nerle t« ,Ä»Ä.’5 •^erid,Q™n b|ehp,ni W inrrmQn i ii L Qlt,9en ÜRnfLn- .^er J punklei, b° ?"d°r. bin “n die ®ro’A ®irb 3rt vor aller sm ,Jeutfd)er ’ Iertlin9en ft «ä, aller fi .(h*nben -""-ELtz ta. Mbt Nr. 180 Lrftes Blatt 185. Jahrgang Aeitag, 4. August 1033 Lricheini lügllch,autz« Sonntags und Feierlag» Beilagen: Die Illustriert» Gießener Familienblätler Heimat >m Bild Die Scholl» Monat» Sezagrpretr. Mit 4 ‘Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustriert» . 1.80 Zustellgebühr . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Üernsprechanschlüste unter Sammtlnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten. Postscheckkonto: Sranffurt am Blain 11686. MtzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Dmd und Verlag: Vrühl'fche Universttälr-Vuch- und Steinöniderei R. Lange in Stehen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzoorschrist 20°, mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein undfür denAn- zeigenteil i. D. TH.Kümmel sämtlich in Gießen. Die Äeichsregierung gegen Beunruhigung der Wirtschaft Die Richtlinien über die Vergebung öffentlicher Auftrage Zunehmende Belebung der Wirtschaft. Japan und Amerika Llm die Vorherrschaft im Stillen Ozean. V L Berlin, 3. Aug. (ÖIB.) Das Institut für Konjunkturforschung stellt in seinem Wochenbericht fest, daß sich mit der Belebung von Produktion und Umsätzen auch eine allmähliche Entspannung auf der Geldseite der wirtschaft anbahnt. Die Zahlungseinstellungen in der deutschen Volkswirtschaft sind in den letzten Blanaten auf einen T i e s st a n d gesunken, wie er feit vielen Jahren nicht mehr erreicht worden ist. Die wirtschaft ist aus dem Stadium des akuten Zusammenbruchs in ein Sta- dium eingetreten, in dem es möglich geworden ist, die notwendige Bereinigung der finanziellen Schwierigkeiten mit milderen Mitteln in Angriff zu nehmen, als bisher. Auf den Kreditmärkten fetzt sich die Entspannung nur zögernd durch, jedoch wird dieser Mangel fürs erste durch die Finanzierung der Arbeitsbeschaffung mit Hilfe des Reichs auf entscheidenden Gebieten überbrückt. Die durchgreifenden Maßnahmen, die von der Reichsregierung auf den verschiedenen Gebieten getroffen worden sind, ermöglichten der Jndustriewirtfchaft eine E r - Höhung von Produktion und Beschäftigung schon zu einem Zeitpunkt, in dem bei ungehindertem Auspendeln der depressiven Kräfte wahrscheinlich an eine Zunahme der volkswirtschaftlichen Gütererzeugung noch nicht zu denken gewesen wäre. Washington, 3. Aug. (TU.) Das amerikanische Marineministerium hat den Bau von 37 neuen Kriegsschiffen in Auftrag gegeben. 21 Kriegsschiffe im werte von rund 130 Millionen Dollars werden von Privatwerften gebaut, während die Regierungswerften den Bau oon 16 Kriegsschiffen übernommen haben. Der Bauauftrag des Marineministeriums umfaßt zwei Flugzeug-Mutter- fchiffe, fünf Kreuzer, 24 Zerstörer, vier Unterseeboote und zwei Kanonenboote. Amtlich wird erklärt, daß das große Flottenneubauprogramm eine unmittelbare Folge der A n - kündigung Japans fei, neue Kriegsschiffe auf Stapel zu legen. f ■ r y- jlotienw ! flnt ■Berlin, 3. Aug. (WTB.) Das Reichs- k a b i n e 11 hat in seiner letzten Sitzung vom 14. Juli 1933 folgende 'Richtlinien über d i e Vergebung öffentlicher Aufträge beschlossen: Grundsätzlich haben über die Vergebung von öffentlichen Aufträgen bei Reich, Ländern und Gemeinden ausschließlich die verantwortlichen amtlichen Organe nach Maßgabe der für die Vergebung öffentlicher Aufträge geltenden behördlichen Bestimmungen zu entscheiden. Die häufig eigennützigen Motiven -entspringende Einwirkung anderer Personen und Organe darf unter keinen -Umständen geduldet werden. Dem „Kampf- Lund für den gewerblichen Mittelstand" wird Nie Einwirkung auf die Vergebung öffentlicher Aufträge von Reich, Ländern und Gemeinden untersagt. «1,19 34-83 II. Die Tatsache, daß in einem deutschen Betrieb ausländisches Kapital arbeitet, kann mit Rücksicht auf die wirtschaftspolitische Gesamtlage Deutschlands und auf den Umfang des in der Deutschen gewerblichen Wirtschaft angelegten ausländischen Kapitals, sowie im Hinblick auf die umfangreichen deutschen Kapitalinvestitionen im Auslande und die damit verbundene Gefahr von Olergeltungsmahnahmen keine Veranlas- fu n g geben, eine solche Firma von öffentlichen Rufträgen auszuschließen. Es besteht im Gegenteil alle Veranlassung, dafür zu sorgen, -daß das seriöse Anlage suchende ausländische Kapital das Vertrauen in die Sicherheit der deutschen Wirtschaft und die Rechtssicherheit im neuen Staat behält. Eine grundsätzliche Richtberücksichtigung deutscher Firmen mit Auslandkapital, die im übrigen deutsche Arbeiter und Angestellte beschäftigen, deutsche Maschinen benutzen usw., wurde letzten Endes auch zahlreiche Volksgenossen brotlos machen. beitsdienstwilligen erklärt sich daraus, daß der größte Teil der dafür in Frage kommenden Arbeiten vorbereitenden Charakter hat und infolgedessen unter Meliorationen und Verkehr erfaßt wird- 3m übrigen zeigt die graphische Darstellung an der Zahl der Beschäftigten die von Monat zu Monat ansteigende Kurve des Einsatzes des Arbeitsdienstes in volkswirtschaftlich wertvollen Arbeiten. DieWahrheit kommt zurGeltung. Englische Studenten über ihre Erfahrungen in Deutschland. L o n d o n, 4. Aug. (WTB. Funkjpruch.) Der Führer einer Gruppe von 86 Londoner Etüden- ten, die soeben von einer „äußerst genußreichen Ferienfahrt nach Deutschland" zurückgekehrt lind, spricht in einem Brief an die „Times" t i e f ft e s Bedauern darüber aus, daß es noch immer Engländer gebe, die sich durch falsche Pressemeldungen von Bergnügungsreisen nach Deutschland abhalten ließen. Der Einsender stellt fest, daß er und seine Studenten, unter denen sich zwei Juden befanden, überall mit größter Herzlichkeit ausgenommen worden sind, und daß die Reisegesellschaft während der zwei Wochen, die sie in Berlin und Freienwalde a. d. Oder verbrachte, niemals Anlaß zur Unruhe gehabt habe. Der Brief schließt: „Engländer, die einen Ferienaufenthalt in Deutschland erwägen, dürfen sich darauf verlassen, daß sie sehr freundliche Aufnahme finden, und daß die Behörden alles tun werden, um für ihr Wohlbefinden und ihre Sicherheit zu sorgen." Zu II. In der deutschen Wirtschaft arbeiten — eine Tatsache, die vorläufig nicht zu ändern ist — Z. Z. noch viele Milliarden ausländischen Kapital, teils in Form verantwortlicher Beteiligungen (Aktienbesitz usw.) teils in Form von lang’ und kurzfristigem Leihkapital. Ob eine deutsche Firma mit ausländischemLeihkapital arbeitet, ist in der Regel schwer zu ermitteln, um so mehr, als die Ver- hältnisse sich hier dauernd ändern. Am leichtesten feststellbar ist die Tatsache verantwortlicher aus-- ländischer Kapitalbeteiligung durch Aktienbesitz und bergl. Gerade diese Form der Kapitalbeteiligung ist aber die volkswirtschaftlich er- träglidjere, weil der ausländische Aktionär in ganz besonderem Maße mit der deutschen Wirtschaft schicksalsverbunden ist: In Notzeiten bekommt er keine Dividende und muß sich darüber hinaus auch mit Kapitalverlusten (Zusammenlegung des Aktienkapitals usw.) abfinden, während an die ausländischen Darlehensgeber in der Regel ohne Rücksicht auf die Lage des Schuldners die Zinsen usw. zu leisten sind. Ferner muß im Auge behalten werden, daß auch nicht unerhebliche deutsche Kapitalien im Auslande angelegt sind. Man denke nur an die sehr wertvollen Investitionen der Seeschiffahrt und die zahlreichen deutschen Tochtergesellschaften im Auslande. Es liegt im Interesse der deutschen Volksgemeinfcbaft zu Vergeltungsmaßnahmen des Auslandes keinen Anlaß zu geben. Zu III. 3m 3ntereffc der unbedingt erforderlichen Stabilisierung der Wirtschaftsver- hältnisse muh sichergestellt werden, daß die Befolgung des selbstverständlichen Grundsatzes der Bevorzugung deutsch stämmiger Firmen bei gleichwertigen Angeboten nicht dazu führt, daß die Beschaffungsstellen durch ,164 5,95 2,4? 