Nr. 153 Erstes Blatt 183. Jahrgang Dienstag, 4. Juli 1933 (Er|d)ttni lägltch. autz« Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte (Biebener Familienblätter Heimat im Bild DieScholle monat$:Be$ngsprets: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüsfe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'lche Universttülr-Vuch- und Steindruckerei H. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorfchrist 20°, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blurnschein und für den Anzeigenteil i. D.TH.Kümmel sämtlich in (Sieben. Randnoten. Die jüngsten Berichte melden aus allen Zweigen der deutschen Wirtschaft eine wachsende, nachhaltige Belebung und eine allmähliche Wiederkehr geordneter Erzeugung^ und Absatzverhält- nisse. Der tote Punkt scheint endgültig überwunden. Langsam beginnt die Wirtschaft vom Leerlauf der letzten Jahre wieder auf Touren zu kommen und den Arbeitskarten aus dem Sumpf marxistischer Experimente wieder aus den Berg einer freieren Sicht in bessere wirtschaftliche Verhältnisse zu ziehen. Die nationalsozialistische Revolution hat das Schwungrad mit Macht in Bewegung gesetzt. Nichts kann sich ihm mehr hemmend in Den Weg stellen, wenn — ja wenn mir alle bis zum letzten Volksgenossen oon unseren verantwortungsvollen Aufgaben und Pflichten fest überzeugt sind, daß doch schließlich immer wieder mir selbst es sind, die den ruhigen, sicheren Gang unserer volkswirtschaftlichen Maschinerie in Bewegung halten. Wir müssen uns darüber klar sein, daß der Hebel der Arbeitsbeschaffung nicht zuletzt in unseren Händen liegt. Die Regierung kann wohl die Wege ebnen, den Boden vorbereiten, alle hemmenden Schwierigkeiten helfend aus der Bahn räumen — mehr aber nicht — dann muß unsere Kraft einsetzen. Die Zeiten sind ein für alle Mal vorüber, wo mir mehr ober minder sorglos in den Tag hineinleben konnten. Das Schicksal verlangt von uns restlosen Einsatz! Nicht Paragraphen vermögen uns zu retten, sondern unser unbesiegbarer Wille, das deutsche Los zu meistern! Aus jeden kommt es an, keiner kann und darf der Ausgabe sich entziehen. Wir alle können Arbeit schassen. Niemand kann sich ausreden, er habe nicht die Möglichkeit, am Wiederaufbau unserer deutschen Wirtschaft mitzuhelfen, denn er fei ja kein Arbeitgeber. Wie aber liegen in Wahrheit die Dinge? Wir alle sind ausnahmslos Arbeitgeber der Wirtschaft. Jeder kann Arbeit schassen, indem er sein sauer verdientes Geld nicht im Strumpf hütet, sondern auf dem Wege über d i e Sparta f-fen der deutschen Wirtschaft zur Verfügung st eilt und indem er bei der Deckung feines Bedarfes, menn nur irgend möglich, deutsche Erzeugnisse unbedingt bevorzugt. Wer fremde Erzeugnisse kauft, versündigt sich an feinen arbeitslosen Volksgenossen. Es ist für uns unerträglich, im eigenen Lande Millionen von Errnerbslosen zu haben und auf der anderen Seite zu sehen mie durch den Kauf fremdländischer Waren dem Ausland die Taschen gefüllt werden. Der nationalsozialistische Staat hat die Fronten zusammengeschweißt. Im Generalangriff gegen die Arbeitslosigkeit steht das über alle früheren Älassen- und Stände- und Berufsgegensätze geeinte deutsche Volk. Das große Arbeitsbeschaffungsprogramm der Regierung geht entschlossen und kompromißlos gegen die eigentlichen Ursachen der Wirtschaftsnot vor. Nur so kann eine nachhaltige Wirtschaftsbelebung ermöglicht werden. Die ersten Wirkungen der kühnen, umfassenden Maßnahmen sehen wir bereits in dem auffallend fortschreitenden Rückgang der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahre. Seit dem Höhepunkt im Januar 1933 sind bereits 1 Million Arbeitslose wieder in die Wirtschaft eingereiht worden. Sorgen wir alle dafür, daß derRuf des Kanzlers zur Mitarbeit das größte Echo findet. Vergessen mir nicht, uns bei jeder Gelegenheit unserer Pflichten zu erinnern. Helft Arbeit schaffen! Kauft deutsche Waren und ehrt Eures Volkes Arbeit! Während die Sowjetpresse mit der japanischen Presse einen Nach richtenkrieg um Wladiwostok, Sachalin und Kamtschatka führt und mit gequält anmutendern Humor die Nachrichten über japanische Absichten auf diese Gebiete zurückzuweifen bestrebt ist, hat L i t w i n o w in L o n d o n erfolgreiche Bemühungen um die Konsolidierung der Beziehungen der Sowjet- Tlnion x u ihren europäischen Nachbarn und Rivalen entfaltet. Man versteht jetzt den Lärm, den die Sowjetpresse mit großem Stimmenaufwand seinerzeit um das Hugenberg-Mc- morandum geschlagen hat; es war ihr jedes Mittel recht, um die Grundlage für eine Annäherung an Polen, die Kleine Entente und vor allem an England zu finden. Während der Friedenspakt mit den Rand- staaten noch nicht zustande gekommen ist und in einzelnen beteiligten Ländern nicht ohne Widerspruch bleiben dürfte, ist die für Rußland noch wichtigere Aussöhnung mit England endlich erfolgt. Angesichts ihrer Bedingungen, die einen vollen Rückzug Rußlands darstellen, fragt man sich, warum dieses Ergebnis nicht schon vor Wochen möglich war. Man muß sich aber daran erinnern, daß der Prozeß gegen die englischen Ingenieure seinerzeit aus inner- politischen Prestigegründen inszeniert worden war, daß Rußland unter dem englischen Druck alsbald nach dem Prozeß bereits vier Engländer hatte heimkehren lassen, obwohl die ihnen zugedachten Strafen an sich wesentlich milder waren, als bei den russischen Angeklagten. Auch jetzt sind die Moskauer Blätter bemüht, das Ergebnis von London als einen vollen Erfolg der Sowjetpolitik dazustellen, indem sie das Hauptgewicht auf die Aufhebung der englischen Einfuhrsperre legen und darauf Hinweisen, daß die englische Absicht, die Sowjetunion in Zahlungsschwierigkeiten gegenüber anderen Ländern zu bringen, nicht habe verwirklicht werden können. Die „3svestija" klärt ihre Leser dahin auf, daß erst England seine Versuche aufgegeben habe, die Sowjetregierung auf die Knie zu zwingen und daß die Sowjetregierung hierauf beim Präsidium des Zentralexekutivkomitees für die beiden Engländer Amnestie Tausende Rußlanddeutscher dem Hungertvde preisgegeben. Das Schicksal der deutschen Wolgakolonisten unter dem bolschewistischen Fünsjahresplan. „Brüder in Rot." Ein Hilfüwert für die deutschen Stammesbrüder. Don Dr. Karl Brill. Verzweifelte Hilferufe vieler Tausende deutscher Männer, Frauen und Kinder bringen aus allen Teilen Sowjetruhlanbs ins Reich herüber. So grausig find bie berichteten Einzelheiten aus ben Hungergebieten, baß man an lieber- treibungen glauben möchte. Leiber aber finb burch zuverlässige Beobachter bie furchtbaren Tatsachen vollauf bestätigt worben. Eine morbenbe Welle von Not ist burch ben Mißerfolg bes ersten Fünf-Jahres- Plans über bas ganze russische Volk hereingebrochen. Zehn Millionen Menschen in einem Jahre verhungert, in einem Reiche, bas vor bem Kriege (betreibe in riesigen Mengen ausführen konnte, bas ist ber Ertrag ber phantastischsten Fehl» rechnung. Besonders schwer betroffen sind die einstmals so blühenden deutschen Bauernkolonien in Südruhland, in der Ukraine und an der Wolga. Zu den blutigen Verfolgungen ihrer evangelischen, katholischen und menno- nitischen Bewohner durch den kirchenfeindlichen Sowjetstaat kam die Zerrüttung ihrer wirtschaftlichen Grundlagen durch den Versuch, auch hier das kollektivistische System und die Vernichtung des Privateigentums zu erzwingen, für das im marxistischen Gebäude fein Raum ist. Unerf'itt- lich hat die herrschende Partei für die ihr allein lebensnotwendig scheinenden Schichten die irgendwie erreichbaren Mengen an Lebensrnitteln gesichert und die