Mittwoch. 5.ApriUYZZ 183. Jahrgang Nr. 81 Erstes Statt Der Weg zur evangelischen Reichskirche. | Iieichstagung der SlaubenSbewegung „Deutsche Christen". Der neue Kurs in Hessen Polen lehnt jede Beteiligung ab. Der Herr Reichspräsident empfing im Lause des fiert ist. Staatsregierung. Denn sie weiß, daß die an die deutsche Manneszucht und Ordnung gewöhnten Formationen der SS. und SA. auch in Zukunft iffenschail. malot btt HreuWm tmie. des Berliner Staats- gohst, ist vertraglich len DichterMemie be- dung der Preußischem ior ihrem Abschluß. iffutfct Lühuenkünsll« Oie Negierungskoalition in Oanzig gesprengt. getroffen worden ist. Keine Erteilung von Approbationen an Ausländer. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis jum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig« Playvorfchrist 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Thyriot; für den übrigen Ted Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i.V.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. kommt nicht mehr in Frage. Der Hessische Iustizminister. 3. V. gez. 2 euroth. Staatspräsident Or. Werner be» Hindenburg und Hitler. Berlin, 5. April. (WTB. Funkspruch.) Neuordnung der Justiz in Hessen Keine jüdischen Strafrichter und Staatsanwälte. Darmstadt, 4. April. Die Pressestelle der Staatsregierung teilt mit: Der Hessische Iustizminister hat Vorkehrung getroffen, daß Richter jüdischer Abstam - mung nicht mehr mit der Handhabung der Strafrechtspflege befaßt sind. Als Staatsanwälte und Amtsanwälte werden Juden nicht mehr verwendet. 3n den übrigen Zweigen der Rechtspflege sind Richter jüdischer Abstammung nur noch zugelassen, wenn aus ihrer Weiterbeschäftigung keinerlei älnzuträglichkeiten entstehen, andernfalls tritt sofortige Beurlaubung ein. Bezüglich der jüdischen Laienrichter steht reichsrechtliche Regelung in Aussicht. Verschiedene jüdische Handelsrichter haben aus den veränderten Verhältnissen bereits die Folgerungen gezogen und um Enthebung von chrem Richteramt gebeten. Bezüglich der Anwälte jüdischer Abstammung ist angeordnet, daß sie nur noch in sehr beschränkter Zahl vor Gericht a u f t r e t e n dürfen. Ihre Bestellung zu Armenanwälten, Konkursverwaltern und dergleichen ,ngen mehr In Berlin, des Seul- ! l hat nach einer M- Mr z-b.L Hinkel • inisterium die J Reinhardt (Gold- j r künstlerischen «« tun Jat Die Drreltwn L ürgschast übernommen, er den Ersordemssen | istig Rechnung st-gt- z Ewiges W M im Deutschen ä* Hessisches Gesamtministerium, gez.: Dr. Werner. gez.: Dr. Müller. Berlin, 4. April. (TU.) Im Rahmen der ersten Reichstogung der Glaubensbewegung „Deutsche Christen" fanden zahlreiche Arbeitstagungen statt. Unter Leitung von Pfarrer Ale her (Frantfurt a.TL) wurden Fragen des Kirchenrechts behandelt, wobei im Mittelpunkt ein Vortrag des Rechtsanwalts Dr. Friedrich Werner (Berlin) stand über das Thema .Die Rechtsgrundlagen der kommenden Reichskirche". Die Verfassung der kommenden Reichskirche wird, wie die des Dritten Reiches, den Parlamentarismus überwunden haben, um die Form zu finden, die allein der Ausdruck des deutschen Menschen unseres Zeitalters sein kann: Herrscher der Besten unter einem selbst- gewählten Führer mit dem Ziel, Art, Form und Typus des deutschen Menschen in seinem Ringen um Gott zu leiten und zu schützen. Die RSDAP. verlangt die Freiheit aller religiösen Bekenntnisse, soweit sie nicht den Bestand des Staates gefährden oder gegen das Sittlich- keits- oder Moralgefühl der germanischen Rasse verstoßen Als erste steht die evangelische Landeskirche Frankfurt a. M. im Begriff, sich eine Verfassung zu geben, die auf dem Boden des Rationalsozialismus und gemäß den Richtlinien der Glaubensbewegung Deutsche Christen" die Grundsätze für eine Reichskirche in die Tat umseht. Die kommende Reichskirche wird Mittel und Wege finden, um die heutige Kirchensteuer, die viel dazu beigetragen hat, die Kirchenaustritte in so erheblicher Weise au fördern, durch Geldquellen zu e r s e tz e n, Die den Äs' MetbQ rJ«nu I e. N deutsch,. ■ ■en alleinig Ael°.1 3«nÄ ®e|eu, Ä en. >|er Tage nach lanam Wnirter Oper, Otto her N52AP. unb wx uhaus in Aussicht gt w. Erscheint lägltch,außer Sonntaas unb Feiertags Beilagen: Die 3Huftnerte Gießener Familienblätter Heimat m Bild Die Schalle monatsBeiugsprels: Mtt 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . „ -25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Üernsorechanschlüsse anter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. ein ausgezeichneter Seemann ist, tat sein Mög - lichstes bei den Rettungsarbeiten. Wiley erklärte tum Schluß, baß vor dem Absturz an Bord der Akron keinerlei Verwirrung herrschte. Er glaubt nicht, baß das Luftschiff i „ Sondercharakter einer Besteuerung des kirchlichen Lebens vermeiden. In einem Vortrag „Kirchliches Führer- t u m“ forderte Pfarrer Robiling, Berlin von den kirchlichen Führern positive Stellung zu der durch die nationale Revolution geschaffenen politischen Lage. Der kirchliche Führer müsse sich in seinem gesamten Privatleben und im öffentlichen Leben der Verpflichtung bewußt sein, e i n leuchtendes Vorbild an Glaubensernst, Sittenreinhett und kirchlicher Aktivität zu geben- Ziel aller kirchlichen Arbeit sei ideell die Erfüllung des Volkstums mit den erlösenden und heiligenden Kräften des Evangeliums, empirisch die endliche Schaffung der deutschen Reichskirche. Für die kommende Theologengcneration forderte der Redner Erziehung und Heranbildung im Geiste und Sinne einer völkischen Glaubensgemeinschaft. Zum Pfarramt sei nur zuzulassen, wer reinen deutschen Blutes sei. — Den Schluß der ersten Tagung bildete eine im Kriegervereinshaus abgehaltene Sitzung. Reichsleiter Pfarrer Hossenfelder dankte allen, die am Zustandekommen der Tagung mitgeholfen haben, besonders auch den Vertretern aus dem Lande, für die es eine Mainlinie nicht gegeben habe. Ein Dankgebet an Gott, daß er in Adolf Hitler dem Volk einen Führer geschenkt habe, das Horst-Wessel-Lied, ein Sieg-Heil auf Adolf I Hitler, das Dritte Reich und Kirche des Dritten Reiches schlossen die Feier. ____t Danzig, 4. April. (WTB. Funkspruch.) Amllich. von'einem Blitz Die Fraktion des Blocks ber nationa- 1 len Sammlung hat dem Präsidenten des Senates gestern mitgeteilt, daß die Mehrheit des Blockes gegen dos dem Votkstage vorgelegte E r - macht igungsgesetz ftimmen werde. Der Senat hat daher festgestellt, daß die bisher be» a wandelte M rabzuhostn, „s uf f tgen bricht, i ffcr, A Sewahrs^ was mit ch«;' Wiley ergänzt seinen Bericht N e u y o r k, 4. April. (WTB.) Der gerettete Offizier der „Akron ', Wiley, der inzwischen irfi Ma- rinehospital ausgenommen worden ist, erklärte noch: Als die „Akron" auf dem Meere aufschlug, strömte durch das Fenster der Kontrollkabine das Meer- wasser ein und riß mid) zum gegenüberliegenden Fenster hinaus. Ich versuchte, vom Körper des Luft- schisfes wegzuschwimmen und kam schließlich an die Oberfläche. Das von Blitzen beleuchtete Akronwrack war im Abtreiben. Der Bug ragte hock in die Lust unb das Schiff war vollständig wrack. Kurze Zeit später tauchte die „Phöbus" auf. Der deutsche Dampfer warf mir einen Rettungsring zu und zog mich a n B o r d. Die inzwischen aus- gesetzten Rettungsboote konnten die drei übrigen eberlebenden bergen. Der Phöbus-Kapttän, Der MMIM Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen $md und Verlag: vrLHI'Iche Unioeifilütr-Vuch- und Steinörudcrel B. Sange in Sietzen. Sdjriftiettung und Seschäsirftelle: SchuIItratze 7. dens und des völkerverbindenden Verkehrs machen kann. Auf der anderen Seite haben die Sieger Flugzeuge und Luftschiffe zu den gefährlichsten Waffen umgestaltet, um der Reihe nach zu erleben, daß Schicksal und Vergeltung doch noch st ä r t e r sind als das Gefühl der wasfenstarrenden Ueberlegenheit. Wie es der unvergängliche Ruhm des deutschen Genius ist, den Völkern das starre Luftschiff gegeben zu haben, wie es auch der voll- gültige Beweis für den Wagemut der Deutschen ist, zuerst die Ostwestbezwingung des Atlantik mit Flugzeug vollbracht zu haben, so wird es auch ein Zeugnis werden für die unzerstörbare Kraft der deutschen Nation, sich trotz Versailles ihre innere und äußere Freiheit wiederzuerobern. Schicksal und Vergeltung weisen den Weg. DergeUungunSSchicksa» < Einige Dutzend Seemeilen von der Küste der Union entfernt, ist das Marineluftschiff »Akron" in einem Gewittersturm abgestürzt. Die Besatzung hat dabei bis auf drei Personen den Tod gefunden, den Seemanns- und Soldatentod, vor dem wir uns alle in tiefster Ergriffenheit neigen. Cs ist, als ob ein grausames Schicksal waltet, als ob eine Remesis mit harten Fingern unerbittlich alles zerll. r^, was oas gewaltige Werk des Grasen Ferdinand Zeppelin nachzuahmen versucht. Deutsch- land wurde auf Grund des Waffenstillstandes und des Versailler Diktats gezwungen, alle Luftschiffe a u s z u l i e s e r n , die im Kriege als Waffe eingesetzt worden waren. England und Frankreich kamen so in Besitz von Zeppelinluftschiffen, aber sie kamen nicht hinter das Geheimnis, um mit der genialen Leistung Zeppelins etwas anfangen zu können. Das deutsche Luftschiff, das England erhielt, ging schon 1919 zugrunde, während das Luftschiff, das Frankreich als Beute heimbrachte, im Dezember 1923 im Mittekmeer mit über 50 Mann Besatzung in Sturm und Wellen unterging. Riemand weiß, an welcher Stelle es gesunken ist, aber der harte Griff des Schicksals erschütterte Frankreich so, daß es den Zeppelin mied wie der Teufel das Weihwasser. Vielleicht in Ahnung des dunklen Verhängnisses, das sich dann auch an der englischen Lustschissahrt erfüllen sollte, als diese Zeppeline nach eigenem Muster baute, um gleich mit dem ersten Werk auf der Fahrt von England nach Indien an einer Hügelkette in Frankreich elend zu scheitern. England verlor dabei siebzig Mann, aber unter diesen siebzig Mann waren auch die führenden Persönlichkeiten der englischen Lustfahrt. Es ist wohl noch in Erinnerung, mit welcher ungeheuren Spannung und Erwartung im Oktober 19'24 bie Fahrt des deutschen Tribut- Zeppelinluftschiffes nach der Union be- gleitet wurde. Die deutsche