1,04? >9,58 10,13 62,34 71-93 13,94 0,928 3,147 58,56 22,13 16-43 81,94 34,96 81,62 0,859 0,2»4 5,195 12.69 Die (Japaner, denen schon verschiedene 3rr- tümer über ihre weltpolitische Bedeutung unterlaufen sind, halten den Augenblick für gegeben, um im Stillen O^ean Flottenmanöver durchzuführen, die angesichts der dabei beteiligten Streitkräfte unzweifelhaft als m a ch t p o l i - tische D em onst rat i on -gegenüber Einmischungsversuchen der Amerikaner im ost- asiatischen Raume bezeichnet werden müssen. Richt weniger als 1 5 0 Kriegsschiffe und zahlreiche Flugzeuggeschwader nehmen daran teil. Aber nicht nur die Anzahl der Schiffe, auch die Dauer der Manöver unterstreicht ihre wesentlich politische Bedeutung, denn sie Die Berechtigung zu einer besonderen B e - rücksichtigung ortsansässiger Unternehmer kann nur ' insoweit anerkannt werden, ais sie sich im Rahmen der Bestimmungen der Ver- b-ngungsortmung für Bauleistungen (Teil A §26, 3) bewegt. Hiernach sollen bei annähernd gleich- wert', aen Angeboten im allgemeinen ein- hieimische Angebote vor auswärtigen d-evorzugt werden, sowie unter einheimischen jsne, die am Ort der Leistung, oder in dessen Nähe dm Auftrag im eigenen Betrieb aus- fit) r e ,n und hauptsächlich ortsansässige Arbeiter beschäftigen. Dagegen würde ein gründ süßlicher Ausschluß auswärtiger Bieter, oder aber ihre Nichtberücksichtigung tMtz offensichtlich günstiger Angebote gesamtwirtschaftlich äußer st ungünstige Wirkungen h.cben. Regionale Abgrenzungen, die die Einheitlichkeit des deutschen Wirtschaftsgebietes aufheben. das eine reibungslose Durchführung der gewaltigen Veranstaltung garantiert. Um 18 Uhr empfing der Reichskanzler den Staats- fefretär des Reichswirtschaftsministeriums Dr. F e - der zur Besprechung aktueller Wirtschaftsfragen. fieber 250000 Arbeitsdienst- freiwillige. Berlin, 3. Aug. (WTB.l 252 357 Arbeitswillige führten am 30 3uni in Deutschland Schaufel und Hacke. Angeseht waren sie in 4717 verschiedenen Maßnahmen, die bis auf einen ganz geringen Prozentsatz von geschlossenen Lagern durchgcführt werden. Die graphische Darstellung zeigt, wie sich die Beschäftigten auf die verschiedenen Arbeitsarten verteilen. Der ständig wachsende Einsatz des Arbeitsdienstes auf. dem Gebiete der Kultivierungsarbeiten und Meliorationen erfordert die größte Zahl von Beschäftigten. Den Verkehr erschließenden Arbeitsaufgaben mit ihrem Kleinwegebau und Dorbereitungsarbeiten für die Anlage von Straßen steht die zweitgrößte Zahl von Beschäftigten zur Verfügung. An dritter Stelle folgt das Aufgabengebiet der Forstwirtschaft, dann die Siedlung. Die niedrige Zahl der bei Siedlungsarbeiten angesehten Ar- I Ü Es geht aufwärts! 47,05 12.44 3,053 169,92 70,2 62,46 72.0? 3,98 0,93 3,153. ä,68 22-1.1 16,4 81,40 35.0*. 81J8 0,861 0,24 5,20 12,” 'M 58,48 61, 13,88 16.« 169.2 , ,9- 69-81 III. Was die Behandlung der Firmen anlangt, deren Inhaber oder an der Geschäftsführung maßgebend beteiligte Personen nicht arischer Abstammung sind, so ist an sich nach dem Grundsatz z u verfahren, daß bei gleichwertigen A n - geboten deutsch ft ämmige Firmen z u bevorzugen sind. Es wird in das pflichtgemäße Srmcffen der amtlichen Vergebungsstellen gelegt, hier die unter den jeweils gegebenen Verhältnissen sachlich richtige Entscheidung zu treffen, wobei unter bcn zur Zeit noch bestehenden wirtschaftlichen fBer« friltniffen die Rücksicht auf die Lösung des im Vor- l» ergründ aller Ueberlegungen stehenden SIrbeits« .'Hofenproblems allen anderen Ueberlegungen worangehen muß. Es wird als selbstverständlich vorausgesetzt, daß jede an öffentlichen Aufträgen beteiligte Firma und ihre Inhaber in ihrer Tätigkeit dm grundlegenden Forderungen der brutschen Staats- und Wirtschaftspolitik in v o l - 4 l fm Umfange Rechnung tragen müssen. Im übrigen sollen die Beschaffungsstellen sich jeder Schnüffelei enthalten; es muß unter allen Umständen vermieden werden, daß sie o ine besonderen Anlaß etwa in jedem Einzelfalle weitläufige Untersuchungen nach der Ariereigenschaft dcr etwa in Frage kommenden Personen anstellen iLiib — namentlich bei Aktiengesellschaften und Unternehmungen ähnlicher Rechtsform fast undurchführbare — Untersuchungen vornehmen, die vielfach z» willkürlichen Veränderungen in der Organisation einzelner Betriebe und damit u. U. zu einer Ge- söhrdung der Existenz der in dem Werk beschäftigten Arbeitnehmer führen können. Ausschlaggebend inuß für die wirtschaftliche Betrachtung des Einzel- solles sein, ob die betreffende Firma deutsches Le r s o n a l (Arbeiter, Angestellte usw ) beschäftigt, deutsche Maschinen verwendet usw. und so eäner beachtlichen Zahl deutscher Volksge- ilo f f e n Arbeit und Brot gibt. IV. dürfen bei Vergebung von Aufträgen durch öffent- li he Körperschaften keinesfalls Platz greifen. Es ist oö'lmehr notwendig, einer derartigen Entwicklung rechtzeitig entgegenzutreten. Erläuterungen t»es Reichswirtschastsministers Der Reichswirtschafts mini st er hat in einem Rundschreiben vom 19.Juli 1933 diese Richt- liniert sämtlichen Landesregierungen zur Kenntnis gebracht mit der Bitte, die Befolgung derselben bei allen in Frage kommenden Beschaffungsstellen s i ch e t z u st e l l e n. Nachdem der Reichswirtschaftsminister noch besonders darauf hingewiesen hat, daß für die Ausgestaltung der Richtlinien in er st er Linie der Gesichtspunkt der Arbeitsbeschaffung, hinter dem im gegenwärtigen Zeitpunkt alle sonstigen Ueberlegungen zurücktreten müßten, entscheidend gewesen fei, führt er zu den einzelnen Ziffern der Richtlinien noch folgendes aus: Zu I. 3n letzter Zeit haben zahlreiche Behörden, z. T. veranlaßt durch außerhalb ihres Geschäftsbereichs stehende nichtamtliche Stellen, neue Richtlinien über die Auswahl der zur Angebotsabgabe bei öffentlichen Vergebungen zugelasfenen Firmen ausgestellt. Dienstanweisungen und Richtlinien der vorbezeichneten Art führen, zumal wenn die einzelnen Vergebungsstellen jeweils gesondert abweichende Maßnahmen ergreifen, zu einem E h a o s auf dem Gebiet des Vergebungswesens und zu einer schwerenSchädigung der Staatsautorität und der Wirtschaft. Die Aufstellung von Richtlinien und die Durchführung der Vergebungen ist ausschließlich Sache der dafür zuständigen, in ihrer dienstlichen Verantwortung nur ihren amtlichen Vorgesetzten verantwortlichen Stellen. Aus diesem Grunde ist es auch ausgeschlossen, etwa die Auswertung der Angebote bei den Vergebungsstellen durch nichtamtliche Stellen oder Organe irgendwelcher Art vornehmen zu lassen. Sofern die Vergebungsstellen bei der Prüfung der Angebote der Mitwirkung von Sachverständigen im Ein- zelsall bedürfen, haben sie hierbei nach den Vorschriften der Verdingungsordnung zu verfahren. Empfänge uni) -öeipredjungen beim Reichskanzler Berchtesgaden, 3. August. (WTB.) Reichskanzler Adolf Hitler, der zu vorübergehendem Aufenthalt auf dem Oberjalzberg bei Berchtesgaden eingetroffen ist, hatte gestern eine Besprechung mit dem Staatssekretär der Reichskanzlei Dr. Cammers und Staatssekretär Dr. Funk vom Reichs- propaganbaminifterium. Außerdem empfing der Kanzler gestern den amerikanischen Industriellen Mr. B e h n und den Vizepräsidenten der City Company of New Port Mr. Henry Mann. Heute nachmittag zwischen 12 und 13 Uhr hatte der Reichskanzler im Beisein des Staatssekretärs