übrigen Teile der Bevölkerung ihrem Geschick überlassen. Unter dem jetzigen System wird die bevorstehende Ernte viel zu klein sein, um das ganze Volk ein 3ahr lang ernähren zu können. Kenner der Verhältnisse wagen keine günstigere Schätzung als die, daß bereits im Dezember eine noch furchtbarere Hungersnot droht, als sie Rußland in diesem Jahr durchgemacht hat. weit schlimmer auch als die von 1921/22. Davon, daß zwei Millionen Deutsche in Rußland wohnten und mit ihrer Arbeit und ihrem Können ein wesentlicher Faktor der ganzen russischen Volkswirtschaft geworden waren, wußten vor dem Kriege im kleindeutschen Reich nicht viel Menschen, wie man sich auch um das Schicksal des übrigen Auslanddeutschtums so gut wie gar nicht kümmerte. Es gehört zur Tragik der deutschen Ration, daß sie erst durch den Krieg und durch die Nachkriegserlebnisse zum Bewußtsein kam, daß alle Deutschen in der Welt in einer großen Schicksalsgemeinschaft verknüpft sind, aus der sich keine Gruppe lösen darf, und von der keine vergessen und geopfert werden darf ohne Schaden an der Seele der ganzen Nation. Erst dann wurde man sich im Reiche der Verpflichtungen und der Zusammengehörigkeit gegenüber den Volksgenossen in aller Welt bewußt, als die Macht fehlte, sich schützend vor sie zu stellen. Wach und lebendig ist heute im ganzen Volk d*a s Gefühl für gemeinsame deutsche Not. Wo Hilfe gebracht werden kann, wird sie gebracht werden. Angesichts der Vernichtung, die das Deutschtum in Sowjetruhland in seinem ganzen Bestand bedroht, haben sich mit den kirchlichen Organisationen aller Bekenntnisse und mit der NS.-Volkswohlfahrt die graften Deutschtumsverbände, VDA., Deutscher Schutzbund zu einem „Reichsausschuft Brüder in N o t". Berlin W 35, Postscheckkonto 85 000, zusammengeschlossen, bei dem alle Spenden zufammen- slieften. Hilfe für die hungernden deutschen. Familien in Rußland können in doppelter Form erfolgen: es werden aus den eingehenden Geldspenden (nur solche sind möglich wegen der Zoll» und Einfuhrbestimmungen) entweder Beträge an die Valutaläden in Rußland zur Gutschrift auf Lebensrnittel für bestimmte Empfänger überwiesen, ober aber es werben ftanbarbifierte und durch die russischen Behörden konzessionierte Lebensmittelpakete versandt. Es besteht auch bie Möglichkeit, burch bie beteiligten Verbände mit bestimmten notleibenbcn Familien in Verbindung zu treten. Sicherlich wirb eine Derartige persönliche Beziehung, bie zu bauernben Patenschaften führen könnte, unter Menschen gleicher Sprache unb gleichen Blutes ben Notleibenben ein noch stärkeres Gefühl dafür geben, daß das Mutterland aller seiner Kinder weit draußen gedenkt. Die Aufgabe, vielen Tausenden Hilfe zu bringen, ist so groß, daß man wohl in Versuchung kommen könnte, sie als unlösbar anzusehen. Aber: wenn man nicht alle mehr aus dem Hungerelenb herausreißen kann, müssen es doch möglichst viele sein. Und sollte eine Volk von 65 Millionen nicht sich getrauen, etwa ebensoviele Zehntaufende seines Blutes unb seines Glaubens vor bem Untergang zu schützen! Voller Vertrauen halten bie Verzweifelten Ausschau nach unserer volksbrüberlichen Hilfe. Enttäuschen wir sie nicht! Warum schweigt die Welt? Oer VOA. wird für Aufklärung über die Menschenvernichtung in Rußland sorgen. Berlin, 3. Juli. (TU.) Der Volksbr'nb für bas Deutschtum im Auslanb unterrichtete bie Presse über bie Lage ber Rußlandbeutschen. Geheimrat Elei - now erklärte: Von ollen Völkerschaften in ber Sowjetunion ist bie beutsche Nationalität burch ben Bolschewismus am schwersten getroffen. Aus ber Million reicher Bauern, bie in verschiebenen Teilen Rußlanbs bas Rückgrat ber Wirtschaft bilbeten, finb reine Proletarier geworben. Ihre Lage ist hoffnungslos, weil sie bas Los aller Bauern in ber Sowjetunion teilen. Es ist kaum möglich, unseren Volksgenossen anbers zu helfen, als burch rücksichtslose Aufklärung in ber ganzen Welt über bie allgemeine Menschenvernichtung, bie bie Bolschewiken treiben, ohne baß bie übrige Welt auch nur ben gering ft en Anteil baran nimmt. Rußlanb steht vor einer Iota! Hungersnot. Der Boben im Schwarzerbestrich ist völlig verunkrautet. Die Verkehrsmittel befinden sich am Ende ihrer Leistungsfähigkeit. Die Viehherden finb abgeschlachtet. Der Bauer flüchtet baher in bie Stäbte, um sich vor bem Verhungern zu retten. Die Hungersnot ist so groß, bah zahlreiche Fälle von Menschenfresserei vorgekommen sinb. Mit ber wirtschaftlichen Ausplünderung Hanb in Hanb geht bie Vernachlässigung ber Schulbilbung. Nicht einmal bie Muttersprache kann ber Deutsche im Geiste ber beut- schen Kultur pflegen. Die Lage ist augenblicklich so, baß ein Rotwelsch entsteht, ähnlich wie ihn bie Ost- juben sprechen. In ben letzten fünf Jahren hätte seitens bes Reiches mehr für bie Rußlanbbeutschen getan werben können, wenn unsere Politik stärker burch völkische ©ebanfengänge bestimmt worben wäre. Aber alle Anregungen nach bieser Richtung mürben zurückaewiesen, sobalb bie Gefahr entstaub, bas russische „Geschäft" zu erschweren. Die Not ber Deutschen in Rußlanb ist so groß, baß sie burch Repressalien ber Sowjetregierung kaum noch vergrößert werben kann. Darum brauchen mir nichts zu fürchten, bie Lage unserer Volksgenossen zu verschlimmern, menn mir in einen gewaltigen Propaganbafelbzug z u ihren Gun st en eintreten. Dr. Salett, Professor an der Nothern- Hniberfität in Chicago führte Dann über seine Erlebnisse in Sowjetruftland u. a. aus: Die Zahl der nach Sibirien verbannten deutschen Kulaken beträgt etwa 70 000; sie gehen in den Konzentrationslagern langsam zugrunde. 3n manchen deutschen Dörfern ist schon e i n Viertel der Bevölkeru-ng an Hunger gestorben. Bei vorsichtiger Schätzung sind in den letzten Monaten rund 100 000 deutsche Kolonisten verhungert. Dazu kommt noch, daß in Sibirien bereits in weiten Landstrichen d i c Pest äusgebrochen ist und der Typhus in ganz Ruftland in aufterordentlichem Mafte wütet. Auch der Ausbruch der Cholera steht unmittelbar bevor. Es ist höchste Zeit, daft von allen berufenen Stellen energische Hilfsaktionen eingeleitel werden, um dieser Schande in der Welt zu steuern. Nicht zuletzt wegen der Greuel- propaganda über die Vorgänge im Reich gelte es, an die Welt die Frage zu richten, warum die Verschwörung des Schweigens zu dieser entsetzlichen Tragödie, die sich nun schon seit Jahren in Ruftland vollzieht. Oer Oanziger Staatsbesuch in Warschau. Beiderseitiger Wille zur Zusammenarbeit. erwirkt habe. Die Aushebung der Einfuhrsperre sei eine Niederlage der englischen Scharfmacher und ein Beweis, daft Kolonialmethoden gegenüber der Sowjetunion zwecklos seien. Die „Prawda" geht davon aus, daft der 3ngenieur- prozeft für England nicht der Grund, sondern nur der Vorwand zu einem Wirtschaftsangriff auf den proletarischen Staat gewesen sei. Die Einigung zwischen England unb Rußlanb ist im Wechel von äußerlich unabhängigen Akten ber englischen unb ber russischen Regierung erfolgt. Jns- befonbere hat England nicht Darauf bestanden, formelle Zusicherungen oon der Sowjetunion dafür zu erhalten, daß derartige Schauprozesse künftig nicht mehr auf Kosten einiger Staaten veranstaltet werden. Der Sinn des englischen Vorgehens war aber so deutlich und die Aussprache mit Rußland von Anfang an fo unverblümt, daß an eine Wiederholung der russischen Methoden, wenigstens gegenüber England auf lange Zeit hinaus nicht zu denken ist. Regierung und Presse. Berlin, 1. Juli. (ERB.) Der stellvertretende Reichspressechef Dr. I a h n ck e, eröffnete am Samstag die erste staatliche Pressekonferenz. Während bisher die Berliner Journalisten sich jeden Tag zusammenfanden und Vertreter der Regierung baten, ihnen Mitteilungen über bedeutendere Vorgänge zu geben, wird von nun an bie Reichs- regierung selbst als einladender Teil für die täglichen Pressekonferenzen fungieren. Dr. Jahncke, der den Vorsitz in dieser Pressekonferenz führt, rotes daraus hin, daß mit dem heutigen Tage für die gesamte deutsche Presse und ihr Verhältnis zur Regierung eine wichtige Aenderung eingetreten sei. Jeder, der die nationalsozialistische Bewegung wirklich kenne, kenne auch ihren Drang nach Totalität und nach Autorität. Durch die neuen staatlichen Pressekonferenzen solle die Verbindung zwischen Presse und Regierung enger gestaltet werden, und zwar auch in dem Sinne, daß die Presse autoritativ mehr an die Regierung gebun« d e n wird. Er kündigte nähere Bestimmungen über die Neuregelung der Pressekonferenz an. Danzig, 3. 