Nr. 285 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Dienstag, 5. Dezember M3 Oer Tag -es Pferdes in Gießen. Am Sonntag in den Mittagsstunden bewegte sich anläßlich des Tages des Pferdes ein langer Derbezug von Pferden und Fahrzeugen aller Be- fpannungsarten von Oswaldsgarten aus durch zahlreiche Straßen der Stadt zum Oswaldsgarten .zurück. Der Umzug unter Führung von Reitlehrer Schömbs, der den Tag des Pferdes/in Gießen 'vortrefflich organisiert hatte, fand die starke Auf- inerkfamkeit unserer Mitbürger und war auch wert, «daß man ihn mit Interesse betrachtete. Der Zug .zeugte von der Vielseitigkeit der Mitarbeit des 'Pferdes im Dienste des Menschen und wurde dadurch zu einer guten Werbung für den trotz aller Maschinisierung und Mechanisierung immer noch Vollgültigen „Hafermotor". Im Anschluß an den Umzug marschierten die leilnehmenden Gruppen auf Oswaldsgarten auf. Hier hörte man dann die Ansprache des Tages. 2Jn dieser sagte Prof. Or. Kraemer, Direktor des Tierzuchtinsiiiuis der Universität Gießen: Seit Jahrtausenden ist das Pferd der treue Ge- 'ährte des Menschen. In der Landwirtschaft ehen wir sein Werden, seine Jugend, seine Arbeit «in Altern. . . ein Freund ist es uns, der Pflug iirtb Egge zieht, der die Ernte heimbringt, die ein herrlichen Werke! Stolz dürfen wir sagen: E r w a r unser, denn auch hier in Gießen hat er studiert. Im Dezember 1928 schrieb er mir wörtlich: „Es ist ganz zweifellos ein gut Teil Ihres Geistes gewesen, der noch in mir nachwirkte, als ich mich aus Verantwortungsbewußtsein gegen die Rot unseres Bauerntums dazu aufraffte, meine Gedan- ken in meinem Buche niederzulegen. So ist denn meine Gießener Zeit fruchtbringend geworden." „Ich glaube sogar sagen zu dürfen, daß im Hinblick auf die ideelle Seite der Arbeit ich dabei mehr oder minder ganz Ihr Schüler gewesen bin." Nicht um mich selbst hier zu beweihräuchern, sondern für Gießen, für mein Institut auf dem Oberen Hardthof sage ich das! Doch um auf die Reitervereine zurückzukommen: Da lernt nun die Jungmannschaft der Bauern den Umgang mit dem Kameraden Pferd, feine Pflege, lernt reiten und Fahren, wird ritterlich und gut! Und die schönen Bilder wirken auch wieder auf die städtischen Kreise zurück. Auch hier neue Reitervereine, in denen nun Viele alles erlernen können, was früher in unserem ruhmreichen alten Heere die jungen Soldaten gelernt hatten. Besonders gehört aber auch die studierende Jugend aufs Pferd, jeder, der es irgendwie bei der heutigen oft ganz unglaublichen Ueberlastung im Hochschulstudium und bei seinen Mitteln sich noch gestatten kann, deniz auch das Reiten ist eine n- V N Unioersikätsprosessor Dr. Kraemer (Gießen) bei seiner Ansprache. •1 y. *• MM gütiger Himmel spendet. In Handwerk, Gewerbe und Industrie sehen wir es schaffen, unermüdlich, schwere Lasten ziehen. Im Verkehr Irotzt es den mechanischen Fahrzeugen, Automobilen unb anderen, wenn es sich nicht um zu weite (Entfernungen handelt. । Noch immer besitzen wir fast 3,5 Millionen Pferde, auch wenn sich natürlich der Minderlledarf des Heeres auswirkt. Im K r i e g e hat es all die Leiden, Qualen und Schrecken mitertragen, hat treu ausgehalten in Hunger und Elend, wie ein guter Kamerad. Ehrend wollen wir seiner heute gedenken! Wie wundervoll zeigt sich auch im Sport, bei ben Leistungsprüfungen der Kamerad Pferd! In mannigfachen Formen und Gestalten er» scheint er, aber immer ist er „schön"! Denn für uns muß das schönste zugleich das zweckmäßigste fein, con den Schwerathleten bis zu den Rennern! höchste Eignung, höchste Zweckerfüllung — das ist es! Danken wir besonders auch den ländlichen Rei- lervereinen! „Motor statt Pferd", hieß es! Nein „Motor und Pferd" heißt es heute, hoffnungsfroh, kenn die uralte Liebe zum Pferde läßt sich der Germane nicht rauben! Man schuf die ländlichen Reiter- unb Fahrvereine in trefflichster Organisation, als Äwsdruck kraftvoller Entschlossenheit unserer Bauern, bie nun endlich in ihrer Bedeutung für Blüte und Unsterblichkeit der Nationen erkannt werden. Schon vor 30 Jahren schrieb ich über den Unter» aang der früheren Kulturvölker durch den Verlust ihres Bauernstandes . . . „als der Bauernsohn aus ben Legionen verschwunden war, da ging es zu Ende mit der römischen Macht" . . . (Momsen). Mer es ging mir wie Moses, dem ersten Privat- dazenten, denn es steht geschrieben: „Und sie höre- ler Mosen nicht!" Aber nun hat unser lieber Herr D a r r 6 dem Skuerngebanfen zum Siege verhalfen burch seine Wissenschaft, wenn es in vollenbetsten Formen gepflegt werben soll. Nach bem Kriege hatte bie Verarmung ber Ebel- ften, ber Besten, ber Opferwilligsten zu einer Einschränkung ber sportlichen Betätigung geführt. Vieles mußte roieber einaeholt werben, was versäumt worben war, unb bas Tempo bes Lebens würbe hastig, oft gerabezu „schwindelhaft" nach jeder Richtung. Die Verarmung und die Finsternis der Zeiten verboten zudem das Zurschauführen prächtiger Luxusgespanne — das Automobil gewann an Zahl und Bedeutung. Aber gerade die Volksgenossen in geistiger Tätigkeit jeder Art — Kaufleute, Beamte, Wissenschaftler, Künstler —, sie kehrten zum Pferdekameraden , zurück. Pferdesport ist nicht nur mechanisch, ist auch nicht nur für den Körper gesund, sondern er bietet auch geistig so viel wie kein anderer im Zusammenwirken von Körper und Seele des Menschen und dieses herrlichsten Tieres. Sv haben die Turniere dazu geführt, beste formen, Schönheit unb zweckmäßige Leistung zu zeigen. Hunberte solcher Schauen finben alljährlich in Deutschlanb statt, unb 20 000 bis 30 000 prächtigste Bferbe treten in Wettbewerb, in allen größeren Stäbten unb Kurorten! Unb auf allen großen internationalen Turnieren kämpfen unsere deut- schen Meister, befonbers auch Offiziere, mit besten Erfolgen. Für Rennsport unb Landespferdezucht h«t der neue Oberlandstallmeister, Gustav Rau, ein Programm aufgestellt, das bie Traber- unb bie Voll- blutzucht zur Bodenständigkeit führen unb uns künftig vor geschäftlichen Unreinheiten bewahren soll. Eine Tat! Nun jährt sich auch morgen ber 100. Geburtstag । des früheren Oberlandstallmeisters. Graf Georg L e h n b o r f f, eines ber größten Hippologen aller l Zeiten, aller Länder. Wir gedenken feiner in Treue I als bes großen Förberers ber preußischen Pferde- I zücht unb bes beutschen Sportes! Wir gedenken auch Die Ehrung ber Pferbe-Kriegsveteranen burch den 2.Vorsitzenden des Tierschutzvereins Herrn Haas. Beide Aufnahmen: Photo-Pfaff, Gießen. seiner Werke: „Handbuch für Pferdezüchter", „Hippo- bromos, Pferde unb Rennen im griechischen Altertum", „Pferbezucht unb Pferderennen". Deutschlanb wirb ihm stets dankbar fein. Dabei will ich auch des Oberlandstallmeisters von Dettingen gebenfem ber mir ein lieber Freunb war, sowie ber großen Meister