Nr. 285 Erstes Blatt 183. Jahrgang Dienstag, 5. Dezember 1953 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Annahme von Lnze.gea für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Ne- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorfchrist 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich m (Bienen Pottfäfedtonto: Kronlfun am Main 11686. vnlck und Verlag: vrühl'sche Univerfitütr-Vuch» und Steinörudcrei B. Lange in Gießen. Zchristleitung und Geschästrstelle: 5chnsftraße 7. Ertchein, i agltd), auga Sonntags und Feiertag» Beilagen. Die Illustrierte (BteRener Familienblätter Heimat >m Bild Die Scholl» Monats-Bezugspreis: Mit 4 'Beilagen NN1 1.95 Ohne Illustrierte . I 80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. (fernfvrechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siesten. Wirtschaftliches Sparen Von Dr. Paul Ruprecht. Seitdem uns keine Ausländsanleihen mehr zu- fliehen und wir auch die Folgen der mit ihrer Hilfe betriebenen Aerfchwendungswirtschaft spüren, spielt in unserer Wirtschaftspolitik das Sparen eine große Atolle und zwar sowohl für den einzelnen Bürger wie für die öffentlichen Haushalte. Wie alle wirtschaftlichen Begriffe, so ist aber auch das Sparen nichts Absolutes, sondern etwas Relatives. So nötig sparen für ein Volk in der Lage des unsrigen auch ist, so kann der Grundsatz auch falsch angewendet sein, wenn man sich klar macht, worauf es dabei ankommt. An sich ist Sparen etwas durchaus Verdienstliches, denn es stellt den vornehmsten Akt der Selbsthilfe dar, da es den Sparer in Fällen der Not von der Hilfe anderer unabhängig macht. Sparen läßt sich jedoch nicht allein vom Standpunkt des Einzelnen auffassen, sondern muß auch von dem der Volksgesamtheit angesehen werden. Von ihm aus betrachtet ist zunächst nur die Spartätigkeit anzuerkennen, die das Ersparte entweder durch Verwendung im eigenen Betrieb oder durch Zuführung an eine Bank oder Sparkasse der Wirtschaft d i e n st b a r macht, keineswegs aber der Sparer, der fein Geld als totes Kapital im Strumpf auf- hebt. Während nämlich der erstere zur Arbeitsbeschaffung und Wirtschaftsbelebung beiträgt, tut der letztere das Gegenteil, denn er enthält der Wirtschaft Geld vor, das sie dazu benutzen könnte, nachdem er sie vorher schon durch Verbrauchseinschrän- kung geschädigt hat. Damit kommen wir auf den eigentlichen, meist mißverstandenen Kern des Sparens. Darunter ist nämlich nickt, wie es gewöhnlich geschieht, ein bescheidenes, sondern vielmehr ein den eigenen wirtschaftlichen Verhältnissen entsprechendes Leben zu verstehen, denn sonst wäre ja der Kleinverdiener immer und der Großverdiener niemals im richtig verstandenen Sinne sparsam. Sparen heißt allerdings weniger verbrauchen als man verdient, jedoch unter Beibehaltung eines dem Einkommen und der Stellung entsprechenden Verbrauches. Hier zeigt sich also schon, daß Sparen etwas Relatives ist und nur vom Verhältnis zu einem andern Begriff aus richtig beurteilt werden kann: der des Verbrauches. Was würde, wenn die Reichen und Wohlhabenden aus Sparsamkeit ihren Bedarf auf den der ärmeren Schichten herabschraubten? Zunächst wäre das in Häusern mit großen Wohnungen investierte Volksvermögen verloren, bann mürben Hundert- tausende von Menschen arbeitslos, und zahlreiche Erwerbszweige, die nur von diesem Verbrauch leben, wie z. B. die Künstler, Juweliers, Buchhändler usw., vernichtet werden. Alle die durch die Sparsamkeit des Wohlhabenden brotlos geworbenen Arbeitnehmer dieser Gewerbe, zu denen auch noch die Hausangestellten kämen, wurden keine Stellung mehr finden und den Druck auf den Arbeitsmarkt erhöhen Die Spartätigkeit eines Volkes hat also, wenn sie wirtschaftlich gesund sein soll, eine Grenze an der Erzeugungsfähigkeit feiner Wirtschaft, benn wie nach Spengler im Leben der Krieg der Vater aller Dinge ist, so ist es in der Wirtschaft der Verbrauch. Ohne ihn gibt es keine Wirtschaft, keine Zivilisation und keine Pflege von Kulturgütern, ohne die auch ein armes Volk nicht leben kann. Ebenso wie aufdringlicher Luxus nicht unserer Lage angemessen ist, ist auch die Forderung, daß wir alle in äußerster Bescheidenheit leben sollen, nicht das Richtige. Richtig ist vielmehr einzig und allein eine 8er wirtschaftlichen Lage des Einzelnen angepaßte Sparsamkeit. Daß der Marxismus bas nicht erkannt und den wohlhabenden Schichten eine ihrem Einkommen entsprechende Lebensführung mißgönnt hat, war eine feiner schlimmsten Sünden gegen die Arbeiterschaft, denn Neid ist ein ausgesprochen negatives Empfinden. Mit einer Negation ist aber noch nie etwas Positives geschaffen worden, auch nicht wenn sie auf etwas an sich Gesundes, nämlich eine anspruchslose Lebensführung hinausläuft. Neben der Sparsamkeit in der persönlichen Lebenshaltung gibt es noch eine inderBetriebs- ü t) r u n g, Die in einer Herabdrückung der 1 n f o fte n besteht. Auch sie findet, wenn sie ge- unb fein soll, ihre Grenze an ber Notwenbigkeit eines von ber Leistungsfähigkeit ber Wirtschaft bestimmten Verbrauchs. Dafür, baß sie nicht zu deren Schaben übertrieben wirb, sorgt bas Interesse, bas jeber Inhaber eines Betriebs baran hat, baß bie- fer sowohl nach seiner Verfassung wie technisch a u f ber Höhe ber Zeit bleibt. Trotzdem aber gibt es auch hier eine falsche Sparsamkeit, bie in unserer Rohstosfarmut unb Raumnot ihre Ursache hat. ? ide zwingen uns, einerseits möglichst viel Waren auszuführen unb andererseits die Einfuhr nach Möglichkeit einzuschränken und stellen dadurch bie Kalkulation unserer Betriebe unter den Druck der Weltmarkpreise. Das aber führt dazu, daß viele deutsche Unternehmer ausländische Rohstoffe unb Waren, bie wir im Lande selbst haben ober Herstellen, verarbeiten ober benützen, nur weil biese Erzeugnisse infolge niedrigerer Frachten, Steuern, Valuta, Dumpings ober bergl billiger finb, als unsere eigenen. Die so erzielte Ersparnis ist jeboch kein echter Gewinn, wenigstens für bie Gesamtwirtschaft, benn was hier her einzelne Betrieb spart, das verliert sie wieder durch einen unnötigen Deoisenabfluß unb eine ebenso unnötige Zahlung von Erwerbslosenunterstützungen. Mag biese Art bes Sparens vom einzelnen Betrieb aus gesehen auch richtig erscheinen, so ist sie vom gesamtwirtschaftlichen Stand- Litwinows Besuch in Rom. Dürftige Mitteilungen über das Ergebnis der Besprechung mit Muffolini.-Empfang beim König und Besuch in Littoria. Rom, 4. Dez. (TU.) Am Montag wurde der sowjetrussische Außenkommissar Litwinow, der gestern bereits Besprechungen mit Mussolini hatte, mit dem üblichen Zeremoniell von König Viktor Emanuel im Quirinal empfangen. Anschließend begab sich Litwinow, begleitet von Staatssekretär im Außenministerium, Suvich, nach Littoria zur Besichtigung der großen Kultivierungsarbeiten auf dem pontinischen Acker. Nach- mittags fand ein Teempfang auf dem Capitol statt, den der Gouverneur gab. Am Abend gab ber ruf- fische Botschafter ein Essen mit anschließenbem Empfang, an bem Mussolini, mehrere Minister und hohe Persönlichkeiten ber Partei sowie bas biplo- matische Korps, soweit es mit Rußland Beziehungen unterhält, geladen waren. Die Presse widmet der Besprechung Litwinows mit Mussolini Leitartikel. Bemerkenswert ist die Aeußerung Engelys im „Lavoro Fascista". Es sei logischer Weise nicht einzusehen, warum ein Europa, dessen Länder untereinander 8urch zweiseitige Nichtangriffs- und Neutrali- tätsoerträge gebunben seien, nicht sicherer sein solle, als ein Europa, dessen Länder durch einen allgemeinen Vertrag wie den des Völkerbundes gebunden seien. Denn der Völkerbunds- patt fei von einigen Ländern für ungenügend gehalten worden, die deshalb andere Verträge hätten abschließen müssen. Zweiseitige Verträge schlössen jede Blockbildung aus. lieber den Inhalt der amtlichen Mitteilung hinaus ist über die Unterredung vom Montag auch von gut unterrichteter Seite nichts zu erfahren. Die zuständigen Stellen bewahren strengste Zurückhaltung. „G i o r n a I e d' Italia" schreibt, daß Italien keineswegs Sowjetrußland völlig für sich in Anspruch nehmen oder endgültige Lösungen für Probleme erreichen wolle, bie die Interessen und Zuständigkeit aller Großmächte angingen. Man wisse, daß Italien einen Ausgleich zwischen den europäischen Mächten erreichen wolle unb die Möglichkeit dazu in einer tatsächlichen Abrüstung sehe. Man wisse ferner, daß es bei der Garantierung des Friedens und der Zusammenarbeit nicht ausschließlich an den Völkerbund denke. „Tribun a" erklärt, die Völkerbundskrise biete den besten Beweis dafür, daß man auch außerhalb des Völkerbunds handeln könne. Das Abrüstungsproblem könne ebenfalls außerhalb der Abrüstungskonferenz verhandelt werden. Dabei könne die italienisch-russische Freundschaft nur klärend und förderlich wirken. Zu Unrecht glaube man immer noch, Italien sei nicht in ber Lage, i m östlich e n Mittelmeer eine felbftänbige Politik zu entwickeln. Italien habe im östlichen Mittelmeer genau bas gleiche Recht und die gleiche Pflicht zum Handeln wie jene Mächte, die fick auf der „Konferenz des ungerechten Friedens" die Mandate im Nahen Osten aufgeteilt hätten. panier Echo. Paris, 4. Dez. (TU.) lieber die Besprechungen Litwinows mit Mussolini ist man hier nur sehr ungenau unterrichtet. Der römische Sonderberichterstatter