Donnerstag, 5. Moder 1933 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger |üt Gberheßen) Kr. 233 Zweites Blatt war doch der erste Ta erhellte Die Folgen der Annexionskrisis für die Zukunft Wie uns in Aber es erweist sich, im Ablauf der drei Akte, daß dieses Stück nicht so heiter ausgeht, wie es beginnt — das ist nicht das erste Mal so in einer modernen Operette —, und man fühlt sich ein lpenig an einen der. ältesten Tonfilme erinnert, „Melodie des Herzens" hieß er, der aus der gleichen Landschaft kam und in manchen Szenen verwandte Motive einführte. Giehener Stavttheaier. Franz Lehär: „Wo die Lerche singt." Wo die Lerche singt: das ist Ungarn, klassischer Operetten-Schauplatz von altersher, und wenn gleich zu Anfang der Vorhang aufgeht über einer strahlenden Erntelandschaft am Dorfrand, dann meint man: mit dieser Operette hätten sie beginnen sollen am 1. Oktober, am Tage des Bauern. Es ist die Geschichte vom kleinen Bauernmädel, das an einen jungen Maler aus der großen Stadt Budapest sein Herz verliert, das heimatliche Dörfchen und den bäuerlichen Anoerlobten verläßt: aber es findet fein Glück nicht in der großen Stadt und nicht die wahre Liebe, sondern nur Enttäuschung und Demütigung und es geht am Ende heimlich davon, zurück ins Dorf and zurück zum ersten Bräutigam, der doch der Richtige war und auch getreulich auf sie gewartet hat.* Eine bittersüße Liebesgeschichte also, dieses Textbuch (nach einem Entwurf von Dr. Fr. M a r t o s) von Dr A M. W i l l n e r und H. N e i ch e r t, und es ist aut, daß die Verfasser des Librettos sich von der leise melancholischen Stimmung de's Ausklangs das Konzept nicht haben verderben lassen und immerhin eine Menge ganz unbeschwert-heiterer Episoden in die theatralisch, geschickt aufgebaute und flüssig abrollende Handlung eingefugt haben. russische und der österreichisch-serbische Gegensatz verschärfte sich weiter. Die auf die Errichtung der russischen Hegemonie auf dem Balkan abzielende Politik Petersburgs, die Bestrebungen Rußlands auf Erstarkung der Balkanstaaten unter russischer Führung mußten Oesterreich-Ungarn bei seinem erheblichen Einschlag von slawischer Bevölkerung in seinem Bestände bedrohen. Die Wendung der russischen Politik gegen Oesterreich-Ungarn bedeutete für Deutschland eine erneute Verschlechterung der gesamtpolitischen Lage. Die Erkenntnis, daß es bei seinem Vordringen im Osten nicht nur mit Oesterreich-Ungarn, sondern auch mit dem hin- natürlichen Kräften, die das Leben eines Volkes tragen, ist auch das Bewußtsein von einer Wirtschaft wieder geboren, der in Wesen und Ausdruck das Volk übergeordnet ist, das den Rahmen abgibt für die Gestaltung dieser Wirtschaft, und in diesem Rahmen ordnet sich vie Familie mit ganzer Selbstverständlichkeit in ihrer volkswirtschaftlichen Bedeu- tung ein. Das wichtigste Kennzeichen einer jeden gesellschaftlichen Wirtschaft ist d i e A r b e i t s t e i l u n g. Auch hierin ist die Familie ein Modell, im kleinen. Sie gibt die ursprünglichste Arbeitsteilung wieder, die zwischen Erzeugung und Verbrauch. Der Mann als Erwerber, die Frau, die mit der Leitung des Haushalts zugleich die Verteilung des Erwerbes leitet, diese beiden Aufgaben sind gleich wichtig und verantwortungsvoll. Es war eine bare Verständnislosigkeit, wenn eine Zeitlang die Fvrde- Der Meister Franz L e h ä r, der im Programmheft interessante Erinnerungen ays den Anfängen seiner überaus erfolgreichen Komponistenlaufbahn Es gab viel Applaus und mehrere Wiederholungen. docbfcbulnadiricbten. Das bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus hat wegen der Wiederbesetzung der erledigten Professur für Philosophie an der Universität München einen Ruf an den o. Professor und derzeitigen Rektor der Universität Freiburg i. Br. Dr. Martin Heidegger ergehen lassen. An der Universität F r e i b u r g. i. B. wurde durch Entschließung des Reichsstatthalters folgenden Hoch- fchullehrern die Lehrbefugnis auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums entzogen: dem ordentlichen Honorarprofetzor für Volkswirtschaft, Dr. Robert Liefmann; den außerordentlichen Professoren Dr. Walter üHeo' laender (Kunstgeschichte) und Dr. Gustav Wolf (Geschichte): den Privatdozenten Ernst A l ex - ander, Dr. Werner Brock (Philosophie), Dr. Herbert Fröhlich (Chemie)^ Dr yans Adolf Krebs (Medizin) und Dr. Berta Ottenstein (Medizin). zum Besten gibt, paßt sich im lynsch-melodwsen Stil seiner Vertonung dem Buch geschmeidig an und hat sowohl die heiteren wie die „großen" Szenen musikalisch einschmeichelnd und recht verschwenderisch ausgestattet. Besonders das Leitmotiv — „Wo die Lerche singt" —, der rhythmisch sehr reizvolle Dauerntanz, der Walzer im Mittelakt und das originell gesetzte Spottliedchen des alten Török zeugen von der stilgerechten Anpassungsfähigkeit und Erfindungsgabe des Komponisten. das Atom den gleichen Aufbau zeigt, der ... unserem Planetensystem bekannt ist, jo gibt die Familie als Zelle eines Volkes die gleichen Kräfte kund, die die Gesamtheit im ganzen tragen. Führung und Unterordnung, gefühlsmäßige Bindungen und organisatorische Elemente, Arbeitsteilung und Berücksichtigung der persönlichen Eigenart. Ist die Familie im kleinen ein Bild von den Kräften, die das große Ganze tragen, dann muß sie auch die Grundlage für das Leben dieser Kräfte im Gesarnt- aufbau sein. Wie jeder Organismus hat die Familie Bedeutung und Aufgabe nicht nur nach einer Richtung hin, sondern sie ist allseitig verbunden mit den großen Fundamenten des Volkslebens, Kultur, Staatsordnung und Wirtschaft. Das Eintopfgericht ein voller Erfolg. Gin BerichL wird zusammengegeffen. — Oie Ausländer begeistert. — Oie Speisekarte als Andenken. Familie und Volkswirischast Oie Zelle des Volkes, ihre Kräfte und ihre Ausgaben. Von Dr. K. Hausen. Vor 25 Jahren: Sie Annexion von Bosnien ' Eme Erinnerung an den 5. Oktober 1908 Fräulein Liefe! Beling, diesmal unwiderruflich Abschied nehmend, wenigstens für die nächste Zeit, hatte mit der weiblichen Hauptrolle der Margit, hellblond und grünweißrot, eine dankbare Gelegenheit, ihre vielseitige und liebenswürdige Operettenbegabung, gesanglich, tänzerisch und darstellerisch, himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt, aus dem Vollen zu entfalten.* Herr Hub kam uns diesmal ganz ungarisch, als alter Großvater Török Päl, was nicht nur dem Publikum, sondern auch ihm selber sichtlich Vergnügen bereitete. Maria Perry brachte gleich mit dem Austrittslied und später in dem wirkungsvoll aufgemachten Rosen-Duett (mit Fier m e n t) im zweiten Akt ihren schlanken Sopran recht vorteilhaft zur Geltung. F i e r m e n i war musikalisch erfreulich in Form, darstellerisch ließ ihn die etwas schwierige Rolle nicht ganz aus sich Herausgebern Der temperamentvolle und treuherzige Pista des Herrn W r e d e, Dielen als Baron Ferenczy und Elisabeth Wielander (Bvrcsa) rundeten das Ensemble mit hübschen Leistungen ab. am 9. November 1867 herangekommen war, begrüßte Rudolf Gottschalk die Erleichterung, die dem deutschen Volk bei seiner politischen Wieder- gebürt dadurch gewährt werde, daß es sich in die unsterblichen Werke ihrer Denker und Dichter vertiefen könne. Die billigen Klafsikerausgaben brachten dem Buchhandel ein großes Geschäft, und die Zunahme der Neuerscheinungen um 13 v. H., die bei der Ostermesse 1868 feftgefteHt wurde, schrieb man diesem neuen Verlagszweige zu. Die Buchhandlungen bezogen Schiller, Goethe und Lessing hundertweise und verkauften sie aus dem Schaufenster heraus. Die Verleger machten glänzende Geschäfte, und einige sollen in wenigen Tagen Auslagen von 500 000 Stück verkauft haben. Das Publikum stürzte sich auf diese wohlfeile Geistes- nahrung. Aber 1872 werden im Buchhändler- Börsenblatt Stimmen laut, die erklären, man habe nun genug an billigen Ausgaben: man verlange Ausgaben, die etwas teurer fein könnten, aber dafür einen korrekten Text und bessere Ausstattung haben müßten, lieber die liederliche Behandlung des Textes der Klassiker wird viel geklagt, und erst die Hempelschen Ausgaben, die einen großen Stab von Gelehrten beschäftigten, brachten darin Besserung. Die schlechte Ausstattung wurde durch die „illustrierten Prachtwerke" ersetzt, die nun auf dem Tisch in jeder guten Stube 8es deutschen Bürgerhauses lagen. Aber auch diese „Pracht" entartete bald, und man forderte eine geschmackvollere Gestalt, die dann durch die Reform der Buchkunst gegen Ende des 19. Jahrhunderts verwirklicht wurde. nossen zu verlieren. Die einzelnen Phasen der Annexionsknse, die immer wieder auftauchenden Konferenzgedanken, die Verhandlungen zwischen den Kabinetten im einzelnen zu verfolgen, würde zu weit führen. In. gewissen Augenblicken schien durch die Haltung Serbiens die Gefahr eines europäischen Krieges nahe. Daß es nicht zu ihm kam, ist dem Eingreifen Deutschlands zu danken. Der deutsch, von Rußland schließlich angenommene Vermittlungsvorschlag vom 21. März 1909 war keineswegs ein Ultimatum, in das ihn die Legende umdeuten möchte, sondern ein auch vom Zaren begrüßter Versuch Deutschlands, die Kluft zwischen Rußland und Oesterreich zu überbrücken und dem g e r i d) t e s. _ . ., morgen wissen, wie es geklappt hat. In den Privathaushaltungen hat es natürlich geklappt, denn da bedeutet das Eintopfgericht am Sonntag eben in sehr vielen Fällen nur ein Verzicht auf das Sonntagsessen. Aber in den feinen Restaurants, m den Luxushotels, bei der Mitropa ufw., da bildete das Eintopfgericht doch wahrlich eine Neuheit. Und da mußten die armen Reporter vom Eintopfgericht zum Eintopfgericht laufen, und sich ihre Erfahrungen buchstäblich zusammenessen. Einer berichtet, daß es ihm „den Umständen nach" ganz gut geht, allerdings habe er mit Natron nachhelfen müssen. Er war in einem ff. Priv-.it- mittagstisch, wo es seit 14 Jahren jeden Sonntag Kalbsbraten mit Brühe und Kompott gab. Das Pichelfteiner Fleisch, das am Sonntag auf dem Stammtisch stand, wirkte auf die Herren Junggesellen wie eine revolutionäre Befreiung von dem obligaten Kalbsbraten. In einem großen Hotel stocherten