto: Sranffurt am Main 11686. Itr. 129 Erstes Blaff 185. Jahrgang Dienstag, 6. Juni 1953 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Halle die Treue deinem angestammten Heimatblatt! 3n 2icuc f?at auch zu dir und zu deinen Vorfahren der Gießener Anzeiger ge» standen durch beinahe zwei Zahrhunderte hindurch! Zu dieser Erinnerung zwingen uns bedauerliche Vorgänge geschästlichen Eigennutzes und ungerechtfertigter Be« einflussung bei der Werbung für ein auswärts hergestelltes und rein privatwirt- schastlich aufgezogenes, politisches Kopfblatt. Auch anderwärts sind derartige Erscheinungen hervorgetreten.Der Verein Deutscher Zeitungs-Verleger, zu dem auch die nationalsozialistische presse gehört, hat sich deshalb zu einer Entschließung veranlaßt gesehen, die wir nachstehend im Hinblick auf innere große Mitarbeiterschaft in Gießen und in Oberhessen wiedergeben, und um deren Äcachtung wir unsere Leser hiermit bitten. Verlag des Gießener Anzeigers Aufgaben der Welt- wirtschafiskonferenz. Wenn nun In den Genfer Abrüstungsverhand- hingen wirklich etwas erreicht werben sollte, so kann es In der Auswirkung auf die nächste Zeit nur von ideeller uns psychologischer Bedeutung sein. Der Zustand, der aus dem Rüstungsgebiet angestrebt wird, kann nach dem deutschen Zugeständnis günstigenfalls in fünf Iah. ren erreicht werden. Anders und schneller sollen die Wirkungen sein, die dann von der Weltwirtschastskonferenz in London ins Auge gefaßt werden, wenn eben Genf die psycholo. gisch.politischen Voraussetzungen schasst. Darüber wird man sich aus allen Seiten im klaren sein, — das Drängen Amerikas ist besonders bezeichnend dasür — daß die Weltwirtschaft von den Londoner Verhandlungen nicht theoretische Kundgebungen und nicht nur die berühmten akademischen „Empfehlun- gen* erwartet, daß sie vielmehr Taten sehen will. Die „Empfehlungen", wie wir sie von früheren ähnlichen Veranstaltungen kennen, verpflichten nie- wand. Es muß auf ein Sofortprogramm ^gearbeitet werden, das je nachdem vertraglichen Charakter hat oder im Hinblick auf neue Entwicklungsnot- Wendigkeiten die Staaten aus überlebten vertrag- lichen Bindungen, beispielsweise aus der starren Auslegung des Meistbegünstigungsprinzips, entläßt. 91 ur durch ein solches Sofortprogramm können die schlimmsten Notstände wirksam angegriffen werden. Rur auf einer solchen Grundlage wird es auch möglich sein, den weitergehenden Empfehlungen, durch die dann bas Programm erweitert werben rann, praktische Bedeutung zu geben. Die Ausgaben, mit denen sich die Weltwirtschasts- konferenz zu beschäftigen hat, liegen auf den Gebieten der zwischenstaatlichen Finanzpolitik, der Wäh- rungen und der Handelspolitik. Es muß endlich die Folgerung aus der Erkenntnis gezogen werden, die schon in Den Beschlüssen der Konferenz von Stresa ihren Ausdruck sanden und die den wirtschaftlichen Unsinn einer Methode kennzeichnen, die durch fünft- liche und undurchführbare internationale Schuldverpflichtungen einen Ausgleich für Krlegszerstorungen im Bereich der wirtschaftlichen Güterwelt anstreben. Was Deutschland betrifft, so find wir durch das Abkommen von Lausanne schon weitgehend aus die- sen Verstrickungen befreit, soweit es sich um politische Schulden handelt. Drückend aber liegt auf uns noch eine riesige 2 a ft von PrivatfchuI - b e n. Zwischen Frankreich, Englanb und Amerika harrt bas politische Schulbenproblem noch der Er- lebigung. Wir finb an einer befriebigenben Losung auch aus biesem Gebiet der zwischenstaatlichen Beziehungen durchaus interessiert, einmal, weil von hier aus immer wieder Nervosität in die weltpolitischen Auseinandersetzungen getragen wird, zum andern aber auch, weil eine weltwirtschaftliche Beruhigung mit voller Sicherheit des Austausches und der Kalkulation erst möglich ist, wenn dieses trübe Kapitel der Nachkriegsirrungen gänzlich abge- schIoffen ist. Nach den Vorschlägen der Konferenz von Stresa sollen zwar eingegangene Verpflichtungen erfüllt werden, zumal wenn es sich um private Schulden handelt. Die wirtschaftliche Welt weiß aber langst, daß ein unerbittliches Pochen des Gläubigers auf feinem Schein ihm unter Umständen selbst schwer» ften Schaden bringen kann. Die Weltwirtschaftskon- ferenz muh sich bemühen, eine wahrhaft überparteiliche und sachlich zuständige Instanz zu schassen, die jeweils über die Konsolidierung kurzfristiger Schul- den, über Konversionen ober Ztnsherabsetzung, über vorübergehende Ermäßigung der Zahlungen, über ein vollständiges Moratorium ober schließlich auch über einen Schulbennachlaß Beschluß zu fassen hätte, um Gesahrenmöglichkeiten für eine ruhige weltwirtschaftliche Entwicklung von dieser Seite her bauernd auszuschließen. Auf dem Gebiet der Währungspolitik müssen vertragliche Bindungen angestrebt werden, die ein Ausspielen der einen Währung gegen die andere auf dem Wege über inflatorische Maßnah- men dauernd unmöglich machen. Wenn es sich nach übereinstimmender Meinung als notwendig erroei- fen sollte, die Weltwirtschaft von der Geldseite her anzukurbeln, so müßten diese Maßnahmen gleichzeitig und gleichlaufend in allen großen Wirtschaftsländern eingeleitet werden. Voraussetzung für eine gesunde Währung-- und Etatpolitik ist einmal die Schaffung eines Währungsfonds, der dazu bestimmt fein würde, vorüber- gehende Verlegenheiten auszugleichen. Wenn diese Voraussetzung geschaffen ist, dann kann auch die Forderung nach Aufhebung der Beschränkung des Devisenoerkehrs gestellt werden. Solange diese Beschränkungen aufrechterhalten bleiben, kann in den zwischenstaatlichen Austauschbeziehungen nicht das Gefühl des vollkommenen Vertrauens und der unbeschränkten Sicherheit aufkommen. Von letzthin entscheidender Bedeutung aber wird es sein, ob die Londoner Konferenz den handelspolitischen Unterbau der Weltwirtschaft so erneuern kann, daß er den Notwendigkeiten einer internationalen Arbeitsteilung gleichzeitig mit den berechtigten Interessen der einzelnen Volkswirtschaften Rechnung zu tragen vermag. Es ist selbstverständlich unmöglich, der schutzzollnerischen Wirklichkeit ein radikal freihändlerisches Weltwirtschaftsprogramm entgegenzusetzen. Der Versuch, ein solches Programm in die Wirklichkeit 3u übertragen, müßte das Chaos nur vergrößern. Aber es muh d i e Möglichkeit zu Wirtschaftsbündnis s e n geschaffen werden, in denen sich die beteiligten Staaten besondere Begünstigungen einräu» men, ohne daß auf Grund der bisherigen Auslegung der Meistbegünstigung diese auch von außen - I stehenoen Staaten in Anspruch genommen 1 Dem Präsidium des Vereins Deutscher Zeitungs-Ver- leger sind in letzter Zeit zahlreiche Berichte und Beschwer- den Über Mißstände ^gegangen, die sich auf dem Gebiet des Wettbewerbes der Zeitungen untereinander heraus- gebildet haben. Der D. D. Z -D. hat stets den Grundsatz vertreten, daß em gesunder Wettbewerb im Zeitungswesen notwendig ist, weil damit zugleich eine Leistungssteigerung und Hebung der geistigen Werte der Ze hingen verbunden ist Das Präsidium des V. D.Z.-D. hält an diesem Grundsatz auch weiterhin fest. Die Methoden, die in letzter Zeit — wie aus den eingegangenen Berichten hervorgeht - im Wettbewerb der Zeitungen untereinander in großem Umfange angewendet werden, haben aber mit einem freien Leistungswettbewerb nichts mehr zu tun. Sie sind vielmehr der Ausfluß eines übersteigerten und damit ungesunden Konkurrenzkampfes, der sich auf die Dauer für alle Beteiligten wirtschaftlich nachteilig auswirken muß. Auf dem Gebiete der Abonnements- und Anzeigenwerbung sind vielfach von Werbern, insbesondere von Kolonnen, Mittel angewandt worden, die sowohl gegen die guten Sitten wie gegen die gesetzlichen Bestimmungen verstoßen und daher aufs schärfste zu mißbilligen sind. Das Präsidium des D. D.Z.-D. hat sich mit den vorliegenden Beschwerden eingehend befaßt. Es fordert hiermit alle Mitgl edsverlage auf, Die vorhandenen Miß- brauche auf dem Gebiete des Wettbewerbs unverzüglich abzustellen. werden können. Indem man die Tore zu einer solchen Entwicklung öffnet, gibt man d i e Möglich- keitzur Bildung erweiterter Binnen- Märkte in wirtschastsgeographischen Räumen, die nicht durch staatliche Grenzen eingeengt sind. Inner- halb solcher Wirtschastsbündnisie müßte natürlich auch aus staats- und bevölkerungspolitischen Grün- den Vorsorge getroffen werden, daß d i e Land- wirts ch a s t in ihrer Existenz nicht gefährdet wird. Diese Gesichtspunkte würden für Deutschland besondere Bedeutung gewinnen, wenn es auf diese Weise Daran gehen wollte, den inneren Markt über Oesterreich nach dem europäischen Südosten hm zu erweitern. In diesem Falle mühte wieder an das auf der Konferenz von Stresa vorgeschlagene Abkom- men über die Regelung des Getreide- Exvortes der Donauländer angeknüpft werden. Die Fülle der Probleme und ihre Kompliziertheit können hier nur in rohen Umrissen angeöeutet werden. Wenn man die gewaltige Ausgabe überschaut, so erscheint es als selbstverständlich, daß sie nur in einer politisch beruhigten zltmo- sphäre mit einiger Erfolgsmöglichkeit angegriffen werden kann. Mussolini, Roosevelt, Macdonald und Adolf Hiller haben es erkannt, baß Gens auch über London entscheidet. Wird Frankreich das auch einsehen? Die Währungsprovleme Der Welt. Vcratungen der Notenuanklciter in Basel. Basel, 4. Juni. (WTB) Im Hinblick aus die für Pfingsten vorgesehene ordentliche Tagung des Bcrroaltungsrates der Bank für internationalen Zahlungsausgleich traten am Pfingstsonntag nach- mittag die Gouverneure der wichtig st en Notenbanken zu den üblichen Vorbesprechungen zusammen. An diesen Besprechungen nahm neben den Gouverneuren der Bank von Frankreich und der Bank von England auch der bereits am Samstag in Basel eingetroffene Reichsbankpräsident Dr. Schacht teil. Es handelt sich Darum, die Richtlinien für die Delegierten, Die Die Bank für internationalen Zahlungsausgleich auf Der ß o n D o n e r 23 e 11- wirtschaftskonferenz vertreten werden, fest- zulegen und womöglich präzise zu formulieren, insbesondere in Bezug auf Die Lösung Des Währungsproblems. So entschieden sich auch die Organe der B. I. Z. verschiedene Male für Die Wie- Derherstellung Der GolDwährung in allen Län- Dem ausgesprochen haben, so begreiflich ist es. Daß jetzt. Da mehrere ßänDer Die Goldwährung aufge- leben haben, über Die proklamierten allgemeinen Prinzipien hinaus eine Einigung Der Zentralbanken auf konkrete Formulierungen unD Vorschläge schwer zu erreichen ist. Die Meinungsverfchieben- Heiken zwischen Den Vertretern jener LänDer, Die Die Goldwährung verlassen haben, und Den Vertre- Für Den freien Wettbewerb im Zeitungswesen können nur folgende Richtlinien maßgebend fein: Die Weibung soll stets die eigene Leistung Der Zeitung im redaltionellen Teil und den besonderen Wei bewert ihres Anzeigenteils In den Vorder- gründ stellen. Die Verächtlichmachung und Verunglimpfung von Konkurrenzleitungen oder Konkurrenzverlagen ist unzulässig. Auch die schärfsten propaganda-Maßnahmen dür- sen die Grenzen nicht überschreiten, die durch gesetzliche Bestimmungen (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) und durch die gewerbeübliche Der- kehrssitte gezogen sind. Ebenso unzulässig ist die Werbung mit Mitteln, die gegen die guten Sitten verstoßen, z. B. Androhung von geschästlichem ober veruflichemBoykott, Androhung von Wirtschaftlichen Nachteilen, Auf- stellen von schwarzen Listen und Anwendung ähnlicher Druckmittel Das Präsidium des D. D. Z.-D. erwartet, daß die Mitgliedsverlage bei ihren Werbemaßnahmen die obigen Gesichtspunkte berücksichtigen und daß Die Verlage zur Durch ehung dieser Richtlinien schärfste Kontrolle über ihre Werber ausüben und ungeeignete Eleknente gus der Werbung entfernen. Fälle von Verstößen gegen diese AichMmen sind Defti V.D.Z.