inen.,, D Saft’ ■r 107, bas im 'M Karl Huhn IPP, in Sichen Itetgaüe 23 m ßoftaum m hosteite, Me ald bei Kassel ausbrand fr. Keller bei tigtrung SÄ* k'? * 5«** -2 rw, (in reisig 30 rrt- L5- Weti___ Oiemazedonischesdrage. Dor dem großen Weltkriege war ..azedomen ein ständiger Brandherd in Europa. Wer das Land bereiste, war erstaunt, wie dieses armselige, wirtschaftlich unergiebige Gebiet in einer so leidenschaftlichen Weise umkämpft sein konnte. Eine große Wüste st e i n i g e r 'Berge, unter der Türkenherrschaft vollständig abgeholzt, daher regenarm und verdorrt, nur in den Tälern noch Grünflächen für die Büffel« und Hammelherden. Wenige Städte, die zudem von geringem Reichtum zeugen, große Gebiete entvölkert, da keinerlei Eristenzmöglichkeiten gegeben sind. Die wenigen Straßen, die in Serpentinen durch das kahle Gebirgsland ziehen, führen an Ruinen vorbei, an den Ueberresten einstiger Siedlungen, die in dem jahrhundertealten Bruderkrieg ausgerottet wurden. Es kaum ein trostloseres Stück Land in Europa und jedenfalls feind, das weniger begehrenswert ist. Es sind also nur Ideen, um die gekämpft wird. Und das kommt wohl daher, weil bei der wirtschaftlichen Unergiebigkeit sich kaum eine Beschäftigung für die Männer ergibt. Das bißchen Feldarbeit besorgen die Frauen, der Mann begnügt sich damit, ein Held zu fein. Man kann sich kaum genügsamere Leute vorstellen. Die Mazedonier bewohnen Häuser, die nur aus aufgeschichteten Steinen oder aus Maisstroh erbaut sind. Die Rahrung besteht aus Brot und Schafkäse. Die Kleidung reicht meist für ein Lebensalter. Der Erdboden in den armseligen Hütten dient den meisten als Echlafstätte. Bei dieser gesunden und genügsamen Lebenswe'.se werden die Helden 100 Jahre alt. Es sind feurige Kopfe, die sich außer Zigarettenrauchen hauptsächlich nur nut Politik abgeben. Das Land gehörte 400 Jahre hindurch den Türken, die es ausgebeutet und verwüstet haben. Aus der Feindschaft gegen die Türken entstand die Mazedonierbewegung, Die sich in den Köpfen und Seelen um so tiefer ein» nistete, je grausamer sie unterdrückt Wurde. Als dann in dem ersten Balkankrieg die Türken von den Bulgaren und Serben aus Mazedonien verdrängt worden waren, war das Mazedonierideal an sich erfüllt. Da aber eine Bewegung vorhanden war und die politisierenden Köpfe Beschäftigung suchten, setzte nun der Streit darüber ein, obMazedon en den Serben oder den Bulgaren gehörte. Es ist nach Geschichte und Bevölkerung kaum bestreitbar, daß es sich u m b u l - garisches Land und bulgarische Bevölkerung handelt. Da aber die Bulgaren in dem zweiten Balkankrieg von den Serben besiegt worden waren und diese das Land in eine strenge polizeiliche Kontrolle nahmen, hatte die Mazedonierbewegung eine neue Zielscheibe für ihren Tatendrang. Es setzte innerhalb des Landes ein Kleinkrieg ein, der mit einer unvorstellbaren Leidenschaft geführt wurde. Die von den Serben eingesetzten Beamten, die an- gesiedelten Serbeniamilien wurden verfolgt und von den Flintenschüssen, die in diesem Terrain allzu leicht aus dem Hinterhalt losgehen, zum großen Teile audgerottet. Andererseits wurden Straf- und Rachefeldzüge gegen die bulgarischen Freiheitskämpfer durchgeführt. Die bulgarische Regierung in Sofia hatte natürlich ihre Freude an diesen bulgarischen Patrioten, sie hat ihnen wohl auch auf Umwegen geholfen, sie konnte aber auf Vorstellungen der serb scheu Regierung die Achsel zucken und ihre Unschuld erklären. In dem Weltkrieg haben die deutschen und bulgarischen Truppen alsdann Mazedonien für Bulgarien zurückerobert, und es Ware wohl die beste Losung gewesen, man hatte me.es von politischen Fanatikern erfüllte Land, das fast nur aus Steinen besteht und eine geringe ökonomische Bedeutung hat, den Bulgaren gelassen. Man sand es aber für richtig, Makedonien unter den Kriegsgewinnlern, den Serben und Griechen, aufzuteilen und der mazedonischen Bewegung dadurch neuen Auftrieb zu geben. Da die Führer der mazedonischen Bewegung aus ihrer serbisch gewordenen Heimat flüchten mußten und in das Stammland Bulgarien zurückkehrten, ist dieses mit einer Schar politischer Fanatiker beglückt worden, die ihm durchaus keine Freude bereiten. Gewohnt zu kämpfen, zu schießen, Umtriebe und Aufruhr zu veranstalten, nur keiner richtigen Beschäftigung nachzugehen, haben sie sich nunmehr inBulgarienselbst ein Kriegsland geschaffen. Wie es bei Parteikämpfen üblich ist. haben fie fieß in mehrere Lager zerspalten und der glühende Patriotismus tobt sich nun darin aus, den anders gesinnten Bruder mit Hilfe des Schießgewehrs von der Unrichtigkeit feiner Auffassung zu überzeugen. So kommt es. daß immer wieder von Zett zu Zeit Rachrichten über Morde unb Ueberfalle in Sofia zu unseren Ohren gelangen. Man regt sich in Euwpa heute darüber nicht weiter auß denn die Welt hat andere Sorgen. Man kann aber nur bedauern, daß das ruhige arbeitsame ganz auf den Aufbau des Landes bedachte bulgarische Volk durch diese nationalistischen Hitzkopfe, die sich eine Art Staat im Staat geschaffen haben, immer wieder in Unruhe und Schrecken versetzt wird. In Sofia gibt es bereits ein ganzes Stadtviertel, das zum anerkannten Quartier der mazedonischen Freischärler wurde. Die Freiheitshelden werden hier im Schießen aus- aebildet und mit Lebensrnitteln versorgt. Die Führer dieser zur Zeit wenig sinnvollen Bewegung erfreuen sich zwar immer nur kurze Zeit ihrer Herrschaft, denn sie können mit Sicherheit damit rechnen, in Bälde auf einem fjarmLoten Spaziergang in Sofia niedergeschossen zu wer- Oie Katastrophe der Atlantique. Ä 1 Das Wrack des französischen Riesenschiffs „ß’2ltl q n t i q u e", das im Aermelkanal brennend der Küste zutreibt. 18 Mann der Besatzung des stolzen Dampfers verloren bei der Katastrophe ihr Leben. — Unser Bild wurde von einem Flugzeug aufgen ommen, das das Photo nach London brachte, von wo es telegrapisch nach Berlin übermittelt wurde. Nach den letzten Pariser Meldungen treibt der französische Luxusdampfer „Atlantique" als brennendes Wrack auf dem Ozean und ist verloren. Das Wrack wird von drei Schleppern verfolgt und beobachtet, die aber wohl nur die Tatsache des Untergangs werden berichten können. Die Brandtatastrophe und ihre möglichen Ursachen interessieren nicht nur die französische Oeffentlich- teit, sondern alle an der Schiffahrt interessierten Völker. Brände auf Schiffen, auf modernen Schiffen sind äußer st selten und werden, wenn sie einmal vorkommen, durch die auf jedem Schiff vorhandenen Feuerlöschvorkehrungen rasch unterdrückt. „Feuer an Bord" ist ein Schrecksignal, das selbst auf alte, in allen Gefahren der Seefahrt gefestigte Matrosen eine unheimliche Wirkung ausübt. Trotzdem ist dieses Signal noch lange kein unmittelbares Gefahrensignal, denn selbst früher, als die Schisse noch keine Feuerlöscheinrichtungen besaßen, weil man auch an Land noch mit dem Eimer löschte, ist auf vielen Schiffen Feuer ausgekommen, aber nur wenige Schiffe sind durch Feuer vernichtet worden. Die häufigsten Brände entstanden durch Selbstentzündung im Laderaum und da dauerte es oft tagelang, bevor der Brand offen ausbrach. Die Führer der Schiffe konnten von der ersten Feststellung des Brandes ziemlich genau berechnen, wie lange es noch dauern würde, bis der Brand den Schiffsrumpf erfaßt, und danach berechnen, welchen Hafen sie noch rechtzeitig erreichen konnten. So lebten die Seeleute tagelang auf dem brennenden Schiff, nur die aufsteigenden Gase, die immer größer werdende Bodenhitze erinnerte sie daran, daß ihr Schiff zu einem Vulkan geworden war, der jeden Augenblick ausbrechen konnte. Aber das war zu Zeiten, als der Beruf des Seemanns wegen feiner vielen Gefahren besonders harte, entschlossene Naturen verlangte. Die Zeiten sind längst vorbei. heule ist ein Schiff, vor allem ein Passagier- darnpfer gegen eine an sich nur geringe Jeuers- gesahr mit allen Errungenschaften der Feuer- löschtechnik geschützt. Wie bei den Warenhäusern, durchzieht das ganze Schiss eine Wasseranlage, überall sind Hydranten angebracht und Schläuche, außerdem Kohlensäure- und Schaumlöschapparate. In den Arbeitsräumen der Schiffsführer sind selbsttätige Temperaturmeßgeräte angebracht, an denen jede verdächtige Heber» Hitzung sofort abgelesen werden kann. Alle diese Schutzeinrichtungen waren auch bei der „Atlantique" angebracht, denn das Schiff gehörte zu den modernsten Luxusschiffen, das mit finanzieller Hilfe der französischen Regierung zu dem Zweck erbaut worden war, den internationalen Südamerikalinien ebenbürtige Konkurrenz zu machen. Es ist auch nicht anzunehmen, daß etwa eine Pflichtverletzung seitens der Mannschaft dazu geführt hat, daß der Brand sich über das ganze Schiff ausdehnen konnte. Gegen diese Annahme spricht der Umstand, baß ber anbere französische Luxusdampfer „George P h i 1 i p p a r“ erst vor einem Iahre burch Feuer vernichtet würbe. Solche Katastrophen führen bekanntlich immer zu einer strengeren Handhabung ber lieber- wachungsvörschriften unb sie wirken auch erzieherisch auf bas Derantwortungsbewußtsein ■ ber Besatzungen. Die Sachverstänbigen stehen vor ben. Es Hilst ihnen oft nichts, baß sie sich mit Leibwächtern umgeben, bie vor unb hinter ihnen gehen benn ein Revolver ist rasch gezogen unb abgebrückt. Der frühere Schriftleiter ber maze- bonischen Wochenschrift ..Le-Maceboin'. gegen ben bas neue Attentat der Terrorliga gerichtet war, gehört einer der beiden Wazedoniergruppen an, die sich gegenseitig bekämpfen. Er sollte daher als Feind der anberen Gruppe sterben. Er ist zwar mit einem schweren Bauchschuß bavonge- kommen, aber es gab um ihn ßerum zwei Tote unb sechs Schwerverletzte. Das bulgarische Bolt möchte seine mazebonischen Freunbe. bie es einst rief unb bie seinem Rationalstolz manche Freude bereitet haben, sicherlich im Innersten gern wieher los werben. Da jebe