der Reitkunst: Gustav Goebel, Oskar Stensbeck, Seibler Seeger, Stein- brecht und ber Romreiter. Ehre ihnen Allen! In ihrem Namen soll ber heutige Tag dazu beitragen, der Winternot zu steuern! Auch hierzu hilft uns ber liebe Kamerab Pferd. Sieg-Heil! Ehrung bsrKriegSveieranenberp?erde. Anschließend nahm als Vertreter des Tierschutzoereins dessen zweiter Vorsitzender Lud- wig H a a s die Ehrung der in Gießen stehenden Kriegsveteranen unter den Pferden vor, wobei jedem dieser vierbeinigen Mitkämpfer Glück haben unb Glück schaffen! Veldes durch die II. Lotterie für Arbeitsbeschaffung der NSDAP. von 1914/18 ein Kranz umgehängt wurde. Es han- beite sich babei um Pferbe ber Herren Zülch, Fleck, Sauer, Schömbs, Niemann und Huhn (Gießen), Lyncker (Schiffenberg), Haas, Weller, Lang und Werner III. (Wiefeck), sowie Rau I. (Hattenrod). Reitlehrer Schömbs brachte zum Schluß noch dreimalige Sieg-Heill-Rufe auf den Führer aus. Mit dem Gesang des ersten Verses des Deutschlandliedes unb bes Horst-Wesfel-Liebes schloß bie Veranstaltung. Das Fest der Arbeit bei Rinn & Aoos. Die Fabrikfeier ber Firma Rinn & Cloos in Heuchelheim, über beren Beginn unb Höhepunkt wir gestern schon berichteten, brachte in ber Turnhalle zu Heuchelheim eine reichhaltige Vor- tragsfolge. Der unterhaltenbe Teil bes Abends wurde durch gemeinsame Lieder, gute und flotte Darbietungen einer Kapelle, ausgezeichnete Vorführungen einer Turnerinnenriege unb einer Turnerriege in bester Weise geboten. Die Firma hatte in großzügigster Weise für bas leibliche Wohl ihrer Mitarbeiter unb Gäste, sowie aller übrigen Teilnehmer bes Abenbs vortrefflich gesorgt. Der Abend nahm einen so schönen Verlauf, daß er allen Teilnehmern noch lange in bester Erinnerung bleiben wirb. In ber Geschichte bes Unternehmens kann ber Tag mit Recht als ein befonbers bebeutfamer Markstein verzeichnet werben. Im Verlaufe bes Abenbs hörte man nach ber gestern schon mitgeteilten Ansprache von Herrn L. Rinn noch folgenbe Reben; Die Glückwünsche der Heuchelheimer Marbeiler. Im Namen ber Arbeiterschaft sprach Herr Karl Weber ber Firma unb insbefonbere ihrem Grünber unb Seniorchef Herrn Lubwig Rinn ben herzlichsten Dank für die Einladung zu der Fabrikfeier aus, ferner wies er auf bie Freube ber Ar- beiterschaft über bie burch ben Erweiterungsbau geschaffenen schönen Arbeitsräume hin, in Denen die 21 r b e i t 3 u r Freude werde. Er gab weiter- hin dem Wunsche und der Hoffnung Ausdruck, daß durch guten Geschäftsgang die Möglichkeit zu weiterer Betriebsvergrößerung und zu Neueinstellungen von Arbeitskräften erwachsen möchte. Besonders betonte der Redner die innige Werkverbundenheit, die bei der Firma Rinn & Clvvs zwischen dem Arbeitgeber und den Arbeitnehmern vorhanden sei unb beren unoeränberten Fortbestanb alle Mitarbeiter wünschen. Zum Schlüsse gab er noch bem Wunsche Ausbruck, daß ber glänzenbe Ruf ber Firma im beutschen Baterlanbe immer erhalten bleibe zum Wohle ber ganzen Belegschaft, unb baß ber Grünber unb Seniorchef Herr Lubwig Rinn noch lange in bester Gesunbheit an ber Spitze ber Werkleitung stehen möchte. Als Vertreter ber Angestellten richtete Herr L. S a ck gleichfalls herzliche Dankesworte an bie Leitung bes Hauses Rinn & Kloos für bie Bereitung dieses Feiertages. Sodann gab er der dankbaren Genugtuung der Angestellten über die Vergrößerung und mustergültige Ausgestaltung aller Arbeitsräume Ausdruck. Er betonte weiter den Wert dieses Bauunternehmens gerade in der heutigen Zeit zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit unb zur Schaffung von Arbeit unb Verdienst für bas Handwerk und dessen Gehilfen. Weiter beglückwünschte er den Architekten Köster zu der vortrefflichen Ausführung der Pläne. Mit Worten aufrichtigster Genugtuung wies der Redner dann auf das ständige und rasche Wachstum des Unternehmens von Der Zeit feiner Gründung bis zum heutigen Tage hin, das auch darin zum Ausdruck kommt, daß heute neben ber Hauptfabrik noch 42 Filialbetriebe mit runb 5000 Arbeitern beschäftigt werben; ein einbrucksvoller Beweis für bie Güte bes Fabrikats ber Firma Rinn & Kloos. Der Rebner roürbigte fobann bie außerorbentliche Größe ber Arbeitslast unb ber Verantwortung ber Werkleitung für bas Gefamtunternehmen, insbefonbere hierbei bas Wirken bes Seniorchefs Herrn Lubwig R i n n, ber an sich selbst stets die höchsten Arbeitsanforderungen zum Besten seines Unternehmens unb ber Belegschaft stelle. Er wünschte bem Führer bes Werks weiterhin beste Gesunbheit unb Kraft für bie Ausfüllung seines Führeramtes, unb bankte ihm gleichzeitig noch für die Einrichtung der Pen- fionsfaffe, aus ber schon manche Not habe gelindert werden können. Zum Schlüsse brachte er begeisterte Hochrufe auf ben Seniorchef unb seine Familie aus. Dr. Dönges über ben Wandel der Zeilen. Lassen Sie auch mich am Schlüsse bes ersten Teiles unserer heutigen offiziellen Fabrikfeier einige Worte zu Ihnen sprechen. Die Borrebner bes Abends haben beiderseits die Verbundenheit zwischen Arbeitgeber unb Arbeitnehmer betont, bas Zusammengehörigkeitsgefühl hat berebten Ausbruck gefunben. Damit reiht sich unsere heutige Feier würdig denjenigen Veranstaltungen an, die wir in ähnlicher Art in diesem Jahre schon wiederholt begangen haben. Ich erinnere nur an unsere eindrucksvolle Kundgebung am 1. Mai unb an bie kürzliche Betriebsbesichtigung burch bie Her- ren ber Arbeitsfront. Denn wir uns fragen, warum dieses Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen Belegschaft unb Betriebsleitung in so schöner Deise besteht, so glaube ich Ihnen die Antwort dahin geben zu können, daß sich glücklicherweise In unserem Betrieb von jeher soziales Empfinden mit völkisch- nationaler Gesinnung gepaart hat. Außerdem ist die Geschäftsleitung durch die ländlichen ver- hältniise mit der Arbeiterschaft aufs engste verwachsen, weil sie demselben heimatlichen Boden entstammt, in welchem auch die Arbeiter verwurzelt sind; weil zahlreiche Verwandtschaften des Blutes, bekannfschaftliche und freundschaftliche Beziehungen bestehen. Weil es so ist, hat unser Betrieb auch die hinter uns liegenden Zeiten ber Klassenkampfgegensätze leichter überrounben, unb barum steht er yuch heute noch auf stolzer Höhe, wenn sich auch bie stürmische Aufwärtsbewegung aus ber Zeit vor bem Kriege nicht wie früher fortgesetzt hat. Aber mit bieser Zusammenarbeit allein ist es noch nicht getan. Notwenbig ist vor allem auch eine feste unb gefunbe Grunblage, auf ber ber Betrieb ruhen kann, und die Voraussetzung dafür, wie für eine gesunde Wirtschaft überhaupt, ist ein fe ft gefügter nationaler Staat. Nationales Denken unb nationales Fühlen finb bie Grundpfeiler auch für bie Wirtschaft. Weil in ben verflossenen Jahren biese Grunblage fehlte, konnten bie Betriebe nicht vorwärtskommen