7>M. _ fiUr’obef * V*Ä*^ p,,lüe'«in Saffet,^'l|e" Wb, ll’tn fegteid) mit «urd- aot b™ 6**? S'"n'” in SüS 'ber mit U&uS*1 auf Mg, er* WLL ^veMorseveiinsGjchi, Ä,ilg^b“1'«Sta Mal ung der Kulisse war natu . -fc ° y bic ^usnahmeneiguna egenuber dem Berliner Schluß „? IT8? .*; W-achuWn !u u °Jnera,etfc verloren 1,5 o. llt Ren ate 1,5 d.S). und Deutsch, D- $•. SIttumulatoren lagen dagegen . Siemens nannte man mit aitfa I im Verlaufe blieben M-Farben und auch sonst traten keine Erho. is Geschäft bewegte sich in denkbar n. aarkt ftaanierle nahezu vollkommen, der Börse nannte man Mesch mit Keubesih mit 9,30 und späte Reich' ’ungen mit 78 bis 78,25 D.fj., also gcr. U. a. notierten: Reubeschanleiht leihe 77,65, Schutzgebietsanleihe alle Wcidjsbant 145,50, Harpener Berg' dnerroerte 52, Mannesmann 52, iftaljl 72,50, Stahloercin 31, Lkka. ), MG. 17,75, Sonti Gummi Frböl 92,25, Scheiöeanstatt 167.75 id Kraft 89, JG.-Fardm XX5.75 tert 86,50, Beichsdahri-M. 98A >gb 12,13. artet IKetrewebörse. a. M., 4. Sept. Am Produkten- Tendenz leicht befestigt, da das Anin und die Nachfrage der Muhlcn ar da sie Ende der Borwoche em hlqcfchäfl hatten bei um 0,25 Marl n. heute konnte sich aber kein gro- mtroicfeln. Weizen war um 3,50 um 1 Mark per Tonne erhöht. Von aa Weizenkleie etwas fester, m >n sich keine Veränderungen, und el war nur klein. Es notierte (®e MS, h preßt 1,60- ü 160 bu ««««*” a. lütt Berlin 1 Sn- Sani 5,856 48.05 67,6 80,79 34,88 58-28 58,79 13,i6 16,38 168,36 21,* 66.22 G-ie, Ts« 47,95 12,42 3,047 168.98 66,38 58,9 68.1 13, 0.928 2,902 58.44 22.08 16-42 80.9 35.01 81-57 0,7Ö 0.244 5,295 12.69 58.52 58,97 13.22 16.44 169-« 22.« 66-48 _ 144 ,95 ,42 047 1,88 5,38 8,99 8,13 3.20 ,928 ,912 ,8,41 12,03 6,42 10,92 55,01 51- 0,779 0,244 5,295 12-69 12,44 3,053 169,22 66,52 59,H 68,27 13.24 0.932 2,918 58,53 22.07 16.46 81-08 35.09 81.78 0,781 0,246 5,3 12-71 ___I Dienstag, 5. September MZ 185. Jahrgang Itr. 207 Erstes Blatt Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20°, mehr. Thefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für denAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. Erlcheint tügltch, auha Sonntags und Feiertag« vertagen: The Illustrierte (Biefeenei Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl. Monat, Bezugspreis: Mit 4 ‘Beilagen NM. 1.9b *Obne Illusttierte . 1.80 Zustellgebühr .. , --25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Henlfprechanfchrüffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. poflfchetttonw: Kronlfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen vniS und Verlag: Vrühl'sche UniversitStr-vuch- und Stelndruckerei R. Lange in Gießen, rchristleltung und Geschäftsstelle: Zchulftraße 7. Das österreichische Hilsspolizeikorps bewilligt. Notenaustausch zwischen Wien und den Mächten. Landnöten. In Nürnberg ist, zwar nicht zum ersten Male, aber in einer bisher unerreichten Vollkommenheit, der Beweis erbracht worden, daß sich der deutsche Lebensstil von Grund auf gewandelt hat. Adolf Hitler hat verkündet, daß fortan es nur eine seelische und geistige Grundlage für den bewußten Deutschen gibt: den Heroismus. Heroismus, echt verstandenes Soldatentum und Nationalsozialismus sind im Grunde eins. Auf die kürzeste Formel gebracht, lautet der Wesensgehalt dieser Begriffe, daß jegliches Interesse des Einzelnen untergeordnet ist unter das Wohl des Staates und die Sicherheit des Volkes, und daß diese Unterordnung des Einzelintereffes unter das Gefamtinter- effe sich in Formen zu vollziehen hat, die in Aufopferung, Freiwilligkeit und Dienstbereitschaft schlechthin selbstverständlich sind. Es gibt für die Sichtbarmachung dieses neuen Staat^willens keinen andern Stil, als ihn Nürnberg gezeigt hat. Es ist der gleiche Geist, der in der alten ruhmreichen Armee Leistungen hervorbrachte, die den Erdkreis überstrahlen, es ist der Geist, der den modernen Arbeiter hinter feiner Präzisionsmaschine ebenso beseelen muß, wie den in den Staatsapparat eingesetzten Beamten oder den Führer am Schaltbrett einer Lokomotive oder eines Verkehrsflugzeugs. Es ist in diesem Zusammenhang der aufmarfchier- ten 160 OOO Amtswalter, der 60 000 Hitleriungens und der vorbcimarfchierten 100 000 SA.-Männer dem Auslande gegenüber nochmals notwendig, festzustellen, daß der soldatische Lebensrhythmus das genaue Gegenteil des sogenannten Militarismus darstellt. Sol- datentum ist die Einbeziehung der Gesamtnation in das Gesetz des Dienstes und der Leistung, Militarismus ist der Mißbrauch des schwer bewaffneten Heeres zu Zwecken, die außerhalb der nationalen Lebensnotwendigkeiten liegen. Das bis an die Zähne bewaffnete Frankreich, das wiederum in vieler Hinsicht durchaus pazifistisch zu denken ver- mag, ist trotzdem eine stärkere Bedrohung für den Frieden als das soldatisch empfindende Deutschland, das lediglich innerhalb seines natürlichen Lebensraums seine arteigenen Gesetze erfüllen will. Manche ausländische Pressestimmen über Nürnberg beweisen immerhin, daß man im Ausland hier und dort diese Tatsache der deutschen Friedensliebe aus dem Geist der seelischen und charakterlichen Stärke heraus zu ahnen beginnt. Die nicht vorsätzlich oder gar gegen klingende Münze deutschfeindliche Auslandpresse bemerkt gerade an den gewaltigen organisa- torisch-wirtschaftliche Leistungen dieses Millionentreffens die erwachende und in einer Hand zusam- mengeboUte Energie eines alten großen Kulturvolkes, dem nichts ferner liegt als der Gedanke an einen Krieg, wie es der Kanzler auf dem SA.- Appell so wirkungsvoll zum Ausdruck brachte. Auch die größte organisatorische Tat verblaßt, wenn nicht zu ihren das Gefühl berauschenden Eindrücken Nachwirkungen treten, die die große Tat und ihren Aufwand berechtigen. War es für den Nationalsozialismus an sich schon ein Recht der Selbstverständlichkeit, nach der in vierzehnjährigem furchtbarem Kampfe errungenen Macht einmal Heerschau zu halten — und wäre es nur, um aus tiefstem Herzen das Niederländische Dankgebet gemeinsam zu fingen —, so hat doch neben der Einzigartigkeit ihres äußeren Gewandes die Tagung tiefer greifende Gewinne erbracht. Wie ein roter Faden zog sich durch die ver- schiedensten Veranstaltungen das hohe Ethos der Volksgemeinschaft — ein edler politischer Begriff wurde wieder zur Wahrheit, den der alte Parteienstaat, wie so manches andere auch, bis zur Lüge herabgewirtschaftet hatte. Eine Partei, die heute mit gutem Recht von sich sagen kann, daß sie im Falle einer erneuten Wahl fünf Sechstel des Volkes hinter sich hätte, besitzt das Recht, ihre soziale Einstellung als Volksgemeinschaft anzu- sprechen. In den Reden Adolf Hitlers stand im Vordergrund die einzige große Richtschnur: wir haben die Macht vom Volke verliehen erhalten, wir werden sie zu nichts anderem nutzen, als u m Deutschland willen. Besonderer Ausdruck der Umkehr zum grundsätzlich Neuen war die endgültige Stabilisierung des Führerprinzips. Hitler verwarf noch einmal scharf jede demokratische Führerwahl von unten, er errichtete demgegenüber das unabänderliche Postulat der Führerbestimmung von obeP insonderheit in einem Volke, das in den nächsten Jahrzehnten noch systematischer politischer Staatserziehung bedarf! Die seelischen Gewinne der Nürnberger Tagung werden tms Beste bleiben: jene unvergeßlichen Stunden, da im Gedenken an die Gefallenen oder im gemeinsamen Gebet um Freiheit auch nach außen das Herz von Vylk und Führer in eins schlug! So an die geheimnisvolle Seele seines Volkes pochen kann nur ein Mann, der kraft feiner instinktiven Einfühlungskraft in das Wesen des deutschen Volkes und in die Lehren feiner Geschichte dies Volk in Liebe gewann! * Nun hat also die ganze Geheimniskrämerei doch nichts geholfen. In Paris und London hat man amtlich zugeben müssen, daß es mit der Aufstellung eines Hilfskorps von 8000 Mann in Oesterreich feine Richtigkeit habe. Die Wiener Minister find also umsonst dementiert worden; allerdings nicht ganz umsonst. Inzwischen ist etwas Zeit gewonnen, um Ueberlegungen darüber anzustellen, wie diese politische Unterstützungsaktion für Oesterreich mit den übrigen militärpolitischen Interessen der Länder in Einklang zu bringen sei, das heißt auf deutsch, wie dieses Geschenk an Herrn Dollfuß bewilligt werden könnte, ohne daß Deutschland daraus für sich und feine Ab- London, 2. Sept. (WTB.) Die österreichische Note, die in der Frage der Schaffung eines „Militärassistenzkörpers" gleichlautend in London, Paris und Rom überreicht worden ist, und ie von den Regierungen der drei Staaten eben- alls in gleichlautenden Noten beantwortet wurde, führt u. a. aus: Die gegenwärtige innere und äußere Lage in Oesterreich macht besondere Kontrollmah- nahmen zur Erhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung und zur ofortigen Unterdrückung aller Terrorakte notwendig. Die gegenwärtige effektive Stärke jener Kräfte der Wehrmacht (Gendarmerie und Polizei), die zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit berufen find, ist auf lange Zeit unzureichend, um unter den besonderen Umständen der gegenwärtigen österreichilchen Lage die ihnen ufallenbe Pflicht zu erfüllen. Eine zeitweilige Ver- tärtung des Exekutivorganismus mit geringen Kosten kann durch die umgehende Organisation einer Hilfsmilitär st reitmacht erreicht werden. Die Organisation dieser Hilfsmilitärstreitmacht wird nach Beratung mit den interessierenden Regierungen folgendermaßen erfolgen: 1. Sie wird geschaffen zur Erhaltung der inneren Ordnung und Sicherheit, zur Hilfeleistung bei Unruhen und ernsten Unglücksfällen und zur Mitarbeit im Grenzpolizeidienst. 2. Sie soll e i n I a h r bestehen bleiben unbeschadet der Vereinbarungen, die in der Zwischenzeit auf der Abrüstungskonferenz erreicht werden. Diese Periode kann auf Grund eines vor ihrem Ablauf geschlossenen neuen Abkommens verlängert werden. 3. Die Hilfsmilitärstreitmacht wird einen Teil der Heeresstreitkräfte bilden und dem Bundesmini st erium für Heereswefen unterstellt fein. 4. Die Stärke der Hilfsstreitmacht wird jährlich von der Bundesregierung so festgesetzt, daß die g e - meinsame Stärke dieser Streitmacht und der. Bnndesarmee die Höchst Ziffer von 30 000 Mann keinesfalls überschreitet. 5. Die Hilfsstreitmacht wird durch freiwillige Werbung rekrutiert. 6. Die Unterweisung erfolgt durch die Bundesarmee. Die aktive Dien ft Periode wird mindestens fünf und höchstens sechs Monate betragen. Diese Periode kann in Ausnahmefällen auf Ersuchen bis zu einem Jahre verlängert werden. Die Mitglieder der Hilfsstreit- macht können innerhalb von zwölf Monaten nach ihrer Entlassuna wieder einberufen werden, um die Gesamtdauer ihres Dienstes van höchstens zwölf Monaten zu vollenden. 7. Die Bewaffnung, Ausrüstung, Bekleidung, Ernährung und Unterbringung wird während der Dienstzeit vom Staate getragen. 8. Die Schaffung der Hilfsstreitkräfte darf keine Ueberschreitung der im Vertrage von St. Germain niedergelegten Höchstziffern für Waffen und Kriegsmaterial bewirken. 9. Die Bundesregierung wird die Stärke der Polizei und Gendarmerie, die über die in Art. 123 des Vertrages van St. Germain festgesetzte Zahl hinausgeht, dadurch reduzieren, daß sie, abgesehen van Einzelfällen, die Ausfüllung van Lücken in rüstungsfarderungen irgend welche Rechte abzuleiten imstande wäre. Paris stand also vor der Aufgabe, die Quadratur des Zirkels zu lösen, und dieses Kunststück ist nicht gelungen, trotz der mehr als seltsamen Konstruktion, die schließlich gewählt wurde. Wenn es sich nur darum gehandelt hätte, daß die Wiener Regierung das ihr vertragsmäßig zu stehende Ausmaß der Bewaffnung durchführte und ihr Heer von 22 auf 30 000 Mann verstärkte, dann brauchte sie dazu keinerlei Genehmigung bei den Garanten des Trianon-Vertrages einzuholen, dann konnte sie vollkommen selbständig handeln. Aber das wollte ja Herr Dollfuß nicht. Sein Ziel war eben, durch die Zustimmung zu diesem Korps zu zeigen, wie stark er in der Gunst der Großmächte sitzt. Er wollte sich in seinen Auseinandersetzungen mit dem Nationalsozialismus einen starken Trumpf verschaffen. Außerdem aber sollte ja etwas Neues gebildet werden, das sich nicht ohne weiteres in den Rahmen des österreichischen Berufsheeres hineingliedert. Denn die Verstärkung der Armee um 8000 Mann hätte zur Voraussetzung die zwölfjährige Dienstzeit gehabt, während das neue Hilfskorps aus Freiwilligen besteht, die nach einer sechsmonatlichen Dienstzeit ausgewechselt werden. Da das Korps zunächst auf ein Jahr bewilligt ist, bedeutet bas hie Ausbildung von 16 000 Mann, für das kleine Oesterreich eine nicht unbedeutende Anzahl, indirekt also eine Stärkung feiner Widerstandskraft für den Ernstfall. Welche Gesichter darüber in den Kabinetten der Kleinen Entente gemacht werden, wissen wir nicht. Im Augenblick wird man zwar in Prag sehr begeistert fein, daß Herr Dollfuß eine bessere militärische Grundlage für seine antideutsche Politik erhält. Aber diese Waffe kann doch auch einmal gegen Prag schlagen. Und deshalb könnten wir uns vorstellen, daß dort einige Sorge wegen der Weiterentwicklung herrscht, zumal da ja die einfachste Ueberlegung ergibt, daß ein solches österreichisches Schulbeispiel bei dem Gang der Abrüstungskonfe- renz nicht ohne Folgen sein kann. Die diesem Korps unterläßt. Diese Beschränkung be» zieht sich nicht auf die Kriminalpolizei. In der Antwortnot heißt es u. a.: Angesichts der Tatsache, daß die Ergänzung einen zeitweiligen und außergewöhnlichen Charakter trägt, daß weiter die erforderlichen Mannschaften durch freiwillige Meldung rekrutiert und daß fernerhin die im Vertrag von St. Germain festgelegten Grenzen der Effektivstärken und des Kriegsmaterials nicht überschritten werden, wird die britische (französische, italienische) Regierung keinen Einwand gegen die Errichtung und Aufrechterhaltung dieser militärischen Hilsstruppe erheben, solange die in der Note des österreichischen Geschäftsträgers gekennzeichneten Umstände bestehen bleiben, nämlich insbesondere der Terrorfeldzug gegen die gegenwärtige österreichische Regierung und die Abwehrmaßnahmen der Regierung Dollfuß gegen die Elemente des Ungehorsams und der Verwirrung. Neue Truppenverstärkungen an der Tiroler Grenze. Wien, 4. Sept. (TU.) An die Tiroler Grenze sind neuerlich Militärverstärkungen abgegangen. So wurde am Samstagnachmittag, wie jetzt bekannt wird, auf einem Bahnhof in der Nähe von Wien in Penzing Artillerie aus Kaifer-Elversdorf Paris, 3. Sept. (WTB.) 