3uli. (WTB.) Der Präsident des Senates Dr. R a u s ch n i n g und der stellvertretende Präsident Greifer find zu ihrem Besuch der polnischen Regierung in Warschau eingetroffen. Nach der Begrüßung im Festsaal des Bahnhofes durch polnische Regierungsvertreter begaben sich die Danziger Herren im Kraftwagen nach dem Hotel Europejski, vor dem ein Doppelposten aufzog. Gegen mittag wurden Dr. Rauschning und Vizepräsident Greiser vom Staatspräsidenten M o s c i s k i empfangen. Cs folgten Besuche im Ministerpräfidium und beim Außenminister Beck. Ein Frühstück, das der Auhenminister zu Ehren der Danziger Gäste gab sowie ein Empfang im Rathaus schlossen sich an. Im Anschluß daran erklärte Senatspräsident Dr. Rausching der Presse, der herzliche Empfang in Warschau habe in ihm die Hoffnung erweckt, daß die Beseitigung der Schwierigkeiten leichter sein würde, wenn das notwendige gegenseitige Vertrauen wieder hergestellt sei, zumal Danzig mit Polen nicht allein durch vertragliche und wirtschaftliche, sondern auch durch geographische Ndomente verbunden sei. Das Wesen der nationalsozialistischen Bewegung, die nicht allein oon politischen Triebkräften getragen werde, sondern eine innere Wiedergeburt des deutschen Volkes und eine Besinnung auf d i e Werte des Volkstumes überhaupt fei, müßte besonders in Polen Verständnis auslösen. Der nationalsozialistischen Regierung in Danzig sei nicht nur an korrekten, sondern auch a n freundschaftlichen Beziehungenzu P o- len gelegen. Der Warschauer Besuch solle gleichsam eine allgemeine Vorbereitung der Atmosphäre für die bevorstehenden Verhandlungen sein, die nach einem Gegenbesuch der polnischen Regierungsoertre- ter in Danzig in kürzester Zeit ausgenommen werden würden, um dadurch eine neue Epoche in den Beziehungen zwischen Danzig und Polen einzuleiten. Am Abend fand ein Essen beim stellvertretenden Ministerpräsidenten Zawadski statt, bei dem dieser erklärte, Polen lege größten Wert darauf, durch guten Willen und in gegenseitigem Vertrauen d i e Schwierigkeiten ausdemWegezuräu- men. Er wies auf die natürlichen Bande, die Danzig mit Polen feit Jahren verbunden hätten, hin und sprach den Wunsch zur engsten Zusammenarbeit mit Danzig aus. Senatspräsident Rausching betonte ebenfalls die aufrichtige Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Wenn beide Teile vom Boden der bestehenden Verträge aus bereit seien, gegenseitig die Rechte und Pflichten zum gemeinsamen Besten zu achten, sei die Möglichkeit zur baldigen Verständigung vorhanden. In später Abendstunde traten die Vertreter die Rückreise nach Danzig an. Oer Reichspräsident stiftet die Rettungsmedaille neu. Berlin, 1. Juli. (DDZ.-Funkspruch.) Unter Gegenzeichnung des Reichsinnenministers hat Reichspräsident oon Hindenburg eine Verordnung über die Verleihung von Auszeichnungen für die Errettung von Menschen aus Lebensgefahr erlassen. Danach wird die Rettungsmedaille am Bande verliehen, wenn sich der Retter bei dem Rettungswerk in ganz besonders erheblicher eigener Lebensgefahr befunden hat. Die Erinnerugsmedaille für Rettung aus Gefahr, die nicht zum An- legen bestimmt ist, wird verliehen, wenn sich der Retter in erheblicher Lebensgefahr befunden hat, die Verleihung beider Medaillen hat zur Voraussetzung, daß die Rettungstat von dem Retter bis zu einem gewissen Grade selbstän - big zu Ende geführt ist unb baß er seiner ganzen Persönlichkeit nach einer solchen Auszeichnung würbig erscheint. Die Mebaillen werben in ber Regel nicht verliehen, wenn Personen bei ber Rettung Schutzbefohlener zwar chr eigenes Leben eingesetzt, babei aber nur innerhalb der Grenzen ihrer Pflicht gehanbeli MW li Aus der Provinzialhauptstadt D'e Studentenschaft huldigt dem Reichsstallhalter vor der Universität. ch den in die in Not" das Als Abschluß der großen Rußlandwerbung wird das Rote Kreuz am Sonntag. 9. Juli, durch den Vertrieb eines Heftes „Brüder in Not", das m die Hand jedes Deutschen kommen muß, eine Straßen- fammlung durchführen. Auch der Rundfunk wird für die Sammlung werben. Keiner stehe zurück, wenn es gilt, echte, volksdeutsche Brudergesinnung zu Zeigen. Die hungernden Brüder und Schwestern Ln sollen wissen und erfahren, daß ihnen 60 Millionen Deutsche die Hände über die Grenzen reichen. Hungernde Deutsche in Rußland! Ein Aufruf des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland, Ortsgruppe Gießen. Von der Ortsgruppe Gießen des VDA. wird mitgeteilt: Das Deutschtum in Rußland, weit über eine Mil. lion Menschen, steht vor dem Hungertod. Die ?n2c, D0.P dort berichtet werden, sind erschütternd. Wir können und dürfen vor ihnen nicht mehr passiv bleiben. In dieser furchtbaren Lage erwachst dem VDA. die unbedingte Pflicht zu einer außerordentlichen Hilfsaktion, zu der sich alle amtlichen Stellen, alle Parteistellcn und alle privaten Hilfsorganisationen zur Verfügung stellen müssen. Nach seinem geistigen Neuaufbau hat der VDA. die erste große und umfassende Möglichkeit, feine ungeheuere Volksdeutsche Bedeutung herauszustellen. Zum ersten Male soll es zu großen Volksdeutschen Massenkundgebungen im ganzen Reiche kommen. Auch die Organisation der NSDAP. sich mit der ihr eigenen Intensität an der Durchführung der Kundgebungen beteiligen Die Ortsgruppe Gießen des VDA. veranstaltet diese Kundgebung am kommenden F r e i - tag,7.Juli, 20.30 Uhr, im Cafs Leib und fordert alle Vereine, alle Organisationen und alle amtlichen Stellen auf, ihre Mitglieder zu die er ge- meinjamen Kundgebung aller Deutschen aufzufor- haben. Die Verleihling der Rettungsmedaille am Bande für Jugendliche wird bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres ausgesetzt. Die Ver- leihungsurkundc für die Rettungsmedaille am Bande unterzeichnet der Reichspräsident selbst, die Ver- leihungsbescheinigung für die Erinnerungsmedaille der Reichsinnenminister. Für Rettungstaten vor dem 9. April 1933 dürfen die Landesregierungen selbst noch bis zum 8. April 1934 die landesrechtlichen Auszeichnungen verleihen. Selbstauslösung der Deutschen Volkspartei. Berlin, 4. Juli. (VDZ.