Arien 6[j_ »'te- ZZL rsL tWättar W- Utz 1, ^aoua, <, cet« der M. rlS Ältlich *,lat ®ontwo[ praktisch in. «g für b;C/ Vw.um fünf ■ *3 tD.tö unkt, i flucn, sämtliche >u hallen. Krine ung sind um die m Ä e Halden« 1932 ihre grötztr iier Zeit mmer« Mangen. 21®, Minder Süddeutsche uigte die tim- srzugsaktien in dem nach M>« Mll. Ak. Der« 4493162 Mark benbt auf die tc DvrzugSaltien m 2 09(162 M. »vrzutragen. mb Papier- urg. Durch die ’ Lage am Zell«' ir Zellstoff« und -sehen, der eltni >aft ihrer Zweig« folglich für den Der Zweigbetrieb ■b, loll bon dem ) ften/Ääts« Lei le angestellt ter. Dri kleinen Um« 3 an der Adend- ?ie Kulisse schult övrrlehr ver-schie- ;bem 2®.'Farbrn in, zeigte sich auch ’ Kurs lag gegen- 0,5 Proz. höh«. lineW brtm- fter, auch Gelsen« n leicht ak W r inapp behauptet u Warktgeb'ieten f’sie Aeubcsitz« ;nfo nannte man |.25 efihanlechr,K.av' ibant 14ö,?äK' 75 Wannesmann £213, ötahlvrrem Ci^tÄÄraft 94. en 97.50, H ' 363, Siemens 120, i,75. SurT^L 52,05 12,485 3,063 169, 72.42 72,82 76,58 14.07 0,862 4,217 58,39 21.55 16.46 81- 34.45 81-83 0.871 0,271 5-58 12,7* 'M- d 58,11 72.31 13-98 16-35 168-86 »|,49 72,11 2'46 8: 34,25 58,3$ TL* Ä 72,38 2^41 71, J 81,« 34,39 51,95 12,«5 3$ 'S s 14-03 0,858 4,209 58,2/ 21.55 16.42 80.34 31,39 81F 0,869 0,26? 5,574 1 12,76 । M. 4 Erstes Blatt 185. Jahrgang Donnerstag, 5. Januar 1935 Erlchein» tägltd), autz« öonnmgs und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte ©ießener Familienblötter Heimat m Bild Die Scholl» e Monatr-Bezvgsprelr: M't 4 Beilagen fRM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. 5ernlprechanfchlüffe nnter Sammelnummer 2251. Anfchrist für Drahtnach» richten Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Lronlsurt am Main 11686. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Crrtf vnd Verlag: vrühl'sche UniverfitStr-vuch- und Stctnöruderci R. Lanie in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchus^traße 7. annagme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanteigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzoorschrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Iriedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und lür den Anzeigenteil i.D.TH.kümmel sämtlich m Gie;en. Werden wir mit Wien deutlich sprechen? Das alte Satyr ist mit einem peinlichen Miß- klang zu Ende gegangen. Die Begründung, mit der die französische Kammer die österreichische Anleihe genehmigt hat, kann in Deutschland nur als eine Herausforderung empfunden werden. Mit geradezu erstaunlicher Offenheit hat man im französischen Parlament die mit der Anleihe zusammenhängenden politischen Fragen behandelt. Wir haben im Lauf der hochbewegten Aachkricgsjahre die Franzosen oft als Politiker der Leidenschaft kennengelernt. 3n dieser Kammerdebatte sahen wir sie nur als Politiker, die.^aller Leidenschaften entkleidet, nichts weiter sind als zynische Rechner. Mir müssen uns mit aller Entschiedenheit dagegen verwahren, wenn die Franzosen eine schamlose Erpressung an einem ohnmächtigen deutschen Land mit dem Mantel der Dölkerbundpolitik zu umkleiden suchen. Die finanzielle Tlnterstühung wird als eine Siegerpflicht gegenüber Oesterreich bezeichnet. Aber im gleichen Atemzug sprach Paul-Boncour davon, daß man das Europa des Sieges organisieren müsse. Daß die französischen Absichten direkt gegen das Deutsche Reich gerichtet sind, wurde gar nicht verheimlicht. Man hat uns als die einzige Macht bezeichnet, die fähig wäre, sich Oesterreich einzuverleiben. Wir haben das zynische Eingeständnis gehört, daß Oesterreich mit kleinen unzulänglichen finanziellen Hilfsmitteln in die europäische Mächtegruppe der Siegerstaaten und solcher, die es zu sein glauben, eingerecht werden soll, ilm angeblichen Hegemoniebestreben anderer Mächte zuvorzukommen, verwirklicht Frankreich mit Hilfe seines Goldes die Hegemoniepläne, die Laval noch im vergangenen Jahr weit von sich gewiesen hat. Das mindeste, was uns notwendig erscheint, ist eine amtliche deutsche Gegenkundgebung an die französische Adresse, die keinen Zweifel daran läßt, daß wir in unserer Dölkerbundpolitik die Konsequenzen ziehen werden, wenn Frankreich seine Absichten der Unterdrückung und seine Erpressungen als Dölkerbundpolitik bezeichnet. Wir werden uns schließlich aber auch überlegen müssen, ob wir nicht nun endlich auch mit den zur Zeit maßgebenden Herren in Wien einmal sehr deutlich sprechen müssen. Herr Dollfuß ist nicht Oesterreich, ebensowenig wie es Herr Seipel war. Er kann nur sprechen für die legitimistischen Kreise, die den Anschluß zu verhindern suchen. Die Grotzdeutschen und die österreichischen Sozialdemokraten erklären es offen als eine Schmach, dah die Regierung die politische Unabhängigkeit des Landes f ü r e i n L i n» sengericht verkauft habe. Es ist wirklich nur ein Linsengericht. Wie billig Oesterreich von Frankreich zu kaufen war, ersieht man daraus, daß Oesterreich nur ungefähr 50 Millionen Schilling ausgezahlt erhalten wird. Die 100 Millionen Schilling, die von England kommen, sind nur eine Kreditprolongation. 90 Millionen werden an die Dank für internationalen Zahlungsausgleich abgeführt, während von dem Rest von 110 Millionen so erhebliche Zinsabschläge gemacht werden, dah schließlich nur ungefähr 50 Millionen Schilling übrigbleiben. Um diese paar Silberlinge läßt es die Regierung Dollfuß geschehen, dah Oesterreich als Eckstein im wankenden Gebäude der Pariser Dorortverträge benutzt wird. Der Bundeskanzler Dollfuh begründet seine Haltung damit, dah nach seiner Ueberzeugung ein Land nur dann wirklich frei sei, wenn es wirtschaftlich frei und urcabhängig sei. Wie die wirtschaftliche Unabhängigkeit und Freiheit Oesterreichs in Wirklichkeit aussieht, darüber sollte man sich keinen Täuschungen hingeben. Es wird in Oesterreich bleiben, wie es bisher war: das Land wird in politischer Abhängigkeit sein, ohne auch nur ein Iota an wirtschaftlicher Unabhängigkeit gewonnen zu haben. Wir müssen uns in Deutschland fragen, ob die bisherige Politik der Rücksichtnahme auf Dollfuh, die keine Rücksichtnahme aus Oesterreich ist, fortgesetzt werden kann, ob nicht vielmehr die Regierung Papen einen entscheidenden Fehler beging, als sie durch Stimmenthaltung im Finanzausschuß des Dölkerbundes die Anleihe möglich machte. Familienmitglieder haben nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, sich unter Umständen in einer Weise die Wahrheit zu sagen, wie man es einem Fremden niemals ge- statten könnte. Das muß auch für die Regierung zweier Länder gelten, die nur eine Ration dar- stellen. Rach dem Abschluß der Anleihe erhofft sich Dollfuh von einem neuen Handels Der - trag eine Besserung des Derhältnisses zwischen Deutschland und Oesterreich. Da^i wird sich Ge- legenheit geben, die österreich: chen »egiti>m'.sten mit der Rase darauf zu stoßen, daß ihr Staat nur dann auf die Dauer lebensfähig ist. wenn er in den gesamtdeutschen Wir t- schaftsraum eingebaut wird. §err Dolb> fu|j muh merken, daß das Reich ihm w.rtchaftlch — auf lange Frist gesehen — doch m ehr^z u bieten hat, als ein Linsengericht von 50 Millionen Schilling. Wir dienen nur den wahren Interessen Deutsch-Oesterreichs, wenn wir den Wünschen einer Regierung, die den großdeutschen Gedanken so verleugnet, nicht zu billig nachgeben. Die ständige Rücksichtnahme ist ein ganz fauler Patriotismus. Das Reich muß d'.e großdeutsche Sache in die Hand nehmen, wenn die Ohnmacht und die Unterdrückung ihres Landes die vekecntwörtlichen Männer in Wien schwach Japans Vorstoß auf Peking. Die Erstürmung Schanhaikwans Schwere LPfcr der Zivilbevölkerung. Peking, 4. Jan. (TU.) Die chinesische Presse vom Mittwoch verösfentticht die ersten Berichte über die Einnahme der Stabt Schanhaikwan durch die Japaner. Die Stabt fiel erst beim britten Sturm, ber von Tanks unb Flugzeugen unterstützt würbe. Die Besetzung gelang nur unter heftigen Straßenkämpfen Die Stabt ist völlig zerstört. Die chinesische äommanbantur wurde von den Chi- nesen selbst in Grunbunb Boden geschossen. Auch die Wasserleitung und die Elektrizitätsversorgung wurden stark beschädigt. Sämtlicher Proviant in der Stabt würbe non ben Chinesen mitgenommen, soweit sie ihn nicht vernichteten. Nach chinesischen Berichten ist von Schanhaikwan nur eine Straße übrig geblieben. Die chinesischen Blätter erklären weiter, bah bie japanischen Truppen äußerst scharf vorgingen, unb zwar nicht nur gegen chinesische Solbatcn, sonbern auchgegen bie stüchtenbe Zivilbevölkerung. Rach ben bisherigen Fest- stellungen hat auch bie Zivilbevölkerung unerhört starke Verluste erlitten-, es sollen nicht weniger als 8 0 0 Zivilisten getötet worben sein. Die chinesischen Truppen ziehen sich georbnet zurück. Sie werben im Sübwesten von Schanhaikwan gesammelt unb haben ben Befehl, bem Vorbringen ber Japaner in Richtung auf Peking ben alleräußersten wiberstanb entgegen- zusehen. Die Chinesen haben bereits Schützengräben angelegt, um ihre verteibigung wirksamer zu gestalten. Die chinesischen Behörden in Tientsin haben über die Stadt den Kriegs- z u st a n d verhängt. Japans Ziel. Ein Eisenbahncndpunkt innerhalb der großen Mauer. Schanghai, 4. Ian. (WTB.) Don zuverlässiger Seite wird erklärt, daß die chinesische Rationalregierung den Zwishenfall von Schanhaikwan zu lokalisieren wünsche. Tie Lage werde zedoch dadurch erschwert, daß der japanische Kommandant in Tientsien, General Rakamura, an Tschanghsüliang folgende drei Forderungen gerichtet habe: 1. Entschuldigungen Tschanghsüliangs und des chinesischen Kommandanten von Schanhaikwan: 2. Unterstellung des Bahnhofs von Schanhaikwan unter die Kontrolle der Mandschnkuo; 3. Neutralisierung des Gebietes von Schanhaikwan. Don chinesischer Seite wird darauf hingewiesen, daß die Annahme dieser Forderungen den Man- dschukuob. Hörden einen® isenbahnendpunkt innerhalb der Großen Mauer ausliefern würde. Tschanghsüliang macht die Japaner für alle Ereignisse verantwortlich und ersucht sie, von nun an alle ihre Mitteilungen an die chinesische Regierung zu richten. Die japanischen Behörden in Rordchina haben Anweisungen erhalten, mit dem Dertreter Tschanghsüliangs zu verhandeln, um den Zwischenfall von Schanhaikwan zu lokalisieren. Die japanische Abordnung in Genf wird dem Völker- bund davon Mitteilung machen. Amerika hält sich zurück. Resignierte Stimmung in Washington. Washington, 4. Ian. (ERB.) Im Staatsdepartement herrscht über den neuesten japanischen Dorstoß in China resignierte Stimmung. Allerdings werden in Anbetracht des Interregnums, das hier bis zum 4. März herrscht, weder innen = noch außenpolitische Maßnahmen ergriffen und Staatssekretär Stimson hat sich daher entschlossen, etwaige Schritte dem Dölkerbund zu überlassen. — In der Besetzung Schon- haikwans durch japanische Truppen erb.ickt man hier keine neue Entwicklung, da auch die Mandschurei von Amerika als integraler Bestandteil Chinas betrachtet wird und die jetzige Regierung entschlossen ist, an ihrer bisherigen Politik der Richtanerkennung irg:ndwelcher Chinas Unabhängigkeit und territoriale Integrität verletzenden Schritte unbedingt festzuhalten. — Heber diese negative Haltung wird man jetzt jedoch nicht hinausgehen. Erstens, weil der Hooverregierung die zu positiven Maßnahmen erforderliche Autorität fehlt, zweitens, weil weder England noch Frankreich besonderen Eifer hinsichtlich der Lurchführung der Lyttonschen Empfehlungen bezeigen und schließlich drittens, weil Roosevelt nicht geneigt sein wird, Amerika dadurch zu exponieren, dah er es a l s Hüter des Weltfriedens im Auslande auftreten läßt. Bedeutsam erscheint es, dah Botschafter Debuchi, der im vorigen Jahre anläßlich der Kämpfe um Schanghai Staatssekretär Stimson täglich aufsuchte, diesmal um keine Unterredung mit dem Staatsdepartement nachgekommen ist. Wie steht die ASDAP. zum Kabinett Schleicher? Gerüchte sprechen von einer Fühlungnahme zwischen Hitler und Papen und Verhandlungen zwischen Straßer und Schleicher. Köln, 4. Jan. (TU.) Die «Kölnische Zeitung'" bringt in ihrer Morgenausgabe aus Bet- l i n folgende Nachricht: Gregor Straßer ist heute früh hier eingetroffen, offenbar in der Absicht, Verhandlungen zu führen. Jn politischen Kreisen verlautet, daß er bereits eine Besprechung mit dem Reichskanzler gehabt habe oder noch haben werde. An amtlicher Stelle ist dieses Gerücht bisher noch nicht bestätigt worden. Weiter verlautet, daß zwischen Hitler unb bem früheren Reichskanzler von Papen eine Zusammenkunft in Köln »verabredet worben sei. Offenbar bemüht sich Hitler, ehe er seine letzte Entscheidung über bie Haltung seiner Partei gegenüber bem Kabinett Schleicher trifft, um eine Meinungsäußerung Papens über bie gegenwärtige Lage. Die Unterredung zwischen beiden Politikern ist bisher noch nicht zu''andege- kommen, aber auch offenbar nicht abgesagt worden. Jm Gegensatz hierzu will die „Tägliche Rundschau" erfahren haben, dah am Mittwochnachmittag in Köln in der Wohnung des Barons Schroeders eine geheime Unterredung zwischen Adolf Hiller und dem früheren Reichskanzler von Papen ft a 11 g e f u n - den habe. Adolf Hitler sei in Begleitung seines neuen Generalsekretärs, Rudolf Heß, und des obersten SS.