Nr. 31 srühauSsabe 183. Jahrgang Montag, S.gebruar (935 essen Auslösung des preußischen Landtags abgelehnt hiesige durch g mit at hier leider . Zwei Ulan» ebenS- stör» u f e n d Wei» • Wet» d nach Durch rdings r über giebige blichen m ab» Druck rlkigem rn sich später- liebet» r weit ÜnauS werke, r täte um " er» 5. be» 1 Der» i zum >rt seit hntal- i Ge» „(Sä» :r, der angcii» rd daS te für ig und rocken, uelfach ig und mild, 3 Grad lorgens nimum 10 cm Marz: ,0 mm. Oer Beschluß des Plenums. Berlin. 4. Febr. ($11.) Der Preußische Landtag lehnte am Samstagnachmittag den nationalsozialistischen Antrag auf Auflösung des Landtages mit 214 Stimmen des Zentrums, der Sozialdemokraten, der Staatspartei und der Kommunisten gegen 196 Stimmen der Nationalsozialisten, der Deutschnationalen, der Deutschen Dolkspartei, der Christlich-Sozialen und des Deutsch-Hannoveraners ab. Für die Annahme des Antrages wären 212 Stimmen erforderlich gewesen. Oie Mehrheit des Oreimänner- kollegiums gegen die Auslösung. Am Samstag um 15 Uhr trat im Zimmer des Landtagspräsidenten K errl das Dreimännerkollegium zusammen. Wie das Nachrichtenbureau des DDZ. hört, sprachen sich Ministerpräsident Dr. Braun und Staatsrats- präsident Adenauer gegen eine Landtagsauflösung im gegenwärtigen Moment aus. Staatsratspräsident Adenauer gab folgende Erklärung ab: „Eine Auflösung des Landtags auf Grund des Artikels 14 der Preußischen Verfassung seht voraus, daß lebenswichtigen Interessen des Landes Preußen auf andere Weise als durch Auflösung und Neuwahl des Landtags nicht genügt werden kann. Ich kann nicht anerkennen, daß dieser Fall vorliegt. Die gegenwärtige Verteilung der Regierungsgewalt in Preußen zwischen Staatsregierung und Reichskommissaren schädigt aber unbedingt lebenswichtige Interessen Preußens und kann nach Lage der Sache allein durch die Wahl eines Ministerpräsidenten durch den Landtag beseitigt werden. Ich habe aber gute Gründe für die Annahme, daß diese Wahl durch Auflösung und Neuwahl des Land- Lnnahme von Lnzetge» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für denAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. grmtfhni’titn main6ilese, vrvck wb Verlag: VrLhl'sche UnIverfitSlr-vuch- und ZteindruSerei H. Lange in Sleßen. Schriftlettung und Seschästrftelle: schulftraße 7. trat und l Heald ce iln- igust. ; um ntlich . das is et Die n das chnell i zur dort ■rum* aus Zau» if ein war. ourbe Man gegen über des eifrig senem oblen Freu- r zur xbluft ischie- Zeitpunkt erreicht haben, wo ein Ausstieg möglich ist. Wir sehen bie N o t des deutschen Bauerntums. Rasche Maßnahmen umfassender Art sind notwendig, um ein Versinken, vor allen Dingen der Deredelungswirtschast, aufzuhalten. Wir sind überzeugt, daß durchgreifende Maßnahmen zur Stärkung des selbständigen Mittelstandes notwendig sind, die uns aus der überspannten $rustwirtschast und Konzernbildung wieder zu der persönlichen Verantwortung des Unternehmers, des Handwerkers und ehrbaren Kaufmannes führt. Wir wollen ein gesundes Verhältnis zwischen Staat und Wirtschaft. Die vordringlichste Aufgabe ist eine wirksame Entproletarisierung des besitzlosen Volkes. Deshalb wollen wir eine gesunde Eigentumsordnung. Die Familie muß wieder ihren Ehrenplatz im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben bekommen; er gehört ifjr als der Keimzelle des Volkes. Wir wollen eine christliche und nationale Kulturpolitik. Die Zentrumspartei hat in ihrer Haltung gegenüber der neuen Reichsregierung nicht „für links optiert", nicht GietzenerAMger General-Anzeiger für Oberhessen Oie Wahlvorbereitung der Parteien (Stellungnahme der Führer zum neuen Regierungskurs. praktischen Wirtschaftspolitik bereits in der Vorbereitung eine» der grundsätzlichen Ziele des vierjahre»- planes bei der inneren Slruflurroanb der Wirtschaft, weil der heutige Umfang der Arbeitslosigkeit wesentlich auf die cinfeitige Aufblähung eines Teile» des Jnduflriefeklor» al» Folge der wirlfchaftspazifistischen Utopien der Vergangenheit zurückzusühren sei. Für die Landwirtschaft sei ein für da» ganze Reich wesentlich erweiterter Vollstreckungsschuh der fälschlich al» Moratorium bezeichnet worden sei, in Vorbereitung. Die auf die Sicherung des Binnenmark- t e s zielende handelspolitische Linie stehe auch für die wesentlichen vertraglichen Bindungen fest, deren Lösung noch nicht eingeleitet sei. Daß im übrigen bei voller Ausnutzung der Fnlanberzeugung (Hübner- weizen statt Auslandmais) der Beredelungswirtschast die erste Sorge gelte, fei selbstverständlich. Oie neuen Staatssekretäre. Berlin, 4. Febr. (TU.) An Stelle des ausscheidenden Staatssekretärs im Reichsernährungsministerium, M u s s e h l, ist der deutschnationale Landbund- sührer von Rohr-Demmin Staatssekretär im Reichsernährungsmini st erium und an Stelle des Staatssekretärs im Reichswirtschaftsministerium Schwartzkops der deutsch- nationale Reichstagsabgeordnete Bang zum Staatssekretär ernannt worden. Gleichschaltung der Mtschastspolitik Oie Grundlagen des Vierjahresplanes. n. ager i, i. Die igcnb- orden. äume. a 200 wird. iad)|en Haus •jurgs* ager , eben- ig sm- nahen, n Ar- kochen, : "-sorge »zialen junge cn sich ichsten ch er- Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats Beitigsprtis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. FernfprechanschlÜffe anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Berlin, 4. Febr. (TA.) Nachdem Hugen» b e r g zu den beiden Wirtschaftsministerien des Reiches auch noch die kommissarische Leitung des Landwirtschaftsministeriums und des Wirtschaftsund Handelsministeriums in Preußen übernommen hat, läßt sich der Umfang seiner Aufgaben voll übersehen. Wie die „Landwirtschaftliche Wochenschau" mitteilf, werden die von Hugenberg geleiteten Ministerien weiterhin getrennt bleiben. Es sei also nicht etwa eine alsbaldige Zusammenfassung in ein Krisenministerium beabsichtigt. Aber Hugenberg werde mit Nachdruck für eine sachlich völlig einwandfreie Gleichschaltung der Ministerien sorgen. Der erste sichtbare Schritt dazu fei die Ernennung der neuen Staatssekretäre in den beiden Reichsministerien. Wenn auch die Besetzung der Staatssekretariate von größerer Bedeutung als früher fei angesichts der gleichzeitigen Verwaltung von vier Ministerien durch einen Minister, so müsse doch damit gerechnet werden, daß noch weitere Personalveränderungen folgten. Im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft dürfte allerdings kein sehr umfangreiches Revirement erforderlich fein. Wesentliche Personalveränderun- den mühten allerdings im Reichswirtschaftsministerium erwartet werden. Während so noch erhebliche Anstrengungen auch zur personellen Gleichschaltung der Wirtschaftspolitik zu machen feien, befänden sich die ersten Maßnahmen der tages nicht beschleunigt, sondern im Gegenteil verzögert und eventuell erschwert toirt). Ich spreche mich deshalb gegen die Auflösung deS Landtages aus." Ministerpräsident Dr. 'Braun hat im Drei- männcrkollegium seine ablehnende Haltung gegenüber dem Auflösungsbegehren mit dem Hinweis darauf begründet, daß gegenwärtig nicht die geringste Veranlassung für die preußische Politik vorliege, den Landtag aufzulösen. Nach Meinung der Staatsregierung sei es schon nicht unbedingt nötig gewesen, den Reichstag aufzulösen. Die Parlamentsauflösung im gegenwärtigen Augenblick bringe nichts als Anruhe in die Bevölkerung, die niemand verantworten könne. Ganz abgesehen aber auch davon, sei die Landtagsauflösung abzulehnen, weil eine wesentlich andere Zusammensetzung des Preuhenparlamentes nicht zu erwarten wäre. Heule Oreimännerkollegium mit Popen? Berlin, 5. Febr. (DDZ.) Wie das Nachrichten- bureau des DDZ. meldet, trifft die Nachricht nicht zu, wonach der Präsident des Preußischen Landtages, K e r r l, von sich aus das Dreimännerkollegium abermals einberufen habe. Nach unseren Informationen ist zwar in der Tat wiederum eine Einladung für das Dreimännerkolle- a i u m herausgegangen, und zwar an den preußischen Landtagspräsidenten K e r r l und an den Staatsratspräsidenten Adenauer, nicht aber an den Ministerpräsidenten Dr. Braun. Es verlautet, daß der Reichskommissar v. !J)aptn die beiden genannten Herren für Montag spätnachmittags ein- geladen habe. In unterrichteten parlamentarischen Streifen schließt man daraus, daß bis zu diesem Zeitpunkt der Reichskommissar o. P a p e n die F o r « malvollmachten des preußischen Süni Oie Oeutschnaiionalen. Berlin, 5. Febr. (TU.) Auf der Tagung des Reichsfrauenausschusses und des Bölkischen Ausschusses der Dcutschnationalen Volkspartei otn Sonntag sprach der stellvertretende Parteivorsitzende Dr. do n Winterfeld über die politische Lage. Aus dem Kampf der DNVP. gegen Weimar, gegen den Ueberparlamentarismus und gegen die Parteiherrschaft dürfe man nicht folgern, daß man überhaupt keine Parteien oder überhaupt kein Parlament mehr brauche. Eine Diktatur aber kann doch immer nur eine vorübergehende Maßnahme sein. Schließlich bedarf es doch einer Volksvertretung, die kontrolliert und die das Ausgabenbewilligungsrecht hat. Als der Reichspräsident Herrn von Popen ernannte, empfing er mich wenige Tage später, und ich sprach ihm meinen Glückwunsch aus, daß er nun eine Rechtsregierung gebildet hätte. Do sagte der Reichspräsident: „Io, endlich!" Ich erwiderte: „Wenn Sie es selbst sogen, Herr Generolfeldmarscholl: Endlich! Wir hoben lange darauf gewartet!" Der Reichspräsident sagte darauf: „Ja, vorher ging dos nicht!" Man kann diese Worte verstehen. Es -sollte sich in Deutschland erst die Ueberzeugung Bohn brechen, daß der Parlamentarismus abgewirtschaftet hätte, und daß wir zu einer autoritären Regierung kommen müßten. Popen ist auf halbem Wege stehengeblieben. Nachdem jetzt die Auflösungsanträge im Landtag gescheitert sind, erwarten und verlangen wir von unserer Regierung — wir müssen sie „unsere" nennen, weil unser Führer Hugenberg darin sitzt —, daß fie gegen Preußen oorgetjt- Wenn der Reichskommissar an die Stelle des preußischen Ministerpräsidenten tritt, kann er mit Herrn Serri zusammen die Auflösung des Landtages erzwingen. Wir hoffen, daß die N a t i o n a l f o z i a l i st e n ehrliche Spieler fein werden, daß immer mehr das Sozialistische verschwinden möge im Gedankengut der Nationalsozialisten und dos Nationale immer mehr hervortritt, daß wir uns allmählich zusammenfinden in Nationalem. 2m bevorstehenden Wahlkampf werden wir zeigen, daß wir fest stehen zu unseren Idealen, zum deutschnationalen Gedankengut. Wir wissen, daß die Nationalsozialisten allein es nicht machen können. Es farm nur gutgehen, wenn sie mit uns zusammenstehen. Man sage: Mehr Recht dem Reichspräsidenten. Wir sagen darüber hinaus: Der Reichspräsident stirbt, aber der König stirbt nicht. Deshalb bleibt unser Endziel d i e preußisch- deutsche Hohenzollernsche Monats ch i e. Sie nur wird uns wieder hinaufführen zu Glanz, zu Freiheit und zu Ehre. Oie Oeulsche Volkspariei. Berlin, 5. Febr. (TA.) Auf der Tagung des Reichsausschusses der Deutschen Volks- Partei am Sonntag erklärte der Parteiführer Hingeldey, die Dolkspartei werde als nationale Partei der neuen Regierung nicht mit grundsätzlicher Opposition begegnen, sondern sie werde ihre Haltung von den Taten des Kabinetts abhängig machen. Vor allem werde sich ihre Wachsamkeit den toirfc- schaftlichen und sozialen Fragen zuwenden. Ein einseitiger Agrarkurs auf Kosten der breitesten Volksschichten würde ebensowenig erträglich sein, wie eine Politik der Experimente zu Lasten der Sparer und des Mittelstandes. Nach eingehender Aussprache wurde eine Entschließung angenommen, in der es heißt: „Die Deutsche Volkspartei stellt sich entschlossen in die Front gegen den Bolschewismus und gegen die Wiederkehr einer schwarz-roten Herrschaft. Die in der Regierung Hitler-Hugenberg zusammengefaßten Parteien stellen eine wahrhafte Konzentration artet nationalen Kräfte nicht bar. 2e stärker die Deutsche Volkspartei aus den Wahlen hervorgeht, desto stärker ist die Gewähr dafür gegeben, daß die Kraft der nationalen Erhebung zur vollen Geltung kommt- Mit Sorge vermißt die Deutsche Dolkspartei bis zum heutigen Tage jedes klare staats- und wirtschafts- po.ilische Programm der neuen Regierung. Sie wird deshalb innerhalb der zu erftreitenben nationalen Mehrheit der Kämpfet gegen Partei- diktatur und gefährliche Wirtschaftsexperimente fein.