■ D tZ '"x iB-y"» rsweg 59 Jas Gesunimiigsprograinm der Landwirschast 'richten. einbeu, 6. April. seiner parlamentarischen Hypnose erwacht ist. (Beifall.) Ich glaube, daß die vor uns liegende Arbeit die schwerste ist, weil man nach 15 Jahren des Außerachl- lassens der natürlichen Lebensooraussehungen wieder mit ganz primitiven ver- nunftgrundsähen beginnen muh. Man kann kaum einen Schritt tun, ohne dah man nicht auf Korruption flöht. Das Ringen der Vergangenheit wäre zwecklos gewesen, wenn nun plötzlich das Ringen für die Zukunft aufgegeben würde. Jede Generation muh als Glied in der ewigen Geschlechterfolge ihre Pflichten erfüllen. Jetzt wendet sich diese Pflicht an uns. Wir haben uns 15 Jahre lang schwer versündigt, bewuht oder unbewußt und müssen nun zusammen wieder bewuht diese Zeit überwinden. Daher kann die Rufgabe nicht so groh sein, als dah sie nicht gelöst werden könnte. Es gilt auch hier der ewige Grundsatz, dah da, wo ein Wille ist, der durch gar nichts gebannt werden kann, dah er absolut die Rot beugen wird. (Langanhaltender Beifall.) e wird wieder eine ant Reitturnier in «ieibigung bei be- liusfdim-PMz an* ^f°hrt, die dm ,'Dlrb' nehmen die 9er und Geher teil Es gilt heute, diejenigen Entschlüsse zu treffen und in den nächsten Jahren durchzuführen, von denen wir wissen, dah auch spätere Generationen sie als grundsätzlich richtig anerkennen werden und der allein die Rettung der deutschen Ration zu verdanken ist. (Beifall.) Wir sind bereit, den schweren Kampf dafür auf uns zu nehmen. Die allgemeinen poli tischen Borausseh un - gen dafür sind geschaffen. Durch das Ermächtigungsgesetz ist zum ersten Male vernunftentsprechend die Rettungsaktion sür das deutsche Bolk gelöst worden von den nur parteimäßig eingestellten Absichten und Rücksichten des Parlamentes. Es ist aber notwendig, dah an diesem handeln das Volk selb st lebendigen Anteil nimmt. Das deutsche Volk muh sich auf sich selbst besinnen und hinter die Regierung treten. Denn wir in vier Jahren wieder an die deutsche Ration appellieren, dann wollen wir uns nicht an ein Volk wenden, das vier Jahre geschlafen hat, sondern das in dieser Zeit endlich aus Präsident £>r. Brandes sprach dann über „Aufbau der nationalen Agrarwirtschaft": Die Wiederherstellung der Rentabilität ist ein Problem für die ganze deutsche Landwirtschaft geworden. Untersuchungen zeigen, daß die deutsche Landwirtschast bei Betrieben über 5 Hektar, wenn von Steuern, Zinsen und sozialen Lasten abgesehen wird, nicht mit Minus, sondern mit einem Plus von 350 Millionen Mark wirtschaftet. Dieses Plus wird aber ausgezehrt durch Zinsen, Steuern Soziallasten sowie Amsahsteuern un Betrage von 1550 Millionen Mark. Die Schlacht- stcuer ist buchmäßig nicht erfaßbar, drückt sich aber in Mindereinnahmen für Bich aus. Also: rund 350 Millionen hätte die Landwirtschaft an Steuern, Zinsen, Lasten zahlen können, abverlangt sind ihr 1550 Millionen. Cs bleibt also ein Fehlbetrag von 1,2 Milliarden. Unter Einbeziehung der Betriebe unter 5 Hektar Der- größert sich das Minus noch um etwa 200 Millionen. Das ist die furchtbar ernste Lage, vor die sich die nationale Regierung gestellt lieht. Rur durch Selbsthilfe läßt sich die Rentabilität angesichts dieser Zahlen n i ch t Herstellen. Die Selbsthilfe muß zwar in jeder Weise gefördert werden, aber man kann nicht Unmögliches von ihr verlangen. Angesichts des großen Defizits von über einer Milliarde läht sich seine Beseitigung nur durch Senkung von La ft en und Zinsen nicht erreichen, ebensowenig wie eine Beseitigung des Defizits n u r durch Preiserhöhungen möglich ist. Bei der notwendigen Kombination beider Methoden brauchen die Preise um so weniger gesteigert werden, je mehr es gelingt, Lasten und Zinsen zu senken. Bei aller Schonung der Minderbemittelten wird jedoch diese Preiserhöhung zunächst als Härte empfunden. Das muß durchgehalten werden. Ein sonst unausbleiblicher völliger Zusammenbruch der Landwirtschaft und der deutschen wirtschaft würde noch ganz andere Härten zeitigen. Die Härten werden vorüber- gehen. Sie werden nicht mehr als Härten empfunden werden, sobald die Landwirtschaft wieder kaufen und den Binnen- April. 20.15; FajtenprtW. Von links m.d) rechts; Aelch-mmljter -i)f: J)uy. nberg, Vizekanzler von Papen, Hitler, hinter dem Kanzler Staatssekretär Dr. Lammers. diechghrige Wett* u. dem Kampf der lile unb Uruguay, 'bereits gelvomn- Iten. SSZ iicherhei,! eben jken T'-ZtiM. eben WASJ idie5 , AuF'p rver , bei v]5/ ■Cy.Q9 toirb auch ®fr «ä bem Öieaer Seiten der 3, vergeben. * Hilfe für die Lunglehrerschast Ein Vorschlag der Neichsverbände der deutschen bolksschullehrerschaft. Berlin, 5. April. (TU.) Die Reichsver - bände der deutschen Volksschulleh- r e r s ch a f t — Deutscher Lehrerverein, Reichs verband deutscher Volksschullehrerinnen, Katholischer Lehrerverband des Deutschen Reiches, Verband deutscher evangelischer Lehrer und Lehrerinnenvereine, Verein katholischer deutscher Lehrerinnen — haben in einer Eingabe an die Reichsregierung auf die ungeheure Rot der Junglehre r s ch o f t in verschiedenen deutschen Ländern erneut hingewiesen. Die Berufslosigkeit muß aber die geistige Haltung der zukünftigen Lehrerschaft ungünstig beeinflussen. Die Reichsverbände der deutschen Volksschullehrerschaft betonen, daß ohne eine durchgreifende Hilfe des Reiches angesichts der finanziellen Lage der Länder und Gemeinden eine Gesamtlösung in der Junglehrerfrage nicht möglich sein wird und bitten daher das Reich um eine finanzielle Hilfe. Aus dem gleichen Grunde haben sich die Reichsverbände der deutschen Bolksschullehrerschaft auch an den R e i ch s k o m m i s s a r für A r b e i t s b e s ch af- fung gewendet und ihn gebeten, gleichfalls aus den besonderen Mitteln des Reiches, die für die Arbeitsbeschaffung zur Verfügung gestellt werden, eine Summe von lOMillionenzur Behebung der Rot der Junglehrerschaft zur Verfügung zu stellen. Diese Summe könne zweckmäßig u. a. auch zur Förderung des Freiwilligen Arbeitsdienstes, wie auch zur Förderung des Reichsju- gendnotwerks dienen. Säuberung der bayerischen Bibliotheken. München, 5. April. (ERB.) Der kommissarische Kultusminister S ch e m m kündigte in einer Versammlung des Münchener Lehrervereins eine Säuberung sämtlicher Bibl io the - ken des Landes von marxistischen Büchern, Broschüren, periodischen Druckschriften und Zeitungen jeder Art an. Insbesondere sollen auch alle Schriften mit bolschewistischer, atheistischer und pazifistischer Tendenz aus den Bibliotheken entfernt werden. Von dem Erlaß werden vor allem die Leihbibliotheken betroffen. Dadurch soll die Bevölkerung vor dem Gift der marxistischen Zersetzung bewahrt bleiben. Alte Schulbüchereien werden grundsätzlich von Werken jeder Art gereinigt, die irgendwelche pazifistische, Vaterlands- und gottesfeindliche Lehren verbreiten. Das gleiche gilt von den Lehrerbüchereien. Ebenso soll auch alles Anschauungsmaterial, das irgendwie marxistischen Charakter trägt, entfernt werden. An allen Schulen Bayerns wir ein im Freiheitskampf bewährter Erzieher mit der Lieberprüfung dieser Säuberungsaktion kommissarisch beauftragt werden. markt beleben kann. Die Einnahmen der Landwirtschaft sind um 10,2 Milliarden Reichsmark im Jahre 1928 29 auf 7,3 Milliarden im Jahre 1931/32 gesunken und werden im Laufe des Wirtschaftsjahres nur noch 6,5 Milliarden Reichsmark betragen, obwohl die Produktionsmenge um 5 v. h. zugenommen hat. wird dieser kauskraftschrump- fung der Landwirtschaft um faft vier Milliarden Reichsmark entgegengewirkt, so wird es auch wieder Arbeit, Aufträge, Beschäftigung geben. Wenn eine Wirtschaftspolitik wieder Arbeit schafft, nutzt das alles mehr als billige Margarine. Die als Folge tatkräftiger Agrarpolitik oft befürchtete UeberprobuMion braucht nicht einzutreten, wenn nur an Stelle einseitiger Förderung einzelner Produktionszweige eine allgemeine Förderung aller Zweige der Landwirtschaft stattfindet. Das Ziel muß dabei sein, nicht nur die menschlichen Nahrungsmittel nach Möglichkeit herzustellen, sondern auch die Futtermittel. Von Nahrungsfreiheit kann nicht die Rede sein, solange die Futterbasis im Auslande liegt. Viel mehr Arbeitsgelegenheit gibt es, sehr viel Devisen werden gespart, wenn dieses Futter im Inlande hergestellt werden muß. Diese Umstellung der Wirtschaftspolitik muß selbstverständlich in der richtigen Reihenfolge erfolgen: Zum Beispiel erst bessere Milch- und Fettpreise, dann erst kann man an Futtermittelpreise heraiwehen. Das bisherige System unbeding- t e r M e i st b e g ü n st i g u n g in der Handelspolitik entspricht zwar den Anforderungen des Welthandels, der Export- und Jmportinteressenten, nationale Wirtschaftspolitik läßt sich aber auf der Grundlage dieses Systems bei der Dekonstruktion und Labilität des Weltmarktes und der Währungen nicht mehr treiben. Deshalb die Forderungen der Landwirtschaft nach autonomen Kontingenten und Zöllen, weil das die einzigen wirksamen Mittel sind, um Ueberschwernrnungen mit Auslandswaren am deutschen Markt zu verhindern. In ähnlicher Weise wie in Frankreich muß in allen abzufchliehen- den Handelsverträgen eine Katastrophenklausel eingefügt werden, die der deutschen Regierung das Recht zur Kontingentierung und anderweitigen Zollfestsetzung gibt. Eine allgemeine Zinssenkunq ist nötig. Voraussetzung dafür ist aber außer der Diskontsenkung, daß nicht mehr in beliebiger Höhe und zu beliebigen Zwecken und zu Telegin,„ a » die Greuel- beliebigen Zinssätzen geborgt werden darf. Das gilt insbesondere auch'von der Wirtschaft der Kommunal verbände. Für die eilige