-Führers, Himmler, und seines Wirtschaftsberaters, Keppler, erschienen. Die Unterredung habe etwa 1$ Stunde gedauert. Gegen 3 Uhr hätten beide in ihren Autos Köln in Richtung auf Detmold verlassen, wo Hitler gegen Mitternacht in einer Versammlung gesprochen hat. Bei ber Unterrebung mit Papen seien bie Möglichkeiten erwogen worden, noch einmal ben versuch einer Kanzlerschaft Hitlers zu unternehmen. Angesichts ber guten persönlichen Beziehungen bes Herrn von Papen zum Reichs- präfibenten hosflen bie Beteiligten anscheinend, daß Herr von Papen den Reichspräsidenten dazu um stimmen könne, seine bisherigen Bedenken gegen eine Kanzlerschaft Hitlers fallen zu lassen. Die „D A 0“ schreibt, es habe den Anschein, daß man auf Regierungsseiie die Absicht noch nicht aufgegeben habe, durch eine erneute Fühlungnahme mit den führenden Männern der natioualsozialisti- schen Partei zum wenig st en eine Tolerierung der Regierungspolitik zu erreichen. Jn Verbindung hiermit dürften auch die Gerüchte über eine bevorstehende neue Unterredung zwischen Schleicher unb hit - l e r nicht ohne tatsächlichen hinlergrunb sein. Oie Besprechung des Reichskanzlers mit Straßer wird dementiert. Berlin, 5. Jan. (CRB. Funkspruch.) Zu ben verschiedenen Meldungen über eine B e f p r e - d) u n g des Reichskanzlers mit Gregor Straßer, die gestern stattgefunden haben soll oder anderen Versionen nach noch in Aussicht steht, wird von zuständiger Stelle erklärt, daß weder von einer stattgesundenen Aussprache noch von derartigen Absichten etwas bekannt ist. und müde macht. Müdigkeit allein allerdings ist es nicht. Die schwarzgelbe Reichspost spricht triumphierend von einem Siege der politischen Idee Seipels. Don einer Regierung, die den Ideen Seipels nicht ganz ferne steht, wird man nicht erwarten können, daß sie nach den entwürdigenden Reden im Pariser Parlament den Anleihevertrag nachträglich zerreißt. Unter diesen Umständen werden w:r durch unser künftiges Verhalten in Genf und ebenso in den direkten Auseinandersetzungen mit Wien deutlicher als bisher erkennen lassen müssen, dah wir die grohdeutsche Angelegenheit nicht als ein politisches Problem zweiten Ranges betrachten. Oos neue Luftschiff „L 3 '129" Friedrichshafen, 4. Jan. (TU.) lieber das im Bau befindliche neue Luftschiff „L. Z. 129" wirb bekannt, daß es größer werben wirb, als „Graf Zeppelin". Die Gesamtlänge des Rumpfes beträgt 248 Meter, fein größter Durchmesser 41 Meter, so bah damit eine bedeutende Ber- aröherung des Volumens und der Tragkraft erreicht wird. Der Hohlraum ist in 16 Schotten eingeteilt, die jede einzeln für sich verschließbar ist. Die Konstruktion des aus Uraluminium bestehenden Gerippes bleibt im Prinzip das gleiche wie beim „Graf Zeppelin". Eine neuartige Gestaltung haben bie Pasja - gierräume burch bie größere Tragkraft erfahren. Der Architekt Professor B r e u h a u s - Berlin war daraus bedacht, den 50 Fahrgästen, die in den Aufenthaltskabinen beherbergt werden können, dieselbe Bequemlichkeit zu bieten, w i e auf den modernen Ozeandampfern. Alle Aufenchaltsräume werden in zwei übereinanderliegenden Decke untergebracht, die beide in ber Mitte des Schiffes angeordnete und in ben Rumpf eingebaut find. Auf dem oberen Deck befindet sich ber Speisesaal, an dem sich ein Rauchsal 0 n und eine geräumige Halle an- schliehen. In den darunterliegenden Decks sind alle Schlafräume, Baderäume, Mannschastsräume und eine Messe untergebracht. Don den technischen Neuerungen, mit denen der neue „L. Z. 129" ausgestattet wird, ist besonders bemerkenswert, daß er mit he 1 iumgas g e - füllt wird. Damit erhöht sich die Feuersicherheit ganz bedeutend. Auch das gefährliche Benzin ist vermieden worden. Das Luftschiff wird durch vier Maybach-Rohölmotoren angetrieben, von denen jeder 800/1000 PS. leistet. Die vier Motoren können dem Schiss eine Geschwindigkeit von 130 bis 150 Kilometer in der Stunde geben. Welchen Namen das neue Luftschiff bekommen soll, steht noch nicht fest. Die Mutmaßung, daß der Name des Reichspräsidenten in Frage komme, dürfte verfrüht sein. Polens Beschwerde in London Die Presse fordert „in den Papierkorb"! London, 4. Ian. (TU.) Der polnische Botschafter in London sprach am Mittwochnachmit ag im Zusammenhang mit der polnischen Protestnote gegen den englischen Rundfunk noch einmal im Foreign Office vor. Er wurde vom Unterstaatssekretär Dansittard empfangen. Die Kommentare der engli- lischen Presse zu dem polnischen Protest lassen an Deutlichkeit gegenüber Polen nichts zu wünschen übrig. „Cvening Standard" kann sich nicht vorstellen, dah man die polnische Rote überhaupt crn.fl nehmen könne. Es sei restlos richtig, daß Polen ein Drittel feiner Staatseinnahmen für seine Rüstungen ausgebe, wie im Rundfunk gesagt worden war. Polen solle sich jedoch daran erinnern, dah es sein ganzes Bestehen England verdanke und eine der größten Belohnungen durch den Friedensvertrag erhalten habe. Lord Palmerston hätte die polnische Rote in den Papierkorb geworfen. Das heutige Foreign Office werde behutsamer sein, denn es sei zum größten Teil verantwortlich für den anmaßenden Geist, dem die polnische Rote entsprungen sei. Durch die vorzeitige Gewährung des Dotschafterranges für die Londoner polnische diplomatische Dertre- tung habe es die Versuche des polnischen Trosses, sich zu einem Ochsen aufzublähen, ermutigt. — Im ähnlichen Sinne schreibt der liberale .Star": Daß Polen ein Drittel seiner Einnahmen für Rüstungen verwende, sei sehr verwerflich und es würde dadurch nicht besser, wenn man darüber schweige. Roch keine Bergung ber „Atlontique". Paris, 5. Jan. (WTB. Funkspruch.) Der Kapitän ber „Atlantique", Schoofs, Hal heule früh an Borb eines Schleppers Cherbourg versa s s e n, um bie versuche zur Bergung bes Wracks zu leiten. Die winbstärke ist geringer geworben, bas Wrack ber „Atlantique" soll am Bug hochliegeu unb ein großes Leck aufweisen, burch bas Wasser einbringt. Roch immer aber ist es unmöglich, an Borb zu gehen. Das Wrack treibt nach ber englischen K ü st e ab. Man hält es nicht für ausgeschlossen, baß es zwischen Portlanb unb ber Jnsel Wight stranbet. — Heber bie Zahl ber vermißten ist noch nichts Zuverlässiges bekannt. Die Angaben schwanken zwischen 18 unb 22 vermißten. 0er Bericht des Kapitäns. Die Branbkatastrophe bes französischen Dampfers „Atlantique" hat, wie nunmehr feststeht, boch etwa 3 0Tobesopfer gefordert. Jn Cherbourg traf in den Abendstunden des Mittwoch der erste Hilfs- dampfer mit den Geretteten ein, unter denen sich auch Kapitän Schoofs, der Führer der „Atlantique", befindet. Er erklärte, daß er gegen 3.30 Uhr morgens auf eine außerordentlich ft a r k e Rauchentwicklung aufmerksam geworden fei, bie aus den unbewohnten Kabinen 1. Klasse aufstieg. Die Besatzung habe sofort alles unternommen, um den Brandherd ausfindig zu machen und ihn zu bekämpfen. Es habe sich aber bald gezeigt, daß alle Bemühungen nutzlos gewesen seien. Entgegen anders lautenden Meldungen habe die Radiostation sehr aut gearbeitet und auch die ersten 808-Ruse ousgesandt Gegen 5 Uhr morgens hätten die Flammen bereits die Taue erreicht, mit denen die Rettungsboote festgemacht waren und eine Stunde später habe er der Mannschaft Befehl erteilen müssen, das brennende Schiff zu verlassen. Erst in diesem Augenblick habe er fcstgestellt, daß etwa 3 0 M a n n f e h l t e n , die entweder verbrannt, e r st i cf t oder durch herabstürzende Eisenteile er-, schlagen worden seien Es sei auch möglich, daß | einige Leute im Wasser den Tod gefunden hätten, da alle Mann über Bord gesprungen seien, weil die Rettungsboote nicht mehr verwendungs- fähig waren. Ueber die Ursache des Unglücks konnte der Kapitän keinerlei Mitteilung machen. * Wie „Havas" aus Cherbourg berichtet, sollen noch etwa 70 bis 80 Mann der Besatzung des in Brand geratenen Schiffes „Atlantique" von dem deutschen Dampfer „Sierra Dentano" auf- genommen worden sein, der nach Brest fährt. Die Zahl von 30 Vermißten wird noch immer als wahrscheinlich angegeben. Das Zusatzabkommen miiFrankreich Der abgeänderte deutsch-französische Handelsvertrag hat für die deutsche Agrarpolitik nicht die besondere Bedeutung, die den bevorstehenden Abmachungen mit Holland zukommt. Er stellt zunächst eine außenpolitisch bcachtsame Tatsache dar. Man könnte ihn als eine neue Station auf dem Wege ansehen, der mit der Reparationseinigung von Lausanne angebahnt und über das Genfer Rüstungsabkommen fortgesetzt wurde. Sn der französischen Wirtschaft waren starke Strömungen am Werk, die auf die Kündigung des bestehenden Bertrags- verhältnisses hinarbeiteten. Ihnen war es ein Dorn im Auge, daß sich unter den bisherigen Dertragsverhältnissen die deutsch-französische Handelsbilanz für Frankreich dauernd ver- l u st reich gestaltet hatte. Es bestand die Gefahr, daß nach einer Vertragskündigung ein Schwebezustand eingetreten wäre, aus dem sich dann leicht ein Zollkrieg hätte entwickeln können. Die neue Einigung Icüfrt auf beiden Seiten den Willen erkennen, geordneteHan- delsbeziehungen zu schaffen, die die Gewähr der Dauer in sich tragen. Reben der politischen darf die wirtschaftliche Bedeutung des Berliner Abkommens nicht unterschätzt werden. Es stellt zunächst den recht interessanten 'Veriuch dar, das System der Meistbegünstigung den gewandelten Rotwendigkeiten des zwischenstaatlichen Warenaustausches anzupassen. Man weiß, daß der Reichsernährunas- minister und die hinter ihm stehenden Kreise der Wirtschaft das Meistbegünstigungsprinzip überhaupt aus der deutschen Handelspolitik ausmerzen möchten. Soweit sind wir nun gegenüber Frankreich nicht gegangen. Das Prinzip wurde vielmehr als solches in die neue Vereinbarung übernommen. Doch wurde die Möglichkeit von Ausnahmen geschaffen Unter die Meistbegünstigung sollen nicht fallen Kollektivverträge, die beim Völkerbund registriert werden und die auf der Konferenz in Stresa vorgesehenen regionalen Gruppenverträge. Mit anderen Worten: Deutschland und Frankreich haben sich das Recht Vorbehalten, im gegenseitigen Einvernehmen Sonderabmachungen mit einzelnen Ländern au treffen, ohne daß solche Regelungen auf alle meistbegünstigten Staaten Anwendung finden müssen. Aus der Liste der Warengruppen, die der Meistbegünstigung unterliegen, sind nur 40 Positionen gestrichen, denen aber im deutsch-französischen 'Warenaustausch keine große Bedeutung beizumessen ist. Es ist deshalb nicht ganz richtig, wenn die Dinge in Paris so dargestellt werden, als ob die Meistbegünstigung grundsätzlich abgeschafft und nur tatsächlich für bestimmte Warengruppen aufrecht erhalten worden sei. Die Praxis erst wird zeigen, ob wir nicht im Hinblick auf die verstreuten deutschen Exportinteressen auf dem neuen Wege zu weit gegangen sind. Jedenfalls brauchen wir jetzt nicht mehr wie bisher zu fürchten, daß von Deutschland abgeschlossene Präferenzverträge an dem französischen Widerstand scheitern könnten. Neu an dem Berliner Abkommen ist auch die elastische Ge st altung der bisherigen Zollbindungen. Das französische Parlament drangt die Regierung in die Richtung auf Wiedergewinnung der Zollautonomie. Diese Bemühungen sind gescheitert. Jetzt sind die vertraglichen Bestimmungen so gehalten, daß bei einzelnen Waren Hollerhöhungen vorgenommen werden können, die tn der Wirkung die gescheiterten Kontingentierungsmaßnahmen ersetzen würden. Das wird aber nach dem im Vertrag vorgesehenen Modus zur Folge haben können, daß auch Deutschland Positionen des Vertrages kündigt und Zollerhöhunaen oornimmt. Da also selbstverständlich eine Unfreundlichkeit b i e Folge der anderen sein müßte, so scheint eine gewisse Ge- währ dafür gegeben, daß man sich auf beiden Seiten vor voreiligen Maßnahmen hütet. Dom Gesichtspunkt der deutschen Wirtschaft bleibt es zu bedauern, daß die Franzosen bei ihrer Kontingentierungspolitik stehen geblieben sind, von der ungefähr ein Viertel des deutschen Ausfuhrwertes nach Frankreich betroffen wird Im ganzen gesehen wird man das Abkommen günstig beurteilen dürfen. Ein Handelsvertrag ist immer ein Kompromiß. Alle Wünsche und Interessen lassen sich in ihm nicht durchsetzen. Da die Befriedigung auf beiden Seiten festzustellen ist, darf man wohl annehmen, daß für längere Dauer ein brauchbares Vertrags,n st rument der Handelspolitik geschaffen wurde. Aus aller Welt. Afrikareise des Exkönigs Ferdinand von Bulgarien. Der frühere König Ferdinand von Bulgarien begibt sich, wie von zuständiger Stelle mi{geteilt wird, wieder auf eine längere Reise nach Afrika. Er begibt sich über Aegypten und den Sudan nach der Kenya-Kolonie in Ostafrika. Seine Abwesenheit von Koburg dürfte sich auf etwa drei bis vier Monate erstrecken. Die Bergungsarbeiten an dem Eisbrecher „Malygin". Rach einem Telegramm des Kapitäns des russischen Eisbrechers „Sedow", der, wie bereits gemeldet, dem auf eine Sandbank aufgelaufenen Eisbrecher „Malygin" zu Hilfe geeilt ist, hat der »Malygin" ein Leck unter Wasser davongetragen. Sämtliche Fahrgäste und ein Teil der Fracht konnte geborgen werden. Es ist auch bereits mit dem Auspumpen des Wassers begonnen und alle Maßnahmen zur Hebung des Dampfers sind getroffen worden. Das Kommissariat für Seetransport hat einen Funkspruch erhalten, wonach alle Rachrichten über das Sinken des Eisbrechers „Malygin" nicht den Tatsachen entsprechen. Der Kapitän des Eisbrechers „Sedow" teilt mit, daß die Mannschaft und alle wertvollen Gegenstände des „Malygin" von „Sedow" übernommen worden sind, um den „Malygin" zu erleichtern. Der Kapitän hofft, auch ohne Hilfe des zweiten Eisbrechers „Lenin", den „Malygin" flott zu machen. Riesiger Benzintank explodiert. Bei Ellesmere Port in dec englischen Grafschaft Chester ist ein Benzintank der Shell-Mex- Gesellschaft mit einem Inhalt von über 3800 Hektoliter Benzin explodiert. Der Tankdeckel sauste hoch in die Luft und stürzte mit bonner- artigem Getöse wieder auf die Erde nieder. Merkwürdigerweise wurde niemand getötet oder verletzt. Der ganze Tank bildet ein einziges Flammenmeer. Unmittelbar nach der Explosion schossen die Flammen bis zu 50 Meter Höhe hervor und entwickelten eine dichte Rauchwolke. Die Feuerwehr ist bemüht, eine Ausdehnung des Brandes zu verhüten, da sich noch 10 weitere große Benzintanks in unmittelbarer Rähe befinden. Reue Hochdrucklokomotiven für die Hamburger Strecke. In Berlin-Grunewald sind beim Reichsbahn- Versuchsarnt jetzt zwei L o k o m o t i v n e u b a u - t e n übernommen worden, die später für die Sch nellzüge Berti n—H a m b u r g in Dienst gestellt werden sollen. Die Neubauten führen die Gattungsbezeichnung 04 und haben als Neuerung einen Kesseldruck von 25 Atmosphären. Die normale Fahrgeschwindigkeit wird 120 Stundenkilometer, die Höchstgeschwindigkeit 145 Stundenkilometer betragen. Die neuen Lokomotiven sind Vierzylinder-Verbundmaschinen, während die bisher größten Schnellzugmaschinen 03 als Zweizylinder-Maschinen gebaut worden sind. Reue Messungen in der Stratosphäre. Unter der Leitung des bekannten Stratosphärenforschers Professor Dr. Regener startete dieser Tage im Hof des Physikalischen Snstituts der Technischen Hochschule in Stuttgart ein Strato s p hä r e n b a l l o n (zwei zusammengekoppelte Ballons). Die Ballons selbst und ihre Ausrüstung haben gegen früher wesentliche Ergän- , zungen und Verbesserungen erfahren. Sie lan» oeten am Rachmittag in der Rähe von Münsingen. Die MeßiOitrumente haben vorzüglich gearbeitet. Es scheint gelungen zu fein, durch die Verlangsamung des Aufstieges die Stärke der Ultrastrahlen nicht nur in großen Höhen, sondern gleichmäßig über den ganzen Weg hinauf zu messen. Sn dieser Richtung liegen auch der Zweck des neuen Stratosphärenfluges und die wertvollen Ergänzungen gegenüber den bei den früheren