r. Ernst menten bewaffnet. Denn es gilt vor allem die Am- »r Dombrolvöh tAbend • Schülerinnenu-ein , ie Afllbabeid1 12(EdceG<* Oer falsche Admiral von Bordeaux. Als ein kleiner Hauptmann von Köpenick hat sich ein französischer Schwindler erwiesen, der in einer Admiralsuniform in Bordeaux verschiedene Personen betrogen und um ihr Geld gebracht hat. Der Mann lieh sich die Uniform eines Vizeadmirals der französischen Marine von einem Altkleiderhändler und knüpfte dann Gespräche mit Leuten an, die eine Anstellung suchten. Er versprach ihnen, seinen Einfluß für sie zu verwenden. Um die neuen Bekannten von seiner Bedeutung zu überzeugen, besuchte er mit ihnen einen Dampfer, auf dem er mit allen seinem scheinbaren Rang entsprechenden Ehren und Auszeichnungen empfangen wurde. Er begab sich dann mit feinem neuen Schützling zu verschiedenen Schiffahrtsgesellschaften, bei denen man ihm auch die höchste Achtung entgegenbrachte. Durch solche Proben wurde das Opfer von dem Einfluß des Admirals geblendet und beeilte sich, dem hochgestellten Freunde mit Barmitteln auszuhelfen, wenn er auch nur Andeutungen machte. Diesen Trick wiederholte der Hochstabler mehrere Male mit vollem Erfolg. Er verlobte sich auch mit einer jungen Dame der besten Gesellschaft von Bordeaux und borgte viel Geld von ihr. Als ihn schließlich sein Schicksal ereilte, und er verhaftet wurde, saß er gerade in einem Caf6 in der vollen Pracht seiner Uniform. Hochschulnachnchten. Aus Grund des Gesetzes zur Wiedevherstelsiing des Berufsbeamtentums sind in dem Lehrkörper der Universität Frankfurt a. M. folgende Aen- berungen eingetreten: Aus dem Staatsdienst entlassen sind die ordentlichen Professoren Dr. Hermann Heller (Öffentliches Recht), Dr. Werner Ltpschitz (Pharmakologie), Dr. Max Hark- ivangdi«he u und Schul* r jm jotanneesaa! Er ist der Einzige, der jetzt in die Wingerte darf. , Ein Weinberghäuschen ist seine Burg, auf der er ■ h'iust. Tisch, Bank und eine Feuerstelle sind Jnven- ' tar genug zur Vesperrast, oder um sich den Kittel p trocknen, wenn ihn ein überraschender Regenschauer durchnäßte. Von hier aus schreitet r feinen Bezirk ab mit einer Rätsche und einer Knallbüchse als ßärminftru- Wernherbst. Von Peter Bauer D i e W i n g e r t e. Der Oktobermorgen kommt schon in winterlicher Bermummung: mit dichten Rebeln und empfinb- licher Frische. Die Hügel und Hänge hinter den Dörfern sind wie von dickem Qualm zugeraucht und unsichtbar. Der Himmel, ein riesiges graues Zelt- tuet), scheint hinter den letzten Häusern und Gärten a.uf der Erde festgepflockt. Aber die Sonne durchdringt allmählich die grauen Störe und Gespinste. Der Horizont hellt sich auf ob wird silbern. Der Rauch, der da und dort den Kaminen entsteigt, säult weiß empor und schimmert in den Höhen zerfließend wie Seide. Wärmen- ö er Glanz strahlt in die Gassen ein, daß die schlichten Fassaden der niedrigen, langgestreckten Häuser mit) die lehmgelben Wege zum Dorf hinaus wie mit Gold bestaubt leuchten. Ueber den auftauchenden Wingerten brodeln und wabern die Rebel wie seltsame Geistertänze, die l»lld zerweht sind. Purpurn glüht an den Stöcken b'is Weinlaub und grüßt van allen Hügeln und Bergen wie Freudenfeuer, zum Zeichen, daß die schwere Fracht der Reben, die prallen handlangen Hange! der grüngolden und dunkelblau prangenden Erauben reif und voll köstlicker Süße sind. Voll „.eingefangenen Sonnenscheins . Der Wingertschütz. «In zu scheuchen, die gar zu gern die süßen Trau- bm abpicken. Das muß ihnen mit der klappernden Kätsche verleidet werden ober wenn biefer Schreck nicht nachhaltig genug ist, mit einem weithin hallen- . bm Schuß. Mancherorts stellt bie Gemeinbe ben alten trabitionellen Stutzen, einen Vorberlaber aus bes und der zuständigen SÄ.-Dienststelle der Marinestürme der SA. (Sitz Hamburg) vereinbart worden, daß die Heranwachsende wassersporttrei- bende Jugend von 15 bis 18 Jahren in Marine- Jungstürmen zusammenaefaht und junge, für die SA. interessierte Wassersportler über 18 Jahre in die Marinestürme geschickt werden. Das bedeutet also, dah die oolkssportliche Ausbildung der Walser- fport-Jugend in enger Anlehnung an die zuständige SA.-Dienststelle der Marinestürme durchgesührt wer- den soll. Diese Jugend wird also, soweit sie körperlich und geistig für den SA.-Dienst geeignet ist, diesen Dienst nicht bei der marschierenden SA., sondern bei der Marine-SA. versehen, damit die jungen Leute dem Wassersport erhalten bleiben. Eine Altersgrenze nach oben für die Mitwirkung in den Marine- bzw. SA.-Stürmen besteht nicht, auch ist der Eintritt in diese Stürme ein freiwilliger. Allerdings ist der Führer des Deutschen Ruderverbandes der Ueberzeugung, dah jeder junge Ruderer von der nationalen Bedeutung der volkssportlichen Bewegung für den Wiederaufstieg des Vaterlandes durchdrungen ist. Zum ZuhballkampfOeutschland-polen Das Länderspielprogramm des Deutschen Fußballbundes ist um eine Begegnung bereichert worden. Zwischen Polen und Deutschland ist ein Fuß- baU°Landerkampf der beiderseitigen Nationalmannschaften vereinbart worden, der bereits Ende Oktober in der Freien Stadt Danzig zum Austrag Arbeit erworbene Leistungsdurchschnitt der Mannschaft ist letzthin entscheidend für den Er- folg, zu dem jeder beiträgt, der Beste und der Schwächere. So formen sich praktisch die deutschen Leibe«. Übungen ganz im Gegensatz zu den westisch-libera« listischen Farmen des von uns zunächst übernommenen Sportes unter dem Einfluß des National« fozialtsmus zu wirklich arteigenen Selbes« Übungen. Diese Entwicklung wird nicht von heute auf morgen gehen, und sie wird auch nidg alle Zweige der Leibesübungen gleich stark und zu gleicher Zeit erfassen; das ist auch gar nicht nötig, denn es wäre verkehrt, da zu zertrümmern, wo man nur zu ändern braucht, um auf bauen zu können. Es genügt zur Zeit, daß der Jugend die Richtung gegeben ist, in >er sich das Leibeserzie« hungsprogramm des neuen Deutschland entwickeln wird. kommen soll. Damit ist gleichzeitig dem Wunsche des Reichsspartführers von Tschammer und O st e n, die sportlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Polen enger als bisher zu gestalten, Rechnung getragen worden. Mit den Vorarbeiten für das Länderspiel ist bereits begonnen worden. Schauplatz des Kampfes wird die zwischen Danzig und Langfuhr gelegene Jahn-Kampfbahn fein, deren Fassungsvermögen auf 25 000 Zuschauer erweitert werden soll. Wohl haben hin und wieder deutsche und polnische Mannschaften Wettkämpfe miteinander ausgetragen, doch ist das bevorstehende Länderspiel das erste seiner Art. young Stribling t- Der bekannte amerikanische Schwergewichts-Borer Young Stribling, der am Montag mit seinem Motorrad verunglückte, ist gestern seinen schweren inneren Verletzungen erlegen. Er hatte außer dem Verlust des Fußes noch innere Verletzungen erlitten. Er ist am Dienstag im Krankenhaus zu Macon im Staate Georgia verschieden. William Lawrence Stribling hat während seiner 12jährigen Tätigkeit mehr als 300 Kämpfe aus- getragen, und sehr selten muhte er Niederlagen hinnehmen. Seine schwerste Niederlage hatte er im Juli 1931 erlitten, als er gegen Max Schmeling um die Weltmeisterschaft kämpfte. Stribling war einer der wenigen bekannten Dorer, die auch außerhalb ihres Vaterlandes in den Ring gingen. Strib- ling unternahm eine Weltreise, die ihn u. a. nach Australien, Südafrika und England führte. Seinen letzten Kampf bestritt er in der vergangenen Woche gegen Maxie Rossenbloom, den er nach Punkten schlug. Landkreis Gieren. f Treis a. d. Lumda, 3. Oktober. Der K r i e • geroerein Germania feierte gestern abend bei Kamerad Amend den 86. Geburtstag des Herrn Reichspräsidenten. Der Führer, Förster Bing, hielt eine entsprechende Ansprache, in der er des Geburtstagskindes als vorbildlichen Führers in Krieg und Frieden gedachte. Anschließend wurden noch einige geschäftliche Mitteilungen gemacht, die Einrichtung eines zweckentsprechenden Schießstandes besprochen und bekanntgegeben, daß am nächsten Sonntag von 12 Uhr an ein Preisschiehen abgehalten wird, an dem sich jedermann beteiligen kann. Die Preise wurden von den anwesenden Mitgliedern gestiftet. Kreis Schotten. § Ulrichstein, 2. Ott. Ein starker Konfirman- denjahrgang von 19 Kindern konnte, vor kurzem in unserer Kirche feierlich eingeführt werden. In den letzten drei Jahren waren es jedesmal nur sechs Konfirmanden. Preußen. 350000 AM. für die Regulierung der Lahn. WSN. Der Kreditausschuh der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt hat aus dem Arbeitsbeschaffungsprogramm der Reichsregierung erneut Darlehen in Höhe von rund 7*/» Mill. Mark bewilligt. U. a. wird ein großes Arbeitsvorhaben zur Regulierung der Lahn im Kreise Wetzlar durch Dar- lehen von rund 35Ö 000 Mark gefördert. Das Winterhrlfswerk un Kreise W.hlar * Wetzlar, 3. Ott. Der Kreisbauern- stand Wetzlar teilt uns mit: Die Einzeich- nungen für das Winterhilfswerk ergaben für 67 Orte des Kreises Wetzlar, aus denen bis heute die Meldungen oorliegen, insgesamt folgende Spenden: 1849,11 Zentner Kartoffeln, 226,63 Zentner Roggen, 20,05 Zentner Weizen, 108,81 Zentner Obst und Gemüse, 126,60 Pfund Fett und Wurst, 10,49 Zent- ner Mehl, 6,30 Zentner Hafer, 1,70 Zentner Erbsen, 1,50 Zentner Briketts, 3 Zentner Kohlen, 167 Laib Brote, 1 Paar Hausschuhe, 8 Stück Kleider, 1 Herrenmantel, 1 Frauenmantel, 5 Paar Strümpfe, 5 Stück Hemden, 20 Pfund Bohnen, für 2 Mark Kolonialwaren und 725,58 Mark in bar. Dies vorläufige Ergebnis ist dem Obmann der NS.