'Sy- ofiicn. iSl to“tb«n iai '* 8*5.bDn SKÄ d>r ^blag ln 2 ^annich^ dn ilr. 104 Erstes Blatt 185. Jahrgang Aeitag.S. Mai 1955 Lrschernl lägUch, außer Lonntaas und Feiertag». Betlagen: Die Illustrierte (Biebener tfamilienblätter Heimat im Bild Die Scholle monat$Bejngsprel$: o. H. Dividende aus, S. bleibt dagegen dioi- Zungen. werfemeHer. ^rbände hfiea.n J genannten % i atf (to6e- L20nnen^it und ,S Je n mit denen, kommen und nicht Mramm bedenken- »erdienste derer, die gehen muffen, molk Znnerund^uen "4t nut dem Ldvrt ""cht-gung (o «i Zeit notwendig wendig werdenden irranderungen bitte a Die Studenten. und Ranu:abfd)aft 4ochfchufe ich dem rdes Leben herrschen, iitommencn Ausfüh. »ssars hatte Geheim- i Aektor am Lchfuh stet für eröffnet er- daß die national« he an der Hochschule purlos vorübergehen Schutz und der Hilfe arbeite, der mit der des alten Soldaten ■ e. Mcr/e. )bötfe tarn die D>« utfe zum EMand chluynotierun« tonnten sich ziemlich nficherheit war aber zzelnen Misten noch fehlen beifpielsweife icit gegenüber dem Melallgefellschafl.0.50 ^..Farben, Geffurel, iapag eröffneten be- r aber mangels M- -rlaufe neigten 3.«®' ipezialwertc auchmeif. iten. Nachdem 3-*®> auf 131,50 zutuclg mit 137,75 Prozent- auf 138,50 Prozent eten traten kaum noch wat«* w behauptet. IP®» brMcIlen*1*8 LSZ Ski» 6,256 45.55 12.72 <5,45 17,70 3,017 169.63 71,98 62,84 72,83 14.0 0,853 3,616 58,81 21,88 16,60 81. 36. 82-12 0,879 o.F 5.1* 12,81 3,053 169,97 72,12 62.96 12,97 14, 0,857 ,621 58.96 21.52 16.64 61.« 36.09 82.58 0,881 0,211 5 12,89 58,68 62,17 Il-Z 16,5° 169,26 2'7? 71,81 2*46 72.6? 81,21 35,8« 14.08 16-6 ,69Ä ßS 36,02 Die Parole der Arbeit. Aus Deutschland waren am 1. Mai die Augen der ganzen Welt gerichtet, denn hier vollzog sich zum ersten Male das Bild, das) der Tag des internationalen Sozialismus zu einem großen Bekenntnis der nationalen Arbeit umgewandelt wurde. Man wird es den Männern des neuen Staates gerne zubilligen, daß sie mit großem organisatorischen Geschick und mit kluger psychologischer Einfühlung die Veranstaltungen dieses Tages durchgeführt haben. Daß am Vormittag die Jugend, als die Trägerin der deutschen Zukunft im Berliner Lustgarten versammelt war und daß zu ihr der höchste Repräsentant der Ration, der greife Reichspräsident, ernste Worte von Gehorsam, Pflichterfüllung und Disziplin sprach, gab dem Ganzen den symbolischen Auftakt, und niemand wird bestreiten können, daß auch im weiteren der Gedanke, die Idee des internationalen Feiertages in ihr Gegenteil zu verkehren und daraus einen Festtag der nationalen Arbeit, ein Bekenntnis zum Ethos der Arbeit zu machen, glänzend gelungen ist. Vom Wetter begünstigt, sind die Feiern im ganzen Reiche har- monisch verlaufen. Zumal Berlin hat ein Bild von fast amerikanischem Ausmaß, Umzüge von Hunderttausenden, die Mobilisierung der Flugzeuge und des Zeppelins und schließlich em Feuerwerk geboten, wie es dieses Jahrhundert noch gar nicht kannte. Kurz, ein moralischer Erfolg, der in seinen Wirkungen weit über den Rausch des Tages hinausgeht, und den Absichten der Regierung entsprechend, die Einstellung eines ganzen Volkes zum Begriff der Arbeit ändern kann. Die nationale Regierung hat aus dem 1. Mai ein Bekenntnis des nationalen Bewußtseins gemacht, das der Klassenversöhnung dient und alle Arbeiter der Hand und des Kopfes in der Erkenntnis eint, daß ihre Arbeit nicht Selbstzweck, sondern in bestem Sinne Dienst am Daterlande ist. Diese Feier war aber nicht nur die Fahne, die auf die eroberte Festung gesetzt wird. Sie ist gleichzeitig auch ein Auftakt für d i e Zukunft. Was der Reichspräsident der deutschen Jugend, was der Kanzler auf dem Tempelhofer Felde ungezählten Millionen gesagt hat, ist die Einleitung der eigentlichen Reformtätig- keit, an die wir jetzt Herangehen, ist der Beginn der Werktagsarbeit des neuen Kabinetts. Eine neue soziale Botschaft ist an das deutsche Volk ergangen. Der Staat, in den wir jetzt hinein- wachsen, begnügt sich nicht damit, dem Einzelnen das Recht der Arbeit zuzuerkennen, er verlangt von dem Einzelnen die Pflicht der Arbeit, er macht aus der Arbeit eine Staatsfunktion, er adelt sie. So ist eine neue Arbeitsmoral und Wertung jeglicher Art Arbeit mit dem ersten ^Maientag unter Adolf Hitlers Führung in Herz und Sinn der Ration lebendig geworden. Das Bekenntnis Hitlers und der Millionen des deutschen Volkes zu einer neuen und vertieften Arbeitsform konnte naturgemäß nicht ergänzt werden durch ein ausgetifteltes papiernes Arbeitsprogramm. Die Wirtschaft entwickelt aus sich heraus ihre Gesetze und ihre Lebens- und Tätigkeitsbezirke. Sie ist, genau wie der Staat, ein lebendiger Organismus, der scharfe operative Eingriffe oder Amputationen nicht verträgt. Als unter marxistischen Experimenten die Substanz der Wirtschaft fortgesteuert oder konfisziert wurde, führte das zu Lähmungserscheinungen einzelner Glieder der Wirtschaft, schließlich auch innerhalb der Arbeiter selbst, so daß der Körper der Volkswirtschaft unter Schlagfluß litt. Hitlers Programm eines organischen und sozialen Reubaues beginnt folgerichtig mit der Stärkung der Landwirtschaft. Dies entspricht im wesentlichen auch den praktischen Maßnahmen, die im Fluß sind, und auch Hitlers Hinweis auf ine Rotwendigkeit des Handels entspricht durchaus der Lage Deutschlands innerhalb der Weltwirtschaft. unserer Verflechtung mit anderen Rationalwirtschaften und gewissen nicht von ßeiüc auf morgen abzulösenden finanziellen Verpflichtungen. Durch die Einführung der Arbeitsdienst p f l i ch t wird, ganz abgesehen von dem großen ethischen und moralischen Wert, der m der Arbeitsdienstpflicht liegt, zunächst zu einem Teil das Arbeitslosenheer von der Straße weg und zu produktiver volkswirtschaftlicher Arbeit hingezogen. Mit Hilfe des Heeres der Arbeits- dienstpflichtigen können volkswirtschaftlich bedeutsame Aufgaben, deren Ruhen vielleicht erst unsere Kinder und Kindeskinder erkennen werden, bewältigt werden, Aufgaben, die ohne em Volksheer von Arbeitsdienstpflichtigen unterbleiben würden. Ein Teil der Arbeitsdienstpfnchtigen wird angeseyt werden, um die dringend notwendigen Bodenmeliorationen in Deutschland ourdj- zuführen, um aus dem Oedland und dem Moor fruchtbares Land zu gewinnen und uns so für alle Zukunft unabhängig von der Einfuhr auä* ländischer Agrarerzeugnisse zu machen. Wir müssen uns vergegenwärtigen, daß Deutschland im vergangenen Jahr noch für 1,5 Milliarden Mark ausländische Lebensrnittel und Getränke eingeführt hat. Selbst wenn man für die Boden- meliorationen, für die Urbarmachung von Oedland Milliardenbeträge auswirft, werden diese sich bestimmt rentieren. Run wird diese Rente in volkswirtschaftlichem Sinne natürlich um so eher wirksam, je billiger man diese Arbeiten durchführen kann, und hierzu bietet eben der Arbeitsdienst eine besondere Gelegenheit- Wenn diese in höchstem volkswirtschaftlichen Interesse liegenden Arbeiten bisher unterblieben, so liegt vtes daran, daß sich für den Einzelunternehmer bei diesen gigantischen Aufgaben und der Höhe der Tariflöhne feine Rentabilität in absehbarer Bor neuen Schwierigkeiten in Genf. Die Franzosen drängen auf unveränderte Annahme des englischen Plans. 'Senf, 4. Mai. (III.) Die Abrüstungskonferenz steht vor neuen ernsten Schwierigkeiten. Präsident Henderson hat das Präsidium für Montag zu einer dringenden Sitzung einberufen, in der Entscheidungen von größter Tragweite gefaßt werden sollen. Zn englischen und französischen Konferenz- kreisen besteht die Absicht, noch vor der endgültigen Durchberatung des englischen Abrüstungskomitees in erster Lesung schon in der nächsten Woche zur zweiten Lesuna des zweiten Kapitels über die „Organisation der in Kontinentaleuropa stationierten Landstreit« träft e" zu schreiten, das die Bestimmungen über die Vereinheitlichung der kontinentaleuropäischen Heere umfaßt. Bis dahin wird der Esefktivausschuß allem Erwarten nach die Einrechnung der privaten deutschen Wehrverbände bei der Festsetzung der deutschen Heeresstärke beschlossen haben. Die Taktik geht dahin, die Reichsregierung in die Zwangslage einer sofortigen Entscheidung über die Vereinheitlichung der Heere 311 setzen, die jetzt auf französischer und englischer Seite als Grundpfeiler des gesamten Abrüstungsabkommens erklärt wird, während Deutschland die Entscheidung über diese Frage dem künftigen Abrüstungsausschuß übertragen will. Demgegenüber wird von deutscher Seite gefordert, daß sämtliche 96 Artikel des Abrüstungsabkommens ohne Unterbrechung durchberaten werden, um auf diese Weise Zeit für direkte Einigungsoerhandlungen zu gewinnen. Der Hauptausschuß hielt eine kurze Sitzung ab, in der Staatssekretär Eden den auf dem deutschenglischen Kompromiß beruhenden neuen englischen Abänderungsantrag für die Berechnung der erlaubten militärischen Polizeistreitkräfte einbrachte. Die Vertreter Frankreichs und Polens wandten sich gegen den englischen Vorschlag. Die französische Abordnung stellt sich auf den Standpunkt, daß der englische Plan ein einheitliches Ganzes bildet und die Zustimmung Frankreichs nur von der uneingeschränkten und unabgeänderten Annahme sämtlicher Artikel des Abkommens bedingt sei, wodurch sämtliche deutschen Abänderungsvorschläge automatisch ausgeschaltet werden sollen. Der Vertreter der italienischen Regierung, Marquis S o r a g n a , erklärte sich dagegen mit dem englischen Kompromißvorschlag einverstanden. Rach amerikanischen Mitteilungen wird Norman Davis am Dienstag eine Erklärung über die Sicherheitspolitik der amerikanischen Regierung und insbesondere über die Bedingungen abgeben, die die amerikanische Regierung für die Annahme des englischen Abrüstungsplanes stellt. Paul-Boncour hat gleichfalls sein Eintreffen auf der Konferenz für Anfang der nächsten Woche in Aussicht gestellt. Deutschland soll die Schuld haben Unfreundliche Kommentare der englischen Presse. London, 4. Mai. (ERB.) Unterstaatssekretär Eden wird bei einem eiligen Besuch in London dem Kabinett über die Lage aus der Abrüstungskonferenz berichten. Für die schlechten Aussichten der Genfer Konferenz wird in der englischen Presse in üblicher Weise Deutschland verantwortlich gemacht. Die Zeitungen geben übereinstimmend die amtliche Auffassung wieder, die dahin geht. Deutschlands Weigerung, der Vereinheitlichung des Heerestyps zuzustimmen, zerstöre den Grundgedanken des britischen Konventionsentwurfes. Ohne eine Regelung dieser Frage aber sei nicht daran zu denken, daß Frankreich irgendwelcher Abrüstung zustimmen werde. Die Unnachgiebig, feit beider Parteien entziehe der Konferenz die Grundlage. „Daily Telegraph" erklärt, Großbritannien, Frankreich und Amerika wollten nicht, daß das jetzige Gerede auf der Konferenz Tag für Tag weiter gehe, sondern sie wollten, daß über die Frage der Effektivbestände sofort entschieden werde. Das könnte bedeuten, daß es zu einer Abstimmung über den betreffenden Abschluß komme und hierbei würde Deutschland zweifellos isoliert sein. Tatsächlich könnte Deutschlands Weggang von der Konferenz die {folge sein. „Daily Herald" spricht von der Möglichkeit, daß Macdonald und Daladier binnen zwei Wochen nach Genf gehen werden, um die Konferenz wieder in Gang zu bringen. Der amerikanische Delegierte Rorman D a v i s habe gestern dem Premierminister bei einer Unterredung dazu geraten. Die deutsch-polnische Entspannung. Gesandter von Moltke beim polnischen Außenminister 2Recf. Warschau, 4. Mai. (DTV.) Die amtliche polnische Telegraphenagentur meldet: Die gestrige Besprechung zwischen dem Reichskanzler Adolf Hitler und dem polnischen Gesandten Wysocki, die in Gegenwart des deutschen Reichsaußenministers Freiherrn von Reurath stattfand, hat einen beruhigenden (Einfluß auf die deutsch-polnischen Beziehungen aus- geübf. 