Aufstiegen gewonnenen Ergebnissen. Rach einer vorläufigen Schätzung sollen die Ballone diesmal eine Höhe von 17- bis 18 00 0 Meter erreicht haben. Ein angeblich deutscher Flieger unter dem Berdacht der Falschmünzerei. Die „Vossische Zeitung" meldet aus Reuyork: Der angeblich deutsche Flieger Hans Dechow, der auch den Ramen Gras Heinrich von Bülow führte, wurde von der Washingtoner Geheimpolizei unter der Beschuldigung, das Haupt einer der größten Falschmünzerbanden gewesen zu sein, auf dem Flugfeld Rewark verhaftet, als er aus Montreal kam. Der Verhaftete soll seit dem Sahre 1929 falsche 100-Dollarscheine in den Verkehr gebracht haben. Die Fäden laufen nach Berlin, wo Dechow-von Bülow seine Organisation aufgebaut hat. Sn der letzten Woche ist es den Falschmünzern gelungen, 100 000 Dollar mit einem Rach laß von 30 v. H. zu veräußern. Die Fälschungen waren so geschickt nach- gemacht, daß auch die Bankkassierer der amerikanischen Großbanken sie anstandslos entgegen» nahmen. Dechow war in Chikaao mit 100 000 falschen Dollars eingetrofsen, nachdem er vom amerikanischen Geheimdienst durch ganz Kanada ver- folgt worden war. Die Polizei fand bei seiner Verhaftung jedoch nichts Verdächtiges bei ihm. Sein Hauptgeschäft war der Vertrieb falscher amerikanischer Dollars mit Flugzeugen nach Kanada und Mexiko. Ein Rationalsozialist als Leiche aufgefunden. Güstrow (Meckl.), 4. San. Wie die Polizei mitteilt, wurde heute morgen in der Rebel am Mühlen st auwerk eine männliche Leiche aufgefunden. Dem Anschein nach mußte sie bereits längere Zeit im Wasser gelegen haben. Rach den bei der Leiche gefundenen Ausweispapieren handelt es sich um den 34 Sahin alten Arbeiter Wilhelm Westphal, der feit dem 10. Rovern ber vermißt wurde. Er war Mitglied der NSDAP. Ob Mord oder Selbstmord vorliegt, muß die Untersuchung ergeben. Die Leiche wurde von der Polizei beschlagnahmt. Einsturzunglück in Kairo. Im Eingeborenenoiertel von Kairo ereignete sich eine K a t a st r o p h e. Ein großes zweistöckiges Gebäude stürzte plötzlich zusammen und begrub 20 Personen unter Jemen Trümmern. Vier Personen konnten nur als Leichen geborgen werden, während 8 Personen schwere Verletzungen dnoontrugen waldbrand bei Reichenhall. Etwa 300 Meter oberhalb des Steinpasses bei Unken an der Staatsstraße Bad Reichenhall-Loser brach auf österreichischem Gebiet ein Wald- brand aus, der allmählich großen Umfang an- Oie größte Lokomotive der Welt. W nahm und etwa zwölf Hektar Privatwaldungen ergriffen hat, die im Besitze mehrerer Dauern stehen. Man nimmt an, daß das Feuer beim sogenannten Schwenzen, d. h. bei der Reinigung der Waldwiese von Unkraut, das verbrannt wird, entstanden ist. Eine große Reihe von Feuerwehren sind mit der Löschung beschäftigt. Schulflugzeug abgeslürzk. — Pilot getötet. Ein Schulflugzeug der Fliegerschule Schwarza (Thür.) stürzte aus bisher unbekannten Gründen ab. Der Pilot, der 22jährige Deutschamerikaner De11sch, erlitt schwere Verletzungen Er fta r b kurz darauf im Krankenhaus. Prinzessin Hohenlohe in London. Prinzessin Hohenlohe-Waldenburg- Schillingsfürst, von der französische Blätter behaupteten, daß sie in Biarritz wegen Spionage verhaftet sei, ist in Southampton auf dem Lloyddampfer „Europa" aus Neuyork eingetroffen und sofort nach London weitergefahren, wo sie im Hotel Dorchester Wohnung genommen hat. Die Prinzessin bat sich in der Zeit, in der aus Biarritz ihre Verhaftung gemeldet wurde, in Neuyork aufgehalten. Raubübersall auf offener Landstraße. Ein schwerer Raubüberfall wurde am Silvesterabend auf der von Goslar nach Astfeld führenden Straße begangen. Zwei Männer und eine Frau hatten einen Baumstamm quer über die Straße gelegt. Als ein junger Mann aus Astfeld mit seinem Fahrrade in der Dunkelheit gegen das Hindernis fuhr und stürzte, fielen die Wegelagerer über ihn her, verletzten ihn erheblich im Gesicht und beraubten i h n seiner Barschaft. Die Täter sind unerkannt entkommen. Eine Kolonialfeier in Marienwerder. Dem Begründer preuß.sch-brandenburgischer Kolonialgeltung, dem Wegbereiter des deutschen Kolonialgedankens, Otto Friedrich von der G r o e b e n , galt eine am Reujahrstag in M a - rienwerder veranstaltete Feier des Gedenkens an den 1. Januar 1683, an den Oberst von der Groeben von dem Gebiet an der Goldküste für Kurdrandenburg Besitz ergriff. Landrat Dr. Ulmer zeichnete die Persönlichkeit von der Groeben. Die Tatsache, daß aus dem Osten, heute wie einst abgetrennt vom Vaterland durch einen polnischen Korridor, ein Preußen erwuchs, dessen koloniale Tat von höchster vaterländischer Bedeutung war und bleibt, zeige die Kraft und Bedeutung ostdeutschen Volkstums für Deutschland. Die 27 Meter lange Gebirgslokomotioe auf dem Saint-Lamre-Bahnhof in Paris, wo dieser mächtig» Gigant zunächst ausgestellt wurde, bevor er auf den Alpenstrecken den Dienst versehen wird. >.■ t ■ Z“* % Das größte Theater der Welt. Ml Der erste Teil der Rockefeller-City in Neuyork konnte vor wenigen Tagen bereits eingeweiht werden. Im Mittelpunkt dieses pompösen Vergnügungsvieriels steht das riesige R oxy-Thea ter das über nicht weniger als 6200 Sitzplätze verfügt. Sämtliche erwachsenen Bewohner einer deutschen Mittelstadt könnten hier also auf einmal als Zuschauer untergebracht werden. Phantastische Beleuchtungseffekte erhöben den Eindruck, den die ungeheuren Dimensionen des Theaterraumes selbst auf die verwohnten Neuyorker machen. Großer Einbruch in Frankfurt. WSR. Frankfurt a. M., 4. San. Sn der Silvesternacht stattete eine Einbrecher!o« Ion ne einem Einfamilienhaus in der Paul-Ehrlich-Strahe einen Besuch ab. Der Wohnungsinhaber und seine Angehörigen waren nicht anwesend. Die Täter kletterten zunächst über einen Gartenzaun, öffneten dann die Tür zur Laut« treppe und eine Dorgittertür mittels Rachschlüssels und gelangten in die Räume der ersten Etage. Zunächst gingen sie in das Privatbureau und hoben einen Kassenschrank vom Sockel, legten ihn aus den Teppich und brachen ihn auf. Aus dem Schrank entwendeten sie eine Kassette, die sie gleichfalls an Ort und Stelle aufbrachen und der sie einen Betrag von 1 7 0 0 M k. entnahmen . Aus dem Tresor.eil des Schrank s wurde ein weiterer Betrag von etwa 3000 Mk. entwendet, außerdem zwei Drillantringe und ein Dierzipfel, an dem sich drei Zwanzig« und ein Zehnmarkstück befanden, ferner vier holländische Goldgulden. Sn einem weiteren Zimmer haben sie dann Wäsche- und Kleiderschränke aufgebrochen, sie durchwühlt und Wäsche entwendet. Nachdem sie in der ersten Etage mit ihrer „Arbeit “fertig waren, gingen sie in die zweite Etage in einen Dureauraum. Hier erbrachen sie ein Rollpult und erbeuteten nochmals 17 0 Mk. Bargeld. 2600 leerstehende Wohnungen in Frankfurt am Main. WSR. Frankfurt a. M., 4. San. Aus Grund einer Wohnungsaufnahme hat das Frank- furter Statistische Amt die Zahl der am Ende des Sahres 1931 leerstehenden Wohnungen mit 2621 feftgestellt. Snfolge verringerterDau- tä t i g le i t mag diese Zahl zur Zeit etwas niedriger sein. Der prozentuale Anteil ist bei den einzelnen Wohnungsklassen verschieden. Er beträgt durchschnittlich bei Kleinwohnungen von 1 bis 3 Zimmer 1 Prozent, bei 4-Zimmerwoh- nungen annähernd 3 Prozent, bei 5-Zimmerwoh- nungen 4,5 Prozent, und bei den größeren Wohnungen etwa 5 bis 6 Prozent. Sm Oktober 1931 wurden insgesamt etwa 886 leerstehende Großwohnungen gezählt. Bei der Zählung der leerstehenden Geschäftslokale betrug das Ergebnis 1200, darunter 20 ganze Ges chäs ts- Häuser und 13 Fabrikgebäude. Es ist anzunehmen, daß diese Zahlen heute wesentlich höher sind. Eicht ein W Dem chr besonders ih auf schlechte Dcvorzugt g Buchstaben, legccs nimm awt. 2i-. 2este dazu t> ürö zu pfege Stadt« Aach einer tag spät ab ta:&n;tgl;ei) einem Herzs S. 3uni 18Z9 Gießener 6t ralssraktion ausschuß, bei des Ltadtsch lation an. & Dcchlsausschu aber auch in man des Stak ter. Heben sei birfie er noch Gießener tes, sowie al Krater des A dvdurch er in wannt tourdi SMinheit hat «lUtlen TOita' IW Äsung. Wie., .1 .. 'besten, Ä" Dochenu Jtttt 100 bis 2o bi8 30 Pi.' fische ft Dirjing faut 6 bis 8 b-s 10, Aot. ter-Kohlrabi t Walat 100 U30, Döri Sä ?’ 3ur Ent IV0 bis 60 ^15, Lau bis 3 Zent W M viele, te- ZKL le&g tot iss Sä . Aiernung und .MSch^ i Ä vielen w : H keine Dril Kuchen. Es l abgeh ! W 'hr erst h nicht mehrj (nd) nur aus. oder doch die m ist gewiß beginnt, ihre *. ihr die schwer, tige Glas abn saht und je tt braucht ihr i’ I1 und Arbeit, tige Hummel bei die Auge siges Organ ^Q9eSf k. ■ Tch. Aus der Provinzialhaupiffadt Straßenbauten in Oberheffen vor» Oberheffen , Whnunge» der dem Kygiene der Augen. Don Or. med. Fritz Hermann. »um 12. Januar fällig teerten. " Nicht überfahren. Der Polizeibericht vom Montag über den Autounfall auf der Marburger Strafe, bei dem der 22 Jahre alte Photograph iits eingraeiljt werben. Theater, das über • deutschen Mittelstadt Leleuchlungsessekte er- t auf die verwöhnten Wie., ter ^omcnmarktpreise. 'Gießen, 5. Ian. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 120, Land- "butter 100 bis 110, Kochbutter 80 brs 90, Matte 25 bis 30 Pf. das Pfd., Käse 5 bis 10, Eier, ausländische 11 bis 12, inländische 12 Pf. das Stück, Wirsing, gelb, 8 bis 10, grün 12, Wech- traut 6 bis 8, Rotkraut 3 bis 10, Gelbe Ruben 8 bis 10, Rote Ruben 8 bis 10, Spinat 20, -Un- ter-Kohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25, Feldsalat 100, Zwiebeln 10, Meerrettich 35 bis 50 Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartofieln Z, Aep,el 18 b.s 30, Dörrobst 35 bis 40, Honig 40 bis 45, Russe 35 bis 40, Junge Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 60 bis 80, Enten 80 bis 90 Pf. das Pfund, Tauben 40 bis 60, Blumenkohl 40 bis 60, Endivien 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettig 10 bis 15, Sellerie 10 bis 30 Pf. das Stück: Kartoffeln 2,50 Mark per Zentner. Barnotizen. — Tageskalender für Donnerstag: DHL.. 20.30 Llhr, Bortrag im Heim: „Gießeirs Urgeschichte". — KavaUer.e-Berein, 15.30 Uhr: Treffpunkt der Damen bei Bönsel, Hammstrahe. — Lichtspielhaus Gießen, Bahnhofstraße: „Der Schützenkönig". - Astoria-Lichtspiele, Selters- weg: „Der Racher des Tong". ** Die Winterhilfsmaßnahmen der - v>o w H i € r u n g aur Derbilligung Don ße- tet- ;.l bensmitteln und Brennstoff für di« hilfsbedürftig« n'L Bevölkerung bringt das städtische Wohlfahrtsamt in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigen- teil zur öffentlichen Kenntnis. Die Intere,senten mögen die Bekanntmachung genau beachten. ’’ Zaylu.. gs - n... uhnuilg. D.e Skadt- kasse Gießen macht in einer Bekanntmachung im Mutigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, daß versHedene Abgaben (Schulgeld, Wohnungs- miete, Steuervorauszahlungen) zur Zahlung bis Das Notwerk -er Jugend Oie Durchführung in Hessen. s ehr. Wenn ihr gern und viel lest, dann achtet ganz besonders darauf, was ihr lest. Schlechter Druct auf schlechtem Papier ist ein böses Augenpulver. (Dcvorzugt guten, klaren Druck und nicht zu kleine Buchstaben. Jedes Buch eines erfahrenen Verlegers nimmt längst auf die Hygiene eurer Augen Rücksicht. Achtet daraus! So könnt ihr selbst das Beste dazu beitragen, eure Sehkraft zu erhalten uniy zu pfegen. Stadtratsmitglied Homberger t- Rach einem schweren Herzleiden ist am Dienstag spät abends das sozialdemokratische Stadt- »a:sm.tglied Rechtsanwalt Paul Hornberger einem Herzschlag erlegen. Der Verstorbene, am 9. Iuni 1879 geboren, war seit 1926 Mitglied des Gießener Stadtrats. Als Vertreter der Stadtratsfraktion ter SPD. gehörte er dem Rechts- eusschuh, ter Theaterdeputation, dem Ausschuß Les Stadtschulamtes und ter Wohlsahrtsdepu- lation an. Seine Haupttätigkeit entfaltete er im Rechtsausschuß und in ter Theaterdeputation, eber auch in den anderen Gremien und im Pie- num des Stadtrats war er ein eifriger Mitarbeiter. Reben seiner Tätigkeit als Stadtratsm:tglied -foirfte er noch seit mehreren Iahren als Mitglied tes Gießener Kreistages und des Kreisausschusses, sowie als Vorstandsmitglied und Rechtsberater des Mietervereins und seiner Mitglieder, -wodurch er in breiten Kreisen der Bevölkerung bekannt wurde. Die Angelegenheiten ter Allgemeinheit hatten an ihm stets em en stark ynter- «ssierten Mitarbeiter, der sich um chre bestmöglichste Lösung eifrig bemühte. sen und Münster, Johannes Opper III., wurde nach Ueberschreitung der Altersgrenze von fernem Dienste entbunden. Anläßlich der Versetzung in den Ruhestand ging dem Scheitenden ein Dankschreiben des Kreisamts zu, in welchem ihm Anerkennung für feine stets einwandfreie und gewissenhafte Arbeit und der Dank für seine hervorragenden Dienste zum Besten der öffentlichen Gesundheitspflege ausgesprochen wird. Dies und die Tatsache, daß sein Enkel Wilhelm Opper nach sehr gut bestandenem Examen sein Rachfolger geworden ist, gereichen dem Scheidenden zur großen Genugtuung. • Lirklar, 5. Jan. Zu dem gestrigen Be- richt über den Brand der Felds ch e u n e des hiesigen Hofgutes ist berichtigend zu bemerken daß der mitverbrannte Strohvorrat nicht die halbe Jahresernte, sondern fast die ganz« Strohernte darstellt. Der Schaden ist durch Der- sicherung gedeckt. Kreis Schotten. » Wetterfeld, 4.Jan. Wie auch in anderen Gegenden Oberhessens so findet in diesem Winter für Nordwcst-Oberhessen in der Zeit vom 17. bis 21. Februar eine Burschenfreizelt unter der Landkreis Gießen. • 2Ilb ach, 4. Jan. Am kommenden Sonntag veranstaltet ter hiesige Geflügel- und Kani n ch e n z ü ch te r v e r e in feine erste Kanm- chcn- und Geslügel-Lokalschau, die m der Gastwirtschaft Will ftattfinten soll. Der Verein hat sich obwohl er erst ein Jahr besteht, bereits sehr für'die Zucht hochwertiger Tiere eingesetzt, Hühner, Tauben und Kaninchen teerten aur Ausstellung gelangen. Im Rahmen der Ausstellung werten auch zwei Vorträge stattfinden. 