Nr. 181 Erstes Blatt Samstag, 5. August 1933 183. Jahrgang verfolgt, ist gegenwärtig das der l i t i f ch e n Beeinflussung. Es 6 7 6 7 3 4 5 dern anzulegen, um dann dem finanziellen Linfluß den politischen und wirtschaftlichen folgen zu lassen. Auf diese Weise soll vor allen Dingen Oe st erreich umgarnt und aus seinen alten, natürlichen Wirtschaftszusammenhängen mit Deutschland losgerissen werden. Aber auch Ungarn spielt in dem französischen Projekt eine wichtige Rolle. Daher die ungeheure Aufregung in Paris, als der ungarische Ministerpräsident Jr aus leinen regulären L ■ \ günstigeres ßrgebnii w A >as * 1 GeMMchrrL litten w , mWn Verhältnissen. l- « Sx\\e bei den Tochtcrgetellsch.' i\[ im nächsten Geschästej:? Mast austvirken. Größeres Revirement im deutschen Auslandsdienst. Berlin, 4. 2lug. (TLl.) Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, steht ein größeres Revirement in unserem Auslandsdienst bevor, in dessen Verlaus die Gesandten v o n K a u f- mann-Asser in Buenos Aires, Z e ch l i n in Mexiko und Graf Lerchenfeld in Brüssel in den einstweiligen Ruhestand treten werden. Lieber die Rachfolger ist eine Entscheidung in kurzer Zeit zu erwarten. Außerdem sind 82 Wartestandsbeamte in den dauernden Ruhestand verseht worden. Unter diesen befinden sich u. a. Botschafter von Schubert (zuletzt in Rom), Botschafter von Prittwih und Gaffron (zuletzt in Washington- und die Gesandten Horstmann (zuletzt in Lissabon) und Will (zuletzt in Mexiko). Scharfer Zugriff gegen die kommunistischen Siaatsfeinde ce Snfoidlung ersten. T i trotz des Rückschlages k Durchschnitt über den Man» dember 1932. Die ßntoidlui ischen Dährungsmarkte toü Monate hat für die Metals rgeloinne zur Folge gebot: j dies am Dilanzstichlog bitld ig zum Ausdruck lammen wir! - ite nicht vorausgesagt werde Deutsche Einheit in Amerika. Ein Bund der freunde des neuen Deutschlands. Reu york, 5. Aug. (2DIB. Funkspruch.) In Lhikago wurde eine deutsche Führertagung abgehalten, auf der der Zusammenschluß aller deutsch-völkischen verbände und Gruppen im Lunde der „Freunde de» neuen Deutschlands" beschlossen wurde. Ebenso wurde dort eine deutsch-völkische Zeitung gegründet. Zur Abwehr der Lügenpropaganda wurde beschlossen, eine Füns-INillionen- Dollar-Spende aufzubringen. 6,156 47,30 12,44 3,053 170,1 70,1 62,31 71,97 13,96 0,932 3,053 58,76 22,15 16.» ei, y 35,g 81,83 ,841 6,2« 5,205 12,69 llffl ßömbös nach Berlin und nach Rom reifte, um dort über die wirtschafts- und handelspolitischen Wünsche Ungarns zu verhandeln. Schien früher das Haupthindernis für die Verwirklichung des Tardieu- «Plans Oesterreich und seine rein deutsche Bevölkerung zu sein, so ist der französischen Politik im 2onauraum heute, nachdem es ihr gelungen ist, die Negierung Dollfuß an sich zu ketten, aber nicht das deutsch bewußte Volk Oe ft erreich s, hauptsächlich Ungarn, bei der Durchsetzung ihrer Ziele im Wege. Aber die ungarische Wirtschaftspolitik ist nur ein Ausfluß dec richtigen Erkennt- »is, daß Frankreich den Bolkswirtschaften i m Donauraum nicht helfen kann. 3n dem ^Agrarlands Ungarn liegen die Dinge in dieser Hinsicht am klarsten zutage. Ungarn kann den Ileberschuß seiner Agrarprodukte weder in Polen wnd den Ländern der Kleinen Entente, noch gar in-Frankreich und Spanien absehen, sondern nur in Deutschland mit seiner dichten, vorwiegend industriellen Bevölkerung, freilich in einem Deutschland, dessen Kaufkraft durch die wirtschaftliche Erschließung neuer Absatzgebiete für feine Hxportindustrien wesentlich stärker geworden ist. 21 nd nicht nur für Ungarn, sondern für den ge- famten Donauraum liegt die wirt- ßch östliche Zukunft allein in einem Anschluß an ein wiederauf st eigen- »es Deutschland. Die Verwirklichung^ des ssranzösischen Planes würde für die Donauländer Dirttchaftliche Verelendung bedeuten. Sie und mit Zähnen ganz Osteuropa würden, wenn Frankreich 2en europäischen Kontinent wirtschaftlich kontrolliert, zu einer Kolonie des französi- -schen Wirtschaftsimperialismuswer- "den. In dessen Diensten hätten sie ungefähr die gleiche Rolle zu spielen wie heute Algier und Marokko. Die Donauländer können einen selbständigen Dirtschaftsraum in Zukunft nicht mehr bilden. Ls bleibt ihnen nur die Wahl, sich wirtschaftlich an Deutschland a n z u s ch l i e h e n, ,der Kolonien eines geplanten fontincntaleuro- zäischen Wirtschaftsreiches der Franzosen zu werden. OerungarischeHandelsministerinRom Rom, 4. Aug. (WTD.) Der ungarische Han- delsminister F a b i n y i ist in der vergangenen Nacht in Rom eingetroffen, um die während der Nomreise des ungarischen Ministerpräsidenten begonnenen Wirtschaftsverhandlungen veiterzuführen. eine Abfuhr aus Italien. Rom, 4. Aug. Die Erörterungen in der französischen und in der englischen Presse, in denen von )er Möglichkeit eines gemeinsamen Schrit- 1 Jes bei d e r deutschen Regierung wegen gewisser Vorgänge in O e st e r r e i ch gesprochen Dird, veranlassen den Pariser Korrespondenten der rielgelesenen Turiner „Stampa" zu einer scharfe n Ablehnung solcher Methoden, die nach dem Abschluß des Diermächtepaktes n i ch t m e h r in Lie Zeit paßten. Diplomatische Initiativen, 3,047 169,68 69,98 62,19 71.88 13,92 0,928 3,092 58.6» 22,10 16.46 81,27 34- 81,67 839 0,244 5,195 12,67 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20'/, mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Or H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein undfür denAn- zeigenteil L D. Th.Kümmel sämtlich in Gießen. 58,45 61,93 (3,88 16," 169,26 21,98 69-81 71,66 81.6 34-83 Tis S 3.09 'S: 62.31, Ä 58.76 22,1* 16,5« 81,« 3S> 81.Ö 0,841 0,2« 5,2» 12,63 53'3 62,N 13--4 169,96 22-* 70,* . . Das Mittel, mit dem Frankreich sein Ziel im r innere Gesundung mehrer? 2onauraum verfolgt, llschasten ztveisellos in dick f i n a n 3 p o I ' ; HIbare Fortschritte gerne:. versucht, seinen Kapitalüberfluß in den Donaulän- Sicherheit noch nicht gelt; am 30. September zu Königin-Mutter Maria von Rumänien über Deutschland. Oslo, 4. Aug. (WTB.) Der Drontheimer Korrespondent der großen konservativen Zeitung „A f t e n p 0 st e n" interviewte die Königinmutter Maria von Rumänien bei ihrem Besuch in Drontheim. „Meine Ansicht ist", erklärte die Königinmutter, „daß die Deutschen ein viel zu fleißiges und lebenskräfttges Volk sind, als daß sie untergehen werden. Man kann den Deutschen keinen Vorwurf daraus machen, daß sie auf ihre Grenznachbarn schlecht zu sprechen sind. Wenn man jemanden a u f den Fuß tritt, was macht er dann? Er kann nichts anderes machen als das Gleiche. Die Blätter in Rumänien b e w u n - dern Herrn Hitler, und ich füge hinzu: Die Deutschen sind so geschickte Menschen, daß sie verdienen, ihre Angelegenheiten wieder in Ordnung zu bringen." Frankreichs plane im Donauraum. Das Ziel: eine französische Wirischastsprovinz von Marokko über Spanien bis zum Schwarzen Meer. — Rur Deutschland kann den Donauländern helfen. SM st 12,42 m i n i ff c r i u m unterstellt fein. Die französische Regierung hat nach Fühlungnahme mit England und der Kleinen Entente dem üsterreichl- scheu Antrag zuge stimmt. Die offiziellen französischen Kreise rücken ab. £ 0 n b 0 n , 4. Aug. (WTV. Funkspruch.) Der patt f e r Korrespondent der „Time s" berichtet, daß man in französischen politischen Kreisen immer noch nicht aufhöre, Befürchtungen über angebliche deutsche Rüstungen zu äußern. Immerhin könne man aber auch in offiziellen französischen Kreisen nicht umhin, zuzugeben, daß Gerüchte, die von einem neuen Geheimdokument über deutsche Rüstungen und über einen Schritt der französischen Regierung, Deutschland vor dem Bölkerbund zu denunzieren, wissen wollen, als absurd bezeichnet werden mühten. Der frühere Kronprinz gegen die deutschfeindliche Hetze. Erklärungen in der englischen Presse. London, 4. Aug. (ERB.) Sn einer vom „Evening Standard" veröffentlichten Auslassung wendet sich der ehemalige deutsche Kronprinz gegen die feindselige Haltung und die Verleumdungen des Auslands gegen dasneueDeutschland. Durch diese hinterhältige Propaganda der internationalen Presse, unter der Marxismus und Sudentum führende Faktoren seien, erhalte das Ausland ein falsches Bild über d i e Dinge in Deutschland, dem der Kronprinz im weiteren die wahren Tatsachen entgegenhält. „Die Geschichte der Welt kann", heißt es am Schluß der Auslassung, „kein anderes Beispiel der Revolution geben, die so frei von den gewöhnlichen äußeren Begleiterscheinungen, s 0 frei von Blutvergießen und Tlnge- sehlichkeiten und so sicher, entscheidend und rasch war wie die deutsche. Die beiden Männer, die in der Geschichte die Verantwortung tragen für diese Entwicklung, Reichspräsident v. Hindenburg und Reichskanzler Hitler, haben eine Tat vollbracht, für die das deutsche Volk ihnen riesigen Dank schuldet. tr|d)etnt tägltd), autzei Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustriert« Gießener Familienblätter Heimat >m Bild Die Scholl» monatSiBejngsprets: Mit 4 Beilagen NM. 1.9b Ohne Illustriert« , 1.80 Zustellgebühr .. , - 25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, üernfprechanschlüsse nnterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzeu. Postscheckkonto: granlfurt am Main 11686. sämtlichen erwachsenen Angehörigen der Verbrecher in Haft genommen. Der Lübecker Polizeihcrr hat eine gleichlau. tende Bekanntmachung erlassen. Verhaftungen in Lübeck. Lübeck, 4. Aug. (WTB.) Ein kommunistischer Kurier wurde am Mittwoch in der Wohnung eines Lübecker Arbeiters sestgenommen. Bei der Durchsuchung fand die Polizei eine Menge illegaler kommunistischer Flugschriften. Außer dem Kurier wurden fünf Personen verhaftet. Am Freitag wurde im Lübecker Stadtteil Schlutup eine Durchsuchung in großem Umfange vorgenommen. Auch hier hat man eine Menge illegales Propa- gandamaterial sowie Dolche, Seitengewehre, Schlagringe, Gummiknüppel, Pistolen und Munition gefunden. Aushebung in Kottbus. Koitbus, 4. Aug. (WTB.) Durch Zusammenarbeit der Politischen Polizei mit der Geheimen Staatspolizei wurde hier eine kommunistische Geheimorganisation aufgedeckt, die mit Berliner kommunistischen Organisationen zusammenarbeiteie. Insgesamt wurden 27 Kommunisten fe st genommen. Durch eingehende Verhöre konnten sämtliche unterirdischen Beziehungen aufgedeckt werden. Kommuniftische Kampfgruppen in Niederschlesien ausgehoben. Liegnitz, 5. August. (WTB. Funkspruch.) Die Staatspolizeistelle Liegnitz hat zahlreiche kommu- n i st i s ch e Kampfgruppen in Schmiedeberg (Riesengebirge) und Umgegend sestgestellt, die m i 11 • täri sch geschult wurden und die Aufgabe hatten, auf Befehl der Zentralstelle zu einem geeigneten Zeitpunkt loszuschlagen. Ferner hatte die KPD. versucht, im Regierungsbezirk Liegnitz einen Nachrichtendienst einzurichten und die Partei neu auf- zubauen. Insgesamt sind 61 Kommuni st en sestgenommen worden. Deutscher Protest in Prag. Prag, 4. Aug. (CAB.) In Vertretung des auf Urlaub befindlichen deutschen Gesandten sprach heute vormittag Gesandtschaftsrat Holzhau- s e n im Außenministerium vor, um gegen den gestrigen U e b e r f a 11 auf die deutsche Gesandtschaft zu protestieren. Der stellvertretende Leiter des Außenministeriums, Dr. P a v l u, gab mit Worten der Entschuldigung feinem Bedauern über den Vorfall Ausdruck und teilte mit, daß über die drei Verhafteten bereits eine Polizei strafe von 14 Tagen Arrest verhängt worden fei. Schritte, Proteste usw. seien Dinae, von denen man besser nicht leichtfertig spreche. Man lebe nicht mehr im Jahre 1922. Rach der Unterzeichnung des Viermächtepaktes genössen die vier Großmächte völlige Gleichberechtigung, und Verfahren, wie sie in früheren Jahren möglich waren, seien heute eine flagrante Verletzung des gegenseitigen vertrauens und der gegenseitigen Achtung, die dem Pakt zur Verständigung und Zusammenarbeit zugrundelägen. Daß die Unabhängigkeit Oesterreichs vor allen Gefahren gesichert werden müsse, sei ganz klar. Man dürfe aber nicht aus dem Auge verlieren, daß alle mit einem fo großen europäischen Interesse zusammenhängenden Fragen in einer durchaus freundschaftlichen Atmosphäre geprüft, untersucht und gelöst werden müßten, wobei man sorgfältig daraus bedacht sein müsse, zu vermeiden, daß trübe und interessierte Einflüsse eine Meinung schüfen, deren einziges Ergebnis darin bestände, völlig überflüssige Verwicklungen hervorzu- rufen. Der Mussolini-Pakt verlange sowohl von der Diplomatie, als auch von der presse nicht nur eine neue Gesinnung, sondern auch eine neue Sprache. Die Diplomatie und die Presse Italiens, so fügt der Korrespondent des Turiner Blattes hinzu, geben seit geraumer Zeit ein Beispiel für die Behandlung der heikelsten politischen Tagesfragen und beweisen eine Zurückhaltung und eine Vorsicht, die mit Nutzen auch anderswo angewandt werden könnten. Frankreich stimmt österreichischer Polizei-Ausmflmig zu! Dollfuß will 18000 Mann Hilfspolizei gegen die Nationalsozialisten einsetzen. B e r t i n , 5. Aug. (TU.) wie der pariser Berichterstatter der „Berliner Börsenzeitung" berichtet, hat der österreichische Bundeskanzler Dollfuß bei der französischen Regierung die Errichtung einer österreichischen hilsspolizei von 1 8 0 0 0 Mann zur Riederkämpfung der nationatfoziatistischen Bewegung in Oesterreich beantragt. Die Hilfspolizei soll rein m i - titärischen Charakter haben, militärische Bewaffnung tragen und dem kriegs- Abendbörle tWn(M 1. M. 4. Aug. Die AbeiM , zeigte meist leichi nfldjget1;1- ift war wieder als minimal von den schwächeren Auslaß :gung ausgehen konnte. - t52 um 0,75 Prozent flM harpener gaben H,25 |roj "nach. Elektr. Licht 8-Kraft lora 'MÄ- °'|'A ejhe wurde eine Kteimg eil ^ «"oÄ“ AeÄ'UA'LL Im Mittelpunkt des Kampfes um die Vorherrschaft im kontinentaleuropäischen Wirtschafts- raum steht das Donaugebiet Durch die Pariser Vorortsverträge ist dieser Teil Europas politisch zerstückelt und balkanifiert worden. Der große Plan Frankreichs, für den in erster Linie Tardieu zielbewußt vorgearbeitet hat, der heute als das Ziel der französischen Politik angesehen werden kann, besteht darin, in Oft- und Südosteuropa ein einheitliches, von Frankreich beherrschtes und kontrolliertes W i r t s ch a f t s g e- "biet zu schassen. Gelingt dieser Plan, so werden die zwischen Frankreich und der osteuropäischen Hinfluhsphäre Frankreichs liegenden mittel- und lüdeuropäischen Länder auch wirtschaftlich ein» -gekreist und isoliert sein. Polen, die Tschechoslowakei, Jugoslawien und Rumänien sind 3u Stützen dieses neuen französischen Wirtschafts- leiches bestimmt. Entscheidend für fein Zustandekommen ist die Frage, ob es Frankreich gelingt, den Donauraum, also Oesterreich und 11 n - ■flam fest in dieses neue Imperium einzu- ■flliedern In diesem Falle wurde der fünftige, unter französischer Führung stehende Wirtschaftsraum von Spanien und Rord- . Winckler, übertragen. Großes Arbeiisbeschaffungs- programm -er Reichspost. Berlin, 4. Aug. (WTB.) Die Deutsche N e i ch s p o st hat im zusätzlichen Arbeitsbeschaf- fungsprogramm für 1933 Arbeiten in Höhe von 76,6 Mill. Mark vorgesehen. Der größte Teil der Summe entfällt auf das Fernmeldewesen, und zwar 54,9 Mill. Mark. Das Hochbaugewerbe ist an dem Arbeitsbeschaffungsprogramm mit 15,5 Mill. Mark beteiligt. An den Fahrzeugbau werden weitere Aufträge in Höhe von 5,5 Mill. Mark vergeben, und zwar 1,6 Mill. Mark für den Bau von Bahnpostwagen und 3,9 Mill. Mark für den Bau von Kraftomnibussen sowie von Land- und Orts» Die"8ergebung der Aufträge ist mit b e st i m m - ten Verpflichtungen für die Unterneh- m e r verbunden, u. a. Durchführung der Arbeiten, soweit möglich, durch neu einzustellende Erwerbslose hierbei in erster Linie Berücksichtigung von Kinderreichen, Familienernährern und langfristig Erwerbslosen, insbesondere solchen, die der SS., SA SAR. oder der SSt. angehören. Bei der Vergebung der Arbeiten wird die Deutsche Reichspost wie bisher mittlere und kleinere Betriebe möglichst weitgehend berücksichtigen. Oie Treue