-D. unverzüglich zur Kennt- nis zu bringen. Verein Deutscher Zeitungs-Verleger (Herausgeber der deutschen Tageszeitungen) E.D. Das Präsidium: Amann, l)r. Fänecke, Fahr, Dr. Knittel, v. Zweck kern Der wenigen Staaten und Notenbanken, Die noch an Der GolDwährung festhalten, finD schon auf mehreren Tagungen Der B. I. Z. in Erscheinung Amerikas Preisgabe der Goldwährung Washington, 4. Juni. Dem amer ikani- sch en Senat lag Das Gesetz über Die Aufhebung Der GolDwährung zur Beschlußfassung vor. Es wurde nach heftiger Debatte angenommen. DieDurchführungdesArbeits- beschaffungsprogramms. Berlin, 3. Juni. (WTB.) Der Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung verpflichtet Die für Die Durchführung Des Arbeitsbeschafsungspro» g r a m m 5 zustänbigen Lanbesbehörben, Die Träger Der Arbeit zur strengen Beachtung Der Vorschrift anzuhalten, Daß Der Unternehmergewinn bet Der Ausführung von Arbeiten aus Dem Arbeits- befchaffunasprogramm auf ein möglichst geringe sMaßzubeschränken ist, um Den zur Der- fügung stehenDen Mitteln einen möglichst hohen Wirkungsgrad zu verleihen. Gerade bei den der ganzen Volkswirtschaft dienenden Arbeitsbuchs- fungsmaßnahmen muß der Grundsatz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" unbedingte Geltung haben. Da- her muß von den Unternehmen, denen Arbeitsbe- schafsungsaufträge zufließen, erwartet werden, daß sie mit der denkbar klein st en Gewinn- fpannearbeiten Unternehmer, die dieser selbst- verständlichen Forderung nicht nachkommen, werden aus eine Berücksichtigung bei der Vergebung von öffentlichen Arbeiten künftig nicht mehr zu rechnen haben. Schließlich weist her Reichskommissar erneut auf die Folgen einer Verzögerung in Der Ausführung Der genehmigten Arbeiten hin. Träger, Die ihren Verpflichtungen nicht nachkommen, laufen Gefahr, Das ihnen bewilligte Darlehen überhaupt nicht zu erhalten, ober Die ihnen bereits ausgezahlten Beträge vorzeitig zurück- zahlen zu müsien. Lieber eine Million Aufnahmegesuche in die NSDAP. München, 5. Juni. (ERB.! Reichsschatzmeister Schwarz erläßt im .Völkischen Beobachter- folgende Bekanntmachung: Kurz vor der Mitgliedersperre sind bei der Reichsleitung derartige Massen von Auf. n a h m egesuch en eingegangen (weit über eine Million), dah die Erledigung dieser Aufnahmen Monate in Anspruch nimmt. Reklamationen hinsichtlich dieser Anmeldungen sind daher vollkommen zwecklos und vermehren nur unnötigerweise die Arbeit bei der Zentrale. Nach Afrika! Don Dr. Paul Rohrbach. Auf See, EnDe Mai 1933. Diese Zeilen, Die vornehmlich Dem jungen Deutschland gelten, schreibe ich an Bord eines deutschen Dampfers noch auf einem europäischen Meer, aber wenn sie dem Leser zu Ge- sicht kommen, werden uns schon ozeaniscye Wogen schaukeln. Wozu Afrikafahrt, und wozu Berichte von ihr? Der Amerikaner, der vor einem halben 2ahr im Neuyorker „Journal of Commerce“ die Worte schrieb „Deutschland kann nicht auf immer von feinem Platz an der Sonne als Kolonialmacht verbannt werden!", würde antworten: Weil es ohne deutsche Kolonien kein wirkliches neues Deutschland gibt! Jawohl, wir stimmen dem bei, nur gehört dazu vorher c i n deutscher Wille, und diesen zu wecken, ist die Pflicht von uns Weiteren, die noch das deutsche Afrikq gekannt Haden. Unsere junge Generation weiß gar nicht, welch einen Anspruch sie hat und was ihr vorenthalten bleibt, solange sie nicht fordern gelernt hat: Her mit unserem deutschen Anteil an Afrika! Diese, Dem jungen Deutschland nur zu oft noch unbewußte Forderuna ist es, um deretwillen ich mich noch einmal nach Afrika aufgemacht habe, und dazu habe ich gleich ein Stück junges Deutschland mitgenommen: meine To chter, Studentin der Volkswirtschaft an der Münchener Universität, damit sie Gelegenheit findet, für ihre Generation zu bekräftigen, was wir in Afrika sehen und erleben. Wir wollen unsere alten Schutzgebiete besuchen und außerdem zusehen, was Engländer, Buren und andere weiße Völker auf ihrem afrikanischen Anteil schaffen. Erst Dann kann man einen Begriff Davon bekommen, welch ein unermeßliches FelD in dem Erdteil zwischen der großen Wüste und den zwei Ozeanen Der europäischen Arbeit noch offen steht, und was es für uns heißen würde, ein für alle Mal von einem gebührenden Anteil an der kommenden Entwicklung dieses ungeheuren Raumes ausgeschlossen zu bleiben! Die Benachteiligung für uns, die Daraus käme, ist gar nicht abzuschatzen. Sie wäre untragbar wegen des materiellen Schadens, Der Zeitlich für uns im Quadrat Der Entfernung vom Tage des Verlustes unserer Kolonien wächst, als auch wegen der moralischen Einbuße, Die wir dadurch erlitten, daß andere ihre Arbeit an der Kultivierung und Sanierung eines unvorstellbar großen Stückes Welt tun, wir aber als Zaungäste babei- stehen. Diese Art, auf Afrika zu blicken, muß vor allen Dingen der Jugend unseres Volkes selbstverständlich werden, wenn sich fein Wille entzünden soll, gegen die Enge, in die wir heute gepreßt sind, auch das koloniale Heilmittel zu fordern. Niemand ist stärker und praktischer als unsere junge Generation an dem Geständnis interessiert, das schon vor sieben Jahren der frühere Schatzkanzler unb jetzige Peer von England Philipp Snowden mit den Worten ablegte: „Der Teil Des Versailler FrieDensvertrages, Der Deutschland seiner Kolonien beraubte, bilbet nicht nur einen offenen Bruch Der von den Verbündeten während des Krieges gegebenen Versprechungen, sondern er ist auch ein offen zugegebener Versuch, das wirtschaftliche Hoch- kommen Deutschlands zum Vorteil feiner Handels- rivalen künstlich zu unterdrücken." Als unsere Gegner das von Wilson abgegebene und vom amerikanischen Staatssekretär Lansing am 5. November 1918 in ihrer aller Namen bekräftigte Versprechen einer unparteiischen Schlich- tung aller kolonialen Ansprüche verleugneten, war es also ihre Absicht, Deutschland Damit zu verkrüp- peln. Bedürfen wir Da noch weiteren Zeugnisses, wenn wir heute das zurücksordern, was uns von Afrika gebührt und gehört? Niemand wußte besser, als unsere Kriegsgegner, daß die Kolonien für Deutschland lebenswichtig waren und daß sie ihr Wort brachen, als sie uns unseren überseeischen Besitz nahmen. Noch unmittelbar vor dem Waffenstillstand, am 19. Oktober 1918, fünfte der Vertrauensmann Wilsons, Oberst House, über Die Koloniakfrage nach Washington: DeutschlanDs „berechtigte Ansprüche" in der Kolonialfrage seien, „daß es einen Zugang zu den Roh- stossen in den Tropen braucht. Daß es ein Gebiet Zur Ausnahme seines Bevölkerungsüberschusses nötig hat. Daß nach Den vorgeschlagenen FrieDensbedin- gungen Die Eroberung keinen Rechtsan. fpruch Der Gegner begrünDet." Während Der Verhandlungen, Die vor Dem Friedensdiktat zwischen Den Alliierten ftattfanDen, erinnerte Der südafrikanische General Smuts den Präsidenten Wilson in einem sehr bestimmt gegoltenen Briefe daran, daß es moralisch unerlaubt und gefährlich fei, den Deutschen Die in Den Vierzehn Punkten gegebenen Zusagen nicht zu halten. Es ist schwer begreiflich. Daß ein solches Material, wie Oberst Houses Lyoner Funkspruch, Smuts Brief an Wilson unb SnoroDens GestänDnis in unserer Pro- paganba für Die Rückgabe Der Kolonien bisher so gut wie unbenutzt geblieben finb. Dasselbe gilt von einem weiteren Wort Snorobens: es sei „eine kostspielige, unwahre We11propa - g a n b a burchgeführt worben, um in aller Welt den Einbruck zu erwecken, baß Deutschlanb keinerlei kolonisatorische Fähigkeiten besitze." Snoroben benkt babei an bas berüchtigte Blau- buch, bas bie englische Regierung in Sübwestafrika über angebliche beutsche Kolonial- greuel anfertigen ließ, um es Wilson in bie Hänbe zu spielen unb ihn bazu zu bewegen, baß er Den Wortbruch an Deutschlanb geschehen ließ. Dies Machwerk ist schon vor sechs Jahren durch einstimmigen Beschluß der deutschen, englischen und buri- schen Mitglieder des südwestafrikanischen Landes- rats für nichiig unb ungültig erklärt 3. Die Hauptabteilung, welche das Genossenschaftswesen betreut und also die heutigen Genossenschaften eingliedert. Allerdings ist dann eine Voraussetzung hierzu, daß die Genossenschaften sich wieder auf ihre alte Aufgabe beschränken. 4. Die Hauptabteilung, welche die Warenbewegung betreut, also der Handel mit Erzeugnissen des Landstandes und D e - triebsmi-tteln des Hofes. 3n diese Hauptabteilung wäre der Deutsche Landhan- d e l s b u n d einzugliedern. 5. Die Hauptabteilung, welche das Geldwesen des Landstandes betreut. Lieber Einzelheiten dieser Hauptabteilung soll im Augenblick nichts näher gesagt sein. Ob sonst noch Hauptabteilungen gebildet werden sollen oder wie die innere Aufteilung der Hauptabteilungen vor sich gehen soll, ist im Augenblick nicht wesentlich zu entscheiden. Wesentlich ist nur, daß jeder einzelne anfängt, an den Aufgaben mitzudenken und von seinem Teil aus an der Entwirrung der Lage mitarbeitet." Frankreich zur Paraphierung des Viererpakts bereit. Paris, 6. Juni. (WTB. Funkspruch.) In einem Ministerrat unter Vorsitz des Präsidenten der Republik erstattete Ministerpräsident D a l a d i e r und Außenminister Paul-Boncour über den Stand der Verhandlungen zum viecerpakt, sowie über die an dem ursprünglichen Entwurf vorgenommenen Abänderungen Bericht. Der Ministerrat hat beschlossen, den französischen Botschafter in Rom zu ermächtigen, den Text dieses Paktes zu paraphieren. Dazu wird von unterrichteter Seite in Berlin bemerkt, doh der Mussolini-Plan durch die mehrfachen französischen Abänderungen seinen ursprünglichenEharakterbereitsver- loten hak: bei dem heule in Berlin eingegangenen Pakkentwurf handelt es sich um einen ganz neuen Text, der, wie wir hören, seilens der Reichscegierung einer sorgfältigenPrüfung unterzogen wird. OieGäuberungöaktion beim Rundfunk. Berlin, 3. Sunt. (WTB.) Die vom Reichsrundfunkkommissar Dr. Krukenberg eingeleitete Säuberungsaktion des Runkfunks nähert sich ihrem Ende. Bereits jetzt sind seit Beginn der Äeuordnung des Rundfunks 9 8 leitende und 38 sonstige Angestellte aus den Rundfunkgesellfchaften ausgeschieden. Soweit ihre Stellung nicht infolge der gleichzeitig durchgeführten Vereinfachung des gesamten Geschäftsbetriebs ekngespart werden konnte, find sie überall durch langjährige Kämpfer für die nationale Erhebung erseht worden, die durch bisherige Arbeit und persönliche Qualität die Gewähr dafür boten, den Rundfunk aus dem ihm von Reichsminister Dr. Goebbels gewiesenen Weg vorwärts zu führen. Kleine politische Nachrichten. Reichskanzler Adolf Hitler hat die Pfingsttage auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden verbracht. Reichsminister Dr. Goebbels weilte bei ihm zu Besuch und hatte ausgiebig Gelegenheit, über die Romreise zu berichten. * Der Reichsjustizkommissar Dr. Frank wird im Donnerstag, 8. Juni zwischen 20 und 20.30 Uhr im Deutschlandsender über das Thema „D a s neuedeutsche Recht" sprechen. Die Rede wird auf alle deutschen Sender übertragen. Der neue Vorstand des Verbandes der deutschen Hochschulen hat an den Reichskanzler folgendes Telegramm gerichtet: „Die neue Führung des Deutschen Hochschuloerbandes begrüßt in Verehrung und Treue den Kanzler des deutschen Volkes und gelobt freudige Mitarbeit am Aufbau des Reiches, gez. Schucht, Bebermeyer." e • Der Katholif che G e s s l l e n t a g, der vom 8 bis 11. Juni in München stattfinden sollte, ist von der bayerischen politischen Polizei verboten worden. ♦ Die in den Städten Schöningen, Heldstedt und Königslutter imj?aufe der Woche verhafteten Führer des Stahlhelms sind gestern mittag sämtlich wieder auf freien Fuß gesetzt worden, nachdem sie vom zuständigen Amtsrichter nochmals vernommen worden waren. Kunst und Wiffenschast. Dr. Goebbels als Autor. Am 7. Juni findet im Hessischen Landes* theater in Darmstadt ein einmaliges Gast- fpielöer nationalsozialistischen Gast- spielbühne unter der Leitung von Rob. Rohde statt. Dieses Gastspiel wird allgemeines Interesse finden, da „Der Wandere r", ein Spiel in acht Bildern, Prolog und Epilog, ein Werk des Reichsministers Dr. Goebbels ist. Aus aller Welt. Ein Adolf-Hitler-Park in Germersheim. Am Pfingstsonntag wurde in Germersheim unter großer Beteiligung der Bevölkerung ein neu angelegter Park auf den Ramen Adolf- Hitler-Park eingeweiht. Aus allen Orten der Umgebung waren Besucher gekommen, insbesondere die ganze SA., SS. und Hj., der Stahlhelm u. a. mehr. Für die Stadtverwaltung sprach erster Bürgermeister Wolf, für die Gauleitung der NSDAP. SA.