Dr. Lammers eine Besprechung mit dem südafrikanischen Minister für Eisenbahnen und Landesverteidigung P i r o w und dem Generalkonsul Brehmer. An dieser Besprechung nahm auch der Vertreter der bremischen Regierung bei der Reichsregierung Burandt teil. Um 16 Uhr fand eine Besprechung des Reichskanzlers mit dem Leiter der Politischen Organisation der NSDAP. Dr. Ley und dem Reichsjugendführer v. S ch i r a ch über den Reichsparteitag in Nürnberg statt. Dr. L e n legte die vom Führer entworie- nen Pläne über die im Ausbau begriffenen Anlagen und Aufmarschräume in Nürnberg vor. Die Aufmarscharena im LRitpoldhain wird danach mit ihrem Fassungsvermögen von rund 400 000 Menschen zur größten Arena der Welt gestaltet. Außerdem wurde das Programm des Reichsparteitages besprochen. begannen am vergangenen Montag und werden bis zum 25. August, also f a ft vier Wochen lang andauern. Gleichzeitig werden Rachrichten über die Daupläne der japanischen Marineleitunz bekannt. Cs zeiat sich, daß die 3 a p a n e r ihre Flotte bis an die vertragliche Höchstgrenze ausbauen wollen: vier Kreuzer sollen modernisiert und in den nächsten drei Jahren zwei weitere Reubauten, zwei Flugzeugmutterschiffe, eine Anzahl von Llntersee- booten und Zerstörern und zahlreiche neue Wasserflugzeuge gebaut werden. 3m nächsten 3ahre wird 3apan 760 Millionen QJen für seine Flotte ausgeben, also fast 200 Millionen Den mehr alS im laufenden Etatsjahr. Das alles ist in diesem 3 47,20 12.42 3.04? 169.83 69.98 62.19 1.83 13,91 0,928 3-04 58,64 22.1' 16.H 81-31 34-96 81,6? 0,839 0,244 5.19 12.6? 0$) tfl ‘BerVin l.augul* _ chinesischen Küste planen. Man sprach in diesem Zusammenhänge auch von einer vollkommenen Umstellung der amerikanischen Außenpolitik. Cs hieß, man habe im Weißen Hause die ungeheure Bedeutung des Stillen Ozeans für die amerikanische Zukunft aufs neue entdeckt Amerika stand ja, wie bekannt, noch vor wenigen Monaten im Begriff, seine ganzen asiatischen Derbindlichkeiten zu liquidieren, und es hieß, daß man sogar die Philippinen den Filipinos zurückzugeben gedächte, eine Nachricht, von der man freilich seither nichts mehr gehört hat. Fraglos hatte aber der amerikanische Präsident Hoover eine nur geringe Begeisterung für Ostasien aufzuweisen. Ob daran innerpolitische Gründe oder seine früheren asiatischen Eindrücke schuld waren, ist nicht bekannt geworden. Hoover war nämlich vor etwa dreißig Jahren in einem nordchinesischen Bergbauunternehmen als Prokurist tätig. Sieht man die Dinge in diesem größeren Zu- sanimenhang, dann erklärt sich, wie man ohne weiteres erkennt, die japanische Unruhe von selber. Bisher konnte man sich in Tokio auf die Friedfertigkeit der Bereinigten Staaten verlassen. Ietzt versucht man offensichtlich, den Amerikanern vorsichtshalber einen kleinen Schreck einzu- jagen Das ist aber, und hier beginnt der japanische Irrtum, ein etwas gefährliches Llnter- nehmen, gefährli ch im Hinblick auf die innere Lage der amerikanischen Nation. Diese befindet sich in einem so bedenklichen Zustande, daß man sehr wohl von der Notwendigkeit einer Ablenkung der Aufmerksamkeit nach außen sprechen darf. Bisher war das nicht möglich. Die Amerikaner gehören gewiß zu jenen Völkern, die weniger als andere an imperialistische Unternehmungen denken. Der amerikanische Imperialismus war bisher hauptsächlich kaufmännisch bedingt, wie man denn ja auch etwas spöttisch von Dollarika an Stelle von Amerika sprach. Japans Rückendeckung, auch wenn .wir nur an politische und diplomatische Rückendeckung denken, ist geringfügiger als bisher. Wenn sie sich seither nämlich auf die Franzosen verließen, so ist augenblicklich ein gewisser Stimmungswechsel in Frankreich unverkennbar. Zieht sich Amerika interessenmäßig von Europa zurück, so steigen damit die französischen Verpflichtungen in Europa, und jede Versuchung zu überseeischen abenteuerlichen Verpflichtungen nimmt damit ab. Auch darf man nicht übersehen, daß die französische Kolonialpolitik, besonders im Fernen Osten, immer nur eine Nebensache gewesen ist, ein Hilfsmit- tel, aber niemals eine Lebensfrage. Es ist nicht zuviel gesagt, wenn man feststellt, daß Frankreich, der heimliche Bundesgenosse Japans, sich gegenwärtig immer mehr europäisiert. Selbstverständlich wäre eine französische diplomatische Unterstützung für die Japaner augenblicklich noch wertvoll. Ob man aber darauf eine so kriegerische Politik begründen darf, wie sie augenblicklich betrieben wird, ist recht zweifelhaft. I a - pan läuft Gefahr, sich zwischen sämtliche Stühle der Weltpolitik zu setzen Daß es wirtschaftlich eine Zeit außerordentlicher Bedrängnis durchmacht, ist bekannt. Daß es, kaufmännisch gesprochen, von der Newyorker Börse abhängt, hat sich wiederholt erwiesen. Japan will mit seiner Flottendemonstration ein ganz verständliches Ziel erreichen, nämlich seine nordchinesischen Eroberungen schützen. In Wahrheit lenkt es aber mit dieser Flottendemonstration den Blick auf den schwachen Punkt seiner asiatischen Stellung. Japans ganzer Gewinn zu Lande hängt an der Beherrschung des chinesischen Meeres. Wenn die Amerikaner tatsächlich Ernst machen wollen, dann sind sie in der Lage, den Japanern die Freude an ihren chinesischen Eroberungen zu rauben. Der frühere ReichStagspräsident Lobe im Konzenirationslager. Breslau, 4. Aug. (WTB. Funkspruch.) Am Freitagvormittag wurden ins Breslauer Konzentrationslager eingeliefert der frühere Reichstagspräsident L ö b e, welcher in Begleitung von mehreren Kriminalbeamten aus Berlin tarn, sowie Frau Lüdemann, die Frau des bereits im Konzentrationslager befindlichen früheren Oberpräsidenten von Niederschlesien, wegen Verbreitung unwahrer Behauptungen über das Kon- zentra tionslager, und der berüchtigte Journalist Fritz Kunde, der frühere Herausgeber der jetzt verbotenen Wochenzeitung „Der Greifer". Großer Schlag gegen kommunistische Hetzer. Köln, 4. Aug. (WTB. Funkspruch.) In Stadt und Kreis Neuwied ist der Polizei die Aufdeckung und Aushebung einer großen kommunistischen Geheimorganisation gelungen. In mehreren Ortschaften wurden insgesamt 3 2 Kommunisten verhaftet. Die Kommunisten hatten in Neuwied, dem Sitz der Bezirksleitung Koblenz der KPD., geheime Besprechungen ad- gehalten und versucht, eine Neuorganisation der kommunistischen Bewegung durckzuführen. Sie arbeiteten mit Geheimcode und brachten auch eine große Menge hochverräterischer Druckschriften in Umlauf. Attentat auf die deutsche Gefandtschast in Prag. Eine kommunistische Attacke. Prag, 3.Aug. (WTB.) Kurz vor 21 Uhr am heutigen Abend erschien eine Gruppe von etwa 5 0 Kommunisten vor dem Gebäude der deutschen Gesandtschaft. Die drei vor dem Gebäude diensthabenden Polizeibeamten stellten sich den Demonstranten entgegen, konnten jedoch nicht verhindern, daß eine Gruppe von 15 Mann durchbrach und sich dem Gesandtschaftsgebäude näherte. Aus dieser Gruppe, die laute N a ch e r u f e ausstieb, wurde ein faustgroßer Bleiknopf gegen ein neben dem Gesandtschaftsportal liegendes Fenster geschleudert, das in Scherben ging. Der Bleiknopf trug zwei ein- gekratzte Aufschriften. Auf einer stand in tschechischer Sprache: „Die Arbeiterjugend rächt die Ermordeten", auf der anderen stand in deutscher Sprache: „Notfron t". Nach der Tat ergriffen die Demonstranten die Flucht. Es gelang jedoch den nacheilenden Polizeibeamten, den Attentäter und zwei seiner Komplizen zu verhaften. Ausweislich des Polizeiberichts handelt es sich um einen gewissen Ottokar Hro- m a d k a aus Svitkov bei Pardubitz als Täter, I sowie den Dekorateur Hausler aus Ziskov 1 und den Medizinstudenten D i s a r o v i c aus Birchovih als Mitverhaftete. Mißglückte Flugblattpropaganda in Schweden G ö t e b o r g , 3. Aug. (WTB.) Die Polizei verhaftete heute abend zwei Sommuniften und eine Kommunistin, die sich dem im hiesiaen Hafen liegenden deutschen Linienschiff „Schleswig-Holstein" genähert und versucht hatten, kommunistische Flugblätter unter der Besatzung zu verteilen. Die Fluadlätter, die beleidigende Vorwürfe gegen die Reichsregierung enthielten, wurden beschlagnahmt. Aus der Fabrik für Lügenmeldungen. Berlin, 3. August. (ENB.) Eine besonders d r e i st e Lüge leistete sich kürzlich das Blatt des tschechoslowakischen Außenministers Dr. Bene sch, „Geste Slov o", das über die Tagung des Sächsischen Kavallerieoerbandes im Juni in Bautzen berichtet. Das Blatt macht aus dieser Tagung des Sächsischen Kavallerieverbandes ein Schreckensereignis für ganz Sachsen. So heißt es wörtlich: „Sächsische Reiterei durchbraust die Lausitz. Samstag und Sonntag fand in Bautzen eine Tagung ehemaliger Frontkämpfer statt, die bei der Reiterei dienten. 