unb mußten zum Schaben von Arbeitgeber wie Arbeitnehmer verkümmern. Heute liegen bie Dinge anbers. heute hat auch der jüngste Lehrling einsehen gelernt, daß die nationale Einheit, die Volksverbundenheit vorausseßung für die Wohlfahrt eines Betriebes ist und daß internationaler fUaffenqeift weder Unternehmer noch Arbeiter vorwärts bringt, heute ist die nationale Ehre nicht mehr das Vorrecht einer kleinen auser- wahlten Volksschicht, sondern sie ist Gemeingut aller geworden. Besonders der arbeitende Mensch hat in den hinter uns liegenden Jahren des Verfalles einsehen gelernt, daß ein Volk ohne nationales Selbstbewuhtsein zur Ohnmacht verdammt ist und daß es deshalb vaterländische pflicht icoes Einzelnen ist, oit Ehre her Hafian bis zum Aeuhersten zu verteidigen. Diese Erkenntnis hat endlich ben Geist ber Volksgemeinschaft erzeugt unb biejenige gegenseitige Achtung bei Arbeitgeber unb Arbeitnehmer herausgeführt, die wir zur vertrauensvollen Zusammenarbeit brauchen. Daß sich biese Erkenntnis in hervorragender Weise Bahn gebrochen, hat sich ja auch am 12. No- vember in vollenbeter Weise gezeigt. Alle schassen- ben Stänbe, ganz gleich ob Unternehmer, Arbeiter ober Angestellter, haben sich geschlossen hinter Aböls Hitler gestellt, um am Aufbau ber neuen Wirtschaft unb bes neuen Staates mitzuwirken. Sicherlich konnte bie Abkehr der früher vielfach marxistisch eingestellten Arbeiterschaft von internationalen Gedankengängen nicht sinnfälliger und wirksamer zum Ausdruck gebracht werden, als durch das überwältigende einmütige Bekenntnis zur Außenpolitik Adolf Hitlers, zum Frieden der Ehre unb Gleich- berechtigung bes beutschen Volkes. Innerpolitisch ist in unseren Gauen bie beutsche Einheit befonbers ausbrucksvoll baburch betunbet worden, daß freilich im Ueberfdjroang Der nationalen Begeisterung am Abend des großen Wahlsieges bie zwischenstaatlichen Grenzpfähle entfernt worben finb, bie bie letzten Zeugen früherer Zerrissenheit und nationaler Uneinigkeit waren. Auch in unserer Gemeinde hat sich ja dieser stimmungsmäßige Umschwung In ausdrucksvollen Ziffern kundgetan, während früher eine Spaltung in zwei Lager bestand, haben jetzt von rund 2000 abgegebenen Wählerstimmen auch in unserer Gemeinde über 1800, also über I 90 o. f)., mit Ja gestimmt. Auch sonst ist die Wiederkehr einer gesunden national-christlichen Lebensauffassung in unserer Gemeinde unverkennbar. Wenn beispielsweise jüngst anläßlich der 450. Wiederkehr bes Geburtstaaes unseres großen beutschen Reformators Martin Luther unser Gotteshaus bis auf ben letzten Platz besetzt war, so ist bies gewiß nicht nur ein Berbienft unseres erfreulicherweise heute auch in unserer Mitte roeilenben, sehr rührigen Herrn Pfarrers, fonbern bes Ausdruck des wieder stärker gewordenen religiösen Empfindens in unserer Gemeinde. Äuch am vergangenen Totensonntag hat sich dies gezeigt, als sich eine auf unserem Friedhof wohl kaum je in dieser Größe gesehene Gemeinde versammelte, um bie Toten, insbefonbere auch bie auf bem Feld bes Weltkrieges Gebliebenen unb bie Opfer ber nationalen Revolution, zu ehren. Auch die heutige Feier wollen wir barum zum Anlaß nehmen, ber Bolksgemeinschaft wär- bigen Ausbruck zu verleihen. Die heutige Veranstaltung ist ja zu einem wahren Volksfest für unsere Gemeinbe geworben. Bereits bei dem Zuge von der Fabrik hierher nahm bas ganze Dorf Anteil. Hier im Saale finb fast *700 Personen aller Stänbe unb Berufe versammelt. Neben Angehörigen unseres Betriebs finben wir insbefonbere zahlreiche Vertreter bes hiesigen Hanbwerks, die beim Neubau mitgewirkt und die daraus entspringende »l>-beitsbeschaffung am Handwerkertag dadurch be» sonders ;um Ausdruck gebracht haben, daß sie speziell der Ftrn«^ Rinn & Kloos 21®. babei gebuchten. Auch die Gemeindever^-tuug ist vollzählig ver- j N* Gliilkwiinsch und Sank der GemeindeSenchcheini Oie Grüße der auswärtigen Werke Oie Gchlußansprache Ludwig Rinns toi Ein Rückblick des Bauleiters Aus -er Provinzialhauptsta-t Oer Glückwunsch der NSDAP ni*r Ber die Zettel an den Kopf, ging hinaus und tarn wieder. Ich warte jeM auf oeeignete Vorschläge zur Wertung meines Guthabens. -es r h alle 0r Sei di ist V Nenzen B ml bereits Mit der ßeyem>#n 5-bert w in unser« di« für diesen Zweck gesparte festliche Flasche, ent. zündeten die bereitgedaltenen Festzioaretten uni machten uns daran, den Inhalt der Wortsparbüchfe festzustellen. Der Rest sei wortkarg beritfrief Es erwies fu& daß mein Guthaben sich auf 9450 Worte. Ursula» Guthaben dagegen auf 20700 Dort' belief. hier riß m'ch ein Mangel an Selbstbeb'rrfchunq zu foloender Aeußerung hin: ..Es wäre oollkommei überflüssig gewesen, daß du dich so eifrig um eilt granhologisch getreu« Nachahmung meiner ftanb- schrift bemühtest. Dir war der S^eg kowielo sich«, da du in deinem hemmungslosen Spartrieb wi' fast immer nur klein« und mittlere Gutschriften bewilligt hast.' „€o?" faafe Ursula. fjierauf sagte sie weitere 41 ^00 Worte, warf rnt' Die tänzerisch stärksten Eindrücke des Abends waren, für unser Gefühl, aus einigen Einzeltänzen zu gewinnen. Mathilde Buhr tanzte z.B. mit sicherem Geschmack eine Pavane von Gluck: spater den berühmten Militärmarsch von Schubert, der ihr Gelegenheit gab. die Spitzentechnik des alten Ballets mit unkonventioneller Heiterkeit, Freude am erakten Rhythmus und witziger Ausschöpfung des Motivs zu verbinden: sehr hübsch wirkte auch der Galopp im stilisierten Kostüm von 1860, obwohl die musikalisch? Vorlage nicht fo dankbare Möglichkeiten bietet wie die beiden Stücke von Schubert und Gluck. Kapellmeister C u i € begleitete mit dem Stadt- theaterorchcster verständnisvoll und anschmiegsam, überbrückte auch die notwendigen Pausen mit einem kleinen gewählten Programm. — Das Publikum svendete reichen Beifall und erklatschte sich mehrere Zugaben. hth. dem von Ursula g«schilderten Mißstand nicht auf mich nehmen zu sollen glaubte. „Man müßte", fuhr Ursula fort, „mal was erfinden, das die Menschen zur Sparsamkeit mit Worten erzieht. Und das müßten dann zwei Leute wie wir erst mal am eigenen Munde ausprobieren. Sie müf- scn sich die Worte sozusagen am Munde absparen. Alle großen Reformatoren fangen ja bei sich selbst an. Das andere kommt dann ganz von selbst. Darin liegt ihre Größe. Und ich stelle mir das auch herrlich vor. Meinst du nicht auch?" ,^Hm", sagte ich. „Du brauchst", fuhr Ursula fort, „gar nicht ein so ironisches Gesicht zu machen. Wenn ich meine Gedanken klarlegen soll, muß ich reden. Und ich habe einen Gedanken. — Sagtest du etwas?" „Rein", sagt« ich. ..Mein Gedanke", fuhr Ursula fort, „läuft darauf hinaus, eine Wortsparkasse einzurichten. Einen richtigen Spartopf, weißt du. Da stecken wir Gutscheine hinein für alles, was wir nicht gesagt haben. Bei kleinen Sachen einen