“ Oie Bayerische Vottspariei. München, 5. Febr. (TU.) Der Landesausschutz der Bayerischen Dolkspartei hielt am Samstag eine Tagung ab. In den Derhandlungen wies der Parteivorsitzende, Staatsrat Schäffer, darauf hin, daß feit dem Sommer 1932 durch alle Wirrnisse der deutschen Innenpolitik das Bestreben gegangen sei, unter keinen Umständen eine Regierungsbildung zustandekommen zu lassen, bei der Zentrum und Bayerische Volkspartei beteiligt wären. Es fei kein Zweifel, daß in alledem eine bewußte antikatholische Tendenz stecke. Der katholische Volksteil werde aber auf sein Recht am deutschen Vaterland nicht verzichten. Reichstagsabgeordneter Prälat Leicht gab einen Uederblick über die Ereignisse im Reiche und erklärte, es sei schlimm um einen Staat bestellt, wenn derjenige, der die Entscheidung habe, nicht frei handeln könne, sondern der Gefangene einer Clique werde, die sich der Oesfentlichkeit entziehe, die aber die Möglichkeit habe, die Entscheidungen zu beeinflussen. Damit sei das große Unglück der deutschen Verhältnisse gekennzeichnet. Ministerpräsident Dr. Held sprach über die Rrr gierungsbilbung in Bayern und erklärte, daß die Bayerische Volkspartei trotz der Vorgänge in Berlin bas ernste Bestreben habe, mit den anderen Parteien Verhandlungen über die Herstellung einer Regierungsmehrheit in Bayern zu führen. Zu dieser Frage rourbe|eine umfangreiche Entschließung angenommen, die bie Forberungen der Bayerischen Lolkspartei für bie Verhandlungen mit den anderen Parteien zusammensaßt. Der Landesausschuß nahm bann einstimmig eine Entschließung zur Regierungsbildung im Reich an, in der es u. a. heißt: „Die neue Reichsregierung Hitler-Hugen- berg-Papen hat die Auflösung des erst vor kurzem gewählten Reichstages mit der Behauptung veranlaßt, die Bildung einer arbeitsfähigen Mehrheit im Reichstag habe sich als unmöglich herausgestellt. Diese Begründung ist unwahr. Wahr ist vielmehr, daß die Macher dieser Regierungsbildung den wirklichen nationalen Zusammenschluß auf breiter nationaler Grundlage überhaupt nicht wollen. Man hat das Zentrum und die Bayerische Dolkspartei absichtlich ausgeschaltet, weil man in ihnen, obwohl fie immer für den konfessionellen Frieden und die Zusammenarbeit der christlichen Konfessionen in Deutschland wirkten, nur die „katholischen politischen Parteien" sieht und weil man die politische Gleichberechtigung der deutschen Katholiken und ihren politischen Einfluß im Staatsleben nicht will. Die Dolksschichtcn, die als gute Bayern, als beste Deutsche und als christgläubige Menschen treu zur Bayerischen Dolkspartei stehen und in ihr die Dertreterin ihres politischen Bekenntnisses erblicken, haben einen Anspruch und ein Recht darauf, gehört zu werden und mitzuwirken, wenn es um deutsches Schicksal geht. Sie geben die Antwort, indem sie sich bei dieser Wahl ih.r^n Platz und ihr Recht in Deutschland erkämpfen." Oos Zentrum. Berlin, 5. Febr. (TU.) Vor dem Reichsparteiausschuß der Zentrumspartei hielt der Parteiführer Prälat Kaas am Sonntagmittag eine Rebe, in der er zur Regierungsbildung Stellung nahm und den Weg des Zentrums im Wahlkampf und der weiteren Entwicklung kennzeichnete. Ausgehend von dem Briefwechsel, den er mit dem Reichskanzler gehabt hat, erklärte Dr. Kaas, das Zentrum habe wissen wollen, wohin der KursderneuenRegierung geht. Als freie Bürger wollen wir nicht Steigbügelhalter fein für Parteihäupter anderer politischer Bewegungen. Die Häupter von zwei kämpfenden politischen Parteien haben sich zusammengefunden, von denen das Zentrum wußte, daß ihre Ziele stark entgegengesetzt waren. Der eine will vorwärts zu einem neuen Reich einer sozialistischen Zukunft, der andere rückwärts xu einem Reiche einer liberalen Vergangenheit. Wenn parteipolitisches Denken das Zentrum beseelt hätte, so wäre es eine Zeit größter agitatorischer Möglichkeiten geworden, dem Tauziehen des „Marschall Vorwärts" und des „Marschall Rückwärts" zuzuschauen. Eine derartige Zuschauerrolle dürften wir nicht spielen, weil wir bie Mitverantwortung an den Schäden getragen hätten. Gerade weil wir wußten, wer die Regierung übernommen hatte, aber nicht einwandfrei wißen konnten, wer regiert, chatten wir ein Recht, zu wissen, was diese Regierung wollte und nur nach dem „Was" konnten wir unsere Entscheidung treffen. Man hat den 30. Januar 1933 mit den Augusttagen des Jahres 1914 verglichen. Im August 1914 siegte der Gemeinschaftsgedanke, am 30. Januar 1933 siegte der Trennung s- gebaute im deutschen Volk. Wir kämpfen stolzen Hauptes um unsere politischen Rechte und Frei- heiten, aber ich erkläre auch zur Eröffnung dieses Kampfes feierlichft: Auch dieser Wahlkampf darf den Willen zur Sammlung nicht ver- schütten. Wir setzen uns ein, diesen Willen zum Siege zu bringen, um wirklich zu einem neuen A u g u ft der deutschen Nation zu kommen. Nachdem Dr. Kaas dann den Regierungsaufruf als ein ungeschichtliches und wahrheitswidriges Pauschalurteil über die letzten 14 Jahre deutscher Geschichte bezeichnet hatte, stellte er die staats-, wirtschmfts- und kulturpolitischen Ziele des Zentrums heraus. Das Zentrum werde jede Regierung bei dem Ringen um äußere Frei- heit und Gleichberechtigung unterstützen. Im Innern wollen wir eine Rechtsordnung sichern, wie sie in den Grundsätzen der Verfassung festgelegt ist, und bie den Grundsätzen wahrhaft christlich-konservativer Staatsführung entspricht. Das Verhältnis zwischen Staat und Wirtschaft muß in einer berufsständischen Ordnung der Wirtschaft und Gesellschaft geregelt werden. Wir wollen keine Planwirtschaft, die von oben herunter zentralistisch in den privaten Lebensbereich eingreift und dadurch alle gesunde Privatinitiative und Konkurrenz aufhebt, sondern eine sinnvolle Einordnung des wirtschaftlichen Geschehens auf die materielle Bedarfsdeckung aller Gruppen des Volkes. Die Schäden der Wirtschaftskrise zu überwinden. das Hebel der Arbeitslosigkeit zu bannen, bleibt die zentrale deutsche Aufgabe. Wir hoffen, daß wir allmählich den Nach den Ausführungen des Parteivorsihenden setzte eine lebhafte Aussprache ein. Sodann hielt Dr. Kaas eine Schluhansprache. Den Abschluß der Tagung bildete die e i n st i m» m i g e Annahme einer Entschließung, worin es u. a. heißt: „Die näheren Amstände, die zur heutigen Reichsregierung geführt haben, lassen unzweideutig den Willen bestimmter Gruppen erkennen, die im Zentrum geeinten politischen Dolks» kräfte von verantwortlicher Mitarbeit auszufchlie- hen. 2n dieser Tatsache erblickt der Reichspartei- ausschuß eine Herausforderung, die die Zen» trumswählerschaft bei der kommenden Wahlcnt- scheidung eindeutig und geschlossen beantworten wird. 2m (Bettrauen auf die Anzerstörbarkeit ihrer sittlichen und religiösen Grundlagen und gestützt auf eine stolze ^Überlieferung ruft der Reichsparteiausschuß Frauen und Männer zur Entscheidung auf. Nicht „entweder —oder", nicht „links oder rechts", nicht Spaltung der Nation in zwei Lager kann Zentrumsparole fein, unser Ziel heißt: Aufbau der Nation aus den Grundkräften einer geistigen und politischen Mitte, die eint, versöhnt und zusammenfaßt. Die Zentrumspartei wird einen Kampf der Selbstdisziplin und Ritterlichkeit führen. Wir verlangen Freiheit für den Wahlkampf und werden unS gegen jede Einschränkung der Wahlfreiheit rechtmäßig wehren." Am Sonntagnachmittag fand in Berlin eine für den'Sa-iÄismus. Das Leben-Prinzip 6er I Sitjung 6c« Sei<6#t>artei»orftant>c8 »er Sentrum». Deutschen Zentrumspartei ist das Prinzip der * I 5. bu ,c9ten Vorbereitungen des Wahl, aufbauenden Mitte. Wir wollen nur eins: ein I ramP*€0 llaIL mächtiges Deutschland! | ------ nisterprasidenten übertragen bekommen haben werde. Der Dreimännerausschuß würde dann in den Mitgliedern Pap en und Serri eine Mehrheit fürdie Auflösung des Landtages umfassen. Es sei anzunehmen, daß, falls diese Gerüchte in die Tat umgesetzt werden, die Regierung Braun Schritte einleiten werde, um die verfassungsmäßige Unmöglichkeit eines solchen Verfahrens, die nach ihrer Meinung vorliege, feststellen zu lassen. Kommunale Neuwahlen in Preußen. Sämtliche kommunale Vertretrmgs- Körperichaften aufgelöst. Berlin, 4. Februar. (IBIB.) Das preußische Slaalsministerlum (Kommissare des Reiches) hat durch Verordnung sämtliche kommunalen Vertretungskörperschaften aufgelöst. Die Rechtsgrundlage dieser Verordnung ergibt sich aus den einzelnen Gemcindeverfassungsgesehen, in denen das Staatsministerium ermächtigt ist, durch Verordnung gemeindliche vertretungskörperschaften aufzulösen. Zur Verbilligung der hierdurch erforderlich werdenden Neuwahlen hat das Staatsministerium (Kommissare des Reiches) gleichzeitig beschlossen, den Wahltag für die Neuwahlen sämtlicher aufgelöster kommunalen vertretungskörperschaften einheitlich, und zwar so feskzusehen, daß die Auslegung der Wählerlisten zugleich mit der Auslegung der Wählerlisten für die Reichstagswahl erfolgen kann. Als W a h l t a g ist demgemäß der 1 2. Rl ä r z 19 3 3 festgesetzt worden. 