'Der Minister für Auswärtiges, Paul-Boncour, weihte einen Gedenkstein für Briand ein. Er betonte, dast die gegenwärtige französische Außenpolitik auf der Grundlage der politischen Auffassungen Briands weiterbaue. Die stillschweigend» Besichtigung der Verteidigungsanlagen an der Ost grenze durch den Ministerpräsidenten war die angemessene Antwort auf Kundgebungen, von denen man zum wenigsten sagen darf, daß sie die Friedensatmosphäre, die für den Wiederaufbau Europas so notwendig ist, stören. Briand habe unaufhörlich die notwendige Verbindung zwischen Abrüstung und Sicherheit gefordert, nicht etwa einer vagen, inhaltlosen Sicherheit, sondern einer Sicherheit, die positive internationale Garantien enthalte, deren wesentliche eine wirksame ständige, an Ort und Stelle vorzunehmende Kontrolle sei. Briand verdanke man auf internationalem Gebiete die einzige positive Sicherheit, die man feit Kriegsende erzielt habe: Locarno. Je mehr gewisse Drohungen sich bemerkbar machten, die Frankreich nicht veranlassen könnten, seine Kaltblütigkeit zu verlieren, die ihm aber geböten, wachsam zu bleiben, um so dankbarer müsse man dem Manne sein, dessen diplomatische Aktion Ende 1925 d i e Unterschrift Englands und Italiens für einen Vertrag erzielt habe, in dem es heiße: offiziösen Schreiber des Quai d'Orsay haben sich zwar darum bemüht, den Nachweis zu erbringen, daß analoge Fälle bereits früher zu verzeichnen gewesen wären. Sie haben speziell auf Bulgarien hingewiesen. Aber dieser Vergleich hinkt, devkn Bulgarien hat sich damals gehütet, vorher anzufragen. Die Batschafterkonferenz hat nur stillschweigend die Aufstellung eines Polizeikorps geduldet. Hier dagegen liegt eine amtliche Zustimmung zu einer Aenderung des Friedensoertrages vor. Was den Oesterreichern recht ist, muß eigentlich Deutschland billig sein ... * Die Amerikaner haben uns manche interessante Werbemethode vermittelt. Daß sie sich auf dem Gebiete der Reklame noch immer nicht erschöpft haben, hat uns eben erst Henry Ford varexerziert, der nicht nur Automobilfabrikant, sondern auch einer der gewiegtesten Reklamefachleute ist. Immer wieder hat er für seine Volkstümlichkeit und damit selbstverständlich auch für die Steigerung des 21b- fatzes seiner Erzeugnisse gesorgt. Auch fein jetziger Streit mit der Regierung wegen des Arbeitsvertrages für die Automobilindustrie ist nicht zuletzt seinem Bedürfnis entsprungen, von sich reden zu machen, den Namen Ford wieder in aller Munde zu bringen und so in der bequemsten Form die Aufmerksamkeit auf das Auto zu lenken, das feinen Namen trägt. Seine Abneigung gegen jedes Hineinreden von Behörden und Organisationen in wirtschaftliche Angelegenheiten hat unzweifelhaft mit dazu beigetragen, wegen der Produktions- und Lohnbedingungen, wie sie die Regierung Roosevelt jetzt im Interesse ihres Prosperitätsplanes allen Unternehmern mehr oder weniger unverhüllt diktiert, das Kriegsbeil auszugraben. Dabei geht er im Grunde genommen mit Roosevelt zusammen: denn Wirtschaftsaufschwung bedeutet auch Absatzvermeh- rung der billigen Dolksautos Fords. Doch Ford ist der Mann des selbständigen Handelns, der keine Vormundschaft zu ertragen vermag. Was aber jetzt als Zwang für ihn gedacht war, kam ihm hoch willkommen. Erst sträubte er sich, tat so, als wäre die Regierung für ihn Luft, blieb ruhig auf feiner Luxusjacht und ließ sich ein Ultimatum überreichen, verladen, die für Innsbruck bestimmt war. Außerdem wurden nach Kufstein das Burgenländische Feldjägerbataillon Nr. 2 und die Ge- birgsbatterie 111/1 verlegt. Ser Lebergang zum Milizsystem. Erläuterungen Paugoins. Wien, 4. Sept. (TU.) In einer Versammlung kam Heeresminister V a u g o i n auf die Bildung des Hilfspolizeikorps zu sprechen und betonte u. a., daß die Mannschaften auf Grund frei- williger Meldung angeworben werden. Darin liege der grundlegende Unterschied zwischen dem neuen Korps und einem Milizheer. Das neue Mklitär- assistenzkorps fei allerdings nur als zeitlich begrenzte Einrichtung gedacht. „Wir hoffen ja", fuhr der Minister fort, „daß d i e Abrüstungskonferenz, die im Oktober wieder zu tagen beginnt, uns den Uebergang z u einem neuen W e h r f y ft e m in absehbarer Zeit gestatten wird." Aus der Tatsache, daß die interessierten Mächte die Bewilligung der Errichtung eines neuen Militärkörpers gegeben haben, sei das große Verständnis für die Lage Österreichs und dasJntcresse zu ersehen, das sie an der Erhaltung Oesterreichs in feiner bisherigen Gestalt nehmen. Im Falle einer flagranten Verletzung von Art. 2 dieses Vertrages ober eines flagranten Verstoßes gegen die Art. 42 oder 43 des Vertrages von Versailles durch eine der kontrahierenden Parteien verpflichtet sich jede der anderen kontrahierenden Par- teien bereits jetzt, sofort ihre Hilfe der Partei zu gewähren, gegen die eine derartige Verletzung ober ein berartiger Verstoß gerichtet sein wird. Nun aber hätten diplomatische Akte nur Wert durch die Realität der Bindungen, die sie aufrechterhielten. Deshalb habe er, Briands Werk getreu, de Iouvenel mit einer besonderen Mission betraut, nämlich die wachsenden Mißverständnisse zu beseitigen, die Frankreich van einem Lande trennten, mit dem es starke Berührungspunkte habe. Das Viermächte-Abkommen sei dis Fortsetzung und Verwirklichung der Abkommen von Locarno, das Mittel einer Verständigung unter vier benachbarten Großmächten, die untereinander bedeutende gemeinsame Interessen zu regeln und durch ihre Verständigung die Mittel vorzubereiten haben, um im Völkerbund zu einem Erfolg zu gelangen. Paul-Boncour betonte dann die Notwendigkeit der Unabhängigkeit Oe st erreich s. Niemand mehr als Briand habe sich gegen jede Verletzung dieser Unabhängigkeit gewandt. Die Staaten des heutigen Mitteleuropa, die auf dem Nationalitätenrecht aufgebaut seien, das im fundamentalen Widerspruch zu der völkischen Stuf- so daß nun auch der letzte Mann in der Union auf ihn aufmerksam wurde. Das Interesse der Amerikaner an seinem Konflikt mit Washington war somit auf das Höchste gesteigert, jetzt kannte er zum Gegenzug ausholen: er ging über den Regierungsvorschlag hinaus und regte von sich aus für die Autoindustrie Lohnerhöhungen um 15 bis 20 Prozent, sowie eine Gewinnbeteiligung für die Werkangehörigen an. Ganz Amerika spendet begeiftetten Beifall, der Reklametrick ist g e g l ü ck^t, seine wirtschaftlichen und finanziellen Ergebnisse werden nicht ausbleiben, genau so, wie sich alle seine Absichten erfüllten, die seinerzeit mit der laut verkündeten Einführung der Fünftagewoche, mit dem Vorstoß gegen feine erbitterten Feinde, die Bankiers, mit feiner Friedensreise durch Europa im Jahre 1915/16 verbunden waren. Ford als „Friedenstaube" wollte nur die Aufmerksamkeit der Kriegführenden auf feine Werke lenken, die denn auch sehr bald auf den Kriegsbetrieb umgestellt wurden. Sein Vorstoß gegen die Banken, der zahllose Bankinstitute ?wi Schalterschluß zwang, war zwar das Ergebnis einer bis zum Haß gesteigerten Feindschaft mit den Herren der Wallstreet. Aber Ford war mit Ueberlegung zu Werke gegangen. Seine Art, im geeigneten Augenblick als Netter aufzutreten, machte ihn von neuem volkstümlich. Popularität braucht e r, das ist das ganze Geheimnis feiner Propaganda. Nur aus diesem Grunde hat er jetzt gegen die Regierung eine Attacke geritten, um sich im Augenblick der höchsten Spannung als einen edlen Menschenfreund feiern zu lassen. Daß seine Produktionsmethoden sehr viel weniger human sind, spielt in den Vereinigten Staaten keine Rolle. Henry Ford hat jetzt die dicksten Trümpfe im Spiel, sowohl gegenüber der Regierung — als auch seinen Konkurrenten. Die Konkurrenz wird es nun wieder fein, die auf eine Milderung der Fordschen Vor- fchläge hinarbeiten dürfte, was ihr aber dann auch unzweifelhaft den Vorwurf einbringen wird, sowohl den Plänen der Regierung als auch den Interessen der Arbeitnehmerschaft feindlich gegenüberzustehen. Was Frankreich vomViermächteaSkommen erwartet Eine außenpolitische Rede paul-Boncours. fassung stehe, brauchten, um leben und sich entfalten au können, die Möglichkeit, in freien Wirtschasts- bündnissen, die nicht durch politische Bestrebungen oder territoriale Forderungen gestört werden durften, die Absatzgebiete zu erlangen, die durch ihre Nachbarschaft bestimmt seien. Eine wirkliche Organisation Mitteleuropas könne nicht gegen Italien durchgeführt werden. Oie Zukunst der österreichischenHochschulen Die Studentenschaft fordert Einheitsfront gegen die Dollfuß-Verordnung. Wien, 4. Sept. (TU.) Die letzten von der Regierung angekündigten Maßnahmen bei den Hochschulen haben den Kreis VIII der Deutschen Studentenschaft veranlaßt, in einem Schreiben an die Rektoren zu der geplanten Einführung einer Hochschulwache und der Auflösung der Deutschen Studentenschaft Stellung zu nehmen. Es zeige sich immer deutlicher, daß die Regierung nicht daran denke, die Autonomie der Hochschule zu achten. Es werde klar, * von einer Freiheit der Wissenschaft und der Lehre in O e st erreich bald keine Rede sein werde. Die Deutsche Studentenschaft sei bereit, alle Maßnahmen zu ergreifen, die für die Deutscherhaltung der Hochschulen notwendig seien. Sie könne aber nur wenig ausrichten, wenn sie nicht in gemeinsamer Front mit den Professoren kämpfe. Sie habe daher den Rektor der Wiener Universität, Othenio Abel, gebeten, eine österreichische Rekta r e n k o n f e r e n z einzuberufen, weil sie der Ansicht sei, daß ein geschlossener Protest von Professoren und Rektoren doch die Regierung zur Zurücknahme oder Abänderung ihrer Verordnung bringen könne. Bleibe diese Verordnung aufrecht, sei eine Anstalt, an der der Zusammenschluß deutscher Studenten, ja überhaupt jede Tätigkeit von Lehrern und Schülern im völkischen Sinne verboten sei, keine Hochschule, an der ein deutscher Professor Vorlesungen halten könnte. Dollfuß kaust sich im Auslande an! Essen, 4. Sept. (ERB.) Wie die „Rheinisch- Westfälische Zeitung" aus München erfährt, hat Bundeskanzler Dr. Dollfuß kürzlich einen rund 1500 Hektar großen Besitz außerhalb Oester- r e i ch s südlich der kleinen steierischen Stadt Leib- nitz auf südslawischem Gebiete gekauft. In der steierischen Bauernschaft sieht man in diesem Kauf eine Versicherung gegen eine sehr unsichere politische Zukunft. Der Bundeskanzler entstammt einer armen Bauernfamilie und hatte es vor feinem politischen Aufstieg bis zum Sekretär der Niederösterreichischen Landeslandwirtschaftskammer gebracht, so daß er kaum in der Lage war, sich größere Vermögensbestandteile auf die Seite zu legen. Neue Tumulte auf Kuba. Der Wirbelsturm wendet sich demFestland zu Havanna, 4. Sept. (WTB.) Seit Wochen kommt Kuba, die „Perle der Antillen", nicht zur Ruhe. Kaum ist nach der Flucht des Präsidenten Machado eine gewisse Ruhe eingekehrt, die von der neuen Regierung zur Festigung und zum Ausbau ihrer Position benutzt werden sollte, da wird die Insel, vor allem an der Nordküste, von verheerenden Wirbel st ü r - men heimgesucht. Und schon sind die Straßen der Hauptstadt Havanna, in denen zerstörte Läden noch von den letzten Unruhen zeugen, Schauplatz erneuter Tumulte. Wie zu Beginn der Kämpfe gegen die Regierung Machado, scheinen auch diesmal die Arbeiter der Verkehrsunternehmungen eine führende Rolle bei diesen Vorgängen zu spielen. In mehreren Vororten Havannas wurden Bahnhöfe, Gleisanlagen und Depots der Eisenbahn zerstört. Während so die Negierung Cespedes ich gegen revolutionäre Umtriebe wenden muß, i t sie an« ind vor ein Kriegsgericht gestellt worden, weil sie die Regierung Machado unterstützt und dabei weder Blutvergießen noch Martern gescheut hätten. dererseits damit beschäftigt, die Vergangenheit zu liquidieren. Alle Offiziere der Armee Versteinerte Panik. Don Or. Gustav W. Eberlein, :Rom. P ompej i. im Sommer 1933. Hinter den Ladengeschäften der „Straße des Ueberflusses" liegen die Wohnungen. Es müssen „habliche" Leute sein, wie der Schweizer sagt, all diese Händler und Gewerbetreibenden, man merkt es gleich. Wir traten in ein Haus, das der Oeffentlichkeit nicht zugänglich ist. Cs muß erst ein großes, kostbares Buch darüber erscheinen. So wichtig wird es genommen. 