O 0 H 2, - 3 »2 3- TnO n f» a ®<2? Dienstag, 4. April (955 Er. so Seüvaussabe 185. Jahrgang C 'S stellen. Die Boykott-Bilanz ch- (bisher 32) den Christlich-Sozialen mit gebe» 25 11 5 7 1 1. LL 2 - -3 NSDAP. SPD. KPD. Zentrum Kampffront Dvp. >2.3 y 5 n a =1 CG: 7. 3 3 2, aö antwortete Dr. Wiener, hierbei handele es sich um ein Problem, das nur Deutschland und die deutschen Juden angehe. Jüdische Organisationen im Ausland würden gut tun, sich diesem Problem gegenüber zurückhaltend zu verhalten. Die Parole müsse sein: Ruhig abwarten im Vertrauen auf den Patriotismus der deutschen Juden, die es stets als selbstverständlich betrachtet hätten, für ihr deutsches Vaterland Opfer zu bringen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undfürdenAn- zeigenteil i. D.TH.Kümmel sämtlich in Biegen. Berlin, 3. April. (WTB.) Der Nationalsozialistische Zeitungsdienst meldet: Weite Kreise des deutschen Voltes sind empört darüber, daß gewisse, in den letzten 14 Jahren an maßgeben- d e r Stelle stehende Männer jetzt die Grenze überschritten haben und von dein in Deutschland verdienten Gelde im Auslande ein gutes Leben führen. Wie wir von gut unterrichteter Seite hören, sind Erwägungen im Gange, daß besonders in den Fällen, wo es sich bei den ins Ausland Geflüchteten um Beamte oder im Staatsdienst stehende Männer handelt, Maßnahmen ergriffen werden können, die die ins Ausland Geflüchteten ihrer Rechte als verlustig ergangen erklären. Es ist in dieser Linie daran gedacht, daß ins Ausland geflüchtete Beamte, Notare usw., die durch die Flucht ins Ausland sich freiwillig als nicht zur deutschen Volksgemeinschaft gehörig bekannt haben und die Interessen ihrer Mandanten schwer geschädigt Haden, unter diese Bestimmungen fallen und keines der bisher innegehadten Rechte in Zukunft behalten ober wieder erlangen können. stimmig seinen Austritt aus dem All meinen Deutschen Beamtenbund schlossen. Oie Wiedereinführung des Ausreise- Sichtvermerks. Berlin, 3. April. (WTB.) Der Reichsminister des Innern hat heute folgendes bestimmt: Reichsangehörige bedürfen bis auf weiteres zum G r e n z ü d e r t r i t t bei der Ausreise aus dem Reichsgebiet eines Sichtvermerks. § 42 der Paßbekanntmachung vom 7. Juni 1932 findet insoweit keine Anwendung. Der Ausreisesichtvermerk ist nach anliegenbem Muster zu erteilen. Die Frist, innerhalb deren der Sichtvermerk zum Grenzübertritt benutzt werden darf (N u tz u n g s f r i st), ist festzusetzen a) zur einmaligen Ausreise auf höchstens einen Monat, b) zur beliebig häufigen Ausreise auf höchstens sechs Monate. Im übrigen finden die die Erteilung von Sichtvermerken regelnden Bestimmungen der Paßbekanntmachung vom 7. Juni 1932 Anwendung. Diese Bekanntmachung tritt mit dem 4.April 1933 in Kraft. Wer flüchtet bleibt draußen! Maßnahmen gegen geflohene öffentliche Funktionäre in Sicht. -s e S 5 S täglich, trauer uaa Beilage»; Dw 3Huhn-?rw FamiliendiLrlrr hrima: » Bllb D,« Scholl« Bioaars 8«)ag»pr«:»: rjtH 4 RM. 1 95 Dbne lUaftntrte . 1.80 8'4jteHg«bai)r .. „ - 25 Uudj bri Ntchi-rschemen <ön). Volksbienst würben auf biese Parteien 2 Sitze entfallen, so baß ber Babische ßanbtag in diesem Falle 59 Sitze umfassen wirb. Kommunisten kom- men in Wegfall. Der neue Thüringer Landtag wird 59 (bisher 61) Abgeordnete haben. Auf Grund vorläufiger Berechnungen würde sich das Parlament die folgt zusammensehen: RSDAP. 30 Sitze (26), ' 6chwarz°Weih°Rot 7 Sitze (6), Sozialdemokraten 13 Sitze (15). Die Deutsche Dolkspartei und die Ltaatspartei, die bisher mit je einem Abgeordneten im Landtag vertreten waren, fallen ebenso wie bie Kommunisten, bie 9 statt bisher 10 Sitze erhalten würben, aus. Die Rationalsozialisten haben somit bie absolute Mehrheit. 0er neue Hessische Landtag. Darmstabt, 3. April. (WSR.) Aus Grund des von der Reichsregierung erlassenen Gesetzes über die Gleichschaltung der Landtage usw. wird der hes- jijche Landtag von 7 0 auf 50 Mandate herabgesetzt. Unter Berücksichtigung der Ziffern ber Reichstagswahl vom 5. Mär; würde sich folgende Sihverteilung ergeben: 3 - Z T® S 'n • n Sn 5« Z > 2 is Ziel erreicht unb bie Greuelpropa- ganbades Auslandes, an der sich übrigens die Schweiz nicht beteiligt hat, energisch abgeblasen wurde. Man erwartet, daß nunmehr eine Beruhigung eintritt, und weist in diesem Zusammenhang als bemerkenswert darauf hin, daß die Börse bereits mit einer überraschenden Hausse reagiert habe. Kundgebung der amerikanischen Kirchenvereinigung. Berlin, 3. April. (WTB.) Dem Präsidenten des Deutschen Evangelischen Kirch e n a u s s ch u s s e s ist von der größten amerikanischen Kirchenvereinigung, dem Bundesaus- schubberChristlichenKirchen, ein Telegramm zugegangen, in bem es heißt: „Die Beunruhigung christlicher Kreise Amerikas über Melbungen betreffenb antisemitische Bewegung in Deutschland bedeutet in keiner Weise, daß das amerikanische Volk bie Achtung vor bem beutschen Volk verloren hat, ober unsere Liebe zu unseren christlichen Brübern verringert worden ist. Wir haben vollesVerstänbnis für bie Anzeichen ber neuen Einheit und der neugeborenen Hoffnung im deutschen Volke unb nehmen innigen Anteil an ben Bestrebungen Deutschlanbs, gleichberechtigt bin ber Welt zu sein." Stillschweigen in Amerika. Reuyork, 3. April. (WTB.) (Reuter.) Ent- sprechenb ben Wünschen des Staatsdepartements und der führenden Kongreßmitglieder haben bie amerikanischen Juden sich zur Haltung des Stillschweigens gegenüber ber Lage ber 3üben in Deutschland entschlossen. Jüdische Abwehr der Sreuellügen. Amsterdam, 3. April. (WTB.) Der Ge- schäftssührer des Zentralvereins beut- scher Staatsbürger jübischen Glaubens. Dr. Wiener -Berlin, weilt zur Zeit in Hollanb, um hier an der Bekämpfung ber Greuel-Propaganda teilzunehmen. Er erklärte in einer Presseunterrebung. jeder Holländer könne sich durch eine Reise nach Deutschland davon überzeugen, bah bie neue beutsche Regierung überall f ü r Ruhe und Ordnung gesorgt habe. Zu seiner Genugtuung habe er feststellen können, bah die Greuel-Propaganda in Hollanb keinen großen Umfang gehabt habe. Auf eine Frage nach derzukünstigenStel- lung des Judentums in Deutschland s 2.-5^=7 ; OrD-r-Z-.S 5 1 o c D: a-T 1 5 2 »2 Untersuchung bei der Ostpreußischen Landschaft. Königsberg, 3. Avril. (WTB.) Die „Preußische Zeitung" meldet auf Grund amtlicher Mitteilung: Auf Grund verschiedener in Berlin zur Kenntnis der Zentralbehörden gebrachter Vorgänge innerhalb der O st preußischen Landschaft und ihrer Tochterinstitute schritt heute um 12 Uhr eine Sonderko m m i s - sion LespreußischenMinisteriums Les Innern in den Gebäuden der Landschaft ein. um eine Klärung derDorwürfe gegen einige Beamte dieser Institute ordnungsgemäß zu gewährleisten. Auf Anordnung des Kommissars ist mit der vorläufigen Leitung der Institute Herr Böhme, Berlin, betraut worden. Der Leiter der vom preußischen Innenministerium eingesetzten Sonderkommission, Staatsanwaltschaftsassessor Dr. Kühn, erklärte Pressevertretern zu den Vorgängen bei der Ostpreußischen Landschaft, daß irgendeine Behinderung in der Abwicklung der Geschäfte nicht stattfinde. Auch werde die Liquidität der Institute in keiner Weise durch die von ihm eingeleiteten strafrechtlichen Untersuchungen und sonstigen Maßnahmen beeinträchtigt werden. Zu irgendwelchen Befürchtungen über die Geschäftslage der drei Landschaftsinstitute liege nicht der geringste Grund vor. Die „Georgine", das Amtsblatt der Landwirt- schaftskammer für Ostpreußen, weiß noch ergänzend zu berichten: Auf Anordnung des Innenministers Göring erschien am Montag eine Untersuchungskommission in Königsberg, die die Räume der Generallandschaft und der Bank der Landschaft unter Hinzuziehung von SS. mit B e - schlag belegte. Die Wohnungen des Generallandschaftsdirektors und weiterer führender Beamten der Generallandschaft sowie die Wohnungen der mit dem Generallandschaftsdirektor von Hippel besonders in Verbindung stehenden Rechtsanwälte wurden besucht. Es ist bekannt, daß die Nationalsozialisten bereits seit langem die Sauberkeit der Geschäftsführung der Generallandschaft und der Nebeninstitute angezweifelt haben. Der Verdacht hat sich nunmehr so verstärkt, daß es zu einer solchen Aktion kommen mußte, da die Gefahr besteht, daß Herr von Hippel seine Geschäfte zu verdunkeln versucht. Mehrere Beamte wurden in Schutzhaft genommen; von Hippel, der sich in Berlin befindet, soll dort verhaftet werden. Oer weitere Ausbau der Kriegsmarine. Berlin. 3. April. (VDZ.) Die Indienststellung des deutschen Panzerschiffes „Deutschland" und der Stapellauf des Panzerkreuzers „B“ lassen die Frage entstehen, wie sich nun der weitere Ausbau der deutschen Kriegsmarine vollziehen wird. In dem Schifssbauersahplan, der auf Ersuchen des Reichstags 1929 aufgestellt wurde, erscheinen zunächst vier Panzerschiffe, nämlich Ersah Preußen, Ersatz Lothringen, Ersatz Braunschweig und Ersatz Elsaß. Ersatz Preußen ist die jetzt in Dienst gestellte Deutschland, Ersah Lothringen der vom Stapel gelaufene Panzerkreuzer B, der nun den Rcunen „Admiral S ch e e r" erh Len h:t. Der Panzerkreuzer Ersatz Braunschweig wurde am 1. Oktober 1932 in Auftrag gegeben, während Ersah Elsaß nach dem Bauplan im Herb st 1934 in Auftrag gegeben werden soll. Außerdem sieht der bisherige Bauplan der Kriegsmarine auch noch die Schaffung von vierReservezerstörern vor; die Zerstörer sollen in den Jahren 1934 bis 1936 fertiggestellt werden. * Der Herr Reichspräsident hat an den Reichswehrmini st er folgendes Telegramm gerichtet: „Die Meldung vom glücklich erfolgten Stapellauf des Panzerschiffes „Admiral Scheer" habe ich mit Freude entgegengenommen. Der stolze Rame dieses Schiffes soll der Marine ein Vorbild für mutiges Wagen, treue Pflichterfüllung und hingebende Vaterlandsliebe fein. Dem ganzen deutschen Volk sei er Mahnung, die Erinnerung an den Geist w ach zuhalten, der die deutsche Flotte in der größten Seeschlacht der Weltgeschichte befähigte, ihre Schwertprobe in Ehren zu bestehen." Reichskommissar für das gesamte Genossenschaftswesen. Berlin, 3. April. (WTB.) Der Reichsernährungsminister und Reichswirtschaftsminister Dr. Hugenberg hat im Einvernehmen mit dem Reichsfinanzminister den Ministerialrat Bahr- Hoffer mit der Prüfung der Vorwürfe beauftragt, die gegen die Geschäftsführung und gegen die Ausgabengestaltung der zentralen genossenschaftlichen Verbände des landwirtschaftlichen, gewerblichen und Konsumgenossenschaftswesen sowie ihrer Landes- und Pro- vinzialorganisationen, Verbandskassen und Warenanstalten erhoben werden. Der Genannte hat Tonfilm: „Blutendes Deutschland." Lichtspielhaus. Dieser Film der nationalen Erhebung, über dessen Uraufführung in Berlin wir am Samstag bereits kurz berichtet hatten, wurde gestern zum ersten Male bei außerordentlich starkem Besuch auch bei uns im Lichtspielhaus gezeigt. Der Film „Blutendes Deutschland, Regie: Johannsen, gewidmet dem Reichskanzler und Führer der nationalsozialistischen Bewegung, Adolf Hitler, gibt in großen Zügen in einer Folge packender Bilder einen Lieberblick über die Entwicklung des deutschen Schicksals und unseres politischen Lebens von 1914 bis zum Jahre 1933. Mit eindrucksvollen Kampfszenen aus dem Weltkrieg erhält der Film einen starken Auftakt; es wird geschildert, wie die Front des deutschen Feldheeres unerschüttert im Kampf gegen vielfache feindliche Liebermacht standhielt, während in der Heimat allmählich die Zersetzung durch die inneren Feinde immer weiter um sich griff. Bilder aus der Rachkriegszeit, aus den Tagen der Revolution, von den Straßenkämpfen in Berlin; dann vom Poleneinbruch an der deutschen Ostgrenze in Oberschlesien. Die Auswirkungen des Versailler Vertrages: Machtlosigkeit Deutschlands inmitten seiner hochgerüsteten Rachbarn; Arbeitslosigkeit, Hunger, Verelendung. Die folgenden Szenen rücken die Ereignisse immer näher an unsere nächste Gegenwart heran: sie geben einen lebendigen Ausschnitt aus der immer stärker anwachsenden nationalsozialistischen Bewegung; von besonders starker Wirkung sind die Aufnahmen von der Beisetzung Horst Wessels, sowie die Liebertragung von Ansprachen des Reichsministers Dr. Goebbels über den Sturz des Systems vom 9. Rovember und des Reichskanzlers Adolf Hitler über die unhellvolle politische Zerrissenheit des deutschen Volkes. Anschließend sieht und hört man eine groß aufgezogene tonfilmische Reportage aus dem Berliner Sportpalast nach der Bildung der neuen Regierung der nationalen Konzentration am 30. Januar dieses Jahres. Rach einer kurzen Ansprache von Dr. Goebbels sieht und hört man Hitler im unheimlich überfüllten Sportpalast, immer wieder von stürmischen Beifallskundgebungen unterbrochen, den bekannten „Aufruf an die deutsche Ration" vortragen, der seinerzeit im Wortlaut veröffentlicht wurde und von die Ermächtigung erhalten, von den bezeichneten Stellen, ihren Organen und Angestellten jede Auskunft über die Geschäftsführung sowie die Vorlegung der einschlägigen Bücher und Schriftstücke zu verlangen. Die Reichs- und Landesbehörden sind, ersucht worden, ihm auf Ersuchen Linterstützung und Auskunft zu gewähren. Nachprüfung der Krankenkassenbeiriebe Berlin. 3. April. (WTB.) Der Reichsarbeits- minifter hat die Sozialministerien der Länder gebeten. alsbald eine eingehendePrüfungder Eigenbetriebe der Krankenkaffen vor- zunehmen. Die Prüfung soll sich insbesondere auf Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit der Unternehmungen erstrecken. Kleine politische Nachrichten. Die in Baden bestehenden Spitzenverbände der marxistischen Sport - und Kulturvereine, die örtlichen Kartelle und sämtliche Ortsgruppen dieser Verbände werden aufgelöst und ihr Vermögen beschlagnahmt. Die Wirt- schaftsbetriebe dieser Organisationen sind zu schließen. In München ist am Eingang des Justiz- Palastes eine Tafel angebracht worden, auf der mitgeteilt wird, daß jüdischen Rechtsanwälten das Betreten des Iustizpalastes ab 1. April verboten ist. ♦ Im Auftrage der Politischen Polizei wurde in den Berliner Geschäftsräumen der „D e r o p" sowie im Laboratorium in Weitzensee eine Durchsuchung vorgenommen, da der Verdacht kommunistischer Umtriebe unter der Angestelltenschaft bestand. 11 Personen wurden zwangsgestellt, von denen jedoch sechs wieder entlaßen wurden. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Zrühjahrsbezirksiage der Edeka. Die Frühjahrsbezirkstage des Edeka Verbandes deutscher kaufmännischer Genossenschaften finden alljährlich vor dem Derbandstage statt. Sie dienen der Unterrichtung des kaufmännischen Mittelstandes und dem Erfahrungs-Austausch. Die diesjährigen Verhandlungen standen, wie man uns mitteilt, sichtlich unter dem gewaltigen Eindruck der nationalen Erhebung. Ueberall fand die Erklärung, daß der Edeka-Verband sich re st los hinter die Regierung stelle, begeisterte Zustimmung. Denn Führung und Mitglieder haben den Kampf für Treu und Glauben, Reinhaltung und Sauberkeit im Handel, gegen Wa- vielen Volksgenossen auch im Rundfunk schon einmal mitangehört worden ist. Den Abschluß bildeten die Sonder-Tonaufnahmen der Ufa von den Feierlichkeiten anläßlich der Eröffnung des neuen Reichstages in Potsdam am 21. März. Für viele war es ein erhebendes Erlebnis, nun auch, gleichsam als unmittelbar Beteiligte, den großen Tag der nationalen Erhebung noch einmal im bewegten Bilde an sich vorüberziehen zu lassen. Sämtliche Vorführungen wurden mit starkem Interesse und oft spontan ausbrechendem Beifall von der großen Zuschauermenge entgegengenommen. Insbesondere die Aufnahmen von Hindenburg, Hitler und Goebbels, die Aufnahmen von der SA. mit ihren Fahnen, vom Parademarsch in Potsdam und vom großen Fackelzug in Berlin wurden mit lebhaftem Händeklatschen begrüßt; allgemeine Aufmerksamkeit fanden auch die Aufnahmen der Ufa-Wochenschau mit Bildern Hindenburgs, des neuen Kabinetts und vom feierlichen Staatsbegräbnis der erschossenen Polizeibeamten in Berlin. Rach Abschluß der Vorführungen wurde vom Publikum das Horst- Wessel-Lied gesungen und ein dreifaches Sieg- Heil auf Adolf Hitler ausgebracht. — Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die drei letzten Vorstellungen dieses großen und dokumentarischen nationalen Programms heute, Dienstag, gezeigt werden; niemand möge versäumen, es auf sich wirken zu lassen. Morgen beginnt der neue historische Ufa-Grohfilm „Der Choral von Leuthen" mit Otto Gebühr in der Hauptrolle; eine Reihe von Szenen daraus sieht man bereits in der heutigen Vorankündigung. — OeuischeMänner in Anekdoten Geschildert von Karl Lerbs. Herzog Karl August von Weimar, Goethes Freund, hatte die Gewohnheit, seinen Gästen nach Tisch zwei tiefsinnige Fragen vorzulegen, Wenn sie diese nicht beantworten konnten (oder wenigstens so taten, als ob sie es nicht könnten, um dem hohen Herrn den Spaß nicht zu verderben) so hatte er seine herzliche Freude an der Unzulänglichkeit seiner Mitmenschen. Die erste dieser Fragen lautete: „Was würden Sie tun, wenn Sie ein Taucher wären?" und die Antwort darauf, die der Frager immer triumphierend selbst geben muhte, lautete: „Ich würde in das Meer der Ewigkeit hinabtauchen." Die zweite Frage war: .Was würden Sie tun, wenn Aus aller Well die in dem sich Trauer und Spott mischten. „Eine edle Gesinnung!" sagte er. „Wie glücklich müssen Sie darüber fein, daß Sie nicht das Pulver erfunden haben!" Der Große Friedrich wandelte eines Tages durch die Gemächer des Potsdamer