Nr. 284 Erstes Blaff 183. Jahrgang Montag, 4. Dezember 1933 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen poflfd)edfonto; fronffurt am n?ain liess. Vrvtk und Verlag: vrühl'sche UnwersttSt§-vuch' nnö Stetnöruderei B. Lange in Gießen. Schrlftleltung und Geschäftsstelle: Schufstra^e 7. Annahme von Zlnjeigeti für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Ne- Klameanzeiaen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“ , mehr. Chefredakteur Dr Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil L D. TH.Kümme! sämtlich in (Siegen. Ericheini lagltd), außer Sonntags und Feienag» Beilagen; Die Illustriert« Gießener Familienblätter Heimat >m Bild Die Scholl, Monats-bezugsprets: Mit 4 ‘Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 180 Zustellgebühr . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, ^ernfprechanschlüfle anter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siesten. Ausnahmezustand in ganz Spanien. Abwehr gegen anarchistische Revolten. - Der zweite Wahlgang der Corteswahlen. Madrid. 3. Dez. (TU.) Die spanische Regierung ist einer großangelegten Verschwärung anarchisfisch - syndikalistischer kreise auf die Spur gekommen, die die Absicht hatten, in der Rächt vom Sonntag zum Montag in ganz Spanien z u einem bewaffneten Auf ft and überzugehen. Ls wurden sofort umfangreiche A b - wehrmahnahmen getroffen. 3n sämtlichen IBaffenläben des Landes wurden die Waffen- Vorräte beschlagnahmt. Die Polizei steht in höchster Bereitschaft. Die spanische Regierung hat einen außerordentlichen Ministerrat abgehalten und dem Staatspräsidenten vorgeschlagen, d e n A l a r m - zu st and über das ganze Staatsgebiet zu verhängen. Der Präsident hat das Dekret unterzeichnet. das sofort in Wirksamkeit tritt. 3n Barcelona sind Verhandlungen über die Beilegung des Tranportarbeiter st relks sehl- geschlagen. 3m Stadtteil horta explodierte eine anscheinend von anarchistischer Seite aufgelegte Bombe in einem Elektrizitätswerk. Ein Autobus, der froh des Streiks ausgefahren war. wurde von den Streikenden überfallen nnS in Brand gesteckt. 3n larrafa hat die Polizei eine geheime Zusammenkunft von Extremisten aufgehoben und 40 Personen. darunter bekannte Anarchisten, verhaftet. Der ©eneralgounerneur hat die Verhaftung der Anarchisten und die Schließung der roten Gewerkschaften angeordnet. Die verhafteten werden a n Borb ein es Dampfers übergeführt unb borf sichergesiellt. Die Rachwahlen zum spanischen Lanbtag am Sonntag scheinen wesentlich unruhiger verlaufen zu sein als ber erste Wahlgang. So kam es vor allem in Madrlb zu zahlreichen Zusammenstößen zwischen Anhängern ber Rechten unb der Marxisten. 3n einem Vorort der Hauptstadt versuchte der Mob ein Kloster in Brand zu stecken. Erst als das Ueberfallkommando von der Schußwaffe Gebrauch machte, konnte der Pöbel auseinandergetrieben werden. Großen Belästigungen und rohen Anpöbeleien waren insbesondere die Rönnen und Ordensbrüder ausgesetzt, die stellenweise ihre Absicht, zu wählen, angesichts der Drohungen aufgeben muhten. An mehreren Stellen in Madrid wurden Privatkraftwagen, deren 3nsassen Propaganda für die Rechtsparteien machten, um- geroorfen und angezündet. 3n Madrid explodierten vor den Eingangsküren zu zwei großen Kaffeehäusern zwei Bomben. Der Sachschaden ist beträchtlich. Menschen sind nicht zu Schaden gekommen. Man nimmt an, daß dieser Anschlag mit dem Streik der Kaffeehauskellner in Zusammenhang steht. Gegen das Madrider Kasino wurden Steine geworfen, wodurch zahlreiche Fensterscheiben zertrümmert wurden. 3n einem Vorort wurde auf einen Automobilfahrer ein Anschlag verübt und der Eigentümer des wagens erschaffen. Erste Zahlen des zweiten Wahlganges. Madrid, 4. Dez. (WTB. Funkspruch.) Die bisherigen Lrgebniste des zweiten Ganges der Parlamentswahlen stellen sich nach einer Veröffentlichung des 3nnenministeriums wie folgt: Gewählt wurden 10 Radikale, 1 konservativer Republikaner, 1 unabhängiger Radikaler, 1 unabhängiger Republikaner. 1 Mitglied der Volksvereinigung. 5 Mitglieder der Landwirtepartei. 2 Traditionalisten, 8 Sozialisten, 1 Kommunist. 3n Madrid - Stadt sind 13 Sozialisten und 4 Rechtsparteiler gewählt worden. 3n Burgos ist auch der Gründer der spanischen faschistischen Partei. Dr. Alb inan a. gewählt worden. Am Samstag wurde bas amtliche Ergebnis bes ersten Wahlganges veröffentlicht, von ben 378 Abgeordneten, die gewählt wurden, entfallen auf die Rechte 169, auf die Mitte 129 und auf die Clnte 65. 15 weitere Abgeordnete gehören nicht genau unterzubringenden Gruppen an. 3m zweiten Wahlgang waren noch 95 Abgeordnete zu wählen. Sämtliche Minister, die den linksrepublikanisch eingestellten Parteien angehören, haben beschlossen, zurückzutreten. Es handelt sich um den handelsminister, den Verkehrsminister, den Außenminister, ben Marineminister unb ben Ar- beitsminisler. Die linksrepublikanisch eingestellten Persönlichkeiten wollen übrigens bem Präsibenten ber Republik, falls er sie um Rat fragt, ben Rat geben, bie neugewählten Lories noch vor ihrem Zusammentritt wieder aufzulösen. Der Kamps geoen die Anarchie Die Verhängung des Belagerungszustandes lenkt die Aufmerksamkeit auf die anarchistische Bewegung, die seit Errichtung der Republik sehr aktiv geworben ist. Der Anarchismus, der eine dem südlichen Charakter entsprechende Ausprägung des Klassenkampf- aedankens darstellt, ist auf der iberischen Halbinsel in der S. A. 3. oraanUiert (Iberische Anarchistische foberahon.) Der Nationale Gewerkschaft s b u n d (C.N.T.), der alle links von den -Sozialisten stehenden Elemente umfaßt ist ganz von den Anarchisten durchsetzt. Durch die nach allen Seiten unbefriedigende Regierungstätigkeit der Sozialisten hat diese Richtung in den 2'/- Jahren des Bestehens der Republik starken Zustrom erhalten. Schon im Januar ds. Js. kam es in verschiedenen Teilen des Landes zu anarchistischen Aufständen, insbesondere in Barcelona, das auch jetzt wieder ein Unruheherd geworden ist. Die Regierung, die damals nur durch ganz rücksichtsloses Einschreiten der Lage Herr werden konnte, scheint auch jetzt wieder Anzeichen dafür zu besitzen, daß die W a h l n i e d e r l a g e d e r S o z i a l i st e n, die schon im ersten Wahlgang am 22. November über alles Erwarten groß war, von der gutorganisierten anarchistischen Bewegung zu-einem Aufstand ausgenutzt werden soll. Washington, 3. Dez. (WTB.) Die amerikanische Regierung wird das in Europa schon längere Zeit bestehende Q u o t e n s y st e m zunächst auf die Alkoholeinfuhr anwenden. Bis der Kongreß eine endgültige Regelung beschließt, will man jedem fremden Lande die Einfuhr desjenigen Quantums von alkoholischen Getränken gestatten, das der durchschnittlichen Einfuhr während einer viermona- tigen Periode in denJahren 19 10 bis 1914 entspricht. Die Quoten der Alkokoleinfuhr sollen in dem Maße erhöht werden, in dem das fremde Land sich zur Abnahme amerikanischer landwirtschaftlicher Erzeugnisse bereit erklärt. Dies hat nichts mit der Meiftbegünstigungs- klausel zu tun, da die Quoten nur das Quantum, nicht aber die Eiyfuhrzölle betreffen. Argentinien bemüht sich u. a., daß an die Stelle der spezifischen Zölle Wertzölle gesetzt werden, da der argentinische Wein sehr billig ist und bann größere Aussichten auf Konkurrenz, beispielsweise mit französischen Weinen haben würbe. Vorläufig kann jebes Lanb mengenmäßig bas ein- führen, was errechnet wird, wenn man bie Gesamt- einfuhr bes betreffenden Landes von 1910 bis 1914 durch 12 dividiert. Die Regierung kann bekanntlich nur die Einfuhr unb ben zwischenstaatlichen Transport von Alkoholika regeln, während jederEinzelftaatselb- ständig über die Herstellung und über die Verkaufsstellen Bestimmungen trifft. Bisher haben nur 19 von 48 Staaten den Alkoholausschank zugelassen. Die Polizeiverordnungen in den einzelnen Bundesstaaten über den Ausschank von Alkohol, die am kommenden Dienstag in Kraft treten, sind so oe r - WSN. Frankfurt a. M., 2. Dez. In ber Frankfurter Festhalle hatte am Samstagabenb bie Deutsche Arbeitsfront bie Arbeiter ber Stirn unb ber Faust, Unternehmer, Arbeiter unb Angestellte, zu einer großen Kundgebung versammelt. Nach dem Einzug der NSBO.-Fahnen begrüßte Gaubetriebszellenleiter Willi Becker den Gauleiter Reichstatthalter Sprenger, den Führer des Gesamtverbandes der deutschen Arbeiter und der NSBO., Staatsrat Walter Schuhmann (Berlin), den Organisationsleiter der Deutschen Arbeitsfront Claus S e l z n e r (Berlin) und den Treuhänder der Arbeit, Dr. L ü e r. Oer Reichsstatthalter in Hoffen, Gauleiter Sprenger ührte bann u. a. aus: Die Deutsche Arbeitsfront war von Anfang an berufen, bas Sammelbecken aller derer zu fein, bie in bie.Wirtschaft, bie in bie Arbeit hineingehören. Hier wirb bie Volksgemeinschaft zur Tatsache. Hier steht ber Unternehmer neben bem Arbeiter. Es ist ein hervorstechendes Merkmal, daß in Deutschland nicht nur die organisierte Arbeit im Werden begriffen ist, sondern daß auch in diesem Rahmen d i e Erhaltung der Arbeitskraft des einzelnen im Vordergrund steht. Der Rhythmus der Fabrik, der Rhythmus der Arbeit soll und muß unterbrochen werden durch denRhythmusder ungebrochenen gesunden Freude des gesamten deutschen Volkes. Und es gibt kein größeres Werk, als das vor wenigen Tagen in Berlin verkündete: die Organisation Nach der Arbeit, die sich zum Ziele gesetzt hat, durch Freude Kraft zu schaffen. Wir in Frankfurt haben die ; Ehre und Freude zugleich, in diese Arbeit a l s erfte praktisch einzugreifen. Wir haben diese herrliche Festhalle. Wir haben hinter ber großen Festhalle ein kolossales Gelänbe, wir haben e i n Stadion, bas mustergültig genannt werben muß. Ich freue mich, sagen zu können, daß die Fest- Unter biefem politischen Machtkampf tritt bas Interesse an den Wahlergebnissen zurück. Vielleicht wird deren Bekanntgabe sich unter dem Belagerungszustand noch mehr verzögern, als nach dem ersten Wahlkampf, wodurch ben Gegnern ber Republik von rechts unb links ein weiteres Argument gegen bas marxistisch-liberale System geliefert würbe. Die Rechtsparteien Haden mit über 60 Prozent schon im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erhalten. Wenn sich durch das gestrige Wahlergebnis der Ruck nach rechts verstärkt unb befestigt hat, so wird das zunächst nur einen schärferen Einfluß des katholisch-konservativen Elements, aber noch nicht bie Rückkehr zur Monarchie bebeuten. Die eigentlichen Monarchisten, bie sich bei diesen Wahlen Traditionalisten nennen, finb innerhalb ber Rechtsopposition nur eine Minberheit, ebenso wie bie verschiedenen faschistischen Gruppen. schiebenartig, daß sich offenbar nur Personen mit juristischen Vorkennkniffen auskennen. Wie oer- wickelt die