Regulierung der Zins- uni) Entschuldungsfrage gibt es zwei Wege: entweder den Weg der Konvertierung und des Akkords nut langen Ämortifationsfristen und sehr niedriger Verzinsung oder zwangsweiser Zinsherabsetzung und Entschuldung. Wir halten die Siedlung sür unbedingt nötig. Der Siedler muß aber fein Fortkommen und Auskom m e n haben, damit er ein fdfoUcntreuer, freier "Bauer wird und kein Rentenempfänger. Ebenso wird es nötig fein, an die Steuern heranzugehen, um die Balance herzu« stellen. Auf Vorschlag des Oberpräsidcnken Frei- Herrn von Lüninck, Koblenz, des Präsidenten der Landwirtschaftskammer Bonn, fand dann folgende Entschließung Annahme: „Der Deutsche Landwirlschastsrat als die berufene Vertretung des gesamten deutschen Bauerntums gelobt derRegierung der nationalen Erhebung rückhaltlose und geschlossene Gesolgschast und Unterstützung bei ihrem großen, schweren Werk, die Rettung und den Reubau von Staat und Nation auf der Grundlage eines geistig, sittlich und wirtschaftlich gesunden freien deutschen Bauernstandes zu gewährleisten, so wie es der Herr Reichskanzler fordert, und wie es dem einmütigen Willen des Bauerntums aller deutschen Gaue entspricht." Präsident Brandes schloß die Verfammlung darauf mit der Erklärung, dah die Vertreter der Landwirtschaft nun noch dieser Tagung, die so unvergeßliche Aussührungen des Reichskanzlers gebracht habe, mit neuer Hoffnung auf i^c Scholle zurückkehren. ■ vereint mit I ^tur und TecnniK :r Naturwissenschaften-und t und Technik. ir Prochnow äsmsss ^bieienderNaturwjssen- ’eu.Werbeblätter kostenlos in - Lichterfelde Berlin, 5. Mörz. (WTB. Funkspruch.) Im Ple- narfitzungssaal des ehemaligen Herrenhauses in Berlin sand heute die 63. Vollversammlung des Deut- fchen Landwirtschastsratcs statt, zu der zahlreiche Vertreter der deutschen Landwirtschastskammern aus dem ganzen Reichsgebiet erschienen waren. Mit weiteren führenden Repräsentanten des öffentlichen Lebens waren der Vizekanzler von Popen und Reichsminister Dr. H u g e n b e r g mit ihren Mitarbeitern anwesend. Unter den bekannten Vertretern der Landwirtschast bemerkte man u. a. den früheren Reichsernährungsminister schiele und Herrn v. Oldenbnra-Januschau. Als der Reichskanzler mit seinen Begleitern den Sitzungssaal betrat, erhoben sich alle Anwesenden von ihren Plätzen. Viele von ihnen grüßten den Kanzler mit erhobenetn rechten Arm. Präsident Dr. Brandes rrtlärte sodann, daß der Deutsche Landwirtschaftsrat heute seit 14 Jahren z u in e r ft e n in a I wieder unter den • Farben Schwarzweißrat tagen könne. Wenn sich dazu das Hakenkreuz gesellt habe, fuhr er fort, so wollen wir es dankbar begrüßen und achten als das Sturmzeichen nationaler Erhebung und "Bereinigung, ohne welches wir heute nicht unter den Farben Schwarzweißrot tagen konnten. Das wollen wir alle, die wir auf nationalem Vaden stehen, ohne Unterschied der Partei, nicht ver- gefjen. Unser Dank gilt dem Herrn Reichskanz - I c r. Vor allem aber gilt unser Dank auch dem Reichspräsidenten, der in entscheidender Stunde das entscheidende Wort gesprochen hat. wie der Rationalsozialistischen Partei das historische Verdienst nie vergessen werden wird, das sie sich in der Erhebung und am Erwachen Deutschlands erworben hot, so wollen wir auch nicht vergessen, welche Vorarbeiten zur nationalen Erhebung geleistet wurden von Einzelpersonen oder Formationen, wie dem Stahlhelm, den nationalen verbänden usw. (Beifall.) In der Synthese aller auf nationalem Boden stehenden Elemente und der Erfassung derer, die bis jetzt noch zögernd beiseite stehen, sehen wir die beste Garantie für eine planvolle, wirksame Arbeit für Deutschlands Zukunft. An die landwirtschaftlichen Berufsgenossen im Lande richtete der Präsident den Appell, zu beachten, daß nicht alle Aufbaumaßnahmen nach den 14 Jahren der Verwüstung in w e n i g e n M o n a - ken erfolgen können. Es werde schon einer gewaltigen Arbeit bedürfen, wenn man in vier Jahren dies bewältigen wolle. An Stelle der Resignation und der Kampfstimmung gegen alles, was die Regie- runq tue, mülle bei den Landwirten jetzt Zuversicht und freudige Mitarbeit treten, (Stürmischer Beifall.) Reichskanzler Adolf Hitler führte bann u. a. aus: Wenn wir heute wirklich wieder unter den alten schwarzweißroten garben und unter dem Symbol der neuen deutschen Erhebung tagen können, dann hat an dieser geschicyt- lichen Wendung unseres Schicksales der deutsche Bauer vielleicht den wesentlichsten Anteil. Ich möchte heute von den Tendenzen reden, die die nationale Regierung als Richtlinien ihres Handels nimmt. Wir bezeichnen und heute alsRegierung der national en Re v o - l u t i o n und wollen damit sagen, daß diese -Regierung sich ganz bewußt als eine Vertret u n g der deutschen V o l k s i n t e r e s s e n ansieht und fühlt, und zwar nur der deu tf che n Volks- interessen. (Bravorufe.) Damit muß aber die Regierung auch eine 03er t re tung bedtie ut- f eben Bauerntums fein. Ich kann nicht für die Interessen eines Volkes eintreten wenn ich nicht in dem Stande die wichtigste Stutze sehe, der tatsächlich die Zukunft der R at ton bedeutet. Wenn ich über alle wirtschaftlichen Ein- zelerscheinungen und politischen Wandlungen hiw- wegsehe, bleibt am Ende doch immer wesentl ch die Frage d e r E r h a l t u n g d e s V o l k s t u;- mes an sich. Diese Frage wird nur günstig beantwortet werden können, wenn die ^rage der Erhaltung desBauerntumes gelost ist. Daß unser Volk ohne Stadter bestehen konnte Wissen wir aus) der Geschichte, daß es ohne Bau em bestehen kann, ist unmöglich. (Lebhafte Zustlm- muna ) Alle Schwankungen sind am Ende zu ertragen, alle Schicksalsschläge zu überwinden wenn ein gesundes Bauerntum vorhanden ist, aus dem es immer wieder neue Kräfte schöpft. Indem die Regierung ihre Mission in der Erhaltung des deutschen Volkstums sieht und dieses Volkstum auf die Erhaltung -es deut- fchen Bauerntums angewiesen ist, kann sie niemals grundsätzlich falsche Entschlüsse treffen. Diese Arbeit ist auch eine Frage des Bekennens zu einer gewissen Unpopularität. Mau wird mit vielen Ueberliese- rungen brechen müssen, man wird das aber um so mehr tun können, je mehr die Ration geschlossen hinter der Regierung steht. Der deutsche dauer Kraftquelle und Zukunst der Nation. Reichskanzler Adolf Hitler in der Echung des Deutschen Landwirtschafisrats über die Aufgabe des Bauerntums im Rahmen des deutschen Wiederaufbaus. Donnerstag, b.April 1955 185. Jahrgang M. 82 Kvübausgabe GietzenerAnzeiger Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmitlag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20u , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschejn undfür denAn. zeigenteil i.D. Th. Kümmel sämtlich m Gienen. Erfchetnt täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Bezugspretr: Mil 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. .Hernsprechanschliiffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: firanffurt am Main 11686. General-Anzeiger für Oberhessen Dnid und Verlag: vriihl'sche Universitäts-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Lchristleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße i. MchchlungdesMiskoMMesderZeiKsbank B e r I i n , 5. April. (1DIB.) Amtlich. Die Verlängerung des am 4. Mäc; fällig gewordenen sog. Rcdiskontkrcdites dec Reichsbank von 70 Millionen Dollar ist insofern auf Schwierigkeiten gestoßen, als die Gläubigerbanken anläßlich der kürzlich beobachteten Bewegungen des Dollarkurses eine besondere Währungssicherung durch eine verstärkte Goldklausel verlangten, deren Annahme wiederum Schwierigkeiten begegnete. Die Reichsbank hat deshalb den Gläubigerbanken angeboten, von der Aenderung dec Währungsklausel abzusehen oder die Rückzahlung des Kredites entgegenzunehmen. Nachdem eine der Gläubigerbanken sich für die Rückzahlung entschieden hat, ist damit zu rechnen, daß in den nächsten Togen die entsprechenden Goldbewegungen stattfinden werden. Dazu wird amtlich folgende Erläuterung gegeben: „Sn finanzpolitischen Kreisen ist die Ankündigung, daß die Reichsbank den Rest von 70 Millionen Dollar aus dem Rediskont zurück- zuzahlen beabsichtigt, mit großer Ruhe, man kann vielleicht sagen mit Befriedigung ausgenommen worden. Es handelt sich dabei bekanntlich um den Rediskont, den die Federal Reserve Bank, die Bank von England, die Bank von Frankreich und die B. S. Z. der Reichsbank zur Verfügung gestellt hatten, als im Juli 1931 die großen Goldabzüge die Erschütterungen des deutschen Finanz- und Wirtschaftslebens herbeigeführt hatten. Damals bestand die Befürchtung, daß die llnterschrcitung der 4 0 p r o z e n t i g e n Deckungsgrenze eine Gefahr für die deutsche Währung bedeuten könnte. Daß diese Befürchtung grundlos war, hat sich inzwischen gezeigt, denn die Deckungsgrenze ist schon seit anderthalb Sahren unterschritten. Die Rückzahlung des Kredits wird vor allem deshalb begrüßt, well es fast noch jedes- I mal Schwierigkeiten gegeben hat, wenn wieder ein neuer Fälligkeitstermin eintrat. Namentlich | ist noch sehr gut in Erinnerung, wie Die Bank von Frankreich verschiedentlich den Versuch gemacht hat. politische Geschäfte mit der Verlängerung des Kredits zu verbinden. Deshalb hat sich die Reichsbank, als nun neue Forderungen wegen der Goldklausel kamen, entschlossen, den Kredit einfach zurück- z u z a h l e n. Dieser Entschluß erspart der Reichs- bank auch für die Zukunft die Zinszahlungen: und schließlich wird damit nur ein Gedanke verwirklicht. mit dem auch Reichsbankpräsident Luther sich bereits getragen hat. Irgendeine Beeinträchtigung der Währung ist mit