250 Millionen Mark für Arbeitsbeschaffung. Berlin, 4. Febr. ($H.) 21m Samstag fand in der Reichsbank auf Einladung der als Konsortialführer fungierenden Deutschen Bank und Diskonto-Gesellschaft und der Reichskreditgesellschaft 21®. eine Sitzung eines aus allen Teilen des Reiches beschickten engeren Kreises von Banken und Bankiers statt, die zur Teilnahme an der Finanzierung von 250 Millionen Mark Arbeitsbeschaffungskrediten aufgefordert worden waren. Diese 250 Millionen Mark stellen den größten Teil des über die Deutsche Gesellschaft für öffentliche QIrbeiten 21®. zu finanzierenden Anteils an den der Oeffent- lichkeit bekannten, mit der Reichsbank vereinbarten Arbeitsbeschaffungsprogramms von 500 Millionen Mark dar. Die Finanzierung des Restes ist bekanntlich bereits gesichert. Sn der Sitzung schilderte nach einleitenden Worten Dr. S o l m s s e n s der Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung Dr. ® e r e k e die Grundsätze, nach denen die Arbeitsbeschaffung verteilt werden soll. Er betonte, daß die Reichsregierung größten Wert darauf lege, das Arbeitsbeschaffungsprogramm in enger Fühlungnahme mit der Privatwirtschaft durchzuführen. Gerade mit Rücksicht auf die große Bedeutung der Arbeitsbeschaffung für die Belebung der Privatwirtschaft rechne er auf die umfassende und verständnisvolle Mitwirkung des gesamten Bank- gewerbes. Reichsbankpräsident Dr. Luther erklärte namens der Reichsbank, daß diese ebenso wie bei den bisherigen Arbeitsbeschaffungswechseln die Finanzierung der Arbeitsbeschaffung erleichtern wolle. Dementsprechend sei sie bereit, die im Zuge dieses Kredits ausgestellten Wechsel sowohl von Mitgliedern des Konsortiums, als auch von dritter Seite ohne Anrechnung auf die den Einreichern bei der Reichsbank sonst zur Verfügung stehenden Rediskont-Facilitäten hereinzuneymen. Der Reichsbankpräsident sprach die Hoffnung aus, daß sich in diesen Diskonten außerhalb der Reichsbank ein regelmäßiger Handel entwickeln werde. Die anwesenden Vertreter der Banken und Bankiers erklärten sich bereit, trotz der Llngunst der Zeiten ihr Bestes zu tun, um durch Llebernahme entsprechender Quoten die Bildung des Konsortiums in dem vorgesehenen Ausmaß vorzunehmen. Hierbei wurde auf den engen Zusammenhang hingewiesen, der zwischen der Pflege des Kapitalmarktes und einer erfolgreichen Durchführung der Zwischenfinanzierung besteht. Reichskanzler Hiller in München. Verzicht auf das Reichskanzler-Gehalt. München, 5.Febr. (111.) Die Reichsprei,Lpelle der NSDAP, teilt mit: Reichskanzler Adolf Hitler traf heute (Sonntag) bei Einbruch der Dunkelheit, von Berlin int Flugzeug kommend, in München ein. Der Besuch des Führers dient zunächst privaten Zwecken, dann aber auch der Vorbereitung der Reichstagswahl. Wie bekannt, verbleibt die Leitung der nationalsozialistischen Bewegung auch für die Zukunft in München. Adolf Hitler, der auch persönlich außerordentlich an München hängt, behält hier seine eigentliche Wohnung. Der Führer bezieht im übrigen als Reichskanzler fein Gehalt. Er hat, da er sich als Schriftsteller sein Einkommen selbst verdient, auf seine Bezüge als Reichskanzler Verzicht geleistet. Aus aller Well. Das Rheinei» an der Loreley in Bewegung. Auf dem Rhein kam das Packeis an der Loreley, das bis über Caub hinaus reichte, in Bewegung. Lediglich an der Pfalz stauten sich die Eismassen noch. Das Eis trieb langsam ab, so daß kein Schaden entstand. Die Schiffahrt auf dem Rhein, die auf dem Unterlauf durch die starke Bereisung eine Zeitlang unterbrochen war, ist jetzt sowohl für die Berg- wie für die Talfahrt völlig wieder ausgenommen worden. Der Verkehr rhein- aufwärts ist aber nur bis Koblenz möglich, so lange der Mittelrhein noch durch die Eisbarriere gesperrt ist. * Insgesamt 582 Schiffe warten vor und in den Häfen von Mannheim und Ludwigshafen, wo sie Schuh vor dem Treibeis gefunden hatten, auf eine Besserung des Wasserstandes, damit sie ihre Reise fortseyen können. Im Mannheimer Hasen, wo allein 387 Schisse vor Anker liegen, herrscht ein außerordentliches Gedränge, da die kleineren, nicht zu tief gehenden Rheinschiffe auslaufen wollen, was aber bei der Einkeilung inmitten der Rheinriesen mit großen Schwierigkeiten verbunden ist. Gewaltiger Eisschub im Argental. Im Tal der unteren Argen bei Primisweiler ereignete sich, wie aus Wangen (2lllgäu) gemeldet wird, infolge des raschen Witterungswechsels ein Eisschub von bisher noch nicht erlebtem Ausmaß. Die Wildwasser der Argen traten über d i e Ufer und strömten in einer Länge von 500 und 1000 Meter Breite über fruchtbares Acker- und Wiesenland. Die Eis- masfen, zu Wällen von 1 bis 2 Meter Höhe geschichtet, haben das Argenbett auf 1 Kilometer Länge völlig zugedeckt und sind darüber hinaus noch weit in die Wiesen und Felder verschoben, so daß 200 Morgen Flußbett und Ufer- gelände von unübersehbaren Gisblöcken und Eisplatten dicht bedeckt sind. Unter Leitung des Straßen- und Wasserbauamts Ravensburg wurden unverzüglich Sprengungen vorgenommen. von stürzenden Schneemassen erdrückt. Am letzten Freitag unternahmen vier Gäste vom Schneefernerhaus (Zugspitze) aus eine Skitour nach dem Brunntalkopf. 2lls sie einen Steilhang querten, löste sich ein Schneebrett von etwa 100 Meter Länge und ging mit drei der Skiläufer einige hundert Meter hinunter. Während zwei der Verunglückten sich aus den Schneemassen befreien konnten, wurde der aus Hof in Bayern stammende Drogeriebesitzer Plischke von den Schneemassen erdrückt. Schreckensnachl Schiffbrüchiger. In einer der letzten Rächte strandete an der schwedischen Küste der Stockholmer Tank- dampfer „Klas". Sieben Männer und zwei Frauen, die sich an Bord befanden, muhten auf dem Wrack eine fürchterliche Rächt zubringen. Bug und Mittelschiff sackten ab und die Schiffbrüchigen wurden von den Wellen überspült. Das Feuer im Kessel war erloschen. An Deck wagte man kein Feuer anzuzünden, da auf der See eine dicke Schicht Benzin schwamm. Man hatte nämlich, um das Schiff zu erleichtern, die Tanks geöffnet, in denen sich 360 000 Liter Benzin befanden. Am Morgen glückte es schließlich der Besatzung eines Rettungsbootes, die Schiffbrüchigen zu bergen. Zwei von ihnen muhten mit erfrorenen Gliedern ins Krankenhaus gebracht werden. Sieben französische Fischer ertrunken. Ein mit acht Fischern besetztes Doot, das in den Hafen von E t a p I e s bei Boulogne zurtick- kehren wollte, wurde plötzlich leck. Die acht Insassen sprangen in voller Kleidungins Wasser. Sieben von ihnen ertranken, nur einer konnte sich schwimmend an Land retten. Dom Lisenbahnzug erfaßt. — Zwei Tote, drei Verletzte. Bei Breslau-Schmiedefeld ereignete sich ein schweres Kraftwagenunglück. Der Personenzug Glogau—Breslau erfaßte auf der Kreuzung der Bahn mit der Fernverkehrsstrecke Breslau-Berlin den dem Baumeister P e l k e aus Deutsch-Lifsa gehörenden Personenkraftwagen, der die geschlossene Schranke durchbrochen hatte. Der Wagen wurde etwa 60 Meter msigeschleift und völlig zertrümmert. Pelke und seine Frau wurden getötet, zwei weitere Personen wurden schwer und eine Person leicht verletzt. Drei Todesopfer eines Grubenunglück». Auf der Bleigrube der Zeche Glanzenberg bei Welschenennest (Kreis Olpe) brach ein Brand in einer Zimmerung aus, durch den 21 Mann der Belegschaft der Weg aus der Grube versperrt wurde. Die Rettungsarbeiten wurden sofort aufgenommen. Es gelang, zunächst 15 der eingeschlossenen Bergleute zu bergen; unter ihnen befindet sich ein Toter. Später konnten zwei weitere L e i ch e n geborgen werden. Die beiden letzten Vermißten, die sich in einen Schacht geflüchtet hatten, in dem sich noch gute Stiftung zeigte, wurden lebend aufgefunden. Sie befinden sich wohlauf. — Zu dem Unglück teilt das Oberbergamt u. a. mit, daß der Brand der Grubenzimmerung vermutlich durch eine Karbid- lampe entstanden sei. Furchtbarer Kinobrand in Veracruz. — Acht Tote, 20 Schwerverletzte. In Veracruz (Mexiko) brach während einer Kindervorstellung in einem Kino plötzlich ein B r a n d aus. Es entstand eine entsetzliche Panik. Zahlreiche Kinder wurden niedergetrelen, andere sprangen aus den Fenstern und blieben mit schweren Verletzungen im Hof liegen. Die Galerien bildeten ein einziges Flammenmeer und stürzten schließlich ein, wodurch zahlreiche Kinder unter den Trümmern begraben wurden. Gleichzeitig spielten sich vor den Eingängen erbitterte Kämpfe zwischen einem Militär^gebot und den verzweifelten Eltern ab, die zur Rettung ihrer Kinder in den Saal eindringen wollten. A ch t T o t e und zwanzig Schwe rverlehte fielen der Katastrophe zum Opfer. Gesteigerte Tätigkeit des Vesuv». Der Vesuv zeigt seit einigen Tagen lebhaftere Tätigkeit, als in den beiden letzten Iahren beobachtet werden konnte. Mit dec gesteigerten Tätigkeit waren in den letzten Tagen unterirdisches Rollen und ziemlich heftige Erdstöße verbunden, die zuletzt so heftig auftraten, daß die seismographifchen Instrumente in dem Desuv- Observatorium aus den Angeln sprangen und in mehreren Besuv-Gemeinden eine Panik aus- Das Mangobaumwunder mdischer Gaukler. Don Universiiäiö-Garieninspettor i. ZR. Friedrich Rehnett, Gießen. Unter ähnlichem Titel wird gegenwärtig in der Unterhaltungsbeilage des „Gießener Anzeigers" ein Roman veröffentlicht, der mich an einen Vorgang erinnert, welcher fich in den ersten Tagen unserer Ankunft in Colombo 1911 abspielte. Geheimrat Hansen, in dessen Begleitung ich damals reiste, ein Mitreisender Schweizer, den man auf dem Schiff kennen gelernt, der Indien schon einige Male bereist hatte, und ich befanden uns im Vorraum unseres Hotels, als ein asketisch aussehender Inder sich zur Vorführung des Mangobaumwunders, und zwar, wie er sagte, ohne Verpflichtung zur Zahlung erbot. Die Vorführung ging denn auch bald im Hotelgarten vor sich. Rachdem wir auf herbeigebrachten Stühlen, der Inder auf seinen unter-geschlagenen Beinen und die zahl- reicheir Zaungäste von Eingeborenen im weiten Halbkreise Platz genommen hatten, entfaltete der Wundermann feinen mitgebrachten Sack. Zum Vorschein kamen ein flacher, mit Deckel verseh ner Korb aus Palmengeflecht, ein Tuch, ein V^umentopf mit etwas Erde, ein Glasgefäh mit einer Hellen Flüssigkeit und eine Flöte. Den Korb setzte er behutsam vor sich. Der Deckel blieb geschlossen. Die Flöte führte er zum Munde, und nun begann jene quakende, eintönige Musik, die man dort öfter zu hören bekommt. Gleich nach den ersten Tönen wurde etwas im Korbe lebendig, und es erschien, offenbar durch ein kleines Loch im Deckel, eine Brillenschlange, die sich wie ein steifer Stock aufrecht stellte und den Kopf im Rhythmus der Musik hin und her bewegte. Mir ist es damals vorgekommen, als sollte dieses Vorspiel dazu dienen, bei den Zuschauern eine Art Dämmerzustand hervorzubringen, denn mich überfiel bald eine fast unüberwindliche Müdigkeit, die sich aber auch durch andere Ursachen erklären läßt. Ich wurde ihrer erst wieder Herr, als der Inder seine Schlange wie ein zahmvs Kätzchen zum Streicheln herum- reichte. Das eigenartige Tanzvergnügen der Giftschlange unter Musikbegleitung wurde noch ein Weilchen fortgesetzt. Dann kommandierte ihr Herr: „Geh' in deinen Korbl" Sogleich machte das Tier eine schwanenhalsähnliche Verbeugung und war im Ru im Innern des Korbes verschwunden. Run begann der zweite 2HL Unser Inder füllte den mitgebrachten Blumentopf mit der lockeren Erde, setzte behutsam den großen Mangokern ein, so daß ein Teil noch aus dem Boden heraussah und begoß ihn aus der en» wähnten Flasche. Dann reichte er uns den noch nassen Topf, wobei man sehen konnte, daß der Mangotern schon angelcimt war. Seber sollte dabei eine Silberrupie so obenauf legen, daß der grüne Keimling davon bedeckt würde- Hierbei entstanden Schwierigkeiten, als der Schweizer nur eine halbe Rupie opferte. Erst als der Gaukler wohl einzusehen begann, daß weitere Gegenvorstellungen nichts nützten, der Geber auch dabei blieb, daß der Mangobaum auch für 50 Cents wachse, wie das anderwärts schon ausprobiert worden fei, nahm die Vorstellung ihren Fortgang. Sie bestand darin, daß, wie es mir schien, der Inder seine spindeldürren, nackten Beine nicht mehr untergeschlagen, sondern unter dem Tuch habe, das den keimenden Mangosamen bedeckte. Von dem mancherlei Hokuspokus, der unsere Aufmerksamkeit von den verborgenen Vorgängen ablenken sollte, ist mir nur erinnerlich, daß er in allen nur möglichen, europäischen und indischen Sprachen von eins bis zehn zählte, wobei er uns kaum aus den Augen ließ. Da geschah etwas, was nicht hätte fein sollen: An der mir zugekehrten Seite verschob sich ein Zipfel des Tuches für den Bruchteil einer Sekunde, aber dieser Augenblick hatte genügt, mich ahnen zu lassen, daß man unter Umständen nicht bloß mit den Händen, sondern auch mittels der Zehen bewurzelte Pflanzen in einen Topf setzen kann. Was darauf noch folgte, ist kurz erzählt. Mehr und mehr begann das verhüllende Tuch sich zu heben, die Wölbung wurde höher und wuchs zusehends, bis der Inder es aufhob und ein etwa 40 Zentimeter hohes, beblättertes Mango- bäumchen sichtbar ward. Soweit das ohne Verdacht zu erregen angängig war, sah ich mir das Wunderbäumchen