Rr. 154 LeübauSsabe 185. Jahrgang Mittwoch, 5. Juli IY5Z GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20®/, mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für denAn- zeigcnteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Bietzen. Erlche'ni >ügltch, außer Sonntags und Feiertags Beilagen; Die Illustrierte Bietzener Familienblätter Heimat im Bild ■ Die Scholl, Dlonat$:Be5ugsprets: Mtt 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, jrernfprechanfchlüffe anter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe». Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686. Druck vnd Verlag: vrühl'sche Univerfitalr-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Sietzen. Schriftlettung und Geschastrstelle: Zchulfttatze 7. -ri .-i1 ■ —■ Das Rhein - Main - Wirtschaftsgebiet im Ausbau des deutschen Ständestaats. Darlegungen des frankfurter Handelskammerpräsidenten Dr. £uer. Frankfurt a. M., 4. Juli. 3m Zuge des Aufbaues zum deutschen Ständestaat waren die Ausführungen des Frankfurter Handelskarnmer-- Präsidenten Dr. L u e r vor der Iahreshaupt- versammlung des Verbandes Mitteldeutscher In- dustrieller über wirtschaftliche Organisationsfragen an sich und insbesondere des Rhein- Mainischen Wirtschaftsgebietes von Bedeutung. Zürn ersten Male erhalten wir die Grundrisse, wie unser Gebiet in den künftigen Ständestaat hineinwachsen kann. Wirtschaftsgebiete werden nicht an den Grenzen einer L a n d e s e i n t e i l u n g Halt machen, sondern es werden die organisch zusammen gehörenden Wirtschaftsgebiete mit gleichen wirtschaftliche n Belangen auch zusammengeschweiht werden. Wie in der Politik, so sind auch innerhalb der Wirtschaft die Stufungen unter einheitlichen Gesichtspunkten durchzuführen. Träger des Rhein-Mainischen Wirtschaftsbezirks sind die Provinz Hessen-Nassau und der Freistaat Hessen, von denen der letztere mehr landwirtschaftlich, der erstere dagegen industriell und kapitalintensiv orientiert ist. Von hier aus gehen die engeren Beziehungen i m O st e n bis in den Spessart, in die Gegenden von Aschaffenburg und Wertheim, g,a ch Süden in das Wirtschaftsgebiet von Mannheim und Ludwigshafen, nach Westen bis Koblenz und Trier, nach Norden bis in den Sie- gsrländer Bezirk. All diese Grenzgebiete sind mit dem Hauptwirtschaftsbezirk, mit der Zentrale Frankfurt a. M. verbunden. Aus« dieser engen wirtschaftlichen Verbundenheit ergibt sich eine Grenzziehung, die ungefähr folgendes Interessengebiet umfaßt: im Westen die Luxemburgische Grenze, im Norden die Linie in der Mitte zwischen Bonn und Koblenz, oberhalb von Siegen zur Grenze der Provinz Hessen-Nassau, im Osten wird das Gebiet von den Grenzen der Provinz Hessen-Nassau umschlossen, am rechten Mainviereck vorbei bis nach Mergentheim, im Süden bis hinüber nach Karlsruhe einschließlich der Bezirke Heidelberg, Mannheim. Aus den verschiedensten Erwägungen heraus und der historischen Entwicklung entsprechend kann allein Frankfurt am Main als Zentrale des Rhein-Mainischen W i r t s ch a f t s g e b i e- t e s in Frage kommen und von hier aus der berufsständische Ausbau durchgeführt werden. Alle andern Erwägungen treten aus wirtschaftlichen Gründen zurück, da sie der gesamten Struktur des Gebietes entgegenlaufen. An der Spitze der größeren Wirtschaftsbezirke wird als Selbstoerwaltungsorgan das Wirtschaftsamt stehen, das nach außen einheitlich die Interessen des Bezirks vertritt, und nach innen in einem organisch gegliederten dezentralisier- t e n Aufbau den verschiedenen Interessen der einzelnen Wirtschaftspunkte in fachlicher und in regionaler Beziehung Rechnung trägt. Rach dem Stand der bisherigen Berhandlungen werden die einzelnen Wirtschaftsgebiete in territorialer Beziehung sich mit den Bezirken der Treuhänder decken. Das bedeutet, daß das Rhein-Mainische Wirtschaftsgebiet das im Gesetz über die Treuhänder der Arbeit festgelegte Wirtschaftsgebiet Hessen umsaßt. Damit ist das Kerngebiet gegeben, also in erster Linie die Provinz Hessen-Rassau ohne Dillenburg, Schmalkalden und einiger Orte im Kreise St. Goarshausen, sowie ohne den Tlnterwesterwaldkreis und ferner der Freistaat Hessen. Für die Grenzbezirke wie Aschaffenburg, Siegerland oder auch Mannheim-Ludwigshafen usw. werden Sonderregelungen zu treffen sein. Don wesentlicher Bedeutung ist, daß die funktionellen Zusammenhänge nicht gestört werden. Die Verteilung von Industrie und Landwirtschaft zeigt, daß sich d i e In d u st r i e im wesentlichen auf fünf Gebiete konzentriert. Das Rhein-Main- Becken ist durch gualitätsindustrielle Fertigfabrikation gekennzeichnet, das rohstofforientierte Lahn-, Dill - und Sieggebiet erhält vom Erzbergbau in Verbindung mit der Großeisenindustrie sowie von der Industrie der Steine und Erde das Gepräge und das Kasseler Industriegebiet ist sowohl Rohstoffindustrie, wie Fertigwarenfabrikation. Ueberwiegend agrarisch sind der Vogelsberg, die Rhön, große Teile der W e st h e s s i - schen Senke, Rheinhessen, der Spessart und der Odenwald. Die ausgesprochenen Industriegebiete sind sämtlich von landwirtschaftlichen Zonen umgeben. Der einheitliche Charakter des Rhein-Mai- nischen Wirtschaftsraumes zeigt sich zunächst stark in seiner Siedlungsstruktur und dann in seiner landwirtschaftlichen Struktur Und dem Ausbau seiner Qualitätsindustrie. Das Gebiet ist wesentlich stärker exportorientiert als die gesamte deutsche übrige Wirtschaft. Rach eingehenden Darlegungen über die Richtlinien der organischen Gliederung im Rhein- Main-Gebiet sowie über den Ständeaufbau folgerte Dr. Luer für das Rhein-Mainische Wirtschaftsgebiet, daß neben den Fachverbänden eine Wirtschaftskammer stehen wird, die je nach der Bedeutung einzelner Gebiete und ihrer regionalen Ausdehnung Bezirks st ellen mit besonderen Funktionen einrichtet. Von der Wirt- schaftskamrner für das Wirtschaftsgebiet Hessen werde zweckentsprechend gegliedert in die Bezirksstelle Frankfurt a. M., die Bezirksstelle Rhein, die Bezirks stelle Rhön-Vogelsberg, die Bezirksstelle Westerwald und schließlich Kurhessen. Das Schwergewicht wird in allen Fällen, besonders in der sozialpolitischen Ratur in dem Bezirk liegen. Es gilt hier, Lohn- und Tarifregelungen zu treffen, nicht nur für den Bezirk, sondern gegegenenfalls für eine bestimmte Unternehmung, weswegen auch die betriebliche Rähe gewahrt werden muh. Das Wirtschaftsamt hat in erster Linie die Aufgabe der Aufsicht und die Kontrolle sowie des Ausgleiches der Interessen innerhalb der verschiedenen Stände. Der Verband Mitteldeutscher Industrieller zum Neubau der Wirtschaft. Frankfurt a. M., 4. Juli. (WSN.) Der Verband Mitteldeutscher Industrieller hat auf seiner Jahreshauptversammlung eine Entschließung gefaßt, in der es heißt: Verantwortungsbewußtes Unternehmertum, das auch in trübsten Zeiten feine Aufgaben hochhielt, wird auch künftighin