dieser Rückzahlung unte'r keinen Llm ständen verbunden. Sie basiert heute nicht mehr auf der schematischen Golddeckung, sondern es sind ganz andere und wichtigere Maßstäbe für sie gegeben. Sn erster Linie ist in diesem Zusammenhang das Vertrauen zur Reichsbank und namentlich z u r Persönlichkeit des Reichsbankpräsidenten zu nennen. Dazu kommt, daß die Reichsbank durch die D e v i s cnkontingentierung die Bestimmung über den Abfluß von Reichsmark jederzeit fest in der Hand hat: außerdem sind ja auch unsere Zahlungsverpflichtungen durch das Stillhalteabkommen sestgelegt. Unb schließlich ist noch das für die Stabilität der Währung wesentliche Moment zu erwähnen, daß der Geldbedarf dem heimischen Wirtschaf t s b e d a r f a n g e p a ß t ist. Die Reichsbank hat auch, was ein sehr wesentlicher psychologischer Gesichtspunkt bei der Beurteilung der Angelegenheit ist. bei jeder Gelegenheit zum Ausdruck gebracht, daß es sich bei dem Rediskont nur um geborgte Deckungsmittel handelt. Uebrigens hat die Bank von England im vergangenen Jahre einen ähnlichen Schritt getan, indem sie einen Rediskont von 110 Millionen Gold pfund an Frankreich und Amerika zurückzahlte. Zusammenfassend kann man nur feststellen, daß der Entschluß der Reichsbank sich von dem Druck dieses Kredits zu befreien, für uns eine Erleichterung bedeutet. NSDAP, und Stahlhelm in Hessen. F^r a n k f u r t a. M., 5. April. (WSN.) In einer in Frankfurt a. M. abgehaltenen Führerbesorechung des Stahlhelms wurde von dem Landesfüyrer Kapitän Weiße u. a. folgende Erklärung verlesen: Die unter Vorsitz des Landesführers versammelten Gau - und Kreisführer des Landesverbands Groß-Hessen des Stahlhelms, Bund der Frontsoldaten, erklären hiermit einmütig, daß sie unerschütterlich fest hinter b er Reichsregierung, dem Reichskanzler Adolf Hitler und dem Kabinett Seldte-o. Papen-Hugenderg stehen, ebenso hinter den Länderregierungen in Preußen und Hessen. Der Landesverband ist in allen seinen Einheiten bereit, mit den Parteien, Organisationen und Bünden^ die ebenso hinter den Regierungen stehen, in eng st er Geschlossenheit und kameradschaftlich st er Zusammenarbeit alle Gegner dieser Regierungen zu bekämpfen. Als parteipolitisch nicht gebunden und von keiner Partei abhängig, lehntderLandesverbandesaber mit aller Entschiedenheit ab, s i ch von irgendeiner Partei beeinflussen zu lassen ober in Abhängigkeit von ir = genbeiner Partei zu geraten. Er ist in slch als Solbatenbunb so fest geschlossen unb so stark, daß er aus eigenen Kräften seine Reihen rein halten kann. Sein Programm heißt Deutschland, sein Ziel ist Deutschland. Im Einvernehmen mit den zuständigen Stellen der NSDAP, wurde folgende Veröffentlichung beschlossen Verschiedene Anfragen bezüglich einer Notiz in dec NSDAP.-Presse betr. getroffener Vereinbarungen für die Abhaltung öffentlicher Werbeoersammlungen des Stahlhelms, Bund der Frontsoldaten, veranlassen das Landesamt Groß-Hessen, noch eine nähere Vereinbarung mit dem Staats- konimissar für das Polizeiwesen von Hessen, Herrn Dr. Best, bekanntzuaeben: Die getroffenen Vereinbarungen betr. Abhaltung von Stahlhelmoersammlungen entsprechen lediglich dem Wunsche des Staatskommissars sowie der politischen Leitung der NSDAP., irgendwelche Reibungen zu vermeiden und eine kameradschaftliche Zusammenarbeit zu gewährleisten. Es ist kein Kreisleiter der NSDAP, befugt, dem Stahlhelm irgendwelche Vorschriften zu machen. Diese Erklärung ist allen Dienststellen der NS. zugegangen. Die Neuordnung imBraunschweigerGtahlhelm Berlin, 4. April. (CAB.) Die Reichspressestelle des Stahlhelms, Bund der Frontsoldaten, veröffentlicht folgenden Beschluß desEr st en Bundesführers vom 4. April 1933: 1. Der Lan^eSführer von Braunschweig, Herr Schrader, ist beurlaubt. Zur Klärung der gegen ihn erhobenen schweren Vorwürfe hat er auch selbst ein Disziplinarverfahren gegen sich beantragt. Er bestreitet diese Vorwürfe durchaus. 2. Kommissarischer Landesführer von Braunschweig bleibt General v. Henning aufSchönhvff. Er stellt seinen Stab Braunschweig selbst zusammen. 3. Der Erste Bundesführer Reichsarbeitsminister Franz S e l d t e bestellt einen besonderen Bevollmächtigten für den Verkehr mit den Braunschweiger Behörden. der mit den Absichten der Reichsregierung durchaus vertraut ist. Die B u n d e s v o r st a n d s s i tz u n g des Stahlhelms stand, wie wir erfahren, unter dem Zeichen des einmütigen Willens zur engsten Kampf - karneradschaft zwischen den drei gleichberechtigten Wehroerbänden der nationalen Bewegung, Stahlhelm, SA. und SS. Es herrschte Uebereinftimmung darüber, daß die lokal aufgetretenen Spannungen überall in kürzester Zeit beseitigt werden müßten. Werter wurde die Ueberzeugung zum Ausdruck gebracht, daß es dem entschiedenen Eingreifen des Reichskanzlers Adolf Hitler als Führer der nationalsozialistischen Bewegung unb bes Ministers für Arbeit unb Iugenb, Franz Selbte, als erstem Bundesführer des Stahlhelms, unbedingt gelingen müsse, ein ehrlichesZusammenarbeit en unter Wahrung voll st er Selbständigkeit beider Gruppen herbeizuführen. Keine Strafverfolgung studentischer Mensuren. Berlin, 5. April. (TU.) Wie amtlich mit- getellt wird, hat der Kommissar des Reiches für das preußische Sustizministerium. Landtags- Präsident Kerrl. den Staatsanwaltschaften zu der Frage der Strafverfolgung studentischer Mensuren in einem soeben ergangenen Erlaß neue Richtlinien erteilt. Der Erlaß betont, die Freude an der Mensur entspringe dem Kampfgeist, der in der akademischen Sugend nicht gehemmt, sondern gefördert werden müsse. Er weist darauf hin, daß Mensuren den Persönlichen Mut stählen. Selbstbeherrschung verlangen unb die Willenskraft stärken. Sn einer Zeit, welche die Erziehung der rnännlichen Sugend imGeiste der We hrhaftigkeit mit allem Rachdruck fördere, habe die Oeffentlichkeit kein Snteresse an der Unterbindung der studentischen Mensuren. Schon bisher hatten zahlreiche Gerichte dahin entschieden, daß die studentischen Schlägermensuren keine strafbare Handlung seien. Dieser Auffassung tritt Reichskommissar Kerrl bei und ersucht die Staatsanwaltschaften, von der Verfolgung studentischer Schlägermensuren, wenn die dabei üblichen Vorsichtsmaßregeln angewendet worden seien, abzusehen. Gleichzeitig hat der Reichskommissar den Kommissar für das preußische Ministerium des Snnern gebeten. die Polizeibehörden mit entsprechender Weisung zu versehen. Das neue Beanttengesetz. Berlin, 5. April. Das neue Beamtengesetz, das am Freitag vom Reichskabinett verabschiedet werden soll, bezweckt, wie der „Lokalanzeiger" meldet, die Aufrechterhaltung des Bern f s b e a m t e n t u m s. So wird das Gesetz emen Eignungsparagraphen enthalten der bestimmt, unter welchen Voraussetzungen ein Beamter, der nicht die gesamte Beamte n l a u f b a h n hinter sich hat, für die Heber- nahme von Posten in der Verwaltung des Staates und der Gemeinden geeignet ist. Es werden Bestimmungen getroffen werden, wo- nach bei der P ensionierung oder Entlassung von PartekLuchbcamken bestehenden finanziellen Verpflichtungen her- ab gefetzt werden können. Einzelheiten sind noch nicht festgelegt. Das Beamtengeseh wird sich ober besonders gegen diejenigen Beamten richten, bei denen Verfehlungen festgestellt worden sind. Die Verfehlungen werden selbstverständlich im Rahmen des gesetzlichen Disziplinarverfahrens nachgeprüft werden. Bei solchen Beamten wird die Zahlung einer Pension ausgeschlossen sein. Ein Komplott zur Verächtlichmachung des Reichskanzlers aufgedeckt. München, 5. April. (TU.) Die Polizei- dcrektion teilt mit: Die bayerische Politische Polizei verhaftete am Samstag zehn Personen, welche sich zur Aufgabe gestellt Haben, den Reichskanzler Adolf Hitler im Sn- und Auslande verächtlich zu machen. Sie stellten in der Wohnung einer hiesigen Sübin eine Gruppenaufnahme her, welche den Reichskanzler inmitten von Animierdamen auf einem Divan sitzend darstellt. Einer der Festgenommenen war a l s Reichskanzler verkleidet. Die übrigen beteiligten Damen und Herren hatten den Arm zum nationalsozialistischen Parteigruß erhoben. Es konnten mehrere Abzüge, sowie die zur Aufnahme verwendeten Platten beschlagnahmt werden. Einige Abzüge sind bereits von den Herstellern ins Ausland sowie an Stellen im Snland verschickt worden. Der bayerischen Politischen Polizei ist es damit gelungen, eine jener Stellen zu fassen, die für die Auslandhehc gegen Deutschland und gegen den Reichskanzler Adolf Hitler verantwortlich zu machen lind. Oer Rundfunk schließt 6 ausländische Musiker aus. Berlin 5. April. (ERB.) Der kommissarische Intendant des Deutschlandsenders Stoffregcn ^bk bekannt: Einer Pressemeldung zufolge haben Dirigenten und Musiker in USA. sich wegen Ablehnung gewisser jüdischer und marxistischer Berufsgenossen in Deutschland „bcschwerdeführend" an den Herrn Reichskanzler gewandt. Es handelt sich um die Herren Tose anini, Walter Damrosch S. Kussevihkh, A. Bodansky. Harold Bauer, G a b r i l o w i t s ch. Bis zur Aufklärung dieses Falles ordne ich an, daß Kompositionen und Schallplatten 'b er vorstehenden Herren im Programm des Deutschlandsenders nicht mehr anzusetzen ■ finb und daß auch keine musikalischen Veranstaltungen aus Konzertsälen oder von anderen Sendern übernommen werden, an denen vorstehende Herren in irgendeiner Form beteiligt sind. Oer Essener Oberbürgermeister beurlaubt. Düsseldorf, 5. April. (WTD.) Der Regierungspräsident hat den Essener Oberbürgermeister Schäfer auf eigenen Antrag bis auf weiteres beurlaubt. Die Beurlaubung.ist wre es in der Verlautbarung heißt, lediglich mit -Rücksicht auf