an und konnte feststellen, daß es nach fachmännischen Begriffen nicht ganz fachgemäß gepflanzt war, denn es hingen einige Wurzelreste über den Topfrand. Der Mangobaum hat immergrüne, ziemlich feste Blätter, welche beim Transport wenig leiden oder welk werden. Weshalb der indische Gaukler für seinen Betrieb nicht Pflanzen verwendet, die nach Art unserer Topfgewächse fest im Gefäße eingewurzelt sind und die ihm das mühsame Einsehen mit den Zehen ersparen würden, ist fein Geheimnis. Alles andere Taschenspielerkunststück, das wahrscheinlich auch untere Zauberkünstler fertig brächten. Morgenstunde tmjardin du Luxembourg. Don Werner Bock. Wir kamen aus der Krypta des Pantheon. Wir hatten an den Grabern der Dichter gefroren, Keller« lüft benahm uns den.Atem. Der Geist der Großen; sonst blutnah in einer einzigen Zeile, hier, an der Ruhestätte ihrer Leiber war er verflüchtigt. Schon kramvfte sich die Brust im Schauer der Sterblichkeit, oa zeigte uns der Führer die Steine des Gewölbes und erklärte, ohne Mörtel seien sie ineinandergefügt, das Ganze ruhe über einem Seiten- fluß der Seine und mache wegen der drohenden Feuchtigkeit die seltsame Bauart notwendig. Der Gruft entstiegen, wanderten wir durchs Quartier latin. Silber rann von den Dächern, schwarzsamten glänzten die Hauswände, in zitternder Bläue zerfloß der Fußsteig unter unserm Schritt. Dann standen wir vor einem jener Buch- läden, die ihre Schätze ins Sonnenlicht reichen. Der Wind fängt sich in den Bänden vergilbter Jahr- hunderte nicht anders als in den Blättern alter Bäume, herbe Welke, in die sich eine Rest von Süße mischt, streut Weisheiten und Gedichte, Gebete und Lüsternheiten über die Straße. Drinnen sitzt der Einsiedler in der Höhle, der Gebieter der papiernen Geschöpfe, beinahe verschüttet von Buchgebirgen, beinahe selbst Pergament geworden, und prüft mit der Linse ein zerschlissenes Werk. Jetzt hebt sich der Graukopf, sein Blick geht über die Regale, er kennt wie bei Dielbetretenen Wegen jede Krümmung, jede Erhebung, jede Schlucht. Und auf einmal ist es, als sähe nicht er die Bücher an, zahllose Augen sind auf ihn gerichtet, für ein paar Sekunden aus traumschwerem Schlaf geschreckt. Der Alte senkt die Lider unter der Wucht des tausendfachen Aufschlags, er scheint noch mehr zusammenzuschrumpfen, ja zu verschwinden in der Dämmerung, die den schweigenden Raum durchgeistert. Wieder fliehen wir, und nun empfängt uns das Tor des jardin du Luxembourg. Da ist nun der Park, der die Verse der Dichter rauschend und die Farben der Maler glühend macht, da sind die Alleen der Ruhe und Leidenschaft, der Freundschaft und Liede, der Gedanken und Träume. Standbilder und Steingeländer sind von Gewesenem überhaucht, aber an den rostroten Zweigen der schlanken Stämme schimmert ein Warten. Die noch matte Sonne nimmt Platz auf den leichten Stühlen, wo,balb die Gäste sinnen und plaudern werden. Nicht daß der nahende Frühling yier wie in anderen sichtbar werden will! Etwas von allen Jahreszeiten webt in der Lust, nie kann hier Winter ganz brach. Dachts bietet der Vesuv mit feiner von Blitzen durchzuckten oder vom Feuerschein deA Kraters durchleuchteten schwarzen Rauchkapp- einen Anblick, wie man ihn seit zwei Iahren nicht mehr bewundern konnte. Ein Kommuniqu6 des Direktors des Desuv-Observatoriums besagt, daß nach einer fast zweijährigen Pause der Qfe* suv bereits seit einigen Wochen stärkere Eruptionstätigkeit mit heftigen Explo* sionserscheinungen und Auswürfen glühender Go- steinsrnassen erkennen läßt. In den letzten Tagen wurden mehr als 200 Erdstöße von ziemlicher Stärke beobachtet. Die tellurischen Erscheinungen werden von dem Direktor des Observatoriums auf eine teilweise durch innere Verlagerungen erfolgte Verstopfung des Kraters zurückgeführt. Aeilungsoerleger Dr. h. c. August Madsack f. In Hannover ist während eines Soazierganges der Herausgeber des „Hannoverschen Anzeigers", Zeitungsverleger Dr. h. c. August Madsack, infolge eines Herzschlages im 2(lter von 77 Jahren gestorben. Anschlag auf eine Wiener Schriftstellerin. In einem Laboratorium der Krankenkasse in Wien ich die dort arbeitende Frau Dr. Rosa Meller von einem unbekannten jungen Mann Überfall l e n und durch Messerstiche verletzt worden. Frau Dr. Meller hatte noch so viel Straft, dem Täter zwei Flaschen Salzsäure ins Gesicht zu schütten. Trotzdem konnte er die Flucht ergreifen. Frau Dr. Meller hat sich als Autorin der Btihnenwerke „Leutnant Komma" und „Die Weiber von Zoinsdorf" einen Namen gemacht. Die Hintergründe der Tat konnten noch nicht geklärt werden. Es scheint, daß der Fall eine gewisse Ähnlichkeit mit dem vor Jahren erfolgten Anschlag auf den Wiener Schriftsteller B et- tau e r hat. Bettauer, Redakteur einer WienerTages- zeitung und ein in den Nachkriegsjahren sehr bekannter Romancier, ist von einem jungen Mann ermordet worden, der die Richtung des Bettauer- schen Schaffens aus politischen Gründen bekämpfen zu müssen glaubte. Es stellte sich dann heraus, daß Oer Mörder geisteskrank war. Zu dem Anschlag auf die Aerztin und Schriftstellerin Rosa Meller wird noch bekannt, daß an dem Tatort von der Polizeikommission ein Zettel gefunden wurde, auf dem die Adressen der Wiener Schriftsteller Felix Salten und Sil V a r a vermerkt waren. Es wird daraus geschloffen, daß auch auf diese Schriftsteller ein Anschlag verübt werden sollte. Große Devifenschiebungen bei der Oesterreichischen Nationalbank. Bei der österreichischen Rationalbank in Wien wurde eine grohangelegte Schiebung mit Ausfuhrbewilligungen für Reichsmark nach Deutschland aufgedeckt. Ein Angestellter. Alfred Schaffer, hat solche Bewilligungen gegen Entgelt verschafft. Auf diese Weise hatte sich ein Tuchhändler Weise die erforderlichen Markbeträge beschaff fen können. Als die Schiebungen bei der Rationalbank festgestellt wurden, wurde Schaffer sofort entlassen und für kurze Zeit in Haft genommen. Gegen ihn sowie den Tuchhändler und seinen Agenten Korkus wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Es wird angenommen, daß die Beträge, die auf diese Weise der Rationalbank herausgelockt wurden, sich auf etwa 200 000 Mark belaufen. Leberfchwemnmngen durch einen Dammbruch in Frankreich. Einer der Dämme des großen Kanals von Roanne-Digoin ist zwischen den Ortschaften 2Ir- taix und Chambilli (Dep. Loire) in einer Ausdehnung von fast 30 Metern gebrochen, so daß die Wassermassen die ganze umliegende Gegend überschwemmt haben. Das Wasser des Kanals ergoß sich auf eine Strecke von etwa 18 Kilometern. E in Schiffer wurde von den Wassermassen fortgerissen und ertrank. Der Schiffsverkehr wird voraussichtlich mehrere Monate unterbrochen werden müssen. Als Ursache für den Dammbruch wird der rasche Witterungsumschwung angenommen. Winter, Sommer gang Sommer sein. Die Folge der Gezeiten scheint aufgelöst in einer höheren, einfacheren Ordnung. Und wir selbst, treten wir nicht auf einmal heraus aus der Zeit, sind wir nicht ferngerückt der Welt jenseits des Gitters und bewegen uns nach neuen, nur hier gültiaen Gesetzen? Irgendein Mantel, der uns sonst beschwert, scheint aefallen, iraendein Schleier von der Stirn gestreift. Und wir lehnen an der Einfassung des Beckens wie am Rand alles Seins, und uns ist, als ob wir seinen innersten Sinn in diesem Augenblick begriffen. Ein paar Knaben lasten über das gekräuselte Wasser Segelboote treiben. Der die kleinen Schiffe verleiht, steht dabei, selbst ein Knabe von zehn oder elf Jahren, und hat die Rolle des Wächters mit der des Mitspielenden vertauscht. Aber der Bleistift überm Ohr und die zu große Geldtasche an der Seite des Jungen erinnern an das ihn anvertraute kleine Amt, das ihn bisweilen zum Standort feiner Flotte abruft. Das Gesicht in seiner blassen Knaben- anmut wäre schön, wenn nicht das linke Auge blind oder halbblind ins Leere starrte. So hat auch dieses Kind schon die Faust verspürt, die früher oder später einmal auf jeden einschlägt. Sein Ernst tränt die Spur vorzeitiger Prüfung, und sein Lächeln scheint sich zu schämen. Aufmerksam hängt das gesunde Auge am Spiel auf dem Wasser; die anderen Kinder, die alücklicheren, freieren, schauen manchmal zu ihm hin, als lenke er mit geheimen Fäden die Fahrt der Boote, als fei er der Herr der Schiffe und der Herr des Teiches und vielleicht des Parkes überhaupt. Der im Stillen also Geehrte betrachtet indes weiter andächtig Haltung und Bewegung der Gefährten, Richtung und Neigung der Segel, und wie der Wind schnell oder sacht kommt und geht, wie die Kinder bald hierhin, bald dorthin eilen, um freudig oder traurig das Schicksal ihrer Boote zu verfolgen, da umrieselt den kleinen Hüter mit dem Bleistift überm Ohr und der großen Tasche an der Seite wirklich ein Dämonisches, etwas vom Hermes, dem Gebiefer der Seelen. Durchfurchen nicht in dieser Stunde auf allen Flüssen, Seen und Meeren Schiffe die Flut, schweben nicht, geschwellt von Wünschen und Hoffnungen, getrieben von Liebe und Haß, Legionen von Segel über die Tiefen? Und Sonnen und Sterne, ziehen sie nicht im gleichen Wirbel einher. Riesenschiffe des Alls auf geheimnisvoller Fahrt? Jetzt trifft uns der Blick des kleinen Einäugigen, und auch wir sind unentrinnbar eingeordnet in den rätselvollen Zug, eingefangen in die Ganzheit. Es gibt keinen Halt, fühlen wir, in allein Fließen, wenn wir einander nicht festhalten, unser beider Dasein für eine Welt- sekunde festhalten, ohne Mörtel ineinanbergefü^, über dem ewigen Strom, ©er2 Mivr^ iw unbedingt von sHt , &**£*»’ den. Es fl1' fincn erho die dauerns w bei irgend oe Md un * i6en. 2Iu 6rfran5/£eute em! wftJÄ« vicht ai Allen tunr der 2ltz.>e!ü ubc l'ch^A gen*1 ia ?„De,chassenhe>t von der g5 (a) L-Ä ssä A normal ist und H ings darf nm Messung als überflüssig hoher Blutdruck in Derb Hitsanzeichen gibt kJ1 Sie Boraussetzung'st nn bei mehreren Messungen ist viel zu wenig bekam requng und Ausregung, ärztlichen Untersuchung druckkurve nach oben j andere vorhergegangene Grund [ein. Sind jedoch geschaltet, und bleibt d so sind allerdings die berechtigt. Die höchsten !k Nierenerkrankungen. De jedoch außerdem stets n Urinanchje festzustellen. dauernder Mdruckerhö Herzen bestehen. Es ist j zen Ausführung, alle K mit einer Blutdruckerhöl nur daraus hingewiesen in der ganzen Medizin, e: nie ausschlaggebend ist, |idjtigungj>es gesamten Arzi vornehmen kann, noch darauf hingewieje' chervortreten der Adern dingt der Vorbote eii braucht. Mancher hat so ster Jugend an und errei Am Schluß möchte ich unter viel gefährlicher i druck zu haben, als ein, plötzlich einsehende nie! Zeichen dafür, daß der ist und zu wenig Abweh Natur hat nämlich die etwa nur darum eintreb «orgen zu bereiten, (on 3®^, z. D. bei darn buch vermehrten Druck ousrechtzuerhalten und i £ bie entferntesten ur treiben. Man muß also einte' Maschine darstellt | U cmem ltzlutdru ^Akeit obzulesen ist y deshalb das Le 2 ZU verbittern, weil, befunden worden isti Handwe -ndietzia Bari M ÄS"?’ dtzdec mefi den Ä tvurde QU bVWfion sw JJJ?1« die Und ^’nsam toWie die^rten^; Wä Aus der Provinzialhauptstadt gemacht haben. Genossenschaftlich verwertet wur Als 17. Vorstellung im Mittwoch- 23 älhr. den Chormitgliedern „Agieren" fordert. essen Buntes Allerlei ein Wei- sind. von von Lei- ig und rocken, iielsach ig und mild, 8 Grad ivrgens nimum 10 cm März: i,0 mm. at hier leider . Zwei Man- eben-- st o r - u s e n Der Blutdruck. Don Or. med. Leo Bonnin. wesentlicher Rückgang der Grippe-Erkrankungen in Frankfurt noch nicht erfolgt ist, haben sich die Schulbehörden im Einverständnis mit dem Kreisarzt und dem Stadtgesundheitsamt veranlaßt gesehen, die Schließung der Frankfurter Schulen, die am 4. Februar ihr Ende erreichen sollte, noch bis einschließlich Mittwoch, 8. Februar, zu verlängern. Bis jetzt hat die Grippe-Epidemie in Frankfurt 47 Todesopfer gefordert. Han dwerkerwünfche an die Stadtverwaltung. 