Alkohol-Gesetzgebung ist, ergibt sich aus folgendem: In den Staaten New-Jersey, Wisconsin, Louisiana, Nevada unb Missouri dürfen Kneipen Schwingtüren besitzen unb Volljährige jeber Art an ben Bars Alkohol trinken. In Newyork dagegen wird nur Bier an Bars ausgefchänkt, während die übrigen alkoholischen Getränke nur an Tischen ser- viert werden. Die Newyorker Lokale dürfen weder Schwingtüren haben noch Reklame für Alkohol machen. In Rhode Island wird Alkohol nur ausgefchänkt, wenn aleichzeitig etwas verzehrt wirb. In Kalifornien, Connecticut unb Co- lorabo werben Biere unb Weine nur gleichzeitig mit Speisen verabreicht. Den Bewohnern dieser drei Staaten ist es dagegen gestattet, Alkoholika, bie allerbings in Paketen verpackt fein müssen, zum Hausgebrauch mitzunehmen. In Montana ist Alkohol nur gegen Alkoholkarte in staat- liehen Verkaufsläben zu haben, in Washington nur Alkohol über 16 o. H. In Delaware unb Pennsyl- oanien kommt ber burftige Amerikaner nur in Ho- tels, Restaurants unb Clubs auf feine Kosten. An- bere Gaststätten haben keine Ausfchankmöglichkeit. In Colorabo gibt es nur Wein unb Bier. Einen befonberen Schutz vor alkoholischen Ausschweifungen genießen Armee und Marine. Die amerikanischen Matrosen und Soldaten dürfen nur Bier trinken. Die Speisewagen ber Eisenbahnen richten sich jeweils nach ben Gesetzen bes Staates, dessen Gebiet gerade durchfahren wird. Im Flugverkehr ist der Genuß von Alkohol verboten. halle, das ganze Festhallengelände, die ganzen städ- tischen Einrichtungen von nun ab derArbeits- front unentgeltlich zur Verfügung g e st e l l t werden, daß diese Einrichtungen den Namen führen werden „Haus der Arbeit". (Riesiger Beifall.) Wir richten aber zugleich auch die Bitte an die Leitung der Arbeitsfront: Frank- furt zur Stadt der Kongresse der deutschen Arbeit zu erheben. Frankfurt wird vorangehen in dem Willen, sich in den Dienst des ganzen deutschen Volkes zu stellen. Staatsrat Walter Schuhmann gab dann ein Bild von der Entwicklung der deutschen Arbeiterbewegung. Die Anfänge der Arbeiter- bemegung waren aus der Sehnsucht geboren, feine Menschen zweiter Klasse zu sein. Die Vorkriegsregierungen hätten leider nicht die Sehnsucht der Massen erkannt. Der Unternehmer und der Arbeiter entfremdeten sich immer mehr. Diese Gegensätze müssen wir jetzt aus rotten. Wenn Unternehmer und Arbeiter Zusammenhalten, dann werden wir Werte hervorbringen, vor denen die übrige Welt mit Staunen den Hut ziehen wird. Auch in der Wirtschaft gibt es eine Führung und eine Gefolgschaft. Es geht nicht an, daß in einem Betrieb 100 Mann leiten, sondern ber Betrieb muß geleitet werben von e i n e m e i n z i g e n Mann, und dieser Mann trägt dafür auch die Verantwortung für fein Werk. Wir sind alle schaffende Menschen, es gibt feinen Unterschied. Wenn wir arbeiten, dann stehen wir an dem Platz, an den das Schicksal uns gestellt hat, aber wenn wir Feierabend haben, bann finb alle gleich. Die Deutsche Arbeitsfront wird das große Erziehungsinftrument sein, das die Menschen in seinen Bann reißt unb sie nicht mehr los läßt. Wenn in ber Deutschen Arbeitsfront bie beutschen Unternehmer zusammensitzen mit den deutschen Arbeitern und Angestellten und sie sich dort kennenlernen, bann werden sie sich auch gegenseitig wieder achten lernen, und aus dieser Achtung wird entsprießen ein neuer Geist. Dann wird in Deutschland das anbrechen, wofür Millionen geblutet und ihr Leben"gelassen haben: die Freiheit der deutschen Arbeit. Oer Treuhänder der Arbeit Or. Lüer erklärte u. a.: Die ganze Organisation des national- sozialistischen Staates hätte eine Lücke, wenn sie nicht die alles umfassende Kraft unseres Volkes schaffen würde, die sich ausdrückt in der deutschen Arbeit. Diese Organisation ist eben die Deutsche Arbeitsfront. Dieser neuen Organisation ist ein gigantisches Arbeitsfeld gegeben. Das Ziel dieser Arbeit kann nur erreicht werden, wenn das ganze Volk an einem Strange zieht, und wenn man bem arbeitenben beutschen Menschen fein Recht gibt. Eine Revolution dieses Ausmaßes kann niemals von Müßiggängern gemacht werben, Revolutionen dieses Ausmaßes muß der Arbeit s m e n s ch tragen. Er muß darum und wird darum der Träger der Vollendung des deutschen Sozialismus sein. Die Verwirklichung dieses deutschen Sozialismus kann nur erreicht werden, wenn eine entsprechende soziale wirtschaftliche Organisation daneben und darunter gebaut wird. Daß das der Fall ist, dafür bürgt unser Führer. Oer Organisaüons eiter der Deutschen Arbeitsfront Claus Seiner stellte den Kameradschaftsgedanken in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. In unserer Organisation „Kraft durch Freude" wird niemand mehr sagen können, daß er kein Geld habe, um ben besten Darbietungen, die es überhaupt gibt, beizuwohnen. In unserer Arbeitsfront sehen wir eigentlich nur ein einziges großes Ziel, das Ziel, den Besitzlosen zum materiellen unb geistigen Besitzer zu machen. Wir müssen erreichen, baß ein Arbeiter, ber ohne materiellen Besitz ist, ein Eigenheim erwerben kann. Es ist sicher, baß wir dieses Ziel erreichen werden, und es ist klar, daß wir es um so schneller erreichen, je größer die finanzielle Kraft ist. Wir sind uns klar, daß alle diese Dinge ein gewaltiges Stück Geld kosten werden, aber alles wird getragen von dem Prinzip: einer für alle, alle für einen. Wenn im ganzen Volk eine nationalsozialistische Wirtschaftsgesinnung vorhanden ist, bann wirb auch einst eine nationalsozialistische Wirtschaftsorbnunq vorhanden sein. Es ist deshalb die Aufgabe der Deutschen Arbeitsfront, bie Menschen zum nationalsozialistischen Denken zu erziehen, beim wenn biefes Denken Allgemeingut geworden ist, dann ist die soziale Frage überhaupt gelöst. Gaubetriebszellenleiter Willi Becker schloß die Kundgebung mit dem Gelöbnis, bis zum Tode treu zu Adolf Hitler zu stehen und brachte ein mit tosender Begeisterung angenommenes Sieg-Heil auf den Führer aus. Der Gesang des Horst-Wessel- unb Deutschland-Liedes und ber Ausmarsch ber NSBO.- Fahnen beenbeten die gewaltige Kundgebung. Nie Nesehuua der Aemter der Organisation „Krast durch Freude". Berlin, 2. Dez. (TU.) Der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. L e y , unb ber stellvertretende NSBO.-Leiter, Klaus Seltner, erlassen an die Bezirksleiter ber DAF. folgenbe Anorbnungen: Die nationalsozialistische Gemeinschaft „Kraft durch Freude" wird mit Wirkung vom 27. November 1933 gegründet. Der Leiter ist der Führer ber DAF. unb Stabsleiter ber PO., Pg. Dr. R. Ley. Sitz der Organisation ist Berlin, vorläufig Verwaltungsgebäube ber DAF., Märkisches Ufer 34. Es werden mit sofortiger Wirkung sieben Aemter innerhalb der Organisation „Kraft durch Freude" errichtet: 1. Drgantfationsamt: Pg. Klaus Seiner; 2. Kulturamt: (wird vom Reichsminister Dr. Goebbels vorgeschlagen): 3. Sportamt: Pg. v. Tschammer-Osten: 4. Amt für Reisen, Wandern und Urlaub: Pg. Dr Brauweiler: 5. Amt für Selbsthilfe unb Sieblung: Pg. Bank- bireftor Müller: 6. Amt für bie Schönheit ber Arbeit: Pg. Prof. Sperr: 7. Amt für Ausbildung: Pg. Bobb es, Reichsschulungsleiter. Als erste Maßnahme ber im Vollzug befindlichen Ausgestaltung ber Deutschen Arbeitsfront wird dis Schaffung von zentralen Rechtsbera- tu n gs stellen für die Mitglieder der Arbeitsfront verfügt. Alle Amtswalter der Verbände, welche sich bislang mit der Rechtsbetreuuna der Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront befaßt haben, werden in einem zentralen Rechtsbureau zusam - men gefaßt. Diese Rechtsstellen sind in die Geschäfts st ellen der aufgelösten Ar- beitgeberoerbänbe z u verlegen. Di« Arbeitgebersyndizi sind zur Mitarbeit heranzu- ziehen. Die Ortsaruppenbetriebswarte ernennen nut sofortiger Wirkung einen Orfcmart für bie Orts- gruone ber nationalsozialistischen Gemeinschaft 'Krafl durch Freude" und melden die Bestellung der Warte an bas Oraanisationsamt der (Bernern* ffhaft ..Kraft burch Freude" unter Beifümmg zweier Lichtbilder, Lebenslauf Varteimitgsiedsnurnmer unb Beifügung eines ausaefüHfen Bestellscheines für das amtliche Oman ber Deutschen Arbeitsfront ..Der Deutsche" Beftäfiauna im Amt erfolgt fnäfer Für die nationalsozialistische Gemeinschaft ..Kraft burch Freunde" werden nur bie fähig ft en unb ölte ft en Parteigenossen, bie organisatorische Fähigkeiten haben, ernannt. Das Werk ..Kraft durch Freude" muß durch diesen Ausbau der Oraanifation mit den fähiaften Männ"rn als Grundlage ein starkes Fundament haben. Di« Meldung hat bis zum 5. Dezember 1933 zu erfolgen. Aach Aufhebung der Prohibition in USA. Sie Einfuhrregelung von alkoholischen Getränken. - Noch großes Surchein- ander in den Bundesstaaten. Sie Frankfurter Feilballe zum erilen „Saus der Arbeit" proklamiert. Große Kundgebung der Arbeitsfront und der NSBO. Oer Reichsbischof berufi das neue Kirchenministerium Berlin, 2. Dez. (TU.) Amtlich wird durch den Evangelischen Pressedienst gemeldet: Gemäß der Derfassung der Deutschen Evangelischen Kirche traten ain Samstag die Führer der Landes- kirchen zusammen, um dem Reichsbischof die Vorschläge,für die Bildung des geist- lichen Ministeriums zu unterbreiten. Oer 2Rcid)0bifd)of eröffnete die Sitzung mit folgender Erklärung: ,Ln den letzten Tagen sind mir eine Fülle von Forderungen ultimatioenEharakters gestellt worden. Ich erkenne an, daß hinter allen Vorschlägen der heiß« Wille steht, den Bestand der Reichskirche zu sichern und den Reichsbischof stützen und tragen zu wollen. Für dieses Wollen danke ich Allen von ganzem Herzen. Aber es muß klar werden und klar bleiben, daß ein Reichsbischof ultimative Forderungen irgendwelcher Gruppen nicht annehmen kann und darf. Dos verbietet die Derfassung, das entwürdigt sein Amt, das macht ihn zum Exponenten dieser oder jener Gruppe. Das führt zu kirchenpolitischen Gruppenkämpfen in der Kirche und dient nicht dem Frieden, den wir alle ersehnen. Einmal ist durch einen solchen versuch die Kirche aufgerissen worden. Ich fühle mich vor meinem an die Schrift gebundenen Gewissen verpflichtet, nunmehr aus sorgsamen Beratungen und Überlegungen gewonnene und im Gebet errungene Entscheidungen zu treffen. Ich werde mich dabei streng an die Verfassuna ?i a 11 e n, wie ich es in Wittenberg gelobt habe. Ich ordere die Anwesenden auf, mir diejenigen Männer zu nennen, welche die betreffende Dekenntnisgruppe zu nominieren gedenkt. Eine Diskussion über diese Persönlichkeiten werde ich nicht z u l a s s e n. Ich kann nicht gestatten, daß in einer solchen Aus- spräche die Achtung, auf die diese Männer Anspruch haben, durch irgendwelche Dttternisse gemindert werde/ Rach der Bekanntgabe der Vorschläge berief der Reichsbischof folgende Persönlichkeiten in das geistliche Ministerium: Jür die lutherischen Kirchen den Rektor der Lo.-Lulherischen Diakonissinuenanslalt Neuendettelsau D. Lauerer; für die Kirchen mit uniertem Bekenntnisgepräge Professor D. Dr. Hermann wolfgang Beyer, Greifswald; für die reformierten Kirchen Seminar- direktor weder. Die Berufung des rechtskundigenMit- g l i e d e s des Geistlichen Ministeriums wird gemäß der Verfassung im Einvernehmen mit der evangelischen Kirche der alt-preußischen Union erfolgen. Der Reichsbischof schloß die Sitzung mit folgenden Worten: Ich habe das beste Zutrauen, daß diese Männer mit mir entschlossen sind, d i e Reinheit der Lehre, die Einheit und Schlagkraft der Kirche im Auftstick zu Gott dem Allmächttgen zu wahren. Gott wolle in dieser entscheidenden und schweren Stunde auf uns alle, auf seine Kirche und aus unser heiß geliebtes Volk in Gnade und Erbarmen herab schauen. Oie neuen Kirchenminister. Berlin, 2. Dez. (TU.) D. Dr. Hermann Wolfgang Beyer, das unierte Mitglied des geistlichen Ministeriums, wurde am 12. September 1898 in Annarode im Mansfelder Gebirgskreis geboren. Rach dem Krieg«, den er bis zum Schluß an der Front mitmachte, begann er seine theologischen Stu- dien und habilitierte sich 1925 als Privatdozent der Theologie in Göttingen. 1926 wurde er an die Universität Greifswald als Profeffor fürKirchengeschichte und christliche Archäologie berufen. In seiner wissenschaftlichen Arbeit yat Profesior Beyer von dem bekannten Lutherforscher Karl Holl und dem Berliner Kirchenhistoriker Hans L i tz m a n n ent- scheidende Anregungen empfangen. Der „Gießener Anzeiger^ veröffentlichte zum Luther-Gedenktag einen Aufsatz aus feiner Feder. Direktor Otto Weber, das reformierte Mitglied des Ministeriums, ist 1902 geboren. Er studierte in Bonn und Tübingen Theologie. 1928 wurde er Dozent^ später Direktor der Reformierten theologischen Schule in Elberfeld. Im reformierten Kir- chentum des Westens nimmt er ein« führende Stellung ein. Seit dem Frühjahr hat er mit dem jetzigen Reichsbischof gearbeitet. Besonders war er an den Vorab eiten für die neue Kirchenoerfassung stark beteiligt Direktor Weber gehörte schon dem ersten auf der Nationalsynode vom Reichsbischof berufenen Ministerium an. Die Entscheidung von D. Lauerer über seinen Eintritt in das geistliche Ministerium steht noch aus. Sie AeoWnisaiion der Sozialversicherungen Inder be- 2. Beilragsübettragung auf die Invaliden u. Angestelltenversicherung. Rach geltendem Recht sind die Beiträge zur Invalidenversicherung auf 5 v. H. des Endbe- träges jeder Lohnklajfe, diejenigen zur Angestelltenoersicherung auf 4 v. H. des End- betrage» jeder Gehaltsklasse festgesetzt. Es ist beabsichtigt, eine Beitragserhöhung d o n h ö ch st e n s 1,5 o. H. des Endbetrages jeder Klasse vorzunehmen, aber e r ft dann, wenn die Aufwendungen für die A r b e i t s l o s e n h i l f e infolge Rückganges der Arbeitslosigkeit entspreche n d sinken. Der Wirtschaft soll also keine neue Mehrbelastung auferlegt, sondern es soll ihr nur ein Teil der Ersparnisse vorenthalten werden, die für die Zukunft zu erwarten sind. 3. Aufstockung von Lohn- und BeiiragS- klaffen in der Invalidenversicherung. Zur Zeit werden die Versicherten nur inso - V. "oll versichert, als sie nicht mehr a Is 4 2 Mark wöchentlich verdienen. Die höheren Wochenoerdienste wirken sich sowohl bei der Beitragsentwicklung als auch bei der Bemessung her Rente nicht voll aus. Das Gesetz beseitigt diese Unterversicherung durch Ausstockung einer neuenLohnklasseundzweierBei- tragsklassen für di e freiwillige Hö- Heroersicherung. Hierdurch wird ein lang- gehegter Wunsch der Versicherten namentlich der qualifizierten Facharbeiter — wenigstens zum Teil — erfüllt. Andererseits bringt die Aufstockung für die Wirtschaft zur Zeit keine übergroße Belastung, weil die Löhne stark gesunken sind. 4. Aenderung der Rentenberechnung. Um das Ansteigen der Rentenausgab« in der Zukunft abzuschwächen, sieht das Gesetz eine Aenderung in der Berechnung der künftig festzusetzenden Renten vor. Die beim Inkrafttreten des Gesetzes fälligen Renten sollen unberührt bleiben, weil den vorhandenen Rentnern eine weitere Kürzung ihrer Bezüge nicht zugemutet werden kann. Eine mäßige Milderung der neu festzu setzen den Renten ist jedoch tragbar, weil die zukünftigen Renten noch scharf steigende Tendenz haben. Durch die neue Be rechnungsart sollen Beitrag und Leistung Der Staatssekretär im Reichsarbettsministeriuin Krohn, machte der Presse weitere Mitteilungen über die Auswirkungen des Gesetzes. Seit der Bor- kriegszeit bis zum Kriege hat die Inoalidenoersiche- rung ein Vermögen von über 2 Milliarden Mark angesammelt, das durch die Inflation voll- ständig verloren ist. Die Invalidenversicherung hat vor den Notverordnungen einen vcrsiche- rungstcchnischen Fehlbetrag von etwa 17 Mil- liarben Mark, der durch die Notverordnungen auf runb 8 Milliarden verringert wurde. Hätte man eine Dermehruna der Einnahmen jetzt hervei- führen wollen, jo hätten die Beiträge sofort von 5 auf 7,5 o. H. erhöht werden müffen. Bei einer Verringerung der Ausgaben hätte fast ein Drittel der Leistungen aestrichen werden müssen. Auch hätte dann das Reich seine Beitragsleistung von runb 180 Millionen auf 500 Millionen Mark erhöhen müssen. Die Sanierung bringe eine Häufung von Maßnahmen, die zwar allen Beteiligten Opfer auf er legen, aber in einer tragbaren Weise. Die Absicht gehe dahin, die Beiträge zur Arbeitlosenversicherung so schnell wie möglich um einige Prozente herabzusetzen, und dann einen Bruchteil der Herabsetzung für die Inoalidenver- sicherung wieder in Anspruch zu nehmen. Es werde keine einzige, lausende Rente gekürzt. Die Kürzung der Renten sei nichts weiter als eine Drosselung in dem Ansteigen der zukünftigen Renten. In Zukuntt sei die Möglichkeit ständiger Nachprüfung der finanziellen Lage der Versicherung gegeben, und damit bi« Garantie, daß die Invalidenversicherung i n dem sicheren Bestände verbleibe, in dem sie jetzt auf Grund des Gesetzes ist. Di« Grenze der Angestelltenoersicherung werde von 8400 auf 7200 Mark herabgesetzt werden. Die Angestelltenoersicherung sei in der Lage, mit mäßiger Kürzung der fünftigen Leistungen und mäßiger Erhöhung der Beiträge die Sanierung selbst zu schaffen. Das Gesetz beschränke sich aus die Sanierung der Versicherungen, es ändere nichts an der Organisation, weil man zunächst die mnte- rielle Leistungsfähigkeit wiederherstellen wolle. Ein weiteres Gesetz werde eine Vereinfachung des Rechtes der Sozialversicherung bringen, da» zur Zeit unübersichtlich und zersplittert fei. Die Reform werde nicht eine große Cinheitskajje Rach geltendem Recht trägt das Reich zur validenoersicherung außer den zur Deckung Rrichszuschüsse erforderlichen Beträgen noch stimmte R e i ch s m i 11 e l bei, die sich zur Zeit auf 186 Millionen Mark jährlich belaufen. Diese Summe würde nach geltendem Recht allmählich sinken, um schließlich ganz zu verschwinden. Rach dem Gesetz sollen diese Reichsmittel auf 200 Millionen Mark erhöht und dauernd gewährt werden. Hierdurch tritt für das Reich anfänglich nur eine geringe Mehrbelastung ein, die sich von Jahr zu Jahr erhöht. Gleichzeitig wird eine erhebliche Verbesserung der versicherungstechnischen Lage der Inoattdenversicherung bewirkt. in ein gesundes und gerechtes Verhältnis gebracht werden. Zugleich soll die Rentenberechnung erheblich vereinfacht werden. 5. Einziehung zu Limecht bewilligter Renten. Der vorhandene Rentenbestanb soll daraufhin nachgeprüft werden, ob und in welchem Umfange Renten zu Unrecht bewilligt worden sind. Stichproben, die bei einzelnen Dersicherungsträgern vorgenommen worden jinb, haben ergeben, daß die Rentenbewilligung nicht überall gleichmäßig gehandhabt wurde. Außer den Maßnahmen, die eine Sanierung her- beiführen sollen, sieht das Gesetz u. a. noch folgendes vor: a) Aufrechterhaltung der Anwartschaft während der Arbeitslosigkeit. Nach geltendem Recht verlieren die Arbeitslosen vielfach ihre Anwartschaften auf die Renten. Das Gesetz schafft Abhilfe durch die Vorschrift, daß während der Arbeitslosigkeit eine Versicherungsanwartschaft nicht mehr erlöschen kann. Die Invaliden- und die knappschaflliche Pensionsoersicherung soll für die hierdurch entstehende Mehrbelastung vom Reich schadlos gehalten werden. d)Aeuregelung der Wanderversicherung Der Uebergang eines Versicherten von einem Versicherungszweig in den anderen wird durch das Gesetz so gestaltet, daß der Versicherte vor Schaden und der Versicherungsträger vor ungerechtfertigter Belastung geschützt werden. Berlin, 2. Dez. (TU.) Das von der Reichsregierung beschlossene Gesetz zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit der Invaliden-, der Angestellten- und der knappschafllichen Versicherung soll die dauernde Leistungsfähigkeit der mit großen finanziellen Schwierigkeiten ringenden I n - oalidenversicherung und der ebenfalls versicherungstechnisch nicht völlig ausgeglichenen A n • gestelltenoersicherung sicherstellen. Di« Rentenversicherung muß eine sichere Dauereinrichtung fein, damit alle Beteiligten mit Vertrauen ihrer weiteren Entwicklung entgegen- schen können. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine Rückkehr zu dem in der Vorkriegszeit an gewendeten Finanzsystem — nämlich des Prämien- d e ck u n g s - ober Anwartschaftsdeckung s- verfahrens notwendig. 1. Reichshilfe für die Invalidenversicherung. bringen, sondern die Verantwortlichkeit der einzelnen Dersicherungsaruppen erhalten und sogar stärken. Es soll auch eine allgemeine Senkung der Krankenoersicherungsbeiträge erreicht werben. Die neuen Leistungen der Versicherungen gelten vom 1. Januar 1934 ab. Vereidigung der thüringischen Amtswalter. Bab Blankenbury (Thür. Wald), 3. Dez. Hier fand die letzte diesjährige große Amtswalter- tagung des (Baues Thüringen statt, an der der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß sowie der Leiter der PO. und der Deutschen Arbeitsfront Staatsrat Dr. Ley teilnahmen. Rudolf Heß erklärte in einer Onsproche: Unser verehrter Herr RrichspiSffdrmt hak bte neuen Minister ernannt ausdrücklich in ihrer Eigenschaft als Stabs- ches der SA. und als Stellvertreter des Führers der NSDAP. So groß das Vertrauen ist, das da;, deutsche Volk dem Führer und seiner Bewegung entgegenbringt, dokumentiert durch die Volksabsttm- mung vom 12.November, so äroh ist auch di« Verantwortung, die auf uns allen bis zum letzten Amlswalter lastet. Treue halten im Gcu'te de» Führers, darunter verstehe ich in erster Linie sich immer fühlen als Diener de» Ganzen, als Diener der Gesamtheit, als Diener der Berne- gung. Recht habt ihr, aber vor allem habt ihr Pflichten? Das stellt in den Vordergrund! Nach seiner Rede vereidigte Rudolf Heß die anwc- senden Anttswalrer. Weiteres Selveismalenal für die Vorbereitungen der WS. zum bewaffneten Ausstand. Leipzig. 2. Dez. (DTD.) Im Reichstags- brandstifterprozeß werden weitere Zeugen aus der Untersuchungshaft oorg«führt. Der Zeug« Zimmermann aus Wieso (Erzgebirge) war Mitglied der Ortsgruppe des Kampfbundes, deren Führer ein iieroiffer Lutz war. Der Zeuge hat in der Borunter- udjung Angaben über di« Vorbereitungen gemacht, üe in ferner Ortsgruppe für bewaffnete Auseinandersetzungen getroffen wurden. Er macht heute [eine Aussagen sehr zögernd, der Vorsitzende sieht sich gezwungen, ihm seine früheren Bekundun- gen vorzuhalten, die er dann auch zugibt. Daraus ergibt sich, daß Schießübungen und Geländeübungen veranstaltet wurden. Lutz habe in einer Versammlung auch davon gesprochen, daß Waffen beschafft werden müsien. Die Parteileitung habe die Bewaffnung ang^ortinet, d i e Partei würde zu einem Aufstand aufrufen und zu diesem Zweck brauche man Waffen. Auf Fragen des Angeklagten D i m i t r o f f antwortete der Zeuge: Nach der Wahl seien keine weiteren Vorbereitungen zu einem bewaffneten Auf- stand getroffen, worden. Den Reichstagsbrand hab« er nicht als Signal zum Aufstand betrachtet. Zeuge Lorenz nimmt die Erklärungen zurück, die er bei seinen früheren Vernehmungen über die Aufstandsoorbereitungen gemacht hat. Er bestrettet jetzt, daß die Waffenbeschaffung der Revolutton bienen sollte und behauptet, der Zweck sei lediglich der Selbstschutz der Arbeiterschaft gewesen. Der Vorsitzende ruft Lorenz zu: Machen Sie uns doch nichts vor! Sie haben hier in Ihrer Aussage di« Wahrheit verschwiegen und haben uns angelogen! Der Untersuchungsrichter bekundet, daß der Zeuge die Dinge so geschildert habe, wie sie im Protokoll stehen. Der Zeuge habe auch Angaben über Brückensprengungen gemacht, wovon man nicht sprechen könne, wenn man sich nur wehren wolle. Der Arbeiter B a r n i tz k e aus Grünberg (Schlesien) berichtet über eine Funktionärsitzung des Roten Massenselbstschutzes im Februar 1933. In der Sitzung sei gesagt worden, die Aussichten für einen kommunistischen Steg seien günstig, wenn jeder feine Pflicht tue. Wenn die kommunistischen Füh- rer verhaftet würden, bann sollte bas für die Kommunisten das Signal zum Kampf sein. Der Mas- senselbstschutz habe die Aufgabe gehabt, die Revolution weiterzutragen. Die Anweisung habe sich nicht nur auf Grünberg bezogen, sondern sei ganz allgemein gehalten gewesen, weil mtt dem Aus- bruch des Kampfes im ganzen Reich gerechnet wurde. Von der Breslauer Parteilleitung sei für den 3. März eine P r o b e m o b i l m a ch u n g an- geordnet worden. Der genaue Zeitpunkt für den Termin der Revolution wurde nicht angegeben. Grunwald aus Sagan bekundet, der Leiter der Ortsgruppe, Streit, habe kurz nach dem Reichstagsbrand geäußert, daß der Reichstag», brand als Signal zum Angriff für Sie K P D. gelten foule, daß aber leider verschiedene der in die Provinz entsandten Kuriere abgefangen worben seien. Der Zeuge hat angenommen, daß es sich um Kuriere aus Berlin bandelte. 3»uge Pucks aus Berlin-Köpenick, der b*m Rotenfrontkämpferbund von 1926 bis 1933 angehört hat, spricht von revoluttonären Vorarbeiten, die bis Zum Losschlagen durchgeführt werden sollten. Vom 30. Januar ab war erhöhte Alarmbereitschaft im Roten Frontkampferbund, für den 3. und 4. März war höchster Alarm angesagt. Am 2. oder 3. März wurde uns erklärt, daß im ganzen Reich losgeschlagen würde. Wenn die Nationalsozialisten am 4. März in Zügen durch die Straßen zögen, sollte es losgehen, zunächst mit Handgranaten, dann mit Bi ft ole n. Es waren Kuriere eingesetzt, und der Äurierbienft funktionierte auch, bis er am 4. März versagte. Wir wußten nicht, was los war. Darauf haben wir unseren Leuten gesagt, sie sollten nach Hause gehen. Wir waren stutzig geworden, weil am Samstag, den 4. März, bis zum Nachmittag nichts pasiierte, obwohl das der Tag des Losschlagens fein sollte. Nachdem der Untersuchungsrichter Dr. Lösche und di« Zeugen Setter, Schmalbuß, Barnitzke und Grunwald noch einige Fragen 2) i m i t r o f f », die der Senat nach kurzer Beratung zugelassen hat, beant- | roortet hatte, und einen Antrag des Angeklagten Di- mitroff auf Vernehmung des Verfassers der Schrift .Der bewaffnete Aufstand- obgelehnt hat. vertagte 1 der Vorsitzende die Weiteroerhandlung auf Montag. Die Kammer läßt das Kabinett Chantemps an die Arbeit. Das Oringlichkeiisverfahren für die ZinanzsanierungSgesehe bewilligt. Paris, 2. Dez. (TU.) Die französische Kammer nahm am Samstag die Erklärung der neuen Regie- rung entgegen. Die Abgeordneten waren vollzählig erschienen. Ministeroräsident Chaulemps wurde von starkem Beifall der Radikalfoüalisten begrüßt, denen sich die Neusozialisten anschlossen, wogegen die Sozialisten nur zögernd in den Beifall inftimmten. Die Mitte und Rechte verhielten sich teilnahmslos. In der Regierungserkiäärung heißt es u. a.: Das parlamentarische Leben ist schon zu lange durch die Bemühungen um die Wiederherstellung des Haushaltsgleichgewichts gelähmt. Die Unfähigkeit, diese Pflicht zu erfüllen, würde für das Land schwerwiegende Folgen haben. Die Finanzkrise droht dem Schatzamt infolge des Fehlbetrages gefährlich zu werden. Frankreich kann aber Vertrauen in die Zukunft haben. Sein Kredit und sein Geld gehören immer noch zu den sicher- sten. Aus politischem Gebiet hat der Mangel an Stabilität der Regierungen im Lande eine lebhafte Erregung ausgelost. Die Autorität des Staates ist davon betroffen. Das beste Mittel, das parlamentarische System zu verteidigen, besteht darin, dem Lande zu zeigen, daß es in der Lage ist, die dem Lande gegenüber übernommenen Verpflichtungen durchzuführen. Die Regierung beweist ihren Willen, indem sie der Kammer einen Gcsetzesoorscklag unterbreitet, der die do Ilftänbige Wiederherstellung be» Haushaltsgleichgewichts durch eine gerechte Verteilung der Opfer oorsiebt und für dessen Behandlung sie das Dringlichkeitsoerfahren beantragt. Später wird die Regierung wettere Pläne unterbreiten, die dazu bestimmt sind, das wirtschaftliche Leben des Landes neu zu beleben, die Produktion zu organisieren und zu schützen und die Arbeitslosigkeit zu vermindern. 3n Uebereinftimmung mit den parlamentarischen Einrichtungen und Ausschüssen wird sie die traditionelle Außenpolitik de» republikanischen und pazifistischen Frankreich fortsehen. Sie bleibt dabei dem Völkerbund, feinem Ideal für internationale Zusammenarbeit, seinen Freundschaf, tcn. Verständigungen und Abkommen treu. Die Regierung ist bereit, auf dem Htege über die diplomatischen Vertretungen die Beziehungen zu allen Ländern zu verbessern. Sie ist jedoch der Auffassung, daß Sonderabkom- m e n dem Lande nur dienlich sind, wenn sie der eigenen Sicherheit nicht fdja- den und wenn sie die Internationalen Verpflichtungen achten, durch die alle Völker seil dem Kriege versucht haben, gemeinsam ihre Rechte zu garantieren. Die Erklärung be» Ministerpräsidenten wurde von den Radikaffozialisten mit starkem Beifall auf- Senommen. Die Mitte und die Rechte zeigten eisige übte. Nach Ehautemps Rede verlas der Kammer- präftbent die 3nterpellaiionsanträge. Dann bestieg der Ministerpräsident aufs neue die Rednertribüne, um bie Vertrauensfrage für die Vertagung der Interpellationsanträge bis nach Verabschiedung der Finanzoorlage zu stellen. Die Tatsache, daß bie Regierung für bie Behandlung der Finanzoorlage bie äußerste Dringlichkeit gefordert ?abe, beweise, bah keine Zeit zur Behänd- ung der Interpellationen vorhanden sei, das Parlament dürfe sich nicht einer sterilen Au»- spräche hingeben, da der Parlamentarismus schon angegriffen werde und man ihn verteidigen müsse. Wenn die Kammer seiner Bitte, die Inlerepclla- tionen über die allgemeine Politik auf später zu verschieben, nicht entspreche, so werde die Kammer seihst die Folgen zu tränen haben. Die Sammer beschloß daraus mit 391 gegen 19 Stimmen dte Interpellation über die allgemeine Politik der Regierung bis nach Verabschiedung der Finanzsanierungsgesetze zu vertagen. Der Antrag der Regierung, für Beratung der Finanzsanierungsgesche da» beschleunigte Drlngll chkeitsoerfahren jur Anwendung zu bringen (wofür Zweidrittelmehrheit notwendig ist), wurde von der Kammer mit 569 gegen 11 Stimmen angenommen. Der Finanzfamerungsgesetzentwurs sieht ffht» nahmequellen in Höhe von 6J21 Millionen vor. Die Voranschläge lauten: Einsparungen in Höh« von 2022 Millionen, verschärfte Steuer- Fon troll«: 989 Millionen, Reform g« wis - s e r S t e u « r n 1482 Millionen, außerordentlich« Einkünfte 1528 Millionen. Zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung werden alle Banken angewiesen, den Finanzämtern eine Liste der non ihnen eingelösten Zinsscheine mit Namen der Kunden einzusenden. Außerdem wird der Begriff der M i n d e st st e u e r p s l i ch t eingeführt und zwar berechnet nach dem vierfachen Wert der Wohnungsmiete des Steuerzahlers. Durch eine Verwaltungsreform (Aenderung der Arbeitsbedingungen. Beseitigung der Ueberftunben, erhöhte Ausnutzung der vorhandenen Äräfte Verein- fachung des Betriebes) sollen Ersparnisse erzielt werden. Für die Kürzung der Beamten gehälter sind zwei Möglichkeiten vorgesehen. 3m Falle die Berroalhingeeinfparunpen im Jahre 1934 mindestens 300 Millionen Franken betragen, wird eine Beamtengehaltskürzung auf dem Berorbnunps- wege ein geführt, von der die kleinen Gehälter unter 12 000 Franken verschont bleiben. Sorgen aber bie Beamten selbst dafür, daß di« Einsparungen an Verwaltungskosten 1934 bis auf 57 5 Millionen steigen, dann wird von einer Kürzung der Bamtengehälter abgesehen. Oie Gründung der neusozial stischen Partei. Baris, 3. De;. (WTB.) Heute haben bie N:u- sozialisten ihre eigentliche Grundungskonferenz ab- gehalten. Re naubel erklärte unter großem Bei* fall, ^üer habe di« öffentliche Meinung für sich i Grad. Vom Kamm des Riefengebirges werden oewonnen. weil er d i e Skandale aut b e cf f P ! mirtiia 17 CQ.-«S tn___r. 'Ne« Kunst und Wissenschaft bewilligt. Be- Schwere Unwetterschäden im Piräus. be- die die Der Direktor der Bielefelder Gewerblichen Berufsschule, Brinkmann, seine Frau und sein Kind sind in ihrer Wohnung tot aufgefunden worden. Wie die Ermittlungen ergaben, ist die Familie durch Einatmen von Leuchtgas freiwillig aus dem Leben geschieden. Brinkmann war vor acht Tagen auf eigenen Antrag beurlaubt worden, da sich im inneren Schulbetrieb starke Spannungen er» geben hatten. g«schäfte führen oder mehr als 10 Personen schaftigen. Unter Geschäftseröffnung ist auch Umwandlung eines Verkaufsgeschäftes durch Aufnahme neuer Abteilungen zu verstehen. Führerprinzip im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. In der Wandelhalle des Herrenhauses in Berlin and die feierliche Eröffnung der vom V o l k s b u n d Deutsche Kriegsgräberfürsorge veran- statteten Ausstellung statt, die in Modellen, Bildern und Werkstücken einen Ausschnitt aus feinem weitverzweigten Arbeitsgebiet zeigt. Aus der Bundes- minus 17 Grad gemeldet. Breslau halle Sonntagfrüh minus 13 Grad. Von der Schneekoppe werden sogar 19 Grad gemeldet. den an. tagung ist als wichtigstes Ergebnis die einstimmige Annahme einer Satzung zu nennen, die das Füh - r e r p r i n z i p auch im Volksbund durchführt. Bundesführer des Volksbundes wurde fein gründer Dr. Euler. VÄ 5 allen Sr16,8 in n? Tei'ts ientrVi‘n' allem 7 ?«Be- Ul' anive. KUl 2)et Wl Juj9 habe sich °n crn lei fl tu dem C gerechnet ImS9 |fi 1« l.mQ4)unq qh, J angegeben. 'Ndet, der Leiter ?.demRei§ Reichstag;, .?r,H fürbie .1 verschiedene rier< abgesangen nomtnen, daß es Wit der dem. angehört -rbnten, die bis m sollten. Som Qtmbereit- lür den 3. x mgcsagt. Am . oatz im gan« aurbe. Denn die n 3ügen durch lehen, zunächst mitSistolen. der Kurierdienst !arz oer jagtt. ’arain haben wir ach Hause gehen, il am Samstag, 3 nicht; passierte, jene (ein (oHle. tr Dr. Lösche und rnitzke und @run- ilroffr,die der lassen hat, beant= > Angeklagten Di- bssers der Echrift bnt hat, vertag mg auf MM. den schwer beschädigt. Das Regenwasser stand in den Straßen meterhoch. Die Zahl der überschwemmten Keller beträgt rund 2000. Viele Fa- nülien sind obdachlos geworden und flüchteten in die Kirchen. Mehrere Personen werden vermißt. Man befurchtet, daß sie ertrunken sind. Poskfluglinie Moskau—Wladiwostok in Betrieb. Dieser Tage wurde die Po stflu gli ni e Moskau — Wladiwostok in Betrieb genommen. Auf dem Moskauer Flugplatz startete der russische Flieger Rja duschen ko mit 220 Kilo Post nach dem Fernen Osten. Diese neue Postlinie wird dreimal monatlich beflogen. Familiendrama in Freiburg und Bielefeld. In Freiburg i. B. wurden der 49 Jahre alte Prokurist Manfred Dörr und seine beiden 7 und 8 Jahre alten Kinder in ihrer Wohnung totauf« gefunden, während die 36jährige Ehefrau noch Lebenszeichen von sich gab und in die Klinik eingeliefert wurde. Es besteht Hoffnung, daß die Frau am Leben erhallen werden kann. Rach hinterlassenen Briefen hatten sich die Eheleute entschlossen, gemeinsam mit ihren Kinder ausdemLebenzuschei- d e n. Anscheinend hatten sie am Abend zuvor erhebliche Mengen Schlafmittel eingenommen und dann nach der Abdichtung der Türen und Fenster den Gashahn des Gasbadeofens geösfnet. Dadurch, daß gegen Morgen in der darüberliegenden Wohnung Gasgeruch bemerkt und die Polizei verständigt worden war, wurde die Familie nach gewaltsamer Oeff- nung der Wohnung in der erwähnten Lage ausgesunden. Was die Eheleute zu der Tat veranlaßt hatte, ist nicht bekannt. Jedenfalls kommt wirtschaftliche Not , nicht in Frage, da der Ehemann ein gutes Einkommen i hatte. Die treibende Kraft zu der Tat scheint die Ehefrau gewesen zu fein, von deren Hand auch die binterlassenen Abschiedsbriefe stammen. Auch ein Testament wurde oorgefunden, dessen Oeffnung vielleicht einige Aufklärungen brinaen wird. Die einzige Ueberlebenbe, die Ehefrau Dörr, liegt noch be- wußtlos in der Freiburger Universitätsklinik. Orkan über dem Schwarzen Meer. Sell mehreren Tagen wüten orkanartige Sturme über dem Schwarzen Meer, durch die zahlreiche Schiffe, besonders kleinere Frachtdampfer, in Seenot gekommen sind. Im Hafen von Varna kollidierte der deutsche Dampfer „Andros" bei den Anlegemanövern mit einem griechischen und einem italienischen Dampfer; die beiden letzteren Schiffe erlitten schwere Beschädigungen. In den Stiften- gegenden richtete der Sturm großen Schaden an. 6in Teil der Stadt Anchialo wurde vollkommen überschwemmt. Die Schiffsverbindungen zwischen Rußland und der Türkei sind vollkommen lahmgelegt. Ein englischer Dampfer mußte in der Nähe von Noworossisk auf Befehl des Kapitäns versenkt werden, um der Gefahr einer Explosion zu entgehen. Die Besatzung wurde gerettet. Die Konstantinopeler Sophienkirche in Brandgefahr. Die Sophienkirche in Konstantinopel, eine der berühmtesten Gotteshäuser der Christenheit, ist von einem großen Feuer bedroht, das das benachbarte alle Gerichtsgebäude zerstört hat. Auch die berühmte Sultan-Ahmed-Moschce ist in Gefahr. Sämtliche Paderborner Schulen wegen Diphtherie geschlossen. Die Paderborner Volksschulen sowie die höheren Lehranstalten in Paderborn sind wegen zahlreicher Diphtherieerkrankungen bis zum 9.Januar geschlossen worden. Don der Schließung werden auch die privaten Fortbildungsschulen betroffen, da viele Erwachsene ebenfalls von der Epidemie ergriffen sind. Beim S>aHo vom Beck das Genick gebrochen. Ein trauriger Geschick hat den besten Turner des Turnvereins in Königsee (Thür.), S t r i tz e l betroffen. Er übte am Peck und wollte seine Hebung mit einem Salto beenden. Der Abgang mißglückte, und Sttitzel fiel so unglücklich auf den Hinterkopf, daß er dabei die Wirbelsäule brach. Er starb auf dem Transport ins Krankenhaus. Strit- zet war einer der hervorragendsten Turner des Gaues. Baldiger Baubeginn der Simplon-Autostcahe. Italienischen Blättermeldungen zufolge ist der Bauplan einer Kraftwagen st raße über den Simplon in den letzten Monaten so well gediehen, daß mit dem baldigen Beginn der Arbeiten gerechnet werden kann. Mit der Erbauung dieser Straße wurde der Simplon, der in den Wintermonaten dem internationalen Kraftwagenverkehr bisher verschlossen war, eine außerordentlich schnelle Verbindungsstraße zwischen Italien und dem übrigen Europa bilden. Beschränkung der Warenhäuser in der Schweiz. Der Schweizer Bundesrat hat nunmehr über die Beschränkung der Warenhäuser die erst« Verordnung erlassen. Neue Warenhäuser und! Erweiterungsbauten sind untersagt, auch neue Filickl- : geschäfte des Kleinhandels mit Lebensmitteln und Schuhen sollen in das Verbot einbezogen werden. Für bereits errichtete Geschäfte müssen nachträgliche Bewilligungen eingeholl werden. Als Großunternehmungen des Einzelhandels gelten solche Geschäfte, die mit dem Hauptgeschäft mehr als vier Verkaufs- Beue Gesichtspunkte in dec Krebstherapie. .Auf dem Boden neuer experimenteller Erkenntnisse ist es dem bekannten italienischen Chirurgen und Krebssorscher F i ch e r a gelungen, eine neue Richtung in der Behandlung von Krebskranken zu entdecken, die bisweilen auch dann noch zum Erfolg führt, wenn das Messer des Chirurgen oder die Röntgen- und Radiumsttahlen nicht mehr den erhofften Erfolg zeitigen. Es gelang ihm mit seinen Mitarbeitern, aus krebsfeindlichen Organen Extrakte herzustellen, die dem Krebskranken eingefpritzt — das Tumorwachstum hemmen und in manchen Fällen sogar ganz verhindern. Manchmal konnte er durch diese Maßnahmen allein sogar in Fällen, die einer chirurgischen ober Ärah- lenbehandlung unzugänglich waren, bösartige Ge- schwulste zur Rückbildung zu bringen. Es ist zu hoffen, daß mit dem Präparat von Professor Fichera sich in manchen Fällen werden Erfolge erzielen lassen, die mit den bisherigen Behandlungsmethoden nicht erreicht werden konnten. Das Präparat soll nicht an die Stelle der bisher geübten erfolgreichen Behandlungsmethoden der Chirurgie und Bestrahlung treten, sondern es soll zusätzlich zu diesen Be- Handlungsarten angewendet werden, um die Herlergebnisse bei Krebs um einen weiteren nicht unerheblichen Prozentsatz zu erzielen. Professor Fichera beschreitet damit bewußt einen ganz neuen Weg in der Krebstherapie. Er stellt neben die chirurgische und Strahlentherapie eine biologische Therapie. Durch Zufuhr der im gesunden Körper selbst ge- bildeten geschwulstfeindlichen Substanzen sucht er dem krebskranken Körper die ihm fehlenden Stosse zuzuführen und seine geschwächten Abwehrorgane zu neuer Tätigkeit anzuregen. Deutsch-italienischer Zusammenarbeit ist es zu verdanken, daß das Mittel — „Fichera 356" genannt —, das wegen geringer Beständigkeit bisher nur in Italien angewandt werden konnte, nunmehr in eine haltbare allgemein verwendbare Form gebracht und durch die I. G. Farbenindustrie allen interessierten Aerz- ten zur Prüfung zugänglich gemacht werden kann. Es wird natürlich Jahre dauern, ehe man in der Gage fein wird, ein endgültiges Urteil abzugeben. Bonn huldigt dem Andenken Ernst Worlh Arndts. hing in die Hände der Stadt Berlin, während der Präsident des Reichsluftschutzbundes, Generalleutnant a. D. Grimme allen Mitarbeitern den Dank für das Gelingen der Ausstellung ausiprach. — Die Ausstellung selbst gibt einen umfassenden Ueberblick von der Bedrohung und den entsprechen» den Schutzmaßnahmen. Oeschelbroyner vrandursache unaufgeklärt. Blättermeldungen zufolge hat jetzt die Staatsanwaltschaft Pforzheim nach Abschluß der Untersuchung wegen der Oeschelbronner Brandkata- strvphe das Verfahren wegen Verdachts der Brandstiftung gegen die Witwe Katharina Breitenstein in Oeschelbronn eingestellt. Es hat sich bei beiden Beschuldigten weder für vorsätzliche noch für fahrlässige Brandstiftung eine Seftätiaung des Verdachts ergeben. Die Brandursache hat sich nicht ausklären lassen. Wieder eine schweres Unglück auf der Köln- Bonner Autostraße. Nach dem Zusammenstoß auf der Köln-Bonner Autobahn, der vor wenigen Tagen drei Menschenleben forderte, ist am Sonntagabend wieder ein schweres Autounglück auf dieser eigens für den Kraftverkehr gebauten Straße zu verzeichnen. Im Bezirk Wesseling raste ein mit vier Personen besetzter Personenkraftwagen auf einen wegen einer Reifenpanne am Straßenrand haltenden Lastkraftwagen mit Anhänger. Der Fahrer des Personenwagens, ein Posthelfer Peter aus Köln-Nippes, wurde nur leicht verletzt. Seiner neben ihm sitzenden Frau wurde durch den furchtbaren Anprall der Schädel zertrümmert; sie war auf der Stelle tot. Die Schwiegereltern des Peter, die im Innern des Wagen faßen, erlitten lebensgefährliche Verletzungen. Die Verletzten wurden ins Krankenhaus gebracht. Der wegen einer Reifenpanne haltende Laftwagenzug war mit der vorschriftsmäßigen Schlußbeleuchtung versehen. Napoleon-Museum auf Sf. Helena. 3n Longwood auf der Insel St. Helena ist, einer Meldung aus Paris zufolge, ein Napoleon- Museum eingeweiht worden. Der Mörder des SA.-Mannes Dokter hingerichtet. Auf dem Hof des Untersuchungsgefängnisses in Breslau wurde der am 31. Oktober vom Sondergericht zum Tode verurteilte Mörder des SA.-Mon- nes Dokter, der Arbeiter Kurt Gerber aus Maliers, Kreis Oels, enthauptet. Der preu- ßische Ministerpräsident hatte von seinem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht. Zwei Bergleute durch Steinfall verschüttet. Kurz vor Schichtwechsel wurden auf der 5. Sohle der Essener Zeche „Bonifatius" zwei Hauer durch Steinfall verschüttet. Der 48 Jahre alte Bergmann August Dutt oroffi wurde als Leiche geborgen. Von dem zweiten Verschütteten, Peter Rose, hat man noch keine Spur gesunden. dODOl Rat: ZAHNPASTA bereite Hingabe an fein Volk, feine feurige Kampf» natur könne uns allen und insbesondere unserer akademischen Jugend als Vorbild dienen. Mit einem dreifachen Sieg-Hell auf den Dolkskanzler endete die erhebende Feier. Das Preußische Theater der Jugend eröffnet. Die vom preußischen Ministerpräsident Göring und dem Kultusminister Rust geschaffene neue Bühne der Berliner Jugend im Schillertheater wurde mit einem Festakt eröffnet. Die preußische Staatskapelle unter Leitung von Professor Robert Heger eröffnete den Festakt mit dem Deutschland- heb und dem Vorspiel aus den „Meistersingern". Staatskommisfar Hinkel, der Leiter des Amtlichen Preußischen Theaterausschusses, sprach Worte der Begrüßung und gab dem Dank Ausdruck, daß es möglich geworden fei, zum erstenmal der deutschen Jugend ein eigenes Theater zu geben. Außer dem Ministerpräsidenten und dem Kultusminister gebühre auch dem preußischen Finanzminister Dr. Popitz Dank bafür, baß bas Theater eröffnet werben könne. Nach ben nationalsozialistischen Grundsätzen sei es nicht mehr denkbar, die Jugend in beliebige Theatervorstellungen zu führen. Es sollte ein ebenso deutsches wie junges, zukunftsfrohes und lebendiges Theater der Jugend werden. Die Jugend allein fei der Garant bafür, daß das Errungene in Zukunft bewahrt unb für kommende Generationen weiter getragen werben. Hinkel über» gab dem Berliner Oberbürgermeister Dr. Sahm das Theater zu treuen Hänben. Eröffnet würbe die Spielzeit mit Schillers „Wilhelm Teil" in ber In» szenierung des Jntenbanten Herbert Maisch. Wettcrr.* raussage. Der hohe Druck hat sich wieder etwas adgeschwächt und dabei südöstlich verlagert. Deutschland liegt noch in seinem Bereich, so daß infolge absinkender Luft- bewegung vorerst klares Wetter erhalten bleibt. Da- her dauert bei starker nächtlicher Ausstrahlung ber strenge Frost zunächst noch fort. Da aber im Norben Störungen mit sehr warmer Luft vorüberziehen, wirb späterhin Eintrübung und somit auch Rück- gang bes Frostes eintreten. Aussichten für Dienstag: Zunächst noch trenger Frost, doch allmählich Linderung, meist auf- klarend, zeitweise leicht wolkig, trocken. Aussichten für Mittwoch: Weitere Abschwächung bes Frostes. Lufttemperaturen am 3. Dezember: mittags —46 Grab Celsius, abends —7 6 Grad; am 4. Dezember: morgens —8,8 Grad. Maximum —1 Grab, Minimum — 0,5 Grab. — Erbtemperctturen in 10 cm Tiefe am 3. Dezember: abenbs —0,2 Grab; am 4. Dezember: morgens —0,7 Grob Celsius — Son- nenfcheindauer 7% Stunden. Berliner Frühbörse. Berlin, 4.Dez. (WTB. Funkspruch.) Nachdem an der Samstagbörse ein stärkeres Angebot am Farbenmarkt die Börsenentwicklung gestört hatte, log der erste Frühverkehr der neuen Woche a b - wartend, da sich noch nicht übersehen laßt, ob die Verkäufe von dieser Seite anhalten. Anregungen besonderer Art lagen andererseits nicht vor. Die Neuyorker Börse hatte sich bei erst ruhigem Geschalt später besser entwickelt. Sonstige Kurse waren noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt errechnen sich über Zürich das Pfund gegen Paris mit 85,10, Mailand 63,20, Spanien 40,75, Schweiz 17,13 und Kabel 5,19. [ Fischer elschuhboot „Weser* bei der deutschen Kolonie in London zu Gast. Der Besuch des deutschen Fischexeischutz- Bootes „W «ser" auf ber Themse bot der beut- [djen Kolonie in London Gelegenheit, an dem neuen Geist des Deutschen Reiches Anteil zu nehmen und ihre Zugehörigkeit zum neuen Reich zu ^kräftigen. Ein Bierabend brachte die erste persönliche Fühlungnahme zu der Besatzung des Schiffes. Ein Tanzabend im englisch-deutschen Klub brachte di« Besatzung auch mit Engländern in Berührung. Im übrigen war das Progranim für ben Aufenthalt ber „Weser" sehr umfangreich. Die Be- satzung besuchte ein« Gerichtssitzung in dem historischen Law Courts, das Ober- und das Unterhaus, den Tower und ander« Sehenswürdigkeiten. Das Flschereifchutzboot „Weser verläßt bann die Themse, um sich in die Herringsfanggründe zu begeben. Die Schlange in der Vananenstaude. Bei einer Koblenzer Firma lief dieser Tage eine ®a8£onIal)un9 Bananenstauben ein, bie als blinden Passagier eine inbische Schlange nach Kob- lenz brachte. Beim Auslaben bes Waggons stellten die Arbeiter plötzlich zu ihrem Schrecken bas etwa 1,20 Meter lange Tier fest. Man fing das Reptil in einer Kiste, worin es zoologischen Fachleuten zur Begutachtung übergeben werben soll. Arbeiter der Firma erzählen, baß schon öfters mit solchen Bananenlabungen seltsame Tiergäste von Indien nach Koblenz kamen. Nicht selten sei es, bas Hand- große Vogelspinnen auf diese Weise herüberkommen. Eine gleiche Reife habe kürzlich auch ein Chamäleon unternommen. Bayerns ältester Mann gestorben. In Kleinhobing bei Roch ist Bayerns ältester Mann, Georg Meyer, im Alter von 105 Jahren, 10 Monaten gestorben. Meyer wurde m Kleinhobing am 16. Januar 1828 geboren. Seine Frau wurde 82 Jahre alte. Der älteste Sohn Meyers ist erst 78 Jahre alt. Bis vor wenigen Tagen erfreute sich der Verstorbene noch bester Gesundheit und trank täglich sein Glas Bier. Am 12. November gab Meyer dem Volkskanzler Adolf Hitler feine Stimme. Die erste Berliner Lustschuhausstellung. In Gegenwart zahlreicher Vertreter ber staatlichen unb städtischen Behörden, des Heeres und der Marine, der SA., ber SS., ber Feuerwehr unb aller am Luftschutz beteiligten Stellen würbe die erste Berliner Luftschutzausstellung eröffnet. Das hier zufammengeftellte Material wird als Standarb-Ausstellung in ganz Deutschland ge- zeigt rorben. Nach ber Ansprache bes Lanbesleiters Major a. D. Loeper wies Staatssekretär Milch baraufhin, daß es ber Regierung burch bie Wei» gerung ber Großmächte eine selbstverständliche Pflicht geworden fei, bas Volk nicht nur vor ben Gefahren zu warnen, fonbern auch mit allen Mitteln vor ber Bedrohung zu schützen. Staatskommis- sac Dr. Lippert übernahm darauf die Ausstel- gewonnen, weil er bie Stanbale ausbeckte, unb biefe Aufgabe müßten in Frankreich bie Neu- fozialisten übernehmen. Marguet erklärte, er habe am 2. August 1914 bie Ueberzeugung gewonnen, daß ber Begriff ber Klasse vor bein Begriff ber Nation 3 u f a m m e n g e b r o = chen fei. Man müsse nach einem neuen Stützpunkt suchen, und dies fei ber nationale Instinkt. Mit bem parlamentarischen Regime könne man ben Kapitalismus nicht umwandeln. Marquet bejahte Demokratie, Mehrheit unb allgemeines Wahlrecht, verlangte aber eine gewisse Stabilität ber Regierung etwa nach englischem Muster. Die Statuten ber neuen Partei bezeichnen ein sozialistisches Gemeinwesen als Ziel unb sprechen sich auf dem Gebiete ber internationalen Politik für die ßanbesoerteibigung, oerbunben mit ber Organisierung bes .Friebens unb ber allgemeinen, allmählichen, gleichzeitigen, fontroüierten Abrüstung aus und verlangen ben Kampf gegen den Faschismus. Inkrafttreten des neuen Wechsel- und Scheckrechts am 1. Apnl 1934. Berlin, 2. Dez. (TU.) Der Reichsfustizminister hat das Inkrafttreten des Wechfelgejetzes und des Scheckgesetzes auf den 1. April 1934 verlegt. Ursprünglich sollten beide Gesetz« bereits am 1. Januar 1934 in Kraft treten. Diese Frist hat sich aber durch die Maßnahmen für die das Inkrafttreten des Gesetzes noch zu prüfenden Vereinbarungen als zu kurz erwiesen. Nach dem Scheckgesetz sind die Bestimmungen über ben gekreuzten Scheck (Artikel 37 und 38) ausdrücklich vom Inkrafttreten am 1. April 1934 ausgenommen. Zur Verhaftung der drei katholischen Geistlichen in München. München, 2. Dez. (TU.) Zu der Verhaftung der drei katholischen Geistlichen wegen Verbreitung unwahrer Greuelnachrichten teilt die bayerische politische Polizei mit, daß einer ber in Hast Genommenen, ber Stabtpfarrer Dr. Muhler, einwand- frei in einer Linie mit anderen staats- unb volks- feinblichen Hetzern stehe. Es würben bei ihm u m - fangreiche marxistische Literatur unb Mitgliedsbücher ber Roten Hilfe ge» funben. Stabtpfarrer Dr. Muhler ist Leiter der „Katholischen Aktion" in Bayern. Es wirb darauf hingewiesen, daß die Staatsminister Dr. F ra n k unb Abolf Wagner im Einvernehmen mit Polizeikommanbeur Himmler barin einig sind, Greuelmeldungen, die dann befonbers verwerflich fmb, wenn sie unter Mißbrauch des Prie- steransehens im Interesse ber vernichteten Partei- systeme verbreitet werben, mit allen Mitteln ber Justiz unb ber Polizei zu verfolgen. Die Angelegenheit Dr. Muhler-München unb Dr. Roßberger- Freising wirb unter Heranziehung aller Schuldigen der Rechtslage entsprechend in ordnungsgemäßen Strafverfahren dem Sondergericht überantwortet. Große Schuldenentlastung der brasilianischen Landwirtschaft. Rio de Janeiro, 2. Dez. (Havas.) Präsident Vargas hat eine Verordnung unterzeichnet, wonach alle vor dem 30. Juni 1933 von Landwirten eingegangenen Schuldverpflichtungen um 5 0 o. H. gekürzt werben, bie Gläubiger werben burch Schuldvca-schreibungen der Bundesregierung im Nennwert von 1 Conto mit sechsprozentigen Zinsen, die in 30 Jahren rückzahlbar sind, entschädigt. Der Betrag der hierfür auszuschreibenden Schuld- verschreibungen darf jedoch den Gesamtbetrag von 3 Millionen Contos nicht überschreiten. Die Maßnahmen selbst werben mit ber kritischen Lage der Landwirtschaft, hervorgerufen durch den starken P r e i s st u r z für landwirtschaftliche Erzeugnisse, begründet. Ein furchtbares Unwetter richtete in Flüchtlingslagern im Piräus großen Schaden 15 Holzhäuser stürzten ein, zahlreiche Häuser rour» Der erste Adventssonntag in der Stadt Bonn aalt der Erinnerung an den Mann, der seine ganze Kraft für bie Erhebung Deutschlands nach dem Jahre 1806 eingesetzt hat, E. M. Arndt. Sein altes Haus in Bonn ist in feinen ursprünglichen Zustand versetzt werden, alles, was an Arndts Zeit erinnert, ist im „Arndt-Museum" hier zusammenge- tragen worden. Auf dem alten Friedhof, wo die sterbliche Hülle des großen Freiheitskämpfers unter einem mächtigen Eichbaum ruht, fand eine Gedenkfeier statt. In der Universität hielt Professor Dr. Braubach bie Festrede und sagte u. a.: In Deutschlands schwersten Jahren ber Unterdrückung habe Arndt nie die Zuversicht auf bie Erhebung und Einigung des deutschen Volkes verloren. Er habe bie Mahnung hinterlassen, daß Volk und Wissenschaft sich aegenfeitig stützen mußten. Freiheit des Geistes und Erziehung ber Jugenb zur Vaterlandsliebe, das seien bie Grunbpfeiler ber Hochschulen. So möge bie Bonner Hochschule getreu bem Geiste Arnbts bie Stubenten zu echten beutschen Männern machen. Der Universitätsfeier schloß sich bie Einweihung bes Arnbt-Hauses an. Hier hielt der Kölner Regierungspräsibent Dr. zur B o n f e n bie Weiherebe. Wie ber Befreiungskampf von 1813 erst ben Auftakt zu ben Arbeiten für bie Erneuerung bes Deutschen Reiches bot, wissen wir, baß auch in unseren Tagen erst der Grunbstein bes Dritten Reiches gelegt worben ist, dessen Aufbau unb Ausbau bie unerhörtesten Anstrengungen aller Deutschen in den fommenben Jahren erfordert. Die leidenschaftliche Vaterlandsliebe Arndts, feine opfer» Aus aller Welt- Schöner Erfolg des Eintopf-Sonntags in Berlin. Der erste Adventssonntag, der gleichzeitig der Tag des Eintopfsonntags im Dezember war, dürfte für die Reichshauptstadt mit einem außerordentlich befriedigenden Ergebnis abschließen. Eine vorläufige Zusammenstellung der gezeichneten Beträge in ben Abenbstunben des Sonntags ergab die Summe von 3 9 4 7 5 4 Mark. Da in dieser Zählung zunächst nur bie Haushaltungen einbegriffen find und die Abrechnungen aus den Gastwirtschaften noch ausstehen, ist damit zu rechnen, baß ber erste Adventssonntag in seinem Gesamtergebnis dem.Vormonat, der nicht ganz 400 000 Mark erbrachte, noch übertreffen wird. Der Bürgermeister kochl am Eiulopfsonnlag für die ganze Stadl. Eine ganz neuartige Veranstaltung zum Ein - top f f o nntag im Dezember hat bie Stabt Schwebt a. d. Ober eingeführt. Damit die Hausfrauen an diesem Sonntag „kochfrei" hatten, hatten die leitenden Vertreter des Winterhilfswerks sowie die Ortsgruppenleitung ber NSDAP, unb ber NS.» Volkswohlfahrt sich entschlossen, ben Bürgern der Stabt ein Einheitsmittagessen in Form von Erbsen unb Speck zu kochen unb zu verabreichen. Alle Bürger ber Stabt fanben sich am Eintopfsonntag in ber Bürgermädchenschule ein, um Erbsen und Speck, gekocht von Bürgermeister Wagemann, zu essen. Schwerer Vulkanausbruch auf den Sandwich-Jnseln. Der schwerste Ausbruch des Vulkans Mauna Goa auf den Sandwich-Jnseln seit dem Jahre 1903 ist, wie aus Honolulu gemeldet wird, in den letzten Tagen beobachtet worden. Die glühende Gaoa hat sich über ein Gebiet von etwa einer Quabratmeile ergossen. Strenge Kälte in Nord- und Ostdeutschland. Ganz überraschend h t in Berlin strenger Frost eingesetzt. Nachdem in den letzten Tagen leichte Schneefalle bei Temperaturen um 0 Grad das Herannahen des Winters angekündigt hatten, fiel das Thermometer in ber Nacht zum Sonntag bis auf 7 Grad unter Null. In ben Außenbezirken würben bis zu 9 Grab Kälte gemessen. Auch am Sonntagmittag blieb bie Quecksilbersäule mehrere Grade unter bem Gefrierpunkt. Ein scharfer Ostwind läßt bie ungewohnte Kälte noch fühlbarer werben. Auf den stehenden Gewässern hat bereits bie Eisbildung eingesetzt. Im Charlottenburger Dolkspark unb in Britz mußten Schwäne, die in der Nacht im Wasser eingefroren waren, von der Feuerwehr aus ihrer unangenehmen Gage befreit werben. * In der Nacht zum Sonntag erfolgte in Schlesien «in starker Kälteeinbruch. Im schlesischen Flachland sanken die Temperaturen auf minus 12 iie Rednertribüne, ! für die Selige bis nach Verstellen. Sie Tat- Bchandlvng der flichkeit gefordert jur Lehand- n Dorfjnnbin >Ei, tier sterilen W entansmus schon verteidigen n* die Wepella- tik auf später zu jerbe bie flam- trotten haben. ,it 391 gegen 19 [ion über die ig bis nach Her- Angsgesehe 1° flerong. fütöj' Me Ms be- verfahren it Zweldrittel' con btt öam- ,wwen an- rHe Steuer/ ‘(form i na werden ■« vn io1, „,n wird "•SS* MSx u «äJ , Ulkten V ■ B 518 Yvonnes Geheimnis Roman von Klothilde von Stegmann llrheberrechtsschuh: Fünf-Türme-Verlag ■ Halle (Saale) (Nachdruck verboten.) 1. Kapitel. Es war an einem lauen Abend des Jahres neunzehnhundertzwanzig. Mit einem jähen Ruck unterbrach Kurt von See- bura seinen späten Spaziergang. Wer weinte denn da im Dunkeln so herzzerbrechend? Hier im Tiergarten, dicht beim Brandenburger Tor,^wenige Schritte von rasenden Autos, klingelnden Straßcn- bahnen, ratternden Autobussen entfernt? Ach, dort aut der Bank saß, wie ein Häufchen Unglück, in sich zusammengekauert, eine Mädchengestalt. Mit zwei Schritten war Seeburg herangetreten. Lächerlich eigentlich!, dachte er; vielleicht ist der Kleinen der Schatz untreu geworden. Aber er fragte doch: „Äann ich Ihnen irgendwie behilflich fein, mein Fräulein? Nein, Sie brauchen nicht zu erschrecken! Ich will nur wissen, ob ich irgend etwas für Sie tun kann." Schluchzend kam die Antwort: „Nein, Herr Legationsrat! Ich danke Ihnen! Sehr freundlich von Ihnen! Aber da gibt es nichts zu helfen." „Io, kennen Sie mich denn, mein Fräulein? Und woher?" Das stoßweise Schluchzen ließ die Worte nur ruckartig hervorkommen: „Bon der Bayrischen Gesandschaft her, Herr Le- gationsrat! Da war ich bis heute als Sekretärin. Heute hat man mich und drei Kolleginnen vor die Tür gesetzt. Gehalt ausbezahlt. Wir danken — können Sie leider nicht weiterbeschäftigen." „Aber, liebes Fräulein, wie ist denn dos gekommen? Der Gesandte ist doch ein so gütiger Bor- gesetzter. Haben Sie denn etwas angestellt?" „Ein Dokument soll fehlen. Wir vier wissen nichts davon. Niemand weiß, wo es hingekommen ist!" Wieder letzte das Weinen ein. „Dieser Verdacht, diese Schande ..." „Seit wann sitzen Sie denn hier, liebes Fräulein? Die Gesandtschaft schließt um sechzehn Uhr und jetzt ist es dreiundzwanzig Uhr. Weshalb gehen Sie denn nicht nach Haufe?" „Ich schäme mich ja so, und ich traue mich so nicht zur Mutter. Sie weiß ohnehin weder ein noch aus. Vater ist vor acht Wochen gestorben, und wenn jetzt mein Gehalt sortfällt, was soll denn aus uns werden?! Dir hoben |a noch die Lost der großen Wohnung." _ Herrn von Seeburg kam erst jetzt zum Bewußtsein, daß das junge Mädchen in tiefe Trauer ge- kleidet war. Das Scheinwerferlicht eines vorbei- rasenden Autos fiel auf ein verweintes, zartes Ge- sichtchen, das noch fast kindlich anmukete. Eine braune Haarsträhne sah unter der kleinen schwarzen Kappe hervor. , _ , Ausgeweint hat sie sich ja!, dachte Seeburg, ich muß nun sehen, daß ich das arme Ding von hier fort und nach ihrer Wohnung bekomme. „Dos hilft alles nichts, Kind", meinte er, „nach Hause müssen Sie gehen. Sie können doch nicht die Nacht über hier sigenbleiben! So ich komme noch ein paar Schritte mit. Wo liegt denn diese schreckliche, große Wohnung?" Folgsam kam die Antwort: „Mooßenstraße, am Lützowplatz ..." „Das ist doch eine gute Gegend. Warum geben Sie da nicht ein Zimmer ab, wenn Ihnen die Wohnung zu groß ist, Fräulein?" Er stockte. „Sie kennen zwar meinen Warnen, mein Fräulein — aber ich weiß immer noch nicht, mit wem ick spreche!" „Irene von Merten!" lautete die Antwort, lieber« rascht fragte Seeburg. „Don Merten? Sind Sie verwandt mit Franz August von Merten, dem Oberleutnant, der bei den Zietenhusoren gestanden hat und neunzehnhundert, achtzehn gefallen ist?" „Mein Bruder, Herr Legationsrat!" „Ihr Bruder? Wissen Sie auch, daß er ein guter Freund von mir war, mein gnädiges Fräulein? Sie müssen noch ein Kind gewesen sein, wie ich Ihren Eltern meine Aufwartung machte, als ich neunzehn- hundertsechzehn auf Kommando in Berlin war. Nun müssen Sie mir natürlich gestatten. Sie bis an Ihr Haus zu begleiten, und bis morgen werde ich mir mal überlegen, ob es nicht einen Weg gibt, Ihnen behilflich zu fein. Aber erzählen Sie mir doch noch einmal ausführlich die Geschichte von dem merkwürdigen Verschwinden dieses Dokuments. Selbstverständlich nur, soweit Sie darüber sprechen dürfen." „Es handelt sich um eine Reichswehrangelegenheit. Was das Dokument enthielt, weiß ich nicht. Ich habe es nie in der Hand gehabt. In unserem Schreibzimmer ist es allerdings gewesen. Fräulein van Burdach behauptet, es bestimmt in die rote Unterschriftenmappe gelegt zu haben, die mit den anderen Unterschriften dann ins Hauptsekretariat gekommen ist. Dort fehlte das Dokument." „Wer hat es denn da hingebracht?" „Das wissen wir eben nicht. Wir haben jetzt mehrere Büroboten und einen jungen Burschen. Die sind alle abwechselnd noch Unterschriftsmappen gekommen. Wer aber gerade diese Mappe abgeholt hat, darauf besinnt sich natürlich niemand." „Waren denn Fremde im Schreibzimmer oder im Hauptsekretariat?" „3a, bas ist möglich! Es kommt öfter jemand. Mich hat heute auch ein Vetter einen Augenblick sprechen wollen: Asieyor Malesius", fügte Irene erläuternd hinzu, „er hatte dienstlich vorher etwas in der Ge- sandtfchaft zu erledigen." „Fatale Geschichte — wird sich aber schon ausklären! Und nun Kopf hoch, mein gnädiges Frau- lein! Meine Empfehlung an die Frau Mama! Ich werde mir morgen erlauben, mich nach Ihrer bei- den Befinden zu erkundigen!" sagte Scedurg, als sie an Irenes Wohnung angelangt waren. Kurt von Seeburg wartete, bis bas junge Mädchen abgeschlossen hatte und in den Fahrstuhl gestiegen war. Nun ging er über den Lützowplatz, um rechts ins Lützowufer einzubiegen. An der Ecke der Lützowstraße prallte er beinahe mit einem Herrn zusammen, der ihm gleich die Hand entgegenstreckte, als er ihn erkannte. „Guten Abend, Herr von Seeburg! Hier in der Stadt an diesem schönen Sommerabend?" „Es war zu spät zum Herausfahren. Und Sie, lieber Miller? Auf der Verbrecherjagd, wie gewöhnlich? Oder ganz undienstlich?" „Wir Polizeimenschen haben ja immer die Augen offen, Herr Baron! Wenn ich auch nicht im Dienst bin, habe ich doch eben einen interessanten Aufschluß bekommen. Ich habe mich schon lange gewundert, wo dieser Assesior von Malesius — Donnerwetter, das war indiskret —> also, wo dieser junge Mann, den Namen vergesien Sie natürlich, Herr Baron, das Geld zu seiner noblen Lebensführung her hat. Eben habe ich ihn in einen sogenannten geheimen Spielklub gehen sehen. Ich interessiere mich für ihn, weil ich seinen Vater gut kannte. Wir waren sogar befreundet. Aber er starb, als der Junge noch klein war. Der hat sich aber anders entwickelt, als sein Vater gehofft hatte. Aber was haben Sie denn?" Seeburg war stehen geblieben. Leise pfiff er durch die Zähne. „Gut, daß selbst ihr Polizeimenschen euch mal verplappert. Sagen Sie mal, Doktor, wissen Sie nicht hier in der Nähe 'ne anständige kleine Wein- ftube, in der man ungestört plaudern kann, und in der ich Sie zu einer Flasche einlaben darf?" „Wenn ich mich mit der zweiten Flasche revan- chieren darf, Herr Baron, dann brauchen wir nur ein paar Schritte zu gehen; dort können wir ungestörter plaudern, als dem Wirt lieb ist! Aber der Wein ist dort gut?'' Die Herren hatten in einer Ecke des kleinen, braun getäfelten Zimmers Platz genommen. Seeburg trank feinem Gast zu. Der bot ihm Bescheid und sagte: „Wenn mich nicht alles täuscht, Baron, so hängt Ihr Plauderbedürfnis irgendwie mit der Indiskretion zusammen, die ich vorhin unabsichtlich begangen habe!" „Sie merken aber auch alles, Doktor! Also: Sie erinnern sich doch des armen Kerls, des Kameraden Merten, den die Engländer neunzehnhunbertachtzeh« abgeschossen haben?" „Selbstverständlich! Wenn es einen Menschen gab, um den es mir leid getan hat, bann war Das