Unfreundlichkeit mit Pistolenschüssen vergolten wirb, ist dies eine schwere Aufgabe. Die Regierung muß mit bieiem schwerbewaffneten Drubervolk rechnen, um nicht neues Blutvergießen heraufzubeschworen. Sie wirb sich trotzbern ber Ausgabe nicht entziehen können, biese Unruhestifter langsam aber sicher zur Vernunft zu bringen. Mazedonische Blutrache. Krankenpflegerin erschießt den Mörder Estimoffs. "Sofia, 5. Ian. 3n der Rächt zum Mittwoch erschoß in einem Sofioter Krankenhaus die Pflegerin Konstantinooa den dort wegen seiner Verletzung liegenden Mörder des Sch ri f t- leiters Estirnoffs , namens T r a j a n o f f. Trajanoff wurde polizeilich schwer bewacht, nur die Pflegerin konstantinooa und die Aerzte hatten Zutritt zum ftcanlenfaal, in dem 16 Kranke lagen. einem Rätsel. An den Zufall oder das sogenannte Gesetz der Serie will man nicht glauben, man neigt vielmehr zu der Ansicht, das; böswillige Brandstiftung vorliegl. Sie erklären es als ausgeschlossen, daß das Jener so rasch sich über das ganze Schiss ausbreiten konnte, wenn nicht mehrere Brandherde vorhanden gewesen wären. Anders ist es auch nicht zu erklären, daß die Besatzung, im Schlafe überrascht, buchstäblich nur das nackte Leben reiten konnte. Da das €A:ff verloren ist, werden sich natürlich keine Beweise dafür finden lassen, aber durch die eingeleitece >.renge Untersuchung wird sich vielleicht feststellen lassen, ob andere Erklärungen für die Ursache der Katastrophe stichhaltig sind oder nicht. Eine Kommission von Spezialisten wird mit den Einzelun tersuchungen betraut. Der Verlust der „Atlantique" trifft die Londoner City sehr schwer, da die englischen Gesellschaften natürlich den größten Anteil der Versicherung übernommen haben. Der auf dem Londoner Markt liegende Versicherungsanteil soll 1 bis 2 Millionen Pfund Sterling betragen. Die Versicherungsverträge wurden erst vor kurzer Zeit abgeschlossen und anch der französische Staat scheint daran beteiligt zu sein. Der Schiffahrtskonzern Chargeurs r^unis, dem die Reederei des Schiffs, die Compagnie Südatlantique. gehört, war vor einiger Zelt in finanzielle Schwierigkeiten geraten und mutzte unter finanzieller Beteiligung der französischen Regierung saniert werden. Dabei scheint der Staat einen großen Teil der Haftung für das Schiff übernommen zu haben. Der Bau der „Atlantique" hat etwa 800 Millionen Franken gekostet, lieber den unerhörten Luxus, mit dem der Dampfer ausgestattet war, gibt in einem Berliner Blatt der Leiter des Berliner Rednerseminars, der sich kürzlich auf einer südamerikanischen Bortragsfahrt auf dem Dampfer „Atlantique" befand, eine anschauliche Schilderung: Wenn man durch einen der beiden bequemen Zugänge den Luxusdarnpfer mit seinen zwölf Decks betrat, so befand man sich nach wenigen Schritten im Innern einer riesigen etwa achtzehn Meter hohen Hotelhalle. Don hier aus ging nach beiden Seiten längs des Schiffes eine 150 Meter lange und zehn Meter breite Straße. Je zwölf Läden und zahlreiche Auslagen befanden sich zu beiden Seiten dieser Avenue, hier standen elegante Limousinen zum Verkauf, hier hatte ein großes Pariser Modehaus die neuesten Schöpfungen ausgestellt, nebenan zeigte eine große Gärtnerei ihre herrlichsten Züchtungen nordischer und südländischer Fauna. Parfümerie- und Juweliergeschäfte, Babyausstattungen, Bedarfsartikel der eleganten Welt reihten sich in verschwenderischer Fülle in dieser Prachtallee aneinander. Täglich promenierten hier die Passagiere. Richt weit davon durch einen hohen mit Portieren behängten Bogen gelangte man in den einzig schönen Speisesaal. Unwahrscheinlich dicke Läufer und Teppiche dämpften die Schritte in diesem hohen Raum. Im Salon des Schiffes sah man einen außerordentlich wertvollen Gode- I i n aus dem 17. Jahrhundert. Die Franzosen waren auf dieses Schiff besonders stolz. In letzter Zeit hörte man allerdings wiederholt Klagen darüber, daß die „Atlantique" sich nicht mehr rentiere, da sie durch ihre allzu luxuriöse Ausstattung nicht mehr genügend Passagiere fand. Die,,Ailanlique" treibt vor der englischen Küste. London, 5. Jan. (WTB.) Der brennende französische Dampfer „Atlantique" wurde Donnerstag 3.30 Uhr, wenige Meilen von der Küste entfernt bei Portland Bill gesichtet, nachdem er durch den Wind 50 bis 60 Meilen von der gestrigen Unglücksstätte nach dem Norden getrieben worden war. Tausende von Menschen sehen von den Klippen dem ungewöhnlichen Schauspiel zu. Ein französisches Kriegsschiff und acht Schlepper begleiten das Wrack. Die Schlepper versuchten, in das Innere des Schiffes Wasser zu pumpen. Weiße Dampfwolken hüllen das Schiff ein, aus dessen Hinterem Ende weitere Rauchwolken aufsteigen. Versuche, das Schiff ins Tau zu nehmen, um es an die englische Küste nach Weymouth zu schleppen, sollen noch nicht geglückt sein. Immer neue Rauchwolken steigen aus dem Heck auf. Die gesamten Decks sind eingestürzt. Der Vordermast ist umgefallen. Die Seitenwände find noch immer stellenweise rotglühend. Die Entschädigungssumme in höhe von 1.2 Millionen Pfund ist am Donnerstag von Lloyds Underwriters beglichen worden. Der Verlust ist einer der größten der letzten Jahre. Da die „Atlantique" er st vor kurzem versichert worden ist, hatte man noch nicht aenügenö Franken zur Deckung der Versicherungssumme angesammelt, so daß viele Versicye- rungsteilhaber heute Franken-Käufe an der Börse vornehmen mußten. Inzwischen wird in Cherbourg die Vernehmung der geretteten Besatzung fortgesetzt. Aus den Aussagen der Matrosen und vor allem des zweiten Kapitäns scheint hervorzugehen, daß man einen Kurzschluß a l s Ursache des Feuers für möglich hält. Der zweite Kapitän erklärte, daß das Schiff sehr stark geschlingert habe, weil es weder Passagiere noch Ladung und nur einen Bruchteil feiner üblichen Besatzung an Bord hatte. Man habe außerdem bereits einmal feftgefteüt, daß bei starkem Schlingern ein elektrischer Draht gerissen sei. Handelsmarineminister Meyer scheint ebenfalls zu dieser Auffassung zu neigen. Er schaltet jedenfalls von vornherein jeden verbrecherischen Anschlag aus. Oank an die Hapaq. Hamburg, 5. Jan. (WTB.) Die Hamburg- Amerika-Linie hat von der Compagnie de Navigation Sudatlantique folgendes Telegramm erhalten: „Tiefgerührt über Ihr Telegramm danken wir Ihnen aufrichtig für Ihre herzliche Anteilnahme und für die durch Ihr Motorschiff „R u h r" in so hohem Maße bewiesene Solidarität der Schiffahrt." preffehehe in Paris. Elende Verleumdungen deutscher Reeder. Paris, 5. 3an. ($11.) 3n der Pariser Presse wird übereinstimmend eine scharfe Untersuchung gefordert. Man hebt die e i g e n t ü m- liche Liebereinstimmung hervor, die zwischen dem Brand -der „Atlantique" und des „Georges Philippar" bestehe. Bei beiden Schiffen wurde das Feuer in den frühen Mvrgen- st u n d e n entdeckt, und bei beiden brach es i n einer unbeseh ten Kabine 1. Klasse aus. Weiter waren in beiden Fällen die Funkstationen fast vom Beginn an unbrauchbar. Die „Action Fran^aise", das Blatt der französischen Royalisten, schreibt, daß die französische Landesverteidigung zwei bedeutende Einheiten des allgemeinen Mobttmachungs- planes verliere. Die „Liberte" bestätigt diese kriegerische Rebenbestimmung der beiden vernichteten französischen Ri^endampfer und erklärt in diesem Zusammenhang, daß die Spionage- abwehrdeseinen oder anderenStaa- t e s, der etwa einen Angriff gegen Frankreich vorbereite, Vorteil durch die Beseitigung dieser beiden Schiffe gehabt haben fornte. Dieses wäre eine Erklärung, es gebe aber auch noch eine andere. Dor dem Kriege habe ein bekannter Reeder Frankreichs berichtet, daß gewisse deutsche Schiffahrtsgesellschaften sich nicht davor gescheut hätten, in Le Havre Agenten zu unterhalten, die beauftragt waren, die Besatzung der französischen Schiffe zum Streik aufzuwiegeln am $age vor dem Eintreffen deutscher Schiffe aus Hamburg, so dah die Fahrgäste von den deutschen Schiffen übernommen werden sollten. Aber Frankreich könne doch jetzt nicht als Gegenmatz- nahme ausländische Schiffe in Brand stecken. Calvin ßooliöget- Oer Präsident der Prosperity.-Einem Herzschlag erlegen. Reuyork,5. Jan. (WTB.) wie aus Rorlhamp- fon gemeldet wird, ist der frühere Präsident Calvin Coolidge heule g e st o r b e n. Er wurde in seinem heim von seiner Frau, die vorübergehend abwesend war, tot aufgefunden, heute morgen hatte Coolidge sich wie gewöhnlich in sein Büro begeben, war jedoch gegen 10 Uhr wieder nach Hause gegangen. Als er von feiner Frau gefunden wurde, war der Tod vermutlich bereits vor einer viertel st unde eingetreten. Seit etwa 2 bis 3 Wochen hatte Coolidge unter einer Wagenerkrankung zu leiden. Als Todesursache wird eine herzaffektion angenommen. Die politischen kreise wurden durch den unerwarteten Tod des früheren Präsidenten Coolidge blitzartig getroffen. Den Präsidenten Hoover erreichte die Todesnachricht während eines Frühstücks mit Stimfon. Hoover hat sich entschlossen, einen Volksaufruf herauszugeben, in dem eine a 11 g e - meine Volkstrauer von 30 Tagen gefordert wird. Alle Gebäude haben halbmast geflaggt. Der Kongreß wurde sofort vertagt, wie noch bekannt wird, foll Coolidge in den letzten Wochen mehrfach über fein Befinden geklagt haben, ohne dah er jedoch diesem Zustande grohe Bedeutung beigemessen hat. Wan sand den Präsidenten in dem zu seinem Schlafzimmer führenden Flur. Coolidge ist anscheinend auf einem Stuhle sitzend vom Tode ereilt worden und dann auf den Boden gesunken. Calvin Coolidge wurde 1872 in dem Dergdörs- chen Plymouth im Staate Vermont als Sohn eines Farmers geboren. Er studierte Mathematik und später Rechtswissenschaften. 