5)err Otto Mai- Lang-Göns wird über Geflügelzucht, Herr Ludwig Gerhard-Kirchgöns über Ka- ninchenzucht sprechen. ± Daub ringen, 4. Jan. 9m vergangenen Jahre war die Bautätigkeit in unserem Dorfe im Vergleich zu den früheren fahren, recht gering. Es tourten nur zwei Wahnha-ser gebaut, daneben tourten einige Wvynhausum- und anbauten vorgenommen, ebenso vergrößerte ein hiesiger Geschäftsmann seine Latenräume. Die Gemeinte lieh noch einige Arbeiten in der Klecn- kinterschule ausführen. _ r * Ettingshausen, 4. Jan. Der langjährig« Fleischbeschauer ter Gemeinten Cttingshau- Leitung des Landesjugendpfarrers Lic. von d c r Au statt. Das gutbesuchte Jugendtreffen in Arnsburg am 10. August hat sicherlich dem einen ode- anderen jungen Mann Anreaung gegeben, einmal mehrere Tage in Ernst und frohem Zusammensein Lebensfragen zu besprechen in einer Gemeinschaft, wie sie auf dem Boden der Kirche gegeben ist. □ Laubach, 4. Jan. Im aogetaufenen Jahrs tourten in die hiesigen Standesamtsre- g ist er 36 Geburten (im Jahre 1931 31), 17 Eheschließungen (9) und 41 Sterbefälle (58) eingetragen. Ein Arbeitsbeschaffungsprogramm für 3m Rahmen des vom Kabinett Papen in Dang gesetzten Arbeitsbeschaffungsprogramms der Reichsregierung hat die Provinzialbauverwaltung ter Provinz Oberhessen von September bis End« Dezember vorigen Jahres ein großzügige» Strahenbauprogramm durchgeführt, von dem jetzt nur noch einige kleine Restarbeiten zu erledigen find. ES tourten unter der Bauleitung der Provinzial« bauoertoaltung von Privatunternehmern, also nicht in Regiearbeit, folgende Str aßen - bauten vorgenommen: 3m Kreis Alsfeld drei Kleinpflasterstrecken von Drauerschwend nach Renzendorf, von Renzendorf nach Altenburg bis Abzweig Hopfgarten, von Romrod nach Alsfeld. Im Kreis Lauterbach die Kleinpflasterung ter Ortsdurchfahrt von Herbstein. Im Kreis S ch o 11 e n auf der Strecke Gedern— Hartmannshain eine 2,5 Kilometer lange Zement- Schotterdecke und eine etwa 1,8 Kilometer lange Teer-Betondecke. 9m Kreis Büdingen Kleinpflasterungen auf der Strecke Selters—Ortenberg und ein weiteres Stuck auf der Strecke Ortenberg—Lißberg bis Abzweig nach Eckartsborn, ferner eine Teerbetondecke auf der Strecke Altenstadt-Lindheim. c# ri v 9m Kreis Friedberg eine Kleinpflasterdecke auf der Strecke Heldenbergen—Kaichen, eine Topeka- decke in einem Teil der Ortsdurchfahrt Heldenbergen und eine gleiche Decke auf der Strecke von Helden- bergen bis zur hessischen Landesgrenze. Das Steinmaterial zu den Straßenbauarbeiten WSN. Frankfurt a.TL, 4.9an. Unter dem Vorsitz des Präsidenten des Landesarbeitsamts Hessen, Dr. Engler, fand gestern eine Bespre- chung mit den Vorsitzenden der Arbeitsämter des Bezirks über die Durchführung des Notwc rks der Fugend im Bezirk des Landesarbeitsamts Hessen statt. wie groß das Interesse an diesem Rotwerk ist. geht aus den jetzt schon vorliegenden Anmeldungen hervor, die z. B. im Arbeitsamtsbezirk Gießen heute bereits 1000 überschreiten. Zur praktischen Durchführung ist vorgesehen, Ar- beitsgemeinschasten in den einzelnen ^rbntsamts- bezirken zu gründen, die je nach den örtlichen Bedürfnissen gestaltet werden teilen, vermutlich in Den meisten Bezirken mehrere. Beabsichtigt »st, sie mog- lichst tobt- ober kreisweise aufzubauen. Es sollen alle Verbände herangezogen werden, Die sich für die Aufgabe interessieren, insbesondere charitatioe, die Gewerkschaften, Arbeitgeberverbande, Die Ortsausschüsse der 9ugendvslege. Das Notwerk leib t geschieht im engsten Anschluß an die Berussbil- bungsmaßnahmen der Arbeitsämter. Finanzieller Träger ist, soweit berufliche Bildungsmahnahmen in Frage kommen, nach wie vor die Reichsanftatt. Für die übrigen, meist allgemein bildenden Unterweisungen, für sportliche Ertüchtigung und Essen- qewährung wirb ein fester Zuschuß gewahrt, der sich pro Tag und Kops im Durchschnitt des Landesar- beitsamts auf 20 Pf. beläuft. Dem Grundgedanken des Rotwerks entsprechend soll in Fortführung der beruflichen Bildungsmahnahmen der kreis des Gebotenen da- durch erweitert werden, daß neben der streng beruflichen Fortbildung jetzt auch allgemeine Bildung vermittelt und körperliche Ertüchtigung betrieben wird. Borst von hier zu Schaden kam. ist nach den Feststellungen der Polizei im Verlaufe der näheren Untersuchung insofern zu berichtigen, daß der junge Mann von dem Auto nicht überfahren wurde, sondern daß eine Karambolage des Verletzten mit dem Wagen oorliegt, die noch der näheren Aufklärung bedarf. Der Autolenker, ein Einwohner von Lollar, hat der Polizei und auch in einer Zuschrift an uns zum Ausdruck gebracht, daß er sich mit seinem Wagen scharf aus der rechten Seite der Straße gehalten habe. Plötzlich habe er einen Schlag verspürt, der nach seiner Annahme von einem Stein oder dergleichen hätte verursacht sein können. Er habe aber bei dem sehr starken Nebel weder von dem jungen Mann, noch von irgendeiner anderen Einwirkung etwas wahrnehmen können und sei daher weitergefahren, ohne von dem Unfall etwas zu wißen. Allem Anschein nach ist der Verletzte irgendwie durch einen unglücklichen Zufall mit dem Hinteren Teil des Wagens in Berührung gekommen und durch den An- prall zu Boden geworfen worden. Wie die Dinge in $ranffurt L, 4. San. 3n Desuch ab. 9er sss* Atz? SM «IT 00 M * gRä V “tii* enttM» tlf,enÄ di- S“1? Eingesandt. (Für Form und 9nhaU aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion deiq Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) „Kabarett." Es ist das jüngste Kind unseres Stadttheaters. Trotzdem oder deshalb sei eine ehrliche Kritik von feiten des Publikums an dieser Stelle gestattet. Um eines vorweg zu nehmen. Bisher starteten drei dieser Abende, Der erste war nach überwiegender Meinung Der Besucher weitaus Der beste. Zur Neujahrsaufführung selbst. Es ist vielen unverständlich, daß die Intendanz ausgerechnet an diesem Abend, der in früheren fahren in Auswahl der Darbietung und Besucherzahl erstklassig war, zu gleicher Zeit an zwei Orten spielen ließ. Es scheint, Heuchelheim bekam den Vorzug. Kabarett — ? — Wir erwarten davon bunt zusammengewürfelte rasche Aufeinanderfolge von netten Kleinigkeiten, Vielseitigkeit, Überraschungen und vor allem ausgelassene Fröhlichkeit, so daß man vielleicht auch einmal „Tränen" lachen könnte. Das muß der Sinn eines Kabarettes sein, das durchaus nicht mit großstädtischen Frivolitäten durchsetzt sein muß, um zugkräftig zu fein. Es hat sich schon, durch den Anfangserfolg ermutigt, ein immerwiederkehrendes „Stammpublikum" für das Kabarett gebildet, und die bisher immer ausverkauften Häuser sollten der Theaterleitung ein Ansporn sein, die Programmgestaltung hierfür nicht stiefmütterlich zu behandeln. Auf keinen Fall sollte man im Kabarett mit „neuem Programm zur Hälfte Wieder- Holungen Der früheren Darbietungen bringen. Es ist peinlich. Die an sich schon heute nicht mehr zug- kräftigen exzentrischen Darbietungen (Zalousietaiiz und groteskes Chanson) Doppelt sehen zu müssen und man wurde im Neujahrskabarett Den Eindruck nicht los und er wurde durch die allzuhäufige Wiederkehr von Gesangseinlagen noch verstärkt, einer Derlegenheitslösung gegenüberzustehen. Der weit schwächere Beifall des zweiten Teiles zeigte dies deutlich, ebenso konnten dies die Logenschließer aus den Aeußerungen des Publikums entnehmen. Der „Clou" des Abends war unser Heimatdichter Heß, Der sofort Den Kontakt mit Dem Publikum fanb und stürmisch begrüßt würbe. Hoffentlich an diesem Ort nicht zum letztenmal. Warum fehlte er im zweiten Teil? Warum auch geizte man so mit den Tanzeinlagen (Des Tanzpaares Däulke unD seiner Girls), Die gut noch durch einen ästhetisch und Darum immer schön wirkenden Tanz hätten bereichert werden können. Und — wo blieb Der Sketsch? Dankbar erinnern wir uns noch an die — wenn auch alte — „Hasenpfote" des ersten Nachtkabarettes. 9a, da wurden Tränen gelacht, Hub, der hier nicht fehlen sollte, war Da, kurz, man hatte Den richtigen Ton getroffen. Es warten unzähliger Derartiger zugkräftiger Sketschs und Einakter auf ihre Aufführung, zahllose Einlagen unb Ansagerexkurse (gute) auf ihre Wiebergabe, es gibt tausenb kleine Mög lichkeiten, so bas Wechselspiel von Bühne zu ben „Leuten aus bem Publikum", bas nie seine Wirkung verliert unb sofort ben Kontakt schafft (siehe Gg. Heß). All bas in seiner flüssigen, leichten Buntheit ist Kabarett, besten Privileg es ja auch ist, einen ausgelassenen Witz nicht tragisch zu nehmen. Man freute sich über bie Kapelle Möhl unb würbe grabe auch in ber Aufmachung an bie Weintraubs erinnert. — Sicher wäre es auch angebracht, Die Programmgestaltung in großen Zügen ober wenigstens bie Mitwirkenben bekanntzugeben. An biefer Stelle mag auch bie vielaufgeworfene Frage gestellt werben, warum ber Samstag, ber für Kabarett übrigens ber geeignete Tag märe, kein Spieltag ist? Ueberall, in jeber Theaterstabch hat dieser Tag mit bie beste Besucherzahl, warum verzichtet hier bie 9ntenbanz barauf? (Man denke an die auswärtigen Besucher, die ihr Wochenende in Gießen verbringen.) Liehe sich dieser Vorschlag nicht verwirlichen? „ Kritik und — vielleicht — Anregung (keinesfalls Anmaßung ober Einmischen in Theaterangelegen, heiten), sonberen beibes aus bem Willen zur Mitarbeit an ber Verbesserung unsres überall Anerkennung finbenben Theaters. 9n biefem Sinne freuen wir uns auf bas nächste Kabarett. H. e. Wettervoraussage. über eine halbe Million Mark erledigt. würbe aus den Steinbrüchen ber Provinz Oberhessen gewonnen, so baß also auch nach biefer Richtung hin bas Arbeitsbeschaffungsprogramm wirksam würbe. Die Gesaml-vaukosken beliefen sich auf rund 550 000 Mark. Die Beschaffung dieser Mittel erfolgte Derart, daß bie Deutsche Gesellschaft für öffentliche Arbeiten in Berlin im Auftrage ber Reichsregierung ein Dar lehen in Höhe von 65 Prozent der gesamten Baukosten der Provinz zur Verfügung stellte, das in bestimmten Zeiträumen von 1935 ab zurückgezahlt werden muh, ein weiterer Zuschuß in Höhe von 15 Prozent der Gefamt-Baukosten von der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung unb Arbeitslosenfürsorge als sog. verlorener Zuschuß mit ber Maßgabe gegeben würbe, baß bei ben Arbeiten in bestimmten Ausmaßen Arbeitslose mit au beschäftigen waren. Die restlichen 20 Prozent ber Baukosten hatte bie Provinz Oberhessen aus eigenen Mitteln aufzubringen. Durch biefe Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ist erfreulicherweise bas Wirtschaftsleben in unserer Provinz wesent- sich gefördert und manchen seit langer Zeit arbeitslosen Männern unb Familien roicber ein Lichtblick gegeben worden. Unser Gebiet liegt im Grenzbereich zwischen tem hohen Druck, der sich von ten Donaulänbern ter nach Südbeutschland ausbreitet unb den 2lu8- laufern ter Islandstörung. Die Wetterlage wird infolgedessen kein einheitliches Gepräge erhalten. 3m Süden wirkt sich mehr ber Hochdruckeinfluß aus, d. h-, ruhiges nebliges Wetter mit Rergung zum Aufklaren und leichtem Rachtfrost herrscht vor, dagegen dürste im nördlichen Teil maritime Cuf't aus verschiedenen Breiten wechselnd tool- tigern Wetter mit vereinzelten Riederschlägen führen. _ Vorhersage für Freitag: Temperaturen nachts in Gefrierpunktnähe, vielfach neblig, wolkig, mit Aufklaren: im südlichen Teil unseres Bezirks trocken, im nördlichen vereinzelte Niederschläge. Vorhersage für Samstag: 9m wesentlichen trockenes Wetter, dunstig mit Aufklaren, Temperaturen während der Nacht unter Null. Lufttemperaturen. Am 4. 9anuar: mittags 6,8 Grad Celsius; am 4.9anuar: abends 5,8 Grad; am 5 Januar: morgens 0,9 Grad; Maximum 7,0 Grad, Minimum 0,5 Grad. Niederschläge 11,4 Millimeter. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter liefe. Am 4.9anuar: abends 0,1 Grad; am 5.9anuar: morgens 0,0 Grad Celsius. Kirchliche Jlodtritfffch. katholische Gemeinden. Donnerstag, ben 5.9anuar- Gießen. 17.30 Uhr: Beichte. Freitag, ben 6. 9anuar. Gießen. 7 Uhr: Messe: 8: Segensamt; 9: Hochamt mit Predigt; Militärgottesbienst. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgemeinde. Samstag, 7.9a- nuar. Vorabend 4.30 Uhr; morgens 9; abends 4.o0 und 5.30 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 7.9anuar. Freitag abend 4.15 Uhr; Samstag vormittag 8.30; nachmittags 4.50; Sabbatausgang 5-30. — Wochengottesdienst morgens 7.10; abends 4 Uhr. zur Zeit liegen, kann von einem Ueberfahren nicht gesprochen werden, im übrigen wird die polizeiliche Untersuchung den Sachverhalt klarzustellen haben. •* DerRückgangderZahl derVolks- schüler. Rach tem Bericht von .Wirtschaft und Statistik' gab es in ten öffentlichen Volksschulen im Iahre 1911 9,07, 1921/22 8,89, 1926 27 6,66 1931/32 7,59 Millionen Schüler. Weitere interessante Zahlen sind bie ter Schulanfänger unb Schulentlassenen. 1925 gab es 639 000 Schulan- fänger unb 1 272 000 Schulentlassene. 3m Jahre 1932 tourten gezählt 1 037 003 Schulan änger und 606 000 Schulentlassene. In ten Jahren 1930 bis 1933 ist die Zahl ter Schulentlassenen infolge der Kriegsauswirkungen um rund 35 bis 40 Prozent geringer als die Zahl der Schulanfänger. Die unterschiedlichen Zahlen sind als Auswirkung des Krieges 1914 18 anzuse^en. Erst im Jahre 1934 steigern sich die Zaylen der Schulentlassenen wiederum fast um bas Doppelte, auf 1 271 000. Der Rückgang der Schulentlassenen m ten letzten vier Jahren beträgt nahezu 1,6 Millionen gegenüber ter Zahl der Schulanfän"er. Dadurch wurde ter Arbe.tsmaik- nicht unwesentlich entlastet. Dadurch wird auch gleichzeitig der Kreis Teilnehmer erweitert, zumal auf flachen Lande nicht mehr so streng wie bisher der Charakter der beruflichen Fortbildung spezialisiert wirb. Das Notwerk sott burch biefe zusätzliche Maßnahmen ber geistigen unb körperlichen Ertüchtigung in ganz anberem Umfang als bisher ben Gemein- chaftsgebanken pflegen und gleichzeitig auch für die Darin betreuten 9ugenblichen eine Unterstützung in Form einer warmen Mahlzeit am Tage Darftellen. Es können bei Dem Notwerk — bei dem die Verfolgung parteipolitischer Ziele ausgeschlossen ift — Kameradschaften gebildet werben, beren Ziel bie Pflege des Gemeinschaftsgei st es ist. Gleichzeitig können bie Teilnehmer vom Träger auch noch zu Hilfsarbeiten herangezogen werben, z. B. für gemeinsame Essenbereitungen, ober für soziale Hilfsleistung für arbeitsunfähige Hilfsbedürftige u. a. Die Genehmigung erteilt in jebem Falle ber Vorsitzende des Arbeitsamts, der bei Verstößen die Bewilligung auch widerrufen kann. In der sinn- unb zweckvollen Gestattung des Rotwerks sott ben Trägern möglichst freie hanb gelassen werden. Anträge sind an die Arbeitsämter zu richten, die angewiesen sind, sie mit möglichster Beschleunigung zu bearbeiten, damit schon in allernächster Zeit die Maßnahmen des Notwerks der 9ugenb verwirklicht werben können. * Das Arbeitsamt Gießen bzw. seine Reben- stellen nehmen noch weitere Meldungen, die persönlich anzubringen sind, entgegen. Zum Abschluß ter Vorbereitungen ist jedoch schleunige persönliche Meldung dringend zu empfehlen. Millionen fleißiger Menschen sind in ten Win- termonaten gezwungen, bei künstlichem Licht zu arbeiten, in Büros, in ihren Werkstätten und in Hause, viele, schon körperlich ermüdet, auch n,-och in den Rachtstunden, um sich ein paar ®ro- §chen mehr zu erwerben. Tlnd gerate s i e sollten nichts außer achtlassen, ihr Augenlicht nach Mög- lichkeit zu schonen, denn es gehört auch zu dem gebenskapital von dem sie zehren und das ein- \ mal nicht mehr zu ersetzen ist. Heute, wo äleberlandzentralen auch die kleinsten Lauerndörser mit elektrischem Licht versorgen, wo in den altmodischen Mietskasernen wenig- itms die Gasflamme brennt, wird kaum noch ein Handwerker gezwungen sein, bei Petroleumlicht oder der Stearinkerze zu arbeiten, er hat es besser als Eltern und Großeltern, zum mindestens günstiger. Und er, der es im Sommer bestimmt vermeidet, im grellen Sonnenlicht zu lesen, weil ihm Die Augen schmerzen, sollte jetzt darauf achten, Daß er sich nicht durch zu sparsame Beleuchtung schädigt. Richt zu wenig Licht und nicht zu viel. Sein Schein soll das Arbeitsfeld gut erleuchten. Die Augen selbst aber schonen. Ein dunller Lampenschirm erfüllt diesen Zweck vollkommen. Beim Lesen ist auch die Körperhaltung von Wichtigkeit. Sie gilt nicht nur in ter Schule für die ABC-Schützen. Sie gilt für jeden Erwachse- _______ men. Wenn wir vorgeneigt di« Zeitung aus nächster Rähe studieren, muten wir unfern Augen ‘Wgl cine größere Leistung zu, als wenn wir einen do tief«, ffuten Abstand halten. Und die Entfernung ist ! J. 