Nr. 285 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Dienstag. 5. Dezember 1933 E " 111 - ■_1 _■■■■!■■■ — ----------"ggs* __-J Die neuen Reichsminister wurden vereidigt. - 8); F •' W ■ MM ■ WW "1'' EWW 1 ■ <\/ WK V.WÄ -5?. 1 Berlin, 4. Dez. (WTB.) Der Herr Reichs» Präsident hat heute die zu Reichsministern ohne Geschäftsbereich ernannten Mitglieder des Reichskabinetts Rudolf Heß und Ern ft Röhm empfangen und Ge auf Grund des Reichsminister» gefetzes vereidigt. Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, gibt bekannt: Allen, die mir ihre Verbundenheit bekundeten, als mich der Reichspräsident auf Vorschlag des Führers zum Reichsminister ernannte, und be- spnders den vielen Parteigenossen, die aus diesem Anlaß in kameradschaftlicher Treue meiner gedachten, danke ich auf diesem Wege für die Beweise treuer nationalsozialistischer Zusammengehörigkeit. Es liegt im Zuge unserer historischen Zielsetzung, den Einbau der NSDAP, in den Staat auch durch die Ernennung des Stellvertreters des Führers zum Minister des Deutschen Reichs sichtbar werden zu lassen. Meine Ernennung war also in erster Linie ein Akt staatspolitischer Notwendigkeit. So wenig mein Arbeitsgebiet sich künftig grundsätzlich ändert, so wenig bin ich für meine Parteigenossen in Zukunft ein anderer als bisher, nämlich der Stellvertreter des Führers. Pg. Rudolf Heß. Ennnenmgsfeier der ehemaligen 222er. Die Vereinigung ehemaliger Angehöriger des R. - I. - R. 2 2 2 beging am Samstag zum 19. Male die Erinnerunasfeier an die Kämpfe um Lodz im Jahre 1914. Ein ansehnlicher Kreis alter Mitkämpfer hatte sich im Restaurant „Zum Andrees" in Gießen versammelt, um bei Musik und Gesang, bei ernsten und würdigen Ansprachen mit Stolz der schweren Stunden gemeinsamen Kampfes, aber auch in Wehmut der gefallenen Kameraden zu gedenken. Gerade die vergangenen Monate mit ihrer außer- ordentlichen Hochspannung ließen Vergleiche mit den Julitagen 1914 zu, die die Teilnehmer der Versammlung damals teils in jugendlicher Begeisterung, teils mit dem tiefen Ernst des gereiften Mannes, miterlebt haben. Es war, wie der Leiter der Versammlung Kamerad Gießbauer hervorhob, nicht die Lust am Kriege, die diese Begeisterung auslöste, sondern das Bewußtsein, daß uns dieser Krieg aufgezwungen war, und daß es sich um einen Kampf auf Leben und Tod für unser Vaterland handelte. Keiner wollte in diesem Ringen zur Seite stehen. Und so kam auch in den Augusttagen 1914 das R. - I. - R. 2 2 2 zur Entstehung, das zum überwiegenden Teil aus Kriegsfreiwilligen und Ersatzreservisten bestand. Es war für die jungen Freiwilligen nicht leicht, sich in 12 Wochen das anzueignen, wozu man im Frieden ein oder zwei Jahre benötigte, und für die alten Reserve- und Landwshroffiziere ebenfalls schwer, sich den Anforderungen eines modernen Krieges anzupassen. Aber es ging, weil alle eine heilige Pflicht zu erfüllen hatten, getreu dem Fahneneid, den alle mit reinem Herzen und starkem Willen abgelegt hatten. Aufrechten Hauptes konnte das Regiment in den Dezembertagen 1918 in die Heimat zurück- kehren. Und feit diesen Tagen versammeln sich die Reste allmonatlich und alljährlich, um unbeirrt um die politischen Strömungen der schweren Nachkrieg»- jahre Kameradschaft und Volksgemein- schaft zu pflegen, wie draußen im Feld. Manch einer war früher ferngeblieben, hatte die Frontkameradschaft vergessen, weil man ihm einredete, daß der Militarismus den Krieg verschuldet habe und nur der internationale