Nr. 105 Erstes Blatt 185. Jahrgang Samstag, 6. Mai 1953 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vruck und Verlag: vrühl'sche Universttüir-Vuch- und Stetnörudcrei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Sefchästzttelle: §chulftrahe 7. .Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichs Pfennig, Platzvorschrist 20°, mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyrutt; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undfür denAn- zeigenteil i. B. TH.Kümmel sämtlich in Glesien. Er> cheinl täglich, aufeer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. l.95 Ohne Illustrierte , 1.80 iustellgebühr.. , -.25 lud) bei Nichterscheinen on einzelnen Nummern nfolge höherer Gewalt. Zernfprechanschlüste unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten. Postscheckkonto: Zranlsurt am Main 11686. Deutschlands Kampf um den $riet)en. Das markanteste Ereignis der deutschen Außenpolitik seit der Uebernahme der Geschäfte durch die Regierung der nationalen Revolution ist zweifellos die d e u t s ch - o o l n i s ch e Aussprache in Berlin und Warschau, die, wie man zuversichtlich erwarten darf, eine spürbare Entspannung in dem schon bedenklich zugespitzten Verhältnis beider ßän- der zur Folge haben wird. Welche Bedeutung auch die Reichsregierung den Bemühungen um eine Entgiftung der Atmosphäre zwischen uns und unserem östlichen Nachbarn beilegt, geht einmal daraus her- vor, daß der Reichskanzler persönlich eine Unterredung mit dem polnischen Gesandten hatte, die bann durch weitere Unterhaltungen mit dem Außenminister Freiherrn von Neurath und durch eine Rücksprache des deutschen Gesandten in Warschau beim polnischen Außenminister ergänzt wurde, zum andern aus der ungewöhnlich ausführlichen und nachdrücklichen Form, die für das amtliche Kommunique sowohl in Berlin wie in Warschau gewählt wlirde. Die Erklärung des Reichskanzlers, daß die Regierung der nationalen Revolution ihre Beziehungen zu Polen „strengstens im Rahmen der bestehenden Verträge" zu regeln gesonnen sei, liegt durchaus aus der außenpolitischen Linie, die Adolf Hitler in seiner großen Programmrede bei Eröffnung des Reichstages bereits vorgezeichnet hatte: unermüdlicher Kampf um die deutschen Lebensrechte, aber, soweit es an uns liegt, mit den Mitteln ftiedlicher Verständigung, wie sie die bestehen- den Verträge uns an die Hand geben. Wenn der Reichskanzler nun grade unserem polnischen Nachbarn gegenüber diese Bereitschaft der nationalen deutschen Regierung zur Erhaltung des Friedens und zu einer leidenschaftslosen Überprüfung der gemeinsamen Interessen beider Länder in betont feierlicher Form wiederholt hat, dann muß diese Erklärung und die verständnisvolle Aufnahme, die sie in Warschau gesunden hat, als wirkungsvollstes Argument gewertet werden im Kampf gegen die Lüge von irgend welchen kriegerischen Absichten des neuen nationalen Kurses, mit der seit dem 5. März in der ganzen Welt, besonders aber in den angel» sächsischen Landern, aus sehr durchsichtigen Gründen schamlose Brunnenvergiftung und verbrecherische Völkerverhetzung getrieben wird. Niemandem unserer Nachbarn gegenüber konnte diese außerordentliche Mäßigung des Reichskanz- lers schwerer fallen, als gerade Polen, das in diesen letzten Monaten, da starke außenpolitische Spannungen die nationale Revolution in Deutschland begleiteten, wahre Orgien des Deutschen- Hasses, besonders in feinen 'Iß e ft mar- len, den im Versailler Diktat Deutschland geraubten, trotz aller Unterdrückungen und Zwangs- eoahncrungen noch heute non starken deutschen Minderheiten bewohnten Gebieten, entfesselt hatte. Wenn auch die Warschauer Regierung und der wegen seiner eindeutig deutschfeindlichen Einstellung berüchtigte Woywode von Ostoberschlesien auf amtliche deutsche Beschwerden hin ihr Bedauern aussprachen und Abhilfe versprachen, so geschah doch tatsächlich wenig oder gar nichts, um die von interessierter Seite eifrig geschürten, hemmungslosen Ausschreitungen des polnischen Mob gegen deutsche Geschäfte, deutsche Zeitungen, Büchereien, Vereine, ja gegen alle Deutschsprechenden überhaupt in Katta- witz und anderen oberschlesischen Städtrn wirkungsvoll zu unterbinden. Auch der unerhörte Zwischenfall in Danzig, wo Polen die zum Schutze seines Munitionsdepots auf der Westerplatte unterhaltene Besatzung vertragswidrig hatte verstärken wollen, liegt in dieser Linie offenbarer Provokationen. In Warschau hatte man anscheinend das Gefühl, bafi die weltpolitische Situation einem polnischen Handstreich auf Danzig ober gar einem Präventivkrieg mit dem Ziel der Einverleibung Ostpreußens selten günstig sei. Deutschland selber in einer innerpvliti- scheu Umwälzung größten Stils begriffen, die Beziehungen zu Rußland, die bislang allen polnischen Begehrlichkeiten einen spürbaren Dämpfer ausgesetzt hatten, merklich abgekühlt, statt dessen Annähe, rung Moskaus an das befreundete Frankreich und durch dessen Vermittlung sogar ein polnisch russischer Nichtangriffspakt, kein Wunder, wenn da der weiße Adler die Schwingen spreizte, um über deutsches Land niederzußoßen. Aber die gründliche Abfuhr, die Polen in Genf erfahren hat, wie die überraschend schnelle und energische Konsolidierung der innerpolitischen Verhältnisse in Deutschland mögen wohl vorerst den Polen den Appetit an einem kriegerischen Spaziergang über die Westgrenze verdorben haben. Ader keineswegs dürfen wir uns irgendwelchen Illusionen darüber hingeben, daß die Warschauer Machthaber so schnell auf ihre vernehmsten außen- politischen Ziele verzichten, ohne die sie sich eine Arrondierung der polnischen „Großmacht" nicht denken können, schon das schlechte Gewissen von Leuten, die sich an fast all ihren Grenzen weite Gebiete ihrer Nachbarn widerrechtlich angeeignet haben oder haben schenken lassen, läßt die Polen nicht ruhen. In steter Angst, daß Deutsche, Ukrainer und Litauer eines Tages das ihnen Geraubte zu- rückfordern könnten, steigern sich die Polen in eine Erregung hinein, die für Osteuropa solange eine Kriegsgefahr bedeuten muß, als nicht auf dem Wege der Revision der Verträge die politisch wie wirtschastlich gänzlich unhaltbaren Zustände im Raum zwischen Deutschland und Rußland eine vernünftige Neuordnung nach den Wünschen und Bedürfnissen der in Versailles wie durch die späteren Friedensbrüche der Polen vergewaltigten Volker erfahren. Daß Deutschland nicht die Absicht hat, diese notroenbige, früher ober später einmal unaus- fchiebbare Revision feiner Ostgrenze mit Wafsenge- Reichsbankpräsident Dr. Schacht in Amerika. Oie Aufgabe der Vereinigten Staaten im Kampf gegen die Weltwirtschastskrisis. Washington. 5.Mai. (WTB.) Reichsbank- präsident Dr. Schacht ist mit dem Sonderzug in Washington eingetroffen. 