6,3«l 47,05 fit iti ,30 6,349 46,95 'd, 58,48 63Z l4»g 16,5? I6S.Z 2b? 73j5 2,45 /lz 35/6 3,053 170,« 73,77 64,31 76,18 14,41 0,8Ö 4.21? 58,6 21,58 16,A 81-38 y,54 6,23 0,901 0,24> 5,155 13,10 ^Jr*ToJ!L >53 92 ,82 ,36 ,28 ,43 322 209 .69 ,55 ,54 ,21 ,44 ,13 901 21 155 1,11 nolen- 3,047 170-08 73,S 64.19 76.« 14, 0,818 4,20? 58.f] 21,5* 16-54 81-22 35,46 82,07 0,8? 0,23? 5,145 13,08 58.72 or-Z 14,Z 170- jj'S iß 76.1? Sb* bnMWrllvr Lang« ?iüet^mmlung bet fw» t Heben dem Hotfionb es Aussichtsrates beten j® der verschiedensten Vc» ' jsche Aeamtenbund W henden, Aechmngsdir^ ’ ie Versammlung gew hte des Vorstands v?J der Bericht über 6« ) die Zustimmung der ,/ iry und der Verteil^ e ebenfalls lygeftimmL, it wurden entlastet. e Qlcnberung; N'SCl' ar und is, Polizewerwaltung^ neu m den E» iurner unb Schal ndwarSirektorSch-' ihre, Direktor »utfl , ierdienste um L ,T?r< ^n^cinc& •: «LZ äkssss "ouch^WaA^ :m für ff™ Don i * "$it «flÄS I, darunt-r v ***?sb3 ^grhörte^^r. Sachen n66ötje feuer. äS-rsi ?^C9u"Hingt)onbe! j .^rend von einer t zu spüren wer 1 ffh*r 3®.-Nben, l I 'unung im Verlause I Trigen Marktgebiets unwesentliche , iUtbesih etwas ab, w> ! m Verlaufe etwas sest, I 1M Mbesih 74,25, I nhn-VA, 99,50, Reichs >Ms 58. 1 'Ctreibcbörie. 5- April. Vie Zurück, t sich noch mehr vn. un zustande kamen. D:j ebenso auch die Vaa,. en gegen den Mon^ iullermitlel, die 'etnti izen 210, Roggen 71j tz 72,50, Gerste 180, Hain - hl südd. und niederes Roggenmehl 23,50 bj 1 Roggenkleie 8,25. serkclmarkt. 5. April. Zum heutige! . Ferkel ausgetrieben. 01 * Lochen alte Tiere 12! - # Lochen alte Tiere 15 bil ; Lochen alte Tiere 20 bil de geräumt. rmmlung hamfenM. ciL flutet Leitung M Donnerstag, 6. April 1955 185. Jahrgang Kr.82 Trstes Blatt GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Brod ent Verlag: Briil)l'fd)c UnloerstlSlr-vuch. und Stcinöruderd R. lange in Sietzen. Sdfriftleitnng uhb S-lchästsltelle: S^uttraSc 1. Annahme van Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mrn Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 2011 , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantworllich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Gienen. Erscheint «ägltch,auher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Siebener Familienblätter Heimat mBild DieScholle Monalr-Vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsvrechanschlüsse antcr Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. .u in 11 m = ierant- Moskau. Angelegenheit mehr gegen Rom, 6. April. (TU.) Der Drohe Faschistische Rat ist Wittwochnacht unter dem Vorsitz Mussolinis zusammengetreten. Rach dreistündiger Sitzung wurde folgende Tagesordnung verkündet: Der Drohe Faschistische Rat erklärt seine 3 u fti mmung zum Dorgehen des Ehefs der Faschistischen Regierung, daß sie in realer Erkenntnis der politischen Lage bestrebt ist, Europa den Frieden zu sichern und das Werk der Derständigung in die Wege zu leiten. Er betont, dah d i e Grundsätze des Musso - liniplans unverfälscht bleiben müssen. weil sie allein die Bedingungen schaffen, die füv einen alle Interessen gleich- mähig berücksichtigenden Frieden unerläßlich sind. Er gibt der Lleberzeugung Ausdruck, dah infolge der nunmehr erfolgten Aufklärungsarbeit die Dorschläge Mussolinis bei den verantwortlichen Staatsmännern das Derst ä n d n i s finden werden, das bereits in der Seele der Dölker vorhanden ist und dos auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet eine friedliche internationale Zusammenarbeit möglich machen wird. polnische Lleberheblichkeit. Die Opposition gegen den Biermachtepakt. denken gegen die neue Fettwirtschaft fort, wobei auf der anderen Seite der Dorteil greifbar ist, dah mit der Produktionskraft der deutschen Landwirtschaft auch ihre Kaufkraft steigt. freigelassen. 5. April. Drei wegen der Dickers- verhaftete Engländer sind nun- eine Kaution freigclas - Der vierte verhaftete Englän- Lin Anschlag aus die Gebrüder Roller. Alfred Rotier und Frau auf der Flucht tödlich abgestürzt.-Fritz Rotter verletzt. Die bäuerliche Deredelungswirt- schaft leidet teils unter dem Wettbewerb der Margarine, teils unter der Einfuhr von Molkereierzeugnissen aus dem Auslande. Der Hinweis daraus, daß Molkereierzeugnisse in der Hauptsache aus Ländern kommen, mit denen wir tn mehr oder weniger gutem Warenverkehr stehen, ist an sich begründet, laßt aber nicht den Schluß zu, dah wir die Einfuhr der Molkereierzeugnisse um deswillen hinnehmen müssen, weil sonst die Ausfuhr deutscher Fertig- waren sowie von Rohstoffen and Halbzeug gefährdet ist. Zunächst verteilt die Einfuhr der Molkereierzeugnisse aus dem Auslande über viele Länder, so dah tm Emzelfall erhebliche Posten nicht herauskommen. Sodann hat aber die agrartechnische Entwicklung in den Cantern, die die Molkerciwirtschaft stark ausgebaut haben, zu einer Llebererzeugung geführt, die tnatoiKten durch anderweite Absatzschwierigkeiten für die be- teiligten Länder zu einer Krise ersten Ranges geworden ist. Es ist nicht die Aufgabe Deutschlands, andern Ländern einen guten Rat zu geben, was sie in dieser Krise mit ter Uetererzeumina in ter Molkereiwirtschaft anfangen sollen. Es ist aber die Pflicht Deutschlands, seine eigene Landwirtschaft davor zu schützen, dah nicht eine Masscncinfuhr ausländischer Mo^ewrzeug- nisse zu Schleuderpreisen, die bäuerliche Derete- lungswirtschaft im Inlaute über die Haufen wirft. Die Tatsachen liegen nun einmal so, daß wir zwar noch immer eine erhebliche Einfuhr von erzeugnissen haben, aber nicht teshtckb, toeu wir den ganzen Dcdarf nicht im Inlands decken können, sondern deshalb, weil die Handelspolitik bisher CEcrt darauf gelegt hat, ausländische Molkerei- erzeugnisse hcreinzubek mn en. Di: Milchens u'ung reicht heute in Deutschland auf jeden Fall aus, um den Bedarf an Molkereierzeugnissen selbst Herstellen zu können. Run will auch d i e neue R o tverord - n u n q , die das Fett- und Oelmonopol schafft, Dte Einfuhr von Molkereierzeugnissen nicht glatt unterbinden. Im Gegenteil, bestimmte Mengen sollen nach wie vor hereinkommen, aber ter Aus» s e n worden. ------ , der ist trotz des Protestes des britischen Geschäftsträgers weiter in Haft behalten worden. Eine Entspannung der russisch-britischen Be- I ziehungen ist noch nicht eingetreten, da die britische Regierung in Moskau erklärt hat, dah die angekündigten wirtschaftlichen Gegen- mahnahmen gegen die Sowjetunion trotz der Enthaftung durchgeführt werden sollen. Gegen die Verfälschung des Mussoliniplans Eine energische Warnung des Großen faschistischen Rais. wortungsbewußtsein steigert, daß man allgemeine Richtlinien und beratende Hilfe des Staates gibt, daß man bann aber den schaffenden Menschen die künstlerische Freiheit im weitest möglichen Umfang läßt und die Gesichtspunkte anerkennt, die sich aus dem Film als einer wirtschaftlichen Angelegenheit ergeben. Das Bekenntnis zur Tendenz, zur . ge - 1" innungsmäßigen Erfüllung und Durchdringung des Films ist gut und erfreulich. Aber ausschließlich Tendenz wäre gefährlich. Die Massen gehn nun einmal ins Kino, um sich zu erholen und zu unterhalten. Wenn sich der deutsche Film nun plötzlich in nationalen Ekstasen überschlagen wollte, so würde man den eigentlichen Zweck verfehlen. Der Unterhaltungsfilm muß natürlich auch von allem gereinigt werden, was unter sittlichen und nationalen Gesichtspunkten nicht mit der neuen Staatsidee in Einklang steht. Auch er muß in den Dienst der künstlerischen Geschmacksbildung der Massen gestellt werden. Aber Tendenz kann auf die Dauer nur wirksam fein, wenn sie nicht in allzu aufdringlicher Brette an die Menschen getragen wird. An den bewußten politischen und nationalen Tendenzfilm aber wird mal bie höchsten 2lnforberungen im Hinblick auf künstlerische Verantwortung stellen müssen. Nationale Film unb Kitsch müssen zwei ganz getrennte Begriffe werden. gleich soll bei der Margarine gesucht werten. Die Steigerung der Wargarineerzeugung hat die Duttererzeugung im Inlands viel mehr zurückgedrängt und geschädigt, als die Dutterern- suhr aus dein Ausland. Die Regelung der Fettwirtschaft drosselt nunmehr die Margarmeerzeu- gung um die Hälfte herab, also etwa um 300 OOO Tonnen, um hierfür Jnlandbutter in ten Verkehr und in den Derbrauch zu bringen. Es gibt genug Möglichkeiten, den Butterverbrauch zu steigern, zumal barm, wenn Preisunterschiede zwischen Butter und Margarine kaum noch bestehen. Der Ausgleichszuschlag für die Margarine hebt den Preisunterschied nahezu auf, so dah der llebergang zur Butter um so eher naheliegt, als der Rahrwert der