-Wohl- fahrt, Fabrikant Eoers (Wetzlar) gemeldet und zur Verfügung gestellt worden. Das Ergebnis wird sich noch ganz bedeutend erhöhen, da noch über 20 Kreisorte fehlen, die zur Zeit die Sammlung durchführen. Wieder Kreis Biedenkopf. Biedenkopf, 3. Oft. (WSN.) Gestern hat die neue Kreisoerwaltun g ihre Tätigkeit aufgenommen. Damit ist die selbständige politische Ein- heit des Hinterlandes wieder geschaffen worden. Der neue Kreis Biedenkopf umfaßt 66 Ort- [d)aften, abgetrennt wurden die 15 Ortschaften des Battenberger Bezirks zum Kreis Frankenberg und die 8 des Rodheimer Bezirks zum Kreis Wetzlar. Die offizielle Feier der Wiederherstellung des Kreises Biedenkopf und damit die Feier des 101jährigen Bestehens des Hinterlandkreises wird am Sonntag, 15. Oktober, im Rahmen der Reichshandwerkerwoche stattfinden. Am Montag, 16. Oktober, wird der neue Landrat Pönisch feierlich in fein neues Amt eingeführt, woran sich eine Fahrt durch das Kreisgebiet anschlieht. 20000 RM. von einem Lehrer veruntreut. Gladenbach, 3. Okt. (WSN.) Der Geschäfts- sichrer der Raiffeisenkasie im benachbarten Runz - Hausen, Lehrer Augustin, der einen Betrag von mehr als 20000 Mark veruntreut noch viel schlechter bestellt war, als an den höheren, ist nur zu bekannt. Der Ruf nach der „täglichen Turnstunde", jener Forderung sine qua non derjenigen, die in den Leibesübungen auch ein erzieherisch wertvolles Glied sahen, verhallte In der Vorkriegszeit wie ein Ruf in der wüste. Erst im Nachkriegsdeutschland sand sie in der jungen Generation stärkere Resonanz, zumal nunmehr auch mit dem Wegfall der Dienstpflicht ein letztes Mittel körperlicher Ausbildung den jungen Menschen genommen worden war. Aber die libera- listischen und sozialdemokratischen Regierungen versprachen wie überall auch hier und hielten nichts. Geistige Verbildung und artfremde Demoralisierung durch Freigabe freigeistigen Unterricht«, das galt ihren Zwecken mehr, als die deutsche Jugend stark und gesund zu machen. Und wenn man wirklich etwas für die Leibesübungen tat, dann baute man Stadien, Prunkbauten für die Gelüste einer sensationshungrigen Menge, aber keine Spielwiesen, Planschbecken und einfache Uebungsftätten. Wo Leibesübungen im schönen Sinne getrieben wurden, blieb das immer der privaten Initiative überlassen; in zahlreichen Sportvereinen und Verbänden entwickelte sich der Sport zu großer Blüte und nahm dem Staat die eigentlich ihm zukommende Pflicht der körperlichen Ertüchtigung der Jugend ab. Wenn heute viel am deutschen Sportbetrieb der vergangenen 15 Jahre zu kritisieren ist, wir müssen auch hier bedenken: der Sport war ein Kind seiner Zeit, und es ist sein bleibende« Verdienst, daß er mehr als ein Jahrzehnt fast ausschließlich Träger der körperlichen Schulung eines Teiles unseres Jugend gewesen ist. Der junge Staat Adolf Hitler« ist sich seiner Verantwortung der Jugend gegenüber auch auf diesem Gebiete bewußt, wie es die Partei seit jeher gewesen ist. In der SA. und SS. herrscht ein lebendiger Betrieb In den Leibesübungen. Die zahlreichen sportlichen Veranstaltungen, die zur Zeit von Standarten und den Stürmen in Deutschland überall durch- geführt werden, legen Zeugnis dafür ab. Und man Frankfurt a.TI., 3.Okt. (WSN.) Der Sach- verständige für Rafsensorschung im Reichsministe- rium des Innern, Dr. Gercke, war am Montag Gast der im Stadtverordnetensitzungssaal zu Frank- furt a. M. versammelten hessischen Standesbeamten. Der beauftragte Führer des hessischen Verbandes, Dippel (Frankfurt a. TI.), begrüßte Dr. Gercke, sowie den Vertreter der hesiischen Landesjustizverwaltung, des Reichsbundes der Standesbeamten und die zahlreichen Gäste aus den an Hessen grenzenden Provinzen. Dr. Gercke gab in seinem Referat über b i e Aufgaben der Fr - m i l i e n f o r s ch u n g im Dritten Reich interessante Hinweise auf die künftigen Maßnahmen der Regierung auf diesem Gebiet. Wir müssen uns mit unseren Ahnen beschäftigen, führte er u. a. aus, um unserer Zukunft willen. Familienforschung ist mehr als die bloße Feststellung unserer Vorfahren. Sie muh ihren Sinn finden in der engen Verbindung mit den tiefen Strömen unseres Blute», sie soll die in uns liegenden Gesetze ;um Ruhen unserer Zukunft offenbaren. Nur um der Zukunft willen beschäftigen wir uns mit der Vrgangenheit. In uns schlummern Kräfte, die wir nicht ahnen. Die Forschung nach unserer menschlichen Herkunft ist so wichtig, daß es unver- stündlich ist, wie wenig Interesse wir bisher darauf verwandt haben. Entscheidend ist die Wahl des richtigen Gatten, der richtigen Gattin. Die nicht ebenbürtige Eheschließung rächt sich durch das ganze Leben und in unfern Nachkommen. Welche Möglichkeiten gibt es, die Familienforschung zu fördern? Dor allen Dingen darf sie nicht weiter- !in ein Vorrecht der Begüterten sein. Familien- orschung nur mit dem amtlichen Auszug verliert hren Reiz. wir müssen die Menschen mehr an die alten Kirchenbücher heranbringen, sie müssen erfassen. Der neue Staat hat der Heranwachsenden Jugend eine Idee gegeben und durch die Idee ein Ziel Öt, das sie anstreben soll. Als Idee die heroisch- istische Weltanschauung des Nationalsozialismus und als Ziel die Aufgabe, ein vollwertiges, dienendes Glied an Volk und Staat zu werden. Deshalb trägt die junge Mannschaft den Ehrennamen „Staatsjugend", der ihr zunächst nur Pflichten auferlegt, mit Recht. Zu diefen Pflichten gehören auch die Leibesübungen, denn nur eine Jugend, die ihren Leib stark, hart und widerstandsfähig macht, kann den schweren Aufgaben der Zukunft gerecht werden. Leibesübungen sind Dienst am Vaterland; diese Erkenntnis ist das Erbe Jahns, das dieser große Deutsche uns hinterlassen hat, auf ihr baute er fein deutsches Turnen auf und durch sie sollen jetzt die Leibesübungen ein neues arteignes Gepräge erhalten. Schon immer haben Männer, in denen Funken Iahnschen Geistes noch lebendig sprühten, für die Leibesübungen als den Geisteswissenschaften gleichberechtigten Glied innerhalb der Erziehung unserer Jugend gekämpft. Aber sie rannten gerade da, wo dies in die Tat hätte umgesetzt werden müssen, in der Schule, gegen eine Mauer von überheblicher Ablehnung und Unbelehrbarkeit. Wie war cs doch lange Zeit in Deutschland, das man das beste Schulland der Welt zu nennen pflegte, um die Leibesübungen bestellt? Man sprach zwar von humanistischer Bildung, paukte aber Grammatik, und anstatt den Geist Der Antike, diese wundervolle Synthese geistiger und körperlicher Schulung, praktisch neu aufleben zu lassen, berauschte man sich an der Schönheit klassischer Gesänge, ohne ihren wahren Sinn zu verstehen. Das Wort „mens sana in corpore sano" mahnte zwar in vielen unserer Gymnasien als Sinnspruch von der Wand, aber man hätte nur einmal das Lehrerkollegium im Gewände der hellenischen Olympiakämpfer den klassischen Fünfkampf bestreiten lassen sollen, um den ganzen Widersinn dieser Erziehung richtig würdigen zu können. Und daß es mit den Leibesübungen an unseren Volks- und Mittelschulen Sie Familiensorschung im neuen Reich Or..Gercke spricht vor den hessischen Standesbeamten. daß diese mehr bedeulen, al» y B. eine Briefmarkensammlung. Alte Kirchenbücher befinden sich dauernd in Gefahr, verloren zu gehen ober bekf)äbißt zu werden. Wer müssen da die moderne Technik nutzbar machen, jeder muß eine Photokopie von seinen Kirchenbucheintragungen bekommen tonnen. In landschaftlichen Sippenämtern sollen diese Photokopien ausbewahrt werden. Dort müssen sie allen Menschen zugänglich sein. Von hier aus muß Anleitung und Belehrung erfolgen. Für diesen Plan haben die beiden Kirchen ihre Unter- stützung zugesichert. Einer späteren Zeit muß es vorbehalten bleiben, Karteien unserer Ahnen in einer Zentrale für Sippenforschung anzulegen. Unsere Aufgabe ist es zunächst, wirksamen Schriftdenkmalsschuh zu treiben. Die gesamte Organisation der familiengeschichtlichen For- schung muß in neue Formen gebracht werden. Was jaul ist, muß zerstört werden. Einheitliche Leitung muß kommen, das Nebeneinander muß aufhören. Nicht jeder darf sich Fachgenealoge nennen. Ehe die neuen Maßnahmen der Regierung kommen, ist es notwendig, daß der Standesbeamte bis ins Letzte klar über alles ist, die Menschen genau berät. Bürokratie können wir uns heute nicht mehr leisten, sie stößt den Menschen ab. Die Fragen der Rasse sind keine theoretische Sache, sie müssen vom Volk lebendig ausgenommen werden. Rasse ist das Erbgut der Vergangenheit für unsere Zukunft. Bon der Reichsbundesführung der Standesbeamten wurde im Anschluß an dieses mit starkem Beifall aufgenommene Referat der Darmstädter Stan- besbeamte Schäfer wm Führer bes Verbandes i ber hessischen Standesbeamten auf bie Richtlinien der Reichsführung und Reichsregierung verpflichtet. kann schon sagen, daß der Leistungsdurchschnitt der SA. bereits eine erfreuliche Höhe erreicht hat. Auch die deutschen Turn- und Sportvereine haben mit Freude von dem starken Interesse des neuen Staates für die Leibesübungen Kenntnis nehmen können. Man schafft ihnen Erleichterungen, und oft wird durch das Erscheinen bedeutender Persönlichkeiten bei großen Sportfesten ihrer Arbeit verdiente Anerkennung gegeben. Am deutlichsten trat der Wille des Staates, die Leibesübungen als lebendiges Glied in unser kulturelles Leben und in den Erziehungsgang der Heranwachsenden Jugend einzubauen, durch die (Ernennung des SA.