'die richtige, die ten Augen keine unnütze De- leyen wird. ,i sHnell durch Ermüdung hmbtut Das Auge stellt sich selbst auf die richtig« Entfernung um) te.i gan^gsten Lesewinkel ein. Jede Schrift, die wir von ter Seite schief lesen Wollten, erscheint uns sofort verzerrt. Bei vielen ist es geradezu eine Frage der Eitelkeit, keine Brille und überhaupt keine Gläser zu benutzen. Es könnte ihnen ja etwas von ihrer Schönheit abgehn oder Fe alt n.a-,cnl Lie'ce Leute, wenn ihr erst die Vierzig erreicht habt, solltet ihr nicht mehr so eitel sein. Unb der Kundige lacht euch nur aus. Jenseits der Vierzig braucht ihr, aber doch die meisten von euch, eine Lesebrille. Das ist gewiß kein« Schande. Die Linse im Auge beginnt, ihre Elastizität zu verlieren und ihr könnt ihr die schwerer werdende Arbeit durch das richtige Glas abnehmen. Je besser ihr in der Jugend seht und je weitsichtiger ihr wart, um so nötiger braucht ihr im Alter eine Rahebrille für Lesen unb Arbeit. Laßt euch vorn Augenarzt die richtige Rurnmer verschreiben. Er untersucht euch da. bei die Augen genau und ihr wißt über ein wichtiges Organ Bescheid. Mit einer falschen Drille schadet ihr euch nur. Und solch« Leichtfertigkeit vielleicht ein paar Groschen zu sparen, rächt sich Ueber ein weiteres Arbeilsbeschaffungsproqramm auf bem Gebiete bes Straßenbaues ist 3ur Zeit noch nichts bekannt, es wirb aber bavon gesprochen, baß im Frühjahr weitere Arbeiten biefer Art wohl “ genommen werben bürsten. ber Qm S " Die Wi 6 3a%obnunScü. Aerchsregi mben 'i^tter^L bensmitteln un '>b6Iferun9 61 SÄ 5 ^.keherdt Zahlen F gr.<2 Ott Nachdruck oerboten 23 •orticfiunQ LICHTSPIELHAUS GIESSEN Heute Donnerstag Der Schützenkönig $ Simonie " v. Täglich 4, 6, 8.30 Uhr - Sonntags 3, 5.30, 8.30 Uhr 78 c 10 BlPBEliOiHfEt llllllllllllllllllllllllllllHlllilt L.. v±£kau(e I Alte Geige 150 cbm Mauersteine Neuer Schreibtisch zu vertäuten. Modehaus Nowack. seitersweosi 1 Liter-Dose Empfehlungen Dauerwelle« MMMMW virmi Brat u letze- allen Beginn der GROSSEN LUSTSPIELWOCHE mit dem schönsten und besten deutschen Lustspiel 069 in der Ws Kon.pl. 6 M. 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In Wirklichkeit dachte Magdalene gar nicht daran, nach Mailand zu fahren. Sie rnustte sich erst einmal über ihre Verhältnisse klar werden. Sie schlenderte durch die Strasten der grosten Stadt, und kam sich vor wie ein vorn Wind verwehtes Blatt: sah mit brennenden Augen auf die vielen Menschen, die ein« Sprache redeten, die sie nicht verstand. Llnhc mlich schienen ihr diese wild gestikulierenden Männer, di« beweglichen, schwarzen Frauen mit den großen, leuchtenden Augen. Mutlos schlich Magdalene dahin. Sie hatte eine unerträgliche Angst, jetzt, wo es Abend wurde und wo sie kn die Altstadt gekommen war, die sie mit ihren engen, verwinkelten, schmutzigen Gassen einschloß. Auf und ab ging es über Brücken und durch unheimliche Torbogen: Wäsche hing zwischen den Häusern, Kinder spielten umher, Katzen lagen zusammengerollt vor den Hauseingängen, Männer und Frauen riefen sich Scherzworte zu, laut und kreischend. Es war unerträglich schwül zwischen diesen hoben, engen Häusern: man konnte beinah nicht mehr atmen. Es schien, als ob sich ein Gewitter vorbereite. Magdalenes Stirn war feucht von der Anstrengung und der Angst, dem ewigen Auf und Ab. Allmählich war man auf die' Fremde aufmerksam geworden. Braune, halbnackte Kinder traten bettelnd an sie heran, hängten sich an ihren Arm. Doll Entsetzen fuhr Magdalene zurück, glitt aus und fiel, wobei ihre Tasche in weitem Dogen davonflog. Die Kinder wollten sich schreiend auf die Tasche stürzen. Erne helle Frauenstimme brachte Magdalene wieder zu sich. Sie sah. wie die Frau auf die Kinder einredete, wie sie ihnen die Tasche entrist. Jetzt wandte sie sich au Magdalene. „Haben Sie sich verletzt?" fragte sie auf deutsch. S'.e wollte Magdalene beim Aufstehm behilflich sein, doch mit einem Wehlaut sank sie wieder in sich zusammen. Hauptrollen: Weiß Ferdi - Max Adalbert die beliebtes en deutschen Kom kerl gut eingewintert, mit allem Zubehör, zu verkaufen. Schr. Angebote unt. 065 a. d. Giest. Anz. Stadttheater Gießen, s.irsv I-reitag, 6. Januar 19,30 —nach 22,30 13. Freitag'Abonn. Operettenpreise. Im meisten Nöstl Operette tn 3 Akten von HanS Müller. Musik o.R. Benatzky I v\t M 067 Iricdrichstr. 9. 5 Aushilfen gesucht! Wir suchen für unseren mb Inventur - Verkauf ■■ 5 fachkundige Damen, die den Artikel Damenkonfektion und Stoffe vollständig beherrschen,als Aushilfe. Persönl. Vorstellung Freitag zwisch 83 D Samstag, den 7. Jan. 1933, ab 20,30 Uhr Sulammeniünfl mit Familie im Ber- einslokalAauarium, Wolltorstr. Hierzu sind die Mitglieder mit ihren Familien herzlich eingeladen. fleid in der aent>. . Leiche' uls d Dies 1 wieder wegen Platzmangel billig zu verk. osb ErnstValen.lnJel.2830 illlllllllllllllllllllllllllllllllll fln - Hoci I KASSEL | i.i5 5 Nichts als ihren Paß hatten ihr die Diebe gelassen. Der würde ihr nicht helfen, ihr Vermögen zurückzugewinnen. Sie besäst keinen Ausweis: kein Mensch würde ihr glauben, dast sie die Besitzerin des Bankkontos war, wenn |ie mit leeren Händen kam. Magdalene schluchzt« leise vor sich hin, h.lflos und zerschlagen. Wie leicht war sie den Betrügern ins Garn gegangen, wie gründlich hatte fie sich betören lallen! Sie wustte jetzt, wer das Schiff bestohlen hatte! Lind sie durfte lein Wort darüber verlauten lallen, sonst würde man sie noch als Helfershelferin verhaften. Niemand würde glauben, dast sie mit den Verbrechern nichts zu tun hatte, dast sie selbst schändlich beraubt worden war. Verstört sprang Magdalene auf. Wie hätte sie sich rechtfertigen sollen? Man würde sie für eine Hochstaplerin halten, die ihren guten deutsches Damen verleugnet hatte, für die Mitschuldige der geflohenen Diebe. Das alles war die Strafe für ihren Hochmut, für ihre Genustsucht. Warum hatte sie nicht auf Mutter Hahn gehört, warum hatte sie ihre mütterlichen Ratschläge in den Wind geschlagen? Sie hatte sofort vor Joe Rowalowska gewarnt, hatte Magdalene vor ihr bewahren wollen. Und Magdalene hatte nicht auf di« warnende Stimme gehört. Jetzt war sie bestraft, so hart bestraft, dast ihr Leben daran zerbrechen würde. Was nun? Es handelt« sich jetzt vor allen Dingen darum, nicht den Kopf zu verlieren, sich nichts anmerken zu lassen. Kein Mensch durfte ahnen, dast sie die Diebe kannte, dast sie mit ihnen irgendwie in Verbindung gestanden hatte. Sie rnustte zunächst die bleiben, als die sie auf dorn Schiff galt: d.e reiche Frau. Es war ein Glück, dast der erste Teil der Relle — bis Genua — voll bezahlt war. Erst von dort aus sollte die 'Weiterreise bezahlt werden. Dort würde sie an Land gehen. Magdalene überlegte, was sie noch besah. Es waren etwa fünfhundert Mark deutsches Geld, «ine kleine Drillantbrosche, ihren grosten Dril- lantanhänger und einen kleinen Ring. Ihre Kler- der und ihre Wäsch« konnte sie nicht rechnen, das war kaum zu verwerten. In den Stunden, die noch bis zur Ankunft in Genua vergingen, blieb Magdalene meist in ihrer Kabine. Sie erschien nur zu den Mahlzeiten im Speisesaal. Da unter den Passagieren eine sehr MItflOOlOOOlW Vornan von Margarete Antelmann. Copyright bv Martin Feuchtwanger, Halle (Saale) Mischobst 45 kalifornisches nd____ . Zas Lcho '^es Leka alter unter jeder je iutQ9« mH, nngenomme »erben Me Preis, ber kann, ist 1 ^se inten gebiet beo Naß in ger im R Altmeister ar galten, hnhrt, »be m 50|He des ] u r t» o n ,^phy. ""norm j J.Mten gbem ftä 8 dieser ' Men. 2 ! i i? bcn eing । " «rranq । ber Ej i >5 5j.. ' ■ r°lphy I ■1 n' Ö sei ; Uori9en SV? d" „Ich kann nicht aufstehen!" kam es von ihren Lippen. Ihr« Augen füllten sich mit Tränen. „Sie Aerinste! Kommen Sie, stützen Sie sich fest auf mich und versuchen Sie, auf diese Weise in die Höhe zu kommen." Es ging nicht, die Schmerzen waren zu groß. „Warten Sie einen Augenblick! Ich rufe um Hilfe." Die Frau sagte ein paar italienische Worte zu einem der herumstehenden Kinder. Es lief fort, und bald darauf erschien ein großer Mann, der nach einigen verständigenden Worten der Frau Magdalene in die Höhe hob, sie in eines der benachbarten Häuser trug, einige Stockwerke hoch und sie endlich auf ein Sofa bettete. Ti« fremde Frau stand neben ihr, sagte in ihrer freundlichen und hilfsbereiten Art: „So, jetzt ruhen Sie ein wenig, bis der Doktor kommt. Hoffentlich ist es nichts Schlimmes. Aber — «s ist auch unbegreiflich, dast Sie als Fremde allein am Abend durch die Altstadtgassen gehen." „Ich habe mich verlaufen. Ich wollte zum Bahnhof..." „Da sind Sie gerade in der falschen Richtung gegangen. ilebrigenS, ich heiste Edith Calonni." „Wie soll ich Ihnen danken, Frau Calonni! Sie sind so gut zu mir. Ich heiste Magdalene Winter." „Ja, ich brauchte nicht erst Ihren Schreckensruf zu hören, um zu wissen, dast Sie eine Deutsche waren. Ich bin eine Landsmännin von Ihnen, Fräulein Winter. Ich habe meinen Mann in Deutschland kennengelernt, als er dort in Stellung war. Ich hatte mich so in ihn verliebt, dast ich nicht zögerte, ihm in das fremde Land zu folgen. ilnb ich hab« es nicht bereut. Mein Cesare ist sehr gut zu mir, und ich bin sehr glücklich mit ihm. Jetzt bin ich hier ganz zu Hause. Ilnb mit Cesares alter Grostmutter und seiner jungen Schwester Co.etta habe ich mich innig angefreun- det. Ich möchte nicht wieder nach Deutschland zurück." Magdalene sah die Frau an. Sie mochte etwa vierzig Jahre alt fein, war eine hohe, schlanke Erscheinung, mit glatt gescheiteltem, braunem Haar, durch das sich schon einige Silberfäden zogen. Ihr Teint war zart und gleichmäßig, braun« Augen schauten aufrichtig in die Welt. Impulsiv streckte Magdalene Edith Calonni die Hand entgegen. „Ich danke Ihnen nochmals, Frau Calonni!" Plötzlich verzog sie ihr Gesicht. Sie spürte einen heftigen Schmerz am Fuß, sank mit einem Wehlaut zurück. Es war ein Glück, daß in diesem Augenblick der Arzt erschien. Der Schuh mußte losgeschnitten werden, da es unmöglich war, ihn von dem stark geschwollenen Fuß herunterzuziehen. Es stellte sich heraus, daß der Knöchel gebrochen war. Erst als Ruhr- Nußkohlen Ruhr- 9196 V Eiformbriketts heizkräftig, rauchschwach und geruchlos, imVerbrauch die billigst Brennstoffe FlKManl vilimiWslM Blö.30n.l0Uf. . Ernst Fleck Tchützenstr. 3 082 Besondere Gelegenheiten In Schreibmaschinen bei Niederhausen Seltersweg 17,1. Stock v. Kleiderhaus Köhler3SMD Ein Film von der Schönheit der Alpenwelt. In vierjähr., mühevoller Arbeit, wurden die herrlichen Naturaufnahmen, die dieser Film zeigt, hergestellt. Winter im Allgäu * die Königin der Oberstdorfer Berge: die Höfats - iin Reich der donnernden Lawinen und der wildtobenden Gebirgswasser • Lotsachtal - Zug« spitse « Wachsenstein - Ammersee • Chiemsee - Walchensee - Königssee • Berchtesgadener Land - ZI lertal» Alles uns wohlbekannte Namen! 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Bundes-u Verbandsmitglieder zahlen 0.50 u. 1.00 Mk. gegen Einlös. des Gutscheines Nr. 4 aus dem gelben zw. grauen Gutscheinheft des Goethe-Bundes, für Mitglieder des Kaufmännischen Vereins und Gewerbevereins gegen Einlösung des Gutscheines Nr. 11 bei Ernst ChaUier oder an der Tageskasse. 760 E ss Ä >jch!ck, Oy ■ Hebelgriffe Ehe das is wehrlos Ml Meilaufendl' noch die Karthagos fl sollte f)i her Mogs« Hauptstadt j Lindt ymtr 3m Dorkr len Blüte ' durchlief bei ch er in » bürgerliche Zchule und Zoldatenzei! ivald Spe schr Armee aller W die privat! einen „mili zeugen de; Grundsatz Ehreerwer und dann der Mio Der Weit i Ziehung« I Jahrhuni Doch i । unb Auf fier Zeil und sie । Deutschla machen, kriegs ge lich Hunt gestellt m reicht war W gestell machten e notwendig körperlich vom 3oh nien nur die eine1 für da5 „Kriegser nem Wes Miliz E Deutschla n übereilt c ter des 3, daß selbst heil im m überlegen mit große, die jungen 1915 ab c 6 Monate, Plötzen aus reiht muröi Es war ein» grandiose Idee, WelB Ferdi, den Urtyp des echten Bayern und Max Adalbert,den Berliner, als Kivlen I» ein^m Film gegenüberzustellen Weitere Rollen: Gret ITheimer, Bert e Ostyn Gelbe Erbsen Mqäue, St.ngenkä« | mit SA* •_ ä K 3 Q I Grüne Erbsen 05 35 i/. pfd. y ß x s*.i..........p,d' ______" ä Feine Eier- . * a D SÄ Sandnudeln ^4* der Arzt einen festen Verband angelegt hatte, wurden die Schmerzen erträglich. Magdalene beruhigte sich. Zugleich aber trat die Frage an sie heran, was nun aus ihr werden sollte. <$rau Calonni zerschnitt diese llleberlegung mit einem einzigen Wort: „Sie bleiben bei uns, als unser lieber Gast." D ankbare Tränen traten in Magdalenes Augen. So viel Menschenfreundlichkeit hatte sie nicht erwartet. Einen kleinen Teil ihres Geldes hatte sie unterwegs in einer Wechselstube eingewechselt und sie tonnte den Arzt bezahlen. Sie bat ihn. auch weiterhin die Behandlung des Fußes zu übernehmen. So weit würde ihr Geld ja noch reichen. Sie war zu müde, um zu überlegen, was dann kommen würde. Als der Arzt gegangen war, kam der Hausherr, Seine Frau erzählte ihm alles, was vorgefalleii war. Er war mit alledem einverstanden, toa8 seine Frau beschlossen hatte, und er richtete freundlich« Begruhungsworte an Magdalene in dem etwas verwirrten Deutsch, das er sich auS seiner deutschen Arbeitszeit gerettet hatte. Magdalene war beschämt von so viel Herzlichkeit. Aber sie hatte keine Zeit, länger darüber nachzudenken. Man hatte ihr ein Lager berge* richtet, in dem kleinen Zimmer, in dem Cesares Schwester Coletta schlief. Gleich nachdem man sie auf dieses Lager gebettet hatte, war fie einge- schlafen. Am anderen Morgen erzählte sie Edith Ca- lonni, daß fie ein armes Schreibmaschinenfräulein war, das durch das Los eine kleine Summe gewonnen und das Geld zu schönen Kleidern unb einer Italienreise benutzt hatte. Sie schämte sich, vor dieser einfachen Frau ihr ganzes Schicksal auSxubreiten — schämte sich, von ihrem vielen Geld und ihrem Leichtsinn zu erzählen. Edith Calonni war liebenswürdig und herzlich wie am Tage zuvor, und Magdalene fühlhe sich bald heimisch in ihrem Hause, um so mehr, als auch Cesare und Coletta gute Freundschaft mit dem Gast geschlossen hatten. Ei« hatte sich die Koffer von der Dahn holen lassen, ohme indes ihre teuren und kostbaren Kleider auszupacken. Rur ihre einfachen Sommer» kleider trug fie; das andere mochte bleiben, wo es war. Magdalene erfuhr mit der Zeit alles and Edith Calonnis Leben. Sie war die Tochter eines Berliner Portters und hatte Cesare in Berlin tennengelernt. Ihre Eltern waren damit einverstanden, daß Edith ihm nach Italien folgte. Bald nach ihrer Heirat waren beide Eltern kurz nacheinander gestorben, und es gab nichts mehr, das Edith Calonni an Deutschland band. sKortfetzuna ' FisdwZentrale Marktlaube Ireitag vormittag la frische Seefische undIisch-Iilets. »7« .Toll. Verhey Telephon Nr. 2295. |Verschiedenes| 3500 Mk. als 1. Hypothek auf Hofreite mit Land von solid. Landwirt zu leihen gesucht. 2chr. Angebote unt. 077 a. d. Gieß. Anz. Konkurs Verhütung durch Vergleiche u.andere erfolgreiche Maß- nalim.. streng diskr. Herrn. Kirchner Am Nahrungsberg 16 Fernruf 4167. ?rv 8—10000 Mark auf 1. Hypothek in Gießen auszuleihen Schr. Angebote unt. 078 a. d. Gieß. Anz. Kleinere Handtasche mit ein.Schlüsselbd. zwisch. Gg. 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Ferner: Gutes Beiprogramm 77 C Donnerstag, 5.Zanuar 1935 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Nr. 4 Zweites Blatt dem K aus und nur aus Mit Pfeil und Bogen auf dem Fischfang. Wenn unsere Fischer mit Netzen ausgerüstet zum Fang ausziehen, dann würden sie es als eure seltsame Zumutung empfinden, statt dieses Gerätes Pfeil und Dogen mitzunehmen. Indessen gibt es jenseits des Ozeans Indianerstamme, die diese Ausrüstung zum Fischen wählen. Die Indianerbevölkerung im Gebiete des Amzonenstro- mes und seiner Nebenflüsse erwirbt ihren Lebensunterhalt vor allem durch den Fang von Fischen, an denen diese Ströme außerordentlich reich sind, und gewöhnlich schießt man sie nut Dogen und Pfeil. Im leichten Kanu sitzt un Heck ifenr firnen lufmertfomteite« ; bieiem ethe-tad I 15 Uhr vorm. i orstelluN ein Indianer, der das Fahrzeug mit kaum bemerkbaren Schlägen eines breiten Paddelruders weitertreibt und zugleich steuert. Im Vorderteil des Dootes steht der Schütze, Dogen und Pfeil schuhgerecht in den Händen haltend. Es gewährt einen prächtigen Anblick, den Iäger zu beobachten, an dessem schönen nackten Körper jede Muskel in Erwartung gestrafft ist. Selten nur enteilt ein Pfeil der Sehne, ohne sein Ziel zu erreichen. Weihe Deobachter haben häufig Gelegenheit gehabt, die außerordentliche Sicherheit zu bewundern, mit der die Indianer die Fische, die ein europäisches Auge in dem dunklen Wasser der dortigen Flüsse kaum erkennen konnte, auf diese Weise erbeuteten. Der Pfeil wird aus kurzer Entfernung direkt auf die Deute abgeschossen. Der etwa 175 Zentimeter lange und aus einem dunkelroten, schweren, wohlgeglätteten Holze gearbeitete Dogen wird senkrecht gehalten, der Schütze visiert scharf über den bis nahezu zwei Meter langen Pfeil, zieht die Sehne rasch an und läßt sie mit dem Pfeil fahren. Auch in den Nächten wird den Fischen mit Dogen und Pfeil nachgestellt. Dabei verwenden die Indianer einen kürzeren Pfeil, der nur etwas über einen Meter lang ist. In der Rechten hält der Fischer eine Fackel aus kienigem Holz, die ihm leuchtet und zugleich den Fisch anlockt und blendet: in der Linken hält er den Dogen, und mit den Zähnen zieht er Sehne und Pfeil an, der eben wegen dieser Art der Handhabung kürzer sein muh... Der Fischfang steht ganz im Mittelpunkt des Lebens bei diesen Indianern. Schon am frühen Morgen, häusg vor Tagesanbruch, fährt jeder Familienvater mit einem Sohn oder einem jüngeren Freunde in seinem Kanu auf den Fischfang, um für die tägliche Mahlzeit zu sorgen. Kehren sie zu Mittag zurück und sind sie erfolgreich gewesen, so hört man sie schon von ferne lachen und plaudern. Stolz schreitet der glückliche Fischer mit seiner Deute über den großen freien Dorfplatz und entlockt bisweilen einer kleinen Flöte aus Hirschknochen schrille monotone Weisen. Deifällige Worte der Frauen und der Alten empfangen ihn, und eifrig werden die gefangenen Fische begutachtet. War er aber erfolglos, dann schleicht er sich womöglich auf Umwegen in das Haus, um dem gutmütigen Spott der anderen zu entgehen. ■veil. In vierjähr., rrlichen Naturaul- fTgestellt. Obenldorfer Berge: iden Lawinen und . lolsachlal • Zug- , Chiemsee • Wil- itrUod • Zf lertil • Omer wieder aber bönheiten der i können, die tr- s wacbrufen! idl.030bis0.70Mk len 0.50 u. 100 Mk 4 aus dem gelben oethe-Bundes. far »Ins und Seines Nr. Uto ■kasse.__ Oie Wehrverfassung der Zukunst Deutschland und das Miliz-System. Das Versailler Diktat zwang uns eine Wehr» macbt auf, deren Angehörige Berufssoldaten au sein hatten. Alle schweren und modernen Waffen sind uns verboten morden. Dennoch brachte es die lange Dienstverpflichtung mit sich, daß die Einheiten der deutschen Reichswehr eine außerordentliche Ausbildung und Kriegstechnik erfuhren, die sie geradezu zu einer „Rahmenarmee" machen. Vorausgesetzt selbstwerständlich, daß genügend andere Kräfte vorhanden sind, um diesen Rahmen auszufüllen. Man hat in Frankreich und Polen inzwischen Ang st vor der deutschen Reichswehr, als vor einer „Rahmenarmee" bekommen. Und man möchte gern die Entwicklung rückgängig machen und Deutschland zu einem Miliz-Sy- st e m nach Schweizer Muster zwingen. Dies ist der ganze Sinn des sogenannten „konstruktiven Planes^ cherriots und Paul-Boncours.^Aber General von Schleicher dürfte ein zu guter Soldat sein, um nicht bei aller Bereitschaft die Möglichkeiten des „konstruktiven Planes" auszunutzen, doch den Pferdefuß dieses Planes zu erkennen. Denn eine Gchach-Könige. Bon Philidor bis Aljcchin. Das Schach, das „königliche Spiel", das zur Zeit 'eines Bekanntwerdens im Abendlande im Mittelalter unter die ritterlichen Künste" gerechnet wurde, die jeder junge Adelige erlernen mußte, yat^ heutzutage mehr und mehr den Charakter eines Sports angenommen. In Turnieren und Einzelkampfen werden Meisterschaften ausgefochten, und der höchste Preis, der auf dem Schachbrett errungen werden kann, ist die Weltmeisterschaft. Doch schon bevor diese internationalen Wettkämpfe aufkamen, traten „Schach-Könige" auf, die die Herrschaft aus diesem Gebiet beanspruchten. I. Mi es es'nennt in einem Aussatz in Reclams Universum als die ersten Herrscher im Reich des Schachs, die noch nicht um den Weltmeisterschaftstitel kämpften, aber für unbesiegbar galten, den Franzosen P h i l i d o r im 18. Jahrhundert, der niemals einen Gegner fand, der ohne Vorgabe mit ihm spielen konnte, und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Schachmeister de la Bourdon n a is und den Amerikaner Paul Morph n. Einer der ersten Wettkämpfe in moderner Form iand 1843 zu Paris zwischen dem da- mals besten sranzösischen Spieler « a in t'Amant und dem stärksten englischen Meister Staunton statt-, dieser siegte nach einem Ringen von funs Wochen. Zum ersten Mal wurden die bes en Spie/ . ler Europas zu einem Turnier im Jahre 1851 nach । London eingeladen. Der Deutsche Adolf e f sei, errang den Siegerpreis, mit dem aber noch nicht der Titel Weltmeister verbunden war Trotz seines Sieges galt Anderssen nicht für den stark en [ Spieler der Welt, wurde nach einigen ^en von i Morphy gesästagen und Derlor ^6z >. Stein itz. Die Frage, wer der .el9entl‘5L''^Ä- | König" sei, blieb also bis vor einem halben Jahr- | hundert offen. Erst zu Beginn der achtziger Jahre i des vorigen Jahrhunderts ging es zum ersten L, Mal um'die Weltmeisterschaft und zwar zwischen den beiden Schachmeistern S te i n i tz "nd Zucker- fort, die gegenüber allen andern Mitbewerbern . ihre Ueberleqenhest bewiesen hatten. Als diese beiden ihre Kräfte maßen und S t e i n i tz mit 10.5 f hei fünf Remispartien siegte, da fiel ihm unvestril- | len der Weltmeistertitel zu, den er eigentlich erst geschasfen hat. Im Jahre 1894 gab er, fast sechzig- Kirche und Schule. Landkreis Gießen. y Watzenborn-Steinberg, 4. Ian. In hiesiger Pfarrei wurden im abgelaufenen Iahre 46 Kinder getauft. 24 Paare kirchlich getraut, konfirmiert wurden 21 Kinder, kirchlich beerdigt 15 Personen. In dem vom hiesigen Pfarrer mitversehenen Nachbarorte Grüningen sind die Zahlen folgende: 9 Taufen, 1 Trauungen, 11 Konfirmanden, 10 Beerdigungen. oo Langsdorf, 4. Jan. Die statistischen Er- Hebungen über das kirchliche Gemeinde leben im Jahre 1932 führten zu folgenden Ergebnissen: Langsdorf: Es wurden 61 Haupt- gottesdienste und 47 Nebengottesdienste abgehalten. Sie wurden im Durchschnitt der 52 Wochen besucht von 179 männlichen, 195 weiblichen Erwachsenen, plus 108 Kindern gleich 482 Personen, d. h. 50 Pro- zent der Evangelischen, 47 Prozent der Erwachse- nen. Die Zahl der Abendmahlsteilnehmer betrug 1186 Personen, oder 156 Prozent der Erwachsenen. 4 Trauungen, 10 Taufen, 6 Konfirmanden, 14 Beerdigungen. Die Gesamtsumme der Liebesgaben betrug 3818 Mark oder pro evangelische Haushal- tung rund 19 Mark. In dieser Summe sind namhafte Beträge enthalten, die dem Geldwert der zur Linderung städtischer Not gelieferten Lebensmittel entsprechen. Geliefert wurde nach Hanau, Frankfurt. Darmstadt, Gießen. Für die Filialgemeinde Bet- tenha u se n sind folgende Ergebnisse zu buchen: Es fanden statt 60 Haupt- und 11 Nebengottesdienste. Der durchschnittliche Besuch betrug 35 männ- unö 39 weibliche Erwachsene, plus 23 Kindern gleich 97 Personen. In Hundertsätzen ausgedrückt 26 Prozent aller Evangelischen, 29 Prozent der Erwachsenen. Zur Abendmahlsfeier kamen 427 Personen, oder 153 Prozent der Erwachsenen. Trauungen 3, Taufen 2, Konfirmanden 4, Beerdigungen 4. An Opfern und Kollekten -gingen insgesamt 411 Mark ein, pro evangelische Haushaltung rund 5 Mark. Die größten Beträge wurden für Aeußere und Innere Mission, sowie für Stadtnot aufgebracht. Zusammenfassend kann man sagen: das Kirchentum unserer Dörfer, begründet von der reformierten Herbigkeit und Formenstrenge der Väter im 16. Jahrhundert, steht unerschütterlich fest. Jedoch an den Liebesgaben merkt man die sinkende wirtschaft- liche Kraft der landwirtschaftlichen Bevölkerung. Immerhin zeugen auch diese gegen 1931 um ein Geringes gesunkenen Zahlen noch für den Helferwillen einer Christengemeinde. -siGrünberg, 4. Ian. Gestern fand hier unter dem Vorsitz von Dekan Schmidt (Grünberg) eine Konferenz der evangelischen Geistlichen des Dekanats Grünberg im Beisein des Superintendenten der Provinz Oberhessen. Oberkirchenrat D. Wagner, statt. Die Eröffnungsandacht hielt Pfarrer Geiß (Ober-Osleiden). Pfarrer Scriba (Wetterfeld) hielt dann einen Vortrag über ,Kirche und Freidenker tum", an dem sich eine lebhafte Ansprache anschloh. Das Ende des „betrunkenen Hauses^. Der Spitzhacke wird nun auch ein Haus in der italienischen Stadt Foggia zum Opser fallen, das sich der merkwürdigsten Entstehungsgeschichte rühmen kann. Wan kennt es in der ganzen Stadt nur als das „betrunkene Haus": es ist im Iahre 1850 errichtet worden und verdankt seinen unter so seltsamen Tegleitumständen vollzogenen Dau einer grimmigen Fehde zwischen dem Weinhändler Antonio Bucci und Don Francesco Saverio Fi- gliolia, einem hohen Deamten des Königreiches der beiden Sizilien. Der Weinhändler, Vereinen kleinen Weinladen in der Nähe des Hauses seines Gegners' besaß, wünschte sehnlich, seinen Nachbarn durch die Errichtung eines Hauses auf seinem Grundstück, das jenem die Aussicht verderben sollte, zu ärgern. Er ließ deshalb Dalken, Sand, Mörtel und andere Baumaterialien herbei schaffen. Da aber bekam Don Saverio Wind von der Sache und ließ ihm sagen, dah es ohne behördliche Erlaubnis nicht gestattet sei, ein Haus zu bauen. Diese Behörde aber, die die Erlaubnis erteilen sollte, war er selber. Der Weinhändler suchte deshalb einen Rechtskundigen auf, der erklärte. wenn er das Haus errichten könnte, bevor es jemand sähe und ihn daran hinderte, so sei sein Recht unaistechtbar. Bucci suchte nun schleunigst einige Maurer für den Hausbau zu gewinnen. Aber Don Saverio war schneller: er verbot allen Arbeitern für jenen zu arbeiten. Als es dem Weinhändler schließlich doch gelang, einen Meister aufzutreiben, der mit seinen elf Söhnen das Werk unternehmen wollte, fanden diese alle Brunnen von Foggia unter Bewachung gestellt, die ihnen die Entnahme von Wasser verweigerte. Da aber kam Bucci ein leuchtender Einfall: er beschloß, den Mörtel statt mit Wasser mit Wein anrühren zu lassen. Dem Entschluß folgte schnell die Tat: eine ganze Nacht hindurch arbeitete er und seine Freunde fieberhaft an dem Dau. Und obgleich sie durch den Dampf des Weines völlig berauscht waren, standen doch beim Morgengrauen die vier Wände eines kleinen zweistöckigen Hauses — zum Aerger von Don Saverio, als er sich verwundert den Schlaf aus den Augen rieb. Es war keine Täuschung: gerade vor feiner Nase stand das »betrunkene Haus" und raubte seiner Billa die Aussicht. Reichskanzler von Schleicher: Es gibt in «der Tat keine bessere Schule für die Jugend, um Selbstdisziplin, äußere und innere Bescheidenheit und Kameradschaft zu lernen, als di e allgemeine Wehrpflicht. Dies ist ein Hauptgrund, warum ich mich wieder und wieder für die allgemeine Wehrpflicht im Rahmen einer Miliz einsetze. In allen freien Staaten gehört es zum felbst- verstÄndlichen Recht des freien Mannes, i m Dienst an der Waffe ausgebildet zu werden, um die Grenzen des Heimatlandes zu schützen oder der Außenpolitik des Staates den letzten Rückhalt zu geben. Keine Staatsverfassung hat bisher ge- wagt, dieses freie Recht anzutasten: die demokratische Schweiz saßt ihre bereits auf der Schule zum Waffendienst vorbereiteten Männer in der Miliz zusammen, das bolschewistische Rußland unterhält eine starke, stehende Armee und hat selbst Frauen in den Dienst der Landesverteidigung gestellt. N u r unter Zwang haben bisher Völker darauf verzichtet, die Rechte ihres Staates gegen böswillige Uebergriffe und Einfälle der Gegner zu schützen. Ehe das Versailler Diktat Deutschland praktisch wehrlos machte, gab es im Verlauf einer mehr als zweitausendjährigen europäischen Geschichte nur noch die Entwaffnung Karthagos. Das Schicksal Karthagos aber ist allen Kindern bereits bekannt llNd sollte hinreichend abschrecken. Denn bald nach der Zwangsentwaffnung der Karthager wurde ihre Haupsttadt zerstört, und sie selbst wurden in alle Winde zerstreut. Im Vorkriegsdeutschland, das in seiner machtvollen Blüte vielen Nationen zum Vorbild diente, durchlief der junge Mann drei Erziehungsstätten, ehe er in das berufliche Leben eintrat und staatsbürgerliche Rechte verliehen erhielt: Elternhaus, Schule und Soldatenzeit. Der Deutsche nannte diese Soldatenzeit den „Dienst", und tatsächlich hat Oswald Spengler vollauf recht, wenn er die deut- sche Armee „die größte volkssozialistische Leistung aller Zeiten" nennt. Seitdem der Große Kursürst die privaten Landsknechtshaufen, die für irgendeinen „militärischen Unternehmer" fochten, zu Werkzeugen des staatlichen Willens machte und den Grundsatz des Beutemachens durch das Prinzip des Ehreerwerbens ablöste, stand — zuerst in ^reufeen und dann im ganzen Reich — die junge Mannschaft der Nation im unmittelbaren Dienste des Staates. Der Weltkrieg hat bewiesen, welche ungeheure Erziehungsaufgabe das deutsche Dolkvheer in den Jahrhunderten feit Fehrbellin geleistet hat. Doch schon im Weltkrieg verwandelten sich Wesen und Aufbau des Heeres. England hatte in kürzester Zeil eine Armee aus dem Boden gestampft und sie auf das Festland geworfen. Frankreich und Deutschland mußten die letzten Reserven mobil- machen, um dem glühendem Atem des Materialkriegs gewachsen zu fein. Waren im Frieden jährlich Hunderttausende von jungen Männern zurück- gestellt worden, well entweder die Heeresstärke erreicht war oder aber sie körperlich und geistig nicht der. gestellten Höchstanforderungen entsprachen, so machten es die ungeheuren Verluste des Krieges notwendig, auch auf die jüngeren Jahrgänge und körperlich Mindertaugliche zurückzugreifen. Etwa vom Jahre 1916 ab befand sich in allen Kompagnien nur noch ein kleiner Stamm von Soldaten, die eine Friedensausbildung hinter sich hatten. Und für das Jahr 1918 bekennt Ludendorff in seinen „Kriegserinnerungen", daß das deutsche Heer seinem Wesen und inneren Kampfwert nach zur Miliz geworden mar. Diese Entwicklung hat Deutschland schweres Lehrgeld gekostet. Denn die übereilt ausgebildeten Kriegsfreiwilligen-Regimen- ter des Jahres 1914 hatten unter Beweis gestellt, daß selbst die herrlichste Tapferkeit/and Todeskuhn- heil im modernen Krieg nutzlos ist, wenn sie auf überlegen ausgebildete und geschulte Regimenter mit größerer Kriegserfahrung stoßen. So wurden die jungen Jahrgänge, die Deutschland vom Jahre 1915 ab einzusetzen hatte, immerhin rund 5 bis 6 Monate, teils in Garnison, teils auf den Uebungs-- plätzen ausgebildet, ehe sie der Frontarmee eingereiht wurden. ________ Reise durch Griechenland. Athen und Eleusis. - Sparta einst und jetzt.-Oer heroische TaygetoS.-Kausts Bürge ilandschast.- Kultur und Lebensraum. Don Or. Alphons Tlobet - - ÄÄ SM tat? SÄw* ner, in ;id> fe Göitß ttj, L,eilNen Stau J Hrem Leichtsinn «g unb A Walene sM M fe, um so mehr ule Freundschaft ' ton der Dehn ku euren unb lostb^ «einfachen e mochte bleiben, » der Zeit M u, Dar bie Tochter ein« , te Cesare in M t Daren damit etrocr-1 Italien folgte. Ml de Eltern tut) nach lab nichts mchr, bei rnd band. Miliz nach Schweizer Muster ist für Deutschland unmöglich. Die Vorteile: Erfassung aller wehrfähigen Männer, unmittelbare Verbundenheit des Heeres mit dem Volk und geringe Kosten treten hinter die Nachteile zurück, die hauptsächlich darin bestehen, daß eine nur wenige Monate ausgebildete Wehrmacht nicht über bie notwendige Schulung verfügt, um einem modernen Kampf gewachsen zu fein. Hinzu kommt, daß bei der inneren Zerklüftung des deutschen Volkes es geradezu unmöglich erscheint, unbesehen jeden Zwanzigjährigen an der Waffe auszubllden oder ihn gar, wie in der Schweiz, die Waste im Zivllleben zu belassen. General von Schleicher hat deshalb von einer Miliz im Rahmen der allgemeinen Wehrpflicht gesprochen. Das will besagen, daß Deutschland neben der Heranziehung seiner Jugend zur Landesverteidigung nicht darauf verzichten kann, die Formen dieser Heranziehung den bewährten Methoden des alten Heeres anzupassen. lieber Einzelheiten ist jetzt noch nicht die Zeit gekommen, zu reden. Zweifellos aber führt die wehrpolitische Entwicklung aller Großstaaten dahin, daß sie neben einem spezialisier- ten Berufsheer eine m i l t a -artige Heeresverfassung einführen. Auf der nächsten Genfer Abrüstungskonferenz dürsten die hier nur angerührten Fragen bereits akut werden. Hügel, wo wenig Trümmer von großer Vergangenheit zeugen, so schweift der Dlick über em grünes Gefilde, über tausend Wipfel immergrüner Oelbäume, welche in unbeschreiblicher Armut immer wieder die schlanke Zypresse unterbricht. Ein einziger Garten, süß und mild. Und doch gibt es eine Erklärung: den Taygetos. Denn fünf Kilometer westlich von Sparta erhebt sich, ohne Uebergang, mit schroffer Plötzlichkeit, 2500 Meter hoch dieses Gebirge. War es der Blick auf diese heroische Landschaft, der die Spartaner hart und tapfer machte? War es der Gegen- satz des lieblichen Tales, in dem Sparta liegt, zu dieser gigantischen Berglandschaft, der die Phantasie der Spartaner wach hielt, sie an die Gegensätze des Lebens erinnerte und ihnen die Hingabe an die Genüsse des Lebens verbot? Das antike Sparta zerfiel um Christi Geburt. Das heutige Sparta ist eine Gründung der dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts. Es nimmt nur die südlichste Ecke der alten Siedlung ein. Der erste König Griechenlands nach der Befreiung von den Türken, glaubte Lake- dämon ein neues Sparta schuldig zu fein. Aber dieses neue Sparta ist auch danach geworden. Es ist eher ein bayerischer, als ein an« t i ter Ort, und das ist verständlich, denn der König stammte aus Bayern. Die alten Spartaner pflegten au sagen, daß ihre Stadt keiner Mauern bedürfe, da die Tapferkeit der Dewohner Schutz genug sei. Das Mittelalter dachte anders. Als die Dhzantiner, die Kaiser von Konstantinopel, welche sich kulturell immer mit Griechenland innig verbunden fühlten, sich eine Stadt in dieser Landschaft bauten, verschmähten sie das alte Sparta: eine halbe Stunde Weges entfernt bauten sie an den schroffen Abhängen des Taygetosgebirge ihre befestigte Residenz, in der sie oft selbst residierten und in der immer einer ihrer Stadthalter herrschte. Die Türken haben sie später im gleichen Sinne benutzt. Heute ist sie zerfallen. Aber ein Labyrinth von Ruinen erzählt von diesem griechischen Mittelalter. Wan erinnert sich der Durgenlandschaft Griechenlands, welche Goethe im Faust II. Teil der Handlung um Helena zugrunde legt. Diese phantastische Burgenlandschaft bei Sparta, heute Mistra genannt, paßt zum II. Teil des Faust. Vielleicht werden spätere Zeiten, denen das übrige historische Material über Goethe verloren gegangen ist, daraufhin annehmen, dah Goethe in Griechenland gewesen sei. Die Menschheitsgeschichte liebt komplizierte Natürlich sieht Griechenland ganz anders aus, als man es sich Dorf teilt. Dor allen Dingen ganz anders, als cs sich der klassisch Gebildete vorftellt. Athen vft eine modernere Stadt als Rom. Wäre nicht die Akropolis, niemand könnte auf die Idee kommen, es sei das Athen des Sophokles, des Plato, des Perikies. Dabei steht das Theater noch, in dem die Premieren des Sophokles stattfanden. Mer die moderne Stadt liegt auf der anderen Seite der Akropolis, und in dieser modernen geräuschvollen Stadt ist kein Platz für das Altertum. Man fährt mit einer Untergrundbahn nach dem P i - räus, dem Hafen Athens. Kein Denkmal aus dem Altertum ist hier übrig geblieben, nichts als der Name. Ein Autobus fährt von Athen nach Eleufis. Er fährt die heilige Straße entlang, die einst die Prozessionen zogen, aber die Straße ist afpl>altiert und umsäumt mit Tankstellen, lieber» dies sagen die modernen Griechen, um sich von den alten Griechen zu unterscheiden, Elefsssis statt Eleufis, unb das trifft die Sache nun wirklich. Denn über die eleusischen Gefilde qualmen die Schlote moderner Fabriken, und die eleusifchen Mysterien sind begraben — in den Büchern der Gelehrten, und auch die dort aufgeftellten Theorien über die Mysterien sind aller Wahrscheinlichkeit nach restlos falsch. Also sagen auch wir lieber Elefffsis. Ganz anders sieht ebenfalls Sparta aus, als man es sich vorstellt. Die alte Tradition ist insofern gewahrt, als Sparta ohne Bahnverbindung ist: schon die alten Spartaner waren ja mit Erfolg bemüht, das Reisen ins Ausland zu erschweren. Eisernes Geld gibt es aber nicht mehr. Dafür unsagbar schmutzige Geldscheine, welche eine amerikanische Firma herstellt. Doch Sparta lebt in unserer klassischen Phantasie als Horst der Disziplin, der Strenge und der Herbheit. Wie überrascht war ich, als das Auto, übrigens auf der schlechtesten Autostraße Europas, in ein liebliches Tal hinabfuhr. Eine schönere Landschaft besitzt ganz Griechenland nicht. Weiche Hügel über den Curotas-Fluß, den schon Homer schilfreich nennt und der es noch heute ist. Lieberhaupt hat Homer Sparta und Lakedamon richtig eingeschäht. Denn hier ließ er die großartigste Liebesgeschichte passieren, welche die Sage kennt: die Entführung der Helena durch den Prinzen Paris aus Troja. Wer heute die Statte sieht, hält das in dieser Landschaft für mogl.ch: aber nicht den Kasernenhofdrill der historischen Spartaner. Steigt man auf einen der niedrigen "jährig^das"heißumstrittene Schach-Zepter an den 33 Jahre jüngeren Emanuel Lasker ab, der nun durch 27 Jahre bie Schachwelt als Meister beherrschte. Erst im Jahre 1921 brachte ein neu ausgegangener Stern, der Kubaner Capablanca, dem für unbefieglid) geltenden Lasker eine Niederlage bei. Aber bie Waffen waren dabei nicht gut unb gleich, denn der Wettkampf wurde in Havanna ausgefochten unb zwar in einem ungewöhnlich heißen Frühjahr. Während der Kubaner an das tropische Klima gewöhnt war, litt Lasker sehr darunter unb trat nach der 14. Partie wegen Krankheit vom Kampfplatz ab. Lasker hat auch noch |pa= t°r in zwei großen internationalen Turnieren in glänzender Weise seine Meisterschaft gezeigt^ indem er aus ihnen als erster Sieger hervorging, öeitbem hat er sich aus der Oesfemlichkeit ganz zunickgezo- qen und Capablanca blieb sechs Jahre lang König im Reich der 64 Felder. Dann wurde er 1927 von dem genialen Russen Alexander ,211- j e ch i n in jenem denkwürdigen Wettkamps zu Buenos Aires geschlagen, der wegen seiner Hartnäckigkeit in der Geschichte des Schachspiels einzig dasteht-, er dauerte über zweieinhalb Monate und umfaßte nicht weniger als 34 Partien, bis schließlich Aljechin mit 6:3 bei 25 Remispartien Sieger blieb So ist also jetzt Aljechin Schachkonig, aber bei dem geringen Vorsprung, den er vor Capablanca hatte erwartet die Schachwelt einen neuen Wettkampf zwischen diesen beiden besten Spielern der heutigen Welt, dem allerdings große schwierig. Feiten persönlicher unb finanzieller Art entgegen» stehen. Wege, und sie hat es sich unnötig schwer ge- macht, daß sie die Wiege der europäischen Kultur in jene unwirtschaftlichen Derglandschaften des Balkans stellte. Unfruchtbar und steinig, von hohen Gebirgen ausgefüllt, mit wenig Tälern gesegnet war bas alte Hellas, ist das moderne Griechenland. Die Natur kam dem Menschen nicht zu Hilfe. Die hellenische Kultur ist hundertprozentig ein Werk des Menschen, den ungünstigsten geographischen Bedingungen abgekämpft und abgetroht. Eng war das Land: denn man kann die wenigen Niederungen fast am den zehn Fingern abzählen. Selbst Attika besteht - nicht mehr als zwei, drei kleinen Ebenen im übrigen aus Dergland. Lakedämon aus der Ebene von Svarta, Arkadien drei Talbecken, in die kaum ein Paß aus win übrigen Griechenland führt. Klein ist die Ebene von Argos, klein der Raum Korinths, klein der Platz M e g a r a s. Am reichsten und geräumigsten ist noch die Landschaft, welche die geringste Rolle gespielt hat, Messenien. Die griechischen Völker und Stämme gediehen um so besser, je weniger Lebensraum sie hatten, je mehr sie kämpfen mußten und je feindlicher ihnen die Natur gegenuberstand. Nichts als der Genius der Menschheit half ihnen. für unseren , Verkat»^ aie den e pamen' j gtnffc errscbFDiz'vlsl’i sS j tsPiele es@ Flau yv Wirtschaft. Oie Lage des kaufmännischen StellenmarkieS. Und) den Beobachtungen der Kaufmännischen Stellenvermittlung des Deutschnationalen Hand- lungsgehilfen-Derbandes hat sich die bereits im November leicht gebesserte Stellenmarktlage im Dezember behaupten können. Der Neuzugang an Bewerbern hielt sich in erträglichen Grenzen, wird zum Teil sogar von Altstellenlosen gestellt, die im Hinblick auf Konjunkturhoffnungen sich wieder bei der Stellenvermittlung eintragen ließen. Zum Iahresschluh ausgesprochene Kündigungen wurden in größerem Almfange zurückgenommen. Der relativ günstige Gesamteindruc! wird nur durch die Entwicklung in Schlesien — auch Oberschlesien — beeindruckt. Dort hat die kleine Erholung sich nicht durchzusetzen vermocht, trotzdem Hütten- und Montanindustrie in beachtlichem Almfange Arbeiter-, nicht Angestellten-Einstellungen vornehmen konnten. Die ursprünglich hauptsächlich vom Epinn- stoffgewerbe ausgehende konjunkturelle Belebung ist im ganzen Reich mehr auf die «Eisen- unS Hüttenindustrie übergegangen, auf die sie sich zur Zeit im wesentlichen beschränkt. Der Eingang an Desehungsaufträgen ist gegenüber dem Dormonat wenig gesunken. Das findet eine bedingte Begründung in den Festtagen und den notwendigen Dispositionen zum Jahreswechsel. Das Dermittlungsgeschäft konnte sich auf der Höhe der Novemberzahlen halten. Nennenswerte Aushilfstellungen für Stellenlose hat das Weihnachtsgeschäft auch in diesem Jahre nicht gebracht. Man beschränkte sich wieder überwiegend auf die