3n einer stark besuchten Versammlung den hn ersten Jahr der genossenschaftlichen Arbeit rund 200 Stück Großvieh, 785 Schweine. 60 Kälber und 17 Schafe im Gesamtwert von rund 112 000 Mark. 'Betont wurde, daß die Ge- )tesige duich g mit r weit nnauS werke. rts- te um 5, be- i Der- 1 zum 5rt seit hntal- s Ge- „Eä- .•r, der anges- id das te für Genoffenschastliche Diehverwertung der Landwirtschaft. WSR. Alsfeld. 4. Febr. 3n der 3ahres- versammlung der Dich Verwertungs-Genossenschaft des Kreises Alsfeld wurde bei der Berichterstattung über das ver- Rachdem durch fystematische Aufklärung teste Volksschichten dazu ange.egt worden . ihren Körper genau zu beobachten, zeigen sich naturgemäß auch gewisse Erscheinungen von Lleberängstlichkeit. Zu jedem Arzt kommen häufig Patienten in die Sprechstunde, denen eigentlich gar nichts fehlt und die nur die bange Meinung äußern, sie hätten daS unbestimmte Gefühl, ihr Blutdruck wäre zu hoch. Meistens entspricht allerdings die genaue Untersuchung mit den entsprechenden Apparaten in keiner Weise diesen An- gaben, da eine wirklich hohe Blutdrucksteigerung viel seltener ist. als man gewöhnlich annimmt. Es lohnt sich, in kurzen Sähen aufzuklären, ob der Gesundheitsgrad eines Menschen wirklich unbedingt von der Höhe seines Blutdruckes ab- hängt. Dieser Ansicht kann nicht beigetreten werden. Ls gibt nämlich eine Gruppe von Menschen, die dauernd einen erhöhten Blutdruck haben, wie bei irgendeiner Gelegenheit zufällig festgestellt wird und die trotzdem an keinerlei organischer Erkrankung leiden. Auch ist es vollkommen abwegig, diese Leute einfach als „verkalkt" zu bezeichnen, wenn nicht andere." Symptome, die nur der Arzt seststellen kann, hinzukommen. Man muß sich nämlich immer überlegen, daß der Blutdruck ja am Arm gemessen wird und daher auch viel von der Beschaffenheit der Blutgefäße des Arm- aebieles obhängt. Es kann also sehr wohl der Fall eintreten, daß die Armgesähe irgendwie besonders stark verändert sind und die lebenswichtigen Herzmuskelgefäße nicht. Bei einem solchen Patienten steyt dann die Blutdruckkuroe viel gefährlicher aus, als es dem eigentlichen Gesundheitzustande entspricht. Leider kann natürlich die Sachlage auch gerade umgekehrt liegen. Am Herzen sind schwere Veränderungen, die jedoch noch nicht auf die übrigen Blutgefäße übergegriffen haben, so daß der Blutdruck fast normal ist und trotzdem eine schwere Krankheit trat und tbea» ib 05 Un- lguft. . um ntlich , das 16 er Die n das hnell i zur dort rum- aus Zou- if ein war. ourde Man gegen > übet des eifrig jenem oblen Freu- r zur Schluß ischie- d Wei- • Wet- d nach Durch rdings t über giebige blichen m ab- Druck Kkigem 7n sich später- kieder- Abonnernent Wiederholung der Öperettenausfüh- rung „Das Dreimäderlyaus". (Spielleitung: Wrede - Moehl - Bä ulke). Von 20 bis 23 älhr. Operettenpreise. — Die nächsten Wiederholungen der Operetten-Revue: „3m weißen Röhl" am Sonntag, 12. Februar von 15 bis nach 18 ilbr; von 19 bis nach 22 älhr. Beide Vorstellungen sind außer Abonnement und zu ermäßigten Opereltenpreisen. 3n beiden Vorstellungen Haven Vorzugsgulscheine und Rundfunkgutscheine Gültigkeit. Außerdem hat die 3ntendanz für die Rachmittagsvorstellung auch Schülerkarten für gültig erklärt. Oie $ranffurfcr Schulen bleiben weiter geschloffen. 47 Todesopfer der Grippe. WSR. Frankfurt a. M., 4. Febr. Da nossenschaftsmitglieder auf diesem Wege der Diehverwertung meist einen wesentlich höheren Erlös erzielten, als beim Absatz an den Händler. Hinsichtlich des Lieferungszwanges der Genossenschaftsmitglieder wurde der Beschluß gefaßt, künftighin Mastvieh nicht an d i e Händler zu verkaufen, dagegen den Verkauf an Metz- oger i. Die igenb- orden. äumc. a 200 wird, iachsen Haus bürg»- ager eben« ifl fin« nähen, n Ar« kochen, irforgc izialen junge en sich ichsten ch er» Bon Chor und Chorsängern A-cappella*(5cfong und absolutes Gehör. Don Professor Hugo ZHüOel dann die SA. und zum Schluß der Stahlhelm. 3n ausgezeichneter Marschdisziplin bewegten sich die Formationen, die allenthalben einen guten Eindruck machten und starkes Interesse erregten, durch die vorgenannten Straßen, die von einer großen Menschenmenge besetzt waren. Die Polizei hatte in anerkennenswerter umsichtiger Weise für die Sicherung der öffentlichen Ordnung gesorgt, daneben bewiesen die Teilnehmer an dem Werbemarsch ausgezeichnete Manneszucht, so daß die ganze Kundgebung ohne Zwischenfall verlief. Auf dem Trieb hielten ein Führer der nationalsozialistischen Formationen und ein Führer des Gießener Stahlhelm kurze Ansprachen an ihre Kameraden und an die in großer Anzahl versammelten Volksgenossen in Zivil. 3n diesen Reden wurde eindringlich zu festem Zusammenschluß aller Kräfte für den Wiederaufbau eines besseren Deutschland aufgesordert. Hierauf löste sich der Zug auf. Die Formationen rückten dann nach ihren Standquartieren zurück. r iio tuen. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute 20 älhr letzte Aufführung des deutschen Frontstückes „Die endlose Straße" von Graff und Hintze. Spielleitung: der 3n- t e n b a n t. Kleine Preise. Spieldauer von 20 bis Gießener Handwerksmeistern, insbesondere Angehörigen des Dauhandwerks. die unter hing des Vorsitzenden des Ortsgewerbevereins. Däckerobermeister L o e b e r stattsand, wurde eine Reihe von dringlichen Handwerkerwünschen an die Stadtverwaltung eingehend erörtert. Es drehte sich dabei um die Frage der Arbeitsbeschaffung 'und um die Bedingungen, unter denen die Vergebung der Arbeiten erfolgt. Allgemein wurde oer Wunsch laut, die Stadt möge mehr noch als bisher dem Handwerk durch Bereitstellung von Arbeiten in dieser Krisenzeit behilflich sein, dabei aber auch Bedingungen für die Arbeitsvergebung schaffen, die dem Handwerk zum Ruhen gereichen. Am Schlüsse der mehrstündigen Aussprache, in der es natürlich auch an kritischen Aeußerungen nicht fehlte, wurde auf Vorschlag des Vorsitzenden eine Kommission eingesetzt, die der Stadtverwaltung die Wünsche und Vorschläge der Versammlung unterbreiten und auf eine gedeihliche Lösung der Fragen in Gemeinschaft mit der Stadtverwaltung hinarbeiten soll. Verbindung mit AOMillionen Menschen. 3eder Benutzer eines Telephons wird gewiß einen neuen Stolz empfinden, wenn et erfährt, daß er mit 30 Millionen Menschen auf bet gangen Erbe direkt telephonisch sprechen kann. Darauf weiß R. Boye in einem Aufsatz der Frankfurter Wochenschrift Die älmschau" hin. Rach dem Weltkrieg hat die Fernsprechtechnik einen ungeahnten Aufschwung genommen, und in den letzten zehn 3ahren sind alle bedeutenderen Orte Deutschlands an das Fernkabelnoh angeschlossen worden, das die deutsche Fernkabel-Gesellschaft eingerichtet hat und das eine Linienlänge von 11 500 Kilometer auf 2.3 Millionen Kilometer Drahtlänge aufweist. Auch fast alle andern Staaten haben ihre Fernverbiirdungsnetze ausgebaut, so daß ihre Länge allein in Europa über 30 000 Kilometer beträgt. Das Herz dieser ganzen Riefenanlage ist das deutsche Reh. Da unterdessen auch die Ozeane auf dem Kurzwellen-Funkweg überbrückt worden sind, so ist dem deutschen Fernsprech-Teilnehmer die Möglichkeit gegeben, mit 30 Millionen anderen Teilnehmern überall auf dem Erdball zu reden. Derartige Gespräche sind allerdings noch recht teuer; so kostet eine sinter Haltung von Berlin nach Reuyork 160 Mark, aber trotzdem werden täglich Hunderte solcher Gespräche übet die Ozeane hingeführt. Als Einsiedler beim Heuschrecken-Studium. Bei den ungeheuren Schädigungen, die die Heuschrecken in letzter Zeit hervorgerufen haben, ist das Studium dieser gefräßigen Insekten von größter Wichtigkeit geworden. Das britische 3n» stitut für Entomologie hat daher drei Gelehrte ausgesandt, die die Aufgabe haben, die drei gefährlichen Arten von Heuschrecken in Zentralafrika genau zu studieren. Dec eine Gelehrte wurde nach älganda geschickt und fand die von ihm gesuchten Heuschrecken besonders zahlreich in Kampala. Ein anderer müht sich, diese gefährlichen Tiere in Rord-Rhodesien näher kennen zu lernen, und ber dritte Heuschrecken-Forscher hat im Sudan die dritte Art glücklich aufgespürt; er fand sie im Herzen ber Provinz Darfur und hat sich dort häuslich eingerichtet, denn da« kaum vernehmbaren Schwankungen. Bleibt der Ton nur eines Sangers stets absolut rein, während die anderen in eine andere Tonart übergeglitten sind, so ergibt sich ein Betonieren, das peinlich wirkt. Hauptsache ist aber, daß der ganze Chor „in sich" musikalisch rein bleibt Ob er in der voraeschriebe« nen Tonart oder in einer anderen schließt, ist an sich belanglos. Hauptsache ist, wie gesagt, daß alle Stimmen in einer und derselben Tonart bleiben. In diesem Falle ober kann gerade der Sänger mit dem absoluten Gehör durch seine Exaktheit den Gesamteindruck stören und dem Chor unwillkürlich einen bösen Dienst erweisen. Die notwendige Musikalität für die Aufnahme in den Chor pflege ich auf die Art zu prüfen, daß ich auf dem Klavier eine Note anfdjlage und den Prüfling beliebige Intervalle zu dem angeschlagenen Ton fingen lasse. Was die Forderung einer guten Stimme betrifft, so könnte man einwenden, daß ein mit einer schönen Stimme begnadeter Sänger eher den Wunsch haben wird, Solist zu werden als im Chor zu fingen. Darauf läßt sich erwidern, daß dem Chorsänger der Weg zu einer s o l i st i s ch e n Karriere feines« wegs verschlossen ist, und daß im Gegenteil das Singen im Chor als die weitaus beste Schule für eine Bühnentätigkeit erscheint. Während der Ausführung lernt nämlich ein Chormitglied alle Solopartien recht gut kennen und erreicht eine Bühnen« gcwandtheit, die bei einer evtl, späteren Solisten - farriere von größtem Nutzen sein kann. Dor dem Uebergang von der Chorsängerlaufbahn zur So- liftenfarriere muß aber unter Umständen sogar gewarnt werden. Es kommt nämlich oft vor, daß ein Chorsänger ein Engagement als Solist an einer kleineren Bühne annimmt und dort in kurzer Zeit, weil er eben für diese Solistenpartien noch nicht reif ist. stimmlich zugrunde gerichtet wird. Die Stellung des Chorsängers dagegen ist gewissermaßen eine Lebens st ellung. Ein Chormitglied der Staatv- oper in Berlin hat durchschnittlich ein auskömmliches Gehalt, das gewöhnlich das Solistengehalt an kleinen Theatern übersteigt und Recht auf eine Pension nach einer 30- bis 40jährigen Tätigkeit gibt. Daß ein Chorpart (etwa erster Tenor oder zweiter Baß) im „Lohengrin" tatsächlich schwieriger ist als die Haupt partie des Lohengrin, sei hier nebenbei erwähnt. Die heute berühmte Wagnersängerin Frida Leider hat sich seinerzeit bei mir gemeldet, um im Chor zu fingen — ein Beweis dafür, daß aus angehenden Chorsängern glänzende Solisten werden können. Ich habe ihr übrigens sofort geraten, die Solistenkarriere Professor Hugo Rüdel, Leiter des Dom- uni) Staatsopernchors in Berlin, sowie langjähriger Chordirettor in Bayreuth, wird am 7. Februar 65 Jahre alt Chorgesang ist eigentlich die älteste Ausdrucksform musikalischen Empfindens, weitaus älter als Or- cheflermusizieren. Es ist um so erstaunlicher, daß das große Publikum die bedeutende Rolle des Chors gar nicht in gebührendem Maße kennt