die politische Lage erfolgt und findet weder in der Person noch in dec Amtsführung des Oberbürgermeisters ihren Grund. Mit der vorläufigen Wahrnehmung der A m t s g e s ch ä f t e des Oberbürgermeisters hat der Regierungspräsident im Einvernehmen mit dem preußischen Snnenministerium Dr. phil. Reismann-Grone in Essen kommissarisch beauftragt, der bekanntlich unlängst aus der Verlagsleitung der „Rheinisch-Westfälischen Z e i t u n g", die er über 30 Sahre geleitet hatte, ausgeschieben war. Gießener Stavttheaier. Hans Christoph Äae gcl: „Andreas Holtmann." Der Schlesier Hans Christoph K a e r g e l, heute 44 Sahre alt, ist zwar in der Stadt Striegau geboten, hat sich aber, wie er selber über den Wandergang seines Lebens schreibt, immer als bäuerlicher Mensch, der heimatlichen Scholle und vor allem dem väterlichen Windmühlengewese im Freystädter Kreis innerlich verbunden gefühlt. Diese Verbundenheit hat auch die spätere Tätigkeit auf der Präparandenanstalt und dem Bunzlauer Seminar, hernach als Dorfschulmeister in Weihwasser und als Theaterkritiker in Dresden nie aufheben können; und eine Reise nach Amerika erst recht nicht. Sm Gegenteil: Kaergel bat das Beste von dem, was er geschrieben hat, aus dieser immer lebendigen Beziehung zur heimatlichen Umwelt und zum Lande seiner Väter geschöpft: von seinen zahlreichen Büchern nennen n richtig. Auch die anderen Kleinbauern bildeten eine geschlossene, in sich gut charakteri- jiertc Gruppe bodenständiger Gestalten: V o 1 ck J ch et. 5 u 6 Sieten und R i e r e N. Den tlchechischen Gendarmen gab Herr Hehser schacl pp, mit überlegener Siegerhaltung. Ganz schlicht: Maria K o ch in einer kleinen Szene mit der Hiobsbotschaft der Frau Kraus. Die Herren Eggemann (als der heißblütig aufbegehrende *Ucj. «IImann) und Geiger (als treuherzig- rechtschaffener Knecht Adolph) standen ebenfalls feder auf seinem Posten ihren Mann. Stück und Darstellung fanden verdientermaßen starken Beifall. hthu ,/Dec Choral von Lenihen." Lichtspielhaus. Reichspräsident von Hindenburg hat mit oen folgenden Worten diesem letzten in der Reibe Der Fridericus-Filme ein Motto gegeben: Dec Geist von Leuthen war nicht nur der Geist der Tapferkeit und des Wagemutes, sondern auch der Treue, des Pflichtgefühls, der Vaterlandsliebe und des Gottoertrauens". Die große historische und heroisch gestimmte Grundmelodie des Werkes entwickelt sich aus ruhigem, stimmungsvollem Natur- eingang und einer halb heiteren, halb balladesken Liebesgeschichte zwischen einem preußischen Rittwelster und der Komteß von Mudrach aus Schloß Lissa. Aber diese privaten und episodenhaften Szenen münden bald in den großen Strom historischer Bilder, die sich an das Jahr 1757 und an den Namen Leuthen knüpfen. Walter von Molo hat diesen Teil des Siebenjährigen Krieges in freier, dichterisch-konzentrierender Form in seinem schönen „Fridericus"-Roman bezwingend geschildert; sein Buch gab auch die literarische Grundlage für die im Mittelpunkt des Werkes stehenden Motive: vor allem in jenen denkwürdigen nächtlichen Szenen vor der Entscheidungsschlacht. Der Regisseur Carl Froelich hat sie (wenigstens zum Teil oder andeutungsweise) übernommen; der Höhepunkt seiner Regie liegt in den eigentlichen Schlachtszenen, die ihrerseits wiederum im berühmten Sturm auf den Kirchhof gipfeln, wofür übrigens eine bekannte Historienmalerei Modell gestanden zu haben scheint. Wir haben früher schon in einer Regie-Reportage geschildert, wie diese Szenen entstanden sind: fast dreitausend Mann (unter Mitwirkung der Reichswehr) wurden auf dem Felde von Döberitz zu imponierender Entfaltung gebracht und zum Sturm der Bataillone und der Reiterattacke gegliedert und eingesetzt. Das Choralmotiv „Nun danket alle Gott" verbindet sich mit der bekannten friderizianischen Anekdote von Lissa zu einem starken und stimmungsvollen Ausklang, in den auch die freundlich zum Abschluß gebrachte, idyllische Liebesgeschichte zwanglos mit einbezogen wird. — Otto Gebühr gibt ben König, und es ist wiederum erstaunlich, mit welch einer überzeugenden Porträtähnlichkeit in Maske und Erscheinung er die Gestalt erfaßt und vertieft: und zwar ^sympathischerweise vor allem in öen gewichtigen, stilleren Jnnenszenen im nächtlichen Quartier, bei der großartigen Ansprache an die Generale vor dem Angriff und in der abendlichen Episode von Lissa bei den Oesterreichern: „Bon soir, Messieurs!" Aus der großen Solobesetzung hebt sich eine Reihe markanter Köpfe und Figuren heraus: Harry Frank, frisch und männlich als Rittmeister von Wustrow; die Tschechowa als pi- kannte Gräfin Mariann: die zarte Elga Brink als Comteß Charlotte: Paul Otto, sehr nobel als Prinz Heinrich; Veit Harlan als preußischer Grenadier; bei den Oesterreichern: Walter Janssen Paul Richter und Anton P o i n t n e r. — Marc Roland schrieb, unter Benutzung historischer Motive, die Musik. Eine Feftoorstellung gab der Vorführung des Films gestern abend einen würdigen Rahmen. Die Spitzen aller Behörden bekundeten durch ihren Besuch das Interesse, das dieses Filmwerk bei ihnen gefunden hat. Unsere Garnison war durch zahlreiche Herren des Offizierkorps vertreten. Die Militärkapelle unter Obermusikmeister K r a u ß e bereichen- den Abend durch mehrere schneidig dargebotene Militarmärsche, die das Publikum zu starkem Beifall veranlaßten. Das Haus war dis auf den letzten Platz ausverkauft. Aus der Provinzialhauptstadt Kanzler- ehr anzuseh ikalischen Teranst einigungen Oie Jagd im April Knospen ge- ge. und Sprießen allenthalben! Grüner über den Wiesen, sattgrüne Saaten storben; 1870: der Komponist Oskar Strauß in Wien geboren. stellungstages beantragt werden können. Taten für Tonncrstag, 6. April. 1520: der Maler Raffael Santi in Rom storben: 1528: Albrecht Dürer in Rürnberg jetzt die Wildpflege. Dem meisten Rutzwild hat der Gesetzgeber seinen Schutz angedcihen lassen, damit es ungestört legen und brüten, sehen und seine Jungen aufziehen kann. Dieses Recht hat zum ersten Male in diesen Tagen ein deutsches Land sogar unserem einzigen wehrhaften und so verfehmten Wilde, dem Schwarzwild, zuerkannt. Das neue Jagdgesetz von Mecklenburg-Strelitz gesteht der führenden Rache eine Schonzeit im April und Mai zu und erkennt damit die weidmännische Auffassung an, daß es eine Gemeinheit und eines wahren Jägers unwürdig ist, die Dache von den Frischlingen wegzuschiehen und die Kleinen dem Hungertode zu überliefern. Der Rothirsch beginnt schon wieder, seinen neuen Kopfschmuck zu schieben. Gerade jetzt sind Salzlecten unbedingt am Platze. Das Rehwild steht gern in sonnigen Dorhölzern und tritt auf die Saaten zur Aesung aus. Dieser Liebergang von der winterlichen Trockenäsung zur Grünäsung bringt besonders dann, wenn er sich sehr rasch vollzieht, oft Erkrankungen und Eingänge mit sich. Darbieten von Lecksalz wie von Eicheln hat sich als Diätmittel immer bewährt und schützt vor vermeidbaren Derlusten. Fegestellen verraten dem Weidmannsaugen den Stand oder Wechsel des Dockes. Dald werden die guten Döcke gefegt haben, und es kann nun in aller Ruhe em Sichten von Spreu und Weizen beginnen. Denn noch darf die Büchse nicht sprechen, und gut ist es, wenn sich bei Iagdaufgang der Jagdherr über seinen Destand im Klaren ist. Das Frühjahrswetter meinte es mit dem Hascnnachwuchs bis jetzt gut. Doch wird die Hasenjagd nur dann ergiebig fein, wenn Krähen. Elstern, Wiesel, Iltis, Katzen und Hunde mit allen Mitteln bekämpft werden. Sie sind die größten Feinde einer Hebung der Äiederjagd. In Marlepartus sind Junge. Die Zeit naht heran, wo Frau Crmeline am meisten raubt. Wer darin einen Grund sieht, die Fähe abzu- schießen, ohne gleichzeitig die hilflosen Jungen zu graben, ist ein Aasjäger! Auch im Dachsbau, dessen Dewohner eifrig zur Rachtzeit um sich gehen, sind Iungdächse. Reben der Bekämpfung der W i l d f e i n d e . dem Abschießen der Krähen am Horst oder ihrer Einschränkung durch Phosphorcier, dem Fang des Wiesels in Kastenfallen, gibt es noch mancherlei Einrichtungsarbeiten im Revier, für die es Zeit ist. Wo kleine Remisen als Schutz für das Wild angelegt werden sollen, ist die Pflanzzeit gekommen. Die Ausgaben sind gering, der Rutzen hoch! Die Kanzeln und Leitern sind nachzusehen und auszubessem, neue anzubringen, wo sie fehlen. Denn es gibt keinen besseren Ort, um unbemerkt sein Revier und sein Wild kennen zu lernen. Auch der Pirschpfad erleichtert dieses Bestreben sehr. Rechen und Besen gehören deswegen genau so im April zur Ausrüstung des Jägers wie Hammer, Säge und Rägel. Rur wo auch in der ruhigen Zeit stets das Auge des Weidmanns über seinem Wilde wacht und das Iägcrherz sich um es sorgt, erwächst wahres Weidwerk. Hubertus. t von anderen Een« n denen vorstehende beteiligt sind. ürgermeifler (am.) Lec Ae< Essener Oberbürger* en Antrag bis auf 1 Beurlaubung, ist, heißt, lediglich mit e erfolgt und findet der Amtsführung Grund. Mi der ehmung der rbürgermeisters hat Einvernehmen mit nisterium Dr. phil. Essen kommissarisch unlängst aus der nisch-Destfäli- >er 30 Jahre geleitet Kirche und Schule. Landkreis Gießen. CO Klein-Linden, 5. April. Die erste Volks- schulklasse und ihr Klassenlehrer hatten die Eltern, Lehrer und Freunde der Schule zu einer Entlass sungsfeier in den geschmückten Schulsaal cim geladen. Die Kinder trugen Gedichte mannigfacher Art und mehrstimmige Chöre vor. Eine kurze Unterrichtsstunde machte die Erwachsenen mit den Zielen in der Raumlehre bekannt. Lehrer Roth als Klassenlehrer hielt eine Ansprache. Lehrer Keil als Schulleiter sprach über nationale Jugenderziehung und Erziehung zur Opferfreudigkeit und Vaterlandsliebe