der Saar zum 2Reid). Berlin, 4. Aug. (CAD.) Angesichts der immer wieder von französischen Quellen gezeigten saarseparatistischen Propagandakampagne ist eine Entschließung bemerkenswert, die in der Stadtverordnetensihung des neu gewählten Gemeinderats in Dud - Weiler angenommen worden ist und die ein eindeutiges T r e u b e k e n n t n i s zum Aeich darstellt. Besondere Beachtung verdient dabei, daß bei der Aussprache über diese Erklärung der Deutschen Front auch die kommunistischen Gemeinderatsmitglieder sich deutlich gegen den Saarseparatismus ausgesprochen und gegen die Vertreter der separatistischen Partei gestimmt haben. Das Urteil im Lindenfelser Prozeß. Darmstadt, 5. August. (TU. Drahtmeldung.) Rach mehrtägiger Verhandlung vor dem Sondergericht wurde heute mittag das Urteil im Prozeß wegen der Vorgänge am 26. Februar dieses Jahres in Lindenfels im Odenwald, wobei der Hitlerjunge Erößmann aus Pfungstadt erstochen worden war, gefällt. Das Gericht verurteilte den Haupt- angeklagten Ludwig Büchler wegen schweren Landfriedensbruchs in Tateinheit mit Totschlag entsprechend dem Strafantrag des Staatsanwalts zum Tode bei Ehrverlust auf Lebenszeit. Sein Vater Josef Büchler erhielt 10 Jahre Zuchthaus wegen schweren Landfriedensbruchs in Tateinheit mit Tot- fchlagoerfuchs. Weiter erhielten Johannes Maurer 7 Jahre Zuchthaus, Adam Unger und Hans Maurerje 4Jahre Zuchthaus wegen schweren Landfriedensbruchs. Wegen einfachen Landfriedensbruchs Philipp Llnger 3 Jahre Ge - f ä n g n i 5 und Jakob Katzenmeier 1 Jahr Gefängnis. Die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. Lloyd George klagt Sir Grey an. Ein bedeutsamer Beitrag zur Kriegsschuldsrage. London, 2. August. (TU.) Der „D a il y Telegraph" veröffentlicht Auszüge aus den Kriegs- erinnerungen von Lloyd George. Er belegt hierin Sir Edward Grey, den britischen Außenmini- st r bei Kriegsausbruch, mit wenig schmeichelhaften Ausdrücken und schiebt ihm eine große Verantwortung für d i e N i ch tverhinde- rung des Kriegsausbruches im Jahre 1914 zu. Hätte Sir Edward Grey Deutschland rechtzeitig gewarnt, so meint Lloyd George, und darauf aufmerksam gemacht, daß England unter bestimmten Voraussetzungen genötigt sei, den Krieg zu erklären, so würde der Ausgang der verhängnisvollen Julikrise 1914 ein anderer gewesen sein. Für Deutschland ist diese Erkenntnis von Lloyd George außerordentlich beachtlich. Ist er es doch gewesen, der noch 1921 die deutsche Verantwortlichkeit für den Krieg als grundlegend für das Versailler Diktat und als abgeurteilte Lache angesehen wissen wollte. Roch 1932 fyat Lloyd George in seinem Vuch „Die Wahrheit über Reparationen und Kriegssckmldlüge" Deutschland sehr einseitig belastet mit den Worten: „Die Herrscher Oesterreichs und Deutschlands wählten den Krieg und auf dem Kampfplatz des Krieges fiel das Urteil gegen sie aus." Wenn er jetzt, wie auch in vielen anderen Äußerungen, von dem Standpunkt einseitiger Kriegsschuld Deutschlands abrückt und das Versagen des leitenden englischen Staatsmannes hervorhebt, so hat Deutschland alle Ursache, dies mit Genugtuung zur Kenntnis zu nehmen. Wir können dabei noch hinzufügen, daß die außergewöhnlich starke Stellung, die England gerade in der Julikrife 1914 einnahm, es in die Lage versetzt hätte, den drohenden Weltkonflikt zu verhindern, wenn es dies ernsthaft hätte tun wollen. Die Möglichkeit zu einer solchen ehrlichen Vermittlerrolle kam aber für die britische Politik der damaligen Zeit deswegen nicht in Betracht, weil sie durch ihre „unverbindlichen" Absprachen mit Frankreich und Rußland innerlich nicht mehr frei genug dazu war. Wenn wir Serbien, Frankreich und Rußland vor- roerfen können, daß ihrer Politik Ziele vorgeschwebt haben, die nur durch einen europäischen Krieg zu verwirklichen waren, so besteht die Verantwortlichkeit Englands am Kriegsausbruch darin, daß es die französische und russische Diplomatie zur Fortsetzung dieser Politik ermunterte und sich moralisch zu einer weitgehenden Parteinahme verpflichtete. Aus aller Well. 200 Arbeitsdienstfreiwillige bei den Bayreuther Festspielen. Durch die Bemühungen des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda ist zum ersten Male der deutschen Jugend im Arbeitsdienst die Teilnahme an den Bayreuther F e st s p i e - l e n ermöglicht worden. 200 Arbeitsfreiwillige aus allen deutschen Gauen weilen z. Zt. in Bayreuth. Bei der Besichtigung der Sehenswürdigkeiten Bayreuths legte Hauptmann a. D. Herbert M o l e n a r als Gestalter der Freizeit Wesen und Bedeutung Wagners für uns Nationalsozialisten wirkungsvoll dar. Am ersten Tag begrüßte Ministerialrat H a e g e r t als Vertreter des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda die Kameraden vom Arbeitsdienst unter der Fahne unseres Dritten Reiches und dem Banner des Arbeitsdienstes, das auf dem Feftquartier feierlich gehißt wurde. In einer vom Erleben Bayreuths ergriffenen Stimmung legte Ministerialrat H a e g e r t eindrucksvoll dar, daß die Arbeitsdienstkameraden dieses einzigartige Erlebnis dem Führer zu verdanken haben, der durch Minister Dr. Goebbels der deutschen Jugend, die zu ihm in innerster Gefolgschaft ^teht, diese Festtage ermöglicht habe. Zum ersten Male, so betonte Haegert, ist es Tatsache, daß Freiwillige des Arbeitsdienstes aus allen Teilen unseres Vaterlandes zu den Festspielen hier weilen, und dieses Zusammensein sei ein Abbild der deutschen Volksgemeinschaft, die zum ersten Male in der deutschen Geschichte Adolf Hitler verwirklicht habe. Stratofphären-Flug in USA. Zu dem bevorstehenden Stratosphärenflug des amerikanischen Kapitänleutnants Settle werden folgende Einzelheiten gemeldet: Der Inhalt seines Ballons „Century of progress“ faßt 600 000 Kubikfuh, d. h. er ist um 100 000 Kubikfuß größer als der P i c c a r d s. Der Ballon ist 15 Stockwerke hoch und besteht aus gummiertem Seidenstoff. An dem unteren Teil der Gondel sind zwei getrennte Apparate zur Llnter- suchung der Kosmosstrahlen angebracht, der eine von dem Chicagoer Professor C o m p t o n und der andere von dem kalifornischen Professor Millikan, die verschiedene Strahlentheorien vertreten. Die beiden Gelehrten sind Aobelpreis- träger. Settle will bis zum Sonntagmorgen (Aeuyorker Zeit) in etwa 15 000 Fuß Höhe bleiben und danach die durch Sonnenstrahlen bedingte Expansion der Wasserstoffgase zum Rekordhöhenflug ausnutzen. Während seines Fluges wird er in der hermetisch verschlossenen Gondel in größerer Höhenlage künstlichen Sauerstoff atmen. Die Landung ist in der Rächt zum Sonntag oder am Sonntagmorgen beabsichtigt. Settle hofft, eine Höhe von 55 000 Fuß zu erreichen, wo eine Kälte von 48 bis 50 Grad Cels. herrscht. Kapitänleutnant Settle aus Chikago ist heute (Samstag) 9 Uhr MEZ. zu seinem Stratosphärenflug aufgestiegen. 5000-rNark-Spende der Deutschen Drogistenschaft. Der Führer der Deutschen Drogistenschaft hatte zur Sammlung der Adolf-Hitler-Spende für „Opfer der Arbeit" aufgerufen. Unter Vorantritt des Deutschen Drogisten-Verbandes und namhafter Beteiligungen der drogistischen Genossenschaften wurden 5000 Mark gesammelt. Der Betrag muß für einen unter der Not der Zeit besonders stark leidenden Be- russstand als recht stattlich bezeichnet werden. Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, hat in einem Schreiben an den Vorsitzenden des Deutschen Drogistenverbandes den herzlichsten Dank ausgesprochen und die Weiterleitung der Summe an die zuständige Stelle des Propagändaministeriums angezeigt. Verkehrsunglück an der kahbach. — Ein Toter, drei Verletzte. Bei einem Möbeltransport von Schönau (Nieder- schlesien) nach Michelsdorf überfuhr der Wagenzug die Brückenmauer in Schönau und stürzte vier Meter tief in d i e Katzbach. Der Führer und ein Mit- fahrer erlitten Rippenbrüche und Armverletzungen, konnten sich aber noch aus dem Wasser retten. Ein weiterer Mitfahrer, der 30jährige ledige Heinrich Scholz, erlitt einen Genickbruch und mar sofort tot. Ein vierter Mitfahrer lag im Fluß einge« quetscht. Es war sehr schwierig, ihn unter dem Ge- wicht des schweren Wagens freizubekommen. Schließlich gelang es ihn zu retten, doch hat er sehr schwere Verletzungen erlitten. Zwei Pfadfinder ertrunken. Eine Gruppe von Pfadfindern, die am Strande bon Biarritz ihre Zelte aufgeschlagen hatte, wurde von einer Sturzwelle überrascht. Als die Welle zurückgeströmt war, stellte man fest, daß zwei der jungen Leute verschwunden waren. Ihre Leichen wurden später an den, Strand geworfen. Erdbeben in Kroatien. Die „Prawda" berichtet aus Agram, daß dort ein starkes Erdbeben verspürt wurde. Die Bevölkerung sei in größter Verwirrung auf die Straße gestürzt. Die Erdstöße seien in der Richtung Süd-Rord verlaufen. Das Zentrum des Bebens habe zehn Kilometer südlich von Agram gelegen. Dammbruch und Ueberfchwemmung in Amerika. Der Colorado durchbrach etwa 40 Meilen von Denver entfernt infolge ungeheurer Wolken- b r ü ch e in der Rächt den Castlewooddamm. Eine Wassersäule, anderthalb Kilometer breit, raste innerhalb weniger Minuten über zahlreiche Ortschaften hinweg und zerstörte Eisenbahnbrücken, Landstraßen, sowie sämtliche Telephon- und Telegraphenleitungen. In Denver selbst wurde die große Boulevardbrücke über den Cherrycreek, sowie zahlreiche Villen fortgeschwemmt. Es wird befürchtet, daß zahlreiche Personen ertrunken sind. Der Schaden ist noch nicht zu übersehen. Nach einem Funkspruch aus Denver (Colorado) hat die Ueberfchwemmung des Cherry-Fluffes zwei Menschenleben gefordert. Schaden ist in Höhe von einer Million Dollars ahgerid)tct worden. Englischer Flugverkehr für die Goldsucherkolonie in Labrador. Einige ehemalige englische Kampfflieger haben sich zusammengetan, um für die mehrere tausend Köpfe zählende Goldsucherkolonie im Inneren Labradors einen regelmäßigen Flugverkehr zwischen der Küste und dem neuen Goldfeld einzurichten. Dadurch wird die Reisedauer von dem Goldfeld nach dem nächsten Verkehrszentrum auf wenige Stunden vermindert, während bisher die Fahrt im Hundeschlitten drei bis fünf Wochen dauerte. Eine Jacht wird in etwa sechs Wochen mit mehreren Flugzeugen an Bord von England nach Labrador abgehen. Die neue Transportmöglichkeit hat, abgesehen von der beträchtlichen Zeitersparnis, den Vorteil größerer Sicherheit, da die Gefahr räuberischer UeberfäUe auf die Goldtransporte aus» geschaltet wird. Der Leiter des Unternehmens ist Major D r a p e r, dem seine Kameraden tm Weltkriege wegen seiner waghalsigen Taten den Beinamen „der verrückte Major" gaben. 1931 hat er zum letzten Male von sich reden gemacht, als er unter der Londoner Tower-Brücke durchflog. Munitionslager in Nikaragua in die Luft geflogen. Wie aus Managua in Nikaragua gemeldet wird, ist dort das Hauptmunitionslager Canto de Marte in die Luft gepflog em Das Llnglück ereignete sich, während die Bevölkerung einer traditionellen örtlichen Festlichkeit auf dem Santo Domingo-Plah beiwohnte. 30 Zivilgardisten wurden getötet oder verwundet. Die Explosion rief in der Stadt eine Panik hervor. Die Bevölkerung glaubte zuerst an ein Erdbeben. Bootsunglück auf dem Ganges. — 26 Inder ertrunken. Ein Boot, das den gerade im Steigen begriffenen Ganges bei Benares überqueren wollte, schlugum. 26 Inder, darunter mehrere Frauen, ertranken. Aus der Vrovinzialhauptstadt. Ein frohes Gemüt. So verschieden auch die Aeußerungen des Gemütslebens sein mögen, so fließen sie doch in zwei Grundstimmungen zusammen: heitere und trübe, die freilich in den verschiedensten Graden auftreten können als Zufriedenheit, Heiterkeit, Frohsinn, Aus- gelassenheit oder Beklommenheit, Ernst, Kummer, Trübsinn, Kleinmut. Glücklich derjenige, der sich zur Arbeit an sich selbst ein heiteres, frohes Gemüt erworben hat: ohne leichtsinnig zu sein, ist er stets freudig gestimmt, nimmt alles von der besten Seite und weiß selbst am Schlimmen noch etwas Gutes herauszufinden. Ja, ein frohes Gemüt ist die Grundlage unseres gesamten Lebensglückes; daher sagt Goethe: „Das größte Glück im Leben und der köstlichste Gewinn ist ein guter, leichter Sinn". Aber nicht nur glücklich und unglücklich macht den Menschen das Gemüt, sondern es ist auch die Grundlage der Kunst und aller echten Sittlichkeit und Religion. Wer sich in der rechten, heiter-ernsten Gemütsverfassung befindet, kann klarer denken, fröhlicher schaffen und sicherer handeln. Nicht während das Herz von Leidenschaften aufgewühlt wird, schafft der Künstler, der Denker. Nur im klaren See spiegeln sich alle Gestirne. Nur der gemütvolle Mensch hat ein Herz für die Armen und Verlassenen, für die Kranken und Unglücklichen, aber auch nur der gemütvolle Mensch kennt das göttliche Gefühl der Mitfreude, jenes Gefühl, von dem Jean Paul Jagt: „Zum Mitleid gehören Menscheck, aber zur Mitfreude gehören Engel." Was haben wir zu tun, um die Gemütsbildung naturgemäß zu fördern? Das erste ist die Sorge für die körperliche Gesundheit. Der Gesunde fühlt sich leichter, frischer, kräftiger als der Kranke. Gesundheit erzeugt daher Frohsinn. Die Aerzte haben gar nicht so Unrecht, wenn sie behaupten, das Gemüt stecke eigentlich im Blute. Eltern sollen deshalb auch für eine vernünftige Pflege der Gesundheit ihrer Kinder mit allem Ernste besorgt sein. Aber es gibt noch einige vorzügliche Mittel, das Gemüt zu bilden, die nicht unerwähnt bleiben dürfen. Da ist vor allem die Musik, die wie ein geistiges Bad für die kranke Seele ist: die Poesie, „Sie da wecket der dunklen Gefühle Gewalt, die im Herzen wunderbar schliefen" und die Natur, die wie eine Mutter immerfort ihre Arme gegen uns ausbreitet, wenn auch alle Menschen uns verlassen. Doch wichtiger als alles bisherige ist das Familienleben, das einen Heranwachsenden Menschen umgibt. Gibt es etwas, was das Gemüt zu bilden und ihm eine durch das ganze Leben hindurchgehende freudige Stimmung zu geben imstande ist, so ist es ein schönes, herzliches und herzinniges Familienleben. M. ©r* / Franz Soldan 60 Jahre alt. Am morgigen Sonntag, 6. August, kann Stadtratsmitglied und Gastwirt Franz Sold an, Seltersweg 50, in ausgezeichneter Frische seinen 60. Geburtstag begehen. Herr^Soldan, ein Mann von echtem deutschen Wesen, ein glühender Patriot mit vorbildlicher sozialer Gesinnung, wurde im Jahre 1919 nach dem Schanddiktat von Versailles aus dem Elsaß ausgewiesen. Er kam als ein Opfer seiner unverbrüchlichen aufrechten deutschen Gesinnung, die den Franzosen natürlich ein Dom im Auge war, nach Gießen und gründete sich hier zunächst in einer Gastwirtschaft am Oswaldsgarten eine neue Existenz. Als alter und begeisterter Soldat — er war Leibhusar — galt sein Interesse und seine Arbeitskraft alsbald auch hier dem Zusammenschluß der alten Kavalleristen in unserer Stadt. Er schloß sich dem Kavallerieverein an und betätigte sich in dessen Reihen so vorbildlich, daß er schon nach kurzer Zeit zum 1. Vorsitzenden des Vereins gewählt wurde. In dieser Eigenschaft stand er an der Spitze des Ausschusses, der im Jahre 1927 den großen Kavalleristentag in unserer Stadt organisierte und dessen Seele und Mittelpunkt bei allen Arbeiten Franz Soldan war, der sich mit bewunderungswürdiger Hingabe und Begeisterung für die große Sache einsehte. Der glänzende Verlauf dieser bedeutsamen Veranstaltung, die eine ausgezeichnete Werbung für den Wehrwillen und die Wehrfreudigkeit namentlich in der Heranwachsenden Generation unseres Gemeinwesens war, belohnte die unermüdliche und opferfreudige Arbeit Franz Soldans als oberster Leiter des Ausschusses in schönster Weise. Die nationalsozialistische Freiheitsbewegung fand in ihm, dem alten soldatischen Kämpfer, ebenfalls einen der eifrigsten Anhänger und tatkräftigsten Verfechter. In der SA., in der er feine ganze Persönlichkeit für die Idee und die Arbeit des Volkskanzlers Adolf Hitler einsetzte, wurde er innerhalb unserer engeren Heimat ein unerschrockener, nie erlahmender kämpfender Wegbereiter der nationalsozialistischen Revolution. Auf diesem Wege hatte er unter Dem früheren Snstem mit vielfachen Schwierigkeiten zu ringen, er setzte sich aber trotz zahlreicher Opfer und Bedrängnisse gegen alle Widersacher durch und erlebte als Führer des Reservesturms 11 der SA.