und würdigt, wovon schon die Anwendung des üblichen Ausdrucks „Chorist" ein beredtes Zeugnis ablegt. Als Choristen werden nämlich vom großen Publikum sowohl Chor- mitglieder eines Operetten« und Revuetheaters als auch Mitglieder eines Opernchors bezeichnet. Die künstlerische Rolle des Chors in der Oper und im Konzertjaal kommt in Wirklichkeit ber Bedeutung des Orchesters vollkommen gleich — nur mit dem Unterschied, daß das Singen im Chor noch viel schwieriger ist als das Spielen im Orchester. Ganz besonders schwer sind die sogenannten A-cappella- Chöre, d. h. Chöre ohne jegliche instrumentale Begleitung. Das Singen in einem A-cappella-Chor ist die wohl schwierigste musikalische Aufgabe, die es gibt. Das Publikum, das Instrumentalwerke bekannter Komponisten kennt und liebt, hat nur wenig Kenntnis von großartigen Chorwerken dieser Art, aus dem einfachen Grunde, weil sie nur selten oder auch gar nicht ausgeführt werden. Zwei A-cappella- Chöre von Richard Strauß, beispielsweise „Der Abend" (nach Schiller) und „Jacob, der verlorene Sohn" — sind seinerzeit von dem berühmten Chordirigenten Siegfried 0 ch s für so schwer erklärt worden, daß er sich nicht entschließen konnte, sie aufzuführen. Die Zahl der deutschen gemischten Chöre, die A-cappella-@e{ang pflegen, ist ziemlich gering. Dazu gehören in erster Linie der Berliner Domchor, ber Leipziger Thomaner, Dresbner Kreuzkirchenchor usw. Nebenbei sei rühmlich erwähnt, daß sämlichc Männerchöre in Deutschland a cappella fingen. Der Berliner Domchor besteht aus einem Chor von Knaben im Alter von 8 bis 10^ Jahren und einem Herrenchor von Tenören und Bässen. Als Kuriosum sei hier erwähnt, daß die Berliner diesen Chor so wenig kennen, daß ich täglich Anmeldungen vonDamen erhalte, die gern im Domchor fingen möchten. Nur wenige scheinen zu wissen, daß es im Domchor keine Frauenstimmen gibt. Was wird von einem Chorsänger verlangt? Erstens Stimmaterial und zweitens Gehör. Unter Stimmaterial versteht man in diesem Fall eine im allgemeinen Sinne gute Stimme. Was das Gehör betrifft, so wird nicht das sogenannte „abso- lute Gehör" verlangt. Unter dem Begriff „absolutes Gehör" versteht man die Fähigkeit, jeden Ton sofort zu erkennen. Wenn sich jemand z. B. auf die Klaviertastatur stützt und dabei mehrere Töne auf einmal anschlägt, wird ber Besitzer eines absoluten Gehörs sofort in ber Lage sein, jede Note zu nennen. Diese auf den ersten Blick scheinbar außerordentlich wich- tige musikalische Fähigkeit kann aber unter Umständen, und zwar besonders beim Chorgesang — jo unwahrscheinlich es auch klingt — verderblich sein. Ein Chorsänger mit absolutem Gehör — um diese Behauptung zu erläutern —- wird immer die Noten seines Parts richtig fingen. Nun aber unterliegen alle Gesangsstimmen beim Dortrag stets gewissen, Heuschrecken-Studium erfordert Zeit und macht viel Mühe. So lebt er nun schon über ein 3ahr als Einsiedler in seinem Laboratorium, das aus zwei Zelten in der Wildnis besteht. Die Rahrung wird ihm mit Kamelen zugeführt, und Briefe brauchen einen Monat, bevor sie ihn erreichen. Sein einziges und vollstes Interesse gehört in dieser Einöde den Heuschrecken, die er glücklicherweise in reicher Zahl sindet. Er füttert und beobachtet sie in den Käfigen, die rund um seine Zelte stehen. Jeden Tag mißt er die Temperatur, Feuchtigleit. sowie die Sonnenstrahlung und sieht zu, wie sich die Heuschrecken in der Hmgcgcnb verhalten; er erforscht, ob sie lebhaft sind oder träge, ob sie gut essen, ob sie sich reichlich vermehren, ob sie sich von den gefangenen Genossen unterscheiden usw. Der Rest des Tages geht damit hin, alles das aufzuschreiben, was über die Heuschrecken erforscht ist, und die Zusammenhänge zu ergründen, die zwischen dem Leben dieser Insekten und den Witterung«- sowie den Bodenverhältnissen bestehen. Die Eingeborenen halten den Einsiedler für „nicht richtig im Kopf", aber sie mögen ihn gern, weil er ihnen Verdienst gibt, sich von ihnen die Heuschrecken für seine Käfige fangen läßt und sie auch sonst beschäftigt. Der Gelehrte hofft, bald einen vollständigen Bericht über das Leben der Heuschrecke während eines ganzen 3ahres geben zu können und damit ein Gebiet zu ergründen, das bisher unbekannt war. VieUeicht führen dann diese Forschungen dazu, die Heuschreckenschwärme zu vernichten und dadurch Millionenwerte zu retten Die Bridge-Maschine. Das Jahr 1933 bringt für passionierte Karten« spieler eine Erfindung „von größter Tragweite". In London kam der Bridge-Robot auf den Markt, eine Bridge-Maschine, die lediglich zur Entlastung ber armen, müden Spieler angefertigt worben ist. Man bedenke: Ein einziger Druck an einem kleinen Knopf, und die Karten werden automatisch gemischt und verteilt. Nicht auszudenken: Wenn die Technik so weiter marschiert, entsteht demnächst sogar der unübertreffliche Bridge-Robot II. Der wird /ür die Spieler spielen und (hoffentlich!) unfehlbar gewinnen ... Allerdings darf man nicht etwa die Blutdruck- meffung als überflüssig betrachten. Ein dauernder hoher Blutdruck in Verbindung mit anderen Krankhitsanzeichen gibt dem Arzt wertvolle Aufschlüsse. Die Voraussetzung ist nur, daß ber Blutdruck wirklich bei mehreren Messungen zu hohe Werte ergibt. Es ist viel zu wenig bekannt, baß allein schon bie (Erregung und Aufregung, die jeder Patient bei der ärztlichen Untersuchung hat, genügt, um die Blut- bruckkurve nach oben zu treiben. Auch irgendeine andere vorhergegangene seelische Ursache kann der Grund sein. Sind jedoch alle diese Erwägungen ausgeschaltet, und bleibt der Blutdruck trotzdem hoch, so sind allerdings die verschiedensten Erwägungen berechtigt. Die höchsten Blutdruckwerte zeigen gewisse Nierenerkrankungen. Bei ihrem Vorhandensein sind jedoch außerdem stets noch Veränderungen bei der Urinanalyse festzustellen. Es kann natürlich auch bei dauernder Blutdruckerhöhung eine Veränderung am Herzen bestehen. Es ist jedoch nicht Sinn dieser kurzen Ausführung, alle Krankheiten aufzuzählen, bis mit einer Blutdruckerhöhung einhergehen. Es sollte nur daraus hingewiesen werden, daß, wie überhaupt in ber ganzen Mebizin, ein Krankheitssymptom allein nie ausschlaggebend ist, sondern nur eine Berück- sichtigung des gesamten Organismus, die nur der Arzt vornehmen kann. Bei dieser Gelegenheit sei noch darauf hingewiesen, daß auch das gefürchtete Hervortreten der Adern am Kopfe noch nicht unbedingt der Vorbote eines Schlaganfalls zu sein braucht. Mancher hat solche Adern schon von frühe- fter Jugend an und erreicht trotzdem ein hohes Alter. Am Schluß möchte ich noch bemerken, daß es mitunter viel gefährlicher ist, einen zu niedrigen Blutdruck zu haben, als einen zu hohen. Besonders der plötzlich einsetzende niedrige Blutdruck ist oft ein Zeichen dafür, daß ber Organismus sehr geschwächt ist und zu wenig Abwehrkräfte aufbringt. Die gütige Rat-ir hat nämlich die Blutdruckerhöhungen nicht etwa nur darum eintreten lassen, um den Menschen Sorgen zu bereiten, sondern sie verfolgt damit den Zweck, z. B. bei barnieberliegenbcr Herztätigkeit durch vermehrten Druck doch noch den Blutkreislauf aufrechtzuerhalten und das lebenswichtige Blut bis in die entferntesten und kleinsten Körperteile zu treiben. Man muß also einsehen, daß der Mensch keine tote Maschine darstellt, deren Leistungsfähigkeit einfach von einem Blutdruckmeßapparat mit absoluter Genauigkeit abzulesen ist, und daß es Unsinn ist, sich lediglich deshalb das Leben noch mehr zu erschweren und zu verbittern, weil der Blutdruck einmal zu hoch befunden worden ist! Ein nationaler Werbemarsch. Zu einer eindrucksvollen Kundgebung für den nationalen Gedanken in der deutschen Politik gestaltete sich gestern nachmittag ein Werbemarsch, den die SA., ES. und Hitlerjugend der RSDAP.. sowie die Ortsgruppe Gießen des Stahlhelm gemeinsam veranstalteten. Die Formationen nahmen auf Oswaldsgarten, der von einer großen Menschenmenge umsäumt war, Aufstellung und marschierten von dort aus gegen 14.30 älhr über die Rordanlage, Walltorstratze, Kirchenplatz, Schulstrahe, Eonnenstraße, Seltcrsweg, Frankfurter Straße, Liebigstrahe, Bahnhofstraße, Kap- lansgasse, Reuen Bäue, Gartenstrahe. KaiseraUee zum Trieb. An der Spitze marschierte die Standartenkapelle der SA., hierauf folgte in großer Stärke die SS., anschließend die Hitlerjugend. Präsident Süffert t« WSR. Darmstadt, 5. Febr. Der seit 1. Dezember 1928 im Ruhestand lebende frühere Präsident der Oberrechnungskammer und Präsident des Verwaltungsgerichtshofs, Karl Ernst Säffe r t, ist im Alter von 69 Jahren gestorben. Der Verstorbene, der aus Schlitz stammt, war zuletzt noch als Vorsitzender des Schiedsgerichts in der Angelegenheit der Auseinandersetzung zwischen Kirche und Staat tätig. Aus Anlaß fernes Todes hat Finanzminister Kirnberger ein Beileidsschreiben an die Witwe gerichtet, in dem der Minister u. a. auf das vorbildliche und objektive Wirken des Verstorbenen an verantwortlichen Stellen im Staatsdienst hinweist, so daß sein Heimgang auch für den Staat einen besonders schmerzlichen Verlust bedeutet. einzuschlagen. Um im Chor mitzuwirken, muß man eine spezielle Chorausbilbung (Repertoire) hinter sich haben. Diese Ausbildung erteilt bie Opernchorschule in ber Hochschule für Musik, zu ber der Andrang sehr groß ist, und die die Chorsänger nicht nur für Berlin, sondern und die bie Chorsänger nicht nur , . . für bas ganze Reich liefert. Das Grenzakter für bie Aufnahme ist 24 Jahre. Auch dramatischer Unter- richt wird in ber Opern-Chorschule erteilt. Man muß bedenken, daß der Chor im allgemeinen gern als Prügelknabe behandelt wirb. Verächtlich spricht ber Snob von dem „Chor ber Rache". Der Dirigent verlangt von den Chorsängern, daß sie ihn ansehen — wegen des richtigen Einsatzes —, wäh renb der Regisseur dem Chor einpaukt, nur nicht wie Soldaten auf der Bühne zu stehen und von ** Verein für Sterbeunter st ützung zu Gießen. Am Sonntag hielt ber Verein für Sterbeunterstützung im „Postkeller" seine diesjährige Generalversammlung ab. Der Vorsitzende Christian Reitz gedachte ber im Jahre 1932 verstorbenen Mitglieder, deren Andenken bie Versammlung in üblicher Weise ehrte. Den Kassenbericht gab ber Rechner Johs. Diehl, ber darauf hinwies, baß ber Verein feit 44 Jahren bestehe unb seit 1920 bie zweite Krisenzeit burchmache, von ber im Interesse ber Mitglieder zu wünschen sei, baß sie auch diesmal gut überstanden werde. Das segensreiche Wirken des Vereins finde darin (einen Ausdruck, daß seit 1924 in 296 Sterbefällen insgesamt 103 050 Mark an Hinterbliebene verstorbener Mitglieder zur Auszahlung gelangten. Der Verein zähste am 1. Januar 1932: 1846 Mitglieder, deren Zahl im Berichtsjahre auf 1865 stieg. Durch Tod schieden aus 34, durch Austritt bzm. Ausschluß 19, so daß am 1. Januar 1933 noch 1812 Mitglieder vorhanden waren. Die Summe der Einnahmen betrug 24 039,26 Mark, bie der Ausgaben 15 106,51 Mark, darunter für 34 Sterbefälle 12 580 Mark, so daß für das Jahr 1933 ein Betrag von 8932,75 SDlarf zum Vortrag gelangt. Das Gesamtvermögen beträgt 13 235,11 Mark. Dem Vorstand wurde auf Antrag der Revisoren Entlastung erteilt. Das Sterbegeld für 1933 wurde wieder auf 370 Mark festgesetzt, und ber Umlagensatz von 25 Pf. für den Sterbefall je Mitglied bei- behalten. Die Vorstandswahl ergab die einstimmige Wiederwahl des seitherigen Vorstandes unb Aufsichtsrats. Um bie Werbung neuer Mitglieder zu erleichtern, wurde das Eintrittsgeld wie folgt festgesetzt für Neueintretende von 16 bis 25 Jahren 1— Mark, 25 bis 30 Jahren 1,50 Mark, 30 bis 35 Jahren 2,50 Mark, 35 bis 40 Jahren 4,— Mark, 40 bis 45 Jahren 7,— Mark. ** Schweine « Z w i f ch e n z ä h l u n g am 3. März. Der Reichsminister für Ernährung unb Landwirtschaft hat im Einvernehmen mit den Ländern eine neue Schweine-Zwischenzählung für den 3. März 1933 angeordnet. flossene Geschäftsjahr mitgeteilt, daß die an die Genossenschaft anaeschlossenen Landwirte mit der genossenschaftlichen Verwertung ihren Schlachtviehes schon im ersten Ge- , » . ■ schäftsjahr der Genossenschaft gute Erfahrungen 9« brs auf wertere« frerzugebcn. Weihe eines Gedenksteines für Peter Gemeinder. Darmstadt, 5. Febr. (WSN.) Der Ga u Hessen der NSDAP, weihte heute auf dem Waldsriedhof zum Andenken an den früheren Gauleiter Peter Gemeinder einen Gedenk st ein ein. Aus diesem Anlaß fand auf dem Waldfriedhof eine Paradeaufstellung der SA., SS., der Hitlerjugend unb ber politischen Amtswalter statt. Nach Ansprachen unb Musikstücken am Grabe erfolgte ein Propagandamarsch ber aus Hessen und zum Teil auch aus Frankfurt gekommenen SA.