Sozialismus oder gar Kommunismus uns die Rettung bringen könnten. Viele von diesen haben den Weg zu ihrem alten Regiment zurückgefunden, mit dem sie sich doch innerlich enger verbunden fühlten, als mit den Irrlehren, unter deren Druck sie den alten Frontkameraden ferngehalten wurden. Und nun kam das Jahr 1933, das uns nach den Jahren des Kampfes und der Sehnsucht Erlösung brachte. Adolf Hitler, der in den Oktober-Rovember- tagen 1914 neben unserem Regiment bei Fournes und Fromelles als einfacher Gefechlsgänger (Stefan George -f. Stefan George ist in der Rächt ;um Montag to einer Klinik in Locarno, 65 Jahre alt, an den Folgen eines Blasenleidens gestorben. * Die Nachricht kommt völlig überraschend; sie trifft uns ganz unvorbereitet und also doppelt er- chütternd. Mit diesem Menschen, der jetzt an welt- »eschichtlicher Stätte die Augen für immer geschlos- en hat, ist dem heutigen Deutschland seine repra- entatioste dichterische Erscheinung genommen war- den. Erst vor ein paar Monaten haben wir, zum 65. Geburtstage, hier über George gesprochen; es ist damals angedeutet worden, welche Entwicklung sich in ihm — sehr langsam und immer nur wenigen sichtbar — vollzog. Doppelt schwer müssen wir, die wir uns dieser Entwicklung erinnern, heute den Verlust empfinden: weil er uns trifft zu einem Zeitpunkt, da George sich — nach jahrelangem Schweigen — aus der Einsamkeit, Absonderung und Dolksferne seiner ursprünglichen Haltung gelöst hatte, und das Werk des Dichters, das sich wie eine Pyramide vor uns aufrichtet, als eine Angelegenheit der gesamten Nation empfunden zu werden beginnt —: nicht mehr als die fast private Angelegenheit eines ganz esoterischen, kleinen Kreises. Wir haben im Juli d. I. angedeutet, aus welchen Kräften und Gegenströmungen diese dichterische Haltung Georges und sein in den „Blättern für die Kunst' festgelegtes künstlerisches Glaubensbekenntnis her- vorging. Die volkstümliche Richtung des europäischen Naturalismus, der auch Deutschland ergriffen hatte, trieb George in eine ganz bewußt aufgesuchte und streng gewahrte Einsamkeit; er sonderte sich ab, er bildete seinen Kreis, er umgab sich mit Auserwähl- ten, mit Jüngern; er prägte die Formen und den Ritus, der ihn und die Seinen noch unpopulärer machte, als er ohnehin war, und selbst Spott und Feindschaft ihm zuzog. Aber die Unbeirrbarfeit dieser, feiner Eitelkeit nachgebenden, keiner Mode gehorchenden, keinem Tagesruhm hörigen Haltung setzte sich durch, erzwang sich Beachtung, Anerkennung, Bewunderung, Liebe und endlich grenzenlose Verehrung. Allmählich wurde erkannt, daß hier eine künstlerische Aeußerung sich formte, wie sie zuvor m dieser «Strenge und Zucht fast unerhört gewesen war. Hier erblühte eine Kunst, die vielen nicht nur durch ihre vollkommene Schönheit, sondern auch — Kba noch, wo sie ablehnten oder zurückblieben — > ihre unbestechlichen Ansprüche und Forderun- gen Bewunderung abrang: in den Strophen Georges wurde wieder erlebt, was seit langem nur noch vom Hörensagen bekannt, bezweifelt oder gar belächelt worden war: die reine Dichtung, feinem irgendwie gearteten Zweck dienstbar, nur dem einen großen gültigen Gesetz unterworfen. Der Meister selbst forderte von sich das Höchste und Aeußerste. Er begann die dichterischen Triebkräfte seines Schaffens wieder aus längst verschollenen und verschütteten Quellen zu speisen. Er empfand den Beruf des Dichters als Erster und Einziger in feiner Zeit wieder mit aller Strenge und aller Ausschließlichkeit