zu den stärksten Stützen des Staates gehören. Neben der selbstverständlichen Pflege des gerade für unsere mittlere und kleinere Industrie so wichtigen Binnenmarktes ist nicht zu verkennen die große Bedeutung der Ausfuhr, besonders für unser Wirtschaftsgebiet, deren Förderung recht eigentlich Dienst am deutschen Volk ist in Erhaltung der Arbeitsstätten und Hebung der Wohlfahrt der Arbeitenden. Er sieht in den verschiedenen Anstrengungen der Regierung, auf dem Wege zusätzlicher Arbeitsbeschaffung die Arbeitslosigkeit zu beheben, einen wichtigen und er« folgversprechenden Schritt zur Besserung der Lage, hofft aber, daß der natürliche Weg der Befriedigung des zweifellos überall vorhandenen B e d a r f s der Wirtschaft durch Senkung der La st en als grundsätzlichster Weg über anderen nicht in Vergessenheit gerate. Er begrüßt alle diejenigen Regierungserklärungen, die darauf hinzielen, Ruhe und Stetigkeit für die Wirtschaft herbeizuführen und zu erhalten, da allein a u f so gesichertem Boden wirtschaftliche Tätigkeit und darauf Volks wo hl- fahrt gedeihen kann. Das Ergebnis -er Volkszählung im Reich und in -en Län-em. Berlin, 4. Juli. (TU.) Nach den soeben im Statistischen Reichsamt zusammengestellten vorläufigen Ergebnissen der Volkszählung vom 16. Juni 1933 beträgt Die ortsanwesende Bevölkerung des Deutschen Reiches ohne Saargebiet 6 5,3 Millionen, zusammen mit den rund 830 000 Einwohnern des Saargebiets, in dem wegen der vorübergehenden Lostrennung von der deutschen Verwaltung nicht gezählt werden konnte, beziffert sich die R e i ch s b e v ö l k e r u n g auf 66,1 Millionen. Dieses Ergebnis bleibt um rund 1,7 Millionen hinter der Einwohnerzahl des Deutschen Reiches vor dem Kriege zurück (67,8 i m alten Gebiets st and des Reiches). Gegenüber der Zählung vom 16. Juni 1925 hat die Reichsbevölkerung (ohne Saargebiet) urnrund2,7Mil- lianen oder 4,4 v. H. zugenommen. Von der 65,3 Millionen zählenden Bevölkerung (ohne Saargebiet) entfallen 31,7 Millionen auf das männliche und 33,6 Millionen auf das weibliche Geschlecht. Der Frauenüberschuß ist, wie schon 1925 zu beobachten war, in weiterer Rückbildung begriffen. 1933 trafen auf je 1000 Männer noch 1060 Frauen gegenüber 1075 im Jahre 1925 und 1101 im Jahre 1919. Die Bevölkerungsdichte ist von 133 Einwohnern je Quadratkilometer im Jahre 1925 auf 139 Einwohner gestiegen. Don den europäischen Staaten weisen lediglich Belgien, die Niederlande und Eng- land eine höhere Bevölkerungsdichte auf. Der absoluten Bevölkerungszahl nach ist Deutschland n ä ch st Rußland der volkreich st e Staat Europas. Berlin, 4. Juli. (TU.) Nach dem vorläufigen Ergebnis der Volkszählung weifen die einzelnen Lände r folgende Bevölkerungszahlen auf (in Klammern die Zahlen für 1925): Preußen 39 958 073 (38 175 989) Bayern 7 703 997 (7 379 594) Sachsen 5 196 381 (4 994 281) Württemberg 3 713 150 (2 580 235) Baden 2 429 977 (2 312 462) Thüringen 1 676 759 (1 607 339) Hessen 1 426 830 (1 347 279) Hamburg 1 184 548 (1 152 523) Mecklenburg-Schwerin 708 077 (674 045) Oldenburg 581 296 (545 172) Braunschweig 518 736 (501 875) Anhalt 365 824 (351 045) Bremen 366 425 (338 846) Lippe-Detmold 179 305 (163 648) Lübeck 136 469 (127 971) Mecklenburg-Strelitz 112 809 (110 269) Schaumburg-Lippe 50 469 (48 046) Die Grundlagen für den Verfaffungsrreubau des Reiches. Ein Vortrag des Staatssekretärs Pfundiner vom Reichsinnenministerium. Berlin, 4. 3uli. (TTl.) Der Staatssekretär im Reichsministerium des Innern, Dr. Pfundtner, hielt in ber Derwaltungsakademie einen in mehrfacher Hinsicht bemerkenswerten Dortrag über „Die neue Stellung des Reiches". Der Staatssekretär erläuterte besonders Sinn und Zweck der drei großen Gesehgebungswerke: Gleichschaltungs- geseh, Reichsstatthaltergesetz und Gesetz zur Wiederherstellung des Derufsbeamlentums. Wenn man das Ermächtigungsgesetz als die vorläufige Verfassung ansehe, so sei das G l e i ch s ch a l t u n gs g e se tz der erste Schritt zur Ausführung dieser vorläufigen Derfas- sung. Es stelle das Derhältnis von Reich und Ländern auf völlig neue verfassungsrechtliche Grundlagen mit dem Ziel einer st a r k e n Reichsgewalt. Der Dualismus zwischen Reich und Preußen werde damit endgültig beseitigt und Preußen werde als Hausmacht unmittelbar in die Hand des Reiches gelegt. Eine territoriale Reugliederung stehe im Augenblick nicht zur Erörterung. Aber eine Garantie des gegenwärtigen Länderbestandes sei nicht gegeben und ein gewisser Austausch der zahlreichen En- und Exklaven werde sich auf die Dauer nicht umgehen lassen. Das Reichsstatthaltergesetz sei der größte Wurf, der der Regierung Hitler bisher gelungen sei, mit ihm habe sie den nationalen deutschen Einheitsstaat tatsächlich geschaffen. Aus den drei Grundgesetzen ergebe sich folgende neue Stellung des Reiches gegenüber den Ländern und den bisherigen gesetzgebenden Körperschaften: Die Stellung des Reiches gegenüber den Ländern ist wesentlich st ä r t e r geworden. Politisch gesehen gibt es heute bereits den einheitlichen nationalen deutschen Staat, da in Reich und Ländern nur ein einheitlicher politischer Wille herrscht. Die Länder haben in politischer Hinsicht ihr Dasein verloren. Eine besonders enge Zusammenarbeit zwischen Reich und Preußen ist sichergestellt und ein Einfluß Preußens auf die Gestaltung auch der vereinfachten Gesetzgebung ist gewährleistet. Das Hauptaufgabengebiet der Länder liegt in der Verwaltungstätigkeit. Daneben bleiben ihnen wichtige Aufgaben auf finanziellem, kulturellem und wirtschaftlichem Gebiet. Eine Mitwirkung des Reichsrates bei der vereinfachten Gesetzgebung kommt nicht mehr in Frage. Aus der Gesamtlage ergibt sich, daß d i e Grundlagenfürden staatlichen Reu» bau des Reiches bereits gelegt sind und daß nun auf ihnen das feste Haus, in dem die deutschen Dolksgenossen künftig wohnen sollen, gebaut werden kann. Damit ist nicht gesagt, daß von heute auf morgen eine neue Verfassung geschaffen werden muß. Die künftige Gesetzgebung des Reiches wird die völlige Erneuerung des deutschen Menschen, seine Erziehung und Tlmstellung auf das neue Deutschland zum Ziel haben müssen. Ein neues Reichsangehörig- keitsgeseh wird nicht nur an Stelle der deutschen Staatsangehörigkeit treten, es wird vielmehr Unterscheidungen innerhalb der Reichszugehörigkeit zu treffen haben, je nachdem der Reichsangehörige deutschen oder fremden Blutes ist. Das Reichsvolk des neuen Staates werden nur die Reichsdeutschen bilden können. Dazu wird ein besonderes Reichsbürgerrecht treten müssen, das den Deutschgeborenen die Reichsangehörigkeit nicht ohne weiteres in die Wiege legt, sondern das ihm feierlich verliehen wird, nachdem er sich durch besondere Leistungen und treue Dienste am Staate seiner würdig gezeigt hat. .Erst der so gusgestattete Reichsbürger wird künftig im und am Staat mitarbeiten