3d) muhte erst die Sondererlaubnis der obersten Stelle erwirken, bevor mein Fuß die geheimnisvolle Schwelle überschreiten durfte, man gab mir einen Führer-Wächter mit und alle Menschen, denen wir in den Zimmern und Gängen begegneten, zogen stumm den Hut. Die Türe fiel ins Schloß: wir standen in einem mächtigen Atrium, aus dessen Deckenöffnung, einem runden Auge, gleich dem des Pantheons in Rom, haltlos die Tranen tropften, aufgefangen zu unseren Füßen von einem großen rechteckigen Becken. Die Hausgötter starrten stumm und teilnahmslos hinein, obwohl schließlich auch die Betreuung des Reaentvassers zu ihren Obliegenheiten gehört, nicht bloß der Schutz des Feuers. Sie waren nicht größer als Weihnachtspuppen, diese häuslichen Penaten oder Laren, und das Lararium, in dem sie standen, erinnerte respektwidrig an ein Kasperletheater. Dem Hauseigentümer dürften so kindliche Späße freilich nicht gefrommt haben, beeilte sich der Führer zu versichern, er habe seine Freude vielmehr an trojanischem Kriegsgeschrei, an den Komödien der Griechen und an der 3agd. Man sehe es an den Wandgemälden. Die sind farbenfreudig und feierlich. Immerhin wird es gestattet sein, da und dort einen Gott zu bemerken, der verzerrt, sagen wir ruhig: karikiert ist. Unsere Neugierde auf den Besitzer wuchs. Es mußte ein sonderbarer, halb- oder überkultivierter Mensch sein, weder Römer noch Grieche. Da er leider auch in dem säulenumgebenen 3n- nengarten nicht aufzufinden war, nicht beim Essen an dem reichen, mit silbernen Wildschweinen verzierten Dronzetische sah, und auch die Betten auf ihren hübsch patinierten Kupferfühen leer standen, drangen wir kurzentschlossen ins Badezimmer. Schämten uns aber fast, so niedlich, so süß, so intim ist es ausgestattet. Richt groß, nicht grell beleuchtet, hat es eine gewölbte Decke und schwelgt 17 Offiziere, darunter drei Oberste und zwei Kommandeure dürften verurteilt werden. Auch andere Inseln der Antillen sind von den Naturkatastrophen heimgesucht worden. Besonders gilt dies von den Bahama-Inseln, deren Hauptstadt Nassau auf New-Providence nicht von dem Wirbelsturm verschont geblieben ist. Der Sturm, der mit 120 Meilen Stundengeschwindigkeit über die meist sehr flachen und schutzlosen Inseln dahinbrauste, hat auch auf Eleuthera sowie Groß- und Klein-Abaco schwere Verheerungen angerichtet. Die Orkane haben die Halbinsel Florida und den Staat Texas erreicht. Mehrere Städte, darunter Sebring im Innern der Halbinsel und Freeport am Strande von Texas, sind von der Außenwelt abgeschnitten. Die Stadt Houston in Texas ist bedroht. Amerika feiert den Arbeitstag. Johnson organisiert einen Berkaufsfeldzug Washington, 4. Sept. (WTB.) Reuter. Das nationale Fest des „Arbeitstages" wurde im ganzen Lande durch Reden begangen, die den Feldzug für die Wiederbelebung der Wirtschaft zu unterstützen bestimmt waren. In C h i k a g o erklärte General Johnson, der Feldzug, der geführt werde, um die Arbeitszeit herabzusetzen und die Mindestlöhne zu erhöhen, müsse mit Energie durchgeführt werden. Er fügte hinzu, er werde den Feldzug am 20. September eröffnen und die Oeffentlichkeit einladen, mehr zu kaufen. Er unterstrich, die gegenwärtige Gefahr bestehe darin, daß der Verbrauch nicht das Tempo der Produktion mithalte. Das lasse einen Uebersluß an Waren und als Folge davon einen Rückfall der I n - dustrie in die Krise befürchten. Johnson bedauerte, daß das Vertrauen zwischen den Arbeiterorganisationen und den Kapitalisten in den Vereinigten Staaten gestört sei infolge des Gesetzes über den nationalen Wiederaufbau, das den Arbeitern das Recht gebe, sich ohne Mitwirkung der Arbeitgeber zu organisieren. Henry Ford Hai einen eigenen plan. Bessere Arbeitsbedingungen für seine Angestellten. London, 2. Sept. (WTB.) Henry Ford soll der einzige Automobilmagnat sein, der sich n o ch nicht zur Annahme des Regierungsplanes für die Automobilindustrie entschlossen hat. Er soll damit beschäftigt fein, für seine Unternehmungen einen eigenen Plan auszuarbeiten, der seinen Arbeitern bessere Arbeitsbedingungen einräume als der offizielle Plan der Regierung. Henry Ford, der wegen dieses Einzelgängertums den Namen der „einsame Wolf" erhalten hat, arbeitet in Abgeschiedenheit in den Bergen an seinem Plan, der wahrscheinlich seinen Arbeitern eine Gewinnbeteiligung bei kürzerer Arbeitszeit anbieten werde. Fords Bedenken gegen den Re- gierungsplan richten sich hauptsächlich dagegen, daß in diesem eine gewisse Anerkennungder Gewerkschaften enthalten sei. England wirbifür feineWaren Eine „Englische Woche" in Helsingfors. Helsingfors, 4. Sept. (WTB.) Die unter dem Protektorat des Präsidenten der Republik Svinhusoud und des Prinzen von Wales stehende „Englische Woche" wurde heute hier eröffnet. An dem Eröffnungsakt nahmen finnische Marinetruppen, eine Landungsabteilung des englischen Kreuzers „Bork", eine schottische Regimentsmusikkapelle in Hochländertracht und ein englisches Militärluftgeschwader von drei Wasserflugzeugen teil. Die ganze Stadt, auch die offiziellen Gebäude, find mit den englischen und finnischen Farben geschmückt. Von allen Plakatsäulen und Schaufenstern grüßt das Werbeplakat der Woche. Es stellt ein unter englischer und finnischer Flagge segelndes Schiff dar mit dem Werbespruch: „Kaufe von denjenigen, die von uns kaufen!" Die finnische Presse aller Richtungen stellt seit Tagen ihre ersten Seiten in den Dienst der Propaganda für die Werbewoche und läßt umfangreiche Sondernummern erscheinen. Die mit seiner Ruhenische in Farben. 3ch griff an die Dampfheizung — sie war falt. 3st der Herr vielleicht verreist, etwa gar in Rom? Haben sich unsere Wege gekreuzt? Es ist das Haus des Menander, sagte mein Begleiter trocken und wies auf ein Oelporträt im Wandelgang, das einen beschaulich dafitzenden Mann zeigt, dem ein nettes Unterhaltungsbuch offenbar über alles geht. Menander? Aber dos war doch, kramte ich in einem alten, nach Schule riechenden Gehirnfach herum, das war doch der olle griechische Komödienschreiber, wegen dessen ich einmal nachsitzen mußte, weil ich ihn mit einem verrückten Flutzlauf verwechselte, dem Mäander! „Kann fein, aber hier steht's: Menander." Tatsächlich war der Rame rechts unten in die Ecke gemalt, wie es die Porträtisten lieben, und die Farbe schien noch frisch. Rach diesem Bild, erfuhr ich, werde das Haus genannt, der Besitzer heiße allerdings Quinto Poppeo. Altes Geschlecht, wie? zwinkerte Annibale. Hannibal, sagte ich, Sie denken doch nicht etwa an den neuesten Film — mit dieser Poppaa, eh? Gerade die meine ich! Run, gehen wir weiter, Sie werden gleich sehen, was aus dieser Sippe geworden ist. Damit schritt er rüstig aus, wic überquerten die Hofräume, warfen einen Blick in die Remise, wo ein Dogcart mit Bronzerädern stand, und gerieten in die ausgedehnten Weinkeller. Trocken! Hannibal wischte sich verächtlich den Mund und deutete auf einen Haufen Scherben, der auf einer Anrichte lag: hier habe die große Silbertruhe gestanden, die man kürzlich nach Reapel ins Museum brachte, samt dem ganzen prachtvollen silbernen Tafelgeschirr. Dann muß doch in der Rähe der verunglückte Diener fein, der im Todessturz noch die Hand an die Geldtasche drückte. — Ditte, hier liegt er! 3ch erschrak. Ein bleiches Gerippe, verkrampft in dem gestampften Kellerboden. Der Hund liegt auch noch da — bitte! 3a, es war so, man konnte die Knochen zählen bis zum letzten winzigen Schwanzknorpel. Der Hund schien eingeschlafen zu sein, um nicht mehr zu erwachen. Er hat offenbar seine flüchtenden Herren gewittert, erläuterte Hannibal, er wollte ihnen nach, ist aber, wie die auch, nur bis zu dieser Wand gekommen. 3n der Wand, in Reichhöhe, ist ein Loch zu sehen, die Haue liegt noch da. wie sie der er- Veranstaltung soll mit einem Riesenfeuerwerk und einer Predigt des Bischofs von Wakefield abgeschlossen werden. Sorgen der englischen Gewerkschaftler. Wird der Faschismus auch nach England nbergrcifen? London, 4. Sept. (TU.) Am Montag begann in Brighton die Iahreskonserenz des englischen Gewerkschaftskongresses, zu dem 546 Delegierte der Gewerkschaften erschienen waren. Der Konferenz liegen etwa 65 Entschließungen vor, von denen sich etwa 18 auf den Faschismus, den Nationalsozialismus und die Diktatur beziehen. Die Konferenz wird bis zum Freitag dauern und hat je einen Tag für die Erörterungen über die Erwerbslosigkeit, Krieg und Abrüstung, Faschismus und Kontrolle der Industrie sowie über den Preisstand vorgesehen. Die Eröffnungsrede wurde von dem Präsidenten Walkoden gehalten, der sofort mit einem Angriff gegen F a - schismus und Nationalsozialismus begann, aber danach die Diktaturpläne des englischen Sozialisten Sir Stafford Cripps ziemlich reunblid) beurteilte. Die Angriffe gegen den Fa- chismus bewegten sich in den üblichen Bahnen ozialistischer Phrasen, wobei die Angst der englischen Sozialisten zum Ausdruck kam, daß auch eines Tages in England ein Faschismus kommen könnte, der die sozialistischen Führer — Hinwegfegen könnte. Das Wachsen des Faschismus in den verschiedenen Ländern sei umso beunruhi« aenber, als diese Bewegung in der Lage gewesen sei, die junge Nachkriegsgeneration zu gewinnen. Auch in England könnte die Demokratie, wenn die faschistische Bewegung weiter wachse, durch dieselben Methoden gestürzt werden, die anderwärts erfolgreich waren. Walkoden erging sich in Beschuldigungen gegen die „Feinde der Demokratie in Deutschland", während er die Sozialdemokratie als friedliebend und die Gesetze achtend bezeichnete. Kleine politische Nachrichten. Der Präsident der Abrüstungskonferenz, Arthur Henderson, der als Abgeordneter der Labour- Party bei einer Nachwahl im Wahlkreise Clay Croß kandidierte, ist ins Unterhaus gewählt worden. • 3n der französischen Kolonie St. Pierre et M i q u e l o n bei Reufundland ist es zu Unruhen gekommen. Die Bevölkerung hat sich gegen die Erhöhung gewisser Abgaben erhoben und Gefangene aus dem Gefängnis befreit. mattenden Hand entfiel. Es ist augenfällig, wie die Menschen in ihrer Todesangst, schon erstickend, krampfhaft nach einem Ausweg suchten, ein Fluchtloch sich erkämpfen wollten ... Eccoli! Da haben Sie fiel Das war alles, was Hannibal herausbrachte. lindere Augen wehrten sich, das furchtbare Bild zu erfassen. Auf engem Raum zusammengeworfen, in ein Geviert von vielleicht zwei Quadratmeter gepreßt, freiwillig, soweit die Todesangst überhaupt noch Willen zuläßt, verknäult wie eine Gruppe Ertrinkender, lagen da. liegen noch da sechs, sieben, acht Menschen, die Bewohner des Menander- hauses. Man hat die Asche, den Schutt ringsherum weggeschaufelt, so wirkt der Skelettklumpen um so grausiger. Knäuel. Klumpen — und doch jeder einzelne der Unglücklichen überdeutlich erkenntlich, mit feinen paar Zahnlücken, feinem Kindergesicht, feinen in namenloser Atemnot auf die Brust gepreßten Fäusten. Sie haben sich aneinander geklammert, übereinander sind Te gestiegen, sie haben miteinander gerungen, gerungen gegen den Tod, gegen den Weltuntergang, der draußen raste, der über die Dächer fegte, sie eindrückte, die Zimmer füllte mit Asche und Lapilli, die Straßen verstopfte. Sie stießen ihr bißchen Lungenluft dem Atem des Vulkans entgegen, wie die Ameisen zwecklos gegen den herniederstürzenden Berg spritzen. Der kleine Hund hat ihr Röcheln noch gehört, bis dicht in die Rähe hat er sich schleppen können — ja, jetzt wird alles grauenhaft klar. Um diese Skelettgruppe ist nicht, wie bei so rielen früher gefundenen Toten, die in die Asche hineingepreht scheinen, ein leerer Raum, den man ausgipsen könnte, um so die menschliche Form wieder zu erhalten, was aber museumshaft aus- sieht. Diese Menschen liegen da, wie sie fielen, wie sie vor ein paar Fahren zu verwesen schienen. 3n Wirklichkeit sind die vielen 3ahrhunderte feit jenem Augusttage des 3ahres 79 dahingegangen. Und jetzt geht jenes unsterbliche Leben, das die Bewegung festhält, von den Resten aus. Anatomen nicht nur, Mediziner für 3nneres können an den Objekten studieren. Herr Quintilius Poppeus, der Hauseigentümer, wird es fein, der so gräßlich nach Luft schnappt. Er war ein reichgewordener Freigelassener Reros Der Gouverneur hat zwei in der Rähe befindliche Kriegsschiffe angefordert. ♦ Im Palazzo Venezia ist Samstag durch den Chef der italienischen Regierung, Mussolini, sowie dem russischen Botschafter in Rom ein Freund- schafts-, Nichtangriffs- und ein Neutralitätsvertrag zwischen Italien und Sowjet» r u ß l a n d unterzeichnet worden. Aus aller Welt. Meuterei in einer polnischen Besserungsanstalt. In einer mit 80 Zöglingen belegten Besserungs» anstatt in Könitz kam es zu schweren Tumulten, die schließlich den Charakter einer Meuterei annahmen. Die Zöglinge, unter denen sich viele aus dem ehemaligen russischen Teilgebiet Polens stammende Elemente befinden, warfen sich plötzlich während des Essens auf die Wächter, überwältigten sie und verbarrikadierten den Eßsaal. In den Räumen der Anstalt entspann sich dann ein erbitterter Kampf mit der Polizei, wobei eine große Anzahl von Meuternden verletzt wurde, auch einige Polizisten und Grenzbeamte wurden nicht unerheblich verletzt. Die Anstifter dieser Revolte, etwa 20 Zöglinge aus dem Warschauer Gebiet wurden verhaftet, gefesselt und in das Gerichtsgefängnis eingeliefert. Zwei Todesopfer eines Autounglücks. In der gefürchteten Kurve zwischen Neudorf und Schlangenbad ereignete sich ein schweres A u - to Unglück. Ein mit vier Personen besetzten Kraftwagen fuhr gegen die Strahenbäume, überschlug sich und begrub die Insassen, darunter zwei Damen, die in Schlangenbad zur Kur weil, ten, unter sich. Im Wagen saß noch der 24jährige Empfangschef Wilhelm Schmidt aus Wiesbaden. Der Wagen wurde von dem Chauffeur Scheuring aus Wiesbaden gesteuert. Der Chauffeur war sofort tot, während Schmidt lebensgefährlich verletzt nach dem Eltviller Krankenhaus geschafft wurde, wo er ebenfalls alsbald verschied. Die beiden Damen, die nur leichtere Verletzungen erlitten, wurden nach Schlangenbad verbracht. Richt „Deutsches INodeamt", sondern „Deutsches Modeinstitut". In der Oeffentlichkeit sind vielfach irrige Auffassungen über den Charakter des Deutschen Modeamtes entstanden. Um auch nach außen hin klarzustellen, daß das Modeamt keine amtliche Stelle ist, hat das Deutsche Modeamt im Einvernehmen mit dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda mit sofortiger Wirkung seinen Namen in „D a s Deutsche M o d e i n st i t u t" umgewandelt. Der Leiter des Deutschen Modeinstituts ist Dr. Hans Horst. ' ■ - '■ " 1 —■9 oder vielmehr der Kaiserin Poppäa. Hat sich nach Pompeji zurückgezogen, ein paar bescheidene Häuser zusammengekaust und daraus dieses eine, künstlerisch halb- oder überkultiviecte gemacht, das er nach dem Vorbilde der Vornehmen dem griechischen Geiste weihte. Die Laren stehen noch da, als seien sie überzeugt, daß er, wenn nicht heute, so doch morgen vor ihnen beten werde. Menander liest ein Buch. Bett und Tisch warten Zeitschriften. — „Der Naturforscher" vereint mit „Natur und Technik". Bebilderte Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Naturwissenschaft und ihre Anwendung im Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik. Herausgeber Dr. Oskar P r o ch n o w , Jahrgang X, Heft 6. Preis vierteljährlich 2,50 Mk, einzeln 1 Mark. Hugo Bermühler Verlag, Berlin- Lichterfelde. — Die Auffassung, daß der Staat ein Lebewesen ist, zwingt uns, der in der Natur für die Gesunderhaltung aller Lebewesen notwendigen natürlichen Auslese der ßcbenstüd)tigen und Ausmerzung der Untüchtigen auch im Dolkskörper erhöhte Aufmerksamkeit zuzuwenden. Denn wir haben erkannt, daß für die Entwicklung eines Volkes nicht die Lebensumstände, sondern die Erbanlagen wichtig sind. Diese Grundlagen der nationalsozialistischen Staatsausfassung legt der bekannte Rassen- forscher und Eugeniker Professor HaNs Günther, Jena, dar. Wichtig in biologischer wie medizinischer Hinsicht