als Berufung, als etwas Heiliges und priesterlich sich Aeuherndes, dem auch nicht das mindeste Zugeständnis abgehandelt werden konnte. Er errichtete neue Gesetzestafeln für die Dichtung und gab dem dichterischen Beruf alle Verantwortung und Verpflichtung seiner ursprünglichen Berufung zurück. Haltung und Würde Maß und Zucht, Strenge und Schönheit —: das waren die neuen Begriffe, die neuen Werte, die George für sich und die Seinen prägte und forderte; man muß sich in die Zeit zurückversetzen, als Georges Name eben bekannt zu werden begann, um den ungeheuer revolutionierenden Anspruch solcher Forderungen zu ermessen. Sie sind auch — darüber darf fein Zweifel bestehen — kaum über den immer streng begrenzten „Kreis" hinausge- drungen. Georges Wirkung blieb bis kurz vor seinem ^Tode gering. Aber endlich begann, nach dem großen Kriege, die Kluft sich zu schließen, die diesen seine soldatische pflicht tat, hat uns diese Erlösung aus Parlamentarismus, Parteiwirtschaft, aus Stammeszwietracht und konfessionellem hader gebracht. Er hat als Vertreter der jungen Generation unserem allverehrten Generalfeldmarschall von Hindenburg als dem Vertreter der älteren Generation die Hand gereicht und einen Bund geschlossen, den nur der Tod • lösen kann. In diesem Geiste gelobten auch die versammelten Mitkämpfer des Regiments: „Wir wollen fein ein einig Volk von Brüdern, in feiner Not uns trennen und Gefahr" und befräftigten dies Gelöbnis mit einem fräftigen Hurra auf unseren Volkstanz- ler Adolf Hitler und Generalfeldrnarfchall von Hindenburg. Nachdem das Deutschland- und das Horst-Wessel- Lied verklungen, ergriff Pforrer Trapp ein Mitkämpfer des Regiments, das Wort und ge- dachte in tiefempfundenen Worten der gefallenen Kameraden, deren Saat jetzt erst nach den Jahren des inneren Kampfes, der Not und des Elends auf» gehe. Ergriffen lauschten alle den Worten treuen, kameradschaftlichen Gedenkens. Kamerad Oelbermann sprach hierauf über die schweren Kämpfe des Re- ?iments im Westen in den Jahren 1917/18. Er onnte aus der Ueberfülle des Erlebten nur einen ganz kurzen Ueberblick geben, verstand es aber, die Mitkämpfer wieder hinemzuverfetzen in die grauenhaften Kämpfe am „Toten Mann", „Höhe 304", „Forges Grund" und wie alle die Erinnerungsstätten heißen. was hier in dieser Hölle unsere Kameraden geleistet haben, kann kein Menschenwort voll ausschöpfen. In Verehrung gedachte er des gefallenen Regimentskommandeurs Graf von Kielmansegg, der Professor Dr. Erwin Baur, der verdienstvolle Direktor des Kaiser-Wilhelm-Jnstituts für Züchtungsforschung in Müncheberg (Mark), ist, 58jährig, verstorben. nicht nur als Führer des Regiments, sondern als Freund, Kamerad und Vater seiner Leute in deren Herzen weiterlebt. Die aus eigenem Erleben geschöpften Schilderungen fanden reichsten Beifall. Zwei Schießstände, von Kamerad Junger- mann hergerichtet und ausgeschmückt, boten Gelegenheit, die Schießfertigkeit der 222er unter Beweis zu stellen. Lange Stunden saßen die Kameraden aus Gießen und Umgebung, Wetzlar und Frankfurt a. M. noch zusammen, beseelt von dem alten Soldatengei st, der gottlob aud) in unserer heutigen Jugend wieder mehr zur Geltung kommt, als in den vergangenen Jahren. Silber vom Wintersport im Vogelsberg. < "■ Oben links: Blick vom Klubhaus auf die verschneiten Wälder. — Oben rechts: Christiania am Hang. — Die beiden unteren Bilder zeigen kühne Steilkehren im Gelände. Dichter und fein Werk von der großen Gemeinschaft trennte. George