ein Pankee und eine Lady mißtrauisch mit der Gabel in ihrem Topf herum. Sie zogen, wie der Berliner sagt, einen echt amerikanischen Flunsch. Dann probierte der Pankee, seine Miene ' " sich sichtlich, und mit leuchtenden Augen nahm er einen zweiten Bissen, dann schlug er mit der Faust auf den Tisch: „W i r wollen das wied erhaben". Die Lady steckte die Speisekarte in ihre Handtasche, um sie mit nach Hause zu nehmen. Kurz gesagt: der erste Tag des Eintopfgerichtes war ein voller Erfolg. Der Oberkellner des O-Zuges Rom — Berlin erklärte, daß im Speisewagen dieses Zuges über hundert (Sin- top f e H e n serviert werden. Einige schwedische und englische Fahrgäste seien so begeistert von dieser Art Winterhilfe gewesen, daß sie baten, die Speisekarte als Andenken mit in die Heimat nehmen zu dürfen. Am meisten scheint überhaupt den Angelsachsen die Sache imponiert zu haben. Aus vielen Hotels wird berichtet, daß Engländerinnen und Amerikanerinnen von ben servierten Eintopfgerichten so begeistert waren, daß sie unbedingt vom Kellner das Rezept haben wollten, um es mit nach Hause zu nehmen. Noch eine andere hübsche Szene: ein französischer Reisender ißt im Speisewagen sein Eintopfgericht. Er meint es mit sich und dem Winterhilfswerk besonders gut, er will noch ein Gericht von der anderen Art haben, denn vier Gerichte waren $ur Auswahl gestellt. Doch das geht leider nicht. Für jeden Gast nur ein Topf. Freundlich wird er belehrt und lachend begnügt er sich. Es hat also vorzüglich geklappt. Der Appell an das Solidari- tätsgefühl ist nicht ohne Echo geblieben. Nur m ganz seltenen Fällen haben Besucher von Restaurants und die Bewohner der repräsentativen Hotels den Magen knurren lassen, bis nach 17 Uhr, dem Schlußtermin für bas Eintopfgericht. ter diesem stehenden Deutschland zu rechnen habe, ergab für Rußland anderseits die Notwendigkeit, sich mit seinen Verbündeten noch enger zusammenzuschließen und für die kommenden Entscheidungen sich zu rüsten. Schon Anfang 1909 sah Iswolski eine kriegerische Entscheidung für unvermeidlich an. „Die orientalische Frage", so äußerte er sich gegenüber dem deutschen Botschafter GrasenPourta- l£s „kann nicht anders als 8urch einen Konflikt gelöst werben ... vielleicht wird dieser Konflikt erst in fünf oder zehn Jahren ausbrechen, aber er ist unvermeidlich". Fünf Jahre später brach über die serbische Frage der Weltkrieg aus! ein frischerer und energischerer Zug in die österreichisch-ungarische Balkanpolitik gekommen (Projekt der Sandschakbahn, Erwägungen über die Annexion Bosniens und der Herzegowina, Bereinigung der serbischen Gefahr.) Der Ausbruch der jungtürkischen Revolution im Sommer 1908 schien beiden Teilen (Rußland sowohl wie Oesterreich-Ungarn) eine günstige Gelegenheit zur Verwirklichung ihrer Pläne zu bieten. Am 2. Juli regte der russische Außenminister Iswolski durch ein offizielles Schreiben an die österreichische Regierung freundschaftliche Verhandlungen über das Verhältnis der zwar türkischen, aber von Oesterreich-Ungarn okkupierten Bezirke Bosnien, der Herzegowina und des Sandschaks von Nooibazar sowie über die Meerengen von Konstantinopel an, unter dem Gesichtspunkt: „Annexion gegen bie Oeffnung ber Meere n g e n". Iswolskis Anregung begegnete sich mit ben Wiener Wünschen nach Annexion ber besetzten Provinzen, insbesondere mit Rücksicht auf die starke serbische Propaganda, die vornehmlich in Bosnien auf eine Vereinigung mit Serbien hinarbeitete und die österreichische Aufbauarbeit in den besetzten Provinzen gefährdete. Nachdem Frhr. v. Aehrenthal unter dem 27. August den russischen Anregungen im wesentlichen zugestimmt hatte, kam es am 16. September auf dem mährischen Schlosse B u ch l a u zu der Zusammenkunft zwischen Iswolski und Aehrenthal. Die Unterhaltungen zwischen den beiden Außenministern wurden ohne Zeugen geführt, wie sie auch nicht endgültig 8urch eine Niederschrift sestge- legt wurden. Aber die Tatsachen lassen sich ziemlich genau mit Hilfe der Angaben feftftellen, die beide Minister innerhalb weniger Tage dritten Personen gegenüber gemacht haben. Der deutsche Staatssekretär des Auswärtigen Amts, o. Schoen, der Iswolski gleich nach Buchlau traf, erfuhr von diesem selbst über die Unterredung folgende Stichworte über die Absichten der Donaumonarchie: „Annexion von Bosnien und der Herzegowina, ----- , Verzicht auf den Vormarsch nach Saloniki, Zurück- serbisch-österreichlschen Kriege vorzubeugen. _ _ Ziehung der Garnisonen aus dem Sandschak, Be- Die Folgen der 2Ir.ne«on??r«j»« h** reitroilligfeit, mit Rußland über dessen Wünsche waren allerdings verhängnisvoll. Der österreichisch^ Der Weg ins Schlaraffenland ist bekanntlich mit einigen Mühen verknüpft. Der Schlemmer, der ins Land der ungezählten Magenwonnen gelangen will, hat feinem Magen zunächst eine gewaltige Kraftprobe aufzubürden, gewissermaßen als Prüfung für die Befähigung zum Schlemmerdafein. Er muß sich durch eine dicke Mauer von Milchreis hindurchessen. So erging es in Berlin am Sonntag den Berichterstattern der Berliner Tagespresse. Der Sonntag der erste Tag 8 e s Eintopf- >. Da wollten die Berliner am Montag- Die gepflegte Aufführung wurde von Paul W r e b e mit leichter und sicherer Hand geleitet; seine Inszenierung hatte Stimmung, gut gewähltes Tempo unb exakte Ensemble-Auftritte. Kapellmeister C u ) € betreute sorgsam und mit sauberen Einsätzen die stellenweise recht anspruchsvolle Partitur. Theo Bä ulke hatte eine Anzahl hübscher Tanzfiguren beigesteuert. Karl Löffler schuf der Operette den szenischen Rahmen; besonders das luftige, bunte Dor bild des ersten Aktes war ihm famos gelungen. Besonderer Anerkennung bedarf die malerische Ko- stümausstattung (Curt Huber), die vor allem den Eingangsakt erfreulich belebte. Auf ben/ Wege zum Weltkriege ist bie bosnische Krisis ber Jahre 1908 unb 1909 eine ber wichtigsten Etappen; sie zeigt alle charakteristischen Züge und Merkmale, die sich wenige Jahre später in der Zeit, die zum Weltbrande führte, wiederholen sollten. Schon allein aus diesem Grunde erscheint eine Erinnerung an die Ereignisse, die sich vor nunmehr fünfundzwanzig Jahren abspielten, zeitgemäß. Und das um so mehr, als die Aktenveröffentlichungen über die Vorkriegspolitik in den einzelnen Ländern immer klarer erkennen lassen, daß die gegen die deutsche Politik gerichteten Vorwürfe, sie hätte während der bosnischen Krise zum Kriege getrieben, z u U n - recht erhoben werden. Im Gegenteil, im Verlaus der Krise, die mit der Annexion von Bosnien und der Herzegowina durch die österreichisch-ungarische Doppelmonarchie am 5. Oktober 1908 einsetzte und Ende März 1909 durch die deutsche Vermittlung in Petersburg nach außen hin ihren Abschluß fand, beweist in jeder Hinsicht den Friedenswillen Deutschlands, durch dessen Eingreifen damals nicht zuletzt der Krieg vermieden wurde. Die Niederlage Rußlands im Kriege gegen Japan, die mit ihr verknüpfte Abkehr von feinen asiatischen Zielen ließ die slawische Großmacht sich wieder Europa zuwenden, um hort eine Erfüllung ihrer alten Wünsche zu versuchen Hand in Hand mit dem Streben Rußlands nach ber Herrschaft über die Meeresengen von Konstantinopel ging bas Verlangen nach der Hegemonie auf oem Balkan, das zwangsläufig einen wachsenden Gegensatz zur Donaumonarchie zeitigen mußte. Auf der anderen Seite war nach dem Amtsantritt Frhr. o. Aehrenthals im Jahre 1906 Sarasates Geigen. Die Nachwelt windet auch dem Konzertvirtuofen keine Kränze. Nur die älteren unter uns erinnern sich noch an die Stürme der Begeisterung, die einst der spanische Geiger Pablo de Sarafate entfesselte. Er war ein feuriges Genie, in dem etwas von der Glut P a g a n i n i s und seiner unbegreiflichen Technik auferstanden zu sein schien. Wie jeder große Geiger fühlte er sich mit seinen Instrumenten innig verbunden und führte seine Lieblinge auf seinen vielen Konzertreisen immer mit sich. Eine wundervolle Stradivarius war ihm schon in der Jugend von der spanischen Königin Isabella zur Verfügung gestellt worden, die Eigentum des spanischen Staates war und nach seinem Tode an diesen zurücksiel. Ein anderes Meisterwerk des berühmten italienischen Geigenbauers war die sog. Stradivarius Boissier, auf der er besonders gern spielte. Dieses Instrument hatte eine eigenartige Geschichte. Ein Hufschmied in einem Schweizer Dors erhielt von einem Herrn, dem er verschiedene Dienste geleistet, eine alte, völlig verschmutzte Geige, die er reinigte und an der Decke seiner Schmiede aufhängte, ohne zu ahnen, welchen Schatz er besaß. Bei einem Spaziergang sah der Genfer Geigenkenner Boissier zufällig dieses Instrument, erwarb es, unb nach seinem Tobe kam bie Geige, bie er als einen echten Strabivarius erkannt hatte, an eine Pariser Firma, von ber sie Sarafate für einen Riefenpreis erwarb. Außerbem führte er als Talisman stets eine kleine silberne Violine mit sich, die eine genaue Nachbildung der Lieblingsgeige Paga- ninis war. Zum ersten Mal war es ihm passiert, daß er diesen Talisman vergessen hatte, als er in Biaritz von der tödlichen Krankheit überfallen wurde. Und es zeigt sich auch, daß eben die Gegensätze, an deren Ausgleich und Ueberbrüdung wir heute mit allen Kräften arbeiten, den eigentlichen Antrieb für die Handlung bilden und den Konflikt heraufbeschwören, der sich dann in der wehmütigen Abschiedsstimmung des letzten Aktschlusses löst. Erst als Iswolski in London, wohin er sich von Paris aus begeben hatte, erkennen mußte, daß d i e englische Regierung entgegen gewissen in Reval gemachten Zusagen, von einer Aenderung in der Meerengenfrage nichts wissen wollte, wandte sich sein ganzer Groll gegen Aehrenthal; er behauptete, von seinem österreichischen Kollegen schnöde betrogen zu sein, weil dieser zu schnell vorgegangen sei, ja, er ging soweit, feste Vereinbarungen in Buchlau überhaupt in Abrede zu stellen. In Frankreich und England brach ein Sturm der Entrüstung los, auch in -Rußland machte sich tiefe Unzufriedenheit geltend. Am heftigsten war der Sturm in Serbien, wo es zu fei-nbfeligen Kundgebungen gegen