dürfen. Die ältere Generation mag durch geeignete Liebergangsbestimmungen von Härten verschont bleiben, wenn es mit der Wahrung der Grundsätze vereinbar erscheint. Der bereits geschaffenen Ordnung im Inneren wird die Erneuerung dcs ganzen Dolkcs im Sinne des Rationalsozialismus und seiner nationalen, soziali- stischen und völkischen Ziele folgen. Aus den weiteren Ausführungen des Staatssekretärs ist noch erwähnenswert, daß die ins Ausland geflüchteten ehemaligen sozialdemokratischen Führer in kurzem durch ein Reichsgesetz als Landesverräter aus dem deutschen Volksoerband ausgestoßen werden sollen. Bemerkenswert ist auch noch die Klarstellung, daß durch das Ausscheiden eines einzelnen Ministers aus der Reichsregierung das vom Reichstag erteilte Ermächtigungsgesetz nicht hinfällig werde. Alle Regierungen würden nach dem Regierungs- ch e f genannt. Danach sei es selbstverständlich, daß unter der gegenwärtigen Regierung im Sinne des Ermächtigungsgesetzes staatsrechtlich nur d i e von Adolf Hitler geführte Regierung zu verstehen fei, gleichgültig, welche Persönlichkeiten sonst als Minister in ihr sitzen. Die Bayrische Vottspariei aufgelöst. M ü n ch e n, 4. Juli. (WTB.) Der ehemalige Staatsminiffer und Reichstagsabgeordnete (Eugen Graf Quadt-3sny gibt eine Erklärung be- kannt, in der es u. a. heißt: 3 m Benehmen mit der bayerischen Staatsregierung erkläre ich als Bevollmächtigter der Landesparteileitung der VVP.. daß mit dem heutigen Tage jede Tätigkeit der BVP. aufgehört hat und ihre Mitglieder aus dem Treueoerhältnis zur Partei entlassen sind. Die Partei ist praktisch damit aufgelöst. Durch die na- tionalsozialistifche Revolution gibt es außerhalb der NSDAP, keine politische Mirkungs- Möglichkeit mehr. (Es ist deshalb für jeden bisherigen Angehörigen der BVP. der weg frei, unter der unmittelbaren Führung Adolf Hitlers am Aufbau des neuen Deutschlands mitzuwirken. Graf Quadt hat in einem Schreiben an den zuständigen Gauleiter der NSDAP. Staatsminister Wagner seine Aufnahme in die NSDAP, beantragt und ebenso beim Vorsitzenden der Reichstagsfraktion der NSDAP, den Antrag gestellt, als Hospitant in die Reichstagsfraktion der NSDAP, übernommen zu werden. Graf Quadt fordert diejenigen Mandatsträger der bisherigen Bayerischen Volkspartei, die für einen solchen Schritt in Frage kommen dürften, auf, seinem Beispiel Folge zu leisten. Oer Stahlhelm-Studentenring Lange« marck unterstellt sich dem NSOStB. München, 4. Juli. (TU.) Zwischen dem Dundesführer des Rationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes, Oskar S t ä b e l und dem Führer des Stahlhelmstudentenringes Lange- marck Heinz K i e k e b u s ch , wurde folgende Vereinbarung getroffen: 1. Der Stahlhelmstudentenring Langemarck unterstellt sich dem Rationalsozialistischen Deutschen Studentenbund. 2. Dr. Kiekebusch wird als Führer des Stahl- helmstudentenringes Langemarck in die Bundesleitung des RSDStB. berufen. 3. Die Kreisführer des Stahlhelmstudentenringes Langemarck treten in den Stab der Kxeis- führer der RSDStB. 4. Die Hoch- und Schulgruppenführer des Stahlhelmstudentenringes Langemarck treten in den Stab der Hoch- bzw. Fachschulgruppenführer des RSDStB. 5. Die von dem Dundesführer des Stahlhelm angeordnete Aufnahmesperre gilt sinngemäß und für die gleiche Zeitdauer für den Stahl- helmstudentenring Langemarck. 6. Auf Grund dieser Vereinbarung wird den Mitgliedern des Stahlhelmstudentenringes Langemarck die Mitgliedschaft zum Rationalsozialistischen Deutschen Studentenbund freigegeben. Reichsminister Goebbels an die Beamten seines Ministeriums. •Berlin, 4. Juli. (TU Arn Dienstag wurden im Saale des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda vier Fahnen der Fachschaften durch Reichsminister Dr. Goebbels feierlich geweiht. Der Minister erklärte in einer Ansprache u. a., es sei gut, daß Jugend in dieses Haus eingezogen sei. Aber hinter ihr müsse das erfahrene und aus - gereifte Alter stehen. Dieser Staat sei tatsächlich ein rein nationalsozialistischer, er sei das Ergebnis einer speziell nationalsozialistischen Revolution. Wer in der Beamtenschaft nicht den Rationalsozialismus mit dem Herzen erfassen könne, dem müsse wenigstens die Klugheit eingeben, daß Ehaos über uns kommen würde, wenn diese Regierung zum Sturz käme. Dr. Goebbels forderte von den Beamten vollsten Einsatz und Hingabe an die Arbeit. Der Rationalsozialistische Dienst beginne am frühen Morgen und ende am späten Abend. Auf Aus aller Well fb. Zeitschriften. deutschen B. Ziele und Aufbau des Deutschen Modeamtes Der Magistrat der Stadt Frankfurt a. M. hat oem Dichter Rudolf P r e s b e r anläßlich seines Der Llr-Gtruwwelpeter. Erste Gestalt eines berühmten Bilderbuches. Als der junge Frankfurter Arzt Heinrich Hoffmann zu Weihnachten 1844 seinem dreijährigen Söhnchen Carl ein Bilderbuch kaufen wollte, fand er unter allem, das der Buchhändler ihm vorlegte, nichts, das seinen Ansprüchen an leichte Faßlichkeit genügt hätte. Als er schließlich heimkam. brachte er ein Heft mit, das er Frau mit den Worten überreichte: „Hier habe ich, was wir brauchen", und auf ihren verwunderten Ausruf: „Aber das ist ja ein leeres Schreibheft!" erwiderte er: „Fawohl, aber da will ich dem (Zungen schon selbst ein Bilderbuch daraus machen." Richt umsonst hatte Hoffmann bei seinem Vater zeichnen gelernt, nicht umsonst hatte er schon oft Verse gemacht und diese Fertigkeit am Bett kranker und widerspenstiger Kinder angewendet, um sie zu beschwichtigen und abzulenken. Ohne diese äußere und innere Vorbereitung wäre gewiß nicht das Buch entstanden das er nach Lleberwin- dung mancher technischer Schwierigkeiten feinem Sohn auf den Weihnachtstisch legte. Die originelle Gabe wurde auch bald von anderen, Kindern und Erwachsenen, bewundert, und sachkundige Leute ermunterten den Urheber, das Werklein drucken zu lassen, denn es wäre zu schade, wenn es der (Zunge in ein paar Tagen zerreiße. (Zn einer kleinen literarischen Gesellschaft, in der das Büchlein herumgezeigt wurde, kam es dem Buchhändler Dr. L 5 n i n g zu Gesicht, der soeben unter der Firma „Literarische Anstalt" einen Verlag gegründet hatte. Diese erklärte sich sofort bereit, das Kinderbuch herauszubringen. Täglich überwachte Hoff- mann den Lithographen, der die Herstellung der Bilder besorgte, damit dieser die Gestalten nicht durchs (Idealisierung verändere und nicht von den sorgfältig gewählten Farben abweiche. So erschien denn zum Preis von 59 Kreuzern Weihnachten 1845 unter dem Titel „Lustige Geschichten und drollige Bilder mit 15 schön kolorierten Tafeln für Kinder von drei bis sechs (Zähren" die erste Auflage von 1500 Exemplaren, die schon nach vier Wochen vergriffen war. Das war für die dama- lige Zeit ein großer Erfolg, im Sturm eroberte das Buch sich die Herzen der Kinder, und seitdem ist es in Millionen von Stücken verbreitet. In alle Kultursprachen überseht, in die fernsten Lander gedrungen. Sie ersten Auflagen des „Struwwel- pete^, wie das Buch von den Kindern gleich zu Anfang genannt wurde und wie es von bet Bekanntmachung des NS.