sind fernerhin die Ausführungen von 0r. med. A. Stimpfl über die Verfahren, Ergebnisse und Anwendungsmöglichkeiten der Blutgruppenforschung. Ein anderer Beitrag führt uns mit Pros. Beebe in der Tiefenkugel in 500 Meter Seetiefe zu den leuchtenden Tiefseetieren. Reizvolle Beobachtungen und Versuche über das Sehen der Spinnen stellt Dr. Homann dar, während an Hand prächtiger Bilder ein großer Aufsatz die neueren Forschungen und Auffassungen über die Entstehung der Karsthöhlen behandelt. Aus den neuesten Forschungsergebnissen dürfte der zeitgemäße Beitrag über „Gasschutz durch Atemfilter" größte Beachtung finden. Die kleinen Aufsätze über zahlreiche Fragen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Technik, über Beobachtungen und Betrachtungen aus allen Gebieten vervollständigen den wertvollen Inhalt dieses Heftes, das in seinem sauberen Druck und mit seinen vielen Bildern außerordentlich ansprechend ausgestattet ist und jedem Naturfreunde viel Neues und Schönes bietet. Aus der Provinzialhauptstadt. Oie Gattenwahl. KVR. „Sage mir, mit wem du umgehst, und ich sage dir, wer du bist." Könnte man in Abwandlung dieses Wortes nicht auch den folgenden Satz für richtig erklären: „Zeige mir deine Frau, und ich sage Dir, was du wert bist?" Aber gerade in unserer gegenwärtigen Zeit hat dieser Satz keine volle Gültigkeit, weil eben die Gattenwahl gar zu leichtsinnig betrieben wird. Wie oft kommt es schon nach kurzem, oberflächlichen Kennenlernen zum Eheversprechen; und gar bald, vielleicht noch vor dem Hochzeitstage, empfinden beide, daß sie nicht zueinander passen. Aber nun will der junge Mann das Mädchen doch nicht mehr verlassen, die Bindungen find fdjon zu fest. Und wenn es beide mit ihren Ehepflichten ernst nehmen, kann die spätere Ehe ohne größere Störungen verlaufen, man gewöhnt sich aneinander, aber das erträumte wirkliche Eheglück hat doch keines der beiden gefunden. Und wie wird es erst, wenn die gegenseitige Abneigung deutlich in Erscheinung tritt? Dann geht jedes seine eigenen Wege, und zuletzt ist die gerichtliche Ehescheidung das notwendige Endresultat. Das Eheglück selbst war schon längst restlos vernichtet. „Drum prüfe, wer sich ewig bindet!" Aber die Gattenwahl soll nicht nur dem eigenen Glücksverlangen dienen! In der Gattin wählt der junge Mann auch die Mutter seiner Kinder! Und während kein Mensch in der Wahl feiner Eltern vorsichtig fein kann, hier in der Wahl der Mutter für die eigenen Kinder ist Vorsicht nicht nur möglich, nein sie wird zur unabweisbaren Pflicht dem ungeborenen Geschlecht gegenüber! Wer immer von sich selbst behaupten darf, wohlgeboren zu sein an Körper und Geist, der hat kein Recht, seine Kinder aus purem Leichtsinn der Gefahr des Uebelgeboren- feins auszusetzen. Darum ist die Gattenwahl eine lebensernste Angelegenheit, die keineswegs erledigt ist mit der Feststellung des gegenseitigen Bankguthabens! Das Glück des eigenen Lebens hängt davon ab, Das Gedeihen der kommenden Geschlechter und die Zukunft der Rasse. Gictzener Wochenrnarktpreisc. * Gießen, 5. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, Das Pfund 1,30 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 10, Wirsing (grün), das Pfund 10, Weißkraut 8, Rotkraut 12, Gelbe Rüben 10, Rote Rüben 10, Spinat 15, Römischkohl 8, Bohnen (grün und gelb) 10 bis 20, Mischgemüse 10, Tomaten 15 bis 18, Zwiebeln 7 bis 10, Kürbis 6, Kartoffeln 3 Pf., der Zentner 2,30 bis 2,50 Mk., Frühäpfel, das Pfund 12 bis 25 Pf., Falläpfel 5, Persische 30 in all was fanden fit Rückfahrt. * Wirtschaft Obecheffen Preußen. Tragischer Tod eines Gendarmeriebeamten. Verletzungen erlegen. Heute morgen weilte die Gerichtskommission an der Unfallstelle, um den Vorfall zu untersuchen. Kreis Wetzlar. Optimist und Pessimist. Wohin er blickt, überall lacht eitel Freude, blinkt und grüßt es. In den Häusern, in den Geschäften, Park und Anlagen: Salve! Kein Kaufzwang! Gäste willkommen! Verlangen Sie bitte Muster! Umtausch gern gestattet! Gratistee im Erfrischungsraum! Geld zurück, wenn Ware nicht gefällt! Eintritt frei! Parken erlaubt! Kostenlos und unverbindlich! Oer Oberhessische Geschichtsoerein Bon Dr. Earl Walbrach. Aber das Auge des Pessimisten glettet an diesem vorüber. Es bleibt nur haften an all dem, das Leben düster und grau gestattet: DoranschlagsberatunginGrosenLin. en * Großen-Linden, 4. Sept. In der letzten Gemeinderatssitzung wurde der ÜJot» anschlag für das Rj. 1933 beraten. Nach dem vom Bürgermeister vorgeleaten Entwurf ist eine Einnahme von 114 943,90 Mk. zu erwarten, der eine Ausgabe von 124 943,90 Mk. gegenübersteht, so daß der Voranschlag mit einem Fehlbetrag von 10 000 Mk. abschlietzt. Bürgermeister Lang wies bei Beginn der Sitzung in kurzen Ausführungen darauf hin, daß gegenüber dem vorjährigen Voranschlag eine wesentliche Besserung zu verzeichnen fei. Während der Voranschlag für das Rj. 1932 noch mit einem Fehlbetrag von 25 000 Mk. abgeschlossen habe, sei es gelungen, diesen Betrag um mehr als die Hälfte zu mindern, und es seien jetzt schon sichtbare Anzeichen auf eine weitere Besserung der Wirtschaftslage vorhanden, so daß die Aussicht bestehe, daß sich der Voranschlag für 1934 wieder ausgleichen werde. Weiter führte Bürgermeister Lana aus, daß der gegenwärtige Voranschlag nach dem Grundsatz äußerster Sparsamkeit auf- gestellt sei. Dies wurde auch vom Gemeinderat anerkannt und nach kurzer sachlicher Prüfung nahm er den Voranschlag ohne irgendwelche Abänderung an. Gelegenlich der Voranschlaasberatung wurden einige auf den Gemeindehaushalt sich aber nicht allzu groß auswirkende Beschlüsse gefaßt. So wurde der Mietpreis für verschiedene Gemeindegebäude ab 1. September erhöht, da die bisherige Miete nicht (D Krofdorf-Gleiberg, 4. Sept. Von den auf Grund des Reinhardt-Programms dem Kreise Wetzlar überwiesenen 50 000 Mark für Instand» fetzung öffentlicher Gebäude in den Landgemeinden sind unserer Gemeinde 500 Mark zugcsichert für die schon jahrelang nötige, aber aus Mangel an - ' • des ierputz- Oie Deutsche Reichsbahn im 3uli. Im Güterverkehr der Deutschen Reichsbahn hat die seit dem Frühjahr 1933 emsetzende g ü n ft i • gere Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr auch im Juli angehalten. Wenn die auf den Arbeitstag umgerechncte Wagenstellung im Vergleich zum Vormonat zurückgegangen ist, so ist dies saison- mäßig bedingt. Gegenüber Juli 1932 ist aber eine Verkehrssteigerung in der Güterbeförderung zu verzeichnen. Der Personenverkehr war infolge des Beginns der Sommerferien stark. Er überschritt die Höhe des Vormonats, konnte jedoch den der früheren Jahre nicht ganz erreichen. Die Ausgabe der verbilligten Sommerurlaubskarten fand weiterhin starken Anklang. Der Feriensonderzugverkehr verlor dagegen an Bedeutung. Ueberplanmäßige Züge wurden insgesamt 8072 gefahren, gegen 7466 im Vormonat, in den das Pfingstfest fiel, und 4984 im Juli 1932. Die Zahl der geleisteten Zugkilometer stieg auf 55,99 (Vormonat 53,27 Millionen und die der Wagenachfenkilometer auf 2018 (1922) Millionen. Die Gesamteinnahmen waren mit 260,03 (246,07) Millionen Mark um rund 14 Mill. Mark höher als im Vormonat und weisen gegenüber Juli 1932 ein Plus, von 6 Millionen Mark auf. Der Personen- und Gepäckverkehr brachte gegenüber JpNi eine Steigerung um 12 Millionen Mark, per» glichen mit dem Juliergebnis 1932 ergibt sich ein /geringer Einnahmerückgang von 2 Millionen Mark. Die Einnahmen aus dem Güterverkehr hielten sich auf der Höhe des Juniaufkommens, zeigen aber gegenüber dem Vorjahr eine Einnahmeverbefferung von 9 Millionen Mark. Auf der Ausgabenseite fielen für Betriebs- führung und Erhaltung und Erneuerung, sowie für die sonstigen fälligen Ausgabeoerpflichtungen 272,10 (278,37) Millionen Mark an. Die Mehrausgabe gegenüber der Monatseinnahme beläuft sich auf 12 Millionen Mark, die durch Steuergutscheine gedeckt sind. Durch Einstellung von Arbeitern in der Bahn- unterhaltung und in den Ausbesserungswerken, sowie durch Einschränkung der Zahl der Feierschichten erhöht sich der Personalbestand auf 615 367 (604 558) Köpfe. Belebung des Passagierverkehrs bei der Hapag. Als ein erfreuliches Zeichen wieder zunehmenden Verkehrs dürften Die Ziffern angefprodjcn werden, die die Passagier- und Schifsverkehrs-Sta- tistik der Hamburg-Amerika-Linie für die Monate Juli und August aufweist. Die Gesellschaft konnte während der beiden Monate in der regulären Li- nienschiffahrt, sowie für Vergnügungsreisen und Wochenend-Hochseefahrten 45 abfahrende und 49 ankommende Passagierfchiffe ihrer Flotte in Hamburg abfertigen. Die Zahl der mit der Harnburg- Amerika-Lime ausgereiften Passagiere belief sich auf 8 416 (mit 24 000 Gepäckstücken), wahrend 9 305 Pasiagiere (mit 23 000 Gepäckstücken) ankamen, insgesamt reiften also nahezu 18 000 Passagiere mit Hapag-Schiffen über Hamburg. Berücksichtigt man, daß auch die übrigen Hamburg bedienenden Schiffahrtsgesellschaften bettächtliche Pas- fagierzahlen zu verzeichnen hatten, so kommt man zu Ziffern, die wohl geeignet sind, die Bedeutung Hamburgs als Passagierhafen erneut in das rechte Licht zu rücken. Aus diesem für Hamburg erfreulichen Verkehr, zu dem sich noch die umfangreiche Passagierbesörderung des Hapag-Seebäder» dienstes gefeilt, ziehen nicht nur die Schiffahrtsgesellschaften felbft, sondern auch viele hamburgische Wirtschaftszweige Nutzen. Frankfurt schwach. Fr a n t f u r t a. M., 5. Sept. (WTB. Drahtmeldung.) Die Mittagsbörse eröffnete erneut in schwa» cher Haltung, da sich die Abgaben aus Publikums- kreisen in einigen Spezialwerten fortsetzten, denen bei der herrschenden Zurückhaltung der Kulisse und der allgemein bestehenden Unsicherheit wiederum fast keine Aufnahmeneigung gegenüberftanb, zumal aus der Wirtschaft keine anregenden Momente Vorlagen. Nachdem bereits an der Abendbörse durchschnittliche Verluste von 1 bis 1,5 v. H. eingetreten waren, stellten sich heute solche nochmals von 1 bis 2 v. H. im Durchschnitt ein, wobei die Umsatztätigkeit relativ lebhaft war. Stärker gedrückt waren erneut IG. mit minus 2 auf 113 v. H., Siemens mit minus 4 auf 128,50 v. H. und Scheideanstatt mit minus 4 auf 163 v. H., sowie Lahmeyer mit minus 3 auf 112 v. H. Schwach lagen ferner Montanaktien, besonders Buderus mit minus 3 v. H. und Gelsenkirchen mit minus 2 v. H. Niedriger setzten außerdem ein: Fetten mit minus 2,65 v. H., Schlickert mit minus 2 v. H., Rütgerswerke, Aku, Zellstoff Waldhof verloren bis zu 1,75 v. H. Höher waren nur Licht & Kraft mit plus 1,5 v. H., Reichsbank lagen mit 145,50 v. H. widerstandsfähig. Nachdem das Angebot nachgelassen hatte, zeigte sich auf der ermäßigten Basis etwas Kaufinteresse, wobei IG. 1,5 v. H. ihres Verlustes aufholen konnten und auch auf den übrigen Marktgebieten leichte Erholungen zu verzeichnen waren. Renten lagen zwar stimmungsmäßig ebenfalls schwächer, doch hielten sich die Rückgänge in engen Grenzen. So gaben Alt- und Neubesitz je 0,13 v. H. nach, späte Reichsschuldbuchforderungen mit minus 0,75 v. H. und Stahloereinbonds mit minus 1,25 o. H. waren allerdings mehr gedrückt. Am P f a n d b r i e f m a r k t lag stärkeres Angebot vor, so daß Goldpfandbriefe bis 0,75 v. $)., ßiquibationspfanbbriefe überwiegend bis 0,50 v. H., Kommunalobligationen bis zu 1 v. H. verloren. Staats- und Stadtanleihen waren nur wenig niedriger, Ausländer lagen still. Im Verlaufe bröckelten IG. wieder auf den Anfangskurs ab, doch lag kein nennenswertes Angebot mehr vor. Bei den übrigen Werten blieben die nach den ersten Kursen eingetretenen Erholungen ebenfalls nicht immer voll behauptet. Recht schwach tarnen noch Deutsche Linoleum mit minus 4,80 v. H. und .Rheinische Elektro-Mannheim mit minus 3 v. H. zur Notiz. Deutsche Anleihen waren dagegen im Verlaufe etwas befestigt, die Amnestieanleihe zog um 1 auf 101 o. H. an, späte Reichsschuldbuchforderungen waren unerholt. Tagesgeld war zu 3 v. H. weiter etwas leichter. Itinöermorff in Gießen. Auf dem heutigen Rinder-(Nutzvieh-)Markt in Gießen ständen 594 Stück Großvieh, 137 Fresser und 187 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: a) Milch» kühe oder hochtragende Kühe: 1. Qualität 320 bis 380 Mk., 2. Qualität 180 bis 240, 3. Qualität 110 bis 150; b) Schlachtkühe: 1. 130 bis 260, 2. 40 bis 100; c) Rinder, 14- bis Xjäfjrig 50 bis 110, X- bis 2jährig 60 bis 150, tragend 170 bis 320 Mark; d) Kälber, das Pfund Lebendgewicht 20 bis 30 Pf. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktverlauf: ruhig, geräumt Dr. phil. Franz Paul Mittermaier, läßt an dem Beispiel der älteren Geschichte des Freigerichtes Kaichen südöstlich von Friedberg die Wichtigkeit von Untersuchungen über die räumliche Gestattung Qberhessens, namenllich der in früheren Jahrhunderten so überaus zersplitterten Wetterau deutlich werden. Darüber hinaus aber lenkt er die Aufmerksamkeit des Lesers noch auf einen anderen Zusammenhang. Aus der Vorbemerkung wird ersichtlich, daß er auf Anregungen zurückgeht, die der Verfasser in der historischen Abteilung der Anstalt für hessische Landesforschung an der Gießener Universität empfangen hat. Der Leiter dieser Abteilung, Prof. Dr. Theodor M a y - e r, ist ebenso wie eine Anzahl anderer Universitätsprofessoren gleichzeitig Vorstandsmitglied des „Qberhessischen Geschichtsvereins"; dadurch ist eine enge Zuasmmenarbeit der Universität und des Geschichtsvereins gewährleistet, die beiden Teilen nur forderlich fein kann. Ein dritter Auffatz über „Landgraf Philipps Glaubenswechfel und Ehefchließun 1693" aus der Feder des bekannten vor einigen Jahren verstorbenen Geschichtsschreibers der Deutschen in Rom, Dr. Friedrich N o a ck , behandelt einen kleinen Ausschnitt aus der Geschichte des Herrscherhauses, dessen Geschicke durch Jahrhunderte auf Gedeih und Verderb mit denjenigen unseres Hessenlandes verbunden waren. Es sind wahrlich keine unbedeutenden Aufgaben, die der „Oberhessische Gefchichtsoerein" auf den soeben kurz gekennzeichneten Gebieten im Verein mit der historischen Abteilung der „Anstatt für hessische Landesforschung" und dem „Historischen Seminar" der Universität zu leisten hat. Steht eine den heutigen Anforderungen genügende oberhessische Geschichtsforschung doch noch ganz in den Anfängen. Was der Verein feit feiner Begründung durch den Universitätsprofessor Dr. Karl Gareis im Jahre 1878 im einzelnen für Qberhessen geleistet hat, kann hier infolge der Beschränktheit des zur Verfügung stehenden Raumes nicht ausgeführt werden. Es sei dasür auf meine Zusammenstellung am Schlüsse des Jubiläumsbandes der „Mitteilungen" 28 von 1928 verwiesen. Nur eines bedarf noch kurz der Erwähnung, weil cs den „Qberhessischen Geschichtsoerein" für die Stadt Gießen und ihre Universität besonders wertvoll macht: Es ist wohl kein Zufall, daß der Direktor der Unioerfitäts-Biblio- t h e k, Prof. Dr. Karl Ebel, gleichzeitig Vor- sitzender des Geschichtsvereins ist. Dies kennzeichnet deutlich die enge Verbindung beider Anstalten. In der Tat ist der Geschichtsverein gerade in der heutigen Zeit, wo die Sachausgaben des Staates überall auf das Aeußerfte beschränkt werden müssen, für die Bibliothek unentbehrlich. Indem er ihr die sämtlichen Tauschstücke seiner Vereinszeitschrift überweist, ermöglich er ihr die Beschaffung von mehr als 300 deutschen und ausländischen geschichtlichen Heimatzeitschriften auf dem Tauschwege, die sonst für Gießen unerreichbar wären. Dies hat um so größere Bedeutung, als hierdurch allein in einer Zeit, in der eine geregelte Bücherbeschaffung kaum möglich ist, die geschichtliche Abteilung der Bibliothek als brauchbare^ Werkzeug - der Heimatsorschung erhalten men)eit kann. im Vergleich zu anderen Mietwohnungen stand. Um eine bessere Benutzung und damit eine größere Rentabilität der Gemeindebadeanstalt zu erreichen, wurden die Preise wie folgt festgefetzt: für ein Wannenbad 30 Pfg. (seither 40 Vsg.), für em Wannenbad im Abonnement 25 Pfg. (seither 30 Psg.), für ein Brausebad für Erwachsene 15 Pfg. (bleibt unverändert), für ein Brausebad für Kinder 10 Pfg. (seither 15 Pfg.). Ferner wurde mit Rücksicht auf die schon seit Jahren in der Landwirtschaft herrschenden schlechten Verhältnisse das Sprunggeld für Rindvieh ab 1. Januar 1934 auf 2 Mk. herabgesetzt. Dieser Beschluß dürfte manche Landwirte, die in den letzten Jahren dazu übergegangen waren, eigne Bullen zu hatten, bewegen, diese wieder abzuschaffen. Belebung im oberhessischen Erzbergbau. r Lardenbach, 4. Sept. Seit dem 1. Juni dieses Jahres ist die Grube „Maximus" bei Lardenbach (Gewerkschaft Luise, Nieder-Qhmen) wieder in Betrieb, nachdem sie beinahe 2'/» Jahre stillgelegen hatte. Zur Zeit sind dort annähernd 70 Bergarbeiter aus den umliegenden Orten des ch ä f t i g t. In zwei Tagebaus wird gearbeitet und die erzhaltige Erde mit Drahtseilbahnen zur „Wäsche" bei Weickartshain befördert. Täglich werden 120 bis 130 Tonnen Reinerz verladen. In Weickartshain ist die kleinere Grube „Deutschland" mit etwa 14 Mann in Betrieb, die aber bald ausgebeutet ist. Wie verlautet, soll nach Stillegung dieser Grube Blut und Boden formen ein Volk. So oder ähn- i llch sagt einmal August ©innig. Und auch der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Walter D a r r € hat diese Zusammenhänge immer wieder betont; ihren bedeutsamsten Ausdruck fanden sie jedoch in dem von der preußischen Regierung kürzlich geschaffenen bäuerlichen Erbhofrecht. Damit rücken zwei Begriffe von entscheidender Wichtigkeit in den Mittelpunkt der Betrachtung, der Begriff Heimat und der Begriff Raffe. Zugleich aber verbindet sich mit ihnen noch ein Drittes, der Begriff des Werdens, der Entwicklung, der Geschichte. Denn erst das gemeinsame Erleben, die gleiche Sprache, die gemeinsam getragenen Freuden und Nöte, die Gemeinsamkeit des Denkens und Empfindens lassen uns unsere Zusammengehörigkeit voll zum Bewußtsein kommen. Diese Erkenntnis ist es denn auch, die die neue Staatsführung veranlaßt hat, den schon seit langem vorhandenen Bestrebungen zur Förderung des Heimatgedankens und der Erforschung unserer Heimat- g e s ch i ch t e ihre besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Auch in unserer engeren hessischen Heimat hat Ministerialrat Ringshausen schon vor Monaten zur Bildung eines Heimatbundes aufgerufen, der alle diese Bestrebungen unter einheitlicher Füh- rung zusammenfassen soll. Die örtlichen Ge- schichts- und Altertumsvereine werden in ihm als Träger der Erforschung der Heimatgeschichte einen bedeutsamen Platz einnehmen. Es ist daher sicherlich von Wert, wenn hier einmal darauf hingewiesen wird, was in dieser Richtung in Gießen bereits geschehen ist und noch geschehen muß. Besteht doch schon seit mehr als einem halben Jahrhundert der „Ober- hessische Geschichtsoerein", der sich 'n seinen „Mitteilungen" ein wertvolles Werkzeug ^ur Veröffentlichung und Verbreitung der geschichtlichen Forschungsergebnisse aus seinem Arbeitsgebiet — Oberhessen für sich und im Rahmen der hessischen Geschichte — geschaffen hat. Es fei nur an die Arbeit des früheren Direktors unserer Universitäts- Bibliothek, Geheimrats Haupt, über „Äarl Fallen und die Gießener Schwarzen" in Bd. 15 von 1907, der Festschrift zur dritten Jahrhundertfeier der Universität, erinnert, und an Aufsätze, wie die von Hermann K a l b f u ß über Schiffenberg in Bd. 17 und 18, sowie van Fritz B e y h o f f über Gießen im 30jährigen Kriege in Bd. 22 und 23, die sicherlich nirgends einen geeigneteren Platz hätten finden können, als gerade hier. Erst der letzte, in diesem Jahr erschienene 31. Band, der gleichzeitig als Festschrift zur diesjährigen Tagung des Verbandes der Hessischen Geschichts- und Altertumsoereine überreizt werden kannte, bringt wieder eine Reihe von Aufsätzen, die für die verschiedenen Aufgabenkreise des „Oberhessischen Geschichtsvereins" kennzeichnend find. An erster Stelle steht ein Vortrag des ordentlichen Professors für alte Geschichte an unserer Universität, Dr. Fritz Taeger, über „das römische Germanien und die Reichspolitik", der in uns die Erinnerung an die leider noch immer viel zu wenig beachteten monumentalen Reste einer bedeutsamen Vergangenheit unserer oberhessischen Heimat wachruft. Der zweite Aufsatz, „Studien zur Territorial- geschichte der südlichen Wetterau", eine Arbeit von Hohensolms, 5. Sept. Gestern gegen 21 Uhr war der Gendarmerie-Oberwachtmeister H i r s ch m a n n mit dem Reinigen seiner P i st o 1 e beschäftigt, da er heute zum Schießen und Appell wollte. Bei dieser Tätigkeit entlud s i ch e i n S ch u ß , der den bedauernswerten Mann in den Bauch traf. Oberwachtmeister Hörne» oius, der Hirschmann besucht hatte und gerade das Haus verlassen wollte, hörte den Schuß, ging zurück und sah das Unglück. Er holte schleunigst Den Arzt, bevor man aber mit einem Transportauto kommen konnte, war Hirschmann seinen bis 35, Brombeeren 25, Preißelbeeren 30, Birnen 10 bis 25, Zwetschen 12 bis 15, Mirabellen 12 bis 15, Reineklauden 12, junge Hahne 80 Suppenhühner 70 bis 80: Tauben, das Stuck 40 bis 50, Blumenkohl 5 bis 35, Salat 8 bis 10, Salatgur en 5 bis 25, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 7 bis 15, Ober-Kohlrabi 5 bis 8, Lauch 5, Rettich 5 bis 15* Sellerie 5 bis 25; Radieschen, Bündel 10 Pf. AS.-Lehrerbunt)/ Bezirk Gießen. Am kommenden Donnerstag, 7. September um 17 Uhr findet im Singfacll des Realgymnasiums die nächste Singstunde des Mannerchors für Oie- feen und die nächste Umgebung statt. Man ermattet die Mitwirkung noch weiterer Mitglieder in diesem Ehor. Anmeldungen sind an Lehrer Diet- rich-Gießen, Goetheschule, zu richten. Bornotizen. — lagestalenber für Dienstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Brennendes Geheimnis" mit Willi Forst. * Für d i e Bühne verpflichtet. Fräulein Luise Decker, die den Sommer über bei der NS -Kampfbühne tätig war, wurde für die kommende Spielzeit als Sängerin und Schauspielerin an das Stadttheater Heilbronn verpflichtet. ♦* Rückständige Elektrizitäts- und Gasgelder aus dem Monat Juli können noch bis zum 15. September ohne Kosten bezahlt werden. Wer diesen Termin nicht beachtet, muß mit Unannehmlichkeiten rechnen. Auf die heutige Bekanntmachung der Werkdirektion sei besonders hin- gewiesen. freundliche und gastliche Aufnahme fuhren die Insassen der beiden Autobusie ab und luden zum Gegenbesuch in Offenthal ein. Jedenfalls hatten sie auch einen Eindruck davon bekommen, wie schön die atte Heimat ihres jungen Geistlichen ist und daß sich unser Oberhessen auch sehen lassen kann in dem Kranze schöner Heimatbilder. Kreis Schotten. — Schotten, 4. Sept. Zur Bekämpfung der K r 0 p f b i l b u n g , bie sich in unserer Ge- birgslanbschaft stark bemerkbar macht, sollen auch in biesem Jahre wieder allgemein in den Schulen des Kreises Iodtabletten verabreicht werden. Die Verteilung erfolgt durch die Klassenlehrer. Der Unfoftenbeitrag beträgt pro Kind nur 15 Pfennig. Im Hinblick auf die Auswirkungen und Gefahren des Kropfes kann diese vorbeugende Maßnahme von allen Ettern nur begrüßt werden. > Oder-Schmitten, 4. Sept. Der hiesige Männergesangverein unternahm am gestrigen Sonntag in sechzigsitzigem Autobus eine Sängerfahrt in den Spessart. Nack eingehender Besichtigung des Bades' Orb und der Ferienheime auf der Wegfcheide überquerte man die Höhen des Nachbargebirges, um Land und Leute kennenzulernen und Vergleiche mit der heimischen Landschaft anzustellen. In dem reizend im Maintale gelegenen Städtchen Lohr mit seinen uralten Fachwerkbauten und anheimelnden Winkeln und Gäßchen hielt man sich länger auf, um dann mainabwärts über Aschaffenburg und eine neue Grube bei Freienfeen eröffnet werden, bei der dann auch noch mehr Leute eingestellt werden sollen. Die Grube bei Stockhausen ist gänzlich ausgebeutet, so daß eine Inbetriebnahme sich nicht mehr lohnt. Landkreis (Sietzen. CO Klein-Linden, 4. Sept. Dieser Tage fand eine Besprechung des Denkmalsaus- schusses unserer Gemeinde statt. Nach reiflicher Aussprache wurde beschlosien, daß mit der Errich- tung eines Denkmals für unsere Gefallenen im Weltkrieg demnächst begonnen werden soll. Das Denkmal soll vor dem Kircheneingang errichtet werden. Die Pläne wurden von dem Denkmalsausschuß genehmigt. Die Mittel werden aus dem zu diesem Zwecke angesammelten Denkmalfonds entnommen. ? Reiskirchen, 4. Sept. Am Samstagabend fand hier die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr statt, zu der sich eine größere Anzahl Einwohner eingefunden hatte. Bürgermeister Launspach konnte in feiner Begrüßungsansprache, in der er das Wesen und die Bedeutung einer Freiwilligen Feuerwehr barlegte, die maßgeblichen Herren des Feuerwehrwesens, Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier, Branddirektor Braubach, den Vorsitzenden des Kreisverbandes der Freiwilligen Feuerwehren im Kreis Gießen, Brandinfpektor Wenzel u. a. begrüßen. Anschließend sprach Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier über die Notwendigkeit der Freiwilligen Wehren, in denen restlos der Richtsatz: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" verwirklicht werde. Er forderte die Anwesenden auf, sich der Wehr anzuschließen. Als 1. Kommandanten ernannte er den Führer der Pflichtfeuerwehr, Elektromeifter Hch. Damm I., der dann feine Mitarbeiter bestimmte. Da in seiner politischen Zusammensetzung der Vorstand aleichgeschattet ist, konnte dieser genehmigt werden. Branddirektor Braubach hob in seiner Ansprache die Pflicht des Feuerwehrmannes hervor. Seine Rede klang aus in einem dreifachen „Wehr-Heil" auf unsere beiden großen Führer. Nachdem der offizielle Gründungsakt beendet war, verbrachte man den Abend in echt kameradschaftlicher Weise. * Ettingshausen, 4. Sept. Einen schönen Sonntag durfte gestern unsere Gemeinde erleben. Unter Führung ihres Pfarrers Friedel Nies waren der Kirchengesangverein Offenthal, Kreis Offenbach, und der Fuß- b a 11 d e r e i n von dort unsere Gäste. Am Vormittag predigte Pfarrverwalter Nies in dem überfüllten Gottesdienst, der durch vier Chöre des Offenthaler Vereins verschönt wurde, die Zeugnis ablegten von dem großen Können der Sänger und der guten Arbeit des Dirigenten. Am Nachmittag versammelten sich die Gemeinde und ihre Gäste auf unserem schönen Waldsportplatz. Dort sand ein Spiel der beiden Fußballvereine statt, das schön ausgetragen, mit einem einwandfreien Sieg des Gastvereins endete. Auch bei dieser Gelegenheit erfreuten die Offenthaler Sänger durch Vortrag schöner Heimatlieder. Nur zu schnell verstrichen die Stunden, und unsere Gäste mußten scheiden, obwohl manche noch gern den Abschied hinausgerückt hätten. Mit herzlichem Lebewohl und Dank für die Eintritt verboten! Bissige Hunde! Rauchen verboten! Achtung! Dacharbeit! Vor Taschendieben wird gewarnt! Fahrftuhl außer Betrieb! Sie fahren diese Straße auf eigene Gefahr! Necken und Füttern verboten! Keine Haftung für Garderobe! Barten verboten! efperrt! Umleitung! Wegen Uebersüllung gesperrt! Besetzt! Puck. Mitteln aufgeschobene Renovierung Rathauses. Dieser Tage wurden die 23i und Dachdeckerarbeiten fertiggeftellt. aupM n bienen! In bet Gattin wählt'der !Uch bie Mutter feiner Kinder! lind Mensch in der Wahl seiner Eltern • 'm, hier in der Wahl bet Mutter Kinder ift florfitfjt nicht nur mög- rd jur unabweisbaren Pflicht dem chlecht gegenüber! Wer immer von ten darf, woijlgeboren ju fein an , der hat kein Recht, seine Kinder sinn der Gesaht des Uebelyboten- Darum ist bie Tattenwaht eine ilegenheit, bie keineswegs erledigt ellung bes gegenseitigen Bankgul- ück bes eigenen Lebens Hanoi da- deihen bet tommenben Geschlechter bet Rasse. er Wochenmarttpreisc. 5 Sept. Aus dem heutigen Wochen- ßanbbuttcr, das Psund 1,30JM 25 Pf., Käse, das Stuck 4 bis 0, e) 10, Wirsing (grün), bas Wjnb O, Kotkraut 12, Selbe Ruben 10, Rote not 15, Römischkohl 8, Wen (grün ,is 20, MiMmuse p, lomün 5 )ein 7 bis 10, Kürbis 6, Sanoffein tn.r 0 30 bis 250 Mk., Fruhapsel, Ä * Zett unb Tisch warten. 3eitfd)riften. ■'ÄS&Ä“ Z fit. WO» 6- Preis iwgJOTj. Berlin- Hugo ®ennultter Staat ein )ie AusfaMS^E ber Ratut sm ?isÄ"sta?; Ares-iS sBß-SS iSsS’S'S'SS Änw ®il,r,nbne«K« 3*« 82",/der tz ube^ chnil, ubtt L Hanau den Heimweg anzutrcten. Zahlreiche j Autos, vom Nürnberger Parteitag kommend, bc- fanden sich auf gleichem Wege bereits auf der ist ft, ”en 3tnr ^Utrni^N- '/Ott ißelt. MW mb. begrub bieüber- vin Waaen . Kur u,-?, Wim Schmiß belÄe «be o0n bem ®'«boben. Wen geheuert ' BäM Sdimiöt ®,?u|,lur ■m ®Diler S„ , l6,n59tl«lirlil» bl= nur dich,,7 W Sie ÄpÄ ÄÄ» äs? Vo ksaus larung und Propaganda Wirkung seinen Namen in” Wn Modemstituts ist Dr. Hans ■®°dSi 7°^-. e»e T ysch» P; de'U&^c6 „^o >**«*»***SSii an ae Neuen Bäue 27 Nachdruck verboten! Kapitel. Das Wunder der Magussi Weiser Vornan von Fr. Lehne. Urheberschutz durch C. Ackermann, Stuttgart. „Sie, Baron?