Oesterreich-Ungarn kam. Alsbald wandte sich die „allgemein Empörung", wie gewöhnlich, auch gegen Deutschland, dem man vorwarf, die Schritte Aehrenthals veranlaßt zu haben. Davon konnte keine Rede sein. Berlin erfuhr von der Absicht der Annexion erst unmittelbar vor Buchlau, und durch eine unglückliche Verkettung der Umstände war Kaiser Wilhelm der letzte unter allen europäischen Staatsoberhäuptern, der die Mitteilung der öffentlichen Verkün- düng der Annexion erhielt. „Ich bin persönlich auf das tiefste in meinen Gefühlen als Bundesgenosse verletzt, daß ich nicht im Geringsten von S. M. (Kaiser Franz Joseph) ins Vertrauen gezogen wurde", so heißt es in einer Randbemerkung des Kaisers. In der Annexionsfrage selbst stellte sich Deutschland, trotz mancher Bedenken, l)mtet Wien, schon um nicht den letzten, noch sicheren Bundesge- Als die Klassiker „frei" wurden. Wir können uns heute die Zeit kaum noch vorstellen, da die Werke unserer Klassiker in teuren Ausgaben nur den sehr Bemittelten zugänglich waren und der Aermere höchstens einen unrechtmäßigen billigeren Nachdruck taufen konnte. Durch einen Beschluß des Bundestages vom 6. November 1856 war bestimmt worden, daß die Werke der vor dem 9. November 1837 verstorbenen Autoren vom 9. November 1867 an frei fein sollten. Wie Wilhelm Freis in einem Aufsatz im Buchhändler-Börsenblatt erzählt, stellte Sachsen-Weimar den Antrag, den Verlagsschutz für Goethe, Schiller, Herder und Wieland zu verlängern, sand aber damit in der Öffentlichkeit 'leinen Anklang. Als der große Tag nach freier Durchfahrt durch die Meeresengen zu sprechen." Diese Angaben decken sich vollkommen mit den Darlegungen Aehrenthals in einem Pri- oatbrief an den deutschen Reichskanzler Fürst Bülow vom 26. September; nach ihnen hatte sich Iswolski mit der Annexion „im Prinzip einverstanden erklärt und eine freundschaftliche Haltung Rußlands zugesichert". Iswolski muß ziemlich fest davon überzeugt gewesen sein, daß die anderen Mächte seinen Plänen nach einer teilweisen Oefsnung der Meeresengen zustimmen würden. Um sich ihrer Zustimmung zu vergewissern, begab er sich auf die Reise nach den wichtigsten europäischen Hauptstädten. Bei feiner Ankunft in Paris am 4. Oktober erfuhr Iswolski, das der österreichische Botschafter am Tage vorher dem Präsidenten der französischen Republik ein Handschreiben Kaiser Franz Josephs überreicht habe, das die Annexion für den 7. Okto- b e r antünbigte. Erft am Nachmittag des gleichen Tage erhielt Iswolski verspätet ein Schreiben Aehrenthals vom 30. September mit der gleichen Ankündigung. Allzu überrascht konnte Iswolski nicht sein; denn bereits in Buchlau hatte ihm Aehrenthal als Tag der Bekanntgabe der Annexion den 9. Oktober, den Zusammentritt der ungarischen Delegationen in Budapest, genannt. Jedenfalls aber war Aehrenthal zur Tat übergegan- qen, ehe Iswolski Gelegenheit gehabt hatte, seinen Teil des vereinbarten Geschäfts ficherzustellen. Die Bedeutung der Familie für die Volkswirtschaft ist in einer Zeit verblaßt, wo der orgartifdje Begriff der Volkswirtschaft durch den mechanischen der Welt- ----- ----- wirtschaft ersetzt wurde. Mit der Rückkehr zu den 1 rung nach der Gleichberechtigung der Geschlechter nur in der Befreiung der Frau von den „Banden ber Familie" erreicht werden zu können schien. Das ist eine völlig mechanische Auffassung der Gleich- berechtigung, ihren organischen Ausdruck hatte sie schon langst in der Familie gefunden, wenn man unter Gleichberechtigung nicht Gleichheit der Aufgaben, sondern gleiche Bedeutung und Verantwortung versteht und eine Gleichheit in der Achtung, die Mann und Frau gegenseitig vor ihrem Tätigkeitsbereich haben. Die Familie ist richtig ausgefüllt und richtig verstanden, ein dem männlichen zumindest ebenbürtiges Schaffensreich, vor allem, wenn man über das Wirtschaftliche hinaus die Erziehung der Kinber, die mit dem Heim verbundenen Gefühlswerte berücksichtigt, Aufgaben, die die Natur von der Frau gewollt hat und für deren Erfüllung sie ihre ganzen Kräfte anspannen muß. Die ursprüngliche Arbeitsteilung, die in der Familie naturgemäß gegeben ist, erweist sich für die Volkswirtschaft von grundlegender Bedeutung. Je entwickelter eine Volkswirtschaft ist, desto mehr bedarf sie für ihre kostspieligen Anlagen die Gewähr einer regelmäßigen Erzeugung. Jedes Gewerbe wird darauf bedacht sein, seine Erzeugung nach dem Bedarf einzustellen, aber die Grundlagen für dielen Bedarf müssen Dauer haben. Und der wichtigste, der entscheidende Bürge für die Dauer des Bedarfs ist die Familie, selbstverständlich die Familie im vollen Sinne, die dem Volksganzen eine ftinberfchar auhiefjl, wie sie mindestens zur Erhaltung der Volkszahl vorhanden fein muß. Die Erziehung der Kinder, der eigene Verbrauch, die Rücklagen für Ausstattung der Tochter und weitere Ausbildung des Sohnes, fordern eine feste Regel für die Verteilung des Einkommens, die damit den Verteilungsschlüssel abgibt für die Bildung des Sparkapitals und Ausrichtung ber Erzeugung. gebe Familie ist von Natur aus ein planmäßiges Gebilbe unb muß deshalb auch in ihrer Wirtschaftsführung zum großen Teil planmäßigem Streben folgen. Diese Planmäßigkeit beruht auf Erfahrung, nicht auf einer mechanischen Anordnung. Was gebraucht und wie es verbraucht wird. darüber entscheidet die Erfahrung, die nach dem Maß des Einkommens die Besonderheiten persönlicher Eigenart mit anderen über dem Persönlichen stehen- den Grundsätzen in der Verteilung des Einkommens verbindet. Die Familie ist somit der unerschütterliche Kern, ber es ber Wirtschaft ermöglicht, auf Erfahrung aufzubauen unb der sie vor einer mechanistischen Ordnung bewahrt. Sicherheit für die Wirtschaft, aus organischer unb ben Persönlichkeitswerten gerecht werdenber Erfahrung, unb Örunblage für Spartapilalbilbung und Erzeugung ist nicht allein die Bedeutung ber Familie für bie Volkswirtschaft. Sie ist auch b i e Orunb- läge für bie Gestaltung bes Arbeit»- Marktes. Ein Volk mit kinderarmen Familien hat einen Altersaufbau ber Bevölkerung, bei bem bie berufstätigen Altersgruppen ben größten Teil ein nehmen. Dadurch wird die Gefahr ber B e - rufsüberfüllung unb der Arbeitslosigkeit ungemein erhöht. Kinderreiche Familien dagegen lassen einen großen Teil ber Bevölkerung auf nicht berufstätige jugenblidje Gruppen entfallen, beren Bedarf ber Erzeugung starke Anregungen gibt, ohne bah sie aber den Arbeitsmarkt verstopft. Eine jede Wirtschaft hat eine Grenze in ber Aufnahmefähigkeit für Berufstätige. Je nach bem Altersaufbau ber Bevölkerung macht sich diese Grenze entweder In einer zwangsweisen unnatürlichen Berufs- losigkeit berufsfähiger Menschen bemerkbar ober in einer burchaus natürlichen Berufslofigteit jugenb- licher, noch nicht berufsfähiger Gruppen. Welche biefer beiben Rtöglichkeiten ber Arbeitsverteilung bie gefünbere ist, liegt ja klar auf ber Hanb. Die Grunblage biefer Verteilung liegt aber wiederum in der Familie. • Die vergangenen Jahre haben uns bie außer- orbentlichen kulturellen Gefahren erkennen lassen, die in ber Schwächung unb Auflösung bes Familienlebens liegen. Man hat baneben vielfach bie .wirtschaftlichen Gefahren übersehen, bie mit biesem Vorgang verknüpft finb? Diese Gefahren sind im einzelnen nur wenig zu bemerken, aber im Gesamtergebnis finb sie ein tübliches Derberben. MnlechWwerk des SeuWen Lölkes 1933/34. (Sauführung Hesten-Aasta», Frankfurt a. M., Sounuäftr.ll L, Telephon 3228. Aufruf an Alle! Kein Volksgenosse barf im kommenben Winter hungern unb frieren! So will es der Führer. Alle jlotlcibenben unb unverschuldet Erwerbslosen sollen erkennen, baß bie ganze Nation mit ihnen fühlt unb für sie eintritt. Dieses Hilfswerk soll nicht wie in früheren Jahren nur Almosen sammeln unb Unterstützung verteilen, sondern durch das wachrufen einer grandiosen Opferbereitschaft im ganzen deutschen Volk den Gedanken des lebendigen nationalen Gemeinschaftsgeistes erwecken. Ls soll zu seinem Teil dpzu beitragen, eine Brücke zu schlagen zwischen Arm unb Reich. Opfern in biesem Sinne darf deshalb nicht etwa nur heißen, von seinem lleberfluh etwas abgeben, sondern muß heißen, sich in seinen eigenen Bedürfnissen beschränken, um anderen deutschen Volksgenossen in ihrer Not zu helfen. kein Zweifel barf sein, bah bie Lauen unb Trügen unerbittlich wachgerüttelt werben. Nun geht ans Werk, beutsche Frauen und deutsche Männer aller Stände, Berufe und Konfessionen. Gebt unserem Führer Adolf Hitler Eure Spenden zu treuen Händen. Sie werden für unser Volk reiche Früchte tragen. Spenden werden erbeten an: Postscheck-Konto Frankfurt a. M. 281 00, Girokonto bei ber Nassauischen Landesbank Frankfurt a. Main 6200. (Bauleiter, Reichsstatthalter in Hessen: gej. Sprenger. Regierungsrat Dr. Otto Andres, Kreisamt Friedberg: Alois Bausch, Dresdner Bant; Ludwig Bellinger, Handelskammer Fulda; Dr. Hermann Braun, Kreisamt Erbach: Wilhelm Böcker, Nassauische Landesbank; Dr. Georg Dahlem, Landeskirche Hessen; W. Deubel, Landesleiter der technischen Nothilfe: Fr. v. b. Ende, Hessischer Industrie- und Handelstag: Karl Ehrgott, Äreisamt Groß-Gerau: Kreisdirektor Emil Gähner, Kreisamt Bübingen; Erich Gellert, Jnbustrie- und Handelskammer Offenbach; Landrat Grillo, Wetzlar; Haug, Bürgermeister, Darmstadt, Gauwalter der NS.-Volkswohlfahrt; Wolfgang, Prinz von Hessen, Landrat, Bad Homburg; Dr. Herdt, Propagandawart der NS.-Volkswohlfahrt; Gorschlüter, Buderussche Eisenwerke; Dr. Frhr. Raitz v Frentz, Kreisamt Bingen; Land- rat Herrchen, Untertaunustreis, Bob Schwalbach; Landrat Dr. Janke, Höchst, v. b. Dr. Engelhardt; Kessel, Kreisamt Lauterbach, o. d. Haniksch; Waller Kramer Gebietsführer ber HI., v. b. Stöhr; Kreis- [eiter Karl Kromm, Kreisamt Schotten; Regierungsrat Dr. Georg Krüger, Kreisamt Gießen; Oswald Knorrch, Kreiswohlfahrtsamt Oppenheim; Frau R. Kirch, Gau-Frauenschaft Hessen-Nassau: Oberregierungsrat Kühne, Landesarbeitsamt Hessen, v. d. Oberreg.