3n Baltimore hatte Botschafter Dr. Luther den Zug bestiegen, um bei dein gemeinsamen Frühstück mit dem Reichsbankpräsidenten die Dispositionen für die nächsten Tage zu besprechen. Auf dem Bahnsteig in Washington erwartete Dr. Schacht Unter- staatssekretär Phillips, der chn im Bornen der amerikanischen Regierung herzlich begrüßte. In Etaatsautomobilen fuhren Dr. Schacht und seine Begleitung ins Mayflower-Hotel, wo ein Presseempfang ftattfand. Dr. Schacht erklärte u. o., daß die Bereinigten Staaten die Führung übernehmen müßten. um aus dem allgemeinen Riedergang der Weltwirtschaft herauszukommen. Deutschland würde seine Privatschulden bezahlen und seine Währung stabil erhalten. Cr müsse aber jeden Dimetallismus (Gold und Silber als Deckung für den Rotenumlaus) a b l e h n e n. In einer Radiorede an das amerikanische Volk erklärte er nach Dankesworten an Präsident Roosevelt u. a.: Er habe bei seinem letzten Besuch in den Vereinigten Staaten vor zweieinhalb Jahren einige Entwicklungen vorausgesagt. seine Prophezeiungen seien ungern gehört worden, hätten sich aber inzwischen als richtig erwies en. Er müsse auch diesmal einige Wahrheiten sagen. Die erste Wahrheit bestehe darin, daß, nachdem Amerika die Initiative zur Bekämpfung der Weltkrise übernommen habe, die Hoffnung auf einen Fortschritt zur Ueberwindung 6er all gemeinen Depression gestiegen sei. Die zweite Wahrheit laute: Zu Unrecht würden von vielen Leuten wirtschaftliche Gründe als die Ursachen der Weltkrise angegeben. Die Krise sei nicht wirtschaftlicher, sondern moralischer Art. In der Tat werde eine Besserung der Wirtschaft erst ein- treten, wenn die Welt es a u s g e b e, die im Kriege unterlegenen Völker niederzuhalten. Die dritte Wahrheit liege in der Mahnung: Versucht nicht, die Symptome zu kurieren, sondern beseitigt die Ursachen der Krise! Aenderungen der Währung, Zolltarifmaßnahmen und ähnliche Dinge allein genügten zur Herbeiführung einer Gesundung der Wirtschaft nicht. Der Welt ständen nur zwei Wege offen, nämlich der der wirtschaftlichen Isolierung, die zu einer allgemeinen Senkung der Lebenshaltung führen müs- se, ober der der internationalen Zusammenarbeit für die Eröffnung neuer Märkte. Roosevelts Sanierungsprogramm Tie Farmer fordern Ltaatsgaraniie. Washington, 5. Mai. (Reuter.) Präsident Roosevelt sprach heute in der amerikanischen Handelskammer über die Wirtschaftsprobleme der Vereinigten Staaten. Er berührte dabei die Bemühungen, die bisher unternommen worden sind, um das Handelsvolumen auszudehnen und die Arbeitslosigkeit einzudämmen. Man müsse bei den Arbeitgebern darauf hinwirken, daß sie von neuen Lohnsenkungen Abstand nähmen, sondern sich vielmehr unaerzüglich zu L o h n- erhöhungen verstünden, die den Arbeiter in den Stand setzten, die Kosten der Lebenshaltung aufzubringen. Die Regierung werde alle Bemühungen unterstützen, die daraus hinauslaufen, sowohl eine lieber Produktion, als auch eine Zahlung von Schandlöhnen zu verhindern. Der Feiertagsverband der amerikanischen Farmer hat beschlossen, vom 13. Mai ab die landwirtschaftlichen Erzeugnisse nicht auf die Märkte zu schicken, bis sich b i e Preise gebessert haben. An der Zusammenkunft nahmen 1500 Delegierte aus 17 amerikanischen Staaten und aus Kanada teil. Es wurde gefordert, daß die gesetzgebende Gewalt jedem Farmer die Rücker st attung seiner Pro- duktionskosten nebst einem bescheidenen Gewinn gewährleisten solle, und daß keine Hypotheken mehr für verfallen erklärt werden sollen. „Eine Stunde mit Hitler." Sine Unfcrrebung des „Daily Telegraph- mit bem Reichskanzler. C o n b o n , 5. Mai. (TU.) „Daily Telegraph" veröffentlicht ein Interview mit dem Reichskanzler. Hitler wandte sich gegen die Behauptung, daß Deutschland einen Krieg wolle. Niemand in Deutschland, der den Krieg mitgemacht habe, wolle diese Erfahrungen noch einmal machen. Körperliche Ertüchtigung junger Deutscher solle ihre THannesfugenben unb Baferlanbs- liebe roieber erwecken unb sie moralisch kräftigen. Der Versailler Vertrag bebeute eine m o - ralische Herabsetzung bes deutschen Volkes. von der sich die Deutschen befreien wollten, indem sie die Gleichheit, aber keine große Armee verlangten. Er, der Kanzler, würde eine Herabsetzung der Entente-Armeen einer deutschen heeresvermehrung vorziehen. Er hoffe, daß sich die Revision durch friedliche Mit- t e l erreichen lasse. Der Gedanke an eine überseeische Expansion Deutschlands, wie sie vielleicht vor dem Kriege bestanden habe, sei auf- gegeben worden. Deutschland wolle nicht in einen Wettbewerb zur See mit England ciQlreteiL Das deutsche Schicksal hänge nicht von Kolonien ober Dominien ab, sondern von seinen östlichen Grenzen. Die Deutschen seien keine zweitklassige Ration, aber die Welt wolle uns Deutschen in den Banden der Knechtschaft halten. Uebergehend auf die innere Politik sagte Hitler, daß die großen vermögen verschwinden mühten und daß die Einkommen aus „nicht- erarbeiteten (Erträgen“ ernstlich beschnitten werden mühten. Um die Gegensätze zwischen Kapital und Arbeit zu vermeiden, würden Korporationen nach italienisch- saschistischem Muster geschaffen werden. (Es werde eine Verteilung des Reichtums auf breiterer Grundlage elnlrelen. In Zukunft werde es nur noch eint Aristokra - lie der Arbeit geben. Arbeit sei wertvoller als (Eigentum. Jeder junge Mann, ganz gleich welchen Herkommens, müsse ein Jahr im Arbeitslager verbringen. Unter den Deutschstämmigen würden die Klassenunterschiede abgeschasst werden. Die demoralisierende Lrwerbslosen-llnterstühuug müsse eine Ende haben, sie werde in Lohn umgewandelt werden. Der Berliner Vertrag mit Sowjet-Rußland verlängert. Gesicherte Grundlage für eine pflege her heutsch-russischen Beziehungen. Berlin, 5. Mai. (TU.) Amtlich. Der deutsche Botschafter v. D i r k s e n und der Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten, Litwinow, haben heute in Moskau bie Ratifikationsurkunden zur ^nkwstfehung des am 24.3uni 1931 in Moskau utttavirfjneien Protokolls über bie B er Lä nge t u n g des Berliner Vertrages vom 24.April 1926 und des deutsch- sowjetischen Abkommens libqe ein Schlichtungsverfahren vom 25. 3anuag 1929,0 usgetaufdjf. (Es ist im Interesse der Bezieftuogen der beiden Länder wie auch im Interesse Des allapmeinen Friedens mit besonderer ©enugiuung'*fHeftcUen, daß der Berliner Vertrag, der mit dem ^Rapallo-Vertrag d i e Grundlage der deutsch-sowjetischen Beziehungen bildet, durch den erfolgten Austausch der Botififatioflfcurio«ben nunmehr erneut rechtskräftig geworden ist. walt burchzusetzen, bas hat der Reichskanzler in der Aussprache mit dem polnischen Gesandten in fel)r prägnanten Worten erneut erklärt. Aber bis zu einer friedlichen Unterhaltung darüber ist es noch weit. Dringender war für uns die akute Gefahr eines vom Zaun gebrochenen Konflikts zu bannen, der aus der überhitzten Atmosphäre der letzten Monate leicht hätte entstehen können zu einer Zeit, bie uns mnerpolitifd) noch in der ersten Phase des nationalen Aufbaus begriffen sah, und außenpolitisch uns unter der Einwirkung der Greuelpropaganda und der Furcht vor einem nationalen Wiedererstarten Deutschlands wenig Chancen für eine Auseinandersetzung mit Polen ohne Einmischung Dritter bot So ist durch die deutsch-polnische Aussprache eine Entspannung vorbereitet, die, wenn die Regierung in Warschau die Kraft unb den Willen dazu hat, auch auf bie Völker übertragen werden könnte, denn ohne diese Beruhigung der Atmosphäre wird die leidenschaftslose Prüfung der gemeinsamen Interessen beider Länder, die sowohl Reichskanzler Adolf Hitler wie auch der polnische Außenminister Beck wünschen, kaum ertragreich sein. Doch der Anfang ist gemacht, an Warschau liegt es nun, die deutsch-polnischen Beziehungen fteundlicher zu gestalten. Wie wenig Polen ein Einzelfall in bem unser neues Reich, das erwachte Deutschland umbrausenden Orkan von UebelrooUen, Mißgunst, Neid und Angst, Verleumdung und Drohungen ist, das sehen wir täglich in Genf, wo auf der Abrüstungskonferenz der deutsche Hauptdelegierte, Botschafter Nadolny, in erbittertem zähem Kamps um bie praktische Verwirklichung der Deutschland