• rief sie überrascht, „welcher Wind hat Sie hierher verschlagen?" Ihr kleiner Unmut über den fremden, wenig willkommenen Besucher war ehrlicher Freude gewichen, — sah sie in ihm doch ein Stück Heimat wieder, und herzlich streckte sie ihm beide Hande zur Begrüßung entgegen, die er wie eine große Kostbarkeit faßte und an seine Lippen führte. Der Südwind, meine Gnädigste!" beantwortete er 'ihre Frage, sie mit seinen hübschen, dunklen Augen glücklich ansehend, — „ich will nach dem Bodensee! — Schwer war es aber, m dieses Heiligtum zu dringen! Himmel, welche Ueberredung hat es gekostet, Ihren Zerberus, der übrigens ein reizender, kleiner, energischer Kerl ist, gefügig zu machen. Es ist mir aber doch gelungen.' „Immer noch der Alte, Baron?' Lächelnd erwiderte er ihren Blick. Ja Gnädigste. Ich kann leider nicht aus meiner Haut heraus, so oft ich es schon versucht habe/ seufzte er drollig. Warum sehnen Sie sich nach einer andern? Sie wäre Ihnen gar nicht angepaßt und druckte Sie überall! Sie fühlte sich in dem Zwang gar nicht wohl. Die wir tragen, hat uns der Herrgott angemessen. Man muß seiner Natur folgen und darf sie nicht einengen —" „Wie Sie es getan haben, Frau Magussi! „Ja, wie ich es getan habe," nickte sie. Forschend ruhten seine Augen auf ihrem wieder ernster gewordenen schönen Gesicht, auf dem ein leiser Zug von Schwermut lag. „Gegen fünf Jahre haben wir uns nicht gesehen. Frau Magussi — gelt, ich darf doch so sagen? Und allerlei hat sich ereignet in dieser Zeit." „Ja, Baron, es waren inhaltsreiche Jahre. „Was wissen Sie von meinen Eltern?" fragte sie leise nach einer kleinen Pause. „Gesundheitlich geht es den Herrschaften aut, wirtschaftlich gleichfalls. Die Fabrik blüht und gedeiht unter der umsichtigen, tüchtigen Leitung der beiden Herren. Der Herr Kommerzienrat ist noch steinerner und unnahbarer geworden — und die Frau Kommerzienrat hat schneeweißes Haar, das ihr sehr gut steht!" Magussi seufzte leise und senkte den Kopf. Tränen standen in ihren Augen. Kurt von Langen nahm ihre Hand und strich zart darüber hin. Sie ließ es geschehen in der Erinnerung an das Elternhaus. „Von der Mama soll ich Ihnen einen recht herzlichen Gruß bestellen!" sagte er, sie mit ganz eigenem Blick ansehend. Wie elektrisiert fuhr sie zusammen. — „Baron!" Er nickte. — „Ja, Frau Magussi! Wir beide, die Mama und ich, sprechen nämlich von Ihnen — I ganz heimlich, — ich bin der einzige! — Niemand > sonst wagt nach Ihnen zu fragen — Sie wissen ja —" „Ja, Baron! Der Herr Kommerzienrat Bunte hat ja deutlich genug erklärt, daß er keine Tochter mehr habe — und den Gewaltigen fürchtet die ganze Stadt", versetzte sie bitter, „so gut der Papa sonst ist: Widerspruch und seinem Willen entgegenhandeln, verzeiht er durchaus nicht." „Verraten will ich Ihnen, Frau Magussi, daß die Mama im geheimen sehr stolz ist, daß die berühmte Sängerin Waldhof ihre Tochter ist. Ihre mit Dollars gesegnete Amerikafahrt haben Sie ja auch bereits hinter sich. Man hat von Ihren unerhörten Erfolgen im Winter gelesen und Ihr Bild in allen Zeitschriften gesehen." Sie lächelte ihr kindliches Lächeln. „Das muß man mit in Kauf nehmen, leider! Obwohl die Kunst mit Reklame nichts gemeinsam haben dürfte, — sie soll durch sich selbst wirken. Ich wäre wahrhaftig noch nicht nach Amerika gegangen, doch der plötzliche Tod meiner edlen Gönnerin, der Fürstin Waldenau, hatte mich sehr erschüttert: dazu kam noch etwas anderes, so daß ich mich schließlich doch zu der Amerikafahrt entschloß." „Darf ich fragen, wie Sie auf den Namen ,Wald- hof' gekommen sind?" „Durch die Fürstin Waldenau! Sie hatte einen entzückenden kleinen Besitz am Chiemsee, der so hieß, und den gleichen Namen empfahl sie mir als Bühnennamen, da ich mit Rücksicht auf meine Angehörigen mich anders nennen wollte. Der gütigen Frau habe ich viel zu verdanken. In der ersten schlimmen Zeit, als meine Familie sich von mir als einer Schwerverbrecherin losgesagt, war sie mir Mutter und unterützte mich in jeder Hinsicht, auch mit Geld, bis ich meine erste Gage bezog. Sie ir= innern sich sicher noch all der Unerfreulichkeiten, die sich an mein erstes Auftreten in meiner Vaterstadt knüpften!" „Die aber glücklicherweise längst hinter Ihnen liegen, Frau Magussi! Die Aufregungen in Ihrer Familie waren im Grunde so unnötig. Jeder l-e- wunderte Ihre außerordentliche Künstlerschaft, und die große Mehrheit der Gesellschaft — bis auf kleine Kläffer und Neider — war ganz auf Ihrer Seite! — Wie hat man dem Herrn Kommerzienrat von allen Seiten zugesetzt — doch vergebens!" „Papas Eisenkopf!" Lächelnd sah er sie an. „Frau Magussi, ein gut Teil davon haben Sie auch geerbt bei all Ihrer blonden Sanftheit." „Ich will es nicht abstreiten, Baron! Das hat mich auch mein Ziel erreichen lassen. Denn leicht war es nicht. Man stellt sich alles doch rosiger und „Gnädige Frau, es ist Besuch da!" sagte das Mädchen schüchtern. „Wer?" „Ein Herr! Er wartet im Empfangszimmer! Eine Karte hat er mir nicht gegeben!" „Und dennoch haben Sie ihm Eintritt gewährt?" Die feingezeichneten Brauen der schönen, blonden Frau zogen sich unwillig zusammen, als sie in verweisendem Tone sagte: „Sie wissen doch, Emmy, daß ich keine Freundin von fremden Besuchern bin! — Wohin soll das führen? Ich hätte ja den ganzen Tag das Haus voller Besucher! Wenn ich von der Probe komme, will ich ruhen und keine gleichgültige Unterhaltung führen!" „Alles das habe ich dem Herrn gesagt", entschuldigte sich das hübsche, sehr saubere, nette Stubenmädchen, indem es der Herrin beim Ablegen behilflich war, „er ließ sich jedoch nicht abweisen: er bat so dringend, mit ihm- eine Ausnahme zu machen, sprach von einer besonderen Angelegenheit, die ihn hergeführt, daß ich nicht anders konnte." Wohlweislich verschwieg sie jedoch, daß es seine Bitte mit einem sehr gewichtigen Händedruck unterstützte. Sie begriff überhaupt nicht recht, warum sich ihre Herrin so streng von jedem Besuch abschloß. Das war wirklich nicht nötig. Wenn man eine so schöne und berühmte Künstlerin war, hatte man auch Verpflichtungen gegen seine Mitmenschen, die einen sehen wollten. Die Dame betrat das Empfangszimmer, in das durch das breite, offene Fenster die Frühlingsonne voll hereinflutete. Große, mächtige Flieder- träuße, die auf der Verkleidung des Heizkörpers tanden, durchdufteten den Raum, der nur sehr pärlich mit Möbeln eingerichtet war — ein paar bequeme Sessel in verschiedener Form und Größe, ein kleines Tischchen und in der Mitte ein herrlicher Jbachflügel. Der Herr, der am Fenster stand und auf die Straße hinausblickte, wandte sich bei ihrem Eintritt schnell um. „Meine liebe gnädige Frau —* _______ anders vor. Das Glück kam mir auch zu Hilfe." „Sagen Sie doch lieber Ihr Können und Ihre Tüchtigkeit, — Ihr Auftreten in Leipzig war ein Bombenerfolg!" „Es traf sich für mich günstig, daß ich durch die plötzliche schwere Erkrankung der Jugendlich-Dramatischen dort im Stadttheater einspringen konnte —" und begannen damit den Aufstieg zur Höhe? Oh, ich habe alles genau verfolgt — mit der Mama! Jede Zeitung, in der ich von Ihnen las, habe ich ihr zugetragen. Und nun find Sie hier in München gelandet. Ich hoffe sehr, daß Ihre Eltern, die Mama bestimmt, den Sommeraufenthalt in Oberbayern nehmen werden und dann — die Festspiele —" „Baron!" Magussi umklammerte in der Aufregung seinen Arm — was ließ er da durchblicken, welchen Lichtstrahl! Ach, schwer litt sie, trotz aller Triumphe, unter der Entfernung vom Elternhause! Wenn sie vielleicht auch kaum auf Versöhnung mit dem Vater rechnen durfte, doch mit der Mutter, der lieben, — da hatte sie die Hoffnung nicht aufgegeben! „Ja, Frau Magussi, ich habe tüchtig vorgearbeitet und betrachte mich gewissermaßen als Schrittmacher", sagte er leicht gerührt, als er ihre Freude bemerkte. „Wie soll ich Ihnen das danken, Baron!" Sie preßte die schmalen, weißen Hände, die von je sein Entzücken gewesen, auf die Brust und sah ihn mit einem so sprechenden Blick der schönen Augen an; daß es ihm ganz eigen ums Herz wurde. Seine stille Verehrung hatte ja immer ihr gegolten. Wie schön sie war — und immer noch schwebte der Reiz einer holden Mädchenhaftigkeit um diese entzückende Frau. „Ach, lieber Freund, die Mutter wiedersehen! — Welches Glück, das Sie mir da zeigen." Tränen schwangen in ihrer weichen, wunderschönen Stimme. „Sie sehen, ich fange wenigstens an, mich zu einem nützlichen Mitglied der menschlichen Gesellschaft zu entwickeln", sagte er scherzend, eine ihm unbequeme Rührung damit abwehren wollend. „Und was tun Sie sonst?" „Noch nichts anderes, als Sie bereits wissen; immer bestrebt, dem Leben die heiterste Seite abzugewinnen! Der unverbesserliche Taugenichts! Und in Katzenjammerszeiten baue ich Kohl und betätige mich landwirtschaftlich sehr heftig — zur beginnenden Zufriedenheit meines Bruders." „Warum heiraten Sie nicht Baron?" Da Magussi keinen Rng an seinen Fingern entdeckt, glaubte sie diese Frage stellen zu dürfen. (Fortsetzung folgt.) 28. Fortsetzung. 18. GlMelMtkil | Bekanntmachung . — TV.. u c-rr: - m ..„s. Die bereits fälligen Strom- und Gas- Verloren! lwld. Armbanduhr auf dem Bulterweg zw. Gieß.-Annerod (Engelhardt). Abzugeben geg. Belohn, auf dem Fundbüro (Polizeiamt). ei8?v gelber im Stadt- und Ueberlandgebiet für den Monat Juli 1933 können noch bis zum 15. d. ITC. ohne Kosten bezahlt werden. Bei Nichtzahlung bis zu diesem Termin erfolgt Beitreibung und Sperre auf Kosten des Abnehmers. 5495D Gießen, den 4. September 1933. Direktion der Elektrizitätswerke, Ue&erlanöanlage und Straßenbahn, sowie des Gas- und Wasserwerks der Stadt Gießen. ©tolle. mit Obslbäumen u. Gartenhütte zu verpachten. 05191 Hindenbargwall 14,1. 5492D Stolte. Bekanntmachung. Am Mittwoch, dem 6. September 1933, vormittags 11 Uhr, werden im Hofe des Stgh^'chen Gas- und Wasserwerks zirka 6 Zentner Einmachbirnen öffentlia' gegen Barzahlung versteigert. Gießen, den 4. September 1933. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Brosche (Altertum) Samstagabend verloren. Gegen Belohnung abzugeben 05183 Rregelvfad 32,1. Zugelaufen grauer Svib (schm. Schnauze), abzuhol. oiisoKaplansgasseZSp Wnb Feierliche ßinf heute morgen zu fr Schimmer des neuen Horizont im Osten — Schrille der SA.-Kot unserer Stadt. Die SA Tagen van Nürnberg te, vor den einzelnen Stur marinierte dann in gescht 2anbgrai=$l)ilippWi01 bei Sturmbannes Manches Zensier öffnete s bw MÄem, nahmen di ftuisinÄ AuMung. Du sich schon emgesunden. ' Sturmbann 11 denMorsi! wurde er bereits von eir fterter Anhänger begle’ zog die SA. durch die Es galt, die Jlümb abzuholen, das Selb’ 116 vom Mm ver zubringen und den herzlichen En der ihnen in Anbetrach den die Tage in Nürn vielen Hausern wehte, die Farben Schwarz-n erneut kund, daß sie si Sache des nationalsozil engste verbunden fühlt der Liebigstraße bis vielen hohen Masten di n? ,nn?er fischen Mc Jun Bahnhof ongeko 'Hatten wieder in gesch ! 5 Dßl DO d Kameraden bringen I W ein Sonöerzug SA-Kameraden aus Machte, welche die ft Nehmen Sie zum Aufwaschen. Spülen. 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September verschied im Alter von 50 Jahren an den Folgen eines im Dienst der Schule erlittenen UnglücksfaUes unser Amtsgenosse und Lehrer Herr Stiidienrat Dr. Wilhelm Schraub Seit 1923 hat er an unserer Schule mit vorbildlicher Hingabe an seinen Beruf gewirkt. Der Grundzug seines Wesens war selbstverständliche Pflichterfüllung und Treue. Die Schüler schätzten seine bestimmte Freundlichkeit und seine unbedingte Gerechtigkeit. Die Lehrer danken ihm seine stete warmherzige Hilfsbereitschaft in allen menschlichen und beruflichen Dingen. Ein Mann von kerndeutscher Gesinnung und Pflichttreue ist mit ihm dahin gegangen. Sein Andenken wird bei uns lebendig und fruchtbar bleiben. Für den Lehrkörper and die Schüler der Oberrealschule Hieben, Leonhardt, Oberstudiendirektor. Die Erd- u. Beton- arb eiten für eine Wegüberführung in km!46,585d Strecke Kassel Frankfurt/M. sollenoergebenwer- den. rd. 4000 m8 Erdbewegung „ 500 „ Beton Ziehung bestimmt am 8.Sept. 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Der Vorbeimarsch der Motorstürme an dem Führer. Idee fielen, grüßt bei der Totenehrung über die vielen Tausenden Neue kommissarische Beigeordnete. Das Personalamt des Hessischen Staatsministe riums gibt bekannt: Die nachstehenden Beigeordneten wurden kommis sarisch in ihr Amt eingesetzt: Alsfeld: Kaufmann Vierheller an Stelle de- freiwillig zurückgetretenen 2. Beigeordneten Vogelcy — Rechtsanwalt Vogt an Stelle des freiwillig zu rückgetretenen 1. Beigeordneten Weitz. Wahlen: Zimmermeister Wilhelm Johann ai Stelle des Beigeordneten Franz Fischer. Mrnbergfahrer kehren zurück... Feierliche Einbringung des verliehenen Feldzeichens der Standarte 116. Im Laufe des Tages hatte man noch manche Gelegenheit, die Nürnbergfahrer von ihren Erlebnissen erzählen zu hören. Sie sprachen in begeisterten Worte von den Tage in Nürnberg, vom Führer 8. Evangelischer Beamtentag in Frankfurt. Der 8. Verbandstag des Verbandes Deutscher Evangelischer Veamten- v e r e i n e , der am 2. und 3. September in Frankfurt a. 1 stattfand, stand unter dem Leitwort: „Der evangelische Beamte im Dritten R e i ch." Zu der Tagung, der ein Degrüßungsabend, veranstaltet von der Ortsgruppe Frankfurt, vorausging. hatten sich aus dem ganzen Reich zahlreiche Vertreter eingefunden. Die eigentliche Tagung begann mit einer Sitzung des Verbandsvorstandes am Sonntagvormittag. 