erkannte mit seherischem Blick die Zeichen seiner Zeit, die apokalyptischen Erschütterungen, denen die Nation anheimgegeben war, und auch die ewigen und unversieglichen Kräfte, die zur großen, entscheidenden Neuformung von innen her drängten. Immer klarer und mächtiger prägt sich der prophetische Charakter des Georgeschen Spätwerkes aus, und mit immer tieferer Gewißheit und Bestätigung erkennen die jungen und zukunftswilligen Kräfte der Nation, wie aus geistigem Adel, aus heroischer Haltung sich ein neues Führer- tum eine neue Gefolgschaft sucht und sichert und ihr die Wege weist in ein großes Drittes Reich der Deutschen. Dies gibt dem Tode Georges die tragische Verklärung: hier hat sich ein Leben vollendet, als es eben der Erfüllung nahe war, die allein feinem Werk die unsterbliche Krönung verleihen kannte: als große und gültige Verkündigung der gesamten Nation empfunden und gewürdigt zu werden. Noch werden Jahre vergehen, ehe das Werk Besitz einer großen völkischen Gemeinschaft werden wird; aber längst ist der Kreis gesprengt, in dem die Keime der Georgeschen Dichtung sich entfalteten; und das geistige Deutschland, die junge Generation vor allem, grüßt den toten Dichter in Dankbarkeit, Ehrfurcht und Bewunderung. —y— * Reichsminister Dr. Goebbels hat an Georges Schwester bas folgende Beileidstelegramm gerichtet: „Zu dem schweren Verlust, den Sie durch den Tod Ihres Bruders, des großen Dichters Stefan George, erlitten haben, spreche ich Ihnen mein herzlichstes Beileid aus. Mit Ihnen wird das ganze geistige Deutschland auf das tiefste davon getroffen. Der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, R u ft, hat an Georges Schwester Anna ein Beileidstelegramm gesandt, in dem es heißt: Mit Stefan George ist nicht nur einer der größten Dichter unseres Volkes bahingegangen, fonbern auch einer ber geistigen Wegbereiter unb Künber bes neuen Deutschland. Er, ber sich noch kürzlich in einem Briefe ausbrücklich zur geiftiaen „Ahnherrschaft ber neuen nationalsozialistischen Bewegung" bekannte, wirb bei uns immer lebenbig bleiben. Erbforschung auch in England. Daß die Fragen ber Erbforschung bie Fachwelt ebenso wie bie breitere Öffentlichkeit auch in Eng- lanb in zunehmendem Maße zu beschäftigen beginnen, beweist ein kürzlich in Englanb von ßorb Hör- der vor einer Gruppe von Medizinern des Ge- sundheitsministeriums gehaltener Vortrag über das Thema „Eugenik und Mediziner". Der Referent bezeichnete bie Eugenik barin als eine ber neuesten und hoffnungsvollsten Wissenschaften vom Menschen. Der öffentliche Gesundheitsdienst — so führte Lord Horder aus — verlangt gerade auf dem Gebiet der Vererbungslehre gründliche Erfahrungen, damit eine einwandfreie wissenschaftliche Grundlage für praktische Maßnahmen zur Förderung der Volksgesundheit vorhanden ist. Dieser Ausgabe müßten sich Aerzte mit ihren ganzen Kräften und ihrer ganzen Zeit widmen, ihr also nicht nur so nebenbei Dienen, wie bas bisher geschah. Dem Gesunbheitsministe- rium sollte beständig ein kleiner Kreis von Mebizi- nern beigeorbnet sein, ber nicht nur bie Kenntnis ber Bevölkerungsstatistik und ber Ziffern über Krankheits- unb Sterbefälle beherrschen muß, son- dem ber auch in ununterbrochener Verbinbung mit ben Krankenhäusern Unb Irrenhäusern wie mit bem sozialen Leben sein muß unb bem alles klinische Material zur Erweiterung ber praktischen Erfahrung zur Verfügung stehen sollte. Nur von einer solchen intensiven Arbeit können wir fruchtbare Ergebnisse