der Information" glaubt zu wissen, daß die Abrüstungsfrage bas Hauptthema ber Besprechungen gebifbet habe. Ferner habe man sich mit ber Verbesserung ber italienisch- russischenHanbelsbeziehungenunbber Ratifizierung bes Freundschaftsvertrages beschäftigt, bie fobalb wie möglich erfolgen solle. Die Gerüchte über bie Absicht Litwinows, sich burch bie bermitt- punkt aus betrachtet, beunod) falsch. Mussolini hat beshald solchem falschen Sparen einen Riegel vor- geschoben, inbem er ben vom Staate irgenbroie abhängigen Betrieben bie Bevorzugung inländischer Waren vorgeschrieben unb ange- orbnet hat, bah über bie anberen, soweit sie in größerem Umfange entbehrliche Erzeugnisse einführen, schwarze Listen geführt werben. Allerbings werben für bie Besorgung italienischen Materials, befonbers ben Eisenverbrauchern, Prämien gewährt, bie sie für ben bamit oerbunbenen Verzicht auf unechte Ersparnisse entschäbigen sollen. Darau hinzuweisen, liegt um so mehr Veranlas- fung vor, als sich bei uns bereits ber Wettbewerb bes zu Kulipreisen in Ostasien erzeugten Roheisens bemerkbar zu machen beginnt unb als unsere Steinkohle seit langem im eigenen Lanbe gegen bie auslänbische einen schweren Kampf zu bestehen hat. Wie aber bie Lanbwirtschaft als bie Orunblage unserer Ernährung mit Recht gegen die ausländische Unterbietung geschützt unb bie Erzielung unechter Ersparnisse auf beren Kosten ver- hindert wirb, so muß bies auch bei Kohle unb Eisen geschehen, ben tragenben Säulen unserer Jn- bustriewirtschaft. Eine gesamtwirtschaftlich richtig verstandene Sparpolitik verlangt auch diesen Schutz, denn wie beim Einzelnen kann sie auch bei einer Volkswirtschaft mit Erfolg nur betrieben werden, wenn ber Verbrauch sich unter ben Einnahmen hält, b. h. wenn bie Zahlungsbilanz af- t i v ist. Deshalb gehört zum wirtschaftlich richtigen Sparen für ein rohstoffarmes, jeboch bem Auslande so stark verschuldetes Laub wie bas unfrige auch die möglichste Ausschaltung der entbehrlichen Einfuhr. lung der italienischen Regierung mit dem V a t i - k a n in Verbindung zu setzen, entbehrten dagegen jeder Grundlage. Die Religionsfrage sei für Rußland ein für allemal geklärt. Ein weiterer Punkt ber Verhanblungen seien bie deutsch-russi- f cf) e n Beziehungen gewesen. Mussolini habe versucht, bie Meinungsverschiedenheiten zwischen den Kirchenpolitische Llnabhängig- kei< der Reichskirchenregierung Der Reichsbischof legt die Schirmherrschaft über die Glaubensbewegung „Deutsche Christen" nieder. Berlin, 4. Dez. (WTB.) Das Geistliche Mlnisterium der Deutschen C o a n gell f cf) e n Kirche hat folgendes Gesetz beschlossen: § 1. Den Mitgliedern des Geistlichen Ministeriums sowie den Beamten und Hilfsarbeitern der Reichskirchenregierung wird die Zugehörigkeit zu kirchenpolitischen Parteien, Bünden, Gruppen und Bewegungen untersagt. Die Mitgliedschaft in den kirchlichen Körperschaften und Synoden wird hierdurch nicht berührt. § 2. Dieses Gesetz tritt »mit seiner Verkündung in Kraft. Berlin, den 4.Dezember 1933. Gez. Der Reichsbischof. • Mtt dem Erlaß dieses Gesetzes hat, wie der Evangelische Pressedienst miftellt, das Geistliche Ministerium einen durchgreifenden Beschluß zur h e r - Heilung einer einheitlichen kirchlichen Führung gefaßt. Es hat seinen Mitgliedern sowie allen Beamten und Hilfskräften der Reichskirchenregierung die Mitgliedschaft bei kirchenpolitischen Verbänden untersagt. Der Reichsbischof hat in Ausführung dieses Beschlusses an beiden Ländern auszuräumen, well die Abrüstungsfrage dadurch einen wesentlichen Schritt vorwärts käme. Er habe versucht, Rußland für die deutschitalienische These ber Gleichberechtigung zu gewinnen unb dadurch eine italienisch-rvssisch-beutsche Front zu bilben. die obersten Behörden der deutschen evangelischen Landeskirchen die Aufforderung gerichtet, für ihre Mitglieder gleiche Maßnahmen durchzuführen. Der R e i ch s b i s ch o f s e l b st hat die Schirmherrschaft über die Glaubensbewegung „Deutsche Ehrt st en“ niedergelegt und wird in diesem Sinne an die Glaubensbewegung „Deutsche Christen" ein Schreiben richten. Auch Rückstände an Landessteuern und Gemeindesteuern sollen für Arbeitsbeschaffung flüssig gemacht werden. Berlin, 4. Dez. (WTB.) Der Reichsminister der Finanzen hat durch Runderlaß vom 28. November 1933 die Reichs st euern, die aus ber Zeit vor bem 1. Januar 1933 rüdftänbig sind, f ü r Aufträge aus Ersatzbeschaffungen von Maschinen, Werkzeugen, Maschinengeräten, Ergänzungen usw. in Bewegung gesetzt. Er hat durch Schreiben an dieLande sregierungen angeregt, bie Aktion auch auf bie Steuern berßänber und der Gemeinden, wie beispielsweise Hauszinssteuer, Grundsteuer, Gewerbesteuer usw. auszudehnen und zu dem Zweck Anordnungen zu treffen, die dem Runderlaß des Reichsministers der Finanzen entsprechen. Es ist zu wünschen, daß alle Länder und Oemeinhen sich sofort in ben neuen Reinharbt-Plan einfügen. Die Aktion muß zur Vergebung zahlreicher Aufträge im Monat Dezember und zu erheblichen Anregungen der gesamten deutschen Wirtschaft im bevorstehenden Winter über bas bisher vorgesehen gewesene Ausmaß hinaus führen. Eröffnung der panamerikanischen Konferenz. Montevideo, 4. Dez. (TU.) Die panamerikanische Konferenz wurde am Sonntag im uruguaya- nischen Unterhaus eröffnet. Eine große Menschenmenge hatte sich trotz des kalten und regnerischen Wetters vor dem Gebäude eingefunden, um 8er Anfahrt ber Diplomaten zuzusehen. Präsibent Gabriel T o r r a unterstrich in feiner Gröffnunqsrebe die Notwendigkeit der Beilegung des Chaco-Streit- falles und der Regelung der interamerikanischen Zolltarife. Von kubanischer Seite wurde ein Antrag eingebracht, gegen bie „trabitionelle, wirtschaftliche unb politische Einmischung ber bereinigten Staaten in die kubanisch-mittelamerikani» Des Rätsels Lösung Don unserem römischen E-Korrespondenten. nicht, Mussolini ist das Zentralgestirn geworden, um das sich alles dreht. Er hort mehr, als daß er spricht, aber er schreibt gern mit der unausrottbaren Liede bes echten Publizisten zur Presse, und er hat schon im September in seinem Popolo d'Italia geschrieben, wie ber Viererpakt die gefährliche Blockbildung in Europa verhütet habe, so solle ber am 2. September zwischen Rußland un8 Italien geschlossene Freund» schaftsvertrag und Nichtangriffspakt ein Ausgleichselement zwischen Osteuropa und Westasien bilden, wenigstens insoweit, als dort die Interessen Italiens berührt würden. Und hier stoßen wir auf den Kern der Sache. Es ist die innerpolitische Befangenheit, die so viele in Europa heute noch daran hindert, außenpolitisch klar zu sehen. Italien hat als erster Staat schon vor Jahren bas gewagt, wozu sich jetzt erst bie bereinigten Staaten entschließen konnten. Seit zehn Jahren konnten daher die beiden durch roeltentiefe politische Abgründe getrennten Länder friedliche Handelsbeziehungen pflegen, Liktorenbündel und Sowjetstern begegneten sich im Schwarzen wie im Mittelmeer und salutierten. Nach und nach werden ohne Zweifel auch die übrigen Länder dem Beispiel Mussolinis folgen und die Sowjetrepublik anerkennen. Denn Rußland gehört nicht zu den abgerüsteten, sondern zu den hochgerüsteten Staaten, und es liegt nicht im Mond, sondern sprungbereit Japan gegenüber. Ganz natürliche Dinge sind es, die Mussolini und Litwinow zu besprechen haben, Dinge von Gehalt, nicht ödes Parteizeug. Unter bem Genfer Gesichtswinkel freilich läßt sich ber Besuch Moskaus in Rom nicht verstehen; man muß wissen, daß bie Zeit ber bölferbunbsafabemie enbgültig vorüber ist, harte Tatsachen von harten Männern erwogen werben wollen. Eine neue Politik in Europa, um ber aus bem Fernen Osten brechenden Gefahr Herr zu werden — das ist das Gesprächsthema heute in Rom. das der Grund für den betont feierlichen Empfang des russischen Abgesandten. Z. Rom, Dezember 1933. Der bermutungen über den Zweck und die Bedeutung des bolschewistischen Besuches in der faschistischen Hauptstadt sind so viele, daß sich Herr Litwinow nicht drei Tage, sondern drei Monate in Rom aufhalten müßte, wenn er allen Hellsehern Recht geben wollte. Wenn äußerliche Anzeichen geeignet waren, die Wichtigkeit des Herrn Litwinow au beweisen, so hat das faschistische Italien mit seinem Galaempfang ohne Zweifel das Mögliche 8azu getan. Ein regierendes Staatsoberhaupt hätte überzufrieden fein können. Auf einem italienischen Luxusdampfer lief der hohe Gast im Hafen von Neapel ein, die Spitzen der Behörden waren ihm aus Rom entgegengefahren oder warteten im Ehrensaal des römischen Bahnhofes, bis der Zug mit dem Sonderwagen einlief. (Eine kleine Erinnerung: auch Gandhi, der indische Johannes, reifte im härenen Gewand zwar dritter Klasse in Frankreich, durch Italien aber auf schwellenden roten Polstern.) Die spalierbildenden Truppen hatten große Uniform angelegt, Unterstaatssekretär S u - vich, des Außenministers Mussolini rechte Hand, überbrachte ihm den ersten Gruß der ewigen Roma, und es gab einen allerherzlichsten Empfang. (L'in- contro e dei piü cordiah, meldet der faschistische Chronist.) Neben Litwinow der russische Botschafter mit dem nicht unbekannten Namen Potemkin. Wir von der ausländischen Presse werden am Dienstag feine Gäste fein, um aus 8em Munde Litwinows selber seine Rombegeisterung, aus der er schon jetzt