-Lehrer- bundes (Kreis Gießen). RS.-kreisversammlung. . 3n bßr heutigen (Mittwoch) Kreisversammlung ?C5.J?6m=Ce^rerbunbe5 UM 15 Uhr im Caf6 Leib spricht Pfarrer Probst. Frankfurt a. M., über E.^Therna ..Nationalsozialismus und deutsches Lprqtenmm . Hierzu werden besonders auch die Herren Geistlichen des Kreises eingeladen. Greta Garbos erster Schritt zum Ruhm. Greta Garbo hat wieder ihre Filmtätigkeit in Hollywood ausgenommen, nachdem sie bei ihrem Aufenthalt in der Heimat all die Stätten wieder, gesehen, an denen die junge Greta Gustavson so ichwer um ihren Aufstieg kämpfen muhte. Wie sie ihren ersten Schritt zum Ruhm getan hat, davon wird in einer englischen Filmzeitschrift eine bisher noch unbekannte Episode aus ihrem Leben erzählt- „Es war an einem bitterkalten Tage im Januar als der Wagen des Schauspielers Carl Briffon, der' damals m Stockholm auftrat, vor dem Theater hielt. Von der Wand löste sich eine Gestalt, die augenscheinlich auf ihn gewartet hatte, berührte den Arm des Künstlers und als er sich überrascht umwandte, reichte ihm ein schüchternes kleines Mädchen mit einem Krux einen Strauß Veilchen. Während Briffon die Blumen in das Knopfloch seines Mantels steckte wunderte er sich darüber, wie ein so ärmlich gekleidetes Mädchen im nordischen Winter so viel für Veilchen ausgeben könne. „Warum tun Sie das?" fragte er. „Wie heißen Sie?" „Ich liebe das Theater und Ihr Spiel," lautete die Antwort. „Ich habe Sie öfters gesehen, wenn ich genug Geld hatte, um mir einen Platz zu kaufen, mein Rame ist Greta Gustavson." „Ich will Ihnen ein Paffepartout für das Theater geben," sagte Briffon freundlich, „da- mit Sie mich jeden Abend ansehen können, wenn es Ihnen beliebt." Unh er schrieb einige Worte auf eine Karte. Sie dankte und lief hinaus in das Dunkel des Theaterhofes. Greta besuchte seitdem oft das Theater, in dem Briffon auftrat, und die beiden wurden gute Freunde. Sie erzählte ihm von ihrer Sehnsucht nach der Bühne, und er schilderte ihr den Zauber dec Bretter, die die Welt bedeuten. Briffon war es auch, der sie zu ihrem ersten Auf- treten überredete. Er trat damals mit einer Reihe von Chordamen auf und sang ein Couplet, in das er zuletzt das Publikum einzustimmen bat. Erst sang er, dann sie- len die Mädchen ein und dann das Publikum. Briffon kam nun auf den Gedanken, daß er die Zuschauer bester zum Mitsingen des Refrains veran- laffen könne, wenn er zunächst einen einzelnen aus der Menge zum Singen aufforöere. Er dachte dabei an Greta. Eines Abends sah er sie auf ihrem gewöhnlichen Platz im Parkett sitzen, und als er hinunlerrief: „Run soll jemand mitsingen!" da blickte er starr auf sie und flüsterte ihr über das Orchester zu: „Los, Greta!" Sie zögerte und errötete, aber dann erhob sie sich und sang den Kehrreim allein, Deutscher Fleischeroerbandstag. Der 5 3. Deutsche Fleischerverbands- k 2 g. zu dem 800 bis 1000 Delegierte aus ganz Deutschland erschienen sind, wurde in Anwesenheit von zahlreichen Ehrengästen und Vertretern | des gesamten Handwerks mit einem offiziellen Festakt im goldenen Saal des Rathauses zu Augsburg eröffnet. Rach Gesangsvorträgen der Sangerobteilung der Augsburger Freien Meh- gerinnung begrüßte Bürgermeister Eistermahr im Ramen der Stadt die Gäste als Repräsentanten eines im Vollsaufbau wichtigen Berufsstandes. Der 1. Derbandsvorsihende Lammertz brachte in seiner Erwiderung den Dank und die Liebereinstimmung seiner Berufskollegen mit den Zielen des neuen Staates zum Ausdruck und schloß mit einem Treubekenntnis für den geliebten Reichspräsidenten und den großen Volkskanzler. Die Untersuchung des Unglücks auf der Zeche „General Blumenthal". Der Unfallausschuß der Grubensicherheitskommis, ston Dortmund trat aus Anlaß der Explosion auf der Zechenanlage „General Blumenthal I/II" zusammen. Unter Hinzuziehung von Sachverständigen der Bergwerklichen Dersuchchtrecke und des Vereins zur Ueberwachung der Kraftwirtschaft der Ruhrzechen fand eine Besichtigung der Explosionsstätte und im Anschluß daran eine eingehende Erörterung der möglichen Ursachen des Unglücks statt. Die Er- plosion hat sich in der 130 Meter vom Schacht entfernt liegenden Derladehalle zugetragen. Es wurde festgestellt, daß an einem Waschbergtransportband ”ur3 cor der Explosion Schneidearbeiten vorgenommen worden sind. Es besteht die Möglichkeit, daß hierin oder in Störungen an elektrischen Einrich- tungen die Ursache der Explosion zu suchen ist. Die bergbehordliche Untersuchung nimmt ihren Fortgang. ».Graf Zeppelin" in Pernarnbuco. Das Luftschiff „G r a f Zeppelin" hat auf feiner Sudamerikafahrt am Dienstag früh gegen 5 Uhr das Felseneiland St. Paul und gegen 9 Uhr Fernando de Noronha erreicht. Es fuhr, um nicht vor der planmäßigen Zeit am Dienstagabend im Zwischenlandehafen Pernarnbuco einzutreffen mit gedrosselten Motoren. Um 19.30 Uhr ist das Luftschiff dann planmäßig in Pernarnbuco gelandet. Schweres Segelboolunglück auf der Außenweser. Unverantwortlicher Leichtsinn hat, wie aus Bremen gemeldet wird, zu einem schweren Segelbootunglück geführt, dem wahrscheinlich fünf Kinder und em Erwachsener zum Opfer gefallen find. Trotz schweren Nordweststurmes wagten sich sechs Erwachsene mit fünf kleinen Kindern in einem toorauf das Publikum begeistert die Strophe wie. der^lte. Dieser neue „Trick" war ein großer Erfolg für Briston. Wenn er das Publikum aufforderte, dann ledesmal Greta: „Ich will singen," und durch ihren Vortrag schuf sie einen engeren Zusammenhang zwischen Künstler und Publikum, gab seinem Spiel eine stärkere Resonanz. So arbeitete die kleine Verkäuferin mit dem Künstler zusammen, ohne daß man die Verabredung bemerkte, und jeden Abend kam sie in einen Rausch, bis Briffons Gastspiel zu Ende war und er Stockholm verlieh. Da war aller Glanz aus Gretas Leben gewichen, sie ver- kaufte wieder traurig und träumerisch ihre Hüte, bis sie dann schließlich den entscheidenden Entschluß ihres Lebens faßte und sich dem Filmregiffeur Mauritz Stiller vorstellte, der ihr den Weg zum Ruhm bahnte. Ernennungen zu Handelsund Ergänzungsrichtern zur Sammer des Landgerichts für Handelssachen in Gießen. Vorn Haschen wurden die Herren Kaufmann Josef Sauer, Kaufmann Georg S ch u- A o r d , Bankdirektor Griesbauer, Kaufmann Karl G e or g i (sämtlich in Gießen), ferner Franz Weber (Friedberg) und Karl N e u s ch ä f e r (Di- Grund einer Anordnung deS etaa tskommissars für das Polizei- wesen in 5j essen führen die Polizeiämter Darmstadt, Mainz, Offenbach, Worms und Gießen künftig die Bezeichnung „Polizeidirektionen". Die politische Abteilung der Polizeidirektion führt die Bezeichnung „Staatspolizeistelle", die Kri- minalabteilung die Bezeichnung „Kriminalpolizeistelle . Die frühere Bereitschafts- oder Schutzpolizei heißt jetzt Landespolizei; der leitende Lrollzeiosfizier heißt Polizeiführer. Zur Landes- polizei gehören auch der Kraftfahrdienst der Polizei und die Polizeifunkstelle. Segelboot auf hie offene Weser. Kurz nach Derlaffen der Geester Mündung kenterte das Boot. Durch den Schlepper „Elsfleth" wurden drei Erwachsene gerettet. Ein anderes Boot nahm zwei Erwachsene auf. Vermutlich sind der sechste Erwachsene und sämtliche fünf Kinder ertrunken. Zwei Kinder- fachen sind bereits geborgen worden. Zwölf Iahre Zuchthaus wegen der Ermordung eines SA.