und wies auf die Helden der deutschen Ge schichte hin. Im Anschluß an die Feier war den Gästen Gelegenheit gegeben, durch eine A u s st e l - lung von Schüler Zeichnungen der Oberklasse einen Einblick in die Vielseitigkeit im Zeichenunterricht zu gewinnen. Zur Entlassung gelangten 29 Schüler, 14 Knaben und 15 Mädchen 0 Holzheim, 5. April. Im Gottesdienst am Sonntagvormittag wurde durch den Ortsgeistlichen Pfarrer Schmidt unter stärkster Beteiligung der Gemeinde die Vorstellung der Konfirma n- de-n (4 Knaben, 11 Mädchen) oorgenommen. In unserer kirchlichen Filiale Dors-Gill fand die Vorstellung ebenfalls am Sonntagmorgen statt. Dort waren es 4 Knaben und 3 Mädchen. Kreis Schotten. wg. Schotten, 5. April. Die 34 Konfirmanden des Kirchspiels Schotten I nebst zwei Realschülern von auswärts, die am hiesigen Konfirmandenunterricht teilgenommen hatten, wurden am Sonntag in unsrer Stadtkirche öffentlich vorgestellt und geprüft. Deutsche Arbeit in Venezuela. Ein Gedenktag in der deutschen Giedlungö- und Kolonialgefchichte. Von Studienassessor Dr. Rudolf Freymann. marxistischen Bestrebungen dienen, also auch für Turn- und Sportvereine, Wander- vereine, Jugendvereine und alle sonstigen Der- mit marxistischem Einschlag zur Der- Schimmer , . , auf den Feldern. Das Geißblatt, das sich am liche Zahl seinem Ruf. Die Uebersahrt verlief jedoch für die wackeren Leute sehr ungünstig. Auf der gefahrvollen Reise brachen die Pocken aus und sorder ton 70 Opfer. Auch die Ankunft in La Guardia brachte manche Enttäuschungen mit sich. In diesem Hasen herrschte die Pest, und so mußten die Kolo nisten aus manche für ihre Ankunft vorgesehene Bequemlichkeit verzichten. Dann kam ein langer und überaus schwieriger Ausstieg zu ihrem künftigen Wohnsitz. Auf großen Umwegen erreichten sie diesen erst nach wochenlangen Wanderungen. Für die Ansiedlung der Deutschen hatte die begüterte Familie Xooar 4000 Hektar Urwaldland in einer Höhe von 1700 bis 2000 Meter in einem gesunden Klima zur Verfügung gestellt. Rach der Familie Tovar wurde die Siedlung benannt. Die erste Zeit war für die Kolonisten sehr unheilvoll. Die Regierung hatte zwar genügende Mittel bewilligt, aber Veruntreuungen hatten sie geschmälert. Die 200 Holzfäller, die gesandt wurden, um Acker- und Baugrund freizulegen, entzogen sich der Arbeit durch die Flucht. Es ist verständlich, daß unter den Kolonisten viel Mißmut entstand, zudem Krankheiten die Kolonisten befielen. Bei den minderwertigen Elementen trat Faulheit, Liderlichkeit und Trunksucht in weitem Ausmaße ein. Aber nachdem der bessere Teil schließlich doch die Oberhand gewann, entstand im Laufe der Zeit ein anmutiges Dorf mit 85 Häusern deutscher Bauart, mit Kirche, Schule, Wirtshaus, Sägewerk, Kornmühle, Schlächterei, Brauerei, sowie mehreren Ziegeleien. Die Kolonisten, zu denen sich später einige Pfäl zer und Hessen gesellten, bildeten eine selbstän dige Gemeinde, wählten ihren eigenen Bürgermeister und blieben vom Militärdienst befreit. Zur Reinhaltung des Deutschtums mußte jeder das Dorf verlassen, der sich mit Eingeborenen verheiraten wollte. In den sechziger Jahren wurde die Kolonie während der Bürgerkriege saft vollständig zerstört. Aber durch die zähe Ausdauer der Kolonisten blühte die Siedlung wieder auf. In Sitte, Bräuchen und Lebensweise sind die Tovarer ihrer alten Heimat treu geblieben. Ende des vorigen Jahrhunderts gingen sie jedoch vom wenig ergiebi gen Körnerbau zur Kultur von Mais und Kaffee über. Das Fehlen von Schule und Lehrern führte jedoch dazu, daß die Tovarer nahe daran waren, ihre Muttersprache zu verlieren, bediente sich doch die Heranwachsende Generation in der Zeit vor dem Kriege fast ausschließlich der spanischen Sprache. Der Weltkrieg wirkte, wie in jo vielen aus- landdeutschen Gebieten, auch hier rückerobernd für die deutsche Sache. Die Tovarer besannen sich auf ihr Deutschtum und es wurden 1000 Bolivar für das Deutsche Rote Kreuz gesammelt. Ein Schulhaus wurde gebaut, in das der langersehnte deutsche Lehrer einzog. Die ungünstige Verkehrslage verhindert ein stärkeres Aufblühen von Tovar, das 1920 850 Seelen zählte. In den letzten Jahren setzte jedoch ein regerer Verkehr der Deutschen aus Caracas, der Hauptstadt des Landes nach Tovar ein. Tovar kann sich dank seinem gesunden Klima und der schönen Umgebung zu einem Ausflugs- und Erholungsort entwickeln. Möge dieser Verkehr die Bande zwischen den Kolonisten von Tovar und den Reichsauslanddeutschen und somit auch nach der deutschen Heimat wieder stärken. Außer in der Siedlung Tovar sind deutsche Landsiedler nur noch in verschwindend geringem Maße vorhanden. Im Westen des Landes sind etwa 4 o deutsche Grundbesitzer ansässig. Der größte Teil der Deutschen in Venezuela ist jedoch nicht bodenständig, sondern wohnt in den Städten des Landes. Die Zahl der Deutschen in den Städten Venezuelas dürfte, wie bereits angegeben, etwa 3000 betragen. Als Kaufleute, Handwerker ufw. haben die Venezueladeutschen in hohem Maße für die Vermehrung deutscher Geltung und deutschen Ansehens in Ueberfee beigetragen. So ging vor dem Kriege weit mehr als die Hälfte des Außenhandels von Venezuela durch deutsche Hände. Beim Bau von Bahnen und bei der Ausbeutung der Petroleumfelder von Maracaibo ist deutsches Kapital und deutsche Arbeitskraft stark herangezogen worden. Wie stark der deutsche Einfluß war, ist daraus zu erkennen, daß Venezuela im Weltkrieg neutral blieb. In Caracas, wo die stärkste deutsche Kolonie ist, besteht eine deutsche Schule. Die deutschen Vereine bilden den Mittelpunkt des deutschen gesellschaftlichen Lebens. Es ist zu hoffen, daß die zukünftige Entwicklung dazu beitragen wird, daß das Deutschtum in Venezuela seine durch den Krieg geschwächte Stellung wieder voll ausbauen kann. fügung gestellt werden. Die BoUzugsmeldung muh bis zum 30. April eingegangen sein. VornoNzcrr. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Freitag, als 26 BorsteUung im Freitag-Abonnemcnt zu gewöhnlichen Preisen Wiederholung des Schauspiels ..Andreas Hollmann" von Hans-Christoph Kaergel mit Frau Auguste Prasch-Greven- berg. Ehrenmitglied des Meininger Landestheaters. als Frau Hollmann unter Wolfgang Kühnes Spielleitung. Gewöhnliche Preise. An- fang 20 llf)r; Ende 22 Uhr. — „Bor Sonnenuntergang" mit Intendant Dr. Prasch in der Rolle des Geheimrats Claasen und unter der Regie des Intendanten gelangt am Sonntag. 9. April, als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen zum letztenmal zur Aufführung. — Die Intendanz macht darauf aufmerksam, daß von jetzt ab die sonntäglichen Fremdenvor- stellungcn er st um 19 Uhr beginnen. Außerdem weist die Theaterkasse darauf hin, daß Umtauschgutscheine nur bis 13 Uhr des Dor- unb episodenhaften großen Strom h'sto- > W 1757 und an Mer von Molo gen Krieges in freier, m in feinem schone" end geschildert: W Zrundlagc für d.etm itn Motive: vor allem chen Szenen vor der liffeur Carl Fr°e- -eil oder andeutungs- lepunft feiner Regle ichlszenen, d:e ihrer' sturm auf den Kirch- e bekanntehiftom^ haben tdjemt Regie-Repoye 9 ■ Banden smd. M DOn Löberitz ZU 'M -ZS kfr«»; ■« taJ?Ä ff9',"6 “Ä die m %.[ rS1Qdna^t teer- fiu?On bcn Her- w> Mnö yn Politisch^ ^uslandhekc gegen den Reichs örtlich zu mL 6 ausländische ö. Haselstrauch emporwindet, zeigt die ersten Blättchen, des Huflattichs gelbe Blüten schmücken Haldon und Raine, und blattlos gleich ihm steht der Seidelbast im Schmucke seiner betäubend duftenden Blüten. Wo die Obstbäume am sonnigen Hange stehen, sind die Deilchen erblüht, und bald werden Anemone, Himmelsschlüssel, Lerchensporn und Lungenkraut den Bvoen des Laubwaldes in einen bunten Teppich verwandeln. Bon früh bis spät ertönt der Dögel Lied, hoch im Himmelsblau kreist das Bussardpaar im Hochzeitsflug, und fleißig tragen die Krähen Reisig, Moos und Gras zum Horstbaum. Der Frühling ist eingekehrt in Wald und Feld. Im Morgengrauen „singt" der Auerhahn im Gebirgswald sein eigenartige^ Minnelied. Gleich ihm wirbt in Heide und Moor sein luftiger Better, der Birkhahn, in den alten, wiedererstandenen Farben des Deutschen Reiches um die Gunst der Hennen. Lebhaft geht es im Fasanenrevier zu. Des Fasanenhahnes rauher Balzrus kündet das Frühjahr, und die Hennen aller Wildhuhnarten beginnen mit dem Gelege. Auch der unverkennbare Lockruf des Reb- Hahnes tönt morgens und im Abenddämmern über die Felder. Die Hühner sind gepaart und schreiten dort, wo genügend Deckung vorhanden ist, bald zur Brut. Der Zug der Waldschnepfe, der nach seinem Einsehen um die Monatsmitte in diesem Jahre keine Stockung erfuhr, wird sich noch bis in den Monatsanfang hinein ausdehnen und den, der Sinn hat für die Eigenart des Schncpfen- striches um die Uhlenflucht im Frühlingswald, noch manchmal hinauslocken. Am 15. April endigt dann in Hessen wie in Preußen die Schuhzeit des Bogels mit dem langen Gesicht. Da Brut- schnepfcn mit fertigem Gelege bei uns schon wiederholt am Monatsanfang beobachtet wurden, ist Zurückhaltung beim Schuß auf stumm streichende Schnepfen ebenso geboten wie die Unterlassung des Buschierens, das nur im Herbst weidmännisch sein sollte. Auch die Bekassine, die in nassen Wiesen oder an Bach- und Flußufern liegt, ist noch bis zum 15. schußbar und bietet gute Arbeitsmöglichkeit für Schütze und Hund. Rur wenigen ist es vergönnt, den großen Hahn im dämmernden Frühlingswald anzuspringen. Dem Weidmann, der dieses Weidwcrk nicht pflegen kann, bietet der „Hahn des kleinen Mannes", der rufende Tauber einen willkommenen Ersatz. Doch ist vielfach noch nicht bekannt, daß seit dem Dorjahr die Wildtauben auch in Hessen eine Schonzeit vom 15. April bis zum 15. Juli genießen. Bei dieser Gelegenheit sei wiederholt, weil man immer auf Unkenntnis der Bestimmungen trifft, darauf hingewiesen, daß sämtliche Raubvögel außer Habicht und Sperber das ganze Jahr hindurch geschützt sind. Rur der Bussard hat eine halbjährige Schußzeit, die am 15. April abläust. So bietet sich dem Jäger mancherlei Go legenheit zur Betätigung. Aber obenan steht ä’äÄ es gefXW d'rd d^list "•i.HLlf»; ** Personalveränderungen beim Gießener Grenadier-Bataillon. Mit Wirkung vorn 1. April wurden verseht: Oberleutnant Wagner zum Regts.