-Standarte 116 die Freude des Erfolges seiner Arbeit, sowohl in dem politischen Siege der NSDAP., wie auch in der Gründung einer ganzen Reihe von Abteilungen seines Reseroesturms in den Orten um Gießen herum. Mit seinen Kameraden in der SA.» Peseroe fühlt er als Führer des Sturmes sich in echtem deutschen Soldatengeist eng verbunden. Die gleiche aufrichtige Verbundenheit besteht für ihn mit dem schwer bedrängten Mittelstand, der an ihm in seiner Eigenschaft als Mitglied des Gießener Stadtrats und als einer der führenden Männer des Kampfbundes für den gewerblichen Mittelstand einen energischen Führer und Vorkämpfer besitzt. In weiten Kreisen der Bürgerschaft von Gießen und Umgegend kann sich der Jubilar, der auch unter seinen Berufskollegen bestes Ansehen besitzt, mit Recht großer Wertschätzung erfreuen. Walter Bergner zum Regierungsrat ernannt. Das Hessische Personalamt gibt bekannt: Herr Walter Bergner wurde mit Wirkung vom 26. Juli 1933 zum Regierungsrat in der Ministerialabteilung III ernannt. Dazu schreibt die Staatspressestelle: Regierungsrat Bergner wurde am 31. August 1904 in Schmiedeberg im Erzgebirge geboren. Rach dreijähriger kaufmännischer Lehre und sechsjähriger kaufmännischer Tätigkeit in Pridatunter- nehmungen in Annaberg trat er am 1. Mai 1928 in die Abteilung: für Wirtschaftspolitik des DHIL in Berlin-Wilmersdorf ein. Rach dem er durch seine berufliche Tätigkeit als Geschäftsführer des DHV. in Hamburg, Offenbach a. M.» Frankfurt a. M. und Mainz reiche Erfahrungen auf Wirtschafts- und handelspolitischem Gebiet gesammelt hatte, erfolgte am 5. April 1933 seine Berufung zum Beauftragten des Staatskommissars für Arbeiterfragen und mit dem 26. Juli 1933 seine Berufung in das Deamtenverhältnis. Regierungsrat Bergner ist Mitglied der RSDAP. seit 1925 mit der Mitgliedsnummer 12 458. Er war Gründer und Ortsgruhpenleiter der Ortsgruppe Annaberg im Erzgebirge, in Berlin-Wilmersdorf stellvertretender Sektionsführer und zugleich 1929 der erste nationalsozialistische Betriebsrat beim DHV. Im Jahre 1932 wurde er zum Geschäftsführer des Gauwirtschaftsbereiches bestimmt. Veruntreuungen des Direktors des Veterinär-Lintersuchungsamts. Der heutige Bericht der Gießener Kriminalpolizeistelle meldet: Der hiesigen Polizeidirektion — Kriminalpolizei stelle — wurden vor einiger Zeit Mitteilungen über Verfehlungen des Direktors des hiesigen Veterinär-Llnkersuchungsamtes, Dr. Roß köpf, gemacht. Es wurden demselben eine ganze Reihe von Veruntreuungen zum Rachteil des Staates zur Last gelegt. In dem daraufhin eingeleiteten Ermittelungsverfahren fanden die erhobenen Beschuldigungen zum Teil ihre Bestätigung, bei zahlreichen anderen Fällen bedarf es noch der weiteren Aufklärung. Jetzt schon ist der Beweis erbracht, daß sich Dr. R o ß k o p f recht beträchtliche Verfehlungen hat zuschulden kommen lassen, und daß er seine Stellung als Direktor des genannten Amtes in fortgesetzter Weise für seine Privatzwecke ausgenutzt hat. Er wurde deshalb am 1. d. M. vorläufig festgenommen und am nächsten Tage der hiesigen Staatsanwaltschaft und dem Amtsgericht zugeführt. Letzteres hat gegen Dr. Rotz köpf Haftbefehl erlassen. In die Affäre ist auch das im Veterinär-Llntersuchungs- amt beschäftigte Personal zum Teil verwickelt. Die Untersuchung nimmt ihren Fortgang. Eingestelltes Verfahren wegen Landfriedensbruches. In der Rächt zum 15. März kam es in Eschenrod (Är. Schotten) zu einem Zwischenfall, bei dem ein großer Teil der Ortseinwohner sich gegen eine Familie des Dorfes wandte, deren Angehörige bei der Einwohnerschaft mitz- liebig geworden waren. Die Auseinandersetzung führte zu lebhaften Auftritten, bei denen u. a. auch einige Schüsse fielen und Verletzte zu verzeichnen waren. Der Vorfall hatte gegen eine Anzahl Einwohner von Eschenrod ein gerichtliches Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruches zur Folge. Runmehr ist dieses Verfahren durch Gerichtsbeschluß auf Grund der Amnestie vom 21. März d. I. eingestellt worden. Stunde der SA. im Oeutschlandsender Wie das Vdz.°Dureau meldet, wird der Deutschlandsender im Einvernehmen mit der SA. noch im Laufe des August eine regelmäßig wöchentlich zu bestimmter Zeit stattfindende Stunde der SA. einrichten. In Aussicht genommen ist die Zeit von 20 bis 21 älhr an jedem Freitag. Im Rahmen dieser tückl°s programmänöerung des Deutschlandsenders. bemüht, seinen Gästen den Aufenthalt in seinem Bahnhofstraße: „Kaiserwalzer' *• Spende zur Förderung der na- tionalen Arbeit. Die Leitung und die Angestelltenschaft der Firma Dänninger I rn. b. H., Gießen, stellen ab 1.3uli bis auf D äteres 1 Prozent ihres Monatseinkommens als fr äwillige Spende zur Förderung der 'nationalen Arbeit zur Verfügung. '* Zahlungsanmahnung. In einer Be- ' laimtmachung im heutigen Anzeigenteil wird das -chulgeld für die hiesige Studienanstalt (Juni 1933) die Wohnungsmiete aus städtischen Häusern 3mi 1933) und das erste Ziel der Vorauszahlung an Zeineinde-, Kreis- und Prooinzialumlage einschließSttmde der SA. wird der Deutschlandsender Hörspiele, musikalische Veranstaltungen, in der .Hauptsache jedoch Reportagen aus dem SA.-Leben, Berichterstattungen von großen Ingen geboten. Der Aufenthalt in Sonthofen Met alles in allem einschließlich Hin- und Rück- iaHrt 72 Mk. Prospekte sind beim Mittel- :wropäischen Reisebureau Frankfurt a. M. (Haupt- nahnhof) und beim Hapag-Reisebureau K re- jnr, ©icben. Seltersweg 89, erhältlich. An die- 'r: Stellen werden auch Anmeldungen entgegen* glommen. Auf die heutige Anzeige sei beson- Xürs aufmerksam gemacht. Aufmärschen. Sturm-, Trupp- und Scharabenden, le Eningen usw. bringen. Weiter werden Vorträge i-elehrender Art, InstruktionSobende über organisatorische und andere Reuerungen in dieser stunde Platz finden. Schließlich ist vorgesehen, 'ie maßgebenden und verdienten Führer der SA. durch daS Mikrophon zur SA. sprechen zu lassen. 1 d) 5 • Ääs •"ÄÖS 8äs5S: ‘ogua ;n \. n die £uif... in qm». Wogen, ■itmuniff Bemelbtt '•»« »h s'ch, tDährenh k°8en- mellen HEJ 6lt 2e- ^mingocqji^1} Jeslljch, ’ Wi (Banges — tttnin(en. wÄ',8*« pW. «Sä«? e.*Ää: rfe?tn in d-r SA, Jr be5 vlurms sich m ech. 9eiil eng verbunden. T je Verbundenheit besteht für i>°ngtcnMi,lMnd.der°n ^ °ls Mitglied des Gießener 11 öer lehrenden Männer de, fewerblichen Mittelstand einen 1 Dortämpfer besitzt. ^Bürgerschaft van Giehen ch der Jubilar, der auch unter bestes Ansehen besitzt, inü tzung ersteuen. 'zumWerungsrat •nannf. ‘lonalamt gibt bekannt: ner wurde mit Wirkung ' »um Aegierungsrat in der II ernannt Staatspressestellc: n e r wurde am 31. Augui 1 im Erzgebirge geboren nännifäer Lehre und secht- Sätigleit in ^ritxmnrttt- g trat er am 1. QRai 10ä irtschastspvlitik ein. er öiä it aU GejchcrVsiührer bei ffenbach a. 1, Iranklurt ie Erfahrungen auf wirt- >liiifchem Gebiet gesammelt April 1933 seine Derusung i tztaatskommissars sur L> dem 26. Juli 1933 seine 2r- rtenverhalmis. Aegierung^ Mitglied der AvDAP. stü edsnummer 12458. fc M ■uhtienlcitcr der Ortsgruppe irge, in Derlin-Dilmers^ ionsführer und zugleich M lialistifche *32 wurde schaftsbereichcs bestimmt l8Cn6e«0iretW [infMu nö^amw. Ser Siebener MJjJ* fiiefigen Polizeidlrektw _ wurden vor em«« M -rfchlungen des Direkt^ ^Ilntersuchungsamtes, Dr. Ss ®uri",n?Lrn »iti “Ä' klärung- re» sich Dr. ^P.aben ft>mmen zen ine ^j|e für ‘"’lÄlsrW*.* genutzt t>at, cn und am ,gm StaatM'ffS gt£ Lik«. Ml. V di! A'ÄrfuW ’S*'*««. . Lersahren^en edenSbrm^ h * 15 Aiärz l^-i,chen. fielf*» HZU 22unT@runb der i* jTu ••y’«** itad- fjeufe so angenehm wie möglich zu machen, hat sich entschlossen, das große Gastzimmer von einer iilüche von etwa 160 Quadratmetern auf etwa 300 2iiabratmeter zu vergrößern. Durch das Aus- tnechen verschiedener Wände und durch die Einbeziehung verschiedener kleinerer Räume konnte der ?roße Gastraum wesentlich erweitert werden. Gleich- zr itig wurden aus den bisherigen acht Fenstern des Vlvstzimmers fünf große Fenster geschaffen, die be-m Raume den Charakter des Freundlich-Hellen vLlmitteln werden. Durch den Einbau von Schiebetüren wird die Möglichkeit gegeben sein, den großen Reum für eventuelle geschlossene Gesellschaften nach Bedarf zu unterteilen. Der gesamte Gastraum wird 7Llh seiner Fertigstellung 300 Personen fassen fön- nen. Eine weitere Umwandlung erfahren das Vesti- 5 bill und der bisherige Empfanysraum, die beide mo- btrner gestaltet werden. Schließlich wird noch ein 8ierkeller geschaffen, in dem offenes Vier zum Aus- fchank gelangen wird. Die Arbeiten, die feit etwa drei Wochen in vollem Gonge sind, hofft man bis Mitt« September oder »Anfang Oktober fertigstellen zu können. Mit der Ausführung der umfangreichen Umbauarbeiten wurden nur Gießener Handwerker beauftragt. Ledig- lifj die notwendigen Spezialeinrichtungen (Schiebe- tüten usw.) werden von den einschlägigen Firmen .Hbezogen. Der Entschluß zum großzügigen Umbau verschafft einigen Gießener Handwerkern für geraume Zeit lohnende Arbeit. Gictzencr Wochcnmarktpreise. M Gießen, 5. Aug. Auf dem heutigen Wochen- morft kosteten: Landbutter, das Pfund 1,25 Mark, fodjbuttcr 1,— Mark, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 1 tig 10, Wirsing (grün), das Pfund 10, Weißkraut i, Rotkraut 10 bis 12, Gelbe Rüben 12, Rote Rüben 11^ Spinat 20 bis 25, Römifchkohl 10, Bohnen (grün) 10 bis 15, (gelb) 12 bis 15, Erbsen 15, Mischgemüse 10, Tomaten 25, Zwiebeln 10, Pilze 25, Kartoffeln i|iir heute an anderer Stelle mitteilen, am Dienstag, b. August, die Stadt Kassel, um von dort aus im 6-vnderzug nach Frankfurt a. M. zu fahren. Der Zug passiert dabei um 10.02 Uhr den Bahnhof Gießen, rhne jedoch zu halten. Umbau des Hotels Prinz Carl. Die Gießener Geschäftswelt läßt es sich im Rah- nun des Möglichen angelegen sein, ihr Teil zur Ar- ieitsbeschafsung beizutragen. Wer gegenwärtig über len Selterswea aehl, kann die Beobachtung machen, lafj das Hotel Prinz Earl in seinem Erdgeschoß eine grundlegende Umgestaltung erfährt. Der Jn- : aber, Herr Borchert (in dessen Besitz sich das Ijetel schon seit dem 1. Juni 1906 befindet), stets — Sonderfahrt in das Allgäu. Sirte billige Sonderfahrt in das bayerische All- gähi veranstaltet das Mitteleuropäische Reise- buireau in der Zeit vom 12. bis 20. August. 3n ten Höhenluftkurort Sonthofen (748 Meter über b. M.), bei Oberstdorf, ist ein achttägiger Erho- uigsaufenthalt vorgesehen. Dort ist Gelegenheit ua lohnenden Spaziergängen und herrlichen Aus- lich Sonbergcbäubefteuer 1933 zur Zahlung bis 14. August angemahnt. Es sei besonders darauf aufmerksam gemacht. "Der nächste Rindvieh- (Nutzvieh) M a r kt findet am Dienstag, 8. August, und der nächste Schweinemarkt am Mittwoch, 9. August, statt. Auf die Bekanntmachuna im heutigen Anzei- genteil fei besonders hingewiesen. ” Der Schiff enverg im Lichtbild. Der Schisfenberg, der durch seine historische Bedeutung und seine Raturschönheiten von jeher besondere Anziehungskraft ausübt, hat sich in den letzten Jahren, dank rühriger Tätigkeit der Hcimatvereinigung Schiffenberg viele neue Freunde erworben. Der von der Heimatvereinigung durchgeführte Photowcttbewerb hat das Interesse für den Schiffenberg und seine herrliche Umgebung in besonderem Maße geweckt. Unter den zum Wettbewerb eingercichten Bildern befinden sich viele neue Motive, die bis jetzt noch nicht im Bild festgehalten wurden. Don besonderem Reiz ist der Schiffenberg, wenn er vom Mondschein überstrahlt liegt. Ein Abend bei Mondenschein -auf Schiffenbergs Altan entschädigt für manche entgangene Serienreife. Wer noch Fröhlichkeit sucht, findet sie bei dem am heutigen Samstag stattfindenden Mondscheinfest. Auf die heutige Anzeige sei hingewiesen. •• Besuchszeiten der Museen am Sonntag. Die Sammlungen und Museen im Alten und Neuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. Drei Fälle |t>or dem Frankfurter Sondergericht. Frankfurt a. M., 3. Aug. (WSN.) Wegen unberechtigten Tragens eines Abzeichens hatte sich ein Mann namens K atz k y zu verantworten, der erklärte, wenn er auch Nichtarier fei, so sei er doch ein unentwegter Vorkämpfer der nationalen Bewegung. Der Angeklagte will 1922 aus dem Juden- tum ausgetreten sein und später eine kommunistische Zelle ausspioniert haben. Der Nachrichtenbienft der SA. ermittelte, daß Kahky kommunistischer Funktionär war und es besteht der Verdacht, daß er der KPD. noch angehört. Er hatte sich zur NSBO. an- gemeldet und versicherte in der Aufnahmeerklärung, rein arischer Herkunft zu sein. Man überwachte ihn und schloß ihn mit dreizehn anderen Leuten eines Tages aus, wobei ihm ausdrücklich gesagt wurde, daß er als Jude nie Mitglied sein könne. Nach einer Weile meldete sich K a tz k y an anderer Stelle zur Partei an und trug Abzeichen, ohne daß seine Ausnahme erfolgt war. Der Angeklagte wurde zu z w e i Monaten Gefängnis verurteilt. Ein in Haft befindlicher kaufmännischer Angestellter sollte ein Greuelmärchen verbreitet und sich dahin geäußert haben, daß in Konzentrationslagern Verstorbene nicht auf die Todesursache untersucht, die Aerzte die Leichen nicht besichtigen und die An- gehörigen die Leichen nicht mehr sehen dürften. Die Anzeige gegen den Angeklagten rourb^ erst einen Monat später als die Aeußerung gefallen war, er- stattet. Der Beschuldigte bestritt, sich so ausgelassen zu haben. Das GeriH war nicht in der Lage fest- zustellen, was der Angeklagte gesagt hatte, und sprach ihn frei. In Biebrich verbreiteten der 24jährige Schlos- ser Jakob Eser und der 22jährige Arbeiter Hermann Schmalz eine kommunistische Hetzschrift, die Lügen über den Reichstagsbrand enthielt. Es er wurde zu einem Jahr Gefängnis, Schmalz zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. llnterschlagungen bei der Gelnhäuser Ortskrankenkasse. WSR. Gelnhausen, 4. Aug. Bei der Ortskrankenkasse Gelivhausen wurden bei einer Revision Unterschlagungen in Höhe von 4000 bis 5000 Mark festgestellt, die ein Beamter im Laufe einer verhältnismäßig kurzen Zeit gemacht hatte. Bereits vor einigen Jahren waren bei der Kasse Unterschla- g u n g e n vorgekommen, die zu der Entlassung des «schuldigen führten. Bei den neuerlichen Unterschlagungen harrdelt es sich um einen Beamten der an Stelle des entlassenen eingestellt worden war. Daß der nunmehr in Haft genommene Beamte solange unbemerkt die Gelder beiseite schaffen konnte, ist nicht zuletzt Schuld des früheren Rendanten, der bereits seit einiger Zeit seines Postens enthoben wurde. Kunst und Wissenschaft. Beethovens Neunte in Bayreuth. Zum Atociten Male wurde am Freitag in Bayreuth die Reunte Symphonie von Beethoven aufgeführt. Vor 61 Jahren dirigierte sie nach der feierlichen Grundsteinlegung zum Festspielhaus am 22. Mai 1872 der Meister Richard Wagner selbst. An seiner Stelle stand am Freitagabend Richard Strauß, der das Orchester meisterhaft führte. Die Festspielsolisten hatten den Festspielchor verstärkt. Die Sänger Fritz Wolff und Dockelmann sowie die Sängerin Lilh Reiher auf der Bühne rissen die zahlreichen Zuhörer zu brausendem Beifall hin. Unter Richard Strauß' Leitung bekam das Werk seine eigene Deutung. Am Freitag, dem Todestage Siegfried Wagners, wanderten viele hundert Menschen zu seinem Grabe auf dein Städtischen Friedhof in Bayreuth. Zahlreiche Kränze und Blumengebinde wurden niedergelegt. Frau Winifred Wagner besuchte mit ihren vier Kindern schon frühmorgens das Grab ihres Gatten. Lriefkasten der Redaktion. lRechtsgutachten sind ohne Derbtnblichketl der Sdjriftleitung.) 