-Mannes. Das Schwurgericht in Brieg verurtellte den Arbeiter Karl Z i e b o l z, der sich an dem Lieberfall auf Rationalsozialisten in Ohlau am 10. Iuli vorigen Iahres beteiligt und dabei den SA.-Mann Konietzke mit einer Latte erschlagen und in die Ohle geworfen hatte, wegen Totschlages zu zwölf Fahren Zuchthaus. Schweres Verkehrsunglück in Algerien. (£in Autobus der algerischen Strecke Oran—Tlern- ten ist 10 Kilometer von Tlemten einen Abhang hlnuntergestürzt. Vier Personen wurden dabei g e to t e t und 12 v e rl e tz t. / Kunst und Wissenschaft. ' Richard Strauß in Bayreuth. Dr. Richard Strauß und das Festspielorchester wurden bei der ersten Probe in Bayreuth durch Generalintendant T i e t j e n im Ramen von Frau Winifred Wagner begrüßt. Tietjen rich- tete an alle eine herzliche Mahnung, die Kameradschaftlichkeit hochzuhalten und weiter zu pflegen. Mit Worten des Dankes gedachte Generalintendant Tietjen darauf Arturio Toscani- n i s. dessen Absage er auf das tiefste bedauerte Hierauf hieß der Generalintendant Dr. Richard Strauß auf das herzlichste willkommen. Strauß dankte hieraus dem Generalintendanten Tietjen in sehr herzlichen Worten. Er führte aus, daß er vor nunmehr 50 Fahren das erstemal nach Bayreuth gekommen sei. Damals habe sein Vater am ersten Horn im Orchester in der „Parsifal"-Auf- fuhrung mitgewirkt, in der der Meister zum letzten Male dirigiert habe. Er freue sich außerordentlich. letzt wieder an Wagners Werk tätig zu sein. Mit der Bitte an das Orchester, ihn in ^mercfüfnftkri^n Arbeit zu unterstützen, schloß Strauß ferne Ansprache, die mit Beifall ausgenommen wurde. Die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt für Rudolf Presber. Auffuhrungsrechtsgesellschaft wird ein großer Teil der zur Zeit erforderlichen Unkosten eingespart, der den Urhebern und den Musikveran- stattern in Zukunft zugutekommen wird. Durch das vorliegende Gesetz werden keinerlei internationale Abmachungen verletzt. Durch die Ausschaltung der österreichischen Gesellschaft (die obenerwähnte ausländische Gesellschaft ist eine österreichische) ist eine Gegenmaßnahme Oesterreichs nicht zu befürchten, da Oesterreich an Deutschland für Autorenrechte etwa 46000 Mark jährlich, Deutschland dagegen nach Oesterreich über 2 Millionen abführt. Die österreichischen Autoren werden durch das vorliegende Gesetz in ihren Rechten nicht beeinträchtigt. Oer neue Generalinspekteur für das deutsche Gtraßenwesen. München, 4. Juli. (CNB.) Diplomingenieur Dr. Fritz Todt wurde vom Reichskanzler zum Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen ernannt. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Bauleiter großer Tiefbaustellen war Dr. Todt seit 1928 Ge- schäftsführer und technischer Leiter der Bauunternehmung Sager & Woerner, Straßenbau G.m.b.H., München. Durch seine Tätigkeit in der Industrie ist Dr. Todt mit den straßenbaulichen Verhältnissen in Deutschland vertraut und kennt auch den Straßenbau in Italien, Frankreich, in der Tschechoslowakei und Jugoslawien. Jrn Krieg war Dr. Todt vom drrtten Auflage ab auch auf dem Titel heißt, sind ud«:aus selten und sehr kostbar geworden. Kinderbücher haben ja meist kein langes Leben, und der Struwwelpeter hatte unter den derben Zugriffen *5® Hände besonders zu leiden, bis er schließlich in unzerreißbarem Material hergestellt wurde. Afar wie es so zu gehen pflegt: allmählich verblaßt die ursprüngliche Schönheit eines Werkes, je mehr es der Massenproduktion unterliegt. So ist es auch mit den Struwwelpeter-Ausgaben gegangen. Die ersten sind in ihrem Stil von den heute verbreiteten völlig verschieden, noch durch keine Zutaten verändert und atmen die ganze Ursprünglichkeit und LInmittelbarkeit, die diesem klassischen Erzeugnis seiner Art eigen ist. Fn die- sen fein ausgeführten Blättern tritt uns mit überraschender Eindringlichkeit entgegen, daß der Frankfurter Arzt ein wirklicher Künstler war, der nicht nur im drastischen Reim, sondern auch im erzenen Schmuck der Seite Hervorragendes leistete. Die spater so groben Figuren haben hier eine etwas unbeholfene, aber entzückende Anmut: eine jarte unb reiche Ornamentik umrahmt die einzelnem Seiten und gestaltet sie zu harmonischen Ein- zelkunstwerken. Daher bereitet der Fnsel-Verlag Veibaig je^t den unzähligen Freunden des unsterblichen Buches eine ebenso große Freude wie LIeber- raschung, wenn er in der Fnsel-Bücherei den Struwwelpeter in seiner ersten nr J a(t4.-^erau65nn9t- Den Inhalt der ersten Auflage, die in der zweiten noch um die Geschichten vom „Feuerzeug" und „Zappelphilipp", in der fünften um den „Hanns Guck-in-die-Luft" und den „- ,4^. -zr.r.T..4uzrrrirrrr,। ft WM; In Spandau befindet sich die erste Führerschule für die Anwärter aus leitende Stellungen beim Arbeitsdienst. Hier werden bei strengster Disziplin den Männern, die im ganzen Reich die Arbeitsdienstpslicht organisieren sollen, die einheitlichen großen Richtlinien für ihr Handeln gegeben. — Unsere Silber zeigen: Oben: Das Hissen der Flagge des Arbeitsdienstes auf dem Hofe der Reichsführerschule. Die Flagge weist auf grünem Tuch die Embleme des Arbeitsdienstes, Spaten und Aehren, auf. — Unten: Blick in einen der 'Schlafräume der Schule. — Unten links: Major a. 2). Lancalle, dec Leiter der Führerschule. Schritt und Tritt nebeneinander marschierten, die sich kennen und schätzen lernten, die einander verstanden und sich unter den Fahnen zu einer im Donner der Geschütze und unter dem Hagel der Geschosse millionenfach bewährten Volksgemeinschaft fanden, lebten sich nach dem Kriege auseinander, vergaßen sogar, ihre Söhne in einem Geiste zu erziehen, der dem AkademUer ebenso wie dem Steinklopfer auf der Landstraße die gleiche Hochachtung entgegenbringt. Tiefen taten sich auf, die unüberbrückbar schienen, Kasten bildeten sich, die ein Eigenleben führten. Immer mehr schwand der Sinn für das Gemeinsame, immer schärfer trat das, was der einzelne unbedingt für sich in Anspruch glaubte nehmen zu müssen, in den Vordergrund. Selbstzucht und Gehorsam gingen darüber verloren, aber auch Hilfsbereitschaft und nur zu oft auch nationale Geschlossenheit in allerwichtigsten Lebensfragen unseres