theoretisch zuerkannten Gleichberechtigung steht, nur sehr gelegentlich sekundiert von dem Italiener oder Ameri- cmann »g * Gießen was uns im Serfi den ist, wenn n*- zu folgen ber aus kam eelAn deutschMjj bonalb-$l“V“ beeresftärP britischen Polizei mre SÖSSS men nich^^n, i des eng^hs-Zn- den Ei bestens trotz ^nnischer fdir»ebot, ohne sl,-S.Ihrerseits, FW i®iliuf gleiche Behandlung unter den Tisch fallz v Wen mochten. Und das, obwohl auch in Genf bc 7 ^ibtneft der nationalen Revolution keineswegs, ’ ’man hier und da im Ausland erwartet und ^rRhvohl gehofft hatte, mit der Faust auf den Ii| »schlagen hat, sondern durch weitgehendes En stammen in wichtigen Fragen seine Verstän^ »ereitschaft und seinen entschiedenen Willen D ., hatte, zum Zustandekommen einer Abr Kodüel®ntion das ©einige beizutragen, (ogar —*aq dessen hinaus, jÄMnWgSg SmeMiSL Lmdeuvlatz. ■ 3n politischen Kreisen der Reichshauptstadt wirb die Bedeutung der Verlängerung des Berliner Vertrags voll gewürdigt. Bei der Beurteilung muß man zunächst davon ausgehen, daß eine starke innerlich gefestigte nationale Regierung am ehesten in öer Lage i st, gute außenpolitische Beziehungen 3u Sowsetrußland zu unterhalten, weil sie frei i st von innenpolitischen Rücksichten früherer Regierungen. Nach der wirtschaftlichen Seite ist zu unterstreichen, daß Sowjet- rußland zur Zeit unser bester Abneh- m e r ist. Die russische Einfuhr nach Deutschland ist infolge der Schutzmaßnahmen für unsere Landwirtschaft etwas zurückgegan- gen. Vielleicht lassen sich aber noch im Lau e der nächsten Zeit Wege finden, auf denen die ruf ischen Interessen wieder stärker berücksichtigt werden können. In der Praxis wickelt sich der Wirt- schaftsverkehr zwischen den beiden Ländern reibungslos ab. Er wird zweifellos noch gebeffert werden, wenn die bewußte Fernhaltung mit einem sichtbaren Ergebnis in der Abrüstungsfrage aufwarten zu können. Es sieht auch so aus, als ob der Streit um die Vereinheitlichung des Heere«- t h p s, die Deutschland aus guten Gründen zurückgestellt wissen wollte, in der kommenden Woche erneut entfacht und zu einer Entscheidung getrieben werden sollte. Deutschland kann nicht auf seine Reichswehr als Stamm jeder Landesverteidigung verzichten und sich auf kurz ausgebildete, für den Felddienst unbrauchbare Milizen beschränken, denen die andern Mächte im Kriegsfälle vierzehn Jahrgänge langausgebilde- ter und für den modernen technischen Krieg geschulter Reserven entgegenstellen könnten. Deutschland kann hierauf noch weniger eingehen, al« in _ der Frage der Kolonialyeere die andern Mächte, in erster Linie natürlich daS daran besonders interessierte Frankreich keineswegs gesonnen sind, der deutschen Forderung auf Zurückhaltung in den Kolonien im Kriegsfälle zu entsprechen. Auch die Probleme der gleichen Bewaffnung und der Zubilligung einer Luftrüstung für Deutschland sind noch keineswegs geklärt. So kämpft Deutschland nach wie vor um fekn elementarstes Recht auf Sicherheit. Der Kamps ist hart und langwierig, er stellt an die deutsche Außenpolitik die höchsten Anforderungen an Zähigkeit, Entschlußkraft und Einfühlungsvermögen. Das deutsche Volk aber muß handeln nach den Worten des Reichskanzlers am 1. Mai, je mehr die Welt sich gegen uns stellt, um so mehr müssen wir zu einer Einheit werden, die sich nicht beugt und den Witten nach gleichem Recht sich nicht aus der Brust reihen läßt. Mod Oeffentlichkeit zugänglichen ch er ei en. 33 Fortsetzung. Nachdruck verboten! ner des 3n» worden. Institut Bü- und durch bic ren blnu« die mit ihren Eltern begleiten wollen;' doch hat sie sich mit einem jt nun will sie nicht weg. uns, für Ihren Vater hi A- nimm das Angebot Ich geäußert, Deulsch- Mst du doch die beste I schon ein Weilchen die Hände erhob. ) Deutschland möchte Puls Speerau dachte, p Deutschland dem Pte, und dessen Frau nicht zureden, Kind, onttward das Dasein für Angela sicher viel besser. Und lffen. feiner Schublade hervorzog Zeit zvband sich statt eines grauen c , Strick um den Kragen. Wulf Speerau ging neben dem alten Pfarrer durch die enge Gasse. „Ich will versuchen, Angela noch umzustimmen', begann er, „aber ich bitte Sie, Senor Cura, falls ich in jener Zeit sterbe, in der Angela fort ist, sich ihrer anzunehmen, ihr beizustehen, wenn es nötig ist." "Das verspreche ich Ihnen recht gern Senor Esperao", erwiderte der Pfarrer, „der Gedanke braucht Sie nicht zu bedrücken, im übrigen müssen Sie nicht gleich ans Sterben denken. Das Vierteljahr, welches wir in Deutschland weilen, geht schnell herum." Er klopfte ihm beruhigend auf die Schulter. Wulf Speerau nickte lächelnd; dann grüßte er höflich und kehrte um. Immer wieder gingen ihm neue Gedanken durch den Kopf. Nach dem Essen begann er zu Angela: „Du solltest das Angebot des Pfarrers annehmem Mädelchen, du müßtest hier ein Weilchen heraus. Wenn du auch nicht davon sprichst, , so weiß ich doch an was du am meisten denkst. Glaube mir, Kind, die Sterne vorn Himmel möchte ich herunterholen für dich, es gäbe für mich keinen schöneren Tag auf der Welt als den, wenn du Konrad von Zweilindens Frau werden könntest." Er ließ das Thema fallen. „Ich will nachher ans Meer fahren", erklärte er, „ich sehne mich nach frischer, kühler Luft; hier in unserer Gasse ist es so dunstig." Angela nickte ihm zu, sie dachte, er würde ja doch wieder die dämmerkühle Kirche Belön aufsuchen. Wulf Speerau aber zog seinen guten Anzug an, und als er fortging, küßte er Angela besonders Zärtlich. „Kind, trage es mir nie nach, daß ich die Schuld an deinem Unglück habe, ich bitte dich inniq darum!" Angela blickte ihn ernst an. „Aber, Vater, wir wollten doch nicht mehr davon sprechen. Ich werde dir niemals etwas nachtragen, das weißt du ja." Er küßte sie noch einmal. „Wie dankbar ich dir bin, Angela, du einziger Mensch, den ich Selbstsüchtling mehr liebe als mich. Wie beruhigend es ist, zu wissen, du wirst mir niemals etwas nachtragen." Er ging, und Angela blickte ihm nach. Alt war der Vater geworden, sehr, sehr alt; eigentlich sollte sie ihn gar nicht allein gehen lassen. Aber sie mußte arbeiten, sie hatte noch allerlei Aufträge zu erledigen. Ein paar Sträuße und Kränze waren be- ftellt, die gegen Abend abgeholt werden sollten Neue deutsche Vorschläge in Genf Oie Lust- und Seerüstungen. fiihrung der Unternehmerschaft mit der Arbeiterschaft kann das große Ziel der deutschen Volksgemeinschaft erreicht werden, sondern durch die soziale Befreiung der deutschen Arbei- allein kann die Grundlage und Wulf Speerau war ganz eigen zumute heute, er hatte, seit der Pfarrer dagewesen, das Gefühl: wenn er nicht mehr wäre, müßte sich das Leben für Angela oiel leichter gestalten. Was sollte überhaupt aus ihr werden, wenn er noch lange bei ihr blieb? Vielleicht war ihr jetzt durch den Pfarrer die beste Gelegen- heit gegeben, in andere Verhältnisse zu kommen. Er hatte nicht die Macht, sie aus der Enge ihres jetzigen Ledens zu befreien; wenn er aber still beiseite trat, werden soUe. Die Kirchenregierung wird entsprechende Verhandlungen mit den beteiligten Rachbarkirchen neu in Gang bringen. Im Hinblick auf die schwebenden Verhandlungen wurde der Präsident des Landeskirchentages D. Herrmann gebeten, zunächst von der für Mitte d. M. in Aussicht genommenen Einberufung des Landeskirchentages abzusehen. so gut Deutsch wie Spanisch, damit unsere Reise und die endgültige Regelung der Angelegenheit gut von- ftatten geht. Ich habe nun