-Abteilungen in Stärke von etwa 3500 Mann durch Darmstadt. Der gleichzeitig angekündigte kommunistische Umzug war von der Polizei am Samstag verboten worden. Ebenso wie die bisherigen politischen Demonstrationen, ist auch diese Veranstattung völlig ruhig oer« laufen. ÖJ.-fporf Oie süddeutschen Endspiele. Club schlägt München 1860, Nicht nur das sogenannte Repräsentativspiel im Frankfurter Stadion, das dem süddeutschen Fußball eine durchaus vermeidbare blamable Niederlage eingetragen hat, auch die Witterungs- Verhältnisse rissen in den Spielplan für die süddeutschen Meisterschafts-Endkämpfe des 5. Februar Lücken. Zwar war das Wetter am Sonntagnachmittag selbst trocken, aber das Tauwetter und der Regen der letzten Tage hatten viele Plätze in einen Zustand verseht, der ein einwandfreies Spiel nicht «mehr zulieh. So entschloß man sich schon am Samstagabend, die Spiele Wor- matia Worms gegen Mainz 05 und Union Dötlingen gegen Karlsruher FD. abzusagen. 3n der Abteilung II kam also nur ein Spiel zum Austrag. Phönik Karlsruhe schlug auf dem Platz im Karlsruher Wildparkstadion die Stuttgarter Kickers unerwartet sicher mit 2:0 (2:0). Die Kickers dürften nach dieser neuen Niederlage wohl chre Chancen, einen der beiden ersten Plätze in der Tabelle zu erreichen, endgültig begraben. Die A b t e i l u n g I hatte im Zusammentreffen von 1. FC. Nürnberg und München 1860 ihr bedeutsamstes Spiel. Der Club siegte mit 2: 0(0:0) und brachte damit den Münchener „Löwen" die erste Niederlage bei. Das Spiel hatte 7000 Zuschauer an sich gezogen. Die einheitlichere Mannschaft war der „Club", der auch den durchschlagskräftigeren Sturm hatte. Die beiden entscheidenden Treffer fielen in der 22. und 27. Minute der zweiten Halbzeit durch den Halblinken Schmidt. — Eine schwache Leistung bot wieder der Deutsche Meister Bayern München, der vor 10 000 Zuschauern auf eigenem Platz gegen den SD. Waldhof torlos spielte. Der vielgerühmte Bayern- sturm war eine einzige Enttäuschung. — Die Spvg. Fürth muhte auf dem gefährlichen Gelände in Kaiserslautern hart kämpfen, ehe sie ihren knappen 1:0-Sieg über den Saar-Zweiten 1. FE. Kaiserslautern > sichergestellt hatte. Die 10 000 Zuschauer sahen wieder hervorragende Abwehrarbcit der Platzherren. Fürth konnte froh sein, wenigstens dieses knappe Resultat erzielt zu haben. — 3m vierten Spiel der Abteilung II trennten sich Phönix Ludwigshafen und FK. Pirmasens 2: 2 (1:1). 3n dieser Abteilung führt nun die Spvg. Fürth mit 8:2 Punkten vor 1. FC. Nürnberg 7:3, München 60 6:2, Waldhof 5:7, Bayern München 4: 4, Phönix Ludwigshafen 4: 8, FK. Pirmasens 3:5 und 1. FC. Kaiserslautern mit 3:9 Punkten. Fußball in Hessen-Hannover. Borussia Fulda siegt weiter. Der Regen der letzten Tage hatte die Platze in Hersfeld, Göttingen und Marburg unbespielbar gemacht, so daß von den vier angesetzten Verbandsspielen drei der Ungunst der Witterung zum Opfer fielen. 9m einzigen Spiel des Tages in Kassel setzte Borussia Fulda sich weiter siegreich durch, diesmal mußte die Kasseler Tura mit 1:3 dran glauben. Nach diesem Sieg wird den Fuldaern die Meisterschaft wohl kaum noch zu nehmen sein. WSV.-Derbandsiag am 30. April. Der außerordentliche Derbandstag des Westdeutschen Spielverbandes, auf dem als wichtigster Punkt. der Tagesordnung die P r o f i f r a g e stehen wird, soll am 30. April stattfinden. Die Bezirks- und Gautage werden entsprechend früher abgehalten. 6 Frankfurter Sechstagerennen. 2lm Freitagabend wurde das 6. Frankfurter Sechstagerennen gestartet. 3n der ersten Stunde ereignete sich nichts von Belang. Eine grohe 3agd gab es dann zwischen 12 und 13 Uhr, bei der die Führung öfters wechselte. Sehr rührig zeigten sich hierbei Dinale-Wals und die Dortmunder Kilian- Pühfeld. Schließlich arbeiteten sich die in Frankfurt besonders populären Rausch-Pijnenburg an die Spitze. Der Samstagnachmittag brachte hart umstrittene Spurts. Rundengewinne wurden keine erzielt. Um 17 Uhr, nach 18 Stunden, waren 410,400 Kilometer zurückgelegt und der Stand: 1. Rausch-Pijnenburg 124 Punkte: 2. Kilian- Pühfeld 90 Punkte: eine Runde zurück: 3. Dopel- Korsmeier 94 P.: 4. Schön-Duschenhagen 84 P.; 5. Dinale-Wals 38 P.: zwei Runden zurück: 6. Ehmer-Rieger 63 P.: 7. Tieh-Richli 33 Punkte. Am Sonntag um 20 Uhr führten nach 45 (Stun- hen die Mannschaften Rausch-Pijnenburg und Schön-Buschenhagen gemeinsam mit einer Runde Dorsprung vor Vopel-Korsmeier und Zims- Oestreich. Alle übrigen Mannschaften lagen zwei und mehr Runden zurück. Magdeburg 96 schwimmt Siaffelrekorde 3m Braunschweiger Stadtbad hatte der Magdeburger SC. von 1896 offizielle Rekordversuche in den Crawlstaffeln über 4x50, 4X100, 10x50 und 10X100 Meter angekündigt. Es glückten allerdings nur zwei Bersuche, und zwar über 10X50 Meter Crawl, wo die Bestzeit von Hellas Magdeburg um 0.7 Sekunden auf 4:43.3 gedrückt wurde und in der 10X100-Meter-Staf- f e l. wo die 96er ihre eigene Höchstleistung von 10:56 auf 10:49,8 verbesserten. Auch der Göp- pinger Schwarz wollte den Weltrekord über 200 Meter Brust schlagen, er kam aber nur auf eine Zeit von 2,16 Minuten. JZS.-Rennen gesichert. Entgegen den Befürchtungen, daß die F3S - Rennen, die am heutigen Montag in 3nnsbruck ihren Anfang nehmen, nicht zur Durchführung kommen könnten, erfahren wir jetzt, daß sich das in Mitteleuropa verbreitete milde Wetter nur in den Tallagen festgelegt hat. Auf die verschiedenen Konkurrenzen der internationalen Skirennen hat die derzeitige Wetterlage keinen Einfluß, da die meisten der Konkurrenzen in höhere Lagen gelegt sind. Akademische Welt-Winterspiele beendet Die durch den Wetterumschlag stark gefährdeten 3. Akademischen Welt-Winterspiele in Bardone- echia konnten mit den skisportlichen Prüfungen abgeschlossen werden. Dagegen muhten die noch ausstehenden Kämpfe im Schnellaufen und im Eishockey abgesagt werden. 3m Skispringen siegte der Norweger S a k s h a g h mit 215,6 Punkten vor den 3talienern Holzner und Masoero. Durch seinen zweiten Platz im Langlauf war Sakshagh auch mit der Gesamtnote 458,6 in der Kombination erfolgreich. Zweiter wurde Holzner (431,4) vor dem Tschechen Daclavik. Der Skistaffellauf über 25 Kilometer wurde ein Triumph für die 3taliener, deren erste Mannschaft in 2:26,28 als Sieger einkam. Das Gesamt - Klassement der Nationen lautet: 1. 3talien 91 Punkte: 2. Frankreich 35, 3. Ungarn 20,5, 4. Norwegen 17, 5. Schweiz 14 Punkte. Kurze Sportnotizen. In Frage g e st e l l t ist die Durchführung des zweiten Berliner Sechstagerennens, das bekanntlich vom 3. bis 9. März laufen soll. Infolge der Reichstagswahl müßte eine Verlegung vorgenommen werden, die aber an Terminschwierigkeiten scheitern dürfte. • B e i den Europameisterschaften im Eisschnelläufen führt nach zwei Rennen Ballangrud-Norwegen mit 99,70 Punkten vor Wase- nius-Finnland und Panaanen-Finnland mit je 101,65 Punkten. • Die ADAC-Deutschlandfahrt hach Garmisch-Partenkirchen über 36 Stunden ergab den Sieg von Joachim Bernet auf Wanderer und Peter B i r n h o l z auf Mercedes-Benz im toten Rennen, zumal beide mit gleichstarken Wagen dieselbe Fahrtstrecke zurückgelegt hatten. Beiden Berufsboxkämpfen in Hamburg schlug der junge Einheimische Bölck den holländischen Halbschwergewichtsmeister de Böer über acht Runden klar nach Punkten. * Beim Eibsee-Rennen ist am Sonntag der Münchener Motorrad-Rennfahrer Gschwilm dadurch tödlich verunglückt, daß seine Maschine auf dem Eis gegen die steinerne «eeumfossung raste und zerschellte. Gschwilm erlitt schwere innere Verletzungen, denen er bald erlag. Das Porsenn-Derby, das g^vße schweizerische Abfahrtsrennen, mußte ebenso wie zahlreiche andere wintersportliche Veranstaltungen in der Schweiz und in Deutschland wegen der schlechten Schneeverhältnisse auf einen späteren Termin verlegt werden. Schottland schlug Wales im Rugby-Länder- kampf mit 11:3 (6:0). « Abgesagt wurde die große Ziel-Plakettenfahrt anläßlich der Berliner Automobil-Ausstellung, da die Reichsregierung die erwartete Steuererleichterung für das Kraftfahrwesen nicht gewährt hat. Südi>e»Wand-Zentra1-Mani 1:12 (0:5). Die 6000 Zuschauer, die sich am Sonntagnachmittag im Frankfurter Stadion eingefunden hatten, rechneten mit einem sicheren Siege der süddeutschen Mannschaft über Zentral-Ungarn. Man glaubte, die Ungarn würden nach ihrer ausgedehnten Reise durch Mitteldeutschland, Frankreich und Portugal übermüdet und der frischen süddeutschen Elf nicht gewachsen sein. Der Optimismus wurde noch genährt durch die beiden glatten Siege, die junge süddeutsche Mannschaften im Dorjahre in Stuttgart und Budapest über Zentral-Ungarn erzielt hatten. Aber es kam wieder einmal anders. Süddeutschland wurde mit nicht weniger als 12:1 (5:0) Treffern geschlagen. Die Mannschaft, die Süddeutschland vertrat, war allerdings kaum als süddeutsche Repräsentativmannschaft zu bezeichnen. Grippeerkrankungen hatten eine Anzahl von Ersaheinstellungen notwendig gemacht und gerade diese Ersatzleute versagten dermaßen, daß das ganze Mannschaftsgefüge auseinandergerissen wurde. Es spielten folgende elf Leute für den Süden: Tor: Wolf (FSB. Frankfurt): Fix (Birkenfeld), Dienert (DfB. Karlsruhe): Läufer: Grämlich Eintracht Frankfurt), Wagner (Straubing), Kraushaar (Offenbacher Kickers): Sturm: Grebe (Offenbacher Kickers), Leichter (Niederrad). Panzer (Hof), Wünstermann (Aschaffenburg), HadereH (FSV. Frankfurt). 