-Oberführer Schwitz- gebel und Reichstagsabgeordneter Selzner, der auch den Dank des Herrn Reichskanzlers für die Ehrung übermittelte. Erneuter Anschlag auf das Schild an der Löwener Universität. In der verflossenen Woche wurde an der Bibliothek der Universität zu Löwen das bekannte Schild ohne deutschfeindliche Inschrift wieder angebracht. Am Sonntagmorgen ist das Schild von demselben Morren wiederum völlig zer- stö r t worden, der es im Jahre 1930 zum ersten Male zerstört hat. Die Polizei gab ohne Erfolg mehrere Schreckschüsse ab, um Morren zu veranlassen, vom Dach herunter zu steigen. Dieser stieg erst ab, als er das Schild völlig zerstört hatte. Er wurde festgenommen und erklärt, seine Tat nicht deshalb begangen zu haben, weil die antideutsche Inschrift entfernt worden sei. Er weigerte sich sodann, weitere Fragen des Untersuchungsrichters zu beantworten. Schwerer Raub in Berlin. Am Samstag verschafften sich zwei Männer, die sich als Leitungsrevisoren ausgaben, Einlaß in ein Haus in der Marchstrabe in Charlottenburg. Zwei dort anwesende Hausange st eilte wurden von ihnen gefesselt und mit Pistolen bedroht. Alsdann entwendeten sie aus einem Safe 50 000 Mark, eine Perlenkette, zwei Brillantbroschen, meh- rere kleine Ringe, eine Damen-Platinuhr, zwei Armreifen mit kleinen Brillanten und Perlen, eine goldene Uh ohne Deckel, sowie ein goldenes und ein silbernes Zigarettenetui mit Monogramm. Die Täter sind alsdann unerkannt entkommen. „BriUanlen-6mir festgenommen. Einen besonders guten Fang machten die Beamten des Einbruchs- und Raubkommissariats Stettin durch die Festnahme eines seit etwa zehn Jahren gesuchten Strahenräubers und Zuhälters, der sich als Mitglied des Vereins „Eiche" mit einem gefälschten Pah auf den Ramen Heine, Kleine, geboren am 22. 2. 1896 in Essen-Altendorff, Dreher von Berus, in Stettin aufg eh alten hat. Er ist in der Verbrecherwelt als „Bril- l a n t e n - E m i l" bekannt. Rach langem Kreuzverhör gestand er ein, der 37jährige Händler Emil Drose aus Essen zu sein. Die Staatsanwaltschaft in Düsseldorf sucht ihn wegen Straßenraubes, die Staatsanwaltschaft Köln zur Verbüßung einer hohen Strafe wegen Zuhälterei. Vermutlich kommt er auch für zahlreiche Straftaten in Stettin, Berlin, Dresden, Leipzig und im Ruhrgebiet in Frage. Wettervoraussage. Durch den hohen Druck über Skandinavien wird weiterhin vorwiegend kontinentale Lust nach Deutschland befördert, so daß die Schönwetterlage erhalten bleibt. Bei der starken Erwärmung wird jedoch das Barometer nach und nach fallen, da sich flache Störungen herausbilben, die späterhin zu lokalen Ge- witterbildungen führen dürften. Vorhersage für Mittwoch: Roch vielfach heiter, heiß und trocken. Vorhersage für Donnerstag: Abgesehen von lokalen Gewitterstörungen noch Fortdauer der Schönwetterlage. Lufttemperaturen. Am 5. Juni: mittags 22,4 Grad Celsius, abends 12,7 Grad: am 6. Juni: morgens 14,4 Grad: Maximum 26,3 Grad, Minimum 9,0 Grad: Sonnenscheindauer 15% Stunden. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe. Am 5. Juni: abends 25,8 Grad: am 6. Juni: morgens 17,4 Grad. Heutige Wasferwärme der Lahn 21 Grad Celsius. worden. Sogar seine Verfasser haben zynisch zugegeben, selbstverständlich sei es gar nicht ihre Absicht, gewesen, die Wahrheit zu schreiben, sondern sie hätten bestellte „Propagandaarbeit" zu liefern gehabt. An diese Dinge muß erinnert werden, wenn es sich darum handelt, Deutschlands Anspruch auf koloniale Wiederherstellung zu begründen und einen hieraus gerichteten nationalen Willen zu entzünden. Nur einen solchen werden die jetzigen Nutznießer des uns entfremdeten kolonialen Gutes zu respektieren sich veranlaßt fühlen. Ministerpräsident Göring in Königstein. F r a n k s u r t a. M., 5. Juni. (WSN.) Königstein stand am Pfingstsonntag ganz im Zeichen des Be- suches des Ministerpräsidenten Göring. Bereits in ben Morgenstunden strömten Tausende und aber Tausende nach der festlich geschmückten Stadt. Um 19% Uhr traft das große breimotorige Junkersflug- 3eug des Ministerpräsidenten von Nürnberg kommend auf dem Frankfurter Flugplatz ein. Reichsstatthalter Sprenger mit feinem Stabe hatte sich u. a. Zur Begrüßung eingefunden. Von Wiesbaden waren der Bruder und der Neffe des Ministerpräsidenten eingetroffen. Göring besichtigte noch em Klemmflugzeug und bestieg sodann das Auto des Reichsstatthalters, das ihn nach Königstein brachte wo er gegen 10 Uhr mit seinem Gefolge auf dem Festplatz erschien, von der wartenden Menge begeistert gefeiert. Reichsstatthalter Sprenger hielt eine kurze Begrüßungsansprache. Der Ministerpräsident dankte dem Reichsstatthalter für die herzlichen Worte der Begrüßung und besonders für die hohe Ehre, die ihm durch die Verleihung des Ehrenbürgerrechts zuteil geworden fei. Wie alle Ehrungen, die ihn in letzter Zeit in so reichem Maße überschütteten, nehme er auch diese als dem Führer dargebracht und als Zeichen des Dankes, des Vertrauens und der Hoffnung. Der Führer allein sei der Schöpfer des neuen Reiches. Wenn sie auch alle mitgeholfen hätten in dem Kampfe um das dritte Reich, so hätten sie doch nur ihre Pflicht getan, der Wille des Führers habe sie geleitet und fein Geist habe sie erfüllt. Heute stände er zwar aus einem Platze, der ihm bas befonbere Vertrauen bes Führers bezeuge, er sei aber beshalb boch nureinSolbatAbolfHit- l e r s, ber seine Pflicht tue, wie taufenb andere ©21.» Männer auch. Das Vertrauen, das das deutsche Volk dem Führer Adolf Hitler und seiner Regierung entgegenbringe sei die Garantie für den Wiederauf st ieg unseres Volkes. Im Garten des Kaffee fireiner wohnte der Ministerpräsident dann der Burgbeleuchtung bei. Der Ansklang der passauer VDA.-Tagnng. Em Festzug vereinigt alle deutschen Gaue mit den Gruppen des Grenz- und Auslandsdeutschtums. Kestgottesdienstim Oreiflußeck Passau, 5. Juni. (TU.) Das Volksdeutsche Pfingstfest der nach Zehntausenden zählenden Jung- mannjchaft des VDA. fand seinen Höhepunkt in drei großen Veranstaltungen am Pfingstmontag. Morgens füllten die Gruppen mit ihren leuchtenden Wimpeln das Dreiflußeck. Nach dem gemeinsamen Gesang des Niederländischen Dankgebetes sprach Domprost und Generaloikar Dr. Riemer von deutscher Ewigkeit, deutscher Hoffnung und deutscher Verpflichtung. Nach ihm verkündete ber Bischof der deutsch-evangelischen Landeskirche Süd- flaroicns, D. Popp- Agram, die Ewigkeitswerte deutsch-christlicher Glaubenszuversicht. Die Weihestunde schloß mit dem Lied „Großer Gott wir loben dich" und mit der Weihe neuer Wimpel der Jugendgruppen durch Dr. Steinacher. Ehrung der Toten. In früher Mittagsstunde waren die Kolonnen des VDA. mit ihren Wimpeln und Fahnen vor dem Passauer Dom zur Ehrung der Opfer des Grenzkampfes und zur Kundgebung für deutsche Einheit ausmarschiert. Nach einleitendem Hinweis Dr. Steinachers auf den symbolischen Namen der großen Domglocke „Die Stürmerin", gedachte ber Führer bes beutschen Schutzbundes, Dr. Robert Ernst, als Kämpfer des Weltkrieges der Toten des Grenzkampfes. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden legte der Reichsführer einen Lorbeerkranz zu Ehren der Toten mit dem blauen Wimpel des VDA. und den deutschen Farbenbändern nieder. Der Münchener Unioersitätsprofessor Generalmajor Dr. Haushofer, der die volkspolitische Bedeutung des Donauraumes schilderte, ermahnte die Jugend, die heute den Willen zur Einheit und Freiheit bekundet, auch jederzeit mit der Tat ihre Gesinnung zu beweisen, wie es in Sturmgewittern das feldgraue Heer in viereinhalb Jahren bewiesen hat. Die Kundgebung schloß mit dem Deutschlandlied. Oer Festzug Die Festesfreude in der überreich geschmückten Stadt fand dann ihren jubelnden Ausdruck in dem Festzua, der zwei Stunden lang durch das Spalier der Passauer Verbände zog. Am Adolf Hitler- a nahm Reichsführer Dr. Steinacher den eimarsch ab. Den Anfang machten unter Vorantritt der Reichswehrkapelle Abordnungen der SA. und der Hitleriuaend. Dann folgten die Jugend- gruppen des 232)21, jede Landschaft, jede Stadt trug ihre Fahnen und Wimpel, dazu besondere Symbole, das Stadtwappen, plastische Darstellungen historischer Bauten und Denkmäler. P o t s d a m z. B. kam in der friderizicmischen Paradeuniform, der Berliner Gruppe schritt im braunen Pelz der Bär voran. Plauen fuhr in einem Landauer, umkränzt mit den Plauener Spitzen, vorbei. Pommern präsentierte seine großen Kartoffeln. Der Rattenfänger von Hameln führte seine in alte Trachten gekleidete Kinderschar an. Die Braunschweiger Gruppe wurde von Till Eulenspiegel und seinen Gesellen geführt. Besonders umjubelt wurden d i e Vertreter aus Oe ft erreich, an ihrer Spitze die Kärntner. O st preußen fuhr ein großes Kar- tenbilb mit der Forderung auf Beseitigung des Korridors voran. Die große Gruppe aus Danzig konnte sich davon überzeugen, daß auch im Süden des Reiches der Einsatz für die Deutschheit Danzigs fein Echo findet. Die Deutschen aus Eupen, M a 1 m e d y und St. D i a t h , denen sich auch Flamen beigefellt hatten, weckten Stürme der Begeisterung. So zog ein Grenzgebiet und eine auslandsdeutsche Volksgruppe nach der anderen vorbei, alle iAi Bewußtsein der Einheit deutschen Blutes und in dem festlich beteuerten, Willen zur völkischen Untrennbarfeiit der Nation. Den größten Eindruck machte der durch Hunderte vertretene VDA. - Verband des Saargebietes. Horst Wessel und die Welt. Eine Kundgebung des Nationalsozialistischen Deutschen GtudentenbundeS. Berlin, 3. Juni. (CNB.) Der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund veranstaltete eine stark besuchte Kundgebung unter dem Leitgedanken „Horst Wessel und die Welt". — Unter den Ehrengästen bemerkte man auch d i e Mutter Horst Wessels. Bei der Kundgebung kamen erstmalig Ausländer zu Wort, um ihre Stellung zu Horst Wessel, dem deutschen Freiheitskämpfer, und zum Rationalsozialismus darzulegen. Der seit 23 Jahren in Deutschland lebende b u l - garischeGeneralGantschew erklärte, das Erwachen Deutschlands habe in Bulgarien gewaltigen Widerhall gesunden. Die nationalen Bulgaren sähen in einem nationalen Deutschland eine Bürgschaft für eine bessere Zukunft auch Bulgariens. Horst Wessel sei für alle Länder ein Vorbild, die ein nationales Erwachen erlebten. Doug Brink le h (Amerika), der allwöchentlich für den amerikanischen Rundfunk über die deutschen Verhältnisse spricht, gedachte der gewaltigen Leistung des unbekannten Soldaten Adols Hitler, der in 14jähriger Arbeit das Werk Bismarcks vollendet, die deutsche Ration geschaffen habe. Horst Wessel, der sein Leben für die Wiedergeburt des deutschen Volkes hingegeben habe, werde von jedem Aufrechtdenkenden in der Welt verehrt. Der englische Lektor an der Universität Berlin erklärte, man habe in England für einen Mann Verständnis, der für sein Ideal und sein Vaterland in den Tod gehe. Mit echt südländischer Begeisterung und Wärme, oft von jubelndem Beifall unterbrochen, feierte der faschistische Vorkämpfer Hauptmann B o r e l l i (Italien) den deutschen Freiheitshelden, der durch sein Sterben für die nationalsozialistische Idee die deutsche Seele der italienischen nahegebracht habe. Das Endziel beider Völker sei durch denselben Weg gekennzeichnet, der in aufrechter Freundschaft gemeinsam gegangen werden müsse. Immer habe Italien den unsinnigen Friedensvertrag bekämpft, der noch zu revidieren sein werde. 