an Sie gedacht, Angela. Wenn Sie uns nach Deutschland begleiten würden, öann wüßte ich, daß sich 'alles für uns glatt und bequem gestaltete." . « Er wollte weitersprgchen^Lder Angela hinderte ihn dadurch, daß sie abroejj^ff 1 „Nein, Senor Cura, nrifijSlB ich nicht." Wie ein Aufschrei vielleicht fürchtete Manne zu begegnen, sie nicht werden durfte^^^W Er sagte: „Ich will^^^M aber raten möchte ich bir,Mf) an. Du hast früher oft land kennenzulernen OeKtnS Gelegenheit dazu. Ich N)e:ie,'n allein." Lieber Pg. Dr. Wegener! Ich danke Ihnen vielmals für Ihren Glückwunsch und dafür, daß Sie mir ZU gemeinsamer Zusammenarbeit die Hand bieten. Unsere langjährige persönliche Bekanntschaft und unsere völlig gleichgerichtete nationalsozialistische Ueberzeugung gibt mir und der von mir geführten Deutschen Arbeitsfront die freudige Gewißheit, daß der neue Geist der Zusammenarbeit, der uns erfüllt, sich von der Spche auf die gesamteOrgani- sation der Wirtschaft übertragen wird, so daß künftighin bei Verhandlungen sich nicht mehr Die deutsche Abordnung beantragt sodann, um den franz^schen Forderungen auf Kontrolle der Zivilluftfahrt Rechnung zu tragen, daß die vertragsschließenden Staaten eine wirksame Kontrolle der zivilen Luftfahrt annehmen, um die militärische Verwendung zu verhindern. Von deutscher Seite wird au diesem demnächst im Hauptausschuß zur Verhandlung gelangenden deutschen Luftrüstungsanträgen darauf hingewiesen werden, daß dieses Kapitel der Abrüstung den Prüfstein des ehrlichen Abrüstungswillens der Großmächte darstellt, da auf diesem Gebiet sofortige wirksame Maßnahmen ergriffen werden können. Auf dem Gebiete der Seerüstungen verpflichtet sich Deutschland nach den heute eingereichten Anträgen, daß es d i e Zahl der Ueberwas- s e r s ch i f f e, an die es bisher durch den Versailler Vertrag gebunden war, nicht überschreiten will und daß es nicht mehr als ein Schiff auf Stapel legen will als Ersatz für eines feiner veralteten Linienschiffe. Sollte der Hauptausschuß zu der Ent- scheiduna kommen, daß die übrigen Mächte auf ihre U-Boote für die nationale Verteidigung nicht verzichten können, so behält sich die deutsche Delegation das Recht vor, zu einem späteren Zeitpunkt auf diesen Punktzurückzukom- men. Obwohl in dem englischen Konventionsentwurf keine Herabsetzung der Flotten vorgeschlagen wird, ist Deutschland trotzdem bereit, in der Erwartung, daß die hochgerüsteten Seemächte auf der Konferenz von 1935 eine wesentliche Herabsetzung ihrer Seerüstungen vornehmen, bis zu dieser Konferenz die '^chlffszahlen beizubehalten, an die es bisher grbunben war. Oie Reform der Evangelischen Kirche in Hessen Beschlüsse der Kirchenregierung. Darmstadt, 5. Mai. (EPH.) Die Hessische Evangelische Kirchenregierung, ergänzt durch die Mitglieder der gemäß der Kirchenverfassung gebildeten ständigen Ausschüsse des Landeskirchentages, war in Darmstadt versammelt, um den Bericht über die in Berlin geführten Verhandlungen des Deutschen Evangelischen Kirchenausschusses und des Kirchenbundesrates zur kirchenpolitischen Lage entgegenzunehmen. An diesen Sitzungen in Berlin hatten Prälat D. Dr. Dr. Diehl und Vizepräsident Dr. Dahlem als Vertreter der Evangelischen Landeskirche in Hessen teilgenommen. Rach eingehendem Referat des Prälaten kam man zu der einmütigen Aeberzeugung, daß unbeschadet des Ergebnisses der Verhandlungen zwischen der Reichsregierung und dem Deutschen Kirchenausschuß schon jetzt auch für Hessen die durch die Lage gegebenen Vorarbeiten vondemDerfassungsausschußsofort Ln griff genommen werden sollen. Es handelt sich hierbei um die Lleberprüfung der Kirchenverfassung zur Beseitigung überholter Einrichtungen unter wieder stärkerer Betonung des urreformatorischen Synodal- und Gemeindegedankens. Zu diesem Zweck soll der Verfassungsausschuß des lange am Leben bleiben könnte, war es plötzlich, als ob sich sein Herz ganz ängstlich zusammenzog. Dann fuhr er nach der Fischervorstadt Barcelo- neta; in einer kleinen Kneipe trank er ein paar Gläschen Cazalla. Der scharfe Schnaps stieg ihm zu Kopf, gab ihm den Mut, den er brauchte, um auszuführen, was ihm nötig schien, was ihn heute von Hause fortgetrieben. Eine ganz stille, einsame Ecke am Meer suchte er aus — und fand sie. Dort setzte er sich nieder und schaute starr auf die blauen Wogen. Seine Gedanken suchten noch einmal die Stunde seiner Vergangenheit, die er niemals hatte vergessen können, die ihn aber auch noch niemals so gequält hatte wie seit der Zeit, wo wieder ein Konrad von Zweilinden in sein Leben getreten. Tiefblau war das Meer und der Himmel wie ein riesiges Zelt aus Türkisseide. Dort, wo der Himmel das weichwogende Meer küßte, schwebte eine Rauchfahne; bald würde em Schornstein auftauchen, dem dann allmählich die Umrisse eines Dampfers folgten, der vielleicht von der nahen Küste Afrikas herüberkam. Wulf schloß halb die Augen, das allzu grelle Sonnenlicht störte ihn sehr. Er dachte an den furchtbarsten Tag feines Daseins, der ihn zum" elenden Menschen gemacht. Er begriff längst nicht mehr, wie Geldgier und die Sucht nach Wohlleben einen Menschen zum feigen Mörder machen konnten. Der Cazallaschnaps war schwer, er jagte ihm das müde Blut schneller durch die Adern und peitschte seine Phantasie auf. Er blinzelte in das Licht, hielt die Hand vor die Augen. Ihm war es, als wäre das Meer verschwunden und er sähe den Heimat- wald. Er atmete tief, ganz tief diesen würzigen Duft ein und erhob sich langsam. Er wollte in den Wald hineingehen, ihn durchqueren, dann mußte er bald in Schloß Wiesental sein. Er ging vorwärts, und plötzlich erblickte er am Waldesrand das Steinkreuz. Er murmelte: „Hier starb von verruchter Mörderhand —!" Es durchschauerte ihn eisig. Das entsetzliche Kreuz! Wenn er es nur nie mehr zu sehen brauchte. Nie mehr! Wieviel schlaflose Nächte hatte ihm schon bas Denken an dieses Steinkreuz bereitet. Wenn ihm doch endlich einmal dieses Mahnzeichen an seine Untat nicht mehr erscheinen würde! Er blinzelte wieder. Aber es verschwand nicht, nein, es wuchs, ward größer und breiter; und jetzt, mit einemmal, erkannte er auch wieder das Meer, sah, wie die Wogen das Steinkreuz umspülten, bas sich zu ungeheurer Größe emporreckte, das immer höher wuchs und mit den obersten Steinen schon den Himmel berührte. Er sann gequält: so übermenschlich groß war seine Schuld wie das Kreuz, so über alle Maßen hinaus- strebend, riesengroß. (Fortsetzung folgt.) Auch heute verlangsamte sie ihre Schritte, auch heute gab sie sich dem wehmütigen Zauber hin, der sie immer aufs neue einspann wie in ein Netz von Dunkelheit und Gold, in ein Netz von Schwermut und Wonne. Sie hatte keinen Menschen, mit dem (ie über ihr Liebesleid sprechen konnte, und wenn sie der Vater manchmal so forschend anschaute, dann stieg Bitternis in ihr auf. Er trug die Schuld daran, daß sie ihrer Liebe hatte entsagen müssen, aber er tat ihr auch leid. Seit er sich ihr Vater nannte war er gut zu ihr gewesen, sie durfte ihn nicht merken lassen, wie schwer sie an seiner Schuld trug. Als sie nach Hause kam, saß der Pfarrer Basella beim Vater. Sie kannte ihn gut, er war der Hauptpfarrer in der Kirche San Ram6n in Coll Manch- Angela hatte ihm schon öfters Blumen gebracht für die Ausschmückung der Kirche an hohen Feiertagen. (Er war ein lieber alter Herr und hatte nichts Frömmelndes an sich. Im Gegenteil, fein Wesen war fast ein wenig derb. Als Angela eintrat, rief er ihr fröhlich