2n der Dertreterversamm- lung am Rachmittag wurden wichtige Beschlüsse hinsichtlich des Lim- und Ausbaues der Organisation gefaßt und die Leitung des Verbandes nach dem Führerprinzip durchgesührt. Zum Führer wurde der bisherige Derbandsvorsihende, Lic. v. d. Heydt- Koblenz, durch einstimmigen Zuruf ernannt. Der Verbandsvorsihende dankte für das ihm gezeigte Vertrauen, verlas die an den Herrn Reichspräsidenten v. Hindenburg, an den Führer Adolf Hitler und an den preußischen Landesbischof M ü l l er gesandten Gruß-Telegramme und beschloß die Vertreterversammlung mit dem Gesang des Deutschland- und Horst- Wessel-Liedes. Am Abend fand eine öffentliche Kundgebung in der Paulskirche statt, bei der Amtsbaurat C h r i st - Frankfurt a. QIL, der 1.Derbandsvorsihende, Lic. v. d. Heydt- Koblenz und Generalsekretär Riedel zu Worte kamen. Die Ausführungen der Redner bildeten Variationen zum Generalthema der Tagung: „Der evangelische Beamte im Dritten Reich". Das Dritte Reich Adolf Hitlers hat uns den deutschen nationalen Staat geschenkt, den schon Bismarck erstrebte. 3n diesem nationalen Staat hat der evangelische Beamte seine Sondermission zu erfüllen. Sie kann ihm von keiner anderen Organisation abgenommen werden. Am Sonntag versammelten sich die Teilnehmer der Tagung zu einem Festgottesdienst in der St. Katharinenkirche. Die Festpredigt hielt Pfr. B e r ck - Roßdorf bei Darmstadt. 2m Anschluß daran fand im Evangelischen Gemeindehaus Wcst- end eine öffentliche Festversammlung statt, in welcher neben den offiziellen Begrüßungsreden Pfr. Karl Dungs- Kupferdreh das Thema behandelte: „Evangelischer Glaube und Deamtendienst". Der Redner betonte: „Daß er im Gefüge des Staates beamtet ist, macht die Arbeit des Beamten in besonderem Sinne zum Beruf. Sowohl für die Auffassung von Beruf, wie für das Verständnis des Staates hat Gott uns in Luther Erkennt- nis geschenkt. Alle ehrliche weltliche Arbeit ist Beruf, Berufung, Ruf Gottes, so wie in der katholischen Kirche die Berufung zum geistlichen, mön- chischen Stand angesehen wurde. Dies Wissen urr Berus und Staat, das von Luther auf uns gekommen ist, wird uns in Gottes offenbarendem Han dein an unserem Volk heute zu ganz wirksamer Erkenntnis. Zum Rufe Gottes der uns. abgeseher von Erwerbs- und Deförderungsabsichten, zun Dienst im Dritten Reich als Gottcsdienst fordert Rur solche letzte Glaubenshaltung gibt dem eoan- gelischen Deamtenbund Recht und Pflicht, sich ai< evangelischer Beamtenbund vor Volk und Sta i zusammenzuschliehen." Das Schlußwort sprach bei Führer des QterbanbcS, Lic. v. d. Heydt- Koblenz. Die Feier klang aus mit einem starken Gelöbnis aum Reuen Reiche und seiner Führung und mi dem Gesang des Deutschland- und dcs Horst- Wessel-Liedes. Links: Die Blutfahne von 1923, unter der die ersten Nationalsozialisten für weiht die neuen Fahnen. E-Männer hinweg die Gefallenen, denen Nürnberg em monumentales Ehrenmal errichtete. Rechts. Der tfuo 19 u ' und seiner heroischen Art, von den erhebenden Erlebnissen, die der Reichsparteitag gebracht hatte und dem grandiosen Aufmarsch der SA., von der Anteil- nähme des Publikums in Nürnberg und den Huldigungen, die neben dem Führer auch der SA. zu- teil wurden. Sicherlich werden alle jene, die diese Tage miterleben durften, den Reichsparteitag 1933 nicht vergessen. Frankfurter Straße, Seltersweg, Sonnenstraße, Schulstraße, Marktplatz, über den Kirchenplatz, durch die Walltorstraße und die Brandgasse zum Land- graf-Philipp-Platz. UeberaU standen die Menschen auf den Straßen, überall erhoben sich die Hände zum Gruß der Standarte und der Sturmfahnen, freudig wurde den Zurückkehrenden zugewinkt, und manches „Heil Hitler!" erscholl. Aus dem Landgraf-Philipp-Platz nahmen in Anwesenheit einer großen Menschenmenge Gruppen- führer Schmidt- Hanau und Standartenführer Lutter den Vorbeimarsch des Sturmbannes ab. In bester Marschdisziplin marschierte die SA. an ihren Führern vorüber Nach dem Vorbeimarsch wurde die Standarte unter der Führung des Standartenführers L u l t e r in das Kreisamtsgebäude eingebracht Gruppenführer Schmidt hielt dann eine kurze Ansprache. „Kameraden!", so führte er u. a. aus, „wir haben das Feldzeichen vom Führer in Nürnberg verliehen bekommen. Wir haben es nach Gießen gebracht, zum ersten Male eingebracht. Ich erwarte, daß jeder den Geist, der in Nürnberg herrschte, weiterträgt unter den Kameraden, die nicht in Nürnberg dabei sein konnten. Die Tage von Nürnberg sollen neues Leben und neue Kraft hineintragen in die SA. Erneut wollen wir die Treue zum Führer bekunden, indem wir auf unsren Führer ein dreifaches .Sieg-Heil!4 aus- bringen." Machtvoll klang das „Sieg-Heil!", als erneutes Bekenntnis zum Führer über den Platz und wurde von der Menge begeistert ausgenommen. In geschlossenen Zügen marschierten die Stürme sodann nach ihren Sturmlokalen. Oie Standarte. Das Feldzeichen der Standarte 116 zeigt im roten Flaggentuch das Hakenkreuz im weißen Feld. Eine kräftige Schnur in den Farben rot und weiß säumt das schwere Tuch. „Deutschland erwache!" steht auf der Vorderseite in schönen Versalien. Der massige metallene Duerfteg über der Flagge trägt aus der Vorderseite die Abkürzung der Parteibezeichnung „N S D A P." in silbernen Lettern, auf der Rückseite ist „O b e r h e s s e n" zu lesen. Das ganze wird von einem silbern geränderten schwarzen Hakenkreuz in einem Eichenkranz gekrönt, der von dem Adler überhöht wird, der mit seinen ausgebreiteten Flügeln das Hoheitszeichen der Partei vervollständigt und verschönt. Heute morgen zu früher Stunde — die ersten Schimmer des neuen Tages erhellten kaum den Horizont im Osten — klangen schon die festen Schritte der S A. - K 0 l 0 n n e n in den Straßen unserer Stadt. Die SA., soweit sie nicht an den Tagen von Nürnberg teilnehmen konnte, hatte sich vor den einzelnen toturmlofalen versammelt und marschierte bann in geschlossenen Formationen zum Landgras-Philipp-Platz, auf dem sich die Sturme des Sturmbannes II einzustnden hatten. Manches Fenster öffnete sich. In langer Reche, in drei Gliedern, nahmen die Mannschaften vor dem Kreisamt Aufstellung. Die ersten Zuschauer hatten sich schon eingesunden. Als gegen 5.25 Uhr der Sturmbann II den Marsch nach bcm Bahnhof antrat, wurde er bereits von einer stattlichen Anzahl begeisterter Anhänger begleitet. Mit schneidiger Musik zog die SA. durch die Straßen. Es gaU, die Nürnberg-Fahrer vom vahnhos abzuholen, bas Feldzeichen, das der Standarte 116 vom Führer verliehen wurde, feierlich einzubringen und den Nürnberg-Fahrern einen herzlichen Empfang zu bereiten, der ihnen in Anbetracht des anstrengenden Dienstes, den die Tage in Nürnberg brachten, gebührte. Von vielen Häusern wehten die Hakenkreuzfahnen unb die Farben Schwarz-weiß-rot. Die Bürgerschaft tat erneut kund, daß sie sich mit der SA. unb mit ber Sache des nationalsozialistischen Deutschland auf das engste verbunden fühlt In der Bahnhofstraße, von der Liebigstraße bis zum Bahnhof, wehten von vielen hohen Masten die Fahnen des neuen Deutschland in der frischen Morgenluft. Am Bahnhof angekommen, nahmen die Mannschaften wieder in geschlossenen Reihen Aufstellung unb warteten aus bie Ankunft des Zuges, der die Kameraden bringen sollte. Bereits kurz nach 6 Uhr traf ein Sonderzug von Nürnberg ein, der die SA.-Kameraden aus dem Dillenburger Gebiete brachte, welche die Fahrt wenig später fortsetzten Auch die Kameraden des Gießener Stahlhelm kamen mit diesem Sonderzug an und marschierten geschlossen in die Stadt. Die Sonne war inzwischen heraufgekommen und warf ihre Strahlen schräg auf den Bahnhofsvorplatz. Viele Einwohner hatten sich eingefunden, und auf dem Platze herrschte regstes Leben. Der Morgen war empfind- lich kühl und mancher der Zuschauer grub die Hände tiefer in die Taschen. Ein weiterer Sonderzug aus Nürnberg machte kurz Station und fuhr etwas später nach Munster weiter. UeberaU sah man trotz mancher überstandener Strapaze, die die Tage von Nürnberg ge- bracht haben, viele frohe Gesichter. Um 6.26 Uhr lief dann der Sonderzug mit der Gießener SA. ein. Auf dem Bahnhofsvorplatz erklangen schneidige Kommandos, die SA stand stramm und erwartete in vorzüglicher Haltung das Feldzeichen der Standarte 116. In der Bahnhofshalle sorgte die SS. für die notwendige Ordnung Erwartungsvoll standen die vielen Zuschauer. Als die Standarte unter Führung des Standartenführers Lutter im Portal des Bahnhofs erschien, erhoben sich spontan die Hände zum deutschen Gruß. Die" Fahnen der Stürme folgten. Die Kapelle intonierte den Badenweiler Marsch. Standarte unb Fahnen würben an ben Stürmen ber SA oor- beigetragen. Dann setzte sich ber Musikzug an die Spitze, Standartenführer, Standarte und Sturmfahnen folgten, von der SS., mit schwarzem Stahlhelm mit weißem Hakenkreuz, flankiert, in schneidiger Haltung traten, blumengeschmückt, die Nurn- bergsahrer an, und in langen Kolonnen folgten dann bie Stürme des Sturmbannes II, die durch ihren Aufmarsch ben Kameraden einen herzlichen und sehr eindrucksvollen Empfang bereiteten. Unter den Klängen schneidiger Märsche bewegte sich der Zug durch die Bahnhofstraße, Liebigstraße, NetanniniachEW, gä**“*' ss-r-S-5 Jil^n6 3^S«r|le* zirka 0 VorzahMb „ Usches stolt** ‘»•i! irerfeirnttf j itetaW Rheinland in Ketten. Oiebe,Vaierland6verräter/Zuchthäu6ler und Deserteure errichten eine Republik. Urheberrecht: Dammert-Pressedienst, Berlin W 35. VI. Regieren — aber wie? Die -Viegierunasbevollmächtigten leben zwar recht gut — die große Menge der angeworbenen Verbrecher, „Schutzbündler" genannt, will jedoch ihren Sold — viele wollen überhaupt nicht mehr mit- machen und verlangen ihren Entlassungsanzug sowie die versprochenen 100 Goldmark. Geldsorgen sind die wichtigsten Sorgen auch dieser Regierung. Nur, daß sie das Problem leichter löst. Man überfällt einfach die Geldtransporte der Reichsbank, bedauert dann, daß die „Beschlagnahme" infolge eines „Irrtums" erfolgt sei und gibt das Geld der vorläufigen Regierung zur „Weiterleitung — wohin es weitergeleitet wird, weiß nur diese Regierung. Die Reichsbank sieht keinen Pfennig wieder. Als aber auch diese Mittel nicht mehr helfen, gibt man Notgeld heraus, wertlose Assignaten, die niemand annehmen will: Nur, wenn ein französischer Soldat mitgegeben wird, müssen die Kaufleute diese Papierfetzen in Zahlung nehmen. Das Volk hungert, aber in den separatistischen „Regierungsgc- bäuden" johlen und saufen die Regierenden und können oft nur schwer ihren eigenen Namen unter die vielen Erlasse setzen. Ln her Pfalz. In der Pfalz versuchen sie nun auch Fuß zu fassen. Als am 24. Oktober der pfälzische Kreistag seins Sitzungen hält, schickt General de Metz, obwohl nicht dazu befugt, einen Vertreter, der dem verdutzten Kreistag bekannt gibt: Die Pfalz ist autonom geworden! Um den Separatisten den „Sieg" leichter zu machen, wird der unbewaffnete (!) deutsche Selbstschutz verboten! Kaum aber sind die Mordbanden im Lande, da besinnt sich General de Metz wieder auf „Ruhe und Ordnung, die doch in jedem Land zu herrschen hätten, und anerkennt den geschaffenen Tatbestand! Die Pfalz st e h t in Flammen. Raub, Mord, Lynchjustiz — es war nicht viel anders vor 300 Jahren, als die französischen Mordbrenner in blühendes deutsches Land einfielen. Unter Neutralität versteht dieser famose französische General, den deutschen Polizeibeamten zu verbieten, gegen Separatisten von der Schußwaffe Gebrauch zu machen, „in welcher Lage auch immer sie sich befänden"! Am 10. November dringen die ersten Separatisten unter französischer Bedeckung in Speyer, dem alten deutschen Speyer ein. Am 12. November proklamieren die Banden eine „freie autonome Pfalzrepublik". Pöbel besetzt die öffentlichen Aemter, und die Franzosen scheuen sich nicht, bei diesen schmutzigen Geschäften schützende Hilfestellung zu leisten. m ± .. . Das Rheinland blutet. Der Verrat schreit nach Sühne! Allüberall im Land, in der Ebene und in den Bergen scharen sich Bürger und Bauern um ihre Fahnen. Aber noch ist die Macht der anderen zu groß. Die Deutschen haben kam notdürftigste Kleidung auf dem Leib — die anderen, die separa- tistischen Strolche, erhalten ihre Kleidung aus französischen Militärkleiderkammern, erhalten ihr Essen aus französischen Militärküchen, werden mit französischen Franken entlohnt. Um der Gemeinheit die Spitze zu geben, setzen Franzosen allenthalben Marokkaner und dann Senegalneger ein — Rheinländer müssen ihr Land gegen Schwarze verteidigen! Schließlich greift eine maßlose Panik um sich. Man weiß, daß die Franzosen niemandem, der mit der Waffe in der Hand gefangen genommen wird, Pardon geben. Und wenn es ein Knüppel ist. Die Senegalesen verschonen selbst Frauen und Kinder nicht. Doch wehe, wenn der Pfälzer Bauer einen Separatisten erwischt! Er mag noch so bitten, sich auf Ausflüchte verlegen, behaupten, er wäre ebenso guter Deutscher wie der andere — sein Paß verrät ihn meist: Ausweis Nr...... Der ... aus ... verpflichtet sich, bei der Armee der Rheinischen Republik Militärdienste zu leisten, und erklärt durch Unterschrift an Eidesstatt, allen Befehlen seiner Vorgesetzten ohne Widerrede Folge zu leisten. Er verpflichtet sich, sich aller Plünderungen und Ausschreitungen zu enthalten und solche nötigenfalls energisch zu bekämpfen. Es folgt ein Signalement, und auf der Rückseite steht: Inhaber dieses Ausweises ist bis nach Beendigung der Aktion, spätestens bis 20. Dezember 1923, berechtigt zum Bezugs eines kompletten Anzugs, eines Paars Stiefel, sowie eines Geldbe- trages von 100 Goldmark. Doch die Angst vor den Franzosen, vor den Marokkanern greift um sich. Wie vor dreihundert Jahren bezeichnen schwelende Schutthaufen, Wimmern der Verwundeten, die grausige Bahn, die die Separatisten genommen haben. Auf dem Paß steht: Vor Ausschreitungen zu hüten! Es ist grausamer Hohn. Auf Karren versucht der Bauer Weid und Kind, letztes Hab und Gut in Sicherheit zu bringen. Das wenige Vieh wird in die Wälder getrieben und von Laubheu genärt. In den verschwiegenen Lichtungen der Forsten zittern Frauen und Greise und Kinder, wenn sie von weit her das Knallen der Schüsse hören. — Eine Handvoll Männer kämpft gegen Verräter, gegen Franzosen und Neger um ihre Heimat... Im Siebengebirge gelingt es, den feindlichen Banden eine erhebliche Schlappe zuzufügsn. Aber nun wird die Herrschaft bor Banditen noch weit grausamer. Aus großen Rotten werden einzelne kleine Banden, die sich niemandem mehr verantwortlich fühlen. Nun wird nichts