3m Zusammenhang damit, empfing der polnische Außenminister Beck heute vormittag den deutschen Gesandten v. Moltke. Während der Unterhaltung bestätigte der Außenminister, daß die polnische Regierung entschlossen sei, ihre Haltung und ihr Benehmen auch in Zukunft st r e n g innerhalb der Grenzen der in Kraft befindlichen Verträge zu hatten, weiter gab Außenminister Beck dem Wunsche Ausdruck, daß die beiden Länder ihre gemeinsamen Interessen ohne Leidenschaft prüfen und betreiben möchten. Die Warschauer Abendpresse gibt, so weit sie der Regierung nahesteht, die amtliche Mitteilung über die heutigen Erklärungen des polnischen Außenministers an den deutschen Gesandten ohne Kommentare wieder. Der rechtsstehende „Kurier Warszawski" sieht in dem Austausch der Erklärungen ein Ereignis, das weit größere Bedeutung habe, als die üblichen diplomatischen Höflichkeiten. Die Stellungnahme des Reichskanzlers Hitler zu den deutsch-polnischen Beziehungen hätte vor dieser Erklärung Anlaß zur Beunruhigung geben können. Jetzt aber bleibe nur zu wünschen übrig, daß ßiefer eigenartige Richtangriffspakt auch von der Gegenseito streng und loyal eingehalten werde. Unter der Ueberschrift „Günstige Symptome" schreibt die offiziöse G a zc t a P o l s k a : ES ist unmöglich, die Politik zwischen zwei Ländern in einer Atmosphäre der Verunglimpfung zu führen. Die von der polnischen Regierung eingeleitete Aktion hat zu einer offiziellen Erklärung geführt. Wir können die Klärung als günstig betrachten, weil sich ergeben hat, daß die wechselseitigen Beziehungen zwischen den Polen und den Deutschen in erster Linie auf dem Respekt vor den bestehenden Verträgen ßer- rühren müssen. Polen hat immer zum Ausdruck gebracht, daß es keinen Angriff gegen die Verträge dulden würde, die die polnisch-deutschen Beziehungen regeln. Es hat sich aber im gemeinsamen Interesse zugleich bemüht, innerhalb der Grenzen der Verträge die wechselseitigen Beziehungen so viel wie möglich besser zu gestalten. Wir wollen annehmen, daß die Erklärung deS Reichskanzlers Hitler von dem gleichen friedfertigen Gedanken inspiriert ist. Eine tatsächliche Entspannung würde durch einen Gedankenaustausch verwirklicht werden, wie et von der polnischen Regierung vorgeschlagen worden ist. Sie wird von der in Berlin erzeugten Wirkung der Kanzlererklärung obhängen. Auf jeden Fall ist die Herstellung gut nachbarlicher Beziehungen zwischen Polen und Deutschland eine Frage von so großer Wichtigkeit, daß jede Bemühung, von wem sie auch unternommen werde, a l s günstiges Symptom für beide Länder und für die Welt anerkannt werden muß. 9er Kurs der französischen AußenpoM. Mißtrauen gegen Deutschland. — Liebeswerben um Italien. Paris, 4. Mai. (WTB.) Der französische Senat begann die Beratung des Haushaltes für 1933 mit der Erörterung des Budgets 6ür auswärtige Angelegenheiten. Der Generalberichterstatter Senator Be renger bezeichnete inner Hinweis insbesondere auf Deutschland und Italien eine Reform des französischenPro- pagandawesens als notwendig. Frankreich müsse sich bei seinen Schuldenzahlungen nach den Schuldenzahlungen Deutschlands richten. 3n Lausanne habe Frankreich hochherzig seinem Schuldner einen 90prozentigcn Rachlaß gewährt in der Hoffnung, daß sich die Vereinigten Staaten ebenso hochherzig Frankreich gegenüber zeigen würden. Leider sei Frankreichs Geste in A m c r i t c noch nicht begriffen worden. Derengei beschäftigte sich dann mit Deutschland, dessen erwachendes Rationalgefühl ihm ernste Besorgnisse einflößt, und verflieg sich zu der Dehaup- tuuK daß Deutschland unter dem Deckmantel, die Gleichberechtigung zu erhalten, feine Sturmtruppen vorbereite und demnächst die Grenzen, die es fordert, überfluten werde. Der elsässische Senator Eccard warf der deutschen Regierung ebenfalls kriegerische Absichten vor. Die Organisation Deutschlands unter Hitler bedeute den Sieg des Preußentums, dessen Verschwinden aus der deutschen Republik Frankreich vergeblich Zeit erzielen ließ. Das ist jedoch bei Verwendung der Arbeitsdienstpflichtigen anders, denn hier kommt es nicht auf privatwirtschaftliche, sondern einzig auf volkswirtschaftliche Rentabilität an. Die Arbeitsbeschaffung soll nach dem Wirtschaftsprogramm in erster Linie vom Bau- , markt ausgehen, und zwar sollen die Häuser wieder in Ordnung gebracht werden, damit Hunderttausende Arbeit finden. Man muß die Schlüsselstellung des Baugewerbes kennen, um .zu ermessen, daß jede Mark, die dem Daumarkt zugeführt wird, über das eigentliche Baugewerbe hinaus noch eine große Zahl anderer Industrie- zweige befruchtet. Man will zunächst nicht durch umfangreiche Neubautätigkeit, sondern durch Erhaltung und Verbesserung des bisher Geschaffenen tausenden von Händen Arbeit schaffen. Diese Reparaturaufgaben fließen in erster Linie dem gewerblichen Mittelstand zu, d. h. dem Handwerksmeister, der sich selbst betätigt und noch einige Gehilfen und Arbeiter beschäftigt. Es handelt sich hierbei also fast ausschließlich um Ausgaben, die nur durch Handarbeit zu erledigen sind, bei denen also die Verwendung von Maschinen kaum eine Rolle spielt und daher, abgesehen von dem Material, jede Mark, die investiert wird, sich praktisch als Lohnzahlung niebet» schlägt. Besonders wichtig ist auch in diesem Zusammenhang der Wohnungsumbau. Wir haben einen Lieberfluß an Großwohnungen, aber immer noch einen Mangel an billigen Kleinwohnungen aufzuweisen. Durch den Umbau großer Wohnungen in kleine Wohnungen wird dem Hausbesih geholfen, dessen Großwohnungen gegenwärtig leerstehen. Ferner wird dem Mangel an billigen Kleinwohnungen abgeholfen. Dann aber werden auch hierdurch gewaltige Arbeitsmöglichkeiten erschlossen, bei denen fast nur Handarbeit möglich ist. Gewaltige Arbeitsmöglichkeiten sind auch durch den Straßenbau gegeben. Auch hier besteht die Möglichkeit der Ansehung großer Arbeiter- folonnen; denn wenn auch die Maschine im Straßenbau eine erheblichere Rolle spielt, tritt sie doch gegenüber der Handarbeit immer noch sehr zurück. Cs handelt sich wiederum um ein Programm, das nicht nur im Augenblick zur Minderung der Arbeitslosigkeit beitragen wird, sondern das darüber hinaus von bleibendem wirtschaftlichem Wert ist. Denn die ökonomische. Gestaltung des deutschen Straßennetzes, vor allem des Femstraßennehes, ist unerläßlich zur Herabminderung der Transportkosten, die volkswirtschaftlich erhebliche Ersparnisse bringt. Der Kanzler kündigte ferner einen Angriff gegen die Llnerträglichkeit der augenblicklichen Zinssätze an, der in der Linie früherer Verlautbarungen des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht und des Wirtschastsministers Dr. Hugen- berg liegt. Innere Zusammenhänge zwischen der Arbeit für die Zinssenkung und der neuen Handelspolitik lassen sich unschwer finden, wenn man auf den deutsch-holländischen Handelsvertrag schaut, in dem eine solche Zinssenkung auf 4 Prozent bereits erreicht wurde. Einer ertragfähigen Wirtschaft können die Gläubiger niedrige Zinsen gewähren, ohne gegen ihr eigenes Interesse zu handeln. Denn wenn der Zins ein bestimmtes Riveau übersteigt, ist er ja nichts anderes als eine Risitoprämie. Eine ertragslos gewordene Wirtschaft mußte selbstverständlich sehr hohe Zinsen zahlen, weil ja die Gewährung von Krediten an sic mit einem großen Risiko verbunden war. Einer wieder rentabel gewordenen Wirtschaft hingegen werden alle Gläubiger gern niedrigere Ärc- ditzinsen gewähren, weil sie ihnen ja weit größere Sicherheit bietet. Die organische Zinssenkung beginnt also mit der Wiederherstellung der Crtragssähigkeit der Wirtschaft. Die Befreiung der schöpferischen Initiative in der Wirtschaft, von der der Kanzler schließlich sprach, soll vermutlich das Gest e: d r Arbeitsverträg.' und tariflichen Vereinbarungen so guc tote Die Bindungen und Hemmungen der Kartelle und Trusts lockern. AuS einem überspitzten Wirtschaftsindividualismus heraus hatte sich bei den Riesenunternehmungen sowohl wie bei den gewerkschaftlichen Organisationen eine Verwaltungsbureaukratie entwickelt, die die wirtschaftliche Schöpferkraft einengen mußte. Die Wirtschaft war, wenigstens so weit sie in Mammutgebilden zusammengeschlossen war, in einen verhängnisvollen Zustand der Erstarrung geraten, aus dem sie nun nach dem Willen des Kanzlers geweckt werden soll. Die Väter des 1. Mai 1933 haben mit bewunderungswürdigem Schwung der Ration den hehren Gedanken der Volks- und Arbeitsgemeinschaft vor Augen gestellt. Allen denen, die an den Aufgaben der Gegenwart und der Gestaltung der Zukunft Mitarbeiten wollen, zeigte die Rede deS Reichskanzlers Wege zum gemeinsamen Ziel: noch manches Hindernis wird sich einstellen, darüber ist sich jeder klar. Aber wenn alle Maßnahmen der nationalen Regierung aus starkem Vertrauen heraus von der anfeuernden Tlnterstühung und Mitarbeit jedes einzelnen getragen werden, dann werden auch ernste Widerstände und Schwierigkeiten mit Zähigkeit und Elan überwunden werden. Aus der Provinzialhauptstadt r-7- jgroefner affen Kaserne. 3n der zu Notwohnungen eingerichteten alten West-Kaserne in Demmin (Pommern) brach Feuer aus. Obwohl sämtliche Wehren aus Demmin und Tlmgegend mit 20 Rohren Wasser gaben und die gesamte Reichswehr, das Arbeitsdienstlager und die Sanitätskolonnen sich an den Löscharbeiten beteiligten, war die Bekämpfung des rasch um sich greifenden Feuers sehr schwierig. Etwa 40 b i s 50 Familien sind obdachlos geworden. Die meisten von ihnen haben nur das nackte Leben gerettet. Bier Kinder eines Arbeiters, die in der elterlichen Wohnung eingeschlossen waren, fanden den Tod in den Flammen. Sämiliche Angestellten- und ArSekier- verbände der Führung Adolf Hitlers unterstellt. Berlin, 5. Mai. (WTB. Funkspruch.) Die RSVO.-Pressestelle teilt mit: Der Leiter des Aktionskomitees ;um Schuhe der deutschen Arbeit Dr. Ley begab sich heute mittag z u m Reichskanzler Adolf Hitler in die Reichskanzlei, um ihm zu melden, datzalleArbeiter-undAngestell- tenverbände sich der Führung Adolf Hitlers bedingungslos unter ft ellt haben. Die verantwortlichen Leiter der verbände erklärten, daß sie alle Anordnungen des vom Führer eingesetzten Aktionskomitees zum Schuhe der deutschen Arbeit befolgen werden. weg, aus. ** Denkmalsweihe und Wieder- ehensfeier der ehemaligen 11 7 c r und ihrer Kriegsforwationen. Am 1., 2 und 3-Juli soll in Mainz, der alten Garnisonstadt, die Denkmalsweihe und Wiedersehensfeier des Jnf.