-Funkspruch.) Oer Parteiführer der Deutschen Volkspartei, Reichstagsabge- ordnetcr Dingel dey, Hal folgende Verfügung bekannt gegeben: „Da mit dem Wesen des jetzigen nationalsozialistischen Staates Parteien im alten Sinne nicht mehr vereinbar find, werden hierdurch mit sofortiger Wirkung sämtliche Organisationen der Deutschen Volks Partei aufgelöst. Die Liquidation ist nach Möglichkeit zu beschleunigen. Aeber die Stellung der TNandatsträger sind mit den maßgebenden Stellen Verhandlungen ausgenommen. Ich erwarte von allen Freunden der Deutschen Volkspartei, daß sie, getreu ihrer Ueberlieferung verantwortungsfreudig an des Vaterlandes GrößeundFreiheit Mitarbeiten. Einig- keit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand. gez. D i n g e l d e y". Eine Anordnung des ^steichsjugendführers. Berlin, 4. Juli. (NSK.) Der Reichsjugend- fuhrer BaldurvonSchirach erläßt folgende Anordnung: Ich untersagehiermitjede Belästigung vonAngehörigenande- rerJugendbünde durch Mitglieder der HI. Wenn durch das Verhalten von Angehörigen deutscher Jugendverbände Anlaß zu Klagen gegeben wird, ist auf dem Dienstwege an mich zu berichten. Soweit die Klagen ein Einschreiten notwendig machen, werde ich bei denzuständi- gen staatlichen Stellen das Notwendige veranlassen. Einzelaktionen werden bestraft. Vertagung der Londoner Konferenz? London, 4. Juli. (WTB.-Funkspruch.s Das kleine Büro der weltwirtschaftskonferen; hat beschlossen, heute nachmittag eine Vertagung der Konferenz sowie die Abhaltung einer Vollsitzung am Donnerstag zu empfehlen. Die Arbeiten der Unterausschüsse, die noch von Ruhen seien, sollen bis Donnerstag fortgesetzt wer- aus Offenbach, die dabei ihrer Freude Ausdruck gab über die Tätigkeit der oberhessischen und insbesondere über das einmütige -Zusammenarbeiten der evangelisch-kirchlichen Frauenvereine in Gießen. Der Superintendent der Provinz Oberkirchenrat D. Wagner grüßte die Festversammlung im Namen der Kirchenregierung und entbot ihr, indem er die Notwendigkeit fraulicher Arbeit überhaupt und insbesondere kirchlicher Frauenvereinsarbeit betonte, beste Wünsche für den Weg Sum goldenen Jubiläum. Die Festrede hielt Pfar- rer Dechtolsheimer. Er berichtete von seinen Erinnerungen aus der Gründungsversammlung vor 25 Jahren, sprach den feiernden Vereinen den aufrichtigen Dank der Kirchengemeinden im Namen des Kirchenvorstandes aus und wünschte ihrem Wirken im Dienst der Gemeinde auch weiterhin Gottes Segen. Ein eindringliches Schluß- ^vort sprach Landeskirchenrat Pfarrer A u s - d. Er betonte die biblische Begründung dieser A^eit und rief auf zur ernsten Treue an diesem Wr Ärn„Vrin ÄSaSÄ* im Fr°ck Mm,t-rpr°sid-nt i>er L,chu,en DarmsE Den Anfang seines heutigen Elends sehe der Inder in der Entdeckungsfahrt Vasco da Gamas. Nach ihm kamen die Holländer, die Franzosen und last not least der „Erzfeind", der Engländer. Zuerst seien es wenige Kaufleute; es folgten die Soldaten und als )-ü.^,'6/eit in Indien selbst ausbrach, war das •5k aLb-es Landes besiegelt. Während der napoleonischen Kriege sei es den Engländern gelungen, durch Betrug und Bestechung und dank ihrer skrupellosen Diplomatie, die Franzosen zu vertreiben und das Land ganz in ihre Hände zu bekommen. Seit dieser Zeit gehe England daran, systematisch jegliche Fabrikation in Indien lahmzulegen. Auf die Tuch- herstelluna werde bis zu 70 Prozent Steuer gelegt, wahrend die englischen Lancashire- und Manchester- stoffe mit nur 2 Prozent verzollt eingeführt würden. Roch heute herrsche dasselbe Verhältnis. Unglaublich klinge es, wenn man höre, daß der Japaner seine Seide für 5 bis 10 Pf. pro Meter in Indien verkaufen könne. Zum Ausbruch des Haffes gegen die englische Re- kV CS burS 005 Salzmonopol gekommen. Gandhi habe zum Boykott aufgefordert, legte aber damit den Grund für die Kämpfe der Folgezeit. Erschütternd klang der Bericht über die Art der englischen Zivilisation. Der Engländer habe kein 3n= tere fe an einer Besserung der Verhältnisse. Kranken- ^ erwnf? ?bten unter 30 000 Einwohnern gebe es N'cht- Wasserleitungen seien in kleinen Städten nicht mu& ber H'ndu gehen, um seine heilige Waschung vornehmen zu können Gegen diese englische Fremdherrschaft stemme sich das indische Volk nut heiligen Fanatismus. Mohaim medaner und Hindu seien sich in dieser Freiheitsbe- ^ie ii!n9e ^neration stehe einmütig hinter Gandhi, der das ungeheure Rachegefühl der Jungen zahme. Denn — so glaube er — schlüge Jn- dien los, so wäre nie mehr Friede in der Welt Des- halb sei sein Kampf ein passiver Widerstand. In dieser Passivität werde er bestärkt durch die indische Philosophie die ihm lehre, daß durch Willenskraft alles möglich sei. Gandhi sei Sozialist und Kommu- Nist im edelsten Sinne des Wortes, der nicht mit Kampf und Blut, sondern mit Liebe zum Ziel kommen will. Gegen die Engländer richte sich seine Bewegung nicht, nur gegen die englische Regierung. Diese Regierung in Indien zu beseitigen, sei sein einziges Ziel. Dem Redner wurde für seine Ausführungen, die er durch eine Reihe Lichtbilder ünter- stutzte, lebhafter Beifall zuteil. Daten für Dienstag, den 4. Juli. , , Ser Dichter Christian Fürchtegott Gellert in Hainichen i. Sa. geb. (gest. 1769); — 1776: Un- ??b?nglgkeitserklärung Nordamerikas; — 1807- der ■ "uHenlsche Nationalheld Giuseppe Garibaldi in N'ääa geb. (gest. 1882); - 1844: der Kunsthistoriker i Sonntags - Rückfahrkarten zum Volkskonzert in Gießen. Die Reichsbahn gibt von allen Bahnhöfen der Strecken Gießen— Yerborn, Gießen — Friedberg, Gießen — Marburg, Gießen—Grünberg, Gießen—Hungen—Laubach und Gießen—Weilburg Sonntagsrückfahrkarten nach Gie> ßen aus, um auch der Bevölkerung des Landes die Möglichkeit zu geben, das Konzert zu besuchen Die Karten gelten am Tage des Konzertes (6. Juli) von 12 6 5 24 Uhr. Um 24 Uhr mutz Die Rückfahrt an" getreten sein. 1 ** Sonntags-Rückfahrtkarten zur ? /n Marburg. ®i<> Reichsbahn gibt von allen Bahnhöfen im 11m- um Marburg Sonntagsrückfahrkarten aus Die Karten haben am 8. und 9; ^uli die tarifmäßige Gültigkeit, am 4., 5., 6. y*?P J- Auli haben diese Karten jeweils Gültiq- keit von 0 bis 24 Ahr. Die Rückfahrt ist späte- stens um 24 Ahr anzutreten foHfrFpta ^"Gesellschaftsreisen. Die ®e- fÄ f SCn MER erfreuen sich in diesem ft Ä eluin einer lebhaften Beteiligung fiaV lnsbesondere um die Reisen inner- fanög. Jin heutigen Anzeigenteil eue^?iftn?lefer Veranstaltungen im 3uli veröffentlicht. Neben Reisen nach Ober- Mpu und nach Rügen sind auch Fahrten nach Ostpreußen und Masuren vorgesehen. Der Neiseweg führt über die Seestrecke Swine- munde—Zoppot, anschließend nach Danzig, Marienburg, Tannenburg-Denkrnal, Alleinstein, Rud- Muny. Masurische Seen, Löhen. Angerburg und Königsberg. Die Rückfahrt erfolgt dann wieder mit den Dampfern des „Ssedienstes Ostpreußen" Der nationalsozialistische „ Ab e n d f u n k " in Wien wird sein Erscheinen bis auf weiteres einstellen. Wie es heißt, soll auch das Mittagsblatt „Kampfruf" nicht mehr erscheinen. Wettervoraussage. Da sich der Kern des Hochdruckgebietes immer noch über den britischen Inseln befindet, gelangt durch die Westseite der nordöstlichen Störung weiterhin kühle Luft südwärts, die auch bei uns Bildung von wechselhafter Bewölkung hervorruft. Auch der Temperaturanstieg wird dadurch etwas gehemmt. Im wesentlichen wird aber der hohe Druck das trockene Wetter erhalten und zeitweise auch Aufheiterung herbeiführen. . Aussichten für Mittwoch: Leicht wechselnd wolkig, aber auch aufheiternd, noch keine weitere Erwärmung und trocken. Lufttemperaturen am 3. Juli: mittags 24,2 Grad ^elfius^abenbs 19,8 Grad; am 4. Juli, morgens 16,3 Grad. Maximum 25,3 Grad, Minimum 15,0 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Juli: . abends 18,5 Grad; am 4. Juli: morgen. 