Volkes. Was beste Männer unserer Ration anstrebten und vorbereiteten, was schon im Rahmen des Freiwilligen Arbeitsdienstes versuchsweise durchexerziert worden ist: wieder um alle Volksgenossen dos gleiche Band zu schlingen, die Grundlage für Einordnung und nationale Gemeinschaftsarbeit zu finden, volkserzieherisch zu wirken und das, was am Volkskörper zu verkümmern und zu verkommen drohte, der Gesunhung entgegenzuführen, wird jetzt Wirklichkeit werden. Zwar stellt sich diese Wirklichkeit uns in der Form der Llmschaltung vom freiwilligen zum Pflichtarbeitsdienst vor, aber was dieser Dienst umschließt, anstrebt und fördern soll und wird, ist das Wesentliche. Erneut soll unsere Heranwachsende Jugend, gleichgültig welchen Ständen sie entstammt, wie der Bildungsgang des einzelnen war, ob reich oder arm, geistig hervorragend oder nur durchschnittlich begabt, zusammengeführt werden. Hoffnungsvoll unb anfeuemd sind die Ergebnisse des letzten Jahres. Da stand der Student mit Dell und Säge im Wald neben dem arbeitslos gewordenen Fabrikarbeiter, da gruben gemeinsam die Iung- männer aus dem Vorder- und aus dem Hinterhaus Abzugsgräben. Alle einte bereits das geben zehntausende von jungen Männern diese- Zeichen am Rockkragen tragen. Sie werden es tragen in dem Bewußtsein, daß sie für einen wenn auch kurzen Zeitraum gerufen wurden, um in Gottes freier Ratur aufbauende Arbeit zu leisten, die aber nicht nur dem hinter ihnen wartenden Siedler oder Handwerker, sondern ihnen und ihrem Volke zugute kommen wird. Sie werden Gleiche unter Gleichen sein, sie werden in ihren Führern vorbildliche Kameraden finden, sie werden sich selbst in allem zu dienen und einander zu helfen haben, sie werden als Menschen aus den Lagern zurückkehren, die vieles Unangenehme und mit echter Volksgemeinschaft Unvereinbare, das ihnen anhaftete, abgestreift haben. Um wieviel leichter wird ihnen dann das Leben und der* Kampf ums Dasein, wenn sie in das bürgerliche Leben mit der leider in einem kurzen Jahrzehnt nur zu schnell und zu gewaltig verschütteten Selbstzucht wieder eintreten! Sie können ganz anders zupacken, weil sie gelernt haben, ein dienendes Glied im Dolksganzen zu fein, sie werden aber auch, auf ihren neuen Posten gestellt, ganz anders als zuvor führen können. Denn sie wissen die ihnen Anvertrauten gerecht zu behandeln, sie wissen deren Arbeit ebenso wie die der Angehörigen aller anderen Berufe zu schätzen unb zu ehren. Und immer werden sie sich der Monate erinnern, da sie im Arbeitslager den Spaten gebrauchten, werden den Geist, den sie hier aufnahmen, ihren Söhnen und Töchtern vererben. Haben sie aber in einfacher unb beharrlicher Arbeit ihren bescheibenen Anteil zur Erreichung eines hohen Zieles beigetragen, so haben sie sich selbst Werte geschaffen, bie für sie unvergänglich sind, unvergänglich, weil sie im Zeichen ber Volksgemeinschaft entstauben. Unb biefe Volksgemeinschaft, ohne bie es fernen Aufbau, ohne die es im Leben einer Nation überhaupt nichts Fruchtbringendes gibt, ist es, bie uns bie Arbe-itsdienstpflicht, bie für jeden unterschieblos gilt, bringen soll unb auch bringen wirb. Spaten unb Aehren finb bie Feldzeichen ber in bie Arbeitslager einziehenden Generationen, unter diesen Zeichen werben sie die schönsten Siege zu erringen haben. Hessischer Ariillerislenlag in Darmstadt. WSR. Darmstadt, 2. Juli. Die hessischen Artilleristen. insbesondere die ehemaligen Angehörigen der Regimenter 25 und 61 waren am Lamstag und Sonntag zu einem großen Artillerietreffen in der Landeshauptstadt versammelt. Aach dem Begrüß ungs- und Kameradschaftabend am Samstag sowie der Hauptversammlung der Offiziers Vereinigung stand der Sonntag ganz im Zeichen dieser ruhmreichen Waffe des deutschen Heeres. Die Landeshauptstadt trug überreichen Flaggen- und Girlandenschmuck. Die öffentlichen Gebäude waren vielfach mit Grün und illuminierten Hakenkreuzen geschmückt. Am Sonntagmorgen fand vor dem Eingang zur Kaserne des Artillerieregiments 25 ein Feld- gottesdienst statt, bei dem Pfarrer 3 r I e die Festprcdigt hielt. Aach dem Aiederländischen Dankgebet folgte auf dem gleichen Platz der Festakt und eine Kundgebung gegen das Versailler Diktat und die Kriegsschuldlüge. Kamerad Schweitzer begrüßte in seiner Ansprache besonders Se. Königliche Hoheit den ehemaligen Großherzog und dankte ihm für die Fürsorge, die er der hessischen Artillerie entgegengebracht habe. Es teerbc unvergeßlich bleiben, wie der Großherzog bei Ausbruch des Weltkrieges mit hinauszog und auch nach Beendigung des Weltkrieges den Artilleristen Kamerad blieb. Sodann nahm der Reichsstatthalter in Hessen, Gauleiter Sprenger, das Wort zu einer längeren Ansprache, in der er betonte, daß die fast. 15 003 ehemaligen Artilleristen am heutigen Tage erneut das Bekenntnis zum Wehrrecht des deutschen Volkes ablegen wollten. Der Stolz unserer alten Armee war, niemals ein Instrument der Kriegsvorbereitung zu sein, sondern allezeit ein Mittel zur Selbsterhaltung, zum Schuh und zur Verteidigung unserer herrlichen Heimat. Der Rcichsstatthalter ging dann auf die Ursachen des Zusammenbruchs im Aovcmber 1918 ein und erklärte, damals war es vor allem der Geist des internationalen Judentums, der das deutsche Volk und das deutsche Heer zersetzte. Darum sollte das deutsche Volk zusammenstehen in dem einen Gedanken, daß nie wieder fremder Geist, fremde Lehre, nie wieder fremdes Geld Einfluß auf Deutsche gewinne, wie es 1918 der Fall war. Wenn der Verräter erkannt werde, wo immer es auch sei, solle er enden. Darum danken wir es unserm Herrgott heute doppelt, daß er uns in sechster Aotzeit einen Führer geschickt hat in Adolf Hitler, der der Er- wecker der deutschen Seele und der Schöpfer des neuen deutschen Volkstums ist. Der Reichsstatthalter schloß mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Reichskanzler Adolf Hitler. Nach der Festansprache des Hauptmanns a. D. Bickel, der auf die besonderen Ruhmestaten der hessischen Artillerie während des Weltkrieges einging, sang die Menge das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied. Von lebhaftem Beifall begrüßt, bestieg dann Ministerpräsident Dr. Werner die Rednertribüne, um im Namen der hessischen Staatsregwrung die alten Kriegskameraden herzlich zu begrüßen. Er entbot ihnen drei Grüße: einen treuen Hessengruß, einen herzlichen deutschen Gruß "und ein deutsches Bekenntnis getragen aus der deutschen Erkenntnis. Der Ministerpräsident ging ferner auf die uns im Versailler Vertrag auferleqten Be- schränkungen ein und wies in diesem Zusammenhang besonders darauf hin, daß heute noch bei St. Goar eine französische Lotsenstation sich befinde, der sich deutsche Schiffe bedienen müssen. Er schloß mit einem „Sieg-Heil!" auf das Hessenvolk, die hessische Heimat und auf die Landeshauptstadt Darmstadt. Die Grüße der Stadt Darmstadt