- Leib-Rcgts. Nr. 117 und seiner Kriegsformationen tattfinden. Nach der vorläufigen Festfolge ist folgen- DieKonsolidierung derMrtschast Kein Grund zur Nervosität. Berlin, 5. Mai. (OB. Funkspruch.) von der Reichsregierung nahestehender Seite wird folgendes milgeteill: Die Reichsregierung hat alles Interesse daran, daß die wirtschaft sich seht innerlich und ehrlich beruhigt. Alle rigorosen Eingriffe haben zu unterbleiben und werden unterbleiben so daß die Wirtschaft in der Lage ist, sich auf weite Sicht mit ihren Projekten einzustellen, da die Stabilität ihr die notwendige Gewähr dafür bietet. Die Wirtschaft kann damit beginnen, groh- Zügig zu planen. Der, der schnell und bald damit beginnt, kann der wärmsten moralischen Unterstützung der Reichsregierung versichert sein. Es ist vollkommen fehl am plahe, wenn in der wirtschaft und in Wirtschaftskreisen noch irgendeine Nervosität herrscht. Nachdem jetzt auch die Gewerkschafts- akliou durchgefijhrt ist, sind im Wirtschaftsleben durchaus konsolidierte Verhältnisse ein getreten, so daß sie auf lange Sicht arbeiten kann. Begrüßungsabend In der Stadthaffe. Sonntag, 2. Juli: vormittags Kirchgang: 11.30 Uhr: Denkmalsweihe und Enthüllung, anschließend Festzug durch die Stadt, hierauf Mittagessen in den Kompanie-Standquartieren; 16 Uhr: großes Militär- konzert in der Stadthalle; 20 Uhr: Deutscher Abend in der Stadthalle. Montag, 3. I u l i: 10 Uhr: Preisschießen; 13.30 Uhr: Rheinfahrt, nach Rückkehr Fackelzug durch die Stadt. Die näheren Einzelheiten werden allen Kameraden noch bekanntgegeben und sind auch aus dem Festprogramm ersichtlich. Der Festbeitrag für Festabzeichen nebst Festprogramm, der zum Besuche aller Veranstaltungen für den 1. und 2. Juli berechtigt, beträgt nur 2 RM. Bei der Reichsbahn können Sonntags-Fahrkarten, die 33,33 v. S). Fahrpreisermäßigung haben, und deren Gültigkeit sich für die Dauer der Veranstaltungen erstreckt, gelöst werden. An alle Kameraden ergeht der 'Ruf: „Rüstet euch heute schon zur Denkmalsweihe und Wiedersehensfeier in der alten Garnison Mainz". Vezirksschöffengericht Gießen. armen oder Schwächlichen, besonders Nervösen oder sonst sich nicht vollkräftig/Fühlenden oder mit irgend einem Fehler Behafteten gern seinen Rat geben. Also hinein ins Wannenbad, unter die Dusche, ins Schwimmbad! Wir wollen die durch unsere Lebensgewohnheiten vielfach verloren gegangenen Fähigkeiten und Werte unserer Haut nicht nur wiedergewinnen und erhalten, sondern sie womöglich zu höherer Leistungsfähigkeit steigern. Was sagt ein altes griechisches Sprichwort? „Das Beste ist das Wasser." Ein Aufruf an die Gießener Studenten- schast. An die GießenerStudentenschaft wurde zum Beginn des neuen Semesters folgender Auf- r u f erlassen: Kommilitonen! Das Sommersemester 1933, das erste des neuen Reiches, hat mit dem großen Erlebnis des Festes der nationalen Arbeit begonnen. Am 8. Mai wird zu einer feierlichen Kundgebung der Ludwigsunivcr- sität unser verehrter Staatspräsident unter uns weilen. Der neue Geist der nationalen Erhebung wird auch an unserer Universität eine Reihe von Aende- rungen mit sich bringen. Sie sind von der Regierung im Benehmen mit der Universität vorbereitet. Die Studentenschaft wird zu beiden das Vertrauen haben, daß die geplanten Aenderungen dem Geiste nationaler und freier Wissenschaftspflege und der Arbeit für Deutschland dienen werden. Darum haben auch wir das Vertrauen zu der bewährten Disziplin der Studentenschaft, die das altüberlieferte gute Verhältnis zum Lehrkörper auch in bewegten Zeiten vorbildlich für andere gemacht hat, daß sie die verantwortungsbewußte Aufbauarbeit, für die von Reichs wegen dieses Semester bestimmt ist, nicht durch eigenmächtiges Vorgehen einzelner stören läßt. Und nun an die Arbeit! Literis et armis ad utrumque parati! Der Gesamtsenat der Ludwigsuniversität. Der Rektor: I e ß. Der Kanzler: Herzog. Der'Führer der Studentenschaft: von G r a e v e. Bornot tzen. nach 21.30 Uhr. — Das letzte Operngastspiel findet am Freitag, 12. Mai, als 30. Vorstellung im Freitag-Abonnement statt mit einer einmaligen Aufführung der Oper: „Tristan und Isolde" von Richard Wagner. Es gelten für dieses Gastspiel des Opernensembles des Stadttheaters Mainz Opernpreise. Vorzugs- und Rundfunkgutscheine haben Gültigkeit. Zunglandbund Hessen. Der Vorsitzende der Landesführergemeinschaft hessischer Bauern, Staatskommissar Dr. Wagner, ernannte den Iungbauer Robert Schmidt, Steinheim, zum Landesführer des Iunglandbun- des Hessen. Zum Landesgeschäftsführer wurde F. Weber, Darmstadt, berufen. Die erste konstituierende Sitzung des Fung- landbundes soll am Sonntag, 14. Mai, in Frankfurt a. M. stattfinden. Die Tagesordnung der ersten Sitzung umfaßt folgende Punkte: 1. Reuaufbau des Iunglandbundes im Sinne des von Herrn Staatskommissar für Landwirtschaft Dr. Wagner zugewiesenen Tätigkeitsgebietes; 2. Bauernhochschule. Referenten: Schriftleiter G l a h n. Darmstadt. Dr. Roßberg. Boben- hausen II. rerpakt sei zu begrüßen, wenn er sich im Rahmen des Völkerbundes halte und die Verträge, die Frankreich abgeschlossen habe, sowie den Grundsatz der Gleichheit der Nationen anerkenne. Es wäre gefährlich, wenn man in den Viererpakt territoriale Forderungen einschlösse. Nicht als ob Frankreich glaubte, daß die Grenzen ewig seien, aber Frankreich vertrete die Ansicht, daß es gegenwärtig Tollheit wäre, an den durch die Verträge gezogenen Grenzen zu rütteln. Auf Vorwürfe des Senators Eccard eingehend, rühmte Paul-Boncour, daß die französische Delegation in Genf es doch durchgeseht habe, daß die kasernierte deutsche Schutzpolizei als militärische Streitmacht angesehen werde, ein Beweis, daß ihre Schaffung eine Verletzung des Versailler Vertrages darstelle. Das Ziel Frankreichs sei, keinerlei Verantwortung für einen Mißerfolg der Abrüstungskonferenz und keine Verantwortung an einem Wettrüsten zu tragen, das zum Kriege führen müsse. Ein weiteres Ziel Frankreichs sei, nicht übertölpelt zu werden. Die französische Regierung könne einen zwölf Fahre lang ausgebildeten Soldaten nicht mit einem Rekruten vergleichen, der nur eine Ausbildung von sechs Monaten genossen habe. Sie könne nicht zugeben, daß man eine Reihe von Organisationen, die einen militärischen Charakter hätten, einfach außer Acht lasse. Wenn Deutschland die Reichswehr behalten wolle, so müsse es sich derartige Einrichtungen versagen. paul-Boncour wird berichtigt. Berlin, 4. Mai. (WTB.) Zu der Behauptung Paul-Boncours in der Senatsdebatte, der Beschluß des Genfer Effektioausschufses, die kasernierte deutsche Schutzpolizei als Heeresbestandteil anzusehen, sei ein Beweis dafür, daß eine Verletzung des Versailler Vertrages oor- liege, wird amtlich folgendes festgestellt: Auf Drängen der Franzosen und ihres Kreises hat das Genfer Effektivkomitee die Merkmale der deutschen Bereitschaftspolizei als die Kriterien für den militärischen Charakter von Polizeikräften überhaupt bezeichnet. Wenn jetzt der Versuch gemacht wird, diese Feststellungen wieder dazu zu benutzen, um die derzeitige Organisation der deutschen Bereitschaftspolizei zu einem Verstoß gegen den Versailler Vertrag zu stempeln, so richtet sich dieser Vorwurf tatsächlich gegen die Botschafterkonferenz. Denn diese hatte bei der Neuorganisation der deutschen Polizei ihre Ausrüstung, Ausbildung und Unterbringung genau vorgeschrieben, Vorschriften, die auch heute noch befolgt werden. Hmiot üSer seine Amerikareise. Tie Freundschaft mit USA. die beste Sicherheitsbürgschaft. Paris, 5. Mai. (WTB. Funkspruch.) Der Sonderberichterstatter des „Petit Parisien" an Bord des Dampfers „Ile de France" übermittelt feinem Blatt eine Stellungnahme Herriots zu dem Ergebnis feiner %neritareife, in der es heißt, es fei sehr bedauerlich, daß die französische Abordnung Picht langer mit den Amerikanern habe zusammenarbei- können. Man hätte sicher ein sehr nützliches Werk sur den wirtschaftlichen und politischen Frieden der Welt vollbracht. Die Amerikaner begriffen sthr wohl die Lage Frankreichs. Roosevelts Plan auf Verzicht auf Neutralität einer an' grelTent)en Macht gegenüber stelle die beste Garantie für den Frieden dar. Die Freund- M Frankreichs und der stärksten Demokratie der Welt fei in dem gegenwärtigen „Zeichen der Ge- ™Q,[t Frankreichs beste Hoffnung, ohne daß es deshalb aufhoren würde, daran zu arbeiten aast die Sohne Frankreichs vor einem ähnlichen Unglück bewahrt würden, das ihre Väter getroffen ttchofff habe. Frankreich dürfe nfchl vergessen, baß die Friedenspfänder vor allem in Frankreichs Freundschaften beständen. Frankreichs Politik müsse friedfertig aber fest sein. Außenminister paul-Boncour beschäftigte sich zunächst mit der österreichi - I d) e n Anleihe, die von finanziellen und politischen Bedingungen abhängig gemacht worden sei. Wenn die finanziellen Bedingungen aud) erfüllt feien, so könne man dies von den politifdjen noch nicht behaupten. Bun- deskanzler Dollfuß hab^ zwar den Verzicht auf den Anschluß ausgesprochen, seither hätten sich aber in Oesterreich Dinge zugetragen, die Frankreich veranlaßten — ohne sich in die innerpolitischen Angelegenheiten einzumischen —, die Bürgschaften für die französischen Gelder abzuwarten. Außerdem habe man darauf hingewiefen, daß die Neuordnung Mitteleuropas nicht ohne und noch weniger gegen Italien durchgesetzt werden könne. Aus diesem Grunde habe er auch de Jouvenet nach Rom geschickt, damit die Mei- nungsverschiedenheiten beigelegt würden. Je mehr Sorge ihm die Ereignisse in Deutschland verursachten, um so mehr werde er an feinem Gedanken feft= halten, I t a l i en in die Gemeinschaft der Großmächte Frankreich, England und Amerika einzu- gliedern. Paul-Boncour betonte mit Nachdruck, daß feiner Ansicht nach Frankreich und Italien nichts Grundsätzliches trenne. Der Vie - Don einem wütenden Ochsen zu Tode gedrückt. WSR. R i d d a , 4. Mai. Fn dein Rachbarorte Gettenau wurde der 75 Fahre alte Fasel- Viehwärter Philipp Albus von einem beim Anbinden wild gewordenen Ochsen so heftig gegen die Wand des Stalles gepreßt, daß dem bedauernswerten Mann der Brustkorb eingedrückt wurde. Der Bedauernswerte war auf der Stelle tot. * Gießen, 3. Mai. Ein hartnäckiger Schwindler stand in der Person des Kaufmanns Joh. Simon H e i g l aus Köln, der achtmal, meist wegen Eigentumsvergehens bestraft ist, hier vor Gericht. Er hat sich in fünf Fällen von kleinen Leuten, einmal auch von der Bahnhofsmission, Geldbeträge zwischen 2 und 4 Mark verschafft, immer mit dem gleichen Trick, indem er vorgab, sein Portemonnaie, seine Brieftasche, liegen gelassen zu haben und dadurch augenblicklich in Geldverlegenheit zu sein. Sein nicht ernst gemeintes Versprechen, die auf diese Weise erlangten Beträge alsbald au* rückzuerstatten, hat er nie gehalten. Bei der Strafzumessung wurde strafschärfend berücksichtigt-, daß die Geschädigten durchweg selbst bedürftig waren, ferner die zahlreichen Vorstrafen. Das Urteil lautete auf neun Monate Gefäng- n i s. Der Angeklagte wird noch von anderen Mrhörden gesucht. Eine Woche Gefängnis wegen schwerer Urkundenfälschung erhielt eine Arbeiterfrau aus Vilbel. Sie hatte auf ein Rabattsparbuch den Ra* men einer anderen Frau gesetzt und es bei dem Kaufmann, der es ausgegeben hatte, eingelöst. Die Fälschung nahm sie vor, weil der Kaufmann ihr erklärt hatte, er werde bei der Rückgabe ihres eignen Sparbuchs ihr den Betrag nicht bar auszahlen, sondern ihn verrechnen. Von der Anklage, Rabattsparmarken gestohlen zu haben, wurde sie freigesprochen. Ein Arbeiter von Arnheim hat zwei von seiner Bürgermeisterei für die Arbeitslosenversicherung ausgestellte Arbeitsbescheinigungen verfälscht, indem er höhere Zahlen der Arbeitstage einsehte, und die so verfälschten Bescheinigungen dem Arbeitsamt betrügerischerweise vorgelegt, das den Schwindel jedoch rechtzeitig entdeckte. Wegen ' schwerer Urkundenfälschung und Betrugsversuchs erhielt er eine Gesamtgefängnis st rase von drei Wochen. Fälschung einer öfsent- lichen Urkunde wurde nicht angenommen, da die Gemeinde selbst Arbeitgeberin und die von der Bürgermeisterei ausgestellte Arbeitsbescheinigung somit als eine Privaturkunde anzusehen war. Wegen fahrlässiger Tötung hatte sich ein Landwirt aus Climbach zu verantworten. Er war im März mit seinem schwer beladenen Pferdefuhrwerk die steil ansteigende Landstraße Allendorf—Climbach hinangefahren. Da er gehofft hatte, noch vor Dunkelheit nach Hause zu kommen, war sein Fuhrwerk unbeleuchtet; er hielt auch nicht die rechte Seite der Straße ein, sondern fuhr fast in der Mitte. Ein in entgegengesetzter Richtung kommender Radfahrer, der das Hindernis in der Dunkelheit erst im letzten Augenblick erkennen konnte, fuhr mit solcher Wucht in die Wagendeichsel, daß er sich schwere Verletzungen am Unterleib zuzog und alsbald starb. Der Angeklagte, der an die Hinterbliebenen des Verunglückten bereits 5000 Mk. bezahlt hat, wurde wegen fahrlässiger Tötung zu einer an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnis-^ strafe von zwei Monaten tretenden Geldstrafe