-Stab JR. 15, Kassel, Leutnant Fett zur 1. Komp. 15.2R., Gießen. Mit Wirkung vom 1. April wurden ernannt: Oberleutnant Wagner zum Regts.-Rachr.-Offizier JR. 15. Oberleutnant Knetsch zum Bataillons- Rachr.-Offizier des I. Bataillons 15. 2R. "Wer sind dieGewinner? Dom Der- kehrsverein Bad-Rauheim wird uns geschrieben: Bei der mit dem Schäserfest in Bad-Rauheim verbundenen Lotterie für das Jugendnotwerk fielen auf die Rümmer 4600 ein Kaffeeservice und auf die Rümmer 477 eine Brautaussteuer. Beide Gewinne sind noch nicht abgeholt. Der Derkehrs» verein Bad-Rauheim bittet, daß sich die Gewinner alsbald melden. ** Oie Portosätze der Osterpostkar t e n. Vorn Reichspostministerium wird mitgeteilt: Gedruckte einfache Osterkarten, die ohne Umschlag versandt werden, unterliegen einer ermäßigten Gebühr. In diesen Karten dürfen außer den Absender- angaben (Absendungstag, Name, Stand und Wohnort nebst Wohnung des Absenders) noch weitere 5 Wörter, die mit dem gedruckten Wortlaut im Zusammenhang stehen müssen, handschriftlich hinzuge- fügt werden. Solche zulässigen Nachtragungen sind z.B. die üblichen Zusätze „sendet", „Ihre", „Dein Freund", „sendet Dir", „sendet mit besten Grüßen Ihre" usw. Die Gebühr beträgt sowohl im Orts- bcreich des Aufgabeorts als auch im innerdeutschen Fernverkehr sowie im Verkehr mit der Freien Stadt Danzig, Litauen und Memelgebiet, Luxemburg und Oesterreich für einfache Karten (ohne Umschlag versandt) 3 Rpf., für Karten in offenem Umschlag bis 20 Gramm 4 Rpf. ermeifc vor "LZAk »ri f itto- Ljdjer Gre- Oie Lustbarkeiten in der Karwoche. Dom Po.lizeiamt Gießen wird uns mitgeteilt: Aus Grund der Derfügung des Herrn Ministers des Innern vom 10. März 1924 und 19. März 1929, sowie des Herrn Staatskommissars für das Polizeiwesen in Hessen vom 31. März 1933 haben am Palmsonntag, 9. April, öffentliche Lustbarkeiten zu unterbleiben. Theatralische und Kinovorführungen werden nur dann zu- gelassen, wenn die Darbietungen ernsten oder belehrenden Inhalts sind und der besonderen Bedeutung und Weihe dieser Tage ange- paßt sind. Am Karfreitag, 14. April, sind nach wie vor öffentliche Lustbarkeiten jeder Art, auch solche mit ernstem Hintergrund, nicht erlaubt. An den übrigen Tagen der Karwoche einschließlich des ersten Osterfeiertags, sind theatralische Dorführungen und Konzerte aller Art, einschließlich der Begleitmusik, bei Lichtspielen zulässig, wenn sie ebenfalls ernsten, belehrenden Inhalts find und der Bedeutung und Weihe dieser Tage angepaßt werden. Oeffentliche Tanzlu st bark eiten werden für den ersten und zweiten Ofterfeiertag grundsätzlich nicht genehmigt. Die für die Karwoche vorgesehenen Konzertpro- gramme sind dem Polizeiamt (Zimmer 40) zwecks Prüfung sofort, spätestens bis 7. April, in doppelter Ausfertigung einzureichen. EineWarnung zum Schuh des Waldes. Don der Stadtverwaltung wird uns geschrieben: Der am Sonntag, 26. März, in Abteilung 110b des Stadtwaldes ausgebrochene Wald- brand konnte dank dem tatkräftigen Zugreifen des spazierengehenden Publikums alsbald gelöscht werden, so daß die Stadt vor größerem Schaden bewahrt wurde. Allen denen, die sich in uneigennütziger Weise an den Löscharbeiten beteiligt haben, sprechen wir hiermit den verbindlichsten Dank aus. Ferner machen wir bei dieser Gelegenheit nochmals darauf aufmerksam, daß das Rauchen und jegliches F e u e r a n z ü n d e n im Wald und in dessen Rähe im Umkreis von 20 Meter vom Waldrand verboten ist. Auch das Betreten von Hegen "nd Abreißen von Weidenkätzchen und dergleichen ist nicht ge- . stattet. Das Forstaufs.chtspersonal ist angewiesen, jede ^Übertretung künftig zur Anzeige zu bringen. Keine Turnhallen mehr für marxistische Vereine. Der Hessische Minister für Kultus und Bildungswesen hat angeordnet, daß vom Beginn des neuen Schuljahres an weder Turnhallen noch Schulsäle oder sonstige zum Schulhaus gehörige Räumlichkeiten für (Bereinigungen oder Deranstaltungen, die offen oder versteckt Große Strafkammer Gießen. * Gießen, 4. April. Der frühere Rechner einer Gemeinde der Wetterau, der zugleich auch Unter- erbeber des Finanzaints^Lcchnei des Postagcnten- verbandes und außerdem Rechner eines lanöivirt fchaftlichcn Kreditvereins war, hatte sich wegen 'Amtsoerbrechen, Unterschlagung und Urkundenfälschung zu verantworten. Eine unvermutet vor- genommene gleichzeitige Revision sämtlicher von ihm geführten Kassen ergab einen ganz erheblichen Fehlbetrag. Infolge langwieriger Erkrankung des Angeklagten konnte die Verhandlung erst jetzt stattfinden. Diese beschränkte sich nach Vernehmung des Angeklagten in der Hauptsache darauf, zunächst die zngezogenen ärztlichen Sachverständigen aber die Frage der strafrechtlichen Verantwortlichkeit des Angeklagten zu hören. Aus Grund der erstatteten Gutachten kam das Gericht zu der Ueberzeugung, daß sich der Angeklagte zur Zeit der Begehung der ihm zur Last gelegten strafbaren Handlung in einem Zustand krankhafter Störung der Geistestätigkeit befunden hat. Es hielt ihn daher strafrechtlich nicht für verantwortlich und sprach ihn frei. Der frühere Rechner der Feldbereinigunasgcsell- schast desselben Orts stand ebenfalls unter Anklage der Unterschlagung ihm annertrauter Gelder. Der Angeklagte, der damals dem Trünke ergeben war, behauptete, von anderer Seite hintergangen worden zu fein, konnte aber hierfür keine Beweise erbringen, lieber den Verbleib des Geldes wollte er auch nichts wissen. Nach eingehender Beweisaufnahme und Ver nehmung eines eodjDerftänbigen beantragte die Staatsanwaltschaft gegen den Angeklagten wegen Unterschlagung in Tateinheit mit Untreue eine mehrmonatliche Gefängnisstrafe. Das Gericht hielt noch weitere (Ermittlungen für erforderlich und ver tagte zu diesem Zweck die Verhandlung auf den nächsten Mittwoch. In diesen Tagen kann das Deutschtum der süd- amerikanischen Republik Venezuela auf ein neunzigjähriges Bestehen zurückblicken. Am 6. April des Jahres 1843 landeten in einem kleinen Nebenhafen von La Guaira 358 deutsche Siedler, die dann die einzige geschlossene deutsche landwirtschaftliche Siedlung des Landes begründeten. Auf diese Siedlung wird weiter unten näher eingegangen werden. Die Tatsache des neunzigjährigen Bestehens dieser Siedlung Taoor inmitten eines fremden Staatswesens, zu der noch etwa 3000 Deutsche in den Städten zuzuzählen sind, mag uns aber auch veranlassen, unseren Blick zurückschweifen zu lassen in die Geschichte dieses Landes, da wir damit gleichzeitig ein wenig bekanntes Stück deutscher Kolonialgeschichte erfassen. Die Geschichte Venezuelas, besonders die Zeit vor 400 Jahren, verdient es aber, von uns gewürdigt zu werden, handelt es sich bei Venezuela doch um das einzige Land Südamerikas, das im Mittelalter vorübergehend unter deutscher Herrschaft gestanden hat. Aus seiner dritten Reise im Jahre 1498 entdeckte Kolumbus das Festland. Bereits 30 Jahre später, 1528, kam Venezuela in die Hände der Welser, einer angesehenen Augsburger Kaufmannsfamilie, die sich in diesem Jahre mit dem Handels- haufe der E h i n g e r zu Konstanz vergesellschaftete. Die zahlreichen überseeischen Unternehmungen der Welser bewirkten, daß diese in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts d-n Fuggern an Bedeutung nicht nachstanden. Ob Karl V. das Land den Weisern zum Pfand für Schuldverschreibungen überließ, oder ob es ihnen lediglich zur bergbaulichen Ausbeutung überlassen wurde, mag unerörtert bleiben. Jedenfalls war das Land 28 Jahre lang unter deutscher Herrschaft, und es ist viel zu wenig bekannt, welche beträchtlichen Mittel das Kaufhaus der Welfer aufwandte, um vaterländischem Kapital und deutscher Unlernehmer- lust einen Anteil an den Schätzen und Wunderländern der neuen Welt zu sichern. Ungeheure Anstrengungen waren erforderlich, um das Erworbene zu behaupten. Trotzdem scheiterte das große Werk, das einer der wenigen verheißungsvollen A n - fänge einer überseeischen deutschen Kolonialpolitik darstellt. Der erste Kolonisationsversuch der Welser bestand darin, daß fünfzig Bergleute aus der Gegend von St. Joachimstal gewonnen wurden, um Venezuela bergmännisch zu erschließen. Aber nur einzelne hatten Glück, ein großer Teil ging am Klima zu Grunde, viele ließen sich in die Heimat zurückbefördern. Von größerer Bedeutung wurde ein anderes Unternehmen der Welser. Von ihrem Gesellschafter Ehinger wurden 300 Kolonisten geworben und in das Land gebracht. Die Streitigkeiten zwischen Spaniern und Deutschen erschwerten die kolonisatorische Tätigkeit jedoch ungeheuer. Nur die Kühnheit und Entschlossenheit der welserschen Statthalter und Feldherren, Ambrosius Ehinger, Hohermuth, Feder mann und Philipp von Hutten, bewirkten, daß der deutsche Einfluß der vorherrschende blieb. Die Streifzüge dieser kühnen Abenteurer, die in Gebiete eindrangen, die auch heute noch wenig erforscht sind, halten den Leistungen Pizarros und (Sorte,)’ die Waage. Eine Anzahl der noch heute bestehenden Städte wurde von ihnen begründet. Aber der „Dank des Hauses Habsburg" blieb nicht aus, wie Gröhe treffend bemerkt. Im Jahre 1556 mußten die Welfer auf Drängen der neidischen Spanier Verzicht auf das Gebiet leisten. Die zweite Periode deutscher Tätigkeit in Venezuela setzt erst in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts ein. Im Jahre 1811 trennte sich Venezuela von Spanien und bildete bis 1830 einen Teil von Kolumbien. In diesem Jahre riß es sich los und bildete fortan einen selbständigen Staat. Nicht ohne Interesse für uns Deutsche ist es zu erfahren, daß auch zwei Deutsche — Uslar und Lützow — zu den bedeutendsten Unterführern Bolivars gehörten. Die Freiheitskriege und die darauf folgenden dauernden Revolutionen brachten dem Lande starke Verluste an Arbeitskräften, und so suchte die Regierung die Einwanderung zu fördern. 