Butter unbestritten höher ist als ter ter Margarine. Durch die Errichtung des Fett- und Oelmonopols hat das Reich nunmehr in ter Hand, zu jeder Zett m die Fettwirtschaft eingreifen zu können, wenn dies aus besonderen Verhältnissen heraus notwendig fein sollte. Bis sich die neue Fettwirtschaft eingespielt hat, werten noch Monate vergehen. Eine Verteuerung ter Margarine oder ten Butter für die Kreise der Bevölkerung, die wirtschaftlich und finanziell weniger widerstandsfähig sind, wird durch die sinnvolle Einführung des Fett- 1 gelbes verhindert. Damit fallen soziale 2e- Die Probleme, bie in ben Arbeitsgebieten bes neuen Propaganbaministeriums liegen, können nicht schematisch mit ben gleichen Mitteln gelöst werben. Es ist noch verhältnismäßig leicht, ben Rundfunk in ben Dienst an ber neuen Staatsibee einzufügen. Bei ber Behanblung bes Fi 1 nis ergeben sich wesentlich größere Schwierigkeiten. Schließlich ist ja ber Film nicht nur eine Angelegenheit ber Kunst, sondern auch eine solche ber Wirtschaft. Die beutsche FilMprobuktion setzt Hunberttausende in Brot. Ihre Erzeugnisse spielen in ben Ziffern ber Handelsbilanz keine unbeachtliche Rolle unb man kann bem Auslanb einen gewandelten deutschen Geschmack nicht einfach auszwingen. Die Unterschiede bei der Behandlung von Rundfunk und Film ergeben sich schon ohne weiteres aus dem Problem der Zensur. Das Verbot eines fertig- gestellten Films, in den vielleicht Millionen hinein- gefteeft wurden, kann eine Produklionsfirma vernichten. Man wird bie Aufgabe also so lösen müssen, baß man auf Umstellungen an ben verantwortlichen Stellen ber — Produktion drängt, daß man hier das haftet. Der Gendarmerieposten von Goetzis (Vorarlberg) wurde aus Liechtenstein telephonisch aufgeforbert, einen Kraftwagen anzuha11en, der die Liechtensteiner Grenze von Dabuz aus vassiert habe. Der Oenbarmeriepoften stellte bei ber Kontrolle fest, baß vier Babener unb ein Liechten- 1 ft e i n e r Flugschüler die Insassen waren. Sie; tigt gehalten hätte, einzugreifen. (Stürmischer Beifall.) Das erste Verhör von Mr. Monchouse, dem Leiter ber Moskauer Filiale von Metropolitan Vickers, habe 19 Stunben lang oh ne Unter- btedjung gebauert. Man habe nicht mitgeteilt, wessen er beschulbigt werbe, sondern ihn nur aufgeforbert, ein vollstänbiges Geständnis abzulegen. In Rußland halte man anscheinend die mehrmals im Jahre erfolgenden Geschäftsreisen von Mon» chouse nach London für Spionage. Das Unterhaus müsse ber Regierung bie Möglichkeit geben, ben Sowjetbehörben auf die klarste unb unmittelbarste Weise vor Augen zu führen, daß jede Unterhaltung über wirtschaftliche A b m ach un» gen zwischen Rußland und England unmöglich ist, solange die Untersuchung i rt o e r Vickersangel e g e n h e i k in einer Art geführt wird, bie in England beunruhigend wirken muh. Drei verhaftete Engländer in Moskau werde. Eine Bestätigung dieses Gerüchtes war nicht zu erlangen. Oer russisch-britische Konflikt. Die Ermächtigung zum Verbot russischer Einfuhr. London, 5. April. (211.) Während der zwei- ten Lesung des Gesetzes zum Derbot russischer Einfuhren nach England erklärte Außenminister Sir Iohn Simon, die Verhaftung der sechs englischen Angestellten der We- tropolitan-Dickersgesellschaft sei vollkommen u n - erwartet gekommen, nachdem die Metropolitan Vickers jahrelang die besten Beziehungen zu der russischen Regierung gepflegt und ihr große Dienste geleistet habe. An sich bestreite niemand das Recht irgendeiner aus- ländischen Regierung auf ordnungsmäßige Weise Untersuchungen anzustellen. Anklagen zu erheben und Prozesse durchzuführen. Die Verhaftungen der sechs Engländer seien jedoch von besonderen Umständen begleitet gewesen. In derselben Rächt und, wie er glaube, im selben Gefängnis seien 35 russis ch e Staatsangehörige ohne irgendeinen P r o - zeß und ohne eines ter üblichen gerichtlichen Vorgehen in Rußland zumTodeverursteilt und erschossen worden. Man werde ihm hoffentlich vergeben, wenn er sich, wie im Falle der beiden Telegramme, deren eines die Verhaftung der sechs Engländer, unb das andere die Erschießung von 35 Russen meldete, für berech- Randnoten. Das deutsche Strafrecht stellte bislang d i e studentische Bestimmungsmensur xrls einen „Zweikampf mit tödlichen Waffen" für alle an der Mensur Beteiligten unter Straf e. Durch lange Iahrzehnte hindurch war auf diese Weise den „schlagenden" Verbindungen der Hauptteil ihrer studentischen Erziehungsarbeit wesentlich erschwert. Denn daß zu allen Zeiten weiter gefochten wurde, war allerorts ein mehr oder weniger offenes Geheimnis. Aber oftmals war die Situation doch recht brenzlich, wenn in ter Rähe eines Mensurlokales die „Pickelhaube" oder der „Tschako" erschienen. Und es fehlte nicht an geradezu abenteuerlichen Situationen, in denen allen Verboten zum Trotz die Mensuren aus- getragen wurden. Bei Rächt und Rebel ging es oftmals hinaus in die entlegensten Gasthäuser und Kneipen, wo geheimnisvoll und hinter verschlossenen Türen diesem ritterlichen Sport gehuldigt wurde. w Wenn nun Preußen sich dem Vorgehen einiger anderer Länder anschließt — allen voran ging das „Musterländle" Baden, das aber früher die hemmenden Bedingungen in ganz besonderer Schärfe zur Durchführung gebracht Hütte — und in den nächsten Tagen eine Der- fügung erlassen wird, nach der in Zukunft die Austragung oder die Teilnahme an einer De- stimmungsmensur strafrechtlich n i ch t m e h r »■erfolgt werden, so ist zu erwarten, dah die restlichen Länder sich diesem Vorgehen des größten deutschen Landes anschliehen werden und hier endlich ein altes Unrecht gutgemacht wird. Denn tatsächlich ist ja bei ten Vorsichtsmaßnahmen. die getroffen worden sind, in der Ban- dagierung wie in der ärztlichen Behandlung eine lebensgefährliche Verletzung so gut wie unmöglich. Dieser angebliche „Zweikampf mit tödlichen Waffen" ist nichts weiter als ein Sport. Einen solchen Sport gerade in Zeiten zu verbieten, wo bei dem Fehlen des Volksheeres jeder Ersatz' der körperlichen Ertüchtigung der Jugend notwendig ist, war eine Groteske. Sie wurde auch erklärlich nicht etwa aus einer pazifistischen Einstellung der früheren Regierungen, sondern nur aus dem Haß gegen die Studenten, die sich fast einhellig gegen das Weimarer System zusammenfanden. Die Regierungen haben sich nicht den Kopf darüber zerbrochen, weshalb das so kam. Sie haben nie darüber nachgedacht, daß die Studenten in der Zeit nach den Freiheitskriegen die Wortführer des freiheitlichen nationalen Deutsch! an ds waren, während sie heute die Parteigänger der nationalen Opposition waren. Man hat auch nicht einmal den Versuch gemacht, die Studentenschaft für den Staat zu gewinnen. Man betrachtete sie als unbequeme Querulanten und suchte sie deshalb zu schikanieren. So ist praktisch das Mensurverbot eine politische Kampfmaßnahme ge- wesen und stieß gerade deshalb auf lerden- schöstlichen Widerspruch in der Studentenschaft. Denn das Fechten ist längst nicht mehr eine „mit- telalterliche Roheit", es ist in feiner heutigen Form ein ritterliches Spiel, das sich zudem nicht an die Oeffentlichkeit drängt, und wenn der Boxkampf heute — der doch sehr leicht zu einer Spekulation auf die niedrigsten Instinkte ter Massen ausartet - vor Zehntausenten getrieben werden kann, wenn die stumpfsinnigen Sechstagerennen durchexerziert werden, bann ist wirklich nicht emzu- reßen. weshalb nicht bie Studenten nach alter Weise bie Klinge kreuzen sollen. Wie bie „Vossische Zeitung" ergänzen!) berichtet, soll ter Besitzer bes Kurhauses Gcif - f I e i bei Triesenberg Schädler die Brüder Rotter unb ihre Begleitung zu einer Besichtigung des Kurhotels eingeladen und mit b e m A u t o in Vaduz abgeholt haben. Als sie dort angekommen seien, hätten sich sieben junge Leute auf die Rotter gestürzt. In dem sich entspinnenten Handgemenge fei es Fritz Rotter gelungen, zi' entfliehen. Der Kurhaustesitzer Schädler habe ih jedoch eingeholt und aufgeforbert, nach Dabuz zurückzukehren, bie anberen seien ebenfalls inSicherheit. Fritz Rotter habe dann das Auto bestiegen, das in raschestem Tempo talwärts gefahren sei. Als er ten Fahrer auiforbcrie, zu halten, damit er bie Polizei benachrichtigen könne, sei da- Tempo noch verschärft worben. Daraus sei Fritz Dotter aus b c st Auto gesprungen unb habe sich babei einen Achselbruch zugezogen. Qllfreb Rotter unb seine Frau sollen abends totin einem ausgetrockneten Wilbbach bei Triesenberg aufgefunben worden sein. Frl. Wolf, die blutüberströmt mit zerrissenen Kleibern nach Dabuz transportiert worben sei. mußte sofort in ärztliche Behanblung gehen. Es