überbrachte Bürgermeister Hauck. Das gemeinsam gesungene Lied. „Der Gott der Eisen wachsen ließ" beschloß den eindrucksvollen Festakt. Am Nachmittag setzte sich dann ein Festzug durch die südlichen Straßen der Stadt in Bewegung, der über eine Stunde dauerte. Im Orangeriegarten sanden dann Konzerte, sportliche Vorführungen usw. statt. Auch am Abend hatten sich Taufende im Dessunger Herrengarten eingefunden. SJL-tfpoti öy.VezirksMmsest des Bezirks Heffen. Turnerische Veranstaltung. Das 60. Gauturnfest des Gaues Hessen (Mittelrhein) als das erste Turnfest des Gau^s im jungen nationalen Deutschland, gestaltete sich, vom herrlich- sten Wetter begünstigt, zu einer großartigen deutschvölkischen Kundgebung im Sinne der nationalen Erhebung. Die Straßen der alten Stadt Alsfeld, deren gesamte Bevölkerung an dem Fefle Anteil nahm, prangten im schönsten Fahnenschmuck. Das Fest begann am Samstagabend mit einer K a m p f richte r f i tz u n g, um die letzten Vorbereitungen für die am Samstag und Sonntag stattfindenden Wettkämpfe zu treffen, die unter Leitung von Gau- und Oberturnwart Paul (Gießen) standen. Am Samstagabend holte eine Abordnung des Turnvereins Alsfeld sowie die Hitlerjugend Alsfeld und der Sturm 13/254 der NSDAP, den mittels Auto eintreffenden Schirmherrn des Gauturnfestes, Slaatsminister a. D. und Landlagspräsidenten Dr. Müller, auf der Straße nach Romrod ab und geleiteten ihn auf den Marptplatz, wo sich die Alsfelder Turner- fchaft, sowie die bei der offiziellen Festeröffnung beteiligten drei Gesangvereine eingefunden hatten. Nach einleitenden Gesangsdarbietungen der Gesangvereine erfolgte die Uebergabe des Gauturnfestes durch den Führer E b e l i n g des Alsfelder Turnvereins an die Gauleitung mit einer entsprechenden Begrüßungsansprache. Der Bezirksführer Dr. Rau (Butzbach) gedachte in einer schwungvollen Ansprache des nationalen Aufbruchs der deutschen Nation und gab namens der Turnerschaft das Gelöbnis zu treuer Mitarbeit im Sinne des Führers Adolf H i t l e r ab. Alsdann brachte Staatsminister a. D. Dr. Müller seine enge Verbundenheit mit dem Turnverein und der Stadt Alsfeld zum Ausdruck, deren Ehren- burger er sei und ging auf die Aufgaben der deutschen Turnerschaft im neuen Staate über, die sich restlos hinter diesen stellen müsse. Anschließend fand auf dem Marktplatz ein Vorbeimarsch der gesamten SA. und der Hitlerjugend vor Staatsminister a. D. Dr. Müller — Nationale Kundgebung. statt. Nach Abschluß des offiziellen Festaktes auf dem Marktplatz fand abends noch auf dem Festplatz das Gau- und Meisterschaftsturnen am Barren, Reck, Pferd sowie Körperschule statt. Was hier von den Besten des Gaues gezeigt wurde, war deutsches Geräteturnen in reifer -Vollendung als Ergebnis jahrelanger, zielbewußter Arbeit. Der Festsonntag wurde mit einer Morgenfeier von Pfarrer Hechler einaeleitet. Alsdann begann die eigentliche turnerische Arbeit des Gauturnfestes durch Antreten zum Wetturnen, Alters- turnen und Fechten. Etwa 140 Kampfrichter waren nötig, um die glatte Durchführung der zu bewältigenden Arbeit zu gewährleisten. Um 10.30 Uhr fand in der Festhalle ein Platz- konzertderSturmbannkapelle 254 statt. Nachmittags bewegte sich ein glanzvoller Festzug durch die Straßen der Stadt, der von zwei Fahnenschwingern und zwei Herolden zu Pferd eröffnet wurde. Außer den in großer Anzahl erschienenen Turnerinnen aus dem Gau nahmen auch die Wehrverbände SA. und Stahlhelm, sowie alle Alsfelder Vereine an dem Festzug teil. Auf dem Festplatz angekommen, bauten sich die Vereine und Wehroerbände in geschlossenen Kolonnen auf. Nach einem Chor der bei der Veranstaltung beteiligten Gesangvereine hielt der Bezirks- fuhrer Dr. Rau (Butzbach) die Festrede. Er legte seinen Ausführungen die Grundbegriffe Heimat, Volk, Vaterland zugrunde und gab einen Rückblick über die Entwicklung der deutschen Turnsache von dem Turnvater Jahn bis zur Gegenwart und wies darauf hin, daß die Gedankengänge Jahns und Hitlers vielfach übereinstimmten. Seine Rede klang aus m das Versprechen, daß sich die deutschen Turne? bcdigungslos hinter das neue Reich und seinen Führer Adolf Hitler stellen werden. Das in Stuttgart demnächst stattfindende Deutsche Turnfest werde die größte deutsche Kundgebung in diesem Sinne werden. Das nun folgende turnerische Programm wurde eröffnet mit dem Wilhelm-will-Staffellauf. Hierauf hielt Staatsminister a. D. Dr. Müller an die Turner und die Wehrverbände eine Ansprache, in welcher er an die Bestrebungen des Turnvaters Jahn anknüpfte und diese in Verbindung mit dem Nationalsozialismus brachte. Sein „Sieg-Heil!" galt der deutschen Zukunft im Geiste Hitlers. Hierauf folgte ein Vorbeimarsch der Wehrverbände vor Dr. Mülle r. Nach Beendigung des turnerischen Programms marschierten die gesamten, am Fest teilnehmenden Turner unter Vorantritt der Fahnen zu den festgesetztes rNassenfreiübungen auf. Ehe diese begannen, senkten sich die Fahnen zu einer Ehrung für die im Weltkriege gefallenen Turner. Hierauf hielt der inzwischen eingetroffene Gauführer Topp (Frankfurt a. M.) eine Begrüßungsansprache und überbrachte die Grüße des ganzen Mittelrheinkreises. Er forderte die Turner auf, die Turnsache als Dienst am deutschen Volke zu betrachten und mitzuarbeiten an der großen Volksgemeinschaft im Geiste des Führers Adolf Hitler. Dem Führer galt sein „Gut Heil!" Schulrat Kloster m a n n (Darmstadt) als Sportkommissar der hessischen Regieruna wies auf die gewaltige Bedeutung der nationalsozialistischen Revolution in seiner Ansprache hin. Mit Jahn haben wir begonnen, mit dem unter Adolf Hitler geeinten Deutschland hören wir auf. Künftig müßten drei Grundsätze maßgebend sein: Rasse, Führertum und Volksgemeinschaft. Im Anschluß an die beiden Ansprachen fanden alsdann unter dem straffen Kommando des Gauoberturnwarts Paul die Massenfreiübungen statt, die einen sehr exakten Verlauf nahmen. Nach deren Beendigung folgte durch den Gauoberturnwart die feierliche Siegerverkündung der ersten Kranzsieger. Mit einer Schlußansprache und unter dem gemeinsamen Gesang des Liedes „Deutschland hoch in Ehren" fand das 60. Gauturnfest des Gaues Hessen in Alsfeld seinen offiziellen Abschluß nach einem in allen Teilen würdigen und glanzvollen Verlauf. Bei Konzert und Tanz blieben die Festteilnehmer noch lange zusammen. Am Montagnachmittag fanden auf dem Festplatz noch Jugendturnen, Spiele und Volksbelustigungen, Konzert und Tanz in der Festhalle statt. Dem Turnverein Alsfeld gebührt für die mustergültiae Vorbereitung des Festes höchste Anerkennung. Die Ergebnisse der Wettkämpfe folgen. Wirtschaft ren Gold- und Liquidationspfandbriefe bis 0,50 v. H. befestigt. Von fremden Werten gaben Mexikaner geringfügig nach. 3m Verlaufe blieb die ruhige Haltung be- stehen, die Kurse für Spezialwerte wiesen gegen den Anfang Veränderungen bis 0,50 v. H. nach beiden Seiten auf. Im freien Markt tendierten JG.