über einen Forschungsgegenstanb erwarten, über ben unser Wissen bisher nur sehr lückenhaft war. Von größerer Wichtigkeit noch als bie Kenntnis von ber Vererbung körperlicher Leiden ist das Studium des erblichen Einflusses auf die allgemeine Widerstandskraft des menschlichen Körpers gegen Krankheiten. Bei der Untersuchung von Patienten stößt ber Arzt immer wieder auf ben Erbfaktor, sei es nun bei Herzleiben, bei Krankheiten ber Blutgefäße ober bei Nierenleiben unb wirb auf bie Tatsache aufmerksam, baß bie Erbmasse bei den verschiedenen Menschen eine mehr ober minber große Wiberstanbsfähigkeit aufweist. Woher kommt es beim, baß viele Menschen schon von ihrer frühesten Jugenb an neurasthenisch sinb, unb baß ber so häufig gehörte Ausspruch: Ich war schon immer so nervös veranlagt! eine gewisse Berechtigung hat? Die Erbforschung wird uns auf diese Fragen wichtige Antworten geben können, ßorb Horber wies bann darauf hin, daß in England auf 120 Personen ein Schwachsinniger, auf 200 Personen ein völlig Gei- steskranker entfalle unb baß jeher zehnte Mensch zu einer burschnittlichen industriellen Tätigkeit unfähig sei, weil er eine zu schwache Konstitution habe, ober weil eine Krankheit ihn daran hindere. Hier liege die Ursache einer großen Vergeudung der Volkskräfte, bie mit Rücksicht auf bie Zukunft der Nation nicht widerstandslos hingenommen werden könne. Die Medizin habe bie Hauptpflicht, bie Vorarbeiten zu einer grünblichen Besserung unb zu einer1 wohldurchbachten Gesundheitspolitik zu leisten. Sjf.-fpor/ berg — Id. Grofcijvßinben 9:2. Kreisklasse: To. Burg-Gemünden — To. Romrod 5.1 (2:1), Turn:rscha-t Gießen II — OST. Gießen 3:3 (2:1). To. Beuern I — Spo. Gießen 1900 4:8. Jugend: MTV. Gießen — Tgm. Friedberg 3:2 (2:1). OerTteichssporiführer. berdenFußball- Lände kampf Deutschland-po:en. Der Reichssportführer von Tschommer und Osten gewahrte der deutschen Sportpresse und dem Berliner Vertreter der Polnischen Telegraphen. Agentur eine Unterredung, in der er u. a. aus- führte: (Lin Länder-Fußballwettkampf Polen—Deutschland sch en noch vor wenigen Monaten fast unmöglich. Die hierfür in beiden Ländern fehlende Resonanz wurde erst durch die Aussprache des Herrn Reichskanzlers mit dem polnischen Gesandten geschaffen. Bei fünf Grad Kälte und herrlichem Dezember- Sonnenschein traten die beiden Mannschaften zum ersten Male in Berlin gegeneinander an. Als Führer der deutschen Turn- und Sportgemeinschaft erkläre ich in aller Ocffentlichkeit, daß der Verlauf und das Ergebnis mich und meine sämtlichen verantwortlichen Mitarbeiter vollauf befriedigt haben, nicht um des Ergebnisses willen, sondern wegen der fairen und ritterlichen Art, in der der Wettkampf ausgeführt wurde. Falt 35 000 Zu- schauer, sportbegeistert trotz Frost und Wind, sahen einem Wettspiel zu, in dem trotz Glatteis auf dem Rasen technisch hervorragende Kämpfer auf beiden Seiten ihr Bestes boten. Deutschland siegte — eine Minute vor Zwölf. Sieger auf dem Kampffeld blieben im Endeffekt beide Mann- khaften, die, jede für sich, das Beste und in ihrer Ausgeglichenheit den Beweis gleicher Stärke aaben. Rach Abschluß dieses Wettkampfes ist der Anfang zu gedeihlichen sportlichen Beziehungen zwischen Polen und Deutschland gemacht. Ich hoffe, daß im Gesamtrahmen der Beziehungen zwischen Deutsch, land und Polen der 3. Dezember 1933 ein guter und erfolgversprechender Beginn ist. L)teOeutichenWlnterlampfspiele1934 Lin Aufruf des Reichssportführers. Der Reichssportführer