soll sich bei dem Wagen um einen deutschen Wagen mit badischer Polizeinummer hanteln. Unter den Fest genommenen, die von der österreichischen Polizei in das Feldkircher Gefängnis eingeliefert worden sind, soll sich auch tee 22jährige Sohn des Besitzers des Schlosses Gutenberg in Liechtenstein Peter Reinberger befinden. Der Kurhausbesiher Schädler wurde von der Liechtensteiner Polizei ebenfalls Der* Dabuz , 6. April. (TU.) Die seit ihrer Flucht aus Berlin im Walbhotel in Dabuz sich auf- haltenten Gebrüber Alfreb unb Fritz Rotter unternahmen am Mittwochnachmittag in Begleitung ber Frau Alfreb Rotters unb einem Fräulein Wolff aus Belgien einen A u s - flug nach bem in ter Umgebung von Daduz gelegenen Kurhaus Gaflei. Es war etwa gegen 15 Uhr, als plötzlich aus bem Walte unerwartet mehrere Männer hervortraten und einen 11 eberfall auf bie Gesellschaft versuchten. Alfreb Rotter, seine Frau unb Fräu- lein Wolff rannten in schnellster Flucht talabwärts unb stürzten babei in bem fei- si gen Gelänbe ab. Das Kurhaus Gaflei liegt etwa 1400 Meter hoch. Fritz Rotter tourte in ein Auto gesetzt. Als er merkte, bah man ihn entführen wollte, sprang er in voller Fahrt aus bem Automobil unb flüchtete. Dei bem Sprung erlitt er verschiebens Verletzungen am Kopfe unb einen Achfelbruch. Die Verletzungen waren aber nicht besonders schwerer Ratur unb er konnte noch ein Haus in ber Rahe auf such en unb von hier aus biePolizeiver- stänbigen. Diese entfanbte sofort eine Rettungsmannschaft nach bem Gebiete von Gaflei. Am Mittwoch gegen 20 Uhr wurden bie Abge stürzten aufgefunben. QI1- freb Rotter unb seine Frau waren tot. Fräulein Wolff lebensgefährlich verletzt. Sie wurde sofort nach Daduz ins Spital überführt. Die Staatsanwaltschaft ist ben Tätern auf ter Spur unb hat bereite einige Personen fest nehmen lassen. Man vermutet, baß es sich bei bem Ueberfall um eine Tat hantelt, bie seit längerem vor- bereitet tourte unb bah bie ©ebrüber Rotter in bas Kurhaus hinaufgelock t würben. Bei ben Tätern soll es sich um einige Männer aus Deutschland und einige aus Liechtenstein selbst handeln. Die Flamen der Täter werden noch geheimgehalten. Warschau, 8. April. (WTB.) Das Blatt der polnischen Regierung „G a x e t a P o l s k a" bespricht die Grundzüge des französischen Memorandums zum Viermächtepakt und wiederholt die Behauptung, daß sich bie Völk-rbundsfatzung mit einem Direktorium von vier Staaten nicht vereinbaren lasse. Es sei unbekannt, was Frankreich veranlaßt habe, sich an der Beseitigung des Völkerbun- des zu beteiligen, vielleicht irgendwelche sub- I tilen taktischen Berechnungen, vielleicht aber auch | italienischer Druck. Eines sei sicher, wenn der Vierer- patt zustande komme, so bedeute dies die Been- digungderführendenStellungFrank- r e i d) 5 auf dem europäischen Kontinent. Sehr entschieden wendet sich das Blatt gegen den von Havas ausgesprochenen Gedanken, wonach zu den Besprechungen der vier Großmächte ein anderer Staat hinzugezogen werden könne, sofern Angelegenheiten behandelt würden, die jenen Staat direkt oder indirekt beträfen. Dies hieße also, daß zu den vier Sesseln der Vertreter der Großmächte einStühlchen für ben interessierte n Delinquenten hinzugeschoben wer- b e n könne. Polen sei bereit, zweiseitige biplomatische Unterhandlungen mit jedem Staat, sei er groß oder klein, zu führen. Die Bestimmungen des Rates der Vier würden feinesfalls für Polen verpflichtend fein, da das hinzugestellte Stühlchen ftänbig leer sein würbe. Eine Biermachiekonferenz in Rom? London, 6. April. (ERB. Funkspruch.) Der Korrespondent der „Worning Post" in Rom verzeichnet ein Gerücht, wonach eine Diermächte- konserenz Deutschland. Italien, Großbritannien und Frankreich vorMitte Iuni nach Rom einberufen werden solle, um ben von Mussolini angeregten Plan zu erörtern. Die Zusammenkunft werbe unter ber Qlcgibe bes Völkerbunbes abgehalten werben. Die in Rom bemäntelten Vorschläge würben bann bei ber Herbstsession bes Dölker- bunbes in Genf weiter ausgearbeitet unb z u einem Diermächte-Plan gemacht werden. Von ber geplanten Rom-Konferenz werbe gehofft, bah sie einen günstigen Einbruck in ben Vereinigten Staaten machen Der Kriegslärm verebbt. Ernüchterung in Paris. — Verschleppungstaktik gegenüber dem Muffoliniplan. Von unserem v. Q.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Paris, April 1933. Ebensowenig, wie man eine Truppe endlos Gewehr bei Fuß stehen lassen kann, wenn man ihr ständig vorerzählt, es ginge bald los, läßt sich eine Alarmpropaganda auf die Dauer halten. Entweder passiert etwas, oder es offenbaren sich die wahren Hintergründe. Und dann inerkt man die Absicht und ist verstimmt. Die Pariser Presse hat mit wenigen Ausnahmen in der letzten Zeit vom Krieg gesprochen, als wäre er so unvermeidlich, wie ein Bundes- schießen für einen Schützenverein. Verteidiguntzs- krieg? Vorbeugungskriea? Die Nervosität trieb buntschillernde Blüten, die Stimmung war, wie man sagt, geladen. Kein Mensch wird erwartet haben, daß der mächtige Ruck, mit dem Deutschland erwachte, sich jenseits des Rheins nicht auswirken würde. Falsche Berichte haben in Frankreich die Erwartung genährt, daß sich der Schwung der nationalen Erhebung Deutschlands in einem Bürgerkrieg verlieren könnte, und daß die frischen Kräfte in einem Kampf zwischen Reich und Ländern aufgerieben würden. Und nun schloß die nationale Front in wenigen Tagen ihre Reihen. Statt der „Mainlinie", die manchem gut in den Kram gepaßt hätte, wurde die einheitliche Linie deutlich sichtbar, auf die sich Norden, Süden, Westen und Osten Deutschlands einstellten. Der Eindruck der deutschen Ereignisse mußte also stark sein, aber er ist aus durchsichtigen Gründen verfälscht und aufgebauscht worden. Mit einem wahren Heißhunger wurden die Berichte der Berliner Korrespondenten der großen Pariser Blätter verschlungen und die Folge war eine unleugbare Bestürzung. Man fürchtete Vergeltung für die bisherige Politik Frankreichs gegen Deutschland. Gleichzeitig sah man sick besorgt nach Italien um. Polen und die Kleine Entente gossen Del ins Feuer und so pflanzte sich das Kriegsgeschrei aus der Presse in die Kammer, in die verschiedensten Verbände und schließlich bis in die Herzen der friedlichen Bürger fort. Es ist verständlich, daß diejenigen Stellen, die für die militärische Schlagkraft ihres Londes verantwortlich find, im Hinblick auf die neue Lage in Europa die gegenwärtige und künftige Kräfteverteilung gegeneinander abschätzen, und nach dem Zeitpunkt suchten, zu dem eine Entscheidung — wenn sie nun einmal nicht zu umgehen wäre — am günstigsten herbeiaesührt werden könnte. Es ist natürlich, daß unter diesen Umständen manche militärpolitische Maßnahme beschleunigt durchgeführt wurde, die sonst vielleicht allmählich vorgenommen worden wäre. Aber mußte nicht zwangsläufig auch hierdurch die Stimmung im ganzen Lande an Spannung zunehmen? Immerhin wäre die unnatürliche Nervosität abgeflaut, nachdem sich die Befürchtungen vor einem Angriff Deutschlands oder Italiens völlig unbegründet erwiesen, wenn nicht die große Pariser Presse alle Kraft aufgeboten hätte, um das Wort „Krieg" allen guten Bürgern nachdrücklichst einzuhärnmern. Seit einigen Wochen hat man Gelegenheit, diesem Schauspiel zuzuhören und zuzusehen. Als Unbeteiligter mußte man sich sagen, daß diese Propaganda selbst unter Berücksichtigung der Märchen, die von Leuten mit Erfolg verbreitet wurde, die es vorgezogen hatten, den angeblich „brennenden Boden" Deutschlands zu verlassen — allmählich an Nahrung verlieren würde. Dieser Zustand tritt langsam ein und noch mehr: die Propaganda ist im Begriff, das Gegenteil des Gewünschten zu erreichen. Immer mehr'Franzosen legen sich die Frage vor, womit diese Stimmungsmache enden soll, und sie erkennen das Interesse der Rüstungsindustrie hinter dem Alarm ihrer Presse, sie erkennen die nur ungenügend verschleierte aber mißlungene Absicht, die öffentliche Meinung der Welt und vor allem die Haltung Englands dadurch zu beeinflussen, daß man Deutschland und Italien als angebliche „Ruhestörer" schlecht macht. Und sie merken nicht zuletzt, daß bis zu einem hohen Grade innerpolitische Gesichtspunkte für den Feldzug der großen Pariser Presse maßgebend waren. Das ist.aber der Punkt, wo sich die falsche Regie herausstellt, wo der Spieß sich selbsttätig umdreht. Gegenüber der Hoffnung der französischen Rechten, dem gegenwärtigen Linkskabinett die Mehrheit zu entziehen, indem man es als zu nachgiebig brandmarkt, indem man seine Politik als Kriegsgefahr bezeichnet, ist die Selbstbesinnung der hinter der