kein Hehl mehr macht, zu vernehmen. Diejenigen von uns, die ihn schon an der großen Konferenz in Genua kennengelernt haben, sie liegt nun bereits über elf Jahre zurück, fällt also in 8as präfaschi- stische Zeitalter, lächeln ein wenig. Er hat uns bamals täglich den Sieg der kommunistischen Weltrevolution prophezeit. Heute nun sitzt er beim Bankett zur Rechten des Duce und morgen geht er, feierlichste Audienz, zum König. Und zwischen anderen Banketten in Luxushotels wie auf bem Kapitol, wird er nach Littoria fahren, das Titanenwerk 8er Urbarmachung der pontinischen Sümpfe zu bewundern. Mussolinis schönste bisitenkarte. Hat er sich doch auch nach einer höchst unrussischen Fahrt über die am besuv entlangführende Autobahn das Menanderhaus in Pompeji aufschließen lassen, um dort, im Angesicht der verkrampften Skelette, fein immerlächelndes Photographiergesicht, wie wir es aus der Presse kennen, besonders seit seinem glückhaften Abstecher ins schwankende Dollarland, in ernste Falten zu legen. Es ist dock) etwas Eigenartiges um den Wandel der Zeiten, schien es nun zu sagen. Aber zu verwundern gibt es nichts. Warum sollen gerade die Sowjetherren die Sttaße nicht finden, wo doch alle nach Rom führen? Wer pilgerte nicht alles in diesem Jahre zum Tiberstrand! Mussolini reift es in der ^eichsm-mster öes Innern Dr. $r cf Die Reform des Steuersystems ederung £ die Arbeite Berlin, 4. Dez. (ENB.) In Anwesenheit zahlreicher Vertreter der Reichs-, Staats- und städtischen Behörden wurde im Plenarsaal des Preußischen Landtags die erste Reichstagung der Sozialreferenten und Gebietsärzte der Hitler-Jugend eröffnet. Der Sozialpolitische Aufgaben der Hitler-Jugend. Lothringer Straße sich erstreckende Ausstellung „Der Osten, das deutsche Schicksalsland-, rouröe heute eröffnet. Der Reichsführer des Bundes deutscher Osten, Dr. Franz Lüdtke, begrüßte die Ehrengäste. Dann nahm den Führergrundsatz und durch die Einführung allgemeiner Pflichtinnungen zur organisatorischen Erfassung aller selbständigen Handwerker verstärkt und vertieft. Erfaßt werden sollen Irlands Loslösung. BleibtJrland im britischen Ltaatsverband. Deutsches Schicksalsland im Osten Eröffnung der Berliner Offausstellung. Oer Führer im Völkischen Beobachter. München, 4. Dez. (ERB) In Begleitung von Reichspressechef Dr. Dietrich besuchte der Führer am Montagabend den „Völkischen Beobachter". Sein Interesse galt vor allem dem Um- und Neubau des Gebäudekomplexe». Im Büro des Ehef» der Druckerei besichtigte der Führer die Pläne und besprach eine Reihe baulicher Einzelheiten Anschließend besichtigte der Führer den ganze» technischen Betrieb und stattete auch den verschiedenen Räumen der Echriftleitung einen kurzen Besuch ab. aenheit deutschen Könnens: hochentwickelte Indu- strien haben für Binnen- und Weltwirtschaft hohe Werte geschaffen."Liese Ausstellung will ein Be- k e n n t n i s d e r T r e u e z u u n s e r e n D o l k s- genossen im deutschen Ostland darstellen und das Verständnis des Binnendeutschen für die Ostfragen vertiefen. Sie will aber auch weiter den Beweis dafür liefern, daß das deutsche Volk seine Vergangenheit hoch hält und will endlich seinem festen Wollen Ausdruck verleihen, sich in friedlicher Arbeit, in Ehre und Gleichberechtigung eine glück- liche Zukunft aufzubauen. Oer Reichs.eiter des außenpolitischen Amtes der NSOAp.Alfret) Rosenberg Auf Grund des gemeinsamen Aufrufes des Reichsarbeitsministers, des Reichswirtschaftsministers, des Wirtschaftsbeauftragten des Führers und des Füh- rers der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, vom 29. November 1933 hat jeder schaffende Deutsche der Arbeitsfront a n 3 u gehören. Es ist selbstverständliche Pflicht aller An- gehörigen des Deutschen Handwerks, diesem Auf- ruf umgehend Folge zu seiften. Zur Beseiti- aung aller Zweifel, die mit der Eingliederung der Angehörigen des Handwerkerstandes in filme sich selbst, er schafft einem sonst zum Hungern verurteilten Volksgenossen Arbeit und Brot. Staatssekretär y ei) e r vom Reichswirtschaftsministerium führte aus, das Mindereinkommen an Mietbeträgen gegen 1913 betrage 1*/« Milliarde Mark: gleichzeitig fei der Wert des Hausbesitzes von 100 Milliarden auf 35 bis 40 Milliarden gesunken. Eine übergroße Steuerlast habe auch dem Hausbesitz alles weggenommen. Auf den Geschäfts- und Industriehausbesitz, sowie auf den Neuhaus- besitz habe sich das außerordentliche Kündigungs- recht besonders verheerend ausgewirkt. Man möge Geduld haben, es fei unmöglich, alle Probleme mit einem Schlage zu lösen. Der Grundsatz des Ratio- nalsozialismus sei. nichts auf die lange Dank zu schieben, sondern alles im richtigen Augenblick zu tun. Die Lösung könne nur im Rahmen der allge- meinen finanz- und wirtschaftspolitischen Maßnah. Newyork, 4.Dez. (TU.) Ganz Amerika steht • n , ,w 0 * tung des „Startschusses", mit I setzes entsteht, wird nicht gewahrt. täten das 9Tl PnhDas Handwerk in der Organi- ® sationderDeutschenArbeitsstont BeutfAen TL.W be. nierwein im Werte von 600 000 Dollar. Bisher sind Deutschen Handwerks veröffentlicht folgende Mit- -— *— <*v. - — . ---- — - 1 I leilung: Reichgausschuß der Kriegs, beschädigten undKriegerhinter, btiebenensürsorge. Berlin, 4. Dez. (WTB.) Im Reichsarbeit», minifterium tagte der neugebildete Reichsousschutz der Kriegsbeschädigten- und Zkriegerhinterbliebenen- fursorge. Reichsarbeitsminister S e l d t e sagte, er habe immer als starken Mangel empfunden, daß der Frontsoldat nicht die Ehrenstellung im Staat eingenommen habe, die ihm auf Grund feiner Leistungen an der Front gebühre. Run fei Zeil und Möglichkeit gekommen, die Dinge stärker anzu- fassen. Er habe den Reichsführer der Nationalsozia- liftischen Kricgsopferverforgung, Oberlindober M d R., gebeten, den Vorsitz Im Reich,, ausschuß zu übernehmen. Dieser erklärte so- dann, eine besondere Ausgabe obliege dem Reich», ausschuß in der Mitarbeit bei der nun endgültigen Gestaltung de» K r i e g s 0 p f e r r e ch t s. Dos alte Recht habe mit keinem Sah den Dank der Nation an die Kriegsopfer erwähnt und den zwei Millio- n-n Toten de» Weltkriegs und ihren Angehörigen kein würdiges Denkmal gesetzt. Nun gelte es, die Ehren st ellungderdeutschenFrontsol. baten und Kriegsbeschädigten wieder- herzu stell en und zu befestigen. Es sei dabei am Platze, dem zu danken, der einzig und allein für diese Wiederherstellung der deutschen Soldatenehre und Wiedergutmachung an den Kriegsopfern 14 Jahre unentwegt gekämpft habe, dem krieg», beschädigten Kameraden und Volkskanzler Adolf Hitler. Der Reichsführer machte weiter einige Andeutungen über das neue Versorgung», gesetz. Alle Kriegsopfer müßten wieder zu den Arbeitsplätzen der Nation zurückge» bracht werden, um hier die Zukunft ihrer Kinder sicherzustellen. Die zweite Ausgabe sei die Seh- baftmachung der alten Soldaten in der Sied- lung. von den Newyorker Behörden 2000 Schanklizenzen genehmigt worden. An der kanadischen ■ eon zc warten zahlreiche Gütererpreßzüge, die mit Alkohol beladen sind, auf das Abfahrtssignal, um nach Amerika zu rollen. Ueberall längs der Grenze von Kanada bis Florida sind Rum- s ch m u g g l e r eifrig bemüht, ihre letzten Schmuggelbestände an Alkohol n 0 ch zu Prohibitionspreisen an den Mann zu bringen. Die großen Ueberseedompfer, darunter auch die „Bremen" und die „Majestic", haben Ladungen an Wein, Whisky und Likören an Bord, auf die man in Amerika wartet. gedachte der Tatsache, daß der Osten im Laufe der Jahrhunderte zur Ernährungsgrundlage der gesamten Nation geworden ist, jener Sicherung, der das Volk bedarf, um inmitten schwerster Schicksalsumklammerungen nicht ausgehungert und erdrosselt zu werden. Diese Ernah- rungsgrundlage durch deutsches Arbeiter- und Bauerntum zu verstärken und zu sichern, sei deshalb Aufgabe des ganzen Volkes und Staates, etwas, was der Nationalsozialismus seit seinem Entstehen nicht mühe geworden sei, zu betonen und was er heute zum Staat geworden, erst recht unter- streichen wolle. Diese große Ausstellung solle nicht alte Wunden aufreißen und neue Wunden schlagen. Um neue Probleme zu lösen, die sich der Führer gestellt habe, brauche die deutsche Nation Frieden, aber einen Frieden der Ehre und Achtung. Wir denken nicht daran, so erklärte Rosenberg, die furchtbare politische Lage zu einem An - griff gegen andere auszunützen. Wir hoffen, daß der Sinn von der S ch i ck s a l s v e r b u n d e n- heit der Völker von der Ostsee bis hinunter zu der Donau trotz größter Spannungen immer tiefer und tiefer wird, daß der junge National- sozialismus in Deutschland, der die Achtung sowohl vor sich selbst, wie vor allen echten Werten der anderen Völker hochhält, feine befriedenden Wirkungen auch nach Osten zeigen wird. Diese Ausstellung solle ein Mahnruf sein an alle, mitzuhelfen, um die deutsche Kultur im Osten zu schir- men, um die Grundlage der deutschen Volksernäh- rung zu stärken, um da» Gesamtvolksbewußtsein aller Deutschen immer fester werden zu lassen. front vorhanden sind, erklären wir im Einverständnis mit der Führung der NSHAGO. und des GHG., daß alle Angehörigen ihre Mitgliedschaft zur Deutschen Arbeitsfront ausschließlich bei den Amts st eklen der NSHAGO. und der GHG. ynmelden. Das deutsche Handwerk wird durch eine besondere Säule im Gesamtverband des Handwerks, Handels und Gewerbes in der Deutschen Arbeitsfront vertreten. Sie nimmt alle in die Handwerksrolle eingetragenen Betriebe. Reichswirtschafts- und Reichsarbeitsminifter dürfen den Ausbau und die Verwaltung der Körperschaften des Handwerk» vereinfachen und find ermächtigt, den Führer der Spitzenvertretung zu ernennen. Ent- schadigung durch das Reich menen eines Schadens, der durch eine Maßnahme auf Grund diese» Geschiedenen Arbeitsbeschaffungsprogramme, so führt» er aus, feien bereits 5Ö9 Millionen Ml. ausgezahlt worden, und es würden noch 1230 Millionen M k. ausgezahlt werden. Eingehend beschäftigte der Staatssekretär sich mit Dem Gebäudeinstandsetzungsgesetz vom 21. September 1933, durch da» etwa 500 Millionen Mk. zur Förderung von Instandsetzungen und Ergänzungen an Gebäuden -ur Verfügung geftelU werden. Wer Die Gelegenheit, fein Hau» instand zu setzen oder zu ergänzen, jetzt nicht wahrnimmt, sagte der Staatssekretär, der muß später die Aufwendungen restlos aus eigenen Mitteln bestreiten und auf jeden Zuschuß des Reiches und auf jegliche steuerlich» Vergünstigung verzichten. 