3m Alter von 27 3ahren war er bereits Präsident einer Bank in Rockhampton, später trat er in den Dienst der Kommunalverwaltung, wurde Dürgermei, eSe- natvr und schließlich sie vertvee.i'cer Gouverneur von Massachusetts (1916 bis 1918). Als Gouverneur wurde dann Coolidge über die Grenzen des Staates durch die Unterdrückung des Streikes ter Bostoner Polizisten im 3ahre 1919 bekannt. Den Gouverneurposten behielt er bis zum März 1921. Damals wurde Harding zum Präsidenten und Coolidge zum VizepräsidentenderDer- einigten Staaten gewählt. Als Harding 19 Monate vor Ablauf seiner Amtszeit starb, folgte ihm Coolidge im August 1923 automatisch nach der Verfassung im Am le nach. 3m Srmmer lll21 wurde er f ü r dieReuwahl alsKan- dida t der Republikaner ausgestellt und am 4. Rovember 1924 mit sehr großer Mehrheit zum Präsidenten gewählt. Der große Schweiger, so hieß der Präsident, weil er in seiner politischen Tätigkeit und auch im polittschen Kampse die Taktik des Schweigens zur höchsten Kunst ausgebildet hatte, erfreute sich, zumindest in den ersten beiden Gruppen seiner Amtszeit, ganz außerordentlicher Beliebtheit. 3n jene Zeit fiel die Hochblüte der amerikanischen Prosperität mit all ihren Folgeerscheinungen auf wirtschaftlichem und geistigem Gebiet. Coolidges entschiedene Ablehnung des Völkerbundes, sein energisches Eintreten für die Ab- rüstung und sein Standpunkt, daß die Kriegsschulden der Alliierten bezahlt werden müßten, kennzeichnen seine außenpolitischeHal- tung. Das Scheitern der amerikanischen Polittk auf der Genfer Seeabrüstungskonferenz bestimmten Coolidge, bei der neuen Präsidentenwahl im 3ahve 1928 nicht mehr zu kandidieren. Er schlug als Rachfolger Herbert Hoover vor, der auch mit großer Mehrheit gewählt wurde. Er selbst übernahm dann den Posten des Direktors der Reuhorker Life 3nfurance. 3n Rorthampton (Massachusetts), wo er lange 3ahre als Advokat, Bankpräsident, Bürgermeister und Gouverneur gewirkt und wo er sich nun niedergelassen, ist er unerwartet an einem Herzschlag verschieden. Aus aller Wett. Justizrat Dr.h.c. Albert pinner f. D" bekannte Berliner Jurist Justizrat Dr. h. e zllbert Pinner ist in Dresden, wo er sich zu einem kurzen Erholungsurlaub aufhielt, wenige Monate nach Vollendung des 75. Lebensjahres ge- ft o r b e n. Pinners überragende Bedeutung lag fo» roobl auf wissenschaftlichem wie auf anroaltsberuf- lidjem Gebiet. Das bekannteste feiner Werke ist der von Staub begonnene, von ihm fortgesetzte große Kommentar zum Handelsgesetz» buch. Bekannt sind weiter die Kommentare zum Aktienrecht und zum Gesetz über den unlauteren Wettbewerb. Neben einer umfangreichen Anwasts- prayis widmete er sich mit Eifer und Hingabe den allgemeinen Interessen feines Berufsstandes. Er roar über zehn Jahre lang Vorsitzender des Berliner Anwaltsoereins. Ehrenmal für die „Jllobe^Opfet in kiel geplant. Aus dem Marine-Chrenfriedhos, auf dem die bisher geborgenen Opfer des untergegangenen Schulschiffes „R i o b e" beigesetzt sind, solß wie verlautet, ein E h r e n m a l zur Erinnerung an die Katastrophe errichtet werden. Reben einer Grünanlage soll jedes Grab mit einem Stein geschmückt werden. Auf einer besonderen Gedenktafel sollen die Ramen der nicht geborgenen Besatzungmitglieder der Rachwelt erhalten werden. Das Mal soll am ersten Jahrestag des Untergangs — 26. 3uli — eingeweiht werden. Die Klage gegen Marlene Dietrich zurückgezogen. Der Streit zwischen Marlene Dietrich und der Paramount-Film-Gesellschaft in Hollywood hat eine neue Wendung genommen. Die Gesellschaft hat ihre Klage auf Zahlung von 200 000 Dollar Entschädi- wegen Kontraktbruches zurückgezogen, und Marlene Dietrich hat sich bereit erklärt, zur Arbeit zuruckzukehren. Der Vertrag mit ihr läuft noch sieben Wochen. Große Sturmverheerungen an der norwegischen Küste. Der Sturm, der seit mehreren Tagen an der vorweg.schen Küste herrscht, hat große Verheerungen angerichtet. 3n der Gegend von Haugesunt wuchs der Sturm zum Orkan, Schiffe, die vertäut im Hasen lagen, wurden losgerissen. 3n Romsdal wurden ganze Wälder vom Sturm niedergekveht. Mehrere Städte und Dörfer sind ohne elektrischen Strom, die Telephonleitungen sind unterbrochen. Alle Rettungsstationen an der Küste sind Tag und Rächt in Alarmberettschaft, da man Schiffsunglücke befürchtet. Drei Kinder erstickt. Wie „Az Est" meldet, spielten in einem Budapester Vorort drei in der Wohnung allein gelassene Kinder eines Feuerwehrmannes im Alter von einem. Zwei und vier Jahren mit dem Feuer. Dabei gerieten die Möbel in Brand, und alle drei Kinder erstickten. Autobus vom Schnellzug erfaßt. Ein mit zehn Personen besetzter Autobus wurde in der Nähe der tschechischen Station Luzic von einem Schnellzug erfaßt und zertrümmert. Drei Personen waren auf der Stelle tot, fünf wurden schwer verletzt, zwei leicht. Kohlenstaubexplosion. In der Chemischen Fabrik von Eugen Schwarz in Ratingen bei Düsseldorf ereignete sich eine Koh - lenstaubexplosion. Durch die Stichflammen wurde ein Arbeiter fo schwer verletzt, daß er bald darauf ft a r b. Ein weiterer Arbeiter mußte mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Ein dritter wurde leicht verletzt. Der Brand konnte schnell gelöscht werden. Dos Walroß Rickelmami. Von Paul Eipper. Wir sind alte Bekannte. Es mögen vier Jahre her sein, als die Walroßkinder vorn hohen Norden, aus dem Polarmeer nach Stellingen tarnen. „Das find treuherzige, nach Zärtlichkeiten bettelnde Burschen, die ihre dicken Kugelköpfe komisch ernsthaft aus dem Wasser heben und ihre kleinen, tränenfeucht glänzenden Augen verlangend auf den Menschen riqjten. Was ist das für ein Grunzen, bis sie endlich ihre wulstigen Lippen durch das Sieb des Stoppelbartes an meine Hand pressen können, an meinem Daumen schmatzen und saugen", so schrieb ich am ersten Abend in mein Tagebuch. Der kleine Bulle war damals etwa einen Meter lang. Als ich ihn jüngst wieder besuchte, schätzte ich aus gut drei Meter vom Kopf bis zum lächerlichen Stummelschwanz, und er wird wohl noch anderthalb Meter weiterwachsen, dieser rotlich-leder- farbene Nickelmann. Wenn man Jahre hindurch die Entwicklung eines Meersäugetieres verfolgt, kommt man zu der lieber-- zeugung, daß alle diese Robben merkwürdig klug sind, beweglich und voller Neugier. Ich werde nie vergessen, wie aufmerksam mich ein kleiner Seehund beobachtete, als ich im Nachbargehege mit den jungen Walrossen spielte. Er selbst war zu scheu, um aus seinem Wasserloch herauszukommen; aber die großen, schwarzen Augen verfolgten fast sehnsüchtig jede Bewegung. Als ich gar den Fischeimer holte, von der watschelnden Walroßherde gefolgt, nach der Felsenhöhle ging, da hat sich der kleine Seehund senkrecht im Wasser hochgestellt, ist wie sein eigenes Denkmal unbeweglich dagestanden. Walrosse rutschen nicht, sie gehen an Land auf ihren vier Beinflossen, nicht allzu geschickt, doch fördernd und schnell. Sie lieben sehr die Bequemlichkeit, betten sich eng nebeneinander und stützen den Kopf auf das Fettpolster des nachbarlichen Rückens. Sie haben einen ausgesprochenen Gemeinschaftssinn und sind auch durchaus fähig, ihren menschlichen Kameraden zu lieben. Ich nehme die Behauptung meiner ersten Tagebuchnotiz auch nach vierjähriger Beobachtung nicht zurück: ein Walroß ist für Zärtlichkeit sehr empfänglich! Dabei weiß ich wohl, daß die ausgewachsenen Bullen und Muttertiere, broben im Eismeer, gefährliche Gegner des harpunierenden, angreifenden Menschen sind; aber ist das nicht ihr gutes Recht? Als Walroßkind lag Nickelmann stundenlang am Strand, wälzte sich zwar von Zeit zu Zeit ins Wasser, schob aber dann bald wieder Kopf und Brust aufs Ufer hoch. Jetzt ist es anders geworden; ich sehe ihn eigentlich nur noch im Wasser. Er hat bei Hagenbeck ein besonders geräumiges Schwimmbecken, ein Weibchen dazu, mit dem er im Herbst die anmutigsten Paarungsspiele treibt. So plump am Land der Watschelgang ist, so souverän sind die Schwimm- und Tauchbewegungen. Das Walroß Nickelmann, nach meiner Schätzung über tausend Pfund schwer, legt sich rücklings ins Wasser, so recht, als bette sich ein korpulenter Mensch in einen daunengepolsterten Langstuhl. Alles ist eingehüllt, schmeichelnd umschmiegt vom nassen Element; nur die Schnauze und der borstige Bart ragen heraus. Eine knappe Bewegung der Flossen; wie ein Pfeil, wie ein Torpedo, schießt die nach vorn und hinten zugespitzte Fettwalze des Siörpers voran; ein Ruck gibt Schwenkung nach rechts; noch eine Bewegung, die Walze rotiert um ihre eigene Längsachse; jetzt sieht man die braune Rückenlinie für wenige Sekunden; schon taucht der „Nickel". Durchs klare Wasser beobachte ich, wie mein Freund gründest; er sucht irgend etwas am Boden, geht gewissermaßen drei Minuten lang dort unten auf die Weide. Wieder hoch, hörbar Luft eingesogen, wieder getaucht und zugleich vorwärts geschwommen, um plötzlich im Wasser Kobolz zu schlagen, einen richtigen Purzelbaum. Bei tausend Lebendgewicht gibt das natürlich Spritzwellen weit heraus ins Land; das Publikum kreischt, Nickelmann taucht hoch und besieht sich die Aufregung. Kommt es daher, oder was war sonst die Anregung? — ich weiß es nicht. Jedenfalls hat sich dieser Nickelmann eine spitzbübische Unart angewöhnt: er spuckt. Wenn ahnungslose Fremde am Absperrungsge- länber des Walroß-Panoramas stehen, den Tauchkünsten Nickelmanns gespannt zusehend, dann schwimmt der junge Bulle — fast möchte ich sagen — eitel noch eine Runde um sein Weibchen, und wenn er eben wieder in Richtung zum Publikum dreht, steckt er flink fein Maul unter Wasser, ruckt sofort hoch, zieht die Sippen zusammen, fo daß man die gelben Stoßzähne sieht, und spritzt einen Wasserstrahl, dünn aber kräftig, drei oder vier Meter weit und hoch im Bogen, fo wohlgeziest, daß die Menschen von oben bis unten nah sind. Man wird mich der Uebertreibung zeihen, wenn ich behaupte, daß Nickelmann befriedigt den angerichteten Schaden besehe. Jedenfalls aber haben sich die Herren Hagenbeck entschließen müssen, über der Freianlage ein großes Schild anzubringen: Vorsicht, das Walroß spuckt. * Jedermann weiß wohl, daß die Walrosse fünf Zehen an jeder Flosse haben und an jeder Zehe einen Nagel; es sind ja keine Fische, sondern Säugetiere. Manchmal kratzt sich das Walroß mit der Vorderpfote am Bart oder oben auf dem Schädel. Aber ich habe auch einmal gesehen, wie Nickelmann sich mit der linken Dorderflosse kurz nach dem Aufwachen die schlafmüden Augen rieb — und seitdem liebe ich dieses so plumpe und als häßlich verschriene Geschöpf. Kindergeschichien. Don Irmgard von Kader du Kaur. Die Geschichte von der Polternacht. Die Mistgabel war ein schmuckes Ding, wie sie jung war. Den ganzen Tag war sie fleißig, und dabei glänzten ihre Zacken. Bei Feierabend wurde sie an den Nagel neben den Dreschflegel gehängt. Der Dreschflegel hing den ganzen Tag da und langweilte sich. Da sagte er zur Mistgabel: „Werde meine Frau." Die Mistgabel sagte: „Du bist mir viel zu faul. Du arbeitest nur einmal im Jahr ein paar Wo- chen. Sonst tust du nichts." „Das verstehst du nicht", sagte der Dreschflegel. „Wir Dreschflegel find vornehme Leute. Deshalb arbeiten wir so wenig." „Dann paßt du nicht zu mir", sagte die Mistgabel. „Ich muß einen Mann haben, der arbeiten kann wie ich." „Ich kann auch arbeiten", sagte der Dreschflegel und stieg von dem eisernen Nagel herunter und fing an, auf dem Boden zu poltern. „Nur immer zu", sagte die Mistgabel, „das ist noch lange nicht genug." Und der Dreschflegel polterte und polterte die ganze Nacht. Am Morgen war er ganz matt. „Nun", sagte die Mistgabel, „laß sehen, was du gearbeitet hast." „Hast du mich nicht gehört?" fragte der Dreschflegel. „Gehört wohl, aber jetzt will ich es auch sehen." Da schaute sie auf den Boden, aber da war nichts. Da lachte die Mistgabel und alle anderen, die noch an der Wand hingen, Rechen und Sense und Sichel, die lachten mit. „Nichts", jagten jie alle, „nichts — und dafür die ganze Polternacht." — Da kam der Knecht herein und nahm die Mistgabel und warf sie auf den Mistwagen. Der fragte: „Was war denn für ein Gepolter bei euch heute Nacht?" Da erzählte sie es ihm. „Arbeite ich dir genug?" fragte der Mistwagen. Die Mistgabel sagte: „Ja, du kannst arbeiten wie ich." Und sie wurde seine Frau. Der Dreschflegel sagte: „Die Mistleute gehören zusammen. Mir riechen sie zu sehr." Die Geschichte vom Katerlein, das fliegen wollte. Es war einmal ein Katerlein. Wenn die Mutter den anderen zeigte, wie man Mäufe fängt, härte es gar nicht zu. Das Katerlein hatte abends die Fledermäuse fliegen gesehen. Es dachte sich: „Die will ich kriegen." — Die anderen Mäuse fangen war ihm viel zu wenig. „So muß ich zuerst fliegen lernen", dachte das Katerlein. Es saß den ganzen Tag auf dem Scheunendach und sah den Vöglein beim Fliegen zu. Aber die Vogel lachten das arme Katerlein aus. Denn es hatte ja keine Flügel. Da kam der Wind angebrauft und fragte: „Was machst du da?" — „Ich will fliegen lernen", sagte das Katerlein. „Das ist einfach", sagte der Wind. „Du nimmst einen Strohwisch und setzt dich darauf. Dann blase ich dich vom Dach. Mit deinem Schwanz kannst du steuern." Das Katerlein nahm einen Strohwisch aus der Scheune und setzte sich daraus und sagte zum Wind: „Jetzt blase." Und der Wind blies. Das Katerlein flog auf feinem Strohwisch durch die Luft. Ader es vergaß, daß es mit feinem Schwanz steuern sollte. Der Strohwisch flog eine Strecke und sauste mit dem Kater mitten in den Teich hinein. Da wurde das Katerlein triefnaß. Mit Mühe arbeitete es sich ans Lands Es ließ sich von der Sonne trocknen, und als es trocken war, ging es zu feiner Mutter und feinen Geschwistern. Die fingen schon richtig Mäuse. Die Mutter sagte: „So, mein Ähnchen, jetzt kommst du an die Reihe", und setzte sich mit ihm vor ein Mauseloch und zeigte ihm das Lauern. Bald konnte das Katerlein so gut Mäuse fangen wie die anderen. Aber eine Fledermaus hat es nie bekommen. Aus der Provinzialhauptstadt. Wichtige Lohnsteuerbestimmungen. 1. Bei Abführung der Lohnsteuer in bar oder durch Lieberweisung ist zu beachten: s) Arbeitgeber, die im Kalenderjahr 1932 die Lohnsteuer ihrer Arbeitnehmer in bar oder durch Lieberweisung abgeführt haben, müssen für jeden am 31. DHember 1932 bei ihnen beschäftigt gewesenen Arbeitnehmer dem Finanzamt die Steuerkarte 1932 mit der vollzogenen Lohnsteuer-Bescheinigung auf der zweiten Seite derselben übersenden. Die Liebersendung hat bis zum 15. Februar 1933 an das Finanzamt zu erfolgen, in dessen Bezirk die Sleuerkarte 1933 ausgeschrieben worden ist. Die Sleuerkarten dürfen also diesen Arbeitnehmern nicht ausgehändigt werden. b) Für die übrigen im Jahre 1932 bei ihnen beschäftigt gewesenen, aber vor dem 31. Dezember 1932 ausgeschiedenen Arbeitnehmer müssen die Arbeitgeber bis zum gleichen Zeitpunkt den Finanzämtern, in deren Bezirk die Steuerkarte 1932 ausgeschrieben worden ist. Lohnsteuer-Lieberwe sur.gsblätler übersenden. D.e Ausschreibung und Liebersendung von Lohnsteuer-Lieberweisungsblättern hat dann zu unterbleiben, wenn der Arbeitgeber bereits beim Ausscheiden des Arbeitnehmers eine vollständige Lohnsteuer-Bescheinigung auf der zweiten Seite der Steuerkarte 1932 ausgeschrieben hat. Bordruu\cn. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute als 13. Freitags-Abonnementsvorstellung „3m weißen Rößl" von Müller- Benatzky unter der Spielleitung von Heinrich Hub. Anfang 19.30 Uhr, Ende nach 22.30 Uhr. Operettenpreise. — Sonntag, 8. Januar, 1b Uhr, zum letzten Mal Aufführung des Weihnachts- . märchens: „Aschenbrödel", sechs Bilder mit Gesang und Tanz von Görner unter der Spielleitung von I Karl Dolck. 19 Uhr, zu ermäßigten Operettenpreisen, außer Abonnement, die erfolgreiche Ope- retten-Revue „3m weihen Rößl" in der Besetzung der Erstaufführung. e •* Evangelisch - kirchliche Personalien. Durch die Kirchenregierung wurde dem Pfarrer Hugo Gundermann zu Obrr-Beer- bach die evangelische Pfarrstelle zu Domhrim, Dekanat Groß-Gerau, übertragen, und P ar er Hans D u r st zu Droh-Felda von dec Llebrrnahme der Pfarrstelle zu Langenhain, Dekanat Friedberg, entbunden. *’ Gesellschaften mit beschränkter Haftung haben nach § 40 des G. m. b. H.-Ge- fitzes alljährlich im Monat Januar durch chre Geschäftsführer eine von ihnen unterschriebene Liste der Gesellschafter, aus welcher Raine, Borname, Stand und Wohnort der letzteren, sowie ihre Stammeinlogen zu ersehen sind, zum Handelsreg'stcr einzureichen. Sind seit Einreichung der letzten Liste Veränderungen hinsichtlich der Person der Gesellschafter und des Umfangs ihrer Beteiligung nicht eingetreten, so genügt die Einreichung einer entsprechenden Erklärung. ** Evangelische Frauenvereinsvor- stände tagen in Gießen. Zum erstenmal für Oberhessen soll in der Zeit vom 24. bis 27. Januar eine Arbeitstagung für Vereinsoorstände der dem Verbände Evangelisch-Kirchlicher Frauenvereine in Hessen angeschlossenen Frauenvereine stattfinden. Die Tagung wird im Vereinshaus der Inneren Mission, Hinter der Wesranlage 11, abgehalten. Die von auswärts kommenden Tagungsteilnehmer werden in Gießener Familien einquartiert. Zur Verhandlung stehen folgende Themen: „Vom wahren Opfer", „Wer ist mein Nächster?", „Die Stellung der Frau im öffentlichen und Berufsleben", „Das Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten", „Unsere Aufgabe im Dienst der öffentlichen Meinung". Als Referenten haben zugesagt Frau Heraeus, die Vorsitzende des Verbandes, Pfarrer Köhler (Darmstadt), Pfarrer Lic. Herrn e n a u (Potsdam) und Pfarrer Bremmer (Klein-Linden). Am 27.3anuar schließt sich an die Tagung die Hauptversammlung für Oberhessen an. ** O e f f e n 11 i d> e Bücherhalle. 2m Dezember wurden 1323 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 867, Literaturgeschichte 8, Zeitschriften 25, Gedichte und Dramen 9, Jugendschriften 113, Länder- und Völkerkunde 82, Kulturgeschichte 10, Geschichte und Biographien 98, Kunstgeschichte 6, Aaturwissen- schast und Technologie 57, Heer- und Seewesen 3, Haus- und Landwirtschaft 1, Religion und Philosophie 16, Staatswissenschaft 17, Sprachwissenschaft 3, Sport 6, Fremdsprachliches 2 Bände. Rach auswärts kamen 3 Bände. Tagung der landwirtschaftlichen Genossenschaften Oer Abschluß der hessischen Landwirtschaftlichen Woche. WSR. Darmstadt, 5. Jan. Der letzte Tag der diesjährigen Landwirtschaftlichen Woche war dem Genossenschafts gedan- ke n gewidmet. Die Reihe der Vorträge eröffnete Direktor Strasburger vom Verband der Hessischen Zentralgenossenschaft Darmstadt mit Ausführungen über die Getreideverwerlung. Der Redner betonte die Schwierigkeiten in der deutschen Getreideverwertung infolge der Um- gcstaltung der Weltgetreideversorgung. Wie in Deutschland, ist auch im Ausland die Getreideanbaufläche ganz erheblich vergrößert worden. Ein Glück, daß in diesem Jahre Rußland mit seiner Getreideernte vollkommen für den Weltmarkt ausfiel. Fast alle Produitionsländer haben einen weitgehenden Schuh für die Erzeugung und Verwertung ihres Getreides durchgeführt. Auch der deutsche Getreidebau verlangt mit Recht Schutzmaßnahmen. Der deutsche Bauer selbst sei erfreulich mitgegangen, um seine Produktion zu verbessern. Der Redner erinnerte an die Standardisierung, die auf den genossenschaftlichen Absatz belebend eingewirkt habe und noch weiter intensiviert werden müsse. Lim dem Getreidehandelsgesetz einen praktischen Wert zu verleihen, seien verschiedene Aenderungen notwendig. Die völlige Ablehnung der Getreideterminbörse durch einen Teil der Landwirtschaft schieße über das Ziel hinaus. Für Süddeutsd)land maßgebend seien vor allem die Frankfurter und Münchener Getreidenotierungen. Fast zwecklos seien die Mannheimer Getreidenotierungen. Die planmäßige Arbeit der Genossenschaften schaffe den Genossen — und damit auch den Richtgenossen — die Möglichkeit einer Preiskalkulation. Rach einem Llcberblick