Regierung Daladier stehenden Volks- sckichten gestiegen. Ebenso wie die konzentrischen Angriffe der Rechtsgruppen bei den finanzpolitischen Beratungen der letzten Wochen abgewiesen wurden, läßt man sich durch die mit außenpolitischen Schlagworten geführten Vorstöße der Rechten nicht beirren. Das offen zugegebene Ziel ist der Sturz des locker gefügten, aber immerhin praktisch bestehenden Kartells und die Einsetzung einer Konzentrationsregierung ober eines Kabinetts der nationalen Union. Man weiß aber im Lande, dessen Stimmung nicht an dem künstlich beeinflußten Thermometer von Paris gemessen werden darf, daß etwa eine Tardieu-Regrerung Frankreich nur noch weiter in die außenpolitische Verein- famung treiben würde. Man befürchtet ernstlich, daß sich die Rechte, über das Interesse Frankreichs hinaus, auf eine Prestigepolitik im Namen der Vasallen versteifen könnte und sagt sich, daß andere Wege gesucht werden müßten, um die Lage zu entspannen. Die Alarmpropaganda hat ihr Gutes gehabt: Sie hat Ernüchterung gebracht. Die aufkeimende Erkenntnis, daß auch im Interesse Frankreichs die Versailler Stellung nicht mehr so stark und unverändert gehalten werden kann, hat, als Reaktion auf die unbegründete Aufregung, am Wachsen zugenommen. Angesichts des Mussolini-Planes und des englischen Abrüstungsoorschlages prüft Frankreich zur Zeit die Aufnahme st ellun- gen, die es beziehen könnte. Hoffen wir, daß im Interesse des europäischen Friedens die Zeichen der Zeit in Paris richtig gedeutet werden. England will Ruhe in Europa, Italien drängt auf eine friedliche Bereinigung der durch die Vorortoerträge geschaffenen ernstesten Konfliktstoffe. Deutschland ist zu jeder vernünftigen Verständigung bereit. Kann Frankreich sich bewußt auf eine Haltung versteifen, die ihm selbst schweren Schaden bringen muh? Frankreich wird zwangsläufig seine bisherige Politik ändern müssen, weil es sich eine Isolierung nicht leisten kann. Aber deshalb darf man sich bei uns keineswegs darüber täuschen, daß Paris alles aufbieten wird, um die öffentliche Meinung der Welt gegen das nationale Deutschland, gegen Revision und Gleichberechtigung einzunehmen. Wir kennen aus dem Kriege die Wirkungen zielbewußter Propaganda und wir wissen, daß es stets Neider geben wird, die selbst friedliche Erfolge eines aufstrebenden, gefunden Volkes nicht hinnehmen wollen. Gegenwärtig geht es Frankreich darum, Zeit zu gewinnen, sowohl im Hinblick auf den Plan Macdonalds wie auf d/< 4, . --—.....-......- D.R.R Ü. D.R.G.M. am Marktplatz 2360 A Ihr Frühjahrs-Mantel nur von Täglich Eingang neuer, geschmackvoller Ware zu billigsten Preisen! Gebr.lmheuser Jistoria - JEicfitspiele Heute Donnerstag bis Sonntag: I. Der große sensationelle Tonfilm in deutscher Sprache. !fladio-Polizei Patrouille 2358 c Neuyorks Polizei im Kampf gegen die Unterwelt II. Eine ganz tolle und lustige Militärangelegenheit in 4 Akten: wr* <> <• Jlasemennof Miele - Erzeugnisse in größter Auswahl zu Originalpreisen am Lager. Um zwanglose Besichtigung wird höflichst gebeten. —Für Händler besondere Vereinbarungen. saszA J.B. Häuser* Gießen Hans- n. Küchengeräte. Am Oswaldsgarten, Fernspr. 2145,2146 utxu1t rrtrxjDüaxmJU-UJ Maschinenschreiben leicht gemacht durch uns. rhythmische Methode! Schnell fördernde Spezialkursenur RM. 5.—. 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Möhl, zeige ich an Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten Ole Verlobung ihrer Tochter -Cotte mit Herrn Oberleutnant Günther Äreithaupt, Adjutant des I. (Hess.) Grenadier-Vataillons, 15. Fnsantrie- Regiments, geben bekannt statten. Das Kreisamt erinnert die Besitzer Export-Biere vom Faß: Schloßbrauerei Braunfels — Münchener Löwenbräu 1.25.0.75, 0.35 ,1.75,0.95, 0.75 DamerkStrÜmpfe, Waschseide, moderne Farben............ Damen^StrÜmpfe, weiche, dehnbare Mattseide Damen-Filetstrümpfe, Crepe Muster..................... Damen-Strümpte, Flor mit Seide, gute Qualität Damen-Strümpfe, Flor mit Mattseide, feinmaschig Kinder-Strümpfe, baumwolle und merceresiert, Gröhe 1 Knaben-Kniestrümpfe, Gröhe 3 Herren-Socken, baumwolle und Seidenflor. moderne Muster. Herren-Sportstrümpfe, neueste Muster Beachten Sie bitte meine Spezialfenster Markt 16 2346 A Scblftfzim, Pol-ter, Stabl- matr.an jeden, Teilz. Kni.tr. EisenmöbcLfabrik Suhl/Th. 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Ultra-Kurzwellen, Röntgen-Inftitut Sprechenden: 9—11, 3—5 Uhr Klavieren, Radioapparaten und sonstigen Musikwerken sowie die Vereinsvorständc, die ein Musikinstrument in einem öffentlichen Lokal aufgestellt haben, an die Entrichtung der Stempelabgabe für das Jahr 1933. Erfolgt die Zahlung bis Ende dieses Monats nicht, so erfolgt Bestrafung nach Artikel 31 und 33 des Urkundenstempelgesetzes. Ferner erinnert das Kreisamt die Besitzer von Luxus- und Lederwagen sowie Luxusreitpferden an die Entrichtung der Stempelabgabe für 1933 Rj. Erfolgt Zahlung nicht bis Ende dieses Monats, io erfolgt Bestrafung naä) Artikel 31 und 33 des Urkundenstempelgesetzes. Das Kreisamt mack)t wiederholt darauf aufmerksam, daß die Inbetriebnahme jedes Motors von den Gewerbetreibenden auf dem vorgeschriebenen Formular innerhalb 8 Tagen bei der Bürgermeisterei anzumelden und die Anmeldung an das Nreisamt weiterzugeben ist. Bei Benzinmotoren ist außerdem anzugeben, wo das Mineralöl gelagert werden jiüL Besondere Genehmigung ist dann einzuholen. 1.25, 0.95, ,2.40,1.90. .0.50,0.35, .1.25,0.95, Amtsverkündigungen aus den oberhessischen und preußischen Kreisen. Kreis Alsfeld. Das Kreisamt macht darauf aufmerksam, daß nach Artikel 8 des Naturschutzgesetzes vom 14. Oktober 1931 das Entfernen und Beschneiden von Hecken sowie das Abbrennen von Wiesen, Rainen, Hängen und dergleichen nach dem 1. März verboten ist. 2368D Kreis Schotten. Durch Verordnung des Herrn Staatspräsidenten Dr. Werner von 24. März wird die Verfügung des Gesamtministeriums vom 3. Oktober 1932 zurückgenommen, wonach den Staatsbeamten verboten war, in Dienstkleidung an politischen Veranstaltungen teilzunehmen. Kreis Friedberg. Da die Konfirmation in vielen Gemeinden auf den 2. Osterfeiertag verlegt worden ist und gegen die derzeitige Regelung von kirchlicher Seite mit Recht Einwendungen erhoben wurden, wird auf Empfehlung des Herrn Staatskommissars für das Polizeiwesen in Hessen wieder nach den früher maßgebenden Bestimmungen verfahren: Wenn am 2. Osterfeiertag in einer Landgemeinde mit überwiegend evangeii- fck)er Bevölkerung die Konfirmation mit der Feier des heiligen Abendmahls stutt- findet, darf für diese Gemeinde keine Tanzerlaubnis erteilt werden, wenn a) an diesem Tage bisher öffentliche Tanzbelusü- gungen herkömmlich nickst stattgefunden haben oder b) Tanzbelustigungen für den 2 Pfingstfeiertag, als dem bisherigen Kon- firmotionstag, nicht zugelassen wurden. Die Wirte sind entsprechend zu bedeuten. Sollte trotzdem Antrag auf Tanzerlaub- nis für den 2. Osterfeiertag gestellt werden, dann ist im Tanzbericht anzugeben, ob die Voraussetzungen zur Versagung der Tanzerlaubnis vorliegen, und wie seither in der Gemeinde verfahren wurde. Kreis Büdingen. Wiederholt wird auf Artikel 25 des Iagdstrafgesetzes hingewiesen, nach welchem bestraft wird, wer einen Hund in fremdem Jagdgebiet bei sich hat und ihn außerhalb der erlaubten Verbindungswege über 100 Schritte von diesem entfernt, frei herumlaufen läßt, sowie derjenige, dessen Hund, ohne von jemanden mitgenommen worden zu sein, allein in der angegebenen Weise frei herumläuft. Die Gendarmerie und die sämtlichen Po- lizeisrgane werden beauftragt, bei Zuwiderhandlungen Strafanzeige zu er- 1.25, 0.95, 225,1.85, .....1.95, EIK, Betten Geschäfts-Drucksachen Spezialhaus Frdr.Teipel 5-,6-D.7-Zimm.-WohD. auch mit Heizung zu vermieten. Schriftl. Angebote u. 02191 a. d.Gieß.Anzeiger. Sehr schöne 6-Zimm.-Wolinfi. parterre, mit Zubehör, Gartenanteil, Bleichplatr per 1. 7. J.933 zu vermieten. Näheres 02183 Bielchstr. 36 I. Kleine Wohnung fürl-2 Personen fof. zu vermieten. 021™ Ederstr. 6, Hinterb. Nab. Asterweg 45. Leeres, sonniges Zimmer in Einfamilienhaus zu vermieten. Schr. 