6. R. in G. Ein Kegelklub, der dem Deutschen Keglerbunb angehört, existiert in Gießen nicht. rscncrvvrnnssagc. Nach wie vor hält der Hochbruckeinfluß Jtanb, und zwar verbleiben wir im Bereich feiner Subfeite. Es wirb somit bas sommerliche Wetter in unserem Ge- biet noch anhalten, wobei tagsüber die Erwärmung noch weiter zunimmt. . Ausfichen für Sonntag: Weiterhin meist heiter, nur leicht bewölkt, warm und trocken. Lufttemperaturen am 4. August: mittags 24,4 Grab Celsius, abenbs 19,4 Grab am 5. August: morgens 17,4 Grab. Maximum 24,8 Grad, Minimum 12.5 Grab. — Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe cm 4. August: abenbs 26,8 Grab am 5. August: morgens 19,3 Grab Celsius. — Sonnenscheinbauer Wä Stunben.____ Verantwortlich für Politik: t-D.: Emst Blumschett». Die Not des Buchdruckgewerbes Don bem A k t i o n s a u s s ch u ß für den Deutschen Buchdrucker-Verein e. D-. Bezirk Gießen und seiner Ortsvereine, wirb uns ge- schrieben: Schwer lastet bie Not der Zeit, hervorgerufen burch bas marxistische System ber Vergangenheit, auf unferm Gewerbe. Alle Versuche, die große ArbeitslosigkeitimPuchbruckgewerbe zu milbern, scheiterten an ber Tatsache, daß ber Auftragsbestand immer wei ter zurück- geht und die Buchdruckereien erhebliche Betriebs- einschränkungen vornehmen müssen. Auf Anweisung bes alten Regimes waren bie behördlichen Stellen vielfach verpflichtet, Vervielfältigungsapparate aufzustellen. Größere Behörbenstellen richteten zum Teil sogar eigene Druckereien ein. Dem schwer um seine Existenz ringenben Buchbruckgewerbe wurden dadurch die früher von ihm ausgeführten Druckauf- träge entzogen. Der Arbeitslosigkeit und ber Verminderung ber SteuerTraft würbe also absichtlichVorschub geleistet. Leiber folgte auch die Privatwirtschaft in vielen Fällen diesem dösen Beispiel und ließ ihre Rundschreiben und Prospekte usw. auf Vervielfältigungsapparaten Herstellen. Man glaubte, für feine Geschäftsempfehlungen eine billige Herstellungsart gefunden zu haben. Man glaubte ferner, mit diesen abgequetschten Erzeugnissen auch eine „Erfolgsreklame" zu erzielen. Geschäftsinhaber, bie die Wirkung solcher Vervielfältigungen kontrolliert haben, müssen zugeben, daß ber erwartete Erfolg nicht eingetreten ift Nur eine gut ausgeführte Drucksache ist die Empfehlung jedes geschäftlichen Unternehmens. Nicht die billigste, sondern die beste Ausführung wirkt, kein Unternehmer würde es zulassen, daß feine Kunden von einem Vertreter in verschlissener Kleidung besucht würden, weit dadurch feinem geschäftlichen Ansehen Schaden zugefügt würde. Genau so verhält es sich mit einer unpersönlichen wirkungslosen Vervielfältigung. Der Umsatz kann nur gesteigert werden durch eine Werbung mit guten Drucksachen. Es ist Pflicht eines jeden Deutschen, der bereit ist unter Beachtung des Grundsatzes „Gemein- I nutz geht vor Eigennutz" an bem Aufbau ber Volksgemeinschaft mitzuwirken, dies schon jetzt | durchdieTatzu beweisen und nicht erst die gesetzliche Regelung abzuwarten. Die Gesundung der gewerblichen Wirtschaft kann aber nur erfolgen, wenn im allgemeinen mit dem bisherigen Vergebungsunwesen Schluß gemacht wird, denn es ist unwirtschastlich. eine Vielzahl von Herstellern mit umfangreichen Kalkulationen zu belasten. Es ist auch unwirtschaftlich, Druckarbeiten, die individuell bergestcllt, repräsentieren und werben sollen, unpersönlich und schematisch zu vergeben. Wirtschaftlich ist allein vertrauensvolle persönliche Zusammenarbeit mit dem bewährten Drucker, auch wenn dieser nicht der Mindestfordernde ist, zur Erzielung höchster Leistung und größten Erfolge-. Drucksachen sind auch keine Handelsware. Deshalb liegt es im Interesse der Hersteller und Verbraucher, den Vertrieb von Drucksachen durch Zwischenhändler, die keine eigene Druckerei besitzen, zu verhindern. ES ist vaterstädttsche Pflicht aller Bürger, ihr Teil zur Besserung der städtischen Finanzlage beizutragen: durch ausschließliche Auftragserteilung an ortsansässige Buchdruckereien stärken sie die Steucrkraft und helfen die örtliche Arbeitslosigkeit vermindern. Das Duchdruckgcwerbe, daS hohe Kulturaufgaben zu erfüllen hat, verlangt sein Recht auf die Arbeit, die ihm gebührt- Cs verlangt keine gehobene Sonder st ellung innerhalb unseres Volksganzen, es verlangt nur eine $ j i - stenzmöglichkeit- Wenn die einzelnen Behördenstellen und alle übrigen Drucksachcnverbrauchcr unsere Anregung beachten und mit klarem Blick für das Wohl der Volksgemeinschaft wirken, dann wird eS auch dem Duchdruckgcwerbe möglich sein, vielen Berufsgenossen durch Zurückfübrung in den Produktionsprozeß wieder Arbeit und Brot zu geben. Dies ist ja auch der Wille unseres Führers. Gott grüß die Kunstl ' hl Gießen UP1 Plockstr.12 1 Ter.-‘317O Alle Photoarbeiten sauber und preiswert! Gießen (Walltorstraße 1), den 5. August 1933. 04628 Dr. med. W. Malech Für jede Zunge die passende Erfrischung bei 4971 A 4976 D 4865 A von 3 erwachsenen iStellengesuchel KStflElötÜlllött < ■ —1 m. Torvedoaufsgtz besondere Preisvorteile 45 St. -.95, Stoffen. 95 Schöne Modehaus 4951* Bei dieser Hitze ist ein Glas Fruchtlimonade etwas wahrhaft Erquickliches; dazu ist die Herstellung so einfach Ein Elaschrank schützt nicht nur Ihre Speisen, sondern kühlt sie auch. Das ist besonders angenehm. wenn Sie In heißen Tagen etwas Kühles trinken wollen. Eisschränke bekommen Sie in vielen Größen bei Pfund — ,50 RM. Pfund —,45 RM. Große Auswahl in billigen und teuren Apparaten finden Sie in dem Drogerie Kreuzplatz 10 Himbeersaft, garantiert rein............. Zitronensaft........................... Weiter sind bei der Hitze sehr erfrischend: W eingummibonbons..................... Fruchtdrops ........................... Pfefferminz Lecithin.................... Rheimint.............................. Brausepulver........................... Brauselimonadewürfel................... Dr. Menz Liebigstrafoe 15 Damen-Längs-Schals aus Wolle od. Seide, ganz e besonders billig, St. 1.45, J. B. Häuser Am Oswaldsgarten Gießen • Ruf 2145/2146 Damen-Kragen flotte Formen, aus mod. Nur eine Kamera hill Ihre Reiseerlebnisse les Blenden für die modyne Garnitur, zum Ausstichen ... Meter Hier bleibt’s kühl Mimw-Wii. in sonniger, ruhiger Lage, mit Bad und Balkon, z. 1. Okt. zu verm. Näheres 7 04612 Nevlerslr. 1 I. Suche für meine 4943 D Tochter, 18 I. alt, Stellung Verreist Vertreter: Dr. Knauff. Ludwigstr. 37 Telefon 2569 Dr. Schäffer, Johannesstr. 15 Außerdem Ketten,Gürtel,Schnallen,Knöpfe zu niedrigsten Preisen Salomon Gießen - Schuletraße* Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Bundesbrüder von dem Ableben unseres lieben A. H. und Philisterseniors Geistlicher Rat Prof. Heinrich Hattemer Oberstudienrat i. R. Nss., E.d.Th., E. d. Pal., E.d.Moe., E.d.Win. in Kenntnis zu setzen. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Der Kath.Stud.-Ver. im K.V.>Nassovia<, Gießen Für die Aktivitas: Kurt Schardt, F.-O. Garage in zentraler Lage zu vermieten. Schriftl. Ang. unt. 4966 D a. d. G. A. für 15. August evtl. Universität, z. ver- früher in besseren kaufen. _„AueAer Haushalt gesucht. Tarwert26500 XJl Schriftl. Ang. unt. ZZll^an^d ^G Ä' 4962D a. d. G. A. 04600 QIt Bilde Plank Diplom - fiymnastiklehrenn erteilt ab 15. August Unterricht i. rhythmischer,künstlerischer und orthopädischer Gymnastik Uebungsraum: Henselstraße 6, UI Wohnung: Mühlstraße 3,1 Fernruf 3343 01623___ Aichas Lei'" J • i fd) ynb 2 1 ji- ]" ben5 RV hoter, die Evolution okiuellen ken den "e sunks für i Mn'ster» d-r « genugwung da „Mancher wt dah eine Lew die niemals I Spitze stellen ' „Und wie Rundfunk?" „Als ganz wegung fpurh in erster Linie Soldat, Schul tionärer Politi Erkenntnis, oc politischen Erz den müssen. € chen Eindruck tragungen gen nen Kamerad« hat uns aller wichtigsten toi funk." Die R' zehntes haben Rundfunks ni Riesenbetrieb, oder ließen si fanden im üb reiche Einnah • Rundfunk auf deutschen Bold „Warum or ; funkabteilung warben Sie n „Weil ich ri nisch gespulte den Rundfunk sollten, wie m darf. Wir rich eigene Versuch- und Sprecher a fyogrammgtftal Idjluß der Otffen So hat Dreß Entwicklung des vnW, er Hai b Anfang an gefet berufen, die Te >ung des Runbp j, zu erarbeiten. Ei Auch fein ! Reichs-Rundfu m o m j t q, ae 1904 in Berlin die Bemerkum ders für die t „Als 3ourn „wurde mir wichtiges Mi . sung ist und Lade» zu vermieten, oaeoa Walltorstratze 4. hlo-tas Carl Seibel Frankfurter Straße 39. Am 31. Juli ist unsere liebe, gute, unvergeßliche, treue Mutter und Großmutter Frau ElisabetheWeiß Wwe. von uns gegangen. - Auf Wunsch der Verstorbenen fand die Traueffeier und Beisetzung in aller Stille statt Allen denen, die unserer lieben Entschlafenen noch einmal in Liebe gedachten, herzlichen Dank. Die trauernd Hinterbliebenen: Christian Köhler und Frau Marie, geb. Weiß nebst allen Angehörigen. Laden i. guter Geschäfts!. (Zentrum) z. verm. Näher. 91. Becker, Kevlerstratze 9. Tel. 3804. «466» wrv suchen: 1 TüchtigeVertreter zum Besuch von Landkundschaft mit Futtermittel. 2 Platzvertreter auf dem Lande wohnend, für Verkauf und Auslieferungslager. Offerten unter P 85-1 anAnnoncen- mayer, Frankfurt am Main, «sov Zub.v.vens.Beamt z. 1. Okt. 33 4. miet. | mit Mansarde. ges. Schr. Ang. u. 1 Schr. Ang. m. Pr. 04621 an ü. G. A.'u.04630a.d. G.A. mit Zubehör, von kleiner, solo. Farn, zu mieten gesucht. Schriftl. Ang. unt. 04613 an d. G. A. Ruhiger Mieter u. - ____________ nünftl. Mietzahler. Personen gesucht. Schriftl. Ang. unt. Schriftl. Ang. unt. 04627 an d. G. A. Q4650 an d. G. A. SONDERFAHRT mit der Reichsbahn am 12- August 1933 nach SONTHOFEN bei Oberstdorf im Allgäu 8 Tage Aufenthalt, alles einschließlich 72.- Reichsmark Anmeldung und Prospekte beim MER-Reisebüro Frankfurt a. M. und im Hapag-Reisebüro Kreger, Gießen 4963 D Ansteckblumen zu jedem Kleid passend — St-.45» ifcV Heute mittag 12',/- Uhr entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden mein lieber ManiK unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Konrad Jendt im vollendeten 59. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Minna Jendt Gießen (Hitlerwall 27), Freiburg L Br., 3.. Aug. 1933. Die Trauerfeier findet Montag, 7. Au^st na^m. 2.30 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt. ■ Weiß-und Schwarzstückkalk 8 (Ringofenkalk), Gransack- kalk (nicht treibend), gern, gehr. Weißkalk zum Düngen (Markenkalk u.Kontr. d. Hess. Landw.-Kamm.) prompt und billigst vom 4714 d Oberhessischen Kalkwerk Grofoen-Linden bei Gießen. Fernsprecher Gießen 4047. VuseiW Äon Puk, t Zugführer 3ü U'ele seiner A 'hn zuerst 6r hat sich jet, "'utiger Kers unö mit allen c WetDQgrtc dan Ourgenß c S ben Dulleri fr der mit Nnbogen f, Mm kam einer qm »et DullerL? Aacht'z fr rät ß Milch k. ■ frnter; ,u b>°- sJ 6l®nungij0 i Äj h-Qn- der f0 L 1 Sw r®' fc ?■ KV. den 'tin n du zu fröern ( und fo-.illvei Abe? öip’r *.*&£ Herrschastl.geräum. I 7-ZiM.-Mll. mit Bad, Balkon, Etagenheizung, FrankfurterStr.34, zum 1. Okt. evtl, rüberzuverm. »sisd idh.A. Becker, Keplerslr.9. 7-Zimm.-Wohn. in schöner Lage, mit u. ohne Heiz, zu vermieten. Schr. Ang. u. 04638 a. d.G.A/ Ger. 6-Z.-Wohn., m. Bad, Balkon, Walltorstr. 48, zu om. Näh.A ^Lecker, Kevlerstr. 9. Tel. 3804. 4301D M01I. Uta zirka 60 Quadratm., 2groheSchaufenst., jedes 2,75 Meter, mit Ladenzimmer und Zentralheizung zum 1. Oktober im Hause Kreuzvlatz 8 zu vermieten. «sssD --------------- auf Büro. Höhere aarwuchsmittel Ä'öt von Hofapoth. Schaefer ohne teure Schreiben, Steno- Verpackung 3«3o>x graphie, 140 Silb. Echtes Brennesselhaarwasser v. Ltr. 0.75 Schriftl. Sing. unt. Echt Birkenhaarwasser Maienßold '/«Ltr.L- 04636 an d. G. A. Schriftl. Ang. unt. 04653 an d. G. A. Gebrauchter oieeo Radio-Apparat Batt.-Emps., Fabr. Lorenz (0. Röhren), m. Lautspr. bitt. z. verk. Näh. i. d. Ge- schäftsst. d. G. A. mon., vünktl. Zahler). Schr. Ang. u. 4972 D a. d. G. A. Pensionierter Beamter sucht 3-Zimraer-Wohnung Beutel —,20 RM. . Rolle -.10 KM. . Rolle —,'-5 RM. . Rolle -,10 RM. ......-.08 RM. ......-05 RM. Altersvereinigung 1874—1924 Wir setzen unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Kameraden Konrad Jendt hiermit in Kenntnis. Bei der Beerdigung am Montag, dem 7. August, nachmittags 2.30 Uhr, auf dem Neuen Friedhof, wird zahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand 4979 D Ludwigsti.26 e. 6-Zimmcr-Woh- nung per 1. Sept. zu vermieten. [o464i Schöne 5-Zimmer- Wohnung 1. Südv., i. gutem Hause, mit Etagenheiz., 1. St., nur an sehr ruhige Mieter, 1—2 Pers., z. verm. Schr. Ang. u. 04658 a. d. G. A. In herrschaftlichem Einfamilienhaus schöne, geräumige 4-Zimmer Wohn, mit Zentralheizung 11. Zubeh. z. verm. Schriftl. Ang. unt. 04642 an d. G. A. 3- od. 4-Z.-Wobn. mit Zentralheizung, komvl. Bad, Bahn- hosn. zu vermieten. Friedrichstraße 63,1. N.Unw.f.Dauerm. oemöfl. Seim mit u. ohne Bervff. in Billa mit Bad. Schriftl. Ang. unt. 4965D cu d. G. A. Ehrl., fleih., junger Mannv.Lande,gel. Wiederbeginn 21 »- der Sprechstunde am 7. August sucht SiBllllDB ' gleich welcher Art. Schriftl. Ang. unt. 04625 an d. G. A. Empfehlungen] Gebrauchte, gründlich durchreparierte Klaviere | Vermietungen | HerrschaHl. Wohnung Speise- unö Sutterlfltiofiein laufend abzug. 43930 Unterer Hardthof. Ein Wagen altes Sivoh zu verkaufen. 04»4S Wiefeck, Gieh. Str. Nr. 101. | Kaufgesuche | Anzug f. gr. Fig. zu kauf, gesucht. Schr. Ang. u.04637 a. d.G.A. Gesucht;.15.August Bess.Etagenhaus i. solides sch. Lage, rentabel, Tagesmädchen '&ie6ra3^S: perf. i. Hausarb. u. ^4Ä"an^d"^G"Ä' Kochen. Schr. Ang. 04639 an d. G. Ji. U.4961D a. d. G.A. z-Familienhaus Perfektes I jn @ie^en m. abge- schloff, vermietbarer Mansarde (Küche, mit besten Emvfeh- Klos. vorh.),unbel., lüngen geiucbt.04633 steuerlich günstig, i. Nahrungsberg 121 allerbest., landschftl. —---------------1 schön.,ruh.Gartenl., Zuverläss., älteres mäh. Anzahl. Mädchen roe^?®ie8eS"«» feE£?8 W*n lenburg gesucht. 4sibig, billig abzu- Schristl. Ang. unt. geben. , 04640 4977 D a. d. G. A. Mausburg 14. | Mietgesuche Suche per 1. Okt., eventuell früher 5-Zim.-WoM m. Mansarde, Part, od. I. St., in zentr. Lage. Evtl. Wohn.- Tausch g. 3-Z.-W. m. Küche. Schriftl. Ag.u.°4«57a.d.G.A. Sonn. 4^5-Z.-W., m.Badez.u.a.sonst. UnserSaisoivSchlußverkauf bietet Ihnen auch in Modewaren 3-5-Ä gesucht. Schriftliche Ang. m. Preis unt. 4973 D a. d. G. A. Beamter 0. K. sucht -ZiiM-Mli. Geräumige Km d erlös. Eb epaar, 3- od. 4-Zimm.-Wohn. & ^=”'06j»«: v. 2 alleinstehenden 2-3e3imm.s2Bohn. Damen z. l.X. od. Schriftl. Ang unt. l.XI.ges.Mietpr.b. 04644 an d. G. A. 6(>Mk.Schr.Ang.u. Ehepaar 4924vandenG^l, Lh Mieter) sucht 3-4-ZimmeF-Wohnung 2 Zimmer und Küche per sofort od. später Schriftl. Ang. unt. gesucht. Miete für 04596 an d. G. A. SimmetHlöe ------------------- Schriftl. Ang. unt. Ruh. vünktl. Miet. 04629 an d. G. A. sucht sofort od. spät. , 1 3-4-5imth.-lBoii. SSS in Gieffen od. Umg. ß°affurt M sucht älteres Eh-ö | ler, Frankfurt/^i. a.läst. Haare, Leberfleck, Muttermale, NarbemPickebSom- mersvross.usw.entf. unt. ©QT-f-immer. 12 Jahre Praxis Berta Gulden Sprechst. 1. Freitag. Gießen, Hindenburg- wall 15 O33O9 9-7 Uhr durchgehend. Wanzen usw. vertilgt garantiert und diskret billigst, a. auswärts. 04646 Kammerjäger Schomber, Gienen, Kirchenvlah 18. 7 Z., Küche, Mans., ——----------- Bad, Gieffen, Bis- 3-3lmmer-Wohn. marckstr.43,z.l.Ok- m. Bad, t. b. Beet- tober 1933 z. verm. bovenitr., sofort od. Be-k°nb°NöiL-°b°S ggt»-g, ““ A.-G.,Atzlar.HÜtte bLenossenschaft, bLLeülar. [4957D e. G. m. b. H., Tel. Wetzlar 2041. Licker Str. 5 p. Die bish. von Herrn Dr. Storck innegehabten 4856D Praiisräume sind ab 1.10. ander- weit. z. verm.r auch für Geschäfts- und Büroräume geeign. Ansr. erb. an Mörser, Seltersweg 38. GvklSeuns Der Unterzeichnete hat gegen Äeamte des Stadt. Koch- und Tiefbauamtes eine ehrenverletzende Behauptung ausgesprochen. (LrnimmtdieseÄehauptung hiermit alsunwahr zurück und bedauert sein Verhalten. Gießen, den 26. Juli 4933. Mfl, erttfl Marggraff v. Mk. 170- an. Schönau Seltersweg 52. Erika- Schreibmaschinenu. andere Marken, ab monatl. RM. 6,60. Reitz, Asterweg 44. Lunge Frau sucht Beschäftig, für Butzbacher Str. 20. Gelegenheit! -G34 Wohnsalon, Klav., rvMMW v.Land sucht Arbeit, 2 vollst. Betten, gleich welcher Art. Tviegel, Belenckt.- Sckr. Ang. u. 04598 ^jjrver, alles sehr 1 andenGiest-Anzeig. gut erhalten, billig Ichr. I (Vollexistenz) General vertretung müL 2-5 Uhr'. 