-Farben mit 130,25 v. H. fest. Altbesitz 75, Neubesitz 10,25, Stahlverein 55, Schutzgebiete (alle Serien) 7.—, 5 v. H. innere Mexikaner 7,25, Reichsbank 143,75, Buderus 73, Gelsen- kirchen 57,50, Harpener 95, Klöckner 52, Rheinstahl 88,25, Stahlverein 34, «Akkumulatoren 168, Aku 42,65, AEG. 23,50, Bemberg 52,50, Bekula 107,13, Chade 196, Zement Heidelberg 80,50, Conti-Gummi 155, Daimler 29,25, Dt. Erdöl 113,50, Scheideanstalt 170,50, Dt. Linoleum 44, Licht und Kraft 106,50, JG.-Farben 129,75 bis 129,65, JG.-Farben-Bonds 115, Gesfürel 86 bis 86 Brief., Holzmann 55,50. Provokateure am Werk. WSN. Worms, 3. Juli. Am Samstag gegen 12 Uhr drangen mehrere unbekannte Personen in das Rathaus ein, wo sie den Oberbürgermeister der Stadt Worms, Rahn, aufforderten, sofort sein Amtszimmer zu verlassen und mit ihnen auf die Straße zu kommen. Durch das entschlossene Einschreiten des Kreisleiters und Beigeordneten Schwebe! wurde jedoch diese zweifellos von marxistischen Provokateuren in Szene gesetzte Aktion erstickt. Die sich vor dem Rathaus ansammelnde Menschenmenge wurde durch inzwischen alarmierte Polizeikommandos zerstreut. Zu irgendwelchen Aus- schreitungen ist es nicht gekommen. Die Ermittlungen nach den Tätern sind noch im Gange. Großer Brand im Höchster Werk der ZG.-Zarbenindustrie. WER. Frankfurt a. M., 3. Juli. Heute um 4.30 Uhr brach im sechsten Stockwerk des) Zentraltypenlagers im Werk Höchst der IG." Farbenindustrie AG. aus bis jetzt ungeklärten Gründen eingrößeresSchadenfeuer aus. Die Werksfeuerwehr in Verbindung mit der lokalen Feuerwehr ist mit den Löscharbeiten beschäftigt und hofft den Brand auf das obere Stockwerk beschränken zu können. Ein nicht unerheblicher Sachschaden ist entstanden, während Personen nicht zu Schaden gekommen sind. Oie Zenirurnspariei in Marburg aufgelöst. WSN. Marburg, 3.Juli. Die Ortsgruppe der Zentrumspartei der Stadt Marburg hat ihre Auflösung beschlossen. Die Mitglieder sind aus der Zentrumspartei ausgetreten. Alieriumsfund bei Vilbel. WSR. B i l b e l, 4. Juli. Der stellvertretende Denkmalspfleger Dr. Blecher (Friedberg) konnte einen bei Ausschachtungsarbeiten bei Harheim freigelegten Altertumsfund als eine H ü t - tenstelle derjüngeren Steinzeit (etwa 5000 bis 2000 v. Ehr.) feststellen. Es wurden an der Fundstelle eine Reihe von Scherben und ein kleines Steinbeil sichergestellt. Professor Blecher vermutet in der Rähe des Ausgrabungsbezirks weitere ähnliche Funde. Verantwortlich für Lokales, Provinz, Wirtschaft und Sport: I. V.: H. L. N e u n e r. Oas Handwerk im zweiten Vierteljahr Die Berichte über die wirtschaftliche Lage des Handwerks im zweiten Vierteljahr 1933 lassen erkennen, daß die jetzt ermöglichte Konzentration der politischen und wirtschaftlichen Willensbildung sich vertrauens st ärkend ausgewirkt hat, und daher ist auch anzunehmen, daß die Auf- triebtendenzen, welche die Wirtschaft aus sich heraus zu gewinnen beginnt, an Rachdruck zunehmen werden. Unbeschadet gewisser Abweichungen in verschiedenen Kainmerbezir'en war eine gewisse s a i s o n - mäßige Belebung der Handwerks- Wirtschaft vorhanden. Soweit das Arbeitsbeschaffungsprogramm der Reichsregierung unmittelbare Wirkung auf das Handwerk ausübt, wie durch die Zuschüsse zu Hausinstandsehungen, war eine gute Beschäftigung der Betriebe des Bau- und B a u n e b e n g e we r b e s festzustellen. Soweit allerdings die Erstellung neuer Bauten in Frage kommt, war der Markt noch fast geschäftslos, da größere Bauvorhaben vorläufig noch fast völlig fehlen. Die Belebung, die die gesamte deutsche Wirtschaft durch das Arbeitsbeschaffungsprogramm erfährt und noch erfahren soll, wird sich erst später auf das Handwerk auswirken können. Als Zeichen dafür, daß der Tief st and der Konjunktur überwunden ist. kann angesehen werden , daß kein weiterer Rückgang des ^lmsahes des Lebensmitlelhandwerles eingetreten ist. Die Besserung der Preisverhältnisse für landwirtschaftliche Erzeugnisse machte sich dadurch geltend, daß auch die Landwirtschaft wieder etwas mehr als bisher Aufträge an das Landhandwerk vergab. Bekleidungshandwerk machte sich eine jahreszeitliche Belebung bemerkbar, auch die vielfache Anschaffung von Uniformen und das Meiden jüdischer Konfektionshäuser wirkten sich günstig aus. Seitens des Tischlerhandwerks werden größere Hoffnungen auf die Auswirkungen der Ehestandshilfe gesetzt. Die Preisentwicklung für Handwerkserzeugnisse war wenig zufriedenstellend. Die überall starken Preisunterbietungen wirkten sich um so schädlicher aus, als die Preise für eine Reihe von Rohstoffen und Materialien anzogen. Die Arbeitsmarktlage für handwerkliche Arbeitskräfte hat auch eine gewisse Entlastung erfahren, jedoch nicht so stark, daß die Schwarzarbeit schon eine nennenswerte Einschränkung erfahren hätte. Die Löhne sind, soweit sie tariflich bestimmt sind, im Berichtsviertel- jahr nur wenigen Aenderungen unterworfen gewesen. Sronffurfer Abendbörse ruhig. Frankfurt a. M., 4. Juli. Die Frankfurter Abendbörse hatte nur minimales Geschäft aufzuweisen, Anregungen lagen, von den weiter festeren Auslandsbörsen abgesehen, kaum vor. JG.-Farben kamen gegenüber dem Berliner Schlußkurs unverändert zur Notiz: im übrigen hielten sich die Veränderungen in engen Grenzen. Der Rentenmarkt war, ausgehend von den Pfandbriefen, meist etwas freundlicher. Von deutschen Anleihen zogen Neichsalt-, Neubesitzanleihe und Reichsschuldbuchforderungen später Fälligkeiten bis zu 0,50 o. H. an, das Geschäft ging nicht über den üblichen Rahmen hinaus. Industrie-Obligationen lagen knapp behauptet. Don Pfandbriefen wa- Deoifenmarfl Berlin — Frankfurt a 2R. Datum Banknoten. Reichsbankdiskont 4 o. $).. Lombardzinsfuß 5 o. H. an. — Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hmier den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zületzi beschlosfenen Dividende an. 4% Cefterreid)i|die Goldrenie... 4,20% Oesterreichische Stlberreme 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4%% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollan'leihe von 1911 4% Türkische Bagvadbahn-Anleih. Serie l.................... 6% Deutsche tKeWanietbe v. 1921 6% ehem.7% Dl.ReichSanl. v. 1929 6y2% Doung.Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.^schuld mli Auslos.-Rcchten ............ Tesgl. ohne AuSlos.-Rechte..... 6% ehem. 8% Hess. Bolksstaat 1929 trückzahlb. 102%)........... Oberbessen Provinz - Anleihe ml Auslos.-Rechlen ............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12....... 5y*% Hess. Landes Hypotheken- bank Darmstadt LIgut...... Deutsche Komm. Sammelab l.An leihe Serlel mit Auslos.-Rechten 6% ebem. 8% Franks. Hyp.-Ban! Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Ban! Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 6/t% ebem. 4