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Der D'e ut s ch n a t i o - nale Handlung sgehilfenoerband teilt mit: Bereits im Februar hatte der Handelsoerein Wetzlar e. D. Mantel- und Gehaltstarif für die kaufmännischen Angestellten im Einzelhandel Wetzlar gekündigt. Nachdem der Handelsoerein mit den Angestelltenverbänden eine Aussprache über die Tarif- und Wirtschaftslage hatte, kam man angesichts der Bestrebungen der Reichsregierung auf Schaffung eines Wirtschaftsfriedens überein, den jetzt bestehenden Mantel- und Gehaltstarif unverändert weiter in Geltung zu lassen. stärker in den Vordergrund zu treten. Da der Aufbauarbeit die größte Kraft der Arbeitgeber und Arbeitnehmer gewidmet werden muß, kann sie nur im Geiste gegenseitiger Achtung. Anerkennung und Gleichberechtigung erfolgreich sein. wenn der 5.März nicht nur eine nationale, sondern eine nationalsozialistische Revolution war, dann wird die innere Kraft des deutschen Volkes so ungeheuer, daß diese nationale politische Einheit de» deutschen Volke» uns wieder die Stellung unter den Völkern erzwingt, die uns zukommt. Der mit großem Beifall aufgenommenen Rede folgten die Ansprachen der Ehrengäste, in denen immer wieder die Sympathie für die Ziele des DHV. zum Ausdruck kam. Die gesamten Aufgaben des Verbandes in der Sozial- und Kulturpolitik umriß nochmals in einem Schlußwort der stellvertretende Vorsitzende Milhow, dessen Ausführungen häufig von starkem Beifall begleitet waren. Er warnte deutlich vor den Absichten werksgemeinschaftlicher Bestrebungen im Sinne wirtschaftssriedlicher gelber Verbände, die nur geeignet seien, einen gesunden berufsständischen Aufbau zu untergraben. Die Tagung schloß mit dem Gesang des Deutschlandliedes. Landkreis Grützen. d. Heuchelheim, 5. März. Am Sonntag hatte die hiesige Handarbeitslehrerin Frl. L ü d e d c eine Ausstllungvon Arbeiten ihrer Schülerinnen veranstaltet. Die Ausstellung, die im Schulsaal der Haushaltungsschule stattfond. zeugte in ihrem geschmackvollen Aufbau der Arbeiten, daß sie mit viel Liebe und Verständnis von der Veranstalterin vorbereitet war. Von den einfachsten Arbeiten der Anfänger an sah man in * imesSOOO.-RM in bar. Haben Sie idion Ihre Lötung für dieies Preisausschreiben emgetondt 3 Bedingungen kostenlos bei ollen stoallidien Einnehmern der Preussisch - Süddeutsdien Kloisenlotlerie. Gntendungssdiluu-. 10. April. IHI. unter Schwarz-Weiß-Aol und Hakenkreuz Gautag und Kaufmannsgehilfentagung in Mainz. Hinsicht rechnen kann. Wenn wir zusammenhalten, wird da» große werk gelingen. Dann dürfen wir hoffen, daß ein deutscher Staat entsteht, der dem deutschen Menschen angemessen ist und in dem er sich wohlfühlt." Sein Heil! fand brausendes Echo. , ~ t , Gauvorstcher Auerbach, Frankfurt a M., ging dann in seinem Vortrag „Der Kauf- mannsgehilfe in Staat und Wirtschaft" von dem ungeheuren Bingen um neue Formen unseres politischen, geistigen und wirtschaftlichen Lebens in der Nachkriegszeit aus, das seinen Abschluß in der nationalen Revolution gefunden habe. Rückhaltlos bekennt sich der Dhv. zu Ration und Lhristentum. Seine Ersahrungen und die ilebcrcinftimmung s i- ncr geistigen Grundlagen mit Venen Der völii' ni Freiheitsbewegung geben ihm ein An.echt. Er nd- sätzliches zu der im Vordergrund der inneren Politik stehenden b e r u f s st ä n d i s ch e n N e u g e - staltung zu sagen. Diese Neugestaltung dar nicht durch eine vertikale Aufspaltung der Wirtschaft zum Branchenstaat führen, sondern ist in horizontaler Weise zu echt cn Der u f s st a n - den vorzunehmen. So bilden z. D. die Kauf- mannsgehilsen einen Berufsstand, zusammen mit den übrigen Angestelltenberufen, tote Linker Werkmeister usw. den Angestelltenstand. Die heutigen nationalen Beruf sverbande sind der Grundstein einer neuenBerufs stunde o r d> n u njj. Die Sozialversicherung ist unter der Oberaufticht des Staates der Selbstverwaltung ^s.^^^eber und Arbeitnehmer zur^verantwortli^n Durch- führung zu übergeben. In der Arbeitslosenver sicherung sind gewerkschaftliche Erlahkasseni zu affig. Geeigneten Berufsverbanden ist der Arbeitsnachweis zuzugestehen. Die tarifvertragliche.*ege; lunq der Arbeitsbedingungen als wichtigste -Zio teilung arbeitsgemeinschaftlicher evelbstverwaltui^ muß ausgedehnt werden. Das tarifvertragliche Schlichtungswesen muß verwirklicht werden. Der Ausgleich zwischen Kapital und Arbeit ist eine der wichtigsten innerpolitschen Aufgaben. Rur ihre gerechte Lösung bringt den sozialen Frieden. systemvoller Cntwidlung alle Arten von Handarbeiten, Wäschestüde und Stidereien bis zu den kunstvollsten Ausführungen der Fortbildungsschul- klassen. Ter weibliche Teil der hiesigen Einwohnerschaft brachte der Ausstellung stärkstes Interesse entgegen. «cp Leihgestcrn, 6. April. Gestern, Mittwoch abend, ereignete sich hier ein tragischer lln» glücksfalI. Die Witwe Christine Arnold, die im 81. Lebensjahr steht, wollte ihr Gnkelkind von der Straße nach Hause holen, als gerade eine Anzahl junger Burschen auf der Dorfstraße, trotz wiederholtem Verbot, Fußball spielte. Die bedauernswerte Frau wurde von dem Ball derart hart am Kopse getroffen, daß sie bewußtlos auf den Hinterkopf fiel und infolgedessen eine schwere Gehirnerschütterung davontrug. Die Bedauernswerte starb, ohne das Dofie Bewußtsein wieder erlangt zu haben. * Londorf, 5. April. Am Sonntag sand im Saale der Dolkshalle eine Handarbeitsau s- ftellung statt. Die ausgestellten Arbeiten waren in einem Bäh- und Hanoarbeitskursus her- gestellt, den die technische Lehrerin Frl. Iohanna P s n o r r, Londorf, in den Winterrnvnaten veranstaltete. Lleberraschend war die Vielseitigkeit der Ausstellung. Iede Technik und jeder Ge- schmack war vertreten. Die ausgestellten Gegenstände gaben ein gutes Bild von dem Fleiß und der Liebe, die Leiterin und Schülerinnen aufgebracht hatten. s. Utphe, 5. April. Der älteste männliche Einwohner unseres Dorfes, der Landwirt und Drechsler Georg Friedrich Beltz er, konnte seinen 9 2. Geburtstag begehen. Er hat sich bis in fein hohes Greisenalter erstaun- ließe Gesundheit und Frische bewahrt, obwohl er schon von schweren Schicksalsschlägen betroffen wurde und mehrere erwachsene Enkelkinder ins Grab sinken sah. Er ist auch in der weiteren Umgebung bekannt geworden, als in der Nachkriegszeit die Spinnräder wieder zu Ehren kamen und man sie ihm zur Instandsetzung brachte: gibt es doch nicht mehr viele Drechfter, die davon noch etwas verstehen. Weitere Beurlaubungen von Bürgermeistern. WSN. Darmstadt, 4. April. Die Presse- stelle der Staatsregierung teilt mit: Folgende Bürgermeister und Beigeordnete wurden mit sofortiger Wirkung ihres Amtes enthoben und durch nachstehende Kommissare ersetzt : Michelstadt, Bürgermeister Neff, Erbach, Bürgermeister W. Dengler. Für die Besetzung dieser beiden Posten erfolgen später Vorschläge. Zell i.O., Bürgermeister Schwinn durch Beigeordneten Beysel. Vielbrunn, Bürger» meister Wolf durch Landwirt Seifert, Steinbach, Bürgermeister Wilh. Stein durch Glaser- meister Pfaff, Nieder-Kainsbach, Bürgermeister Giegerich durch Landwirt H. Eckert, Kirch-Brombach, Beigeordneter Ad. Dill- Hardt V. durch Gg. Kader, Mörlenbach, Bürgermeister Gg. Knapp durch Landwirt Ioh. Zopf und Beigeordneter Peter Knapp durch Landwirt Peter Säger, Wimpfen, Bürgermeister Salier durch Altbeigeordneten Kiefer, Mitlechtern, Bürgermeister Gg. Nipper durch Landwirt Aik. Schaab HL, Bonsweiher, Bürgermeister Rettig durch Landwirt Rettig und Beigeordneter Ioh. Eberle durch Landwirt Adam Mader, Viernheim, Bürgermeister Jean Lamberth durch Architekt Adam Winkenbach. WM. Berlin freundlich. Berlin. 6. April. (WTB. Funkfpruch.) Trotz ungleichmäßiger Kursgestaltung war auch die Grundtendenz der heutigen Börse als freund- I i ch zu bezeichnen. Für einige Gebiete des Aktienmarktes lagen günstige Meldungen vor: besonders befriedigten die Belebung am Eifenmarkt, der gebesserte Stidstoffabsah. die Nachrichten aus der Autoindustrie und der sehr flüssige Abschluß der Niederlausitzer Kohle. Auch die Kommentare des NüdzahlungsbefchlusseS für den Redis- kontkredit der Neichsbank machten einen guten Eindruck, wird doch die deutsche Wirtschaft durch diese Nüdzahlung jährlich um rund 10 Millionen Mark an Zinsen entlastet. Die schwächere Haltung der deutschen Werte im Auslande hatte aber einen gewissen Einfluß auf die Kursentwick- lung des Anlagemarktes. An diesem neigte die Tendenz eher zur Schwäche. 