bequemere Einberufung inzwischen verheirateter weiblicher Hilfskräfte. Berlin ruhig und uneinheitlich. Berlin, 5. Jan. (WTB. Funkspruch.) Die kräftige Befestigung in Neuyork und die neuen Steigerungen der deutschen Bonds, sowie die Verschiebung der Reichstagseröffnung auf den 24. d. M. ließen vormittags Hoffnungen auf eine feste Börse aufkommen. Zu Beginn des Verkehrs zeigte es sich dann aber, daß das Publikum sich weiter vom Geschäft fernhielt, so daß die Notierungen, je nachdem die Spekulation Deckungen oder Glattstellungen vornahm, etwas höher oder niedriger lagen Die Veränderungen blieben meist unbedeutend Bei Farben herrschte auf Grund von Hoffnungen auf eine 7prozentige Dividende zu 1% Prozent höherem Kurse Nachfrage. Montane lagen bei Veränderungen bis 3U 1% Prozent völlig uneinheitlich. Stolberger waren auf kleines Angebot 3% Prozent, das find 10 Prozent des effektiven Wertes, gedrückt. Braunkohlenwerte tendierten durchweg schwächer. Kaliwerte konnten sich nach den gestrigen Rückgängen bis zu 1^ Prozent erholen. Von ckemi- fchen Werten waren außer Farben auch Goldschmidt mehr als 1 Prozent gebessert. Conti-Gummi waren etwas freundlicher, während Linoleum-Werte ein Prozent verloren. Elektro-Papiere waren bei Abweichungen bis zu 1 Prozent vollkommen uneinheitlich. Akkumulatorenfabrik gingen 2% Prozent zurück Gaswerte, Autoaktien und die meisten Maschinenfabriken waren freundlicher. Drahtwerte, Metall- und Bauwerte lagen vernachlässigt. Kunstseideaktien eröffneten bis zu 1 Prozent schwächer. Sonstige Textilwerte waren gut behauptet. Papier- und Zellstoffwerte waren ruhig und teilweise schwächer. Von Brauereien gewannen Schultheiß 1 Prozent. Die Anteile von Wasserwerken zeigten ruhige, aber gut behauptete Tendenz. Verkehrswerte und Bankaktien lagen etwas freundlicher. Allgemeine Lokal und Kraft gewannen 2 Prozent. Im Verlaufe blieb die Tendenz zunächst unregelmäßig, später genügte kleine Nachfrage für einzelne Werte, um die betreffenden Kurse bis zu 1>6 Prozent anziehen zu lassen. Deutsche Anleihen waren ruhig und kaum verändert. Reichsschuldbuchforderungen blieben gut behauptet, auch Reichsbahnvorzugsaktien, Pfandbriefe ufw. waren etwas gefragt. Nur einige variabel gehandelte Jnduftrieobligationen lagen etwas schwächer. Ausländer bröckelten überwiegend bis zu % Prozent ab. Anatolier und Mazedonier waren eine Kleinigkeit freundlicher. Frankfurt etwas freundlich. Frankfurt a. M., 5. Jan. (WTB. Drahtmeldung.) Die Vertagung des Reichstags bis zum 24. Januar und die feste Haltung Wallstreets fanden an der heutigen Börse gute Ausnahme. Die Stimmung war nach der gestrigen Abschwächung unverkennbar freundlicher, wenn auch die Umsätze kein großes Ausmaß annahmen. Die Spekulation schritt nach den gestrigen Verkäufen zu Rückdeckungen, daneben lagen auch von außen her einige Kauforders vor. Das Hauptinteresse konzentrierte sich auf den JG.-Farben-Markt, wobei optimistische Auffassungen hinsichtlich der Dividendenfrage anregten. Eine Diskussion darüber erscheint jedoch noch verfrüht. Die Farbenaktien zogen zunächst um 0.40 v. H. an und waren gleich nach dem ersten Kurs um ein weiteres Prozent höher. Von sonstigen Chemiewerten gewannen Goldschmidt 1,50 v. H., Deutsche Erdöl blieben behauptet, während Scheideanstalt 0,50 v. H. nachgaben. Ueberwiegend fest lagen auch Montanwerte, die durchschnittlich Besserungen von 1 bis 1,50 v. H. aufwiesen, Harpener zogen sogar 1,75 v. H. an und nur Buderus bröckelten etwas ab. Am Elektromarkt eröffneten die Kurse zunächst uneinheitlich, doch meist um 0,50 bis 0,75 v. H. fester. Nur Siemens verloren 1,50 v. H. und Schuckert 0,25 o. H. Im übrigen eröffneten Conti- Linoleum Zürich 1,13 v. H., Zement Heidelberg, Daimler Motoren und Schiffahrtswerte bis 0,50 v. H. höher. Zellstoff Waldhof gaben anderseits 0,75 v. H. nach. Deutsche Anleihen lagen ruhig und wenig verändert. Späte Reichsschuldbuchforderungen waren anfangs leichter, später aber wieder freundlicher. Die Schutzgebietsanleihe bröckelte indessen weiter ab. Am Pfandbriefmarkt waren Goldpfandbriefe etwas freundlicher und von 0,25 bis 0,75 v. H. höher, während Liquidationspfandbriefe und Kommunalobligationen unverändert waren. Industrieobligationen, Staats- und Stadtanleihen lagen ruhig. Im Verlaufe traten zunächst kleine Besserungen ein, später blieben die Kurse bei geringen Umsätzen nicht immer voll behauptet, die Grundstimmung blieb aber freundlich. Im weiteren Verlauf fanden behauptete Umsätze in Reichsaltbesitzanleihe statt, die 0,75 v. H. anzogen. Tagesgeld war zum Satz von 4,75 v. H. unverändert. frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 5. 3an. Auftrieb: Rinder 63 Stück: Kälber 744, Schafe 210, Schweine 564. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und 'Saugkälber 31 bis 34, mittlere Mast- und Saugkälber 26 bis 30, geringe Kälber 20 bis 25. Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel, Weide- mast, 22 bis 24, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 19 bis 21, fleischiges Schafvieh 15 bis 18. Schweine: vollfleischige Schweine von zirka 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 35 bis 37, desgl. von zirka 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 34 bis 38, desgl. von zirka 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 34 bis 37. Marktverlauf: Kälher und Schafe langsam, geräumt, Schweine ruhig, ausverkauft. G. A.-Sport. Fußball.BerbandSspiele beginnen ... Arn kommenden Sonntag beginnen wieder die Berbandsfp'.ele. Der erste Sonntag der Rückrunde bringt gleich zwei spannende Begegnungen. Die DsD.er empfangen auf dem Waldsport- Platz die 1. Elf des Sportvereins Wetzlar, die Dlauweißen fahren nach Frohnhausen. Den Spielen kommt besondere Bedeutung deshalb zu, weil es für den DfB. und die Wetzlarer um nicht unwesentliche Positionsverbesserung geht. Handball tm Ladn - Oünsdera - Gau. Gauvorstandssihung in wieseck. Zum Zwecke der Festsetzung der Termine für die Veranstaltungen des Jahres 1933 findet kommenden Sonntag in Wieseck eine Gauvorstandssitzung statt. Petroleum, das flüssige Gold. U.S.A. Zahlen in 1000 Raumtonnen 116,6 M I v -I WH 22,3 DIE ERDÖL-PRODUKTION, 6.6 5,8 4.9 LU U.S.S.R X VENEZUELA 172 der wichtigsten ■■ LÄNDER Petroleum ist das flüssige Gold der modernen Welt, und um den Besitz der Quellen wird heule mit derselben Leidenschaft gekämpft wie früher um edle Metalle. Eine große Anzahl internationaler politischer Konflikte drehten sich um den Besitz von Delfelbern, gerade in diesen Tagen hat die persische Regierung der englischen Ausbeutungs-Gesellschaft die Konzession gekündigt, was noch zu erheblichen Verwicklungen im Nahen Osten führen kann. Wie un-sere Statistik der Jahresproduktion von 1931 zeigt, ist Persien das Land mit der sünstgrößten Erdölproduktion der Welt. Unsre liebe Mutter, Großmutter und Tante Frau Marie Pfeiffer Witwe geb. Schneider ist am Montag, dem 2. Januar, nachmittags 5 Uhr, im Alter von 84 Jahren sanft entschlafen. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen (Neuen Bäue 2), den 5. Januar 1933. Die Beisetzung fand auf Wunsch der Entschlafenen in der Stille statt oeo Gießen, den 5. Januar 1933. 08 Die trauernden Hinterbliebenen: Wilh. Henrich und Kinder Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen, für die zahlreichen Kran«- und Blumenspenden sagen wir hiermit unseren innigsten Dank. der Vorstand 4 D i KriegepvereiD GieBen. Die Beerdigung un- seres 1b. Kameraden Wilhelm Horst findet am Freitag, dem 6. Januar 1933. nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet Familien-Drucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl. BchulstraOe 7 Vermietungen | 3 5-Zimm -Wohn. Z.-H;.,Bad,z.oerm. Frledricbstr.53,1. (oi? Schöne 3-Zimin -WohnO. per sofort oder später zu verm. o?s Asterweg 47. Jaden evtl, mit Wohnung sofort zu vermieten. Schriftl Angeb. u. 080 a. d. Gieß. Anz. Mietgesuche Best. 6-7-Zim.-Wobn. m.od.o.Heizungvon höhere Beamte ges. Lchriftl. Ang. unt. 064 a. d. G. 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Anz. ■IIII11IIUII11IIIIIIIIIII1) Bekanntmachung. Betr.: Verstärkte Winterhilfsmaßnahmen der Reichsregierung zur Verbilligung von Lebensmitteln und Brennstoff für die hilfsbedürftige Bevölkerung. Im Rahmen der Winterhilfe hat die Reichsregierung verstärkte Mittel zur Verfügung gestellt, durch die der hilfsbedürftigen Bevölkerung für die Monate Januar, Februar und März 1933 der Bezug von frischem Rind- oder Schweinefleisch und anderen Lebensmitteln sowie von Brennstoff zu einem verbilligten Preise ermöglicht werden soll. 670 A. Verbilligung von Fleisch und anderen Lebensmitteln. Die Verbilligung erfolgt auf Grund eines von der Reichsregierung herausgegebenen Verbilligungsscheines. Die Ausgabe des Gutscheins für den Monat Januar 1933, der 4 Bezugsabschnitte im Werte von 30 Rpf. enthält, wird in den nächsten Tagen an die Empfangsberech- tigten erfolgen. Die Verbilligung wird gewährt für frisches Rind- oder Schweinefleisch einschließlich Rückenfett und Liefen (Flomen) sowie für frische Durstwaren von Rind und Schwein. Jeder Berechtigte kann monatlich vier Pfund verbilligten Fleisches oder verbilligter Wurstwaren erhalten. Auf geringere Mengen als 1 Pfund darf eine Verbilligung nicht gewährt werden. 3c einmal im Monat können an Stelle eines Pfundes frischen Fleisches oder frischer Wurstwaren wahlweise bezogen werden: 1 Pfund Schweineschmalz oder mindestens 2 Pfund frischer Seefisch ober 1 Roggenbrot im Gewicht von mindestens 2% Pfund. Unter bestimmten Voraussetzungen erhalten Hilfsbedürftige, insbesondere Kinderreiche, zwei Verbilligungsscheine. Sie können auf den zweiten Verbilligungsschein an Stelle eines Pfundes Fleisch usw. wahlweise mindestens 1% Liter frische Milch beziehen. B. Verbilligung von Brennstoff. Auf Grund eines besonderen Verbilligungsscheins kann jeder Berechtigte monatlich 2 Zentner verbilligter Kohlen (Steinkohlen, Braunkohlenbriketts, Koks) erhalten. Der verbilligte Preis muß 30 Rpf. unter dem Tagespreis oder sofern für Unterstützungsempfänger durch Preisnachlässe der Kohlensyndikate und des Kohlenhandels sowie durch Frachtermäßigungen bereits Preisnachlässe erzielt sind, 30 Rpf. unter diesem verbilligten Preise liegen. Es wird bei dieser Gelegenheit darauf hingewiesen, daß für Hilfsbedürftige durch die vorerwähnten Verbilligungs- maßnahmen der Preis für den Zentner Union-Briketts bereits auf 1,17 RM. ab Lager gesenkt werden konnte. Als Bezugsstellen für die verbilligten Oeffeniliche Mahnung Folgende Rückstände werden hiermit zur Zahlung bis 12. Januar 1933 einschließlich gemahnt: 64C Schulgeld für die Hessische Studienanstalt für November 1932, Wohnungsmiete aus städtischen Häusern für November 1932, 4. Ziel Vorauszahlung an Gemeinde-, Kreis- und Prooinzialumlage einschließlich Sondergebäudesteuer 1932. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt ohne weitere Mahnung Einzug der rückständigen Beträge auf Kosten der Schuldner. Bei den Steuerzahlungen werden die vorgeschriebenen Verzugszuschläge erhoben. Gießen, den 4. Januar 1933. ___________Stadtkasse Gießen.__ Holzversteigerung im Fürst zu Solms-Braunfelsschen Forstrevier yungen, Distrikt Dietrichsberg bei Dillingen, am Montag, dem 9. 3anuar d. 3.» 10 Uhr vormittags, im Säale der Gastwirtschaft Strack zu Dillingen. Zum Verkauf kommen: 740 Buche: 416 rm Scheiter, 444 rm Knüppel, 21 rm Reiserknüppel, 140 rm Astreifer und Schlagraum. Eiche: 4 rm Scheit, 161 rm Knüppel, 7 rm Gartenpfosten, 2,20 m lang. Jid)te: 8 rm Knüppel. Lebensmittel und Brennstoffe sind alle Verkaufsstellen zugelasfen, die die bezeichneten Waren führen und die sich bereit erklären, die Verbilligungsscheine in Zahlung zu nehmen und den gegebenen Vorschriften zu entsprechen. Im übrigen machen wir die örtlichen Verkaufsgeschäfte auf folgendes aufmerksam: 1. Einlösung und Verrechnung der Bezugsscheinabschnitte erfolgt durch das Städtische Wohlfahrtsamt, Gartenstraße Nr. 2. 2. 3. 4 werden. Wir bitten daher, darauf zu achten, daß die der Bezugsscheinabschnitte vor dem Verfalltage erfolgt. Gießen, den 2. Januar 1933. besonders Einlösung rechtzeitig Bürgermeisterei Gießen. Wohlfahrtsamt. Dr Seid. Rechnung ist in doppelter Ausfertigung unter Beifchluß der in Zahlung ge nommenen Bezugsfcheinabfchnitte einzureichen. Die in Zahlung genommenen Abschnitte sind durch Aufdruck eines Firmenstempels ober durch Namensaufschrift zu entwerten. Die einzelnen Verkaufsstellen haben die gesammelten Abschnitte jedesmal für den Zeitabschnitt, für den sie gelten, an die Verrechnungsstelle des Wohlfahrtsamts abzuliefern. Der Tag, bis zu dem die Abschnitte abgeliefert fein müssen, ist aus den einzelnen Abschnitten ersichtlich. 5. Nach dem Verfalltage abgelieferte Abschnitte können nicht mehr beglichen Für Haus-Schlachtungen empfehle Weißblech-Konservendosen zum Einkochen von Fleisch- u.Wurst. Die Dosen werden maschinell verschloss. Rat u. Auskunft unverbindl. Georg Dahmer, Spenglerei Neuenweg 40. o-i Die gute aus dem Habichtswald bei Kassel der billige Hausbrand zu Mk. 1.30 p. Ztr. fr. Keller bei JOh.FiSCbßr.Kolilenbandelsgesellscliaft m. b. H., Alicenstrabe 42 — 44 Fernsprecher 3i72 und 3176. 70ö Zwangsversteigerung 87/32 Am Donnerstag, dem 12. 3anuar 1933, vormittags 9 Uhr. wird im Amtsgerichts- gebäude zu Gießen, Zimmer 107, das im Grundbuche von Gießen dem Karl Huhn und Ehefrau Elise, geb. Trapp, in Gießen zugeschriebene Anwesen Rittergasse 23 Flur 1, Rr. 561 = 4 qm yofraum Jur 1, Jlr. 567 = 950 qm hofreite. zusammen geschätzt auf 35 415 RM., versteigert. 86220 Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 5. Dezember 1932. I A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Nutz- und Brennh olzversteigerung aus dem Stadlwald Laubach. Am Montag, dem 9. 3anuar 1933, werden nach Zusammenkunft am Waldeingang der Kreisltraße Laubach — Freienjeen (Schützenhalle) um 10% Uhr vormittags aus den Forstorten Höll, ©enges, Buchwald und Zwillingsseife versteigert: Derbstangen: Esche 2. und 3. Kl. = 8 St.; Buche 3. Kl. - 10 St. Ruhscheiter: Eiche (2 m lg. zu Gartenpfosten) 23 rm. Scheiter: Buche 400 rm, Hainbuche 18 rm, Eiche 12 rm, Birke 2 rm. Knüppel: Buche 420 rm, Hainbuche 11 rm, Eiche 27 rm, Reisig 1. Kl. (in Schichthaufen eingelegt) 330 rm. Stöcke: Buche 1. Kl. = 70 rm. Das Holz sitzt größtenteils an guten Abfuhrwegen. Auskunft erteilt Förster (9 r ü n i g Freienseen. 650 Laubach, den 3. Januar 1933. Hessische Bürgermeisterei. Högy.