Merten!" „Also, lieber Doktor, besten Schwester — ich kannte die Kleine übrigens nicht — sand ich vor einer halben Stunde weinend auf einer Bank am Brandenburger Tor. Meine dumme Gutmütigkeit ging wieder mit mir durch; ich fragte, ob ich ihr irgendwie behilflich sein könnte." „Bei solchen Ritterdiensten können Sie mal schön anrennen, lieber Baron, wenn Sie auf eine Fremde treffen!" „Na, furchtsam bin ich ja gerade nicht! Und so leicht bindet keiner mit mir an!" Seeburg hatte recht. Mil diesem Hünen ließ sich nicht gern jemand im Bösen ein. In seiner statt- lichen Größe von einem Meter achtzig sah er auf die meisten Menschen herab. Die energischen Gesichts- züge paßten zu dem durchtrainierten Körper, die Hellen, blauen Augen, die jetzt leicht ironisch dem Gegenüber zublinzelten, konnten ihren menschenfreundlichen Ausdruck verlieren, stahlhart werden. Der Kriminaldirektor Miller sah neben Seeburg klein und untersetzt aus; er machte den Eindruck, als ob er ein behäbiger Spießbürger wäre. Doch bie vielen Schmisse auf seiner linken Wange zeigten, daß er einmal seinen Mann gestanden hatte, lieber den grauen Augen hob sich eine gut geformte Stirn mit seltsamen kleinen Vorwölbungen unmittelbar über den Augenbrauen. Die Farbe des kurzgeschorenen Haares war kaum erkennbar, nur an den Seiten schimmerte es tief dunkelblond. Unter einer energisch geformten Nase saß ein ausdrucksvoller Mund. Das Kinn war nicht übermäßig groß, aber senkrecht unl> scharfkantig. „Also das Mädel heute", fuhr Seeburg fort. „Wek sie war, erfuhr ich erst später. Sie war bis heute als Sekretärin bei der Bayrischen Gesandtschaft. Plötzlich entlassen, mit Drei Kolleginnen zusammen. Grund, ein Dokument soll verschwunden sein. Reichswehrsache. Wie weit wirklich wichtig, mir unbekannt. Die kleine Merten hat es nicht gesehen. Sie scheint völlig unschuldig in die Geschichte hineingekommen zu sein. Zufällig nannte sie in der Erzählung ihren Vetter Malesius. llebrigtns in keinerlei Zusammenhang. Nur drollig, daß Sie eben auch Malesius ermähnten! Den hatte ich selbst heute mit einem dienst- licken Auftrag zur Bayrischen Gesandtschaft geschickt. Ich hielt ihn übrigens für vermögend. Prost!" „Zum Wohl, Baron!" „Das ist alles, was Sie Darauf zu sagen haben?* „Ja! In unserem Beruf ist das nämlich so, daß es ganz nebensächlich ist, was unsereiner zu faacn hat. Wichtig ist nur, was unsere verehrten Geschäfts- freunde sagen. Schon deshalb, weil meistens das Gegenteil davon richtig ist." „Also ist meine ganze schöne Erzählung umsonst gewesen?" (Fortsetzung folgt) MAGGI5» Oberhessische Gesellschaft fürNatur-und Heilkunde Gemeinsame Sitzung beider Abteilungen Herr Prlvat-Dozent Dr. Ankel: Ueber die Chromosomentheorie der Vererbung. 7M3l Zweiter Vortrag am Dienstag, 5. Dezember 1933 um 20.15 Uhr, im Physiologisch. Institut ftenneberg u. Duken, Vorsitzende. Arbeitsvergebung. Für die Gemeinde Muschenheim (Kreis Gießen) soll die Herstellung eines Wetter- Durchstichs und hierdurch notwendige Der- schleisungsarbeiten (zusammen 10 130 cbm Erdbewegung) In einem Los vergeben werden. Pläne und Bedingungen liegen auf der Hessischen Bürgermeisterei zu Müschen- heim zur Einsichtnahme von Interessenten offen. Angebotsoordrucke können sowohl von der Bürgermeisterei Muschenheim als auch von uns, soweit der Vorrat reicht, kostenlos bezogen werden. Erösfnungs- termin: Freitag, den 8. Dezember 1933, vormittags 10 Uhr, auf Dem Rathaus zu Muschenheim. Zuschlagsfrist 3 Wochen, freie Auswahl bleibt ausdrücklich Vorbehalten. 7320V Gießen, den 30. November 1933. ^Hessisches Kulturbauamt. I D.: Mangold, Regierungsbaurat. 1. für das Schuhmacherhandwerk: Mittwoch. den 6. Dezember 1933, nachmittags 3 Uhr. in der Gastwirtschaft Lötz- deyer in Stockheim; Amtliche Selannimachung des Kreisamts Tübingen. Die ©rünbungsDerfammlungen Der neu errichteten Zwangsinnungen werden in folgender Weise abgehalten werden: 2. für das Sattler-, Polster- und lapc- zlererhandwerk: Mittwoch, den 8. Dezember 1933, nachmittags 3S Uhr, in Der Gastwirtschaft Hartmann in Stockheim; 8. für Das Zimmererhandwerk: Samstag, den 9. Dezember 1933, nachmittags 3 Uhr, in Der Gastwirtschaft Lötzbeyer in Stockheim; 4. für Das Schreiner Handwerk: Samstag, den 9. Dezember 1933, nachmittags 3 Uhr, in der Gastwirtschaft Hartmann in Stockheim; 5. für Das Schneider- und Schneiderin- nenhanDwcrk: Montag, den 11. Dezember 1933. vormittags 104 Uhr. im Hotel Fürstenhof in Büdingen Alle beteiligten Handwerker bzw Handwerkerinnen werden zu Diesen Versammlungen hiermit eingelaDen. 7322C Kaufen Sie Preise? 6969 A Der Preis allein sagt nichts. Sie müssen die Qualität der Ware beachten. Qualitätsware zu niedrigen Preisen finden Sie Im Fachgeschäft. Deshalb kaufen Sie Hausrat natürlich nur im Spezialgeschäft J. B. Häuser Am Oswaldsgarten Gießen, Ruf 2145 2146 Zum Nikolausfest! Am Dienstag an! dem Wochenmarkt oeea« H.Oster,Offenbach Aufforderung! Ich bitte alle Lieferanten, die noch Forderungen an die Bergschenke haben, sofort spezifizierte Rechnung an unterfertigte Firma ein- zureichen. 7326 u LarlSchwaab, Seltersweg 19 Bekanntmachung. Die Gemeindchundesteuer für das Kalenderjahr 1934 ist wie folgt festgesetzt worden. 7317C 1. wenn der Beginn des Hundebesitzes in die Zeit vor dem 1. Juli fällt....... 2. vom 1. Juli ab ..... . für jeden Hund. Für den mehrfachen Hundebesitz Den olgende Zuschläge erhoben: ür Den zweiten Hund . . . ür den Dritten HunD. . . . ür Den vierten Hund. . . . RM. 24,— 12,— wer- RM. 24,- 48,— 96,— usw, so daß für jeden weiteren Hund der Zuschlag sich verdoppelt. Die Höhe des Zuschlags regelt sich wie oben unter 1 und 2 nach dem Zeitabschnitt, in dem der mehrfache Hundebesitz cingetreten ist. Erhebungsstelle bleibt auch für das Kalenderjahr 1934 Die Stadtkasse Gießen. Diejenigen hiesigen Einwohner, die im Laufe dieses Jahres Hunde abgeschafft. aber noch nicht abgcmeldet haben, wollen Dies spätestens bis zum 31. Dezember 1933 entweder mündlich oder schriftlich auf Dem Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer 24, in Der Zeit von 8 bi» 13 Uhr anzeigen. Vordrucke für schriftliche Abmeldungen sind Dort erhältlich. Die Verbindlichkeit zur Entrichtung Der Hundesteuer dauert bei Nichtabmeloung auch im folgenden Jahre, und zwar folange fort, als die entsprechende Anzeige versäumt wird. Gießen. Den 2 Dezemdre 1933. Bürgermeisterei Gießen. I. v: Dr. Seib. | Vermietungen | Möbl. Wohn- u. Schlafzimmer 2 Betten, abgeschl. Vorvlatz, ievarat, sofort-.vermiet• aesae Zu erfragen in der Geschäfts«. d.G.A. | Mietgesuche Kinderl. Ehevaar i. l-bisZ-Zimni.-Wohn. Pünktl Miete zuges. Schrift!.Angeb. mit. 06837a.D.Gleß.Anz. Berufstätiger Herr sucht gut möblierteSZimmer l möglichst Wodu- u. Schlakzimmer) ver sofort tu mieten.Eil- annebote mit Preis unt.0683üa.d.G.A. Stellenangebote Vertreter von gutem Ruf und kreditfähig für Den Verkauf von RiaderapDaralen (Prov. ob. a. eia. Rechnung! gesucht. Schriftl. Ang. unt. 7307 D a. d. G. A. Emrbsin! töntet Betölenii durch Verkauf unseres GefundbeitS- Kalenders. 7,-«v Griinkrcuz-Werk, W.-Barmen-U. •Pormitt. - Mädchen ober rtrau, vertekr in vaufarbeit, für schort gesucht, twm ®oetbeitra6e634IL Winterthur Unfall-, Haftpflicht-, Auto-, Kaution»-, Einbruch-Diebstahl-, Lebens-, Renten-, Kinder-, Aussteuer-, Studiengeld- Versickerungen Prospekte und Auskünfte bereltwllllgsti Subdirektion Frankfurt a.M. Ooethestraße 30 Telephon 83 847 Mitarbeiter überall gesucht | Verkäufe Gebrauchter luetRer fjeiö nnö Öfen ui verkauf. Hinden- burgwall 7 €>. I. Anzusehen von 4 bis 5 Uhr. los»?» 1 Bade - Einrichtung mit Gashelxo'en, ein kompl. Bett, 1 Kleiderschrank, 1 Waschtisch, Iweiße Wickelkommode, 1 Ansx eh- tisch, 1 Schreibpult I. Bt.ro, all. sehr gut er halt., billig s.verkaul. Zu erfragen in der Geschäftsstelle d. Gieß. Anieige s._____o«: Großer Schneidertisch mit 2 Schubladen, 2 einzelne Bettladen v reiswert zu verkaufctt. (00775 Scltcrsweg 87 I. Empfehlungen OSDhX Betten ßcbll/ntu, Pol-w. suhl- matr-M wira,Teilt KuA. Kuo-möwltiLrtM OohllTh Familien-Drucksachcn Verlobungsan zeigen Vermählungsan zeigen Geburtsanzeigen bei Irtihl, SchelstraGe T Frische Seelische billig! Schellfische 0. Kovf Pfund von 30an Filet, Marke Rifi, Pfund von 40^ an GrüneHer.Pfd.25^ Täglich fr.Räucher- waren cmvf. ?mD A. Koch Nachlolüer Minsburg 15.Tel.M12 MMlm Mm für swiltito 3. Beinen K.-G 7h*d 9 lejenroeg 9^ Dienstflfl. 5. Dejemutr MWH Morgens 10', Uhr: WCfleiitfim.fnQDl wirtschaft «iebergall Lowcngafie 22. omm llllllllllllllllllllllllllllllllllll Stadttheater tiieÖ*. n nnD Montag, denl.Dez. 20—22 Ubr Ausi. Abonnement. Greife 0.30-1.50 3M. Phantastische Tänze Einmaliges Tanz-Gaflivfel Matbilde Bubr Joachim v. Lcewitz Unter Mitwirkung des Stadttbeater- Orchesters. Dienstag, d. ki.Dez. 20 bis 22.15 Ubr 10. Dienstag-Abon Gewöhnliche Preise Um Himmel Chiropos Schaum, m 3 Akten von Schm en zeit- Malina. Mittwoch, d. 6-Dez. 19.30 bis 22 Ubr Der Strom. Donnerstag, 7.Tez. 20 bis 22 Ubr Wenn öet dohn rrflhL Freitag, den 8.Dez. 20 bis gegen 23 Uhr Die innige iDiiroe. Samstag. Y.Dezbr. 20.15—22.30 Uhr Der Traum derVilmaftelemen. dlllillUUllUlllimiHllliUUU Hotel-Restaur. Köhler Morgen Dienstag 73250 Metzelsuppe Dienstag, 5. Dezember 111 so Metzelsuppe! Im Ausschank: Schlofabräu Braunfels. ________________________ — a Hausmittel gegen Koplsdimenen,Migr«ne einzigartige und Sdimemuilenda Seif Jahrzehnten behauptet sidi Cifrovsntlle dank seiner anerkannt rasten und milde« Wirkung. Stell bekbmmlidi - unsdiidlidi (ür Herz und Magen. Sie tollten deshalb dat bewährte Citrovanille immer tur Hand heben. Erhältlich in allen Apotheken. 6 Pulver- oder 12 Oblaten-Pdig. RM 1.10. Bücher für Pflanzenfreunde (Durch jede Buchhandlung od.v. Verlag tu beziehen) Die Pflanzenwelt der deutschen Heimat und der angrenzenden Gebiete In Naturaufnahme« dargestellt und beschrieben von Dr. Kurt Hürde 3 Binde mit 421 ein- und mehrfarbigen lat In. Band lund II RM.180.-.Bei Einzelbezug je RM.99 —. Bezug in Lieferungen je RM 3.—. Band III erscheint z. Z. In 30 Lieferungen zu je RM. 3.-» Unsere Heilpflanzen m Wort und Bild für jedm mann von Richard Scbimpfkv. 3 , stark vermehrt« und verbesserte Auflage. Mit 140 naturgetreuen PtXiett* bild em 2 Binde in Ganzleinen gebunden RM. ÄLÄ Deutschlands wichtigste Gutgewichte ia Wort u. Bild für jedermann mit 27 na turgetreuen Pflanze* bildern. Von Richlrd Schimpfky. Reichsmark 4.—» Die eßbaren und giftigen Pilze von Prof. Dr. W. Mirula. Mtt 90 ganzseitigen Originallithographien. In Halbleinen gebunden Reichsmark 22.50. Alpenblumen. Aus dem Lebender alpinen Pflanze* weit. Von Dr. H. ' "arzell Reichsmark —.50. Verlangen Sie unsere bebilderten Werbebllrter I Hugo Barm ...arV erlag ■ Bln-LlchtorfoUd