2m Anschluß an die Rede Borellis spielte die Kapelle die Faschistenhymne, die von den Teilnehmern stehend angehört wurde. Nachdem mehrere deutsche Redner gesprochen hatten, schloß die Kundgebung mit dem Horst-Wessel-Lied und einem Heil auf den Dolkskanzler und Führer. Nie litiisliebenmg des deutschen Landstandes. Ein plan des Reichsbauernführers K. Walter Oarr6. Der Agrarpolitische Beauftragte des Kanzlers und Reichsbauernführer R. Walter Darre veröffentlicht in der von ihm herausgegebenen nationalsozialistischen „Landpost" unter der Lieberschrift „Zur Frage der Neugliederung des deutschen Landstandes" Eiirzelheitcn über die Neuorganisation. In diesem Artikel heißt es u .a.: „Die landwirtschaftlichen und bäuerlichen Verbände, freie sowohl als auch halbamtliche und amtliche, sind auf dem Boden des Liberalismus planlos emporgewuchert, ohne daß eine ordnende Hand Liebersichtlichkeit, Sinn und Ordnung in das Ganze gebracht hätte. Wir stehen heute vor diesem Durcheinander wie ein Gärtner, der in einem verwilderten, gründlich verunkrauteten Garten planvoll Ordnung schaffen soll: oder wie ein Bauer, der einen völlig heruntergewirtschafteten Hof übernehmen soll: In beiden Fällen hat es keinen Sinn, zunächst an die Inangriffnahme von Fragen zweiter Ordnung zu gehen, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wie die Dinge einmal im einzelnen aussehen werden, sondern erst einmal muß Klarheit geschaffen werden, wie der neue Plan grundsätzlich aufgebaut sein muß. Darauf kann mit der Aufräumungsarbeit begonnen werden, bis aus der Linordnung der Plan der neuen Ordnung sichtbar wird. Dann erst ist es an der Zeit, das einzelne in der neuen Ordnung zu bedenken. Dieser Grundplan soll etwa so aussehen: Als Aufgabe steht vor uns, aus der Vielheit der freien und halbamtlichen Verbände eine Standesvertretung des deutschen Landstandes zu schassen. In diesem einen Stand müssen die bestehenden Verbände auf einige wenige Sparten, Hauptabteilungen, oder wie man es nennen will, zusammengefaßt, bzw. aufgeteilt werden. Von diesem Standpunkt aus ergeben sich folgende Sparten bzw. Hauptabteilungen: 1. Die Hauptabteilung, welche den Menschen im Landstand betreut, also die eigentlich ständischen Aufgaben übernimmt. — In diese Hauptabteilung wären die freien Verbände ein» Äugliebem, also etwa das, was sich in der Reichs- führergemeinschaft des Deutschen Bauerntums zusammengeschlossen hat. 2. Die Hauptabteilung, welche den Hof, den landwirtschaftlichen Betrieb, betreut, also die eigentlich betriebswirtschaftlichen und betriebstechnischen Aufgaben Übernimmt — In diese Hauptabteilung wären die halbamtlichen und amtlichen Selbstverwaltungskörper, wie es z. D. die Landschaftskammern darstellen, hin» einzunehmen. Dr. Goebbels im Hauptquartier des italienischen Sports. IW-W* ■ I <■ ''er Reichspropagandaminister und seine Gattin bei der Besichtigung des Mussolini-Forums, der großartigen Sportanlage in Rom. Sie Stauung des Prinzen Wilhelm von Preußen. Bonn, 3 Juni. (TU.) Es liegt in der (Eigenart der alten Universitätsstadt Bann, der ehemaligen kurfürstlichen Residenz und der beliebten Studien- staüt der Hohenzollern begründet, daß die Lermäh- lung des Prinzen Wilhelm van Preußen, des ältesten Kranprinzensohnes, mit Darathea oon Salviati eine so ungeheure Beteiligung der Banner Bevölkerung gesunden hat. Wenn das Brautpaar auch die Hochzeit in aller Stille beging, fo mahnte der krrch- lichen Trauung in der In stilvollem Rokoko erbauten Schloßkirche eine so große Menschenmenge bei, daß da» Brautpaar, als es vor der ftirdbe vorfuhr, Mühe hatte, sich einen Weg durch die Menschenmenae zu bahnen, die in laute Hochrufe ausbrach Stahlhelmkameraden des Prinzen bildeten von dem Wagen bis zum Portal der Kirche Spalier. Zahlreiche Kameras und ein Tonfilmapparat waren auf das Paar gerichtet, als es — die Braut in Weiß, der Prinz in Stahlhelmuniform — den Wagen verlieh, und in die Kirche schritt. Die Kirche sah den Freunde»- und Bekanntenkreis deS Hauses Salviati, bekannte Bonner Bürger und Mitglieder der Universität Auch Prinz Albrecht von Hohenzollern, von der katholischen Linie, wohnte der Trauung bei, ebenso Prinz Hubertus von Preußen, der jüngere Bruder des Bräutigams. Psarrer Haun knüpfte seine Ansprache an den Konfirmationsspruch j>eS Prinzen Wilhelm an: Wer bis an das Ende auSharrt, der wird selig Der einfache Sinn dieses Spruches sei. Fest bleiben al» Richtschnur für da» ganze Leben. Als die Reuvermählten die Kirche verließen, wurden sie draußen von der Menschenmenge jubelnd empfangen. Der Wagen fuhr zum Hause Salviati zurück, wo das HochzcitScssen stattfand. 3tn Anschluß daran begab sich das Paar auf die Hochzeitsreise. • Bon der Generalverwaltung de» Preußischen Königshauses wird mit- gcteilt: „Prinz Wilhelm von Preußen hat bei Eintritt seiner Dolljährigkeit für den Fall deS Eingehens einer Ehe. die der HauS- verfassung des Königlichen HauscS widerspricht, aus alle auS seiner Erstgeburt abzu - leitendenRechte verzichtet. Dieser Fall ist durch feine Dermahlung mit Fräulein Dorothea v- Salviati e i n g e t r e t e n." Ser Neubau der SeuWeu Evangelischen Kirche. D. von Bodelschwingh predigt in der Berliner Zionskirche. Berlin. S- Mai. (LAD.) D. v. D o d e l - schwingh hielt am Pfingstsonntag in der ZionSkirche seine angekündigte Predigt, der er al» Tert die Worte aus dem Römerbrief zu- arundelegte: „Das Gesetz des Geistes, der da lebendig macht in Jesus Lhristus, hat mich freigemacht." Bodelschwingh sprach zunächst von den ersten P s i n g st e n der urchrtstlichen Gemeinde. Der Heilige Geist machte aus ängstlichen Leuten tapfere Männer, aus einer verfolgten und zerstreuten Schar eine christliche Gemeinde. So entstand eine Kirche ohne Organisation und Dersassung, in der 3efu Wort und der Heilige Geist lebendig war. 3n den 2030 Jahren, die seitdem vergangen sind, sei dieser Geist der ersten Pfingsten oft erstickt worden. Man habe das Evangelium zu einem Lehrgesetz gemacht, die Kirche zu einer Heilsanstalt. Wan habe hohe Würden und Titel geschaffen, und leider sei auch viel Streit und Zerspaltung gewesen. So steht auch heute die Evangelische Kirche i n einer Wende. Die neuwerdende Kirche solle sein eine lebendige, eine jugendliche, eine kämpferische und eine freie Kirche. Wir wenden uns, so fuhr Bodelschwingh fort, von aller Müdigkeit und Greisenhaftigkeit ab und wollen da- für eintreten, daß die Kirche ■eine im Heiligen Geist 5endliche Kirche sei. Die Jugend unseres Volks e wartend, hoffend und fragend vor Toren der Kirche. Sie werde nur gewonnen, wenn sie spüre, daß eine kämpfende Kirche da sei, die mit heißer Leidenschaft das Volk erobern möchte für C h r i ft us. Aus einer solchen Gemeinschaft erwachse dann von selbst eine In- nerIich freie Kirche. Nach dem Gottesdienst spielte vor dem Portal der Kirche die Berliner Posaunenmission unter Leitung von Posaunenmeister Nedlitz Choräle. Lange noch wartete eine unübersehbare Menschenmenge auf D v. Bodelschwingh und grüßte ihn herzlich, als er die Kirche verließ. Bodeischwinghs psingflbotschast. An die evangelische Christenheit Deutschlands. Berlin, 6. Juni. (TU.) D. Friedrich oon Bodelschwingh richtete, wie der EPD. mitteilt, aus Anlaß seiner Bestimmung zum R e i ch s b i s ch o f der künftigen deutschen evangelischen Kirche folgendes G r u ß w o r t an die Gemeinden, das in den Gottesdiensten des ersten Pfingsttages oon den Kanzeln verlesen wurde: „Der wahre Schatz der Kirche ist das aller- heiligste Evangelium der Herrlichkeit und Gnade Gottes." Dieses Wort Dr. Martin Luthers beschreibt den Reichtum und die Verantwortung der Gemeinde Jefu, sie schafft glauben: Das ist ihre Freude. Sie schafft dienen: Das ist ihre Kraft. Der Dienst der Kirche soll nichts anderes fein, als d i e Ausbreitung des Evangeliums durch Wort und Tat. Das Evangelium aber kann und will uns frei und selig machen. 3n der Wende der Zeit, die unserm Bolk und Baterland geschenkt worden ist, schickt sich unsere deutsche evangelische Kirche an, ihre äußere Gestalt zu erneuern und s i ch fester als bisher zusammen zu schließen. Daraus kann nur ein bleibender Segen erwachsen, wenn wir un- alle nfitcinanbet demütig beugen vor der Majestät unseres Gottes, miteinander lauschen auf die Stimme des guten Hirten, der für uns gestorben und auferstanden ist, miteinander dem Geist gehorchen, der uns beten und lieben lehrt. Als die miteinander und füreinander Betenden laßt un» Pfingsten feiern! Der ewig reiche Gott aber wolle Gnade geben, daß jede einzelne Gemeinde wie ein grünender (Sorten fei, der gute Früchte trägt und wie eine frsiche Quelle, die viele erquickt. Er schenke unserer ganzen Kirche, daß sie ihr neues Haus auf dem festen Grund baut, der in den Stürmen der Zeit allein Bestand hat. Einen anderen Grund aber kann niemand legen, als den, der gelegt ist. 3e- sus Christus, hoch gelobt in Ewigkeit." Gin Zwischenfall in Berlin-Friedenau. Berlin. 5.3uni. (XXI.) Da» Kirchenbundesamt teilt mit: Die Gottesdienste de» Pfingstsonntags, in denen ein religiös gehaltene» Gruhwort des neuen Reichsbischofs D. von Bodelschwingh den Gemeinden bekanntgegeben wurde, sind bis auf wenige Ausnahmen ohne Störungen verlaufen. 3n der Friedenauer Kirche zum'guten Hirten kam es zu einem bedauerlichen Zwischenfall. Als Pfarrer Detter die Botschaft des Reichsbischofs zu verlesen begann, erhob sich in der überfüllten Kirche eine Gruppe, deren Führer mit lauter Stimme dazwischenrief: „3m Rainen der Rationalsozialistischen Partei erheben wir Einspruch". Die weiteren Worte gingen in der allgemeinen Unruhe der aufs tiefste erregten und empörten Gemeinde unter. Die Gemeinde stimmte das Lutherlied „Ein feste Burg ist unser Gott" an. Währenddessen verliehen nur etwa 10 Gottesdienstbesucher die Kirche. Die Kundgebung des Reichsbischofs konnte dann ohne Störung verlesen werden. Die Reichsleitung der Glaubens» betoegung Deutsche Christen" hatte vor dem Fest alle ihre Anhänger aufgefordert, in ihrem etwaigen Unmut Gottesdienste auf keinen Fall zu stören, sondern ihren Protest hinterher anzumelden. Japans Sieg in Ostasien. Oer Waffenstillstand mit China.-Rußland verzichtet auf die ostchinesische Bahn. Amerika revidiert seine Haltung. Berlin, 6. Juni. (CNB. Funkspruch.) Während Abrüstung, Viermächtepakt und Weltwirtschaftskon- fcrcnz im Vordergründe des europäischen und teilweise auch des amerikanischen Interesses stehen, verfolgt Japan unbekümmert um all die internationalen Orpanisationsbeschränkungen mit größter Kon- seuenz seine Politik aus dem asiatischen Kontinent. China mußte sich mit einem Waffenstillstand abfinden, der die Be st ö t i g u n g der von Japan in der Mandschurei geschaffenen tatsächlichen Lage in sich schließt. Gleichzeitig nifnmt die Auseinandersetzung mit Der Sowjetunion Formen an, die deutlich zeigen, daß Japan sich in der Frage der ostchinesischen Eisenbahn stark genug fühlt, o o l - lendete Tatsachen zu schaffen, ohne ernste Verwicklungen befürchten zu müssen. Schon fetzt ist die Bahn praktisch von dem russischen Netz getrennt und unter Der tatsächlichen Kontrolle Japans. Die Anomalie, daß in der Mandschurei eine Eisenbahnlinie Eigentum eines fremden Staates ist, hat Japan durch das von ihm veranlaßte und geleitete Vorgehen der Mandschuku-Behörden für alle praktischen Fragen b e {e i t i a t; Rußland scheint sich mit seiner Verdrängung schon abgefun- den zu haben und nur noch die Zahlung eines Kaufpreises oon mehreren Hundert Millionen Jen zu erwarten, es ist aber nicht ganz sicher, ob die tatsächliche Lage für Japan bzw. den mandschurischen Staat den formellen Ankauf der Bahn noch notwendig erscheinen läßt. Die wiederholten Proteste der Sowjetregierung verdecken nur die Ohnmacht ! aßlands und stellen einen letzten Versuch dar, Javan wieder auf den Weg ordnungsmäßiger Verhandlungen zu bringen. Daß auch Amerika keine Lust hat, wegen der Mandschurei den feit Jahrzehnten angekündigten Konflikt mit Japan ausbrechen zu taffen, bewiesen die verschiedenen örtlärungen über den Wunsch nach Entspannung und Zusammenarbeit in Ostasien. Die Formel, daß die Mandschurei als eine Art Dominion anzu- sehen sei, ist für Amerika eine geschickte Hm» gehung der offiziellen Anerkennung des neuen Staates. Da der frühere Leiter der amerikanischen Außenpolitik Staatssekretär S t i m s o n die Richtanerkennung aller unter Verletzung des Kellogg- Paktes und der anderen Verträge geschaffenen Disposition zur internationalen Doktrin erhoben hatte und in Gens im Februar festgestellt worden ist, daß das Dorgehen Japans rechtswidrig war, bedeutete die neue Haltung Amerikas einen entscheidenden Erfolg Japans, der die Bahn für eine spätere vertragliche Regelung mit den Teilnehmern des ReunmächteabkommenS frei macht. China wird geöemütigi. Mukden, 6. Juni. (TU.) Wie hier verlautet, sind die Verhandlungen zwischen den japanischen amtlichen Stellen der Militärbehörde und dem Außenministerium über die allgemeine Stellung- nähme Japans zu den Friedensverhandlungen mit China noch nicht beendet. Die japanische Militärbe- Hörde fordert die Annahme folgender Bedingungen: 1. China darf nur eine begrenzte Anzahl seiner Truppen in Nordchina unterhalten. 2. 2llle chinesischen Truppenbewegungen in Nordchina müssen der sa panischen Behörde mitgeteilt werden. 