über die Maßnahmen zur diesjährigen Cmteverwertung kam der Redner zu dem Schluß, daß in Deutschland eine freie Getreidewirtschaft nicht mehr besteht. Getreidewirtschaft lasse sich von den übrigen Produktionszweigen der Landwirtschaft losg:löst nicht betrachten. Das in diesem Erntejahr Erlebte fordere gebieterisch Abhilfe. Zuerst müsse das deutsche Volk seine eigenen Produkte aufnehmen und nur bei wirklich dringendem Bedarf importieren. Mit reichsseitiger Hilfe sei eine für das ganze Wirtschaftsjahr gleichbleibende Preisregulierung für deutsches Getreide anzustreben, wodurch auch eine starke Verringerung der Preisschere möglich werde. Unbegründet sei die in gewissen Kreisen auftretende Gespensterseherei wegen der Forderungen nach einer planmäßigen Regulierung der Getreideproduktion. Das genossenschaftliche Geld- und Kreditgeschäft in der Krise behandelte Direktor Feldmann, Köln. Er ist der Meinung, daß mit der Deflation bereits der zweite Teil der Wirtschaftskrise eingetreten sei. In der Krise reagieren die Genossenschaften nicht anders, als Danken und Sparkassen in bezug aus Vermögen, Wirtschaftlichkeit, Liquidität und im persönlichen Verhältnis zum Kunden, also den Genossen. Wenn auch im einzelnen verschieden, iy müsse objektiv festgestellt werden, daß es gelungen sei, im genossenschaftlichen Geld- und Kreditwesen den Krisenfolgen so zu begegnen, daß namhafte Rachteile für die Genossen vermieden werden konnten. Gewisse Der- Inste bei den Genossenschaften entstanden aus vier Hauptursachen: aus einer schicksalhaften Wirtschaftskrise, aus betriebswirtschaftlichen Fehldispositionen, aas mangelnder Zahlungswilligkeit und aus einer Umkehrung der moralischen und geschäftlichen Begriffe. Bei Behandlung der.Ver- lustdcckung bestätigte der Redner, daß die kleinen Kreditgenossenschaften mit geringem bankmäßigen Einschlag sich als sehr krisenfest erwiesen haben. Dem genossenschaftlichen Gedanken liege jeder Zwang, auch in der Zinsfrage — heute bestehe vielfach eine Zinsspanne von 3 bis V2 Prozent — im Prinzip fern. Das nach der Tankenkrise zutage getretene Mißtrauen in die Kreditgenossenschaften sei verschwunden. Entgegen treten müsse man dem „Schwarzhandel" mit Kapital, der sich versteckt breitmache. Da existenzfähig, fei das genossenschaftliche Geld- und Kreditgeschäft zur Rettung der Landwirtschaft unbedingt notwendig. Aus der Erkenntnis gemachter Fehler müsse das genossenschaftliche Geld- und Kreditwesen die Folgerungen ziehen und das ihm gebührende Vertrauen noch weiter festigen, indem es in erster Linie für den Genossen arbeite. Rachm) tags fand die Tagung des Verbandes der Hessischen Landwirtschaftlichen Genossenschaften und ihrer Zentralgeschäftsstelle statt. Verbandsdireltor Berg wies einleitend darauf hin, daß das abgelaufene Jahr die allseitig erhoffte wirtschaftliche Gesundung und politische Beruhigung nicht gebracht habe. Selbst wenn man optimistischen Voraussagen für die Zukunft folge, bleibe nur die Hoffnung auf einen langsamen Aufstieg. Große Sorge erwecke das Absacken der Preise für landwirtschaftliche Produkte, für die durchgreifende Schutzmaßnahmen zur Wiederherstellung eines rentablen Betriebs ergriffen werden müßten. Trotz der starken Stürme, die das Genossenschaftswesen ausgehalten hätte, sei es in hessischen Organisationen nirgends zu einem nennenswerten Schaden gekommen und kein Zusammenbruch einer Kreditgenossenschaft zu verzeichnen. Ende 1932 gab es 1118 Genossenschaften gegenüber 1115 im Jahre 1931. Anschließend sprach Generalsekretär Dr. H i l - lemann über grundsätzliche genossenschaftl.che Fragen, wie die Tätigkeit des Zentralverbandes als Revisionsverband, über Rentabilität, Dilancierung und Einstellung von Zwangsvollstreckungen. 1932 seien 75 Prozent der angeschlossenen hessischen Genossenschaften revidiert worden, womit die hie und da geäußerte Kritik am genossenschaftlichen Revisionswesen Wegfälle. Die Bestrebungen zur Zinssenkung im Rahmen des wirtschaftlich Möglichen werden vom Zentralverband warm unterstützt. Tatsächlich sei das Zinsniveau bei allen Kreditinstituten, insbesondere bei den Kreditgenossenschaften, fühlbar gesunken. Abschließend betonte der Redner, daß eine Inflation von der Geldseite her nicht im Bereich der Möglichkeit liege und eine Beunruhigung in dieser Richtung jeglicher Begründung entbehre. Direktor Dr. Winckler- Krämer behandelte das genossenschaftliche Geldgeschäft. Er teilte mit, daß sich das Geschäft der Landes-Genossenschaftsbank im abgelaufenen Jahr im Umfang des Vorjahres gehalten habe, sogar ein kleiner Einlagenzuwachs sei zu verzeichnen. Die Liquidität habe sich weiter gebessert. Durch die Zinssenkung feien der hessischen Landwirtschaft erhebliche Summen erhalten geblieben. Der Redner behandelte zum Schluß die technische Seite der Verwertbarkeit der Steuergutscheine. Zum Schluß sprach Direktor Strasburger über das genossenschaftliche Warengeschäft, das in 1932 bei der Zentralgenossenschaft wertmäßig zurückgegangen, infolge des Preisrückgangs fast aller Produkte jedoch mengenmäßig gleich geblieben sei. Der Redner behandelte dann eingehend die Verwertung der einzelnen landwirtschaftlichen Produkte. Insbesondere müsse durch Rücksichtnahme auf die örtlichen Vorschriften noch eine bessere Absatzmöglichkeit den einzelnen Landwirten erschlossen werden. Verbandsdirektor Berg schloß die Tagung mit einem Appell, an der genossenschaftlichen Verwertung landwirtschaftlicher Produkte feftzuhalten und ihr neue Impulse zu geben. Landfrauen-Tagung. Die Landfrauen hatten mit ihrer D er • banbstagung im Saale der „Krone" eine Ausstellung von Wollen, Wollwaren, Handarbeiten und Geräten verbunden, die Zeugnis ablegte für den im Bauernhaus herrschenden Fleiß, auch der jungen Generation alte Tugenden und verdienstbringende Arbeiten der Landfrau zu übertragen. Racb mehreren Glückwunschansprachen, in denen das schwesterliche Zusammenhalten von Land- unb Stadtfrau warmen Ausdruck fand, sprach Dr. Dender von der Landwirtschaftskammer Darmstadt über die neuesten Bestrebungen der deutschen Schafzucht zur Hebung der Wollverwertung, ein Gebiet, auf dem in Deutschland noch vieles zu erreichen ist. Erste Erfolge träten bereits zutage und spornten an zu weiterer Arbeit. Den Schluß der Tagung, durch Vorträge verschönt, bildete der Werbefilm „Fleißige Hände". Kolportageroman vor hundertZahren. Wie Wilhelm Hauffs „Mann im Mond" entstand. Anknüpfend an Georg Kaisers „Kolportage", bei der es nicht klar war, ob es sich von Haus ans um eine Parodie handelte, oder um ein ehrlich gemeintes Jugendwerk, das witzig in eine Satire verwandelt war, erzählt Prof. H. H. H o u b e n sehr anschaulich in den „Preußischen Jahrbüchern" die Geschichte eines berühmten literarischen Präzedenzfalls von Wilhelm Hauffs berühmtem Roman „Der Mann im Monde". Er schildert zunächst sehr anschaulich die Szene, wie der junge Hauff als taten- und erfolgdurstiger Autor bei einem Besuch bei dem Verleger Gottlob Franckh in Stuttgart dazu gekommen ist, den „Mann im Monde" zu schreiben. Hauff war im Frühjahr 1825 Theologie-Kandidat und Hauslehrer, als er dem Verleger den ersten Teil seiner „Memoiren des Satan" brachte. Der Verleger, eine groteske Figur im ausgefransten Flauschrock, wegen seiner Derbheit berüchtigt, sah fid) den jungen frischen Burschen, so muß man sich diese Begegnung vorstellen, mißtrauisch an, schnüffelte in dem Manuskript herum und warf es auf den Schreibtisch, wo Bücher, Papiere, Wäsche, Geld, ein Stiefelknecht, Hosenträger, Brot und Wurstzipfel wild durcheinander lagen. Rach einer Einleitung fragte er den jungen Autor: „Memoiren des Satan? — wo haben Sie den Titel gestohlen? Das wird jedenfalls das Beste an dem ganzen Plunder sein. Ich habe nur so hineingerochen — viel zu literarisch, junger Mann! Wer liest denn das? Und Geld wollen Sie am Ende auch noch für den Schmarren?" „Aber sehr!" meinte der andere eifrig. „Sie — stapeln Sie bei mir nicht hoch! Sie sind wohl der Herr von Goethe junior? Schiller wäre mir lieber. Noch besser der Herr Postrat da oben in Berlin, Heun heißt er ja wohl und Clauren schimpft er sich. Der kleistert so den rechten klebrigen Zucker für die Lesefliegen. Jeder- Ladenschwengel geht mit seiner „Mimili" zu Bett! Das Zeug ist zwar zum Speien — aber Pinke, Pinke! So was können Sie nicht!" .Kunststück!" lachte Franckhs Visavis überlegen. „Können Sie —?!" Die listigen Aeuglein des Verlegers begannen feucht zu glänzen. Hauff legte fein Gesicht in geschäftsmäßig würdige Falten. „Wenn Sie mir zwei Goldfüchse für den Bogen zahlen, haben Sie in sechs Wochen einen Roman, der denen von Clau- ren zum Verwechseln ähnlich sehen soll. Er braucht ja nicht gerade unter meinem Namen zu erscheinen." Der Verleger beugte sich wie erschrocken vor und starrte seinen Besucher eine Weile wortlos ins Gesicht. Dann erhob er sich langsam: „Zwei Louisdors?! — Ein Schwarzwälder Kirsch gefällig? — Jetzt nicht? Schampus kann ich Ihnen nicht vor- fctzen. Also abgemacht: wenn — dann! Den Vertrag über das Satansbuch und den neuen Clau- ren kriegen Sie morgen. Und nun ziehen Sie mit Gott und fangen Sie gleich heute an. Sechs Wochen, junger Goethe! Keine Stunde länger! Ich bin pünktlich wie der Teufel hinter der armen Seele — grüßen Sie ihn von mir." — Der junge Dichter mag, als er wieder zu Haus war, über seinen Erfolg etwas in Verlegenheit geraten fein, aber er mußte zeigen, was er konnte. Er kramte in alten Papieren, und da fand sich aus seiner Tübinger Stiftlerzeit der Anfang einer Novelle, die er nicht weiter fortgesetzt hatte. Es war immerhin schon ein fertiger Bogen, und sechs Wochen später war der neue Roman im Manuskript fertig, sogar zwei Bände stark. Etwas anderes allerdings war daraus geworden, und Franckh hatte laut aufgelacht vor Vergnügen, als er die neue Pointe erfuhr: das