2m weiteren Derlauf feiner Rede beschäftigte sich Staatssekretär Reinhardt mit fragen der Steuerpolitik und der Steuerreform. Da» Reichsfinanzministerium, so sagte er, sei gegenwärtig bei den Vorarbeiten für eine grundlegende Vereinfachung de» getarnten deutschen 5 t e u e r ro e f e n ». 6» werde ein Steuersystem geschaffen, da»fozlalgerecht fei und wirtschaftlich tragbar fei. Der hausbesitz werde eine nicht unbedeutende steuer- liche Erleichterung erfahren. Detter fei eine allgemeine Ermäßigung de» Eia» kornrnensteuersahe» in Aussicht genommen. Der Einkommensteuertaris solle nicht mehr mit 10, sondern mit 8 0 h. beginnen und nicht me^r bi» zu 50 v. h. reichen, sondern schon weit tiefer seine Höchstgrenze erreichen. Darüber hinan» seien bedeutende Kinderermäßigungen In Aossicht genommen. Diese sollten 15 0. h. der Einkommensteuer für da» erste, 20 v. h. für da, zweite, 25 0. h. für da» dritte unb 30 v. h. für da» vierte und jede» weitere Kind betragen. Bei der Erbschaftssteuer sei beabsichtigt, die Besteuerung de» Erbe» von Ehegatten, Kindern und Enkeln zu beseitigen. Weitere Entlastungen seien bei der Abgabe zur Ät- beitslofenhilfe in Aussicht genommen. Auch mit der Frage der hau»,in»steuer werde man sich Im Rahmen de» Steuerumbaue» befassen. Da» Wesen der Steuerreform werde darin bestehen, mit der Kompliziertheit de» Steuerrechts sofort, mit der Vielheit der Steuern im Laufe einiger Jahre Schluß zu machen. Reich, Länder und Gemeinde n würden steuerlich al» Einheit betrachtet werden. Die Vereinfachung de» Stener- wefen» werde in ihrer Ganzheit zu einer Sen- hing der auf Produktion, verbrauch und Besitz ruhenden Lasten führen und eine Generalmaß- nahme zur Gesundung von Wirtschast und Ft- nanzen darstellen. Zum Schluß verwies Staatssekretär Reinhardt noch auf die steuerpolitischen und arbcitsmarkt- politischen Maßnahmen, die in den letzten Monaten Gesetz geworden sind und die alle auf Verminderung der Arbeitslosigkeit und somit auf Verbesserung der öffentlichen Haushalte abgestellt sind. Die Zahl der Hausgehilfinnen hat bereits um rund 100 000 zugenommen. Durch da» Gesetz über Förderung der Eheschließun- gen ist cs bis heute gelungen, bereit» 110 000 weibliche Arbeitskräfte aus dem Arbeitnehmcrftand heraus,zuführcn in die Ehe. Das bedeutet eine Ent- laftung des Arbeitsmarktcs um diese 110 000. Hin- äu kommt die Zunahme der Deschästigtenziffer in der Möbel-, Hausgeräte- und dergleichen Industrien um bis heute rund 100 000. Es handelt sich hier um eine großangelegte dauernde ardeitsmarkt- politische und bevölkerungspolitische U m f ch i ch - tung unserer deutschen Frauen. Sie führt zu einer dauernden Senkung der Arbeitslosen- Ziffer, einer bedeutenden Senkung de» Finanz- bedarfs der Arbeitslosenhilfe und eine verbesfe- rung der Einnahmen an Steuern und Abgaben in- folge erhöhter Umsätze, erhöhter Einkommen und erhöhten Verbrauches. schen und füdamerikanischen Angelegenheiten^ zu oroteftieren. Während der Verhandlung kam es in der Stadt zu kommunistischen Kundge- düngen, die von der Polizei scharf unterdrückt wurden. Amerika wird naß. In Erwartung des „Startschusses" vioosevclts. men gefunden werden. Nach der wirtschafllichen Sanierung werde auch der Hausbesitz wieder eine gesunde Grundlage erhalten. Grundsätzlich sei zu betonen: Zinsen und Steuern könnten nurausben Erträgen bezahlt werden. So sei das viel oer- kannte Wort von der Senkung der Zinsen zu oer- stehen. Staatssekretär Reinhardt vom Finanzministerium gab dann einen Ueberblick über die finanzpolitischen Maßnahmen der Regierung zur Arbeitsbeschaffung. Im Rahmen der oer- Berlin, 4. Dez. (TU.) Die große, über sieben Stockwerke eines ehemaligen Warenhause Lothringer Straße sich erstreckende 21: Nach Rosenberg sprach Staatssekretär (trauert als Vertreter der preußischen Staatsregierung. Minister Esser dankte namens der bayerischen Regierung dafür, daß die bayerische Ostmark einen Teil dieser Ausstellung bilden dürfe. Der Oberpräsident der Grenzmark, Kube, sprach über bas Kulturleben des deutschen Ostens. Der stellver- tretende Reichsführer des Bundes deutscher Osten, Dr. Otto Thiele, der an dem Zustandekommen der Ausstellung ein"n hervorragenden Anteil hat, kennzeichnete zum Schluß noch einmal die Ziele dieser Ausstellung. alle Angehörige de» Handwerk» al» Mitglieder auf, um sie der Deutschen Arbeitsfront zuzuführen Wir erwarten nunmehr, nachdem diese Klarstellung erfolgt ist, daß alle Angehörigen des deutschen Hand- werk» ihre Ausnahme in die „Säule de» Hand- roerts" im Gesamtverband des Handwerks, Handels und des Gewerbe» (GHG.) der Deutsc^n Ar- beitsfront vollziehen Durch diese Eingliederung de, Handwerk» in die Deutsche Arbeitsfront sind die Handwerksbünde und Gewerbevereine überflüssig geworden. Bei der endgültigen Bereinigung der aus der liberalistisch-kapitalistischen Zeit vorhandenen Handwerksorganisation ist es deshalb dringend erforderlich, daß in Zukunft die Angehörigen de» handwerklichen Berufsstandes außer ihrer ständischen Organisation, Innungsausschüsse, Fach- verbände, Handwerkskammern nur noch die Mit- alieb schäft in der Arbeitsfront erwer- den Eintritt des Handels in dieArbeitsfront Berlin, 4. Dez. (WTB.) Der Reichsstand des deutschen Handels, der in Braunschweig seine Geschlossenheit und seine Treue zum Führer und zu der nationalsozialistischen Idee bekundet hat, fordert alle Organisationen des Handels auf, ihre Einzelmitglieder zum Eintritt in die Deutsche Arbeitsfront zu oer- anlassen. Selbständige Unternehmer des Handelsstandes wenden sich sofort durch Aufnahme in den GHG. (Gesamtoerband der Handwerker, Kaufleute und Gewerbetreibenden) an die örtlichen Dienststellen der NS.-Hago: der GHG. ist die für ihn zuständige Säule in der Deutschen Arbeits- front. Durch den Eintritt der selbständigen Unter- nehmer des Handelsstandes in den GHG. wird ihre Zugehörigkeit zu den wirtschafllichen Fachverban- den nicht berührt. London, 4. Dez. (WTB.) Premierminister Macdonald, der Staatssekreträr für die Dominions Thomas, der Staatssekretär des Aeußern Sir John Simon und Kriegsminister Lord Hail- f h a m haben sich heute mit der englisch-irischen Krise befaßt. De Balera hatte der englischen Regierung eine Note übermittelt, in der er v.a. anfragt, ob der irische Freistaat zwischen der Zugehörigkeit zum britischen Reich und der Errichtung einer eigenen Republik wählen könne, ohne daß in dem letzten gaüe Irland Gefahr laufe, daß Großbritannien U)m gegenüber eine feindselige Haltung einnehme. Die britischen Minister haben in ihrer heutigen Sitzung sich mit der Abfassung der Antwortnote beschäftigt. Wie Reuter erfährt, tritt die englische Regierung für freundschaftliche Beziehungen zum Freistaat Irland ein. Sollte jedoch eine irländische Republik errichtet werden, so würde Irland aller Vorteile verlustig geben, die ihm als Mitglied des britl« I das Wort zu einer Ansprache: Zum ersten Male sch en G e m e i n w e s e n s zuständen. In britischen tritt in Deutschland eine Ausstellung an die Oef- «reifen sei man keineswegs geneigt, zu Drohungen fentlichkeit, die den deutschen Osten in fei- Zuflucht zu nehmen. Die britische Antwort soll mor- nen mannigfachen Beziehungen vor Augen führen gen übermittelt werden. Thomas teilte im Unter- I wird. Das Bewußtsein von dem hohen Wert die- haus mit, daß die Schuldsumme der nicht mehr ses starken, aus den Wunden des Krieges noch blu- gezahlten irischen Landentschädigung an England tenöen, aber immer wieder von kraftvollem Auf- bis zum 30. November d. I. 7 053 000 Pfund be- bauroUkn beseelten deutschen Schicksalslandes ist tragen. Anderseits hätten die englischen Einfuyr- I seit dem Tage des Zusammenbruchs niemals aus Zolle auf irische Waren in derselben Zeit 5 572 000 dem Herzen des deutschen Volkes geschwunden Der Pfund eingebracht. Verlust weiter, alte deutsche Kultur Wahrend des Wochenendes kam es in mehreren atmender fianbes ft reden bat mit der An- Aschen Stäbten zu politischen Zusammenstößen. In hänglichkeit an bis verbliebenen Notgebiete auch aen Straßen von Cork fanben Kämpfe zwi - das Bestreben wachsen lassen, dem Deutschtum im schen Blauhemden und Republikanern I