1840 wurde ein „Gesetz zur Förderung der fremden Einwanderung" erlassen und der Oberst Codazzi mit Studien im Lande und der Anwerbung von Auswanderungslustigen in Europa beauftragt. Der deutsche Kupferstecher Benitz, der Codazzi die Karten seiner Werke über Venezuela ätzte, hat diesen wohl angeregt auch deutsche Einwanderer in das Land zu rufen. So wurde Benitz von Codazzi beauftragt, im südlichen Baden zu werben. Seine Werbungen waren erfolgreich und, wie bereits einleitend bemerkt, folgte eine statt- ers Stoffregen ^zufolge haben Musiker in 9 Misser jüdischer 'nen in Deutschland hcrrnAnchs- Well sich um die Mr Damrvsch rdanslh, Harold ch- 2is zur Aus. «ch an, dah Kom - 111la11cn b'et im Programm des ' c anzusehen . ■ ’ schen Teranslal» S.jfxfpori 19001. — ^oi Weiß Frankfurt I. Die Spielvereinigung 1900 hat es unternommen, für den kommenden Sonntag die 1. Elf von Rot- Weiß Frankfurt zu einem Gesellschaftsspiel nach Gießen einzuladen. Rot-Weiß ist als scharfer Rivale in der Oberliga des Mainbezirks und darüber hinaus gut bekannt und stellt eine junge, sehr spielstarke Mannschaft, die sich in den Kämpfen gegen Eintracht Frankfurt, Fußballsportverein, Kickers Offenbach, Union Niederrad usw. vorzüglich behaupten konnte. Die Mannschaft stand bis vor einiger Zeit mehr im Vordergrund, hat aber nach dem Verlust von Kreß etwas an Prestige verloren. Immerhin wird die Mannschaft einen Gegner abgeben, gegen den die Blauweißen alles einsetzen müssen. Mann darf einen spannenden Kampf erwarten. Wir kommen auf die Begegnung zurück. Handball im Gau Hessen IO. T.) Am Sonntag weilte die 3. Mannschaft des Butzbacher Turnvereins in Holzheim zu Gast und trat auf dem vorbildlichen Sportplatz zu einem Gesellschaftsspiel gegen die 2. Mannschaft des hiesigen Turnvereins an. Die Einheimischen waren Öen Gästen technisch überlegen und siegten mit nicht weniger denn 8:1 Toren. Holzheim trat dabei nur mit 10 Mann an. Handball tm Labn - Oünsbera - Gau Dorlar I — Waldgirmes I 3:4 (0:3). Beide Mannschaften trafen sich zu einem Gesell- schaftsspiel in Dorlar. Die Gäste waren in der ersten Hälfte leicht überlegen und schossen in regelmäßigen Abständen drei Tore. Auf der Gegenseite wurden zahlreiche Chancen nicht ausgewertet. Nach dem Wechsel nahmen die Platzbesitzer das Heft in die Hand und führten sehr bald, durch einen energischen Zwischenspurt, den Ausgleich^herbei. Im Endspurt holte sich der Gast aller doch noch den Sieg. Die Gastgeber unterlagen aber dem grüßen Eifer der jungen Gästemannschaft. Dutenhofen (DI.) I — Ahbach I 3:4 (1:2). Zu einem Rückspiel weilte die Mannschaft von Atzdach in Dutenhofen und gewann knapp, aber verdient mit 4:3. Frühjahrs-Gautag des Gaues Lahn Deutscher Radfahrer. Qlm Sonntag fand in Gießen im „Bayerischen Hof" der diesjährige Frühjahrsgautag des Gaues Lahn im Bunde Deutscher Radfahrer statt. Herr Bellinger (Alsfeld) als Gauvorsihender begrüßte die Bertreter aus dem Gaugebiet. Rach einem Bericht über die Landesverbandssitzung forderte Gauzahlmeister Hofmann (Gießen) zur baldigen Zahlung der Bundesbeiträge auf. Dem vom Borstand vorgelegten Boranschlag für 1933 wurde von der Versammlung zugestimmt. Sodann wurden noch einige Veränderungen im Sportprogramm vorgenommen, die durch die Abhaltung eines Gausommerfestes notwendig wurden. Der Gausaalfahrwart Göbel (Wetzlar) teilte die einzelnen Konkurrenzen für das Gausommerfest mit, das am 25. Juni in Aßlar anläßlich des 20jährigen Bestehens des dortigen Vereins stattfindet. 3n seiner Schluhansprache richtete der Vorsitzende an alle Vertreter die Ditte, auch fernerhin treu zusammenzuhalten. Die Turnergildenarbeit im DHV. im Jahre 1932. Dein Jahresbericht 1932 der Turnergilde im Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verband, Gau Main-Weser, entnehmen wir folgendes: Die Turnergildenarbeit dient seit jeher der Wehrhaftma- chung unserer wehrfähigen Verbandsjugend. Diesem Ziel ist alles untergeordnet. Ihm dienen unser Uebungsbetrieb in der Turnhalle und auf dem Sportplatz, das Schwimmen, Boxen und Schießen, die regelmäßigen Wehrfahrten u'nb die besonderen wehrsportlichen Kämpfe. Am deutlichsten tritt dieses Wollen bei dem Mannschafts-Fünfkampf, wie er auf den jährlich einmal ftattfinöenben Gau-Städtewettkämpfen ausgetragen wird, hervor. Kameradschaft und Selbstzucht der Turnbrüder kommen hier zur höchsten Entfaltung. Als selbständiger Verband ist die Turnergilde dem Deutschen Reichsausschuß für Leibesübungen und dem Reichskuratorium für Iugendertüchtigung angefchloffen. Iw Gau Main-Wefer hat sich die Turnergilden- Arbeit im letzten Jahre sehr gut entwickelt. Neugründungen erfolgten in den Orten Gießen, Hanau und Höchst, so daß heute in allen großen Ortsgruppen des Gaues Turnergilden bestehen. Sämtliche großen Gilden führten eigene Frühjahrs- bzw. Herbst-Wettkämpfe durch. Insgesamt wurden 799 Veranstaltungen im Jahre durchgeführt. Der Durchschnittsbesuch eines Turnabends belief sich auf 23 Mann. Das Sportabzeichen in Bronze errangen 27, das Lebensrettungsabzeichen in Bronze bzw. Silber 6 Turnbrüder. Die Vorturnerfchulungswoche wurde restlos mit eigenen Kräften unter Leitung des Gauturnwartes durchgeführt. 18 Vorturner wurden durch sie erfaßt. Die Dauer des diesjährigen Lehrgangs wird auf 10 Tage erhöht. Besonders gepflegt werden wird der Geländefport nach den Richtlinien des Reichskuratoriums. Der Städtewettkampf in Wiesbaden war mit 26 Mannschaften zu je 5 Mann beschickt. Er war der größte und eindruckvollste Städtewettkampf, der bisher im Gau veranstaltet wurde. Geländesport an Hochschulen. Die Direktoren der Institutefür Leibesübungen an den deutschen Hochschulen sind zur Zeit, wie von amtlicher Seite mitgeteilt wird, zu einem Ausbildungslehrgang an der Geländesportschule D ö- b e r i tz zusammengezogen. Gelegentlich der Anwesenheit des geschäftsführenden Präsidenten des Reichskuratoriums, Herrn v. Reufville, fand eine eingehende Aussprache statt, in der völlige Llebereinstimmung dahin zum Ausdruck kam, daß der Geländesport zu einem wesentlichen Bestandteil der akademischen Ausbildung gemacht werden müsse, und daß hierfür die unbedingt erforderliche Zeit seitens der Hochschulen sowie der studentischen Verbände verfügbar gemacht werden müsse. Die Institutsleiter sagten ihrerseits in der äleberzeugung, daß die gesamte Studentenschaft erfaßt werden müsse, ihre voll st e Mitarbeit zu. Der Rhönsegelflug-Wetibewerb 1933. Mit wärmenden Strahlen hat die Sonne auf den Bergwiesen der Rhön längst den Schnee geschmolzen. In wenigen Tagen hat ihre belebende Kraft die Erde getaut und gelockert und zartes Grün her» oorgelockt. Noch einmal hat dann der Winter heimlich des Nachts mit hämischer Schadenfreude alles eingefchneit und zugedeckt. Doch war es ihm nicht ernst damit, feine Zeit war um, fein Werk getan und aus den Tälern zieht der Frühling in die Berge hinauf. Der Einzug des Frühlings ist das Signal für Hunderte flugbegeisterte, junge deutsche Männer aus allen deutschen (Bauen, die nun hinauf zum Rhöngebirge ziehen, um in Heller Tatbegeisterung unermüdlich praktische und theoretische Kenntnisse im Segelflug auf dem idealen Gelände der Wasserkuppe, der Wiege des Segel» s, zu sammeln. urch den freiwilligen Arbeitsdienst wurde es einer größeren Anzahl segelfliegerisch vorgeschulter Arbeitslosen ermöglicht, während der Wintermonate bereits jm Flugzeugbau der Rhön- Rossitten-Gesellschast beschäftigt zu werden, so daß in diesem Winter die Bautätigkeit auf der Wassersuppe besonders rege war. So wurde vor allem Groenhoffs „Fafnir", mit dem er im vorigen Wettbewerb tödlich abstürzte, wieder ausgebessert und zum Teil noch verbessert. Dipl.-Ing. L i p p i s ch , der Chefkonstrukteur der RRG., hat unter Zugrundelegung aller bisherigen Erfahrungen im Segelfluge ein Segelflugzeug konstruiert, das als zukünftiger Standardtyp zu werten ist und — ein besonderer Vorteil — äußerst billig herzustellen ist. Von einer großen Anzahl deutscher Segelfliegergruppen sind nach diesen Plänen in den letzten Monaten eine größere Anzahl Maschinen dieser Type erbaut worden. Auch wird im Konstruktionsbüro der Rhön-Rossitten-Gesellschaft auf der Wasserkuppe nach wie vor an der Verbesserung des schwanzlosen Segelflugzeugs gearbeitet. Man darf in diesem Jahr noch mit einem erhöhten Aufschwung der Segelfliegerei rechnen, und bereits begannen an allen deutschen Segelfliegerschulen wieder die Kurse. Vom Dörnberg bei Kassel, von den Borkenbergen in Westfalen, vom Hornberg bei Stuttgart, der neuen Segelfliegerschule des würt- tembergischen Luftfahrerverbandes, von Berlin- Gatow, allüberall her werden schon wieder gute Flugresultate gemeldet. Im verflossenen Jahre legten an deutschen Segelfliegerschulen 2100 Piloten ^-Prüfungen ab. 1200 bestanden die B-Prüfung, darunter 42 Damen und 33 Ausländer, die OPru- fung wurde von 580 Segelfliegern, darunter 15 Damen und 45 Ausländer, bestanden. Um für den Segelflug im Flachlande den Segelflugpiloten Gelegenheit zur Schulung zu geben, hält die Rhön- Rofsttten-Gesellschaft in den Monaten Mai bis Juli besondere Schleppflugkurse hinter Motorflugzeugen und Automobilen in Griesheim bei Darmstadt ab. Der diesjährige 14. Rhönsegelflug - Wettbewerb, der vom 6. bis 20. August stattfindet, ist nicht mehr international ausgeschrieben und weist auch sonst eine Reihe von Aenderungen in der Ausschreibung auf. Durch eine Beschränkung der Anzahl der zugelassenen Segelflugzeuge und der Einschränkung, daß nur Piloten sich an dem Wettbewerb beteiligen können, die im Besitz des amtlichen deutschen Segelflug-Führerscheines sind, wird das Gefahrenmoment auf ein Minimum beschränkt. Kurze Sportnotizen. Anerkannt wurde der von dem Göppinger Brustschwimmer Paul Schwarz am 5. März in Bremen auf gestellte 200-Meter-Rekord mit 2:44,6 Minuten. Ungarn« Wasserball-Rachwuchs eröfnet seine Deutsch land reife am 23. April mit einem Start in Rürnberg. München (25. 