-Gruppenführers von Tscham- m er- Oft en zum Reichsfportführer in Erscheinung. Dieser hat bereits mit starker Hand den Weg gezeigt, auf dem wir aus dem Wirrwarr im deutschen Sportvereins- und Derbandsleben hinauskom- men. Ferner gibt er die geistige Marschrich- t u n g a n , in der sich die Leibesubungen, wie oben bereits angedeutet, im nationalsozialistischen Staate bewegen werden Die Jugend soll zu einer vielseitigen körperlichen Ausbildung kommen, bei der als Jbealtyp der bes Mehrkämpfers vorschwebt. Sie wird unter Leibesübungen nicht nur die zum Teil künstlich geschaffenen Bewegungsspiele ver- stehen, sondern bewußt zu den einfachen Hebungen zurückgehen, die als Grundlagen die natürlichen Bewegungsformen des Menschen, also Lauf, Sprung und Wurf haben. Sie wird sich bei ihren Leibesübungen nicht auf die künstlich geschaffenen Sportanlagen beschränken, sondern hinausgehen in Feld und Wald, ins Gelände, das dieser neuen Sport- auffaffuna, dem G e l ä n d e s p o r t, seinen Namen gegeben hat. Sie wird die Leibesübungen nicht mehr als Selbstzweck betrauten, aber trotzdem nicht auf den gefunden Impuls des Wettkampfes zu verzichten brauchen, der immer Jugend zu begeistern verstanden hat. Leistungen zu zeigen, wird ihr Streben fein, ohne aber die Höchstleistung als Selbstzweck zu verherrlichen. Das Erleben der Volksgemeinschaft in der Politik hat auch zu einem Ge- meinjchastserleben in Turnen und Sport geführt. Nichts kann dies besser beweisen als die Art der Durchführung und die über dem Ganzen liegende Stimmung, die den von nationalistischer Seite veranstalteten Sportfesten so einen ganz anderen, neuen Geist verliehen haben. Au die Stelle de» Stadums ist ba bie Massen. Idffung, der Durchschnitt getreten; nicht nur bie Vesten, sonberu alle, bie ganze Mannschaft tritt zum Wettkampf an; unb nicht nur ber körperlich am besten veranlagte, sonbern ber in fleißiger hatte, wurde nunmehr nach Abschluß des Diszwft- narversahrens aus dem Staatsdienst entlassen. Der ungetreue Lehrer befindet sich gegenwärttg noch in Haft. Große Strafkammer Gießen. Der in Saubad) wohnhafte ehemalige Stadtkassen- und Dollziehungsbeamte Franz K r e u b e r wurde wegen Unterschlagung und wegen Verstoßes gegen die §§ 368II, 349, 350, 351 zu einem Jahr einen Monat Zuchthaus und 150 Mark Geldstrafe verurteilt. Die Anklage legte ihm zur Last, in gröblichem Dertrauensbruch Letzter Aufruf an bie Neberreste der bündischon und tonfessionellen Jugend. Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei hat ihre Tore geschlossen, und viele haben nun endgültig den Anschluß an die Volksbewegung verpaßt. Der Nachwuchs der Bewegung geht in Zukunft nur noch aus der Hitlerjugend hervor. Um als Garant' der Partei und als die Jugend des Dritten Reiches den uns ge- stellten Aufgaben nachzukommen, müssen wir da» Hauptaugenmerk auf den inneren Aufbau der Hitlerjugend legen. Um diesen Aufbau in aller Ruhe unb gründlich durchführen zu können, wird ab 1. November in Oberhessen kein Jugendlicher mehr in die Hitlerjugend ausgenommen, außer er geht aus dem Jungvolk hervor. Die Zeit des Verhandelns ist endgültig vorbei. „Nur der Junge, der das Braunhemd trägt, h a t das Rech t^, sich zur deutschen Jugend zu rechnen!", sagte Neichsstatthalter Sprenger bei der Einweihung der Hitlerjugendführerschule des Gebietes Hesien- Nasiau und sprach damit eine Selbstverständlichkeit aus. Gruppen, die sich in bie Hitlerjugend eingliedern wollen, melden sich sofort bei der Oberbannführung der HI., Friedberg, Usavorstadt 9, Abt. Personalamt. Heil Hitler! Der Oberbannführer. M. d. F. b.: gez. Erich Seifert, Bannführer. Der Abteilungsleiter: Ernst Rinne jun. als Gehilfe der Stadtkasse in Laubach einen ansehnlichen Betrag an sich gebracht zu haben. Eben- jo schwer sind die Vorwürfe.anläßlich seiner Tätigkeit als Vertreter des Gemeinderechners in Wetterfeld. Um seine unsauberen Manipulationen dem zuständigen Kontrollbeamten verheimlichen zu können, riß er aus einem Duittungsbud), das dem Angeklagten von amtlicher Stelle anvertraut worden ist, einzelne Duplikate heraus. Außer diesen schweren Verfehlungen machte sich der Angeklagte noch eines Konkursvergehens schulbia. Der Staat»- anwalt beantragte ein Jahr Zuchthaus unb 200 Mark Geldstrafe. Unter Ausschluß der Oeffenttichkeit befaßte sich da« Gericht mit dem in Wieseck wohnenden H. 9t, ber sich an einer in einem hiesigen Restaurant bediensteten Hausangestellten unsittlich vergangen haben sollte. Da die Schuld de« Angeklagten nicht festgestellt werden konnte, erfolgte Freisprechung. Ebenso wurden wegen desselben Delikts drei junge Leute aus Billertshausen freigesprochen. Der Möbelhändler Georg Neuß aus Friedberg fuhr in der Nacht zum 13. November vorigen Jahres auf der Straße Laubach—Schotten die in entgegengesetzter Richtung kommenden Heinrich Schuchmann und Lina Appel aus Schotten so unglücklich an, daß beide In das Schottener Krankenhaus eingeliefert werden mußten. Insbesondere waren die Verletzungen der Appel nach dem Gutachten des heute vernommenen Sachverständigen geradezu entsetzlich. Der Angeklagte wurde vom Amtsgericht in Schotten zu zwei Monaten Gefängnis mit bedingtem Strafaufschub und den Kosten des Verfahrens verurteilt. Gegen dieses Urteil legten die Staatsanwaltschaft und der An- geklagte Berufung ein. In der heutigen Hauptverhandlung wies das Gericht nach eingehender Beweisaufnahme beide Berufungen zurück. Der Angeklagte muh ein Monat Gefängnis absitzen. Für die restliche Strafe erhält er bedingten Strafaufschub. Amtsgericht Gießen. Ein Angestellter aus Frankfurt erging sich in Briefen in Beleidigungen gegenüber einem Ein- wohner von Allendorf, die heute Gegenstand einer Privatklageverhandlung waren. Bor Eintritt in die Hauptverhandlung schloffen die Parteien einen Ber- gleich, auf Grund dessen sich der Beklagte zum Tragen sämtlicher Kosten verpflichtete. Sprechstunden der Redaktion. 1130 bi» 1230 Uhr, 16 bi, 17 Uhr. $am»to| aachmittag geschloffen. ID. iU,l!trpartel enb* intest do “t nur • unb qi. v. 9-btnun<^ Aen 5 k Äfft« uiF' »kht QUS X,m ul1»* *r"cin ' ^nbiidjfeit Nr; L VtrjonaUml Anführer. Ult jun. »tdllNfl bn °d füt btn 6t. Befte nnb btt »eutf^en Leib«. n.wMch./ibera, nächst übtrnom» B des 3tationa[t ntn ßtibt$< Dtrb nicht von wirb auch nicht Sieich stark unb 1 euch gar nicht $u yrtrünrmtnx, um ouibautn zu 6 der Juarnb bie I dar Lribernzie« Ischlanb entwickeln chiutz bes Sitefr .tnh entlaßen. Der gegenwärtig noch llfmltl Ohrt bei Kamps gegen ler Sichen. tbtmafigt &abt> frans Äreuber wetzen 'ü>tr\W? bb\ einem tbau» unb 150 eilt Die Lnklage :m Serirauensbrud) Laudach einen en* *, ui haben. Tben» Äfrinee W 66*55 Sfjö lck>ulblg w MO tfätfü *M? $ sS*. ZL« ÄS." 1- •g**8»*g s&i: ‘■'»M 5&5bA l(bir.p « toT. Ufl einen t^ßagte !- Helium oder Wasserstoff? Von Kranz Neumann. Helium oder Wasserstoff? — das ist die Frage. Welches von beiden Gasen soll man als Traagas für Luftschiffe verwenden? Bei unseren Zeppelinen hat man bisher ass Traggas Wasserstoff benutzt — aber das ist eine kitzlige Geschichte, denn Wasserstoff ist ein brennbares Gas, und di§ Motoren spucken manchmal Flammen aus. Wer als Wissender schon im Zeppelin gefahren ist, wird diese Zusammenstellung immer als etwas unbehaglich empfunden haben. Man denkt noch an das furchtbare Unglück des Marineluftschiffs in Johannisthal bei Berlin, wo durch den Unterdrück hinter den Windschutzwänden der Motorengondeln Was er- stoff aus dem Tragekörper in diese Gondeln ge- saugt worden war und sich entzündet hatte. Die gesamte Besatzung sand damals den Tod. Solche Baufehler hat man freilick dann vermieden, und es ist ja bekannt, wie sicher heute das Luftschiff "Graf Zeppelin" seine Bahn über Länder und Meere zieht. Aber es ist doch eine gewisse Gefahr vorhanden, die immer auf der Lauer liegt. Nun verwenden die Amerikaner bekanntlich zur Füllung ihrer Luftschiffe Helium. Das Helium gibt dem Schiff zwar nicht ganz so viel Auftrieb wie der leichtere Wasserstoff, aber es hat den großen Vorzug, daß es nicht brennbar ist. Leider ist es sehr teuer. Das ist insofern schlimm, als man bei jeder Fahrt eine große Menge Gas abblasen muß, denn die Motoren verbrauchen Betriebsstoff, und dementsprechend wird das Schiff leichter. Es würde also in ungeahnte Höhe steigen, wenn man seinen Auftrieb nicht durch Abblasen von Traggas während der Fahrt dauernd entsprechend dem Betriebsstoffverbrauch verminderte. Das kann man aber mit Helium nickt, denn das abgeblasene Gas muß ja nach jeder Fahrt wieder ersetzt werden; die Heliumnachfüllung würde so viel kosten — fast etwa eine Viertelmillion Mark —, daß sich Fahrpreise ergäben, die niemand bezahlen kann. Man hat deshalb schon versucht, das Abblasen von Gas dadurch unnötig zu machen, daß man die Auspuffgase der Motoren nicht in die Luft entweichen läßt, sondern sie verdichtet und das dadurch entstehende Erzeugnis als Ballast behält. Wenn man alle Auspuffgase so