Gutschein über zehn Worte, bei größeren Sachen über 100 Worte. Wenn einer in kritischen Augenblicken was sagen will — ich meine natürlich immer nur kritische Augenblicke, schöne und schlimme verstehst du —, und wenn dann der andere den Finger hebt, und wenn er es dann nicht sagt, bann kriegt er einen Gutschein. Genial, was?" .Am**, sagte ich. „Ich lese dir", fuhr Ursula fort, „die Einwande vom Gesicht ab. Du meinst: Wer soll wohl darüber entscheiden, ob es eine große, eine mittlere oder eine kleine Angelegenheit ist? Darüber entscheidet immer der andere. Und für widerspruchslose An- erfennung der Entscheidung gibt es eine Prämie von zehn Dorten extra. Damit nicht gemogelt »erben kann, müssen die Gu"cheine immer von anderen ausgestellt sein. Gutscheine, die man auf sich selbst ausgestellt hat. gelten nicht. Ra?" „fjm", sagte ich. „Nach einem Monat", fuhr Ursula fort, „wird die Sparkasse ausgemacht, und wer bann das höchste Guthaben hat, bekommt vom anderen ein schönes Geschenk. Auch soll es ihm freistehen. sein Guthaben an Worten zu verbrauchen. Tut er das nicht, so werden ihm zur Belohnung 100 Worte auf neue Rechnung oorgetragen. Auf dies« Weise werden wir unser Zusammenleben auf eine ganz neue, auf eine vorbildliche Grundlage stellen. Die findest du da»?" „Raffiniert", sagte ich. Und das war e» auch. Ich stehe nicht an, zu zu- geben, daß die Erfindung sich glänzend bewahrte. Nichtig« Dinoe, an di« man sonst oft in langen Erörterungen Atem vergeudet, verschwanden wie durch Zauberschlag in der Versenkung und setzten sich In Sm fomr | pttrjei^ntl J«» Pro I Säfte sind । Ni Eichgär Joachim von Seewitz bevorzugt nach den von ihm gewählten Proben erzintrilche ober romantische Motive. Den grotesken Wal'-r (Chopin) oibt er als ein wirbliges Scherzo, den Walzer in blau (mit Mathilde Buhr) übertrieben gefühlvoll: am lebendigsten wirkte der spanische Stierkämpfertanz, obwohl auch hier das dramatisch-männliche Thema wiederum spiel-risch aufgclöft und ein wenig geflissentlich ins Parkett hinein exerziert wurde. Das Bewenunasbild an sich wurde durch das ftarlfar- bige Kostüm ausgezeichnet unterstützt. dtt Itt Str« Styntoart vnhnachtt /chreiang« btulf&r fl die in den läfll öt» da •ort und bi Singt, die1 ling ber F sunb stehe insbefonbere h'eatr.u>'ch«n Stils ber Pantomime erreichte im Schlußstück der vorUrouffübrung im Hessischen LindeSiheaier. Im ausverkausten Großen Haus de» Hessisch« Landestheaters wurde in Anwesenheit ber €piyr des Lande», der Stadt, ber Partei unb be» kulturellen Lebens die Ebba-Tragödie „Sigrun" öä Erich von Hartz, unter ber packenden Spielliß- tung be» Autor», ber al» Dramaturg am Land'* theater tätig ist. zur Uraufführung gebracht. D>« Hauptrolle spielte Martha Schwarzbeck ai» Berlin. In den übrigen Rollen boten Josef Kei« al» Helgi. Hansgeorg Laubenthal al» unb Hans D a u m e i ft e r als Odin bemerfensm^tN Leistungen. Das Publikum rief zum Schluß dM Dichter mehrfach auf bie Bühne unb spendete b® Darstellern reichen Beifall. Das Woriquihaben. Don ffarl Lerbs. weil wir nämlich", sagte Ursula, ^oielzuoiel reden, alle Menschen reden oielzuviel. Manches Un- glück würde viel weniger schlimm werden, wenn nicht so viel dabei geredet würde. Durch das Reden kommt es erst richtig in Gang. Und manches Schöne wäre auch viel schöner, wenn nicht so viel babei gerodet würde. Dann hätte man viel mehr davon. Meinst du nicht auch?" „Hm", sagte ich — einerseits, um durch die Ein- filbigfeit meint.’ Antwort meiner Zustimmung eine sozusagen prakttsche Form zu geben, andererseits, um dadurch auszubrücken, daß ich die Schuld an OieIugendstunde imSüdwestdeuischen Hundfunk. Die Führung des Bannes llSGießen der Hitlerjugend erhielt von einem Gießener Hit- lerjungen eine Zuschrift, deren Darlegungen bie Bannführung bestätigt. In der Zuschrift heißt es: 3m Südwestfunk wirb in der „Stunde der Ju- gend" wieder allerhand Zinnober verzapft. Da heißt es z. B. „Eine Reise durch Südamerika", ober fo was ähnliches. Was geht es die deutsche Jugend an. wenn ein Romantiker da von den Schönheiten der Kaktuswüste in Südamerika schwärmt? Das mallen mir ja gar nicht wissen. Diese Roman- tiker haben wir überwunden, indem wir bie alten Bünde zersprengt unb aufgelöst haben. Wenn sich hier unb da noch so ein paar Apostel erheben unb uns etwas von der Kaktuswüste in Südamerika unb romantischer Einsamkeit erzählen wollen, so stehen wir auf und sagen: ,,Behaltet euren Quatsch lieber für euch, ihr blamiert euch doch nur fürchterlich bei ber deutschen Jugend, die heute nicht mehr an di« Zeit der alten Bünde denkt und also auch nichts von ihren zurückgebliebenen Schönheit'apo- stein wissen will." Da hören wir z. B. am Mittwoch, 6. Dezember, in der Stuttgarter Stunde ber Heuchelheim unendlich erschwert unb ihn sogar nii Verlegung seines Wohnsitzes nach Gießen getrieben haben. Im Gegensatz zu jener Einstellung sei bit Arbeit ber jetzigen maßgebenden Männer in Heu- checheim nur zu rühmen, weil sie in recht oerftan- vener Weis« eine Kommunalpolitik treiben, bei btt i bi« Interessen ber Ortsgesamtheit in vollem Maßt Mir Geltung kämen. Unter starkem Beifall der Der- I fkn< i unb n i io । k,7 Elu, j 2 8f,4ricb( IÄP05“ h>omaH •V"n 51 Kw««. J'Wtcr Ui ’h 6ü 1 ^übtn 7 bi' 30, j 3entner ; 20 Ps K bl, ’10- Sellen mefen abzustatten. Der Redner rühmte weiter Cub- roig Rinn als den Mann, der als Führer des für bie Gemeinde überaus vorteilhaften Unternehmen! sich stets zur Heimaterde bekannte unb auch al» be- deutender Wirtfchaftsführer sich nicht in Weltbürgertum verlor. Der Redner rühmte dann den Erwei terungsbau der Firma als ein Zeichen des Vertrauens zu der Staatsführung Adolf Hitlers uni schloß mit herzlichen Wünschen für das weitere Blühen des Unternehmens. Der langjährige Architekt des Hauses und Leiter des jetzigen großen Bauprojektes Herr ft ö ft e r gab in einer längeren Ansprache einenn Rückblick auf feine etwa 3 Jahrzehnte lange Zusammenarbeit mit ber Firma Rinn & CIoos. Er hob babei ben kauf- männischen Weitblick unb die unermüdliche Tatkraft, aber auch die Herzlichkeit unb Menschenfreundlichkeit Ludwig Rinns besonders hervor, ferner gedachte er in freundlichen und ehrenden Worten der Glieder der Familie Rinn. Bei einer Uebersicht über die jetzigen Erweiterungsbauten betonte er mit Genugtuung, daß erfreulicherweise der ganze Bau ohne Unfall fertiggeftellt wurde, wobei zum Teil auch fchwierigste Konstruktionsarbeiten oorzunehmen waren. Er wies sodann auf die hei- Jm Namen des Gemeinderats von Heuchelheim sprach Bürgermeister Rinn dem Seniorchef Herrn Ludwig Rinn unb seiner Firma die Glückwünsche ber Gemeinde aus. Ferner teilte er mit, daß der Gemeinderat einstimmig beschlossen habe, ben Landweg, an dem das Grundstück der Firma liege, in dankbarer Anerkennung