3n dieser Elf versagten vor allem der Der« leidiger Fix, die Läufer Kraushaar und Wagne^ sowie der Mittelstürmer Panzer. Die Hinter« Mannschaft war dadurch dermaßen geschwächt daß auch gute Einzelleistungen von Wolf, Dienert und Grämlich das Derhängnis nicht aufhalteq konnten. Der Sturm war dank seines Eifers noch der beste Mannschaftsteil. Was die Ungarn wirklich können, war in diesem» Spiel nicht zu ersehen, da sie bei dem schwachen Gegner zu wenig Widerstand fanden. Sie zeigten ein gutes Kombinationsspiel, bei dem zwangsläufig Tore fallen muhten. Schon in der ersten Halbzeit fielen durch Te- lekh (zwei) und Czeh (drei) fünf Tore. Nach de« Pause schoß Süddeutschland aus einem Elfmeter durch Leichter den Gegentreffer. Ungarn kam aber dann noch durch Turay, Markos (zwei) und Teleky (vier) zu sieben weiteren Toren. Das Publikum machte seiner Empörung wiederholt durch lebhafte Demonstrationen Luft. M o o r s e l (den Haag) leitete das wenig erfreuliche Spiel einwandfrei. Wirtschaft. * Die Indexziffer der Großhandelspreise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 1. Februar berechnete Indexziffer der Großhandelspreise stellt sich auf 90,7 (1913 — 100). Sie ist gegenüber der Dorwoche (90,8/ kaum verändert. Die 3ndexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 80,8 (unverändert), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 87,1 (unverändert) und industrielle Fertigwaren 112,3 (minus 0,4 v. H.). * 6 proz. bayerische Staatsanleihe geplant. Wie von maßgebender Seite bestätigt wird, hat die bayerische Staats-Finanzverwaltung Verhandlungen über die Aufnahme einer 6proz. Staats-Serien-Anleihe im Betrage von 40 Mill. Mark geführt, die von der Anleiheberatungsstelle bereits genehmigt wurde. Ob und wann die Aufnahme Der Anleihe erfolgen könne, hänge ganz von der Entwicklung des Rentenmarktes ab. Auf jeden Fall sei alles borbereitet, um in jedem Augenblick mit der Emission Der Anleihe herauskommen zu können. Die neue Anleihe soll im Verlaufe von zehn 3ahren durch jährliche Ziehungen von je zwei Serien zu pari zurückgezahlt und hauptsächlich zum Umtausch der 35 Mill. Mark 5proz, bayerischen Schatzanweifungen von 1928, die am 1. 3uni 1933 zu 11 Prozent rückzahlbar sind, verwendet werden. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 4. Febr. Im Zusammenhang mit der in der Vorwoche noch kalten Witterung erfuhren die Preise zunächst nochmals Erhöhungen bis zu 1 Pf. per Stück. In dieser Woche trat bei schleppendem Geschäft ein Rückschlag ein, die et> zielten Preisbesserungen der letzten Tage gingen vollkommen verloren, weil das Publikum die hohen Preise nicht bewilligte. Dazu kam noch, daß die Landwirtschaft infolge der milden Witterung mit verstärktem Angebot an den Markt kam. Es notierten in Pf. per Stück ab Frankfurt: Bulgaren 7>Z bis 7%, Jugoslawen 7% bis 7%, Holländer 7%, bis 9, Flandern 8 bis 8%, ungestempelte bayerisch« Landeier 8X bis 8^, Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 4. Febr. 3m Frankfurter Duttergrohhandel verlief das Geschäft zwar stil^ doch blieben die erhöhten Preise der Vorwoche behauptet. Die Anlieferungen waren zunächst noch mäßig, dürften sich aber ebenfalls mit Anhaltes des milden Wetters verstärken und ein Nachgeben der Preise verursachen. Die Verkaufspreise deg Großhandels lauten (in 1-Zentner-Tonnen): süddeutsche Butter 98 bis 105, deutsche Markenbutter 106 bis 109, holländische Markenbutter 118 big 122 Mark. Vertagung -es Volksbankprozesses um eine Woche. WSN. Darmstadt, 4. Febr. Der Prozeß gegen die Darmstädter Volksbankdirektoren und - a u f s i ch t s r ä t e, der am Freitag auf kommenden Montag vertagt wurde, ist wegen Erkrankung eines Beisitzers bis zum Mo n ta g, 13. Februar, vertagt worden. 3 Vr Jahre Zuchthaus wegen Körperverletzung mit Todeserfolg. WEN. M a i n z, 3. Febr. Am 6. Nov. v. 3. stach in angetrunkenem Zustand der 34jährige Arbeiter K a u s f in Weinheim bei Alzey dem 46jahrigen Eisenbahnschaffner Glaß, Vater von vier Kindern, im Verlaufe einer tätlichen Auseinandersetzung mit einem Dolchmesser in den Unterleib und in den linken Oberschenkel. Nach drei Tagen starb der Verletzte im Krankenhaus. Kaufs hatte sich gestern vor dem hiesigen Schwurgericht wegen Totschlags zu verantworten. Er glaubte in Notwehr gehandelt zu haben. Das Gericht verurteilte ihn zu 31 2 Jahren Zuchthaus und fünf 3ahren Ehrverlust. Kirche und (Schule. Kreis Alsfeld. y. Ober-Ohmen, 4. Febr. Aus der kirchlichen Statistik des vergangenen 3ahres ist zu berichten: Es wurden im Kirchspiel im ganzen 24 Kinder getauft (Ober-Ohmen 4, Unter- Seibertenrod 7 und Ruppertenrod 13). Konfirmiert wurden 8 Kinder (1 Knabe und 3 Mädchen aus Ober-Ohmen, 1 Knabe und 3 Mädchen aus Ruppertenrod, wahrend Unter-SeibertenroÜ 1932 keinen Konfirmanden hatte). Kirchlich getraut wurden 11 Paare (Ober-Ohmen 5, Unter« Seibertenrod 3, Ruppertenrod 3). Kirchlich zu Grabe getragen wurden 21 Personen (Ober- Ohmen 11, Ruppertenrod 9 und Unter-Seibertenrod 1). Die Gottesdienste wurden in Ober« Ohmen bei 62 Gottesdiensten von 2993 Männern, 3808 Frauen und 2734 Kindern: in Ruppertenrod bei 58 Gottesdiensten von 3921 Männern, 4614 Frauen und 1876 Kindern; in Unter-SeiberteNrod bei 37 Gottesdiensten von 2446 Männern, 2092 Frauen und 922 Kindern besucht. Der gesamte Gottesdienstbesuch des Kirchspiels betrug also 10 360 Männer, 10 514 Frauen und 5532 Kinder. Am Kinder- gottesdienst in Unter-Seibertenrod nahmen ia 13 Zusammenkünften 173 Knaben und 160 Mädchen teil. Die Christenlehre wurde in 13 Zusammenkünften von 70 Knaben und 123 Mädchen besucht. Am heiligen Abendmahl nahmen teil in Ober-Ohmen 353 Männer und 395 Frauen, in Ruppertenrod 404 Männer und 403 Frauen, in Unter-Seibertenrod 214 Männer und 216 Frauen, insgesamt 971 Männer und 1014 Frauen, das sind 159 Prozent der Erwachsenen. Die freiwilligen Gaben und Kollekten für die christliche Liebestätigkeit erreichten einen Betrag von 1482 Mk. Don sämtlichen Gaben entfällt auf Den Kopf Der evangelischen Gemeindeglieder De8 Kirchspiels ein durchschnittlicher Betrag von 90 Pf. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Ahr, 16 bis 17 Ahr. Samskag nachmittag geschlossen. Anzeigenauflrage find lediglich an btfl Geschäftsstelle zn richten. Devisenmärkt Berlin — Frankfurt a. M7 17,65 17,75 17,25 0 104,65 102,5 49,5 49,5 4,4 4,4 4,9 io Banknoten. 0 1,3 1,4 5,15 36 145 147,5 5 v. H. 5 0 0 0 72,75 61,75 145 26,5 82 94 53,5 20,4 38,5 36,65 41,4 36,5 o 5 0 0 0 0 0 0 72,75 61,75 144 26,65 82,75 94,5 54,65 72,75 61,75 147,5 72.75 61,75 138,13 26,65 80,5 93,9 53 36,75 140 104 149 37 41,5 36 36 46 50 27 36,65 40,5 36 6,4 5,1 32,13 192 72 36,25 45,5 48,25 27,5 Buderus Deutsche Erdöl 17,65 40 96 53 100 36 45,75 49,5 149,5 102,5 44.25 60 21,5 150 101,5 43,25 58 21 21 38,75 111,5 20,75 39 41 36 140 17,75 41 96,5 53 78 97 82 123,5 115 26,75 80 93.25 53,5 85,65 57 76,25 32,75 193,25 69 102,5 149,13 37 41,75 35,75 100,75 35.65 45 25 48,25 28,5 108,25 20,25 38,13 39,5 36 137,25 5,25 5,25 6,25 10,5 5,85 23,25 5,3 5,3 6,75 10,9 5,85 6,5 5,15 6,5 5,15 80 98 84,5 124 117,25 78 98 82,5 122,5 116,5 46,75 86,5 57,25 77,65 51,65 150 102,5 43,75 60,25 21,5 68,25 32,9 Grttzner Matukraftwerke Höchst «.W. Süddeutsch« Zucker ..... I G. Farben-Jndustrie Scheideanstalt ....... Goldschmidt RülgerSwerke Metallgeseüschaft 46,5 85,5 56,5 76,75 30,75 17,75 40,25 97,5 53,5 46,5 85,65 55,5 76,75 51,25 148 101,75 43,5 57,5 21 67 31,9 190,75 68,25 17,25 44.5 31 17,25 38,25 97,5 53,5 49,5 51 49,5 50 A.E.G Elektr. Lieferungsgesellschaft ... Licht und ftrafl ............. Felten & Guilleaume Gesellschaft für Elektrische Unter. nehmungen Rheinische Elektrizität Schuckert L Co........ ..... Siemens & Wie........... Lahmeyer L Co..............: 5,25 7,13 10,75 5,9 23,75 4% Oeslerretchische Golvrenle.... 4,20% Oeslerreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4Vi% deSgl. von 1913 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleibe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie! ................... 4% destzl. Serie II............. 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4^r?i>Rumän.veretnh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 8%% Anatolier............... Philipp Holz in ann .... Zementwerk Heidelberg Lementwerk Karlstadt.. Waytz & Frchtag Schultheis Patzenhofer. Alu (Allgemeine Kunstseide! Bemberg Zellstoff Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas Daimler Motoren . Deutsche Linoleum Orenstein & Koppel Leonhard Tietz Thade 79,25 98 84,25 123 116,5 5,5 5,3 6,75 , (0,8 5,7 24 I Gelsenkirchener Harpener...................o Voesch Eisen—Köln-Neuesten.. 0 Ilse Bergbau ...............7 Ilse Bergbau Genüsse 7 Slöcknerwerke ...............0 ManneSmann-Röhren 0 Mansfelder Bergbau 0 Obcrschlej. KokSwerke 0 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen 10 Siheinstahl . .............. 0 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe Der zuletzt befchloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H„ Hamburg-Amerika-Paket ..... Hambnrg-Südam. Dampfschiff. Hansa Dampfschiff Norddeutscher Lloyd A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft.... Commerz, und Pnvat-Bank... Deutsche Bank und DtSconto- Gesellschaft Dresdner Bank.............. Reichsbank ................. o; °i o . 7 .10 . 0 . o . 0 . 0 . 0 . o - 0 . 0 . 7 . 0 . 0 0 . 6 .12 Franifun a. 21. Senin Schlußkurs Gchlußk. Abend- börse Schlußkurs Echlußk. Mittoa- börse Datum 3.2. 4.2. 3.2- 4.2. 6% Deutsche Reichsanleche v. 1921 77 76,5 77,5 77,25 6% ehem.7A, Dt. Reichsanl. v. 1929 93,25 93,65 90,65 6V;% V°ung.Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablöl.-Schulb mu 78,4 79,75 79 79 Auelos.-Rechten ............ 62,25 7,8 64,4 8,15 61,6 7,7 Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ebem.8% Hess. Bolksstaat 1929 8 irückzahlb. 102%) ........... 76 Oberhessen Provinz-Anleihe mii Auslol.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelab l.An — — — — leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-BonI 57,5 55,4 57,5 55,75 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-BonI 81,75 81,25 — — Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 —— 81,25 _ 6’/z% ehem. 4'/2% Franks. Hyp. Bank-Ltqu.-Psandbriefe ..... 84,5 84 6%% ehem. 4'/t% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 6% ehem. 8% Br. Landespsand 85 84,13 — — briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespsand — 83,5 84 83,5 bueianllalt, Pfandbriefe R. io 84 84 — — Franl,uri u. )Jl. Serlm Schluß, kurs Schluß». Abend- bärse Schluß- kurs Gchlußk. Mittag- bSrse Datum 32. | 4.2. 3.2. 4.2. Frankfurt a.M. Serlm Schlußkurs Schluß!. Abmdbörse Schlußkurs Gchlußk. Mittag- börle Datum 3.2. 4.2. 3.2. 4.2. Bereinigte Stahlwerke. - - -___ 0 32 31,75 32,5 31,75 Otovi Minen ........ 0 16 16 15 9 15.65 Kaliwerke Aschersleben. ------ 6 113 113 113,75 111,5 Kaliwerke Westeregeln. 6 118 116.5 117,5 116 Kaliwerke Salzdetfurth ...... 9 170 170,5 3. Februar 4.Februar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld | Sriei Geld Sriei Helsingfors.. Wien....... 6,304 51,95 6,316 52,05 6,314 50,45 6,326 50,55 Prag....... 12,465 12,485 12,465 12,485 Budapest ... — —— — Sofia...... 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland .... 169,28 169,62 169,23 169,57 ÖSlo....... 73,18 63,74 77,42 73,32 63,86 73,23 73,37 63,91 Kopenhagen. 63,79 Stockholm... 77.58 77,37 77,53 London ..... 14,29 14,33 14,30 14,34 Buenos Aires 0,848 0,852 0,843 0,847 Neuyork.... 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüssel----- 58,51 58,63 58,52 58.64 Italien..... 21.50 21,54 21,52 21,56 Paris..... 16,425 16,465 16,425 16,465 Schweiz ... 81,37 81,53 81,17 34,45 81,33 Spanien.... 34,45 34,51 34,51 Danzig.... 81,88 82,04 81,85 82,01 Japan...... 0,879 0,881 0,879 0,239 0,881 0,241 Ütio de Jan. 0,239 0,241 Jugoslawien Lissabon.... 5,554 12,97 5,566 12,99 5,554 12,99 5,566 13,01 Berlin, 4.Februar Geld "SrH Amerikanische Roten.............. 4,20 4,22 Belgische Roten.................. 58,36 58,60 Dänische Noten ................. 63,42 Englische Noten ................. 14,26 14*32 Französische Noten............... Holländische Noten............... 16,385 168,86 16,445 169.54 Italienische Noten................ 21,48 21,56 Norwegische Noten .............. 73,05 73.35 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten............... 2,46 2,48 Schwedische Noten............... 77,20 77,50 Schwerer Noten................. 81,31 34,45 Spanische Noten................. 34^31 Ungarische Roten................