vereinnahmen könnte, würde man dabei sogar mehr an Gewicht gewinnen, als der verbrauchte Betriebsstoff wiegt, weil ja bei seiner Verbrennung noch Sauerstoff dazugekommen ist. Leider haben diese Versuche nicht zu einem vollkommen befriedigenden Ergebnis geführt, Aumal zur Verdichtung der Auspuffgase besondere Vorrichtungen erforderlich sind, deren Gewicht die Nutzlast verkleinert und die die Anlage verwickelter und damit störungsanfälliger machen. Im Kriege verspricht bekanntlich nur Einfaches Erfolg, und die Luftfahrt ist auch ein Krieg, ein dauernder Krieg mit den Naturgewalten. Beim Luftschiff „Graf Zeppelin" hat man das Abblasen von Traggas dadurch unnötig gemacht, daß man die Motoren nicht mit einem flüssigen Brennstoff, sondern mit einem Treibgas vom Ge- wicht der Luft speiste, das man in besonderen Ballonen unterhalb der Traggaszellen im Ballonkörper mitführte. Durch den Verbrauch dieses Gases wurde das Luftschiff natürlich nicht leichter. Die Motoren des im Bau befindlichen Riesen- zeppelin LZ 129, dessen Gerippe nun zu fast Zwei Dritteln fertig ist, sollen aber wieder mit flüssigem Betriebsstoff betrieben werden, man muß also wieder abblasen. Die Frage „Helium oder Wasserstoff als Traggas?" hat man deshalb dahin beantwortet: „Helium und Wasserstoff". Man bringt innerhalb der Heliumzellen kleinere Wasser- stoffzellen unter, die durch das umgebende Helium vor Entzündung gesichert sind. Wenn man nun abblasen muß, so bläst man nicht Helium, sondern Wasserstoff ab; man braucht dann nach Beendi- gung der Fahrt nur diese Wasserstoffballone wieder mit Wasserstoff nachzufüllen. Diese Nachfüllung wird bei einer Fahrt nach Amerika etwa 10 000 Mark kosten. Pilze, photographiert. Ein Kamera-Motiv im Herbst. Von Walther Appelt. Zum herbstlichen Schmuck der Landschaft gehören bie Pilze, im Walde, und in einzelnen Arten auch auf den Wiesen. Der Photograph beachtet sie leider noch viel zu wenig. Diese späten Kinder der Fluren geben photographiert nicht allein Natur- Urkunden, sondern bei glücklichem Erfassen auch „Bilder", an denen wir immer unsere Freude haben können. Mancher empfindet in dieser Übergangszeit eine gewisse Leere an photographischen Motiven, da die Felder kahl und die Wiesen ärmer an Blumen werden, und anderseits der Winter noch aicht seine besonderen Landschaften malt. Das ist natürlich ein Irrtum — denn keine Jahreszeit ist leer und arm an Motiven. Aber wer sie erkennen lernen will, der darf auch an solchen photographischen Kostbarkeiten, wie es die Pilze sind, nicht oorbellaufen. Allerdings müssen beim Photographieren von vilzen die meist schwierigen Bedingungen in Rech- nung gestellt werden, unter denen die Aufnahme zu machen ist. Damit sind aber die Klippen auch schon überwunden. Nur Bescheid wissen muß man, und alles geht. Ein brauner Pilz auf braunem Wald- loben wird im Halbdunkel dichter Kronen fast nie fin gutes Bild geben. Wir brauchen dazu einen Sonnenstrahl, und vielleicht auch noch als natürlich e (Staffage einen Farnwedel, eine Baum- vurzel, ein Moospolster ober begleichen. Doch soll üas möglichst schon dort stehen unb nicht erst heran- «jeholt werben. 2lbgerater sei auch von dem nahe- legenden Behelf, mehrere Pilze willkürlich zu einer •Gruppe zu vereinigen. Es gibt da gewisse Kleinig- Beiten, an denen der wahre Naturfreund das Unechte einer solchen Aufnahme meist sofort erkennen wird. (Weniger bedenklich ist es, eine allzu dichte •Gruppe durch Entfernen einiger Pilze aufzulockern.l Bebrigens wird der Photo-Sportler schon deshalb «iel leichter die gewünschten Gruppen in natura finden weil er es nicht nur auf die eßbaren Sorten abgesehen hat. Im Gegenteil, für ihn sind viele der ungenießbaren Pilze wegen ihres Paues unb ihrer Hell-Dunkel-Werte viel brauchbarer. Die Notwenbia- Eilt eines recht dichten Gelbfilters (meist breifach) nlrb baburch ausgeglichen, baß bie Pilze gebulbige Motive finb, bie lange still halten. Aber bas ist «ich notwendig Wer einen hoppelten Dodenaus- Aus Natur und Technik. Das neue Schiff wird trotz feiner größeren Länge — es wird 248 Meter lang, während der „Graf Zepvelin" 235 Meter mißt — einen gebrungeneren Eindruck machen als der „Graf Zeppelin", weil fein Durchmesser um mehr als ein Viertel größer ift, nämlich 42 Meter — beim „Grafen Zeppelin" 30,5 Meter. Er beträgt ein Sechstel der (Schiffslänge unb gibt baburch auf bie im Luftschiffbau viel erörterte Frage „lang unb schlank ober kurz unb bick" bie Antwort „lang unb verhältnismäßig dick". Die Antriebsfrage ist zugunsten des Dieselmotors gelöst worden, dessen Betriebsstoff weniger feuergefährlich unb auch ausgiebiger ist als bas bisher verwenbete Benzin. Immerhin muß man für die Motoren, die eine Gesamtleistung von etwa 4500 Pferdestärken haben werden (her „Graf Zeppelin" hat etwa 2500), für lange Fahrten 60 Tonnen, also 60 000 Kilogramm ober 1200 Zentner Dieselöl mitführen. Trotzdem kann man infolge der fast verdoppelten Traggasmenge — 190 000 Raummeter gegen 105 000 beim „Grafen Zeppelin" — statt her bisherigen 20 Fahrgäste, die im „Grafen Zeppelin" mitgenommen werden können, in dem neuen Luftschiff 50 befördern, unb zwar mit allen Bequemlichkeiten, wie sie ein zeitgemäßer Heber- feebampfer hat; sogar ein Lese- unb ein Rauchzimmer werben vorhanben sein. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" hat in biefen Tagen bie fünfte Wieberkehr feines Geburtstages gefeiert. Es hat in biefen fünf Jahren in runb 7000 Stunben Fahrzeit, bas finb 292 Tage ober runb 10 Monate, eine Strecke gleich her 17'/rfachen Länge bes Aequators, nämlich 700 000 Kilometer zurückgelegt. Es hat babei neben 37 000 Kilogramm Fracht unb 20 000 Kilogramm Poft 17 500 Fahr- gaste beförbert. Heber feine Amerikafahrten wundert sich niemanb mehr, trotzdem das Schiff eigentlich nicht für solche Fahrten gebaut ist. Sie sind eben mit diesem Luftschiff nur durch die fabelhafte Erfahrung und Geschicklichkeit feiner ausgewählten Besatzung möglich. Wenn das neue Schiff erst seine Fahrten machen wird, werden sie noch weniger Aufsehen erregen, denn es wirb ein Schiff sein, bas auch in her Hanb einer Durchschnittsbesatzung ohne Gefahr feinen Weg nach fernen Erbteilen wird ziehen können. Reue Auio-Typen — bestbewährt! Die Sroßerfolge neuer deutscher Auto- und Krastradarten. Von Siegfried Doerschlag. Das Autosportjahr 1933 ift abgeschlossen. Es stand noch nicht im Zeichen der neuen bei Mercedes- Benz und im Werk Zwickau der Autounion im Bau befindlichen deutschen Rennwagen, aber das Sportjahr 1933 brachte der deutschen Auto- und Motorradindustrie Erfolge, auf die sie noch stolzer sein darf als auf Spezial-Rennwagensiege: dies Jahr nämlich war das Jahr der Großerfolge deutscher Serienwagen. Es gab Jahre, in denen es bedenklich war, neue Fahrzeuaart zu kaufen. Die Zeiten finb vorbei. Bringt heute eine deutsche Auto- oder Kraftrad- fabrif einen neuen Typ auf den Markt, so muß er erprobt sein, darf kein Versuchsstück mehr sein für den Kunden, sonst ists ums Geschäft unb um den Ruf des Fabrikats geschehen. Drum läßt sich bas Kraftfahrsportjahr 1933 mit her erfreulichen Feststellung abschließen: Neue Fahrzeugar- ten bestbewärt! Adler begann sein Erfolgsjahr 1933 mit verstärktem Trumpf-Motor. Dieser verstärkte Typ und die schon vielbewährten Adler-Trumpf und Primus errangen Erfolg auf Erfolg. Erwähnt seien nur die Siege in der Brandenburgischen Dauerprüfungsfahrt, ADAC.-Reichsfahrt, Ostpreußenfahrt, der schöne Erfolg von Lotte Bahr in der Deutschen Sternfahrt nach Wiesbaden, der Adler-Erfolg im Wettbewerb Lüttich—Rom—Lüttich, Sieg in der „Haoelländischen", Großerfolge auf der 2000-Kilo- meter-Fahrt und auf der Internationalen Alpenfahrt. Die Autounion (Audi, DKW, Horch, Wanderer) errang ihren größten Erfolg auf der 2000- Kilometer-Fahrt: 50 erfolgreiche Teilnehmer und fünf siegreiche Mannschaften! Besondere Beachtung verdienten die Erfolge der 2 - Liter ° Audi- unb 2-Liter-Wanberer-Wagen, ba beide Neu-Typen wohl denselben Motor von gleicher Leistung, aber grundsätzlich verschiedene Antriebsarten haben. Der ADAC.-Kleinkraftsahrzeugwettbewerb wurde zum Bombenerfolg der verbesserten DKW.-Frontan- triebsroagen. ADAC.-Reichsfahrt, Ostpreußenfahrt, bie Polizeisternfahrt nach Dresden, bie Havelländische und andere Schwerstwettbewerbe wurden zum Dollbeweis der Bewährung der neuen oder verbesserten Auto-Hnion-Typen. Brennabor zeigte auf Ostpreußenfahrt, Reichsfahrt, 2000-Kilometer Fahrt und „Havelländischen", was die auf der Berliner Autoausstellung gezeigten Brennabor-Arten im schwersten Alltagsgebrauch und auf Wettbewerben zu leisten vermögen. Mit Stolz betont Brennabor die vorbildliche Wirtschaftlichkeit der Brennabor-Wagen. Der auf her Berliner Autoausstellung erstmalig gezeigte Daimler-Benz Schwingachstyp 200 wurde zur erfolgreichsten deutschen Fahrzeugart dieses Jahres, wobei die Gesamterfolge in solchen Veranstaltungen den Ausschlag geben, in welchen es nur einen Sieger gab. Die größte Zerreißprobe dieses Jahres, die ADAC.-Dreitagefahrt im Harz, wurde zum Rekorderfolg des Schwingachstyps 200, denn nicht weniger als drei Mercedes-Benz-Drei- schäften beendeten die Harzfahrt siegreich. Auch die 9-Bergefahrt im Erzgebirge, die Deutsche Sternfahrt nach Wiesbaden, die 2000-Kilometer-Fahrt, bie Sternfahrt nach St. Moritz, Runb um Berlin, die ADAC.