Führung brachte das Luftschiff sicher hinüber, aber die Union ist dieser Kriegsbeute doch niemals recht froh geworden. Zwar setzte die Heeres- ui.b Marineverwaltung der Union sofort die hochgezüchtete Technik ein, um selber Luftschiffe nach starrem System zu bauen, dazu bestimmt, nicht nur Zeppeline in den Schatten zu drängen, sondern auch der Luftfahrt der Union die erste Stelle für alle Systeme zu sichern. Das Werk, das Graf Zeppelin in der unablässigen Arbeit eines Menschenalters zähe und mühsam buch- ■ ftäblid) aus dem Nichts geschaffen hatte, wurde von der selbstbewußten Technik der Union mit einer Handbewegung übernommen, die ausdrücken sollte, daß es die Union sein werde, das Zeppelinsystem der wirklichen Vollendung entgegenzuführen. Nach- einander wurden Riesenluftschiffe gebaut, wie sich das für die Union gehört, also richtige Mam- mutgebilöe der Luftschiffahrt, richtige Wolkenkratzer von einem Ausmaß unb einer Einrichtung, die die Zeppelinwerft am Bodensee schon aus technischen Gründen nicht hätte Herstellen können. Während das deutsche Luftschiff, das den ficken Ramen des Grafen Zeppelin trug, ununterbrochen feine Kreise um die Erde beschrieb, baute die Union zwei Riesenlustschiffe, deren Fahrten eigentlich immer vom Unglück verfolgt gewesen find, bis das Schicksal endlich am 4. April vernichtend zufchlug, bis es den stolzen „Akron" wie einen Spielball in das Wellengebirge des Atlantik warf. Wieder wollte es das Schicksal, daß ein deutscher Dampfer den Weg des , Akron" kreuzte, um aus den Wellen die drei Männer zu holen, die allein übrig blieben aus dem furchtbaren Trauerspiel der Eroberung der Luft durch das Geheimnis des Zeppelins. Die stolze Marine der Union wird sich durch dies Unglück nicht niederbeugen lassen, aber die Völker werden doch immerhin eine Ahnung über sich kommen sehen, daß die Eroberung des „Zeppelin" noch nicht die Eroberung der Lust bedeutet. Wenn der Dichter der homeri- scheu Welt diese Ereignisse in ihren geheimnisvollen Zusammenhängen nachgestalten könnte, würde das Schicksal für ihn auch zu einer Vergeltung werden, wie auch die ganze Entwick- unig Der Rachkriegszeit zu einer V e r g e l - tung an den Siegern geworden ist. Deutschland ist in den Versailler Gewaltver» trägen entwaffnet und ehrlos gemacht worden, was die Schöpfer der Versailler Verträge an mehr als eine; Stelle dieser ungeheuerlichen Dokumente als Vergeltung beze.chneten, wahrend es tatsächlich nichts anderes war als e i n A u i - f luh der Rache und der Furcht. Deutsch- lands Entwaffnung und Wehrlosmachung sollte die Bürgschaft für den Frieden sein, aber wir wissen heute, daß der Unfriede und das Mißtrauen unter den Völkern niemals großer war. Wie es auch wieder Tatsache ist. daß die Volker noch niemals so in Waffen starrten tote unter der Herrschaft der Versailler Vertrage. Deutschland, das nur leben und a r b e r ten will, das mit der Sorge belastet ist. ^cn 21hlhonen seiner Bevölkerung, die durch die Wirtschafts- krise und durch die Absperrung aller ausländischen Märkte arbeitslos geworden sind, wieder Arbeit unb Brot zu schaffen, ist ringsum von aufgerüsteten Völkern umgeben. Das Gleich- gew.cht der Kräfte ist dadurch so gründlich zerstört, daß unter dem Druck diesem Erkenntnis selbst die Sieger sich mit dem Plan tragen, dieses Gleichgewicht wieder herzustellen, wenn es nicht anders geht, durch eine stufenweise Ab- tUj)eUutM)lanb ist die Luftwaffe verboten, sie soll es auch nach dem Macdonald-Plan bleiben. Aber Deutschland hat inzwischen den Beweis er- bracht, daß es aus Flugzeugen und Luftschiffen wahre Instrumente des Bolkersrie- nur bei Ausländern deutscher Volkszuge . .. Hörigkeit in besonderen Fällen in Frage. Zur von einer Ausglei Feststellung der Staatsangehörigkeit haben künftig 25 Pf. pro Pfund die Rede. Wie wir von zualle Studierenden bei der Meldung zu den ärzt- ständiger Seite erfahren, soll diese Ausglelchsab- llchen, zahnärztlichen unb pharmazeutischen Prü- gäbe in Form e i n e r 23 c r b raiud) s fte ue r fungen unb alle Bewerber beim Eintritt in die erhoben werden. Entsprechende gesetzliche Bestim- Apothekerlaufbahn einen gültigen amt- mungen darüber sind in Vorbereitung. Die Ver- lichen Ausweis über dr-e Staatsange- brauchsskeuer gilt jür Margarine, Fette Hörigkeit einzureichen. I und Oele; Butter und Schmalz fallen nicht '*• * dkn Vum eilim n tourt Cta,n,^0*cn- Jtaen Aerwunde- JVJ ***** Mi. Imb gefährlich. ■Tin Tötet Ziehst. Ursache brach in -Etellinacherei^eh. "Wonaten reich! onjtänbig medu. Die '■ in einem Aanm ' Wurden von den Wen. Der eine von koirnte sich schließlich eine Leiter retten, Fenster gestellt halte rkainen, der über die i um da- Freie zu stan-wunden, daß ei mkenhaus starb. H. -Ein Arbeitsdienst- 'scharbeiten von einem * und erlitt eine 9- .-31°le,g verletzte, g aus Avila (Alt-Ra- :it dieser Station beim 0 Meter tiefe Schlucht S20 Tagen stürz- er und Mi 3ug* , neun Jeamte^ur- London, 4. April. (WTB.) Der polnische Bot- di- wichtigsten Träger^ Freist-i.-. I f am pf es ' mR e i ch e w i e ' n H es se n fern L u n fl europäischer Mächte, die gebildet werden. Den hessischen groß, bringt doch der Vogelzug allerlei Raubvogel ins Land. Die Deckung ist aber einstweilen noch spärlich. Die schwerfälligen Raubvögel können der Lerche gegenüber nichts ausrichten; aber Hühnerhabicht und Sperber, die zu den völlig ungeschützten Räubern gehören, reißen manche Lucke wie sie denn auch anderen Kleinvögeln und dem Federwilde gefährlich werden. Jeder Tag bringt jetzt neuen Zuzug. Waren ge- stern Star und Bachstelze da, so grüßen heute Drossel und Rotkehlchen mit ihren klangvollen Stimmen. Aeberall ist auch der volkstümliche Storch, nach langer beschwerlicher Reise •ir 2?eeilc und Gebirgszüge eingetroffen. Kra- nid), Mandelkrähe und Würger werden ihm folgen und dazu die vielen edlen Sänger die dis ödesten Stätten mit ihrem Gesang beleben. Jeder Tag bringt neuen Zuzug. Oie hessischen Ausführungövorschrifien über -en Sichtvermerk-Erlaß. Zum Erlaß über den Sichtvermerk für Auslands- retfen fitü) für Hessen vom Herrn Staatspräsidenten noch besondere Bemerkungen an die Amtsstellen gegangen, die u. a. besagen: Reichsangehörige Kinder unter fünfzehn Fahren bedürfen keines Ausreisefichtoermerks. Der Aus- relsestchtvermerk kann Reichsangehörigen, die ihren Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt im Ausland haben, von der für sie zuständigen deutschen Slcht- vermerksbehorbe im Auslande auch vor der Einreise in das Reichsgebiet erteilt werden. Eine 23er» (agung des Ausreisesichtoermerks kommt insbeson- wenn Tatsachen die Annahme red) fertigen daß der Reisende fick) im Ausland staatsfeindlich gegen das Reich oder ein deutsches lianö betätigen wird, im Ausland den Reichspräsidenten, die Mitglieder der Reichsregierung oder der Regierung eines deutschen Landes ober sonstige Organe, Einrichtungen oder Behörden des Reiches oder eines deutschen Landes beschimpfen oder böswillig verächtlich machen wird: im Ausland unwichtige Nachrichten verbreiten wird, die geeignet sind, lebenswichtige Belange des Reiches ober eines Fahrräder, bie man durch Einbau anderer Ersatzteile unkenntlich madjte und zu Spottpreisen an Hehler absetzte. Ein Fahrrad konnte die Polizei, auseinanderaenommen, in einem Bettstrohsack noch vorfinden. Weiter haben bie Täter eine große An- Halst von Stallhasen in der Marburger Straße, am Pfarrgarten, in der Medizinischen Universitätsklinik, Neuenweg und Mühlstraße entwendet. Auf der Karlsruhe und in der Boothausstraße schlachteten sie leweils am Tatort wertvolle Hühner und Enten ab In Staufenberg verübten sie bei einem Fahrradhändler einen Einbruch und entwendeten eine größere Anzahl Fahrradmäntel, Laternen, Pedale, Fahrradketten usw. Auch in einer hiesigen Konditorei in der Marktstraße entwendeten sie durch Einbruch Eier und Konditoreiwaren. Von dem Fuhrwerk eines Mehgermeisters stahlen sie mehrere stücke Speck. In der Marburger Straße erbrachen sie ein Oellager und nahmen eine Menge seines Autoöl mit. sie einem aus ber Richtung Vegesack kommenden Personenzug ausweichen wollten, von dem aus Hamburg herankommenden Cilzug ersaßt und aiif der Stelle getötet. Beide Beamte waren Familienväter. Beim „Jeuerfpeieii“ schwer verletzt. Wie aus Leipzig gemeldet wird, poollte dieser Tage im Ritterschlöhchcn Barneck zu Dölih-Eh- renberg ein IZjähriger Schlosser „Feuer speien". Er hatte großsprecherisch erklärt, er habe diese Kunst schon mehrfach ausgeübt und sei ein ausgezeichneter Feuerspeier. Seine Freunde nahmen ihn beim Wort und Dertangten, daß er den Beweis für seine Behauptungen antrete. Er schluckte Benzin, zündete es an und wurde durch .Zurückschlagen der Flammen so schwer verletzt, daß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Ob der junge Mann seinen unglaublichen Leichtsinn mit dem Leben büßen muß, weiß man noch nicht. Er hatte in der Tat das Feuerspeien noch nie ausgeübt. Polnische Soldaten überfallen ein deutsches Mütterheim. 3n Kattowitz wurde von betrunkenen Militärpersonen auf das Mütterheim des Katholischen Deutschen Frauenbundes in Schrau ein Heber» fall verübt. Anter Führung eines Sergeanten versuchte eine Gruppe von sechs Mann, die Tür aufzubrechen, um in das Haus einzudringen. Sie bearbeiteten mit Seitengewehren die Tür, die den Angriffen jedoch glücklicherweise standhielt. Einige in der Nähe weilende junge Leute verständigten die Polizei, die ihrerseits die Militärbehörde benachrichtigte. Als eine Militärpatrouille am Tatort erschien, waren die Täter bereits geflüchtet. Inzwischen hatte sich eine große Menschenmenge angefammelt, die von der Polizei zerstreut wurde. 335 000 Liter Alkohol „schwarz" hergestellt. Der Düsseldorfer Zollfahndungsstelle ist es gelungen, in kurzer Zeit fünf angemeldete Brennereien als Schwarzbrennereien zu entlarven. Das Schwarzbrennen wurde sechs Jahre lang dadurch ermöglicht, daß mehr Rohmaterial als angemeldet worden war, zur Verwendung gelangte. Aeber raffiniert angelegte geheime Abteilungen wurde der mehrerzeugte Branntwein den verschlossenen Brenngeräten entnommen und so der zollamtlichen Abnahme entzogen. Gegen einen Brennereibesiher ist Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet worden, da er mindestens 225 000 Liter reinen Alkohol „schwarz" hergestellt und verkauft hat. Bei den übrigen vier Brennereien wurden insgesamt weitere 110 000 Liter reinen Alkohols den gesetzlichen Abgaben entzogen. deutschen Landes zu gefährden; gegen bie Devisenvorschriften verstoßen wird oder sich durch die Reise ins Ausland seinen steuerlichen Pflhhten entziehen wirb. _ Die Erteilung von Ausreisesichtvermerken in der Form von Ausnahme-Sichtvermerken (§ 67 der Paßbekanntmachung) ist unzulässig. Die Bestimmungen über die Regelung,des kleinen Grenzverkehrs und des Ausflugs-Grenzverkehrs bleiben an sich unberührt. Soweit eine unbeschränkte Weitergeltung dieser Bestimmungen den mit ber vorliegenden Bekanntmachung verfolgten Zweck vereiteln würde, bleibt es den Regierungen der Grenzländer überlassen, für Reichsangehörige eine entsprechende anderweitige Handhabung dieser Bestimmungen vorzusehen. Die Bestimmungen, die das deutsch-polnische Abkommen für Oberschlesien vom 15. Mai 1922 für Verkehrskarten vorsieht, bleiben unberührt. Reichsangehörige, die in das Saargebiet reisen wollen, bedürfen keines Ausreise-Sichtvermerks, wenn sie nachweifen oder glaubhaft machen, daß das Ziel ihrer Reise im Saargebiet liegt. Der Ausreise-Sichtvermerk wird gebührenfrei erteilt. Daten für Mittwoch, 5. April. 1804: Der Botaniker Matthias Fakob Schleiden in Hamburg geb. 1932: Der österreichische Staatsmann Graf Ottokar Czernin in Wien geft. Oie Zusammensetzung -es neuen Gießener Stadtrats. Wie wir auf Anfrage bei der Stadtverwaltung Horen, wird der Gießener Stadtvt, der bisher 42 Mitglieder zählte und nach dqm Gleichschal- tungsgeseh künftig nur noch 29 Mitglieder haben wird, unter Zugrundelegung des Wahlergebnisses vom 5. März bei Ausschaltung der Kommunisten folgende Verteilung der Mandate auf- weisen: NSDAP. 18 Sitze, SPD. 6, Kampffront Schwarzweißrot 3, Deutsche Volkspartei 1, Zen- trum 1 Sih. Der alte Stadtrat wies folgende Verteilung der Mandate auf: SPD. 14 Deutsche Volkspartei 8, Wirtschaftspartei 8, Staatspartei 4, Deutschnationale 3, Zentrum 2, NSDAP 1 Kommunisten 2 Sitze. Bornotizen. — Tageskale nd er für Mittwoch : Stadttheater, 20 bis 22 Ahr „Andreas Hollmann". — Bund Königin Luise, 20 Ahr, Stahlhelmheim, 'Bortrag über „Wert und Ziele des Bundes Kö- nlgln Luise". - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: »Der Choral von Leuthen". Unschädlich gemachte Diebesbande. Der heutige Gießener Polizeibericht teilt mit: 3n der letzten Zeit wurden in Gießen und Umgebung zahlreiche Einbrüche, Kleintier- und Sahrraddiebstähle verübt. Den Dieben fielen Lebensmittel, Enten, Hühner, Stallhasen eine große Anzahl von Fahrrädern und Fahrrad- cr|at)teilen in die Hände. Bei einem in der »3ur SSurg“ in Klein-Linden verboten Einbruch konnten durch die Kriminalabtei- lung des Polizeiamts Gießen drei Personen aus Kinzenbach als Täter ermittelt werden. Nach 7Qarr!„ Leugnen legten zwei der Täter ein Geständnis ab, das sie aber vor Gericht widerriefen, da sie unter dem Einfluß des Haupt- taters standen, der von der ganzen Sache nichts wissen wollte. Sie erklärten in der Haupt- Verhandlung, ber Kriminalbeamte habe sie hypnotisiert. Trotz allem Leugnen wurden die Täter mit mehrmonatigen Gefängnisstrafen belegt. Die erneuten Nachforschungen ergaben nun, daß bas Kleeblatt fortgesetzt während der Dunkelheit mit den Fahrrädern Kinzenbach verließ und au Raub ' aus3og. Der Haupttäter wußte von seiner früheren Hausiertatigkeit her, wo ein Ding zu drehen war. Bei diesen Strelfzugen entwendete man eine Anzahl 1 Vorgenommene Durchsuchungen bei den Tätern führten zur Sicherstellung von allerlei Diebesgut. Zwei der Täter wurden, da sie geständig sind, nach Aufklärung entlassen, der dritte wurde dem Amtsgericht zugeführt. Er kam in Untersuchungshaft. Alldeutscher Verband und nationaler Aufbruch. Aus Einladung der Gießener Vertretung des Alldeutschen Verbandes fand gestern abend im Hotel Schütz eine Versammlung statt, die den Zweck hatte, weitere Bevölkerungskreise mit dem Gedankengut des Alldeutschen Verbandes bekannt zu machen. Der Versammlungsleiter, Rechtsanwalt Zimmer, betonte zu Beginn des Abeüds, daß der Alldeutsche Verband ein alter politischer Verband sei, der die Grundlageii zu dem heutigen nationalen Aufbau mit geschaffen habe. Der Alldeutsche Verband habe sich von jeher als das Gewissen der deutschen Nation betrachtet, Bismarck sei sein Ehrenmitglied gewesen. Das Führerprinzip habe im Alldeutschen Verband schon immer Geltung gehabt und werde auch weiterhin maßgeblich sein. Ohne die Mitarbeit und ohne die Gedanken dieses Verbandes werde auch der jetzige nationale Aufbau nicht vor sich gehen können, denn der Alldeutsche Verband sei immer gewissermaßen der Generalstab des nationalen Aufbaues gewesen. Die Alldeutschen begrüßten mit Freude den Aufschwung der NSDAP., des Stahlhelm und der Deutschnationalen Volkspartei, weil in diesen Organisationen viel von dem Gedankengut der Alldeutschen vorhanden sei und dort durch Mitglieder des Alldeutschen Verbandes vertreten werde. Die jetzige nationale Revolution sei nicht zuletzt auch ein Verdienst des Alldeutschen Verbandes. Hieraus sprach Dipl.-Ing. Reith- Berlin über das Thema „Aufbruch der Nation". Der Redner berichtete zunächst mit besonderer Freude über bie gewaltige nationale Welle, die am 30. Januar nach der Bildung der nationalen Regierung in Berlin sich erhob und seitdem in ständigem Anstieg über das ganze deutsche Land gegangen ist- Der Alldeutsche Verband freue sich, daß sein Gedankengut durch die NSDAP, und ihre Mitkämpfer jetzt der Verwirklichung entgegengehe. Der Vortragende wies dann auf die politische Vorarbeit des Führers der Alldeutschen, Iustiz- rat C l a ß, hin und betonte, der Alldeutsche Verband habe bei allen seinen Arbeiten und Plänen immer nur das ganze deutsche Volk im Auge gehabt, denn das Volk als solches stehe ihm am höchsten. Hierauf beschäftigte er sich mit öer Stellungnahme der Alldeutschen zur Iuden- frage, wobei er in unveränderlicher Fortsetzung der bisherigen Haltung der Alldeutschen Stellung der Juden unter Fremdenrecht und ihre Ausschaltung aus der Regierung und der Justiz forderte, da die natürlichen Interessen des jüdischen Volkstums immer im Gegensatz zu den Interessen des deutschen Volkskörpers stünden. Ferner forderte der Redner scharfes Vorgehen nicht nur gegen jüdische Warenhäuser, sondern gegen die Warenhäuser überhaupt, da der Warenhausgedanke jüdischen Ursprungs sei und als solcher abgelehnt werden müsse. Entschiedenen Kamps forderte der Vortragende weiter gegen das Zentrum, das in feiner Haltung bisher immer nur durch die Abhängigkeit von Rom be- stimmt worden sei und mit feiner römhörigen Politik eben keine deutsche Politik machen könne. Wenn auch das Zentrum jetzt aus seiner po- litischen Schlüsselstellung herausgeworfen sei, so müsse doch der Kampf gegen es weiter fortgesetzt werden, damit es nie wieder zu politischem Ein- fluh tn Deutschland kommen könne. Der Kampf um bie nationale Befreiung habe even erst begonnen, ber Sieg fei trotz ber bisherigen Erfolge noch keineswegs endgültig errungen. Der Redner' forderte angesichts dieser Lage alle national- gesinnten Deutschen auf, mit voller Hingabe in dem ? nationalen Aufbruchs mitzumarschieren uno Dabei nicht mühe zu werden. Die Mahnung rich. tete er insbesondere an den Typ des geruhsamen Burgers. Weiter forderte er zu einigem und festem U. W dtrch, Qm UniDerfÜätsUinit entroenbet. Auf her fsflraße schlachteten “ Wer und Enten b« einem Fahr- ™ entwendeten eine 'W, Laternen, Pedale : einet hiesigen Son' enttDenbeten sie durch orenoaren. Von dem ers stahlen sie mehrere >rger Straße erbrochen 1 eine Menge feines inbou anderer Ersak. . 3U SP°ttprei|enq7n h konnte die toe g L-tis'rohsacknj r" tr «»Jtofe In. s5|: ;«K°S y L inr den Frei, ngen bei den Tätern on allerlei Diebesgut.' if geständig sind, nach ' Ile wurde dem Amts- ‘ Untersuchungshaft. । und nationaler ch. jener Vertretung des nd gestern abend im nlung statt, die den lerungekreise mit dem 'N Verbandes öekannt Xechlsanwalt Lim- s Abends, datz der r politischer Verband dem heutige,, nativ« ien habe. Der All« > von seher als das ition betrachtet, Dis« d gewesen. Das Füh« itschen Verband schon werde auch weiterhin Mitarbeit und ohne ndes werde auch der bt vor sich gehen fön- erband sei immer ge« > des nationalen Aus« tschen begrüßten mit TlSIAP, des Stahl« ien Volkspartei, weil l von dem Sedanken« >en sei und dort durch Verbandes vertreten Devolution sei nicht es Alldeutschen Der, Deith «Berlin über oni«cr $r««k * zelle, die am 30. Ja feSSS SÄSg DAP. und ihre N ksE 6” 3uftU zrung ’“w j«. m W’ f (W taup^ ^und prungs '^ch-edenen muss«. t gegen 'agenSe L * inet -5°‘lu ngig"''e?omh°rlg^ tonne-. .6(lf)£eDCö 118£«wie‘"S rnh der iw ’neo* tig errung ^lionat* -Di- zu tMw Oberheffen verurteilt worden war, verfolgte gegen stahls strafe dieses einem •• M in i st e ri al - und Polizeipersonalien. 3n den einstweiligen Ruhestand verseht wurden beim Ministerium des Innern: Staatsrat Ludwig S ch w a m b und Oberregierungsrat Richard van Bahhuysen, beide mit Wirkung vom 1. Juli 1933. — Durch Verfügung des Staatskommissars für das Polizeiwesen in Hessen sind mit sofortiger Wirkung bis auf weiteres beurlaubt: Polizeihauptmann Bünau und Polizeioberleutnant Bert, beide von der Polizeischule in Darmstadt. Das Gesamtministerium hat folgende Charakterverlechungen an Polizeioffiziere verliehen, die auf Grund ihrer nationalen Einstellung von der bisherigen Regierung gegenüber links eingestellten Offizieren übergangen worden sind: Polizeimajor a. 'S). Geppert als Polizeioberstleutnant a. D., Polizeihauptmann Landkreis Gießen. X W i e s e d, 30 März. 3m dichtbesehten Saale von Gastwirt H Braun veranstaltete der C v a n« gelische Frauenvcrein am Dienstag seine S ch l u i; f e i c r, die diesmal im Gegensatz zu vergangenen 3ahren einen weitgespannten Rahmen erhielt. Der Evangelische Frauenchor, der Turnverein und die 2 l a u - jackenkapelle trugen in selbstloser Weise durch ihre Mitwirkung am Gelingen des Abends bei. Der Dorsitzende, Pfarrer Sattler, begrüßte u. a. auch zahlreiche Gäste des Frauenvereins Klein-Linden, die gegen Mitternacht mit Sonderwagen der Elektrischen zurückfahren konnten. Der Dorsitzende wies weiter aus die Aufgabe hin, die einem Frauenverein im Dienste an der Gemeinde zufällt, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß alle beteiligten Vereine auch fernerhin zusammenstehen mochten. Das überaus reichhaltige und flott sich abwickelnde Programm stand unter Leitung von Frau Pfarrer Hartmann, die ein gut dargebotenes Theaterstück „Mutterlos" eingeübt hatte. Der Frauenchor unter seinem langjährigen Dirigenten Philipp Gros erfreute durch vier fein zu Gehör gebrachte Chöre und Dolkslieder, während die Gesangsobteilung des Turnvereins unter ihrem altbewährten Chorleiter E h e l m Ü l l e r, Rödgen, vier Lieder brachte, die auf bekannter künstlerischer Höhe standen. Die Mädchenabteilung des Turnvereins unter Führung von Turnwart O. Reh zeigte durch schöne Reigen und Gymnastikdarbietungen ihr exaktes Können- Weiter flochten sich Gedichte, 3nstrumentalsolis, Derlosung usw- in das bunte Programm, das durch flotte Musikstücke der Blaujackenkapelle unter Leitung von O. B e k - kerlll. umrahmt wurde. Begonnen und beschlossen mit dem gemeinsam gesungenen „Wir treten zum Beten" und dem Deutschlandlied gab der Abend viel Freude und manche Anregung den Besuchern mit in den Alltag. Der Reinertrag des Abends war für den Fonds zum Reubau der Kleinkinderschule bestimmt. • Watzenbor n°S,teinberg, 4. April. Der Gesangverein „Sängerkranz" hielt am Samstag zu Ehren seines 1. Vorsitzenden 3oh. Harnisch eine schlichte Feier ab. Rach verschiedenen Liedervorträgen hielt der 2. Dorsihende Otto 3 u n g eine Ansprache. Er dankte dem 1. Dorsihenden für seine lange ununterbrochene Tätigkeit im Derein und überreichte ihm in dessen Auftrag ein Geschenk. 3ohann Harnisch steht seit nunmehr 25 3ahren ununterbrochen als 1. Dorsitzender an der Spitze des Dereins. Seit 40 3ahren ist er Sänger. 3hm ist es vor allem zu verdanken, daß der Derein zu seiner heutigen Blüte und Wohlstand gelangt ist, denn er ist einer der besten Wahrer des deutschen Dolks- Oer neue Vorsitzende des Tierschutzvereins für Hessen. Der seitherige Dorsitzende des Tierschuhvereins für Hessen hat mit seinem Ausscheiden aus der obersten Schulbehörde auch den damit verbundenen ehrenamtlichen Dorsitz beim Tierschutzverein für Hessen niedergelegt. Der von der nationalsozialistischen Regierung kürzlich ernannte oberste Leiter des hessischen Schulwesens, Oberschulrat Ringshausen (M. d. R.), ist durch einstimmigen Beschluß zum Dorsihenden des Tierschuhvereins für Hessen ernannt worden. Reue Tierschuhmaßnahmen der hessischen Staatsregierung. Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, plant die Staatsregierung neue Maßnahmen zum Ausbau des Tierschutzes. Das Katzenwürgen soll gesetzlich verboten werden. Außerdem hat die Staatsregierung bei der Reichsregierung angeregt, den Handel mit kupierten Pferden , sowie das Kupieren selbst im ganzen Reich zu verbieten. Gießen, 31. März. Ein Handwerker, der durch das Amtsgericht Herbstein wegen Diebeiner Schreibmaschine zu einer Gefängnis- Oer neue Darmstadter Gtadtrat. WSR. D a r m st a d t, 4. April. Wenn die Ergebnisse der Reichstagswahl vom 5. Mär; dem Gleichschaltungsgesetz zugrunde gelegt und die kommunistischen Stimmen berücksichtigt werden, so seht sich nach den Grundsätzen des Derhältnis- wahlrechts die neue Stadtvertretung von Darmstadt wie folgt zusammen: Ra- tionalsvzialisten 20, Sozialdemokraten 9, Kommunisten 3. Zentrum 2, Kampffront 2, Deutsche Volkspartei 1, zusammen 37 Mandate. Kommt eine Listenverbindung zwischen Deutscher Dolkspartei und Chr.-Soz. Volksdienst zustande, dann könnte sich eine Derschiebung zwischen Kampffront Schwarzweihrot und DDP. ergeben. Der bisherige Stadtrat umfaßte 48 Stadträte, und zwar 16 Sozialdemokraten, 9 Deutsche Dolkspartei, 5 Rationalsozialisten, 3 Staatsparteiler, 3 Zentrum, 3 Positive Arbeitsgemeinschaft, z3 Deutschnationale, 1 Dolksrechtler. Wettervoraussage. Das Polentief hat sich wesentlich abgeflacht und wandert östlich ab. Somit läßt auch die starke Nordwestluftzufuhr der letzten Tage nach, und das Hochdruckgebiet wird sich weiter östlich verlagern. Wenn sich auch vorerst noch etwas Bewölkung zeigt, so wird doch unter dem Einfluß des hohen Drucks mehr Aufheiterung eintreten. Ein- und Ausstrahlung kommen dann mehr zur Geltung, so daß sich die Temperaturgegensätze zwischen Tag und Nacht verschärfen und tagsüber wesentliche Milderung zu erwarten ist. Aussichten für Donnerstag: Stellenweise Frühnebel, noch wolkig, aber später aufhei- ternd, tagsüber milder und trocken. Aussichten für Freitag: Tagsüber weitere Erwärmung, morgens dunstig, sonst vielfach auf- heiternd, trocken. Lufttemperaturen am 4. April: mittags 11,2 Grad Celsius, abends 9,3 Grad; am 5. April: morgens 8 Grad. Maximum 11,6 Grad, Minimum 7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. April: abends 8,6 Grad Celsius: am 5. April: morgens 7,3 Grad Celsius. — Niederschläge 0,2 mm. — Sonnenscheindauer eine Diertelstunde. ____________ Urteil Berufung. Eines Abends war aus ........vor einem Cafe haltenden Kraftwagen eine Schreibmaschine entwendet worden, die durch die Gendarmerie wenige Tage später in einem vor der Wohnung des Angeklagten aufgesetzten Holzstoß wiedergefunden wurde. Der Angeklagte, der an dem fraglichen Abend gesehen wurde, als er allein das Cafe verließ, benahm sich bei dem Auffinden der Schreibmaschine sehr auffallend. Das Gericht kam auch heute zu der Lieberzeugung, daß nur der Angeklagte die Schreibmaschine gestohlen hat. Unter Verwerfung der Berufung wurde er zu 1 Monat Gefängnis verurteilt. Da er noch nicht vorbestraft ist, wurde ihm bedingter Strafaufschub mit vierjähriger Bewährungsfrist bewilligt unter der besonderen Auflage, an die Staatskasse eine Geldbuße von 50 Mark zu bezahlen. Das Amtsgericht Gießen hatte einen auswärts wohnenden Techniker wegen Anstiftung und von treuer, hingebender, fachkundiger Arbeit | zum Diebstahl zu vier Monaten Gefäng- der Lehrerin zeugten. Besonderer Wert schien darauf gelegt worden zu sein, daß die hergestell- ten Handarbeiten auch praktische Verwendung finden können. Man sah neben sauber genähten Wäschestücken mollige Schlummerrollen und Sofakissen. farbenfrohe Kaffeehüllen, gehäkelte Llnter- röckchen und Lieberziehjäckchen, reizende Tischdecken und viele andere Dinge. Alle Besucher der Ausstellung waren äußerst befriedigt. f Treis (Lumda), 3. April. Den 25. Zähre s t a g seines Wirkens an der hiesigen Schule konnte dieser Tage Lehrer Wilhelm Heb r ich dahier begehen. Rachdem am Morgen seine Schüler Glückwünsche dargebracht hatten, gratulierten am Mittag das Lehrerkollegium durch Lieberreichung eines Blumenkorbes, der Gemeindevorstand mit einem Diplom: auch der Schul- und Kirchenvorstand ließen ihre Glückwünsche überbringen. Am Abend brachten der Kirchenchor, dem der Zubilar angehört, der Posaunenchor und die SA. dem Zubilar ein Ständchen. Pfarrer Döchner sprach im Rainen des Kirchenchores, Kaspar Euler für die SA. und Wigand Pfeil für die früheren Schüler: auch die Hitler-Jugend brachte durch ihren Sprecher ein dreifaches Sieg- Heil auf ihren beliebten Lehrer aus. Der Jubilar dankte in tiefer Rührung für die ihm allseitig bewiesene Treue und Anhänglichkeit. Kreis Schotten. Laubach, 3. April. Am Sonntagabend wurden hier in einem Kirchenkonzert Werke von Beethoven, Händel und vor allem 3oh. Seb. Bach zu Gehör gebracht. Ausführende waren Herr Johannes R e b e l i n g (Orgel), Herr stuck, theol. Wilhelm Bolz (Dioline), die beide eine meisterhafte Beherrschung ihrer Instrumente zeigten: ferner wirkte Fräulein Käthe Gärtner, Klein-Linden (Alt) mit, bei deren Stimme man die große Klangfülle, den seltenen Lirnfang und die schöne Warme besonders anerkannte. Strafkammer Gießen. n i s verurteilt. Mit der von ihm eingelegten Berufung wollte er feine Freisprechung erreichen. In der heutigen Derhandlung wurde auch der frühere Angeklagte, der inzwischen wegen des Diebstahls rechtskräftig abgeurteilt worden ist, gehört. Dieser hatte von dem jetzigen Angeklagten damals einen Bund Schlüssel zwecks Benutzung bei Ausführung der Tat erhalten, von der Diebesbeute war ihm die Hälfte des gestohlenen Geldes dann ausgehändigt worden. Zn diesem Verhalten des Angeklagten erblickte das Gericht keine Anstiftung zum Diebstahl, wohl aber Hehlerei, weil er einen Teil des gestohlenen Geldes an sich gebracht hatte. Unter kostenfälliger Verwerfung der Berufung wurde er zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Ein Händler hatte gegen ein Urteil, durch das er wegen Betrugs zu 1 Monat Gefängnis verurteilt worden war, Berufung eingelegt. Den heutig n 7 c- rufungstermin versuchte er durch eine Mitteilung an das Gericht, wonach er infolge Erkrankung nicht reisefähig sei, zu umgehen. Eine sofort veranlaßte Nachprüfung dieser Angaben ergab deren Unrichtig- teit. Der Angeklagte war mit einem Diehtransport über Land. Wegen unentschuldigten Ausbleibens wurde seine Berufung toftenfäUig verworfen. liedes in unserer Gemeinde. z Rödgen, 3. April. Frau Schneider aus Großen-Buscck zeigte am Sonntagnachmittag in einer Ausstellung im unteren Dchulsaal die Arbeiten ihrer Schülerinnen von hier und Trohe. Andauernd gingen Frauen und junge Mädchen, ja sogar Manner, ein und aus und besichtigten die reichhaltigen, vielgestaltigen Auslagen, die von großem Fleiß der Schülerinnen Oie Llmlagerückssände der Landwirtschafiskammer. WSR. Darmstadt, 4. April. Die Pressestelle der hessischen Staatsregierung teilt mit: Zu den Ausführungen, die in einem Teil der Presse über die Rück stände bei der Landwirtschaftskammer im Anschluß an die Rede des Herrn Staatskornmissar Dr. Wagner in Groß-Gerau gemacht wurden, gibt Dr. Wagner folgende aufklärende Mitteilungen: Wie ich festgestellt habe, fin j, ourch die wirtschaftliche Rot der letzten Zähre bedingt, bei der Landwirt- schaftskammer die Lim lagen nicht so pünktlich eingegangen, wie das früher der Fall war. Es ist ein erheblicher Rückstand an- gewachsen, zum einen Teil, weil viele Gemeinden die von den Bauern erhobenen Gelder sür Wohlfahrtszwecke verwandten, zum andern Teil, weil ein Teil der Bauern mit der Llmlage-Zahlung im Rückstände ist. Daneben sind auch die Außenstände für unmittelbare Leistungen der Landwirt- schaft'skammer von den Schuldnern noch nicht erledigt. Sie^ Umlagen können und müssen im Zn- tcreffe eines geordneten Finanzwesens der Berufsvertretung bezahlt werden. Besonders die Bauern, die ordnungsgemäß ihren Zahlungsverpflichtungen nachgekommen sind, empfinden es als ungerecht, wenn der andere Teil unpünktlich bezahlt, oder sich der Zahlung entziehen will. Deshalb muh erwartet werden, daß sich jeder einzelne der Pflicht gegenüber feiner landwirtschaftlichen D er u f s v e r t r e- tu n g bewußt ist, besonders aber, nachdem durch die Maßnahmen der neuen nationalsozialistischen Regierung die hessische Landwirtschaft eine ganz besondere Förderung erfährt, die sich für sie auch in finanzieller Hinsicht günstig auswirken wird. a. D. H e i n e als Polizeimajor a. D., Polizeioberleutnant a. D. Herrmann als Polizeihaupt, mann a. D.. Polizeioberleutnant a. 'S). Rettich als Polizeihauptmann a. D. ** Beurlaubungen im Landwirt schaftsamtsdienst. Auf Antrag des Staats« tommiffars für die Landwirtschaft in Hessen hat der hessische Finanzminisler mit sofortiger Wirkung beurlaubt: den Oberlandwirtschaftsrat Dr. Schul vom Landwirtschaftsamt Heppenheim und den Landwirtschaftsrat Dr. Grimm vom Landwirtfchafts- amt Büdingen. ** Gebührenordnungen für Kanal- benutzung und Straßenreinigung. Die Gebührenordnung über die Benutzung der städtischen Kanäle in Gießen und die Gebührenordnung über die Erhebung von Gebühren für die Reinigung der Straßen und Plätze haben einige Aenderungen erfahren. Interessenten seien auf die diesbezüglichen Bekanntmachungen im heutigen Anzeigenteil aufmerksam gemacht. •• Zur Feier des 25. Gründungs- gedenktages des DH C. Gießen ist noch zu berichten, daß am Samstagnachmittag der engere Vorstand an den Gräbern der verdienten Mitglieder Ernst Heß, Hch. Will und C. Wenzel als Zeichen der Wertschätzung Kränze mit den Vereinsfarben niedergelegt hat. Bei der Abendfeier am Sonntag verlas der Vorsitzende u a. auch ein Glückwunschtelegramm des Herrn Oberbürgermeisters Dr. Keller. •• M i t schweren Verbrennungen in die Klinik eingeliefert. 3m Laufe des gestrigen Abends ereignete sich in einer Lehrküche an der Dammstrahe ein Unfall. Die 43jäh» rige Witwe 3ohanna Vowinkel (wohnhaft Schottstraße 26) hatte sich schwere Verbrennungen, anscheinend durch heißes Wasser, an beiden Hän- den und beiden Füßen zugezogen, so daß sie von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz sofort nach der Chirurgischen Klinik gebracht werden mußte. Zufammenstehen aller nationalgesinnten Deutschen überall im Lande auf. Wje die Führer in der Regierung in geschlossener Einigkeit zusammenstünden, sl^ müsse auch überall im Lande die Gefolgschaft un- rerbrüchlich fest Zusammenhalten, bisherige Mei- ( mingsoerschiedenheiten als erledigt ansehen und alle Kräfte auf die Erringung des großen nationalen Zieles einstellen, damit unserem Volke und der deut- Ichcn Fugend nicht etwa ein völkisches Langemarck bereitet werde. Erfreulich sei es, daß der Frontgeist oon 1914 jetzt wieder kräftig zur Geltung gekommen sei, der auch weiterhin bei der Gestaltung der jeuMdjen Geschicke richtunggebend und grundlegend leinmüffe. Der Alldeutsche Verband habe zu den jetzigen führenden Männern des Deutschen Reiches bas Vertrauen, daß sie mit den vielfachen großen Schwierigkeiten fertig werden würden und unser Bolt einer besseren Zukunft entgegenführen. Dieses Vertrauen müsse vom Volke durch unverbrüchliche Ireue zu den Führern um der Zukunft des deutschen Volkes und des Aufstiegs der deutschen Nation willen bekundet werden. (Lebhafter Beifall.) Versammlung der NS.-Kriegöopserversorgung. Die NSDAP, hielt gestern abend im Cafö Leib eine Versammlung ab, zu der alle Kriegsbeschädigten, Kriegerhinterbliebenen und Rentenempfänger eingeladen waren. Landtagsabgeordneter Ziegler- Michelstadt sprach über das Thema: „Der Dank des Vaterlandes". Der Redner führte u. a. aus: Das deutsche Heer sei hinausgezogen zum Kampf gegen eine Welt. Das Volk fei aufgestanden wie ein Mann. Kameradschaft fei zum obersten Gebot geworden. Der Geist aber, der sich vor dem Feinde bildete, fei in der Heimat durchbrochen worden, denn der Marxismus fei nie an der Front gewesen. Schon 1916 habe die Zersetzungsarbeit begonnen. Der Munitionsarbeiterstreik im Frühjahr 1918 habe Taufenden von Kameraden das Leben gekostet. An der Front habe die Jugend von Langemarck ihr Leben eingesetzt, in der Heimat aber sei gewühlt worden. So sei der 9. November, der schwärzeste Tag her deutschen Geschichte, gekommen. Dem Frontsoldaten habe man die Achselstücke abgerissen, der Dank his Vaterlandes sei ausgeblieben, der Frontsoldat wurde als unbequem empfunden. Dem Arbeiter wurde ein Leben in Schönheit und Würde versprochen, er habe es aber nie erlebt. In den Jahren nach dem Kriege fei dann Adolf Hitler auf- gestanden und habe seinen einzigartigen Kampf zum Siege geführt. Die Vertreter her Systempat feien seien würdelos abgetreten. Der Kriegsbeschädigte sei in den Fahren nach dem Kriege mit Bettelpfennigen abgespeist worden. Sein Anspruch, sein Recht auf Llnterstüt- zung habe er sich mühsam gegen den Fiskus erkämpfen müssen. Das Reichsversorgungsgeseh sei mit vielen Mängeln geboren worden. Die jetzige Regierung werde sich der Rot her Kriegsbeschädigten in anderer Form als es durch ihre Vorgänger geschah, annehmen. Durch den Reichstags- abgeoxdnetcn Oberlindober werde demnächst ein Geschentwurs für die zukünftige Kriegsopferversorgung eingebracht. Es werde beantragt, die Kriegsopferversorgung dem Wehrministerium anzugliedern. Dort erwarte man mehr Verständnis für die Opfer des Krieges. Die Verforgungs- gerichtsbarkdit, die jährlich zehn Millionen Mk. koste, werde abgelöst. Es würden lediglich kleine Spruchkammern geschaffen. Der Kriegsbeschädigte müsse auf schnellstem Wege zu seinem Rechte kommen. Bürokratische Hemmungen müßten aus- gescholtet werden. Es werde eine Einheitsrente mit klaren Sähen geschaffen. Der Kricgsbefchä- digte werde, sofern die Fähigkeiten dazu vorhanden sind, eingegliedert in die Aufbauarbeit des Staates und nach Möglichkeit im Verwaltungsdienst beschäftigt. Der Geist von Potsdam müsse wieder Einzug halten. Der 3ugend, die jetzt noch arbeitslos und ohne Hoffnung treibe, werde man durch Leichtkriegsbeschädigte im Rahmen der Arbeitsdienstpflicht Kameradschaftsgefühl beibringen. Man werde es sich zur Aufgabe machen, die Siedlung zu fördern. Die zweiten und dritten Bauernsöhne müßten im Osten angesiedelt werden. Träger des Staates solle in Zukunft auch nicht das Finanzkapital sein, der Staat müsse- vielmehr selbst über seine Mittel verfügen. Der Siedler werde in Zukunft nicht mit Schulden belastet, sondern nur einen tragbaren Zinsendienst zu bestreiten haben. Den Witwen und Waisen werde man besondere Aufmerksamkeit zuwenden. Dem Schwerkriegsbeschädigten werde man einen angenehmeren Lebensabend zu ermöglichen bemüht sein. Der Schwerkriegsbeschädigte dürfe nicht mehr als Bettler an den Straßen liegen. Der gesamte Versorgungsapparat der Kriegsbeschädigten werde vereinheitlicht. Für das Wort „Rente" werde man das Wort „Ehrensold" zu sehen haben. So denke man sich jetzt den Dank des Vaterlandes. Zum Schluß sprach der Redner noch über die Sozialversicherung und wies aus Mißstände und Korruption in den 3nstituten der Sozialversicherung hin. Er betonte, daß mit eisernem Besen gefegt toeroe. wo es nötig sei. Man werde keine halbe Maßnahmen ergreifen. Die Regierung werde klare Wege gehen, um dem deutschen Volke wieder einen Staat zu geben, in dem sich der Staatsbürger wieder wohl fühle. (Lebhafter Beifall.) Rach einer kurzen Pause sprach der Leiter der RS.-Kriegsopferversorgung des Gaues Hessen, Herr Storck, über die Sterbegeldversiche- rung. _____________ Ballonreifen fahren So erschütterungsfrei trägt Sie Dir Wagen auf den schlechtesten Straßen dahin,wenn Sie DUNLOP 1 8 9 3-193 3 it den Fehler, den Leuten 9. Fortsetzung. Nachdruck verboten I erklärte: Denken Sie an Stoffe/ denken Sie an L Bernard Zur die Aufführungen 2324C des größten historischen Filmwerks 23370 in w [2339 V weg 50. 2345D 6. Los Vermietungen"! Zacheis. 2329V vor den Kopf. „Natur, her das Komödiespielen bin eine Freundin der ^rchreib- auf dem gelegen, unter Mitwirkung der gesamten Kapelle des I. Bat. I.-R. 15 unter der persönlichen Leitg. des Obermusikmeisters E. Krauße doch niemand das Recht, Einblick in die moppe zu nehmen, die noch vor kurzem Schreibtisch des ausgebrannten Zimmers zu dem der Eintritt verboten gewesen. Eben öffnete Frau Justine die Mappe, 108 60 13 1 1 in Kraft. Gießen, den 1. April 1933. so schlimm. Da hätten wir immerhin hier noch viele Vorteile haben können." = 23,49 = 19,22 - 5,95 - 0,60 = 0,48 Am 8. April 1933: Monatsversammlung mit Damen Pünktlich 20.30 Uhr 7. 3a. 8. 3b- 9. 3b- 6-Zimmer-Wohn, mit Zubehör, vollständig neu hergerichtet, per 1 Mai zu vermieten. Schriftl.Angeb. unt. 02170 a d G A Frau Justine schlug sich lich, ich war einfältig! AI bezweck, Y AchgUWnachw, 3 handeh NP die sclbs, 6ie m'l 6r' 9naö e Der Geist von Leuthen war nicht müder Geist der Tapferkeit und des Wage mutes. sondern auch der Treue, des Pflichtgefühls, der Vaterlandsliebe, der Zucht und des Gottvertrauens. von Hindenburg. SS® 11. 1b- 12. 2a- 13. 2b- 14. 3a° 15. 3b- 2a- 2b- 2b- 3a- zeichnetes Nutzholz: Fichtenstämme. Das Holz ist entrindet und ist vorher einzusehen, spätere Einwendungen werden nicht berücksichtigt. Angebote sind bis zum Freitag, dem 7. April d. 3., nachmittags 2 Uhr, getrennt noch den einzelnen Sortimenten, auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen. Hessische Bürgermeisterei Reiskirchen. S ch 0 m b e r. Ferner: Gutes Beiprogamm u.Ufa-Tonwoche Da zu den .Abendvorstellungen starker Andrang zu erwarten ist. bitten wir nach Möglichkeit die Nachmittagsvorstellungen besuchen zu wollen. Anfangszeiten: 4.00, 6.00 und 8.30 Uhr Jugendliche haben Zutritt! Zur Festvorstellg. sind alle VergUnst auß. Abonnement aufgehoben 2-3inim.-lBiM per sofort zu verm. Schriftl. Ang. unt. 2335 D a. d. G. A. Bekanntmachung. Nachtrag Gebührenordnung für die Benutzung der städtischen Kanäle in Giehen. Die stummen Gäste von Zweilinden Nomon vonAnny vonpanhuyel. Copyright by Belletristische Korrespondenz Bechthold. „Guck, Dieter, wenn man hier am Rande an der kleinen Verzierung schiebt, so wie ich es jetzt tue, dann spaltet sich der linke Deckel. Siehst du, so!" Sie verstummte und blickte starr auf ein Blatt Papier, das in dem geheimen Fach lag, darin höchstens ein paar Bogen Platz finden konnten. Auf den ersten Blick hatte sie die große Ueberschrift gelesen: „Mein letzter Wille!" Sie stieß ihren Mann an, denn zu sprechen vermochte sie nicht, und wies auf das Blatt Papier. Plötzlich fiel ihr ein, schon im nächsten Moment konnte jemand kommen, und ehe sie das Blatt nicht gelesen, durfte es niemand sehen. Ihre Hand hob sich, nahm den Bogen aus der Mappe, und dann flüsterte sie ihrem Manne zu: „Schnell in unser Zimmer." Die Mappe aber ließ sie wieder auf den Papierberg fallen. Schon hatte sie eine Stufe erstiegen, ihr Mann ging dicht neben ihr, als eine feste Hand chren Arm umklammerte, während gleichzeitig eine Frauenstimme mehrmals grell und durchdringend um Hilfe schrie. Es war Marias Hand, die Frau Justine so wehetuend spürte, und es war Marios Stimme, die wie toll um Hilfe schrie. „Sind Sie wahnsinnig?" fuhr Frau von Wellen auf das Mädchen los. „Sie kneifen mich und brüllen um Hilfe, als ob ich Ihnen etwas täte! Lassen Sie mich los, sofort!" Herr von Welten schlug kräftig auf Marias Hand, doch die ließ nicht locker. .Hilfe! Hilfe!" schrie sie laut. Schon schoß der Inspektor heran, gefolgt von drei derben Knechten mit Feuerwehrhelmen. Marta schrie: „Frau von Welten hat die Schreibmappe, die auf den Papieren liegt, aufgemacht und hat etwas geredet von einem geheimen Fach und 3. 4. 31 Stück 175 „ 86 „ 33 „ 2 „ 15 „ 1 „ 1 „ 3 „ = 5,00 fm - 57,45 „ = 47,11 „ - 32,95 „ - 2,14 „ - 22,01 „ = 1,59 „ = 2,14 „ = 4,19 „ liegt mir eben nicht. Ich Wahrheit und begehe leid). Los 1. la-Klasfe „ 2. 1b- „ M vmLlühkll | mit Otto Gebühr als Friedrich der Große I In den weiter. Rollen eine Reihe der hervorrag. Darsteller. Elga Brink, Olga Tichechowa, Harry Frank, Pani Richter, Hans A.v. Schlettow, Paul Otto, Anton Pointner Bei den gewaltigen Kavallerie- u. Infanterieszenen wirkten nahezu 3000 Mann Reichswehrtruppen mit Georg - Phil. - Gail- Strane 6 ab sofort preisw. z. verm. od. oerk. 9t ü cf fr an ?r. :1L Wagner. Lchwabenheim, E. ÄlNgeN. 2278p Frau Justine meinte zu ihrem Manne: „Die Schreibmappe hat ein geheimes Fach für wick)tige Papiere. Als ich sie für meinen Vater stickte, war ich ganz besonders stolz darauf, ihm dos Versteck in der Mappe zu zeigen." Vom Hauptgang her kam das Stubenmädchen Marta. Sie trug Haussä)uhe, und die zwei, die chr den Rücken wandten, hörten sie nicht. Marta aber, die beide nicht leiden konnte, dachte, eigentlich besaß dann einen beschriebenen Bogen aus der Mappe weggenommen. Da hat sie ihn ja in der linken Hand. Jetzt schiebt sie ihn ihrem Mann zu!" Hei sprang ha der alte Flügge zu, und die Knechte machten drohende Gesichter. Mit schnellem Ruck entriß Ernst Flügge dem feige lächelnden Dieter Welten einen etwas zerknitterten Bogen, las laut: „Mein letzter Wille!" Das Ehepaar warf Marta, die sich jetzt bis an die Wand zurückgezogen hatte, wütende Blicke zu, und der Inspektor rief erregt: „Mir scheint, es handelt sich hier um ein rechtsgültiges Testament unseres Herrn." Er las und sagte tiefbewegt: „Wenn dieses Testament rechtsgültig ist, was ich nicht bezweifle, da ich zufällig genau weiß, welche Anordnungen an ein solches gestellt werden, dann ist die Erbin von Zwei- linden Fräulein Bettina Claudius." Marta schrie laut auf vor Entzücken: „Dann geschähe dos Wunder, auf das ich gewartet habe!" Das Ehepaar wandte sich stumm, um die Treppe hinaufzugehcn. Ernst Flügge rief ihnen nach: „Ich muß Sie bitten, Herr von Welten, Ihre Abreise heute morgen noch zu verschieben. Ich fahre mit diesem Fund hier", er schwenkte das Papier, „gleick) in die Kreisstadt auf das Amtsgericht und ersuche Sie beide, so lange hier zu bleiben, bis Sie ausgesagt haben, wie Sie zu dem Testament gekommen sind, und was Sie beabsichtigten, damit anzufangen/' Frau Justine blitzte ihn mit bösen Augen an. „Genau dasselbe wie Sie wollten wir damit machen, nämli es aufs Amtsgericht tragen. Oder glauben Sie, eine Frau von Welten, geborene von Zweilinden, beschäftigt sich damit, Testamente zu unterschlagen?" Wut machte ihr Gesicht grau. Der Inspektor lachte: „Ich weiß nicht, ob Sie sich sonst damit beschäftigen, Testamente zu unterschlagen, in diesem Falle aber hätte es sich für Sie glänzend gelohnt." Das Ehepaar gab keine Antwort und stieg die Treppe hinauf: doch hörten beide noch, wie die rauhe Stimme Ernst Flügges sagte: „Marta, das haben Sie großartig gemocht, und ich glaube, Fräulein Claudius wird es Ihnen danken." Dann fprad) er zu den Knechten. Kommandierte: „Zwei von euch bleiben hier stehen. Es muß vor den Papieren Wache gehalten werden, sonst fällt es vielleicht nochmals so einem kleinen Schäker ein, mit einem Testament Verstecken zu spielen." Oben im Zimmer angelangt, fuhr das Ehepaar aufeinander los. Jeder gab dem andern die Schuld, daß man nun um das wichtige Papier gekommen war, daß man schon so sicher in der Hand gehabt. Sie fauchte: „Jetzt kriegt das verflixte Lehrer- mädel dock) die Hauptsache; es ist zum Haareausreißen." Er brummte: „Hättest du dich ein bißchen anständiger gegen sie benommen, wäre alles gar nicht Siefernsiämme. 10. la-Klasse 12 Stück = 1,58 fm Abschluß zur Rechnung der Vezirkssparkasse Gießen für 1930. Die Einnahme beträgt 89279634,76 RM. Die Ausgabe beträgt 88991995,99 „ Verglichen, bleibt Rest 287638,77 RM. Gießen, den 1. Oktober 1931. Gez.: Braun, Sparkassenrechner. Revidiert, ohne daß sich für vorstehende Abschlüsse eine Aenderung ergeben hat. Darmstadt, den 1. März 1933. Oberrechnungskammer. Gez.: Spanier. Heilmann. Vorstehender Abschluß wird gemäß Artikel 3 Abs. 4 des Gesetzes über die öffentlichen Sparkassen vom 8. August 1902 zur Kenntnis der Bezirksangehörigen gebracht. Gießen, den 29. März 1933. Der Direktor der Bezirkssparkasse Gießen. 7 dKK ''bngWrung ali 1 »?! ,....................,-------------,-----.Erziehung ju SelbsländlgleU unb pflichtbewußlseln. Keine prical» jlunben ei forderlich. Sexta—Unlersek.,Ob.'Itealsch. u.Rcal» gymnasturn. Kein Zeltvcrlusl. Umschulungen. Gesunde Lage an ausgedehnten Waldungen. Anfroqcn an Or. Lunns. Bekanntmachung. Die bereits fälligen Stromgelder im Stadt- und Ueberlandgebiet für den Monat j Februar 1933 können noch bis zum , 15. d. 2TZ. ohne Kosten bezahlt werden. Bei Nichtzahlung bis zu diesem Termin erfolgt Beitreibung und Stromsperre auf Kosten des Abnehmers. 2332V Gießen, den 3. April 1933. Direktion der Elektrizitätswerke, Ueberlandanlage und Straßenbahn der Stadt Gießen. S t o l t e. Um gärten zu Wägen bet SP llebergangsbeftimi die bisherigen Handwerlerlarte dings müssen dich die den Ansorde sprechen und die das 30. Lebensj, innerhalb von f: den Anforderun werden sie nach : Wnöigen Au! Ne Torschläge >re sind in tic[< Zum Teji wud , froher Desähigu ta»' Die Vorschlä Fracht mit Mas "" to rhi $tCn SU 5®. Entgegen Flügge konnte diese Fragen besahen, worauf Eisen 1 glucksend lachte: „Na, dann ist ja aües in bester 1 Ordnung! Ach wissen Sie, lieber Inspektor, mir fällt I eine Bergeslast von der Seele. Es wäre ja auch eine Affenschande gewesen, wenn das liebe Mädel wie ein Habenichtschen jetzt Zweilinden hätte verlassen müssen." Nun fuhr Ernst Flügge mit Bettina zum Amts- gericht. Er erzählte dort von dem Feuer, von dem überraschenden Funde, und zeigte das Testament vor. Der alte Amtsrichter, ein Stammtischfreund des Verstorbenen, reichte Bettina beide Hände und^gte zu ihr: „Meinen herzlichsten Glückwunsch, Fräulein Claudius; nun wollen wir die Sache aber schleunigst regeln. Man meint fast, der Selige hätte sich da vom Jenseits aus ein bißchen eingeflrifcht. Wer weiß, ob das Testament ohne das Gewitter jemals in die. richtigen Hände gekommen wäre." Am Nachmittag wurden die Wellens aufs Amts- gericht zitiert. Frau Justine erklärte, sie hätte zufällig die Schreibmappe liegen sehen, und weil sie selbst die Stickerei darin angefertigt, habe sie sich überzeugen wollen, ob das Geheimfach noch existiere, und dadurch das Testament entdeckt. Der Amtsrichter nahm alles zu Protokoll: dann stand der Abreise des Ehepaares nichts mehr im Wege. Es verschwand still und lautlos aus Zweilinden; und acht Tage später zog Bettina im Herren- haufe als Besitzerin von Zweilinden ein. Marta erhielt eine anständige Summe von ihr ] geschenkt, weil sie so resolut verhütet hatte, daß Frau Justine dos Testament um die Ecke bringen konnte, und weil sie recht gehabt, als sie noch immer auf ’ ein Wunder gehofft, durch das Bettina doch d'ie Herrin von Zweilinden würde. Im Testament war Bettina die Haupterbin, und - es hieß weiter darin: „Sollte mein Sohn Ottfried noch am Leben sein und sich noch einmal zurück- I finden, dann mag Bettina Claudius ihm das Vorwerk Jägerhaus aütreten und ihm dazu eine Barfumme von hunderttausend Mark auszcchlen. Auch wünsche ich, daß ihn Bettina, wenn er draußen nidjt ein gar zu Ungeschliffener geworden ift, wie einen guten Freund oder Verwandten behandelt, damit er, sich daheim nicht gar zu verlassen vor- kommt. An unserem bösen Streite trage ich gleichfalls mein gutes Teil Schuld, und wenn man ein Testament macht, denkt man auch an den Tod. Ich vergebe ihm, mag er mir dafür vergeben." Weil man anfangs Ottfried von Zweilinden für den Universalerben hiell, hatten die Nachforschungen nach ihm schon sehr tatkräftig eingesetzt. Bettina ? sorgte dafür, daß sie in jeder Weise gründlich und nachdrücklich weiter betrieben wurden. Als Wulf von Speerau von der jähen Wandlung in Bettinas Geschick