von 300 Mark verurteilt. Strafmildernd kam in Betracht, daß der Radfahrer ebenfalls unvorsichtig gefahren war und den Unfall mitverschuldet hatte. Amtsgericht Gießen. Ein in dem Landwirtschaftsbetrieb seines Vaters tätiger, erst 20 Jahre alter, schon vorbestrafter Fuhrmann war eines schweren, mittels Einsteigens in einen umschlossenen Raum verübten Diebstahls, sowie eines weiteren einfachen Diebstahls, beide im Rückfall begangen, beschuldigt. Das Strafgesetzbuch sieht — doch nur beim Borliegen mildernder Umstände — für einen Diebstahl' der ersterwähnten Art eine Mindestgefängnisstrafe von einem Jahr, bei einem einfachen Diebstahl im Rückfall eine solche von drei Monaten, beim Versagen mildernder Umstände in beiden Fällen aber nur Zuchtstrafen vor. Das Gericht billigte dem Angeklagten für beide Diebstähle mildernde Umstände zu, erblickte auch in dem ersterwähnten Fall nur einen einfachen, keinen schweren Diebstahl, indem es zwar Einsteigen, aber keines in einen „umschlossenen Raum" annahm. Der Angeklagte war an einem umzäunten Gelände außerhalb der Stadt mit seinem Fuhrwerk vorübergefahren und hatte dieses auf kurze Zeit verlassen, um über den Zaun zu steigen und einen im Freien hängenden Pullover mitzunehmen. Kurze Zeit barnad) war dieser von der Polizei, in einem Heusack versteckt, auf dem Fuhrwerk gefunden worden. In dem zweiten Fall handelt es sich um die Entwendung von (Sarteneneugniffen aus einer Gärtnerei. Die mildernden Umstände erblickte bas Gericht in bem Geständnis des immerhin noch jugendlichen Angeklagten und in dem geringen Wert der gestohlenen Sachen, die sämtlich den Bestohlenen zurückgegeben werden konnten. Die Diebstahlsoorstrafen — 20 Mark Geldstrafe und eine Woche Gefängnis —, die den Rückfall bedingten, waren zudem gering. Aud) handelte es sich im ersten Fall um einen Gelegenheitsdiebstahl. Das Gericht erkannte für die beiden Diebstähle auf eine Gefängnisstrafe von je drei Monaten. Die zu bildende Gesamtstrafe lautete auf vier Monate und zwei Wochen Gefängnis. ** Einlösung der Umtauschgutscheine. Die Intendanz des Stadttheaters macht nochmals dringend darauf aufmerksam, daß die Gültigkeit der für nicht besuchte Abonnementsvorstellungen verausgabten Gutscheine mit Ende der Spielzeit erlischt und eine Verlängerung der Gültigkeitsdauer auf keinen Fall in Frage kommt. ** Goldene Hochzeit. Der frühere Fn- stallationsmeister des Städt. Gas- und Wasserwerks Wilhelm Weydemeier. Kaiserallee43, begeht heute mit seiner Gattin in voller Rüstigkeit das Fest der goldenen Hochzeit. Der Fubilar erfreut sich bei seinen früheren Mitarbeitern und in weiten Kreisen der Bürgerschaft größter Wertschätzung. ** Ein folgenschwerer Sturz. Der 74 Fahre alte Landwirt Karl Rohr aus Kestrich (Kreis Alsfeld) stürzte gestern bei Arbeiten in der Scheuer so unglücklich, daß er sich einen schweren Oberschenkelbruch und Kopfverletzungen zuzog, die seine Ueberführung in die Chirurgische Klinik nach Gießen erforderlich machten. ** DerHubertus, Verein wcidgerech- ter Jäger, Sitz Gießen, E. V., hielt, wie man uns berichtet, am 3. Mai seine Monatsversammlung im „Hessischen Hof" ab, in der nach Bekanntgabe von Neuanrnelbungen unb Aufnahmen ber 1. Vor- sitzenbe, Pascoe-Dutenhofen, über ben Verlauf unb bas Ergebnis ber diesjährigen Verbandshunde- prüfung berichtete. Diese fand bei Gießen statt unb Zeigte ein ganz hervorragendes Abfchneiben ber Junghunbe heimischer Zucht. Dies ist bas Ergebnis der befonberen Beachtung, bie ber Verein vom ersten Tage seines Bestehens an ber Zucht eines tüchtigen Gebrauchshunbes, ohne ben es ein weidgerechtes Jagen nicht gibt, geschenkt hat. Zum zehnten Male wirb er'in biesem Herbste eine Gebrauchssuche ausschreiben, bie nach einem Beschluß ber Versammlung als besonbere Jubiläumsveranstaltung aufgezogen werben soll. Im Anschluß daran erstattete der Schriftführer Studienrat Hölzel einen eingehenden Bericht über die diesjährige große Jagdausstellung in Köln. Er betonte dabei vor allem das gute Abschneiden der Vereinsmitglieder, denen zwei silberne und zwei bronzene Medaillen zufielen, und wies dann vor allem auf #bie vielen Anregungen hin, bie von ben Hegefammlungen ausgehen, bie zeigen fallen, wie man burch richtigen Abschuß schlecht veranlagter Böcke eine Hebung bes Gefamt- wilbstandes erzielt. Anknüpfenb baran wies Hauptmann Hofmann darauf hin, daß der Abschuß in unseren Revieren dieser Auslese des Schlechten meist nicht gerecht würde. Defonomierat Hoffmann hob den Unterschied in der Bewertung der Einzelstücke der Vereinssammlung in Gießen und Köln hervor, wo man von anderen Gesichtspunkten ausging. Es wurde daher beschlossen, die ganze Sammlung am 14. Juni, nach der Kölner Bewertung geordnet, auf dem Schützenhaus auszustellen und damit nach einem Vortrag von Studienrat Hölzel über das Thema „Was lehrt die Wildmarkenforschung für die jagdliche Praxis?" die Grundlagen des Wahlabfchuffes des Rehbockes zu behandeln. — Den Pächtern 'preußischer Jagden stellt der Verein Sonderdrucke der neuen Pflanzen- und Tierschutzordnung zur Verfügung. — Das Schießen beginnt am 10. Mai mit Einschießen der Büchsen. Es werden dabei auch Zielstützen, Bren- neke Flintenlaufgeschosfe, Einsteckläufchen u. a. in • der Praxis vorgeführt werden. ** Der Garde-Verein Gießen hielt, wie man uns berichtet, ein vereinsinternes Preisschießen ab, an dem sich fast alle Mitglieder beteiligten. Es wurden ganz vorzügliche Ergebnisse erzielt. Aus stärkster Konkurrenz ging, wie auch im vorigen Jahr, der erste Vorsitzende, Kam. K. Reichardt, als Sieger hervor, der mit 36 Schutz 398 Ringe erzielen konnte. Preise erhielten: 1. Karl Reichardt; 2. Heinrich Velten; 3. Hans Weinandy; 4. Albert Zirbur; 5. Ludw. Noll; 6. Simon Theisebach; 7. Heinrich Schmelz; 8. Georg Radon. Die Preise stehen zur Zeit im Zigarrengeschäft Möser, Setters- Wasser ist das Beste! Don Oder-Med.-Rat Dr. Vollmer. Die Haut des menschlichen Körpers ist nicht nur ein schützender Ueberzug, sondern sie vermittelt vor allem den Wärmeausgleich und die Ausscheidung unbrauchbarer ober gesundheitsschäblicher Abbaustoffe bes Körpers. Gar nicht zu reden von ber Haut als ber Bilbungsftätte innerer Abwehrkräfte gegen Infektionskrankheiten, besonders gegen Tuberkulose. Je mehr wir daher die Haut vernachlässigen durch Tragen zu vieler und oft genug unzweckmäßiger Kleidungsstücke, durch Entwöhnung vom Einfluß anregender Außenreize, wie Licht, Luft und vor allem Wasser, umso mehr verliert die Haut die Fähigkeit, sich rechtzeitig und schnell dem Wechsel von Licht, Luft, Wärme und Kälte anzupassen. Erkältung und vermehrte Anfälligkeit sind unvermeidliche Folgen. Die Haut erfüllt ihre Aufgaben durch die, bis dicht unter die oberste Zellschicht fein verteilten Schweißdrüsen und haarfeinen Blutäderchen, die von noch feinerem Nervennetzwerk umspannt sind. Namentlich bei äußeren Reizen wie Licht, Lust und Wasser werden die Drüsen zu erhöhter Tätigkeit angeregt und die Aederchen unter der Haut erweitern oder verengern sich. Das regt die Schutzstoffbildung an und wirkt günstig auf den Blutkreislauf und die Versorgung der inneren Organe im Körper. Darum müssen wir regelmäßig dafür sorgen, daß die Haut rein und funktionstüchtig ist, d. h. die Hautoberfläche und die Ausgänge der Talg- und Schweißdrüsen dürfen sich nicht durch Staub und Schweiß zusetzen, die feinen Hautäderchen müssen lebhafteren Reizen ausgesetzt werden, als es unter der Kleidung möglich ist. Dazu verhilft uns nichts besser und wirksamer als wöchentlich regelmäßig ein warmes Wannenbad oder zumindest eine Brausebad mit warmem Wasser und Seife. Richtig temperiert und nicht zu lange ausgedehnt verschafft uns das Bad das Gefühl des Neugeborenfeins, weil der ganze Körper besser durchblutet wird. Noch erhöht wird der gesundheitliche Wert des Badens, wenn man nach gründlicher Reinigung der Haut unter der warmen Dusche sich 10 bis 15 Minuten im Schwimmbad tummelt. Das verstärkt die Wirkung des Wassers im Sinne einer besseren Durchblutung und Durchatmung des Körpers. Daß man natürlich gesund sein muß, je stärker und je mehr man sich Körper- und Hautreizen aussetzt, ist klar. Aber der Arzt wird Weiteren, Blut- — Tageskalender für Freitag. Vogels- berger Höhenklub: Monatsverfammlung bei Hopfeld. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Helgas Fall und Aufstieg . — Aftoria-Lichtfpiele, Seltersweg: „Tom rechnet ab" und „Die Nacht ohne Pause". ~~ Aus dem Stadttheaterbureau uns geschrieben: Heute bleibt das Theater geschlossen; die fällige Freitag-Abonnementsvor- itellung wird auf morgen verschoben. — Mor- gen, Samstag. 6. Mai, 29. Vorstellung im Frei- mit einer Aufführung des Volksstucks „Die vier Muskettere" von Sigmund ®E?°hnliche Preise. Anfang: 20 Dlhr, 22,30 ~ Als nächste Fremdenvor- itellung kommt am Sonntag. 7. Mai, abends 19 ilbr au ermäßigten Operettenpreisen die Spiel- Mnneuheit: , Liselott" von Künnccke unter Paul (S-Jjx c_urn? Kapellmeister Fritz des geplant: Samstag, 1. I u I i ^Vorfeier:' 11" Uhr: rigentenpult zur Aufführung. Ende Kranzniederlegung auf dem Ehrenfriedhof; 20 Uhr; Jamm Die Gewerkschaften gleichgeschaltei wurden Werden Sie dieses Hindernis spüren ? Nein! in: , JAHPE 'deutsche .OUALITAfS L ARBEIT J kraft. (Zustimmung.) Wir haben die Gewerkschaften übernommen, um den langersehnten Wunsch der Arbeiterschaft nach dieser Einigung endlich zu erfüllen und die gesamte Arbeiterschaft so stark zu machen, daß sie ihren großen Aufgaben gewachsen ist. (Lebhafter Beifall.) Die Gleichschaltung der Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten hatte aber auch noch einen anderen Grund. Jahrzehntelang haben die Marxisten dem Arbeiter gesagt, er müsse ft 1 a f f c n f o m p = fer und Prolet sein, um sich die Freiheit zu erringen. Prolet sein, heißt aber für den deutschen Arbeiter nichts anderes, als sich zu den U nter - st e n rechnen. Die Nationalsozialisten haben demgegenüber die Frage aufgeworfen: Warum fo i s i ch der deutsche Arbeiter zu den Untersten rechnen? Damit die Oberen sich etwa einbilden könnten, sie dürften auf ihm herumtreten? Je mehr der Arbeiter selbst sich beugte, desto mehr wurde auf ihn gedrückt. Der Arbeiter hat aber gar keinen Grund, sich zu beugen, denn der Fabrikant braucht ihn, um produzieren zu können, und der Bauer braucht ihn. um für seine Erzeugnisse Absatz zu finden, kurzum: ein Stand ist auf den anderen unbedingt angewiesen. und kein Stand kann ohne den andern leben. Die Führer der deutschen Arbeiterschaft, die bisher dos Gegenteil von unserer Heberzeugung taten und die stillschweigend Hinnahmen, daß unter der Regierung Brüning die Löhne und Gehälter so erheblich gekürzt wurden, angeblich zur Senkung der Lebensmittelpreise, können nicht weiterhin die Gcwerkschasten in der Hand behalten, weil ihre Führung untauglich gewesen ist. Wenn vor einiger Zeit eine Bauerndemonstration in Bad Homburg dagegen protestierte, dah die landwirtschaftlichen Erzeugnisse nur geringen Absatz finden und schlecht bezahlt werden, so war das in Wirklichkeit nur ein Protest gegen die unerträgliche Minderung der Kaufkraft der Arbeiterschaft durch die rigorosen Lohnsenkungen. Die Arbeiterschaft hat keinerlei Grund, sich als Prolet zu sühlen und zu beugen, sondern sie kann mindestens genau so aufrecht stehen in Deutschland wie jeder andere Stand auch. wir Nationalsozialisten wollen dem deutschen Arbeiter die Stellung verschaffen, die man ihm in Deutschland bisher nicht geben wollte. (Großer Beifall.) 