4.), Augsburg (26.), Ludwigsburg (27.), Stuttgart (29. April) sind die weiteren süddeutschen Startorte der Unguten. Die weiteren Starts werden in West- und Norddeutschland, in Berlin und Mitteldeutschland absolviert. 14 Mannschaften, darunter der Titelverteidiger Weihensee 96 und die beiden bayrischen Mannschaften Bayern 07 Nürnberg und München 99 haben zur deutschen Wasserball- Meisterschaft gemeldet. Z u r ü ck g e t r e t e n ist Landgerichtsrat Cordes, der dem Vorstand des Deutschen Ruderverbandes über 21 Jahre angehörte und frühe« selbst ein erfolgreicher aktiver Rennruderer beim Mainzer Ruderverein war. Vorgänge beim Verbandstag in Hamburg sind die Ursachen des Rücktritts. ♦ Schon seit Wochen weilen verschieden- Autorennfahrer, darunter auch Mansreo von Brauchitsch, in Italien, um für das am Sonntag stattfindende Autorennen „Die 1000 Meilen" zu trainieren. Wirtschaft. Hilfe für das Sieg-, Dill- und Lahngebiet. WSR. Im Preußischen Landtag ist folgender Urantrag der Zentrumspartei eingegangen: Durch den dauernden Rückgang des Absatzes im Siegerländer Erzgebiet sowie im Bezirk Dill und Lahn ist die Rotlage der Bergarbeiterbevölkerung sowie weiter Kreise des Mittelstandes der Landwirtschaft und des Kleingewerbes katastrophal geworden. Im Jahre 1928 waren im Siegerländer Erzbergbau 8453, im Jahre 1932 nur noch 2136 Crzbergleute beschäftigt. Im Dill-Lahn-Bezirk ging die Belegschaft von 3628 im Jahre 1928 auf 748 im Jahre 1932 zurück. Selbst beim staatlichen Erzbergwerk Dillenburg ist der Betrieb wegen Absahmangels erheblich eingeschränkt worden und gänzliche Stillegung beabsichtigt. Der Belegschaftsrückgang im Sicgerland und im Dill- Lahn-Bezirk ist neben der Produktionseinschränkung der Eisen- und Stahlindustrie hauptsächlich auf die Einfuhr ausländischer Eisenerze zurückzusühren. Rach einer Mitteilung der „Rheinisch-Westfälischen Zeitung" lagen zu Ende 1931 in Deutschland 10 Millionen Tonnen ausländischer Eisenerze im Betrage von über 203 Millionen Mark auf Lager. Infolgedessen wurden Förderung und Absatz im Siegerland und Dill-Lahn-Bezirk stark gedrosselt, viele Gruben stillgelegt und die Erzbergleute größtenteils arbeitslos. Wir beantragen daher: Der Landtag wolle beschließen: Das Staatsministerium wird ersucht: 1. auf die Reichsregierung einzuwirken, daß die Vereinigten Stahlwerke an denen das Reich maßgeblich beteiligt ist, veranlaßt werden, die Eisenerze des Siegerlandes und von der Dill und Lahn mehr als bisher bei der Verhüttung dieses Konzerns zu berücksichtigen: 2. außerdem dafür einzutreten, daß die Belegschaft des staatlichen Eisenbergwerks Dillenburg wieder voll beschäftigt und die geförderten Eisenerze gegenüber den Auslandserzen in der westdeutschen Hüttenindustrie bevorzugt verwendet werden. * Errichtung einer Reichs st eile für Dole und Fette. Der große Plan zur Reuordnung der deutschen Fettwirtschaft sieht ergänzend die Monopolisierung der Oele, Fette, Oelsaaten und Oelkuchen in einer Reichsstelle für Oele und Fette und im Maismonopol vor. Durch eine Verordnung wird nunmehr die Reichsstelle für Oele und Fette errichtet. Ihr Apparat soll möglichst klein gehalten werden. In einer Durchführungsbestimmung wird u. a. angeordnet, daß zur Einfuhr in der Regel 50 Prozent gegen Rachweis der Vorjahrseinfuhr zugelassen werden, bei Olivenöl, Lavat, Sulfuröl und Palmöl 100 Prozent. Die Reichsstelle ist rechtsfähig, sie hat ihren Sitz in Berlin, Prinz-Albrecht-Strahe3, und nimmt ihren Geschäftsbetrieb am 12. April auf. * Mielewerke A. - G., Gütersloh (Westf.). Wie die Verwaltung der Firma mitteilt, hat sie auch während des Höhepunktes der Krise ihre Höchstarbeiterzahl nur um etwa 15 Prozent einzuschränken brauchen. Inzwischen konnten bei der Firma wieder umfangreiche Reueinstellungen vorgenommen werden, so daß anzunehmen ist, daß die früher beschäftigte Höchstzahl von über 2000 Mann bald wieder erreicht sein wird. Vor allen Dingen ist der Geschäftsgang in Fahrrädern und Milchzentrifugen als gut anzusprechen. Frankfurter Abendbörse fester. Frankfurt a. M., 5. April. Bei mäßigem Geschäft war die Stimmung an der Abendbörse nach den verschiedenen Rückgängen im Mittags- verkehr wieder etwas fester, doch ergaben sich gegenüber dem Berliner Schluß nur geringfügige Erhöhungen. Eine gewisse Anregung ging von den festen Auslandbörsen aus, während von einer Publikumsbeteiligung kaum etwas zu spüren war. Etwas Interesse zeigte sich für IG.-Farben, die nach gut behaupteter Eröffnung im Verlause 1 Prozent anzogen. Aus den übrigen Marktgebieten ergaben sich dagegen nur unwesentliche Veränderungen. Die Rentenmärkte lagen still. Von deutschen Anleihen bröckelten Altbesitz etwas ab, wogegen Reubesih besonders im Verlaufe etwas festrr lagen. Reubesitz 13,15 bis 13,35, Altbesih 74.25, Schutzgebiete 8,30, Reichsbahn-VA. 99,50, Reichsbank 152 bis 152,50, Buderus 58. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 5. April. Die Zurückhaltung aller Kreise hat sich noch mehr verstärkt, so daß Umsätze kaum zustande kamen. DaS Angebot blieb gering, ebenso auch die Rach- frage. Die Preise blieben gegen den Montag unverändert, bis auf Futtermittel, biex erneut etwas abbröckelten. Weizen 210, Roggen 71,5 Kilogramm 171,50 bis 172,50, Gerste 180, Hase« 145 bis 147,50, Weizenmehl südd. und niederrhein. Spez. 0 29,50 bis 31, Roggenmehl 23,50 bis 24,50, Weizenkleie 7,50, Roggenkleie 8,25. Friedberger Ferkclmarkt. WSR. Friedberg, 5. April. Zum heutigen Ferkelmarkt waren 308 Ferkel aufgetrieben. Es wurden bezahlt für sechs Wochen alte Tiere 12 bis 15 Mark, sechs bis acht Wochen alte Tiere 15 bis 20 Mark, acht bis zwölf Wochen alte Tiere 20 bis 24 Mark. Der Markt wurde geräumt. Hauptversammlung der Hessischen Beamtenbank. * Darmstadt, 5. April. Unter Leitung des Aufsichtsratsvorsitzenden Oberzollinspektor Lange fand hier die Jahreshauptversammlung der Hessischen Beamtenbank statt. Reben dem Vorstand und den Mitgliedern des Aufsichtsrates beteiligten sich 53 Vertreter der verschiedensten Be- amtengruppeiu Der Hessische Beamtenbund war durch den zweiten Vorsitzenden, Rechnungsdirektor Koch, vertreten. Die Versammlung genehmigte die Geschäftsberichte des Vorstands uni) des Aussichtsrats: auch der Bericht über die gesetzliche Revision sand die Zustimmung der Versammlung. Der Bilanz und der Verteilung des Reingewinnes wurde ebenfalls zugestimmt. Vorstand und Aufsichtsrat wurden entlastet. Jin Aufsichtsrat gab es eine Aenderung: Polizeihauptmann Flechsenhar und Polizeikommissar Win k schieden aus, Polizeiverwaltungsinspektor B i n g e l trat neu in den Aufsichtsrat ein. Die Direktoren Burger und Schäfer wurden wiedergewählt, und zwar Direktor Schäfer für weitere drei Jahre, Direktor Burger in Anbetracht seiner Verdienste um die Datzk auf Lebenszeit. Im weiteren Verlaufe der Versammlung verlaß Direktor Burger eine Kundgebung des Deutschen Beamten-Wirtschafts- bundes, in der zum Ausdruck gebracht wurde, daß die Organisation treu zur Regierung stehe und am nationalen Aufbau mitzuarbeiten bereit sei. Die Versammlung stimmte dieser Kundgebung freudig zu. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben bie Höhe der zulegl belchloffenen Dividende an. — Relchsbankdiskonl 4 o. H. Lombardzinsfuß 5 o. H. Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Echlußk. Abend« börse Schluß« kurs Echlußk. Mittag« bSrse Datum J 4.4. 5.4. j 4.4. 5.4. 6% Deutsche Reich-anleihe v. 1921 85,4 85 85,2 6% eljem.7% Dl. Reichsanl. v. 1929 &¥t% Doung-Auleche von 1930 .. 96,25 97 96,5 97,13 — 85 83.9 85 Deutsche Anl..Ablös.-Schuld mit Aus los.-Rechten ............. 75,75 73,13 74,4 Deegl. ohne Auslos.-Rechte...... 13,75 — 13,4 13,15 6% ebem. 8% Hess. Bollsstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 88 88 88 87,5 Oberhellen Provinz.Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelab l.An- leihe Seriel mit Auslos.-Rechten 71,75 72,4 70,5 72 6% ehem. 8% Franks. Hpp.-Bank Golbpse. 15 unkündbar bis 1935 89,75 39,75 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 89,25 89,25 V/t% ebem. 4%% Franks. Hyp.. Bank-LIqu.-Psanbbriese ..... 88,5 89 _ 6'/i% ehem. 4'/z% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.^soldpse..... 88,75 89,5 6% ehem. 8% Pr. Landeöpfand briesansialt, Psandbriese R. 19 90 90 90 90 6% ehem. 7% Pr. Landespsanb briesanitalt, Pfandbriefe R. 10 89,5 90 4% Ocstenetchlsche Golvrenie.... 4,20% Oesterreichische Silberrenle _ 14,25 14 _ — 1,2 — 4% Ungarische Goldrente....... — — — 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — — — —