Nr. 259 Zweites Blatt Etzener Anzeiger (weneral-Anzelger für Gverhesse»,5am§tag, 4. November 1933 Landnöten. Am 4. November jährt sich zum zwölften Male der Tag, an dem sich 46 junge nationalsozialistische Saalordner gegen eine zwanzigfache Uebermacht von mehr als achthundert Marxisten in einer Saalschlacht im Hofbräukeller in München siegreich behaupteten. Im Frühjahr des Jahres 1921 hatte Hitler seine ersten Massenversammlungen in München abgehalten, die ihm auch die ersten großen Erfolge brachten. Die große Protestkundgebung im Spätsommer des gleichen Jahres auf dem Königsplatz in München gegen den Terror der Franzosen im Rheinland war von 80 000 Menschen besuch. Das war ein Erfolg der jungen aufstrebenden Bewegung, der den Sozialdemokraten keine Ruhe mehr ließ. Sie beschlossen, dem „Hitlerspuk" ein Ende zu machen und d i e nächste Massen - Versammlung unter allen Umständen zu sprengen. Die roten Kerntruppen sammelten sich. Die Parole wurde ausgegeben, die Hitler-Versammlung, die für den Abend des 4. November an gesetzt war, vollzählig zu besuchen, so daß schon eine Viertelstunde vor Beginn der Riesensaal polizeilich geschlossen werden mußte. Die Sozialdemokraten hielten den Saal dicht besetzt. Das Freibier floh in Strömen, ein ungeheuerlicher Lärm und Getöse füllten den Saal. Die Roten lieferten die Maßkrüge nicht ab und verstauten sie unter den Tischen. Heimlich wurden Tisch- und Stuhlbeine gelockert, und mit lautem Krach sausten dicke Eichenknüppel auf die Tischplatten, um die wenigen im Saal anwesenden Leute des „Nationalsozialistischen Saalschutzes" schon zu Beginn einzuschüchtern. Hitler erkannte die Gefahr, und geschickt hatte er seine wenigen Getreuen im Saale verteilt. Dann sprang er auf einen Tisch und begann seine Rede, von wütenden Pfuirufen, aber auch teilweise starkem Beifall empfangen. Langsam und jedes Wort wohl abwägend sprach Hitler. Und es gelang ihm, annähernd zwei Stunden zu sprechen, ohne daß es zu einer nennenswerten Störung gekommen wäre. Zurufe fing er geschickt auf. Als er dann aber zu einem flammenden Schlußappell ansetzen wollte, brach der Sturm los. Ein Maßkrug flog dicht an Hitler vorbei und zerschellte an einer Säule. Hitler hatte einen Zwischenruf, durch die Unterbrechung wütend gemacht, nicht gerade mit einer Schmeichelei beantwortet. Das war das Signal zum Losbrechen gewesen. Im Handumdrehen war der ganze Saal mein wüstes Schlachtfeld verwandelt. Stühle jlo- gen durch die Luft, Maßkrug über Maßkrug zerbrach mit lautem Krach. Die nationalsozialistischen Saalordner hatten sich aber bald gesammelt und gingen nun systematisch gegen die Ruhestörer vor. Sie drängten die roten Angreifer zur Tür. Nach kurzer Zeit flog auch ein gutes Dutzend der Sozis die Treppe runter. Plötzlich setzte vom Saaleingang ein wildes Geknatter von Revolverschüssen ein, daß der Mörtel nur so von der Wand spritzte. Jetzt flogen auch die letzten Marxisten eiligst aus dem Saal. Die Versammlung war gerettet — vielleicht in dieser Stunde die ganze junge Bewegung. Hitler stand noch immer aufrecht auf seinem Tisch. Und nun rief der Versammlungsleiter Hermann Esser mit lauter Stimme in den Saal: „Die Versammlung geht weiter!" Hitler sprach zu Ende. Zur Belohnung für das brave und tapfere Verhalten gab Hitler der kleinen Saalschutztruppe den Namen „Sturmabteilung" (SA.). Das war der Geburtstag der SA., die von da ab zur Vorkämpferin der nationalsozialistischen Bewegung wurde. „Für Frankreich war die Fremdenlegion immer Ehrensache und bleibt es. Keine koloniale Expedition war ohne sie denkbar. Sie hat in Ton- king, auf Madagaskar, in Marokko und kürzlich in Syrien gekämpft. Ueberall war sie bewundernswert. Wir verdanken ihr einen großen Teil der Befriedigung Südmarokkos und jetzt Südalgeriens. Sie arbeitet gegenwärtig daran, die letzten Widerborstigen zu überzeugen und sie für unsere Zivilisation Hinter uns reitet -er Tod. Von Edwin Erich Owinger. Es gibt wohl kaum eine erschütterndere Tragödie der Weltgeschichte, als den Rückzug der Weißen Armee, den D w i n g e r mit einigen anderen entlassenen kriegsgefangenen Deutschen mitmachte. Er berichtete davon in einem kleinen Bändchen „Zug durch Sibirien", das soeben in der neuen 80-Pf.- Bücherei „Deutsche Reihe" des Verlages Eugen Diedrichs erscheint. Bis zum Morgengrauen geht alles gut. Die Sonne geht Über fernen Wellen strahlend auf, die endlose Steppe glitzert in keuscher Unberührtheit. Das Oberste Kommando hat gleichfalls die Stabs* züae verlassen, fährt irgendwo mit Schlitten in unserem Heerzug. Die Armee zieht in dichten Schlangen dahin. Gegen zehn Uhr hören wir plötzlich Geschütze wummern. Wir recken uns in den Sätteln. Im nächsten Augenblick bricht es von allen Seiten auf uns nieder. Links, rechts, vorn und hinten tauchen Feinde auf — Bolschewiken und Menschewiken. Sechs, sieben unserer Offiziere jagen von der Spitze aus an uns vorüber: „Alle Wege um Krasnojarsk sind von aufständigen Truppen abgeriegelt!" schreien sie sinnlos. Ein fürchterliches Durcheinander beginnt. Hinter jeder Biegung lauern Truppen auf uns, hinter jeder Welle feuern Maschinengewehre auf uns. Wir sehen mit Entsetzen, daß unsere Abzugsstrahe an mehreren Stellen mit Artillerie bestrichen wird. „Vorwärts, vorwärts!" r ft Vereniki stählern. „Niemand bleibe stehen . . . . Wir marschieren weiter. Einer unserer Gefangenen fällt mit einem Herzschuß, ein anderer sinkt verwundet zusammen. Hatschet wirft ihn gewandt auf einen Schlitten, treibt feine Pferde von neuem an. Saburoff bekommt eine Kugel durch die Schulter, einer meiner Kameraden, der ostpreußische Landwirt mit dem unaussprechlichen Namen, eine durchs Knie, ich selber einen Streifer an der linken Schläfe. Unsere Marschordnung zerfällt völlig, nirgends besteht mehr ein Kommando. Jede Truppe versucht die Sperre auf eigene Faust zu durchbrechen. „Vor uns galoppiert eine Kappellewsche Husarenschwadron — wenn wir dicht hinter der bleiben, kommen wir durch!" grillt Kostja. „Aus die Schlitten!" schreit Recke, fliegt heran. „Galopp . . ." zu erobern ... In der Fremdenlegion sind alle Brüder... Weil wir sie lieben, haßt Deutschland sie. Trotzdem dienen die Söhne Deutschlands in der Legion in großer Anzahl. Sie finden dort eine Freiheit und eine Behandlung, die sie nicht daheim gewöhnt sind, die aber denen zusagt, die Stolz und Ehrgeiz besitzen." In solchen schwülstigen Redensarten wirbt der Oberstleutnant R e b o u l im „Temps", dem von der französischen Rüstungsindustrie ausgehaltenen Blatt für e»ne Kulturschandk unserer Zeit. Frankreich, das stolz ist, wenn es einige Negersklaven im innersten Afrika aus der Gewalt ihrer Häuptlinge entläßt, bekräht freudig eine Einrichtung, die zivilisierte Menschen zu Sklaven verurteilt und für Frankreich zur Einsparung französischen Blutes st erben läßt. Im Jahre 1931 hielt ein französischer Oberst eine Rede, am Geburtstage des Beys von Tunis, in der er sagte: „Hört mich, ihr Mütter Frankreichs. Das Leden eines eurer Kinder wird g e - spart, wenn einer dieser fremden Männer verblute t", und tatsächlich ist berechnet worden, daß während des hundertjährigen Bestandes der Fremdenlegion, die unmittelbar nach der Juli - Revolution 1831 aufgestellt wurde, in den ewigen Kolonialkriegen Frankreichs rund eine Million Franzosen eingespart wurden, wofür die gleiche Zahl der Söhne anderer Nationen ins Gras biß. Wie Frankreich mit diesem Menschenmaterial umging, gehört zu den blutigsten Kapiteln der Geschichte der letzten hundert Jahre. Es verschacherte einst 7000 Fremdenlegionäre an Spanien zur Unterwerfung der Eingeborenen in Spanisch-Marokko, und erhielt l'/z Millionen Franken dafür. Madagaskar verschlang drei kriegsstarke Regimenter Legionäre. Als Napoleon III. dem Erzherzog Maximilian französische Hilfe zur Eroberung Mexikos zugesagt hatte, schickte er den Marschall Bazaine mit einigen tausend Fremdenlegionären in die fieberheißen Gegenden um Vera Cruz, von denen nur siebzig als Krüppel zurückkamen. Der französische Kolonialbesitz ist mit dem Blut von Nichtfranzosen zusammengeraubt worden, und allein die Deutschen stellten ein Kontingent, dessen Verluste größer waren als die deutschen Gesamtverluste während des Krieges 1870/71. Der deutsche Abenteurerdrang und eine gewisse kämpferische Veranlagung fand im deutschen Kolonialreich der Vorkriegszeit keinen genügenden Raum zur Betätigung, und wie weiland die deutschen Landsknechte in den Schlachten aller europäischen Poten- tate vertreten waren, haben Deutsch eauch die Kolonial s ch 1achten Frankreichs geschlagen. Mehr als siebzig Prozent der Fremdenlegion besteht aus Deutschen, und der größte Teil der verbleibenden dreißig Prozent wird von Angelsachsen, Irländern, Schweizern und anderen Nationen bestritten. Mit vier Pfennig pro Tag, einem Handgeld von 84 Mark wird dieses Menschenmaterial zusammengeschachert, und der Fremdenlegionär bekommt nach seinen Kämpfen eine Jahrespension von ganzen 25 Mark! Das ist Frankreichs Dank für die Hölle, in der es Millionen verbluten ließ. Das ist Frankreichs Ehre, sagt Oberstleutnant Reboul. Die Ehre, eine Kulturschande aufrechtzuerhalten, der selbst ein nichtzioi- lifiertes Volk sich schämen würde. Die Entwicklung der russischen Wirtschaft ist in diesem Jahr im allgemeinen stark hinter den Plänen zurückgeblieben. Am schlechtesten hat die Metallindustrie gearbeitet. Die Eisen» und Stahlwerke haben in den ersten neun Monaten den Jahresplan erst zur Hälfte erfüllt. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr beträgt 13 o. H. gegenüber 44 v. H. im Voranschlag. Die Steigerung der Stahlproduktion beträgt nur 10 v. H. Die Buntmetallindustrie konnte ihren Jahresplan in den ersten neun Monaten bloß zu 40 v. H. ausführen. Im Maschinenbau hat sich lediglich die Automobil- und Traktorenherstellung an die Richtlinien halten können: sie hat den Jahresplan bereits etwas über 80 v. H. erfüllt. Sehr unbefriedigend hat die N a p t h a i n d u st r i e abge» schnitten, deren Produktion unter dem vorjährigen Niveau liegt. Im Kohlenbergbau, der Der- Um uns wogt ohrenzerreißendes Geschrei. Jeden Augenblick platzen neue Granaten, werfen weißschwarze Schneesandfontänen in die Luft. Alles schlägt auf die Pferde ein, klammert sich an die Schlitten. Vereniki jagt allen voraus, dicht an den Schwänzen der Eskadron. Die ganze Ebene brodelt, foroeit das Auge reicht, von Soldaten und Flüchtlingen, Frauen und Kindern. Ueberall liegen umgestüzte Schlitten, zuweilen stoßen wir auf Geschütze, deren Bespannungen zusammenbrachen. Das Chaos wächst mit jedem Galoppsprung unserer rohrenden Tiere. Ein Regiment nach dem andern läuft zum Feinde über. Immer häufiger kommen uns eigene Truppen waffenlos entgegen. „Legt doch die Waffen ab wie wir . . . Es ist doch sinnlos jetzt . . . Ergebt euch doch . . ." Einem General, der damit auf uns zukommt, schießt Petroff durch die Stirn. „Die Spitze der Kappellewschen sieht schon den Jenisseisk!" ruft Recke zurück. „Haben wir ihn überquert sind wir gerettet!" Ich suche Vereniki mit den Augen — kennt er denn kein Erbarmen? Nein, er kennt feins, auch Petroff nicht. „Peitscht, peitscht!" brüllt er unablässig. Ich sehe Berger sich> nut weißem Gesicht an den Schlitten klammern, Wmdt mit verstecktem Kugelkopf breit auf der Ladung liegen, Schulenburg steil und aufrecht auf den Kufen stehen. Wir jagen über verwundete Soldaten, gestürzte Frauen, wimmernde Kinderchen. Um die Kufen unserer Schlitten wickeln sich Därme zerfetzter Pferde. Wir haben die Sperre durchbrochen. Unter den Hufen unserer Pferde singt Eis auf. „Wir haben ihn erreicht, den einzigen Uebergang! fagt Recke aufatmend. Wir marschieren. Der ewige Weltenraum scheint in Milliarden Flocken kristallisiert auf uns herab- zusinken. Der Schnee wird immer höher. Niemand darf auf den Schlitten fitzen, "ußer er wäre schon mehrfach zusammengebrochen. Die Pferde sind so unsäglich entkräftet, daß sie keine doppelt belasteten Schlitten mehr ziehen können. Wenn man zuruck- blickt, sieht man eine lange Kette vermummter Ge- ftalten im Gänsemarsch durch den Schnee waten. Einer geht hinter dem anderen, genau in der Spur, die Verenikis schwerer sibirischer Hengst getreten hat. Es würde zu sehr ermüden, eine eigene Spur zu treten, darum gehen wir so. Wie schön war es noch, als man in kleinen Gruppen ziehen, zuweilen etwas miteinander sprechen konnte! Jetzt ist auch das vorbei, man muß die Kräfte sparen. Und geht hältnismäßig günstig liegt, ist eine Steigerung gegenüber den ersten neun Monaten von 1932 von rund 15 o. H. zu verzeichnen. Allerdings ist damit auch erst die Hälfte des Jahresvoranschlages für 1933 erreicht. Nichtsdestoweniger geht die Moskauer Zentrale an einen weiteren Ausbau der ruffifchen Industrie, der sichtlich militärisch strategischen Charakter hat. Das gigantischste Projekt ist der Plan einer Naphtha-Raffinerie im Wolgagebiet, deren Bau 200 Millionen Rubel er», fordern soll. Große Hoffnungen setzen die Sowjets auf das Geschäft mit Amerika, das bei den Amerikanern auf große Gegenliebe stößt. Die Amerikaner schätzen die möglichen Lieferungen nach Rußland auf 350 Millionen Dollar jährlich, die die Russen allerdings mit Rohstoffen bezahlen werden. Allerdings ist der russisch-amerikanische Handel in den letzten Jahren sehr stark zurückgegangen, wobei die Handelsbilanz zu ungunsten Rußlands passiv ist. Die hauptsächlichste Rolle der russischen Ausfuhr nach USA. spielt Rauchwaren und Erze, während aus Amerika vorwiegend Fertigwaren importiert werden. Insgesamt hat der Außenhandel Rußlands hintereinander, um die Beine zu schonen. Und spricht nicht mehr, um die Kehle zu schützen . . . . Zum Glück steckt alles in warmen Hüllen. Die beißende .Kälte hat die Scheu vor den Toten und die Angst vor der Ansteckung langsam, aber unwiderstehlich besiegt. Jeder hat einem Liegengebliebenen Pelz oder Mütze abgenommen, ohne nach den roten Flecken ihrer Träger mehr zu fragen. Aber auch das bringt Qualen mit sich, Qualen neuer, peinigender Art ... Wenn es schneit, saugen diese zottigen Bärenpelze derartige Schneelasten ein, daß man sich alle Augenblick schütteln muß, um sich wieder davon zu erleichtern. Zum andern züchten sie geradezu das Ungeziefer, lassen jeden wahre Läusebrutstätten mit sich herumschleppen. Wenn man sich niemals ausfleiben kann? Und zum dritten: Jede Laus kann den Tod bringen! Sie sind Träger des Flecktyphus — sie ganz allein . . . Aber wir marschieren dennoch. Und das weiße, puderige Steppenmehl wird immer höher. Die gefangenen Offiziere find bis auf zwei noch vollzählig. Ein Offizier entfloh, einer starb an Typhus. Der ostpreußische Landwirt mit dem unaussprechlichen Namen liegt seit dem Knieschuß hoffnungslos darnieder. Von unseren Soldaten sind nur mehr sechzehn übrig, ist schon der vierte Teil tot. Vor kurzum brachen roieoer zwei mit Typhus zusammen. Auch sie werden sterben. Trotzdem: Es wurde noch keiner verlassen, solange ein Funken Leben in ihm war! Von unserem Führer Vereniki wie von seinen Kameraden nicht, obwohl das Essen mit jedem, den wir seinem Schicksal überließen, reichlicher für die Uebrigbleibenben würbe . . . Unb bas hält uns vor allem, macht es allein erträglich: bie Kameradschaft! Ich muß oft an die Zeit der Lagergefangenschaft denken . . . Damals gab es keine Kameradschaft, wenigstens zuletzt nicht mehr. Das ewige Eingepferchtsein machte heimtückisch und gemein, wirkte demoralisierend und entnervend. Das starre stete Unglück, das Endlose und Alltägliche schweißte nicht zusammen, riß eher auseinander. Dort gab es keine Taten, keine Hoffnungen — das war es! Hier ist das anders. Gewiß, unsere Hoffnungen sind nicht groß, aber sie sind noch da! Auch das Ende wissen wir: Weiter als bis zum Stillen Ozean werden wir nicht marschieren. Dort hat es sicherlich ein Ende, weil das große Wasser kommt, wenn nicht schon früher, wenn nicht schon morgen. Außerdem gibt es Gefahren, tausend tägliche Erlebnisse, erschütternd zumeist, dennoch Erlebnisse, nicht jene Oede, die uns in den Lagern an den Rand des Wahnsinns brachte! Und einen gewissen Kampf, in den letzten Jahren ziemlich zugenommen. Ein Abfallen ist erst 1932/33 zu verzeichnen. Die Befürchtungen, die sich aus der Wirtschaftskrise für den Fünfjahresplan ergeben, lassen die Russen nach neuen Märkten Ausschau halten, wobei neben Amerika besonders Frankreich vorgezogen wird. Frankreich konnte nicht nur die Einfuhr nach der Sowjetunion in den letzten Monaten gegenüber der gleichen Zeit des vorigen Jahres mehr als verdoppeln, es hat sich auch die Ausfuhr der Sowjetunion nach Frankreich ziemlich stabil erwiesen. Rußland bemüht sich, durch Vergebung größerer Aufträge nach Frankreich die Beziehungen zu vertiefen. Bei den französisch-russischen Handelsvertragsverhandlungen haben die Russen eine Liste von Bestellungen im Wert von 1,5 Milliarden Franken ooraelegt. Allerdings ist aus diesen Plänen nichts geworden, weil die französisch- russischen Schulden nicht geregelt sind. Es bleibt abzuwarten, ob nicht die gleichen Hemmungen sich dem russischen Amerika geschäst ent« gegenstellen werden, denn bis jetzt sind schon für 1300 Millionen Dollar Ansprüche von amerika- nischer Seite angemeldet. von Tag zu Tag, von Nacht zu Nacht. Wo aber Kampf zwischen Männern ist, gibt es auch männliche Hilfe . . . Jetzt stehen wir in der großen Probe, der härtesten, auf die man jemals Menschen stellen könnte! Und wenn nicht alles täuscht, werden wir sie bestehen — in einer Art, die jeden zu einem Meister macht, edelstes Menschentum wie eine wärmende Sonne auf Eis und Schnee und Tote strahlen läßt. . . Das Autogramm. Jrn Kreise der englischen Königsfamilie erzählt man sich noch immer gern die luftigen Einfälle, die König Georg V. in seiner Kindheit hatte. Seine Großmutter, Königin Viktoria, liebte Sparsamkeit über alles. Eines Tages quälte sie der kleine Georg, sie möge ihm doch ein mechanisches Spielzeug kaufen, in das er sich verguckt hatte. Da das Spielzeug sehr teuer war, weigerte sich die Königin, den Wunsch des Kindes zu erfüllen. Sie schrieb dem Kleinen einen langen Bries und erklärte ihm darin, daß eine der ersten Tugenden eines Fürsten die Sparsamkeit sein müßte. Der glückliche Empfänger dieses Schreibens hatte nichts Eiligeres zu tun, als den wertvollen Brief einem Autogrammhändler zu verkaufen. Auf dem Heimweg erstand er dann für den Erlös das ersehnte Spielzeug. Wenn doch alle Großmütter-Autogramme so kostbar wären! Sochschulnachrichlen. Dr. Wilhelm Freiherr Kleinschmit von ß e n g e f e l b, Privatdozent an der Universität Mar- b u ra, wurde vom Hamburgischen Senat mit der Leitung der Behörde für kirchliche und Kunst- angelegenheiten beauftragt. Dr. Ulrich Scheuner, Privatdozent für öffentliches Recht an der Universität Berlin, hat einen Ruf an die Universität Jena angenommen und bereits seine Ernennung zum ordentlichen Professor mit Wirkung vom 1. November ab erhalten. Professor Dr. Karl Brandt von der Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin hat einen Rus als Ordinarius für landwirtschaftliche Betriebslehre und Agrarökonomie an die Universität Istanbul (Türkei) erhalten. Der Ordinarius für afrikanische Sprachen an der Universität Berlin, Professor Dr. Diedrich W e ft e r m a n n, wurde von der südafrikanischen Universität Johannesburg zum Ehrendoktor der Literatur ernannt. Lebensschulen. Von Dr. Willy Dierath. Den nachfolgenden Aufsatz stellt uns das Reichsmini st erium für Propaganda und Volksaufklärung zur Verfügung. Die Reorganisation des Elternhauses spielt zweifellos gerade für die Be- DÖIferungspolitit eine wichtige Rolle. Der Autor des nachfolgenden Artikels macht den Vorschlag, durch Errichtung von Elternschulen die er „Lebensschulen" nennt, systematisch alle zukünftigen Eheleute auf ihren wichtigen Beruf vorzubereiten, da gerade für die Elternschaft die meisten Menschen nur ein herzlich kleines Maß von Wissen mitbringen. Friedrich Wilhelm II. hat einmal das Wort ge- sprachen: „M e n s ch e n achte ich für den größten Reichtum!" Gpt, dann müssen wir alles daran setzen, Menschen zu haben und sie so zu erziehen, daß sie rechtwinklig an Leib und Seele sind, um einmal inmitten aller Müh- und Drangsale dieses Lebens getreulich ihre Pflicht gegen Familie, Volk und Vaterland erfüllen zu können. Tun wir unsere Pflicht? Erleben wir nicht immer wieder, daß unsere Volk seit vielen Jahren nicht mehr genug Nachkommenschaft erzeugt, daß wir als Volk vergreifen, während uns die Jugend fehlt. Das Bevölkerungsproblem ist die allerbedeutsamste Frage für jedes Volk, das eine Zukunft haben will. Es greift vom Menschen ins Wirtschaftliche und von dort ins Politische. Unsere Menschen, der deutsche Mensch, sind unsere letzte Ho f f n u n g, die einzige Macht, die wir noch besitzen! „Gib mir Kinder, oder ich sterbe", heißt es in der Heiligen Schrift, und dieser Ruf muß heute stärker und nachhaltiger als sonst ertönen. Mit allen Mitteln versucht die Regierung, die Eheschließungen zu fordern, in der weisen Erkenntnis, daß die Familie das Fundament des Staates ist. Welchen Wert ein Menschenleben hat, weiß nur der zu ermessen, der Kinder besitzt, die er selbst erzogen hat. Eine Mutter, die ihren Haushalt in Ordnung hält, der Nation eine Schar gesunder Kinder schenkt, und mit dem ganzen Einsatz ihrer Persönlichkeit in Ehren aufzieht, ist eine Heldin und hat so Gewaltiges vollbracht, daß sich alle Menschen in tiefster Ehrfurcht vor ihr verneigen müssen! Wahrlich, die Zukunft unseres Volkes hängt ab vonder Qualität unserer Müt - t e r. Ohne gute und erfahrene Mutter gibt es keine tüchtigen Männer, ohne ganze Männer kein Volk, keinen Staat und keine Kultur! — Es unterliegt keinem Zweifel, daß unsere heutige Jugend trotz der unleugbaren Fortschritte unseres Schulwesens für das Leben selbst wenig oder garnichts mitbringt. Lichtenbergs Wort: „Das Brauchbarste in unserem Leden hat uns gemeiniglich feiner gelehrt", findet auch heute leider nur allzu oft feine Bestätigung. Das Schicksal eines Volkes aber, feine Blüte wie sein Zerfall, hängen im tiefsten Grunde von der Erziehung ab, die der Jugend zuteil wird. Bringen aber denn die meisten Eltern für den schwersten aller Berufe als Erzieher kommender Geschlechter auch nur das Allernotwendigste mit? — In jedem Fach, in jedem Beruf werden Kenntnisse und Wissen verlangt. Ja, es wird nicht mit Unrecht behauptet, man könne eigentlich nie genug lernen. Für den verantwortungsreichsten Beruf aber, Menschenerzieher zu fein, scheint nichts weiter nötig zu sein, als daß man sich verliebt, verlobt und verheiratet! Die Erziehung des Kindes, das ist die Beförderung der Entwicklung der menschlichen Kräfte und im Grunde nichts anderes als die Vorbereitung zum echten Menschentum: Niemand wird behaupten wollen, daß mit der Beendigung der Schulzeit oder des Brotstudiums auch schon das wissenswerte Maß von Kenntnissen und Fertigkeiten erworben worden ist, das für eine glückliche Ehe unerläßlich ist. „Nichts fesselt mehr an Herd, Vaterland und Menschheit, als eine glückliche Ehe!" . . . Wir wissen, wieviel Ehen leider nicht glücklich sind, wir erleben es täglich, wieviel Jammer und und Elend aus ihnen entspringt und haben daher das Recht und die Pflicht, nach den letzten Gründen zu forschen. Uns fehlt eben die „Erziehung zur Ehe!" Uns fehlen „L e b e n s s ch u 1 e n", in denen uns v o r der Ehe von der Ehe das Wichtigste und Wesentliche gelehrt wird. Das muß unsere wichtigste und vornehmste Aufgabe sein. Ein starkes, schönes und sittliches Geschlecht wird unsere Mühe und Arbeit lohnen! Wir wollen endlich Eltern haben, die da wissen und fühlen, wie ihr schweres, verantwortungsreiches Amt aufzufassen ist, die da auch mit ziel- bewußtem Willen der Jugend neue Bahnen weisen, und denen die Ehe ein Jungbrunnen reinster Freude wird. Einsicht, Belehrung, Erkenntnis braucht die Jugend, geistige Ausbildung, um die menschliche Natur und Artung begreifen zu lernen. Man kann nur Seelen pflegen und kultivieren, wenn man ihre Grundtriebe und Entfaltungsbedingungen richtig erkennt. Uns fehlt in dieser Hinsicht noch so vielerlei! — Menschenzüchtung! Haben wir sie, kennen wir sie? Jeder Gärtner, jeder Landwirt weiß, daß nur die Auslese, Individuen mit bester Erb- und Aufzuchtgüte zu Erfolgen führt. Bei Tier und Pflan- «en handeln die Menschen darnach, nur die besten lebenstüchtigen Exemplare au kreuzen, Hier wird der ganze wissenschaftliche Apparat in Bewegung gesetzt, um wesentlichen Nutzen aus jeder Erfahrung und Beobachtung herauszuziehen. Aber beim Menschen hält man das alles nicht für notwendig. Neben all den Aufgaben, wie Behandlung und Pflege des Säuglings und Kleinkindes mit besonderer Berücksichtiming der Pflege der werdenden Mutter und der Wöchnerin, wie es bereits z. T. in den Mütterschulen geschieht, in denen z. B. auch die Herstellung einfachsten Spielzeugs und die zweckmäßige Beschäftigung der Kinder geübt wird, muß der Ernährungs- und Gesundheitsfrage ein breiter Spielraum zukommen. Eins aber muß in den „2c* bensschulen" vor allem erörtert werden, die Bedeutung und Wichtigkeit der sexuellen Probleme! Uns hilft alles Heucheln und Herum- drücken um diese wichtigste Frage nicht weiter, denn die soziale Frage wird im Ehebett gelöst. — Am Anfang war das Geschlecht! Das müssen wir begreifen lernen. Und erst die rechte Kenntnis von diesen Dingen wird uns wahrhaft frei machen und uns auch mit der nötigen Ehrfurcht vor der Gröhe echter Menschenliebe erfüllen. Anaefangen von den körperlichen und geistigen Unterschieden zwischen den Geschlechtern ist die Entwicklung beider in den verschiedenen Phasen zu kennzeichnen. — Was ist die Bestimmung der Frau? — Was ist Liebe? — Zeugung und Entwicklung. Die Ehe, chr Einfluß auf Gesundheit und Lebensdauer. Wer darf heiraten? — Die Bedeutung auf Sattenwahl für die Nachkommenschaft — Desruch, hing und Vererbung. — Rassenhygiene — Ahnen- und Familienforschung. — Die Familie. — Die rechtliche Stellung der Frau in der Ehe. — Mutter und Kind. — Das Geschlechtsleben — Geschlechtskrankheiten. — Prostitution. — Die Kunst der sexuellen Lebensführung usw. Immer wieder müssen wir den jungen Mädchen und Männern zeigen, was die Ehe wir kl ich fein kann, was sie biüigerroeife zu erfüllen vermag, was wir tun und lasten müssen, um das eheliche Glück dauernd an uns zu ketten. Das Hohelied der Mutter soll erklingen, die der Genius der Menschheit ist. Was wir Männer im Leben werden, ist immer das Werk unserer Mutter! Hier darf nicht trockener, altbackener Derstand allein belehren wollen, sondern das Herz rede mit glühender Begeisterung die Sprache des Gefühls. Eine neue Sittlichkeit soll das kommende Geschlecht erfüllen, denn alles Wissen nutzt im letzten Grunde nichts, wenn es nicht die Seele entflammt. So soll diese „Schule" den Charakter entwickeln, und durch Wissen zum Gewissen gelangen! Dann wird die Ehe eine Lebensgemeinschaft werden, in der Eltern und Kinder die ehrlichsten und aufrichtigsten Freunde sind. Wie werden Kinder dann die Liebe von Vater und Mutter einschätzen, diese Liebe, die sehend und vernün- ti g ist! Aus der Provinzialhaupistadt. D.e Tat. Denn das Erworbene — wär's mit einem Tropfen Schweiß auch nur erworben — ist mehr als das Gefundene uns wert. Kleist. Dünsche werden manchmal plötzliches, ungeahntes geschenktes Glück, Märchen und Sagen erzählen von guten Geistern mit wunderbaren Gaben, von verborgenen, plötzlich entdeckten Schätzen, von goldenen Bergen und silbernen Schlössern. Und nicht nur Kinder träumen von solchen Paradiesen. Und so spinnt sich ein Traum an den anderen. Und es gibt Menschen, die kommen aus diesen Träumen zeitlebens nicht heraus. Sie warten und warten und leben fast mehr in Zukunft und Sehnsucht als in Gegenwart und Wirklichkeit. Sie vergessen, daß zur Wirtlichkeit das Wirken gehört und daß Warten kein Leben ist. Und daran lieat's, daß selbst die unerwartete Erfüllung ihrer Wünsche, wo sie einmal eintrifft, nicht oorhält. „Wie gewonnen, so zerronnen" sagt das Sprichwort. Und es hat schon mancher das große Los gewonnen, der hinterher keinen Deut glücklicher war, als zuvor. Bauen ist besser als Träumen und Wirken, besser als Warten. Wir müssen rechtzeitig den wahren Zauber der Welt begreifen und üben lernen: den Zauber der Tat! Die Welt wartet nicht auf uns. Wir dürfen nicht warten, bis sie zu uns kommt, sondern müssen zu ihr hingehen. Sie ist der Rohstoff unserer Arbeit; der große, oft harte, oft aber auch so edle und schöne Marmorblock, aus dem wir die Form unseres Lebens herausmeißeln sollen. Und das Glück! Wir können alle daran teilhaben. Wir brauchen nur unser Leben als das zu erkennen, was es ist ober doch sein könnte und sollte: unser Kunstwerk! Bauen und formen wir Stück für Stück! Hier bringt uns die Arbeit Gewinn, dort fammeln wir den Gewinn sparsam auf, und Schritt um Schritt mehren wir unseren Besitz, unsere Lebenssicherheit, unseren Einfluß auf Menschen und Dinge. Das ist alltäglich gedacht, gewiß! Aber in den Fragen der Sittlichkeit und Vernunft sind die besten Losungen meist die allerälteften. Fleiß und Sparsamkeit sind immer das beste Fundament für den Lebensbau gewesen und werden es auch in alle Zukunft bleiben. Und indes die Träumenden immer unzufrieden über die Gegenwart hinausfliegen möchten, gründen die Schaffenden bleibende Statten der Behaglichkeit für sich und für andere. Denn an jedem Stein, den wir behauen und einfügen, hängt nachher für alle Zeit der Stempel unseres Selbst, wie ein Siegel unserer Herrschaft; hängt freudiger Stolz über ein Stück bezwungener Natur, hängt ein verkörperter Teil unseres Lebens. Wir können an nichts so innige Freude haben, wie an dem, was wir selbst erschaffen. Wir kennen auch den Wert keines Dinges bester als den des selbst geschaffenen. Durch jeden Gedanken und jeden Schweißtropfen, den es uns ge- kostet, ist cs mit uns verwachsen. Und darum gibt auch der selbsterworbene Schatz ein viel echteres und dauernderes Glück als der gefundene. Das Glück, das wir erarbeiten, ist das Glück, das wir verdienen. Es gibt uns innerlich etwas, was uns fein Geschenk des Zufalls geben kann. Es fetzt uns in ein anderes Verhältnis zu Gott und Welt und Menschen. Es gibt Zufallssieger und berufene Sieger auch im Wettkampf mit dem Schicksal. Jenen fallt das Glück als Deute zu, die sie nicht dauernd halten und nicht mit innerer Ruhe genießen, da es aud) von ihm gilt: „Erwirb es, um es zu besitzen". Berichtigung zum Ausruf des Stahlhelms vom 31. Cffober 1933. Anwärter im Alter von über 35 Jahren können in die SA.-Referve ausgenommen werden, soweit sie zur Auffüllung der durch UÜberführung der jungen Jahrgänge aus der Referve in die aktive SA. ge- schwächten Stürme notwendig sind. Brigade 14 7, Bad-Nauheim. Wichtig für körperlich behinderte Wähler' Von der Bürgermeisterei Gießen wird uns geschrieben: Wähler mit körperlichen Gebrechen können auf Antrag einen Stimmschein erhalten, mit dem sie in jedem beliebigen Abstimmungsraum zur Abstimmung zugelassen werden können. Dadurch können sie insbesondere einen für sie günstiger gelegenen Abstimmunasraum aufsuchen, namentlich solche, die zu ebener Erde gelegen sind. In Gießen trifft dies für die als 2Ibftimmungsräume benutzten lumbal- len, wie die Turnhalle des Realgymnasiums, Lud- wigstraße 11, und die Turnhalle der Schillerschule, Schillerftraße 8, zu. Die übrigen Wahlräume be- finden sich zum größten Teil im Erdgeschoß. Grund- sätzlich muß jede Person, die wählen will, im Ab- ftirnmungsraum erscheinen. Sie kann sich, wenn sie durch körperliche Gebrechen behindert ist, die Stimmzettel eigenhändig auszufüllen ober in den Umschlag zu legen, der Deihilse einer Vertrauens- person oedienen. Wahlkundgebung und Tbeaterkosie. Sic Intendanz des Stadttheaters teilt mit. baß infolge der Wahlkundgebung die Kasiei.stundev am Samstag nur von 10 bis 11.30 Uhr find und ab 19 Uhr Abendkasse. Die „Zwölferkarte" im Stadltheater Gießen. Jeder Deutsche bekennt sich zum Theater des Neuen Reiches durch Erwerb der „Zwölferkarte." Aus dem Stadttheaterbüro wird uns ge- schrieben: Um weiten Kreisen die Möglichkeit des verbilllgten Theaterbesuchs zu geben, ohne die Bindung eines Abonnements eingeben zu müssen, hat die Intendanz des Stadttheaters eine Neuerung eingeführt: die „Z w ö l f e r f a r t e". Die Zwölferkarte enthält zwölf Gutscheine für acht Schauspiele und vier Operetten; diese Gutscheine werden an der Theaterkasse gegen Eintrittskarten umgetauscht. Die Zwölferkarte ist übertragbar, weder an einen bestimmten Platz, noch an einen bestimmten Tag gebunden und für jede Abendvorstellung gültig. Die einzelnen Vorstellungen können vom Inhaber selbst ausgewählt werden; auch können an einem Abend gleichzeitig mehrere Gutscheine derselben Zwölferkarte zum Be- such für eine Vorstellung eingelost werden. Der Preis dieser Zwölferkarte kann für alle Vorstellungen im voraus oder in vier Raten bezahlt werden. Man beachte die heutige Anzeige. „Arbeit! Dienst! pflicht!" Auch aus Kreisen, die nicht Mitglied der „Deutschen Bühne" find, kommen eine ganze Reihe Anfragen nach Karten zur Vorstellung „Arbeit! Dienst! Pflicht!" am heutigen Abend. Die Intendanz hat sich daher veranlaßt gesehen, in Uebereintommen mit dem Vorstand der „Deutschen Bühne" Karten im freien Verkauf auszugeben. Außer den Abonnenten der „Deutschen Bühne" können Karten zum Preise von 0,30 bis 1,50 Mark an der Theaterkasse in der Zeit von 10 bis 11.30 Uhr und ab 19 Uhr an der Abendkasse an alle sonstigen Thea ter besu- ch e r abgegeben werden. Spieldauer von 20 bis 22 Uhr. An die Einwohnerschaft Gießens! Die in starkem Wachstum begriffene Gießener Hitler-Jugend beabsichtigt, eine eigene Musikkapelle zu gründen. Dazu fehlen jedoch noch einige Instrumente, deren Beschas'ung uns aus eigenen Mitteln zur Zeit nicht möglich ist. In Gießen gibt es bestimmt eine Anzahl von Instrumenten, die ungenutzt bei ihren Besitzern lagern. An diele richten wir die Bitte, uns die brachliegenden Instrumente gegen ein geringes Entgelt zur Verfügung zu stellen. Die Gießener Bevölkerung in ihrer Gesamtheit wird es den Gebern sicher zu danken wissen, wenn demnächst die Straßen unserer Stadt von den flotten Märschen des Musikzuges der Hitler-Jugend widerhallen. Soweit uns Instrumente zur Verfügung gestellt werden können, genügt eine kurze Mitteilung an die „Bannführung der Hitler-Jugend Gießen, Aster- weg 23". Die Instrumente werden dann baldigst abgeholt. Heil Hitler! Die Bannführung der Hitterjugend Gießen. „Parolen des Tages." Jünfminutenfenbungen des Südwestfunks. Am Sonntag, 5. November, bringt der Südweft- funk zum erstenmal Ansprachen zur „Parole des Tages" von 14 bis 14.05 Uhr und von 17 bis 17.05 Uhr. Verlegung des Luthertages auch in Hessen. EPH. Das Landeskirchenamt gibt bekannt, daß in Hessen im Verfolg der Anordnung des Reichsbischofs ebenfalls derDeutscheLuthertag vom 10. No- oember, auf Sonntag, 19. November, verlegt wird, damit ohne jede Behinderung die evangelische Bevölkerung sich an den Vorbereitungen zur Reichstagswahl und an dieser selbst beteiligen kann. Oie Polizeistunde für Trinkhallen und Wafferhäuschen. Die Polizeidirektion Gießen teilt folgendes mit: Der Herr Minister des Innern hat am 31. Mai ds Js. auf Grund des § 14 des Gastftättengesetzes vorn 28. April 1930 zufolge Verordnung über Die Regelung der Polizeistunde für Eisdielen, Trinkhallen und Getränkewagen vorn 31. Mai 1931 bestimmt, daß der Beginn der Polizeistunde für Eisdielen auf 22 Uhr für Trinkhallen und Getränke- wagen in der Zeit vom 1 April bis 30. September ebenfalls auf 22 Uhr, im übrigen auf 19 Uhr fest- gefetzt wird. Zuwiderhandlungen gegen diese vorerst nur bis 31. Dezember ds. Js. gültige Verordnung werden bestraft. Die Verordnung wird, wie festgestellt, von den hiesigen Besitzern der Trinkhallen und Wasserhäus- chen bisher nicht befolgt, jedenfalls in der Annahme, nicht unter diese Verordnung zu fallen, da sie im Besitze einer Schankkonzession seien. Diese Ansicht ist irrig. Auch die im Besitz der Konzession befindlichen Besitzer der Trinkhallen und Wasserhäuschen haben um 19 Uhr ihren Betrieb zu schließen. Die Beamten sind angewiesen, auf die genaueste I Einhaltung dieser Verordnung zu achten und gegen Zuwiderhandelnde unnachsichtlich mit Strafanzeige I vorzugehen. Oie heutige Volkskundgebung. Zu der heute um 14 Uhr flattfinbenben Volkskondgebung in Gießen auf dem Trieb, bei der die bereits angekündigten Redner sprechen werden, ergehen nachstehende Anweisungen: L Ordnungsdienst. Den Ordnungsdienst außerhalb des Versammlungszeltes übernimmt die Polizei, sowie die SS. Den Ordnungsdienst innerhalb des Zeltes versieht lediglich die SS. II. Aufmarschplan. Der einzige (Eingang zum Zett befindet sich auf der Seite des Sportplatzes 1900. Die fiaiferatlee ist ab 11 Uhr für Fahr- zeuge jeglicher Art gesperrt. Umleitung Licher Straße, Am Kugelberg, Grünberger Straße zum Parkplatz. Das gleiche gilt selbstverständlich auch für Fahrräder. Der Parkplatz wird von der SS. überwacht. Die Zufahrtstraße nach Gießen ab Rödgen und Annerod ist von der Abzweigung Grünberger Straße, Annerod an gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Rödgen, Trohe, wieseck bzw. Grünberger Straße, Annerod, Licher Straße. Die Auffahrt zum Parkplatz am Profestoreneck auf den Trieb. IIL Fußgangeranmarsch. weg nach der Liebigshöhe an der Volkshalle links vorbei auf den Trieb. IV. Fußgängerabmarsch. Entsprechend Anmarsch. V. Anmarsch. Der Anmarsch geschlossener Gruppen (Vereine. Betriebe usw.) nimmt den gleichen weg. Es empfiehlt sich, daß die Eintrittskarten im Vorverkauf im Laufe des vormittags in den Verkaufsstellen abgehott werden, voroerkaufs- stellen bei Richter, Frankfurter Straße, Krauch. Papierwaren, Bahnhofskolonnaden, Buchladen, Sri- tersroeg, Oberhessische Tageszeitung, Ortsgruppe Bord bei Rohl, Lderstraße, Ortsgruppe Ost bei Weber, Kaiserallee, Kreisleitung, Löberstrahe. VI Aahncngruppen. Die Fahnen, d. h. nationalsozialistische Fahnen, versammeln sich spätestens um 13.30 Uhr auf dem freien Platz zwischen Zett und Liebisghöhe. VII. Zeltöffnung. Die Oeffnung des Zeltes erfolgt um 11.30 Uhr. VIII Schluß der Kundgebung. Rach Beendigung der Ansprache:» erfolgt zunächst der Redner- und Fahnenausmarsch. dann erst ist die Kundgebung geschlossen. IX. Wirtschaftsbetrieb. 3n der Volkshalle ist wirtschaflsbelrieb. Die Errichtung des Zeltes ist beendet. Die in dem Zett nntergebrachten Lautsprecher sorgen für einwandfreie Uebertragung der Anfprachen. Das Zett der Firma Strohmeyer & Lo. (Konstanz), das eine Größe von 94X112 Weier aufweist, ist derart aufgebaut, daß die Volksgenoffen an allen Teilen des Zeltes der Kundgebung von Anfang bis zu Ende folgen können. Der Boden in dem Zett ist gut abgetrocknet, fo daß auch hier keine Mängel auftreten, wie fchon erwähnt, sind die eingehenden Weidungen derart zahlreich, daß -diese Kundgebung alle bisherigen Veranstaltungen in Gießen bei weitem übertreffen wird. 3n Anbetracht der nach Gießen kommenden Taufende und aber Taufende Volksgenossen wird von jedem Teilnehmer erwartet, daß er die oben angegebenen Anweisungen bis I ins Kleinste befolgt, um fomlt einen reibungslosen । Verkehr zu garantieren. Die firel«leifnng Gießen. Eintopfgericht und Volksverbundenheit. Ein einig Volk von Brüdern. Dorn Gaupresseamt wird zum morgigen Eintopftag geschrieben: Wie es vielfach ist .. . Sonntag 13 Uhr. Die zum Fenster hereinlachende Sonne wirft ein leuchtendes Strahlenbündel auf einen geschmackvoll gedeckten Tisch, spiegelt sich wieder in dem glänzenden Porzellan und läßt Die Kristallgläser funkeln. Die Familie hat Platz genommen. Mieze, das niälliche Kammerkätzchen mit dem weißen Häubchen trägt auf. Einer leckeren Suppe mit Krebsschwänzen folgt ein knuspriger Kalbsrücken mit verschiedenen Gemüsen, und den Abschluß bildet eine besonders von der Jugend mit Begeisterung bejubelte Nachspeise. Nach erfolgreich durchgeführtem Dernichtungsfeldzug gegen diese Genüsse zündet sich der Hausherr behaglich schmun- flelnb eine von jenen Zigarren an, deren Dust Zedern Kenner den Preis verrät. Mit listigem Lächeln richtet er, mit dem Finger drohend, an die Hausfrau die Fraye: „Weißt du eigentlich, Bert- chen, daß heute Emtopssonntag ist? Auf unserem Tich habe ich davon nichts bemerkt, aber immerhin ..Hier unterbricht ihn die Hausfrau mit den Worten: „ijat es dir geschmeckt? Na schön! Ich sehe nicht ein, weshab wir so ein greuliches (Eintopfgericht herunterwürgen sollen, denn, wenn nach- her die Sammler kommen, habe ich schon 10 Mark bereitgelegt, und das ist doch schließlich die Hauptsache." Wie es sein soll. . . Ein bürgerliches Heim, ein weiß gedeckter Tisch, auf dem heute der zweite Teller ebenso fehlt, wie jener tleiqp andere, der sonst am Sonntag auf die übliche Süßspeise schließen läßt. Marianne, die Aetteste, rft der Mutter in die Küche gefolgt und bringt nun in einer großen verdeckten Schüssel das Eintopfgericht, weiße Bohnen mit Speck. Mit dem gesunden Appetit gefunZ>er Menschen verschwindet das Gericht bis zum letzten. Nur Hänschen ist mit dem Mahl nicht ganz zufrieden. Er hatte sich doch so sehr auf den Mandelpudding gefreut. Die Mutter erwähnt freudig strahlend, daß sie sich genau ausgerechnet habe, durch das heutige Essen fünfzig Pfennig pro Kopf gespart zu haben, und daß sie nachher den Sammlern 2 Mark aus- händigen könne. „Schön", sagt der Vater, „viel ist es ja gerade nicht, aber, wie ich in der Zeitung gelesen habe, kommt es ja weniger auf die Höhe der Geldspende in diesem Falle an, sondern der Sinn der Sache ist ja ein viel tieferer. Seht mal her, Kinder" und dabei zog er den kleinen Hans zu sich heran, „so, wie wir heute gegessen haben ist es immer noch üppig, wenn ich daran denke, daß so viele, viele andere fo ein Eintopfgericht als ein Festessen ansehen würden. Wenn unsere armen, vom Schicksal getroffenen Volksgenossen, die oft nur einen Teller Suppe und ein Stückchen Brot auf ihrem Tisch haben, daran denken, was anders Dessergestellte sich leisten können, und so manche Mutter mit wehem Herzen den kargen Pfennig in den Händen herumdreht und sich überlegt, ob sie es wagen darf, am Sonntag einmal ein Stückchen Fleisch zu kochen, dann scheint diesen Armen ihre traurige Lage noch um vieles trauriger und bitterer. Und darum sollen sie einmal wenigstens im Monat sehen, daß wir freiwillig unsere Ansprüche zurückschrauben, um mit ihnen verbunden au sein auch in der Einfachheit des Mahles. Denn oer MeiPch ist nun einmal so, daß er ein eigenes schweres Los leichter trägt, wenn er weiß, daß es allen anderen auch nicht anders geht. Wir wollen uns doch selbst zu dem Verständnis erziehen für die Not der anderen, wollen versuchen, uns in sie hineinzudenken, damit wir groß werden in dem Willen, arcberen zu helfen in jeder Lage, zu jeder Zeit, und das zu jein, was dem Besten und Größten von uns, Adolf Hitler, als Ziel vorschwebtt Sin einig Volk von Brüdern." Aenderung des Hess. KeldbereinigungS- gesetzeS. Durch Gesetz vom 2. Oktober 1933 ist der Absatz 13 des Artikels 67 des Hessischen Feldbereinigungs- Sesetzes vorn 22. November 1923, der von dem ostenwefen handelt, geänbed worden. In der Regel wird für das gesamte Kastenwesen für jede Feldbereinigungsgesellschaft eine Feldbereinigungskasse gebildet. Neu ist die Bestimmung, daß künftig für die sämtlichen Gemarkungen des Amtsgerichtsbezirks eines Feldbereinigungskommissars, oder für einen Teil derselben eine einheitliche Feldbereini- gungskajse errichtet werden kann, in welchem Falle die durch die Kassenführung entstehenden Kosten anteilmäßig auf die einzelnen Feldbereiniaungs- gefellschaften ausgeschlagen werden. Während seither die Feldbereinigungsrechner von der Dollzugskommission mit Genehmigung der Landeskommifsion bestellt wurden, werden künftig die Rechner der Feldbereinigungskasien durch die Landeskommission ernannt, welche auch die entsprechenden Anordnungen wegen der Vergütung, der Dienstanweisung und Sicherheitsleistung der Rechner trifft. Bericht derKriminalpolizeistelleGießen Ein Student aus Wolfenhaufen bei Weilburg ließ gestern mittag durch einen Kellner der Gast- wirtschaft Boller die Polizeidirektton benachrich. tigen, daß in dem Lokal ein Gast anwesend sei, der steckbrieflich gesucht werde. Als die Polizeibeamten in dem Lokal erschienen, war der fragliche Gast bereits fortgegangen, er konnte aber in der Grabenstraße eingeholt und fe ft genommen werden. Der Mann leistete bei feiner Festnahme erheblichen Widerstand. Es handelte sich um den 32 Jahre alten Bergmann Adolf Lenz aus Wol- fenhausen bei Weilburg, der am 5. Oktober nach Verbüßung einer Freiheitsstrafe von 3‘/» Jahren aus der Strafanstalt Ziegenhain entiaffen worden war. In der kurzen Zeit seiner Freiheit hatte Lenz schon wieder eine Anzahl Einbrüche verübt. Bei seiner Festnahme hatte er eine Mehrladepiftole, Kaliber 6,35, einen Dolch, ein Prismcn-Femglas und 41 Mark Bargeld in feinem Besitz. Das Geld und die Sachen stammen offenbar von feinen jüngsten Diebstählen her Kurz nach seiner Einlieferung In das Polizrigefängnis beging Lenz Selbstmord durch Erhängen in der H a f t z e 11 e. Die Leiche wurde nach kreisärzllicher Besichtigung dem Neuen Friedhof zugeführt. pol zeibericht der Staatspolizeistelle Gießen. Am 30. Oktober 1933 vormittags wurden durch Beamte der politischen Polizei in der Schloßgasse mit einem Drucktasten hergestellte Flugblätter (abgeschnittene Geschäftspostkarten mit der Aufschrift Drucksache" und auf der Rückseite liniiert) aufge- funben. Der Aufdruck lautet: „SA. steckt Reichstag an. KPD. nicht. RFB. lebt." Ein gleicher Zettel wurde am Abend vorher durch einen Zivilisten in der Rödgener Straße gefunden. Im Verlaufe der Ermittlungen wurde ein junger Mann als Derdäch- tiger festgenommen, jedoch mußte er wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Am 2. November wurde ein ähnlicher Zettel mit gleichem Druck in Krofdorf vor einer Wirtschaft in einen Personenkraftwagen hineingeworfen. Dieser Zettel trug den Ausdruck: „Stimmt am 12. Noo. mit Nein. Reichstagswahlzettel ungültig machen. KPD." Nach den Herstellern und den verbreitern der Flugblätter wird noch gefahndet. Wegen Vergehens gegen die Verordnung vom 21. 3. 1933 wurden in den letzten Taaen vier Per- fönen aus Gießen und anderen Orten festgenommen. Welche Anforderungen müssen an die Inventur gestellt werden? In den vom Wirtschaftsprüfer Hermann Will in Gießen herausgegebenen „Aktuellen Steuerfragen" (Rundschreiben Nr. 21) lesen wir folgendes: Der Reichsfinanzhof hat sich in einem Urteil vom 1. Februar 1933 — VI A 1883 bis 1885/31 - (RStBl. 1933, 1062) sehr eingehend mtt der Frage beschäftigt, welche Anforderungen an die Inventur des Steuerpflichtigen gestellt werden müsien. Der Reichsfinanzhof stellt fest, daß weder in der Reichs- abgabenorbnung, noch im Einkommensteuergesetz besondere Vorschriften darüber enthalten sind, wie eine Inventur auszustellen tft Deswegen können an die Genauigkeit der Inventur keine anderen Anforderungen gestellt werden, als den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entspricht. DU Sie Aschkameraden der Mon am 5. November Obecheffen 9t. S. ootil929 Wer morgen das Eintopfgericht hält, zeigt, daß er hinter der Regierung des Führers steht! Sie Firma Lande ist ein arisches, deutsches Unternehmen Eine Probe lohnt sich - wir bitten darum! Der Ruf der Herstellerfirma, der Zigarettenfabrik W. Lande G. m. b. H. bürgt für die auserlesene Qualität dieser neuen R. S. K. Zigarette Wählerliste einsehen! Bis kommenden Montag, 6. November, einschließlich liegt die Wählerliste im Stadt- Haus, Bergstraße, Zimmer Nr. 14, zur Einsichtnahme offen. Niemand versäume, sich davon zu überzeugen, daß er in der Wählerliste verzeichnet ist. Das Stimmrecht kann nur ausgeübt werden, wenn der Name des Wählers oder der Wählerin in der Wählerliste enthalten ist. Jnventuraufnahme des einzelnen Betriebes erfolgt ht der Praxis nicht nach einem allgemein gültigen Schema, sie wird vielmehr in vielen Beziehungen besondere, auf die jeweilige Branche, auf die Große des Betriebes, auf die Betriebsform, auf den Beschäftigungsgrad und auf den Kundenkreis zurück- zuführende Eigenheiten ausweisen. Je nach der Art des Unternehmens erfolgt bei der Inventur teils eine Aufnahme und Bewertung jedes einzelnen Gegenstandes, teils auch eine Zusammenfassung und gemeinsame Bewertung gleichartiger Gegenstände. Diese verschiednen Formen der Jnventuraufnahme, wie sie in den einzelnen Handelszweigen üblich geworden sind — ursprünglich nur, um dem Kaufmann eine möglichst genaue Uebersicht über das Warenlager und seinen Handelswert zu geben, erst in zweiter Linie für steuerliche und kreditpolitische von Menschen zu werten ist, die in Bewunderung die große Leistungsfähigkeit des deutschen Volkes wieder aufleben sehen, das am Rande des Abarundes in der klaren Erkenntnis feines Schick- fals das Steuer herumreißt zu jenem Weg, der aufwärts führt. Und auf diesem Wege ist der 5. November die nächste Etappe, sie wird die heerschau für den 12. November sein. Das deutsche Volk soll dafür sorgen, daß so. viel Stimmen, wie sich am 12. November zu einem Gefolgschaftswillen finden werden, auch den 5. N o - vember bejahen und in ihm eine Pflicht der Stunde sehen. ufcHjeue, y finden Sie jetzt in allen führenden Spezialgeschäften: fen Naturverbundenheit. Trotz der schlichten Vor- ! tragsart von Käthe Hecht wird ein eindrucksvoller und schöner Abend ju erwarten sein. Auch für Nichtmitglieder sind Eintrittskarten bei Challier zu haben. (Siehe heutige Anzeige.) sein, die in der Geschichte des deutschen Volkes seit dem 30. Januar 1933 als Höhepunkt aufgefaßt werden. Wie stark die Auswirkung gerade dieser an sich unscheinbaren Handlung ist, erkennen wir an dem Urteil des Auslandes und an den Briefen, die aus fernsten Ländern, aus Asien und Amerika, eingehen, die als schlichte Gabe von Menschen aller Nationen ein Scherflein enthüllen, das als persönliches Opfer Krieaerkameradschast statt. Mit dem Bezirkstag war die Feier des 50jährigen Bestehens des hiesigen Kriegeroereins verbunden. Der Führer des gastgebenden Vereins, Kamerad Blum, sowie der Führer des Bezirks, Kamerad Scribd« Schotten, leiteten die Tagung mit Worten der Begrüßung ein. Alle Vereine des Bezirks hatten zum Teil starke Vertretungen entsandt. Schriftführer Straub- Rudingshain berichtete zunächst über den letzten Bezirkstag in Rainrod. Der Bezirksführer sprach den bisherigen Verbandsführern seinen Dank aus und begrüßte die neuen Führer. Dann gab er Aufschluß über die bei der Führer- tagung in Darmstadt gefaßten Entscheidungen, ferner wurde über das Versicherungswesen gesprochen. Den Vereinen, die sich finanziell die Verpflichtung von Rednern nicht leisten können, wurde empfohlen, sich an die Herren Hitz- Schotten, W ü r z - Eichelsdorf, Schwarz- Rudingshain und Kratz- Freienseen zu wenden. Der Verein Betzenrod meldete, daß er sein 50jähriges Bestehen innerhalb des Vereins feiern wolle. Der Kriegerverein Eichelsdorf [teilt seine für November vorgesehene Jubiläumsfeier zurück. Der Verein Michelbach feiert im Herbst 1934 sein 25jähriges Bestehen. Der Verein Busenborn will demnächst sein 25jähriaes, der Verein Wiepershausen sein 50jähriges Bestehen im Jahre 1934 begehen. Im weiteren Verlaufe der Tagung wurde den Mitgliedern die regste Beteiligung an der Wahl und am Volksentscheid zur Pflicht gemacht. Mit den ersten Versen des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes wurde die Tagung geschlossen. Sodann formierte sich ein Zug, der zunächst durch die Straßen des Ortes zum Denkmal der Gefallenen des Weltkrieges führte, wo ein Kranz niedergelegt wurde. Am Kriegerdenkmal von 1870/71 fand eine Feier statt, die durch Darbietungen des Gesangvereins verschönt wurde. Der zweite Führer des Bezirks, Bürgermeister Decher- Rainrod, hielt eine Ansprache. Sodann übergab der Führer des gastgebenden Vereins an zwei seitherige Vorstandsmitglieder, und zwar an Wilhelm B e p p l e r und Eduard Haas, je eine Ehrenurkunde. Ferner wurden sechs Kameraden des hiesigen Vereins durch den Bezirksführer mit dem ,^Hafsia"°Ehrenkreuz ausgezeichnet. Eine Anzahl weiterer Kameraden erhielt das Abzeichen für 25- jährige Mitgliedschaft. Neben dem hiesigen Musik- Zwecke— sind nach der Entscheidung des Reichsfinanzhofs auch aus steuerlichen Gesichtspunkten nicht zu beanstanden, solange sich die Bewertung im Rahmen der Bewertungsgrundsätze eines ordentlichen Kaufmanns stellt. Jtanöflüge über (Sieben. Die Ortsgruppe Gießen des Deutschen Luftsportverbandes veranstaltet während der Luftfahrt- Werbewoche vom 5. bis 11. November an jebem Tage verbilligte Rundflüge über Gießen und Umgegend. Erwachsene können für 5 Mark das Vergnügen eines solchen Fluges haben, Mitglieder der SA., der SS. und des Stahlhelm zahlen 4 Mark, Mitglieder der Hlllerjugend 3 Mark. Gießener WochenmarLtpreise. * Gießen, 4. Noo. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 Mark, Kochbutter 1 bis 1,10 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 14, Wirsing, das Pfund 7 bis 10, Weißkraut 5 bis 8 Pf., der Zentner 3 Mark, Rotkraut 8 bis 10, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 10, Spinat 12 bis 15, Römischkohl 10, Unterkohlrabi 5 bis 7, Grünkohl 15, Rosenkohl 20 bis 25 Pf.. Feldsalat 1 Mark, Tomaten 20, Zwiebeln 8 dis 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 20 bis 25, Kürbis 5 bis 8, Pilze 30 bis 50, Kartoffeln 3 bis 3% Pf., der Zentner 2,50 bis 2,80 Mark, Aepfel, das Pfund 12 bis 18 Pf., Birnen 10 bis 15, junge Hähne 70, Suppenhühner 60, Blumenkohl, das Stück 10 bis 50, Salat 5 bis 10, Endivien 5 bis 15, Lauch 5 bis 10, Sellerie 5 bis 20 Pf. rvornonzcn. — Tageskalender für Samstag: 14 Uhr auf dem Trieb, Volkskundgebung: Redner: Reichsstatthalter und Gauleiter S p r e n g e r »Reichsminister D a r r 6 4 Staatssekretär Backe, Landesbauernführer Dr. Wagner. — Stadttheater, 20 bis 22 Uhr, „Die Männer find mal so..." (Deutsche Bühne). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Wenn am Sonntagabend die Dorfmusik spielt". — Astoria- Lichtsftiele, Seltersweg: „Die Frau im U-Boot". — Deutsche Stenographenschaft, 20.30 Uhr, Eafä Ebel, Monatsversammlung. — Gießener Ruderklub ,^Has- sia", 20.30 Uhr, im Bootshaus, Jahreshauptversammlung. — Katholischer deutscher Frauenbund, 15 bis 20 Uhr, Kathol. Vereinshaus, Krippen-Ausstellung. — Christliche Versammlung, 20.15 Uhr, Einhorn, Wetzsteingasse 9, Vortrag von August Schumacher aus Hahn. — Tageskalender fürSonntag: Stadttheater, 19.30 bis 22 Uhr, „Am Himmel Europas". — Gießener Konzert-Verein, 17 Uhr, Universitäts- Aula, Konzert mit Professor Dr. Gustav Havemann. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Wenn am Sonn- tagabend die Dorfmusck spielt". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Die Frau im U-Boot". — Evangelische Stadtmission, 20.15 Uhr, Löberstraße 14, Vortrag „Du und dein Vaterland". — Katholischer deutscher Frauenbund, Kathol. Dereinshaus, 10 bis 20 Uhr, Krippen-Ausstellung. — Christliche Versammlung, Einhorn, Wetzsteingasse 9, 15.30 Uhr, Vortrag von August Schu-macher aus Hahn. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute Abend 20 Uhr erste Vorstellung der Samstag-Abonnenten „Deutsche Bühne" im Monat November mit einer Aufführung des Schauspiels: „Arbeit! Dienst! Pflicht!" von Heinrich Bartholomäus unter der Spielleitung von Intendant Hanns König. Ende 22 Uhr. — Sonntag, 5. Nov., als Vorstellung außer Abonnement zu kleinen Operetten-Preifen „Wo die Lerche singt" von Franz Lehar. Spieldauer von 19.30 bis 22 Uhr. — Dienstag, 7. Nov., 6. Vorstellung im Dienstag- Abonnement Erstaufführung der klassischen Operette „Wiener Blut" von Johann Strauß. Operetten- Preise. Spieldauer von 20 bis gegen 22.30 Uhr. — Mittwoch, 8. Nov., als 6. Vorstellung im Mittwoch- Abonnement Wiederholung der Operette: „Wiener Blut". Operetten-Preise. Spieldauer von 19.30 bis gegen 22 — Freitag, 10. Nov., 6. Vorstellung im Freitag-Abonnement das Schauspiel: „Am Himmel Europas" von Schwenzen-Malina: Spielleitung: Anton Neuhaus. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22.30 Uhr. — Die Vortrags-Gemeinschaft Goethe- Bund, Kaufmännischer Verein und Gewerbe-Verein fchreibt uns: Am kommenden Dienstag eröffn : die Vortrags-Gemeinschaft Goethe-Bund, Kaufmännischer Verein und Gewerbe- Verein ihre Vortragstätigkeit 1933/34 Für den ersten Vortragsabend ist die bekannte Tierfreundin Käthe Hecht mit ihrem Lichtbildervortrag „Tiere des butschen Waldes und der deutschen Heimat als Hausgenossen" gewonnen worden. Ein Vortrag über die Liebe und Freundschaft zum Tier wird immer auf die Besucher stine große Anziehungskraft ausüben. Und dies mit Recht! Es kommt hinzu, daß heute solche Vorträge im Sinne und zur Pflege und Förderung des echten Tierschutzes besonders zeitgemäß und dringend notwendig sind. Käthe Hecht ist eine hervorragende Künstlerin der Kamera. Aber sie ist doch noch weit mehr. Um solche wundervollen, lebendige Geheimnisse der Tierseele kündenden Bildszenen, wie sie der Vor- tragsbesucher auf der Leinwand sehen wird, festhalten zu können, bedarf es einer feüenen und tieAm ersten Eintopfsonntag gab es eine Reihe von Hochzeiten, die auf diesen Tag fielen, und obgleich die Möglichkeit bestand, hierfür das Essen außerhalb des Eintopfgerichtes geben zu können, wurde in diesen Fällen gerade der Tag des Linlopfgerlchtes als das Symbol für die Einheit des deutschen Volkes und der deutschen Familie gewählt. Jene Men- chen, die an diesem Tage den Bund für das Leben chlossen, haben für immer das Bewußtsein und Üe Belohnung, an diesem ersten Eintopfsonntag das gemeinsame Leben mit einem Opfer für das ganze deutsche Volk begonnen zu Haben. So wie jene Hochzeitsgesellschaften sich dem Willen des Führers unterordneten und Freude sie erfüllte, so soll am morgigen Sonntag die Weihe des B e - kenntnisses zum Opferdank ausgedrückt werden, in dem an diesem Tage die Glocken läuten, um die Festlichkeit des Tages besonders zu betonen. Erkennt, deutsche Männer und Frauen, die ihr in der Familie, in der Gesellschaft, im Verein und im Verband beisammen sein werdet, daß die Stunde, in der ihr euer Mittagsmahl ein- nehmt, eine besondere Stunde ist. So wie der Führer sein schlichtes Essen am Tage des Eintopfgerichtes einnimmt, um als leuchtendes Vorbild feinem Volke zu dienen, so muß jeder deutsche Mensch, gleichviel, wo er lebt und in welchen Verhältnissen er zu leben gewohnt ist, die Gewißheit im herzen tragen, daß ihm dieses freiwillig übernommene Opfer in der Geschichte des Volkes angerechnet werden wird als ein Ausdruck des Tal gewordenen Sozialismus. Jeder Tag hat die Größe, die er verdient. So gesehen, wird her morgige Sonntag einer jener Tage ** Der Deutsche Gruß auch von uniformierten Beamten anzuwenden. Einem Rundschreiben des Herrn Staatsminifters entnimmt das Staatspresseamt, daß in Zukunft auch von uniformierten Beamten mit Kopfbedeckung der deutsche Gruß anzuwenden ist. Berkehrsposten grüßen nur durch Einnehmen der Grundstellung, falls die Ausübung ihres Dienstes überhaupt eine Grußerweifung zuläht. ** Beamte und Schüler in Uniform. Aus Anlaß der großen Kundgebung kamen heute alle Beamten und auch die Schuler unserer Schulen, soweit sie dazu berechtigt waren, in Uniform zum Dienst bzw. in die Schule. ** Finanzamtspersonalien. Regierungsrat Dr. Dexheimer vom Finanzamt Mainz-Innenstadt wurde an die Abteilung für Besitz- und Verkehrssteuern des Landesfinanzamts Darmstadt versetzt. Regierungsrat Ehrhard vom Finanzamt Darmstadt-Stadt wurde an das Finanzamt Darmstadt-Land versetzt. ** Geschäftsjubiläum. Am 5.November feiert die Firma Ludwig Kohlermann, Gießen, Bleichstraße 14, Holz-, Kord- Bürsten- und Seilerwaren, ihr 50jähriges Geschäftsjubiläum. Heutiger Inhaber der Firma ist der Schwiegersohn des Gründers, Herr L. Heid er ich. ** 125 Jahre Papierhandlung P h. Lüdeking. In diesen Tagen kann die Firma Papierhandlung PH. Lüdeking, Seltersweg 5, auf ein 125jähriges Bestehen zurückblicken. Es dürfte nicht alltäglich fein, daß eine Firma über vier Generationen hinweg im Besitze einer Familie ist. Die Abschrift einer Anzeige im „Gießer Anzeigungsblätt- chen" vom Dezember 1809 ist im Schaufenster der Firma zu lesen. ** Besuchszeiten in den Museen. Das Oberhessische Museum im Alten Schloß am Brandplatz, das Völkermuseum und das Kriegsmuseum im Neuen Schloß am Landgraf-Philipp-Dlatz sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. ** Straßensperre. Zwecks Ausführung von Pflasterarbeiten am Kreuz Friedrichstraße — Röntgen st raße wird die Friedrichstraße zwischen Wartweg und Rodthohl für die Zeit vom 3. November bis 11. November für den gesamten Fahrzeugverkehr polizeilich gesperrt. Die ausgestell- ten Sperr- und Umleitungsschilder find zu beachten. ** Das Eintopfgericht in Gaststätten. Wie uns von der Gastwirts-Innung Gießen mitgeteilt wird, wird das Eintopfgericht in Gaststätten nicht, wie vor kurzem bekanntgegeben wurde, in der Zeit von 11 bis 24 Uhr, sondern nur in der Zeit von 11 bis 17 Uhr ausgegeben. — Wie wir auf Anfrage sowohl bei der Kreisleitung der NSDAP., wie auch bei der NS. - Volks - Wohlfahrt Gießen erfahren, ist von einer solchen Bestimmung an diesen Stellen noch nichts bekannt. ** Preisgekrönter Polizeihund. Dom 3. bis 5. Oktober fand in Darmstadt eine Prüfung der staatlichen Polizeidiensthunde statt. Bei der Prüfung der Suchhunde, die im Kriminaldienft geführt werden, wurde der Diensthund der Kriminalpolizeistelle Gießen, die Dobermannhündin „Carmen" vom Mönchwörthof, Führer Kriminalhauptwachtmeister R i e n h a r d t, bei starkem Wettbewerb zahlreicher Polizeihunde mit dem 1. Preis und der Note „Vorzüglich" ausgezeichnet. ** Versammlung des Bundes Königin Luise. Im Stahlhelmheim sand in den Räumen des Bundes Königin Luise dieser Tage eine stark besuchte Versammlung der Kameradinnen statt. Nachdem sich schon am Nachmittag die Vertreterinnen des Gaues Hessen zu einer Taaung zusammengefunden hatten, wurde am Abend die feierliche Verpflichtung mehrerer Kameradinnen durch die Gauführerin Frau Viktoria Gräfin Solms- As s. n h e i m oorgenommen. Die stellvertretende Ortsgrupvenführerin wies in eindringlichen Worten auf die Bedeutung des 12. November hin und forderte alle Frauen auf, sich geschloffen und in Treue hinter den Führer Adolf Hitler zu stellen. Gemeinsam wurden sodann bas Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied gesungen. Die Landesführerin Frau Dürr-Efeumühle schilderte in einer An- sorache die Ziele des Bundes und sprach von der Anerkennung, die der Führer her Arbeit der deutschen Frau zolle. Handgepackte, deutsche Wertarbeit der Zigarettenfabrik W.Lande G. m. b. H. Bauernkundgebung in Ortenberg. -s- D r t e n b u r g, 3. Noo. Der „KalteMarkt" fand am Mittwoch seinen Abschluß mit einer von der Kreisbauernschaft Büdingen veranstalteten Kundgebung, bei der Landesbauernführer Dr. Wagner (Darmstadt) zu Tausenden von Bauern sprach, die aus dem hohen Vogelsberg, aus der Wetterau und aus dem Kreis Gelnhausen zusammengeströmt waren. „Man kann alles verlieren", so führte der Redner, anknüpfend an die bekannten Worte Hitlers einleitend u. a. aus „Jjaus, Hof, Beruf, Besitz, aber niemals die Ehre." Die nach dem Weltkrieg von den früheren deutschen Regierungen preisgegebene und verratene Ehre gelte es bei der Abstimmung am 12. November, am Schicksalstag des deutschen Volkes, nach außen hin gegen die fremden Völker und Staatsmänner zu wahren und zu verteidigen, nachdem der Nationalsozialismus und die Regierung H i t l e r sich im I n n e r n durch die Revolution vom 30. Januar wiederhergeftellt haben. Diesem Ziele hätten die bisherigen unbestreitbaren Taten Hitlers gedient, Friede und Arbeit im Innern zu sichern und insbesondere den deutschen Bauernstand zur Grundlage der Natton zu machen. Der einzige und entscheidende Weg zur Rettung des deutschen Bauern liege in dem unlängst beschlossenen Reichserbhofgesetz, dessen ganze Segnung und völlige Berechtigung erst unsere Kinder in 20 und 30 Jahren nach uns verstehen würden. Grund und Boden seien für uns heilig, getränkt vom Blut der Väter und Vorväter, Ernährungsgrundlage, aber kein Schacherobjekt und keine Handelsware. Zum Schluß rief der Redner, wiederholt von lauten Beifallskundgebungen unterbrochen, die Versammelten auf, am 12. November sich durch Stimmabgabe Mann für Mann geschlossen hinter Adolf Hitler zu stellen. Die mächtige Kundgebung der Tausende schloß mit einem auf den Führer ausgebrachten dreifachen „Sieg-Heil!" und dem Gesang der ersten 'Strophen des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedss. Herbstbezirksiag der „Hassia" im Bezirk Doae^sberg. l Eichelsachsen, 31. Okt. Am Sonntag fand in unserem Orte der Herbstbezirkstag des Bezirkes Vogelsberg in der J)af ia"» verein und dem SA.-Arbeltsdlenstlager nahmen noch verschiedene andere Bereinigungen an der Feier teil. Landkreis Gießen. * Birklar, 3. Noo. Die Frauen von Birklar fanden sich dieser Tage im festlich geschmückten Saale von Pa. Wilh. Engel zur Gründung einer NS. »Frauenschaft ein. Pg. Ortsgruppenleiter Balser« Bettenhausen leitete die Versammlung. grL E sche n f e l d e r-Wiesbaden, die Rednerin des bends, wies auf Zwecke und Ziele der NS.-Frauen- lchaft hin. Am Schlüsse ihrer Rede brachte sie ein dreifaches „Sieg Heil" auf den Führer und Volks« kanzler Adolf Hitler aus. Sodann nahm die Kreis- leiterin Frau Dr. Harth die Gründung der Frauenschaft vor. 20 Frauen traten sofort bei. Als Ortsgruppenleiterin wurde Frau Emma Seibert bestimmt, als Stellvertreterin und Kassiererin Frau Marie Engel und als Sozialwart Frau Marie Lechens. * L a u t e r, 1. Roo. In unserer Gemeinde wurde heute die Freiwillige Feuerwehr gegrüTibet. An der Gründungsoersammlung in der Wirtschaft Pitz nahmen teil: Kreisseuerwehr-Znspektor Bouffier (Gießen), der 1. Vorsitzende des Kreis- verbands Wenzel (Gießen), der 2. Vorsitzende des Kreisverbands, Seifart (Grünberg), sowie meh- re re Kameraden von Gießen und Grünberg. Rach einleitenden Worten der beiden erstgenannten Herren wurde die Gründung vollzogen. Es traten sofort 60 Mitglieder bei. Zum 1. Führer wurde der seit- herige Kommandant, K. Scheuermann II., gewählt. Er ernannte zum 2. Führer Heinr. V i eh l, zum Schriftführer Alb. Tröller, zum Rechner Bürgermeister Karl Heinr. Pitz und zum Zeug, wart Albert Birkelbach. Rach verschiedenen An- sprachen, einem dreifachen Wehr-Heil auf die Regierung und dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes und des Deutschlandliedes schloß die Versammlung. Kreis Büdingen. O Echzell, 3. Roo. Auf Veranlassung des Hes- sischen Sängerbundes haben sich die beiden hiesigen Gesangvereine „Liederkranz" und „Frohsinn" verschmolzen. Der neue Verein führt den Namen „Sängervereinigung Lieder- kranz-Frohsinn", gegründet 1835, und weist eine Sängerzahl von 90 auf. Zum ersten Vorsitzenden wurde Amtswalter Wilhelm Christ, zu seinem Stellvertreter Sangesbruder Chriskau bestimmt. Chorleiter wurde Heinrich Groth, der bis zur Vereinigung den Verein „Frohsinn" leitete, Schriftführer Otto O st h e i m, Kassenwart Wilh Groth, Beisitzer Hugo Reuter und Karl Groth. Die Ehrenmitglieder der beiden aufgelösten Vereine werden von der Sänyeroereinigung übernommen. Bei maßgebenden Anlässen werden Die beiden Fahnen gleichberechtigt nebeneinander getragen. < Ober-Widdersheim, 3. Roo. Die beiden Männer - Gesangvereine „Eintracht und „5 i b e (i oe haben sich zu einem Verein zusammengeschlossen, der