3n Deutschland braucht es überhaupt keine höheren oder niederen Stände zu geben; jeder Stand ist notwendig ynö keiner hat das Recht, auf den anderen herabzublicken, weil eben ein Stand auf den anderen unbedingt angewiesen ist. Darum die Gleichschaltung, die einen Stand neben den anderen setzen will und muh, weil sie alle miteinander lebensverbunden sind. (Stürmischer Beifall.) Darum auch die Gleichschaltung des ganzen deutschen Volkes. Hnb daraus wird das Gegenteil von dem bisherigen Klas- senhaß, nämlich die S t a n d e s e h r e. Um dieses Ziel der Volksgemeinschaft zu erreichen, war die Gleichschaltung der Gewerkschaften unbedingt notwendig, weil damit die letzte und beste Stühe des Marxismus und des Kommunismus zertrümmert wurde zum Ruhen Deutschlands und zum Sdjabcn der ganzen internationalen Gesellschaft. (Stürtnische Zustimmung.) Deshalb lehren wir auch den Arbeiter, seine Standesehre wieder zu erkennen. Der deutsche Arbeiter hat allen Grund und alles Recht, auf seine Arbeit und seine Lei st ungen stolz zu sein, denn ohne sein Schassen wäre auch allen anderen Ständen die Arbeit einfach unmöglich. Die Nationalsozialisten stehen auch dem Arbeitgeber anders gegenüber, als die bisherige Gewerkschaftsführung. Sie vertreten den Grundsatz, daß der Fabrikant nur leben und seine Waren absegen kann, wenn der größte Teil der Konsumentenschaft, tue Arbeiter, auch leben kann. Manche Arbeitgeber haben nach der Gleichschaltung der Gewerkschaften geglaubt, nun von den Tarifen entbunden Eindrucksvolle Rebe des Gießener Gewerkschastskommissars Bartholomäus in einer großen Arbeiter- und Angestetttenversammlung.- Ser Stand der Gießener Gewerkschaften. Denn I O Reifen nehmen Stöße in sich auf, ohne sie auf den Wagen zu übertragen zu sein. Demgegenüber mache ich nachdrücklich darauf aufmerksam, daß unser Führer und Reichskanzler Adolf Hitler und der Führer der gesam- len Gewerkschaften, pg. Dr. Ley, grundsätzlich erklärt haben, daß an den T a r i f l ö h n e n auch durch die Gleichschaltung nicht das gering st e geändert wird. Die Tarife müßen heule genau so bezahlt werden, wie bisher, wir Ralionalsozia- lislen denken nicht dgron, diesen Grundsätzen untreu zu werden. Die Wirtschaft kann nur gerettet werden, wenn umgeseht wird, hätte man den Arbeitern und Angestellten bei den bisherigen Lohn- und Gehaltskürzungen nicht so viel genommen, so wäre auch der Warenumsatz heute noch größer, und vielen ginge es besser, wir werden von den Grundlagen der Tarife nicht einen Finger breit abweichen, wir werden zeigen, daß wir durchaus nicht die Totengräber der Arbeilerrechte sind, dah uns das Wohl der Arbeiter im Gegenteil viel mehr am Herzen liegt, wie denen, die bisher den Arbeiter in der Hand hatten. (Stürmischer Beifall.) wir sehen unsere Ehre darein, die Arbeitsämter aus dem schnell st en Wege verschwinden zu lassen, denn der deutsche Arbeiter ist nicht dazu geboren, stempeln zu gehen und Wohlfahrlsunkerstühung zu empfangen, sondern er ist dazu da, arbeiten zu. können. \ Unter nationalsozialistischer Führung werden die Gewerkschaften dazu verhelfen, daß die Arbeiter Wirtschaft. Frankfurt still und uneinheitlich. Frankfurt a. M., 5. Mai. (WTB. Drahtmeldung.) Bei sehr kleinen Umsätzen eröffnete die heutige Mittagsbörse in uneinheitlicher Haltung, die Veränderungen gegenüber der Abendbörse hielten sich allerdings in engen Grenzen. Aus Kundschastskreisen erfolgten immer noch einige Verkäufe, denen nur wenig Kauforders gegenüberstanden, während t)ie_ Kulisse aus mancherlei Ursachen Zurückhaltung übte, obschon aus der Wirtschaft überwiegend günstige Rachrichten vorlagen. Der Abschluß der Dedi-Bank fand eine gute Aufnahme, blieb aber auf die Gesamttendenz ohne Einfluß. Dagegen führten die meist sesteren Auslandbörsen und die gewisse außenpolitische Entspannung durch die Aussprache mit Polen zu einer zuver- sichtlichen Grund st immun g. Auf die Aufwärtsbewegung an den Schweizer Börsen blieben Chadeakticn weiter gesucht, sie (amen nach Plus-Plus-Zeichen mit 177,25 um 12,25 Mk. fester zur Rotiz. Relativ fest lagen außerdem Reichsbank mit plus 2,75 Prozent und Schuckert mit plus 2 Prozent. Am Chemiemarkt erfolgten noch Abgaben in IG., Deutsche Erdöl, Goldschmidt und Rütgcrswerke, bei denen Rückgänge von 0,5 bis 1,25 Prozent zu verzeichnen waren. Auch Elektroaktien lagen überwiegend von 0,5 bis 1 Prozent niedriger. Von Montanwerken eröffneten Harpcner, Buderus und Stahlverein bis zu 1 Prozent freundlicher, bei letzteren dürfte ein Röhrenauftrag von mehreren tausend Tonnen seitens der Württembergischen Landes- wasserversorgungs-AG. etwas angeregt haben. Etwas niedriger lagen anderseits Klöcknerwerke, Mannesmann, Phönix und Rheinstahl. Kali- papiere blieben gut behauptet. Leicht befestigt waren noch Zement Heidelberg, Zellstoff Waldhof und Deutsche Linoleum, sowie Rorddeutscher Lloyd, während Contigummi 1,5 Prozent, Aku 0.6 Prozent und Daimler, sowie Akkumulatoren Berlin bis 2 Prozent nachließen Am Rentenmarkt eröffneten Reichsaltbesih und späte Reichsschuldbuchsorderungen etwas niedriger. Von Industrieobligationen schwächten sich Stahlvereinbonds erneut um 1 Prozent ab, wogegen Reubesitz und Schuhgebietsanleihe gut behauptet lagen. Am Psandbriefmarkt kam noch etwas Material heraus, so daß per Saldo noch Abschwächungen von 0,25 bis 0.50 Prozent überwogen. Kommunalobligationen waren jedoch wieder gesucht und fester. Von fremden Werten lagen Türken etwas schwächer, dagegen erschienen Schweizerische Bundesbahn-Obligationen mit Plus-Plus-Zeichen. Irn Verlaufe blieb die Kursgestaltung bei anhaltend kleinem Geschäft uneinheitlich, jedoch überwogen meist weitere kleine Rückgänge. Auch Deutsche Anleihen und späte Reichsschuldbuch- sordcrungen and Stahlvereinbonds gaben etwas nach, letztere etwas stärker (minus 1,50 Prozent). Tagesgeld war zu 3,50 Prozent etwas gefragt. entschließt, den werden wir zu zwingen wissen, mit uns zu marschieren, wie wir atich die anderen zum gemeinsamen Marsch mit uns gezwtinge« haben. Wir kennen nur ein Ziel: das gonjt Deutschland muß es sein! (Langanhaltender stürmischer Beifall.) Kreisleiter der RSBO. pg. Wagner erklärte in einem kurzen Schlußwort u. a.: Es geht um alle-, um ganz Deutschland. Wir sind keine Klafscnkämpser, sondern wir wollen die Volksgemeinschaft, überall nur dcnDienst am Volk. Das ist auch der Zweck der nationalsozialistischen Tlktion bei der Gleichschaltung der Gewerkschaften. Der Nationalsozialismus ist d i e deutsche Bolts- gemeinschoft, eine 100pro;entige Verpflichtung für jeden, alles für Volk und Vaterland zu tun. Jeder Arbeiter und Angestellte muß in diesem Sinne arbeiten, damit der Klassenhaß über- wunden und das deutsche Volk wieder einig wird. Wenn Deutschland einig war. wurde es noch nie überwunden. Dahin muß es wieder kommen! Stehend wurde dann gemeinsam der erste Vers des Deutschland-Liedes gesungen. Pg. Bartholomäus brachte hierauf ein dreifaches, mit großer Begeisterung angenommene« Sieg -Heil a u f den Schöpfer dcS neuen Deutschland, den Volkskanzler Adolf Hitler aus. Damit fand die Versammlung ihren Abschluß. Aufruf desGtaatskommissars Darmstadt, 4.Mai. (WSN.) Der Staats- kommisfarfürArbeiterfragenund Vorsitzender des Aktionsausschusses für den ADGB. erläßt folgende Mitteilung: Ich richte an alle G e- werks chaftler die Aufforderung, in ihrem Berufeoerbanb ju bleiben. Alle diejenigen, die austrete n. verlierenihreRechte. pünktliche und regelmäßige Beitrags,ah- l u n g ist h ö ch st e p f l i ch t für jeden Gewerkschaft- ler. Nähere Erläuterungen erfolgen durch die jewei- Ilgen Ortsausfchüsfe. wieder arbeiten können. Wir sind gewillt, diese Verantwortung auf uns zu nehmen, und der Kleinste von uns wird dafür genau so geradestehen, wie unser Führer als Größter. Wir wollen es dem deutschen Arbeiter ermöglichen, daß er durch den Ertrag seiner Arbeit sich auch wieder einen Besitzanteil am deutschen Boden verschaffen und davon sagen kann: das ist mein. Wir wollen den deutschen Arbeiter wieder zu seinem Vater- land zurückführen, ihm die Ehre der Arbeit durch die Arbeit selbst verschaffen, damit er sich im eigenen Heim und auf eigenem Besitz wieder als Mensch suhlen kann. Herr Bartholomäus betonte dann, daß es der NSDAP, ernst damit sei, aus den Gewerkschaften heraus die Arbeiterführer für das Ständeparlament des Dritten Nei- ch e s zu entnehmen. Er wies dann u. a. auf das 3-Millionen°Konto des früheren Reichstagspräsiden- ten Paul Löbe in München hin und sagte, die Führung der Arbeiterschaft könne für gewiße Leute auch sehr einträglich sein. Er betonte aber, daß er das bisher in Gießen nicht f e ft g e ft eilt habe. (Bravo.) Nunmehr handelt cs sich darum, so sagte er u. a. weiter, die Gewerkschaften wieder in den stand zu setzen, daß sie einen Kamps für die Arbeiter führen rinnen. Ich will keinen der kleinen Gewerkschaftsführer verantwortlich machen für das, was heute da ist. Denn alle diese kleine^ Gewerkschaftsführer wurden ja von den größeren geleitet. Ich will nur feststellen, wie der heutige Stand der Gewerkschaften in Gießen ist. Ich habe hier 6 bis 7 Gewerkschaften glcichge- schaltet und dabei folgenden Stand ermittelt: Deutscherholzarbeiterverband: Einnahmen im letzten Vierteljahr 1555 Mark, persönliche und sachliche Ausgaben 1505 Mark, so daß sich Einnahmen und Ausgaben in dieser kleinen Der- waltungsstelle mit rund 100 v. h. aushcben. Baugewerksbund: Einnahmen im Jahre 1931: 20 203 Mark, im Jahre 1932: 9330 Mark, Der- waltungskosten im Jahre 1931: 41 v. h. persönliche und 38 o.5). sachliche Kosten. Gesamtverband der Arbeitnehmer: Einnahmen im Jahre 1931: 54 908 Mark, im Jahre 1932: 39 280 Mark, Verwaltungskosten im Jahre 1931: persönlicher Art 33 v. h., sachlicher Art 5 d. $). Deutscher Metallarbeiterverband: Einnahmen im Jahre 1931: 53 461 Mark, im Jahre 1932: 33 221 Mark, Derwaltungskosten im Jahre 1931: persönlicher Art 19 d. $)., sachlicher Art .4 o. h. Einheitsoerband der Eisenbahner: Einnahmen im Jahre 1931: 37 650 Mark, im Jahre 1932: 27 757 Mark, Verwaltungskosten im Jahre 1931: persönlicher Art 31 v. $)., sachlicher Art 6% v. h. Zentraloerband der Steinarbeiter: Hier war die Ermittlung des Standes nicht möglich, weil die meisten Zahlstellen selbst abrechnen. Wenn die Gewerkschaften wieder etwas leisten in näheren (f;„ bctannÄ^ 1 "nm eS ln "nb lebst 9e $[ d)' Der ftörs vS* DcronftM? b^ Grafen. yr, >natc ©cfäng- 9 von anderen 2«. l s wegen schwerer .Elterfrau aui "Mrbuch den 2a- t bei dm Mte. Mgrlvst.Die der Kaufmann ihr Rückgabe ihres 'trag nicht bar aus- en. 2on der An- estohlen zu haben, hat zwei von seiner 'itslosenvcrsjcherung rngen verfälscht, in« lrbeitstoge einsehte, inigungen dem 2fr- vorgclegt, das den entdeckte. Wegen ' nd Detrugsvcrsuchs rsängnisftrase chung einer ösfent- ngenommen, da die i und die von der lrbeitsbefcheinigung )e mrzusehen war. Rötung hatte sich u verantworten. Er schwer beladenen cigcnde Landstrohe obren. Da er geeit nach Hause zu unbeleuchtet: er :e der Strohe ein, . Ein in entgegen- Radfahrer, der das ft im letzten Äugen- it solcher Ducht in sich schwere Der- und alsbald starb. Hinterbliebenen des Ak. bezahlt hat, ötung zu einer an :en Gefängnis-, natcn tretenden Mark verurteilt, chl, daß der Dad- gefahren war und tte. Hießen. retrieb seines Vaters schon vorbestraster , mittels Einsteigens verübten Ml* Diebstahls, beide >m Das Straig^y ien mildernder Um- der ersterwaMen e einem W- lüMHÄ« en mildernder UM £ einsachen, feinen n Si?UI L (BC|flnöe M aus einer Si'E erblickte das hems9e 3iohlenfn %“!