5000 Reiter durchritten die Lausitzer Dörfer, so heißt es in dem Bericht weiter, vor denen sich die Einwohner in den Kellern versteckten wie in den Zeiten des schwedischen Einfalls im Dreißigjährigen Krieg. In der letzten Zeit ordnete die deutsche Regierung an, daß derartige Paraden in der Lausitz abgehalten werden sollen, Damit die Lausitzer Bevölkerung eingeschüchtert werde." — Der Höhepunkt der Dreistigkeit in dem Bericht wird erreicht mit der Bemerkung: „Bei dieser Reiterei wurden 38 Personen verwundet, meistens Dorfbewohner, die von der wild reitenden Kavallerie umgerissen wurden." Wohl selten ist ein solcher U n f i n n als Meldung eines doch als ernst gelten wollenden Blattes in die Welt gesetzt worden, rote in diesem Falle, roo sich in Bautzen die Teilnehmer eines Kavallerietreffens versammelt hatten, die, wie ausdrücklich zu bemerken ist, überhaupt nicht beritten waren: auch am Festzug nahmen keine Reiter teil. Oer „Angriff" in Wien beschlagnahmt. Wien, 3. August. (WTB.) Die Staatsanwaltschaft hat die heute hier eingetroffene Ausgabe des Berliner „Angriff" wegen Beleidigung von Mitgliedern der Bundesregierung beschlagnahmt. Aus aller Well. Das „Emden' -Ehrenmal. Zum Gedenken an die erste „Emde n" errichtet, wie die „Wandelhalle" meldet, die Stadt Emden am Gebäude der Polizeiwache ein Ehrenmal. Die Gedenktafel, die zur Zeit von dem Emdener Bildhauer Fritz Liebsch angefertigt wird, wird unter dem Bild des Kreuzers folgende Inschrift tragen: „SMS. Emden, Kommandant Fregattenkapitän Karl von Müller, versenkte im Indischen Ozean zahlreiche Handelsschiffe, zerstörte die Tankanlage von Madras, vernichtete im Hafen von Pe- nang den russischen Kreuzer „Schemtschug" und den französischen Zerstörer „Mousquet", wurde am 9. November 1914 verfolgt von einer Uebermacht von Feinden und nach heißem Kampf mit dem australischen Kreuzer „Sydney" auf den Keeling- Inseln aufgesetzt, fast die Hälfte der Besatzung war für das Vaterland gefallen. Ruhmvolles Schiff — nimmer vergißt dein die Stadt, deren Namen du trugst um den Erdball." Schießunfall auf Kreuzer „Karlsruhe". — vier Verletzte. Auf dem Kreuzer „K a r l s r u h e", der zur Zeit in der Kieler Bucht liegt, ist beim Uebungsschießen eine 5-Zentimeter-Hülsenkartusche beim Laden vorzeitig zur Entzündung gekommen, bevor der Abschluß ganz geschlossen war. Leider sind dabei vier Verletzte zu beklagen, die in das Garnisonlazarett Kiel-Wik eingeliefert wurden. Von den Verletzten, bei denen keine Lebensgefahr besteht, sind Oberstückmeister Schwarz und Obermatrose Nietsche leicht am Arm bzw. Unterschenkel verletzt. Obermatrose Hennenkemper ist an Kopf und Arm und Obermatrose Hennig an der Brust erheblicher verletzt worden. Devisenschmuggel endgültig unterbunden. Mit der Anweisung der Devisenbewirtschas- tungsstelle an die Banken, im Auslandreifeverkehr keinen Betrag über 50 Mark auf Reiferegisterschecks auszuhändigen, ist der D e v i s en- schm u g g e l, der wochenlang in den deutschen Grenzgebieten im Schwung war, endgültig z u m Abschluß gebracht worden. Die Trierer Zollfahndungsstelle hat festgestellt, daß allein aus dem Trierer Bezirk schätzungsweise €03 000 Mark nach Luxemburg und in das Saargebiet verschoben worden sind. 350 000 Pilger besuchten den heiligen Rock. Am Mittwoch besuchten etwa 42 000 Pilger den Heiligen Rock in Trier, so daß damit bisher eine Gesamtzahl von 350000 Wallfahrern erreicht wird. Verbrecherbande in Köln festgenommen. Eine 41köpfige Verbrecherbande ist jetzt in Köln dingfest gemacht worden. Außer vier Einbruchsdiebstählen werden ihnen Anstiftung zum Mord, Eidesverletzung, Anstiftung zum Meineid, Brandstiftungen aller Art und Sachbeschädigungen mit Versicherungsbetrug zur Last gelegt. Schwere Zuchthausstrafen für kommunistische Bombenhersteller. Vor dem Breslauer Sondergericht hatten sich neun ehemalige Kommunisten und Mitglieder des Rotfrontkämpferbundes sowie des Bundes der Freunde der Sowjetunion aus Beuthen (Oberschlesien) wegen Herstellung von Bomben zu verantworten. Die Angeklagten hatten im Juni 1932 eine Straße in Beuthen abgeriegelt und von einem Eisenzaun zwölf faustgroße hohle Kugeln abgebrochen, um aus ihnen Bomben herzustellen. Das Gericht verurteilte zwei Angeklagte zu je z e h n I a h - ren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust. Vier weitere Angeklagte zu Zuchthausstrafen von fünf bis sieben Jahren und einen Jugendlichen zu fünf Jahren Gefängnis. Ein Angeklagter wurde freigofprochen. Mitglieder des Balbo-Geschwaders nach (Europa zurückgekehrt. Vier Mitglieder des Balbo-Geschwaders, darunter der Neffe des Generals, Leutnant B a l b o, sind auf einem deutschen Dampfer nach Europa zurückgekehrt und jetzt in Paris eingetroffen. Die vier Flieger, die die technische Organisation des Atlantikfluges bis jetzt durchgeführt haben, werden nunmehr nach den Anweisungen ihres Führers die notwendigen Vorbereitungen für die Ankunft des Geschwaders in Europa in die Wege leiten. Entgleisung eines O Zuges bei Lüttich. Der internationale O-Zug 150, der Köln um 7.43 Uhr verläßt und um 12.01 Uhr in Brüssel eintreffen sollte, ist am Donnerstag in der Gegend von Landen zwischen Lüttich und Löwen entgleist. Nach den bisher vorliegenden Nachrichten wurden vier Wagen aus dem Gleis geworfen. Eine größere Anzahl Per- fönen ist verletzt und in das Löwener Krankenhaus übergeführt worden. Tote sind anscheinend nicht zu beklagen, lieber die näheren Umstände ist bisher noch nichts bekannt. Noch ein Todesopfer der Lxplosionskatastrophe in Brünn. Die Exolosionskatastrophe in dem Brünner Hotel „(Europa'7 hat ein neues Todesopfer gefordert. Einer dsr Schwerverletzten ist gestorben. Aus der Provinzialhaupistadi. Oie Gebührensenkung im Krastsahr zeugverkehr. Der Reichsrat hielt am gestrigen Donnerstag eine Vollsitzung ab, in der zahlreiche kleinere Vorlagen erledigt wurden, darunter auch die neue Gebüh renordnung für behördliche Maßnahmen im Kraftfahrzeugverkehr, die die Gebühren für die Erteilung des Führerscheines und andere behördliche Bescheinigungen erheblich herabsetz k. Die neue Gebührenordnung soll am 20. August in Kraft treten. Die neue Kraftfahrzeuggebührenordnung sieht auf allen Gebieten des Kraftfahrzeugwesens erhebliche Senkungen vor. Von den neuen Gebühren sind besonders die für die E r - teilung eines Führerscheins hervorzuheben, der künftig für Krafträder 2 Mark und in allen anderen Fällen 3 Mark kostet. Für die Prüfung eines Antrages auf Erteilung eines Führerscheines werden 50 Pfennig für Krafträder und 1 Mark für Kraftwagen erhoben, die selben Gebühren für die