gab eine Sensation, Cotta platzte vor Neid! Bei der Arbeit war dem jungen Dichter doch etwas katzenjämmerlich zumute geworden, er fühlte stets so was wie einen faulen Geschmack im Munde. Als er ungefähr die Hälfte des Romans fertig hatte, packte er das Manuskript unter den Arm und brachte es feinem Gönner, dem allmächtigen Redakteur des Stuttgarter „Literaturblatts", Wolfgang Menzel. Der las es und ranzte ihn nicht schlecht an: „Schämen Sie sich denn nicht? Wollen Sie auch dem Berliner Postrat nachahmen? Können (pie denn nicht höher- sliegen? Haben wir an solchem Schweinezeug nicht übergenug?! — Aber das sieht dem Franckh ganz ähnlich: Schundware, schlechter Druck, billiger Preis — nur Umsatz, Umsatz! Und mit diesem skrupellosen Geschäftsmann haben Sie paktiert?!" Menzel trommelte erregt mit den roten Fingern auf den Tisch. Peinliche Pause. Dann ging er ans Fenster und legte die Stirn an die Scheiben. Plötzlich drehte er sich um und schmunzelte diabolisch: „Es gibt einen Ausweg, junger Freund. Kehren Sie den Spieß um! Tragen Sie die Claurensche Soße noch stärker auf, lassen Sie dann das Buch einfad) unter Claurens Namen erscheinen, und jeder wird sagen: Sie haben eine köstliche Satire geschrieben!" So geschah es, es entstand, nach Menzels Urteil „ein Machtwerk ganz ä la ©lauten, und zwar im vollen Ernst so gemeint: die eigentliche Satire kommt erst in der zweiten Hälfte durch deutliche Uebertreibungen zum Ausdruck, die erst nach der Unterredung mit Menzel dem neuen Programm entsprechend geschrieben war. Der „Mann im Monde" machte Sensation, die Ahnungslosen, fast die gesamte Leserschaft, verspeisten das neue Gericht aus der Südelküche des Berliner Postrats mit Gier, und die literarische Kritik erklärte es für fein bestes Werk! Die wenigen Eingeweihten wieherten vor Vergnügen. Clauren selbst erließ eine „Warnung vor Betrug" und verklagte den Verleger wegen'Fälschung und literarischen Diebstahl. Das zuständige Eßlinger Gericht verurteilte den Verleger zu 50 Taler Strafe und den Kosten: außerdem erhielt jeder Käufer das Recht, das Buch wiederzugeben und sich die drei Taler zurückzahlen zu lassen, so daß der Verleger arg in der Patsche saß. Hauff aber holte zu einem neuen Streich aus, indem er eine „Kontrove r s- predigt über H. Clauren und dem Mann im Monde, gehalten vor dem deutschen Publikum" veröffentlichte, in der er mit Witz und Humor, mit Ernst und Entrüstung, den die Instinkte des Lesepöbels ausnutzenden Autor bloßstellte. Ein neuer Versuch Claurens, das preußische Oberzensur-Kollegium gegen den verhaßten jungen Dichter mobil zu machen, blieb ohne Erfolg. Buntes Atlerlet. Oie zwölf besten Romane. Eine Umfrage, die sich nicht gerade durch Reu- heit auszeichnet, aber immer wieder auf Interesse rechnen kann, ist von der englischen Zeitschrift „The Book Window“ veranstaltet worden. Sie lautet: Welches sind nach Ihrer Meinung die zwölf besten Romane? Unter andern richtete sich die Frage an eine Anzahl hervorragender Schriftsteller, Darunter an H- ®- Wells und Ber- narb Shaw. „Ich liebe nicht, die Bücher in Kategorien einzuordnen und zu sagen, welches das größte und welches das kleinste ist", schreibt H. G. Wells. „Es ist, als ob man mich fragte, welches das Meisterstück der Ratur ist: die Spitzmaus oder der Elefant, die Zeder oder das Veilchen." In ähnlicher Weise verwahrt sich zunächst Dernard Shaw gegen die Beantwortung der Frage. „Das ist ein unlösliches Problem", schreibt er. „Riemand hat alle Bücher gelesen, ja nicht einmal alle Romane, und Sie Können daher nichts anderes zur Antwort erhalten als eine Liste, die aus denjenigen zusammengestellt ist, die der Befragte gelesen hat oder deren er sich erinnert.“ Richtsoestoweniger stellt Shaw eine solche Liste zusammen, die freilich nach seinen eigenen Worten durch beliebig viele andere gleich große Werke ergänzt werden kann. Sie lautet: „Don Quijote", „Robinson Crusoe", „Tom Jones", „Der Landprediger von Wakefield", „Ma- non", „Jvanhoe" und „Rod Roy", „Die kleine Dorrit", „Candide", „Gullivers Reisen", „Die Elenden", „Tausendundeine Rächt". Ein Museum der Kleider. Cs ist höchst verwunderlich, daß Paris, die beherrschende Stadt der Frauenmode, bis zum heutigen Tage kein Kleidermuseum besitzt. Aber während alle anderen historischen Erinnerungsstücke sorgfältig gesammelt, katalogisiert und in Museen ausgestellt wurden, ist es bis heute noch nicht gelungen, eine wirklich bedeutende Sammlung der Mode vergangener Jahrhunderte zusammenzubringen. Ein Plan, diese Lücke auszufüllen, zielt dahin, ein solches Museum in dem Schloß von Sceaux, unmittelbar vor den Toren von Paris, zu errichten. Reiche Sammlungen dafür sind bereits vorhanden und es gilt nun, sie in den geeigneten Räumen zur geeigneten Aufstellung zu bringen. Unter den vielen Gründen, die von den Förderern dieses Planes geltend gemacht werden, wird auch darauf hingewiesen, wie sehr dadurch die Datierung unbekannter Kunstwerke erleichtert wird, wenn das Kleid der porträtierten Persönlichkeit festgestellt wird. Außerdem würde der Wert des neuen Museums nicht zuletzt darin bestehen, daß es viele außerordentlich malerische Trachten, die bis vor kurzem in verschiedenen Teilen Frankreichs noch getragen wurden, vor dem völligen Verschwinden bewahrt. Aussterbende Segelschiffe. Wie die gesamte Weltschiffahrt, so hat auch die Segelschiff-Flotte unter der schweren Weltkrise zu leiden, und ihr Rückgang hat sich in letzter Zeit so schnell vollzogen, daß man wohl schon von den letzten Segelschiffen sprechen kann. Deutschland hat heute, wie in einem Aufsatz der Illustrierten Wochenschrift „Die Umschau" ausgeführt wird, noch sechs große Raa-Segler, von denen aber nur fünf fahren. Trotzdem besteht die deutsche Seglerflotte nach amtlichen Zählungen immer noch aus 1533 Seglern mit zusammen 148 000 Tonnen: es handelt sich hier fast nur um kleine Küstensegler, die die Ostsee meist nicht verlassen Doch haben sich auch sie die Errungenschaften Der modernen Technik in weitgehendem Matze nutzbar gemacht, indem schon 1276 von ihnen mit Motor ausgerüstet sind. Heute bildet Finnland das Paradies der Segelschiffe: seine Reedereien kaufen die ausrangierten Segelschiffe aus aller Welt zusammen. Seine Seglerflotte umfaßt fast 100 grotze Raa-Segler, die ständig die Ozeane durchkreuzen und hauptsächlich nach Australien segeln. Daß Finnland diesen Segelschiff bestand sich erhalten konnte, ist sowohl den sehr billigen finnländischen Löhnen, als auch dem Umstand zuzuschreiben, daß diese Fahrzeuge Passagiere gegen Zahlung von 1000 Mk. auf ihren großen Uebersee-Reisen mitnehmen: von dieser billigen Reisegelegenheit wird gern Gebrauch gemacht. Ganz anders hat sich die Segelschiff- Flotte Rorwegens entwickelt: während dieses Land vor dem Kriege alte Segelschiffe in do- ganzen Welt zusammenkaufte, ist heute überhaupt fein großer Segler mehr in seiner Flotte zu finden. $.l'fpor/ Eishockey im Regen. Unter seltsamen ilmftänbcn wurde am Mittwoch das Cishockeyspiel -wischen dem Münchner CB. und einer kombinierten Mannschaft des Berliner SC. ausgetragen. Cs regnete während der ganzen Spieldauer, so daß also infolge schlechten Eises nur ein mäßiges Spiel zustande kam. Die Partie endete gerechterweise unentschieden 2:2 (1:1, 0:0, 1:1). Das Spiel fand auf dem Rissersee bei Garmisch statt. Ferencvaros Budapest war am Mitt- toed) ein Sieg beschieden. Die Ungarn fertigten den LuEB. Miesbach verdient mit 2:0 (1:0, 0:0, 1:0) ab. 3n diesem Zusammenhang interessiert die Meldung, daß der kanadische Eissport-Derband alle in Europa tätigen Spieler zurückgerufen hat. Wer dieser Aufforderung nicht nachkommt, hat mit einer Disqualifikation von mindestens einem Jahre zu rechnen. Bekanntlich spielen besonders in Paris und der Schweiz viele Kanadier. Akademische Skiwettkämpfe in St. Moritz. Der Auftakt. Der erste Tag der 9. Akademischen Skiwettkämpfe aller Länder brachte Oesterreich im Abfahrts « lauf einen schönen Erfolg. Nicht weniger als vier Oesterreicher placierten sich auf den sechs ersten Plätzen. Sieger wurde L e u b n e r (Innsbruck). Bester Deutscher war H ö f f l e i n (München), der den 19. Platz belegte. Stober (Freiburg) wurde 21, von Weech (München) 22, Dehmel (München) 23 und j) o n i g m a n n (Berlin) 25. In der Altersklasse war den deutschen Farben ein Erfolg beschieden, da Dr. Vetter (Freiburg) mit 4:13 die beste Zeit herausfuhr. PrinzFriedrichvon Preußen kam bei den zahlreichen Stürzen so schwer zu Fall, daß er einen Oberschenkelbruch ba= oontryg. Um Nurmis Ehrenrettung 3n „Sachen Burrni" hat jetzt auch der finnische Leichtalhletik-Derband einen neuen Schritt zur Rechtfertigung seines großen Läufers unternommen. Die Finnen haben an alle der IAAF. an- geschloßenen Verbände einen Bericht über den „Fall Rurmi" eingesandt und begründen ihren Schritt damit, dah der Borstand der IAAF. vom Kongreß in Los Angeles Vollmacht zur Disqualifikation von Verbänden und Einzelmitgliedern verlangte, damit aber bis zum Kongreß 1934 in Wien vertröstet wurde. Trotzdem blieb aber Rurmi weiter kaltgestellt. Tilden über deutsche Tennisspieler. „D'g Till" Tilden, der vor einiger Zeit mit reinem jungen Landsmann Bruce Barnes und dem deutschen Meister Hans Rühlein wieder nach Amerika zurückgekehrt ist, sprach sich in feiner Heimatstadt Philadelphia anläßlich einer ihm zu Ehren veranstalteten Feier sehr lobend über das deutsche Tennis aus. Tilden wies darauf hin, daß Deutschland mit seinen beiden Spitzenspielern Gottfried von (Stamm und Daniel Prenn ernsthafter Anwärter auf den Davispokal sei. Die beiden Deutschen seien diejenigen europäischen Spieler, die in den letzten Jahren die größten Fortschritte gemacht hätten. Sechstagerennen in Dortmund. Die Dortmunder Westfalenhalle leitet im neuen Jahr die Reihe der Sechstagerennen ein. Am Freitag um 23 Uhr fällt der Startschuß zur 8. Dortmunder 145-Stundenfahrt, an der folgende 13 Mannschaften teilnehmen: Peden-Stübecke, Goebel- Pijnenburg, Rieger-Vroomen, Braspenning-Wals, Kisters-Mueller, Broccardo - Guimbretiere, Bres- ciani - Menegazzi, Schön - Buschenhagen, Rausch- Hürtgen, Schenk-Tietz, Vopel-Korsmeier, Kilian- Pützseld und Senge-Ciesinski. Elf Ausländer aus fünf Nationen, davon allein sechs Holländer, stehen 15 deutschen Fahrern gegenüber. Die besondere Attraktion des Rennens ist aber der baumlange, junge Kanadier Peden, der in der bisherigen Saison die meisten Sechstagesiege zu verzeichnen hat und erstmalig in Europa an den Start geht. Der Westfale Stübecke ist sein Partner und wird mit ihm bestimmt ein gutes Rennen liefern, da sich beide von zahlreichen Starts in USA. her kennen. Für den Sieg kommen weiterhin die beiden rein deutschen Paare Schön-Buschenhagen und Rausch- Hürtgen, die Franzosen Broccardo-Guimbretiere und das deutsch-holländische Paar Goebel-Pijnen- burg in Betracht. Tisch-Tennis der Sp.