der Verdienste Ludwig Sinns in Ludwig-Rinn- Str a ß e umzubenennen unb dadurch eine schon längst fällige Dankesschuld ber Gemeinde an Herrn Rinn für seine großen Verdienste um bas Gemein- Unmittelbar nach dem Drtsbürgermeijter hielt der Gründer unb Seniorchef des Hauses Herr Ludwig 9t i n n bie Schlußansprache. Aus übervollem Herzen dankte er bewegt für die vi«lfachen Glückwünschen und Grüß«, wie auch für die freundliche Gesinnung, die chm und seinem Unternehmen bei dieser Gelegen- heit in so vielfältiger Weise bekundet wurden. Mit besonderer Herzlichkeit dankte er für di« hohe Aus- Zeichnung, di« bi« Gemeinde Heuchelheim ihm durch bie Benennung einer Straße mit seinem Namen erwies unb tri« chm ein« ganz besondere Freude sei. In biesem Zusammenhang ließ der Red- ner seinen Blick rückwärts gehen auf bk Schikanen und verständnislosen Handlungen der früheren marxistischen Machthaber in Heuchecheim, die dem Werk und auch ihm als einheimischen Drtsbürger durch gewollte Kleinlichkeit der Gesinnung und be- wußte Engherzigkeit im Handeln das Dasein in matverbundene Einstellung Ludwig Sinns hin, der die weitgehendste Berücksichtigung des ortsanlässi- gen Handwerks ber Bauleitung zur besonderen Pflicht gemacht und dadurch dem Heuchelheimer Handwerk dankbar begrüßte Arbeitsmöglichkctt geschaffen habe. In ber Arbeit an diesem Bau fei ein Werk erstanden, auf das alle beteiligten Bauleute stolz fein könnten und das sich sehen lassen könne. Wie in den technischen Fabrikanlagen, so sei auch in der Um- und Neugestaltung der kaufmännischen Abteilung mustergültige Arbeit geleistet worden. Der Redner beglückwünschte zum Schluß die Werk- leitung, alle ihre Mitarbeiter unb bie Gemeinde Heuchelheim zu dem jetzt vollendeten großzügigen Bauwerk. seiner Mitarbeiter und seines Werkes mit dem Heimatboden, aus dem Ludwig Sinn als Sproß eines alten Dauerngefchlechts heroorging, der fein Unternehmen nicht ererbte, sondern es selbst aufbaute und cs durch unermüdlichen Fleiß und großzügiges kaufmännisches Schäften zu der heutigen stolzen Höhe als Spitzenwerk ber Branche in ganz Deutschland emporführte. Weiter begrüßte der Seb- daß es dank Adolf Hitler hn Dritten Reich ta teils einen großen Schritt vorwärlsgegangen kl Die im Großen, so habe auch in allen Knzelbetrie. ben der Wille des Führers zu gelten und bie arbeit umer dem Gesichtspunkt des Führergedanken» zr geschehen. Er hoffe unb wünsche, baß es wie bishn auch weiterhin in der altbewährten Bahn ber Rührung bes Hauses Sinn & CIoos verwärts unb auswärts gehe unb alle Angehörigen des Unternehmen, eifrige Mitarbeiter an dem großen Werke untere, Führers unb Bolkskanzlers Adolf Hitler uni unsere» Reichspräsidenten von Hindendurc feien. Mit begeistert aufgenommenen Sieg-Heib Rufen auf die deutsche Arbeit unb ben Führer unserer Arbeit unb Wirtschaft schloß der Redner seine Anfprach«. treten, um der vervundeuyeU zwischen Betrieb und Dorf Ausdruck zu verleihen. Wenn man bedenkt, daß von ben hier anwesenden Teilnehmern ber Veranstaltung über 500 Arbeiter unb Angestellte unseres hiesigen Zentralbetriebs finb unb daß biefe wett überwiegend aus Heuchelheim selbst stammen, bann versteht man erst recht, daß unsere heutige Feier wirklich ein D o l k s f e st geworden ist. Die Gemeinde Heuchecheim umfaßt rund 500 Häuser, und es entfällt also im Durchschnitt gerechnet fast auf jede» Haus ein arbeiten Auch der äußere Rahmen der schönen Turnhalle, in der wir uns befinden, entspricht unserer Stimmung. In ber Mitte hängen bie Flaggen bes neuen Deutschen Reiches von der Decke herab: an ber Seite sehen Sie bie Fahnen bes alten Reichs, ihrerseits roieber flankiert von unseren hessischen fianbesfarben. Lassen Sie auch uns bie Ehrfurcht vor dem Alten in gleicher Weise verbinben mit bem B e • Kenntnis zu unserem neuen Deutschen Reich. | ner die enge Volks- unb Arbeitsgemeinschaft, die vom obersten Chef an bis zum letzten Arbeiter alle Glieder des Unternehmens verbinde und dadurch schon lange vor bem 12. November unsichtbare Grenzpfähle beseitigt habe, um in einträchtiger Arbeit dem gemeinsamen Wohl unb bem Volks- ganzen des deutschen Vaterlandes dienstbar zu sein. Hierauf wies der Redner auf die vielfachen Schwierigkeiten und Bedrängnisse unter dem früheren politischen System in Deutschland hin, die auch für Die Firma Rinn & CIoos in Heuchelheim besonder» spürbar waren. Zu begrüßen fei es, daß man sich dennoch im Hause Rinn 8c CIoos bie Arbeitsireu- digkeit nicht habe rauben lasten. Wenn in Heuchel- heim, bas früher immer als rot bekannt war, heute eine fo schöne Volksgemeinschaft besteh«, bann müste man boch auch an biesem deinen Beispiel erkennen. Als Vertreter bes Kreisleiters ber NSDAP. Gießen übermittelte ber SA. • Reserve - Sturmbann- abjutant, Stabtratsmitglieb Oberingenieur Kurz, dem Hause Rinn 8c CIoos bie herzlichen Wünsche der Kreisleitung ber NSDAP., bie an ber Voll- enbung dieser Fabrikbauten aufrichtigen Anteil nehme. Der Redner würdigte dann besonders die innige Verbundenheit des obersten Chefs der Firma, Gießener Stavttheaier. ranzgaftspiel: Mathilde Buhr und Joachim von Lccwitz. Wir haben in Gießen nicht fo viele Tanzabende gehabt, daß man den Stil und den künstlerischen Rang der Leistung dieses Tänzerpaares Vergleichs- weife charakterisieren könnte. Einige werden sich vielleicht noch bes Gastspiels erinnern, bas bie Palucca hier im Theater gegeben hat: was sie zeigte, war genau ber äußerste Gegenpol dessen, was wir gestern sahen. Was die Palucca gestaltet, ist ber Tanz als reines Kunstwerk, ber Tanz „an sich". Mathilbe Buhr und Joachim von Seewitz gehen von grunbsätz- lich anderen Voraussetzungen aus. Bei ihnen ist der Tanz keine absolute, sondern eine synthetisch" Leistung und Aeußerung; bas heißt: hier finb Musik, Kostüm, Ausstattung und Mimik bewußt in den eigentlichen Tanz einbezogen und dem Bewegungselement beigeordnet. Ihr Tanz ist also nicht „rein", sondern pantominisch betont, last szenisch gesteigert, Träger unb Ausdruck eines Motivs, womöglich fo- gar einer fki.zzenhaft angedeuteten Handluna. Diese Stinorm und Ausdrucksstufe des Tanzes läßt an Die sehr weit zurückliegenden Keime und ersten Anfänge einer primitiven Dramatik denken, boch waren berartige Beziehungen ober Anklange sicher- lich unbeabsichtigt. überbrachte der Dienstleiter der Filialfabrik in Brotterode (Thüringen). Herr Rautenberg. Er begrüßte in feiner Ansprache zunächst von ganzem Herzen die wunderbare nationale Wandlung Des deutschen Volkes, die das größte Geschehen der deutschen Geschichte sei und bie starke Kraft eines neuen deutschen ©taubens offenbare. Bei dem Kampfe für dieses neue Deutschland hätten auch die Mitarbeiter ber Firma Rinn 8c CIoos mit ihrem Schwert ber Arbeit in vorderster Linie gestanden. Dabei hatten sie stets bie Fürsorge des Führers ber Werke unb laufenber feiner Arbeiter, bes heroorrayenben Wirtschaftsmannes Lubwig Rinn, auch in ben buntelften Tagen der deutschen Geschichte als leuchtendes Vorbild gehabt. Er habe stets den Blick feiner Mitarbeiter zu den höchsten Zielen gelenkt. Wenn trotz der schweren Erschütterungen des deutschen Wirftchaftslebens die Existenz ber Mitarbeiter Lubwig Rinns nie bedroht war, sie sich stets geborgen wußten, so sei bies ein- Zig unb allein dem hochverehrten Chef unb feinen unvergleichlichen Familienmitgliedern zu danken. Er habe unerbittlich gegen sich selbst den harten Wirt- schastskampf für seine Firma, feine Mitarbeiter, sein Volk und Vaterland kämpst, habet persönliche Krön- Jungen nicht beachtend, sondern immer nur bestrebt. ' il»11' 1 J 5*« M f £ 'j'.’ tammlung betonte der Redner, daß nach diesem Wandel bes Kurses in Heuchelheim und nach ber Vollendung der jetzigen Erweiterungsbauten ber Sitzder Firma in Heuchelheim bleibe» werde, um in einträchtiger Zusammenarbeit zum Wohle der Gemeinde, ber Firma, aller ihrer Glieder und des deutschen Vaterlandes zu arbeiten. Sämtliche Ansprachen wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Tanz beschloß di« denkwürdige Deranstaitung. Jugend: „M«ister deutscher Zklassik und 9UmanHf.‘ Einige hören sich das vielleicht an und sagen: Gan; nett und hübsch, ober nicht nett und nicht hübsch. Aber innerlich wird von btefar Romantik keiner ergriffen fein. Di« deutsch« Jugend ist früher genug mit Romantik abgespeist worden. Zu welchem Ziel bas geführt hat, haben mir in den Großstädten gesehen. Heute finb wir vernünftig genug, um einzu- sehen, daß nicht bie Romantik das gegebene für uns ist, sondern die Wirklichkeit. Richt mit Romantik kann man die Jugend zu tüchtigen Menschen erziehen, sondern indem wir sie mit brr Wirklichkeit vertraut machen und mit dem Leben, wie es ist, nicht wie e» sich einige Leute in ihren verworrenen Gemütern denken. Am 7. Dezember wird aus ber Frankfurter Jugendstunde geendet: „Rummelplatz ber Jugend". Das ist alle, chön unb gut, aber was sollen die Kinder mit bie- em Rummelplatz der Jugend anfangen? Mancher wird sagen: Es tst zu voreilig, schon vor der Sendung zu kritisieren. Wir aber sagen: Es ist nicht zu früh, sondern es ist bald zu spät. Wir wollen ber Jugend ein anderes Thema vorsetzen, al» „Rummelplatz der Jugend". Wir wo'len die Jugend nicht auf den Jahrmärkten unb Messen herumstrolch» sehen, sondern wir sehen lieber, wenn die Jugesb tragsfolge ihren Höhepunkt: im „vonetianischen Mas- I fenabenteuer" von Moszkowsky war ein richtiges Bühnenbild mit Lampions, Prospekt unb beweg- lieber Gonbel erforderlich als Kulisse für einen spielerisch kostümierten, verliebten Mummenschanz. Gedenket der hungernden Vögel! Berlin im Advent. Llnpolitischer Brief aus -er Reichshauptstadi. Wk unb RomanHf.* t an unb lagen: nett unb nicht HW r Aomantik feiner er zenb ist früher gemij den. Zu mtlttem Zit i ben Erotzstäbten gc rfig genug, um einju 'it bas gegeben /ü idjltil Mit mti b ju fün wir sie mit he mad|tn unb t rr \\6) einige Mt ni benlen. Am 7. it irter 3ugenb[hinbe ugenb*. Das ist oEe en bie ftinber mit tie b anfangen? schon vor ter fei "'laoen: Es ist nicht;> spät. Wir wollen tei irsetzen, als .Junntl len bie Jugend m Reffen Herumstrolch er, wenn bie Inge- Oberheffen. Landkreis (Ziesten. * Heuchelheim, 5. Dez. Am Mittwoch, 6. Dezember, wird in der Turnhalle der große Tonfilm „Treu u n s e r e m V o l k e" aufgeführt. Der Film, der das gewaltige Erlebnis des 15. Deutschen Turnfestes in Stuttgart in Bild und Ton wiedergibt, wurde überall, wo er bis jetzt aufgeführt wurde, mit größter Begeisterung auf- genommen. Der Turnverein hat schon für 15 Uhr eine Uraufführung für die Schulen von Heuchelheim und Umgebung festgelegt, um auch der Heranwachsenden Jugend die große vaterländische Organisation der Deutschen Turnerschaft zu zeioen. Die Aufführung am Abend beginnt um 20.30 Uhr. Um es jedem Volksgenossen zu ermöglichen, sich den Film anzusehen. hat der Turnverein den Eintritts- preis auf nur 30 Pf. festgesetzt. Kinder zahlen am Nachmittag nur 10 Pfennig. * Großen-Buseck, 4. Dez. Die allwöchentlichen Zusammenkünfte des Frauenvereins haben nun wieder ihren Anfang aenommen. Die Mitglieder kommen im Saale der Wirtschaft Si"g- fried zusammen. Beim Vorlesen eines schönen Bu- ches und Singen unserer alten Volkslieder gehen die Stunden schnell vorüber. Die Handarbeiten, die an den Abenden von fleißigen Frauenhänden her- gestellt werden, sollen, wie verlautet, d-m Winterhilfswerk zugute kommen, ein Beweis dafür, wie gern und freudig sich der Verein in den Dienst des Aufbauwerks unseres Volkskanzlers stellt. Weiße und gesunde Zähne Chlorodont die Qualitäts-Erzeugnisse 12. November sei ein Tag deutschen Schicksals geworden, veranlaßt durch die energische Tat des Führers. Die mannigfachen Veranstaltungen feien bisher der Hinderungsgrund für eine regelmäßige Abhaltung von Versammlungen gewesen. Diese Tatsache dürfe aber nicht dazu verleiten, den kommenden Versammlungen kein Interesse zu schenken. Hoch würden viele Beschwerden über Sammlungen aller Art aus den Steifen der Gewerbetreibenden laut Ls gelte demgegenüber doch zu bedenken, daß man noch inmitten einer Zeit der Not lebe, daß es noch der Opfer bedürfe, um ;. D. allein das große Dinlerhilfswerk zn vollenden, hier gelte es, nationalsozialistisch zu denken und zu handeln. Leider seien immer diejenigen nicht in den Versammlungen zu sehen, die deren am notwendigsten bedürfen, die hören müßten, um was es gehe. Es solle aber auch nicht darüber geklagt werden, daß es gelte, verschiedenen Organisationen anzugehören. Der Gewerbetreibende gehöre in die NS.-Hago. Es werde damit zu rechnen fein, daß demnächst die Mitgliedschaft bei der NS.