Ergänzung eines Führerscheins. Für die Ausfertigung eines Ersatzführerscheines werden die gleichen Gebühren wie für den neuen Führerschein erhoben. Die (Erteilung einer Typenbescheinigung kostet künftig für Krafträder 8 Mark und für Kraftwagen 16 Mark. Die Gebühr für die (Erteilung einer Bescheinigung, Eintragung d e s Fahrzeuges in die Liste und Z u - teilungdesKennzeichens beträgt für Krafträder 2 RM., für Kraftwagen 3 RM. Die gleiche Gebühr gilt für die (Erneuerung der Bescheinigung bei veränderter Bauart des Fahrzeuges sowie beim Wechsel des Wohnortes und beim Wechsel des (Eigentümers. Die erneute Zulassung nach Abmeldung bis zur Dauer von acht Monaten kostet für Krafträder 1,50 Mark und für Kraftwagen 2,50 Mark. Für die Abstempelung des Kennzeichens durch die Polizeibehörde werden Gebühren von 50 Pf. für Krafträder und von 1 Mark für Kraftwagen erhoben. Die Gebühr für die Ausstellung eines Zeugnisses durch einen beamteten Arzt wird einheitlich auf 6 Mark festgesetzt. Für die Erteilung eines internationalen Zulassungsscheins gilt eine Gebühr von 3 Mark für Krafträder und von 5 Mark in den anderen Fällen. Die gleichen Gebühren gelten für die (Erteilung eines internationalen Führerscheines. Die neue Gebührenordnung tritt am 20. August in Kraft. In der Begründung der Gebührenvorlage verweist die Regierung auf die verschiedenen, zur Förderung der Motorisierung Deutschlands in der Kraftverkehrswirtschaft schon getroffenen Maßnahmen. Sie erinnert an die Erleichterung bei der Kraftfahrzeugsteuer und an die Senkung der Versicherungsprämien. Wegen Senkung der Sachverständigen- gebühren bei Prüfung der Kraftfahrzeuge und Kraft- fcchrzeugführer schweben Verhandlungen. Ebenso werde die Senkung der Brenn st offpreise betrieben. Im Rahmen der Verbilligungsbestrebungen sei auch die Herabsetzung der Gebühren für behördliche Maßnahmen im Kraftfahrzeugverkehr unerläßlich. Gründung eines Hetchsausschuffes für Liebhabermusikvereine. Wie das VDZ.-Bureau meldet, dürfte die in Gründung begriffene Deutsche Musiker- und Musikkammer voraussichtlich auch die Liebhabermusik betreuen. Da auf diesem Gebiet noch keine Reichsorganisation besteht, ist gegenwärtig die vom Deutschen Gemeinde- tag geleitete Spitzenorganisation der öffentlichen und privaten Unternehmen ernster Musik, die Ardeits- gemeinschaft für Konzertwesen in Berlin, im Einvernehmen mit dem Reichskartell der deutschen Musikerschaft damit beschäftigt, einenReichsausschuß für Liebhabermusikvereine zu bilden, der gegebenenfalls später in die Deutsche Musiker- und Musikkammer übergeleitet werden soll. Im einzelnen verlautet noch, daß es in Deutschland Tausende von kleinen Jnstrumentalmusikver- einen gibt, die sehr ernsthaft die gute Musik pflegen. Man will nun diese Vereine zusammen- f a f j e n , um auf diese Weise der Pflege deut- scherVolksmusik einen starkenJmpuls z u geben. Dabei ist selbstverständlich nicht beabsichtigt, den Berufsmusikern irgendwelche Konkurrenz zu machen. Im Gegenteil erhofft man von einer Zusammenfassung der Liebhabermusikvereine zugleich auch eine Förderung der Bestrebungen, die auf einen besseren Besuch von Veranstaltungen der Berufsmusiker hinzielen. Daten für Freitag, 4. August. 1848: General Otto von Emmich, der (Eroberer von Lüttich geboren (gestorben 1915); — 1860: der Schriftsteller Knut Hamsun in" Gudbrandsdal geboren; — 1870: Sieg der Preußen und Bayern über die Franzosen bei Weißenburg; — 1875: der Märchendichter H. Ehr. Andersen in Kopenhagen gestorben (geboren 1805). Bericht der Staatspolizeistelle Gießen Aus der Stadt und dem Kreise Gießen sind heute neun Personen in das Konzentrationslager O thofen übergeführt. Unter diesen Personen befand s ch ein Geschäftsmann aus Gießen, der seinen Ange teUten das Tragen von nationalen Abzeichen und die Werbung für die NSBO. nicht gestatten wollte. Ein junger Mann hatte sich auf dem Arbeitsamt in Gießen geäußert, er ginge in kein Nazi-Arbeils- lager. Auch er wurde nach Osthofen verbracht. Weiterhin befinden sich unter den nach Osthofen eingelieferten Personen solche, die sich fortgesetzt in antinationalem Sinne äußerten und Angehörige der nationalen Verbände beleidigten. Ein Jude aus Lich, der hinsichtlich der Beziehungen zu Christenmädchen sich abfällig geäußert haben |oll, kam auch nach Osthofen. Oie Oranierfestspiele in Dillenburg. Dillenburg, die Geburtsstadt Wilhelms des Verschwiegenen, eröffnet am 6. August die große nassauische Fe st woche anläßlich der 400. Wiederkehr des Geburtstages des großen Oraniers. Den Höhepunkt der Veranstaltungen bilden eine Aufführung des historischen Festspiels „W i l h e l m, Prinz von Oranien" auf der Freilichtbühne bei den Ruinen des ehemaligen Dillenburger Schlosses und ein großer historischer Festzug, darstellend den Einzug des Prinzen Wilhelm von Dramen in Dillenburg am 7. Mai 1567 auf seiner Flucht vor Alba, unter der Ehreneskorte der in Dillenburg biwakierenden Fußknechte und Reisigen des Feld- marschalls Friedrich von Rolzhausen. An diesem Tage ist Dillenburg Ziel einer Plakettenfahrt d e r Kraftfahrer. An diese wird eine künstlerisch-wertvolle Plakette mit einer Ansicht des ehe^ maligen Dillenburger Schlosses und dem Porträt des Oranierprinzen ausgegeben. Am 9. August werden das Festspiel und der Festzug wiederholt. Hohe Gäste aus dem Reich und aus den Niederlanden werden zu den Feierlichkeiten erwartet. Auf die Heu» tige Anzeige sei hingewiesen. Sonderzüge anläßlich der Oranierfeicrn. Aus Anlaß der Dranierfeiern in Dillenburg sind für Sonntag, 6. August, nachstehende Sonderzüge vorgesehen: Wallau — Dillenburg, Wallau ab 7.28 Uhr, Dillenburg an 9.10 Der Zug hat Anschluß von Biedenkopf. Straßebersbach — Dillenburg, Straß- ebersbach ab 9.40, Dillenburg an 10.20. Dillenburg —Straßebersbach, Dillenburg ab 19.30, Straßebers- bad) an 20.10. Herborn—Gladenbach, Herborn ab 18.39. Gladenbach an 19.59. Herborn—Rennerod, Herborn ab 18.43, Rennerod an 20.06. Die Züge nach Gladenbach und Rennerod haben Anschluß von Dillenburg. Dillenburg ab 18.21. Sonderzug Wetzlar—Dillenburg, ab Wetzlar 9.40, gegen 10.25 an Dillenburg. Die Sonderzüge halten auf allen Unter- wegsstationen. Bornotizen. — Tage'ska 1 ender für Freitag. VHC.: Monatsversammlung bei Hopfeld. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Kaiserwalzer". — Das Lichtspielhaus (Bahnhofstraße) macht im heutigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, daß der Film „Kaiserwalzer" nicht lediglich bis Samstag (wie in der gestrigen Anzeige vermerkt war), sondern bis einschließlich Sonntag läuft. — Der 1. Kraft- und Sportklub 1893 Gießen veranstaltet aus Anlaß feines 40jäbrLaen Bestehens am morgigen Samstag, 20 Uhr, im Caf6 Leib einen „Deutschen Sportabend". Ein vielseitiges Programm wird die Teilnehmer unterhalten. Ein Teil des Reinertrags des Abends wird dem „Opfer der Arbeit" zugeführt. Auf die heutige Anzeige sei besonders hingewiesen. * ** Für d i e Adolf-Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft. Die Freie Friseur- Innung Gießen-Land hat, wie uns der Führer der Innung, Herr Ludwig Kraus köpf (Großen-Lin- den) mitteilt, für die Adolf-Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft den Betrag von 104 Mark überwiesen. * Fettverbilligung auch für Qln - staltsinsassen. Wie das Vdz.