ägs ,md eine W }U, edlen sichLricht er- le o’>! c',nu bildende "■^r®°nfl< ngn>r- -x'-A odif-” Uw i gErb e’"f sollen, muß es unbedingt dahin kommen, daß die Einnahmen und Ausgaben im richtigen Verhältnis zueinander stehen. An den persönlichen und sachlichen Ausgaben muß so ae- spart werden, daß der Unterschied zwischen diesen Kosten und der Gesamteinnahme nicht zu groß ist. Ein besonderes Schmerzenskind ist das Gewerkschaftshaus, das wir haben übernehmen müßen. Rach dem heutigen Stand ruhen aus dem Ge- werkschastshaus noch 125 000 Mark Schulden. (Pfui-Rufe.) Wie diese Schulden entstanden sind, war nicht meine Pflicht, festzustellen. Es ist aber zu beachten, daß durch Bauten mit drückenden baupolizeilichen Dor- schriften größere Kosten entstanden sind. Für das Gewerkschaftshaus sind jährlich etwa 20 000 Mark an Zinsen und Steuern aufzubringen. Die Arbeitskollegen und Arbeitskolleginnen sehen, daß wir uns durchaus in kein Rosenbett gelegt haben. Es ist nicht nur Pflicht, mit aller Kraft zu sparen und zu arbeiten, sondern es muß auch alles getan werden, um die Gewerkschaften wieder arbeitsfähig zu machen. Die deutschen Arbeiter und Angestellten müssen sich darüber klar fein, daß sich der Kamps für ihr Lebensrecht und ihre Lebensmöglichkeit nur durchführen läßt, wenn sie in Gemeinschaft ;u- fammenstehen mit denen, denen das gleiche Wohl und wehe am Herzen liegt. Unter das bisherige Geschehen wollen wir einen Strich machen und nun unsere künftige Aufgabe ins Auge fassen: jeder Arbeitskollege muß seine Pflicht tun und in der Organisation mitmarschieren. Jeder Arbeiter und Angestellte muß sich organisieren! (Starker Beifall.) Jeder muß schamrot werden, wenn er dabei nicht mitgeht. Wir werden nicht versäumen, diejenigen aufzuzählen, die beiseite bleiben und durch die anderen die K a - st a n i e n für s i ch aus dem Feuer holen lassen. Neben den Rechten stehen für jeden Arbeiter auch Pflichten. Die bestehenden Organisationen müssen und sollen gerettet werden, hier heißt es: Einer für alle und alle für einen. In den nächsten Tagen werden wir an alle Arbeiter und Angestellten appellieren, mitzuhelfen. Wir Nationalsozialisten werden vorläufig genau so ehrenamtlich für d i e Gewerkschaften unseren Dienst tun, wie wir es jahrelang für unsere Partei getan haben. (Beifall.) Jeder muß seine größte Ehre darin sehen, daß er mithilft, damit die Gewerkschaften wieder finanziell stark werden. Wer sich zu dieser Hilfe durch Eingliederung in die Gewerkschaftsfront nicht freiwillig ntm «aale des Safe Leib fand gestern abend eine von der RSBO. (Rationalsozialistische Be- triebszellen-Organisation) und den Gießener Ge- IchüftSstellen der freien Gewerkschaften einberufene Versammlung der Arbeiter und Angestellten statt. Der Andrang war so stark, daß der Saal schon nach kurzer Zeit in allen Teilen voll besetzt taar und die Polizei den Eingang gegen weiteren Zutritt sperren mußte. Die Arbeiter- und Angestelltenschaft füllte den Saal in einem Ausmaß, wie es bei einer derartigen Versammlung hier bisher noch nicht zu verzeichnen war. Rachdem der Kreisleiter der RSBO. Pg. Wagner als Dersammlgngsvorsitzender kurze Worte der Begrüßung an die Versammelten gerichtet hatte, sprach, von lebhaftem Beifall begrüßt, der mit der Gleichschaltung der Gewerkschaften in Gießen beauftragte pg. Bartholomäus über .Die Gleichschaltung der freien Gewerkschaften und die Arbeit der Gewerkschaften für die deutsche Arbeit e r s ch a f t". Der Redner wies zunächst aus den politischen Hmschwung in Deutschland hin, durch den es dem Führer Adolf Hitler gelungen sei, den größten Teil des deutschen Volkes in seine Einheitsbewegung einzugliedern und den Marxismus und Kommunismus schon heute zu 90 Prozent zu erledigen. Die nationale Revolution habe eben nach dem 5. März anders gearbeitet, als die Revolte von 1918 (Sehr richtig). Der nationalsozialistische Grundsatz: „Alles oder gar nichts" habe sich in vollem Maße als richtig erwiesen. Die NSDAP, fei nicht damit zufrieden, daß sie die Regierung errungen habe, auch nicht damit, daß einzelne Organisationen, vielleicht aus einer gewißen Konjunkturstimmung heraus, sich ihr angeschloßen hätten, sie wolle vielmehr das ganze deutsche Volk ersaßen. Hm dieses Ziel zu erreichen, seien jetzt auch d i e Organisationen, die eine Lebensnotwendigkeit des einzelnen Menschen oder Standes garantieren, die aber nicht freiwillig gekommen seien, mit Zwang gleichgeschaltet worden. Diese Gleichschaltung war eine Selbstverständlichkeit (Beifall und „Sehr richtig!"). Nachdem der Redner in einer kurzen Rückschau erwähnt hatte, wie man früher von marxistischer Seite aus die Arbeiterschaft gegen die NSDAP, auf; gehetzt und diese als Totengräber der Arbeiter- rechte usw. bezeichnet hatte, betonte er mit Rachdruck, daß die Rationalsozialisten die Gleichschaltung der freien Gewerkschaften nicht etwa nur im Interesse der Regierung, sondern noch mehr irn Interesse der Arbei» terschaft selbst durchgeführt hätten (Beifall). hierauf sprach Herr Bartholomäus über die Gleichschaltung vom weltanschaulichen Standpunkt aus. Er sagte u. a.: Wenn der A t beiterschast Gutes getan werden soll, bann kann es nur geschehen, wenn sich die Arbeiterschaft in erster Linie a n die Regierung ihres Landes gebunden fühlt, die die Verantwortung dafür trägt, daß die Wirtschaft und die Pro dukiion einen geordneten Verlauf nehmen. wir Nationalsozialisten haben das heil der deutschen Arbeiterschaft immer nur in Deutschland selbst gesucht, im Gegensatz zur Sozialdemokratie, die dieses heil überall wo anders, nur nicht in Deutschland zu finden glaubte. (Beifall.) Diese Gegensätze konnten nicht überbrückt werden. Deshalb mußte es jetzt fein, daß die Führung der Gewerkschaften in die Hände derer gelegt wurde, die schon immer den Standpunkt vertraten, daß nicht die Internationale, sondern die natio» nale Einstellung dem deutschen Arbei - ter Rettung bringt. (Sehr richtig.) Die deutschen Führer, die 60 Jahre lang die Arbeiterschaft internatio. nal einigen wollten, haben es ja noch nicht einmal fertiggebracht, daß die deutschen A r b eite r unter s i ch zur Einigkeit kamen, ja die Arbeiter; schäft in sich sogar vielfach gespalten war. Die bisherige Führung der deutschen Arbeiterschaft hatte eben gar kein Interesse an dieser nationalen Einheit und Geschlossenheit. Jetzt gilt es, nach 60 Jahren vergeblicher Bemühungen, die d e u t s ch e A r - beiterschast endlich einig und g e s ch l o s- s e n zu machen, denn je gespaltener und uneiniger sie ist, desto geringer ist ihre Schlag- und «totz- jM! Große Auswahl in Haus-und Küchengeräten, Kinderwagen, Spielwaren FRAU ELSE MAHNKOPP WITWE 3005 D' Film- und LiClllbiM-itad 11 Vermietungen | am K.Mai, abds.8V?Nhr » c p „ .... 3-,5-,6-0.7-Mohii. im.^eim inununuTuijii. ■ SÄ |Stellenangebote! 2^,Das') geben ihre Vermählung bekannt Gießen (Hitler-Wall 49), den 6. 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Lind jeder Jude, der sich schützend vor diese Glaubens- brüber stellt, muh selbstverständlich ihr Schicksal teilen! So ist der Antisemitismus keine Schwäche der deutschen Rationalisten, sondern eine Mob- nähme zum Schutz der Ration. Die deutschen Marxisten nun hatten das Pech, daß diese Juden mit ihrem opportunistischen Blick in den Organisationen des Marxismus Fuh sahten. Sie verwechselten Antimilitarismus und Antinatio- nalismus mit Pazifismus. Die Folge war, daß die politischen Organisationen der Arbeiter tatsächlich, wie unsere Rationalisten sagen. „Der- judeten" I Lind das Bittere für den proletarischen Sozialisten ist eben, dah diese Juden nicht nur die Idee des Sozialismus verschandelten, son- Oie deutsche Wasserballmannschaft gegen Ungarn in Berlin. Ungarns Rachwuchsmannschast, die auf ihrer Deutschlondreise mit einer Ausnahme bisher von Erfolg zu Erfolg geeilt ist, wird am Wochenende in Berlin vor schwere Aufgaben gestellt. Llngarns zukünftige Wafserball-Olympioniken treffen zu- nächst im Wellenbad mit der deutschen Meistermannschaft von Weihensce 96 zusammen und haben am Sonntag als Höhepunkt die deutsche Ra- tionalsicben zum Gegner. Habaru, Pari« 14. f rue Campagne premiSre D i e Pressestelle der Hessischen Staatsregierung stellt der Presse einen Brief zur Verfügung, den der in Hessen sehr bekannte, ehemals sozialdemokratische Agitator Hugo Ramm aus der Schutzhaft im Konzentrationslager Osthofen (Rheinhessen) an einen Freund und früheren Gesinnungsgenossen in Paris gerichtet hat. nicht nur darauf bedacht, ihren Ruf als kultivierte Menschen durch die humane Behandlung der Besiegten zu sichern; und ich glaube auch nicht, dah es lediglich eine spielerische Geste der .Ritterlichkeit" ist, die sie so handeln lahr; sie wollen vielmehr verhindern, dah ihre M acht durch Gewalt karikiert wird. Sie wissen, dah die Anwendung von .Gewalt" kein Zeichen der .Macht", sondern der Schwäche ist; und glaube mir, sie sind stark und mächtig genug, um auf die Gewalt verzichten zu können! ..... Zweifellos sind vereinzelt von undiszipumertcn Elementen Gewaltakte verübt worden. Wer ist das bei einer Revolution so unerhört? Dürfen diese ganz vereinzelten Entgleisungen eigenmächtiger Leute überhaupt die Unterlage für die Beurteilung der Revolution abgeben? Eine Revolution ist ja schliehlich kein Gartenfest nut Schäferspielcn und girrenden Frauen! Diese einzelnen vorgekommenen Gewaltakte werden übrigens von der Organisation der RSDAP. nicht nur nicht gebilligt, sondern auch tatsächlich ver- folgt; und wenn ich einmal auf der Straße von Zekennims zur sozialen Voischafi Adels Hitlers Aufschlußreicher Brief eines ehemaligen I^eichsbannersührers an feinen Freund in Paris. Die deutsche Auswahlmannschaft spielt in folgender Aufstellung' Tor: E. Eckstein Leipzig); Berteidiger: H. Eastein (Leipzig), Gunst «Hannover); Verbindung: Haas (Köln): Angriff: Schumburg (Magdeburg), Heiko Schwartz (Köln) und Schultze (Magdeburg). Die deutsche Mannschaft hat am Samstag Gelegenheit. sich gegen eine Berliner Städtemannschuft einzuspielen. Dos Programm wird an beiden Tagen durch Kunstspringen bereichert. Es ist schon lange her, seit Du zum letztenmal von mir etwas hörtest; und ich kann mir denken, dah Du — gerade weil Dich, die Vorgänge in Deutschland stark interessieren — in den letzten Wochen nicht ohne Sorgen an mich gedacht hast. Meine politische Einstellung ist Dir ja bekannt, und wenn ich diese Tatsache in Verbindung bringe mit den im Ausland verbreiteten schauer- liehen Greuelnachrichten, kann ich ermessen, wie groß Deine Sorge um Deine deutschen Freunde ist. Sei beruhigt, mein Freund, es geht mir gut! Wie viele andere Gesinnungsgenossen, wurde auch ich von der Polizei in Schutzhaft genommen und in das hessische Konzentrationslager O st h o f e n (Rheinhessen) eingeliefert. Dah eine solche Internierung von jedem als Belästigung empfunden wird, ist selbstverständlich; aber von Mißhandlungen kann keine Rede sein. 2m Gegenteil, man wird, ohne Ansehen der Person, sogar höflich behandelt, und ich muh gestehen, dah ich meine Internierung nicht einen Augenblick als „Strafe" betrachtet habe. Wenn die marxistischen Sozialisten im Auslande über unsere Inhaftierung schimpfen und jammern, ist das menschlich zu verstehen; aber berechtigt ist es nicht! Ich bitte Dich doch zu überlegen, dah der ganze politische Kampf der letzten Iahre in Deutschland um zwei gegensätzliche Welten ging, und dah die marxistische die unterlegene ist. Dah sich der Sieger gegen den Feind schützt, und dah er sich selbst sichert und seine junge Macht befestigt, darf man ihm doch wohl nicht als Barbarei und Llnrecht an- rechnen! Im Grunde dürfen wir alle froh sein, dah der junge Staat der nationalen Revolution, der im Anfang seines Bestehens wie jeder andere junge Staat auch, zunächst nur Polizeistaat fein kann, von uns kein gröberes Opfer fordert als einige Wochen Schutzhaft. — Wenn man daran denkt, welch ungeheueren Blutopfer das siegreiche französische Bürgertum während und nach der großen Revolution von 1789 vom Feudaladel gefordert hat, und welche Dlutströme die russische Revolution verbraucht hat, muh sich auch der verbissenste Marxist sagen, dah er recht billig davon gekommen ist. Lind noch eine Gewissensfrage: Glaubst Du, dah bei einem Sieg der Kommune weniger Blut vergossen wor- Die Deutsche Fußball-Meisterschaft 16 Mannschaften spielen am Sonntag in der Vorrunde. dem auch die Träger der Organisation und ihre Bürokratie zersetzten. Du machst Dir keinen Dc- grisf davon, mit welcher Eigensucht. Rücksichtslosigkeit, Geschmacklosigkeit und mit welchem Verrat die Postenjägerci sowohl in der SPD. als auch in der KPD. blühte. Alles natürlich zum Vorteil der Wenigen, die in der Bürokratie festen Fuh gesaht hatten und zum Rachteil dec Idee und der Massen. 