-Dg. 1900. Zum Rückkampf empfängt am Samstagabend 1900s zweite Mannschaft den Tifchtennis-Elub Großen-Linden. Beim Dorturnier in Grohen-Lin- den erzielten die Spielvereinigungsleute einen glatten Sieg. Cs steht zu ertoarten, daß sie auch diesmal das bessere Ende für sich haben werden, allerdings ist mit energischem Widerstand der Gäste zu rechnen. OondvaN im Gau Hessen (O.T.) TD. ©rnningen I — Steinbach I (ADT.) 4:1 (1:1). Der vergangene Sonntag brachte in Grüningsn ein Freundschaftsspiel zwischen den ersten Mannschaften beider Turnvereine. Cs entwickelte sich ein flotter Kampf. Der Gastgeber erzielte bald durch einen Strafstoß den Führungstreffer. Die Gäste nahmen nun das Spiel ernster uni) durch einen Strafstoß wurde der Ausgleich geschaffen. Bis zur Halbzeit sah man auf beiden Seiten noch verschiedene schöne Durchbrüche, so daß beide Torleute ihr Können unter Beweis zu stellen hatten. Cs kam aber zu keinem Erfolg mehr. 3n der zweiten Halbzeit hatten dann die Grüninger mehr vom Spiel und kamen noch zu 3 Toren. Die Gäste kamen nicht mehr über die Läuferreihe hinaus. Man trennte sich mit dem Ergebnis von 4:1 für Grüningen. Handball im Lahn-Oünsbera-Gau Rochdern die Derbandsspiele bis auf ein Spiel der Gauklasse (das Treffen Lollar—Wieseck) beendet sind, kommt bereits am kommenden Sonntag In dem Wochenbericht des Instituts für Konjunkturforschung sind ausführliche Angaben über die deutsche Zahlungsbilanz im Jahre 1 9 3 2 enthalten. Danach ergab der Außenhandel einen Ausfuhrüberschuß von etwa 1,1 Milliarden Reichsmark gegen 2,8 Milliarden Reichsmark im Jahre 1931. Aus Dienstleistungen (Frachten. Versicherungen, Fremdenverkehr ufro.) ist vorläufig mit einem ähnlichen Aktivsaldo wie im Vorjahre zu rechnen (0,2 Milliarden Reichsmark). Für Zinsen hat Deutschland 0,8 Milliarden Reichsmark mehr gezahlt, als erhalten (i. B. 1,3 Milliarden Reichsmark). Reparationsleistungen erforderten noch 0,2 Milliarden Reichsmark (1,0 Milliarden Reichsmark 1931). Die sog. „laufenden Posten" der Zahlungsbilanz ergaben somit zusammen: Außenhandel und Dienstleistungen 1932 plus 1,3 Milliarden Reichsmark (1931 plus 3,0 Milliarden Reichsmark), Zinsen minus 0,8 Milliarden Reichsmark (minus 1,3 Milliarden Reichsmark), Reparationen minus 0,2 Milliarden Reichsmark (minus 1,0 Milliarden Reichsmark). Laufende Posten zusammen plus 0,3 Milliarden Reichsmark (plus 0,7 Milliarden Reichsmark). Zu dem Aktivsaldo der „laufenden Posten" kommen die Gold- und Devisenabgaben der Notenbanken. Sie betrugen im Jahre 1932 rund 250 Millionen Reichsmark (1650 Millionen Reichsmark). Für Kapitahahlun- gen an das Ausland standen im Jahre 1932 im ganzen also etwa 500 bis 600 Millionen Reichsmark zur Verfügung (i. D. rund 2.4 Milliarden Reichsmark). Hiervon fanden etwa 450 Millionen Reichsmark zur Tilgung langfristiger Anleihen und Kredite, sowie zur Rückzahlung kurzfristiger Schulden des Reiches, der R-ichsbank und der Golddiskontbank Verwendung. Die Umsätze auf beiden Seiten der Bilanz, die schließlich den im einzelnen nicht aufgliederbaren Rest des Passiv-Saldos von 100,0 Millionen RM. ergeben, mögen sich in der Größenordnung von etwa einer halben Milliarde Reichsmark oder mehr bewegt haben. Deutschland hat also auch 1932 aus seiner aktiven Handelsbilanz und durch Einsatz seiner bereits sehr geringen Gold- und Devisenbestände der Rotenbanken neben den laufenden Zinszahlungen nicht unbeträchtliche ßapitalbeträge getilgt. Für das Jahr 1933 ist es nickt wahrscheinlich, daß der Aktivsaldo aus Warenhandel und Dienstleistungen nennenswert zunehmen kann. Wenn sich die Wirtschaftslage bessert, ist sogar mit einer weiteren Verringerung zu rechnen (Rohstoffeinfuhr), es fei denn, daß der deutschen Ausfuhr wieder neue Absatzgebiete erschlossen werden. Man wird daher den für Schuldentilgung verfügbaren Bettag für das bas erste Spiel um den Aufstieg zur Gauklasse zwischen den Mannschaften der Turnvereine Al- bach und Garbenßeim, auf dem Platz des erstgenannten Vereins, zum Austrag. Beide Mannschaften sind sich in ihrem Können ziemlich gleichwertig und soUten sich einen scharfen Kampf liefern. Kurze Sportnotizen. Amalie Earhart und Wolfgang von Gronau erhielten in diesem Jahre den Preis „Für die beste flugsportliche Jahresleistung" der Internationalen Liga der Flieger. * Dem Protest Seeligs gegen seine Disqualifikation wegen Tiefschlags im Meisterschaftskampf mit dem Kieler Witt wurde nunmehr von der BBD. stattgegeben. Der Kampf wird „ohne Entscheidung" gewertet und muß bis zum 31. März 1933 wiederholt werden. * Europameister im Mittelgewicht wurde der Belgier Andrien A n n e e t durch einen Punktsieg über den Italiener Dittorio Venturi. * Die Ausgabe der Olympia-Groschen soll in Form von Sportbildern gekleidet werden. Durch den Verkauf dieser Bilder glaubt der Deutsche Olympische Ausschuß die Finanzierung der Olympischen Spiele 1936 in Berlin sicherzustellen. * Abgesagt wurde die vom ADAC, und Bayrischen AC. für Anfang Februar vorgesehene Europa-Fahrt, da sie zeitlich mit der stark besetzten „Rallye Monte Carlo" zusammenfällt. Jahr 1933 selbst unter günstigen Voraussetzungen nur auf etwa 200 bis 300 Millionen RM. veranschlagen dürfen (gegen 500 bis 600 Millionen RM. im Jahre 1932), wenn die Zinsen für die Auslands- kredite nicht herabgesetzt werden. Theoretisch möglich ist auch noch ein Ausgleich der Zahlungsbilanz durch Aufnahme neuer Kredite. Dieser Weg ist aber vorerst höchstens in der Form von Umwandlungen kurzfristiger in langfristige Kredite und von Rohstoffkrediten gangbar. * Berlin tauscht seine Schatzanweisungen um. Die Stadt Berlin wird den Gläubigern, der am 1. April 1933 fällig werdenden 25 Millionen Reichsmark Schatzanweisungen, rückzahlbar zu 110 o. H., im Umtausch neue fünfjährige mit 6 v. H. verzinsliche Schatzanweisungen anbieten, die jährlich mit 10 v. H. getilgt und mit 108 v. H. zurückgezahlt werden sollen. Am 1. April sollen die 10 v. H. Aufgeld zurückgezahtt werden. * Deutsche Petroleum A G., Berlin. In der Nähe der bei Nienburg a. d. W. gelegenen Gemeinde Estorf hat die zum Jnteressenkreis der Deutsche Erdöl AG. gehörende Deutsche Petroleum AG. neue Erdölgewinnungsoerträge abgeschlossen, die ein Gelände von etwa 5000 Morgen betreffen. * Bereinigte Westdeutsche Waggonfabriken Köln. Die Bilanz der Vereinigte Westdeutsche Waggonfabriken schließt für das am 30. Suni 1932 beendete Geschäftsjahr nach Verrechnung des Gewinnvortrages aus dem Vorjahre von rund 260 000 Mark mit einem Verlust von etwa 420 000 Mark ab, der auf neue Rechnung vorgetragen werden soll. Die Generalversammlung ist für den 13. Februar in Aussicht genommen. (3m Vorjahr 1,01 Mill. Mark Reingewinn, aus dem 5 v. H. Dividende verteilt und 120 000 Mark dem Reservefonds zugewiesen wurden.) • Bayerische Motorenwerke AG., München. Wie WTD.-Handelsdienst erfährt, ist der Auftragsbestand der Bayerischen Motorenwerke AG., München, recht günstig. Die Absah- schrumpfung hat sich auch 1932 fortgesetzt, jedoch in einem geringeren Maße als 1931. Die Bankschulden sind im Lause des Jahres restlos zurückgezahlt worden, darüber hinaus sind noch mehr als 2,0 Mill. Mk. Bankguthaben vorhanden. Lieber das Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres und damit über die Möglichkeit einer Dividendenausschüttung kann zur Zeit noch nichts gesagt werden. Die weitere Entwicklung der Gesellschaft wird mit Ruhe verfolgt. ’ Günstige r Geschäftsverlauf bei der„RordsternAllaemeine"im3ahre 1 9 3 2. Die Verwaltung bezeichnet das Geschäftsergebnis 1932 als günstig. Der Prämienrückgang blieb in dem auch von anderen Gesellschaften verzeichneten Rahmen, der technische Verlauf des Wirtschaft. Die deutsche ZahluiigMaliz im Zähre 1932. Kirche und Schule. Landkreis Gießen. O Holzheim, 5.3an. Dieser Tage führte im Saale des Gastwirts Georg Sarnes sen. der Lang-Gönser Evangelis che Jugendverein das ResormationsFestspiel „Sie Calvinisten" auf. Pfarrer Wahl (Lang-Göns) schickte einige aufklärende Bemerkungen voraus: das Volksdrama spielt im 18. Jahrhundert in Frankreich, an der Rhonemündung, und schildert die Leiden den Hugenotten. Die Verfasserin ist Frau Pfarrer Leen von der französisch-refor- mierten Kirche in Offenbach. 38 Jugendliche bemühten sich um die Aufführung und ernteten verdientermaßen starken Beifall. — Der Kirch e n st a t i st i k des Jahres 1932 ist folgendes zu entnehmen: getauft wurden 22 Kinder, 16 Mädchen und 6 Buben: konfirmiert wurden 7 Mädchen und 4 Knaben, Trauungen fanden nur 6 statt: beerdigt wurden 16 Einwohner. An Gaben für Innere und Aeußere Mission gingen insgesamt über 4500 Mark ein. Davon entfiel auf die Rheinische Missionsgesellschaft ein sehr großer Teil. Geschäfts war in der Sach- und TransportveZiche- rung besonders günstig, in den anderen Zweigen normal. Die Llnkostensähe kon. trn dem verringerten Prämienaufkommen aiwe' aßt werden. Bei Abschiebung der Wertpapiere au" de:i Bö - senkurs und E.Höhung der Reserven wira w e er die Vorjahrsdividende von 6 Prozent, nüg.i. erweise auch etwas mehr ausgeschüttet werden können. Sranffurter Abendbörse ruhig. Frankfurt a. M., 5. Jan. An der Abendbörse erhielt sich aus dem bekannten Grunde ziemlich lebhaftes Interesse für JD.