-Bureau meldet, hat der Reichsarbeitsminister bestimmt, daß auch bei den Insassen von Anstalten der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege, sotveit es sich um in geschlossener Fürsorge untergebrachte Personen handelt und die Voraussetzung der Bedürftigkeit gegeben ist, der Bezug des Reichsverbilligungsscheins für Speisefette zuzugestehen ist. Zu den Anstalten in diesem Sinne gehören, wie weiter verlautet, auch die Krankenanstalten, Heilstätten, Genesungsheime, Erholungsheime und ähnliche Anstalten. Die Fettverbilligung komme für alle Anstaltsinsassen in Frage, die sie erhalten würden, wenn sie nicht in der Anstalt wären. Dabei handelt es sich z. B. um Haupt- unterstützungsempfänger und Zuschlagsempfängcr der Arbeitslosenversicherung und Krisenfürsorge, um Empfänger von Kurzarbeiterunterstühung, um Kriegsbeschädigte, um Sozialrentner und Kinderreiche, wenn sie sich in Anstalten befinden und wenn sie ihren Verhältnissen nach auch außerhalb der Anstalt bezugsberechtigt sind oder wären. Es komme also nicht darauf an, ob die öffentliche Fürsorge die Anstaltskosten trägt. Ie- doch sind die Reichsverbilligungsscheine für Anstaltsinsassen zu versagen, wenn ein Bedürfnis offensichtlich nicht vorliegt. Wettervoraussage. Das Hochdruckgebiet ist etwas nordwestlich zurückgewandert. Infolgedessen liegen wir mehr im Bereich seiner Südseite, die aber in unserem Gebiet noch zur Fortdauer der herrschenden Wetterlage führen wird. Hingegen gestaltet sich östlich der Elbe der Witterungscharakter etwas wechselhaft, denn Luftmassen der nördlichen Störungstätigkeit dringen dort vor. Aussichten für Samstag: Etwas wolkig, sonst aufheiternd, warm und trocken. Aussichten für Sonntag: Fortdauer des sommerlichen Wetters. Lufttemperaturen am 3. August: mittags 22,8 Grad; abends 16,8 Grad ; am 4. August: morgens 14,6 Grad. Maximum 23.6 Grad, Minimum 10,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. August: abends 25,2 Grad; am 4. August: morgens 17,8 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 12% Stunden. Verantwortlich für Politik: L 23.: Ernst Blumschein. Sonnenbrand: Penaten-Creme In Apoth. u.Drog. -.30-.55,1.10 er|!"" „ *S'«ea rtz-"L ',Untcr ben brad)l. ?lche, lA’W uftta. äsrtoSi fejstjg i*,2> <•■ sä? J!t ges bes Sto {« 400. «nftaltungen H§Ianiers- ‘Ms Äff WV®ufr Don vro. nLKd!°Ä einer $1®Ja Fefern a-Sts ^dn Otanietfeiem. Meiern in Lillenbur« finb !iinl!? te^äe donderzüge Dillenburg, Wallau ab 728 ^3utia,?I*hon Mch-Dillenburg, Strafe, »bürg an 10.20. Dillenburg S ? P- Straßebers. mQQ e6nbDA ^rborn ab 19-a9. Herboen-Rennerab. merob an 20.06. Die Züge ennerob haben Anschluß van ab 18.21. TanbttM Web- eölar 9.40, gegen 10.25 an Zuge hallen auf allen Unter- Notizen. er für Freitag. W.: i Hopseid. - Lichtspielhaus, naljer". ielhaus (Bahnhosstroge) eigenieil barauf aufmertjam, maljer* nicht lebiglich bis gestrigen Anzeige vermerkt efelid) Sonntag läuft. 'nb Sporttlub 189t s Maß feines 40(äf\ lortabenV. Ein vielfeitiz-s Ünehmer unterhallen. Sn > Adends wirb dem „Dp|tr Lut bie heutig« Anzeige fei ,...30' f.jjitler-Spenbe bet haft. Die Freie Fnfem- jat, wie uns her Führer bet «raustopf (Grofeen-ß» lbalf-Hitler-Spenbeberbeu. betrag van 104 Mark über« iaung auch für 2n« Die bas ^.-yau f i bcitsmimfier bestimmt, daß i von Anstalten der offen! üfahrtspslege. fotoed rf ^ •ess -L Erholungsheime un ff«? m._?Hn>r 2'nstall Ihüflen nach oöct Mgsberechtig I' ßb He rbiNigungss-hu'^ifnis igen. wenn em liegt. Voraussage f{[i4 , i» etms uo. mef)t Hci'lfe? Wvw *e »feit«. b,Cw :Drtbauer A^ttet n t S’nnt Sie italienischen Ängsaschisten bei Dr. Goebbels. Eine besondere Ehrung wurde den gegenwärtig ih Berlin weilenden 400 italienischen Avanguardislen zuteil, als sie von dem jüngsten Minister Europas, Dr. Goebbels, empfangen und aufs herzlichste begrüßt wurden. — Reichsminister für Propaganda und Dolksaufklärung Dr. Goebbels im Gespräch mit den jungen italienischen Gästen. Obecheffen. Gtadtvorstandssihung in Alsfeld. 00 Alsfeld, 3. August. Die jüngste Stadt- vorstandssitzung wies eine umfangreiche 2agesordnung auf. Zunächst stand der Boran- schlag der Ober-Realschule für das Rechnungsjahr 1 9 3 4 zur Beratung Darnach beträgt der Gesamtbeitrag der Stadt zu den Soften 25 496 Mark, gegenüber 27 828 Mark im Doranschlag für 1933. Die Stadt trägt die sach- | lichen Kosten und an den nach Abzug des Schul- 1 gelbes noch ungedeckten persönlichen Kosten zur »Seit 35 Prozent. Die persönlichen Kosten belaufen sich für das Rechnungsjahr 1933 auf 96 813 Mark. Alls Einnahmen aus Schulgeld find 49 704 Mark vorgesehen An sachlichen Ausgaben werden lt. Voranschlag 9155 Mark erforderlich Der Boran- srhlag wurde in der vorgelegten Form genehmigt. Ferner gelangte der Voranschlag der Gewerbeschule für das Rechnungsjahr ' 1 9 3 4 zur Borlage. Der Gefomtbeitrag der Stadt ifi mit 7814 Mark vorgesehen, davon sind 3994,50 Ülark persönliche Kosten und 3820 Mark sachliche kosten. Die Ersparnis gegenüber dem Borjahre beträgt etwa 2000 Mark, hervorgerufen durch Einsparung einer Stelle. Der Voranschlug wurde genehmigt, nachdem er auch vom Kuratorium der Schule zustimmend begutachtet worden war. Die Beteiligung der Stadt an der Idolf.Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft wurde gemäß den 23orfd)lägen der einzelnen, für die städtischen Betriebe zuständigen Berufsgenossenschaften beschlossen. Der jährliche | Mindestbeitrag beträgt 6 Mark. Die Festsetzung der Gemeinde st euerous- Schläge für das Rechnungsjahr 1933 G ergab das erfreuliche Bild, daß die Verwaltung in- 1 folge der Zunahme der Steuerkapitalien bei gleich- bleibenbem Umlagenbedarf in der Lage ist, eine il 5c n f u n g der Grund- und Gewerbe- »st euer für das Rechnungsjahr 1 9 3 3 um l c 15 Prozent vorzuschlagen. Hiermit ; Dürfte die Stadt Alsfeld im Hinblick auf ihre im- iiBerhin noch recht erhebliche finanzielle Belastung |'l mit Wohlfahrtserwerbslosen ein nachahnlenswertes ^Beispiel zur Erleichterung der Wirtschaft von den 1 Stcuerloften gegeben haben. Die seither auf dem ^Landesdurchschnitt stehenden Steuersätze wurden <1 Demgemäß herabgesetzt Die Sondergebäudesteuer H bleibt wie im Vorjahre. Am Schluffe der öffentlichen Sitzung wurde die mit dem seitherigen Stadtbaumeister Hugo .. Maurer getroffene Vereinbarung wegen Auflösung seines Dienstverhältnisses genehmigt. Als Stadtbaumeister ist Bauingenieur M a l k m u s in Alsfeld angenommen worden. Landkreis Metzen. W i c f e ck, 4. Aug. Gestern mittag wurde hier der neunjährige Sohn des Kraftwagenführers Müller von hier von einem aus - schlagenden Pferde getroffen. Der bedauernswerte Junge erlitt einen Unter« schenkelbruch und wurde durch seinen Vater in die Chirurgische Klinik gebracht. + Grünberg, 3 Qlug. Bei dem Heber» gang der staatlichen landwirtschaftlichen Aemter und Lehranstalten auf die Hessische Bauernkammer kommt auch das hiesige Landwirtschaftsamt in Wegfall. Der Leiter desselben, Direktor Trautmann, übernimmt die Leitung des Landwirtschaftsamtes in Friedberg. Herr Trautmann, der zwö f Jahre hier tätig war, erfreut sich bei der Bevölkerung seines Bezirks allgemeiner Beliebtheit, man sieht ihn daher hier ungern scheiden. Grünberg wird als Außenstelle dem Landwirt- schäft samt Gießen angegliedert und von Direktor Lehr, seither in Lich, geleitet. Ebenso wird die Landwirtschaftsschule vorläufig einklassig weitergeführt. tötete Büdingen. WSR. R i d d a, 3. Aug. Bei einem Schul- a u s f l u g, den mehrere Schulklassen aus Orten unserer Umgebung gemeinsam nach dem Rhein unternahmen, wurde in St. Goarshausen ein zehn Jahre alter Schüler aus dem benachbarten Dors Steinberg beim Ueber- schreiten der Straße von einem Auto überfahren Das Kind muhte bewußtlos mit schweren Kopfverletzungen in das dortige Krankenhaus eingeliefert werden. Preußen. Schadenfeuer in Wißmar < Wißmar, 3. Aug. Heute gegen 20 Uhr wurden die Einwohner unserer Gemeinde durch Feueralarm aufgeschreckt In einer großen Rot- sch e u n e des Dreschmaschinenbesitzers Philipp Winter, in der er seine Heu- und Strohvorräte usw. aufbewahrte, entstand, als sein Sohn Schrot mahlte, durch Kurzschluß der Stromleitung Feuer. Die Freiwillige Feuerwehr Wißmar war sofort an der Brandstelle und konnte das Feuer nach etwa einer Stunde auf feinen Herd beschränken Die Heu-, Stroh- und Schrotoorröte, sowie eine Schrotmühle verbrannten Ein Dreschwagen und ein Elektro- motor, die ebenfalls in der Scheune standen, konnten dank des Eingreifens einiger Wißmarer Einwohner gerettet werden. Der Schaden ist z. T. durch Versicherung gedeckt. Durchsuchungen nach kommunistischem Material. WSA. Mainz, 3. Aug. Die Polizeidirektion teilt mit: Am Dienstagnachmittag wurden in Gonsenheim im Kasernengelände durch die ®on- fenheimer SA. sowie durch Beamte des Kom- mandvs z. b. D. und der Staatspolizeistelle Mainz umfangreiche Durchsuchungen nach kommunistischem Material vorgenommen. Hierbei wurde u. a. ein Rotations-Abziehapparat mit Zubehör sowie eine Pistole und Munition durch SA.