17,9 Grad. I den. Das Büro will aber welker bestehen blelben, um den Konferenzapparat intakt zu erhallen. Kleine politische Nachrichten. Der Reichsarbeitsminister und Stahlhelmbundesführer Franz Seldte spricht heute von 19.45 Ahr bis 20 Ahr über alle deutschen Sender über das Thema „Die Eingliederung des Stahlhelms in den nationalsozialistischen Staat". • 'ffiie die TU. meldet, stehen die Verhandlungen die der V i z e k a n z l e r von P a p c n in Rom fuhrt, durchaus günstig. Man hofft, noch im Laufe diefer Woche zu einem gewissen Abschluß zu kommen. u 0 Die mancherlei Reden waren umrahmt von gemeinsamen Liedern, von schönen Chorliedern des Petrus-Frauenchors unter der sicheren Leitung von Lehrer Kröll, sowie von Duett- und Sologesang der Damen Stammler, Kühn und von der Heydt, in Inhalt und feiner Wiedergabe der ganzen Feier stimmungsvoN an- Darbietungen wurden mit herzlichem Beifall ausgenommen, und die vielen Anwesenden hatten gewiß den tiefen Eindruck, als Mitarbeiter an einem großen und wichtigen Werk unserer evangelischen Kirche und unseres deutschen Volkes zu stehen, dem wir erhöhte Treue schuldig sind auch auf dem zukünftigen Weg. Das Wort eines Mitbegründers am An- aug. mit dem die Vorsitzende ihren Bericht schloß mag auch hier noch einmal alle zum Werk aufrufen und die Zuversicht zur Arbeit stärken ,,-L.un wir, was wir können, so wird Gott tun. was wir nicht können!" Profap Kamdar: Indien Das englische Seminar der Universität in Serbin- Dung mit dem Realgymnasium hatte am Freitagabend zu einem Vortrag des Inders Pratap Ka m dar eingeladen, der über Land und Leute in Jn- Dien und über die Gandhi-Bewegung sprach. Wie großes Interesse man dem Vortrage entgegenbrachte zeigt die Tatsache, daß der Gesangsaal des Realaym- nasiums bis auf den letzten Platz besetzt war. Der Vortrag bot Gelegenheit, aus dem Munde eines Mitkämpfers der indischen Freiheitsbewegung manches Interessante über das Wunderland Indien zu erfahren Herr Pratap Kamdar ist eifrigster Anhän- ger Gandhis den er zur 3. Rounb Table Conference nach England begleitete. 3n gebrochenem, doch wohlverständlichem Deutsch führte der Redner ungefähr Folgendes aus: In der Vorstellung der Europäer lebe Indien als ein Wun- Oerlanb mit großem Reichtum, viel Göttern, heiligen ^.^mnnen, als ein Land, das erst englische Kultur zivilisiert habe, -tziefe Annahme weise er energisch zurück, entwarf dagegen ein lebendiges Bild von Jn- finuf h0raXC u Urzeit und seiner Entwicklung im Lauf der Jahrtausende. Karl Woermann in Hamburg geb.; — 1853: der LvZy11 ~ Beckmann in Solingen geb. (gelt 1923); 1888: der Dichter Theodor Storm in Hade» marfdjen geft (geb. 1817); - 1920: Der Bildhauer, S e(gebni857)aÖl€rer ÄIin0er GroßjenL Gießener Wochenmarktpreise. , * Gieße n, 4. Juli. Es kosteten auf den, heutigen Wochenmarkt: Landbutter 120 Pfennig. Kochbutter 103, Matte 25, Wirsing (grün) 12 12’ Spinat 12 bis 15: Romischkohl 10, Bohnen (grün) 30, Mischgemüse 10. Spargel 25 bis 40, Erbsen 15 bis 20 Tomaten 35 bis 45, Zwiebeln 10 bis 12. ^lte) 3 (pro Zentner 2,80 bis 3 Mk.) Rhabarber 8, Himbeeren 40, Stachelbeeren 15 Xirfdjen z0 bis 35, Erdbeeren 30 bis 45, (Wald) 60 lungc Hähne 80 bis 100, Suppenhühner 70 bis 80 Pfennig pro Pfund; Tauben 50 bis 60, Eier 85 ? , u^enkohl 10 bis 50, Salatgurken 20 bis 35*. Salat 3 bis 8, Einmachgurken 6, Käse 4 b^s 10 Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 10 bis 15 Menmg Pro Stück; Rüben (gelbe) 8 bis 10, (rote) 10, Radieschen 5 bis 10 Pfennig pro Bund! • Der Polizeibericht met- Det. Wegen Sittlichkeitsoerbrechen, begangen an Hei. nen Kindern, wurde ein 54jähriger Former fest» genommen und dem Amtsgericht zugeführt. Er kam in Untersuchungshaft. **mG^bru^5biebfta^L In der vergange. nen Nacht wurde in einem Ladengeschäft im Sei. Ungebrochen und fünf Anzugsstoffe je 3,1r v!lcr' £ verschiedenen Farben, gestohlen. Die polizeilichen Ermittlungen sind eingeleitet. • * L e b e ns r e 11 u n g. Wie uns aus dem Leser» kreise mitgeteilt wird, hat sich an der ßebensrettung ^on^angestellten Paula Linde am vorigen Mcktwoch u. a. auch Herr Heinrich Ranft tatkräftig beteiligt. 1 ö Der Volksbund für das Deutschtum im Ausland, Ortsgruppe Gießen. gez- Prof. Dr. Th. M a y e r, 1. Vorsitzender, gez. Dr. W. H e n ß, 2. Vorsitzender. 25 Jahre evangelisch-kirchliche Zrauen- vereine in Gießen. Die evangelischen kirchlichen Gemeindefrauen- b.crei"! 'n Gießen können in diesem Jahre auf eine 25jahrige Tätigkeit zurückblicken. Dieses Jubiläum wurde am letzten Sonntag in schlichter Weise gefeiert. Vormittags war in der Stadt- kirche ein § e st g o t t e s d i e n st, der besonders von den Mitgliedern unserer Frauenvereine stark besucht war Die F e st p r e d i g t, der das Lo- sungswort des Tages, Psalm 138, Vers 8 zu- grunde lag rief auf zum Dank für Gottes Segen in per Arbeit der vergangenen Jahre und zur Bitte um Gottes Hilfe auch in der Zukunft auf. ©te wies hin auf die besonders bewegte Zeit dieses Dierteljahrhunderts, das durch den Krieg und seine Folgen auch die Arbeit unserer Frauei> vereine wesentlich bestimmte. Sie betonte die Rot- wendigkeit dieser Arbeit, die ihre Begründung und Wegrichtung im Evangelium findet, auch im neuen Reich des nationalen Aufbruchs, dem die große Aufgabe eines zuversichtlichen Wiederaufbaus unseres deutschen Volkes aus sittlich- religiösen Kräften aufgetragen ist. , .Aeben den kräftig gefangenen Chorälen war der feierliche Gottesdienst bereichert durch die schönen Lieder der Choralveremigung der Stadtkirche und der Chorschule unter Leitung unseres bewährten Stadtkirchorganisten Lehrer Simon. Die Nachmittagsfeier fand im großen Saale der Liebigshöhe" statt, der trotz der vielen sonstigen Veranstaltungen dieses Tages Der Führer der Arbeitersäule in der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Walter Schuhmann, hat den langjährigen Reichsfachberater für Siedlungswesen in der Reichsleitung der NSDAP. Pg. E u r d a zum Siedlungswart des Gesamtverbands deutscher Arbeiter und zum Beauftragten für Siedlungsfragen bei der Reichsleitung der NSDAP, ernannt. * Wie die Telegraphen-Union erfährt, sind d i e ®^bruöcr ©• Carl und Heinz Lahusen auf Grund der Verordnung zum Schutze von Volk und Staat in Schutzhaft genommen wor- öen, weil Bestrebungen im Gange sind, durch falsche Angaben die glatte Weiterführung des Lahusen- Prozesses zu stören. bis zum letzten Platz besetzt war. Die Vorsitzende des Gesamtvereins Frau A. K i n d t gab nach kur- I ln^l^»ir,e9-S^blet= °°" °ub°n M» §rauenvereine und entwarf ein leben- | aber als ber Glaub, Alder vom Messest der llniversit«. Neichsstatthatter Sprengel- wohnt dem Festakt in -er Neuen Aula bei. i o n. Jrn Grunde erweise sie sich °ZÜWUH! unv ennoatj em leben- I aber als der Glaube an einen einzigen Gott den der filo9mir?RÖ ?Dn manni9fa$en Tätigkeit, wie Hindu in den verschiedensten Idolen anbete Deshalb sie auch heute noch m den sechs Gemeindefrauen- sei Indien auch das Land der vielen T-mn/s unh f^einnn geleistet und zum Aufbau unseres Dol- Götzenbilder. Der alleinige Gott habe drei formen MMLMZM UWMSZMD- großen Seele Brahma, zu der er nach mannigfacher Erdenwanderung zurückkehren muß. Der Hinduis- sei — wie das Christentum — eine Religion Der Liebe, nur mit viel mehr Zeremonie. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Religion sei das K a st e n y st e m, das etwa 400 o. Chr. feftgelegt roorben sei Die Bevölkerung werbe in die vier Äaften ber Priester, Solbaten, Kaufleute unb Bauern u?d Diener eingereiht je nach ihrer Tätigkeit. Mit /arliX61. ^rete das Wunberlanb mehr in unseren Gesichtskreis. von Pillau nach Swinemünde. Diese Fahrt i*t in ihrer Programmgestaltung sehr geeignet, Len Teilnehmern die eigenartige Schönheit ostpreußi- scher Landschaft vor Augen zu führen. Dar viele Deutsche befinden sich heute in einem ernsthaften Widerstreit zwischen Pflicht und Neigung. Die allen Germanen eingewurzelte Sehnsucht nach der Fremde kämpft mit dem Bedenken, ob es recht und vaterländisch sei, gerade in dieser Zeit ins Ausland zu reisen. Hier bringt die Reise „14 Tage rund um die Ostsee" eine ideale Lösung. Auf deutschen Schiffen wird den Teilnehmern Gelegenheit geboten, die Stätten uralter germanischer Kultur und die malerischen Küstenstriche der in der deutschen Geschichte so schicksalsschweren Ostsee zu besuchen. Die Seefahrt — ohne jede Lieberfüllung an Bord — gestattet eine geruhsame Oie Hauptversammlung. Am Samstagabend hielt die Baugenossenschaft 1 8 9 4 zu Gießen im „Postkeller" ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Zu Beginn der Sitzung gab der Vorsitzende H. Fourier bekannt, daß ein Teil der Vorstands- und Aufsichtsratsmit- glisder ihre Aemter zur Verfügung gestellt habe; die geschäftsfübrende Verwaltung bestehe zur Zeit nur noch aus den Herren: Fourier, Müller, Allendörfer, Bergen und Schneider. Sodann gab er einen Rückblick auf die Vereinsgeschichte und verbreitete sich über das Geschäftsjahr 1932. Das vergangene Jahr fei für die Baugenossenschaften kein angenehmes gewesen, denn es bestanden für viele große Schwierigkeiten. Die Bautätigkeit stockte, da die Stadt Gießen keine Zuschüsse leistete und das Erbbaurecht zeitweise aussetzte; das letztere sei für die gemeinnützigen Baugenossenschaften hinsichtlich des Erwerbs von Baugelände zu mäßigem Zinsfuß besonders wichtig. Obwohl der Bauindex in 1932 gegen dem frührer Jahre bedeutend gesunken sei, kam trotzdem die Bautätigkeit nicht in Gang. Die Beschaffung von Baukapital zu günstigen Bedingungen sei kaum möglich. Durch die herrschende große Not war die Aufbringung der Wohnungsmiete für viele Mieter äußerst schwierig. Die TNietsähe könnten gegenüber anderen Baugenossenschaften als niedrig bezeichnet werden. Ab 1. April 1933 seien die Mieten für nach 1924 errichtete Wohnungen abermals gesenkt worden. Weitere Mietsenkungen würden durch Verhandlungen mit den in Frage kommenden Körperschaften angestrebt. Die Frage der Bereitstellung größerer Summen für Reparaturen, zum Teil durch Um- , züge bedingt, trete immer mehr in den Vordergrund. > Im Jahre 1932 wurden vier Doppelhäuser (acht I S ? 6uter reichlicher Verpflegung. Der Aufenthalt in den Häfen ist so bemessen, daß es zu einer Besichtigung der Städte, und zu Aus- slugen in die malerische Umgebung ohne jede Llebersturzung genügt. Die Fahrten beginnen in Stettin und fuhren über Zoppot, Reval, Wiborg, Helsingfors, Stockholm, Wisby und Kopenhagen. Anmeldungen und Auskünfte erteilt das hiesige Hapag-Reisebureau, Selters- weg 89. Auf die heutige Anzeige sei besonders htngewiesen. , ** Preußisch-Süddeutsche Staats- lotterie. Die Lose zur vierten Klasse müssen bei Verlust des Anrechts bis zum 5. Juli, 18 Uhr, bei der zuständigen Lotterieeinnahme zur Einlösung gelangen. Wohnungen) in dem Gelände hinter der Eisenbahn- strecke Gießen—Fulda^ zwischen Licher Straße und Altem Steinbacher Weg errichtet; diesen Bauten folgten im Jahre 1933 zwei weitere Doppelhäuser. Die Errichtung dieser Häuser sei nur dadurch möglich gewesen, daß Mitglieder einen Teil des Bau- kapltals.Zur Verfügung stellten. Zur Zeit seien aber die flüssigen Mittel der Baugenossenschaft 1894 für Neubauten erschöpft. 2en Kassenbericht erstattete der Rechner H. Wölfer, indem er die einzelnen Posten der Bilanz für 1932 eingehend erläuterte. Cs betrug die Aktiva: Unbebaute Grundstücke 7000 Mark, im Eigentum der Genossenschaft verbleibende Häuser: a) vor 1918 erbaute Häuser 36 960 Mk., b) nach 1918—1923 erbaute Häuser 151 686 Mk., c) nach dem 1. Januar 1924 erbaute Häuser 2 043 017,05 Mk., d) Erwerbshäuser ohne Kaufanwärteroerträge 7 440 Mk., e) im Bau befindliche Häuser 26 211,02 Mk., Geschäftseinrichtun- gen 2,40 Mk., eigene Hypotheken und Restkaufgel- der 11 700 Mk., Bank- und Sparkassenguthaben 11965,35 Mk., Kafsenbestand 1 486,59 Mk., Rück- ständige Nutzungs- und Mietgebühren 4 567,50 Mk., zusammen 2 302 035,91 Mark. Die Passiva verzeichnet: Geschäftsguthaben der Mitglieder 109 698,15 Mark, Rücklagen: gesetzliche Rücklage 10 731,34 Mk., Hilfsrücklage 99 159,66 Mk., Erneuerungsrücklage 32139,08 Mk., Aufwertungsrücklage 32 719,67 Mk., Hypothekenschulden 1 933 364,31 Mk. Schuldverschreibungen 8 550 Mk., von Hausanwärtern geleistete Zahlungen 27 054,88 Mk., Zwischenkredite und kündbare Anleihen 450 Mk., Spareinlagen 4 290,85 Mk., sonstige Schulden 5 789,14 Mk., gestundete Straßenkostenbeiträge 19 838,60 Mk., gestundeter Geländekaufpreis 9 454,38 Mk., Reingewinn 8 795,85 Mark, zusammen 2 302 035,91 Mark. Die Gewinn, und Derlustrechnung weist aus: Soll: Noch zu zahlende Zinsen für auf- genommene Kapitalien 1 537,50 Mark, Zinsen für aufgenommene Kapitalien 84 222,15 Mk., Zinsen ür Spareinlagen 748,65 Mk., Steuern und Ab- ;aben 36 937,40 Mk., Derwaltungskosten 3 580 Mk., vnstige Ausgaben 2034,67 Mk.. Unterhaltungskosten für Wohnhäuser 15 823,39 Mk., Abschreibun- gen auf Geschäftseinrichtungen 95 Mk., Abschreibungen auf Wohnhäuser 30 964 Mk., Reingewinn 8 795,85 Mk., zusammen 184 738,61 Mark. Haben: Zinsen von ausgeliehenen Kapitalien 1 638,82 Mk., Miete von Wohnungen 177 700,40 Mk., noch ausstehende Mieten 4 308,50 Mk., sonstige Einnahmen 1090,89 Mk., zusammen 184 738,61 Mark. Die Zalll der Mitglieder betrug zu Beginn des Jahres 78«, der Zugang 7, der Abgang 22, der Bestand Ende 1932: 773. Das Mitgliederouthaben betrug 1932: 109 698,15 Mark, d(e Haftsumme der Mitglieder 277 500 Mark. Der Verlauf des Geschäftsjahres in bezug auf Finanzgebarung war be- friedigend. Die Herren Direktor Bergen und Schnei- der gaben den Revisionsbericht, der die Kassrnfüh- rung als gewissenhaft und mustergültig bezeichnet und den Antrag auf Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrats im Gefolge hatte. Die Aussprache war sehr lebhaft, die Senkung der Mieten stand im Mittelpunkt der Diskussion. Dem Vorstand und Aussichtsrat wurde einstimmig Entlastung erteilt. Die Verteilung des Reingewinns von 8795,85 Mark erfolgte dem Vorschläge des Vorstandes gemäß. Weiter wurden die Anweisungen für die Geschäftsführung und Satzungsänderungen angenommen. Der Vorstand setzt sich in Zukunft aus fünf, der Aufsichtsrat aus sieben Personen zusammen; der letztere wählt auch den Vorstand. Als Vertreter der Stadt Gießen kommt je ein Mitglied in den Dor- stand und Aufsichtsrat. In den Aufsichtsrat wurden folgende Herren ge- wählt: Diplomingenieur Kronjäger, O. Wer- ner, Schneuker, Siegel, Pfeif und H. Schneider, letzterer wurde als Vorsitzender des Aufsichtsrates bestimmt. Durch die Neuwahl der Genannten wurde auch in der Leitung der Baugenos- senschaft di» Gleichschaltung durchgeführt. Wirtschaft. Frankfurt behauptet. Frankfurt a. TL, 4. Juli (WTB. - Drahtmel- düng.) Die Lage an den heutigen Aktienmärkten konnte im allgemeinen als nicht unfreundlich bezeichnet werden. Die Gefährdung der Weltwirtschaftskonferenz war von keiner nachhaltigen Wirkung. Die Aufwärtsbewegung der amerikanischen Börsen war dagegen mehr beachtet, auf der anderen Se'te machte sich die Orderlosigkeit auf allen Gebieten hemmend Baugenossenschaft 1894 zu Gießen Bekanntmachungen des NS.