3a, die Juden... das kriegsgewaltige ®c- schlecht der Makkabäer ist ausgestorben, und übriggeblieben sind nur die haltlosen und müden Menschen, die oft wunderliche Früchte zeitigen oder als brutale Händler Geschäfte machen. Der deutsche Jude wird entweder seine soziale Haltung revidieren, oder als ausgestohencr Paria in der Ration verkümmern! (Fortsetzung folgt.) einem Rationalsozialisten aus irgendwelchen privaten Gründen belästigt werden sollte, gehe ich sofort auf das Parteibüro der RSDAP. oder auf die Polizei und bringe den Betreffenden zur Anzeige. Ich habe dann die Gewihheit, dah er mir das zweitemal aus dem Wege geht. Kann man mehr von dem Träger der revolutionären Macht verlangen? 2Iber solche Entgleisungen und Eigenmächtigkeiten Einzelner sind eben nur ganz unscheinbare Einzelfälle; das Charakteristische und Symptomatische an der Revolution ist eben Ordnung, Sicherheit und Disziplin. Wer etwas anderes sagt, ist ein armseliger Kläffer, der ein zu kleines Gehirn hat, um grobe Gedanken zu fassen. Ich bin geivih ein eingefleischter Sozialist, aber in erster Linie bin ich doch wieder Deutscher, und du darfst mir glauben, dah ich diese erbärmliche Hetzkampagne gegen Deutschland als eine Eiterbeule am Körper des kultivierten Europa betrachte. Die Motive zu dieser Hetze scheinen auch keine „Empörung edler Herzen" zu sein, denen man ja einen Irrtum verzeihen könnte, ich sehe vielmehr darin einen Trick der ausländischen Geschäftswelt gegen die deutsche Konkurrenz. Auch sollten die Juden des Auslands und die ausländischen Marxisten nur ja nicht glauben, sie könnten für ihre Glaubens- und Gesinnungsgenossen in Deutschland damit etwas Gutes tun. Das Gegenteil ist richtig! — Llebrigens denke ich bei Betrachtung dieser Hetzerei gegen Deutschland immer an Spanien. Dort entschied das Volk mit derselben Wucht gegen die Monarchie wie Deutschland am 5. März gegen die Republik von Weimar entschied. Aber sind die Gewalttaten während, nach und bei der spanischen Revolution nicht sehr zahlreich und blutiger gewesen? Damals nahm alle Welt die Vorfälle fast mit Genugtuung aus. Man fand alles m bester Ordnung, und kein Marxist dachte daran, den Machthabern in Spanien Vorhaltungen zu machen. 3m Gegenteil, man wünschte sogar ein schärferes Vorgehen gegen den besiegten Gegner! 3a,... wenn zwei dasselbe tun, ist es nicht dasselbe... ich weih es, mein Freund. 3ch weih aber auch, dah nicht nur dem französischen Volk der Sieg der deutschen Rationalisten einfach unsympathisch ist! 2Iber ich bitte Dich, daran zu denken, dah ja im Grunde gerade der sranzösifche Imperialismus der Vater, und die französische Vergeltungspolitik die Mutter des deutschen Rationalismus sind. Richt das deutsche Volk, sondern das französische hat den schönen Gedanken vom friedvollen Weltbürgc^ tum der europäischen Völker zerschlagen. — Doch davon später! Lind wie ist es mit den Judenverfolgungen? wirst Du fragen. Vorweg will ich Dir sagen, dah von 3uöenDerfoIgungen oder Pogromen nicht die Rede sein kann. Richtig ist aber, dah die deutschen Rationalisten die Juden verabscheuen. Du weiht, dah ich kein Antisemit bin, aber ich versuche trotzdem den Antisemitismus der Rationalisten zu begreifen. Wenn heute der Jude, namentlich bei uns in Deutschland, als Volks- fremder Körper empfunden wird, so kann man diese Erscheinung nicht mit der bequemen Redens- art abtun: Die Deutschen seien zu wenig Welt- bürger und zu einseitige Rationalisten, um die Toleranz aufzubringen, die man als kultivierter Mensch besitzen muh. — Olein, so geht es nicht! Die Juden sind an ihrem Llnglück zum grohten Teil selber schuld. Sie sind sehr exklusiv, sondern sich ängstlich und rücksichtslos ab, und unter» halten mit ihrer nichtjüdischen ilmtoelt leine rein menschlichen, sondern fast ausschließlich gewerbliche Beziehungen. Hinzu kommt aber noch dah der Jude Antimilitarist ist. Das braucht keine Schande zu.sein; aber fein Antimilitarismus hat sich ausgeweitet zum Antinationalismus, und eine solche Haltung ist natürlich vom nationalen Standpunkt aus betrachtet eine verwerfliche und schädliche. Wenn nun. wie es bei uns in Deutschland der Fall ist, jene, durch die Inzucht des östlichen Ghettos öegenierierten und amoralischen Clemente der Juden in großer Zahl vertreten sind und wenn man daran denkt, dah der deutsche Rationalbürger die sehr oft gegen die Von allen Geschehnissen im deutschen Fußball' sport gehört den Kämpfen um die M e i ft e r s ch a f t des ganzen Reiches bei allen Anhängern immer wieder das größte Interesse. Wenn nach langwierigen Kämpfen, Entscheidungs- und Ausscheidungsspielen in den einzelnen Landesverbänden des DFB. die 16 Mannschaften ermittelt sind, die dann um den höchsten Titel spielen dürfen, so ist die Spannung auf das höchste gestiegen. Man wartet fieberhaft darauf, „wer gegen wen" spielen muß, diskutiert über alle möglichen Aussichten und ist schließlich begeistert ober niedergeschlagen über bas Spiel „seiner" Mannschaft, je nachbem, wie sie sich geschlagen hat. Selten kann sich ein Wettbewerb einer so leidenschaftlichen Anteilnahme seiner Anhänger erfreuen, wie gerade ber Kampf um bie „Deutsche". In biesem Jahre ist es nicht anbers. Um so mehr, als schon bie Spiele ber Vorrunbe äußerst interessante Kämpfe erwarten lassen. Es werben an diesem ersten Meisterschaftssonntag spielen: In Frankfurt: FSV. Frankfurt — Polizei Chemnitz; in Köln: VfL. Benrath 1860 München; in Hamburg: Hamburger SD. — Eintracht Frankfurt; in Dresden: Dresdener SC. — Arminia Hannover; in Berlin: Berlins Zweiter — Schalke 04; in Düsseldorf: Fortuna Düsseldorf — Dor- wärts/Rasensport Gleiwitz; in Allenftein: Hindenburg Allenstein — Hertha/BSC. Berlin. in Beuthen: Beuthen 09 — Prussia Samland Königsberg. Oie drei süddeutschen Vertreter könnten mit einigem Glück sämtlich die Zwischenrunde erreichen. Etwas fraglich ist dies nur bei ber Frankfurter Eintracht, bie im Spiel gegen ben HSV. auf Hamburger Boben schon mit einer ganz großen Leistung aufwarten muß, wenn sie erfolgreich bestehen will. Diese Aussicht besteht aber, ba bie Frankfurter allmählich roieber in bie Form kommen, die für das Durchstehen solcher „k.o.-Runden" unbedingt nötig ist. Wenn auch die Verfassung, in der der Titel eines l ü d - deutschen Meisters errungen wurde, in dieser Saison kaum mehr erreicht werden wird, so bietet doch die immer vorhandene solide technische und taktische Basis der Eintrachtsspieler eine gewisse Gewähr für einen Erfolg. Der süddeutsche Meister Fußballsportverein Frankfurt trifft im Frankfurter Stadion auf einen Gegner, ber zumindest eine gute Eigenschaft mit ihm gemein hat: bie energievolle Kampfkraft. Die Chemnitzer Polizisten verbanken biefer Eigenschaft in erster Linie ihre schönen Erfolge. In technischer Beziehung sinb sie wohl weniger auf ber Höhe, wenn sie auch b$ einige Könner in ihren Reihen haben. Der Fugballsportverein wirb aber auf alle Fälle ben größten Widerstand zu erwarten haben, ben niederzuringen nicht leicht fallen wirb. Es sollte ihm jeboch gelingen, sich siegreich burchzu- setzen. Er braucht bazu nur ben gleichen Sieges- willen unb Elan aufzubringen, mit Dem er über bie Münchener „Löwen" triumphierte 1860 München selbst sollte in Düsseldorf gegen bie technisch weit unterlegene Elf des VfL. Benrath sicher gewinnen. Zu. unterschätzen sind die Benrather allerdings nicht. Die Mannschaft, die durch die beiden Internationalen Rasfelnberg und Hohmann repräsentiert wird, ist vor allein sehr hart. Und diese Härte könnte den etwas „weicheren" 1860ern vielleicht unangenehm werden. In den anderen fünf Kämpfen erwarten wir den Dresdener SC., Schalke 04, Fortuna Düsseldorf, Hertha/BSC. und Beuthen 09 in Front. Wettervoraussage. Ein Hochdruckgebiet hat sich über Skandinavien und der Ostsee aufgebaut und wird auch auf unser Wetter beruhigend einwirken. Rach Dunstbildungen, die infolge des über Deutschland noch herrschenden hohen Fcuchtigkeitgehaltes der Luft besonders in den Morgenstunden auftreten, wird sich am Tage der Himmel vielfach aufheitern, wobei die Sonnenstrahlung kräftigen Temperaturanstieg verursachen dürfte. Ob die Hochdruckwetterlage für längere Zeit gesichert ist, läßt sich noch nicht überblicken, zumal die westliche Störung wieder ozeanische Luft verbreitet, wodurch für späterhin Auskommen von Bewölkung und Riederschläge zu befürchten find. Aussichten für Samstag: Dunstig und wolkig mit stärkerer Aufheiterung, warm und trocken. Lufttemperaturen am 4. Mai: mittags 18,2 Grad Celsius, abends 14,2 Grad; am 5. Mai: morgens 11,1 Grad. Maximum 18,3 Grad, Minimum 9,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. Mai. abends 18,4 Grad; am 5. Mai: morgens 13,2 Grad Celsius. — Niederschläge 0,2 mm. wie sie sein müssen: Mit angegossener Gummisohle. So preiswert: 29/35 36 42 1.20 1.35 auch in grau mit Chromsohle 3019 a Turnschlüpfer m.roterGummi- sohle 0.40 0.45 Schvxm „hJ lartmgSl® SeMlvc Brauerei IMt M «'S ”Äbi«e seeigueis Vertretung eventuell Gastwirt. Schriftliche Angebote unter 3017V an ben Gießener Anzeiger erbeten. Bekanntmachung. Die bereits fälligen Stromgelder im Stadt- unb Ueberlanbgebiet für den Monat März 1933 können noch bis zum 15. b. ZTL ohne Kosten bezahlt werden. Bei Nichtzahlung bis zu diesem Termin erfolgt Beitreibung unb Stromsperre auf Kosten des Abnehmers. 3011V Gießen, den 2. Nlai 1933. » Direktton ber Elektrizitätswerke. Ueberlanoanlage und Straßenbahn ber Stadt Gießen. Stolt«. Holzsubmission ben: 86 50 3 2 52,96 2,88 3,55 2a 2b 3a 3b Nächsten Montag, den 8.2Uai, nachmittags 2 llhr. soll nachstehenbes Stammholz auf bem Submissionswege vergeben wer- ' 3015V Fichtenstämmc. Klasse 1b 62 Stück = 27,96 fm * - 57,68 „ Kiefernstämme. Klasse la 1 Stück = 0,26 fm „ 2a 8 „ = 3,39 „ „ 2b 10 „ - 5,86 „ Bemerkt wirb, daß bas Holz ohne Rinde gemessen, jedoch entrindet ist. Nähere Bedingungen werden vor dem Termin bekanntgegeben. Bersrod, den 4. Mai 1933. Hessische Bürgermeisterei Bersrod. Bscksr. Kleiner Garten ist besser als keiner. Und wenn es auf dem Fensterbrett ist. Lassen Sie sich dabei helfen vom: Blumenkasten, Bluroeet- grtter, Gießkanne, Bht- mentopf, Blumentopfgerät, Blumenspritze und -SprOber. Sie kaufen diese Sachen preiswert bei; J. B. 