-Farben, d'.e zunächst 0,5 Proz. anzogen und im Verlaufe bis auf 99,13 Prozent stiegen. An den übrigen Marktgebieten war das Geschäft dagegen ruhig , die Kurse lagen aber meist etwas über dem Berliner Schlußniveau. Am Rentenmarkt hielt die Rachfrage nach deutschen Anleihen weiter an. Altbesitz stiegen von 64,75 auf 65,13, Reubesih von 7,80 auf 8 Prozent, und auch die Schuhgebietsanleihr war mit 6 13 Prozent (heute mittag 5,77 Proz.) recht fest. Späte Reichsschuldbuchforderungen waren mit 78 25 bis 78,50 Prozent gut behauptet. Goldpfandbriefe zeigten meist Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 Prozent. Die Deutsche Kommunal-Samw.e'-Anlei^e (Dekosama) war g:gen den Berliner Kurs um 1,75 Prozent fester. Reubesitzanleihe 7,10 bis 7 95, Altbesitzanleihe 64,75 bis 65, Schutzgebietsanleihe 6,13, Dekosama I 60,63, 6proz. Franks. Hyp. Dank Gold, Reihe 1 bis 4 87,13, 6proz. Rhein. Hyp. Dank Gold, Reihe 18 bis 34 86, Reichsbank 149, Gelsenkirchen 50,75, Mannesmann 60,50, Stahlverein 33,38, JG.-Farben 93,75 bis 99, Schuckert 86,50, Siemens 119, AG. für Verkehr 45,50, Ha- Pag 16,75. Vüchertisch. — Meyers Lexikon, 7. Auflage in vollständig neuer Bearbeitung, Band XIV (Zweiter Ergänzungsband), Engler—Laibach. Etwa 12 320 Stichwörter und Artikel mit rund 300 Textabbildungen und 67 Tafeln, Karten und Beilagen. In Halbleder gebunden 28 Mark. Verlag Bibliographisches Institut AG., Leipzig. — (315) — Wer sich ein Lexikon nicht nur als Schrankzierde, sondern zur täglichen Benutzung anschafft, braucht zweierlei: ein Werk, das von A bis Z vollständig vvrliegt, und das ganz auf der Höhe der Zeit steht. Die 7. Auflage von Meyers Lexikon vermittelt in 12 Hauptbänden den gesamten Wissensstoff unserer Zeit. Was sich in Politik und Wirtschaft, Technik und Geistesleben seit dem Erscheinen dieser Bände (1925—1932) neu geformt hat, das bietet uns ein dreibändiger Rachtrag, dessen zweiter Band jetzt vorliegt. Hier findet man z. D. schon Arbeiten über die Europäischen Konferenzen bis Lausanne und Genf, über Frankreichs Gegenwartsgeschichte bis über die letzten Wahlen hinaus, und sogar die Lebensschicksale bekannter Persönlichkeiten bis heute: sei es Hindenburg oder Hitler, Herriot oder Krupskaja, Greta Garbo oder Jstrati. Was wissen Sie über die katalanische Separatistenbewegung, über irische Literatur in englischer Sprache, über Gandharakunst, Imagismus, Fließarbeit, Fernsehen, Kernphysik und Korrosion? Hier gibt es auf alles eine Antwort. Wo das Wort zur Erklärung nicht ausreicht, findet man klare technische Zeichnungen, Tafeln mit instruktiven Photos, übersichtliche Karten und prachtvolle Farbendrucke. Wohl zum ersten Male sind hier die deutschen Gerichtsttachten dargestellt: von besonderer Farbenschönheit sind die Tafeln ter modernen Glasmalerei, der Kolibris und der Keramik. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Frontsun a. 2)1. Serim .rrani.uri u.M. Berlin Schlußkur» Schlupf. Abend« bärf’ Schluß« rurd Schluß!. Mittag« börse Echluß- kurS Echlußk. Abend« börse Schluß- fure Echlußk. Mittag« börse Datum 4.1. 5.1. 4.1. 5.1. Latum 4.1. 5.1. 4.1. 5.1. 6% Ternsche Reichsanlethe v. 1921 76,5 76,5 76.9 76,65 Hamburg-Amerika-Pakei ..... < 16,75 16,75 16,75 16,65 6% e6em.7% Dl. Reichsaul. v. 1929 94 94 94 94 Hamburg-Südam. Tampsschiss. 0 — — 5%% Doung.Anleihe von 1930 .. 77 77 —— 76,9 Hansa Tampsschiss...........0 — —— 27,25 25,75 Deutsche Anl.-Ablos..Schuld mti Norddeutscher Lloyd .........0 17 17,5 17.25 17,13 yuelüi.-J'editcn ........... 63.4 65 63,4 64.75 43.5 45.5 43,75 45.4 Desgl. ohne AuSlos ^Rechte...... 7,5 7,95 7,6 7,75 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 89,75 89,5 90,25 6% e6cm.8% Hess. Volksstaat 1929 Commerz, und Privat-Bank... 0 53 53 53,5 53,5 (rüdichfi). 102%) ........... — 76 76,9 76,4 Oberhessen Provinz - Anleihe mti Gesellschaft................0 72 75 75 73 Auslos.-Rechten ............ 61 62 — — Dresdner Bank.............. 0 61,75 61.75 61,75 61,75 Deutsche Komm. Sammelab l.An Reichsbank ................. 1 145,75 149 145,9 148 leche Serie! mit Auslos.Hlcchten 59,13 60,65 — 58.9 6% ehern. 8% Franks. Hyv.-Bant Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 86,13 87 — _ Ä.S.G......................0 28,25 28,75 28,5 28,75 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Ban! Elektr. LteferuLgigesellschasl ... 6 77,5 78 78,65 Goldvfe. 16 mrkündbar bis 1936 —— — — — Licht und Kraft .............6 94 94 94,75 93.5 6%% ebem. 4’/.% Franks. Hyp. Felten & Guilleaume ........0 52 52 52,25 52,25 Bank.Ltau.-Psandbriefe ..... 87,9 88 — - Gesellschaft für Elektrische Unter. 6’/-% ehem. 4‘/i% Rheinische nehmungen............... 4 78 79 78,25 78,4 HvP.>Bank.Liau.«Goldvf». ... 87 87,9 — «— Rheinische Elektrizität ........6 91,5 92.25 92 93,5 6% ehem. 8% Pr. Landespfand Schuckert LCo..............0 86,75 86,5 86,5 86,4 brtesanstalt, Pfandbriefe R. 19 84 84,5 84,5 84,4 Siemens« Halske...........0 120 119 120 119,5 6% ehem. 7% Pr. LandeSpsand Lahmever & Co..............10 115,5 117 116 116 briekonstalt, Pfandbriefe R 10 — 84 — — 4% Lesterretchlsche Goldreme... _ — _ _ Buderus ................... 0 43 42,5 42,65 42,25 4,20% Lesterreichische Sllberrente 1,95 1 1,1 1 Deutsche Erdöl .......... 4 85 86,25 85 85,25 4% Ungarische Goldrente....... _ ctzelsenkirchener..............0 50,75 50,75 49,9 50 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — — — Harvener...................0 82 83 81,5 82,75 4%% deSgl. von 1913 ...... — — — Hoesch Eisen—Köln-Neuesten.. 0 —— — 50,65 6% abgest. Goldmexikaner von 99 6,4 6,4 6,5 6,25 Ilse Bergbau ............... 7 —— —— 130,5 130 4% Türkische Zollanlellie von 1911 4,05 4,05 4,13 4,05 alle Bergbau Genüsse........ 7 101 100 101 100,5 4% Türkische Bagdaübahn-Anlcihe Klocknerwerke ............... 0 -4,75 46 43,5 44,9 _ 4,4 Manner mann. Rohr en.......0 59.5 60.5 59.4 4% desgl. Serie II ............. 4,75 4.25 4,4 4'3 ManSselder Bergbau.........0 24,5 24.75 24,75 24.75 5% Rumän. verein h. Rente v. 1903 5,4 5,25 5,65 5,4 cberschles. KokSwerke.........0 72.25 70,75 4'/,%Ruman.vereinh.Renteo.l913 9,05 8.75 8,9 8,65 Phönix Bergbau.............0 32 33,75 32,13 33,5 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4.8 4.3 4.7 4,65 Rheinische Braunkohlen ......10 182.13 182,5 182.5 180.5 8%% Anatolier........... 72.5 22,75 22,5 22,6 Rhetnstahl ..................0 76 72,25 70,75 72 Dalum itieteinmte ©tahlrorrte........u Olavi Minen .......... 0 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth.......s I G. Farben-Industric.......7 Scheideanstalt...............10 Goldschmidt ................0 Rütgecswerke...............0 Metallgelellschaft.............0 Philipp Heizmann...........0 Zementwerk Heidelberg ......4 Lementwerk Karlstadt.........0 Wahtz & Freytag ............0 Schultheis Patzenhoser........0 Mu (Allgemeine Kunstseide) ... 0 Bemberg...................o Zellstoff Waldhos............0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gab...............7 Daimler Motoren............ 0 Deutsche Linoleum .......... 0 Oren stein & Koppel .......... 0 Leonhard Tietz.............. « Thade......................12 Gritzner ....................O| Matnkrafiwerke Höchst a.tK. ...41 Süddeutscher Zucker .........8| Frankfurt a.M. Berlin Schluß« kurs Echlußk. Abend« börs- Schluß« kura Schluß». Mittag« Mr't 4.1. 5-1. 4.1. 5.1. 31,75 33,4 31,75 32.9 — 16,75 16,5 16,75 109,5 109.5 110 108,25 114 113 — 114 167 166 166 165 97,5 99 97 98,25 151 151 — —— 34,75 36 34,65 36.5 41.9 43 42,5 43 33,65 33,5 34 33,65 59,75 60,5 60,25 60,25 52,5 52,75 r 5,25 5,4 "71 4,9 _ ____ 106 108 47 46 47.5 45,75 56,5 57,5 57,75 5/,25 44,25 45,5 45 44,75s 28,25 29 28 29 — —— 105,5 107 19,75 20,25 19,75 39,5 20.25 39 39 39.13 — — 40 39,75 37,5 38 37,75 38 142 — 141,5 141,5 27,75 1 27,5 I 28,5 66 — 145,5 1 - I 144 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a M? Banknoten. 4.Januar 5-Januar Amtticht Notierung I Z5rie Amtliche Geld Notierung Sri- Helsingsors. 6,174 6,186 6,184 6,196 51,95 52,05 51.95 52,05 12,465 12,485 12,465 12,485 Budapest ... Sofia..... 3,057 3.063 3.057 3,063 Holland .... 169,23 169,57 169.43 169,77 Oslo....... 72,28 72,42 72,38 72.5? Kopenhagen. 72,68 72,82 72,78 72,92 Stockholm... 76,37 76,53 76.42 76,58 London ..... 14.03 14.07 14,05 14.09 Buenos Aires 0,85P 0,862 0,858 0,862 Reupork .... 4.209 4,217 4.209 4.217 Brüssel.... 58,27 58,39 58,34 58,46 Italien..... 21,55 21,59 21,55 21,59 Paris..... 16,42 16,46 16.44 16,48 Schweiz ... 80,34 81.10 81,72 81,88 Spanien.... 34.39 34,45 34.39 34,45 Danzig.... 81,67 81,8: 81.72 81.88 Japan..... 0,869 0,871 0.869 0,871 Rio de Jan. 0,269 0,271 0,259 0,261 Iugostawten 5.574 5,586 5,564 5,576 Lissabon... 12,76 12,78 12,76 12,78 Serlin, 5-Januar Geld Seiet Amerikanische Roten.............. 4,20 4,22 Belgische Roten.................. 58,18 58.42 Dänische Roten ................. 72,40 72,70 Englische Roten ................. 14,01 14,07 Französische Noten............... 16,40 16,46 Holländische Noten............... 169,06 169.74 Italienische Noten................ 21,49 21,57 Norwegische Noten .............. 72.21 . 72,49 Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schilling — , — Rumänische Noten............... 2.46 2,48 Schwedische Noten............... 76,25 76,55 Schweizer Noten................. 80,86 81,18 Spanische Noten................ 34,28 34,42 Ungarische Roten ................ — --