Osten in seinem Leid helfend unb förbernb zur statt. Das Gebäude der Blauhemden wurde mit Seite zu stehen. Das deutsche Volk liebt die weit- Steinen und leeren Flaschen bombardiert. In Mac- räumige Landschaft des Ostens mit seinen Seen roon wurde eine Versammlung des Blauhemden- und Wäldern, mit seinen trotzig ragenden Bauten fiihrers General O'Duffy von politischen Geg- I unb mit seiner ternigen, kampferprobten Beoölke- nern gestört. Sämtliche Telegraphen- unb Telephon- rung, so gilt auch heute unser Gruß unb Dank jenem drähte waren burchschnitten unb bie Straßen I schicksalgeprüften Land unb Volk von der Ostsee mit Bäumen verdorrt kodiert worben, herab bis zu bem subetenbeutschen unb bayerischen Polizei unb Militär durchbrachen die Barrikaden, Wald, wo an zahlreichen Stellen durch Zerreißung um bie Stadt zu erreichen unb bie Drbmmg herzu- west-östlicher Verkehrswege unb burch Abschnürung stellen. In Queenstown ging ein Polizeioffizier des früher wirtschaftlich benutzten Hinterlandes handgreiflich gegen den Vizepräsidenten der Bor- Schäden entstanden sind, deren Heilung die Reichs- einigten Irland-Partei, B l y t h e, vor, als dieser regierung eingedenk des Bismgrckfchen Wortes, daß sich weigerte, fein Blauhemd mit dem Mantel zu dasSchickfal desOstens auch dasSchick- bf-bccfen. Bei Mibleton würbe ein Omnibus mit sa l des Reiches bedeutet, nach Kräften erstrebt. Blauhemden aus einem Hinterhalt beschossen. Wie Bismarck, der Schapfer der deutschen Ein- ohne daß dabei jemand verletzt wurde. | beit, so sind auch unser oerehrungswürdiger Herr Reichspräsident, Generalfeldmarschall von Hindenburg unb unser Führer und Volks- kanzler Adolf Hitler Persönlichkeiten, die dem Ost raum entstammen. Aus der innigen Verbundenheit mit Blut unb Boden ist das ge- schichlliche Werk der beiden Männer mit zu erklären, die heute die Geschichte des deutschen Volkes leiten. Mit Fleiß und Zähigkeit sind im Osten in ien jahrhundertelanger Arbeit Kulturtaten von beroun- ,lnK K t. - „ • J”’ dernswerter Größe geleistet worden. Ströme deut- e?sffnet Ber lch-r «eiftestraft haben non dort h-r ihren Aus. S a 1 b u .r D ° n gana genommen. Männer wie Kopernikus, Jakob i. n h ferner Segru6ung5anfpra4e tzoehme, Kant, Herder, Kleist, Fichte und Eichen- u. a. aus, als die HI. ihren Kampf begonnen habe, borff, um einige wenige zu neuen lind Bahn. gewesen heute sei sie b r c ch e r gesamtdeutscher Entwicklung W e l t^ gemarben^ ^hrJ ^ntinnrfinf’ h ff i bCr £etDefen- Ostdeutsches Schrifttum hat weit über die liafe t^0fShIbin** L®!”1"0’ lenzen der deutschen L'anbe hinaus Großes und fRrin.ina h br O’en Unvergeßliches geschaffen. Aus heißer Liebe zur fflruntotih, ru"9- ?kLerm Scholl? und mt, d erner Wlll-n-stär!-h°t d« B°u» f Q mbteK$croeflUnfl-,^abc 'ru* auf oft kargem Boden den Acker bearbeitet Ste- ein^TX"^1“ tifl,r ®”,rbefl'i6 3-ugnio ab oon d.r i3ti.it. mit allen Kräften in Angriff genommen werden. Sozialismus fei Kameradschaft. Heber die praktische Arbeit ber HI. im Dienste tes Sozialismus sprach sodann der Leiter des Sozialen Amtes in der Reichsjugendführung, Ober- &Ä’grdftÄ würStn Staatssekretär Reinhardt stellt Ermäßigung der Einkommensteuer in Aussicht ar^unn geädert und gepflegt. Berufsberatung unb Berlin, 4. Dez. (WTV.) Der Bunbber Ber- ork » -4DCrmittIunfl *önnen nur dann erfolgreiche linerHaus - undGrundbefitzeroereine Sättigen, wenn der Berufsberater den jun- veranstaltete gemeinsam mit verwandten Drganifa- gen Menschen in seiner Entwicklung und Anlage tionen im Sportpalast einen Generalappell an dem gan« genau rennt. Die Arbeiten der HI. geschehen etwa 22 000 Haus- und Grundbesitzer teilnahmen. «U?u Rcichsanstall für Für den erkrankten Re,chsarbeitsminister Seldte «d ^rbeitslosenversichsruny. sprach Staatssekretär Krohn vom Reichsarbeits- Ministerialrat Dr. Bartel» vom Reichsmini- minifterium. Er erinnerte an den im Jahre 1932 ftcrium des Innern ergänzte die Ausführungen erfolgten ersten Versuch, durch Reichszu- seine» Vorredners durch zahlreiche Beispiele aus der sch ässe die Schäden und Berfallserscheinungen an n nbftr 9?h* b„e ""breitete sich bann den Käufern wieder zu beseitigen. Die Rückwir - Dr. Jung st. Auch er hob hervor, daß den HI.- k unaen ber Zuschußakfionen auf Arbeitsmarkt Hauptaufgaben zufallen, ein- und Hausbesitz seien so vorzüglich gewesen daß eine mal bteGesundhettsfuhrung ber gesamten HI., ferner Sortierung bieder Mit io n in baö Arbeit ^Dynf9rnbern?h3Pr *dnlf«0 °B‘j*”1 , befchassungsprogramm dieses Sommers aufgenom- pftbem Denfcn. Jeder einzelne muffe auf feine men worden fei. Das Gesetz, durch das die hohe Tauglichke t untersucht werden, unb von bem Er- Summe von 500 Millionen Mk. für Instandsetzun- gebnts biefer UnterMjung hange die Aufnahme in gen xur Verfügung gestellt wurde, fei auf die per- n* ^um €d)lu6 fprach der Referent für sönliche Initiative des Reichskanzlers zurückzuführen ük^un/nhnfiTn'bi7S4maar Schon jetzt zeigen sich äußerst günstige Auswirkun. über Jugendpflege in der HI. acn. Da die leerstehenden Großwohnungen ein be- Das neue ^OnOtoerferaefeti. Ionl>ers drückendes Problem für den Hausbesitz bil- . c . deten, so fei es sehr erfreulich, daß bie Zahl ber . ' r,l1 n ■, - Der lDdg>D!k Stidjsrfgtming b u r d) letlunfl gtroonntn.-n SSobnuiwn sich m. ll>rcr l«6lc" SatoKMsfrBung ou* dn „ffleleft 1933 «.gen 1931 faft °.rl-ch,f°ch, hnde. Die Zahl Uder den Dorlaufig.n Sufbou de- deu-Ich.n chand. b |d)On wrif ^über hin. °d"ereder weitere Ichaflrsteuer ;Dn8 desLr. Ladern nn» Deiiere Cnlla. °be jor8t.x Rt genommen? $Jine(tettet des Steuerum- r Steuerreform ^ompiiziertheil ** Vielheit der °hre 5chlvh 3U l°d Gemein- r Llnheli be- ’Dn9 der Steuer- ft zu einer Sen- 'tauch dd» §G ne Generalmaß- »Wst und ZV n. l'etretör Neinhardi und arbeitmarkt' n den letzten G und die alle auf eit und somit auf »aushnite abgestellt ehilfinnen hat immen. Lurck bas (Ffeftiliwr/i' bereits 110000 lrbeimehmerjtnnd Met ehe Eni, xe\e 110000. f)in« 'lchäKgtenzisset in gleichen Industrien 5 handelt sich hier nde arbeitsmarkt- tische Umschich- Sie sührt zu einer Lrbeitrlosen' nkung der Finanzmd eine Berbesse- i und Abgaben in» • Einkommen und ,n 3« 8-e'Ä* I Mfß« , »>’ ü/ x» >r SnN« egerhmin» arge. 3m lett AeichraursW eaerhinterbliebenen- Teldte sagte, er el empsunden, dast Threnstellung tm hm aus Snmd se.' mbre. W lel 8™ )inge stärker anzu- der ülaflon^l°i,a’ berlindober, ft im R«ich-' ielet etttorte ]o- tiege bem W1 L'iKÄ Mst.« Seh' er Sied' baten 111 Oer 50. Verhandlungstag im Reichstagsbrandsiifierprozeß. Leipzig, 4. Dez. Der Reichstogsbrandstifterprozeh hotte heute den 50. Verhandlungstag. Voraussichtlich wird am Mittwoch die Beweisaufnahme geschloffen werden. Dann ist be- absichtigt, eine längere Pause zur Vorbereitung der Plädoyers einzulegen. In der heutigen Verhandlung werden zunächst 4 Zeugen aus dem Gerichtsgefängnis Guben vorgeführt. Der Invalide Wilhelm Nickel hat früher zugegeben, daß in seinem Hause kommunistische Geheimversammlungen stattgefunden haben. Der Zeuge erklärt, trotz aller Vorhaltungen des Vorsitzenden, da sei weiter nichts besprochen worden. Auch von einem geplanten kommunistischen Umsturz will der Zeuge entgegen seinen früheren Bekundungen nichts wissen. Der Vorsitzende verliest schließlich das polizeiliche Protokoll, in dem der Zeuge zugegeben hat, daß u. a. das Kraft- werk Finkenherd bei Frankfurt a. O. ge- sprengt werden sollte. Der Zeuge erklärt, er habe nur zugegeben, daß von dem Kraftwerk gesprochen worden sei, weiter wisse er nichts. Auch die anderen dreiZeugen wollen sich an frühere Bekundungen nicht mehr erinnern. Rechtsanwalt Dr. S e u f f e r t stellt dann im Benehmen mit Rechtsanwalt Dr. Sock einen neuen Beweisantrag, der sich mit der Möglichkeit der Inbrandsetzung des Plenarsaales allein durch van der Lubbe beschäftigt. Es sei fest- gestellt worden, daß zur Reinigung des Plenar- saales ein Putzmittel verwendet worden ist, das nach Aussage des Sachverständigen Schwer- b e n z i n enthält. Es ist behauptet worden, daß durch die häufige Verwendung dieses Putzmittels sich an den Holzstühlen eine derartige Schicht bildete, die zur Gasbildung neigt, sobald diese Räume kalt werden, und daß eben wegen dieser Gasbildung über dem_Gestühl eine plötzliche Entflammung möglich ist, wenn an irgendeiner Stelle ein Feuerbrand hineingebracht wird. In der Zuschrift ist behauptet worden, daß ein solcher Fall in Bad Kissingen bereits vorge- kommen ist. Dort ist durch das Herausfallen eines Kohlerrstückes in kürzester Frist ein Raum schlagartig in Flammen aufgegangen. Rechtsanwalt Dr. Seuffert beantragt, den Sachverständigen Dr. S ch a tz darüber zu hören, ob diese Behauptungen richtig sind. Auch der Hausinspektor Scranowitz |oll gehört werden, in welchem Umfange das Putz- mittel verwendet worden ist. Der Senat beschließt in diesem Sinne. Kriminalsekretär Kassebaum (Dortmund) hat seinerzeit die polizeilichen Ermittlungen in der Strafsache Rosner in Hamm geführt. Von diesen Angeklagten sind der Bauarbeiter Zerweis und der Installateur Brand, die zu 5 und zu 2 Jahren Zuchthaus verurteilt worden sind, als Zeugen anwesend. Kassebaum bekundet, er habe festgestellt, daß die Gruppen des Rotsrontkämpferbundes a u f Veranlassung der Partei gebildet waren und daß auch die Partei