3. Dschehol wird der Mandschurei ein- verleibt. 4. Das Gebiet oon Schanhaikwan und Tsinwangtau wird unter japanisches Protektorat gestellt. 5. China verpflichtet sich zur Anerkennnung des Staates oon Mandschukuo. 6. Die chinesische Regierung verpflichtet sich, alle Beschwe rden gegen Japan in Genf zu - rück^uziehen. 7. Alle Befestigungen im Gürtel Kupeiku- Paß-LuainPeking werden vernichtet. China verpflichtet sich, keine Bündnisse gegen Japan und die Mandschurei einzugehen. nac ERNTEN 27 BIS 30 ♦ MU STER CIGARETTEN ♦ MISCHUNGSNUMMER R 6 o/M 5ORT£ R6Ö % ^£CNUHGy**i 5O RTe RS unseres technischen Muster- völlig neuen Methoden hergestellt Diese Cigaretten werden in den betriebes in Altona Bahrenfeld Der ungewöhnlich zarte und reme ChaTSTTer dieser Mischung beruht darauf daß samthche Tabake zweimaQi^ptiyij*,5» Mundstück hergestellt folgenden Distrikten; 0 s Bf^ssolk. sC«un. Oie Cigaretten sjnrf und neuer Fabrikation!- methoden. die luWlp dMlabaMalitMMMmenkM^e. He^iiuog au» M'k d o e M 11 e^i^p / REEMTSMA CIQARETTENPABRIKEN G. M. B. H. ALTONA - BAH^eJeAd opx-icfii die deuidichte Spitetefie. REEMTSMA GIESSEN AM «OSWALDS GARTEN ®cr061 funn diesk iinserek r> ziandarle, ghgeben. Ls iv'rc Versolgu"k onferedd11 5 Komm, Frau Du - Fang Sans ges doch an! unartig o Doktor kc zin verfi tränt- H' - Also, gestohlen- Frau Die Kinöerchen Ian ilnö Pl Jahren! - du jetzt tr etwas zu Gesicht c ... Fuchs wieder he ganz aus! Gestern h 2ch sag i Dimm, d Maus vc komme so dich schön nein, Pet es dann t warum so doch so sch Pelerche Seine gro Schrot, da du tot... wird denn meinen! 1 schießt bot brav sind. Gans gest Wenn du lade. - 9i Der.- Aich Peter! Wei Stelle anja dir mache! er jetzt he wenn wir sen - Er er hat. - Peterchei Neues. Ich liebes, klug len sagst i an: Fuchs, gieb. A - Nimm ®ieb sie m ®ieb . । Schlägel A hören! . . lQ9cn. Sie nidjt gehöre ’ann und ol bis zum En l°|ort vom ' bekommst ke ttjten Berse Schluß anja So ist es M°uch: St Deichen mit der Mc b^v gemod M er es \ m ,auct) er Kittchen, ^erle höret Lei Km Sn Weil Ein vaferländifcherRoman vonHansDietzKe Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau. 15. Fortsetzung. Vachdruck verboten> Döllnitz hat seine Mahlzeit beendet. Er erhebt sich, nimmt Mantel und Pelzmütze und tritt durch die niedere Tür ins Freie. Ehe der Spitzel folgt, stiehlt er mit geschicktem Griff den Brief aus dem Fach an der Wand und birgt ihn hastig in seinem dunklen Rock. Dann wirft er lässig dem eben herbeieilenden Wirt eine Münze zur Begleichung seiner Zeche auf den Tisch und verläßt die Gaststube. Einsam liegt die Hohegasse do. Fußhoher Schnee macht den Weg schwer passierbar. Die Augen des Spitzels haben mit einem Blick die mächtig ragende Gestalt des Hauptmanns um die Ecke biegen sehen. Ohne Hast, in bewußtem Abstand, folgt er. Der Fang ist ihm sicher. Ahnungslos geht Döllnitz durch die verschlafenen, abendlichen Straßen. Ab und zu kommt ein Bürger oder eine Frauensperson, der ein Diener mit der Handlaterne den Weg erleuchtet. Ebenso still und dunkel liegt die Webergasse da, in der das Haus des Professors Berger liegt. Lichtschein dringt aus einer breiten Fensterreihe zu ebener Erde durch die sorgsam dicht geschlossenen Vorhänge. Döllnitz tritt durch die unverschlossene Flurtür ein. Die Gestalt des Spitzels birgt sich mit lautlosen Schritten in einem gegenüberliegenden dunklen Torweg. Rach geraumer Weile verläßt der Lauscher seinen Posten und eilt davon. Die Falle ist geschlossen! Während zu gleicher Zeit der Schlitten mit den Rettern unterwegs war, gingen die beiden Frauen an die Ausführung chres Planes. Jeanette weiß so gut wie Maria, daß alles davon abhängt, ihren Mann abzulenken, um Döllnitz ohne Aufsehen in das Schloß zu bringen und hier so lange versteckt zu halten, bis sich der erste Aufruhr gelegt hat. Scheinbar unbefangen und mit lächelnder Miene betritt sie das Zimmer ihres Gatten. Lefevre ist freudig überrascht. Seine Unruhe steigerte sich in der letzten Stunde über allem Denken bis zur Unerträglichkeit, die Einsamkeit begann ihn zu quälen. Er wollte Jeanette nicht vorzeitig von ihrem Vergnügen losreißen und versuchte sich die schleichende Zeit mit allerlei müßigen, zerstreuenden Dingen zu vertreiben. Aber in dem krampfhaften Bemühen sich abzulenken, wurde das umklammernde Gefühl des Alleinseins zu doppelt bedrückender Last. Um so freudiger begrüßt er nun Jeanette. Zärtlich küßt er ihre Hand. „Du hast mir sehr gefehlt — d£ri!" In unverhohlener Liebe schließt er dann die yrau in seine Arme. Mit leicht verlegenem Lächeln befreit sich Jeannette. „Desto eher wirst du mir hoffentlich einen Wunsch erfüllen, der mir sehr am Herzen liegt." Sie sieht ihrem Mann voll in die Augen. Findet den Mut zu einer Lüge, die durch , tiefste Ueber- zeugung ihrer Notwendigkeit, durch innersten Zwang eines absoluten Mitgefühls von dem Schimmer reinster, stärkster Wahrheit umkleidet ist. „Du weißt, Ren6 — ich störe dich nicht gern über deinen Büchern ..." „Du störst mich nicht, Jeanette. Im Gegenteil — es ist mir lieb, daß du kommst, aber ..." der Ernst in den Augen seiner Frau läßt ihn besorgt aufmerken, „... jetzt verrate mir deine Bitte — ich bin recht neugierig." Lefevre setzt ein etwas gezwungen erwartendes Lächeln auf. Jeannette senkt den Blick und zieht Ren6 in den Sessel, auf dessen Lehne sie sich setzt, ihre Arme sanft und bittend um seinen Hals legend. „Du mußt es mir schon vorher versprechen ..." ihre Stimme ist rührend leise, „... dieses einzige Mal nur sollst du es tun!" Lefevre beginnt zu lachen. „Du bist ja so geheimnisvoll und feierlich, chärie, als ob es sich um die größte Sache der Welt handele!" „Also — du versprichst es mir? Jeanettes Augen suchen Ren6 voll betörendem Liebreiz in ihrer verhaltenen Angst, die beinah kindlich ist. „Ich wüßte nicht, was ich dir abschlagen sollte." Lefevre ist gespannt in Erwartung, die etwas Komisches und Verlegenes zugleich ist. Endlich platzt Jeanette mit der Bitte heraus, ihren Mann dabei fest ansehend: „Du sollst mit hinüber in Maria von Löbaus Salon. Die Baronesse erwartet uns — wir wollen musizieren heute abend." Der Hauptmann wendet den Blick ab von seiner Frau. Ein verschlossener Zug tritt in fein Gesicht. Seine Lippen pressen sich zusammen in stummer Abwehr. Jeannette nimmt die Arme von seinem Hals, als ihr Mann sich erheben will. „Du hast es mir versprochen! Ren6 — dieses eine Mal nur!" „Das kann ich nicht, Jeanette! — Du weißt genau, daß ich Pflichten habe, daß ich hier als Offizier meiner Armee stehe. Ich darf nicht tun, was ich als Bürger in diesem besonderen Falle um so lieber tun würde." Jeannette kämpft mit den letzten Waffen, die ihr noch bleiben. Sie führt den ganzen Zauber ihres Wesens ins Treffen. Sie sieht Ren6 mit einem langen, stummen Blick an, mit einem Läckeln, dem er nicht widerstehen wird. „Soldat, du?' — eine schmollende Nichtachtung liegt in ihren Worten, ein sanfter Hohn auf seinen Stolz. „Immer wieder deine dumme Pflicht! Niemand sieht es, als wir zwei. Und niemand zwingt dich, gegen dein ehrliches Gewissen zu handeln — oder glaubst du, die Baronesse hat sich mit mir verschworen, dir militärische Geheimnisse zu entlocken?" Jeanette nimmt seinen Kopf in ihre Hände und lacht ihn einfach aus. „Recht hast du schon — wir haben Hintergedanken und verschworen haben wir uns auch. Aber nur um dein Geigenspiel zu hören! Ich habe der Baronesse soviel davon erzählt — und jetzt willst du mich im Stich lassen — schäm dich, du Soldat!" Lefevre fühlt seinen Widerstand schwanken, aber er schweigt hartnäckig. Da reißt Jeanette die Geduld. „Früher hättest du so etwas nicht gewagt. Aber seitdem du von Paris fort bist, hast du ja höhere Wünsche zu achten, als die, um die deine Frau zu bitten wagt." Der Hauptmann kann nicht länger ernst bleiben bei dem schmollenden Gesicht seiner Frau. „Wie Majestät befehlen!" sagt er und bietet ihr den Arm. Ein strahlendes Lachen Jeanettes belohnt feine Antwort. „Ich freue mich, ch6rie, endlich wieder eine Geige in die Hand nehmen zu können!" „Und die Baronesse wird sich freuen, dich endlich einmal als ihren Gast zu sehen. Sie hat es um meinetwillen verdient. Du hättest längst kommen sollen", Jeannette sieht ihn, während sie aus dem Zimmer gehen, mit komischer Geringschätzung von der Seite an, „aber, ich vergaß dabei: Du bist ja Soldat — und Soldaten haben keine Manieren nötig! Du versagst deiner Würde nichts, denn heute ist niemand anderes im Schloß als die Baronesse und da hielt ich den Augenblick für geeignet, deine Kavaliersehre wieder herzustellen." „Klug und süß wie immer, ch6rie!" Lefevre küßt seine Frau auf die Wange, die vor kaum verhaltener Erregung glüht. Sie gehen über die Freitreppe der Diele hinaus zum Salon, wo Maria von Löbau wartet. Die Komödie kann beginnen. Unten aber in der Gesindestube sitzen Karl und der alte Tobias und starren ins verglimmende Feuer. Ihre Gedanken sind bei den beiden, die mit jagenden Pferden das Leben deutscher Männer zu retten versuchen. * Hauptmann Döllnitz spricht zu den bei Professor Berger in der Webergasse in Breslau versammelten Führern des Tugendbundes. Es sind nur wenige Männer, die verläßlichsten, denen in letzter Stunde die heiligsten Geheimnisse des Bundes an- vertraut werden. Der Hauptmann hat chr Gelöbnis unverbrüchlicher Treue, ihr Plan ist gefaßt. Noch einmal läßt er in den Herzen die Flamme bedingungsloser Hingabe auflodern, mit Worten, die tiefster Wirkung — durch die Kraft ihrer Ueber- zeugung — gewiß sind. „Seit Monaten schon wirken in Heimlichkeit und Stille unter den Augen französischer Spitzel in ganz Schlesien tapfere Männer für die Sache der Freiheit — überall sprechen in diesen Tagen und Stunden Mitglieder unseres Bundes zu deutschen Patrioten. Alle hoben ein Ziel, dasselbe Denken und Hoffen steht in ihren Herzen: Die Erlösung des Vaterlandes aus Schmach und Not!..." Döllnitz' helle, klare Stimme schwingt in gedämpfter Leidenschaft durch den Raum. Sein Blick sucht die Büste des großen Königs, ein Spender der Kraft, die leuchtend von hohem Bücherbord auf die Männer herabsieht. „Noch ist das Los unserer Nation: Schweigen müssen — mit Gewalt Wahrheit und Vaterlandsliebe unterdrücken! Welcher rechtschaffene Patriot, dem Volk und Vaterland mehr sind als Worte und Phrasen, soll sich Elend und Jammer unserer Zeit — die wahrlich allenthalben ihren Höhepunkt erreicht haben — noch länger untätig mit ansehen?! Ueberall das gleiche: Die Bauern hungern, den Bürgern erpreßt man mit Tributen das letzte und — die Regierung schweigt! Das Militär wartet — Gewehr bei Fuß. Männer wie Scharnhorst und Gneisenau sind machtlos gegen des Königs Zaudern! Hier gibt es nur eine Rettung: Das Volk muß sprechen! Die Stimmen von Hunderttausenden können nicht ungehört verhallen!" Ein Ruck geht durch die Körper der Männer, Entschlossenheit steht auf ihren Gesichtern, die zu allem bereit ist. Döllnitz hämmert mit der Wucht seiner Rede unerbittlich die trübe Wahrheit in das Gewissen seiner Hörer: „ Kein Taler fließt in eure Kaffen, den nicht Tribut verkleinert — keine Zeitung wird in eurem Land gedruckt, die nicht von Fremdlingen genehmigt ist — kein Schiff, kein Wagen darf in eure Grenzen, der nicht von Zöllnern überwacht — zerstörter Handel, vernichtete Fabriken, menschenleere Felder — und Steuern, Erpressung überall! Spione zählen eure Schritte, bewachen eure Wege ..." Da schrillt lärmend die Ziehglocke der Haustüre, Fäuste hämmern gegen das verschlossene Portal. Rambeaux mit seinen Beamten steht draußen. Er schäumt vor Wut: Die Türe versperrt — der ge« waltsame Einlaß erfordert kostbare Zeit ... Einen Augenblick herrscht laullose Stille im Bibliothekszimmer des Professors. Das Licht der Kerzen erlischt. Hände greifen nach dem Pistol — eine Stimme zischt: „Verrat!" Dann hallt dumpf und befehlend wieder die Stimme von draußen: „Deffnen Sie — im Namen des Kaisers — öffnen Sie sofort!" Hauptmann Döllnitz steht unbeweglich, mit verkniffenem Gesicht. Das ist das Ende — jetzt haben sie ihn. Die Meute hat ihn gestellt — jetzt gibt es kein Entrinnen mehr. Er ist von den Männern umringt. Worte drängen auf ihn ein: „Retten Sie sich, Herr Hauptmann!" ... „Der Bund braucht Sie!" ... Es ist Wahnsinn, wenn Sie sich jetzt opfern!" l Fortsetzung folr'' • bei allen Hausfrauen beliebt wegen ihrer Güte • -- 5 Würfel nur 17 Pfg. — Wiesede, den 6. Juni 1933. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 7. Juni, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Kirchstraße 11, aus statt. 3761 D a.d. Gieß. Anzeiger. FluflbXfitb im Fliegerlaflor In tiefer Trauert Heinrich Geißler und Angehörige. Gr.-Linden, Leihgestern, Hörnsheim, den 6. Juni 1933. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 7. Juni, nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehaus, Alte Heerstraße 13, aus statt. 766 D Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Heinrich Schäfer X. Todes-Anzeige. Heute nacht gegen 1 Uhr ist meine liebe Frau und Schwester, unsere gute Schwägerin, Tante und Gote Frau Elisabeth Schäfer geb. Pausch im 63. Lebensjahre von ihrem langen, schweren Leiden erlöst worden. Ich suche z. 15. Juni zuverlässiges, gut empfohlenes Mädchen oö.eWeStfllie. Frau Rechlsanwa 1 Lilley An der Johannes- kirche 6. Vorzustell. 9-11 u.3-4Ubr. osm Am 5. Juni, abends 8lA Uhr, entschlief sanft nach langem schweren Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marie Geißler geb. Weigand im Alter von 59 Jahren. | Mietgesuche | Aelt. Ehepaar sucht um 1. Juli 4—5’ Zimmer-Wohnung part.,mitBad,mögl. Zentralheizung in ruh. Lage. Ev.Haus- kani. Preisangebote unt. 3762D an den Gießener Anzeiger. Solid.Tauermieter sucht sofort gut möbliert. Zimmer i. Stadtkreis, elektr. 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Meint’s die Sonne mal zu gut — klapp, hat er den bunten Gartenschirm schon aufgespannt und sitzt im Schatten. Lustige Gartenfiguren schauen ihm zu und ein paar „Stein“-Pilze schaffen mit einer Tanne zusammen einen Privat - Wald. Eine Idee — was? Die paar Mark für Gartenmöbel bringen Sie doch auch noch auf? Kommen Sie mal in meine Gartenmöbel-Ausstellung. 3530 A MAGGI5 'I Fleischbrühwürfel ommep- ppossen Nr. 129 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag, 6. Mi (933 Bekanntmachung. L» wird nochmals auf die Bekanntmachung de« Sonderkommissars für Hessen und Hessen-Raijou vom 3 Juni 1933 bezüglich waffenoblieferung eindringlichst aufmerksam gemacht. wer verbotene Waffen besitzt oder versteckt hält, kann diese bi« zum 8. Juni 1933 einschließlich bei unserer Dienststelle: SS.-Sturmbann IV 33. SS.- Standarte. hessische» Polizeiamt, Zimmer 7lr. 27, obgeben. Ls wird nochmals daraus hingewiesen, daß eine Verfolgung oder Benachteiligung irgendwelcher Art unsererseits nicht erfolgt. Sturmbann IV/33. SS.-Slandarte. gez. Nickel, SS.-Sturmführer. Aus der Provmzialhauptstadt. peterchen. Komm, Peterchen, nun sag es schön auf für Frau Diekmann. — So, stell dich schön hierher. — Fang an. — Wirds bald. Fuchs, du hast die Dons gestohlen. — Aber Peterchen! Peter! Fang doch an! Frau Diekmann denkt sonst, du bist unartig oder krank. — Und dann muß der Onkel Doktor kommen und dir wieder die bittere Medizin verschreiben. — Nein, Peterchen ist gar nicht krank Und der Onkel Doktor kommt ja gar nicht. — Also, Peterchen: Was hat der böse Fuchs gestohlen? — Nun sag es doch schon, sonst geht Frau Diekmann nach Hause und erzählt ihren Kinderchen, daß Peterchen noch gar nicht sprechen kann. Und Peterchen spricht doch schon feit zwei Jahren! — Willst du jetzt anfangen, oder willst du jetzt ins Bett gesteckt werden, ohne daß es etwas zu essen gibtl — Gut, dann nimm dein Gesicht aus dem Sofakissen und fang an: .... Fuchs du hast die Gans gestohlen, gib sie wieder her... Sag es nach, Peter! Er kennt es ganz auswendig, Frau Diekmann. Ganz bestimmt. Gestern hat er es noch ganz hergesagt, bis zuletzt. 3d) sag dir, wie es zum Schluß heißt, Peterchen: Nimm, du brauchst nicht Gänsebraten, mit der Maus vorlieb... Jetzt aber schnell, Perer. Und komme sofort hinter dem Vorhang heraus. Stell dich schön in die Ecke. Und fange an. — Oder, nein, Peterchen. Ich fange an — und du sagst es dann weiter. — Aber, nein, Frau Diekmann, warum soll er cs denn nicht sagen, wo er es doch so schön kann. Peterchen! Peter! Soll der Jäger selbst kommen: Seine große, hnge Flinte schießt aus dich den Schrot, daß dich färbt die rote Tinte und bann bist du tot . Peter, nun sei doch kein Dummkopf. Wer wird denn meinen? So ein großer Junge und noch meinen! Der Jäger kommt doch gar nicht. Der schießt doch nicht aus kleine, liebe Kinderchen, die brav sind. Der schießt ja nur auf den Fuchs, der die Gans gestohlen hat. — Nun sei ein braver Junge Wenn Du es schön herlagst, kriegst du auch Schoko- lade. — Nein, nicht jetzt Erst hersagen. Also jetzt, Peter: Fuchs — du — hast — die — Gans — Peter! Wenn du jetzt nicht gehorchst und auf der Stelle an sängst, sollst du mal sehen, mas ich mit dir madje! — Nein, liebe Frau Diekmann, er soll es jetzt hersagen — Wohin kommen mir denn, wenn mir die Binder mit ihrem Willen durchlassen — Er kennt es so gut, aber ich meiß nicht, was er hat — Sonst jagt er es immer lo gern Peterchen. paß mal auf Jetzt kommt etwas ganz Neues Ich läge den ersten Vers und du bist mein liebes, kluges Peterchen und sagst immer den zwei len Sagst also das. was dann kommt Also ich fange an: Fuchs, du hast die Gans gestohlen . . Gieb gieb Was soll der Fuchs denn tun? Peterchen? — Nimm den F.inger aus Dem Mund und läge: Gieb sie wieder her Stell dich gerade hin Gieb Gieb Peter' Jetzt bekommst du Schläge! Willst du sofort mit dem Schreien auf- hören! . . Nein, Frau Dickmann, jetzt muß er es sagen. Sie denken sonst wohl, daß mein Peterchen nicht gehorcht — Wo er es doch ganz auswendig kann und ohne zu stocken es immer von Anfang an bis zum Ende fließend hersagt! — Peter! Willst du sofort vom Boden aufstehen und ruhig sein — Du bekommst keine Schlage — Dann Iah doch die beiden ersten Werfe fort und darfst dann gleich mit dem Schluß anfangen: Liebes Füchslein, laß dir raten So ist es schön. Peterchen. Und nun sei lieb und lag auch: Sei doch nur fein Dieb So ist es lieb, Peterchen Nimm, du brauchst nicht Gänsebraten, mit der Maus vorlieb —--So, das hast du brav gemacht — Sehen Sie, Frau Diekmann, wie gut er es kann und wie lieb Peterchen iftfr Er jft ja auch erst vier Jahre alt, Frau Diekmann -o Peterchen, setzt darfst du spielen, aber das nächste Mal will Frau Diekmann auch die beiden ersten Verse hören! M. A Das Eisenacher Ehrenmal der Deutschen Vurschenschafi. Das Ehrenmal ist ein Werk des Architekten Friedrich Haußer uni) des Dill)Hauers Erwin Damm, beide aus Ludwigsburg. Das Ehrenmal der Deutschen Burfcvenschaft, eine Erinnerungs- und Mahnstätte für die künftigen Generationen, wurde am 1. Psingstseiertag bei starker Beteiligung aus der Göpelskuppe bei Eisenach geweiht. In Verbindung mit dem alten Frciheitsmal soll es immer vom Kamps der Deutschen Burschenschaft künden. Der Herr Reichspräsident, der am persönlichen Erscheinen verhindert war, sandte folgendes Schreiben »Ich entbiete in ehrfurchtsvollem Gedenken an die getreu ihrem Wahlspruch „Ehre, Freiheit, Vaterland" für Deutschland gefallenen alten und jungen Burschenschafter, mit ihnen vereint allen Teilnehmern an der Feier meinen Gruß Möge der Gei st echt vaterländischer Gesinnung und entschlossener Wahrhaftigkeit, den die Deutsche Burschenschaft stets gepflegt hat, auch weiterhin ihre Gedanken und ihre Arbeit beseelen." Gegen den Ausbau derKonsumvereme. WSR. Verschiedene Konsumvereine haben in den letzten Tagen durch Plakate, Flugblätter und andere Werbeformen zum Wiedereintritt ausgeschiedener, oder zum Beitritt neuer Mitglieder ausgefordert. Das gibt der Hessischen Regierung Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß diese Maßnahme nicht im Sinne der maßgebenden Stellen liegen. Die Uebernafjme derKon - sumvereine durch die RSDAP. erfolgte grundsätzlich zur Abwicklung derselben, das besagt, daß einweitererAusbauderKon- sumvereine nicht geduldet wird, daß schon jetzt alles Faule und Belastende in kürzester Zeit abgestoßen und daß im Einvernehmen mit den Vertretungen des Mittelstandes ein gerechter Ausgleich jetzt angebahnt wird. Es soll hierdurch auch auf der anderen Seite dafür Gewähr geboten werden, daß die Lieberführung ordnungsgemäß erledigt werden kann und keine Vermögenswerte, insbesondere die Sparguthaben der Arbeiterschaft, verloren gehen. Aus diesen Gründen soll die feindselige Einstellung gegen die Konsumvereine eingestellt werden. Da aber der Reubau noch nicht klar erkennbar ist, ist es nicht . möglich, daß besondere Werbungen für die Konsumvereine durchgcführt werden. Die beteiligten Stellen werden daher angewiesen, alle diesbezüglichen Maßnahmen zu unterlassen, insbesondere die Werbeblätter einzuziehen und die Plakatanschläge zu entfernen. Schwerer Unfall beim Hennen „Hund um Schotten". Gestern gegen 15 Llhr ereignete sich bei dem großen Rennen„Rund um Schotten" ein verhäng- nisvoller Anglückssall. Der Fahrer M e l l m a n n aus Lendringsen erlitt auf seiner 500 ccm „Norton" während des Rennens in der Rähe von Götzen anscheinend eine Reifenpanne, so daß er die Gewalt über die Maschine verlor und mit großer Wucht in die Zufchauermenge fuhr. Dabei wurden neun Personen zum Teil schwer verletzt Einer der Verunglückten, Ludwig Sol« l d p von Atzenhain, erttkg auf dem Transport in das Krankenhaus zu Schotten den erlittenen schweren Verletzungen. Die übrigen Verunglückten wurden ebenfalls in das Schottener Kreiskrankenhaus gebracht. Die Verunglückten sind nach Person und Verletzung folgende: Elfriede Lehmann aus Dauern- beim erlitt schwere Bauchwond und Arrnverletzun- gen; Schneiderin Marie Becker aus Bad Homburg hat vermutlich einen Knöchelbruch davongetragen, Heinrich H e 11 aus Bad Homburg mußte mit einer schweren Kopfverletzung, mit einem Vorderarm- bruch und mit Fleischwunden in ärztliche Behandlung genommen werden. Der Architekt Heinrich Konrad von Ruppertsburg hat einen komplizierten Unterschenkelbruch erlitten, ein komplizierter Vorderarmbruch wurde bei Heinrich Graf II. aus Gonterskirchen festgestellt. Willy S i e g f a r t h aus Bad Homburg wurde ebenfalls mit einem Vorderarmbruch. sowie mit Sehnen- und Schlagader- Verletzungen am Handgelenk eingeliefert. Der Kaufmann Friedrich Epp aus Frankfurt erlitt einen komplizierten Unterlchenkelbruch sowie einen Kniegelenksbruch. Der Lenker des Motorrades, Mell- mann, erlitt einen Oberschenkelbruch. (Hictzcncr Wochcnmn»ktprcisc. * Gießen. 6. Juni- Cs kosteten auf dem heutigen Wochcnmarkt: Süßrahmbutter 140 Pf., Landbutter ICO Kochbutter 110, Matte 20 bis 25, Wirsing (grün) 15. Spinat Obis 15. Römischkohl 15, Spargel 25 bis 45, Erbsen 30 bis 35, Tomaten 40 bis 45, Zwiebeln 12 bis 15, Rhabarber 8 bis 10, Dörrobst 30 bis 35, Kartoffeln (alte) 3 (pro Ztr. 2.30 >. (neue) 12 bis 14. Kirschen 40 bis 45, Stachelbeeren (unreif) 30. Obstmus 40 bis 45. junge Hähne 70 bis 90 Suppenhühner 70 bis 80. Rüsse 60 Pf. pro Pfd; Tauben 40 bis 60, Eier (inl.) 8, Käse 5 bis 10, Blumenkohl 40 bis 60. Ealatgurken 30 bis 40. Salat 8 bis 10. Oberkohlrabi 10 bis 15. Lauch 5, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 25 Pf. pro Stck.; gelbe Rüben 10 bis 12, Radieschen 8 bis 10 Pf. pro Bund- Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „8 Mädels im Boot" Herrliche Pfingstfeiertage waren uns diesmal, in erfreulichem Gegensatz zu dem vollständig verregneten Himmelfahrtstage, belieben. Die Gunst der Witterung kam vor allem den Ausflugsgastwirtschaften zugute, die an den beiden Feiertagen Großbetrieb hatten und dadurch das Manko von Himmelfahrt wenigstens etwas ausgleichen konnten. Sowohl die Reichsbahn, als auch die Reichspost hatten mit ihren Beförderungsmitteln einem sehr starken Andrang zu genügen, denn die Ausflugslust der Bevölkerung war an beiden Feiertagen sehr groß. Dabei wurden die näherliegenden Erholungsplähe besonders stark bevorzugt, jedoch war auch der Fernreiseverkehr auf der Bahn vor dem Feste und insbesondere seit gestern nachmittag außerordentlich rege. Ein besonders großer Menschenstrom ergoß sich gestern aus allen Richtungen nach Schotten, wo das Motorradrennen als Hauptpunkt des öffentlichen Interesses viele Tausende von Besuchern anlockte Infolgedessen war auch der Verkehr von Privatautos und Motorrädern durch unsere Stadt, namentlich in den gestrigen Abendstunden, sehr stark Erfreulicherweise wickelte sich dabei alles glatt ab. Daß bei derartig schönem Fe st Wetter da- Leben und Treiben in der Stadt selbst ziemlich still war. versteht sich von selbst. An den beiden Feiertagen hatte eben alles, waS mit Ausflugsverkehr zusammenhängt, nach jeder Richtung hin den Vorrang. " Ein Zweiundachtzigjähriger. Am morgigen Mittwoch, 7. Juni, kann Herr August Beni, Kreuzplatz 6, in körperlicher und geistiger Frische seinen 82. Geburtstag begehen. •• Ein raffinierter Diebstahl wurde gestern abend in Wieseck in dem Hause eines Handwerksmeisters verübt. Während die Hausbewohner in einem vom Wohnbaus etwas abseits gelegenem Anbau saßen, schlich sich ein bis jetzt noch unbekannter Mann im Alter von 20 bis 30 Jahren in daS Wohnhaus ein und durchstöberte mit beispielloser Frechheit alle Wohn- räume. Der Eindringling erbeutete aus einem Vertikow 130 Mark Bargeld und einen Siegelring. Als er das Grundstück verlassen wollte, wurde er von dem Handwerksmeister angetroffen, dem er aber durch eine Ausrede seine Anwesenheit auf dem Grundstück erklärte. Der Hausherr hielt jedoch sogleich Umschau und entdeckte dabei den Diebstahl. Die sofort aufgenommene Verfolgung des Spitzbuben brachte leider nicht den erhofften Erfolg, denn es gelang dem Täter, nach der Marburger Straße zu seinen Versol- gern au entwischen. Der Spitzbube soll bartlos und schlank sein, er trug einen blauen Anzug und war gewandt im Auftreten. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Gendarmeriestation Gießen. ** Verkehrsunfälle. Am Sarnstagnachmit« tag wurde auf der Licher Straße in der Nähe oer Prooinzial-Pflegeanstall der auf feinem Motorrad mit feinem 10 Jahre alten Sohne fahrende Lehrer Müller aus Nonnenroth von einem anderen Kraftfahrzeug angefahren. Infolge des Anpralles wurde der 10 Jahre alte Knabe von dem Soziussitz des Motorrades herabgeschleudert. Das bedauernswerte Kind trug dabei Verletzungen am Kopfe und am Knie davon und mußte von der Sanitätskolonne nach der Klinik gebracht werden. — Ebenfalls in die Klinik eingeliefert wurde am Pfingstsonntagoormittag der 25 Jahre alte Kaufmann Hugo Horst aus Ruppertenrod. Er war mit feinem Auto verunglückt und hatte dabei einen Bruch des linken Unterarmes davon getragen. — Arn gestrigen Montagabend verunglückte auf der Landstraße zwischen Staufenberg und Lollar an der steilen Abfahrt kurz vor Lollar der in den zwanziger Jahren stehende Arbeiter Schmidt aus Staufenberg durch Sturz mit seinem Fahrrad schwer Der Bedauernswerte mußte mit einem Schädelbruch und einem Schlüsselbeinbruch von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen in die Chirurgische Klinik gebracht werden. ** Lehrgänge zur Förderung der Bienenzucht. Man schreibt uns: Deutschland erzeugt bisher nicht seinen Jnlandbedars an Bienen- Honig, Bienenwachs und vor allem an Obst und Samen. Gründe genug, um endlich Maßnahmen zur Förderung der Bienenzucht zu ergreifen. Ausland- konkurrenz, hohe Gestehungskosten und vor allem mangelnde Schulung haben es Der Imkerei bisher nicht ermöglicht, sich leistungsfähig zu entwickeln. Der durchschnittliche Völkerbestand ans einem preußischen Bienenstand beziffert sich auf 5 bis 6 Kasten. Das läßt manchem Außenstehenden heute noch die Bienenzucht als bloße Liebhaberei erscheinen. Un- wirtschaftlich ist jedoch nur die durchschnittliche Anlage, unwirtschaftlich auch die Verachlössigung der Auslesezucht unter den Bienenvölkern und vor allem der Mangel an grundsätzlicher Schulung. Während es heute in jedem Kreise Landwirtschaftsschulen gibt, in denen der Nachwuchs der deutschen Bauernsch.ift für jeden Zweig von Ackerbau und Tierzucht die notwendige Schulung und Beratung sich holen kann, gab es vor wenigen Jahren noch keine Derartigen Möglichkeiten für die Bienenzucht Von 1926 bis jetzt wurden jedoch nach dem Vorbild der in Erlangen und Berlin bereits vorher errichteten Institute staatlich anerkannte Lehr- und Versuchsanstalten für Bienenzucht in jeder preußischen Provinz errichtet. Die jüngste dieser Anstalten besteht seit 1928 i n Marburg für die Provinz Hessen-Nassau und den Freistaat Hessen. Es finden dort in der Woche narfi Pfingsten unentgeltliche Lehrgänge über .Zeitgemäße Bienenzucht" statt, auf die wir unsere Leser aufmerksam machen. Eine Tagung zur Ausbildung von Wanderlehrern bringt von Freitag, 9. Juni, 9.30 Uhr an, Vorträge und Vorführungen über alle Gebiete der Bienenzucht (außer Krankheiten) zu Denen auch Vortragende aus Kassel, Oberhessen und dem Bez. Wiesbaden herangezogen sind Ein „Jm- kerabend" vereint die Teilnehmer an Dem besonders arbeitsreichen Samstag (10. Juni) ab 20 Uhr in der IVB Bis 30. Juni 193?Eann jeder Raucher bei jedem Zigarettenhändler das berühmte Sammelwerk »Zeppelin-Weltfahrten« zum verbillig, ten Preis von 75 Pfg. (statt bisher 1,25 RM) kaufen. Nach Ablauf des Werbe-Monats Juni muß der Preis wieder heraufgefetzt werden, weil die Selbstkosten trotz der großen Auflage von 200000 wesentlich höher find. Das Sammelwerk ist eben kein gewöhnliches Album, fondern ein überreich ausgeftattetes Buch, welches von ersten Autoritäten fo vorzüglich beurteilt wird, daß es jeder Deut, fche besitzen muß, felbft wenn er kein Bilder-Sammler fein follte. Zeppelin-Weltfa „Stabt Straßburg" (Elsaßhausen). Der Lehrgang, der auch Nichtimker unentgeltlich in die Bienenzucht einführen will, endet am Sonntag, 11. Juni, mit einer Autofahrt zur Belegstelle im Burgwald. (Fahrpreis hierzu ca. 1,50 Mark.) Anmeldungen sind zu richten an die staatl. anerk. Lehr- und Bersuchsan- stalt für Bienenzucht bei dem Zoologischen Institut der Universität Marburg-Ketzerbach. Amtsgericht Gießen. Ein Wagnermeister und ein Maurer in einem Nachbarort beanspruchten verschiedene Male Arbeitslosen- und Krisenunterstützungen. Ihre dazu gemachten Angaben erregten Bedenken bei dem Arbeitsamt, das nähere Ermittlungen anstellte, deren Ergebnis eine Anklage gegen beide wegen Betrugs war. Ersterer war auch Direktor, letzterer Rechner des örtlichen Konsumvereins, beide erhielten als solche Vergütungen, und zwar 2 bzw. VA v. H. des Umsatzes. Derartige Vergütungen haben fraglos bei Berechnung der Unterstützungen als Nebenverdienst zu gelten, und die wahrheitsgemäß von den Antragstellern zu beantwortenden Fragebogen enthielten auch in nicht mißzuoerstehender Ausdrucks- wcise die diesbezüglichen Fragen. In den hier einschlägigen Fällen waren jedesmal die Beantwortungen durch Striche erfolgt, die besagen sollten, daß derartige Nebenbeschäftigungen nicht vorlägen. Diese Angaben waren daher falsch, und die Angeklagten haben durch das Verschweigen dieser Nebenverdienste zum Schaden der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung bei dem Arbeitsamt einen Irrtum erregt, der dieses veranlaßte, beiden höhere Unterstützungen auszuzahlen, als ihnen zustand. Der ersterwähnte Angeklagte erhielt zu Unrecht 688 Mark, der andere 129 Mark. In dem zeitlich zuletzt liegenden Falle hatten der zur Beantwortung derartiger Auskünfte verpflichtete Direktor die monatliche Vergütung des Rechners absichtlich zu niedrig angegeben, um diesem zu einer höheren Unterstützung zu verhelfen. Dazu kommt, daß der Wagner- meister auf dem Fragebogen auch verschwiegen hatte, daß er noch im Besitze eines Gewerbescheines war und auf Grund desselben Gelegenheitsarbeiten ausführte. Auch dieses Verschweigen geschah lediglich in der oben erwähnten betrügerischen Absicht. Dielet Angeklagte war auch fraglos der schuldigere Teil, schon um deswillen, weil er bei zwei früheren Gelegenheiten durch Verhängung von Ordnungsstrafen vo" dem Arbeitsamt verwarnt und ausdrücklich auf feine Verpflichtung hingewiesen worden war, die einschlägigen Fragen so genau wie möglich, zu beantworten. Auf Unwissenheit konnte er sich daher nicht berufen, ebensowenig der andere. Das Urteil gegen ihn lautete wegen Betrugs, Beihilfe dazu und wegen Vergehens gegen 9260a der AVAVG. auf eine G e - fängnis strafe von 4 Wochen. Sein weniger belasteter Mitangeklagter erhielt wegen Betrugs 2 Wo chen Gefängnis. Sv Jahre Haffo-Rhenania Die Verbindung katholischer deutscher Studenten „Hasso-Rhenania" konnte in diesen Tagen mit einer Reihe von Festlichkeiten ihr 5 0 jäh - riges Bestehen feiern. Rach ernsten Beratungen am Samstag,, fand am Sonntag eine große, der Unterhaltung gewidmete Veranstaltung im Gesellschaftshause statt. 3m Mittelpunkt des Interesses auch einer breiteren Oeffentlichkeit stand am Sonntagvormittag eine Ehrung der Gefallenen des Weltkrieges sowie des Freiheitshelden Albert Leo Sch läge t e r. Nach dem in der Kirche abgehaltenen Pontifikalamt formierte fick) in der Wil- Helmstraße der Zug der Studenten geführt von den Fahnenabordnungen der teilnehmenden katholischen Studentenverbindungen des Kartells. Sinter den Klängen der Reichswehrkapelle bewegte sich der stattliche Festzug zur Universität. Die Teilnehmer nahmen vor der Alma mater ludo- viciana Aufstellung, während eine Abordnung vor der Gedenktafel der Gefallenen an der Aula einen Kranz niederlegte. Die Kapelle spielte währenddessen das Lied vom guten Kameraden. Der Zug bewegte sich sodann weiter durch einige Straßen im Zentrum der Stadt zum Haus der Hasso-Rhenania am Durggraben. 3m Saale des Hauses fand die Einweihung der Gedenktafel für die 19 im Weltkrieg gefallenen hasso-Rhenanen statt, deren Ramen in die künstlerisch gestaltete Marmortafel eingraviert sind. Rach dem „Ave verum“ von Mozart von der Reichswehrkapelle hervorragend interpretiert (Leitung Obermusikmeister Krauße), hielt Studienrat Jmgram eine längere Ansprache, in der er die Größe des Opfers der Gefallenen würdigte und den Geist verherrlichte, der die Toten für das Vaterland beseelt habe. Er sprach von der Verpflichtung für die Gegenwärtigen, ihnen nachzuleben und bereit zu sein, sich für das Vaterland zu opfern, wie es die gefallenen Hasso-Rhenanen auch getan hätten. 3n kurzen Worten gedachte der Redner auch des Freiheitshelden Albert Leo Sch läge t e r. Studienreferendar Fischer brachte zum Gedächtnis der Gefallenen ein Gedicht zum Vortrag und schloß mit dem Bekenntnis zum Vaterlande in dem Worte: „Deutschland muh leben und wenn wir sterben müssen!". Mit dem „Riederländischen Dankgebet" fand die Feier, während der die Gedenktafel enthüllt wurde, ihren Abschluß. Oer Zestkonimers. Der Festkommers zum 50. Stiftungsfest der Hasso- Rhenania, der am Montagabend das Fest beschloß, wurde mit dem feierlichen Einzug der Fahnen, der Chargierten, der Jubelchargen und dem gemeinsam gesungenen Lied „Burschen heraus" in herkömmlicher Form eröffnet. Der Kommers fand im Cafä Leib statt, dessen Saal mit den Farben des neuen Reiches und den Fahnen der Hasso-Rhenania prächtig geschmückt war. Die Kapelle des hiesigen Reichswehrbataillons bestritt den musikalischen Teil des Abends. Die Begrüßungsansprache durch den Senior wurde von Studienreferendar Fischer gehalten, der die Teilnehmer, besonders SS., SA. und Stahlhelm herzlich willkommen hieß. Besonders begrüßte er Regierungsrat Dr. Krüger als den Vertreter der Provinzial- und der Kreisbehörde, Bürgermeister Dr. Seid als den Vertreter der Stadt, den Kanzler der Landes-Universität Prof. Dr. Herzog, den Rektor der Universität Prof. Dr. I e ß, sowie den Protonotor und Domdekan Prof. Dr. May als den Vertreter des Bischofs von Mainz, den Dekan Dr. Beyer, und den Studentenseelsorger Pfarrer Dr. Hemmes willkommen, er begrüßte Major von Wachter als den Vertreter der Wehrmacht, Polizeidirektor Kayser, die Presse und die Vertreter der Verbindungen des Kartells katholisch-deutscher Studenten. Unter besonderem Beifall hieß er die Alten Herren und besonders den Mitbegründer der Hasso-Rhenania Sanitätsrat Dr. Vogel, zum Schlüsse aber auch die Damen herzlich willkommen. Er gedachte der Abwesenden und der Toten, sowie der 19 im Weltkrieg gefallenen Hasso-Rhenanen. . Nach Lied und Musik hielt Studienreferendar Fischer eine. Ansprache, in der er der Freude über das Jubliäum und dem Dank an die Gründer Ausdruck gab. Der junge Hasso-Rhenane sei stolz auf die Tradition und jeder werde bereit sein, seine Pflichten zu erfüllen, eingedenk des Wortes „Deutschland muß