-Hago zur Pflicht ge- macht werde. Es werde vielleicht eines Tages eine Reorganisation Platz greifen, die aber erst bann in Angriff genommen werden könne, wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse gefestigt seien. Es dürfe hier nicht Porzellan zerschlagen werden. Wenn heute Konsumvereine und Warenhäuser bestünden, dann fei man deshalb nicht weniger national- sozialistisch. Des Führers Programm werde durchgeführt in allen seinen Teilen. Darin könne man Adolf Hitler felsenfest vertrauen. Wenn heute von Großfirmen schon wieder von der Genehmigung von Rabatten gesprochen werde, so sei demgegenüber am Sonntag in Frankfurt beschlossen worden, daß im Rbein-Main-Wirtschafts- gebict der Rabatt endgültig beseitigt sei und beseitigt bleibe, auch wenn Großfilialbetriebe zur Hebung des Weihnachtsgeschäftes Rabatte von 3 v. H. gerne sähen. Die Wünsche gingen allerdings lediglich von Unternehmen aus. die noch von fremden und uns un"rwünfchten Geistern geleitet würden. Die Politik des Mittelstandes fei klar gekennzeichnet.' Es sei verboten, für Konsumvereine zu werben Das erledige für das erste die fjrage der Konsumv-reine überhaupt. Es bedürfe hier keiner öfteren Beschwerde. Der Kamnf um den Zusammenschluß des Handwerks, des G"w"rbes und des Hand"ls müsse 100- prozentig geführt werden. Der Mittelstand sei noch n'cht reaktionär genug. Man habe noch harte Zeit zu überstehen. Ls sei aber immer besser, arm zu beginnen, aber debei die Voraussetzungen si den Aufbau zu schaffen, als reich zu beginnen, aus vollen kaffen zu wirtschaften, um schließlich in Armut zu versinken. Es gehe aber auch nicht darum, daß allein Versammlungen abaehalten würden, sondern es gelte zu arbeiten. (Lebhafter Beifall!) Sodann sprach pa. Hey- unb gab eine gedrängte Ueberschau über ben Tag des Hanbels in Braunschweig. Grundlagen der Wirtschaft seien, so führte er u. a. aus, Ehrlichkeit, Treue unb Vertrauen. Wer biefe Grundlagen nicht pflege, wer nicht solchen Grundlagen entsprechend handle, werbe in Zukunft geschäftlichen Erfolg vermissen müssen. Wer in habe hören können, was dort vor 150 000 Menschen des Hanbels gesprochen worben sei, werde die verstärkte Hoffnung in sich tragen, baß es aufwärts gehe. Die Stunde der Wiedergeburt des ehrbaren Kaufmanns habe geschlagen. Der Kaufmann müsse sich seiner Pflicht dem Dolksganzen gegenüber mehr denn je bewußt sein. In den letzten 14 3af)ren sei in der deutschen Wirtschaft durch die Heuschreckenschwärme ostgalizischer Juden viel kaufmännische Sitte zerschlagen worden. Hier müsse das verlorene zurückoewonnen werden. — Die private Initiative werde in der Wirtschaft nie zu entbehren sein. Grundlage der deutschen Wirtschaft werde aber immer der klein- unb der Mittelbetrieb sein. Der Großbetrieb werde auf einigen Gebieten nicht zu verdrängen fein, Mammutbetriebe könnten aber nur geduldet werden, wenn ihre Arbeit und ihre Geschäftspraktiken mit dem Wohle der Volksgesamtheit zu vereinbaren seien. Der Zusammenschluß im Reichsstand des deutschen Handels bedeute die Erfüllung einer lang gehegten ■ 5Jorl^o0f I fUllg '' dcs YM tn l ab ? 6 5?h Mll ausgkM @uk rfe S-mnn ai enter Streit We stt mePmmigrs Lachü Suoenbhden, te« lebet, vertiefte M e Srohmt des lieren U™- , malen: «« E die tem 6mng■* v» einige ®Mr . «W*1 ”W Noch nie war Berlin io aufgeräumt. .Haben Sie schon entrümpelt?*1 Dies ist bie neue Frage, mit ber Frau Schulze Herrn Meier begrüßt, wenn sie ihm in ber dritten Etage in ben Weg läuft Die Berliner Böben werben auf Anweisung des Reichsluftschutzbunbes „entrümpelt". Die Dachböden, in denen bie reglosen Gespenster ber Vergangenheit in allen Winkeln hocken, erwachen aus ihrer moberigen Starre. Die Traumwelt ber kleinen Jungen wirb zerstört, bie ohne Wissen ihrer Eltern zwischen ben alten Kisten unb Brettern herumkrochen. Wle herrlich war ber Blick über bie Häuser, wenn man auf ben Zehenspitzen ftanb unb ben Hals zur Dachluke hinausreckte! Jetzt rumort nicht mehr ber Geist ber Spinnweben unb Winterfliegen in biefen Räumen. Die Wohnungsinhaber rascheln niefenb zwischen morschen Großvaterstühlen und verstaubten Strohkörben. Raus! ist bie Parole. Berlin hat 1 200 000 Wohnungen in 132 000 Hau- fern. In all biefen Wohnungen muß bas überflüssige unb wertlose Gerümpel entfernt werben. Noch nie war Berlin so aufgeräumt. Spieglein,SpieMnanderWand Berlin sieht sich im Spiegel seiner Ausstellungen, und siehe ba, biefes Gesicht hat sich erfreulicherweise sehr verändert. Es ist jünger und schöner geworden. Wenn du um eine Ecke biegst, schon erwartet dich eine neue Ueberraschung. Ausstellungen über Ausstellungen. Erstens die Ausstellung der Berliner Kunstgegenstände, die geplant ist. Zweitens die Ausstellung von Spielwaren. Drittens die Ausstellung „Deutscher Osten". Viertens die Ausstellung der Katzenfreunde. Fünftens die Ausstellung der Astrologen. Sechstens die Ausstellung von Christbaumschmuck. Siebentens, achtens, neuntens ... Da werden Sie doch nicht behaupten können, daß in Berlin nichts los ist? Da sind z. B. bie Astrologen. Sie stehen auf der Straße unb verkaufen Horoskope um 10, 20, 30 Pfennig. Da erleben Sie bas Wunber, baß ber aufgeklärte Berliner voll Neugierbe seine Hand hin- hölt, um sich sein Schicksal beuten zu lassen. Alle Menschen stehen still, wenn ber Astrolog es will. Ein ganzer Schwarm von Hänben fliegt in bie Luft, wenn bie Beriner Straßen-Astrologen mit prophetenhafter Sicherheit ihren eingelernten Wortschwall von sich geben. Mancher roürbige Herr, ber kopfschüttelnb unb mit kritischem Blick bie Anpreisungen des Astrologen über sich ergehen läßt, tauft sich heimlich ein Horoskop und verschwindet damit im nächsten Hausflur, um es eingehend zu studieren. Genau so, wie es echte unb unechte Heilpraktiker gibt, gibt es auch sogenannte eckte Astrologen. Diese echten Astrologen verschmähen Den Straßenverkauf. Sie dilben einen eigenen großen Reichsoerdanb, ber bie Schwinbelastrologie rücksichtslos bekämpft. Ge- genroärtig ist in Berlin eine interessante Ausstellung von Horoskopen, Bildern und astrologischem Hilfs- material zu sehen. An Hand von Logarithmentafeln unb mit Hilfe ber Integralrechnung werben zahlreiche Vorträge gehalten. Die Besucher biefer Ausstellung finb meist junge Mäbchen unb alte Frauen. Wer würbe es ihnen auch verübeln, gerabe jetzt, ba ein neues Jahr neue Wünsche Melle Fragen des gewerblichen Mittelstandes Mitgliederversammlung -er NS-Hago un- -er GHG. Brate. fei dir , " Manner in DeiN- W treiben, bei J« in Mem Maße km Natt derlei, .daß nach dirsrn unb nach der Eiterungsbauten ber elfjeint bleibei Wanunenarbeif zur lQ- aller ihrer ©Reber zu arbeiten, in mit lebhaftem Wh ine tenkwüiH nung für Dingt, Vie aus Lauheit versäumt worben seien. Große Zeit erfordere große Kämpfer. Das Jahr 1933 bedeute das Jahr der Auferstehung der Nation, Epoche einer neuen Zeit, heraufgerufen von dem Führer Adolf Hitler, der von Gott gesandt sei, um das deutsche Volk in letzter Minute vom Abgrund zurückzureißen. Es dürften in ber Zukunft nicht Wucherpreise verlangt werden, es dürfe nicht wieder zu den höchst unerfreulichen Sub- missionsblüten kommen, sondern das müsse alles besser gemacht werden, als es vorher gewesen sei. Adolf Hitler führe uns hinaus aus dem Elend. Er müsse aber in seiner Arbeit unterstützt werden, so daß das von ihm übernommene traurige Erbe in seinem Bestand verbessert unb für bie Zukunft auf das Beste verwaltet werde. Nachdem ber Ortsgruppen» führer noch auf die große Bedeutung des Luft» schutzes hingewiesen hatte und empfahl, das dem» nächst umgehende Werbeschreiben nicht achtlos beiseite zu legen, wurde die Versammlung mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer und Dolks- kanzler Adolf Hitler und mit dem Gesang