-Rat Dr. Hermes; Landrat Koch, ßanbratsamt Montabaur, v. d. Bausch; Prof. Dr. Krieck, Rektor ber Universität, v. d. Prof. Dr. Hol- felder; Landrat Saufemann, Gelnhausen; E. Sang- Hardt, Fa. L. Krumm AG., Offenbach; Josef Lamay, Caritasverband für die Diözese Limburg; Franz Leonhard, Industrie- und Handelskammer Offenbach; Dr. Wilhelm Leber, Landw. Kammer Wiesbaden; Landrat Lerch, ßanbratsamt Westerburg, v. d. Noes; Fritz ßöfer, Kreisleiter unb ßanbrat Hanau; Fritz Merck, Darmstabt; Dr. Eb. Meufer, Handelskammer Wiesbaden; Fritz Müller, Handwerkskammer Hessen; Dr. Friedrich Müller, Bürgermeister Hanau; Müller-Scheid, Gaupropaganda- Landesstellenleiter für Bolfsaufflärung und Bro- Sanba; Kreisdirektor Dr. Ernst Merck, Kreisamt enbach; Dr. Mühlens, Rheingaukreis; Dr. Alex ttenheimer, Rhein-Main. Red. unb Handelstag; Dr. Niecz, Industrie- und Handelskammer, Frankfurt a. M.; Dr. E. Pauly, Bänninger G. m. b. H., Gießen, Handelskammer Gießen; W. Pauly, Cari- tasoerbanb für die Diözese Mainz; Betermann, ev. Landeskirchenrat, Frankfurt a. M.; Roettig, Major und Kommandant der Landespolizei, Abtlg. Frankfurt a. M.; Dr. Richter, i. B. d. Bischofs von Limburg u. d. Stadtpfarrers Dr. Herr; Theodor Rudek, Elektrizitäts-Werke Rheinhessen, Rhein- Mainischer Industrie- und Handelstag; Direktor Röhricht, Innere Mission, Darmstabt; Schmidt, Präs. d. Handwerkskammer f. b. Reg.-Bez. Wies- haben; Arnold Schumacher, Pfarrer, Innere Mission; Schröder, Oberst a. D., Hess. Landesverband v. Roten KreuA; Ludwig Schmahl, Kreisamt Groß- Gerau; Rudolf Schäfer, Provinzialdirektion Starkenburg; L. Schuster, Landeskirchenrat d. ev. Landeskirche Wiesbaden: Dr. Schönhals, Oberbürgermeister der Stadt Offenbach: Ernst Schuenemann, Fa. Andrae Noris Zahn AG-: Werner Scheikes, Weinkellerei Scharlachberg; Alfred Schulte, Magistrat Wiesbaden. Wir gehen in die Beiriede! Der erste Tag des Propagandafeldzuges der Deutschen Arb itsfront. WvN. Frankfurt a. M., 3. Ott. Der Bezirks- leiter der Deutschen Arbeitsfront für Hessen und Hessen-Nasiau teilt mit: Die neue Aktion ber Deutschen Arbeitsfront, die hinein ins Herz d e r A r b e i t, in die Betriebe selbst führt, hat am heutigen Tag ihren Anfang genommen. Welches Interesse der Propaganbafewzug der DAF. in der Oeffentlichkeit erregt, geht aus ber ungeheuren Fülle von Zuschriften hervor, die wir täglich bekommen. Daneben klingelt den ganzen Tag bas Tlephon, Dutzende von Besuchern kommen, teils Fabrikanten, teils auch Betriebsräte, bie wünschen, daß wir ihren Betrieb besichtigen. Bis Lude November wirb sich unser Propa- ganbafelbjug erstrecken, unb ev wirb in Hessen unb Hessen-Nassau keinen namhaften Betrieb geben, ber nicht vorgenommen wirb. Der erste Tag war ben „Fabriken der öffentlichen Meinung" gewidmet. Beim Südwe st deutschen Rundfunk wurden die Abgesandten der DAF. bereits von der gesamten Belegschaft erwartet. In- tenbant Beumelburg begrüßte bie Deutsche Arbeitsfront unb brachte Aum Ausdruck, daß auch der Sübwestfunk sich stets für die hohen und wichtigen Aufgaben des Deutschen Arbeltertums einsetzen werde. Gerade der Südwestfunk werde in Zukunft die sozialen Belange pflegen und dem deutschen Ar- beiter in noch stärkerem Maße das Mikrvpyon zu- gänglich machen. In Vertretung des in letzter Minute abberufenen Bezirksleiters ber DAF^ Gau- betriebszellenleiter Pg. Willi Becker, M. d. L., war es Pg. Müller-Scheid, der die Gedanken des Intendanten noch besonders unterstrich. In (einem Schlußwort betonte der Intendant noch bie gute Arbeitskameradschaft innerhalb ber Mitarbeiter bes Sübwestfunks. Nach einer Besichtigung bes techni- schen Betriebes ging es weiter zum „Frankfur - ter Genera la nzeig er^. Mitten in die Ge- heimniffe der schwarzen Kunst ging es hinein. Der Umbruch war gerade beendet, eine kurze Weile Danach donnerten schon die gigantischen Rotatlons- Maschinen und fpleen schön geordnet die fertigen Zeitungen aus. Oben standen schon bie Kolonnen der Zeitungsträger bereit, für ihre Verbreitung zu sor- gen. Nach Begrüßungsworten ber Direktion unb ber technischen Leitung nahm auch hier wieher Pg. Müller-Scheib das Wort zu einer kurzen An- spräche, in ber er Den Sinn unD Zweck Dieser Besuche in Den Betrieben auseinanDersetzte unD zum AusDruck brachte, Daß es für uns ein herzensbebürsnls Ist, dem Arbeiter im Betriebe die Hand zu drücken unb auf biefe Weise zum Ausdruck zu bringen, daß ber Sozia- li»mu» für uns nicht ein Lippenbekenntnis ist, fonbern daß wir uns mit der Tat für den Gedanken der Volksgemeinschaft und VerbundenheU aller einsehen. Zum Schluß fand an diesem ersten Tage bie Besichtigung eines etwas „lichtscheuen- Betriebes statt, nämlich Der Dr. E. Schleußner A G., der bekannten Fabrik für photographische Filme unb Pa- Piere. Nach einer kurzen Inaugenscheinnahme bes Frankfurter Bürobetriebes ber Firma vermittelte in Isenburg bie Fabrik ein interessantes Bild biefer Produktion Bekanntlich müssen diese ganz lichtemp- findlichen Platten und Filme bei völliger Dunkelheit hergestellt werden. Auch hier fand wieder Begrünung durch die Direktion und Betriebszellen- obmann, sowie eine Ansprache bes stellvertretenden Gaupropagandaleiters Pg. Müller statt. Morgen geht es nach Wiesbaden, wo ab 10 Uhr nacheinander die Betriebe der Biebricher Industrie Kalle & Co., H. unb L. Albert unb Dr. Kurt Albert inspiziert werben. Am gleichen Tage finbet noch die Besichtigung der Eektfirma Henkell & Co. statt. Donnerstag, 5. Oktober. Kreis Gelnhausen: 10 Uhr: Beritas Gummiwerke, Gelnhausen; 13 Uhr: Wächtersbacher Steingutfabrck in Schlierbach; 15 Uhr: Gebrüder Adt, Hardtpapierfabrik in Wächtersbach unb um 17 Uhr: Basaltwerk Wächtersbach. Achtung? Die Direkttonen unb Inhaber ber Betriebe werben gebeten, keine Frühstücke ober sonstige Erfrischungen für Den Gaubetriebszellenleiter Pg Willi Becker, Bezirksleiter Der Deutschen Ar- bettsfront, bereitzustellen, Da solche in keinem Falle angenommen werben. Todesstrafe für denMörder des SA-Mannes Handwerk. Frankfurt a.2TL, 4.Oktober. (ID57t.) Das Schwurgericht beriet nach ben plaidoyers heute bis 20.30 Uhr. Dann würbe folgenbes Urteil oer- kündet: Das Gericht verurteilte den Kochlehrling Hei- NS-Dolkswohlfahri will, bah sich am 7. u n b 8. Oktober die Volksgemeinschaft bewährt. Sie sammelt für bie 2t r m en I t i n g e r wegen 2H o r b e s in Tateinheit mit schwerem Landfriedensbruch und wegen Mordversuchs in Drei Fällen zum lobe, bauerndem Ehrverlust unb 12 Jahren Zuchthaus. Der mitangeklagte Fuhrmann Ernst K n i e b e ( wird wegen schweren Landfriedensbruchs zu zwei Jahren Gefängnis und fünf Iahreu Ehrverlust verurteilt. Das Verfahren gegen den kaufmännischen Angestellten Erich Götte wird auf Grund der Amnestie eingestellt. Der Haftbefehl gegen ihn wird aufgehoben. e Während ber Urteilsnertünbung bekam ber Angeklagte Reittnger einen epilepwchen Anfall unb brach zusammen. Nachbem eine längere Pause gemacht wurde, erklärte ber Gerichtsarzt, bah Reittnger kollapiert habe, daß er Brechreiz mit Neigung zu Erregungszuständen infolge bes psychischen । Zusammenbruchs habe, unb baß er heute nicht mehr fähig sei, dem Fortgang der Verhandlung zu folgen. Daraufhin vertagte ber Vorsitzende btt Ur- | teilsbegrünbung auf Donnerstag vormittag. Oer Platz für Dich! $ör jeden Theaterbesucher steht im Rahmen des Abonnements ein Platz im Stadttheater bereit. Aus der Provinzialhaupistadt. Personenstands- und Betriebsaufnahme am 10. Oktober. Auf die heutige Bekanntmachung Der Bürgermeisterei Gießen über bie Personenstands- unb Betrtebsaufnahme am 10. D t tobe r 1 933 fei befonbers hingewiesen. Die zur Aufnahme zu oerwenbenben Vordrucke, und zwar Haus- listen, Haushaltungslisten, Betriebsblätter, werben in ben nächsten Tagen durch Polizeibeamte Den Hauseigentümern oDer Deren Vertretern zugestellt werDen. Nähere Anleitung über Ausfüllung ber Listen ist aus jebem Vordruck zu ersehen. Die Verteilung ber Hausbaltungslisten unb Betriebsblätter an bie auf bem betreffenben Grunbstück wohnenben Haushaltungen, Betriebe usw. hat burch Den Hausbesitzer au erfolgen, unD zwar so, baß spätestens am 9. Oktober 1933 bie Haushaltungen unb Betriebe im Besitze der Vordrucke finb. Das Betriebsblatt ist von jedem Betrieb (gewerbliche Betriebsstätten, Lagerräume, Büros, Behörden, Verwaltungen, freie Berufe wie Aerzte, Rechtsanwälte usw.) auszufüllen, und zwar dort, wo der Betrieb ausgeübt wird. Die Haushaltungsvorstände unb Betriebs- Inhaber haben bie Listen nach dem Stand vom 10. Oktober 1933 auszufüllen und bis spätestens zum 11. Oktober 1933 dem Hausbesitzer zurückAu- geben. Da die Haushaltungslisten bie Unterlage für bie Steuerkartenausstellung für 1934 bilden, ist be- sonders darauf zu achten, daß die Listen in allen Teilen richtig und vollständig ausgefüllt werden. Die Hauslisten sind vom Grundstückseigentümer ober seinem Steuerbeoollmächtigten auszufüllen unb vom 11. Oktober 1933 ab zum Abholen bereitzuhatten; hierzu wirb bemerkt, baß nur folgenbe Spalten Der Hauslisten auszufüllen finb: auf ber 1. Seite nur bie Ziffern 1 (Eigentümer), auf ben Seiten 2 bis 4 lediglich bie Spalten 1 bis 3 ober 3a. Angaben über bie Jahresrohmieten usw. finb nicht erforberlicf). Die Bevölkerung wirb bringenb gebeten, durch rechtzeitige und forgfältige Ausfüllung ber Liften bie Durchführung ber Personenstands- und Betriebszählung zu gewährleisten. Ein Dormundfchastsnch^er berichtet. Bor elngen Tagen ereignete sich folgendes: Eine Ehe war geschieden. Der Ehemann mar für allein schuldig erklärt. Aus dieser Ehe waren zwei minderjährige Kinder hervorgeganoen, die bei ber Mutter wohnen. Der Vater ber Kinder sorgte in keiner Weise für sie. Durch Klage gegen ihn war nichts zu erreichen. Die ganze Last ber Kinber hing an ber Mutter. Sie bemühte sich rebüd), fü» ihre Kinber den Lebensunterhalt Durch Waschen und Putzen zu verdienen. Das hatte aber zur Folge, daß sie Den ganzen Tag von zu Hause abmefenD war unb bie Kinder sich selbst überlasten waren. Sie fingen an, ba sie ohne richtige Aufticht waren, zu bummeln unb au lungern. Das würbe so stark, baß bie Nach- barschaft sich über bie Kinder beschwerte und be- hördlich eingeflriffen werben mußte. Sollen bie Kinber bei einer so