mehr geschont. Sie wissen selbst nur zu genau, daß ihre Schrek- kensherrschaft von nicht langer Dauer sein kann, und nehmen darum, was sich bietet und wo sie es finden. Mittlerweile ist die ganze Welt auf diesen Greuel, auf diesen internationalen Skandal aufmerksam geworden. Die Amerikaner schicken Journalisten, die Engländer protestieren mehrere Male — und Herrn Poincarä wird es sichtlich schwerer, all die Gemeinheiten, die im Namen der glorreichen französischen Republik vollbracht werden, kaltblütig und höhnisch lächelnd zu leugnen. Ob es doch noch nicht an der Zeit ist, den Rhein endlich französisch zu machen? (Denn daß er und seine Bevölkerung deutsch sind, kann er nun, da er den heroischen Kampf eines ausgebluteten Volkes um seinen Strom sieht, sich selbst nicht mehr oor- schwindeln.) Soll man warten, lieber einen neuen Weltkrieg schüren und dann das ganze Gebiet annektieren? Er weiß bald keinen Rat mehr.... Dis Niederlage der Separatisten im Siebengebirge bedeutet die große Wendung im Geschehen. Die Separatisten fühlen sich nicht mehr so sicher in ihren Regierunysgebäuden, in denen sie nun schon wochenlang residieren — aber nicht her- auskonnen — denn sie wissen, welches Schicksal sie erwartet. Außerdem sind die Belgier schon langst von ihrem Plan abgekommen, und auch die Franzosen, so fühlen sie deutlich, sind ihnen nicht mehr so wohlgesinnt wie früher. Am 17. November endlich beginnt die Befreiung des Rheinland e s aus feinen Ketten. Trier wird feiner Gewaltherrscher ledig. Ihm folgt Koblenz am nächsten Tag und so geht es weiter... Stadt um Stadt wird frei, Freudenfeuer beginnen auf den Bergen zu glühen, um den Volksgenossen weiter im Lande Kunde zu geben von den Ereignissen. Das Rheinland zerbricht seine Ketten! Weihnachten können die Rheinländer wieder mit Hoffnung im Herzen feiern. Der Januar vergeht. An den meisten Stellen sind die Separatisten still von der Bildfläche verschwunden. Am 25. Februar 1924 beginnt man seitens der Nheinlandkommission auf den Druck der Engländer hin die Lage in der Pfalz zu untersuchen. Dem erschütternden Eindruck gegenüber können selbst die Franzosen nichts anderes tun, als die Anführer der Horden zu bitten, ihr blutiges Handwerk aufzugeben. Aber so ganz geben sie den separatistischen Gedanken nicht auf, denn es ist nicht gestattet, einen Separatisten wegen irgendwelcher Vergehen, die er beging, zu bestrafen, ja, überhaupt in ein Verfahren zu brin- 3n Stuttgart ... Die vom Kraftsportoerein Untertürkheim ausgerüsteten deutschen Meisterschaften im Ringen der Weltergewichts-Klasse und Gewichtheben der Mit- telgewichts-Klasse waren in jeder Beziehung ein großer Erfolgs Die Organisation war mustergültig. In den Wettkämpfen der „Alten Herren" im Ringen und Gewichtheben der Leichtgewichtsklasse wurden Dietrich- Heilbronn im Gewichtheben und Fehrle - Plieningen Sieger. Am Sonntag erschien die Elite im Kampf. Bei den Ringern brachte der Titelverteidiger M ö - s ch e l - Köln nur 133 Pfund auf die Matte und gab später wegen Schwäche auf. Die Favoriten kamen fast durchweg zu Schultersiegen. Besonders eindrucksvoll waren die Erfolge von Korn- mager« Homberg und Schwaiger- Freysing. Der Untertürkheimer K r e h l fertigte den Schifferstadter Schäfer nach Punkten ab, unterlag aber dem Koblenzer Hilgert nach 18 Minuten durch einen Schultersieg. Hilgert brachte auch den Tuttlinger Hehler noch auf die Matte, durch die schlechtere Punktzahl unterlag er aber doch im Gesamtergebnis und kam hinter Krehl und Heßler auf den dritten Platz. Bei den Gewichthebern erschienen 17 Teilnehmer. Nach den einarmigen Wettbewerben führte der Rekordmann Deutsch- Augsburg mit zehn Pfund Vorsprung vor dem Münchener I s m a y r. Der Münchener holte aber bei den beidarmigen Hebungen diesen Vorsprung nicht nur auf, sondern Oie Ergebnisse. Turner. 100 Meter: 1. H. Großhaus, To. Lollar, 11,3; 2. W. Beaupin, T.° u. Sptv. Marburg, 11,5; 3. K. Schuster, To. 47 Wetzlar, 12,0; 4. L. Ulm, To. Allendorf/Lahn, 12,3 Sek. Auf der zweiten Hälfte der Strecke schob sich Großhaus vor und führte im Ziel vor Beaupin-Marburg mit etwa 1 Meter Vorsprung. In gleichen Abständen folgten Schuster-Wetzlar und Ulm. Dem Kampf sah man mit besonderem Interesse entgegen. Der Sieg des Lollarers stellte zweifellos eine Ueberraschung dar. 200 Meter: 1. K. Schuster, Tv. 47 Wetzlar; 2. Karbex, T.» u. Sptv. Odenhausen; 3. W. Menges, Tv. 60 Lich. 400-Meter-Lauf: 1. H. Großhaus, Tv. Lollar, 53,5; 2. O. Hartung, T.° u. Sptv. Romrod, 04,3 Set. Ein wenig eindrucksvoller Kampf. Ploch gab auf. Die Läufer verausgabten sich auf dem ersten Tell der Strecke zu sehr und gingen fast in das Ziel. 1000-Meter-Lauf: 1. A. Simon, T. u. Sptv. Odenhausen, 2:44,6; 2. K. Nau, To. Roth, 2:47,8; 3. Th. Vaubel, Tv. 1846 Gießen, 2:47,8; 4. B. Steiß, Turn- u. Sportverein Odenhausen, 2:53,0 Minuten; 5. H. Koder, Turnverein Alsfeld. Langenohl (Mio. Gießen) führte zunächst, fiel aber bald zurück und gab auf. A. Simon setzte sich an die Spitze und kam allmählich zu großem Vorsprung und zu einem klaren Sieg. Im Endkampf und im Kampf um den zweiten Platz kam Theo Vaubel in Front, obwohl er anfänglich sehr zurück- lag und lief zusammen mit Nau (Tv. Roth) zu gleicher Zeit durch das Ziel. In größeren Abständen folgten die übrigen Läufer des 13 Mann starken Feldes. 3 0 0 0 Meter: 1. H. Neidei, Tv. Heuchelheim, 9:56,4; 2. H. Holzapfel, Mto. Gießen, 9:57,4; 3. F. Neidei, Tv. Heuchelheim, 9:58,4; 4. H. Roth, Tv. Alsfeld, 10:06; 5. I. Mann, Turnerfchaft Neustadt, 10:16,2 Min.; 6. K. Geißler, Tv. Roth; 7. K. Pfaff, Tv. Launsbach. Ein hochinteressantes Rennen! Es kam zu dem erwarteten Kampf zwischen Holzapfel und den beiden Brüdern Neidei. Der Mto.er wurde systematisch auf das Korn genommen. Er lag fast während des ganzen Laufes an zweiter Stelle. Die Brüder Neide! wechselten sich in der Führung ab. Mit Spannung sah man dem Endspurt entgegen. Holzapfel zog in der letzten Runde plötzlich los, führte, aber H. Neidei blieb ihm dicht auf den Fersen und legte bei etwa 110 Meter los, überholte Holzapfel und lief mit etwa 3 Meter Vorsprung vor dem Mto.er durch das Ziel. Diese Leistung wurde mit stürmischem Beifall ausgenommen. gen. Die Mörder ihres eigenen Volkes dürfen frei herumlaufen! Unter Rechtsbruch, mit Gewalt und Tücke, hatten die Franzosen versucht, das Rheinland durch Verrat von Deutschland abzulösen und sich einzuverleiben. Ein trauriges Kapitel französischer Eroberungspolitik. Nur wenige „Vollzugsausschüsse" sitzen noch in den Städten und halten ihre Büros verbarrikadiert, um vor der Wut der Bevölkerung geschützt zu sein. Die grün-weiß-roten Armbinden haben sie längst verbrannt. Aber auch sie ereilt ihr Schicksal — wenn sie den Einwohnern in die Hände fallen. Am Anfang des Februar des Jahres 1924 werden 24 Separatisten im Rathaus von Pirmasens gerichtet. Mögen auch die Franzosen ihre Drangsalierungen in ihren Bezirken weiter fortsetzen — der größten Gefahr ist man ledig: „Freie Rheinische Republik" zu werden. Das Rheinland ist deutsch und bleibt deutsch! Kunst und Wissenschaft. Deutsches Tonkunstlerfest 1935 in Hamburg. Generalintendant Strohm vom Hamburgischen Staatstheater hat im Einvernehmen mit dem Hamburger Senat den (1861 von Franz Liszt gegründeten) Allgemeinen Deutschen Musikverein eingeladen, sein alljährlich ftattfinoenbes großes Tonkünstier f e st 1935 in Hamburg abzuhalten. Die grundsätzliche Zusage des Vorsitzenden, Geheimen Rates Professor Dr. Siegmund von Hausegger, des Präsidenten der Akademie der Tonkunst in München, ist bereits eingetroffen. Das Tonkünstlerfest wird sich auf Konzert und Oper erstrecken und unter der musikalischen Leitung von Eugen Joch um stehen, der zum Hamburgischen Generalmusikdirektor ab 1934 berufen wurde. Q.JL-^fport Die Deutschen Krastspvrtmeisterschasten. Oie Volksiurnmeisterschasten im Bezirk Hessen der OT. beendete den Kampf mit 30 Pfund Vorsprung und der ausgezeichneten Gesamtleistung von 1000 Pfund. Hervorragend waren seine Einzelleistungen im beidarmig Drücken mit 205 Pfund und im beidarmig Reißen mit 215 Pfund. ... und in Ludwigshafen. Im Schwergewichts-Ringen holte sich der Nürnberger Europameister H o r n f i s ch e r, der ungeschlagen durch die Kämpfe kam, den deutschen Meistertitel mit sieben Siegen. Zweiter wurde der Pfälzer Kolb und erst auf dem dritten Platze landete der Ludwigshafener Gehring. Im Bantamgewichts-Ringen kam der Titelverteidiger Ost ermann nur auf den fünften Platz. Neuer deutscher Meister wurde der rteu in den DASV. eingetretene Justin Gehring (Deutsche Eiche Friesenheim), der acht Siege erreichte. Dicht hinter ihm folgte der Kölner Michel. Im Gewichtheben der Bantamgewichts-Klasse holte sich Walter- Saarbrücken mit der sehr schönen Leistung von 790 Pfund den Titel. Mit 60 Pfund Rückstand sicherte sich der Ludwigshafener Renzel den 2. Platz. Bei den Alten Herren siegte im Gewichtheben der Leichtgewichtsklasse der Ludwigshafener V o - g e l mit 145 Punkten vor ©länger- Essen (137) und Walker- Stuttgart (108 Punkte) und im Schwergewicht kam Ehrmann-Stuttgart mit 183 Punkten vor Rondi - Düsseldorf (177 Pfd.) und Heß- Schramberg (171 Punkte) zum Endsiege. Hochsprung: 1. W. Beaupin, T. u. Sptv. Marburg, 1,67; 2. W. Lepper, Tv. Alten-Buseck, 1,62; 3. W. Langenohl, Mto. Gießen, 1,62; 4. G. Bott, Tv. Wetzlar, 1,57 Meter. Weitsprung : 1. F. Peter, Tv. Lauterbach, 6,58; 2. L. Pausch, Tv. Wetzlar, 6,14; 3. R. Schieferstein, Tv. Launsbach, 6,13; 4. O. Lindenstruth, Mto. Gießen, 5,93 Meter. Kugelstoßen: 1. F. Peter, To. Lauterbach, 12,10; 2. H. Müller, To. Holzheim, 11,52; 3. W. Roth, To. 1860 Bad-Nauheim, 11,27; 4. W. Langenohl, Mto. Gießen (Dbergren.) 11,18 Meter. Keulenweitwurf: 1. F. Peter, Tv. Lauterbach, 66,00; 2. O. Kern, To. 1846 Gießen, 63,00; 3. R. Bender, T. u. Sptv. Griedel, 62,00 4. K. Michels, Tv. 1846 Gießen, 61,50; 5. E. Gebauer, Tv. Alsfeld, 61,45; 6. K. Strack, Mio. Gießen, 60,00; 7. O. Lindenstruth, Mio. Gießen, 60,00; 8. K. Heitz, Tv. Wieseck, 60,00 Meter. Schleuderball: 1. H. Walter, Tgm. Friedberg, 52 Meter; 2. W. Zecher, T. u. Spo. Odenhausen, 52 Meter; 3. O. Lindenstruth, Mto. Gießen, 52 Meter (durch Stechen entschieden); 4. E. Wagner, Tv. Wetzlar, 49,70 Meter; 5. K. Michels, To. 1846 Gießen, 49,20 Meter. 4 mal 100 Meter: 1. Mto. Gießen I, 46,7; 2. Tv. 1846 Gießen 46,9; 3. Tv. Lollar 47,8; 4. Mio. Gießen II 48,4 Sekunden. Mtv. errang sich schon auf den ersten hundert Metern einen Vorsprung, der allmählich vergrößert wurde. Mit drei Metern vor dem Turnverein 1846 Gießen passierten sie das Ziel. Schweden staffel: 1. Mto. Gießen 2:14,5; 2. Tv. Odenhausen 2:18,1 Minuten. Ein eindeutiger Sieg der hiesigen Turner, die mit großem Vorsprung vor den Odenhausenern durch das Ziel gingen. Jugendturner Oberstufe. 100 Meter: 1. 21. Klinkei, Tv. Lollar, 12,0; 2. H. Viehl, Tv. Lollar, 12,2; 3. A. Supp, Tv. Nidda, 12,4; 4. E. Frohme, To. Wetzlar, 13,1 Sekunden. Ein harter Kampf! In kleinsten Abständen liefen die vier gleichwertigen Läufer durch das Ziel. Lollar dominierte und überraschte auch hier mit seinem ausgezeichneten Läufermaterial. 800 Meter: 1. H. Neidei, Tv. Heuchelheim, 2:14; 2. H. Möver, To, Lauterbach, 2:14,1; 3. H. Happel, Tv. 1846 Gießen, 2:14,4 Minuten. H. Neide! hatte starke Konkurrenz. Weitsprung: 1. E. Frohme, Tv. Wetzlar, 5,75; 2. 21. Klinkel, Tv. Lollar, 5,60; 3. H. Viehl, Tv. Lollar, 5,50 Meter. Kugel st vßen: 1. R. Stock, Tv. Lauterbach, 11,85; 2. N. Blaß, Tv. Großen-Linden, 1^55; 3. W. Volk, To. Wetzlar, 11,40 Meter. Missionsopfer des Tages in Lauterbach betrugen 119 Mark. Am heutigen Vormittag fand die Jahresver- führungen führten in das in Indien weit verbreitete Gebiet der Träume, der Visionen, der Dämonen, des Okkultismus, und wurden mit zahlreichen Beispielen aus seiner langjährigen Erfahrung belegt. Eine kurze Aussprache schloß sich an den interessanten Vortrag an. Mit einem Dankeswort des Vorsitzenden und Gebet von Missionar Schmoll-Hersfeld schloß die Jahresversammlung. Eine Vorstandssitzung nachmittags- beendete die Tagung. sammlung des Vereins im hiesigen Kon- fühlt lick nfc'Kr T’l,e,m firmanbenfaole statt. Nachdem Dekan Schlösser gunq Missionsvereins, Dekan Gußmann, sprach das Schlußwort, in dem er warmen Dank für die freundliche Aufnahme und ernste Mahnung zur weiteren Mitarbeit an die Anwesenden richtete. Die Wettervoraussage. Das mitteleuropäische Hoch, das sich vom hohen Norden über Skandinavien bis nach Deutschland erstreckt, hat sich erheblich gekräftigt. Unter seinem Einfluß bleibt das vielfach heitere und trockene Wetter erhalten, wobei sich die Temperaturgegensätze zwischen Tag und Nacht noch etwas verschärfen. Aussichten für Mittwoch: Heiter, warm und trocken, nachts stärkere Abkühlung und stellenweise etwas Bodennebel. Aussichten für Donnerstag: Fortdauer der Wetterlage. Lufttemperaturen am 4. September, mittags 20 Grad Celsius, abends 13 Grad; am 5. September, morgens 8,6 Grad. Maximum 20,4 Grad, Minimum 5 Grad. Erdtemperaturen in zehn Zentimeter Tiefe am 4. September, abends 20,7 Grad, am 5. September, morgens 14 Grad Celsius. Sonnen» scheinLauer 9% Stunden. f)er Eröffnung Weu^d)enUn @Qt fcnen- nll iC eibtird). 3,m Sontebi« «»>•< fxperintenöent Karow L(ber geleitet wurde, fol( irtenbenten und die übrigen - Lobe. Der Gottesdienst j Lrmen. ©eneraljupenn enb bürg) legte seiner Predigt^ Cmingelium zugrunde. ,,u>» [ traben. Gehe aber hm u Gottes!" Er führte u. a. au i ergangenen Jahren in ein c is das Bolk gelebt habe, ha riehr verstehen könne: 1 m desBolkes wille t ringen. Nicht im heute und des Lebens, sondern im K o k analjozialismus habe sich das deutsche Volk wieder ein richtete nad) der Predigt ei säjchcher Bedeutung an ü Minde: „Es ift bas erste S>/'M „in der Geschichte Dx\\on, dcch eine @eneral|qnobi oVßtttn zusammen lemmenen Denigmvhnhriien griss des Staates 'm als die Wahlen angeorbnet w Generalsynode hervorgegan; Wort „Eingriff des Staate !eben, was der Wahreii ent elbst war es, auf d ie Wahlen zurück batte dabei keineswegs den 1 leben der Kirche einzugrei' er das Eigenleben der K Wnst n>nn nur Form Ömer sh unter'A l?bcn’ °r putschen i B es gerade Ä a suchen, ihn b(t s beuM