2m Zusammenhang mit der abermaligen Vertagung des Aufwertungstermines für die Schuhgebietsanleihe waren DeutscheAnleihen allgemein etwas stärker angeboten, die Altbesitzan- leihe büßte 65 Ps. ein. Auch Reichsschuldbuchfor- derungen büßten zirka 0,50 Prozent ein. Aktien waren dagegen überwiegend fester. Besondere für Spezialwerte lag wieder kleines Publikumsinteresse vor. Bei Farben regte außerdem die morgige Bilanz-Aufsichtsratssitzung an, so daß der 2,50prozentige Kursgewinn auf einen Umfaß von 90 Mille zurückzuführen war. Die Steigerungen bei den übrigen Spezialwerten basierten dagegen meist auf Mindestumsah. So gewannen Bremer Wolle 5 Prozent bei einer Nachfrage von 2 Mille. Holzmann setzten aus den bekannten Gründen ihre Auswärtsbewegung um 3,25 Proz. fort. Anderseits waren der drei- prozentige Nüdgang der Dortmunter Union und der 2prozentige Verlust bei Schlesische GaS ebenfalls mehr zufälliger Natur. Im Verlaufe wurde es jedenfalls, von Farben ausgehend, allgemein fester. Farbenaktien selbst gewannen nochmals 2,25 Prozent. Papiere wie Siemens. Deichsbank. Erdöl. Charlottenburger Wasser bis zu 1.75 Prozent und eine ganze Neihe anderer Werte bis zu 1 Prozent. Am Geldmarkt machte die Entspannung Fortschritte. Tagesgeld ging vereinzelt auch schon auf 4,50 Prozent zurück. Privatdiskonten waren eher gesucht, auch für Reichswechsel und Reichsschatzanweisungen bestand zu den gleichen Terminen wie gestern Nachfrage. Frankfurt fest. Die Licher Ehrung der nationalen Führer. * Lich, 6. April. Der gestrige Bericht über die Verleihung des E h r e n b ü r g e r r e ch t s der Stadt Lich an den Herrn Reichspräsidenten, den Herrn Reichskanzler und den Herrn hessischen Staatspräsidenten bedarf einer Ergänzung und infolge eines Irrtums des Berichterstatters in einigen Punkten einer Richtigstellung. Der einstimmig gefaßte Ge nieinderatsbeschluß lautete dahin, daß das Ehrenbürgerrecht der Stadt Lich an den Herrn Reichspräidenten von Hindenburg, den Herrn Reichskanzler Hitler und den Herrn hessischen Staatspräsidenten Dr. Werner verliehen wird. Die drei Ehrenbürgerbriefe sollen von berufener Künstlerhand angefertigt werden, lieber die Ausgestaltung der Ehrenbürgerbriese soll eine Kommission, bestehend aus Bürgermeister Geil, Beigeordneten Ihring und Stiftspfarrer D raubt befinden. Nach Fertig teilung sollen die Ehrenbürgerbriefe des Herrn Reichspräsidenten und des Herrn Reichskanzlers übersandt, der Ehrenbürgerbrief des Herrn hessischen Staatspräsidenten durch eine Deputation überreicht werden. Weiter sollen die Bilder^ der drei neuen Ehrenbürger beschosst und im Sitzungssaale des Rathauses aufgehängt werden. Nachdem der Biir- !ermeister die Gemeinderatssitzung geschlossen hatte, prad) der Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe der llSDAP., Kaufmann Karl Kuhn, dem Gemeinderat den Dank der Ortsgruppe für den einstimmig gefaßten Beschluß aus. Der überfüllte Sitzungssaal des Gemeinderats konnte nicht alle Menschen fassen, die Zeuge dieser geschichtlichen Ehrung sein wollten. Vor dem Rathaus hatte daher noch eine große Menge Aufstellung genommen. Nach Schluß der Sitzung trat der Gemeinderat auf die Rathaustreppe. Nachdem Büraer- meifter Geil von hier aus den einstimmigen Beschluß des Gemeinderats bekanntgegeben hatte, schloß sich eine feierliche Kundgebung zu Ehren der neuen Ehrenbürger an. Bürgermeister Geil sprach auf den Herrn Reichspräsidenten, den Herrn Reichskanzler und den Herrn hes schen Staatspräsidenten, Stiftspfarrer D r a u d t sprach auf den Nationalsozialismus und dessen Führer. Das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied, sowie ein Musikstück der Feuerwehrkapelle beendeten die Feier. Hitlerjugend-Tag in Butzbach. pb Butzbach. 5. März. Der Sonntag war in Butzbach ein Tag der Hitler-Jugend. Arn Nachmittag zogen die Jungens, von Nieder- Weisel kommend, mit Musik und Gesang in die Stadt ein. Nach einer Verpflegungspause fand auf dem Marktplatz unter starker Beteiligung der Bevölkerung eine große Kundgebung statt. Von dem Balkon des Rathauses, wo auch die Fahnen- und Wimpelträger Ausstellung genommen hatten, begrüßte der Ortsgruppenleiter, Herr Q u a n z, die Jugend- Darauf sprach der Führer der Butzbacher Hitler-Jugend, Robert Hainer. Der jugendliche Redner verstand es, mit Padenden, begeisternden Worten alle auf das gemeinsame Ziel hinzuweisen' „ein freies und glückliches Deutschland . Dann hielt Bürgermeister Dr. Scheller nach Begrüßung der jungen Schar eine kurze Ansprache, die im Hoch für Heimat und Vaterland ausklang, woran sich das Deutschlandlied anschloß. Mit einigen Mitteilungen des Stammesführers und dem Horst-Wessel-Lied schloß die Kundgebung- Am Abend sand noch ein Werbeabend statt, der von Musik umrahmt war und der die Ansprache des stellvertretenden Ortsgruppenleiters der NSDAP-, Schneider, des Gefolgschaftsführers des Jungvolks, S e i f • f c r t, brachte, sowie zwei Theaterstüde. die von der Spielschar Rendel aufgeführt wurden. Ihnen schloß sich ein Spiel der Butzbacher Spielschar an. Am Montagvormittag zog die junge Schar weiter. Wechsel im Vorsitz des hessischen Einzelhandels. In der Vorstandssitzung des Landesverbandes des Hessischen Einzelhandels, die am Dienstag in Darmstadt stattfand, berichtete Herr K a I b f u ß über die bisherigen Verhandlungen in der Hauptgemeinschast des Deutschen Einzelhandels, die mit dem Kampfbund geführt wurden und die zu dem bereits bekannten Resultat geführt haben. Cs wurde mit Genugtuung begrüßt, daß Herr K a l b f u ß , der langjährige 2. Vorsitzende der Hauptgemeinschast. auch weiterhin an der gleichen Stelle der Hauptgemein- schast Mitarbeiten wird und daß damit die Verbindung zwischen dem hessischen Einzelhandel und Berlin aufrechterhalten bleibt. Es wurde sodann über die Verhandlungen berichtet, die der hessische Landesverband mit der Leitung des Kampf bundes in Hessen geführt hat, auf Grund deren die folgenden Vereinbarungen getroffen wurden: An Stelle des langjährigen 1. Vorsitzenden, Herrn Wilhelm Kalbsuß, Darmstadt, tritt Herr ©tabcl, Mainz, während Herr Kalbfuß sich bereiter- klärt hat, als stellvertretender Vorsitzender mitzu- arbeiten, wodurch seine langjährigen Erfahrungen auf dem Gebiete des Einzelhandels auch weiterhin erhalten bleiben. Eine teilweise Neubesetzung des Vorstandes soll in Kürze durchgeführt werden. Herr ©tabcl übernahm den Vorsitz mit anerkennenden Worten für die seitherige Tätigkeit des Vorsitzenden und cnttoidelte in kurzen Zügen das Programm für den zukünftigen berufsständischen Aufbau des Einzelhandels. Die anwesenden Vorstandsmitglieder erklärten einstimmig ihre Bereitwilligkeit zurMitarbeitund gaben der Hoffnung Ausdruck. daß die langjährigen, bisher nicht erfüllten Wünsche zur Erhalt ung des mittel ständischen Einzelhandels baldigst der Der- wirklichung entgegengeführt werden. WSN. Mainz, 5. April. Der Gau Main- Weser im D e u t s ch n a t i o n al e n Hand- lungsgchilfen-Verband hielt hier seinen 28. ordentlichen Gautag und 17. Kaufmannsgehilfentag ab Am Samstagnachmittag eröffnete Gauvorsteher Auerbach, Frankfurt a. M., im Rheingoldsaal der Stadthallx die Gautagung. Er hob hervor, daß zum erstenmal seit der Gründung des DHV. eine Gesinnungsgleichheit zwischen ihm und den Trägern der Staatsgewalt vorhanden sei. Der DHV. werde bei den schwierigen wirtschaftlichen und kulturellen Fragen, die in den nächsten Iahren vom deutfchen Volk zu lösen sind, mitarbeiten im Sinne seiner Zielsetzung. Ein sreier Stand i m freien Staat. An den Reichspräsidenten und den Reichskanzler wurden Huldigungstelegramme gesandt. Mit Beifall nahm die Versammlung davon Kenntnis, daß fortan die offizielle Verbandsnadel wieder wie zu Kriegsanfang das Hakenkreuz enthalten würde. Abends fand im großen Saal der Stadthalle ein Fest- und Begrüßungsabend statt, zu dem sich über 20)0 Gäste eingefunden hatten. Im Mittelpunkt des Abends stand die Fest- a n f p r a ch e des stellvertretenden Vorsitzenden Miltzow Er führte u. a. aus: was in den kehlen Wochen an großem Geschehen über uns gekommen ist, mar möglich, weil endlich die unzerstörbaren Kräfte der deutschen Seele zur Einheit drangen. Deutschlands Sieg und Deutschlands neue Einheit ist völkischer Sieg. Unser Verband wurde groß, weil wir 40 Iahre lang unverfälscht völkisch blieben. Do nun das neue Deutschland nach dem Willen Hindenburgs die Symbole Schwarz- Weiß-Rot und Hakenkreuz herausstellt, haben wir beschlossen, daß diese Zeichen als Verbandsabzeichen gelten sollen. Hierdurch soll die Verbundenheit zum neuen Deutschland, zum Völkischwerden, zum Ausdrud kommen. Wir deutschen Kausmannsgehilsen grüßen in Ehrfurcht den getreuen Ekkehard unseres Volkes und feinen jungen Kanzler, grüßen die Symbole der neuenFreiheit, die auch unsere idealen Symbole sind. Deutsch und frei sei unser Stand, deutsch sei und bleibe dieses Land, deutsch und frei bleibe ewig der deutsche Rhein. Von der Versammlung wurde sodann das Lied „Sie sollen ihn nicht haben" gesungen. Sonntag vormittag wurde in der „Liedertafel" in Anwesenheit einer großen Anzahl von Vertretern der Staats« und städtischen Behörden, der Reichsbahn, der Industrie« und Handelskammern usw. der 17. Kausmanns-Gchllsenlag des Deulfchnatio- nalen