hörte, hätte er sich selbst ohrfeigen mögen. Er war einfältig gewesen, sich so überstürzt von ihr loszusagen. Ein paar Tage Geduld Hätten sich reich gelohnt. (Fortsetzung folgt.) Abschluß zur Auftverlungsrechnung der Bezirkssparkasse Gießen für 1930. Die Einnahme beträgt 459 918,28 RM. Die Ausgabe beträgt 251,210,81 „ Verglichen, bleibt Rest 208 707,47 RM. Gießen, den 9. September 1931. Gez.: Braun, Sparkassenrechner. Revidiert, ohne daß sich für vorstehende Abschlüsse eine Aenderung ergeben hat. Darmstadt, den 1. März 1933. Oberrechnungskammer. Gez.: S p a m e r. Heilmann. Vorstehender Abschluß wird gemäß Artikel 3 Abs. 4 des Gesetzes über die öffentlichen Sparkassen vom 8. August 1902 zur Kenntnis der Bezirksangehörigen gebracht. Gießen, den 29. März 1933. Der Direktor der Bezirkssparkasse Gießen. Zacheis.2330V die Wahrheit ins Gesicht zu sagen." „Wenn du dir Gewinn davon versprichst, schwindelst du das Blaue vom Himmel herunter", warf er ihr entgegen. „Du bist blöd. Nun hätte man hier olljährlid) vom Frühjahr bis zum Spätherbst sitzen und fein leben können: statt dessen müssen wir weiter in unserer Berliner Etage hocken und zufrieden sein, wenn wir ,uns jeden Sommer vier Wochen in einem mittleren Kurort genehmigen dürfen. Aber was nützen die schönsten Träume und Pläne, wenn man eine dumme Gans zur Frau hat!" Frau Justine zischte: „Sei still, Faulenzer, du lebst ja von meinem Geld, unter dem gutklingendcn Titel „Privatgelehrter" verbirgst du deine Faulheit. Oder Hobe ich unrecht?" Er sck)wieg; es hatte keinen Zweck, die Lebensgefährtin noch mehr zu reizen, sie besaß alle Talente einer Furie; er hatte auf dem Gebiete im Laufe der Jahre doch Erfahrungen genug gesammelt. Marta trug die große Neuigkeit durch das Haus; und bald wußten es alle menschlichen Lebewesen auf dem Gute, es war ein Testament Konrad Zwei- lindens gefunden worden, und darin war Bettina Claudius zur Erbin bestimmt. Alle wußten es bald, nur Bettina noch nicht. Ernst Flügge kam erst spät ins Jnspektorhaus zurück und berichtete kurz, daß man des Feuers Herr geworden; aber danach erzählte er genau von dem Fund des Testamentes. Er meinte: „Ich Halle dos Testament für rechts- aültig, aber ich werde schnellstens für Gewißheit sorgen, Fräulein Claudius. Ehe ich aufs Amtsgericht fahre, rufe ich den Herrn Justizrat an. Ich kann ihm dos Wichtigste telephonisch mitteilen." Bettina saß völlig verwirrt da. Nach allem, was sie jetzt gehört, war sie wahrscheinlich nun doch die Erbin und brauchte Zweilinden, das sie so sehr liebte, nicht zu verlassen! Nicht der Reichtum lockte sie, auch nicht das bequeme Geben, das sie sich als Besitzerin von Zweilinden gönnen konnte. Vor allem der Gedanke tat Bettina wohl, hier wohnen zu dürfen, solange sie lebte, in den Zimmern heimisch zu bleiben, die ihr lieb und vertraut waren. Die Natur hier, die Menschen, die sie von Kindertagen her konnte, alles, olles gehörte zu ihrem Dasein; traurig und öde müßte es sein fern von hier. Um acht Uhr rief Ernst Flügge den Justizrat Eisen an und teilte ihm mit, was sich ereignet hotte. Ein froher Ausruf kam von der anderen Seite des Telephons; dann folgten die Fragen: „Ist das Testament Herrn von Zweilindens von ihm selbst ausgesetzt und unterschrieben worden, sind außerdem Ort und Tag angegeben?" ■ Lichtspielhaus . Gießen ||KnaMllStitllt LUCIUS Uoi.i. u;«4um.k k . . H Jorflbotu bei Echzell, Dberfreflea. 2100D Heute Mittwoch beginnen wir mit einer g| Erziehung und »Übung von ßunacn zwischen 10 unb 16 pym _ _ | Jahren auf inbiv. Grundlage. Alle Vorzüge eines Land« W™ 0 ■ ■ ■ heims bei IchrplargiMÜßemunierricht unb sorgt.Erziehung Festvorstellung Diel frerN -SS »'S ! auf ^„kerlarte s' L I1 Lä Gewerbe nur ? e die Berechtig Ä Verbind! K°°-u s Zukunft nur IM Händen sein, 61 , Doraussehungen titeis erfüllt h« AliehenderM im Zusam Zungen im Einzig des Deistei werkskommer W auna soll in Haftung, oder ei ist eine besondc dah der gesehlick son, oder der t betriebs die 2cr Werksmeistertitel! Weise braucht ir Werksbetrieb mit unternehmen all Kunden ist, auc dieser llnterneh rung des Handl genügt vielmehr, | Stellenangebote [ Damen und Herren finden sofort Verdienstmöglichkeit. Meldung Donnerstag u.Freitag Vorm. 9—12. Uhr. 02172 Nrttergasse 81. Ordentlich., fleißig. Mädchen (15—16 F.) per so- fort gesucht. Offert, mit Lohnansprüchen unter Nr. 2371 an Anm-Exv. 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Zu erfragen 02168 Ederstratze 6. Bekanntmachung. R a d) t r a g zur Gebührenordnung betreffend die Er- \ Hebung von Gebühren für die Reinigung der Straßen und Plätze in der Stadt Gießen. Die Gebührenordnung, betreffend die Erhebung von Gebühren für die Reinigung der Straßen und Plätze in der Stadt Gießen vom 1. Juni 1929 / 10. März 1932 wird auf Beschluß des Stadtrates vom 24. Februar 1933 und mit Genehmigung des Herrn Ministers des Innern vom 15. März 1933 zu Nr.M. d.J. 24 400 wie folgt geändert: § 1. Der § 3 erhält folgende Fassung: Die nach § 3 der vorstehenden Orts- satzung zu erhebende Straßenreinigungs- gebühr wird auf 25 Rpf. für das Jahr für je einen Quadratmeter Reinigungsflache festgesetzt. § 2. Dieser Nachtrag zur Gebührenordnung tritt mit Wirkung vom 1. April 1933 ab in Kraft. 2338C Gießen, den 1. April 1933. Bürgermeisterei Gießen. J.V.: vr.Hamm. Die Gebührenordnung über die Benutzung der städtischen Kanäle in Gießen vom 19. April 1924 / 20. April 1931 /10. März 1932 wird auf Beschluß des Stadtrats vom 27. März 1933 und mit Genehmigung des Herrn Ministers des Innern vom 29. März 1933 zu Nr. M. d. I. 25 935 wie folgt geändert: § 1. Der § 1 Absatz 1 erhält folgende Fassung: Die jährliche Gebühr beträgt 1 Rpf. für jeden Quadratmeter grundbuchmäßigen Flächeninhalts der angefd)[offenen Liegenschaften und 0,80 RM. für 1000 RM. des Brandversicherungswertes der darauf befindlichen Gebäude. § 2. Dieser Nachtrag zur Gebührenordnung tritt mit Wirkung vom 1. April 1933 ab Junge, geprüfte fiinöetpflegetin m.gut.Zeugrr. sucht Stelle zu Kind, mit etwas Hausarbeit. Angebote zu richten an Pfarramt Rod- beim (Bieber).02i«6 | Verkäufe Iwmp Marke Benz, in tadellos.Verfassung, sehr preiswert nseA Lpcl, Gießen Frankfurter Str.52. Motorrad | 300 ccw, sehr gut erhalten, wenig gef., umständeh. prersw. zuverk.Zu erfr.in d. Geschäftsst. d. G. A. Beojiigsljalüer gMigiuoeitoufen 1 Küchenschrank, 2 Plüschsessel, IK Wäscheschr., 1 Zschl. Bett m. 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April 1935 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen) 8r. 81 Zweiter Blatt Zeitfragen des Mittelstandes Rahmen der Grenzen der beiden Schuhgesetze folgt.) rnard Le e aussetzungen erfüllt waren: n. D \t- ib ir >s* ^.idlung^E zieles. In diesem Sinne handelt es sich darum, durch die Einführung der Handwerkerkarte die zur ideellen Aufrechterhaltung des Handwerks als Berufsstand unbedingt notwendige Geschlossenheit gegenüber hochkapitalistischen und sozialistischen Bestrebungen bzw. Ausfassungen herbcizusühren, um eine berufsständische Ordnung im Handwerk zu erreichen. Diese Geschlossenheit des Handwerks als Berussstand wird aber niemals vorhanden ic.n. wenn es bei den bisherigen Zustgnden bleibt, das; die verschiedenartigsten Elemente dem Handwerk zuströmen, die mit dem Handwerk innerlich bzw. durch gemeinsame Berussstandaussassung in keiner Weise verbunden sind oder verbunden sein können. Diese Berbundenheit kann eben nur dann entstehen bzw. zur Entwicklung gebracht werden, wenn zunächst einmal der einzelne selbständige Handwerker sich in der Weise dem Handwerk eingegliedert hat, wie es die wertvolle Lieberlieferung im Handwerk vorsieht. In diesem Sinne kann eine Eingliederung in das Handwerk nur aus dem Wege einer ordnungsmäßigen Lehrzeit mit abschließender Gesellenprüfung und einer Gesellenzeit mit abschließender Meisterprüfung erfolgen. Bei der großen Liebersetzung aller Berufe besteht aber heute mehr als je die Gefahr, daß gerade das Handwerk zu einem Sammelbecken berufsfremder Elemente gemacht wird. Heute mehr als je liegt deshalb begründeter An- laß vor, die überlieserungsmähige Eingliederung in das Handwerk verstärkt zu betonen und zu sichern, um nicht des Handwerks als Berufsstand verlustig zu gehen, das seiner Geschichte nach in erster Linie dazu berufen ist, die berufs- ständische Idee im Gegensatz zum Klassenkampf- gedanken weiterzutragen. ttl nd'0 liiert fuefit iot>. lens' t. << ift 6* Die Einführung -er Handwerkerkarte. Don Or. Lehmann, Referent im Deutschen Handwerks» und Gewerbekammertag. Die Borschläge der Spihenverbände des Handwerks aus Einschränkung der Gewerbefreiheit und auf die damit verbundene Einführung einer Handwerkerkarte sind in der letzten Zeit wiederholt erörtert worden. In ährem Kern besagen diese Borschläge folgendes: Künftig soll die selbständige Ausübung eines Handwerks als stehendes Gewerbe nur solchen Personen gestattet sein, die die Berechtigung zur Führung des Meistertitels in Verbindung mit der Bezeichnung eines Handwerks besitzen. Aus diese Weise wurden in Zukunst nur solche selbständigen Handwerker vorhanden sein, die die bereits jetzt vorgeschriebenen Boraussehungen für die Erlangung des Meistertitels erfüllt haben, die also eine ordnungs- mäßige Lehrzeit mit abschließender Gesellenprüfung und eine Gesellenzeit von drei Jahren mit I abschließender Meisterprüfung zurückgelegt haben. Daß im Zusammenhang mit diesen Boraussehungen im Cinzelfall die Berechtigung zur Führung des Meistertitels in Verbindung mit der Bezeichnung eines Handwerks vorhanden ist, soll von der jeweils bezirklich zuständigen Hand» Werkskammer bescheinigt werden. Die Bescheinigung soll in Form einer sogenannten „Hand- Werkerkarte" ausgestellt werden. Auf diese Weise l würden die Gewerbepolizeibehörden, bei denen der selbständige Betrieb eines Handwerks als stehendes Gewerbe anzumelden ist, durch die Vorlegung der Handwerkerkarte die technische Möglichkeit einer Kontrolle darüber erhalten, daß die als Voraussetzung für den selbständigen Be- trieb eines Handwerks vorgesehene Berechtigung | zur Führung des Handwerksmeistertitels tatsäch- lich vorhanden ist. Soweit das Handwerk