04645^'an frG Ä' Chem.-pharm. Unternehmen sucht für Bahn Hof str. 65 II. - ’8>* 'feine oolks- u. landwirtsch. Präparate, —----- 3-Zimm,Wotinö. I von ruhigen Leuten I v. nur seriös. Interessenten u. V 5544 an Aalber aus Privat- (3 Pers.), z. 1. 10. 2(niwncenfrenz, Mainz. 407°V fianb zu verkaufen, gesucht (40-45 Mk.' ----■ | Verschiedenes! Garten zu pachten gesucht. Schriftl. Ang. unt. 4960 D a. d. G. A. Personen diea.20.bzw.21.Okt. geboren sind, werd. 11. Aufgabe ihrer Adresse gebet. Antwort auf alle Fälle. Schriftl. Ang. unt. 4958V a. d. G. A. und Gas zum 1.10. zu mieten gesucht. Schriftl. Ang. unt. 4959 D a. d. G. A. Kinderloses Ehepaar sucht f. 1.9.33 2-o.3-Zm.-Wo. Schriftl. Ang. unt. 04617 an d. G. A. 2-$-Z.-Wohnunß Suche M.- gegen Sicherheit a. 1-2 Jabre z. leihen. ginszahl. i. voraus. chnftl. Ang. unt. 04635 an d. G. Ar Tausche 4/16 Opel- Lim. geg. steuerfr. Motorrad. 04840 Ästerweg 6 III. Ehrenerklärung. Ich nehme die von mir gegen Herrn Verwalt. - C-bcrfa?A. Gräf, Wohlfahrtsamt, auSgesproch. Verdächtigung und Beleidigung hiermit mit dem Ausdruck d. Bedauerns als unwahr zurück. Richard Pohl, Giefren, Hammstr. 10. [Q4647 Ernstgemeint Suche Briefwechsel m. Dame (Witwe nicht ausgeschlosf.), angenehme schöne Erscheinung, zwecks Heirat | Schr. Ang. u. 2t. W.ioWetzlar postl. fieschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl, Schulstraße 7 Kiavierstimmen preiswert und gut ÄUflllSt FÖFStGT Gießen, Bahnhofstraße 71 Seit 1876 - Ruf 3367[ Wie ernährt man sich bei der Wärme? 4872 D Aufklärung und Anleitung jederzeit bereitwilligst im Geschäft Flockenspeisen Fruchtsäfte Zitronensaft Sonnenblumenöl Säuglings- und Kinderkost Reformhaus / Kreuzplatz 5. g.Schnppen.HaaransIall, Kopf jucken Kaufmänniscke Fein parfümiert! Flasch.mitbring. Lehrstelle gesucht. All.-Verk.: Üelv.-Apotheke zum gold. EngeL Kaution vorhanden __________I----——--Schriftl. Ang. unt. BücherfürdenVogelfreund an b ® (Durch jede Buchhandlung od. v.Verlag zu beziehen) | Vfirkällfft I Die Vögel Mitteleuropas in allen Lebens- und | VtirKclUIÖ | Entwicklungsstufen photographisch aufgenommen und in ihrem Seelenleben bei der Aufzucht beob- W7 1 — ■ achtet von Dr. Oskar u. Frau Magdalena Heinroth. gl PEKtrl Mit 129 Färb- und "280 Schwarztafeln. 3 Bände in • Halbleder geb. RM. 207.—, in Ganzleinen gebund ,u verkaufen. 04619 RM. ISO.-. Bei Einzelbezug Band I RM. 90.-. Band II Ehkist. Eise, RM. 58.50, Band III RM. 85.50. Bezug auch in Sckäfer« 29 80 Lieferungen je RM. 2.50. Ergänzungsband z. Z. _^lw, ^cgajerg. im Erscheinen: 20 Lieferungen zu je RM. 3.-. f) EnitOITiOre Norderoog. Ein deutsches Vogelparadies. ZFUAlvlIIvld Natururkunden von den Halligen und vom Watten- I rojßKp u Hündin), meer von P. F. Weckmann-Wittenburg. Einführend. e , Text v. Prof. Dr.F. Dietrich. Mit64 Kunstdrucktafeln. IwroQtA metB yez., Brosch. RM. 3 —, in Ganzleinen gebund. RM. 4.-. sehr schone Ttere, Naturdenkmäler aus der Vogel weit von Oberst- 3U verlauten, leutnant v. Lucanus. Brosch. RM. 2.-, geb. RM.3.-. 8-«fr. I. b. GeschN. Verlangen Sie ausführliche Werbeblätter I des Gietz. Anzetg. 4-5-ZifflHl.-Wonn. IH“0»Be"nül"erVerla«-Bln-Llch,er,e,de Wohnhaus 3-Zimmer-Wohn. I flalblags-Mädchen fmxb5e3ÄS mit elektrisch. Licht 9ruourt evtl. Universität, z. ver- D sich selbst kennt, große Augen erwartete, slihte der Rullerkerl plötzlich davon. Was tat er? Kam bald darauf mit drei winzig kleinen brüllenden Rullertjes wieder, in jedem Arm einen und einen auf dem Genick, um sie seinem neuen Freund vor Augen zu führen. Aun muß man ja Busemanns Kammern kennen. Kein Staubkorn, kein Tüttelchen Einordnung, blitzblanke Luft, überhaupt ein verrückter Sonderling, aber sauber. ilnb dann die Ruhe! Er selbst auf Filz, überall Stroh, selbst an den Wänden. Kein lautes Wort zu hören, kein Weibsgezänk, ein echtes, etwas wunderliches Alt- männcrheim. Rein, Busemann kannte keine Unruhe und war in seinem Leben noch nicht so verstört gewesen wie in diesem Augenblick. Aber das wußten die Gäste ja nicht. Der alte Ruller schnitt Grimassen und schlug einen Purzelbaum nach dem andern, um die Kleinen zum Lachen zu bringen. Und die antworteten mit höchster Fistel und bliesen vor Mißvergnügen, was das Zeug halten wollte, immer das gleiche: Rullerdipuk. Rullerdipuk Ein Glück, daß Ian Jürgens schon zum Frühzug polterte und sein Weib am Herd brutzelte. Busemann horchte, halb außer sich, er hätte sich zu Tode geschämt, hätten sie etwas von dem Lärm vernommen. Der Rullerpucker hüpfte indessen noch immer in seinem kleinen grauen Rock, der halb Teer, halb Wagenschmiere war, um die drei Rullertjes herum. Zwischendurch erzählte er atemlos, wo sein Weib sie bekommen hätte. 3uft_ zwischen Altrahlstedt und Ahrensburg, aber_ näher nach Ahrensburg zu, erste Hauptachse, natürlich zweiter Klasse. . . o c Mein Gott, was war das für em Leben, Busemann! Den ganzen Zug entlang, jedermann schluckte einmal auf bei der Rachricht, eh es weiterging. Und mit dem Frühzug kamen alle Gevattern — übrigens Frühzug. wieviel ist die Uhr?— es könnte Zeit werden. Was. Ian Iur° gens ist schon fort? Berwünscht, hast du keine Klock. Busemann? Laß mich mal rausgucken. Ree, ich seh wohl doppelt — och, der Zug — Augenblick, bin gleich wieder da — rullerdipuk, ruller- dipuk, rullerdipuk. Und Busemann war allein mit den drei Keinen Rullertjes. Ich halt mich nicht gern bei Streiterei auf, es war ja auch alles nicht so schlimm, der Zug war in einer Stunde zurück, und der Ruller ist gleich wiedergekommen und hcrt die drei Mordspektakel abgeholt. Busemann hätte darum die Freundschaft nicht zu kündigen brauchen. Aber eine verwünschte Geschichte blieb's natürlich. Im ersten Augenblick, als er allein blieb, war Busemann so verstört, daß er sich einfach auf den Fußboden setzte, die rote Mütze in die Hand nahm und nichts anderes meinte, als daß die Welt unterging. Er hatte es schwer auf der Brust von dem Sauerbier oder von den Windeln und hatte beide Ohren voll Blasinstrumenten. Sein nächster Gedanke war, die drei Rullertjes zur Luke auszukippen. Aber er hatte ein zu elendes Herzklopfen, und die Rullertjes schrien's ihm weich. Sie schrien ihm überhaupt die ganze Kammer voll wie ein Orchester und krabbelten mit Arm und Bein in der Luft herum, daß es Busemann ganz weiß vor Augen wurde. Eins kriegte auch seinen Schnauzbart in die Finger, und als das dumme Ding anfing, daran zu saugen, geriet das zweite ans andere Ende. And den dritten lieh Busemann schon von selbst an der Mütze schlecken, nur um einen Augenblick zum Rachdenken zu haben. Die Rullertjes wurden aber bald gewahr, daß Busemann keine Milch gab, und schrieen nur um so ärger, bis der Puk mit der einen Hand im Mund jämmerlich wie eine alte Henne gluckte, um sie zu erfreuen, und mit der andern nach seiner roten Grütze langte. Die ging den drei Rullertjes denn auch lustiger ein. Sie machten sechs gläserne Butzenscheiben und sperrten drei Hälse auf. Busemann nahm den Augenblick wahr, griff mit beiden Händen in den Drei, gluckte und kollerte und schob den drei Rullertjes alle Finger zugleich mit in den Mund, daß sie fast dran erstickten. Denn er hatte eine erbärmliche Furcht, daß sie wieder heulen und ihm den guten Ruf für immer kürzen möchten. So gackerte und fütterte er denn abwechselnd, eine ganze Stunde, bis zum Hals voll Wut wegen der schönen roten Grütze und wegen seiner Angst. Wer weiß auch, was am Ende geschehen wäre, wenn nicht der alte Rullerpucker wiedergekommen wäre und ihm die Bälge abgenommen hätte. Aber Busemann vergißt dergleichen nicht leicht, er hat sich bis heute noch nicht wieder aus dem Hause gewagt und keine Seele angesprochen. Er ist nun einmal so recht ein alter Hagestolz, und es hat keinen Zweck, etwas daran zu ändern. Am wenigsten feit der Geschichte mit den schreienden Rullertjes in feiner Kammer. Flugzeuge schaffen Städte im Urwald. Moderne Städte mit elektrischem Licht und Runb- funk-Anlagen, mit Gasthäusern und Krankenhäusern sind in dem vom LIrwald bedeckten Hinterland Reu- Guineas aus dem Boden geschossen. Kein Weg führt zu ihnen: sie sind scheinbar von der Kultur völlig abgeschlossen. Aber das Wunder, das diese Dschun- gel-Städte entstehen lies, ist vom Flugzeug vollbracht worden, das rasch und mühelos seinen Weg über hohe Gebirge und durch wüste Gebiete findet. Diese seltsame Verwandlung ist durch die Entwicklung der Goldfelder von Bulolo, Wau und Edie Creek her- vorgerulen Bor 12 Jahren entdeckte ein Abenteurer, .Haifisch-Auge" Park, dem man die Zauberkraft zuschrieb, auch unter den wildesten Eingeborenen sicher zu reisen, Gold am Koranga, einem Rebenfluh des Bulolo, und nicht lange danach stieß „Bill" Royal, ebenfalls ein zäher Goldsucher, nach Jahren der Entbehrungen und Gelahren auf die Schätze an der Quelle des Edie Creek. Die Rachrichlen von diesen reichen Funden sickerten nur langsam durch, und erst sechs Jahre später machte Leutnant Mustard den ersten Flug von Lae nach Wau und zeigte dadurch die einzige Möglichkeit, die Goldfelder zu erschließen. Heute find zwei große und mehrere kleine Gesellschaften mit der Ausbeutung der Goldfelder beschäftigt, und die Flugzeuge tragen allmonatlich das kostbare Metall im Werte von 1 */, Millionen Mark nach der Küste. Der LIrwald, der noch vor kurzem widert önte vom dumpfen Lärm der Kriegstrommeln und den gellenden Rufen der Kopfjäger, vernimmt heute das Dröhnen der großen Maschinen und das dumpfe Summen der Riesenflugzeuge. Die Menschenfresser, die früher in ihrer bunten Bemalung und ihrem grotesken Federkopfschmuck ihre Tänze und Feste abhielten, tragen jetzt zerbeulte Filzhüte, arbeiten unter der Leitung von einer Handvoll Weißer und benutzen die neuesten Dorrichtungen, um das Gold zu gewinnen. Umrahmt vom dichten Urwald dehnen sich die Gebäude in regelrechten Straßen, aus- gestott^t mit elektrischem Licht, mit Grammophonen. Klavieren usw. Alle diese Gegenstände find zusammen mit den Dergwerksmaschinen, die Hunderte von Tonnen schwer find, durch die Luft herbeigeschafft worden. Die Flugzeuge legen, über den undurchdringlicher; Wäldern und den zerklüfteten Gebirgsformationen dahinschwebend, den Weg von Salamoa in einet Stunde zurück, während früher diese Strecke auch für den schnellsten eingeborenen Träger bei mühevollster Ausdauer nur in einer Woche zu betoäC* tigen war. Nr. 181 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger lGeneral-Anzeiger für Gberhefsen) ^ingbei geoorennno,werd u. Ausgabe ihm zehntes haben die natiom Adresse ßebet. Anl> Rundfunks nicht erkannt. gegen Sicherheit a. 1-2 Jabre z. leiher. Zinszahl. i. doioiü. Schnstl. Ang. um. 04635 an d. G. 1 Tausche 4/IkLdel- '0- an. 7.30 10 u ird mit allen auskommt. odewiff von vom zur den «6 zu laus, irr. Ang. d.G.A. schlossener Rückmarsch Montag, 8 U h r : Wecken. Roten Palais. Dort i „Warum organisierten Sie eine besondere Rund- '«rkabteilung innerhalb der NSDAP., und warum uvarben Sie mit solcher Zähigkeit Funkwarte?" diea.20.bmL1.Okt. geboren sind, werd. nichtigsten kann er uns nicht nehmen: den Rund- sunk." Die Rundfunkleiter des vergangenen Jahrzehntes haben die nationalpolitische Bedeutung des Die Führer des erneuerten deuffchen Anndsnnks. (Sin Gespräch mit Ministerialrat Horst Dreßler Andreß und Reichs-Hundfunkr direktor Eugen Hadamowsky. Don Dr. Wolf H. Kuerten Schiller. Anschließend Abfahrt in Omnibussen Eisernen Steg zum ,Haus der Jugend". Mittwoch, den 9. August. 6.30 Uhr: Wecken. 7 Uhr: Kaffeetrinkcn. Das bewährte sich besonders, als er eines Tages Han Jürgens an die Dahn brachte und drüben aus den Rullerpucker stieß, einen neuartigen Gesellen, der mit feinem Weib unter den Eisenbahnwagen haust und ewig und eintönig das Lied wiederholen muh, ohne das kein Wagen cuussahren kann: Rullerdipuk, Rullerdipuk, Jugendherberge. 7. August. Uhr: Abmarsch zum rSaisorrSchlußvet^ bietet Ihnen auch m Lullerdipul. Wie gesagt, Busemann, der sonst ein kleiner, in sich gekehrter Dachalter ist, lernte einen sulchen Rullerpucker kennen. Cs kam sogar zu einer Art Freundschaft mit ihm Lind als der Dullerpucker, ein offenherziger junger Kerl, sich eines Rachts zum Gegenbesuch einstellte, war's i im recht. Er bewirtete ihn mit einem Löffel Milch, drei fetten Kartoffeln und allerhand Schleckereien aus feiner verborgenen Vorratskammer: zum Schluß gab's sogar echtes (Dauer» Eier. Kurz, die beiden tarnen sich in guter Stimmung so richtig in die Arme. Natürlich wurde dabei viel geschwatzt von Amt uni) Beruf, auch von Ian Jürgens und seinem Weib. Der Ruller schimpfte aus den neuen Fahr- D.an, der so früh anfing, daß feine Frau kaum tie Wohnung versorgen konnte, und Busemann, ter sich auch weisen wollte, führte den Freund i n Haus umher und zeigte ihm am Ende einen Spalt im Heuboden, unter dem eine mondhelle Sammer lag. Wenn man da hineinblinzelte, I'mnte man ein richtiges Menschenwesen in der Wiege sehen, just etwas größer als Busemann- Teden tat's noch nicht, aber jedesmal, wenn der Puk oben durch die Spalte blinzelte und mit ton Fingern knipste, kniff es da unten die Augen z i, zog zwei richtige Grübchen in die Backen inb fühlte mit den Fäusten auf seiner Decke h»n:um. Ra ja, dem Rullerpucker gefiel's ganz gut. 2ber dieser Schlag hat Weib und Kind, es war ihm nichts Reues. Lind als Bnsemann, der nur Die Zmigsaschisien in der Provinz Hessen-Mau. Das endgültige Programm. — Reiseweg: Kassel — Frankfurt — Bingen — Bonn. Kreu8Piatl m re,fieber« ittermnle, ickel-Som' uiro.entf. Liminer. e Praxis Gulden i. Freitag. [indenW 115 «i» izefl Agaran- diskret uswärts. rnerjnget Gießen, Kapelle.) 2 0.2 0 Uhr: Römer-Freilicht-Aufführung der „Jungfrau von Orleans" von Friedrich EirtenMi Suche BrieUW m. Tome W nickt au^cidM anacnclM W Erschein^' zweck- Heirat j Zä>r. Ang. u. J LlOVetzlarM fieschäftsdrucksacte Rechnungen Briefblätter Briefumschlag« Postkarten Geschäftskarten bei Brühl, SchW' SA.-Oberführer Dippel hält eine kurze Ansprache. Anschließend zum Fulda-Damm. 1 2.4 5 Llhr: Essen im Aue-Park. 1 4.3 0 Lihr: Abfahrt zum Herkules-Denkmal. 16 Li h r : Abstieg vom Herlules-Denkmal mit den Wasserkünsten durch den Gebirgspark. 1 6.3 0 Lihr: Ankunft an der großen Fontaine. Empfang durch SA.- und SS.-Kapelle. Anschließend Abmarsch zum Case D r u m e. Dort Kasfeepause. 19 LIhr : Abmarsch ins Quartier. Dienstag, den 8. August. Vorstellung der Faschisten durch den italienischen Generalkonsul aus Frankfurt a. M. Begrüßung durch den Herrn Ober- Präsidenten Prinz Philipp von Hessen und seiner Gemahlin. 1 0.30 LIhr haben 2000 bis 2500 Mann HI. und SA. vor dem Roten Palais Aufstellung genommen. Die Faschisten nehmen Aufstellung an der Freitreppe. zwei Wochen eine Eisenbahnstrecke von fast zehntausend Kilometern zurück. Im Verlaufe unserer Unterhaltung sprachen wir auch über die Stellenbesetzung im Rundfunk. Hadamowsky äußerte sich dazu folgendermaßen: „Wir haben die Spitzen des Rundfunks mit bewährten Nationalsozialisten besetzt, nicht um einen Parteibuchbetrieb aufzuziehen, sondern um die feste Gewähr dafür zu haben, daß der Rundfunk die nationalsozialistische Weltanschauung auch wirklich unverfälscht in die abgeschiedenste Hütte trägt. Die Bedürfnisse der Hörer noch lustiger Unterhaltung und wertvoller Zerstreuung werden dadurch keineswegs geschmälert. Unser Programm wird stets Darbietungen bringen, die immer die breite Masse interessieren, nicht etwa nur den Parteigenossen. Rundfunksender und Rundfunkhörer bilden eine Einheit. Aus dieser Erwägung heraus haben wir die nationalsozialistische Rundfunkkammer gegründet als die Brücke zwischen dem produzierenden Rundfunk und dem konsumierenden Hörer. Unser Ziel ist, daß bald in jedem Hous ein Empfänger steht, das jeder Deutsche über den Rundfunk Fühlung mit der politischen und geistigen Führung der Nation bekommt." Reichsminister Dr. Goebbels hat als Leiter des Rundfunks im neuen Deutschland keine grauen Theoretiker, sondern Praktiker und mit schöpferischer Kraft begnadete, ziel- bewußte Männer berufen, lieber ihren Werdegang, ihre Aufgaben und Pläne geben sie in den nachfolgend festgehaltenen Gesprächen Auskunft. Millionen Rundfunkhörer, die seit den Tagen der nationalen Revolution zum erfteiynal einen wirklich aktuellen Rundfunk kennengelernt haben, dan- ken den neuen Führern des deutschen Rundfunks für ihre tatkräftige Aufbauarbeit. Ministerialrat Dreßler-Andreß, btr Leiter der Abteilung Rundfunk im Propaganda- Ministerium, ist erst 35 Jahre alt. Er hat die Jugend, bie so bedeutsam und charakteristisch ist für die Fühlung des neuen Deutschlands. Aus meine freudige (Genugtuung darüber entgegnete Dreßler-Andreß: „Mancher wird sich erst daran gewöhnen müssen, deß eine Bewegung wie die nationalsozialistische, bie niemals stillsteht, immer die Jugend an die Spitze stellen wird." „Und wie kamen Sie, Herr Ministerialrat, zum }U erarbeiten. Eugen Hadamowsky. Auch sein Mitkämpfer, der am 13. Juli zum Lcichs Rundfunkdirektor ernannte Eugen Hado - iHorofti), gehört zu den aanz Jungen. Er wurde 1S04 in Berlin geboren. In seinem Reifezeugnis steht allergrößte Bedeutung Autommt. 