redlichen, fleißigen unb ordentlichen Mutter ein Opfer Der Fürsorgeerziehung werden? Das barf nicht fein. Hier will die N S. - Volkswohlfahrt helfend eingreifen. Sie will erreichen, daß die Kinder richtig erzogen werden und die Mutter ihrem täglichen Beruf im Haushalt wieder zugeführt wird. Deutsche Bühne in Gießen. Entsprechend vielfacher Anregung aus Besucherkreisen hat die „Deutsche Bühne", Ortsgruppe Gießen, beschlossen, die in Den Besuchsbedingungen festgesetzte Hoch st grenze des monatlichen Einkommens von 250 Mark auf 300 Mark au erhöhen, um etwaige soziale Härten auszugleichen. Mitglied der „Deutschen Bühne" kann hiernach jeder deutsche Bürger werden, dessen monatliches Einkommen nicht mehr als 300 Mark beträgt. Anmeldungen zur Mitgliedschaft werden bis auf weiteres noch entgegengenommen, und zwar bei der Theaterkasse, Johannesstrahe 3, ober bei der Geschäftsstelle der „Deutschen Bühne", Goetheftraße 30p. Das Freiheitsdrama „Hermannsschlacht" kommt am Donnerstag, 5. Oktober, 20 Uhr. unter der Spielleitung bes Herrn Intendanten König in der Erstaufführungsbesetzung als erste Vorstellung ber „Deutschen Bühne", Ortsgruppe Gießen, zur Aufführung. Mitgliedskarten unb Theaterkarten für biefe Vorstellung werben heute von 16 bis 20 Uhr an ber Theaterkasse ausgegeben. Auf bie heutige Anzeige sei besonders hingewiesen. Gegen den nationalen Kitsch? Im Rahmen der Braunen Messe zeigt die Poll- zeidirektion Gießen in einem Stand im Saale ber Liebigshöhe eine Fülle von Oegenftänben, bie als nationaler Kitsch beschlagnahmt würben. Wer bie Sammlung sorgsam besichtigt, kann bem Vorgehen ber Polizei gegen ben Vertrieb dieser üblen Machwerke nur zustimmen. Um bie weitesten Kreise ber Bürgerschaft über ben Unfug bes nationalen Kitsch aufzuklären, wirb heute um 21 Uhr In ber Volks- Halle Der GaureDner unb Kreisleiter z. b. V. Pg. Bull mann, fomanbiert zur Polizeibirektion Gießen, einen Aufklärungsoortrag über „Nationalen Kitsch" hatten. Unseren Lesern fei biefer Vortrag zum Besuche warm empfohlen. Gießener Zungvolk kehrt erst morgen zurück. Der Stamm Welfen bes Deutschen Jungvolks, d. b. also bie Gießener, wird nicht am Donnerstag, sondern erst am Freitag in Gießen eintreffen. Die Gießener Buben nehmen heute an ber Abschlußkundgebung bes Oberjungbanns in Grünberg teiL Oberjungbann Oberhessen: Hübner. Talen für Donnerstag, Z.Lktover. 1609: ber Dichter Paul Fleming geboren; — 1799: Vinzenz Prießnitz, Förberer btr Wasserheilmethode, in Gräfenberg geboren; — 1813: Eleonore Prochaska, Helbin bes Befreiungskrieges, in Dannenberg gestorben; — 1857: ber Schriftsteller Febor von Zobel- titz in'Spiegelberg geboren; — 1862: der Kolonial- Politiker Wilhelm Solf In Berlin geboren; — 1908: Bulgarien wird unabhängiges Königreich. BornoNzcn. — Tageskalenber für Donnerstag! Stabttheater, 20 bis 22.45 Uhr: „Die Hermannsschlacht". — Volkshalle/Liebigshöhe, 10 bis 21 Uhr, Braune Messe, 21 Uhr, Bolkshalle, im Rahm« NC>-Krauenschastsiagung «ements le Kameradschafisabend des Stahlhelm und der SA in Gießen I brka« der lQn5t?& uni ichLtzege. M KÄr $ wjrmtttog. w. n Beruf im Hourhalt bt“?uTmif "SÄ ^Vt!ebei 1,1 -NH.L Sm. sit at»tnl in Sichen. jegung aus BefuAtr« ne*, Ortsgruppe Tie- imfisbebingungen feiles monatlichen ) Mar« auf 300 ensäige soziale Harten fruticbtn Bühne Kirnet werden, dessen mehr a!s 300 W ilievschast werden bis omnun, und M b" fee 3, ober bei der Se- ne'.SoelhestrchW. rmannsschlach' Bober, 20 Ufer, unte Intendanten *onl9 ina als erste Borstel onsaruppe ®ltotn' Ünund beute oon H hj» ^en. Aus bi' Hf9e nicht tot. Lor dem Kriege sei es wenig Brauch gewesen, daß sich die Frau am politischen Kamps beteiligte. Es habe lange gedauert, bis die Frau zu politischem Verständnis gekommen und bis verstanden worden sei, gemeinsam für das Gemeinwohl $u wirken. Nur einmal sei dies völlig geschehen: während des Weltkrieges! Da habe auch die Frau gelernt, eine zur anderen zu stehen, da seien auch Standesunter- schiede vergessen worden. Vorher sei viel gegenseitige Verständnislosigkeit gewesen. Im Kriege habe man miteinander fühlen gelernt, um ein gemeinsames Schicksal gekämpft, sich schicksalsverbunden gefühlt und gemeinsam schwere Bürde getragen. Diese Gemeinschaft während des Weltkrieges fei wieder zerrissen worden in der Zeit nach dem Kriege, in den vergangenen 14 Jahren, in denen wieder der Eigennutz die Oberhand gewonnen habe. In dieser Zeit sei immer wieder nur egoistisch das eigene Schicksal betrachtet worden. Bis endlich der Tag gekommen sei, da der Gedanke „Gemeinnutz geht vor Eigennutz!" lebendig wurde. Lange habe man sich nicht um die Macht der Frau im politischen Leben gekümmert. Die Frau sei nur immer zu Hause aeblieben, auf Veranlassung all jener nur, die während des Krieges hinter der Front und in der Heimat blieben, um dann später Geld und Gut in das Ausland verschieben zu tonnen. Die Einflüsse jener Kreise seien es auch immer gewesen, die die Frau aus dem politischen Kampfe zurückhalten wollten. Die deutsche Frau, die 85 o. H. des deutschen Volksvermögens in Händen bewege, habe die ihr dadurch gegebene Macht nie ausgenützt. Die deutsche Frau sei nicht sreizusprechen von der Schuld an den Verhältnissen der vergangenen 14 Jahre. Lange verhallte der Ruf: „Frauen, kauft deutfche Waren!" vergeblich. Der ge- sunde Menschenverstand hätte sprechen müssen, als der Handwerker aus Gram über feine Not aus dem Leben gegangen sei, als arme Familienväter mit ihren Angehörigen wegen der Erwerbslosigkeit und ihren Folgen das Leben von sich warfen. Von der Frau sei zwar nicht verlangt worden, daß sie sich parteipolitisch betätige, wohl aber, daß sie auf die Unfähigkeit der Machthaber der vergangenen 14 Jahre ein Auge gerichtet hätte, auf jene Machthaber, die das Reich und die Zukunft des Volkes systematisch zerstörten. Dagegen hätten die Frauen geschlos- sen kämpfen müssen, um des Wohles der eigenen Kinder willen. Es fei eine Zeit gewesen, da man immer von einer neuen Art der Ernährung gesprochen habe, von Vitaminen in den Bananen, während der deutsche Bauer sein gehaltvolles Obst in vollen Körben vom Markt wieder nach Hause fahren mußte. Da sei auch die deutsche Frau in das Warenhaus gegangen, habe die Lockartikel gekauft und die billigen schlechten Dinge mit, während der Handwerker keine Arbeit für seine Hände fand. Jene Geschäfte wollten nie Qualität verkaufen, sondern trugen lediglich dazu bei, das heimische Gewerbe völlig zu zerstören. Nun aber sei es Zeit, sich die Hände zu reichen, um der Sicherung der Zukunft der nächsten Generation willen. ttanischen Kaffe zu verzichten, bann könne der deutsche Bauer mehr Gerste bauen. Wenn fo jeher- mann der nationalen Wirtschaft diene, so werde die Arbeitslosigkeit in Deutschland bald überwunden sein. wenn die Frau nationale wirtschaftspoUtik in praktischster Auswirkung treibe, dann sei die Wirtschaftsfrage für Deutschland schnell gelöst. Wege für nationale W i r ls ch a ft s f ö rd e- rung zeige die „Braune Messe" Auf dem Gebiete der Beseitigung fremder Wirtschaftskörper müsse aber mit Vorsicht oorgegangen werden, denn Deutschland sei vom Ausland nicht unabhänaig; das Programm der NSDAP, werde jedoch, so sage der Führer, nicht geändert. Der Kampf gehe weiter, fei er auch zunächst nur gegen den inneren Feind gerichtet. In diesem Kampf könne jedermann beweisen, ob er zu kämpfen verstehe. Jede Frau und jedes Mädchen, das oon sich sage, daß es den Na- tionalsozialismus verstanden habe, dürfe nicht ruhen, bis ihre ganze Umgebung gelernt habe, deutsch zu denken, deutsch zu handeln. Das Ge- setz, das uns alle leiten müsse, sei ein ungeschriebenes; um so weniger dürfe es übertreten werden. Jedes Mädchen müsse, wenn es an der Seite eines SA.-Mannes gehe, ihm offen in die Augen sehen können, wenn er frage: „Wo ist das Kleid, wo ist der Schuh her?" Wahre Schönheit und Frauen- zierde seien die Einfachheit, die Anmut und die Reinheit. Es gelte, allen Schund und alles was Talmi ist, abzulehnen. Der Oualitätsbegriff müsse wieder in den Vordergrund treten. Die deutsche Frau müsse sich wieder mit dem deutschen Geschmack vertraut machen; Qualitätsarbeit sei aber nicht im Warenhaus zu haben, sondern nur beim Handwerker. Es liege in der Macht der Frau, die Warenhäuser genau so zu vernichten, wie die Warenhäuser zuvor den Stand des Handwerks und Gewerbes vernichteten. Es liege in der Macht der Frau, dem Juden den Einfluß auf die deutsche Wirtschaft zu entwinden und ihn in christliche Hände überzuführen. Mit Gott, mit dem Glauben an Gott und mit dem Glauben an den von Gott gesandten Führer Adolf Hitler könne alle diese Arbeit zur Wiedergesundung unseres Volkes geleistet werden. Die NS.-Frauenschaft müsse in vorderster Linie im Kampfe um die Verwirklichung der Gedanken des Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler stehen. (Lebhafer Beifall!) Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" und den gemeinsam gesungenen beiden ersten Versen des Deutschlandliedes wurde die Versammlung geschlossen. der Braunen Messe Vortrag von Pa. Bullmann Über „Nationalen Kitsch". — Gesellschaft für Erd- tinb Völkerkunde, 20.15 Uhr, Universitätsaula, Vor- trag mit Lichtbildern über „25 000 Kilometer durch Sibirien". — Hausfrauen-Beratung, Kirchenplatz 2, 20 Uhr, Vortrag über „Deutsche Waren, deutsche Werte". -♦ Möbelfabrik Karl Hahn, Möbel-Sonder- schau in den Ausstellungsräumen, Löberstraße 17. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „805 Eisberg". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Schleppzug M. 17". _ Aus dem Stadttheaterburo wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, Deutsche Bühne, Reihe 1: Gerade Mitgliedsnummern, unter der Spielleitung des Intendanten: Kleists Drama „Die Hermannsschlacht", in der Besetzung der Erstaufführung. Ende gegen 22.45 Uhr. — Freitag, ö. Oktober, erste Vorstellung im Freitag-Abonnement, ein heiteres Spiel um eine Bühne, von Möller und Lorenz: „Die Freundin eines großen Mannes". Spielleitung: Wolfgang Kühne. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22 Uhr. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 5. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,20 bis 1,30 Mark, Kochbutter 1,— bis 1,10 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 12, Wirsing (grün), das Pfund 8 bis 10, Weißkraut 6 bis 7, Rotkraut 8 bis 10, Gelbe Rüben 8, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 25, Bohnen (gelb) 20, Unter« kohlradi 5 bis 7, Rosenkohl 20 bis 30 Pf., Feldsalat 1,— bis 1,20 Mark, Tomaten 10 Pf., Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 15 bis 20, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln 3x/i P., der Zentner 2,50 Kam. Albrecht berichtete hierauf in anschaulicher Weise über seine starken Eindrücke auf der entscheidungsvollen Stahlhelmtagung in Hannover. Zunächst wies er kurz aus die Gründungsgeschichte des Stahlhelm im November 1918 und in den folgenden Wochen hin, ebenso skizzierte er in großen Strichen ein Bild von der Entstehung der Bewegung Adolf Hitlers ungefähr zur gleichen Zeit in München. Er gedachte sodann der toten und verwundeten Kameraden des Stahlhelm und der SA. im tnnerpoliti- scheu deutschen FcecheUskampl während du osr« In der „Liebigshöhe" fand gestern nachmittag eine Tagung der NS. -Frauenschaft des Kreises Gießen statt, zu der nicht nur die Mitglieder, sondern auch gleichgesinnte Frauen in stattlicher Anzahl erschienen waren. Die Führerin der NS.-Frauenschaft des Kreises Gießen, Frau Dr. Harth- Allendorf, eröffnete die Tagung und erteilte sofort der ersten Rednerin das Wort. Die Führerin der Kreisfrauenschaft des Kreises Schotten, pgn. Bnnthoff-Schotten führte u. a. aus: Seit Jahren klinge nun fchon der Mahnruf: Deutschland erwache! Deutscher erkenne, was oorgeht! Deutscher, vergiß nicht die Gefahren, in denen das Volk lebt! Noch seien Feinde im Inneren unseres Vaterlandes; jener Feind, der dem Deutschen während des Weltkrieges den Dolch in den Rücken gestochen habe, sei noch flossenen 14 Jahre des schwarz-roten Systems, und brachte anschließend seine freudige Genugtuung über die große deutsche Wende durch die Berufung des Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler zur Macht am 30. Januar d. I. durch den Reichspräsidenten zum Ausdruck. Nach einem kurzen Hinweis auf die Gleichschaltung der Länderregierungen hob der Redner mit Befriedigung hervor, daß auch der Führer des Stahlhelm Franz S e l d t e von dem Volkskanzler Adolf H i 11 e r in die Reichsregierung berufen wurde und dort die beiden alten Frontsoldaten des großen Krieges zu enger Zusammen- arbeit vereinigt seien. Nunmehr habe die Stahlhelm-Führertagung in Hannover zu dem Zusammenschluß zwischen SA. und Stahlhelm geführt, der eigentlich schon viel früher hätte stattfinden sollen. Anschließend schilderte der Redner die Ereignisse in Hannover, die auf ihn und zweifellos auch auf alle übrigen Stahlhelmkameraden einen unvergänglichen Eindruck gemacht hätten. Er gab ein fesselndes Bild von Den großen Aufmärschen der feldgrauen Kolonnen mit ihren rund 5000 Fahnen, schilderte in beredter und von starker Begeisterung erfüllter Sprache das Verweilen des Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler und des Bundesführers Franz Seldte inmitten der etwa 150 000 Vertreter des Stahlhelms aus allen deutschen Gauen, ebenso die eindrucksvollen Stunden in Gegenwart des SA.-Stabschefs Röhm und des Kronprinzen. Mit besonderer Eindringlichkeit berichtete er von dem Großen Zapfenstreich vor dem Rathaus in Hannover und von dem Aufmarsch und der Parade der Stahlhelmkolonnen auf dem Marschfeld vor den Toren Hannovers. In diesem Zusammenhang verlas er die Rede des Stabschefs Röhm an die aufmarschierten Stahlhelmkameraden, die durch ihren von großer Begeisterung erfüllten Vorbeimarsch dem Stabschef zu beweisen suchten, daß sie mit seinen Worten und mit feiner Auffassung völlig einverstanden waren. Am Schlüsse seines etwa anderthalbstündigen Vortrages brachte der Redner noch einmal seine Genugtuung über die nun endlich erzielte Einigung zum Ausdruck, wobei er den Wunsch anknüpfte, daß nunmehr der Weg in ein besseres Deutschland hinein- führen und alle an Hannover geknüpften Erwartungen und Hoffnungen in Erfüllung gehen möchten. Wenn alle Kameraden der SA., SS. und des Stahlhelms in unverbrüchlicher Einigkeit und Geschlossenheit zusammenstünden, dann werde das gemeinsame Derk unter dem Kommando des Volkskanzlers und Führers Adolf Hitler gelingen. Mit dreimaligem Front-Heil auf den Führer Adolf Hitler, in Das die große Versammlung begeistert einstimmte, schloß Kamerad Albrecht seine mit großem Beifall aufgenommene Ansprache. Gemeinsam wurde hierauf Der erste Vers des Horst-Wessel« Liedes gesungen. Kam. (Sauführer Dr. Dehner betonte einleitend, die Stahlhelmkameraden seien nicht gerade mit Begeisterung nach Hannover ge- fahren, wußten sie doch, daß sich dort das Schicksal des Bundes erfüllen werde. Bis zu der großen Kundgebung in der Stadthalle sei die (Stimmung nicht so wie sonst gewesen. Nach der Tagung aber war sie so, wie er sie noch nie gesehen habe. Denn aus dem Munde des höchsten Führers habe man vernommen, daß die Stahlhelmer als Frontsoldaten nicht gleich- geschaltet würden, sondern gleichberechtigt sein sollten. In dem Worte „Gleichschaltung" liege immer eine gewisse Aberkennung, in dem Worte „Gleichberechtigung" dagegen eiw ÄanUaauntu M dis bis 2,80 Mark, Brombeeren, das Pfund 35 Pf., Preißelbeeren 30, Aepfel 10 bis 18, Birnen 6 bis 15, twetfchen 6 bis 8, Honig 40, junge Hähne 70 bis 80, uppenhühner 65 bis 70, Gänse 70 bis 80, Tauben, das Stück 40 bis 50, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 5 bis 15, Salatgurken 15 bis 25, Einmachgurken 1 bis 2, Endivien 8 bis 15, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 25, Radieschen, das Bund 5 bis 8 Pf. ** Don der La n d e s u n i v e rf i tä t. Von der Preffeftelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der Priocttdozent für Rechtsphilosophie, Straf- und Prozeßrecht Dr. Karl E n g i f ch hat den an ihn ergangenen Ruf an die Universität Heidelberg zum 1. April 1934 angenommen. — Dem Oberarzt an der Orthopädischen Klinik unserer Universität Dr. Fr. Becker wurde die Leitung des Wichernhauses, einer orthopädischen Klinik mit Krüppelheiim in Altdorf bei Nürnberg übertragen. ** Die S^lmmlungen für das Jugend- Herbergswerk hatten in Gießen folgendes Ergebnis: Straßensammlung 446,92 Mk.; Haussamm- iung 479,64 Mk., zusammen 926,56 Mk. Die Ortsgruppe Gießen des Reichsverbandes für deutsche Jugendherbergen sagt allen Gebern herzlichen Dank. ** Sterbefälle in Gießen. Es verstorben In Gießen in der Zeit vom 16. bis 30. September: 17. Wilhelm Best, Prokurist, 63 Jahre alt, Stein- siraße 52; 17. Georg Keßler, Packmeister, 68 Jahre olt, Marburger Straße 23; 21. Elisabeth Thomas, geb. Pfaf, 52 Jahre alt, Wernerwall 62; 21. Karl Rrailing, Schlossermeister, 69 Jahre alt, Hinden- burgnjall 22; 23. Lina Wiegelmann, geb. Weidig, Wwe., 64 Jahre alt, Bismarckstraße 28; 24. Hildegard Will, Lernverkäuferin, 16 Jahre alt, (Eber- straße 6; 25. Amely Schenck, geb. Cellarius, Wwe., 65 Jahre alt, Wilhelmftraße 21; 26. Emil Krämer, Drechslermeister, 67 Jahre alt, Neuenweg 6; 26. Johann Friedrich Langbein, Küfermeister, 58 Jahre alt, Wolkengasse 23; 27. Lina Möller, geb. Noll, 56 Jahre alt, Am Steg 3; 28. Lina Peppet, geb. Mootz, 33 Jahre alt, Löwengasse 17; 30. Katharina Wehrum, geb. Möbus, 57 Jahre alt, Kaiserallee 70; 30. Elisabetha Otter, geb. Horst, Wwe., 71 Jahre alt, Dammstraße 46. ** Kriegerverein Gießen. Aus Anlaß des 86. Geburtstages unseres hochverehrten Reichspräsidenten, Generalfeldmarschals -von Hindenburg hatte die Führung des Kriegervereins die Mitglieder zu der üblichen Monatsversammlung ins Vereinslokal, Cafä Ebel, für Montag abend eingeladen. Der Einladung hatten viele Kameraden mit ihren Angehörigen Folge geleistet. Nach Erledigung kleinerer geschäftlicher Angelegenheiten hielt der erste Führer, Kamerad Landgerichtsrat T r ü m - pert, eine Ansprache an die Versammelten aus Dem Leben Hindenburg von der Geburt bis zur Gegenwart. Insbesondere würdigte der Redner, der als Offizier im Felde unter Hindenburgs Führung gekämpft hat, die-großen Verdienste des Reichs- Sräfibenten um unser Baterlanb im Krieg unb Frie- en. Mit bem Wunsche, baß es Hindönburg und dem Volkskanzler Adolf Hitler gelingen möge, Deutschland jetzt einer besseren Zukunft entgegenzuführen, klang feine Rede aus in dreifachem Hurra auf den Reichspräsidenten. Die Anwesenden folgten mit großer Spannung den Worten des Kameraden Trümpert und spendeten reichen Beifall. Musikalische Darbietungen . und Gesang verschönten den Abend. In der außerordentlichen Hauptversammlung vom 13. Juli ergab eine Sammlung den Betrag oon 21 Mark, der für die Opfer der Arbeit gespendet wurde. ** Die Zimmermeister - Zwangsin- nung Stadt und Landkreis Gießen hiett am Dienstag im Restaurant „Zum Andres", Sonnenstraße, eine gutbesuchte Jnnungsversamm- lung ab. Nach einleitenden Worten des stellvertretenden Obermeisters Rohm (Wieseck) berichtete Geschäftsführer H. Kirchner (Gießen) über die Reichswerbewoche, die Hauptversammlung des Hess. Zimmermeisteroerbandes, sowie über die „Braune Messe" in Gießen. Anschließend hieran hielt er einen Vortrag über das „Landwirtschaftliche Ent- schuldungsverfahren". T r Redner erläuterte zunächst die verschiedenen Möglichkeiten der (anbroirt- chastlichen Entschulbung, um sich bann eingehenb mit bem Verfahren unb feiner Auswirkung zu beschäftigen. Er zeigte dabei die verschiedenen Möglichkeiten für den Landwirt, seine finanziellen Verpflichtungen auf ein erträgliches Maß zurückzufüh- ren und feinen Betrieb wirtschaftlich günstiger zu gestalten. Außerdem behandelte der Redner ein- iiehend die Stellung der Gläubiger im lanbrolrt- chastlichen Entschuldungsoerfahren, die Beschaffung ier Mittel und die Tilgungsmöglichkeiten. An den Vortrag schloß sich eine Aussprache an. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden nod) allgemeine Jnnungsfragen besprochen. Am Nachmittag destck)tig1e die Innung geschlossen di» „Braune nütze die Frau ihre Macht nicht an der richtigen Stelle. Die Macht und die Fähigkeit der Frau müsse voll eingesetzt werden in der Familie, als Hausfrau und Erzieherin. Frauenpolitik beginne am Kochtopf. Da könne sie nicht fehlen. Da fei sie wertvoll. Eine Kuhmagd, die dafür sorge, daß die Milch rechtzeitig in die Stadt komme, sei sozial wertvoller als eine Frau im Parlament, die über die Frauenfrage literarisch referiere. Die Frau müsse aber Wirtschaftspolitik zu gestalten verstehen. Ja, sie sei mitverantwortlich an der deutschen Wirt- chaft. waren, die die Frau nicht kaufe, würden vom Markt verschwinden, wenn es die Frau nur wolle; Geschäfte, die von der Hausfrau gemieden würden, würden von selbst schließen. Eine „Braune Messe" habe nicht Wert und Sinn, wenn die deutsche Frau nicht den Sinn verstehen und dementsprechend handeln wolle. Die Landwirt- chaft zu fördern im Sinne des Führers Adolf Hitler, müsse sich die Hausfrau ganz besonders angelegen sein lassen. Das Ei, das den russischen oder den holländischen Stempel trage unb in einem beutschen Haushalt verbraucht werbe, schäbige auto- matisch den deutschen Geflügelhalter. Im vergangenen Jahre feien allein 13 Millionen Mark für Bananen ausgegeben worden, weil es einem schlauen Geschäftsmann gelungen sei, Bananen populär zu machen. Noch werde zuviel Gemüse aus dem Auslande gekauft, hauptsächlich im Frühjahr. Wenn dann der deutsche Bauer sein erstes Gemüse bringe, sei man dessen schon überdrüssig. Im Warenhaus werde nur ausländisches Obst verkauft. Endlich fei man nunmehr einen Schritt weiter gekommen insofern, als deutsche Erzeugnisse besonders gekennzeichnet werden. Dem deutschen Landwirt müsse endlich die Sicherheit verschafst werden, daß er die Erzeugnisse, die er mit vieler Mühe baue, auch absehen könne. Es gelte, deutsche Stosse zu tragen. Es müßten durchaus nicht englische sein, es gelte das Schlafzimmer aus deutscher Eiche zu kaufen und nicht aus fremdländischem Luxusholz, es gelte, gewisse Kreise davon abzubringen, französische Mode, Handschuhe aus dänischem Leder, Schuhe aus Schlangenhaut zu tragen; auf Puder und Lippenstift aus Frankreich könne man fehr wohl verzichten, wenn man viel deutsches Obst esse. Man müsse sich auch dazu burchringen, zweimal in ber Woche auf brasi- «im M*' Stanb im $ lü roU ?,J Wgrhrn tann «k ib btt e weitesten . »fohlen. 1799: rKK •n rjnnen?n W geboren; ^-önigrr^ Es sei boch allen schlecht gegangen — das müsse boch binben; die Tatsache, deutsche Frau und Mutter zu sein, müsse die Frauen doch aneinanderketten!. Der Mann habe sich eher zusammengefunden unter der Fahne Adolf H i t l e r s, zu einer Zeit, da die Frau noch nicht daran gedacht habe. Wohl werde manche Volksgenossin sagen, daß Adolf Hitler doch die Warenhäuser zu schließen beabsichtigt habe. Das könne aber nur allmäylich geschehen, wenn man nicht Tausende von Volksgenossen plötzlich arbeitslos machen wolle. Die gegenwärtige „Braune Messe" zeige jeder aufmerksamen Frau den Deg der neuen wirtschaftlichen Entwicklung. Diese Entwicklung müsse durch die Frau mit allen Kräften gefördert werden. Die Frau müsse immer ihr Tun kontrollieren, müsse sich immer beim Einkauf sagen: „H elfe ich deutschen Volksgenossen?" Es dürfe nicht mehr ausländische Ware gekauft und nicht beim Juden gekauft werden. Praktischer Nationalsozialis- mus sei es, wenn man sich beim Einkauf überlege, ob man mit dem Kauf dieses oder jenes Artikels einem Volksgenossen helfe. Jede Frau habe ihre Kraft für das Wohl des Volkes einzusetzen. Es komme in Zukunft nicht mehr auf den Stand der Einzelnen an, sondern auf das Ausmaß des G e, meinschaftsgesühles. Jede Frau muffe die andere clls deutsche Schwester betrachten. Sie habe den Weg zu bereiten für die nächste Generation. Die Gegenwart sei für die Frau eine herrliche Zeit. Deshalb, weil die Frau jetzt wisse, warum sie auf der Welt sei: für die Sorge um die Zukunft! Der Führer Adolf Hiller gehe den richtigen Deg voraus. Er sei das große Vorbild. Ihm zu folgen sei hohe Aufgabe. Die deutsche Frau müsse mithelsen, die Not zu beheben. Ls gebe keine Schranken mehr zwischen den Volksgenossen. Kleinarbeit, die sich bem Ganzen einfüge, muffe geleistet werben in einem einigen Geist. Der Nationalsozialismus müsse allen nahegebracht werden, Jebe Frau müsse bie Verpflichtung für die deutsche Zukunft fühlen, damit eines Tages die Worte: „Deutsche Frauen, deutsche Treue" wieder zu einem untrennbaren Begriff würden. (Lebhafter Beifall!) Als zweite Rednerin sprach sodann die Referentin für Frauen- unb Wirtschaftsfragen, pgn. Eschenfelder Wiesbaden 1 Voraussetzung für bie Verwirklichung nationalsozialistischen Gebankengutes sei bie Gemeinschaft unb ber Geist ber Pflichterfüllung. Noch Ein Stahlhelmabenb im vollbesetzten Saale des Caf6 Leib, bei bem zum ersten Male in Gießen neben ber Stahlhelmflagge bas Hakenkreuzbanner als äußeres Zeichen ber kameradschaftlichen Verbundenheit zwischen Stahlhelm und SA. den Saal schmückte, vereinigte am Dienstag — wie gestern schon kurz berichtet — die Gießener Stahlhelmkameraden mit den Kameraden oon der SA. und SS. zu einer gemeinsamen Kundgebung. ,, ... Der Abend brachte zunächst einen schneidigen Werbemarsch des Stahlhelm durch die Hauptver- kehrsstraßen, der von der Bürgerschaft mit starkem Interesse beachtet wurde. Nach dem Einmarsch des Stahlhelm in den mit Angehörigen der SA. und SS., Mitgliedern des Bundes Königin Luise und übrigen Gästen schon ziemlich besetzten Saal fand der feierliche Einmarsch der Stahlhelm-Fahnen- gruppe statt. Die Bühne, in deren Mitte die Fahne aufgeftellt wurde, war mit den Bildern des Reichspräsidenten oon Hindenburg, des Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler und des Stahl- helm-Bundesführer Seldte inmitten von Blattpflanzengruppierungen schön geschmückt. Kam. Weinandy als erster Sprecher des Stahlhelm hieß die Gäste herzlich willkommen. Besonderen Gruß entbot er dem Ehrenmitglied des Gießener Stahlhelm, General a. D. M o h r, dem Stahlhelm-Gauführer Kam. Dr. Dehner, den Vertretern der SA.-Standarte 116, der Kreisleitung der NSDAP., des Polizeiamts, des Wehrsportlagers und des Bundes Königin Luise. Kam. W e i n a n d y betonte bann, die Stahlhelmtage von Hannover gehörten der Vergangenheit an, aber den Teilnehmern würden jene Ereignisse in ewiger Erinnerung bleiben. Das Ergebnis von Hannover sei bas Gedankengut bes gemeinsamen Aufbaues und Kampfes um eine bessere und starke Zukunft Deutschlands. Hannover habe endgültig den Zusammenschluß des Stahlhelm mit dem neuen Reich vollzogen. Das Ziel der Führer der SA. und SS. und Des Stahlhelm, dem sie seit der Gründung ihrer Verbände im gemeinsamen Streben, aber auf verschiedenen Wegen entgegen- schritten, sei nunmehr erreicht worden. Dem Führer Adolf Hitler sei inmitten feiner feldgrauen Kolonnen in Hannover die Treue erneut unb für alle Zeiten gelobt worden. Der Redner gedachte bann in ehrfurchtsvoller Hul- bigung bes Herrn Reichspräfibenten, Generalfelb- marfdjalls von Hindenburg und dessen erhabener Pflichterfüllung im Dienste des deutschen Vaterlandes, er wies weiter auf den historischen Akt des Zusammenschlusses Hindenburgs unb Hitlers in ber Potsdamer Garnisonkirche am 21. März 1933 hin, an dem das neue Deutsche Reich geschmiedet wurde, bas nie mehr auseinanderfallen werde. Mit herzlichen Wünschen im Hinblick auf den 86. Geburtstag des Herrn Reichspräsidenten und Ehrenmitglieds des Stahlhelm von H in d e n • bürg und mit begeistert aufgenommenem dreifachen Front-Heil auf Hindenburg schloß Kam. W e i n a n d y seine Ansprache. Gemeinsam roüYbe bann ber dritte Vers des Deutschland-Liedes gelungen. Luftschutz ist Selbstschutz! habe der Stahlhelm In Hannover bekommen. Alles, was früher geschehen, solle vergessen und verziehen sein. Er hoffe und wünsche, daß zwischen Stahlhelm und SA. und SS. künftig Kameradschaft auch in den einzelnen Orten und Untergliederungen herrsche. In Hannover habe man sehen können, wie herzlich der Führer Adolf Hitler dem Bundessührer S e l d t e, dann Stabs- chef Röhm und hierauf dem Reichswehrminister von Blomberg mit vor Rührung bebender Stimme gedankt habe. Er (Redner) hoffe, daß SA., SS. und Stahlhelm auch in Gießen öfter kameradschaftlich zusammenkommen würden. Gemeinsam werde man das erreichen können, was man immer gewollt habe, wenn man sich kameradschaftlich die Hand drücke und sich das Versprechen gebe, daß nichts die Einigung rückgängig machen könne. Wenn im Sinne der Worte Hitlers und Röhms in Hannover überall in treuer Kameradschaft zusammengearbeitet werde, dann brauche uns um Deutschlands Zukunft nicht bange zu sein, dann würden auch alle Kleinlichkeiten ein Ende hoben. Aus Stahlhelm-Munde stamme das Wort: „Deutschland muß gerettet werden, wer es rettet, ist gleich". Adolf Hitler sei der Retter Deutschlands, und deshalb stehe der Stahlhelm ganz selbftver- ständlich hinter ihm, der jetzt Deutschland führe. Auch der Stahlhelm wolle alle, die zu chm kämen, als Deutsche im Sinne Adolf Hitlers erziehen; nichts anderes habe dem Stahlhelm bisher je vor- geschwebt. In dem Stahlhelm-Ruf „Front Heil!" liege efli Bekenntnis und Z u ft immung, ein Schwur, auf den sich der Führer Adolf Hitler immer und unter allen Umständen verlassen könne. Der Stahlhelm habe es sich in den Kops gesetzt, mitzuarbeiten an dem Wiederaufbau Deutschlands. Die Stahlhelmer seien von Hannover weggegangen in dem Bewußtsein, daß sie gleichberechtigt beim Wiederaufbau Deutschlands seien, und heute seien sie alle wieder froher. Der Gießener Stahlhelm freue sich, daß er auch hier wieder mit den Kameraden der SA. und SS. in kameradschaftlicher Verbundenheit zusammensitze. Es müßte ja auch merkwürdig zugehen, wenn in Oberhessen und in den unteren Dienststellen das nicht möglich sein sollte, was oben eine Selbstverständlichkeit sei. (Stürmischer Beifall.) Kam. Seebold teilte der Versammlung mit, daß der Gießener Wehrstahlhelm von der Bergscheirke aus eine Postkarte nach Hannover geschickt habe, die für die dort weilenden Gießener Kameraden bestimmt war, aber dem Bundesführer Seldte ausgehändigt wurde. Darauf habe er jetzt Antwort von dem Bundesführer erhalten mit dem Auftrage, der Gießener Ortsgruppe des Stahlhelm die besten Grüße des Bundesführers zu übermitteln. Der Redner schloß mit freudig aufgenommenem Front-Heil auf den Wehrstahlhelm und die SA. Kam. SA-Truppführer Kurz als Vertreter der SA.