-Lehrer- bundes (Kreis Gießen). hessische Erziehertagung am 8. und 9. Dull zu Darmstadt. An der Hessischen Erziehertagung, die am 8. Juli, 20 Uhr, im Städtischen Saalbau Darmstadt mit einem Begrüßungsabend beginnt (Programm siehe „Schulbote für Hessen", Nr. 19, vom 29. Juni 1933) beteiligen sich die Mitglieder des NSLB. geschlossen. Sofortige Anmeldung mit Angabe, ob Wohnung gewünscht wird (Hotel oder Privat und wieviel Betten) hat sofort an die Geschäftsstelle des NSLB. Darmstadt, Wendelstadtstraße 15 p. zu erfolgen. Sonntags- karten werden gegen Lehrerausweis schon am Sams- tagoormittag ausgegeben. Die Teilnehmergebühr für die ganze Tagung beträgt 1 Mark. Der Kreisobmann: Dr. H e n ß. Arbeitsgemeinschaft für Lesebuchsrugen. Im Rahmen des NS.-Lehrerbundes, Kreis Gießen, wird eine Arbeitsgemeinschaft für Lesebuchfragen gebildet, die die Aufgabe hat, die grundsätzlichen Forderungen an ein zeitgemäßes Lesebuch zu erarbeiten. Als Leiter dieser Arbeits- geminschaft ernenne ich den Lehrer Dr. Kam m e r. Villingen. Lehrer, die in dieser Arbeitsgemeinschaft Mitarbeiten wollen, werden aufgefordert, sich umgehend schriftlich bei dem unterzeichneten Kreisob- mann zu melden. Der Kreisobmann: Dr. H e n ß. bemerkbar. Die Ausschläge gingen jedoch selten über 1 v. H. nach beiden Seiten hinaus. Innerhalb dieser Grenze lagen höher JG.-Farben, Licht und Kraft, Mannesmann, Phönix und Buderus, schwächer dagegen Scheideanstalt, Gesfürel, Deutsche Linoleum, Nheinstahl und Hapag. Höher gewannen Bekula, mit plus 1,25 v. H. Höheren Verlust verzeichneten Zellstoff Walühof (—2,25 v. H.) und Klöckner-Werke (— 1,25 v. H.). Der Rentenmarkt zeigte eine uneinheitliche Tendenz auf. Von Reichsanleihen gaben Neubesitz 0,20 v. H., Altbesitz 0,40 v. H. nach. Von Industrie- Obligationen tendierten Stahlverein 0,75 o. H. schwächer, dagegen Reichsbahn-Vorzugsaktien 0,50 v. H. höher. Infolge der Währungs-Erholung in Mexiko, einer entsprechenden Bewegung am Silber« markt und auf festere Pariser Notierung hin, erschienen 5prozentige innere Mexikaner nach Plus- Plus-Zeichen um 2 v. H. und 3prozentige Mexikaner um 1^0 v. H. fester. Rütgerswerke kamen auf die Reichsgerichtsentfcheidung 2 v. H. - höher zur Notiz. Der Pfandbriefmarkt lag 0,25 bis 0,75 v. H. abgeschwächt und seine Verfassung beeinflußte auch die übrigen Renten im Verlauf nach unten. Verantwortlich für Lokales, Provinz, Wirtschaft und Sport: I. D.: H. L. N e u n e r. Konservativ.... Gewohnheitsmensch.... NeinI — Umstellen und dort kaufen, wo sichtbar mehr geboten wird. Setzen Sie sich in den „ZUG DER ZEIT" und steigen bei KOHLER aus. __ । Sahen Sie schon die schönste und schnellste OlOPP B Sportmaschine in unserem Fenster Nr. 1. Sport-, Reise- und Berufs-Kleidung sowie Wetter-Bekleidung in großstädtischer Auswahl S KÖHLER ?*=?.LE“ 4326 A Schreibmaschinen neu und gebraucht, schon für RM. 10.— monatlich. iis7A Franz V ogt & Co. Seltersweg 44 Ruf 2464 fc Hühneraugen und Hornhaut beseitigt in kurzer Zeit mein Hühner- augen-Radikal Germania-Drogerie Carl Seibel Frankfurter Str. 39 Achtung! Emaillier, v. Fahr- radrahmenb.200° C PreisZRM.Lämtl. Revar. ro. fachgem. u. billig ausgeführt. Wilh. Havvel, tzahrradrevarwksttt. Asterweg 3. otose Wem täglich 2 Mal frisch W. 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' „Sie scheinen sich hier draußen auszukennen", bemerkte er zu dem Fremden neben sich, der mit angespannter Aufmerksamkeit geradeaus sah und, so- bald sie die Stadtgrenze überschritten, höchste Geschwindigkeit einschaltete. Das gleichmäßige Summen des Motors war das einzige Geräusch hier draußen auf der Chaussee, die weiter oben in einen Wald mündete. „Schon als Kind kam ich hierher mit meinen Eltern, wenn die Königlichen Herrschaften ein Gartenfest für die Kinder ihrer Familie veranstalteten", erwiderte Georg von Vandro, ohne den wachsamen Blick von der Straße zu wenden. „Und als Student machte ich öfters Ausflüge mit Bekannten hierher. Später hieß es, das Schloß fei verkauft. Es ist schön hier draußen, schön und einsam." „Deswegen liebe ich es", sagte Steinherr. Er schwieg einige Augenblicke. „Was sind Sie von Beruf, Herr von Vandro?" fragte er dann unver- mittelt. Der lächelte. „Kunsthistoriker, Herr Steinherr, aber auch Ski- und Tennislehrer, oder auch Eintänzer, je nach Bedarf." „Seit wann müssen Sie..." „Seit vier Jahren." Steinherr stellte keine weiteren Fragen. „Es ist nicht leicht", sagte er nur. «Was ist leicht heutzutage, Herr Steinherr", sagte der Jüngere ruhig. Die Antwort gefiel Steinherr. Er runzelte die Stirn, dachte nach. Nun fuhren sie zwischen hohen Bäumen dahin auf gepflegtem Weg, der nur spärlich von Laternen erhellt war. Ein großes eisernes Tor gebot Halt. Auf mehrfaches Hupen flog es, vom seitwärts liegenden Portierhäuschen aus geöffnet, auf. Wieder ging es, jetzt allmählich ansteigend, durch herrlichen alten Baumbestand weiter, dem Haus aus hellem Gestein zu, das in seinen einfachen, schmucklosen Linien den Eindruck fturmfefter Standhaftigkeit machte. «Wie schön Sie es restaurieren ließen", freute sich Vandro, für den Augenblick feine Stellung als Untergebener vergessend. „Wie gut paßt die breite Terrasse über die Säulen und der Freitreppe — da haben Sie Wände herausbrechen lassen!" Nur das Nötigste, was für heutige Behaglichkeitsansprüche unbedingt erforderlich war, wurde gemacht, auch möglichst wenig abgeholzt", antwortete Stein- Herr und.wies nach links. „Da hinten liegt die Garage." Er fuhr mit, wartete, bis Vandro den Wagen hineinmanöiriert hatte, und ging, den jüngeren Mann an feiner Seite, dem Hause zu. Zwischen den Bäumen leuchtete der Himmel im rötlichen Dunst über der nächtlichen Stadt. An der offenen Tür stand ein Diener in dunkler Livree. Steinherr übbrgab ihm seine Garderobe und bedeutete Vandro, ebenfalls abzulegen. In dem großen Arbeitszimmer, dessen sachliche Nüchternheit den Zweck des Raumes scharf betonte, griff der Hausherr nach dem Glaskasten mit Zigaretten auf dem Schreibtisch und bot davon seinem Gast an. „Setzen Sie sich, Herr von Vandro!" Sein Blick ruhte forschend und freundlich auf dem Gesicht des Mannes vor ihm. „Ich möchte meinen Findling gern näher kennenlernen." 11. Kapitel. Spät war es, als die beiden Männer sich trennten. Aus dem Fragespiel war ein unbefangener Gedankenaustausch zweier Menschen geworden, die viel Gemeinsames ineinander entdeckten und sich dessen freuten. Dann wurde der Ton des Stahlmagnaten plötzlich wieder geschäftsmäßig. „Ich kann Ihnen keine Extrastellung schaffen, Herr von Vandro, aber wenn Sie sich mit derjenigen eines Chauffeurs begnügen wollen, bis Besseres sich bietet, so können Sie die am heutigen Abend übernommene Tätigkeit gleich weiter ausüben." Ohne sich zu überlegen, verneigte sich Vandro: „Ich nehme Ihr gütiges Angebot mit vielem Dank an, Herr Steinherr." Er erhob sich, stand straff vor sei- nem^ neuen Herrn. „Wann befehlen Sie morgen „Um acht Uhr fahre ich nach den Werken." Ein kurzes Ueberlegen. „Der Weg nach der Stadt zurück ist weit, nur per Zug möglich. Es wäre am besten, Sie übernachteten gleich hier, um morgen früh pünktlich zur Stelle zu sein. Geht das? Gut." Der Diener erschien, erhielt Anweisung, den Gast aus der Garderobe des Hausherrn mit dem Nötigsten zu versorgen. „Das Turmzimmer, Schmidt. Gute Nacht, Herr von Vandro." Steinherr war auf- gestanden. Ein fester Händedruck. Die Blicke der beiden Männer suchten und hielten sich. Vandro verneigte sich. Nun war dieser sein Herr. Und irgendwie — Freund. Er spürte es. Ihm war, als sei.ihm ein großes, unverdientes Geschenk zuteil geworden. Es schlug gerade drei Uhr, als Georg von Vandro das ihm angewiesene Gastzimmer betrat und auf die Stadt hinunterschaute, deren Lichterfülle nun auf einzelne helle Flecke zusammengeschrumpft war. Irgendwo da drüben schlief