o. Tfchammer-Osten, unter dessen Leitung der Kampfspiel-Ausschuß des Reichssportführer - Ringes die Deutschen Wintcr- kampsspiele 1934 in- B r a u n l a g e / s 31.50, IG. Farben 122 bia 122,25, poften 49,50, Gesfürel 84,50, Schuckert 98, Siemens 138, Hapag 10. ^rrrtnffttrtrr Gtefreibe6tirte. Frankfurt a. M., 4 Dez. Die Stimmung mar heute allgemein zuversichtlicher und befestig!, da» Geschäft zeigte im wesentlichen stetigen Verlauf. Weizen war infolge des knapperen Angebots etwas besser beamtet und zog um 1 Mark an, während Roggen, trotzdem die Nachfrage das Angebot nicht unbeträchtlich übersteigt, unverändert zur Notiz kam. Braugerste hat nach wie vor st.llen Markt. Dagegen finD Futter- und Industriegersten gefragt. In Hafer haben sich die Exportmöglichkeiten durch die Zoll- erhöhuna etwas vermindert, andererseits zeigte aber her Konsum etwas bessere Kauflust, so daß die No- ttz um 2,50 Mark per Tonne anstieg. Das Mehl- geschäft blieb unbefriedigend. Am Futtermittel- markt lagen besonders ölhaltige Artikel fest, aber auch Mühlennachprodukte blieben infolge des Heinen Angebots knapp, die Preise ober unverändert. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilo) in Mark: Weizen 195, Roggen 170, Brau- gerfte 181 bis 183,50, Hafer 145 bis 147,50, Wei- flenmebl Spez. 0 mit Austauschweizen 28,75 bis 29,80, do. ohne Austauschweizen 27,25 bis 28,30, Roggenmehl 0- bis 60proz. Ausmahlung 23,50 bis 24, do. südd. Spez.O 24, Weizenkleie 10,75 bis 10,85, Roggenkleie 10,35 bis 10,60, Sofaschrot 15 40 bis 15,60, Palmkuchen 15.65, Trdnußkuchen 16,55 bis 17,15, Treber 17 bis 17,20, Heu 6 dis 6,20, 'Beiden. und Roggenstroh, drahtgeoreßt, 2,10 dis 2,25, do. gebündelt, 1,60 bis 2. Am Kartoffelmarkt fand wegen des Frostes kein Handel statt, so daß auch keine Notierungen erfolgten. Frankfurter «c.:i a)tuiehmttrft. Frankfurt a. M, 4. Dez. Auftrieb: Rinder insgesamt 1684 (gegen 1542 am letzten Montags- markt), darunter 415 Ochsen, 132 Bullen, 554 Kuhs und 583 Färsen. Kälber 342 (506), Schafe 189 (darunter 105 Hämmel), (zuletzt 151 Schafe), Schweina 3907 (3530). Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 31, b) 27 bis 30, c) 24 bis 26, d) 20 bis 23; Bullen a) 28 bis 29, b) 25 bis 27, c) 22 bis 24; Kühe a) 27 bis 28, b) 22 bis 26, c) 16 bis 21, d) 10 bis 15; Färsen a) 30 bis 32, b) 27 bis 29, c) 23 bis 26, d) »0 bis 22 Kälber: Sonderklasse nicht notiert, anders Kälber a) 36 bis 38, b) 31 bis 35, c) 26 bis 30, d) 22 bis 25. Lämmer nicht notiert; Hämmel b2) Weidemast 27 bis 28, c) mittlere Mast 25 bis 28, d) geringere 23 bis 24. Schafe e) 23, l) 20 bis 22, g) 17 bis 19. Schweine a) 48 bis 50, b) 47 bis 50, c) 46 bis 49, d) 43 bis 48, e) 40 bis 46, f) nicht notiert, x) Sauen 37 bis 44. Im Preisvergleich zum letzten Montag gaben Rinder außer Kühe bis eine Mark, Kälber eine Mark und Schweine 1 bis 2 Mark noch. Hammel und Schafe lagen ziemlich un- verändert. Marktoerlauf: Rinder schleppend, großer Heberstand. Kälber und Schafe langsam, geräumi Schweine langsam, Heberstand. Mainzer Lchwcinemarkl. Mainz, 4. Dez. Austrieb: 826 Stück. Es notierten pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: b) vollfleischige von etwa 120 bis 150 Kilo 50 bis 52, c) oolls'eischige von etwa 100 bis 120 Kilo 48 bis 52, d) vollfleifchige von etwa 80 bis 100 Kilo 45 bis 50. Marktverlauf: ruhig, ziemlicher Heber- stand. Schweinemarkt in Hungen. = Hungen, 4. Dez. Auf dem heute hier ab- gehaltenen Schweinemarkt waren 181 Ferkel