entgegen: "Ich vm Ihretwegen hier, Angela, und habe eine große, sehr große Bitte mitgebracht. Hoffentlich werden Sie mir diese auch erfüllen!" Angela grüßte achtungsvoll. „Wollen Sie Blumen für die Kirche, Senor Cura, Sie können so viele bekommen, wie Sie nur wollen, ich gebe sie Ihnen gern." Pfarrer Basella schüttelte den Kopf. „Und wenn ich Sie um so viele Blumen bäte wie Sie in vier Wochen unfertigen könnten, wäre ich noch bescheiden. Nein, meine Bitte ist größer und anspruchsvoller. Aber setzen Sie sich lieber erst, Kind, dann will ich Ihnen meine Bitte vortragen. Ihrem Vater habe ich sie schon erklärt. Er überläßt die Entscheidung Ihnen." Angela nahm Platz, ihr Blick verriet schon ein wenig Spannung. Der Pfarrer rieb sein Kinn. „Also, Angela, es handelt sich um folgendes: Ich habe eine Großnichte in Sevilla. Ihre Eltern sind tot, und sie lebte bisher bei einer Freundin ihrer Mutter. Sie ist sprachenkundig, aber Deutsch kann Sie leider nicht. Vor einiger Zeit ist nun ein entfernter Verwandter von uns, der Letzte einer Linie, die feit Generationen in Deutschland lebt, dort gestorben und hat Catalina und mir ein Riesenoer- mögen vermacht. Es ist alles schon so weit geordnet, und wir wollen in Kürze nach Deutschland reifen, um die Erbschaft anzutreten, möchten aber gern jemand mitnehmen, der vollkommen Deutsch spricht. t e r f rf) g f t ________o_ Garantie gefchasfeä werden, durch die in Zukunft auch in der Wirtschaft mit gemeinsamer Kraft an den gemeinsamen Aufgaben gearbeitet wird. Heil Hitler? Auf diesen Brief hat der Führer der Deutschen Arbeitsfront wie folgt geantwortet: innerpolitischer Gesichtspunkte, wie sie in der Rußlandpolitik der Reichsregierung im ganzen und der jetzigen Verlängerung des Berliner Vertrags im besonderen zum Ausdruck kommt, bei- Gehalten wird. mit gemeinsamem Denken und Wollen. Aus dieser Ueberzeugung heraus beglückwünsche ich auch Sie und die deutsche Wirtschaft dazu, daß da» Vertrauen des Führers Ihnen die Macht in die Hand gegeben hat, die in langjähriger Arbeit von Ihnen vorbereiteten Pläne zur Durchführung zu bringen. Heil Hitler! Oie deutsche Arbeitsfront. Das Aktionskomitee aufgelöst. Berlin, 5. Mai. (TU.) Der Führer der deutschen Arbeiterfront, Dr. Ley, veröffentlicht fol- gende Erklärung: „Parteigenossen und Parteigenossinnen! In wenigen Tagen ist eine der größten Taten der nationalsozialistischen Revolution durchgeführt worden. Alle Arbeiter- und An- geftelltennerbänbe haben sich bebingungs- unb vorbehaltlos bem Führer ber Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, Abolf Hitler, unterworfen. 8 Millionen Werktätige sinb in ber beutschen Arbeitsfront organisiert. Dieses Werk ist nur Dank ber Opferroilligfeit und ber Disziplin aller Dien ft ft eilen ber Partei möglich gewesen. Heute melbete ich bem Führer, daß die Aktion beendet sei und damit die Aufgabe des Aktionskomitees zum Schutze der deutschen Arbeit erfüllt wäre. Den Führer bat ich, genehmigen zu wollen, daß ich das Aktions- tomiteebamitauflöfe. Diesem Wunsche ent- sprach ber Führer unb beauftragte mich mit ber Neubildung ber deutschen Arbeits - front. Gleichzeitig ersuchte mich ber Führer, allen Parteigenossen, SA., SS., politischer Leitung, NSBO. usw. in seinem Namen für bie mustergültige Durchführung ber Aktion zu banken. Am Mittwoch, 10. Mai, finbet ber erfte Kongreß ber beutschen Arbeitsfront statt, auf bem ber Führer bie Parole für bie zukünftige Arbeit ausgeben wirb. Mit Hitler für Deutschlanb vorwärts!" Beiträge der Gewerkschafts-Mitglieder für Reichsbanner und GPO. Berlin, 5. Mai. (TU.) Die RSBO.-Preffe- stelle meldet u. a.: „Bei der genauen Prüfung der Bucher der „Freien" Gewerkschaften und der Arbeiterbank erweist sich immer mehr die Der- quickung und engste Verflechtung von Gewerkschaften und sozialdemokratischer Parteipolitik. Die Dettragsgelder der Gewerkschaftsmitglieder wurden in überreichem Maße den sozialdemokratischen Organisationen, wie Reichsbanner und Eiserne Front, zur Verfügung gestellt. Im Jahre 1932 hat der 21DGB. an die Eiserne Front 218 374 Mk., an die SPD. 70 000 Mk. und an das Reichsbanner in Magdeburg 20 000 Mk. gezahlt. Die Angestellten der angeschlossenen Gewerkschaften wurden außerdem gezwungen, von ihrem Gehalt zu den drei Wahlkämpfen des Jahres 1932 Beiträge je nach Einkommen an die Eiserne Front zu zahlen. Der Verband sozialer Baubetriebe gibt seine Leistung an die Eiserne Front mit 13 335,30 Mk. an. Der Deutsche Holzarbeiterverband leistete 13 631,50 Mk. Für die Zukunft werden die Beitragsgelder der Gewerkschaftsmitglieder lediglich den gewerkschaftlichen Aufgaben zugeführt." Gesunde Bauernpolitik der Kern des Wiederaufbaus. Ein Interview mit Reichsbaucrnführer Darre Reuyork, 5.2Hai. (ERB.) Die gesamte amerikanische Presse oeröffentltdjl ein Interview des nationalsozialistischen Bauernführers Darre. Durch den Zusammenbruch ber Weltwirtschaft, führte Darre aus, ist bas beutsche Volk nicht mehr in ber Lage, in ausreichenbem Umfang durch den Aus- Berlin, 5. Mai. (WTB.) Der Reichskommissar für bie beutsche Wirtschaft, Dr. Otto Wegener, Hot, wie ber Zeitungsbienst melbet, an ben Führer ber beutschen Arbeitsfront, Staatsratspräfibenten Dr. Ley, folgenbes Schreiben gerichtet. Lieber Pg. Dr L ^y! Als ber auf Grunb bcs Vertrauens unseres Führers Abolf Hitler vom Reichswirtschaftsministör eingesetzte Reichskommissar für bie Wirtschaft beglückwünsche ich Sie zu bem einzigartigen Erfolg,' ben Ihre Aktion für ben Zusammenschluß bes gesamten Deutschtums gehabt hat. Nirgenbs in bgr Welt, be- fonbers nicht bei uns in Deutschlanb, ist es bisher möglich gewesen, bie ganze 5 r'6 n t ber Arbeiterschaft unter einer einzigen unb fejten unb verantwort u-ngsbe wußten Führung zusammenzufassett. Ich fasse es als meine ganz befonbere Aufgabe als Reichskommissar für bie Wirtschaft auf, mit Ihnen > n e n g st e r Fühlung zusammen z/l a.r »t «tn unb sehe in biefer Zusammenarbeit einen h e u e n Schritt F n ’h10 U n" I > 7 " | i" "“D «'■> ociyunuiuiiyeii |iu; muii ineyr sondern Männer Der Pfarrer nickteWMM Sie, Angela, Ihr Vater ist emoerstanben.AWhabe schon für ein AÄeljahr den Tasche, unb meine Jud)te fommt in acht LaWNMrher, mich abzuholen. Eine Freunbin meinet-MWMeine junge Deutsche, 'Y'^emTla lebt, hat uns erst 'Jt, im letzten Augenblick, ■'Sm Spanier verlobt, unb . ip e, Angela, begleiten Sie . ----- -,i ; ,ege ich hier ein Sümmchen, unb Ihnen verspre?°"Hch, Sie sollen es unterwegs unb in Deutschländisch haben." Angela lockte ber ®ejm \ mUjureiJen unb bas Land kennenzulernen, ir>” int er lebte, ben sie über '■ den fif"b=nner aufs neu« beuten mußte. Aber wieberum.Zum . es jkr sch^ecklicb au wissen, sie war ihm nAmehr b<:rfte if)n nid)t Ahen Unb bann, sie können cm wen J „ • J 3 Er war in letzter K war allein.J^ unb immer müde, er bcf"s Emwirkun, 9fj. J kümmerte. So bliet'tilI9cmcme oteu tzeibwelen bes Pfarrers bei ihrem^r unruhigen Iräu roe,en De5 Da brach ber G * e rid) bod) mi?. ah?rerVe5.nV vernahm er kräftige Schn Sie zu imm», unb eilte davon, wahrsten weiß lwmer, wo ich b,ti) sogar eine Treppe hii (Tum I* 3urürf' als sich ber Du Senor f,tn Stuckquße» schon fast bunkel, wie roieber 3 r 4 konnte, aber auf bem Schre Spuh9Prann*aU^-3t trJJ' brnnnte eine Lam einem Seufaer nach. Fnger Mann, ber ihn entqei nie bem ÄrUf;id’‘e U"d bann aber mit eb. 9m»irinh?n .^fertigten Hast sich auf ben Held von onJ?3!6 un? 'ateressiert die darauf be= von roeitem. 