des ersten Verses des Horst-Wesiel-Liedes geschlossen. In kurzem Nachtrag sprach der stellvertretende Gau-Amtsleiter Schimmel noch über Preis- lieber- unb Unterbietung und warnte eindringlich vor allen Auswüchsen in diesem Sinne, da sonst die entsprechenden Gegenmaßnahmen nicht ausbleiben würden. Mit allen Mitteln werde man denen entgegentreten, die durch ihre Preispolitik nicht nur der Volkswirtschaft und der Dolksgesamtheit sondern insbesondere auch ihrem Stande und ihrem Gewerbe Abbruch tun. arbeitsfrohen, jungen Menschen erziehen. Wir kön- aen nicht verstehen, daß heute in einer Zeit, wo sich bie alten Bünde überlebt haben unb bie gesamte 3ugenb in der HI. marschiert, biefe Hitlerju- zenb sich nicht selbst ihre Jugenbstunbe zeft a 11 e n ba rf, unb zwar so, wie es die Jugend verlangt. ABO. Winierhilfswerl -es Deutschen Volkes 1933/34. Sln alle Ortsgruppen- und Zellenwalter der NSV. bes Kreises Gießen. Betr. Getreibevermahlung. Es ist sofort telefonisch zu melden, welche Mengen Weizenmehl zur Verfügung unb zum Abruf bereitstehen. Mit ber Vermahlung bes Roggens ist nach ber Weizenoermahlung sofort zu beginnen. Heil Hitler! gez. K l ö ß, Kreisführer des WHW. AS-Lehrerbun-, Gau Aus an-. Belr.: Arbeitsgemeinschaft. Am fommenben Mittwoch, 17 Uhr, spricht ber unterzeichnete Gauobmann über: „Das Problem ber Zweisprachigkeit". Gäste finb willkommen. (Neue Pestalozzischule, In den Eichgärten.) gez. Dr. Henß. Weihnachtsmeffe -er Deutschen Zrauenkultur. Der Verein Deutsche Frauenkultur finbet in ber Gegenwart unb besonbers in biefen Tagen vor Weihnachten bie Bestätigung unb Bejahung seines jahrelangen klaren Strebens zur Wiederbelebung deutscher Kultur. Die biesjährige Weihnachtsmesse, die in ben Tagen bis zum 6. Dezember im Billarb- faal bes Cafs Amenb ftattfinbet, setzt bie Trabition fort unb bringt roieber eine Fülle ber gelegenen Dinge, bie schon immer ben Charakter ber Ausstellung ber Frauenkleibung bestimmten. Im Vorder- gnmb stehen bie hanbgefertigten Gebrauchsartikel, insbesondre Wäsche, bie man bei L. H o f (oorin. Hebe Dietz) in vollkommenen Ausführungen immer roieber berounbert. Frau Helene Roese (Werkstälte für persönliche Kleibung) zeigt roieber bie hervor- roqenb schönen handgewebten Stoffe, ferner schönen Silberschmuck unb bildlichen Zimmerschmuck heimischer Künstler. Neu tritt bie beutsche Teppichkunst in Erscheinung (Frau Elsa Lenz), die hier bie Mannigfaltigkeit ber gepflegten Technik zu oer- schiebensten Zwecken erkennen läßt (Lehnstuhl, Fußbank, Kafseewärmer usw.). Zu beachten sinb im Lohmen biefer Schau erzgebirgische Klöpvelspitzen und roürttembergifdje Silberwaren. Das Dürer- Hous Kühn stellt in geschickter Weise bie Erzeugnisse des Kunstgewerbes aus unb bietet eine sehr sehenswerte Schau. Dos Kunstgewerbehaus Hirz ist mit kultiviertesten Stücken beutfdjer Wertarbeit vertreten. B'fonbers fei auf bas in feinen Formen I Sehnsucht bes deutschen Handels. Der Schild des deutschen Handels müsse wieder so makellos werden, wie er es zur Zeit der Väter gewesen sei. Der deutsche Handel dürfe im Dienste um das Wohl der Bolksgesamtheit nicht zurückstehen, sondern müsse in Einigkeit alle seine großen Aufgaben erfüllen. Der deutsche Kaufmann sei in aller Welt ob seiner Ehrlichkeit geschätzt. So müsse es in aller Zukunft bleiben. 2m weiteren Verlauf ber Versammlung sprach ber stellvertretende Gauamtsleiter Pg. Schimmel über die vorgesehene große Weihnachts-Werbeaktion des deutschen Geschäftes. Diese Werbeaktion werde diesmal nicht von ber NS^Hago burchgeführt, fonbern vom Einzelhanbels» verband. Die Werbeaktion werde durch die ganze Provinz führen unb stehe unter bem Grundsatz: „Deutscher Christ höre unb bedenke Kauf' nicht beim Juden Christgeschenke!" Jeder der einen Lastkraftwagen oder ein geeignetes Motorfahrzeug besitze, solle sich in den Dienst dieser Werbeaktion stellen. Der notwendige finanzielle Aufwand solle durch den Verkauf von werdenden Pla- taten aufgebracht werden. Es fei notroen-big, daß gemeldet würde, in welchen Geschäften noch Rabatt gewährt werde. Man werde bann sofort für Abhilfe sorgen. In abschließenden Worten beschäftigte sich der Redner noch mit jenem Denunziantentum, bas in letzter Zeit roieber sehr stark in Erscheinung trete und verurteilt bie in anonymen Angebereien zum Ausbruck kommenbe feige Gesinnung. Anonyme Schreiben würden ungelesen dem Papierkorb überantwortet. pq. Horst fordert zur Spende für die Winterhilfe auf. Jeder müsse noch in dieser Woche durch bie Spende von Kleidern und Lebensmiteln zur Linderung der allenthalben noch bestehenden Not beitragen. Die Spenbe- tätigkeit müsse auch im Januar und im Februar fortgesetzt werden. Noch in dieser Woche fei ferner in ber Stabtmitte der Zwillingspfennig einzuführen. Der Redner wies besonders darauf hin, daß es nicht- christlichen Unternehmern streng verboten sei, mit christlichen Symbolen Werbung für das Weihnachtsgeschäft durchzu führen. Herr S t ü h l e r erinnerte an ben Totensonntag unb forderte dazu auf, dem Opfer der Toten ent- sprechend für bie Volksgemeinschaft zu wirken. ®eitere Ausspracherebner beschäftigten sich mit ber Notwendigkeit der Zusammenarbeit des Handwerks, bzw. mit verschiedenen im Bauhandwerk ausgetretenen Mißständen. Im Schlußwort sprach Orisarupvensübrer Pa. Gol-an noch über bie unbedingte Notwendigkeit der Aktivierung des Mittelstandes. Der Mittelstand dürfe, so betonte er u. a„ die Dinge nicht schleifen lassen, denn ber Mittelstand zahle schließlich immer die Rech- Se'i Tür L LL , r5 uu ' 0115 weitere Dk, (ttief$cncr Woche ttereise. * Gießen, 5. Dez. Auf bem heutigen Wochen- markt kosteten: Süßrahmbutter, bas Pfunb 1,55 Mk., Canbbutter 1,40. Kochbutter 1.20 Mk., Matte 25 Pf., fiafe, bas Stück 4 bis 10, Eier (inländisch?) 15, Wrsing, das Pfund 12. Weißkraut 8, Rotkraut 10, Selbe Rüben 10, Rote Rüben 10, Spinat 20, Unter» kohlrabi 7 bis 8. Grünkohl 15. Rosen'ohl 25 Pf., Feldsalat 1 Mk., Meerrettich 40 bis 6r* Pf., Schwarzwurzeln 30, Kartoffeln, das Pfund 3 bis 3% Pf., der Zentner 2,50 bis 2.80 Mk, Aepfel, das Pfund |> bis 20 Pf-, Nüsse 35 bis 50, Suppenhühner 60, Benfe 60 bis 65, Tauben, das Stück 40, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 25 Pf. -vornoi.zcn. — lagestalenber f ü r Dienstag: Sladttheater, 20 bis 22.15 Uhr, „Am Himmel Europas". — Lichtspielhaus, Bahnhosstraße: „Urne Kar- |l — Spitzen rundum RM. 3.50, 2.95, 2.50, 2.00, I Ein Blick genügt! Hier fehlt nur Hühneraugen« „Lebewohl“. 15791 ’ Hühneraug. Lebewohl Blechd. (8 Pflast) l 6N Pf. in Apoth. tu Dtok. Sicher zu haben« Sied -Drog. lau Hlndtabnrg. H. Eigen. Seitenweg Ma; Löwen-Drog. W. KUblager ED-, Selters»eg 69; H.Soll, Ludw giplati-n.Sea- ttadt-Drog.; Cereaala-Drog. C. Seibel. FrkL Str SS; 0. WUHerheff. Drei., EreuyLSIS- .»