leben und wenn wir sterben müssen!" Mit Freude sehe man das Fest in die Zeit der nationalen Erhebung fallen. Der junge Hasso-Rhenane bekenne sich zum neuen Deutschland. Im Deutschland-Lied und im Horst-Wessel-Lied klang die Rede aus. Die Festrete hielt Rechtsanwalt Schauen- berg: Hasso-Rhenania trete ein in die Reihen der 3ubilare der Gießener Verbindungen. Fünfzig 3ahre bedeuteten die Gloriole der Reife, man schaue zurück und blicke hoffnungsfroh in die Zukunft. Man erinnere sich der Gründung der Hasso-Rhenania, als man sie gleich einem grünen Reis der Alma mater anvertraute. Sie sei inzwischen stark und kräftig geworden. Der Kampf um die Existenz der Hasso-Rhenania sei schwer gewesen. Vor 50 3ahren habe man sich mit einer katholischen farbentragenden Verbindung nicht so ohne weiteres abfinden können: es sei befürchtet worden, daß Hasso-Rhenania den konfessionellen Frieden breche. Das sei nicht geschehen. Hasso- Rhenania habe eine Lücke ausgefüllt. Die Verbindung sei heute eine Selbstverständlichkeit innerhalb der Universität- Die Verbindung sei national und gedenke ehrfurchtsvoll der Toten, die für das Vaterland fielen- Hasso-Rhenania habe 19 Angehörige auf dem Felde der Ehre gelassen. Heute erneuere man das Bekenntnis zu Deutschland- Der Bund der Hasso-Rhenanen sei groß geworden, weil jeder seine Pflicht erfüllt habe. Die Prinzipien der Religion, der Pflichterfüllung und der Vaterlandsliebe habe jeder schon aus der Familie mitgebracht, das 4. Prinzip sei das der treuen Lebensgemeinschaft in der Verbindung geworden. Der Eid sei dafür gegeben worden und er müsse heute neu gegeben werden: „Bis in den Tod getreu unserer Hasso-Rhenania!" Der Hasso-Rhenanenmarsch, gemeinsam gesungen, bekräftigte Eid und Bekenntnis. Die Autoritätenrede hielt wiederum Studienreferendar Fischer, der die Treue zur Kirche und zum Staat bekräftigte, seiner Freude über die Bewegung der Einigung in unserem Vaterlande Ausdruck gab und abschließend betonte, daß die Verbindung restlos zum neuen Deutschland stehe. Rach einem Liede wurde der Mitbegründer der Hasso-Rhenania, Sanitätsrat Dr. Vogel, durch die Sleberreichung des ©rinne- rungsbandes geehrt. Studienrat 3 m g r a m erhielt für seine Verdienste um die Verfassung der Geschichte der Hasso-Rhenania das gelb-weih-rote Ehrenband. Sanitätsrat Dr. Vogel, wie auch Studienrat 3 m g r a m dankten für die Ehrungen. 3n einer kurzen Ansprache erneuerte der Mitbegründer sein Treuebekenntnis zur Hasso-Rhenania. Unioersitätsprofessor Dr. S t e i n b ü ch e l hielt die Rede auf die Landesuniversität und auf die Stabt Gießen. Er sprach besonbers von ber Umgebung ber Stabt, von ber Landschaft, von den Burgen und ihren Erinnerungen an alte und große Zeit, an mittelalterliche Tradition und Römerzeit. Tradition bedeute Verantwortung. Die Hasso-Rhenania wurzele im Boden des Landes, dessen Tradition die Verbindung zu wahren habe und zu wahren bemüht sei in einer glücklichen Vereinigung des Geistes ernster Arbeit des Hessen und der rheinischen Fröhlichkeit und Lebensbejahung. In Treue stehe man zur Universität und sage Dank jenen, die nun in schwerer Zeit die hohen Aemter führen. Worte der Dankbarkeit fand der Redner besonders für den Vater ber Stubenten, Pros. Dr. Eger, und für ben Geistlichen Rat Dr. Beyer. Der Protonotar und Domdekan Prof. Dr. May, Mainz, überbrachte die Glückwünsche Seiner hochwürdigen Eminenz des Bischofs von Mainz zum 3ubiläum der Hasso-Rhenania. Man glaube, so fuhr er fort, dem Daterlande einen wertvollen Dienst zu erweisen mit der religiösen Einstellung. Land und Volk bedürften ihrer zu jeder Zeit. Religiöse Gegensätze werde man nicht ändern können, aber man wolle sie mildern. Riemanden wehre man seine Heberzeugung, wünsche aber auch die eigene Sieberzeugung geachtet zu sehen. Dieses Bewußtsein und diese Einstellung möge, so wünsche er, der Hasso-Rhenania erhalten bleiben. Die Ansprache wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen und von dem Erstchargierten mit einem Treuebekenntnis zur Kirche beantwortet. Seine Magnifizenz der Rektor der Landesuniversität, Pros. Dr. 3 e h , wünschte der Hasso- Rhenania Blühen, Wachsen und Gedeihen im alten Sinne auch im neuen Reiche. 3m weiteren Verlauf des Abends verlas der Präsident der Festversammlung, Studienreferendar Fischer, u. a. das Telegramm des Herrn Reichspräsidenten und das des hessischen Ministerpräsidenten Dr. Werner. Die Damenrede wurde von Herrn Kiefer gehalten und löste stärksten Beifall aus. Bürgermeister Dr. S e i b übermittelte die Glückwünsche der Stadt, der Provinz, des Kreises und des Polizeiamtes. Er sprach von dem überreichen studentischen Leben der Hasso-Rhenania und von der engen Verbindung der Studentenschaft mit Stadt und Bürgerschaft. Die Beziehungen zwischen Stadtverwaltung, Bürgerschaft und der Studentenschaft seien immer die besten gewesen. Er hoffe, daß es auch weiterhin so leiben möge. Major von Wachter beglückwünschte im Ramen des Bataillons die Verbindung zu ihrem 3ubiläum und betonte, daß sich das Offizierkorps eng mit der Hasso-Rhenania verbunden fühle. Man werde Zusammenarbeit pflegen müssen und man hoffe, daß dereinst der Student wieder bei der Wehrmacht ein und ausgehe wie die Generation vorher. Mit einem dreifachen „Hurra!" auf die festgebende Verbindung schloß er seine Ansprache. 3m weiteren Verlaus des Abends hielten noch der Vorortspräsident aus München sowie die Vertreter verschiedener studentischer Korporationen kurze Gluckwunschansprachen. Der Studentenseelsorger Pfarrer Dr. Hemmes sprach von der großen geistigen Linie, die den Hasso-Rhenanen vorgezeichnet sei und von deck' unvergleichlichen Werten der Menschen aus der Hasso-Rhenania. Studienrat 3 m g r a m sprach zum Schluß noch über den Geist in der Hasso-Rhenania und .schloß mit besten Wünschen für die Zukunft. Der'Ausmarsch ter Fahnen beschloß den offiziellen Teil der würdig verlaufenen Feier. Wirtschaft. Sranffurf fest. Frankfurt a. M., 7. Juni. (WTB.-Drahtmel- bung.) Auch nach ber breitägigen Psingstpause machte bie Beschäftigung an ber Eröffnungsbörse Fortschritte, ba von ber Kunbschaft neue kleine Stauf- orbers Vorlagen unb auch bie Spekulation in Weiterwirkung ber letzten Kabinettsbeschlüsse Meinungskäufe tätigte. Allerdings reichte ber Umsatz nicht an bie Lebhaftigkeit ber vorangegangenen Tage vor ber Unterbrechung heran, wozu naturgemäß bie noch offenen außenpolitischen Momente beigetragen haben. Allerdings bildeten die Ausführungen Dr. S ch a ch t' s bei den Transferbesprechungen am Freitag der vorigen Woche ein anregendes Moment. Bei Börseneröffnung stellten sich Durchschnittsgewinne von 1 Prozent ein. Die Marktleere an einigen Gebieten ließ die Kurse von Spezial-Aktien darüber hinaus um 2 bis 3 Prozent steigen. So konnte Conti- Gummi 3,75, Reichsbank 3 Prozent, Zement Heidelberg 2,50 Prozent fester (bei letzteren regte die Absatzbesserung an) notieren. Von den einzelnen Märkten war ber Chemiemarkt etwas lebhafter, und zwar IG. Farben (1,25 Prozent), Scheideanstalt (+ 1,50 Prozent) und Metallgesellschaft (+ 1,50 Prozent). Elektro-Aktien verzeichneten Durchschnittsgewinne, von 0,50 bis 1 Prozent, Schuckert gewannen jedoch 1,75 Prozent. Don Bergwerksaktien lagen Harpener unb Jlse-Bergbau-Genüsse mit je 2 Prozent beson- ders fest. Im übrigen betrugen die Erhöhungen meist nur 0,25 bis 0,50 Prozent. Von Einzelwerten setzten Junghans ihre Befestigung um 2 Prozent, Daimler Motoren um 1.50 Prozent, Deutsche Linoleum um 1,25 Prozent fort. Knapp gehalten setzten Akkumulatoren, Norddeutscher Lloyd, Phönix, Deutsche Erdöl und Siemens ein. Bei kleinen Umsätzen blieb die Tendenz auch im Verlauf fest unb die Kurse konnten zum größten Teil 0,25 bis 0,50 Prozent erhöhen, wobei besonders JG.-Farben beachtet waren. Der Rentenmarkt tendierte auf ter ganzen Linie in fester Haltung. Vock Deutschen Anleihen standen Altbefih im Mittelpunkt mit insgesamt plus 1,50 Prozent, Reubesitz gewannen 0,39 Prozent, ferner zogen späte Reichsschuldbuchforderungen 0,50 Prozent, Reichsbahn-Vorzugsaktien 0,89 Prozent, und Stahlvereinbonds 0,50 Prozent an. Am Pfandbriefmarkt erhielt sich die Rachfrage und die Kurse lagen erneut um 1 bis 1,50 Prozent höher. Auch Stadt- und Staatsanleihen setzten ihre Befestigung fort. Auslandsrenten lagen still. Tagesgeld blieb unverändert mit 4 Prozent. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt, 6. Juni. Auftrieb: 906 Rinder, darunter 257 Ochsen, 52 Bullen, 290 Kühe, 232 Färsen: 398 Kälber, 18 Schafe, 2760 Schweine. Es wurden bezahlt: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, jüftg. 30 bis 33, ältere 26 bis 29, sonstige jüngere 23 bis 25 Mark; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 26 bis 30, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 21 bis 25 Mark: Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 25 bis 28, sonstige vollfleischige ober ausgemästete 21 bis 24, fleischige 17 bis 20, gering genährte 12 bis 16 Mark; Färsen: (Kalbinnen, Iungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 30 bis 34, vollfleischige 27 bis 29, fleischige 23 bis 26 Mark: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 38 bis 42, mittlere Mast- und Saugkälber 23 bis 37, geringe 27 bis 32 Mark: Schweine: vollfleischige von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 37 bis 41, von etwa 200 bis 240 Pfd. 38 bis 41, von etwa 160 bis 200 Pfd. 36 bis 40, fleischige von etwa 120 bis 160 Pfd. 34 bis 38 Mark. 'M arktverlauf: Rinder ruhig, nahezu ausverkauft. Kälber und Schafe mittelmäßig, geräumt. Schweine ruhig, zum Schluß stark abflauend, geringer Ueb erstand. Schweres DerkehrSunglück in Ilbenstadt. Friedberg, 3. Juni. (WSN.) Im benachbarten I l b e n st a d t wurde gestern abend der bei [einen Eltern auf Urlaub weilende Reichswehrsoldat Dickenberger von-einem Auto erfaßt und sofort getötet. Ein Freund des so jäh ums Leben Gekommenen trug bei dem Unfall ebenfalls schwere Verletzungen davon, so daß seine Aufnahme ins Krankenhaus erforderlich mar. Der Führer des Wagens, ein Dreschmaschinenbesitzer aus Nieder-Wöllstadt, konnte, da ihm die Schuld an dem traurigen Unfall beigemessen wird, nur mit Mühe vor der erregten Volksmenge geschützt werden. Angesichts der entsetzlichen Folgen seiner Leichtfertigkeit sprang der Wagenführer in die Nidda, wurde jedoch bald wieder lebend aus dem Wasser gezogen. Gemeinderat in Grünberg. + Grünberg. 3.3uni. Lln der letzten Ge- meinderatssitzung wurde über den Ortsbauplan im Heegviertel folgender Beschluß gefaßt: Die Fortführung der Hindenburg- und der Disrnarckstrahe bis zur Adolf-Hitler-Straße wird genehmigt. Maßgebend ist der vom Hoch- bauamt vorgelegte Bebauungsplan für das Heeg- viertel. Heber die quer zu beiden Straßen verlaufende Diebsturmstraße wurde vorerst kein Beschluß gefaßt. Einem Gesuch des Turnvereins um unentgeltliche Aeberlassung des zum Umbau der Turnhalle erforderlichen Holzes unb der Bruchsteine soll in folgender Weise entsprochen werden: dem Gesuchsteller sollen vier Fünftel des benötigten Holzes unentgeltlich überlassen werden, das letzte Fünftel soll er zum Tarifpreis erhalten. Die Bruchsteine stellt die Stadt, jedoch ist der Brecherlohn zu zahlen. Dafür soll sich der Turnverein verpflichten, städtische unb vaterlänbische Feiern in ber Halle ohne Vergütung zuzulassen unb keine Erhöhung ber beseitigen Miete ber Stabt für bas Turnen ber Schüler beiter Schulen (500 Mk. jährlich) zu verlangen. Weiterhin würbe beschlossen, jeden Donnerstag ab 17 Ahr der Schwimmriege des Turnvereins bei geschlossenem Anmarsch die Benutzung des Schwimmbades gegen eine jedesmalige Vergütung von 1 Mk. zu gewähren. Auf Antrag des nationalsozialistischen Fraktionsführers wurde hierbei allgemein beschlossen, daß alle geschlossenen Abteilungen vor Eintritt in das Wasserbecken die Duschanlage benützen müssen. Kreis Wetzlar. I We tz l a r, 5. Juni. Ein schwerer Unfall ereignete sich am hiesigen Bahnhof beim Rangieren von Güterwagen. Ein Eisenbahnarbeiter aus Blasbach kam beim Verschieben ber Wagen so unglücklich zwischen die Puffer, daß er von diesen am Kopfe schwer verletzt wurde unb nach kurzer Zeit verschieb. 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