Gelder für Was- fenbeschaffung zur Verfügung stellte. Für die Wahl- nacht war höchster Alarm angeordnet und „die Nacht der langen Messer" vorbereitet worden. Man habe nur auf den Befehl zum Los- schlagen gewertet. Der Zeuge Zerweis bestätigt, daß im Fe- bruar Alarmbereitschaft bestand. Der endgültige Befehl sei aber nicht gekommen, so daß in Kreisen des Rotfrontkämpferbundes die Meinung herrschte, man müsse s e l b st losschlagen. Die Frage, ob der Reichstagsbrand das Fanal zum bewaffneten Aufstand fein sollte, verneint der Zeuge. Der Zeuge Brand bekundet, daß der ganze Rot» ftontkämpferbund im Februar neu organisiert worden war. Es fei davon gesprochen worden, daß in Düsseldorf beabsichtigt sei, die Gaswerke zur Explosion zu bringen, Kabel zu sprengen usw., um dadurch Verwirrung zu stiften und den Boden für den Aufstand vorzubereiten. Weiterverhandlung Dienstag. beginn des Prozesses um den VMverem für das kacholische Deutschland. Professor Dessauer und die Frankfurter Carolus-Druckerei. München-Gladbach, 4.Dez. (WEN.) Unter starkem Andrang des Publikums begann vor der Großen Strafkammer der „kleine Volksosrein- Prozeß". Die Anklage richtete sich gegen den früheren Direktor des Volksvereinsverlages Dr. Hohn, gegen den früheren Reichstagsabgeordneten des Zentrums, Pros. Dr. Dessauer (Frankfurt) und gegen dessen früheren Privatsekretär Dr. Knecht. Der Angeklagte Dr. Hohn weilt in Oesterreich. Das deutsche Auslieferungsgesuch ist abgelehnt worden. Die Anklage wirst Dr. Hohn als Geschäftsführer des Volksvereinslages vor, im Oktober 1928 die dieser Gesellschaft gehörigen Anteile an der E a - rolus - Druckerei GmbH., Frankfurt am Main im Minimalwert von 105 000 Mark für 85 000 Mark verkauft zu haben, obschon sie einen Wert von 155 000 Mark hatten. Dr. Dessauer soll Dr. Hohn zu der strafbaren Handlung durch Ueber- redung vorsätzlich bestimmt haben. Dr. Knecht wird der Beihilfe hierzu beschuldigt. Der 1. Derhandlungs- tag war mit der Vernehmung Dr. Dessauers ausgesüllt, der seinen Werdegang schilderte. Die Technische Hochschule habe er nach dem Tod seines Vaters verlassen müssen uckd sich dann ein kleines Laboratorium für Röntgenstrahlen eingerichtet. Dieses Laboratorium habe sich zu einem Werk mit 500 Arbeitern ausgedehnt, das Röntgenapparate und medizinische Geräte für das In- und Ausland herstellte. Durch seine Röntgenverletzungen habe er den Krieg nicht mitgemacht. Er habe 1917 in Frankfurt a. M. in Physik summa cum laude promovi rt und sei später an einen neuerrichteten Lehrstuhl an der Frankfurter Universität berufen worden. Nach dem Krieg habe er für die Zentrumspartei ein Stadt- verordnetenmandat angenommen. Damals sei man auch wegen einer Stützung der im Earolusoerlag erscheinenden Rhein-Mainischen Volkszeitung an ihn herangetreten. Um der katholischen Diaspora von Frankfurt a. M. die katholische Zeitung zu erhalten, sei er eingesprungen, habe bann aber auch so viel Macht haben wollen, wie zur Führung notwendig war, um die bestehenden Fehler beseitigen zu können. Er habe damals 800 000 Papiermark gezeichnet, deren Wert nur 135 Dollar ausmachte. Dessauer ließ sich dafür eine Valuta- sicherheit geben. Mit dem Volksverein kam Dessauer dadurch in Verbindung, daß der damalige Geschäftsführer des Dolksvereins, Dr. Kremer, den Dr. Hohn beauftragt hatte, sich in Westdeutschland nach einer katholischen Zeitung umzusehen, an der der Volksverein ober der Volksoereinsverlag sich beteiligen könnten. Dessauer gab die Hälfte feiner An- teile an der Carolusdruckerei an Dr. Hohn ab. Beide verpflichteten sich, daß jeder stets die gleiche Zahl von Gesellschaftsanteilen beim Earolusverlaa besitzen sollte. Nach der Goldmarkumstellung betrug für beide der Anteil an dieser Druckerei je 73 000 Mark und nach einer späteren Kapitalerhöhung je 105 000 Mark. Als 1928 der Dolksoereinsoerlag in finanzielle Bedrängnis kam, erbat Dr. Hohn von Dessauer die Zustimmung zur Verpfändung der Anteile der Carolusdruckerei, die Dessauer aber nicht gab. Die Carolusdruckerei kaufte selbst diese Anteile vom Volksvereinsverlag. Die 90 000 Mark, die er dafür bezahlt tjabe, seien die höchste Summe gemeßen, die er beschaffen konnte. Er habe die Immo- bilien seines Verlages bis auf >das äußerste belastet. Ein außenstehender Käufer hätte zu jener Zeit für die Anteile an der Druckerei, die 4, ober 5 ober 6 Prozent Dividende gab, wohl weniger bezahlt, denn damals hätten 9prozentige Goldpfandbriefe nur einen Kurs von 92 Prozent gehabt. Er holte deshalb dieses Geschäft für ein durchaus anständiges. Er habe dabei nur dem Dolksoereinsoerlag helfen wollen; außerdem fei dem Volksvereinsverlaq ein Rückkaufsrecht zum gleichen Preis für die Dauer eines Jahres eingeräumt worden. Die Verhandlung wurde bann auf Dienstag vertagt. Oer Kälteeinbruch in Mitteleuropa Die am Samstag in Mitteleuropa eingebrochenen trockenen arktischen Kaltluft massen haben in Deutschland einen Temperatur st urz gebracht. In ganz Norddeutschland herrscht über 10 Grad Kälte. In Berlin wurden stellenweise 13 Grad Kälte gemessen. Die größte Kälte wird aus Schlesien gemeldet. Hier sank die Tempcraur im Flachlande auf minus 15 Grad. Die tiefsten Temvera- hiren werden aus der ©raffdjaft Glatz mit 21 Grad Kälte gemeldet. Im Hochgebirge, wo Slld-Oftsturm herrscht, läßt die Kälte bereits nach und Föhnwitterung stellt sich ein, während die Kältetemperaturen bei 7 Grad liegen. Aehnlich lauten die Meldungen aus Sachsen. Der Fichtelberg hatte 18 Grad Kälte zu verzeichnen. Die thüringischen Wintersportplätze melden Kältegrade zwischen 16 und 19 Grad bei rund 30 Zentimeter Schneehöhe mit guten Sportmöglichkeiten. Auf der Elbe hat bereits Treibeisbildung eingesetzt, die durch den ungewöhnlich niedrigen Wasser- stand noch begünstigt wird. Die Temperaturoer- hältnisse in Mitteldeutschland sind ähnlich, wie in Berlin wo bis zu 13 Grad unter Null gemessen wurden. Dagegen ist es in Sudbayern bedeutend milder als im Norden. Mittenwald hatte am Montag sogar eine Temperatur von 1,9 Grad über Null, während auf der Zugspitze 4,9 und auf dem Predigt- stuhl bei Bad Reichenhall minus 1,3 Grad gemessen wurden. Westdeutschland hatte am Montagfrüh Temperaturen bis zu 13 Grad unter Null zu verzeichnen. Auf den höchsten Kämmen des Sauerlandes besteht Möglichkeit zur Ausübung des Skisports. Köln meldet am Montagfrüh 5,4 Grad Kälte. Infolge der scharfen Kälte hat sich hier und da auf den Nebenftüssen des Rheins Treibeis gebildet. So trieb der Main am Montag Treibeis bei Schweinfurt, Würzburg und Lohr. Die Main- fchlftahrt ist daher schon teilweise eingestellt worden. Auch für die Lahn und den Neckar besteht jetzt die Gefahr, baß sie über Nacht Treibeis führen werden. In den Montagabendstunden führte auch die Mosel leichtes Treibeis. In ganz England hat während des Wochenendes i rt r e n g e r Winter eingesetzt. Eisige Ostwinde haben starken F r o st und teilweise starke Schneefälle gebracht. In Südwales liegt der Schnee an manchen Stellen über einen Meter hoch. Aus einigen Strecken wurde der Verkehr durch starke Schneeverwehungen lahmgelegt. Nord- und Süd- wales liegt unter einer hohen Schneedecke. Don der l Ost- und Südküste Englands werden starke Stürme gemeldet. * In ganz Holland herrscht überaus strenge Kälte. In Alkmaar sind zahlreuye Gasleitungen gesprungen. Die Gasversorgung für beinahe die ganze Stadt und die umliegenden Ortschaften mußte ein- stellt werden. Zahlreiche industrielle Betriebe, deren Maschinen durch Gasmotoren angetrieben werden, mußten stillgelegt werden. Das Personal wurde nach Hause geschickt. Auch die Schulen wurden geschlossen. Die Schiffahrt mußte auf dem gänzlich vereisten Dselmeer, sowie auf mehreren Kanälen eingestellt roenben. ♦ Nach Meldungen aus Swerdlowsk (dem früheren Jekaterinburg) wurden dort am Montag 4 3 Grad Kälte gemessen. Die Kälter dauert an. Alle öffentlichen Arbeiten mußten eingestellt werden. Kölnische Zeitung und Giadtanzeiger beschlagnahmt. Köln, 5. Dez. (WTB. Funkspruch.) Die gesamte Ausgabe der Kölnischen Zeitung und des Stadtanzeiger sind am 5. Dezember polizeilich beschlagnahmt worden. Kleine politische Nachrichten. Die Bauernorganisationen im Saargebiet haben einmütig den Beschluß gefaßt, tünf- tig alle Meinungsverschiedenheiten auszuschalten und sich unter Aufgabe ihrer Selbständigkeit zur „Bauernschaft der Saar" zusammenzuschließen. Don zuständiger Seite wird mitgeteilt: Die Behauptung des „Manchester Guardian" vom 2. Dezember, daß am 1. Januar d i e Arbeitsdienst- pflicht in Deutschland eingeführt wird, entspricht nicht den Tatsachen. Der Wiener Gauleiter der NSDAP. Frauenfeld ist verhaftet und nach längerem Verhör wegen angeblichen Hochverrats in das Landesgericht eingeliefert worden. Wie von der Polizei dazu mitgeteilt wird, sollen bei einem Fleischergesellen 800 Exemplare eines Flugblattes gefunden worden fein, dessen Text angeblich von Frauenfeld stammen soll. In dem Flugblatt sei zum Widerstand aegen das in Oesterreich herrschende System aufgerufen worden. * Der frühere Rektor der Wiener Universität, Professor Gleispach, ist nach Berlin abgereist, wo er an der Universität als Strafrechtslehrer wirken wird. Als der Zug aus der Bahnhofshalle fuhr, fangen die Studenten mit erhobener Rechten das Deutschlandlied. Mit