21bjjc betrachtete. Aisbann benahm er -m Cl^<.9r n-S/lj sinnlosen unb unerwarteten Weise, t Ihre tlmblos, pfiff eine Melobie, fuhr sich mit S» fam bargen Gegenstand, den er unter lautem ne: Zu «er 1 Präsidenten Aalckreut stelle mit, d. glich der Kleine! Aach * Here 0 f f e n b a c Ä® ber am Abe Jeronatv geliefert W Qfltct von 6( nächst Theoü auf und wui 6t gehörte t 1932 an. j!Ä« *• 7 ° »eil«" in W* roog Ä ständige" 1 LrnShrEi« politische Im lebte Detter. Ä benjähnger jäfjltc, dah Dogelnestchi den schützen und vier ( glämten voi wir seine Fi Aetter: „21 Zunge aus. Auch mich Aetter fuhr Vogelnestes machen!" E zurück. Die tes Bad auf chen war zer Zch sagte ben Tette ÄlltagSsreud« Hoffnungen c zu einem Gr «was ganz' zu seinem rec nungen ober Für alle Fo Hungen im »Aa, und - 2ch glaub; tem. Sie fe bchastenscite. glänzende doch schon do uicht sichtbar . Solche M M Nfnun N hat ihm 'Freude gero lstlen Lebens eurem nur d Wer diese Atmen,chen buchen Lebe; °us der Erd 2 3m E, Maus „je 3 'Mmen । U an den Kr es kb' Aegm ^ften, bam äum von Rn inerten n“ns ioohn mar naeswegs V fc si ^el v »7 dem toi Nf 1« a te'-nun h? Die !Än Rundsunkprogramm. tausch von Jndustriewaren gegen Agrarpjodukle feine Volksernährung ficherzusiellen. Mrlschasllich betrachtet bleibt deshalb der deutschen Agrarpolitik keine Wahl, sie muh daraus gerichtet fein, wenig- siens d i e notwendig st en Lebensmittel aus der eigenen Scholle ju sichern. Lin weiterer wichtiger Faktor für Deutschland ist die Tatsache, doh die V e r st S d l e r u n g. wie sie in den letzten Jahrzehnten in noch stärkerem Maße al» in Amerika vor sich gegangen ist. zur Aerslö- rung der Lebenskraft des Volks führt. Daraus ergibt sich für uns die Ausgabe der deutschen vauernsiedlung. Die Hilfe für die deutsche Landwirtschaft ist deshalb das Kernstück de» ersten Jahresplans Adolf Hitlers. Das Ziel der deutschen Agrarpolitik ist also nicht die IN a s f e n p r o d u k t l o n , wie sie in der Absicht der sowsetrusslschen Getreidesabrlken liegt, sondern der gesunde Kleinbetrieb de» bodenständigen Bauern. Ho allein kann neben der Ernährungssrage gleichzeitig das be vö l ker u n g »- politische Problem Deutschland» gelöst werden. Meine politische Nachrichten. Nach polizeiamtlicher Mitteilung ist der frühere Hauptschriftleiter des sozialdemokratischen „Offenbacher Abendblattes" und ehemalige hessische Landtagsabgeordnete Gg Kaul, der am Abend des l.Mai mit einer schweren Deronalvergistung ins Krankenhaus eingeliefert wurde, g e st o r b e n. Kaul, der ein Alter von 60 Jahren erreicht hat, studierte zunächst Theologie, gab dieses Studium aber bald auf und wurde sozialdemokratischer Schriftsteller. Er gehörte dem Hessischen Landtag von 1919 bi« 1932 an. Zu Der Untersuchung geaen den bisherigen Präsidenten deS Reichslandbundes Gras von K a l ck r e u t h teilt die deutschnationale Pressestelle mit, dah Gras Kalckreuth nicht Mitglied der Deutschnationalen Front ist, vielmehr im Zusammenhang mit dem Westarp- Konflikt im Jahre 1930 auS der Partei ausgetreten ist. Aus aller Welt. Reichsführerschaft des deutschen Braugewerbes. Das Präsidium des Deutschen Brauerbundes, das bereits Ansang April eine vorläufige Gleichschaltung vorgenommen hatte, hat sich jetzt neukonstituiert. Das bisherige, aus 16 Herren bestehende Präsidium führt fortan Die Bezeichnung „Reichs- führerschaft des deutschen Brauge- roerbes"; es hat aus seiner Mitte ein geschästs- führendes Präsidium von sechs Herren gebildet, das in Zukunft die alleinige verantwortliche Vertretung des gesamten Braugewerbes darstellt. Autounglück. — Lin Kind getötet, drei Kinder verletzt. Im Borort Reinhausen bei Regensburg fuhr ein von dem Legationssekretär Petit beim französischen Konsulat gesteuerter Kraftwagen aus den Bürgersteig und ersahte dabei vier Kinder. Ein sieben Jahre altes Mädchen wurde getötet. Zwei Kinder erlitten schwere, das vierte Kind leichte Berte tz u n g e n. Der Legationssekretär gibt an, die Herrschaft über den Wagen verloren zu haben. Der DBB. für wlederelnstellung stellenloser Kollegen. Der Deutsche Bankbeamten-Derein hat die Zen- tral-Direktionen der Großbanken darauf hingewie- sen, dah die Besetzung der Betriebe knapp bemessen worden sei, dah auch nur die geringste Geschäftsbelebung Ueberftunben verlange. Auch die bevorstehende Urlaubszeit werde einen Mangel an Arbeitskräften in Erscheinung treten lassen, dem nicht durch zusätzliche Arbeitsleistungen der übrigen An- gestellten abgeholfen werden dürfe. Es sei deshalb unbedingt notwendig, dah die Belegschaften der Bankbettiebe in allen Niederlassungen schleunigst aus gefüllt würden. So müsse auch das Bank- Igeroerbe an dem großen Ausbau-Programm der Reichsregierung mitarbeiten. Bei der Heranziehung neuer Arbeitskräfte seien in erster Linie die abgebauten Berufsgenossen, insbesondere die verheirateten und älteren Kollegen, zu berücksichtigen. Sonnlag, 7. Mai. 6.35 Uhr: Hafenkonzert. 825: Katholische Mor- genfeier. 9.30: Stunde des Chorgesangs. 10.15: Hausmusik. 11.15: Rcichssendung aus Hamburg: Brahms-Huldigung vor und in dem Hause des Meisters. Anschließend: Brahms-Feier des Staates in der Hamburger MusikhaUe. 12.20: Ostdeutsche Kundgebung 13.20: Mittagskonzert. 14.30: Zehnminutcndienst der Landwirtschaftskammer Wiesbaden. 14.40: Stunde des Landes. 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Nachmittags- konzert. 18: Heinrich von Treitschke. Bon Prof. Dr. W. Platzhoff. 18.25: Vergnügliches Zwischenspiel. 18.50: Gerhard Menzel spricht über sein Buch .Flüchtlinge". 19.05: .Petri Heil." Ein Hörbericht von Oppershofen an der Wetter. 19.25: Sportnachrichten. 19.35: Reichssendung von Wien: Am Grabe Johannes Brahms. 20: Davis- Cup: Deutschland-Aegypten. 20.20: Unterhaltungskonzert. 22.45 bis 24: Nachtmusik und Tanz. Blonlag, 8. Mai. 7.15 Uhr: Frühkonzert. 10.10 bis 10.40: Schulfunk. 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert II. 15.20: Frauenstunde: „Rechtsfragen, die Frauen und Mütter angehen". 16.30: Äachmit- tagskonzert. 18: .An die gestaltenden Handwerker Frankfurts". 18.15: Deutscher Almanach. 1H.25: Englischer Sprachunterricht. 19: Reichssendung von Breslau. Stunde der Nation. .Volkslieder aus schlesischen Landen". 20: Die Räuber. Ein Schauspiel von Schiller. 21.30: Unterhaltungskonzert. 22.40: Nachtmusik. Dienstag, 9. Mai. 7.15 Uhr: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert II. 15: Gießener Wetter» bericht. 15.20: Stunde der Hausfrau. 16.30: Nachmittagskonzert. 18: .Landhelfer und Landhelferin". 18.15: .Die Mai-Versteigerungen im Rheingauer Weinbaugebiet". 18.30: .Vom toten und vom lebendigen Geist". 19: Reichssendung: Stunde der Nation. Zu SchiUers Todestag. 20: Brahms-Chöre. 20.45: E. T. QL Hoffmann in Bamberg. 21.30: Schwäbisch-Alemannische Volksmusik. 22.45 bis 24: Nachtmusik. Mittwoch, 10. Mal. 7.15 Uhr: Frühkonzcrt- 10.10 bis 10.40: Schulfunk. 12: Mittagskonzert I. 13.30 Mittags» konzert II 15 20 Stunde der Jugend. 16.30» Lachmittagskonzert. 18: ..Der Kyffhäuferbund . 18.25: Zeitfunk. 19: Reichssendung: Stunde del Nation- Ostpreußikche Komponisten. 20 Literarische Selbstbildnisse. 20 20: Johannes Brahms Konzert des Kampfbundes für Deutfche Kultur. 21.30: „Zum Schwäbischen Heimattag, Pfingsten 1933". 2215: Deutscher Almanach. 22.40 bis 24; Tanzmusik. Donnerstag, 11. Mai. 7.15 Uhr: Frühkonzert der SA- 9 bis 9.45: Schulfunk- 12: Mittagskonzert I. 13.30 Mittags- konzert II- 15 30. Stunde der Jugend. l£30: Nachmittagskonzcrt. 