1930 meldete ich mich bei Dreßler Andreß als erster Funkwart. Ich war ebenso wie Dreßler-Andreß davon überzeugt, daß die stärkste Beachtung des Rundfunks außerordentlich wichttg für die Partei fei. Daß ich ein Jahr später dann den Verband deutscher Rundfunkteilnehmer leitete, ist Ihnen ja wohl bekannt." Hadamowsky ist es übrigens zu verdanken, daß vom Fackelzug am 30. Januar zu Ehren des Reichspräsidenten uni) des Dolkskanzlers Adolf Hitler ein nackender Hörbericht über alle deutschen Sender gesprochen wurde. Die Berliner Funkstunde hatte am Morgen noch mit polizeilicher Verhinderung dieser „Reportage" gedroht! In den anstrengenden Wochen des entscheidenden Wahlkampfes organisierte Hadamowsky die Übertragungen der riesigen Hitler-Versammlungen, er legte in 8 U hr: Abfahrt des Sonderzuges nach Frankfurt a. M. 1 0.5 7 Uhr: Ankunft in Frankfurt a. M. Der Empfang findet auf dem Bahnhofsplatz am Fürstenzimmer (gegenüber dem Kölner Hof) statt. Auf dem Bahnsteig selbst nehmen nur etwa 100 Mann HI. mit Musikzug und Spielmannszug Aufstellung und geleiten die Gäste zum Bahnhossplatz. Dort Begrüßung durch den Vertreter des Reichsstatthalters in Hessen Gauleiter Sprenger, durch den Bannführer der HI., das italienische Generalkonsulat und Vertreter des Magistrats der Stadt. Dort nehmen auch die in Frankfurt wohnenden italienischen Faschisten sowie die italienische Kolonie Aufstellung. 1 1.30 U hr : Rundfahrt in Omnibussen durch die Stadt bis zum „Haus der Jugend", wo die Faschisten wohnen werden. 13 Uhr: Dort Mittagessen. 15 Uhr: Abfahrt in Omnibussen zur Besichtigung des Palmengartens. 1 6.3 0 U h r : Dort Kaffeepause. 17 Uhr: Fahrt zum Römer. Besichtigung des alten Rathauses und der typischen Altstadt. 1 8.3 0 U h r : Essen in der Römerhalle (Frankfurter Würstchen, Kartoffelsalat, Tee). Anschließend Begrüßung durch den Generalintendanten der städtischen Bühnen. (Während des Essens Spiel der HI.- )i? Bemerkung: „Der Schüler interessiert sich beson- lers für die Rundfunktechnik". „Als Journalist", so erzählte mir Hadamowsky, „njurbe mir bald bewußt, daß die Nachricht ein nichtiges Mittel zur politischen Willensbeeinflussung ist und daß daher der Nachrichtentechnik die öMo 18. 48930 rbthof. i altes >h I. 04643 ck, »r. 101. öufemann und die drei Rullerljes Don Hans Friedrich Blunck. Uhr: Fahrt mit Omnibussen zum Hauptbahnhof. Von dort geht der Sonderzug nach Bingen. In Bingen Begrüßung durch den Kreisleiter und die Parteigenossen. Anschließend Rheinfahrt mit voraussichtlich 3000 Mann Hitlerjugend nach Bonn. Die Parteigenossen des Kreises Bingen versehen die italienischen Gäste für die etwa fünf Stunden dauernde Rheinfahrt mit Verpflegung. Von Bonn R ü ck- fahrtdesSonderzuges über Kufstein, Bozen nach Italien. • [Verschiedenes] Garten W pachten gesucht. Stfriftl. Ang. unt 4960D q, b, stz, z. Personen Der Puk, der in der braunen Dachluke beim Zugführer Jürgens wohnt, heißt Busemann, wie v icle seiner Art. Woher der Rame kommt, und ter ihn zuerst so genannt hat, weih man nicht. Er hat sich jedenfalls dreingefunden, ist ein gutmütiger Kerl, der niemand etwas zuleide tut * Kassel. 4. Aug. Rach mancherlei Programmänderung steht nun endgültig fest, daß am Sonntag, dem 6. August, 411 Iungsaschisten im Alter von 14 bis 18 Jahren, dazu 27 Ossi-nere, 10 italienische Journalisten und 2 italienische Photographen in unserer Provinz eintreffen. Der Leiter der Landesstelle Hessen-Rassau für Volksaufklärung und Propaganda. Müller- Scheid, hat vom Reichsministerium den Auftrag, die italienischen Gäste in Kassel zu empfangen und sie innerhalb der Provinz Hessen- Rassau zu begleiten. Cs ist dies das erstemal, daß Ausländer in dieser Form bei uns empfangen werden. Die Italiener wurden überall auf ihrer Reife durch Deutschland begeistert begrüßt. Auch in Hessen-Rassau, welches der Ministerpräsident G o e r i n g die schönste Provinz Deutschlands nannte, werden sie in der ehrenvollsten Weise ausgenommen werden. Das endgültige Programm sieht folgendes vor: Sonntag, den 6. August. 1 9.0 7 Lihr: Eintreffen des Sonderzuges der Reichsregierung in Kassel. Auf dem Bahnsteig nehmen 100 Mann HI- und eine Schupokapelle Aufstellung. Vor dem Bahnhof erwarten dichtgedrängte HI. und Jungvolk die Gäste. Der Leiter der Landesstelle Hessen-Rassau Müller- Scheid, die Gauleitung von Hessen-Kassel, die HJ.-Führung sowie Vertreter des Magistrats begrüßen die Faschisten. Abmarsch zur Jugendherberge. 90 Mann HI. und 10 Mann SA. sind zur ständigen Begleitung der Gäste bestimmt. 2 0 Lihr: Abendessen in der Jugendherberge. 2 0.30 LI h r: Abmarsch zur Stadthalle zum Militärkonzert. Dort spielen sechs Reichswehrkapellen anläßlich der Heeresmeisterschaften. Der Einmarsch in die Stadthalle erfolgt während einer Musikpause. Die Iungsaschisten nehmen auf der Empore Platz, die Offiziere und Journalisten bei den Ehrengästen- Rach dem Konzert ge- 'Aundfunk?" „Ais ganz junger Angehöriger der Iugendbe- intgung spürte ich schon, daß unser Jahrhundert in erster Linie ein politisches ist. Ich war Arbeiter, Soldat, Schriftsteller und immer zugleich revoiu- ti onärer Politiker. Als Theaterleiter gewann ich die Erkenntnis, daß auch die künstlerischen Mittel zur politischen Erziehung der Masse herangezogen wer- ben müssen. Sic können sich kaum vorstellen, wei- Eindruck auf mich die ersten Rundfunküber- imgungen gemacht haben. Ich sagte 1925 zu meinen Kameraden: „Der Versailler Friedensoertrag bet uns aller Waffen beraubt, aber vielleicht die L „Weil ich rundsunkpolitifch und gleichzeitig tech- jii'd) geschulte Parteigenossen brauchte, die überall muiwwiv»» ben Rundfunk kontrollierten, die vor allem lernen «im. geg. iteuem lollten, wie man es im Rundfunk nicht machen Motorrad. darf. Wir richteten deshalb auch in Berlin eine Merweg6Hl eigen« Versuchsstation ein, wir bildeten Reporter DUmaMh« urb Sprecher aus, wir besprachen regelmäßig die jrofflllB Programmgestaltung, alles natürlich unter Aus- 9** biet: IW her Deffentüd)teit/' . Rom -in hnf Dreü(ei sdinall,n'l'n^ ■tten^’^pre.s«1 zu niedng 1.°«" ’aChtllmonaa fischend: • -..Roe-jo K1L .. “*• 5°“e'-'5R.\L .......fioUe~-10R>L ............. EM .................. Adresse gebet. Änl> 'Rundfunks nicht erkannt. Sie organisierten einen wort auf alle Sülle. Riesenbetrieb, beuteten künstlerische Talente aus, Ang ml. nÄer ließen sie nicht zu Worte kommen und emp- 4Nvv a. d. G. L j sanden im übrigen den Rundfunk als eine fegens- n l |i| nnn ” reiche Einnahmequelle. Dieser Zustand mußte den M« I ütunbfunf auf ein Niveau herunterbringen, das vom uuuuu null uuüi deutschen Volke als eine Schande empfunden wurde." hrfl nehme bie m !-hluß der Öffentlichkeit " mir liegen Hen So hat Dreßler-Andreß von 1924 an die Entwicklung des Deutschen Rundfunks aufmerksam Ä* iGr'cü. Wvhlsi^' verfolgt, er hat die Wichtigkeit dieser Erfindung von \amt, auSfleiPM Anfang an gesehen, und deshalb war er auch dazu nnenu. 1 Verdächtigung w. berufen, die Generallinie für die Programmgestal- M) 60 1 mi^mit^m M des Rundfunks im nationalsozialistischen Staate roegU.lM.y5 —— als unwahr M- Richard Pobl, Gießen, Hammitr. 10. (JJJ ***.-*41 e formen, |1V ............. öli^ki _GarnM • }|J ■die m°d^ . Meter 1 mAuss^60’ . ungen | i, gründ- wariette iere Samstag, 5. August (933 Oie £anöbitfeaftion wird fortgesetzt. Weitere JleueinfteUungen sofort möglich. Die Pressestelle beim Landesarbeitsaml Hessen teilt mit: Die Vermittlung weiterer Landhelfer in bauer- liche Betriebe mußte ab 15. Juli wegen Erschöpfung der Mittel eingestellt werden. Den Bemühungen der Reichsanstalt ist es gelungen, neue Mittel des Reichsfinanzministeriums für die Landhilfeaktion frei zu machen. Die Arbeitsämter tonnen daher sofort weitere Landhelfer vermitteln. Das Landes- arbeitsam! Hessen hat mit der Landhilfe einen über Erwarten großen Erfolg erzielt. Obwohl der Bezirk stark gemifchtwirtjchaftlich ist, war es gelungen, bis Mitte Juli d. I. bereits über 11 000 Iuaendliche, wie schon kürzlich gemeldet, in Landhelferstellen unterzubringen. Damit stand das Lan- desarbeitsamt Hessen unter den Landesarbeitsämtern an fünfter Stelle. Da nach den neuen Bestimmungen die Gesamtzahl der Helfer im Reich zunächst nur bis auf 200 000 erhöht werden kann, ist eine Kontingentierung erfolgt. Für den Landesarbeitsbezirk Hessen beträgt die Hochstzahl der Landhelfer 14 500, so daß noch über 3000 Einstellungen erfolgen können. Angebot und Nachfrage sind auch bis in die letzte Zeit hinein hoch gewesen. Es besteht nunmehr die Möglichkeit, den Wünschen der Land- wirte nach Zuweisung von Landhelfern sofort Rechnung zu tragen. Sofern weitere Aufträge berücksichttgl werden sollen, müssen sie schnellstens bei den Arbeitsämtern gestellt wer- den. Die bisher geltenden Bestimmungen sind in mehreren Punkten abgeändert. Besonders hervorzuheben ist, daß nunmehr in stärkstem Umfange Unterstützungsempfänger aus der Arbeitslosenversicherung, Krisenfürsorge und der öffentlichen Fürsorge berücksichtigt werden müssen, während sich bisher unter den zugewiesenen Landhelfern viel Nichtunterstützte befanden. Die Annahme von Helferstellen ist auch weiterhin freiwillig. Ehemalige Kriegsgefangene und Drittes ^eich. Anläßlich der Bundestagung der Reichs Vereinigung der ehemaligen Kriegsgefangenen in Hamburg am 22. und 23. Juli schreiben — wie man uns berichtet — zwei e r - werbslose Kameraden folgendes: „Beseelt von dem Gedanken, in Hamburg, der freien Hansastadtz dem Ort des ersten großen Treffens der ehemaligen Kriegsgefangenen nach der nationalen Erhebung, ein Wiedersehen zu feiern mit Kameraden, die jahrelang mit uns Entbehrung und Leid teilten, haben zwei erwerbslose Kameraden die Fahrt zu Rad von Frankfurt a. M. aus unternommen, die sie durch das ganze Rheinland über Elberfeld-Bielefeld—Hannover—Bremen nach Hamburg führte. Es sollen nicht Schicksale eines Einzelnen angeführt werden, sondern es soll all denen, die es in den 15 Jahren nach dem Kriege nicht verstanden haben, die ehemaligen Kriegsgefangenen als Men- schen anzuerkennen, die stets, ob an der Front ober in Gefangenschaft, Deutsche waren, die für ihrVaterland kämpften, aber durch Schicksal in Feindeshände gerieten, gesagt werden, daß die ehemaligen Kriegsgefangenen — und dies soll besonders hervorgehoben werden — ihre Heimat, ihr Vaterland, ihr Deutschland auchinFeindes- land nicht verleugneten. Die Fahrt soll ein Beweis sein, daß die ehemaligen Kriegsgefangenen sich freuen, daß endlich das deutsche Volk erstrebt, ein e i n i g V o l k zu werden, eine geschlossene Nation. Wir sind stolz darauf, daß wir ehemaligen Kriegs- gefangenen durch die schon im Felde, um wie vieles aber mehr in der Gefangenschaft gepflegte Käme- radschaft, einer für alle und alle für einen, unseren Teil mit dazu beitragen dursten. Genau so, wie wir damals, die wir stets hinter Drahtverhau waren, der Willkür und den Schikanen der Feinde preisgegeben, glaubten, ein solches Leid nicht ertragen zu können, trotzdem immer hofften, bald Deutschland wiederzusehen, so hoffen wir auch heute auf ein neues einiges Deutschland, auf ein einiges Vaterland, in dem jeder, ob arm ober reich, in seinem Nächsten ben Kameraden sieht und danach handelt!" SJtxfpoit Abendsporifest des ZG. Sportvereins. Das Abendsportfest des JG.-Svortoereins Frankfurt a. M. hatte bei schönem Wetter einen recht guten Besuch gefunden. Rund 3000 Zuschauer wohnten den Wettkämpfen bei, die durchweg recht spannend und interessant verliefen. Im Programm gab es einige Aenderungen. So wurden die Kurzstreckenläufe über 100 und 200 Meter in zwei Abteilungen ausgetragen. Man verzichtete in beiden Konkurrenzen auf die Endläufe, um die für die Länderkämpse gegen Ungarn und Holland ausgestellten süd- und westdeutschen Leichtathleten nicht zu überanstrengen. Dr. P e l tz e r startete über 1500 Meter. Er war allerdings etwas gehandicapt, da ihn während des ganzen Laufes seine rutschende Badehose behinderte, ohne daß er dieses Uebel ab^ustellen vermochte. Trotzdem lief der Stettiner nach einem bestechenden Endspurt mit 4:07,2 Minuten noch eine ausgezeichnete Zeit. Der beste Läufer war der Frankfurter Sprinter Mährlein, der sowohl in den Staffeln als auch in den Einzelläufen den besten Eindruck hinterließ. Heber 400 Meter mußte sich der Stuttgarter Turnfestsieger Single dem Rastatter R e h b beugen. Weltrekordmann Sievert (Eimsbüttel) holte sich sicher die beiden von ihm bestrittenen Konkurrenzen, das Kugelstoßen und Diskuswerfen. Das Programm, das noch von Wettkämpfen der Leistungsklassen II und III umrahmt war, zog sich bis in die Dunkelheit hin und die letzten Konkurrenzen waren kaum noch zu verfolgen. Erfolge der Spielvereinigung 1900 Gießen In den Einladungskonkurrenzen des Abendsportfestes war die Spieloereinigung 1900 durch Eugen Eldracher vertreten (Kilo und Unteroffizier Gugel waren ebenfalls einaelaben, standen aber infolge Abwesenheit von Gießen gestern nicht zur Verfügung). Der 1900er lief wieder über 200 Meter ein beachtliches Rennen, indem er Handbreite hmter dem bekannten Bochumer Sprinter Bent zuruck in 22,9 den dritten Platz belegte. Der Lauf selbst wurde von dem norddeutschen Meister Schein (Hamburger Sportverein) in der für die weiche Bahn ausgezeichneten Zeit von 21 8 Sek. gewonnen. In einem zweiten 200-Meter- Ei'nladungs-Lauf blieb der süddeutsche Meister Kurz (Offenbach) in 22,4 Sek. Sieger. In den Rahmenwettbewerben hatten die 1900er die Olympische und die 4X100-Meter-Staflel belegt. Sie konnten beide Rennen zu schönen Erfolgen gestalten, indem sie die Olympische Staffel in der Besetzung Baumstieger, Koch, Bepperling und Jung in der beachtlichen Zeit von 3:49,2 Min. vor IG.