Handlungsgehilfenoerbandes Main-wefer eröffnet. Der stellvertretende Gauvorsteher Herold Darmstadt begrüßte insbesondere als Vertreter der hessischen Staatsregierung den Staatskommissar für das hessische Potizeiwesen Dr. B e st, welcher, mit lebhaftem Beifall begrüßt, seiner Freude Ausdruck gab, die Grüße der hessischen Regierung überbringen zu dürsen. Es sei eine Ehrensache für die Regierung, einen Verband zu begrüßen, dessen nationale und kulturelle Leistungen einwandfrei anerkannt sind. „Ich begrüße Sie als Vertreter der Staatsregierung und als Vertreter der Bewegung, und reiche Ihnen die Hände zum Bund und zur Arbeit für das neue '.Heid). Ich glaube auch sagen zu dürfen, daß id) selber auch auf Ihre treue Mitarbeit in dieser Der Redner erinnerte dabei an das Wort des Reichskanzlers, daß das Volk nicht für die Wirtschaft lebe, sondern die Wirtschaft dem Volk zu dienen habe. Durch echte berufsständische Selbsthilfe können die Derufs^r- bände - jeder für sich oder in aemeinschaftlicyer Arbeit von Arbeitgebern und Arbeitnehmern den sozialen Roten -u Leibe geyen. Ganz all- gemrin hat in der Wirtschaft der Kaufmann Frankfurt a. M., 6. April. (WTB. Draßtmel« düng.) Die feste Stimmung der gestrigen Abend« börfe übertrug sich auch auf den heutigen Mittags« verkehr. Zwar lagen anfangs wieder kleine Verkäufe vor, die aber glatt aufgenommen wurden, da neben Deckungen der Kulisse auch kleine Kauforders ein- getroffen waren. Das Geschäft war im allgemeinen nicht groß, lediglich für Spezialwerte entwickelte sich im Verlause etwas lebhaftere Umsatztätigkeit. Im Mittelpunkt des Interesses standen IG., die nach gut behaupteter Eröffnung im Verlause bis zu 3 v. H. anzogen. Die morgige Aufsichtsratssitzung und der stark gebesserte Stickstoffabsatz waren hierbei von Anregung. Allgemein stimulierte aud) die Umbesetzung des Reichswirtschciftsrats, in den verschiedene Führer aus der deutschen Wirtschaft berufen worden sein sollen. Lebhaftes Geschäft halle der Montanmarkt, an dem anfangs schon Erhöhun gen von 1 bis 1,5 v.H. zu verzeichnen waren. Mannesmann und Rheinstahl gewannen bis zu 1,90 v. H., Kaliwerte lagen uneinheitlich. Während Aschersleben und Westeregeln je 1,5 v. H. anzogen, gaben Salzdetfurth in gleichem Ausmaß nach. Stark befestigt waren Deutsche Erdöl mit plus 3,75 v. H-, wobei' die Einigung auf der Petroleumkonferenz anregte. Bon Elektroaktien erhöhten sich Licht & Kraft und Siemens etwa je 1,5 v. H., während Bekula, Lahmeyer und AEG. nur knapp gehalten waren. Reichsbankanteile lagen zunächst^ etwas niedriger, später zogen sie um 1 v. H. an. Fest eröffneten ferner Holzmann (plus 1,5 v. H.), Conti gummi (plus 1,75 v. H.) sowie Ehemienebenwerte und Leonhard Tietz mit plus 0,5 v. H. Deutsche Linoleum gaben 1 v. H. nad), Schiffahrtspapiere lagen etwa behauptet. Der Rentenmarkt lag sehr ft i II und schwa . ch e r. Don deutschen Anleihen verloren Altbesitz . 0,75 v.H., Neubesitz 0,30 v.H. Späte Schuldbücher blieben zu 82,5 o. H. knapp gehalten, Reichsbahnvorzugsaktien lagen 0,25 v. H. hoher. Von Industrie- Obligationen eröffneten Stahlvereinbonds zunächst behauptet, waren aber im Verlaufe bis zu 1 v. H. schwächer. Der Pfandbriefmarkt lag teilweise von 0,5 bis 1 v. H. niedriger, teilweise blieben die Kurse behauptet. Staats- und Stadtanleihen lagen fast ge« schäftslos. Die weitere Schwäche der Deutschen Anleihen um minus 0,5 v. H. führte im Verlaufe auch am Aktienmarkt zu leichten Rückgängen. Farben zogen zunächst weitere 1 v. H. an, gaben aber bald 1,5 v. H. nach. Frankfurter Lchlachtvcehmarkt. Frankfurt a. M., 6. April. Auftrieb: 237 Rinder, 1056 Kälber. 142 Schafe, 592 Schweine. Cs wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 42 bis 46 Mk, mittlere Mast- und Saugkälber 37 bis 41, geringe Kälber 20 bis 36. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Mast- hämmel (Weidemast) 26 bis 30, mittlere Mast- lämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 20 bis 25. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 35 bis 37, von etwa .0) bis 240 Pfund 34 bis 37, von etwa 160 bis 2C0 Pfund 33 bis 37. fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 31 bis 35 Mk- — Marktverlauf: Kälber und Schafe rege, geräumt; Schweine ruhig, ausverkauft. Die auf dem heutigen Markt zum Verkauf gestellten Rinder wurden zu den Preisen des letzten Hauptmarktes verkauft. Eine feste Notierung hat nicht stattgefunden. Cs verblieb ein lleberstand von 60 Etüden. Die stummen Gäste von Zweilinden Vornan vonAnny vonpanhuys. Copyright by Belletristische Korrespondenz Bechthold, TO Fortsetzung. Nachdruck verboten! Anton hatte, nachdem Justine von Welten mit ihrem Manne von der Bildfläche verschwunden, ollen, die es hören wollten, wichtig evgählt, daß er den Spuk gehört im Bankettsaale; und er behauptete nun, die stummen Gäste von Zweilinden hätten das Feuer angekündigt. Bettina ließ den Bankettsaal gründlich untersuchen: sie vermutete eine geheime Kammer, in der sich je» mand von den Dienstboten letzchin damit belustigte, alle, die die sich in den Bankettsaal verirrten, mit dem alten Spuk zu necken. Aber es fand sich kein Anhaltspunkt, woher die Geräusche stammten. — Bettina lebte still und zurückgezogen. Erstens, weil sie sich in tiefer Trauer befand, und dann spürte sie auch gar kein Verlangen nach Gesellschaft. Ihr bitteres Erleben mit Wulf Speerau war noch lange nicht überwunden. Ihre Liebe zu ihm war tot: Verachtung und Ekel hatten sie fast sofort getötet wie böse scharfe Gifte: aber die Verachtung und der Ekel quälten sie oft. Und manchmal dachte sie auch an Frau Justine, und empfand Scham für sie, die sich nicht ihrer Falschheit und Schlechtigkeit geschämt. Täglich erschien Ernst Flügge im Herrenhaus, und täglich arbeitete die junge Herrin von Zweilinden mit ihm. Sie wollte sich gründliches Verständnis für die ihr gewordene Aufgabe verschaffen. Sie wollte nicht nur dem Rechte nach die Herrin von Zweilinden sein, sondern sich dieses Recht auch durch Arbeit verdienen. Eifrig las sie landwirtschaftliche Bücher, die ihr der Inspektor empfahl, und zuweilen saßen beide des Abends zusammen und plauderten. Bettina lernte aus der Unterhaltung, die sie mit Ernst Flügge führte, so manches, was für sie als Gutsfrau wichtig war. Der alte Herr rauchte bei seine Pfeife, und ein guter Mosel, den er sehr verehrte, stand vor ihm, während Bettina chm zu- hörte und kluge Fragen stellte. So verging die erste Hälfte des Trauerjahres, und der Herbst meldete sich, fuhr fauchend über die Stoppelfelder, pfiff und heulte durch den immer kahler werdenden Buchenwald, riß den Tannen die Radeln aus und klapperte an Türen und Fenstern, daß man meinte, allerlei wildes, unheimliches Volk begehre stürmisch Einlaß. An der Stelle, wo Konrad von Zweilinden erschossen worden war, hatte Bettina ein Kreuz errichten lassen. Darauf stand: „Hier starb von verruchter Mörderhand: Konrad von Zweilinden. Wanderer, bete für feine Seele!" Dörfler, die dort spät vorüber mußten, behaupteten, es fei nicht ganz geheuer in der Rahe des Steinkreuzes; sie sagten auch, die Pferde scheuten an der Stelle bei Nacht. Wulf Speerau aber mied den Platz, so gut er konnte; mußte er aber dort vorüber, dann wandte er den Kopf ab, er wollte das Kreuz nicht mehr sehen, wollte die Inschrift nicht mehr lesen: Hier starb von verruchter Mörderhand! Was kümmerte ihn der Mörder Konrads von Zweilinden. Man suchte diesen seit mehr als einem halben Jahre, und fand ihn nicht. Er dachte: Man fand ihn nicht und würde ihn nicht finden. 9. Im Hotel „Eichkatz" in der Kreisstadt war an einem Sonntagvormittag ein Herr angekommen. Er hatte große Aehnlichkeit mit dem verstorbenen Konrad von Zweilinden und schrieb sich in das Fremdenbuch ein: Ottfried von Zweilinden. Der Hotelier verkündete das Neueste im Honoratiorenzimmer, und daraufhin erhob sich sofort der Justizrat Eisen vom Stammtisch und suchte den Hotelgast in seinem Zimmer auf. Die beiden kannten sich sofort wieder, und es gab eine lange Beratung zwischen ihnen, bis sie alles besprochen hatten. Ottfried von Zweilinden fuhr sich über die hohe Stirn, auf der ein paar tiefe Falten eingekerbt waren: „Very well, also das kleine Mädchen von damals, das Gnadenkind, ist jetzt die Besitzerin von Zweilinden! Auf dem Konsulat in Rio de Sanejrn hörte ich, mein Vater wäre tot, und eine Erbschaft warte auf mich. Da bekam ich doch einen höllischen Schreck, da fiel mir erst richtig auf, es waren doch verteufelt viele Jahre vergangen, seit ich hier fort- gelaufen bin. Ich hätte nicht so bockig fein sollen, hätte mal schreiben sollen, nicht wahr? Warum ist denn eigentlich Mutter nicht die Erbin von Zwei- linden? Das wundert mich." Der Iusttzrat hob leicht die Hand. „Die Frage müßten Sie sich doch eigentlich selbst beantworten können. Herr von Zweilinden", erwiderte er ernst. Ottfried sah den Iusttzrat groß an. „Ach so", sagte er langsam, „Mutter ist auch tot. Natürlich, ich hätte es mir denken können/' Er zwinkerte verdächtig mit den Augen. „Seit langem zwickt mich das Heimweh, aber ich saß zu tief in Trotz verbohrt, merkte gar nicht, wie die Jahre dabei vergingen. Ich habe geschuftet, gearbeitet von früh bis spät, aber mehr als so viel, daß ich mir einen anständigen Anzug kaufen und die Reise bezahlen konnte, schuftete ich nicht zusammen. Nun bin ich hier, und es ist gut Herr Iusttzrat, daß ich Sie zuerst spreche, da weiß ich gleich, woran ich bin." Er hörte aufmerksam zu, was ihm der Aellere mitteilte, nickte „Very well, ich bin sehr zufrieden damit, wenn mir Bettina Claudius das Vorwerk Jägerhaus abtritt und noch hunderttausend Mark dazu." Er schüttelte den Kopf. „Ich habe soviel Güte von Vater gar nicht verdient. Aber Dickköpfe sind wir alle von je gewesen, wir Zweilindens, und, weiß der Teufel, heute erkenne ich erst, was ich getan habe." Er duckte den Kopf tief zwischen den breiten Schultern ein. „Nun bin ich also wieder zu Hause. Weiß der Himmel, mir wäre wohler, wenn ich die Eltern noch angetroffen hätte, und das spürt man alles erst so richtig hier in der heimatlichen Luft." Der Iusttzrat schlug vor: „Wollen wir zusammen nach Zweilinden hinausfahren?" „Very well, sehr gern. Ich bin sofort bereit." Der Iusttzrat erhob sich. Dann meinte er: „Wir können die Kalesche vorn Hotel nehmen, ich will veranlassen, daß gleich angespannt wird. Wenn es Ihnen recht ist, Herr von Zweilinden, kommen Sie mit herunter an unseren Frühschoppenstammtisch, es sitzen da verschiedene Herren, an die Sie sich sicher noch von früher her erinnern werden. Zum Beispiel Apocheker Tann, Doktor Mager, Slrdjiteft Schlaumer, dann Herr von Menke auf Steinitz und, wenn ich nicht irre, kam gerade, als ich hinausging, Graf Speerau. Ich meine den jungen Grafen Wulf, feine Eltern sind auch schon lange tot." Ottfried von Zweilinden machte: „So, so! Wulf Speerau! Wir waren ja früher ganz gute Kameraden. Ich möchte ihn gern Wiedersehen. Very well, gehen wir. Herr Justizrat, nehmen Sie mich mit an Ihren Frühschoppenstammtisch!" Das Honoratiorenzimmer des Hotels „Eichkatz" war niedrig und die Decke dunkel vom Rauch, aber durch drei Fenster kam das Tageslicht herein, und die Herbstsonne, die draußen gerade über dem Marktplatz butterblumengelb glänzte, schickte ihre Sttahlen in die verräucherte Gaststube; und sie tanzten vergnügt uinher, streichelten die spiegelnden Glatzen und die weißen Haare der älteren Herren mit derselben lässig-warmen Zärtlichkeit' wie die glänzenden Scheitel der jüngeren. Als der Justizrat mit Ottfried von Zweilinden eintrat, verstummte wie auf ein Kommando das Gespräch an dem großen runden Tische, um den wohl ein Dutzend Herren saßen. Es waren ein paar Gesichter dabei, die Ottfried von Zweilinden nicht kannte; aber an die meisten erinnerte er sich, eins um das andere schälte sich aus seinem Gedächtnis heraus. Er schüttelte viele Hände, ein paar unbekannte Herrewstellte ihm der Justizrat vor; und dann stand er voöiWulf Speerau. Im ersten Augenblick zweifelte er, daß es Wulf war, doch der Graf nickte ihm zu. „Ich bin es, Ottfried. Du suchst in mir wohl noch den jungen Burschen, kaum über die Zwanzig, nicht wahr?" Ottfried von Zweilinden reichte ihm die Hand und lächelte: „Bin ja auch über zehn Jahre weg, very well, da wird man nicht jünger.“ Der andere neigte ein wenig den Kopf. „Es hat keiner geglaubt, daß du noch existierst. Ich auch nicht." Ottfried von Zweilinden straffte sich ein wenig auf. Seine breite untersetzte Gestalt schien zu wachsen. „Ich hätte es selbst nicht geglaubt, ich kam mir schon wie ein Toter vor. Aber jetzt bin ich da und froh darüber. Ein Dummkopf bin ich gewesen, die Heimat im Stiche zu lassen und alles, was mit dazugehört. Es tut mir ehrlich leid, alle können es hören." Der Wirt kam, meldete, die Kalesche sei angespannt; und dann gab der Heimgekehrte wieder allen die Hand, aber die Hand Wulf Speeraus schüttelte er ein wenig länger. „Hoffentlich sehen wir uns recht bald wieder, um uns zu erzählen, was wir erlebt haben, seit ich fort gewesen." Nachdem er das Honoratiorenzimmer verlassen, gab es ein lebhaftes Gespräch am Stammtisch. Heute hatte man wenigstens einmal ganz besonders guten Unterhaltungsstoff, da schmeckte das frische Bier gerade noch einmal so gut. Die beiden Herren saßen ziemlich schweigsam im offenen Wagen. Ottfried von Zweilinden blickte nach links und rechts, taufend Erinnerungen stürmten auf ihn ein. Als der Wagen die Stelle erreichte, wo man Konrad von Zweilinden erschossen hatte, machte der Justizrat seinen Begleiter auf das Kreuz aufmerh-.n. Ottfried riß den Hut herunter, lieh halten. Unbedeckten Hauptes trat er an das Kreuz heran, las die Inschrift. „Armer Vater!“ murmelte er und blickte nachdenklich auf das Kreuz nieder. Lange stand er so, und er fühlte, wie sich seine Augen feuchteten. tim die Mittagszeit fuhr der Wagen vor dem Herrenhause von Zweilinden an. Inspektor Flügge war der erste, der den Heimgekehrten begrüßte, und dann stand er vor Bettina, sah sie lange an und sagte ein bißchen täppisch: „Du warst eine häßliche Zwölfjährige, als ich hier fortging; ich habe dich mir ganz anders vorgestellt." Sie dachte daran, daß der Vater in seinem letzten Willen gebeten: Auch wünsche ich, daß ihn Bettina, wenn er draußen nicht ein gar zu Ungeschliffner geworden ist, wie einen guten Freund oder Verwandten behandelt, damit er sich daheim nicht gar zu verlassen vorkommt! Sie fragte freundlich: „Wie dachtest du denn, wie ich aussähe?" Er antwortete ehrlich: „Ich dachte mir, du müßtest recht häßlich geworden fein; und nun bist du hübsch, gepflegt und elegant wie die Töchter t>er reichen Leute in Rio, nach denen ich mir manchmal die Augen ausgeschaut habe und an die so'n Nix, wie ich drüben gewesen, doch nicht herankommt." Sie fragte ernst: „Bist du mir böse, daß ich dir Zweilinden toeggenammen habe? Ich kann nichts dafür." Er schüttelte den Kopf. „Ich hörte vom Herrn Justizrat, du würdest mir das Vorwerk geben und noch eine Menge Geld dazu. Das reicht für mich. Ich habe ja nicht einmal das verdient." ' (Fortsetzung folgt.) Müttergebt Eurem Säugling dasTrockenbett, es gedeiht besser und im Gebrauch isfs billiger C.Röhr8Co. __2365 A Gestern früh entschlief sanft unser lieber Vater,- Schwiegervater und Großvater Herr Carl Berg sen. im fast vollendeten 91. Lebensjahre Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Carl Berg jun. Familie Willi Berg Familie Albert Wallenfels Gießen, den 6 April 1933 2351 d Die Beerdigung findet in der Stille statt Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere lieben Eltern, Schwiegereltern, Großeltern, Onkel, Schwester und Tante Georg Ockel, Landwirt Veteran von 1870/71 Johannette Ockel, geb. Euler nach schwerem Leiden im Alter von 83 und 86 Jahren zu sich iif die Ewigkeit zu rufen Im Namen der Hinterbliebenen: Familie Georg Ockel II. Familie Karl Schwan Gießen, den 6. April 1933. Die Beerdigung findet in aller Stille statt ________________________________________________________02194 Gießen, im April 1933. 2357 D rorb- Vz Gießen, den 6. April 1933 03104 ArbeitenGiese1bständig!!8rakttM,.,oiigkaMar Vergebe Lizenz f. Herstellung u. Vertrieb Ul Ulli Ulli Jvliy VV Illi VI reell., neuer, zugkräst., konkurrenzl.Artikel. 11 * w w 1 ** Groß.,sich.Absatz, sehr hob. Verdienst, sehr > werden aebeten. sich und ihre ausbaufäh.Leic5t.HersteÜ.,auchi.Wohn, '^snÄuZe tauch LMw"aaeni n Prospekt anfordern ■Lksche u. Lilets » WeteWronflöesÄ teuft man im ■ (IWMMMWIM NMMMlPS) 02162 Hermann Röhrig GF-10 Gefest macht den Bo de n geh fest! v . f ...... ■ ». für Knaben und Mädchen Mk. 2.75, 3.00, 4.00, 4.50 p. Stück Else Kreuder, geb. Raabe Martha und Friedel Kreuder. Für die überaus zahlreichen und wohltuenden Beweise der Anteilnahme und des Mittragens an unserem schweren Verlust danken von ganzem Herzen Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heim gange unserer lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Dohle und Kind nebst Angehörigen Gefest- Farbwachc deckt im Nu die abgetretenen Stellen zu! keine besond..Kennt«, od. Einricht., z.Änf. nuröOMt.nötig.lStaatl. geprüft. )Anfrag. an Rob. 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