18: Zeitsragen. 18.25. ..Vom Schauplatz des Wcllenkrieges". 19: Reichssendung: Stunde der Nation. „Die Feier der jungen Front". 20 Kompositions-Stunde. 20.45: Unterhaltungskonzert. 21.45: „Das nußbraune Mädchen". "22.40: „Horst Wessel", Hörspiel von Han« Heinz Ewers und Paul Beyer. Freitag, 12. MaL 7.15 Uhr. Frühkonzert. 10.10 bis 10.40: Schulfunk. 12. Mittagslonzert I. 13.30: Mittagskonzert II. 1630: Nachmittagskonzert. 18: Aerzte- Dortrag: Wohnungshygicne. 18.25: „Zur Umgestaltung des Dienststrafrechts in Preußen". 19: Reichssendung: Stunde der Nation. „Blut und Boden". 20: Atomzertrümmerung. 20.30: Unterhaltungskonzert- 22: Deutscher Almanach. 22.30 bis 24: Nachtmusik. Samstag, 13. Mal. 7.15: Frühkonzert. 10.10 bis 10.40: Schulfunk. 12: Mittagslonzert I. 13: Mittagskonzert II. 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Nachmittagskonzert. 18- , Arbeitsfreiwillige und Bevölkerung". 18.25: „Bismarcks Glaubensleben". 19: Rcichssendung. Stunde der Nation. Frankfurts Römerberg. 20: Pfälzer Gebabbel. 2010: Süddeutsche Blasmusik. 21: „Wenn wir uns Wiedersehen". Volksstück mit Musik. 22.45 bis 24: Nachtmusik. Nitze der 3unoöltaiemj< ngen—Treibe gelang» toyurd? das der Natur icbet*^ von 2-5 - Untern cf)tögebübe| 1- RM. (bei eW Teilnahme von mt Gustav Rohrbach, r. Gießen, Ltevbanft^ (Eintritt kann jci Aus der Provinzialhauptstadt Äornv „Zum kühlen Grund' chofstraße: „Helgas r", Versammlung. 1t sonalie n. Der Mühlen Rodhe nder RM.309.*o.R. S d*nt stag. Stadt- tfier Musketiere"'. — rifhb und Lichtbild. I: — Gewerkschaft Tarnten und -An» jb Vortrag über S —' Dolkshoch- neburger Straße» fer Ausflug zum Krein: 15 Uhr, Gründlich. Cd» und der Natur 5menWi>zi6 o $? Lmdeuvlaß. Bereinigung 1880/193(7. 2(f L fammlung. — LichtfpieTpaüs. Fall und Ausstieg". — Atzc weg: „Tom rechnet -b uhJ>, Ganz gleich,worausSieJhren Kaffee kochen — ob aus öohnenkaffee, Kornkaffee oder Malzkaffee — immer wird das Getränk voller, herzhafter und trotzüem billiger durch einen Aufah der Kaffeewürze Alle Freuden aber, auch die allerkleinsten, sollen wir dankbar hinnehrnen. Diese „Na, und—"» Menschen aber sind mit gar nichts zufrieden. Und, wenn nach schwerer Zeit endlich der Tag kommt, an dem es wieder aufwärts geht, wenn auch ganz langsam, dann kommen diese Schwarzseher sicher mit der kalten, harten Frage: „Ist das alles? Darüber kannst du dich freuen? Du bist aber recht bescheiden!" Triffst du einen solchen Nörgler, der nicht sehen kann, daß sich andere freuen, bann antworte laut und deutlich. „Jawohl! Ich bin so bescheiden! Ich kann mich noch über solche Kleinigkeiten", wie du sie nennst, freuen! Gott sei Dank!" F8- Große nationale Kundgebung der Universität. Am Montag, 17 Uhr, wird in der Volkshalle in Anwesenheit des Herrn hessischen Staatspräsidenten Dr. Werner eine große n a tionale Kundgebung der Universität, zu Ehren der Reick^regierung und des hessischen Staatspräsidenten, in Gestalt einer akademischen Feier, statt finden. Iw Mittelpunkt der Feier steht eine Festrede von Professor Dr. Kuhn über das Thema „Die Universität im neuen Reich". Ferner umfaßt das Programm Anfprachen des Herrn Staatspräsidenten Dr. Werner, des Rektors der Landesuniversität, Professor Dr. I e ß , und des Führers der Gießener Studentenschaft, von Graeve. Vorgesehen ist im Rahmen dieser Kundgebung die Verkündung des neuen Studentenrechtes durch den Herrn Staatspräsidenten, anschließend wird abends ein Fackelzug mit darausfolgender öffentlicher Verbrennung zersetzenden Schrifttums auf dem Trieb stattfinden. (Wir verweisen auf die heutige Anzeige.) Zuchtviehversteigerung in Lauterbach. ®enbarmeri. bis vor kurzem als Lei: Gießen tätige ®enbarrs würbe mit Wirkung ddl rung des ©enbarmeri'*- tragt. Der jetzige FK zirks Bensheim, Gen^ wurde vom gleichen Gießen als Führei^A tion versetzt. «ie nur • • m ; „ x . - uen und (X t n b e r in^ Jedem inenden Diensts bereiten vieh-)Warkt Sefothek eines •• SvN lu, holzfreiem Mai toerbetnband, Oröße: aefübrt: 1 ist in jeder Buch- S Sic ten Sondf Vßfläg Zugbegle.i«>as " % aeeeeeee reiche--- der Kinv Aus der Zuchtviehversteigerung des Landwirt- schastskammer-Ausschusses für die Provinz Oberhessen in Lauterbach am Donnerstag, 11. Mai, kommen endgültig 32 Dullen, 2 Kühe und 2 Rinder des hessischen Fleckviehs zum Aus- gebot. Der Versteigerung geht — so schreibt man uns — eine Prämiierung voraus, die um 9 Uhr ihren Anfang nimmt. Sämtliche Bullen stammen von Kühen, deren Mütter hinsichtlich ihrer Milchleistung kontrolliert sind. Außerdem wurden die Bullen bereits auf ihre Körpersorm begutachtet und nur solche zur Versteigerung zugelassen, die als körfähig angesprochen wurden- Es sei besonders daraus hingewiesen, dah unter den zum Verkauf gestellten Bullen mehrere Epihentiere sind, wie sie die Hochzuchtgebiete des hessischen Fleckviehs nicht besser auszuweisen haben. Die Zuchtviehversteigerung in Lauterbach bietet somit beste Gelegenheit für Käufer zum Ankauf wertvoller Zuchtttere- Tierliebhaber werden bei dieser Veranstaltung Gelegenheit haben, sich einen Ueberblick über den Stand der Fleckviehzucht in Oberhessen zu verschaffen. Gemeinden erhalten beim Ankauf von Dullen, deren Mütter die vorgeschriebene Milch- bzw. Fettleistung aufzuweisen haben, einen lOprozentigen Zuschuß zu den Ankaufskosten. — Es liegt besondere Veranlassung vor. daraus hinzuweisen, dah die Versteigerung eine eigene Veranstaltung des Landwirtschaftskammer-Ausschusses für Oberhessen ist, und dah auher den zur Versteigerung zugelassenen Tieren auf dem Marktplatz selbst und in der Nähe desselben andere Dullen zum Verkauf nicht feilgehalten werden dürfen. Le DD: n. Ab 6. ein- endarmeriebezirks mmissar Köhler ai ab mit der Füh- T'iko-i i Densheim beauf- nnissar Schupp, £>entr Densheim nach und' Dendarmeriesta- dab Am kom- kasse( Rinder-(Nutz- schule: Treffen, ß .UHr.^LZ Wiesecker Weg, vlla^zensu Hangelstein. — Diciiciizüc bei Kraft, Monats^UrsiM der deutschen Eisenbahn-Fl des Deutschen Muttertages vom Kreisamt Gießen eine Haussammlung vom 8. bis 17. Mai bewilligt worden. Alle Sammler sind mit polizeilich beglaubigtem Ausweis versehen. Am 13. und 14. Mai geht ein Blumenverkauf unter dem Motto: „Ehret die Mutter" durch alle Strahen der Stadt. •• Noch keine Besserung. Das Befinden des mit Starrkrampf infolge einer nicht beachteten Holzsplitterverletzung an der Hand in die Chirurgische Klinik eingelieferten Landwirts Matthes aus Bettenhausen ist, wie wir heute morgen auf Anfrage in der Klinik erfahren, leider nach wie vor außerordentlich ernst. ** Schweinezählung am 7. 9 u n i. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat im Einvernehmen mit den Ländern für den 7.3uni eine Zählung der Schweine und in Verbindung damit eine Ermittlung der nichibeschau- vflichtigen Hausschlachtungen von Schweinen in den drei Monaten vom l.März bis 31. Mai 1933 an- geordnet. — Für Preußen ist in Verbindung mit der Schweinezählung zusätzlich die Zählung des Weidesettoiehs in den Kreisen, die für diese Art des Weideganges von Rindvieh von Bedeutung sind, angeordnet. ** Großer B r i e f t a u b e n a u s f l u g im hiesigen Güterbahnhof. Am morgigen Sonntag wird um 6.41 Uhr ein großer ^Brieftauben Sonderzug mit etwa 20 000 Brieftauben von Köln, über die Umgehungsbahn kommend, im hiesigen Güterbahnhos oberhalb Klein-Linden an der Eisenbahn-Strecke Gießen—Großen-Linben eintrcsjen. Nach Entnahme und Bereitstellung der unzähligen Körbe, in denen die klugen Tierchen untergebracht sind, erfolgt bald nach der Ankunft des Sonderzuges der hochinteressante Ausflug. Liebhaber und Interessenten können dem selten gebotenen Schauspiel von der Bahnseite rechts der Fahrtrichtung Gießen-Gro- ßen-Linden zusehen. Der beste Zugangsweg zur Ausslugstelle geht in Klein Linden von der Frankfurter Straße links ab, und zwar durch die Heegoder Friedhofsstraße. Man kann aber auch, von Gießen kommend, an der Straßenunterführung der Main-Weserbahn links am Bahndamm hinaufgehen und kurz vor der Aufflugstelle über den Güterbahn. Hof hinweggehen. Die Aufslugstelle befindet sich also aus der rechten Bahnseite Gießen—Großen-Linben kurz vor (Eintritt der Bahn in den Waldeinschnitt und kann vor der Feldseite aus voll übersehen werden. Angebot, ohne Überlege£aufzwang Ihrer3eit5> ^^ederzeit gern bereit prpßorrmann • Gießen — TageskalcnD-t für Sonntag. Stadttheater: 19 bi» 21-30 Uhr, „Liselott". — Oberhessischer KunltoMch,'. Mr»hous platz, 11 bis 13 Uhr: aW' Frithahrs-Ausstel- lung. - DBS.: 13 Bauen und Giebeln Gictzcncr Wochcnmarktpreise. 'Gießen, 6. Mai. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 120 bis 125 Pf-, Landbutter 120, Kochbutter 100, Matte 20 bis 25, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 15 bis 20, Rüben (gelbe) 10 bis 15, (rote) 10, Tomaten 50, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 6 bis 8, Spargel 35 bis 60, Feldsalat 80 dis 100 Zwiebeln 10 bis 15, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Meerrettich 30 bis 50, Rhabarber 12 bis 15, Kartoffeln 3 (Pro Zentner 2,50 Mk.) Aepfel 25 bis 30, Dönobst 35 bis 40, Obstmus 40 bis 45, Suppenhühner 70 bis 80. junge Hähne 70 bis 90 Pfennig pro Pfund: Tauben 40 bis 60, Eicn (intt») 8. Käse 5 bis 10, Blumenkahl 30 bis 60, < tgurten 40 bis 60, Salat 15 bis 20, Lauchs fr /Sellerie 10 bis 30. Oberkohlrabi 15 bis 20; 2. ttich 10 bis 25 Pf- pro Stück-, Radieschen 10 bis |2 Pf- Pro Dund. Wärter: 15 Uhr, „Stadt T;—fr“, Versammlung. — Turnverein 1846 ER. ÖVt-’n- Schwimmabtei- lung: 15 Uhr, Städtisch- iLolksbad, Schaum Schwimmen- — LichtspiM- 'i Bahnhofstraße: „Helgas Fall und Aufst---3 — Astoria-Licht- spiele: „Tom rechnet ab“ ! „Die Nacht ohne Pause". — DHV.-Orche J16 Uhr, Katholisches Dereinshaus, Konze d Tang. „Na, und — ?* 3m letzten Sommer besuchte uns ein entfernter Detter. Als wir am Tisch saßen, kam mein siebenjähriger Junge aufgeregt ins Zimmer und erzählte, daß er soeben beim Himbeerpslücken ein Vogelnestchen entdeckt habe. Ganz versteckt unter den schützenden Blättern eines Strauches wäre es, und vier Eierchen lägen darin. Seine Augen glänzten vor Freude. Er wartete darauf, dah auch wir seine Freude teilten. Statt dessen fragte mein Vetter: „N a. und -7" Erstaunt schaute mein Junge auf. Diese Frage hatte et nicht erwartet. Auch mich befremdete das „Na, und —I" Der Detter fuhr fort: „Ist das alles? Wegen eines Vogelnestes braucht man doch so fein Geschrei zu machen!" Ganz betroffen zog sich mein Kleiner zurück. Die Ansicht des Vetters hatte wie em kaltes Bad auf ihn gewirkt. Seine Freude am Nestchen war zerstört worden. Ich sagte auch nichts mehr: denn ich kannte ja den Detter, wußte, wie er sich zu den kleinen Alltagssreuden stellte. Das Leben hatte ihm viele Hossnungen geraubt, und so war er nach und nach zu einem Griesgram geworden. Da muhte schon etwas ganz Aulregendes geschehen, wenn er nicht zu seinem regelmäßigen „Na, und —“ griff. Hoffnungen ober gar kleine Erfolge erkannte er nie an. Für alle Fortschritte in der Technik, sür alle Leistungen im Sport hatte er nur die Gegenfrage: „Na, und —7" Ich glaube, sie sind recht zahlreich, diese Vettern. Eie sehen an allen Geschehnissen nur die Schattenseite. Viele haben darin gerade eine glänzende Begabung, auch bei guten Nachrichten doch schon das Böse zu sehen, oder, wenn's noch nicht sichtbar ist, es wenigstens zu prophezeien. Solche Menschen sind Schwarzseher, weil alle ihre Hoffnungen unerfüllt blieben. Jede Niederlage hat ihnen ein Stück ihrer Lebenskraft und -Freude geraubt. So wurden sie zu hoffnungslosen Lebensvemeinern. Es ist traurig, wenn einem nur diese Einstellung bleibt. Aber diese Pessimisten sollten wenigstens ihre Mitmenschen in Ruhe lassen und ihnen nicht das bißchen Lebensglück nehmen, das trotz allem noch aus der Erde ist. Ohne Freude ist das Leben arm. Im Grunde genommen ist die menschliche Seele auf nichts mehr eingestellt als auf Sreuöe. Nur eine große Freude kann sie ganz beherrschen. Cs kommen auch Tage der Trauer, des Schmerzes, an denen unsere Seele aufgewühlt wird. Aber es lebt doch immer ein Gefühl in uns, daß diese Regungen nicht Herr über uns werden dürfen, damit sie uns nichi die Kräfte rauben, die wir zum Leben nötig haben. Wenn aber eine Freude von unferm Herzen Besitz ergriffen bat, dann merken wir, welche lebensbejahenden Machte in uns wohnen. Wenn man sich recht freuen will, braucht man keineswegs in Gesellschaft anderer Menschen zu sein. Wer sich nicht allein freuen kann, der hat schon viel verloren. Die stille Freude, die uns den Tag erhellt, wird uns stets zu einem Quell, aus dem wir die Kräfte erneuern können zum Kampf im Leben. Hierher gehört die Freude an der Natur. Sie schenkt uns immer stunden der inneren Erholung, des Alleinseins mit uns selbst: sie schafft Freude beruhigt unsere Gedanken und deckt über manches einen weichen Schleier. Die Stunden, die wir allem draußen im Walde, auf einsamer Heide, an der See, oder in den Bergen verleben, gehören zu den schönsten des Daseins. _ — Tageskalender theater. 20 dis 22.30 Uhr:., DHD-: 20.30 Uhr, im'Mü . „ Abend. — GRG.: 20.30 kyr, Bootshaus, Herrenabend. — DamenDcreiniguöfl 1883/1933: 20 Uhr, vennÜang. — Fünfziger- Uhr.^Hotel Hopfeld, Der- kiel • ___ IX mein Fach ein- Mit einem ■‘ze jalDjIiro^e dl 16 ei' Sinne der Verord- idsetzungsarbeiten denund Umbauten, Messerschar durch Rekhs-Zu- , , _ e ich mich bestens klanglicher, Zu fachmännischer empfehle ich das t ßedrichycliMh Mod. S 3400 WLu.GL mit volldynom.Lautsprecher Bauerscher Gesangverein e.V. Gießen (Dammstraße 30), den 5. Mai 1933. 02823 2-Zimmer-Wohnungi Junger Mann am liebsten mit Gn-' gesucht, welch, sich rage für bald ges. m Schlosserei, Elektrotechnik weit, aus- Wilhelm Rühl und Angehörige. Großen-Buseck, den 6. 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Döbnn Anfang 4 Uhr soaaD WEISS FERDL in seinen Original-Vorträgen Semesierbeginn im neuen Reich, Verkündung des neuen Studentenrechts, öffentliche Verbrennung zersetzenden Schrifttums. 3026d ia zement Schwemmsteine Bimsdielen / Schlackensand Ordnung; 1. Eröffnungsmarsch 2. Begrüßungsansprache des Rektors 3. Festrede: Professor Dr. Kuhn, die Universität im neuen Reich 4. Ansprache des Herrn Staatspräsidenten 5. Ansprache des Führers der Studentenschaft 6. Schlußmarsch Autofahrten Kilomtr. 15 Pf., bei grötz. Tour, lkrmäh. Televbon 3440 Heinz 3djmibt Weideng. 10. orsir Hans Mangelsdorff Staatlich geprüfter Dentist Wilhelmstraße 10 Mauer-Isolierpappe beste Qualität, allerbilligst C. Rübsamen fsrnßlmeiwl SS5S Hartbrennbolz ä Wagen 5 Ztr. 5 3i'2)L frei Hauk Anfeuerbolz ä Wagen (> RM frei HauS Bohnenstangen Stück 10 u. 12 Pf. Zagemebl z. Räuchern liefert Jul. Well böser Marburger Str. 24 Tel. 2313 ?»5D Blechd. (8 Pflaster) 68 Pfg. in Apoth. ond Drogerien. Sicher zu haben: ■ed.-Dreg. 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