Professor Gleispach, der auf Grund seines betont nationalen Bekenntnisses zwangsweise pensioniert wurde, verliert Wien einen Gelehrten von Weltruf. Aus afler Welt Prof. Dr. Hermann Wirth errichtet eine „Freilicht- fchau des deutschen Ahnenerbes". Der bekannte Erforscher der Urgeschichte, germanischen Vorgeschichte und Volkstumskunde, Professor Dr. Hermann Wirth, wird mit staatlicher Unterstützung unweit von Potsdam eine „Freilicht - schau des deutschen Ahnenerbes" errichten. Diese Schau soll eine vollständige Sammlung der geistigen Erbmasse aus germanischer Vorgeschichte, Volkstums- und Heimatkunde darstellen. Es soll damit etwas Organisches geschaffen werden, das die Dolkskultur von der germanischen Vorgeschichte bis zur Gegenwart umfaßt. Die Schau soll sich dabei aber nicht nur auf die deutsche Vorgeschichte beschränken, sondern umfassend auch die Denkmäler der Vorgeschichte aller germanischen Länder enthalten. Das Ganze soll eine deutsche Weihestä11e werden, in der die geistesgeschichtlichen und typologischen Denkmäler unserer Volkskultur nebeneinander landschaftlich aufgebaut werben. Im Zusamm-nbang mit dieser Freilichtschau soll eine große Halle im Blockhausstil errichtet werden, die als Ausstellungsraum für Modelle und Abbildungen sowie solche Denkmäler verwandt wird, die nicht geeignet sind, unter freiem Himmel zu stehen. Außerdem soll ein Freilichtthea- t e r geschaffen werden. Ferner beabsichtigt Professor Wirth eine Forschungsanftalt für Geistesurgeschichte mit einer Arbeitsgemeinschaft der Dozenten und Studenten. Als Gelände für diese umfassende Schau sind die zur Oberförsterei Kunersdorf gehörigen Wälder um den Witkiekenberg bis zum Schwielow- see und Linnewitzsee südlich von Potsdam ausgesucht worden. Professor Wirth hat bereits am Rande dieses Geländes in Michendorf Wohnung genommen, um von hier aus die Vorarbeiten zu leiten. Anerkennung fliegerischer Leistungen durch Reichsminister Gering. Der Herr Reichsminister der Luftfahrt hat der Segelfliegerin Hanna Reitsch und dem Pc> lzei- obenneifter Gutsche für ihre großen persönlichen Leistungen bei ihren Dauersegelflügen in Rossitten und auf Sylt seine besondere Anerkennung übermitteln lassen. (Eine TTtotorbräfine v-mnglückt. — Ein Toter, zwei Schwerverletzte. Aus der Kleinbohnstrecke Rad"beul—Radeburg (Sachsen) stießen eine mit vier Personen besetzte Motordräsine der Bahnmeisterei Radebeul und ein beladener Kleinbahnwcwen zusammen. Dabei wurden drei Insassen der Dräsine schwer verletzt. Sie wurden in ein Krankenhaus gebracht, wo einer der Verunglückten seinen Verletzungen erlegen ist Achtzehn chinesische Banditen hingerichtel. Wegen Teilnahme an dem UeberfaU auf den Sibirien-Expreß in Mandschukuo bei Tsitsikar wurden 18 chinesische Banditen sestgenom- men und vom mandschurischen Kriegsgericht zum Tode verurteilt. Die Todesurteile wurden sofort durch Erschießen vollstreckt. Winterfest des Kavallerie-Vereins. Zugunsten der Winterhilfe veranstaltete der Ka« vallerieoerein Gießen am Samstag im Cafä Leib ein Winterfest, bas sich eines guten Besuches erfreute. Den musikalischen Teil der Veranstaltung hatten Mitglieder der Kapelle der SA.» Reserve in uneigennütziger Weise übernommen, die mit guter Musik einen Teil des Programms bestritten. Unteroffizier ß a n b e f e I b (4. MGK. J.-R. 15) sprach den Vorspruch, der von Kamerad Heyd oer» faßt war und starken Beifall fand. Sodann hielt der Führer des Vereins, Kamera» Hartmann, die Begrüßungsansprache, in der et besonders die Kameraden der Reichswehr, der SA. und SS., sowie die Vertreter der übrigen Vereine herzlich willkommen hieß. Zwar sei keine Zeit, rauschende Feste zu feiern, wohl aber könnten alte Kameraden einige Stunden zusammen verbringen in einer Zeit, in der das ganze deutsche Volk durch Adolf Hitler geeint fei. Dem Führer gelobe auch der alte Soldat, bei in feinem Verein die Pflege der Tradition des ruhmreichen deutschen Heeres zur Aufgabe habe. Treue und Gefolgschaft in Leben und Tob. Der Ehrenvorsitzende des Vereins, SA.-Reserve- Sturmbannführer Soldan, gab in einer An- spräche zunächst seiner Freude darüber Ausdruck, wieder einmal unter alten Kameraden weilen zu können. Kameradschaftliche Zusammenkünfte müßten auch einmal sein, um bas deutsche Volk in ber Volksgemeinschaft enaer zusammenschließen zu helfen. Nach bem Frieoensvertragabschluß von Versailles sei es unser Führer Adolf Hitler gewesen, der den Wahnsinn dieses Vertrages zuerst in seinem vollen Ausmaß durchschaut habe; auch die Krieaer sahen ein, daß Deutschland nach dem Kriege ehrlos und wehrlos gewesen sei, sie schlossen sich zusammen. Auch ber Kavallerist habe gegen Die Kriegsschulblüge Front gemacht. Die Kriegervereine seien in der vergangenen Zeit manchen Schwierigkeiten ausgesetzt gewesen. Adolf Hitler, der mit sieben Mann begonnen habe, habe auch die SA. und die SS. geschaffen, der es zu verdanken fei, daß das deutsche Volk wieder frei sei. Aber nach bem Kriege seien wir nicht ohne Schuld gewesen am Niedergang des deutschen Volkes. Es hätte erkannt werden müssen, worum es in unserem Vaterlande gehe. Erst 1930 sei es heller geworden. Damals seien die Nationalsozialisten mit 107 Reichstagsabgeordneten in den Reichstag eingezogen. Wäre Adolf Hitler schon 1930 in den Besitz ber Macht gelangt, so hätte bem Volk unenblich viel Schweres erspart werben können. Adolf Hitler haoe ein schwereres Erbe angetreten, als je ein Staatsmann vor ihm. Aber er führe Deutschland wieder dahin, wo es dank feiner Kraft und Stärke hingehöre. Es fei nun aber auch an uns, die begangenen Fehler wieder gut machen zu helfen. Adolf Hitler habe viel Leid erfahren müssen, habe Gefangenschaft und Festungshaft auf sich nehmen müssen, um seines Volkes willen. Das Führerprinzip habe es ermöglicht, daß ber große Kavalleristentag in Gießen burchgesührt worden sei, dessen man sich heute noch mit Begeisterung erinnere. Ohne dieses Führerprinzip wäre die große Veranstaltung nicht denkbar gewesen. Das Führerprinzip sei das einzig richtige für unser Volk. Deutschland werde auch nicht wieder nach Gens gehen, ein internationaler Parlamentarismus gelte uns nichts. Niemals habe sich ein Staatsmann gefunden, um dem Unfug von Genf ein Ende zu machen, erst Adolf Hitler habe kommen müssen und dem Treiben Halt geboten. Alles was in Genf geschehen sei, sei für die Feind- bundmächte geschehen. Was man dem Führer alles zu verdanken habe, wisse man, man wolle aber auch des ehrwürdigen Reichspräsidenten von Hindenburg gedenken, durch dessen Entscheidung die Geburt des neuen Deutschland habe Wirklichkeit werden können. Dem Reichspräsidenten von Hindenburg und bem Volkskanzler Adolf Hitler galt deshalb das dreifache „Sieg-Heil", das von den Teilnehmern begeistert ausgenommen wurde. Im Anschluß daran wurden der erste Vers des Deutschland- und des Horst-Wefsel-Liedes gesungen. Im weiteren Verlaufe des Abends wurde einer Reihe verdienter Mitglieder durch den Vereinsführer Hartmann im Auftrage Sr. Exzellenz des Generals von Einem eine besondere Auszeichnung zuteil. Die Herren Wilhelm K u t s ch r a d , Wilhelm Mühl, Karl Porr, Michael Kolb, Louis Geller, Otto Rühl, Heinrich Hederich, Karl Sommer und Heinrich Bachmann erhielten bas Mackensen-Ehrenkreuz 1. Klaffe. Karne- rnb Otto Rühl dankte im Namm ber Kameraben für bie ihnen zuteil geworbene Ehrung. Nachdem die Turnerinnen des Turnvereins 1846 einen humorvollen Reigen aufqefübrt hatten, gelangte nach einigen weiteren Musikstücken ein von den Kameraden der 4. (MG) Kompanie des hiesigen Bataillons wiedergegebemr unterhaltsamer und von ferhbaftem Humor erfüllter militärische Schwank zur Aufführung, ber stürmischen Beifall erntete. Der Badenweiler Marsch beschloß ben offiziellen Teil bes wohlgelungenen Abcnbs. Wetter: anssa^e. Noch immer liegt Deutschland tm Bereich der Hochdruckbrücke, so daß die Luft in absinkender Bew gung bleibt und somit meist klares und trockenes W.Iter herrschen wird. Die Sonnenstrahlung wird wohl am Tage, da sich die Kaltluftzufuhr gelegt hat, Milde- rung bringen, doch ist in den Nächten weiterhin mit starkem Temperaturrückgang zu rechnen. Vorhersage für Mittwoch: Nachts noch stärkere Strahlungsfröste, am Tage milder, leicht wolkig, vorwiegend aufheiternd, trocken. Vorhersage für Donnerstag: Abschwä- chung des Frostes. Lufttemperaturen am 4. Dezember: mittags — 4 Grad Celsius, abends —8,1 Grad; am 5. Dezember: morgens —9,6 Grad. Maximum —3,7 Grad, Mini- mum —10,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. Dezember: abends —15 Grad; am 5. Dezember: morgens —2,2 Grad Celsius. — Son- nenscheindauer 5>i Stunden. Kinder-Schlupfhosen,warm gefütt.,von 30Pf an Wollene Strümpfe, kräftige Ware, von 50 Pf.an Prinzeßröckchen, warm gefüttert, von 95PLan Leib- und Seelhöschen, warm gefüttert oderwollgemischt............von 95 Pf.an Dam.