-Reichsfahrt und viele andere Wettbewerbe brachten dem neuen 2-Liter-Mercedes-Benz Großerfolge. Der gleichfalls auf der Berliner Ausstellung erstmalig gezeigte 2,9-Liter-Schwingachs- typ erhielt durch die Dreischaft Kappler, Bernet, Hirte bei der Alpenfahrt die Goldene Al- penplatette. Goliath, Erzeugnis der Hanfa-Lloyd-Goliath- Werke in Bremen, stellte fein großes Können beim ADAC.-Kleinkraftfahrzeugwettbewerb unter Beweis. Brennstoffverbrauch unb 'Gesamtbewährung (Schnelligkeit, Pannenlosigkeit, Wirtschaftlichkeit) ergaben höchsten Gebrauchs- unb Nutzwert. Hanomag, her unter Leitung von General- konsul Lerch wieher groß unb zu einer her best- beschäftigten beutschen Automobilfabriken geroor- (den, errang unter Mannschaftsführung seines fport- freubigen Generalissimus Lerch Erfolg über Erfolg. Reichsfahrt, Ostpreußenfahrt unb 2000-Kilometer- Fahrt lieferten Vollbeweise bafür, baß bie neuen Hanomag-Typen groß sinh in ihren Leistungen, klein im Brennstoffverbrauch, vorbilblich in Zuverlässigkeit unb Schnelligkeit. Opel überraschte auf her Berliner Autoschau mit feinem l-Liter-1950-Mark-Wagen. Viele Tausenbe kleiner Opel rollen im Alltagsgebrauch auf ben Lanbstraßen aller Herren Länber. Auf bem 1,8- Liter-Opel aber würben auf her 2000-Kilometer- Fahrt, Reichsfahrt, Ostpreußenfahrt, Alpenfahrt Auszeichnungen errungen. Phänomen teilt mit: „Ein am 28. Februar an bas Polizeiinstitut für Technik unb Verkehr geliefertes Fahrzeug machte mit Erfolg bie Branben- burgische Dauerprüfungsfahrt mit; bas preußische M. b. I. brachte basfelbe Fahrzeug Johann in bie Harzfahrt. Es ist eine ungewöhnliche Leistung, daß ein Fahrgestell, bas als leichtes Nutzfahrzeug auf. gebaut würbe, sowohl chassistechnisch als auch motortechnisch ben Hrazsahrt-Ansorberungen vollauf gewachsen war. Der luftgekühlte Phänomen-Granit« Motor hat sich an Leistungsfähigkeit unb Betriebssicherheit einem wassergekühlten zurninbest gleichartig erwiesen." Röhr- Wagen her Neuen Röhr-Werke AG. waren wieberholt erfolgreich; bie erst im Juli in Verkehr gebrachte jüngste Röhr-Schöpfung, ben luftgekühlten „Röhr-Junior", zeigte auf her 2000- Kilometer-Fahrt unb Internationalen Alpenfahrt, was zu leisten er imftanbe ist. Stoewer brachte seinen Borberrabantriebs« wagen 6/30 PS im Herbst 1932 auf ben Markt. Auf Reichslahrt, Ostpreußenfahrt, 2000-Kilometer-Fahrt unb Alpenfahrt erbrachte Stoewer üderzeugenben Beweis, was her neue lVr-Liter-Stoewer leistet. Groß ist bie Zahl her auf bem neuen Stan« barb - Wagen errungenen Erfolge; burch bie Originalität der Bauart (Heckmotor) ift ja her Stan- barb-Wagen befonbers interessant. Heberzeugenbs Bewährungsbeweise erbrachten her 1. ADAC.« Kleinstkraftfahrzeugwettbewerb, Runb um Schienen, Zuverlässigkeitsfahrt burch Württemberg, West« falen-Lippe-Fahrt. Gekrönt aber wird die Beweis« Me der Zuverlässigkeit unb Schnelligkeit her Stanbarb-Wagen baburch, daß ein Stanbarb-Wagen bie 2000-Kilometer-Fahrt trotz bes großen Durch- schnittstempos mit erheblichem Zeitvorsprung beendete. * V°n neuen Lastkraftwagen- Typen errangen die M a g i r u s - 1-Tonner auf dem Kleinstfahr« Aeugroettberoerb Anerkennung, Ruf und Silberme« baiüen. Wie selbst die Fahrtleitung zugab, waren bie an bie Klein-Nutzwagen gestellten Anforberun- ge,t überspannt. Unb dennoch wurden sie fast rett- los oon den Magirus-Lieserwagen erfüllt. Abschluß- Prüfung her Wagen ergab: „Allerbester Zustand!" NSU-ftafjrer führten die neuen >18 0- Modelle D 501 / OS, 351 / OS, 201 / OS und 175 ZD von S-ea zu Sieg. Dreitagefahrt, Reichsfahrt, Dftpreu- ßensahrt, 2000-Kilometer-Fahrt unb viele anbere Erfolge erhärteten ben Ruf von Leistung unb Pan- nenlosigkeit der NSU-Mrten. Erfreulich groß ist die Siegesliste von Vikto« ria, wobei es sich allerdings um verbesserte, nicht restlos neue Modelle handelt. Ebenso vermögen die Triumph-Werke durch stattliche Ersolgsliste ge- glückte Erprobung aller ihrer Modelle zu beweisen. Jüngstes Triumph-Erzeugnis ist bie Noris 200, deren Alltagsbewährung ihre Klasse bestätigt. BMW schuf neuen Sechszylinder, im Spätsommer auf den Markt gebracht, der NAG.-Voran- triebßmagen ist besonders auf mitteldeutschen Land- straßen wiederholt zu sehen, Maybach besitzt in seinem ZwölfAylindertyp „Zeppelin" den Klasse« wagen des anspruchsvollen Fahrers und im Sechs« Zylinder preisroerten Qualitätswagen, Citroen darf infolge 95prozentiger Verwendung deutschen Materials als deutsches Fabrikat angesprochen werden, dessen Typen viel erprobt sind, unb was her gleichfalls überroiegenb aus deutschem Material her« gestellte 4-PS-Typ „Ford - Baby" leistet, hat er jüngst auf den 72-Stunden-Fahrten bewiesen. »Type 21 e r o", her vor Jahresfrist in Hanbel gekommene Nieberbruck- (Heberballon-) Reifen hat sich durchgesetzt. Der Voll-Aero bagegen vermag nicht recht auhufommen, vornehmlich wohl, weil er konstruktive Aenberungen im Fahrgestellbau erfor- bert. Continental- Type 2lero war bas in deutschen Zuverlässigkeitsfahrten erfolgreichste Fa« brifat. Bei her 2000-Kilometer-Fahrt unb anheren Veranstaltungen würben auch auf Deka Type 2lero schöne Bewährungsbeweise erbracht. Kaum jemals konnte ein Sportjahr so sieghaft unb befriebigt beschlossen werben: Deutsche Kraft- fahrt erhielt freie Bahn. Deutsche Autos, Motorrä- her, Zubehör ... ob neue, ob schon früher eingeführte Arten — oielerprobt unb vielbewährt! Zug hat, wirb hier nicht barauf verzichten, ihn zu nutzen. Aber auch jeher anbere wirb so nahe wie nur irgenb möglich an bas Motiv Herangehen, schon wegen her erschwerten Scharfeinstellung. Das aber bebingt ein stärkeres Abblenden, oft bis in Grabe hinein, bie sonst ausscheiben. Es gehört Mut bazu, bis auf 18 ober noch mehr abzublenben. Unb hoch ist weiter nichts babei, wenn wir in Ruhe die entsprechend Belichtungszeit errechnen, bie oft bis zu einer halben Minute ober gar noch länger dauern wirb. An Walbränbern mit freiem Vor- gelänbe kommen wir natürlich mit viel weniger aus, hoch werben einige Sekunhen immer bas Minbcste fein. Denn wir bürfen uns nicht burch bie weißen, leuchtenben Stiele her Pilze etwa täuschen lassen. Auch her Walhbohen soll Zeichnung Haben, bamit bas Bilh einen Sinn unb Zusammenhang bekommt. Daß wir mit bem Apparat recht tief gehen müssen, ist selbstverstänblich. Denn wir wollen nicht nur bie Köpfe her Pilze von oben photographieren, fonbern wollen charakteristisch ihren Bau erfassen, wollen vielleicht auch sehen, ob es sich um einen Röhren- ober Lamellenpilz hanbelt, ob er eine Knolle ober sonstige Kennzeichen hat. Im freien Gelänbe wachsen Reizker, Champignons usw. Sie geben im bichten Grase nur selten rechte Silber. Doch sei bem roanbernben Photographen empfohlen, auf bie sogenannten H e x e n - unb (Elfenringe zu achten. Das finb rätselhafte Anorbnungen oon Pilzen her gleichen Sorte, bie genau kreisrunb um einen Baum ober Strauch, oft auch ohne sichtbaren Mittelpunkt sich gruppieren. Es ist selbstverstänblich, baß diese gar nicht seltene Erscheinung oft bie Gelegenheit zu guten unb auch naturkundlich interessanten Silbern.gibt. Technische Neuerungen im „Schaufenster der Weli.^ Einer der größten Eindrücke, die oon der Leipziger Herbstmesse, dem „Schaufenster der Welt", geblieben ist, läßt sich auf die Formel bringen, daß fick bem stark betonten Werte bes Gelbes entsprechend nur die solide, dem Leistungsprinzip entstammende Ware durchzusetzen vermag. Für das technische Gebiet gilt bas in allererster Linie, denn gerabe die technische Neuerung hat mehr denn eine andere auf der Messe ihre eigentliche Feuertaufe zu bestehen. Das zeigt prägnant der Kampf um die zweckmäßigste, wirtschaftlichste Beheizung und Warmwasferbssreitung, ein Kampf, der. wie Leipzig gelehrt hat, auch heute noch nicht ent- schieden ist. Die Hersteller oon Stand- und Wand- babeöfen haben sich auf bas Problem geworfen, mit vier, ja sogar mit nur zwei Braunkohlenbriketts ein Vollbab zu liefern, bamit stellt sich ein Bab auf nur noch vier Pfennig. Die neuzeitliche Warmwasserversorgung macht bas Erstaunliche wahr: für nur zehn Pfennig täglich bauernb Heißwasser von 60 bis 70 Grab Celsius zu liefern. Eine Berliner Firma stellte einen Schnellbabeofen aus, her mit einem für bie wärmere unb kältere Jahreszeit einstellbaren Rost versehen ift, so baß also im Sommer keine Heberhitzung bes Babewassers unb Raumes eintreten kann. Interessant war bie Beobachtung, wie stark jetzt schon im Frühstabium bes zivilen Luftschutzes hie Sicherungsbestrebungen bem Bauwesen ihren Stempel aufbrücken. Aus einer Reihe oon Bemerkenswertem bas Prägnanteste: bie gas- dichte Tür, bie sich, um eine vollkommene Ab- bichtung zu erreichen, eines febernben Metallstreifens bebient. Eine ähnliche Vorrichtung bezweckt bie Abbichtung gegen Schall, Zugluft unb Staub. Auch bie splitterfreie, hunbert Prozent Sicherheit ver- sprechenbe Tür fanb größtes Interesse. Dann her neueste Fortschritt her Glastechnik: Das Glas ist ben Kunstharzen hinsichtlich roeit- gehenber Biegefähigkeit unb mannigfachster Formgebung völlig ebenbürtig geworben. Eine Hartglas- fabrif unb Hartglasbiegerei bewies bas an Erzeugnissen, bie erstaunen ließen. Auf bem Gebiete bes Fensterbaues haben sich bie Verbunbfenster immer beherrschenber in ben Vorbergrunb gebrängt. Viel beachtet würben zwei aus nichtrostenbem Stahl gefertigte Fenster, förmliche Prunkerzeugnisse, bie als befonbere Neuerung einen typischen Kantenschliff am Glas aufwiesen. Daburch ist jetzt bie Anfertigung von Wenbeflügeln ohne ein festes Mittelstück erreicht worben. Auch für ben Bau von Schiebefenstern ist bie Neuerung von größter Bebeutung. In schier unübersehbarer Fülle haben sich wieher bie mannigfachsten Formen her nwbernen Haushaltsgeräte vorgestellt. Einen sehr breiten Raum beanspruchten wieher bie motor» unb hanh- bebienten Küchenapparate mit teilweise recht beachtlichen Verbesserungen. Auch bie Nähmaschine ringt tn biefem Zeitalter ftänbiger Fortschritte aufs neue nach Geltung. Von befonberem Interesse finb bie neuen Vorrichtungen, burch bie bas Nähen oon Kunstformen überaus erleichtert worben ist. Das fliegende Expreßgut. Die technische Entwicklung her anderen Verkehrs- mittel zwingt bie Reichsbahn, ihr Augenmerk nicht nur auf bie Schienenbahn, sondern auch auf ben Kraftwagen- und den Luftverkehr zu richten. Bekannt ist her seit langer Zeit bestehenbe sogenannte ivlei- unb Fleiper-Verkehr, bas heißt her Eisenbahn- Luft-Verkehr für Gepäck, Expreßgut unb Reisenbe teils auf der Schiene, teils in her Lust. Die Deutsche Reichsbahn unb bie Lufthansa waren für bie Ausgestaltung bieses Verkehrs führenb in Europa. Der bedauerliche Verkehrsrückgang hat leider auf manchen Strecken zum Ausfall schnellfahrender Züge geführt. Die Klagen her betroffenen Lanbes- teile haben ben Gebauten nahegelegt, sich kleinerer Einheiten zu bedienen, als bies bie jetzigen Züge finb. Da Triebwagen, bie hierzu besonders geeignet wären, noch in ungenügender Zahl vorhanden finb, würbe nach einer Mitteilung der Pressestelle her Deutschen Reichsbahn ein Versuch mit Flugzeugen erroogen. Die Verhanblungen her Reichsbahn und her Lsthansa hierüber sind in ben letzten Wochen abgeschlossen worben. Die Reichsbahn wirb zunächst versuchsweise einige Strecken, auf denen besonders viel Expreßgut beför« bert roirb, für ben Flugverkehr einrichten unb ihn her Lufthansa zum Betrieb übergeben. Hierfür wer« ben mehrmotorige Flugzeuge eingesetzt, beren Ge- jd)minbigfeit über bem Durchschnitt her heutigen Frachtslugzeuae liegt, unb von benen bie ersten Jllufter her Firma Dornier in Friebrichshafen in Auftrag gegeben worben finb. Damit ist bie Deutsche Reichsbahn bem Beispiel her englischen Great Western Railway gefolgt, bie fid) in biejem Frühjahr bem Flugverkehr zugewenbet hat, ;edoch den Betrieb gleichfalls nicht selbst durchführt, sondern die Betriebsfüyrung der großen eng- Ii[d)en Luftverkehrsgesellschaft Imperial Airways übertragen hat. Während in England die Fluglinien her Western Railway vorwiegend dem Reiseverkehr bienen, legt bie Deutsche Reichsbahn besonderen Wert auf die Einschaltung von Frachtlinien zur Beförderung von besonders eiligen Expreßgütern. In ben meisten Fällen werben biese Flug-Expreß- Strecken auch her Post Vorteile bringen; die Deutsche Reichspost hat deshalb bereits ihre Beachtung für diese Verkehrsart bekundet. Eine solche Nachtstrecke wird beispielsweise zwischen Berlin unb Königsberg eingerichtet werden, um ben Ausfall eines D-Zuges nach Königsberg auszugleichen, her der Königsberger Geschäftswelt die Berliner Post zur ersten Zustellung gebracht hatte. Wirtschaft. OerReichsbankstatus am30.September Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 3 0. September hat sich in der Ultimowoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 496,1 Mill, auf 3844,8 Mill. Mk. erhöht. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und -schecks um 334,9 Mill, auf 3289,2 Mill. Mk., die Bestände an Reichsschatzwechseln um 22,3 Mill, auf 30,1 Mill. Mk., die Lombardbestände um 138,4 Mill, auf 205,2 Mill. Mk. und die Effektenbestände um 0,5 Mill, auf 320,3 Mill. Mk. zugenommen. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 327,7 Mill. Mk. in den Verkehr ab- geflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichs- banknoten um 316,9 Mill, auf 3624,8 Mill. Mk, derjenige an Rentenbankscheinen um 10,8 Mill, auf 391,9 Mill. Mk. erhöht. Der Umlauf an Scheidemünzen nahm um 133,2 Mill, auf 1541,1 Mill. Mk. au. Die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen haben sich auf 17,1 Mill. Mk., diejenigen an Scheidemünzen unter Berücksichtigung von 0,1 Mill. Mk. wieder eingezogenen auf 135,2 Mill. Mk. ermäßigt. Die fremden Gelder zeigen mit 465,2 Mill. Mk. eine Zunahme um 57,3 Mill. Mark. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen haben sich um 5,3 Mill, auf 407,3 Mill. Mk. erhöht. 3m einzelnen haben die Goldbestände um 13,0 Mill, aus 367,2 Mill. Mk. zugenommen, die Bestände an deckungsfähigen Devisen dagegen um 7,7 Mill, auf 40,1 Mill. Mk. abgenommen. Die Deckung der Noten betrug am Ultimo 11,2 o. H. gegen 12,2 o. Sy am 23. September d. 3. Neue Znlandauftrage für die AEG. Die Geschäftsbelebung, die vor einigen Monaten lm Zusammenhang mit dem Arbeitsbeschaffungs- proaramm der Reichsregierung einsetzte und zu arößeren Auftragserteilungen an die AEG führte, hielt auch in letzter Zeit an. Auf dem Gebiete des Leitungsoaues konnte die AEG. Aufträge auf den Bau einer 5O-Kilowatt-Drehftromleitung in Thüringen, den Umbau einer Anzahl von Ortsnetzen in Schleswig-Holstein, sowie auf umfangreiche Bauten von 20-Kilowatt'Drehstromleitungen und Ortsnetzen in Oberschlesien hereinnehmen. Auch das Geschäft in öllosen (Druckgas- und Wasser-) Schaltern blieb weiterhin lebhaft. Auf diese modernsten Schalter, die die Hochspannungstechnik kennt, gingen Neubestellungen auch für größere Leistungen ein. Eine Belebung erfuhr ferner das Turbinengeschäft für 3nbqftrican(agen, wobei vor allem die Zuckerindustrie mit Aufträgen auf Dampfturbinen und Turbo-Generatoren hervortrat. Beachtenswerte Be- tellungcn erhielt die AEG. ferner auf Großtrans- ormatoren mit lafturnfchaltbaren Regeleinrichtungen. Die Aufträge wurden fast ausnahmslos gegen djärffte Konkurrenz und damit freilich auch zu sehr gedrückten Preisen hereingenommen. * * 7,5proz. rumänische Monopolanleihe do n 1 93 1. Die ständige Kommission zur Wahrung der 3nteressen deutscher Besitzer ausländischer Wertpapiere, Berlin, teilt im Einvernehmen mit den deutschen Emissionshäusern der 7,5 proz. rumänischen Monopolanleihe von 1931 mit: Das rumänische Monopolinstitut hat infolge des am 15. 8. 33 durch die rumänische Regierung erlassenen Transfermoratoriums den Emissionshäusern die für die Aufrechterhaltung des Zinsendienstes erforderliche Dotation nicht zur Verfügung gestellt. Der am 1. 10. d. 3- fällige Koupon der Anleihe kann daher nicht eingelöst werden. * Commerz- und Prioat-Bank AG., H a m b u r g - Be r l i n. 3n der Bilanzsitzung für das erste Halbjahr 1933 wurden die Ergebnisse als durchaus befriedigend bezeichnet. Der Wiederaufbau des laufenden Geschäfts habe gute Fortschritte gemacht. Don dem Arbeitsbeschafsungsprogramm der Reichsregierung erwartet die Verwaltung einen starken Auftrieb in allen Zweigen der Wirtschaft, der auch dem Bankgewerbe wieder neue Wege zu ersprießlicher Tätigkeit eröffnen werde. * Franksche Eisenwerke A G, Adolfs- Hütte Niederscheld (Kreis Dillenburg). Nach dein Geschäftsbericht der Franksche Eisenwerke AG., Adolsshütte Niederscheld (Kreis Dillenburg) waren die Absatzoerhältnisse im Geschäftsjahr 1932 noch ungünstiger als in den Vorjahren, beeinflußt durch die unsichere politische Lage und die Ausfuhr- erschwernisse. Durch die erzielte Erhöhung der Betriebsrentabilität konnte im Berichtsjahr trotzdem günstiger gearbeitet werden. Das laufende Oe- schäftsiahr weist wesentlich — bis zu 50 v. H. — gesteigerte Umsätze auf, so daß mit einem befriedigenden Ueberschuß gerechnet werden kann. Um alle Vermögenswerte und Anlagewerte grundlegend den Zeitverhältnissen anpassen zu können, hat sich die Gesellschaft entschlossen, die verfügbaren Reserven aufzulösen und eigene Aktien im Wege der Kapitalherabsetzung l. e. F. einzuziehen. Die Erfolgsrechnung gleicht sich aus, nach Abschreibungen und Sonderabschreibungen auf Anlagen in Höhe von 450800 Mk., anderen Abschreibungen von 999200 Mk. und unter Verwendung der Erträge aus der Einziehung von eigenen Aktien und Entnahmen aus dem Reservefonds. Wie man hört, ist es der Gesellschaft gelungen, recht erhebliche Aufträge aus dem 9n- und Ausland zu erhalten, so daß sie auch ihr still- liegendes Werk Nieverner-Hütte z. T. wieder in Betrieb nehmen konnte und auf ihren Hauptwerken Adolsshütte und Reddighäuser Hammer bei lag- und Nachtschicht voll beschäftigt ist. Die Zahl der Beschäftigten beträgt z. Z. rund 1300 Mann. Frankfurter Börse. Millagsbörse: sehr still. Frankfurt a. M., 3. Oft. Das Geschäft an der Effektenbörse war auch heute sehr still. Nicht nur die Kulisse verharrte angesichts der Ungewißheit über die Währungsoerhältnisse in USA. und im Hinblick auf die Weiterentwicklung der Genfer Verhandlung in ihrer Zurückhaltung, sondern auch das Publikum zeigte nach dem Ultimo noch kein nennenswertes Kaufinteresse. 3nfolge der außerordentlichen Geschäftsstille bröckelten die ersten Kurse daher überwiegend von 0,25 bis 0,75 o. H. ab; die Grundstimmung war indessen nicht unfreundlich, und nach den ersten Kursen zeigten sich Ansätze einer leichten Befestigung, die aber auch nur auf wenige Spezialpapiere beschränkt blieb. Am Montanmarkt waren Rheinstahl und Mannesmann mit je —1,13 v. H. stärker gedrückt. 3G. Farben eröffneten mit 115,50 0,50 v. H. niedrigcr.Rütgers- werke verloren 0,90 v. H. Elektroaktien tendierten uneinheitlich: Accumulatoren (—1 v. H.), andererseits Bekula (+ 0,50 v. H ), Schlickert (+1 v. H ). AEG. blieben zu 18,25 o. H. behauptet. Siemens konnten sich nach gut behauptetem Beginn (145) um 2,50 v. H. befestigen. Von sonstigen Werten eröffneten Zellstoff Waldhof 1 v. Sy, Reichsbank 0,50 v. Sy und L. Tietz 0,65 v. Sy schwächer. Daimler Motoren und Conti Gummi waren knapp gehalten. 3m Verlaufe ergaben sich nur noch unwesentliche Veränderungen, das Geschäft war minimal. 3G.-Farben streiften vorübergehend 116,25 d. Sy, schlossen aber wieder mit 115,50 o. Sy Siemens gaben 0,50 v. Sy nach, während L. Tietz 0,75 v. H. gewannen. (15,75 bis 16,50). Am Äaijomarft ist der weitere Rückgang der Großbankaktien um 1 v. Sy zu erwähnen, DD-Bank 43, Dresdner Bank 35,50, Commerzbank 41 v. Sy Der Rentenmarkt hatte ebenfalls nur kleines Geschäft. Deutsche Anleihen und Reichsschuldbuchforderungen eröffneten behauptet, später waren sie z. T. etwas hoher, Altbesitz 79,65 bis 79,40 bis 79,75, Neubesitz 11,20, späte Schuldbücher 82,50 bis 82,90. Stahloerein-Bonds unv. 60,50, Reichsbahn- 2321. 99,90 (—0,13 v. H ). Goldpfandbriefe lagen teilweise 0,25 v. Sy höher, Liquidationspfandbriefe uneinheitlich, Nass. Landesbank Wiesbaden 85,75 (+ 1,75 v. H ). Kommunal'Obligationen waren erneut um 0,50 bis 1 v. Sy fester, ferner waren Stadtanleihen gefragt und um 1 bis 2 v. H. hoher. Von Staatsanleihen 6 v. H. Hilferding 99,25 (98,40). Steuergutscheine von 1934, 1935 und 1936 zogen je 0,13 v. H. an, Durchschnittskurs 86,90 (gestern 86,80). Von fremden Werten blieben Schweiz. Anleihen gesucht und fest, dreiprozentige Bundesbahn (105, zuletzt 96 v. H.), 3 o. H Berner Staatsanleihe von 1895 121 (zuletzt am Samstag 110,50 v. H.). Abendbörfe: etwas freundlicher. Das Geschäft an der Abendbörse nahm infolge der allgemein herrschenden Zurückhaltung keinen nennenswerten Umfang an. Die Stimmung schien jedoch etwas freundlicher, von gewisser Anregung war hierbei der Ouartalsultimoäusweis der Reichsbank. 3G. Farben eröffneten 0,25 über Berliner Schluß und zogen im Verlauf weitere 0,25 v. Sy an, auf den übrigen Marktgebieten ergaben sich keine wesentlichen Veränderungen. Siemens lagen in Anpassung an den niedrigen Berliner Kurs 1,25 v. Sy schwächer. Am Rentenmarkt war das Geschäft ebenfalls klein. Neubesitz gewannen 10 Pf., späte Schuldbücher 0,13 v. H„ während Altbesitz nur knapp behauptet waren. 3ntereffe erhielt sich für Stadtanleihen, die meist 1 o. H. anzogen, sowie für Gold- und Liquidationspfandbriefe. Von Ausländern blieben Anatolier gefragt. 'Kinöcrmorff in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen standen 302 Stück Großvieh, 82 Fresser und 115 Kälber zum Verkauf. Auswärtige Käufer waren in geringer Zahl vertreten. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qual. 300 bis 360 Mark, 2. Qual. 160 bis 220 Mark.. 3. Qual. 100 bis 140 Mark; Schlachtkühe a) 120 bis 250 Mark, b) 40 bis 100 Mark; Rinder, Vi—'/«jährig 50 bis 100 Mark, '/«—2jährig 50 bis 140 Mark, tragend 150 bis 280 Mark, Kälber das Pfd. Lebendgewicht 20 bis 30 Pf. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Markt- verlaus: schleppend, geräumt Frankfurter Pferdemarkt. Frankfurt a. M., 3. Oft. Der Markt war gut besucht, und wenn auch der Handel zunächst schleppend einsetzte, entwickelte sich das Geschäft im Lause des Vormittags sehr zufriedenstellend. Volljährige, mittelschwere Arbeitspferde waren gefragt und zogen im Preise kräftig an. Bei der Berstet- gerung einer Anzahl Hengste durch das Landgestüt wurden ebenfalls angemeffene Preise (600 bis 900 Mark) erzielt. Schlachtpferde waren knapp und wurden zwischen 24 und 28 Mark je 50 kg ge- handelt. Der nächste Pferdemarkt findet am 4. Dezember statt. Mainzer Lchlachtviehmarkt. Mainz, 3. Okt. Auftrieb: 15 Ochsen, 8 Bullen, 376 Kühe ober Färsen, 280 Kälber. Marktverlauf: Großvieh mäßig belebt, langsam geräumt. Kälber ruhig, ausoerkauft. Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochsen al) 30—34, b) 23 bis 26; Bullen c) 23—27; Kühe a) 23—27, b) 20 bis 22, c) 14—17; Färsen a) 30—34, Kälber c) 32 bis 36, d) 30—32. Mannheimer Grotz-Viehmartt. Mannheim, 3. Okt. Auftrieb: 148 Ochsen, 171 Bullen, 246 Kühe, 322 Färsen, 614 Kälber, 61 Schafe, 2377 Schweine, 4 Ziegen. Es notierten: Ochsen, junge vollst, ausg. 29—31, ältere 25—28, sonstige vollst. 23—25. Bullen, jüngere vollst. 26 bis 29, sonstige vollst. 24—26, fleischige 21—24. Kühe, jüngere vollst. 23—26, sonst, vollst. 18—21, fleischige 16—18, gering genährte 11—15. Färsen, vollst, ausgemäft. 30—32, oollfleischige 26—29, slei- schige 23—26. Kälber, Doppellender 42—45, beste Mast- und Saugkälber 36—40, mittlere do. 32—35, geringe Kälber 26—30. Schafe, beste Masst., Weide- mast, 21—27. Schweine, Fettschw. über 300 Pfd. 54—56, vollst. 240—300 Pfd. 52—54, do. 200 bis 240 Pfd. 51—54, do. 160—200 Pfd. 48—52. Kölner Gctreidemarkt. Köln, 3. Okt. Weizen, rhein. 76 kg, 19 Mark, Preis für Landwirte; Weizen, rhein. 76 kg, 19,50, Handelspreis; Weizen, aus!., 23,25 bis 24,50; Rhein. Roggen, 72 kg, 15,50, Preis für Landwirte, dto. 72 kg 16,10, Handelspreis; Hafer, hiesiger, 14,25 bis 14,50; Wintergerste, inländ. neu, 16,75 bis 17,24; Sommergerste, inländ., 17,25 bis 18; Mais, grober, 18,50; Mais, kleiner, 19,25; Weizenmehl, 0,79 Afchegehalt, 26; Rhein. Weizenbäckermehl, 0,79 dto. (mit Auslandsweizen) 27; dto. öto. 0,405 dto. 32; Roggenmehl, 70proz. inländ. 0,82 dto. 23,25; Roggenschrot, inländ., 18,50 bis 19,25; Weizenkleie (brutto mit Sack) 9,50 bis 10,50; Roggenkleie (brutto mit Sack) 8,50 bis 8,75; Leinkuchenmehl, 38proz. (brutto mit Sack) 16,85 bisl7; Erdnußkuchenmehl, 50proz. (brutto mit Sack) 16 bis Willst Ou die Wirtschastsnoi beheben, Mußt Ou durch Kaufen Arbeit geben. 16,25; Erdnußkuchenmehl, 54proz. (brutto mit Sack) 16,40 bis 16,60; Soyaschrot (extrahiert) 46proz. (brutto mit Sack) 14,75 bis 15,25; Rapskuchen, 38proz. 12,75; Palmkuchen, lose, 21proz. 15 bis 15,25; Zuckerschnitzel, lose 10,10 bis 10,50; Rohmelasse 7,25 bis 7,75; Wiesenheu, inlnd., lose, neu 5,70 bis 6,10; Rotkleeheu, inländ., lose, neu 6,40 bis 6,80; Luzernekleeheu, lose 6,90 bis 7,20; Roggenstroh, gepreßt (ab rhein. Station) 1 bis 1,10; Weizenstroh, gepreßt (ab rhein. Station) 0,W bis 1> Haferstroh, gepreßt (ab rhein. Station) n/»0 bis 1 Mark. Stimmungsbericht: Die Handelspreise für Weizen und Roggen sind Uebergangspreise, da sich das Geschäft auf Grund der Festpreise noch nicht entwickelt hat. Die Umsätze in Brotgetreide waren klein, auch im übrigen war bas Geschäft nicht groß. Kölner Buttcrmarkt. Köln, 3. Okt. Deutsche Markenbutter 133 bis 136 Reichsmark (Großeinkaufspreise für 100 Pfund, ab Versandstation einschl. Faß), Deutsche Molkereibutter, I. Sorte 132 RM., II. Sorte 127 RM. Tendenz: unverändert. Neues für den Büchertisch. — Maurice Pal6vlvgue: Alexandra Fevdorvwna. Der Roman der letzten Zarin. 159 Seiten. Universitas Deutsche Verlags-Aktien- Gesellschaft, Berlin. —(269)—Balsvlogue, der durch eine Reihe von Romanen, geschichtliche und kunsthistorische Arbeiten literarisch bekannt geworden ist, war von 1913 bis 1917 französischer Botschafter in Petersburg. Seine Erinnerungen an diese Zeit erschienen von einigen Jahren deutsch unter dem Titel „Am Zarenhof während des Weltkrieges". Das vorliegende Buch enthält eine großenteils auf persönlichen Eindrücken beruhende Schilderung des Lebens der letzten Zarin, Alexandra Feodorowna, die 1872 als hessische Prinzessin in Darmstadt geboren wurde und im Sommer 1918 inIekaterinburg mit ihrer ganzen Familie ein furchtbares Ende fand. — Das klingende Herz. Von Rudolf Z i 1 • f e n s. Ganzl. 4,80, (art. 3,50 Mk. Verlag Will). Gottl. Korn, Breslau 1. — (299) — Der Verfasser schreibt über sich und sein Buch Folgendes: Ich bin nie Politiker gewesen, und erst recht war ich niemals Parteipolitiker. Wenn ich in die Politik ging, wenn ich in die NSDAP, eintrat, so tat ich es nur in der felsenfesten Ueberzeugung, daß es die Mission der Partei sein wird, das Parteiwesen für immer zu zerschlagen und unser Vaterland vor dem Untergang zu retten. Ich ging in die Poltik, weil damals, in den schweren Kampfjahren, jeder gebraucht wurde, der kam — deshalb allein kam ichl Ich kam, obwohl ich den Kopf voller dichterischer Pläne hatte, und obwohl ich wußte, daß alle diese Pläne vertrocknen und verderben mußten, wenn ich sie zurückstellte. Ich konnte einfach nicht wie ein Literat handeln, der sich schöngeistig verzettelte, während deutsche Freiheitskämpfer in den Saalschlachten bluteten. Dafür war ich zu sehr Soldat und Kamerad. Zuerst das föater- land! Dann erst das Einzelschicksal! Heute erkenne ich, daß mein Instinkt mich richtig führte, denn mein künstlerischer Wille wurde in dem fünfjährigen täglichen Kampf nicht zerstört, sondern hart gebrannt" und geläutert wie Eisen im Feuer. Jetzt hat Hitler die Macht, und ich bin also wieder frei. Jetzt darf ich an mich selbst denken, an das, was in mir lebt. Jetzt darf ich dichten. So entstand „Das klingende Herz". — 103 Gedichte von Joachim Ringelnatz. Preis: 1,50 Mark. 1933, Rowohlt, Berlin. — (278) — Dieses blaue Bändchen hat sich Ringelnatz selber zu feinem 50. Geburtstage geschenkt. Es ist der Filmschauspielerin Asta Nielsen gewidmet; warum es ausgerechnet 103 Gedichte enthält, weiß kein Mensch, aber es ist wohl in seiner Gesamtheit die Essenz dessen, was Ringelnatz, Matrose, Turnet und Flugzeugfahrer in einer Person, so bisher geschrieben hat. Er hat sich nicht geändert: er ergötzt sich noch immer am barocken Einfall, er liebt noch immer die ruppigen Gesänge der rauhen Seefahrer, er besingt seine Schuhsohlen und seinen verlorenen Handschuh, die Badewanne und den Zigarettenrauch und den Frühling hinter Nauheim. Er wird, für die echte Lyrik, immer ein Außenseiter bleiben, schwankend zwischen dem grotesken Witz Christian Morgensterns und der primitivsten Alltäglichkeit. Nur selten gelingt oder genügt ihm ein wirkliches kleines lyrisches Werk aus einem ernsten, einfachen und unverfälschten Gefühl heraus. Aber solchen Ehrgeiz entsprangen ja auch weder diese 103 noch seine übrigen Gedichte und Geschichten. — Werner Scheff: (Ein Windhund von Mann. Verlag Ullstein, Berlin. Preis drosch. 