-Leute gefunden und durch die Polizei beschlagnahmt. Für die umfangreichen Absperrungs- Maßnahmen wurde auch der Arbeitsdienst in Gonsenheim herangezogen.. Bei einer in den Abendstunden stattgefundenen Kontrolle der Wirtschaften, die früher in der Hauptsache durch Angehörige marxistischer Organisationen besucht worden mären, konnten in einer Wirtschaft 11 Gummiknüppel, Totschläger und als solche hergerichtete Holzstücke und in einem andern Lokal eine umfangreiche Kartothek und sonstiges Material beschlagnahmt werden. Nächtliche Fahndungsaktion in Offenbach. Offenbach, 3. Aug. (WSN.) In der Nacht zum 1. August fand nach Mitteilung der Polizei- Pressestelle in der Innenstadt eine große Fahndungsaktion nach kommunistischen I ! u g b l a t t o e r te i l e r n und Waffenbesitzern unter Heranziehung der SA. und SS. in Zivil statt. Es wurden insgesamt acht Fe st nah- men getätigt. In einem Falle konnte umfangreiches marxistisches Büchermaterial in einer Aktenmappe gefunden werden. Scheinbar ist man dabei einem gutorganisierten kommunistischen Buchverleih auf die Spur gekommen. Kleinlustschiff in Darmstadt gelandet. Darmstadt, 3. Aug. (WSN.) Heute abend gegen 19.30 Uhr erschien von Stuttgart kommend ein Kleinluftschiff vom Typ Parsival über Darm- ftadt, kreiste in geringer Höhe über dem Zentrum der Stadt und landete dann mit Unterstützung einer Fliegertruppe auf dem Flugplatz der Luft-Hansa. Der Führer des Luftschiffes ist Dipl.-Jng. Thomas, ein bewährter Flieger der Darmstädter Akademischen Fliegergruppe; seine Gemahlin ist Steuermann des Luftschiffes. ' G. A.-Sport. Mohl und Gugel bei den Deutschen HeereSmeisterschasten in Kaffel. Das Gießener Bataillon wird bei den diesjährigen Deutschen Heeresmeisterschaften, die vom 4. bis 6. August in K a s s e l zum Austrag gelangen, durch die beiden bekannten Leichtathleten M o h l und Gugel vertreten. Gugel (1. Komp.) tritt zu den Wettbewerben im Kugelstoßen, im Diskuswerfen und im Handgranatenwerfen an, Mohl (3. Komp.) bestreitet daS Kugelstoßen und das Handgranatenwerfen. Die beiden Vertreter des Gießener Bataillons befinden sich gegenwärtig in ausgezeichneter Form und gehen nicht ohne Aussichten auf gutes Abschneiden in den Kampf. Wirtschaft. Die Einschränkung der Maschinen- verwendung in der Zigarrenindustrie. 3m Reichsgesehblatt wird die erste Durchführungsverordnung zum Gesetz über die Einschränkung der Mafchinenverwendung in der Zigarrenindustrie vom 28. Juli 1933 veröffentlicht. Unter das Gesetz fallen alle als solche zollamtlich angemeldeten Unternehmen, die der Herstellung von Zigarren, Zigarillos oder Stumpen dienen, einschließlich zugehöriger Werkmeisterbetriebe und sonstiger Arbeitsstätten. Mehrere zollamtlich für sich angemeldete Unternehmen, die für Rechnung desselben Inhabers betrieben werden, gelten | auch dann als selbständige Betriebe, wenn Rohtabak-Einkauf und Vertrieb der Crzeugniife für sie gemeinsam durchgcführt wird. Betriebe, die bei Inkrafttreten deS Gesetzes hierunter fallende Maschinen in Besitz hatten, haben zu diesem Zeitpunkt bereits stillgelegten und die noch im Betriebe befindlich gewesenen Maschinen nach Zahl und Gattung bis zum 8. August beim zuständigen Hauptzollamt anzumelden. Als stillgelegt sind die Maschinen anzusehen, die als für die Erzeugung entbehrlich aus dem Arbeitsgang ausgeschicden sind. 'Betriebe, die Maschinen der im Gesetze genannten Art verwenden, dürfen im Laufe eines Rechnungsjahres Zigarren, Zigarillos oder Stumpen nut bis zu der Gesamtmenge Herstellen, die sie abgesehen von dem Bestand aus dem Vorjahre im Rechnungsjahr 1932 in Zugang gestellt haben. Für Betriebe, die während des Rechnungsjahres 1932 vorübergehend beschäftigt gewesen finb, gilt als herstellbare Gesamtmenge diejenige Menge, die sie im Rechnungsjahre 1932 mutmaßlich erzeugt haben würden. Die herstellbare Gesamtmenge ist weder ganz, noch teilweise auf spätere Rechnungsjahre übertragbar. Frankfurt schwächer. Frankfurt a. M., 4. Aug. (WTD. Dtaht- meldung.) Die Börse eröffnete bei weiter nicht sehr bedeutendem Geschäft zu etwas nachgebenden Kursen. Infolge von Glattstellungen der Berliner Kulisse zum Wochenende kam einiges Material heraus. daS die Anfangstendenz nach unten beeinflußte. Auch mag der Verlauf der gestrigen Reuyorker Börse nicht alle Erwartungen erfüllt haben. Reben einzelnen behaupteten Werten sah man fast lediglich Abschwächungen, die ein Ausmaß bis zu 1 Prozent hatten. Reichsbankanteile setzten allerdings ihren Rückgang um 3 Prozent fort. Am Montanmarkt waren nur Buderus gehalten, dagegen Harpener, Klöckner, Mannesmann und Stahlverein je 1 Prozent niedriger. Etwas geringer waren die Einbußen am Elektromarkt. Während Licht & Kraft gut und AEG. knapp behauptet blieben, gaben Gesfürel 0,50 Prozent und Schuckert und Bekula je 0,64 Prozent nach. Don Chemiewerten verloren Farben 0,50 Prozent, Rütgerswerke 0,75 Prozent; Metallgesellschaft konnten nach einem 0.25prozentigen Verlust auf Gerüchte über eine Wiederaufnahme der Dividendenzahlung zirka 1,50 Prozent gewinnen. Don Kunstseidepapieren schwächten sich Bem- berg um 0,50 Prozent ab. Der Rentenmarkt lag gleichfalls schwächer. Don Reichsanleihen gaben Altbesitz 0,1 Prozent nach, späte Reichsschuldbuchforderungen etwa 0.5 Prozent. Don 3nbuftrieobligationen waren Reichsbahnvorzugsaktien um 0,1 Prozent niedriger, dagegen Stahlvereinbonds gut behauptet. Am Pfandbriefmarkt blieben die Kurse ziemlich unverändert. Vereinzelt ergaben sich Abweichungen um 0,25 bis 0,5 Prozent nach beiden Seiten. Staats- und Stadtanleihen lagen ruhig. Don fremden Werten zogen Anatolier Eisenbahn 0,6 Prozent an, Türken waren nicht ganz behauptet. Der Derlauf blieb ziemlich still. 3G.