aufgetrieben. Es fofteteten bis flu 6 Wochen alte 8 bis 9 Mk., 7 bis 8 Wochen alte 10 bis 12 Mk., 8 bis 9 Wochen alte 13 bis 14 Mk., bis zu 13 Wochen alte Ferkel bis zu 17 Mk. Der Handel war mäßig, es verblieb Heberstand, da nicht genügend Käufer erschienen waren. Briefkasten der Redaktion. (Bed)tsfluiad)ten sind ohne Verbindlichkeit der Schnttleitung > ft. h. 3. in h.: 1. „Bebe" (Beede, Bete, niederdeutsch, soviel wie Bitte, dann Gebot, Abgabe, lateinisch petitio, precaria) ursprünglich die Abgabe, die der Landesherr von den Gemeinden dafür erhob, daß er zur Landesverteidigung nur seine Mannschaften heran;og. Aus der anfänglich freiwilligen Leistung entwickelte sich die direkte Steuer. — Für die Fragen 2 und 3 verweisen wir Sie auf die folgenden Schriften: Rudolf Mohr, Kriegs« geschichtliche Wanderungen in und um Gießen; August Roeschen, Zur Geschichte der Revolution und Befreiungskriege in vberhessen, Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins, Jahrgang 1, 1889. — Im übrigen empfehlen wir Ihnen, sich in der Angelegenheit an die Hnioersitätsbibliothek in Gießen zu wenden. «Vviu«iiuloch ocr Resr. tion. II 30 bis 12 30 Uhr 16 bis 11 Uhr Samstag nodimilfoo arldiloflen Bnjelgenaafträge find lediglich an Me Geschäfts st eite tu richten. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben bie Hohe der zuletzt veichlossenen Dividende an — Reichsbankdiskont 4 o H Lomdardzinsfuß 5 o H vronrui fltr vran-ur a. 1?< Berlin Iran ur a. JJi 25eri für« bM>;ubi. Abend- bOeie <*O)IU»> tun e^d'iujf Dlhiaa- bJrfe ^•ibluB» fur4 eauuir. tfbent). b4n tut« eauusl 27M tag- bflre «chlu»- tur» eailu»: Ubtnb- Mr ,-«iu»- ur« tAbiusf Minaa bSrit Odium 2.12. 4.12- 2.12. 4.12 Calum 2.12- 412 2-12.1 412- Datum 212. 4.12. 2.12. 412- •% ®«uH6t Oteldwanleibe v IW7 6%ebem.7% It.iRddiianl.ö IW9 Sh% öoung.'Änlfthf oun 19»> ®eut|d>e Xn| .Äblof..€x6ul6 mti tetgl abnr -«edjte •% ebem 8% 0*11 »olUhaoi 1929 (rüdjdblb. ioi%) •% C*li Laud<«Samt Tarrr.ltabt Sold « 11 Jell VanbeS-Supotbeten. dank Tdrtnftaei Vlaui C Seriellen Hrpeln|-tlnld6f eil tueloL-iNediiew DeuilLe Äumtn Sammele»! fln- leibe Serie l mit laelol.^KriMen 6% ebem 8% trantf OoP -Oan! 15 untua5b.it btt IW •% rbem 7% /tränt! Odd -Wan! •aibpfe l« anfünbbüT bie I8M 92.5 101,5 - 91.5 17.15 91 90 45.5 84.65 81.5 91.5 92.75 101.5 89.75 >0.65 16.9 9175 91.25 90 85 88 5 91.5 91.5 93 101.4 91.4 17.15 91.5 88.25 93.5 101.75 90 90,6 16.8 91.5 91.25 SS.25 4% oeefli. (eene II 6% Sumän ocreinb Rente v. 1903 4 *-'1%iRumän.oerctnt) iKente0.1913 «% Siumanildie oercinb- Rente 8 54% 'Anatolier ............. vambura-Ämeetla-Baket .. o Vainbutg-^ubam. 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Saidmeplanei oee SS 4% turfitdx ßollantttix eun i9il «l^turfttoe flagbabbabn-anlrtbr S.05 5 5.25 6,75 4.78 $.15 » i s >• 4.75 9eiknftr»"fnuu 1 2*re CetttneW.. feien .... 6.129 48.05 6.141 48 15 6,129 48.05 6.141 48.15 •Braq .... 12.405 12 425 12.41 12.43 8ubaoet ... — — — Eoha ..... 3.047 3.053 3.047 3 53 Collaub .... • 68.73 169.07 168.78 169.12 C«le ..... 69.63 69.82 69.68 69 82 Ä.’cenbageu . 61 84 61.96 61.84 bl 96 ctr-dbalm 71.43 71.57 71.43 71.57 ütmban . . 13,865 13.905 13.86 13 90 ■öuen?« atrrt 0.873 0.877 0.863 0.867 ^eunod . . l. 682 7.688 2.69? 2 690 früfiel ..... 58 29 58.41 58.24 58 36 .Ito. en..... 22.11 22.15 22.09 22.13 faa« ...... 16.40 16.44 16.40 16.14 -Lwrt, .... 81.25 81.41 81.17 81.33 a.77 34 33 34.29 34.39 lanva 81,57 81.73 81.57 81.73 ?a»n 0.819 0.821 0 824 0.-'28 iho be ?