2,80 Mark, Ganzleinen 4,00 Mark. — (147) Ein modernes Märchen für junge Leute, ein unterhaltsamer Roman, reich an Überraschungen und wert einiger Stunden der Aufmerksamkeit. — Der Nußbaumer. Eine Novelle von Fanny Wibmer-Pedit. 64 Seiten Text und vier Bilder in Kupfertiefdruck. Geschenkband 2,— Mark. Verlag Josef Müller, München 13. — (7.) — Die Blutrache. Eine Novelle von Anna R i ch 1 i. 64 Seiten Text. Geschenkband 2,— Mk. Verlag Josef Müller, München 13. — (8.) — — Ludwig Bauer: Welt im Sturz. Verlag L. P. Tal & Co., Wien VII. — (496) — Das phantasieoolle Buch wird jenen, denen es Bedürfnis ist, die Umriffe der Zukunft wenigstens za ahnen, eine Gedcmkenftütze sein. — So tarn der Krieg! Eine wahrheitsgemäße Darstellung der Ursachen des Weltkrieges. Von Waldemar John. Mit 6 Zeichnungen und 2 Karten. 52 Seiten. Preis 30 Pf. Verlagsbuchhandlung Fr. Zillesfen (Heinrich Beenken), Berlin^ - (514). — Der Vertrag von Versailles. Die Grundursache der deutschen Not. Mit 19 Zeichnungen und Karten. 48 Seiten. Ausgabe für Volk und Tugend. Preis 30 Pf. Heinrich Beenken, Verlag, Berlin. — (515). Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. Sy, Lombardzinsfuß 5 o. Sy Zrankturi a. Dl Berlin Schluß- kur« Schlußk. Ulbtnb- bSrse Schluß für« Schlußk. Mittag- bSrse Datum 2.10. 1 3.10. 2-10- 3-10- •% S'eutiöc 9teid)3ankU)e v. 1927 •% eäcm.7% T,. fllcldieanl. v. 1929 6ii% Boung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl-Ablos.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............. 85 9).4 «5,5 79,5 11,15 81 82,5 85 74 84 84 85 86,5 85,5 85,5 86,8 10.9 0,75 4,3 5,13 4 5,5 5 85.25 99,25 85,9 79,9 11,25 81 82,5 85 73,65 84,25 84,25 85 87 85,5 85 86,9 11 0,70 3,65 5,5 5,05 5 85,5 98 85,75 79,65 11,1 82 82 73,65 85,5 85 86,8 10,75 0,70 4,65 4,9 3,9 5 5 86 99 85,9 80 11,15 82 73,75 85 86,9 11 0,70 4,5 4,4 3,75 5,5 5 5 Dclgl. ohne Auoios.-Rechte...... 6% cl)cm.8% Heil, «oltoflaat 1929 (rückjahlb. 102%)............ 6% Hvft. Landesbank Darmstadt (Sold >H. 12........... Hell. Landes-Hypothekenbank Darmstadt tilaui......... Oberheften Provinz-Anleih« mit Auolos.-Rechten ............. Deutsche komm. Sammolabl. An. leibe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 6% ebem. 8% Franks. Hyp.-Bank »olbple. 15 unkündbar bie 1935 <% ehern. 7% Franks. Hyp.-Vank giotdpse. 16 unkündbar bl< 1936 6^1% ehem. 4Vi% yranks. Hyp.- Bank-Llqu^Psandbriese....... 6y.% ehem. *Vt»/o Rheinische Hyp.-Bank-Llgu.-Boldpse..... 6% ebem. 8% Pr. Lande»psand- vrielanslalt, Psandbriele R. 19 •% ebem. 7% Pr. LandeSpsand- brtclanftalt, Psandbriele R. 10 Eteuergutlch. BerrechnunaSkur».. 4% Oesterreichlsche Eoldrentr.... 4,20% Oesterrcichftche EUderrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910, 4Vt% deSgl. von 1913.......... 6% abgcst. Goldmexikaner von 99 4% Dürkilche flollanlribe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe ^ranflurt a. Dl. Berlin Schluß« für« Schluß!. Abend- Vörie Schluß- tur< Schlußk. mittag- bSr'c Datum 2-10. 3.10. 2.10. 3-10. 4% de»gl. Serie II ........ 4,95 5.05 — — 6% Rumün. vereint,. Rente v. 1903 2,8 2.8 2,85 _ 4^%Ruman.vereinh.Rentev.!913 4.5 4.5 4.3 4,2 4% Rumänische verein!,. Rente .. 2,55 2,5 2,55 2,4 2 V*% Anatolier .............. 23,9 26 24,75 25,75 Hamdurg-Amerika-Paket ..... 0 Hamburg-Südam. Dampsschfts. 0 10,5 10,25 10,25 22,5 10,25 22,5 Hansa-Dampss.iiiss........... o — — 20 19,75 Norddeutscher Lloyd .........0 11,25 11,25 11,25 11,25 A.Ä. sür Berkebrowesen Akt. .. 0 40 40 40 40 Berliner Handrlsgclrlftchast ... 4 84,5 84,5 84,5 Commerz- und Prioat-Bank ... 0 42 41 41 Deutsche Bank und Dutconto- Gesellschaft................0 44 43 _ 43 Dresdner Pank.............. 0 36 35,5 — 35.5 Reichsbank ................ 12 141 141 141,4 141 «.«.«......................0 Bekula.....................0 18,25 113,75 18 114 18,5 113.9 17,9 113.75 Siektr. LieferungSgrsellschast... 6 71 71 70.65 70,25 Licht und fliaft ............. 6 89 88 88.5 88,5 Retten & Guilleaume......... 0 Gcselftch.s.EIekrr.Unternehmung. 6 42 42 42,25 41,5 72,5 72 70 Rheinische Slektchiiät ........ 6 77,5 — 77,5 79 «chuckenLLo............... 6 89 90 89.75 88.5 Siemen« S Halske............ 7 145,75 145,25 145.75 LabmeyerLLo............. 10 112,65 — 112 113 Bubern« ...................0 65,5 M.5 65,65 65 Deutsche Erdöl...... 4 96.5 95,5 95.9 95 Gelsenkirchener..............0 46,9 46,5 47 46.25 Harvener...................0 81 80,75 81,25 80,5 Hvel» Eisen—Löln-Neuessen .. o — — 54,75 53.5 Ilse Bergbau ............... 6 alle Bergbau Senüfte........ 6 Rlötfnetroede ...............0 i'lannci'mann-SC&tni........0 —- — —— 94,75 93.5 93 93 53 53 53,75 52,75 52 50,5 52,25 51 Krantluri a. 2)1. Berlin Schlußkur« Schluß!. Abend- dörse Schluß» tu» Schlußk. ninag« bSrse Datum 2.10. 3.10. 2-10. 3.10. ManSselder Bergbau......... 0 23,5 22,5 23,75 22.65 Kokowerke .................. 0 — - 68.5 67,75 Phoni; Bergbau............. 0 33.25 32,5 32,75 32,13 Rheinische Braunkohlen ..... 10 188 188 188 185.25 Rheinstahl .................. 0 73.65 73,25 72.9 73,25 Bereinigte Stahlwerke........ 0 32,5 32,13 32,5 31,75 Ctaoi Plinen ............... 0 11.25 11 11.13 11,13 fialirocrtc Aschersleben........ 6 111 — 113 112,25 Kaliwerke Westeregeln........ 6 112 112 111,25 112,5 Kaliwerke Ealzdetsurth.....iyt - 162 162,5 I. ®. Yarben-Industrie....... 7 115,75 115,75 116 115,25 Scheideanstalt............... 9 170 170 —» — Violdschmidt ................ 0 40,13 40 40 40.13 RütgcrSwerke ............... 0 4/ 46,5 47,25 46.65 Metallgesvllschast............. 0 52 52 — 52,4 Philipp Holjmann........... 0 56 56,5 56 56,25 Zementwerk Heidelberg ...... Zementwerk Karlstadt......... 0 73 72,5 0 EchultheU Payenhofer ....... 0 — — 90,75 90,75 Aku sAllgemeine Kunstseide) .. 0 29 29 29,13 29.25 Bemberg................... 0 40 39,5 41 39,5 Zellstoff Waldbos ............ 0 33 32 32,5 31,5 Zellstoff Aschassenburg ....... 0 19 19 19.13 20 Dessauer Q>a4 ............... 7 — 97,65 96,5 Daimler Motoren............ 0 24,5 24,4 24,75 24,5 Deutsche Linoleum........... 0 39,9 39,25 39.75 39,5 Crenftcm & Koppel.......... 0 27,5 27,75 Leonhard Tietz .............. 0 16,4 16,5 16,13 17,25 Edade...................... 10 161,5 159.5 161,5 158 Aceu mutaioren-Fabrik........ 0 158 157 158.5 157 Lonti-Oummi............... 0 133,13 133 133,25 133 Sritzner.................... Matnkraftwerke Höchst a,DL... 0 15,5 - 15,75 54 55 - Süddeutscher fludet ......... 8 157,76 157,75 157,25 - Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 2-Oktober 3.Oktober Amtliche »eld Notierung Dne’ Amtliche Notierung «eld | »rief Helsingsor».. 5,724 5,736 5.694 5,706 Wien....... 48,05 48.15 48.05 48.15 Prag....... 12.42 12,44 12,425 12,445 Budapest ... — Sofia...... 3,047 3,053 3.047 3,053 Holland .... 168,98 169.32 169,43 169.77 Lelo....... 65,13 65.27 64,64 64.76 Kopenhagen. 57,89 58,01 57,44 57.56 Stockholm... 66,83 66.97 66.33 66.47 London ..... 12,96 13,00 12.86 12.90 Buenos Aires 0,963 0.967 0,963 0,967 Neuyork.... 2,712 2,718 2,682 2.688 Brüssel..... 58,39 58,51 58,54 58.66 Italien..... 22,02 22.06 22,02 22.06 Pari»...... 16,395 16,435 16,42 16,46 Schwei, .... 81,15 81.31 81,42 81,58 Spanien.... 35,01 35.09 35,01 35.09 Danzig..... 81,62 81.78 81,62 81 .78 Japan ...... 0.769 0.771 0,764 0.766 Rio de Ian. . 0,230 0.232 0,229 0,231 Jugoslawien. 5.295 5.305 5.295 5.305 Lmadon.... 12,68 12,70 Vanknoten. 12,68 12,70 Berlin, Z. Oktober «eld »riet Amerikanische Roten.............. 2.635 2,655 Belgische Roten.................. 58,38 58,62 Dänische Roten ................. 57,19 57.41 lknglische Roten ................. 12,62 12.88 Iranjoftsche Roten............... 16,38 16 44 169 Öi $talienlld’e Roten................ 21,90 21 qfl Norwegische Roten .............. 64.47 64.73 Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Roten............... — __ Schwedische Roten............... 66 17 Schweizer Roten................. 81 24 Spanische Roten................. 34 88 Ungarische Note» ...............