-Farben stellten sich auf unverändert 132,25 bis 132,50, dagegen tendierten Montanaktien weiter schwächer, besonders Harpener, die erneut 1,5 Prozent einbüfjten. Anfangs noch nicht zur Rotiz gekommene Papiere dieses Marktes verloren bis 1 Prozent. iSchluß des redaktionellen leite.) Die deutschen Waren beginnen sich erfreulicherweise den ihnen gebührenden Platz wieder zurückzuerobern. Die natürlichen Mineralwässer Dcuisch- lands werden von dieser Frage ebenfalls berührt. Soweit es sich hier um Heilquellen handelt cntschel- bet selbstverständlich in erster Linie das Bedürfnis des Kranken. Es wird aber immerhin geprüft werben müssen, ob nicht ein ähnlich zusammengesetztes deutsches Mineralwasser ebenso heilwirkend ist und man wird bann leicht feststellen können, daß jum Beispiel das altberühmte, rein natürliche deutsche Fachinger Wasser es mit allen ausländischen ähnlichen Heilquellen sowohl in bezug auf feinen unvergleich. lichen Wohlgeschmack, als auch gerade in bezug auf seine Heilwirkung ausnehmen kann. 2663V •Sonnenqebräunte Haut IVEA-CREME oder aber NIVEA " ÖL Herr Immerfein... dem es nicht so sehr darauf anzukommen braucht, ob er einen Anzug mehr oder weniger im Schrank hat und damit wechselt. Auch er benützt die Gelegenheit des Saison-Schlußverkaufes, um seinen Kleideroestand zu ergänzen. Was er dabei spart, dafür kann er noch einer anderen Liebhaberei nachgehen. Auch unsere Preise für Maßbekleidung (Maßatelierarbeit und Maßkonfektion) sind jetzt enorm herabgesetzt. KÖHLER Herren- und * naben-Bekleidung GIESSEN - SELTERSWEG 4919 A Diese drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien-Drucksache Bietet Ihnen In zehlrelcnen neuzeitlichen Aueführunge- arten zu mäSIgen Preisen die Brthl'sche Druckerei, Gießen, Schulstraße 7, Anruf Nr. 2251 öetohmackvolll vernehm I »siönllchl 5 n Schuhhaus Weidemann Seltersw.59 Verkäufe Rentables 4X4 Zimmer-Haus m.Nebenräumen, in tadellosem Zustand, weg. Auseinander- sedung tu verkaufen. Sdir. Ang. u. 04599 a.d. Gieß. Anzeiger. 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Der Kommerzienrat liebte die Tochter abgöttisch; jeden Wunsch hätte er ihr erfüllt, der mit seinen Ansichten übereinstimmte. Leider aber gingen die Wünsche Magussis sehr oft dagegen, und dann gab es bei der Tochter Eigensinn und bei des Gatten Machtbewußtsein häufige Meinungsverschiedenheiten, und sie hatte Mühe, zu schlichten und wieder einzurenken — wie ein Getreidekorn erschien sie sich oft, das zwischen zwei Mühlsteinen zerrieben wird! — Der Tag ging hin wie jeder andere. Mit keinem Wort erwähnte der Kommerzienrat die Tochter. 2Iber Frau Maria konnte in ihm lesen; sie merkte wie aufgebracht er über Magussi war — Eigenmächtigkeiten vertrug er durchaus nicht, weder im Geschäft, noch viel weniger aber im Hause und in der Familie! Die Ehe mit diesem starken Manne hatte in der zarten Frau, die sehr fügsamer Natur war, jeden eigenen Willen erstickt. Sie war innerlich and äußerlich ganz abhängig von dem Gatten; ihrer großen Liebe war auch ein gut Teil Furcht vor ihm beigemischt, so daß sie kaum ein Wort anderer Meinung wagte. — Am Spätnachmittag des andern Tages fuhr der elegante braune Merceswagen der Frau Lilo von Konsilius vor der Villa des Kommerzienrats vor. „Lilo, ich habe nun doch Angst!" — Die dunkelblauen Augen des schönen, blonden Mädchens, das noch zögernd sitzen blieb, irrten ängstlich über die Fenster des Hauses, von denen schon zwei erleuchtet waren. „Mama ist zu Hause; sie sitzt im Wohnzimmer, vielleicht beim Tee! Bitte, komm einen Augenblick mit hinauf. Schicke den Chauffeur einstweilen fort; er kann dich ja in einer halben Stunde wieder ab- holen!" „Kleiner Angsthase!" Die Angeredete lachte. „Wie läßt du dich einschüchtern mit deinen dreiundzwanzig Jahren--du bist doch kein Wickelkind mehr! Erkläre das deinem Vater endlich einmal mit aller Bestimmtheit! — Wenn du zu allem immer fein demütig Ja und Amen sagst, so wird man dich schulmeistern, bis du Großmutter bist! Ich liebe und ver- „Willst du dich nicht näher aussprechen? Dein Brief deutete ja bereits Verschiedenes an! Dennoch will ich nicht hoffen, daß — „Doch, Mama, ich habe es getan! Ich habe meine Stimme von unparteiischer, maßgebender Seite prüfen lassen, da ich nichts auf die Schmeicheleien gebe, die man der Tochter des Herrn Kommerzienrats Bunte zollt, obwohl ich genau weiß, daß ich schon viel kann und bei weiterer Ausbildung noch viel mehr leisten werde. Auf das Urteil der Gesangsmeisterin kann ich wirklich stolz fein!" Magussis Augen leuchteten vor Genugtuung, während sie das sagte. ,-Sie war geradezu begeistert!" rief Lilo eifrig. „Es interessiert mich nicht!" wehrte die Kommerzienrätin kühl ab. „Gnädige Frau, das kann Ihr Ernst nicht sein!" meinte Lilo vorwurfsvoll, „die Künstlerin sagte, solch schönes Material und solch große Musikalität seien ihr nur sehr selten begegnet, und ihr würde es eine große Freude sein, diese Stimme bis zur Bühnenreife auszubilden! Unentgeltlich — nur mit dem Wechsel auf die Zukunft! Ist das nicht bezeichnend, gnädige Frau? Die Gesangsmeisterin wußte doch gar nicht, wer Magussi war, konnte ihr also auch nicht wegen zu erwartenden Honorars nach dem Munde reden", — eifrig sprach Lilo für die es ein prickelndes Gefühl war, Mitwirkende in einem Schauspiel zu sein, dessen Heldin die Freundin war! „Warum das alles, Magussi? Es hat doch gar keinen Zweck —" „Warum, Mama? Weil ich mich der Kunst widmen will, in der allein ich Erfüllung meines Lebens sehe!" entgegenete Magussi ruhig. „Das ist ganz ausgeschlossen, 'Kind, und ich bitte dich, wenn du mich lieb hast, dir diesen Wunsch aus dem Kopf zu schlagen! Du kennst Papas Ansichten —" „die aber nicht die meinen sind! Papa, immer Papa —I Soll er denn in allem maßgebend fein? Ich verehre und liebe ihn sehr — aber mein Leben, meine Persönlichkeit kann ich ihm nicht zum Opfer bringen! So in chm ausgehen wie du, wäre für mich Selbstmord! Ich bin jung, und mein Leben liegt noch vor mir! Ich will es leben, wie ich es für mein Glück halte — und ihr wollt doch mein Glück —" „Eltern müssen die Kinder ihre eigenen Wege gehen lassen!" warf Lilo ein. Groß und verweisend blickte die Kommerzienrätin sie an. „Und wohin hat Ihr Weg Sie geführt, Frau Lilo? Sie hatten sich den Mann Ihrer Wahl gegen den Willen Ihres Vaters ertrotzt und hatten es bald zu büßen! — Dürfen die Ellern den Kindern denn nicht ihre Lebenserfahrungen warnend vor Augen stellen, wenn sie sehen, daß deren Wünsche und Neigungen sich auf falscher Bahn bewegen?" kFortsetzung folgt.) 5-M.-Wniing mit allem Zubehör sof. zu oerm. Ruhl, Bahnhofstr. 15. o46oe Die bish. von Herrn Dr. Storck inne- gebabten 4856D Pratisraume sind ab 1.10. ander- weit. z. oerm.; auch für Geschäfts- und Büroräume geeign. Änfr. erb. an Moe- ser, Seltersweg 38. Gut möbliertes großes 3immer zeitgemäß zu oerm. Unmittelbare Nähe Bahn u. Anatomie. Licbigstraße 13, I. Telefon 3177. o<584 einen großen Posten Gardinen- (BtoBe rebttiMMerms-Mlalt hat an geeignete Herren Vertretungen bezirksweise zu vergeben zur Leitung u. Organisation des Geschäftes. Aus- führl. 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Aber was tut man seiner Freundin nicht zuliebe!" ,^$d) weiß es, Lilo, und ich danke es dir auch! Ach, manchmal ist es nicht schön bei uns!" seufzte Magussi. Lilo sprang zuerst aus dem Wagen. Sie sah sehr fesch aus in der roten, mit Oppossum verbrämten Lederjacke. „Gut, ich will dir auch noch den Gefallen tun und deine schöne alte Dame begrüßen und sie um gut Wetter für dich bitten! Du kommst ja mit dem besten Ergebnis heim — ein Goldschatz ruht in deiner Kehle, und eine glänzende Zukunft ist dir sicher!" „Ach, Lilo, wie mir das Herz klopft! So gut Papa sonst ist, in seinem Zorn ist er furchtbar! Und ich habe unrecht getan, daß ich, ohne den Eltern etwas davon zu sagen, einfach mit dir davongefahren bin!" meinte Magussi. „Nimm doch nicht alles so tragisch! warf Lilo leicht hin. — Aber schwer und ängstlich war Magussis Sinn, und ihr bißchen Mut sank in nichts zusammen, als sie über den breiten, gepflegten Weg des Vorgartens nach der Eingangstür des Hauses ging. 2. Kapitel. „Da find die Ausreißer, Mama!" Mit gutgespielter Lustigkeit rief Magussi es schon von der Schwelle des Wohnzimmers her, dabei die Hand der Freundin fest fassend. 2 Pullover gefunden. Abzuholen gegen Inseratgebühr 04616 Lreoigstr.l7lII VsFeins | F.G.F. Abfahrt 4940V nach Daubringen 10.31 vormittags. Uniform: Tuchrock, Helm. Das Kommando.