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Sie blickte ihn unter Tränen an. „Nun wir beide nichts voneinander wissen wollen, könnten wir doch gute Freunde sein wie vorher, nicht wahr?" Er nickte: „Gern, Baronesse, sehr gern will ich Ihr guter Freund sein, und wenn ich Ihnen irgendwie in Ihrer Liebe beistehen kann, dann verfügen Sie nur über mich. Wenn ich schon nicht glücklich werden darf, möchte ich wenigstens Ihnen dazu verhelfen." Molly schaute ihn ein Weilchen stumm an, dann blitzte es in ihren Augen auf. „Mir geht etwgs durch den Kopf" lächelte sie, „wodurch ich möglicherweise am leichtesten ans Ziel kommen könnte. Vielleicht ist die Idee verrückt, und Sie werden nicht darauf emgehen, aber ich würde zunächst damit erreichen, daß Vater nichts argwöhnt und Joachim nicht entläßt, und dann —" Er drängte: „Wir sind gute Freunde, also heraus mit der Katze aus dem Sack!" Es klang fast fröhlich. Der Ton ermutigte Molly, und sie erklärte ein bißchen verlegen: „Also, wenn Vater jetzt etwas merkt, wirft er Joachim augenblicklich hinaus, das steht fest, und der Aermste hat nicht einmal Gelegenheit, sich ihm erst unentbehrlich zu machen, was doch für unsere Liebe sehr günstig wäre. Vater ist ein bißchen sehr bequem geworden in den letzten Jahren und überläßt sämtliche Außenarbeiten dem Inspektor. Der alte Dinges vertrat ihn in allem, und wenn der nicht gestorben wäre, würde Vater gar nicht daran gedacht haben, eine junge Kraft zu suchen, obwohl das nach meiner Meinung längst notwendig gewesen wäre. Und nun meine ich", sie stockte, „nun denke ich —" „Ich bin Ihr guter Freund, Baronesse Molly, und unter guten Freunden ziert man sich nie, nicht wahr?" Sie nickte, nahm einen Ansatz: „Da denke ich, es wäre vielleicht das allerbeste, wir beide spielen ein bißchen Komödie, tun so, als wenn wir uns lieben. Ich erkläre Joachim die Wahrheit, und wir gewinnen Zeit, in der sich Joachim meinem Vater unentbehrlich machen kann. Vater hat es sich nun einmal in den Kopf gesetzt, Sie sollen sein Schwiegersohn werden, und man muß ihn durch irgend etwas davon abbringen. Wir überlegen das noch gründlich. Aber vorläufig haben wir beide doch noch Ruhe." Konrad von Zweilinden war verwundert über den Vorschlag Mollys. Er wandte ein: „Wäre es nicht besser, Sie sprechen ganz offen mit Ihren Eltern?" Sie schüttelte lebhaft den Kopf. „Es käme weiter nichts dabei heraus als ein Riesenkrach. Vater schickte mich dann einfach in die Einsamkeit zu Tante Alma. Sie hat ein Gütchen in der Rhön, wo es öde ist, daß man das Sprechen verlernt, und Joachim jagte er vom $)o\ wie einen aufsässigen Knecht. Bitte, lieber Herr von Zweilinden, wenn Sie wirklich mein guter Freund sein wollen, erfüllen Sie meinen Wunsch. Ich habe die Hoffnung, auf diese Weise zu meinem Glück zu kommen." Sie nahm seine Hände. „Wir spielen Brautpaar, aber die Verlobung müssen wir noch hinauszuschieben versuchen. Später setzen wir dann irgendeinen Krach in Szene, und mein Vater, bei dem sich Joachim inzwischen beliebt gemacht hat, wird nicht mehr so wählerisch sein. Wenn ich erst mit Joachim verheiratet bin, erkläre ich Vater die volle Wahrheit. Bitte, gehen Sie darauf ein." Sie blickte ihn flehend an, und es wurde ihm schwer, zu erwidern: „Die Idee ich Unfug, das dürfen wir nicht tun." Um die Worte zu mildern, zog er ihre Rechte an seine Lippen. In diesem Augenblicke kamen Bettina von Zweilinden und die Baronin Rückert am offenen Pavillon vorbei. Sie vermuteten das Paar nicht darin und traten näher, weil die Gutsfrau der Besucherin die Neuausstattung des Pavillons zeigen wollte. Eben küßte Konrad von Zweilinden Mollys Hand, und als die Damen eintraten, machte das junge Paar verlegene Gesichter, weil sie beide mit ihren Gedanken noch immer bei dem Gespräch waren, das sie soeben erst geführt hatten. Frau Bettina frohlockte. Den beiden sah man Ja sofort an mit was für einem Thema sie sich beschäftigt hatten. Dem Himmel sei Dank: nun fand Konrad wohl bald sein altes, fröhliches Lachen wieder und vergaß über Mollys Liebreiz das spanische Erlebnis. Die Baronin Rückert lächelte: „Hier drin sitzt es sich angenehm; ihr habt euch ein gemütliches Plätzchen ausgesucht." Sie blickte Molly ein wenig fragend an. Molly dachte, die Gelegenheit sei günstig: sie wollte Konrad von Zweilinden zwingen, auf ihren Plan einzugehen. Wozu war er denn ihr Freund, wenn er ihr jetzt nicht half! Sie fand, ihr Plan bot ihr die Sicherheit, mit ihrer Liebe zu Joachim glatt an das ersehnte Ziel zu kommen. Die sonst nicht besonders Dreiste zupfte Konrad von Zweilinden vertraulich am Aermel. „Darf ich verraten, worüber wir einig geworden sind?" Ihre Augen baten gar so eindringlich. Frau Bettina lächelte: „Da sind wir aber neugierig." Molly log lächelnd und vergnügt: „Wir haben uns eben verlobt, Konrad und ich, aber mit der öffentlichen Verlobung möchten wir noch warten bis zum Herbst. Wir finden, das Heimliche an einer Verlobung ist das Allernetteste." Wenn Konrad von Zweilinden die Baronesse jetzt nicht bloßstellen wollte, mußte er nun auf alles eingehen. Zunächst umschlangen ihn jetzt die Arme seiner Mutter. „Mein lieber Junge, das habt ihr recht gemacht." Sie küßte ihn und wan! fr sich Mollys Mutter zu. „Was meinen Sie dazu, luue Baronin?" Jadwiga Rückerts schmales, blasses Gesicht rötete sich ein wenig. „Ich bin entzückt, liebste Frau von Zweilinden, aber wir haben es ja gewußt, daß sich unsere Kinder fürs Leben finden mußten, und ich freue mich sehr, daß es nun soweit ist." Sie umarmte Molly, reichte Konrad die Hand, die er küßte, und dann ließ sich Molly in Frau Bettinas Arme ziehen. Sie straylte. Ihr kam es vor allem daraus an, den Vater in Sicherheit zu wiegen. Er durste nicht ahnen, daß sie mit dem jungen Inspektor im Einverständnis war. Allzu schnell würde der Vater sonst ihrer wunderschönen Liebe ein Ende machen. Die Eltern Mollys und Frau Bettina waren sehr für eine recht baldige offizielle Verlobung, aber das Paar bestand sonderbarerweise darauf, erst im Herbst die Verlobung zu feiern, und schließlich mußte man sich damit einverstanden erklären. Oft waren die beiden fortan zusammen, die nun in der Familie und auch schon etwas außerhalb der Familie als heimlich Verlobte galten. Vor den anderen spielten sie ihre Rollen gut, sie nannten sich „du" und taten verliebt: wenn sie sich aber allein befanden, nannten sie sich, um in der Hebung zu bleiben, zwar auch „du", aber sie erzählten sich gegenseitig nur von ihrer richtigen Liebe. Molly berichtete, wie der junge Inspektor immer mehr Fortschritte in der Gunst ihres Vaters machte, und Konrad beschrieb ihr immer wieder, wie fremdartig schön das Mädchen war, das seine Mutter nicht als seine Frau sehen mochte. Er deutete an, es gäbe allerdings auch einen Hinderungsgrund, den er im Sinne feiner Mutter auch achten müsse. Sie bedauerte ihn gar sehr, und einmal meinte sie: „Vielleicht räumt dir ein gütiges Geschick den Hinderungsgrund doch noch aus dem Wege." Er blickte traurig. „Nein, Molly, der Hinderungsgrund ist niemals zu beseitigen, ich habe mich ja auch mit dem Verzicht auf meine Liede abgefunden, aber sehr weh tut das Herz doch manchmal." Nur einer wußte Bescheid, wie es um das Liebespaar in Wirklichkeit stand. Das war der junge Inspektor vom Karlshof. Er küßte die hübsche Baronesse wie ein Verschmachteter und bat oft: „Wir wollen deinem Vater die Wahrheit gestehen; paß auf, so kommen wir nie zum Ziele!" Sie lachte ihn aus. „Doch, wir kommen zum Ziele! Mach dich beim Vater nur recht beliebt; wenn dann mein offizieller Bruch mit Konrad von Zweilinden kommt, ist der Vater leichter zu gewinnen." Joachim brummte: „Es kommt nichts Gescheites bei der Geschichte heraus!" Molly aber blieb zuversichtlich. Konrad von Zweilinden hatte Joachim Werbeck kennengelernt, und er fand ihn äußerst sympathisch. Joachim Werbeck war so groß wie er, hatte ein frisches, offenes Gesicht; er arbeitete, als wäre Karls- Hof sein eigener Besitz, den er mit aller Kraft in hie Höhe bringen müßte. „Der Kerl, der lange Lulatsch Werbeck, ist ...cht mit Geld zu bezahlen", lobte Baron Rückert seinen Inspektor zu Konrad von Zweilinden, „sein Vorgänger war ja 'ne gute, olle, ehrliche Haut, aber von so ’ner Scharwerkerei hatte der keinen Dunst. Der junge Kerl ist eine Kraft allerersten Ranges, den gebe ich nicht mehr her. Ich muß ihn nur mal ein bißchen mit der Nase draufstoßen; es gibt hier viele hübsche Mädels in der Nähe. Ein verheirateter Inspektor ist seßhafter. Er soll heiraten. Ich will mich einmal nach einem Mädel für ihn umtun, damit mir der prächtige Kerl nicht eines Tages durch die Lappen geht." Konrad von Zweilinden berichtete das Lob wortgetreu an Molly, und diese strahlte ihn an: „Siehst du, Konrad, mein Joachim ist auf dem besten Wege, dem Vater unentbehrlich zu werden, und das ist die Hauptsache! Alles andere wird sich schon finden." Er zuckte die Achseln. ,Hch habe keine Ahnung, wie wir wieder voneinander loskommen, ehe uns die öffentliche Verlobung droht. Mir ist nicht ganz geheuer bei diesem Gedanken." „Nur nicht feige sein, mein lieber Freund", lachte Molly zuversichtlich, „kommt Zeit, kommt Rat!" 22. Angela war immer froh, den Verkaufsoormittag hinter sich zu haben. Es wurde ihr so schwer, fröhlich zu scheinen, und man verlangte geradezu von ihr ein lächelndes Gesicht, weil man es von ihr gewöhnt war. Angela gab sich Mühe, es ihren Kundinnen recht zu machen. Aber sie atmete jeden Tag auf, wenn sie die lächelnde Maske ablegen und an sich denken Durfte. Sooft sie am Bahndamm vorüberkam, erinnerte sie sich an den glückseligen Sonnentag, an dem sie mit Konrad von Zweilinden hier ein Stückchen neben der Strecke entlang gegangen war, und sie glaubte wieder seine liebe Stimme zu hören und seine Lippen auf den ihren zu spüren. (Forts, folgt.) 301 ov Die trauernden Hinterbliebenen. Aliendorf (Lumda), den 5. Mai 1933. Lieh, den 5. Mai 1933. 30Q7D Die Beerdigung findet Samstag, den 6. Mai, nachmittags 3 Uhr statt Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. Die Beerdigung findet Sonntag, den 7. Mai. nachm. 1% Uhr statt 2303 D Die trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Stein nebst allen Angehörigen. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe, gute Frau Marie Stein, geb. Jung heute vormittag 1114 Uhr infolge einer schweren Operation zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Todesanzeige. Heute morgen verschied plötzlich und unerwartet unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Christoph Bingel Zimmermeister im nicht ganz vollendeten 65. Lebensjahr. Am 3. Mai entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden in der Klinik zu Gießen unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester und Schwägerin Frau Anna Margarete Reitz, geb. sdunidt im 78. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen t Familie Wilhelm Reitz Fräulein Margarete Reitz Familie Wilhelm Hlllgfirtner Familie Albert Benner nebst allen Angehörigen. Heuchelheim, Gießen, den 4. Mai 1933, Die Beerdigung findet Samstag, den 6. Mai, nachmittags l/,3 Uhr, von der Marktstraße 34 aus statt > Wir empfehlen kräftige, aber schöne Schulstiefel für eine kleine Ausgabe Bewährter Rindbox-Stiefel 27/30 31/35 4.95 5.95 Kräftiger Sport-Stiefel Nickel - Oesen und Agraffen gar.Kernsohlen 27/30 31/35 5.50 5.95 Warum wird Kaffee Hagr von den Feinschmeckern in 39 ländern der Welt bevorzugt *1 Weil dieser echte Bohnenkaffee fein» sie auserlesene tiodigrewächse Süd-und Zentralamerikas, zum Teil aus über 4600 Fuss Hohe enthalt. Weil dank 26 jähriger Erfahrung das Coffein so entzogen wird, dass Geschmack und Aroma voll erhalten bleiben. Weil Kaffee Hag mit den Vorzügen der Gesundheit höchste Vorzüge der Qualität verbindet. Alle Schweine, ÖSS solche mit steifen Beinen, gesunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes RASSOL X,?. mengen. Verlangen Sie nur echtes Rastol in Originalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: Engelapotheke Bietzen. Zu haben in allen Apotheken. Bekanntmachung. Durch das Rabatt- und Zugabeverbot werden unsere noch im Umlauf befindlichen MMWr Mimik zur Ginlifung Memsen! Die Annahme erfolgt bis einschließlich 31. Mai 1933 in allen Edeka-Geschäften, und zwar zu dem Wert der eingeklebten Marken. 3003 a M-MOhrnttiii Wen. Illlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Achtung Raucherschaft! Laut Beschluß des Kampfbundes des gewerblichen Mittelstandes und des Einzelhandelsverbands fallen alle Rabatte, Rückvergütungen u. Zugaben v. 2. Mai ab restlos weg. Z. B. kosten 7 Zigarren s 15 H Mk. 1.05. 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