den Namen „Sängervereinigung Eintracht-Fidelio" trägt. Vereinsoorsitzender ist Steinbruchbesitzer Karl N i k- k e l. Der neue Verein stellt einen stattlichen Klangkörper dar, der über 70 Sänger verfügt. Ärcie 3 ottcn • Schotten, 3. Noo. Der Kreisleiter der NSDAP. Schotten, Pg. Wilh. K r o m m, sprach dieser Tage im Hotel „Zum Posthäuschen" zu den Vorsitzenden der Vereine undKörperschaf. tendesKreises über die beoorstehende Volks- a b st i m m u n g. Der 12. November müsse die Ge- schlossenheit des ganzen Volkes zeigen. Die anwesen- Deutsche Ration! Wir stehen vor dem 12. November. Ls geht um Ehre, Brot und Frieden. Legt dos Bekenntnis zur nationalen Solidarität ge- schlossen ab. Beweist es schon am 5. No o e m b e r, daß Ihr e i n Volk, eine Nation seid! Am 5. November ist der Sonntag des Eintopfgerichts. Ihr müht alle opfern, alle, für die anderen, die von hunger und Kälte bedroht sind. Kämpft für Ehre, Brot und Frieden! Opfert für den Kampf gegen hunger und Kälte! den Volksgenossen wurden gebeten, in ihrem Kreise zu restloser Beteiligung aller deutschen Männer und Frauen am Wahlgang aufzufordern. Die anschließende Aussprache bewies, daß alle Vereine und Körperschaften des Kreises geschlossen hinter der Reichsregierung und dem Volkskanzler stehen. ± Groß-Eichen, 2. Nov. Gestern abend fand im Saale von Pg. Gastwirt F a u st eine gut besuchte Versammlung statt. Nach Eröffnung von SA. - Truppführer S ch o m b e r t (Groß - Eichen), sprach Gauredner O t t über den Sinn der Volksabstimmung am 12. November und über die Politik der Reichsregierung. Alle Anwesenden folgten mit Spannung den interessanten Ausführungen des Redners und spendeten reichen Beifall. Mit einem begeisterten „Sieg-Heil!" dem Führer und mit dem Horst-Wessel-Lied schloß die eindrucksvolle Kund- 9 ± lein - Erchen, 2. Nov. Heute wurde der älteste Einwohner unseres Dorfes und der letzte Veteran von 1870/71, Heinrich Karl Z i m- mer, zu Grabe getragen. Der Verstorbene hatte ein Alter von 87Vr Fahren erreicht und erfreute sich bis vor kurzem einer guten Gesundheit. Er hat den Feldzug 1870 71 als Unteroffizier beim Art.-Rat. 25 mitgemacht. 3m Jahre 1928 konnte er seine goldene Hochzeit feiern. Seine Ehefrau ist bald nach der goldenen Hochzeit gestorben. ± Sellnrod, 31. Oft Heute fand in unserer Kirche eine Reformationsfeier statt, zu der sich die Schulklassen des Kirchspiels mit ihren Leh- rem und sehr viele Erwachsene eingefunden hatten. Don den Kindern wurden einige Gedichte vorgetra- gen. Pfarrer König (Groß-Eichen) betonte in seiner Ansprache besonders die Wichtigkeit des Bekenntnisses zu Religion und Vaterland. Oder-Schmitten, 3. Noo. Dor der Belegschaft der hiesigen Papierfabrik W. und 3. Moufang AG. sprach Pg. Bartholo« m ä u 5 (Gießen) über die Bedeutung des 12. No- oember, der zu einem Treuebekenntnis für die Nation und unseren Führer werden müffe. 3n einer Versammlung der Ortsgruppe der NSDAP., zu der die verschiedensten Der- einsvorsitzenden, SA., H3. und Frauenschaft zugezogen waren, wurden die Richtlinien und Anweisungen für den Wahltag bekanntgegeben. Bekanntmachungen des personalamts. Entlassungen aus dem Staatsdienst. Auf Grund des § 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums werden mit sofortiger Wirkung aus dem Staatsdienst entlaßen: bei der Landespolizei: Polizeihauptmann Werner Taut, Butzbach; die Polizei - Oberwachtmeister: Fritz Andritzke und Adam Michel, Darmstadt; August Brune t, Paul Döring, 3akob N e s f, Anton Schneider und Paul Schmidt, Mainz; 3o- Hann Hedtler und Adam Weber, Worms; Jakob Sause, August Schrader und Peter Schwinn, Butzbach; 3osef Unger, Griesheim bei Darmstadt; die Polizei-Wachtmeister: Auoust Brenner, Alfons D e t r e z , Karl D i l f e r , und Karl G u • thermuth, Darmstadt; Adolf Kronemann, Heinrich Hartmann und Wilhelm Simon, Mainz; Friedrich Elbrecht, Butzbach; bei der Einzeldienstpolizei: Polizei -3nspektor Friedrich Huf, Mainz-Kasiel, Polizei-Kommissar Heinrich N e n n st i e l, Mainz; die Polizeimeister: Karl Rückert, Mainz; Wilhelm Holler, Mainz-Amöneburg; Heinrich Scherer, Worms; die Polizei-Hauptwachtmeister: Wilhelm Ebert, 3ulius Englert, Heinrich Flath, 3akob Landua, 3ean Maul, Wilhelm Wagen- knecht und Ernst Milch, Darmstadt; Adolf Euler, Georg Klersy, Loses Schlitz, Karl Kugler, 3atob Günther, Philipp Lotz, Philipp Schmitt, Friedrich Mink, Karl Specht und Wilhelm Eggert, Main;; Georg K i m p e l, Mainz-Kastel; Friedrich Klein, Ernst Weber und Christian Weisel, Offenbach; Konrad Nies, Gießen; Rudolf Mieth, Wilhelm Trüber und Paul D o g e l L, Worms; 3akob Weidner, Diemheim: bei der Gendarmerie: die Gendarmerie-Hauptwachtmeister: Friedr. Schröter, Wald-Michelbach; Karl La n g und 3ohan« nes M ü h l e n b e ck, Groß-Gerau; Konrad Melchior, Arheilgen; bei der Kriminalpolizei: Kriminal-3nspektor Friedrich Feik, Darmstadt; die Kriminal-Sekretäre: August Wiegand, Darmstadt; Anton Damm, Offenbach; die Kriminal - Houptwachtmeisier: Eduard K l ü h und Heinrich Schuckcr. Darmstadt; bei der Derwaltungspolizei: Polizei-Derwaltungs-Oberinspektor Heinrich Gebhardt, Darmstadt; Polizei - Derwaltungs-Fnspektor Karl Singel, Mainz; die Derwaltungsobersekretäre: Fritz Recht, Bad- Nauheim; Wilhelm Kröll, Friedberg; die Derwoltungssekretäre: Nikodemus Dziuk, Fritz L y h , Heinrich Walther und Christian Wink, Darmstadt; Hermann Breckheimer, Friedberg; Georg K ö h l e r . Griesheim b. D.; Georg Bormuth, Nieder-Mörlen; Derwaltungspraktikant Karl Bruno Weber, Darmstadt. Buhestandsversehungen. 3n den Ruhestand versetzt wurde: Der Regierungsrat Ottomar G r e b zu Offenbach mit Wirkung vom 1. Oktober 1933 und der Polizei - Oberinspektor Friedrich Oechler, Diernhelm, mit Wirkung vom 1. 3anuar 1934. 3n den Ruhestand versetzt wurden: Die Gendarmerie-3nspektoren 3ohannes 3 ö st zu Mainz und Karl Renner zu Dieburg auf Grund des Artikels 14 des Polizei-Beamten« gesetzes mit Wirkung vom 1. November 1933; der Regierungsrat Alfred Wolff in Darmstadt auf Grund des § 6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums mit Wirkung vom 1.3a« nuar 1934. Auf Grund des §6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 wurde am 20. Oktober 1933 der Sekretär bei der Hessischen Handwerkskammer in Darmstadt, Direktor Wilhelm Schüttler mit Wirkung vom 1. Februar 1934 in den Ruhestand versetzt. Sodener bei HUSTEN. ERKÄLTUNG Fernempfang auf allen Wellen 1 ohne Bcdlenungsachwlerlgkellen mn Lorenz-,jSupercelohef“ Der QroO-Supern I» dynam. Lautsprecher und Kuriwellentell Lorenz- „Supercetohet" mH Röhren 298.-rw. le» WtckMk e*er SlaMtWa Gießener Konzertverein e.V. Boantag, den 5. November 1938, 17 Uhr, in der Unlveraltlti-Anla ERSTES KONZERT Der Führer des Reichskartells der Deutschen Musikerschaft, Prof. Dr. h. c. Gustav Havemann (Violine) aus Berlin Hans Martin THEOPOLD (Klavier) Bach Partita D-Moll — Beethoven Sonate C-MoU op.30Nr.2 — Brahms Händel Variation.(Klav.-Solo)-SchubertRondoD-Moll Eintrittskarten zu den ermäßigten Preisen von Mk. 1.50, 2.25 und 300 bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten 80 Pfennig gegen Ausweis bei Herrn Sekretär Ritter und im neuen Studenten haus. Der Bechstein-Flügel ist vom Pianohaus Schönau. ««»v Vortrags-Gemeinschaft: Goethe-Bund KaufmännischerVerein u. Gewerbeverein 1. VORTRAGSABEND: Tanz Sonntag, den 5. November 1933 bei Ad.TöbuS mo?d Wiefeck lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Die weltberühmte PHÖNIX Nähmaschine von Mk. 145.— an 6798 u. auch auf Teilzahlung Fr. Linker & Sohn Gießen • Ludwigstr. 16 Gv. Siadtmlsslon • Vöberftr. 14,Vortrag, 5.Nov., K1/« Ubr: „Da and Dein Vaterland"^, «« Wieder-Eröffnung der Maschinenbauschule Gießen Auskunft durch die Direktion Gießen, Llebigstraße 16 Speisezimmer modern, bestehend aus: Büfett mit Vitrinenaufsatz, Kredenz; Auszugtisch, 6 Lederstühle und dazu pass. Standuhr für RM. 390.- Möbelhaus Georg Koos Fernruf 3901 Gießen Plockstr. 14 Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde Dienstag, den 7. November 1933. abend« 8 Uhr, in der Heaee Anla Lichtbilder-Vortrag der bekannten und beliebten Tierfreundin Käthe Hecht Tiere des deutschen Waldes und der deutsch. Heimat als Hausgenossen Die ■itglieder des Goethebundes, des Kaufm. Vereins und des Gewerbevereins erhalten gegen Rückgabe des Bntschelnes and Kontrollabschnittes Nr. 1 aus den neuen Ausweiskarten an der Baalkasse bis zu 3 Personen freien Eintritt. Verbandsmitglledor: gegen Einlösung des Gutscheines Nr. 1 in der Mnsikalienhandlnng Challier Platxkarten so 60 Pfennig. Für Nichtmitglieder: Eintrittskarten zu 1.25 Mk. bei Challier. Für Studenten: Vergünstigungs-Gutscheine zu 30 Pf. auf dem Geschäftszimmer der Studentenschaft. Univ.-Geb.. Zimm. 6, Sinnliche Plltse sind an diesem Abend nnnnmerlert. Die Mitglieder des Goelhe-Bnndes werden gebeten, soweit dies noch nicht durch den Kassenboten erfolgt ist, ihre neuen Ausweiskarten bei Challier gegen Einzahlung der 1, Beitragsrate von 5 Mk. umgehend einzulösen. 677 J.B.Häuser Am Oswaldtgarten Gielen«Raf 2145 214$ Erika Scyfferth Wilhelm Lübbecke zeigen ihre Verlobung an 4 Gießen (Hitlerwall 19), den 4. November 1933 ....................... 063M Zhre Verlobung beehren sich anzuzeigen Marie Lorenz Hans Steines, Unterfeldwebel 1./15.3XR Gießen, Äraugasse 11 Pfalzel / Trier 4. November 1933 0«317 Ihre Vermählung geben bekannt Wilhelm Ruhl und Frau Luise, geb. Weber Gießen, den 5. November 1933 Hitlerwall 51 Am Nahrungsberg 65 SSL Für die und anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten und Geschenke danken wir allen herzlichst Adolf Deibel und Frau Anna geb. Reuter Dieseck, bm 4 November 1933 ..... ww