das blonde Mädchen mit den dunklen Märchenaugen, deren Zauber er vom ersten Erblicken an verfallen. Träumte sie wieder von trauriger Not, gaukelten freundliche Bilder um das schmale Lager in der ärmlichen Stube? Ob sie einmal heute seiner gedacht, dessen Gedanken sie unentwegt suchten, seit er sie gestern gesprochen? Ach, daß ihr Weg sich endlich wende ... „Dir dienen ^dürfen", dackte der Mann in heiß aufquellender Sehnsucht. „Gäbe es ein größeres Glück?" Als Steinherr allein war, trat er an feinen Schreibtisch, überflog im Stehen die Privatkorrespondenz, die sein Sekretär ihm bereitgelegt hatte, und schob sie stirnrunzelnd beiseite. Nichts von Be- lang. Hätte Erlenlinder alles selbst erledigen können. Ein parfümierter Brief flog ungeöffnet in den Papierkorb. Es gab allzuviel Frauenherzen, die sich nach Abenteuern — und Geld sehnten. Sein Blick fiel auf das Bild der Kalesso, das in einer Ecke des Schreibtisches stand. Sie war nicht besser als die anderen, nur amüsanter, glitt leicht über die Oberfläche des Lebens dahin wie ein Schmetterling durch die Sonne. Er nahm das gutgetroffene Bild im Silberrahmen in die Hand. Aber wie er es näher betrachten wollte, geschah es, daß das pikante Brünettengesicht sich in ein blasses Frauenantlitz mit blondem Haar verwandelte, dessen graugrüne Augen ihn unter schweren, breiten Lidern anstarrten mit zwingendem Bann. „Macht ist alles", sagte die klanglose Stimme leise. Wußte diese Frau von dem Ehrgeiz, der ihn verzehrt und vorwärtsgepeitscht, bis alle anderen Gefühle seiner Seele verdorrten? Ueberreich war ihm der Tisch des Lebens nun gedeckt, und doch hungerte er wie nie zuvor? War Macht wirklich alles? Geheimnisvoll glänzten und gleißten die unergründlichen Augen. — „Keine Spur von Güte", hatte sie selbst gesagt. Aber schillernder Reiz lockte und vielleicht — Gefahr! Wann je hatte die ihn geschreckt? So hart legte der Mann die Photographie mit dem Bild nach unten auf die Schreibtischplatte, daß das Glas mit leisem Klirren mitten durchbrach. Er reckte die Schultern, hob den Kopf. Seine Züge verhärteten sich. Fort mit dem Geisterspuk; schon rief der neue Tag. 12. Kapitel. „Gnädigste Gräfin! Wenn Sie wüßten, wie oft ich Ihrer gedacht mit tausend guten Wünschen, daß auch Ihnen Fortuna hold gewesen sein möchte, wie ungeduldig ich den Tag herbeisehne, der mir das Glück eines Wiedersehens mit Ihnen beschert! Werden Sie den Unbescheidenen schelten, der es wagt, Sie zu bitten, ihm den halben Tag der Freiheit zu schenken? Zum Fest würde er, feierten Sie mit!" Leise vor sich hinlächelnd, faltete Wera Wettern den Brief zusammen und legte ihn wieder in die Handtasche. Wozu las sie ihn eigentlich noch? Kannte sie nicht jedes Wort auswendig? Wie einen Talisman hatte sie ihn diese vier Tage mit sich herumgetragen — mußte solch guter Wunsch nicht Erfüllung bringen? Aeußerlich hatte der Zauber versagt, noch immer wanderte sie den harten Weg der Arbeitsuchenden, fristete ein kümmerliches Dasein von der kärglichen Unterstützung, die das Reich seinen Millionen Armen zu gewähren imstande war, konnte oft nicht schlafen, weil sie Hunger quälte. Aber innerlich wirkte der Trost. , Etwas Neues war in ihr Leben getreten, fest jener Mann ihren Weg gekreuzt, ein Lichtstrahl'hatte öas Dunkel zerteilt. Jedesmal, wenn Wera Wettern an ihn dachte, spürte sie eine leise Wärme im Herzen, das so lange gefroren in völliger Verlassen- he>t. Wie das starre Eis des Winters dahinschmolz unter dem sieghaften Leuchten der Sonne, so regte pd) auch in der Seele des Mädchens unter all den Narben von Not und Leid neuer Wille zum Leben, neue ^dnsucht nach Licht. Wie hätte sie dem freunb« r- fe*ne Bitte abschlagen können?! Freute sie sich nicht auch auf das Wiedersehen? 'F5faVJnDerf°r,cll 3og sie das schwarze Kostüm, die weißseidene Bluse an, die sie vorher sorgfältig gewaschen hatte. Hoffentlich bemerkte man nicht die gestopften Stellen unter dem Arm allzusehr; die billige Seide riß so leicht. Mit echt weiblicher, kaum ie geübter Koketterie zupfte Wera das blonde Haar zu weicher Fülle unter dem kleinen Hut hervor, lächelte dem feinen Mädchengesicht zu, das sich mit freudegeröteten Wangen im Glase widerspiegelte.__ Wahrhaftig, sie sang ja leise vor sich hin, ohne es zu wissen. * Georg von Vandros Augen leuchteten, als er die schlanke Gestalt auf sich zukommen sah. So schwebend war ihr Gang, so anmutig die Haltung; unter der zarten Haut flutete das Blut. Reizend sah sie aus, nDton°*c^ schöner, als seine Sehnsucht sie gesehen. „Wie soll ich Ihnen danken, daß Sie mir diese Freude machen, Gräfin!" Er hielt ihre Hand, suchte den Blick dieser wundervollen Augen, deren samtene Tief wie dunkle Sonnen strahlte. Sie erwiderte den warmen Blick, froh und unbefangen. „In den Dank müssen wir uns teilen denn ich kam gern", sagte sie offen. In des Mannes Gesicht zuckte es vor verhaltener Bewegung. Ob sie wußte, wieviel sie ihm schenkte mit diesem Wort? Gern hätte er ihre Hände geküßt; aber feit dem ersten Kennenlernen hatte Wera es ifjm verboten: „Ein Händedruck ist mehr." So wagte er es nicht. Gemächlich gingen sie nebeneinander durch den Park, an dessen Eingang sie sich getroffen hatten, suchten, ohne sich dessen bewußt zu fein, die stillen Seitenwege auf — und merkten es nicht, daß sich das Gewölk an kurz zuvor noch leuchtend-blauen Himmel allmählich verdichtete, so vertieft waren sie ineinander._____________________(Fortsetzung folgt.) M 1 1 ß 1 L-DtlN ,fAMN£N-UND STANDA R. T £ NTH'A'Gtk.* 2JLLXJLIALLAc_!j_f_c_LP_A h-ett^n coMpAGNiLyosMA" c.m.b.h. b m r n ist <3us besonders leichten echt mazedonischen und türkischen Tabaken berge- stellt und daher eine von Natur äußerst milde zugleich aber sehr aromatische Zigarette. Vor ood während derReisezeil Statt Kartenl Die Turnerschall im 1. C, »Arminia« Bleien. 4831D Kinderklavvst.oiois Aultveg 48. Oie Geburt eines gesunden Mädchens zeigen hocherfreut an Tanzlehrer Ewald Mulle und Frau 2lnni geb. Spies 4337 d: BÄ Mr Sicher Straße 29. gesucht. f04045 Mod.Kücheneinrtg. CREME MOUSON m. gut. Zeugn.o4osi H.-Wessel-Wall32I Offenbach a. ML, den 30. Juni 1933 Bismarckstraße 19,1. (z. Z. Stadtkrankenhaus) Für den A.H.V.: Dr. iur. H. Schönhals. Für die Aktivitas: H. König X- _________________4;41 D Wer erteilt englisch, u. französ. Konversation» - Unterricht? Schrift!. Angebote mit Preis u. 04044 an den Gieß. Anz. das Hautpflegemittel mit Tiefenwirkung glättet und verjüngt unreine, gerötete Haut. 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Juli 1933, abends 8 Uhr, in der Volkshalle VOLKS-KONZERT LUDWIG VAN BEETHOVENS Neunte Symphonie mit Schluß-Chor über Schillers Ode »An die Freude« für Orchester, 4 Solo- und 4 Chorstimmen op. 125 in D-Moll Leitung: Prof. Dr. StefanTemesvary,Univ.-Musikdirektor Solisten:Ria Ginster,Frankfurt-M.(Sopran); Toni Schuch, Frankfurt-M. (Alt); Anton Knoll, Frankfurt-M. (Tenor); Theo Herrmann vom Landestheater Darmstadt (Bariton) Chor: Der Akademische, der Bauers ehe und der Evangelische Kirchengesangverein, die Heiterkeit, derLiederkranz, der Sängerkranz, der Katholische Kirchenchor sowie der Chor des Lyzeums und der Studienanstalt, Schülerinnen des Fröbelseminars und Aliceschule (rund 350 Sängerinnen und Sänger) Orchester: Der Orchester-Verein 1908, verstärkt durch Mitglied, der Kapelle des I. Batl. Inf.-Reg. 15 sowie durch unsere hiesigen und auswärtige Künstler (rund 80 Musiker) 4132d Eintrittskarten I. Platz 1.50, II. Platz 1.00 Mk. (sämtl. numer.). 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