-Schlupfhosen, warm gefütt, von 75 Pf.an K'seid Schlupfhosen, warm gefütt, von 95 Pf an Prinzeßröcke, warm gefüttert... .von 125PLan Strümpfe, prima Waschseide, plat, von 100 Pf.an Frauenstrümpfe, extra stark.....von 135 Pf.an Handschuhe,warm gefüttert.....von SSPf.an Herren-Unterhosen,wollgemischt,von 95 Pf an Herren-Unterhosen,warm gefütt .von 125 Pf an Normal-Jacken, wollgemischt ... .von 100 Pf.an Herren-Socken, reine Wolle......von 65 Pf.an Wärmflaschen,29cm............von 75Pf.an Wärm flasch.,sch w. verzinkt,29 cm von 95 Pf an Wärmfl.,r. Kupf.,schw Ware,29cm,von225 Pf.an Gummi-Wärmflaschen,best Qual., von 120 Pf.an Leibwärmerm.Messingverschr. ..von 35Pf.an Knecht Ruprecht kommt «t», er will euch aelgea viel viel Oescheahe ftr Groß oad Klein I Allen braven Kindern unsrer Kunden.die am Mittwoch bei uns einkaufen, wül Knecht Ruprecht eine Freude bereiten. — Außerdem haben wir für die kalten Tage einen großen Posten Winterartikel besonder« billig m nur besten Qualitäten auf unseren Auslagen aufgestellt. Deshalb Mittwoch zu n»iK Lauer & Wöll ■ Markisiraße (früher Kaufhaus Elsoffer) Beinkleider •ui edeliter Wolle Wühler "Hanna imwer Für die Bettkolter kalte Jahreszeit: Steppdecken Fenstermäntel bei größter Auswahl in allen Preislagen BahnhofstraßeNr. 31 Spezial geschält für Teppiche u.Gardinen vWWWWWWWUWWWWUWWMWMssMüMim! Srische s-sive Mittwoch, Donnerstag, Freitag: Pa. Kabeltau o. St......Pfund 0.22 im Ausschnitt . . . Pfund 0.25 ff Nords.-SeelachS o.St. Pfund 0.30 im Ausschnitt .. . Plund 0.35 Frische Schells. o.St., - ff.Bratschcllf. Ojrüne Heringe — Merlan (Goldbarsch o.St. . . Pfund 0.2R Frische Filets Pfd. 0.40, 0.50,-0.55 Frische Fisch-Koteletts Pfund 0.35 Irische Näuchcrwarcn: OoM ff Fluß- und See-Aal, Sprotten, frische Bückinge und Seelachs. WirößrnnemalöÄ0'^ Unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Wilhelmine Nickel Wwe geb. Schiffmann ist heute, kurz nach vollendetem 85. Lebensjahre, sanft eingeschlafen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenem Karl Nickel, Ober-Widdersheim Gießen (Gr. Steinweg 11), den 4. Dezember 1933. Stellenangebote Die Beerdigung findet Donnerstag, den 7. Dezember, 15 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll] NI. • Ul Markt 16 7228 A u. Prinzessröcke loingestrickt. reuen die Heul Heute morgen gegen 4 Uhr entschlief sanft nach kurzem Krankenlager meine geliebte Frau, unsere Lebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marie Zölzer, geb. Daum kurz vor Vollendung ihres 58. Lebensjahres. Im Namen der Hinterbliebenen: Heinrich Zölzer sen. Gießen (LIebigstraße 67), den 4. Dezember 1933. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 7. Dezember 1933, nachmittags 2 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt 0(MI aller Art werden durch Doppelherz, das anerkannte Nervenkräftigungsmittel, beseitigt. Dreimal täglich ein Gläschen Doppemerz und Sie fühlen sich wieder friscn und kräftig. Doppelherz erneuert das Blut und stärkt den ganzen Körper. Probefl. RM 1,95, Originolfl. RM 3,70 u. RM 4,65, Doppelherz-Dragees RM 1,50. Zu haben in d. nachstehenden Drogerien • Drog. C. Seibel, Frankf. Str.; 0. Win ter holt. Kreuzplatz 9/10-. H. Eigen, Seltersweg68a: Grün berg: Karl Schott u. sämtl. Filialen Erwerbslose Guln Berölenft durch Berkaus unseres Gesundbeits- Kalenders. nuD Grünkrcuz-Werk, W.-Barmen'U. ASTO RIA-LICHTSPIELE Sepp Rackl, München D.S.V. Berufs-Ski- und Sportlehrer spricht am Mittwoch, dem 6. Dezember, 8.30 Uhr an Hund von prächtigen Lichtbildei n über Winter in Oberbayerns Bergen Eintritt 3ö Pfennig, Schüler 20 Pf. ?S35c ist was Schönes. Ueberall, wo so eine Menschenmenge beieinander sitzt, tanzt, singt oder trinkt, da ist es lustig und alles guter Laune, wenn — nun ja. wenn eben auch alles recht gut warm ist, z. B. in der Kirche, tm Versammlungslokal, in der Wirtschaft, im Laden, einfach überall wo viele Menschen in einem Raume friedlich und einträchtig nebeneinander sind, da ist jetzt im v lnter die Wärme der einzige Punkt, um den sich alles dreht. Davon hängt der Erfolg ab! Oefen für so große Räume müssen schon ganz hervorragende Wärmespender sein, und da stehen weit im \ ordergrund die allbekannten Oranier Großraum Oefen. Die Kerle sollten Sie mal brennen sehen. So ein Oranier bringt ein paar tausend Menschen in beste Laune. Dabei schiebt er aber sehr wenig an Brennstoff ein. Er braucht par nicht mehr, weil er eben praktisch gebaut ist. Abo ein sparsamer Ofen unter den Oefen. Wie eigens dazu entworfen, fügt sich seine Form in jeden größeren Raum wunderbar ein. Der Besitzer eines Oranier-Gi oßraum-Ofens steht hoch im Ansehen.--Und Ihr nächster Schritt — natürlich zum Oranier mit seinen günstigen Preisen. Bitte um zwanglose Besichtigung. J. B. Häuser • Gießen Am Oswaldsgarten meA Ruf Nr. 2145—.146 nithl. madien schlank und sind überaus bequem und engenehm im Tragen. Sinnreiche Verslirkurv gen und MoMensicherheil erhöhen die Heltberkerl Die Beinkleider haben Riegel tum Einbinden von Schrittschonem. 6rohe Auswahl in den modern, •ton farbtönetv Spezialhaus Frdr. Teipel Schöne Uiuim-MWg im Seltersweg per l.Fan.1934zuoerm. Schristl.Angeb.unt. 06849 a. Gieß. Anz. Nähe Bahnhof schön möbliertes Zimmer eoentl. mit 2 Betten zu vermieten. Mtl] Bahnbofstraße76,I. £aden mit 2 Schaufenstern tun Selteröweg zum 1. Januar 1934 zu vermieten. Schriftl.Angeb.unt. 06848a.d.Gieh.Anz. | Mietgesucne | Schöne große 3-3iia.-®o6ii. in guter, sonniger Lage gesucht. Schr. Angeb. mit Mietvr. unt. 06851 a.d.G.A. Akademiker sucht möbliertes Zimmer mögl. mit Zentral- • ieizung. Schr. Ang. u.06846an d.G.Ä. I iiuh., gut heizbares I StaöiPijimnier für sofort gesucht. Schr.Preisanaeb.u O6840a.d.Gieh.Anz. Freundlich möbliertcsZimmer mit elektr. Licht zu mieten gesucht. Schr.Ang. m. Preis- ang.vro Woche unt. 06852a.d.Gietz.Anz. Verireier gesucht! Als Generalvertreter eines gröberen Siegerländer Werkes der Blechwarenbranche (verzinste Wannen, Eimer, Kessel, 9J1ÜU- eimer, Badewannen ufro.) suche ich für den Bezirk Gießen einen bei den Eisenwaren-Geschäften gut eigeführten /333 v Untervertreter mit Sitz möglichst in Gießen. Angebote erbeten unter W. 8. 1987 an Annoncenbüscher, Siegen i. W. V.. Bekanntmachung. Betr.: Gewährung von Sachleistungen an Hilfsbedürftige— Bedarfsdeckungsscheine B — nach dem Gesetz vom l.Juni 1933. Der Herr Rcichsminister der Finanzen hat für Zuschüsse an Bezirksfürsorgever- bände zum Zwecke der Hingabe von Sachleistungen an Hilfsbedürftige Mittel zur Verfügung gestellt. Die Beschaffung von Sachleistungen erfolgt durch Hingabe von Bedarfsdeckungsscheinen B. Für den Bezug durch diese Bedarfsdeckungsscheine B kommen Kleidung, Wäsche und Haushaltungsgegenstände in Betracht. Verkaufs- stellen, die bereit sind, Bedarfsdeckungsscheine B anzunehmen, werden hiermit aufgefordert, schriftlichen Antrag auf Zulassung zur Entgegennahme dieser Be- darfsdeckungsscheine bis spätestens S. Dezember 1933 auf dem Wohlfahrtsamt, Gartenftraße 2, zu stellen. 7330D Gießen, den 4. Dezember 1933. Bürgermeisterei Gießen (Wohlfahrtsamt). Giebener Konzertverein Donnerstag, 7. Dezember 1933. 20 Uhr, in der Stadtkirche Drittes Konzert — Joh. Seb. Bach Weihnachts-Oratorium für Soli, Chor und Orchester. Leitung: Prof. Dr. Stefun Tem»ivary. — Der Akaiem. Gesangverein, verstärkt durch Mitglieder anderer hiesiger Gelang- vereine. — Knaben der höh. Lehranstalten. — Der Glefieaer Oreheiterverein. - Solisten: Lori Fischer ;Alt\ Seh. ■ILer (Tenor), Erich Beyer-Stephu Baß). Eintrittskarten: Mk. ILO, 2-2"», 3.00 bei Ernst CliaUier und abends an der Kasse. Studentrnkarten 80 Pf. bei Herrn Sekretär Ritter und im neuen Studentenhaus. „»o Sin neues Geschenk' buch für Lalor, freunde! DKinnsKtes Leven kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm Don Karl Otto Sartels 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Äildunterschristcn, Namensangaden und ausführlichem Text Mit einem Geleitwort von prot Dr. Oeegener, Universität Lerlin. preis: kart. RM. 3.90, gebd. RM. 4.30. Jn meist rhastkn Lichtbildern hat hier einer der felnflnnlüflen Beobachter bi» »unberbarftrn Natururtunbrn Jener -fiel .en Tierwelt »ufammenaelragtn, deren Leben gewodnheiten Im al arme nen lehr weniq fcefannt sind. Auch In den kleinsten Diaaen offenbart die Aatur Ihre (?chSnheiien. die und Menschen tief beglücken fSn.ien, wenn wir sie ju lehen «rfteoen. Verlangen Sie kostenlos bas bebilderte Derbeblatt Zu beziehen durch jede Luchhandlung Hugo Bermühler Verlag,Beriin-Lichterfelde Anmut und Schönheit durch Cardy Hautcremeseife zu haben bei: H.EIges, Hindenburg Drogerie, Seltersweg Engel-Apotheke A. Hab ich Gustav beisse, Seltersweg Richard Grünewald, Bahnhofstraße 27 E. Koch L Sohn, Parfüme-Ie, Seltersweg Jakob Maternus, Kiinikstraßs 22 Hans Noll, Ludwigspiatz Drogerie Hans Nöl', Neustadt-Diolene August Wallenfels, Marktplatz 17 simü li. ..................... ...................................... ........... ................I .^'L°,?-Mäsche-Stofse Herren durch den Ä ___ _ Verkauf erftflaffiner Kaffees und TeeS. 728t d • -TWvlip Zclterctoeo 46 Broll A Peter* Bremer Kalteehandel Bremen, Xohl. Str. I. Tüchtiges ziMMMell nenen hoben Lobn gesucht. o«8S4 SelterSweg 40. Verkäufe Ein6Woch. tragend. Tl4ittcr*chwcln 2.Wurf, bat umftän- bcbalbcr zu verkauf. Slarl DhcberoaU Aüenbain. tm*d Läuferschweine zu verkaufen. Slrofborfcr Str. 37. Klavier Harmonium Svrechavvarat gebraudit, billig Straube. Lich Garbenteich. Str.15 Kombinierter SWlllMMl für Schallvlatten u. tRabio, bervorrag. Marke, lehr gut erhalten, billig zu verkaufen. »...i Vahnbofftraste76,l. WegenHeizungSanl. ein vrachtv. modern. Fenster, Türen und sonstiges Abbruchmaterial kann laufend abge« Holt werden.