-Standarte 116 übermittelte nn Auftrage des durch andere dienstliche Inanspruchnahme am Erscheinen verhinderten Standartenführers und des auswärts weilenden Standartenadjutanten die besten Grüße der SA.-Standarte 116. Er betonte dann, daß die SA.-Kameraden mit Freude i und Interesse die Ansprachen des SIbenbs oernom- I men und habet gerne gehört hätten, daß rote tn Nürnberg auch in Hanaver der alte Frontsoldaten, geift herrschte und die soldatische Kameradschaft wieder lebendige Kraft erlangt habe. wie Hitler und Seldte schon vor Monaten sich die Hand zu gemeinsamer Arbeit gereicht hätten, so mühten nun auch die Unterorganisationen vertrauensvoll in Kameradschaft und Treue zusommenarbeiten und alles vergessen, was ftüher die gegenseitigen Beziehungen getrübt habe, denn gemeinsam sei SA. und Stahlhelm das Ziel: den Marxismus und das Spießbürgertum zu schlagen. Der Redner erinnterte sodann daran, daß noch vor einem Jahre das Dritte Reich wie ein Phantom, ein Traum erschienen fei und daß unser deutsches Vaterland noch vor wenigen Monaten unmittelbar vor dem bolschewistischen Chaos gestanden habe. Schmerz- lich habe die SA. bei dieser Lage das Aneinander- vorbeimarschieren der beiden nationalen Fronten empfunden. Um so größer sei aber jetzt die Freude über den ungeheuren Erfolg des Führers und Volkskanzlers, daß durch sein Bündnis mit Seldte und Papen die gemeinsame Front doch zustande gekommen sei. Am 30. Januar sei ein Aufatmen durch das ganze nationale Deutschland gegangen. Man habe sich gesagt, wenn die Führer sich zusammen- schlössen, Müsse es doch mit dem Teufel zugehen, wenn nicht auch das Volk sich zusammen- finde, um den gemeinsamen Feind zu schlagen. Nunmehr sei das Dritte Reich, die Sehnsucht von Jahrtausenden, erfreuliche Wirklichkeit geworden. An uns liege es jetzt, dafür zu sorgen, daß es aus- gebaut und lebensfähig gemacht werde, der geschlagene innere Feind nicht wieder auferstehen könne und unser Volk befähigt werde, sich auch der äußeren Feinde zu erwehren. Wenn unser Volk im Innern einig sei, werde der äußere Feind auch wieder Respekt vor uns haben; dann werde man uns nicht mehr auf der Nase herumtanzen, wie es unter Stresemann und August Müller der Fall war. Das Trennende in unserem Volke vergessen zu machen und immer nur auf das Einigende hinzuwirken sei die besondere Aufgabe der SA., SS„ des Stahlhelms und Hitlerjugend. Zu dieser Einigung gehöre auch der jetzt geschlossene Kameradschastsbund zwischen dem Stahlhelm, der SA. und der NSDAP. Ls sei eine große Freude und Genugtuung, daß nunmehr die SA., SS. und Stahlhelm unter einer Fahne, unter einem willen, wenn auch unter verschiedenen Führern eine geschlossene Front darstellen. Der Geist sei es, der immer siege. Dieser Geift sei jetzt Gott sei dank bei uns ein einiger, ein einiges Reich, ein einiges Volk und über diesem Volk und Reich e i n Gott. So dürfe unser Volk trotz des äußeren Druckes mit Zuversicht in die Zukunft blicken, wenn es einig bleibe. Diese Einigkeit und Treue zu fördern, sei nicht nur die Sache der Führer, sondern auch Aufgabe jedes Stahlhelmers, SA -Mannes und SS.- Mannes bis in die letzten Formationen hinein, ebenso Aufgabe der Frauen. Alle müßten Brüder sein und Zusammenhalten im Interesse des gemeinsamen großen deutschen Vaterlandes. Dann werde es dem Marxismus und auch dem im Ausland immer noch eine Macht darstellenden Judentum nicht gelingen, eine Bresche in unsere Reihe zu schlagen. In Uebereinfthnmung mit den Vorrednern wünsche auch er, daß in Zukunft der Zusammenhalt zwischen SA., SS. und Stahlhelm immer kameradschaftlicher und inniger werden möchte. Mit dreimaligen, begeistert aufgenommenen Sieg-Heil-Rufen auf die Einigung des deutschen Volkes, des Stahlhelm, der SA. und der SS. schloß der Redner seine mit stürmischem Beifall aufgenommene Ansprache. Kam.Gauredner und Kreisleiter z.b.V. Bullmann, der zum Dienst bei der Polizeidirektion Gießen kommandiert ist, sprach als Vertreter der politischen Leitung der NSDAP. Er betonte einleitend, daß heute schon zu viel gesprochen worden fei von dem, was man gern vergessen möchte. Aus der nationalen Opposition fei die nationale Erhebung und daraus wie eine Flamme die nationalsozialistische Revolution entstanden mit dem Ziel: alles ober nichts. Er Wolle nicht mehr von früheren Mißlängen zwischen Stahlhelm und SA. sprechen; das sei vorbei. Der Führer Adolf Hitler habe uns etwas gegeben, das uns die Kraft verleihe, nach vorwärts zu schauen. Mrd jrbrr naben 3m gleichen Warschtritt der Kolonnen marschiere die einige nationale Front nun gemeinsam auf die Plattform, auf die jeder wahrhaft deutsche Volksgenosse zu treten habe. Der satte Bürger und Nationalsozialist solle zum Sozialisten, der Sozialist und Prolet solle zum Nationalsozialisten werden, das sei das Ziel. Es gebe nur einen Mann in Deutschland, für den man sich in Stücke hauen lasse, Adolf Hitler, der durch sein Werk so groß als Vorbild für alle geworden und dabei doch so schlicht geblieben fei. Jeder Deutsche möge versuchen, immer so schlicht zu sein wie der Führer, der einzige Adolf Hitler. Jeder Deutsche müsse versuchen, die 25 Punkte des nationalsozialistischen Programms in sich aufzunehmen. Immer gelte es nur nach vorwärts zu schauen. Das Ziel heiße: Deutschland den Deutschen, Gemeinnutz von Eigennutz? Die Tradition solle uns die Kraft geben, uns wieder ein Vaterland der deutschen Arbeit, der Ehre und der Freiheit zu schaffen, das jeden deutschen Volksgenossen begeifTt?» t?,!5 sogar den ehemaligen Kommunisten bereit mache, gemeinsam mit den übrigen Volksgenossen zu kämpfen und, wenn nötig, das deutsche Vaterland, die deutsche Heimat, deutsche Sitte und die deutschen Frauen und Kinder auch gegen äußere Feinde zu verteidigen. Der Patriotismus solle nicht mehr die Angelegenheit der besseren Leute und der Sozialismus nur die Angelegenheit des Proletariers fein, sondern das ganze deutsche Volk solle sich einheitlich im Nationalsozialismus zusammenfinden und durch ihn Arbeit und Frieden erstreben. Der Redner wies bann auf bas gewaltige Erleben bes 1. Mai, bes Tages ber Arbeit, unb auf bas ebenso gewaltige Geschehen am 1. Oktober, ben Tag bes Bauern, hin unb betonte, baß alle beut- scheu Brüber Soldaten und Soldaten der Arbeit sein müßten unter unserem Führer unb Volkskanzler Adolf Hitler, die bereit seien, alles f ü r bas beutsche Vaterlanb einzu - Spenden für das deutsche Winterhilsswerl durch alle Danken, Sparkassen und Postanstaltea ob« Postscheckkonto: WinterhllsStverk Berlin 77100 setzen. Weiter erinnerte er an bas Wort bes Führers, baß bas beutsche Volk fanatisch sozial unb fanatisch brutsch sein müsse, bamit es bie Kraft habe, immer und überall für bas deutsche Vaterlanb einzustehen. Jetzt sei es vor allem erforderlich, baß biefes Volk nur von einem Geist beseelt werbe: dem Geist des Soldaten unb des Kameraden, der keine Standesunterschiede kenne, sondern nur die Volksgemeinschaft. Bei diesem Geist brauchten wir auch nicht nach Genf, London ober Paris zu Konferenzen zu fahren; bas könnten bie anberen tun. Wenn Aböls Hitler spreche, bann spreche burd) i h n bas ganze deutsche Volk, (otürmifcfae Zustimmung.) In Genf habe bas deutsche Volk durch Dr. Goebbels gesprochen. Das genügte, unb die Konferenz würbe abgeblafen. Diese Wandlung der ^j£qe sei darauf zurückzuführen, daß Adolf Hitler ntajTIlur deutsche Politik, sondern bereits Politik ber Weltgeschichte mache. Nunmehr mühten wir uns alle bas Gelöbnis geben: wir wollen nicht mehr benten an bas was einmal war, fonbern ben Blick nach vorwärts richten! Alle deutschen arbeitenden Menschen vereinigt euch? Die Roten unb bie Schwarzen in ihrer überholten Betrachtungsweise hätten gesagt: wir haben ben Krieg verloren. Wir aber sagen: Frankreich, Amerika, Englanb unb bas ganze Jubentum mögen bie Verträge in ihren Kassenschränken haben, Aböls Hitler aber h a t mit b e m deutschen Volke ben Krieg gewonnen? (Langanhal- tenber, stürmischer Beifall.) Hierauf folgte ber feierliche Ausmarsch her Fahnengruppe, womit ber offizielle Teil bes Abends feinen Abschluß gefunben hatte. Ein oon bestem Geiste erfülltes kamerabschaftliches Beisammensein vereinigte die Kameraden bann noch in geselliger Weise. Frau Luise Wilker, geb. Jughardt 6151 D 6147l> Neuenweg 28: 6137A-, Dachdeckermeister. Telephon 2622 6130 D HBqtMrtrwb ii Nach kurzem schweren Leiden entschlief heute im 79. Lebensjahre unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Die Beerdigung findet Freitag, den 6.'Oktober, nachm. 3% Uhr, vom Trauerhause aus statt — Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. Feuerbestattung Samstag, 7. Oktober, 16.30 Uhr, Hauptfriedhof Frankfurt a. M. Es wird gebeten, von Blumenspenden und Beileidsbesuchen abzusehen. Beschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brflbl, Schulst rate 7 Ingenieurschule Jlmenau >.n Maechinec- u. Elektrotechnik. Auto-u-Flugreofbeu. Lehrfabrik h. r Praktikko ten. W ertanent era btal iu> ?. In tiefer Trauer: Alexander Wilker, Major a.D. Else Schoenewald, geb.Wilker Gertrud Wilker, geb. Moszeik Dr. Otto Schoenewald und Enkelkinder. Alle Augen sind darauf gerichtet: Unsere Herbst- und Wintermäntel- und Anzug- Ausstellung ist eine Sehenswürdigkeit! .. . schon beim Ansehen wird Ihnen warm: Wenn Sie nun erst Köhlers großstädtische Auswahl im Laden näher besichtigen, den famosen Sitz probieren, die gute deutsche Wertarbeit beurteilen und damit die bescheiden. Preise vergleichen, werden Sie wohl kaum ohne neuen Wintermantel od.-anzug nach Hause gehen Allein-Verkauf der berühmten „ERES"- Mäntel für besonders hohe Ansprüche — GraueHaare? n_r. 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