-Sportverein Frankfurt (3:52,5 Min.) und BSC. 99 Offenbach (3:53,2 Min.) gewannen und in der 4X100-Meter-Staffel (Bepperling, Grünewald, Koch, Jung) einen guten zweiten Platz hinter Polizei Frankfurt belegten. Die 1900er liefen das Rennen Kreisspielfest in Holzheim. Heute und morgen begeht der sehr rührige Turnverein Holzheim die Feier seines 25jährigen Bestehens. Am heutigen Samstagabend findet im Saale von Gastwirt Sames die akademische Feier statt, zu der bekannte Turnerführer ihr Erscheinen zugesagt haben. Auch wird die Kreisriege neben den Darbietungen des Jubeloereins die hohe Schule des deutsche- Geräteturnens vorführen. Am Sonntagvormittag beginnen nach einem Feldgottesdienst die Kämpfe des 5. Kreises im Bezirk Hessen im Volkssport und in den Kampfspielen (Handball-Vorspiele und Faust- ball-Kreismeisterschasten). Rach einem Festzuge werden am Nachmittag die Zwischen- und Endspiele im Handball und das mit Spannung erwartete Auswahlspiel „Stadt gegen Land" den würdigen Ab- schluß des Kreisspielfestes bringen. Die Deutschen Schwinini-Msterschasteil. Die Deutschen Schwimm-Meisterschaften, die der DSD. zugleich mit seinem 42. Derbandsfest am heutigen Samstag und morgigen Sonntag im Schwanseebad in Weimar durchführt, vereint wieder die gesamte deutsche Schwimmerelite im Kampf um die Meisterwürden. Mit_ 186 Meldungen von 84 Vereinen aus 51 Städten übertrifft die Teilnehmerzahl die der bisherigen Meisterschaften bei weitem. Hierzu kommen noch die erstmalig in das Programm aufgenommenen Mt-Herren-Wettbewerbe, für die 99 Meldungen abgegeben worden sind. Die Jugend des DSV. ist zu Hunderten zusammengeströmt. Eine Anzahl Meisterschaften sind diesmal ohne Verteidiger. Der mehrfache deutsche Meister und Rekordhalter Ernst D e r i ch s , Köln, hat sich vom aktiven Schwimmsport völlig zurückgezogen. Ferner fehlen die Rückenmeisterin QI. Kirchner, Düsseldorf, die sich ebenfalls nicht mehr aktiv betätigt, der SV. Rieskh 1919 und Draun- s^weig 1902. Die Meisterschaft über 100-Meter-Kraul der Herren hat mit 17 Konkurrenten die meisten Teilnehmer. Durch den Verzicht von Derichs ist die Frage nach dem neuen Meister völlig offen. Lieber 200 Meter, 400 Meter und 1500 Meter Kraul hatte der mehrfache Rekordhalter Reymond Deiters, Köln, keinen ernsthaften Gegner zu fürchten. Eine Erkrankung hält ihn aber dem Start fern. 2m Kampf um den Sieg werden sich über 200 Meter der junge Vremer W e f i n g, Block, Spandau, und L e n k i t s ch, Rachen, ein erbittertes Gefecht liefern. Lieber 400 Meter tritt noch Wittbauer, Frankfurt, und über 1500 Meter Schraag, Ludwigsburg, in den Kampf. 2m Rennen über 200-Meter-Drust hat der Verteidiger (Sie t ad, Hamburg, in dem Weltrekordmann Paul Schwarz, Göppingen, und Wittenberg, Berlin, seine schärfsten Gegner. 2m 100-Meter°Rückenschwimmen wird der Titelverteidiger Küppers, Bremen, seine Rivalen Deutsch, Breslau, und Schwarz, Halle, auf die Plätze verweisen können. 2m Kunstspringen ist wieder der Verteidiger Esser, 2ser- lohn, sicher vor M a h r a u n und V i e b a h n (beide Berlin) auf dem ersten Platz zu erwarten. 2m Turmspringen hat unser Europameister Riebschläger, Zeitz, in Reumann, Spandau, und Ziegler, Berlin, ernsthafte Konkurrenten. 2n der Staffel über 4xl00-Meter-Kraul hat Poseidon, Köln, seinen Titel gegen Hellas, Magdeburg, und Magdeburg 96 zu verteidigen, über 4x200-Meter-Kraul haben die Kölner in Poseidon, Leipzig, und Magdeburg 96 gleichwertige Gegner, ileber 4x200-Meter-Brust werden sich die besten deutschen Vereine Poseidon, Leipzig, Poseidon, Berlin, Stern, Leipzig, und als aussichtsreichster Bewerber Hellas, Magdeburg, scharfe Kämpfe um den Titel liefern. Auch aus der Lagenstaffel werden die Hellenen vor Poseidon, Berlin und Göppingen 04 als Sieger hervorgehen. Oberheffen Landkreis Gießen. ? Aus dem Buseckertal, 4. Aug. Das heiße Sommerwetter der letzten Wochen hat das Gc- treibe schnell zur Reife gebracht. In sämtlichen Gemarkungen unseres Tales hat man mit dem Schneiden begonnen. Da sich infolge der sehr starken Regenfälle vor einigen Wochen bas Korn und die Gerste auf manchen Feldern stark gelagert hatte, können die Mähmaschinen nicht in Tätigkeit treten. Man erwartet einen guten Körnerertrag. Die Kartoffel- und Dickwurzernte verspricht ebenfalls gut zu werden. K A l b a ch, 3. Aug. Rach dem Frühgottes- dienst am vergangenen Sonntag hielt die neue Kirchengemeinde - Vertretung ihre erste Sitzung. Der Pfarrer kennzeichnete in seiner Ansprache die besonderen Aufgaben der Kirchengemeindevertreter und verpflichtete die neugewählten Mitglieder durch Handschlag. Dann wurde die Wahl des Kirchenvorstandes vorgenommen. Altbürgermeister Ludwig Arnold II. wurde in Anbetracht seiner besonderen Verdienste, die er sich in seiner Mitgliedschaft im Kirchenvorstand in mehr als einem Menschenalter erworben hat, einstimmig zum Ehrenmitglieddes Kirchenvorstandes ernannt. Die Wahl ergab, daß die vier seitherigen Mitglieder, Bürgermeister W. Lenz, Karl Schäfer II., Hch. Ludwig Gerhard, Lehrer Groh ebenfalls fast einstimmig wiedergewählt wurden und dazu als neue Mitglieder Otto Zimmer und Heinrich Schwalb II. S Steinbach, 3. Aug. Die neugewählte Kirchengemeindevertretung trat am Sonntag nach dem Gottesdienste zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Der Vorsitzende, Pfarrer Döll, verpflichtete nach einer kurzen Ansprache durch Handschlag die neu eingetretenen Mitglieder. Dann wurde in die Wahl des Kirchenvorstandes eingetreten. Als Resultat ergab sich, daß die 6 seitherigen Mitglieder des Kirchenvorstandes mit großer Majorität wiedergewählt wurden. Der Kirchenvorstand besteht also aus Bürgermeister 2akob Krämer II., Otto Gerhard, Heinrich Rikolaus II., Christian Pitz, 2a- kob Reu schling und Heinrich Haas VII. 5 Garbenteich, 3. Aug. Am vergangenen Sonntag versammelte sich die neugewählte Kir- chengemeinde-Vertretung zu ihrer ersten Sitzung. Rach der Verpflichtung der neuen Mitglieder durch den stellvertretenden Vorsitzenden, Pfarrer Döll, wurde die Reuwahl des Kirchenvorstan- des vorgenommen. Zu den vier bisherigen Mitgliedern Heinrich Ruhl I., Gilbert Schmidt, Karl Burk und Bürgermeister 2akob Friedrich Düringer wurden 2ohannes Hinterländer und Karl Stumpf III. neugewählt. Besonders erfreulich war bei dieser Wahl, daß sie einstimmig für alle 6 Mitglieder vor sich ging. (j) Grüningen, 4. Aug. Der seitherige Dirigent des Gesangvereins Eintracht, Lehrer Marsteller, hat aus nationalem Interesse zugunsten eines Berufsdirigenten sein Amt niebergelegt. Aus diesem Anlaß veranstaltete der Verein eine würdig verlaufene Abschiedsfeier. Während seiner zehnjährigen Tätigkeit hat sich der Verein so entwickelt, daß er in der Lage war, sich an zahlreichen Veranstaltungen mit bestem Erfolg zu beteiligen. Der erste Vorsitzende und Führer des Vereins Ad. B u ß würdigte in seiner Ansprache die großen Verdienste des Dirigenten Marsteller und gab der Hoffnung Ausdruck, daß der Verein sich unter der Leitung Des neuen Dirigenten weiter fortentwickeln möge. Für die erwiesene Ehrung dankte Herr Morste Iler und betonte besonders das gute Einvernehmen mit den Vereinsmitgliedern während seiner Tätigkeit. Er versprach als stellvertretender Dirigent weiterhin seine Kraft für den Verein zur Verfügung zu stellen. Nach dem Gesang einiger Lieder und noch einigen Musikvorträaen wurde die harmonische Feier mit einem dreifachen „Siea-Heil!" auf unseren Dolkskanzler geschlossen. • Obbornhofen, 4. Aug. Am Sonntag fand hier die Verpflichtung der neuen Mitglieder der evangelischen Kirchenvertretung statt. Hierbei wurde auch die Wahl des Kirchenvorstandes vorgenommen. Es wurden wiedergewählt die fünf alten Vorstandsmitglieder Altbürgermeister Philippi, Hermann Walz, Heinrich Glockengießer, Hermann Reitz I. und Georg Friedrich L e s ch - Horn. Für das verstorbene Vorstandsmitglied Johann Georg Heinrich Block wurde Bürgermeister Kammer neu hinzugewählt. ______ Preußen. Oberjungbannführeriödlichvemnglückt WSR. Frankfurt a. M., 4. Aug. Der Oberjungbannführer des 2ungvolkes, Fritz 2ä- ger, verunglückte auf einer Dienstfahrt mit seinem Auto so schwer, daß er nach seiner Anlieferung ins Krankenhaus seinen schweren inneren und äußeren Verletzungen erlag. Oberjungbannführer 2 ä g e r befand sich mit etwa 1000 2ungvolk»Buben in einem Ferienlager in der Rhön. Bei einer Fahrt zwischen den verschiedenen Lagern ereignete sich das Llngluck. Aus Anlaß des Todes seines Führers hat bas 2ungvvlk das Ferienlager sofort abgebrochen und ist nach Frankfurt zurückgekehrt. Wirtschaft. * Umstellung bei der Carl Fröhling AG., Frankfurt a. M. Der Treuhänder der Arbeit für Hessen teilt mit: „2m 2nter- esse der Erhaltung der Arbeitsplätze von über 400 Arbeitern und Angestellten bemüht sich die Firma Carl Fröhling AG., Frankfurt a. M., augenblicklich aus eigenem Antrieb, eine Form zu suchen, die unseren Volksgenossen Arbeit und Brot auch für die Zukunft sichert." Wie wir erfahren, erfolgt die Umstellung zur Behebung der in der letzten Zeit gegen die Firma aufgetretenen Stimmung in weiten Käuferkreisen. .* Frankfurt nachgebend. Frankfurt, 5.August. (WTB. Drahtmeldung.) Auch der Ausfall der Berliner Börse am Samstag konnte in Frankfurt bas Geschäft diesmal nicht nennenswert beleben. Die Umsätze gingen vielmehr über den in den letzten Tagen beobachteten Umfang kaum hinaus. Infolge bes geringen Drbereingangs wirkte sich die Meldung über die neuen Aufträge der Reichs- poft für die Industrie wenig aus, zumal Wallstreet gestern wieder schwächer eingesetzt hatte. Die etwas gebrückte Stimmung kam allerdings kursmäßig nicht zum vollen Ausdruck. Neben Rückgängen bis zu 1,50 v. $). zeigten sich auch kleine Gewinne bis 0,75 v. H. Rückwirkend freundlich lag der Montanmarkt, an dem Stahlverein 0,75 o. H., Gelsenkirchen und Ha» pener je 0,50 v. H. anzogen und nur Rheinische Braunkohlen und Mannesmann je 0,50 v. H. nachgaben. Von Chemiewerken eröffneten IG. mit 130 o. H. um 0,50 v. H. niedriger und waren bald darauf 129,50 Brief. Dagegen lagen Metallgesellschaft 0,25 v. H. gebessert. Als einziges Elektropapier zeigte sich Licht und Kraft zu Anfang gut behauptet. Im übrigen gaben Lahmeyer 1,50, Felten 1 und AEG. 0,40 v. H. nach. Kunstseideaktien lagen gehalten, ebenso Schiffahrts- und Verkehrswerte. Der R e n t e n m a r f t wies im allgemeinen etwas freundlichere Verfassung auf. Altbesitz und späte Reichsschuldbuchforderungen lagen je 0,25 v. H. höher, auch Stahlvereinbonds konnten 0,40 v. H. gewinnen. Etwas beachtet waren wieder Zolltürken, die sich um 40 Pfennig verbesserten. Auch der Pfandbriefmarkt hatte kleines Geschäft aufzuweisen und lag meist 0,25 bis 0,50 v. H. abgeschwächt, lediglich Kommunalobligationen waren teilweise behauptet. Staatsund Stadtanleihen waren vernachlässigt. Die Kurse waren im allgemeinen unverändert. Im Verlause ergaben sich an den Aktienmärkten teilweise weitere kleine Verluste von etwa 0,25 bis 0,50 o. H. Auch Neubesitz tarnen eine Kleinigkeit unter gestern zur Notiz. Tagesgeld war weiter erleichtert und der Satz wurde auf 3 v. H. festgesetzt. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 6. August. 8. Sonntag nach Trinitatis. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfr. Becker; zugleich Christen- lehre für die Neukonfirmierten der Markusgemeinde; 9.30: Pfr. Mahr. — Iohanneskirche. 8: Pfr. Ausfeld; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johannesgemeinde; 9.30: Pfarrasfistent Dörsam; 20: Missionsstunde im Johannessaal; Pfr. Groh. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde. — Pelruskapelle. 8.15: Christenlehre für die Neukonfirmierten der Petrusgemeinde; 9.45: Pfarrasfistent Surfen — Gemeindesaal (Liebigstrahe Rr. 56). 14: iQubftummengottesbienft; Pfr. Ausfeld. — HJiefetf. 9.30: Pfr. Naumann, Alten-Buseck. — — Großen-Buseck. 10.30: Gottesdienst; 11.30: Christenlehre. — Oppenrod. 8.30: Gottesdienst; 9.30: Christenlehre. — Albach. 8.30: Predigtgottesdienst. — Steinbach. 10: Predigtgottesdienst; 11: Jugend- und Kindergottesdienst. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst mit Christenlehre für die weibliche Jugend; 10.15: Kindergottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Katechismuslehre. — Kirchberg. 9.30: Kircyberg. Gedenken des Weltkriegsausbruchs; Kollekte; 10.30: Christenlehre für die konfirmierte männliche Jugend; 20: Lollar: Kollekte. — Hausen-Garbenleich. 12.15: Hausen; Pfr. Döll Steinbach; 13.15: Garbenteich; Pfr. Döll, Steinbad). — Watzenborn- Steinberg. Gustav-Abolf-Fest des Dekanats Gießen. 14: Festgottesdienst; Pfr. Knell, Herbstein; Posaunen- und Kirchenchor; 16: Nachversammlung auf dem Kirchenplatz; Kollekte. — Grüningen. 10: Hauptgottes- dienst mit Christenlehre. — Lich. 9.15: Beichte; 9.30: Stiftspfarrer ©raubt; hl. Abenbmahl; 12.45: Kinber- gottesbienst; 14: Stiftsbedjant Kahn. katholische Gemeinden. Samstag, den 5. August. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 6. August. 9. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Andacht. — (Brünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 17.30: Vortrag und Andacht. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Vortraa und Andacht. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Mittwoch, den 9. August. Hungen. 6.30 Uhr: Messe. Oeffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in bringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterbienst 8 bis 21 Uhr. Stabtpostamt: Für Schließfachabholer 7 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte: Dr. Geyer, Dr. Mehl. Zahnarzt: Dr. med. dent. Breuning. Apotheke: Hirfchapotheke. Leokrem bräunt schneller und verjüngt die Haut POSE: 90. 50, 22,15 PF Bekanntmachung. Die nächsten Viehmärkte in Gießen finden statt: 4946C Dienstag, den 8. August 1933, Rindoieh- (Nutzvieh-) Markt. Auftriebszeit von 6/a bis 1% Uhr vormittags. Mittwoch, den 9. August 1933, Schweine- markt. Auftriebszeit von 8 bis 9 Uhr vormittags. Auf dem Rinboiehmarkt wirb sämtliches Vieh gegen Maul- unb Klauenseuche schutzgeimpft. Gießen, ben 5. August 1933. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Seib. Öffentliche Mahnung. Folgenbe Rürfstänbe werden hiermit zur Zahlung bis 14. August 1933 einschließlich gemahnt: 4964C Schulgelb für bie Hessische Stubienanftalt für Juni 1933, Wohnungsmiete aus stäbtischen Häusern für Juni 1933, 1. Ziel Vorauszahlung an Gemeinbe-, Kreis- unb Provinzialumlage einjchl. Sonbergebäubefteuer 1933. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt ohne weitere Mahnung Einzug ber rückstänbi- gen Beträge auf Kosten der Schuldner. Bei den Steuerzahlungen werden die vorgeschriebenen Verzugszinsen erhoben. Gießen, den 5. August 1933. Stadtkasse Gießen. Möchten Sie siedeln? Fragen Sie Abermann Konkursverfahren, i Heber das Vermögen der Firma Alfred! Dihel, Alleininhaber Alfred Dihel, Gießen, Rodheimer Straße 42, wird heute am 3. August 1933, 16.15 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet, da die Gemeinschuldnerin zahlungsunfähig ist und ihre Zahlungen eingestellt hat. Der Rechtsanwall Heep in Gießen wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen find bis zum 25. August 1933 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder bie Wahl eines anberen Verwalters sowie über bie Bestellung eines Gläubigerausschusses unb eintretenbenfqlls über bie in § 132 ber Konkursorbnung bezeichneten Gegenstänbe unb zur Prüfung ber angemelbeten Formierungen auf 4967D Dienstag, den 29. August 1933 vormittags 10 Uhr vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer 101, Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben obfcr zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch bie Verpflichtung auferlegt, von bem Besitze ber Sache unb von ben Forberun- gen, für welche sie aus ber Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 25. August 1933 Anzeige zu machen. Hessisches Amtsgericht zu Gießen. CITBOVIN DAS bekömmliche Siiuremittei FÜR SPEISE- UND E1ÄMACHEZWECKE In all en einschlägigen Geschäften erhältlich. M Citrovin-Fabrik G. m. b. H., Frankfurt a. ÄL Familien-Drucksachen Verlobungsanzeigen . . _ ... , Ä Vermählungsanzeigen bei Bruhl, Schulstraße Geburtsanzeigen Die Aachener Bausparkasse gewährt zu günstigen Bedingungen unkündbare Darlehen f. Bau-, Kauf- und Entschuldungszwecke. Bisher über 29,5 Mill. Mark zugeteilt Vom Relchsanlslehtsaint »gelassen I I ZWECKSPARVERBAND AACHEN HINDENBUeGSTSASSE »2 ; FÜR EIGENHEIME A»G Fordern Sie kostenlose Zusendung unserer Prospekte und unverbindliche Beratung durch unsere General- Agentur Gießen: Dipl.-Ing, L. F. Schmitt, Friedensstraße Nr. 12 Seriöse Mitarbeiter allerorts gesucht! Ankauf vorgesparter Anträge kann nach Möglichkeit vermittelt werden. 48<»v Asbest- Platten 1,2, 3,4 und 5 mm, wieder am Lager. 204 D CarlSchunck lillllllllllllllllllllllllHIIIIIIIIIIIIIillllllllillllillllillllllllllllll ^eselvahn einige Lase frei! «55a Vevskcheute. Wandern und Reisen • Bäder und Sommerfrischen. Vetrachtungen eineSReisekoffers. Don Hans Ratonet. 