nicht von natürlichen Personen, sondern in Form eine- juristischen Person, z. B- einer Gesellschaft mit beschrankter Haftung, oder einer Genossenschaft ausgeübt wird, ist eine besondere Regelung dahin vorgesehen, daß der gesetzliche Vertreter der juristischen Person, oder der technische Leiter des Handwerksbetriebs die Berechtigung zur Führung des Hand- Werksmeistertitels besitzen muh. In ähnlicher Weise braucht in den Fällen, in denen ein Handwerksbetrieb mit einem Industrie- oder Handelsunternehmen als selbständiger Rebenbetrieb verbunden ist, auch nicht unbedingt der Inhaber dieser Unternehmen die Berechtigung zur Führung des Handwerksmeistertitels zu besitzendes genügt vielmehr, wenn der Leiter des angegliederten Handwerksbetriebs diese Berechtigung auf» weisen kann- . Lim Härten zu vermeiden, sind m Den Vorschlägen der Spihenverbände des Handwerks Uebergangsbestimmungen vorgesehen, noch denen die bisherigen selbständigen Handwerker die Handwerkerkarte ohne weiteres erhalten. Allerdings müssen diejenigen selbständigen Handwerker, die den Anforderungen des Gesetzes nicht entsprechen und die beim Inkrafttreten des Gesetzes das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, innerhalb von fünf Jahren nach Inkrafttreten den Anforderungen nachkommen: andernfalls werden sie nach Ablauf der fünf Jahre von der selbständigen Ausübung eines Handwerks aus- ie] tti. n6 s> ten, öer n t. Off- nn-' ignef. fl breit' ort 1D lick en- ire en er- •Xi‘ Ji. iig. n so- ert. hen an ver :cn* »»y \ Verkäufe UW Harke Ben?, in Mbelloi.'Serinfiung, sehr preiswert unA Lpel, Glichen ArankfurlerTtr^. Motorrad; 300 ccubfetirgut erhalten, wenig geb umitänbel). vreisw. Wchaitsil. «M» DUMlM 1 Kull'emciMttl. NÄsz K-VK! Das Ende der Wohnungszwangswistschast Mieterschutz bleibt bestehen. täliauna fließt, besteht gegenüber den anderen Ge- aussetzungen erfüllt waren: w-rbetr^eibenden eine steuerliche Vergünstigung, die 1. Die Abgabe von Waren an Nichtmüglieber derartige Genossenschaften wesentlich kcmkurrenz- muß nachweislich dem Verkaufspersonal streng ver- fähiger9 mad)i. In Zeiten, in denen der steuerliche boten worden sein Das Personal muß angewiesen Druck auf dem darniederliegenden Gewerbe die worden sein, Waren nuranmArAnen abzugebe , Grenze der Leistungsfähigkeit zu überschreiten droht die ihnen als Mitglieder der Genossenschaft oder als bzw. bereits überschritten hat, erscheint eine solche Vertreter von solchen bekannt sind, oder die sich geschlossen- 3 - x Die Vorschläge der Spihenverbände des Hanb- we U sind in ri.ln Fällen mißverstanden worden. Zum Teil wird angenommen, es solle ein sog. ..großer Befähigungsnachweis" eingesuhrt wer- den. Die Vorschläge werden auch in Verbindung gebracht mit Maßnahmen zur Bekämpfung der Schwarzarbeit und darüber hinaus allgemein mit Absichten zur Einschränkung des Wettbewerbs. Demgegenüber ist festzustellen, daß die Einführung der Handwerkerkarte keineswegs die Einführung eines sog- großen Besahigungsnach- weiscs bezweclt. Um die Einführung des großen Befähigungsnachweises würde es sich ledenfalis erst dann handeln können, wenn vorgesc^agen wäre, daß die selbständige Ausübung eines HanD- Werks die mit Erfolg abgelegte Meisterprüfung in bem gerabe betrieben enH and w er k zur Doraussehung hat. Die Vorschläge der Spitzenverbände des Handwerks besagen aber nur, daß in irgendeinem Handwerk die Meisterprüfung mit Erfolg abgelegt sein muß ohne baß diese Meisterprüfung irgendwie mit dem gerade betriebenen Handwerk in Verbindung llsbrach wird. Ebenso unrichtig ist es die Einführung bet Hanbwerkerkarte als Maßnahme zur B- kämpfung ber Schwarzarbeit anzusehen. Selbst- verständlich werben auch nach Einführung der Handwerkerkarte Schwarzarbeiter Vorkommen.tue »arm eben gernde deshalb als Schw°r,arbe-°r anzufeben sein werden, weil sie sich den An forderungen für die Erlangung der Handwerker- karte entziehen. Wenn ander erts die Einfuh- ! rung der Handwerkerkarte mittelbar den Erfolg haben kann daß die Fälle von Schwarzarbeit im Handwerk leichter festzustellen sind und bet angemessenen Strafen an Zahl abnehmen, so wi?d ein derartiger erfolg vom Standpunkt der Äandwerkswirtschaft aus nur zu begrüßen sein. NeEinführung der Handwerkerkarte bringt rm übrigen keineswegs eine grund^tzüche E.nfchran- kuna des Wettbewerbs nut sich Vach wie vor wird jedenfalls die Ausübung eines Handwerks als stehendes Gewerbe jedermann gestattet fein wenn nur die Berechtigung zur Führung des Meistertitels in Verbindung mit der Bezeichnung eines Handwerks vorhanden ist- Daß schließlich die derzeitige außerordentlich schlechte Lage der Handwerkswirtschaft durch die Einführung der handwerkerkarte keinerlei Besserung über Vacht erfahren wird, da eine derartige Besserung von ganz anderen Faktoren, wie z. B. von einer een- funa der Steuern und sonstigen allgemeinen Lasten abhängt, ist ohne weiteres zuzugeben. 3m Sinne der vorstehend erörterten Zusammenhänge hat die Einführung der Handwerkerkarte unmittelbar überhaupt kein irgendwie geartete Vahziel. wie auch aus den in den Uebergangsbestimmungen vorgesehenen driften Lervorgeht. Im Vordergrund der nut der Ein- führung der Handwerkerkarte verfolgten Wsich- ten steht vielmehr die Erreichung eines 5em- rTeSTJ .... dbetti* w. Am 1. April 1933 hat die bisherige Wohnungs- zwangswirtschaft ihr Ende gefunden. Die deutsche Wohnungswirtschaft wurde in der Vachkriegszeit grundlegend durch drei Gesetze bestimmt: das Wohnungsmangelgeseh. das Reichsmietengesetz und das Mieterschutzgesetz. Das Wohnungsmangelgesetz ist am l. April außer Kraft getreten, und damit ist die Zwangswirtschaft bei freiwerdenden Wohnungen wieder beseitigt. Ihre Beschlagnahme ist in Zukunft ebensowenig möglich, wie die Zwangseinweisung von Mietern: von Zwangsmietverträgen, auch beim Wohnungstausch, kann die etwa sehlende Genehmigung des Vermieters nicht mehr durch das Wohnungsamt erseht werden. Schließlich ist eine Bestrafung nach dem l. April für frühere Zuwiderhandlung gegen das Wohnungsmangelgesetz ausgeschlossen. Dagegen bleibt eine etwaige Verpflichtung auf Gelbleistung bei zu einem früheren Zeitpunkt an» gcorbneter Umtoanbhmg von Geschäftsraum zu Wohnraum bestehen. Mit bem Enbe ber Zwangswirtschaft würben jedoch bie Bestimmungen, wie sie durch bas Reichs mieten- und das Mieter schutz- geseh festgelegt worden sind, nicht beseitigt. Die Rechtsbeziehungen zwischen Mieter und Vermieter werden kaum beeinflußt. Vur in einem einzigen, noch besonders zu besprechenden Fall tritt eine Aenberung ein. Das ist wesentlich, weil, wie sich selbst aus Aeußerungen von Mieter- organifationen ergibt, über biefe Rechtslage vielfach Unklarheit besteht. So ist z. B. bie Annahme falsch, bie bisher beschlagnahmefähigen Wohnungen stänben nicht mehr unter dem Mieterschutz. Wohnungen, die zur Zeit auf Grund eines Zwangsmietsvertrags | bewohnt werden, können, sofern dieser Vertrag noch vor dem 1. April 1933 rechtskräftig getoor- den ist. nur nach den Bestimmungen des geltenden Mietrechts durch formgerechte Kündigung, gegebenenfalls durch Mietaufhebungsklage frei- gemacht werden. Dennietete Räume bleiben im mit dem Hausier-, Straßen- und Markthandel in den Gesamtumsatz teilen. Daß dem ansässigen, meist mit hohen Mietkosten belasteten mittelständischen Einzelhandel durch diesen Wettbewerb großer Schaden ,zugefügt wird, ist unbestreitbar. Zwar läßt sich fest- stellen, daß der Anteil aller dieser Geschäftsformen am Gesamtumsatz des Handels in den letzten Jahren nicht mehr erheblich gestiegen ist. Aber wenn die Decke ohnehin zu knavp ist, wird auch die kleinste weitere Verkürzung schmerzlich empfunden. In Zelten der wirtschaftlichen Not und des Urnsatzschwun- des ist es daher doppelt notwendig, daß das wtber Reichsverfassung niedergelegte Versprechen, die mittelständischen Teile der Wirtschaft zu schützen, endlich erfüllt wird. Junge, gevrüfle SWÄM m.gut.Zeugn. sucht , Stelle ju flinb. mit L etmns yauiwbeit. Änaebote zu Men 's an Pfarramt Rod« " \ heim (Pieder).n< ie[*in,» ,d> Trhai ^"den ' N unsUug Mkn £• 0 der &rfQnn- i SS-»»» £,i>*toV'9 Wen Ul» „ ,n,u' Hi Ulan m; ei lunge^.'vi ober Umn,bre Haiion^ ” Üeschloss^ Der Naturforscher Natur und Technik Bebilderte Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Naturwissenschaften -und Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik. Herausgeber: Dr. Oskar Prochnow ,,Der Naturforscher’* ist die allgemeinverständliche, hochwertige naturwissenschaftliche Monatszeitschrift für geistig Anspruchsvolle,die bei hervorragender Ausstattung nicht auf oberflächlichen Aufputz, sondern auf Oe- halt eingestellt ist. „Der Naturforscher“ bietet Beiträge in Bild und Wort von angesehenen u.bedeutenden Mitarbeitern aus allen Gebieten derNaturwissen- schaften. Preis: vierteljährlich nur RM. 2.50. Probehefte u.Werbeblätter kostenlos Hugo Bermühler Verlag - Berlin - Lichterfelde Oie Marburger SPD. lehnt Mitarbeit im Stadtparlament ab. WSN. Marburg, 4. April. Die sozialdemokratischen Stadtverordneten in Marburg haben eine Erklärung abgegeben, in der sie die Teilnahme an den Stadtverordnetensitzungen a b l e h n e n. Donnerstag, den 6. April d. 3„ nachmittags 2 Uhr. versteigere ich im „Löwen". Neuenweg 28, dahier, zwangweise gegen Barzahlung: 2343V 1 Blumenkrippe, 3 Glasschränke, 1 Badeofen mit Wanne, 1 Wirtschaftsbüfett, 1 Mille Zigarren, 10 Flaschen Likör, 17 Bände Brockhaus Lexikon, 9 Sessel, 2 Schreibtische, 4 Vertikos, 1 Nähmaschine, 8 Chaiselongues, 2 Trumeau- spiegel, 1 Radioanlage, 2 Diwans, 8 Büfetts, 5 Schreibmaschinen 3 Klaviere, 2 Registraturschränke, 2 Warenschränke, 1 Friseurtoilette, 1 Broschüren-Heft- maschine, 1 Perforiermaschine, 5 Bilder, 1 Teppich, 1 elektrische Ständerlampe, 1 Hobelbank, 9 Sofas, 4 Tische, 1 Vitrine, 10 Stühle, 3 Kleiderschränke, verschiedene Spielwaren, Christbaumschmuck usw., 1 Kommode, 2 Grammophone, 1 Spiegel, 1 Eiskonservator, 1 Harmonium, 1 Bohrmaschine. Ferner an Ort und Stelle: He'"""'. g.M-Pltb ^Illustriert* - W 6' Dluntr * e,n3£rer »Mir Sie PoA 5 Deutsch <*huhT 6* W Gute Qualitäten 2326 A in reicher Auswahl zu billigsten Preisen Konfirmandenfdiuhe