3m Anfang war meine rindslederne Haut glatt wie die eines jungen Mädchens: man riecht beinahe noch den Stall und die Weide, die Gerberwerkstatt und die Fabrik. So glänzte ich eine Weile in unberührter Frische im Schaufenster. Dann kam ein Liebhaber — lange beäugte er mich durch die Scheibe — der nahm mich und hatte Gröhes mit mir vor: Reise- Pläne ... Zunächst aber wurde noch nichts daraus. Untere erste Reise ging bloß nach Eisenach. Da lag ich zum ersten Male im Gepäcknetz: was dem Matrosen die Hängematte, das ist für uns Reisekoffer das Gepäcknetz. Ein Reisender legte ein eisenbeschlagenes schweres Riesending von Holzkiste auf meine blanke Haut. Als mich mein Herr besorgt und erzürnt von der Last befreite, hatte ich meine Schramme weg. Ich hätte ihn gern getröstet, das ist nun einmal die Feuertaufe des Reisekoffers, jetzt bin ich eingeweiht, frischer Dreck ziert den Soldaten. Bei der Abreise in Eisenach stand der Portter vom „Goldenen Löwen"' da, in der Hand einen mächtigen bunten Zettel, die Zunge bereit, ihn zu feuchten. „Halt", sagte mein Herr, „lassen Sie, nicht auf den neuen Koffer I" Enttäuscht verschwand die Zunge in den für sie bestimmten Raum. Da ging ein Ueberlegen über das Gesicht meines Herrn: „Also meinetwegen, pappen Sie mal ihren Löwen drauf, aber bitte hier, wo die Schramme ist." So wurde der „Goldene Löwe" die erste Erinnerung meiner ersten Pfingstreise. „Das Köfferchen der gnädigen Frau auch?", fragte der Portier, und beleckte eifrig den zweiten Zettel. „Rein bitte nicht", flüsterte das Fräulein. Dann marschierten wir zur Dahn. Gin Jahr später kam mein Herr zu Geld — wie, weih ich nicht. Ich bin ja nicht der wundertätige fliegende Koffer aus dem Märchen. Da hättet ihr ihn sehen sollen, wie sich der erwachsene Mann benahm I Er fing an alle möglichen Dinge in mich hineinzustopsen. und dabei plapperte er tolles Zeug vor sich hin, es war ein Durcheinander wie in meinem Innern, dann räumte er wieder aus und fing von vorn an, und dann sah er mit hochrotem Kopf über Atlanten und Reisebüchern, von denen er eine Menge zwischen Schuhen und Kragen verstaute. Wir fuhren nobel nach Rom. mein Herr und ich Der Schlafwagen-Steward pappte ein kleines diskretes Etikett auf meine Außenseite. Es folgte das „Grandhotel" in Rom. „Imperial" in Reapel, dann aings an Bord, der Matrose vom Gepäckraum drückte mir das bunte Zeichen seiner Schifffahrtsgesellschaft auf. Hier seht ihr eine Säulenhalle zwischen Palmen, das ist das „Majestic"- Hotel in Palermo auf Sizilien: gleich daneben findet ihr den kleinen bunten Riederschlag der Ueberfahrt auf dem Llotzddampfer nach Afrika. Cs folgen ein paar nicht ganz billige Hotels in Tanger, Alexandria und Kairo. Für die Rückreise über Spanien müht ihr euch schon auf die andere Seite bemühen: vorn war ich schon voll- pcpappt. Denn auch die Zollbehörden kleben oft ujre schwer entfernbaren Etiketten auf meine Haut — als Gegenstück zu den vielen Stempeln im Reisepah. Das war eine Reise, damals. Aber inzwischen ging auch die Lebensfahrt weiter, bergauf, talab, wie das Schicksal will. Mein reicher Herr wurde arm. Wie ihr mich jetzt seht, liege ich auf dem harten Holz dritter Klasse unterwegs nach Bitterfeld ^geschäftlich): wie ein bunter, seltsamer exotischer Bogel im Käfig hocke ich da, und die Reisenden begucken mich neugierig: Die Palmen von Palermo und das „Select-Hotel" in Marseille, das Kasino von Rizza. die Schiffe mit den drei Schornsteinen, bte Leuchttürme von Seebädern. Der Personenzug rattert gemütlich durch die Gegend, und die Leute lesen staunend von mir ab, wo ich überall gewesen bin. Am liebsten möchten sie mich noch umdrehen, um auch auf der anderen Seite mitzureisen. 3m kleinen Coups ist die weite schöne Welt, und draußen ist die Gegend von Bitterfeld, Tlnd zwischen all den scheckigen Zetteln ist noch einer, den mein Herr nicht hat überkleben lassen: das ist jener erste Zettel vom „Goldenen Löwen" in Eisenach, und da- ist eine Erinnerung, die bleiben soll, auch wenn es wieder auf große Fahrt geht, und sogar bis nach Friedrichsroda. Reisebries aus dem Jerchiesgadener Land. R a m f a u bei Berchtesgaden, Sommer 1933. Wer von den Höhen des Watzmanns den schön- heitstrunkenen Blick schweifen läßt über die Herrlichkeit der deutschen Alpen, versteht Ganghofers Wort: „Wen Gott lieb hat, den läht er fallen in dieses Land". Es hind Heuer Tausende, die hier ihre Erholung suchen. Berchtesgaden Stadt und Land wiesen dieser Tage eine Besucherziffer von ijber 21 000 auf. Der Bahnhofsplatz bietet ein Bild fast wie der von Frankfurt. Es wimmelt von Menschen. Schier lebensgefährlich ist das Ueberschreiten der Straße. Kraftfahrzeuge aller Art sausen durcheinander. Nicht nur die Erkennungsmarken aller deutschen Gebiete beobachtet man — auch V O ist zu- weilen zu sehen — auch ausländisch? Wagen bringen ihre Insassen in dieses Paradies der deutschen Alpen. Die Einheimischen scheinen fast alle im Dienst des Fremdenverkehrs zu stehen — kein Wunder, da die Zahl der Gäste die Einwohnerzahl um ein Vielfaches übertrifft. Selbstverständlich wird von den Bewohnern der reichsdeutschen Alpen die Grenzsperre gegen Oesterreich sehr wohltuend empfunden, da alle Alpenfahrer, die sonst nach Tirol, Salzburg, Steiermark ufro. gingen, in diesem Jahr diesseits der schwarz-gelben Grenzpfähle bleiben mußten. Dazu hat das Berchtesgadener Land besonders seit diesem Jahre eine große Anziehungskraft gewonnen, indem es die Wahlheimat des Reichskanzlers ist. Bekanntlich hat der Führer sich am Obersalzberg bei Berchtesgaden einen Ansitz im alpenländischen Stil erworben und vergrößert. Dieses „Haus Wachenfeld" ist geradezu zum nationalen Wall- fahrtsort der Kurfremden geworden. Es wird er- zählt, daß neulich bei Anwesenheit des Kanzlers einmal 900 Menschen das Haus umlagerten, um ihn zu sehen, womöglich seine Stimme zu hören. Wenn Adolf Hitler durch die Dörfer fährt, um- brandet ihn ein Begeisterungssturm, den er in wohltuender Schlichtheit und Herzlichkeit erwidert. Beim Unterwirt in der Ramsau sperrten sie ihm neulich die Straße und umjubelten seinen Wagen. Die eingeborenen Landleute erhoffen von ihm die Rettung aus fast hoffnungsloser Bedrängnis und Wirtschaftsnot. Das mit landschaftlichen Reizen überaus gesegnete Berchtesgadnische Land ist in landwirtschaftlicher Beziehung sehr arm. Ackerbau gibt es fast keinen. Ich greife beispielsweise das Tal der Rams- auer Ache heraus: Nur auf der Sonnenseite der steilen Hänge ist dürftiger Anbau von Roggen und Kartoffeln möglich. Sonst muß die Bevölkerung von der Weidewirtschaft und von den Erträgnissen des Waldes (eben. Bei der geringen Rentabilität und der dadurch bedingten großen Primitivität der Wirtschaftsformen lag der Lebensstandard der Alm- bauern schon hart an der Grenze des Eristenzmini- mums. Das wurde seit Einbruch der Wirtschaftskrise noch katastrophaler: die Viehpreise stürzten, was sich bei der kleinen, geringgewichtigen Pinzgauer Rasse noch drückender bemerkbar machte. Der andere Ernährungszweig, der Holzhandel, erfuhr eine ähnliche Einengung. Die Preise sanken so sehr, daß sie die Fällung nicht mehr lohnten. Geldknappheit und Arbeitslosigkeit waren die Folge. Die Kleinbauern muhten Schulden kontrahieren, um die notwendigsten Lebensrnittel zu kaufen. Zahlreiche Gehöfte kamen unter den Hammer. Es ist auffallend, daß gerade die schönsten und stattlichsten Bauernhäuser in die Hand fremder Geldleute gerieten und so dem bodenständigen Bauerntum verloren gingen. Da hat die nationalsozialistische Bewegung der in völliger Verzagtheit befindlichen Bauernschaft neuen Auftrieb geliehen. Nicht hoch genug ist das psychische Moment einzuschätzen, daß der Schimmer neuer Hoffnung in die Herzen eingezogen ist. Der Kanzler gilt als der Bauernkanzler schlechthin. Es ist für unsere Tage typisch, daß die alte deutsche Heldenoerehrung, gerichtet auf die Person Adolf Hitlers, sich mit wirtschaftlichen Momenten verbindet. Das wird im Berchtesgadener Land besonders sinnfällig, weil eine starke Hebung des Fremden- Verkehrs sich unmittelbar mit der Person des Kanz- lers verbindet. Natürlich kann dieser Sommergäste- betrieb keine Rettung des Bauerntums in vollem Umfang bringen — es kann sich nur darum handeln, daß den Einheimischen dadurch Einnahmen zuflie- hen, mit denen die notwendigsten Schulden der letzten Jahre abgedeckt werden können. In dem weit- ausgedehnten Gebiet der Gemeinde Ramsau sind zur Zeit alle zur Verfügung stehenden Betten besetzt, etwa 1200, d. h. mehr als die Gemeinde Einwohner hat. In früheren Jahren waren es um dieselbe Zeit etwa 300. Bemerkenswert ist die soziale Schichtung der Gäste. Ausgesprochene Geldleute sind selten — die suchen schlichte Gebirgsorte nicht auf. Die meisten Fremden entstammen der bürgerlichen Mittelschicht. Den weitaus größten Prozentsatz bilden Beamte und Angestellte, auffallend viel Eisen- bahner und Postbeamte der mittleren Kategorien. Also Leute mit bescheidenem Geldbeutel, die das Jahr über sparsam leben, um ihren Urlaub im Hochgebirge verbringen zu können. Damit hängt es zusammen, daß meist kurzfristige Gäste hier Jinb. Dreiwöchiger Aufenthalt ist eine Seltenheit. Stark ist durch viele Privatautos der Durchgangsverkehr — Leute, die im eigenen Kraftwagen kommen, ein, zwei Tage bleiben und dann kilometerfressend wei- terfaufen. Den Ansässigen sind die langbleibenden Gäste lieber. • Der ständischen Zusammensetzung entspricht das Publikum, dem man auf Bergwanderungen begegnet. In den Zentralalpen, in den Oetz- talern, Stubaiern, Zillertalern, Tauern, überwiegt der eigentliche Alpinist, der Edelweißstern des deutsch- und österreichischen Alpenvereins beherrscht auf den Hütten das Bild. Hier im Berchtesgadni- fchen besteht eine bunte Mischung aller Stände und sozialen Schichtungen. Ob das den bergsteigerischen Sitten allewege zuträglich ist, steht dahin. Der echte Hochalpinist wünscht nicht, daß Strandbadallüren auf die höchsten Berge steigen. Denn die Hochalpen sind heiliges Land, in das nur Menschen mit tiefer Ehrfurcht gehören. H. Wanderfahrten. Station JrifbdRaufen — Saljböbdat — Oberwalgern — Fronhaustn. Van der Station Friedeihausen ausgehend, überschreiten wir die Lahnbrücke und kommne über da» anmutig am Berghang gelegene Ovenhausen in bat liebliche Salzböbekal, bas von bewalbeten Höhen um- säumt ist. Nachdem wir bas Dorf Salzböde durch- schritten haben, erreichen wir die reizvoll Gelegene Schmelz, wo von April bis Oktober Wirtschaft betrieben wird. Immer den Bach aufwärts gehend, kommen wir an der Rauchmühle vorbei zur Stein- furthsmühle, wo wir auf die Landstraße gelangen, der wir nach rechts folgen. Bei dem hochgelegenen Dorfe Ober-Walgern bieten sich uns prächtige Blicke über bas Lahntal nach Spieaelslust, Frauenberg, lotenberg und Staufenberg. Abwärts ftcigenb erreichen wir nach knapp breiftünbiger Sßanberung unser Enbziel Fronhausen. Gießen — Krofdorf — firofborfer Forst — Dünsberg — Obermühle — Bieber. Eine für Dünsbergbesucher empfehlenswerte Wanderung ist die Begehung der gelben Strichmarkie- rung, die in Krofdorf ihren Anfang nimmt. Wir gehen zunächst die Landstraße nach Krofdorf, wo bei der Hauptstraße die gelben Striche beginnen. Gemeinsam mit den roten Strichen geht cs die Fel» lingshäuser Straße aufwärts zum Wald, wo sich ein schöner Rundblick über die Burgen hinweg nach den Vogelsberger Höhen und den Taunusbergen bietet. Hier wendet sich der rote Strich links, während unser Zeichen geradeaus in den Wald geht. Auf einsamen, vielfach gewundenen Wegen durchstreifen wir den ausgedehnten Krofdorfer Forst, um nach geraumer Zeit auf die Frankenbacher Straße zu landen, die wir überschreiten und auf einem Feldweg zum Fuße des Dünsbergs gelangen, wo sich am Waldrand wieder ein hübscher Ausblick bietet. Der Aufstieg zum Gipfel des Serges ist von dieser Seite äußerst bequem. Nachdem wir uns auf der Höhe erfrischt und die prächtige Rundschau vom Turm genossen haben, folgen wir weiter den gelben Strichen abwärts über drei Ringwälle, um später bei der Obermühle das Biebertal zu erreichen. Eine interessante Erscheinung ist unterwegs das Verschwinden eines Baches in der Erde, der erst wieder in den Wiesen bei der Obermühle zutage tritt. Wir verlassen jetzt das Zeichen und gehen an den Mühlen vorbei nach unserem Endziel Bieber. Wanderzeit etwa fünf Stunden. Reisewinke. Das idyllische Weserbcrgland. Daß das schöne Weserbergland zu den billigsten Reisegebieten Deutschlands gehört, beweist der neue Sommerfrischen- und Gaststätten- Führer, den der Derkehrsverband Weserbergland in Hameln neu herausgegeben hat. Es sind nur ganz wenige Orte in diesem Gebiete, in denen man Pensionspreise über fünf Mark findet, dafür ist aber die Zahl derjenigen Orte um so größer, in denen man Unterkunft und Derpfle- gung für 3,50 bis 4,50 Mark pro Tag erhalten kann. Desondere Anmerkungen, wie „Liegewiese". „Forellenfischerei", „eigene Landwirtschaf?', „mitten im Walde", lassen darauf schließen, daß man hier fast überall idyllische Ruhe und auch besondere kulinarische ®enüffe erwarten darf. Eine Karte des Weserberglandes, ein Fahrplan der Oberweser-Dampfer sowie kleine Beschreibungen der Ortschaften und schöne Bilder ergänzen das Heftchen. Sprechstunden der Redaktion. 11J0 bi» 12.30 Uhr, 16 bl» 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Waldsanatorium Falkeneck Braunfels/ lahngebirge Neuzeit!.Gesundungshcim m.mod.Einrichtf.Naturheilverf. Durch Heildiät u. indlvid. Fürsorge vorxttgl.Erfolge. Aerztl.Leit. Jahrüb.geofl’n! November-März: K urs z. Biologieassistentin. Existenzsich.Frauenberuf.AerztLExamensaoschl.Prosp.fr. D :s w u :: ■■ :: E3 ;! H ai ® === a ii a s ■■ B NORDSEEBAD Wangerooge Verbindungen über Bremerhaven Wilhelmshaven Carolinensiel PROSPEKTE DURCH BADEVERWALTUHC daS oberhcss.Rvtcnburg hlmllmPn 2Babnst.v.ttranksurt/M UUUlliytll p/,Bnhnstunde v Gießen Herri.Sommerfrische.Ausgedebnte Laubund Nadelwaldungen. Hübsche Spazier- gänge.AlsAufentb.f.Erbolungsbedürftige vesond.geeignet u.gern besucht.Gesundes Klima m.sriicherHöbenluft.Volle Pension in nuten Häusern 3,50—5 NM. Pauschalaufenthalt für 1—4 Woch. o.26—90 RM. Prospekte durch d. Verkebrsoerein. ,«9sv Sommeraufenthalt am Fuße des Vogelsberges, außerhalb des Dorfes, anerkannt gute Verpflegung. Bei 4 Mahlzeiten Mk. 2.50. Anna Seim, Lardenbach (Oberh.). Tel. Mücke 15. Erholungsheim Eichhof Lauterbach (Hessen) lOMinutenv.Bad-Salzschlirf,am Südostabhang des Eichbergs mit groben in die Waldungen des Eichb^rgs übergebenden Parkanlagen. Neuzeitliches Schwimmbad in nächster Nähe. Ruhige, sonnigeHohen- lagen sichern beste Erholung. aiuD Volle Pension m. 4 Mahlzeiten 5lJi 3.50. ema es ist viel stärker, es ist ja überhaupt das stärkste Radiumbad der Welt Deshalb gehe jeder bei Rheuma, Neuralgien, Aderverkalkung, Wechseljahrebeschwerden und Alterserscheinungen nach dem deutschen Radiumbad Obersdilema. Dreiwöchige Kurmittelpauschale M (Arzt, Kurmittel, Kurabgabe) RM 100.— BMMnn**orw- Bad-Nauheim””D Gasthaus „Zur Waldlust“ oeit. fett 1860. - Größtes bürgert. Garten- reitourant am Piave. - Eigene Schweme- mevgerei. Bürger!. Mittagsttich. Reichh. Abendkarte. Billigste Preise Aufmerksamste Bedienung. Hauvtsvezialiiäi: Original selbfigekeltertcr Apfelwein Inh.: Fritz Haag, Eck» Haupt- n. Tannnsstr. i Kalte Seebäder frei! a*>*v Kordsee-Hotel Borkum fiihr.HausBorkums.dir.a.Meer.VoUe Pension v. Mk. 6.50 an. FLk.u.w.W ass Hot.-Prosp.Ld.Geschäftsstd.Ztg.frei Bad Salzschlirf-Hotel Kaiserhof Pens. 5.- bis 6.50. Eig. Konditorei, Caf6 / Küche. KeUer best. Ruf Serien im (Rfiönbad dem Paradies an der Pulda Ausgedehnte Parkanlagen mit großem Schwimm-Freibad, Kinaerplanschbecken, Liegewiese und sonstige Ruheplätze, Sportmöglichkeit. — Gute Zimmer mit fließendem Wasser. W.C. Keine Kurtaxe. Idealster Wochenendaufenthalt. Illustr. Prospekt kostenlos durch die Verwaltung des 4112V Rhönbad Bronnzell bei Fulda! Höbeolnitkiirort Herbstein Angenehmer Aufenthalt für Sommergäste und Familien. Nähe Wald. Badegelegenheit, altbekannt gute Küche. Metzgerei und Gastwirtschaft Lodwig Statt. I —___M- —— Stat. Aumenau Längncdcc Lahnbahn. *’7