Schlosses und bemerkte im Audienzsaal einen Mann, der auf einem Stuhl stand und schwitzend bemüht' war, eine Wanduhr herabzuholen, um sie zu reparieren. Der König kletterte ebenfalls auf einen Stuhl und war dem Mann behilflich, so daß dieser sich alsbald, die Llhr unterm Arm, mit vielen Dankesbücklingen empfehlen konnte. Am Tage darauf lag dem König ein Bericht vor, aus dem er ersah, daß der vermutliche Uhrmacher ein Dieb gewesen war und die Uhr gestohlen hatte. Der Uebeltäter saß in Gewahrsam, und der König sollte entscheiden, was mit ihm zu geschehen habe. Lächelnd schrieb Friedrich an den Rand des Berichts: „Laufen lassen, weil ich mitstehlen half!" erhob sich Menzel, sah in die Runde, ließ atemlose Stille wirken, sagte sehr herzlich: „Möge -!“ — und setzte sich wieder hin. Als Blücher nach seinem Siege bei Waterloo und der endgültigen Verbannung Rapoleons mit Friedrich Wllhelm dem Dritten nach England kam, wurde er begeistert gefeiert und mußte sich von zahllosen Ladies abkussen lassen. Die Universität Oxford aber ernannte ihn zum Ehrendoktor. „Ci", schmunzelte er, als er dies erfuhr, „wenn ich Doktor bin, denn sollen se Gneise n a u zum Apotheker machen — der hat mich die Plllen jedreht." Sie ein Zahnarzt wären?" — und die Antwort: „Ich würde den Zahn der Zeit ausziehen." Als nun Friedrich Wilhelm III. von Preußen, mit mehr Humor begabt, als man gemeinhin weiß, eines Tages bei Karl August zu Gaste war, konnte es nicht fehlen, daß er nach Tisch von den Fragen ereilt wurde. „Was würden Ew. Majestät tun", fragte Karl August, sich behaglich im Stuhl zurücklehnend, „wenn Sie ein Taucher wären?" Der König zog sein ernsthaftes Gesicht einen Augenblick in noch ernsthaftere Fallen und antwortete dann mit großer Sicherheit: „Ich würde den Zahn der Zeit ausziehen I" bensmittel-Einzelhandels, deren Zugehörigkeit Zur Genossenschaft an ihrer Stellung als selbständiger Unternehmer höchstens insofern etwas ändert, als diese selbständige Stellung noch gefestigt wird. Den Oberbau bilden die Edeka-Zcntratorgani» s a t i o n e n und zwar der Edeka-Verband deutscher kaufmännischer Genossenschaften e. V. mit der Edeka- Verlagsgesellschaft m. b. H., deren alleiniger Gesellschafter er ist, ferner die Edeka-Zentrale e.G.rn.b.H. und die Edekabank e. G. m. b. H. Die rund 430 G e « nossenschaften sind selbständige kaufmännische Genossenschaftsbetriebe, die dem Edeka-Verband, der Edekazentrale und der Edekabank als Mitglieder angehören. Daß der Maler Adolph von Menzel kein Redner war, darf man als bekannt voraussetzen; daß er sich zu Festreden und Trinksprüchen niemals herbeilietz, wird ohne weiteres geglaubt werden. Dennoch war einmal bei einem ganz offiziellen Bankett das aufregende Gerücht verbreitet, daß die kleine Exzellenz notgedrungen „ein paar Worte sprechen" würde. Als der kritische Augenblick gekommen war, nr.SI^ so’1"10(1 «jtM Auch be ..-^5 Warum der Main so krumm geht. Die Geologen erzählen uns, der krumme Lauf des Mains sei auf irdische Verwerfungen in den Ge> ftcins und Gebirgsschichten zurückzuführen. Da urvb dort seien große Sprünge in der Erde entstanden, Landteile seien eingesunken, und diese Bruchstellen entlang habe der Main seinen Weg gesucht. In einer mit prachtvollen Lichtbildern geschmückten Plauderei des Aprilheftes von Velhagen & Kinsings Monatsheften erzählt der fränkische Dichter Leo Weismantel eine reizende Geschichte. Einst, so heißt es in Franken, habe Vater Main zu alten Zenten sehr darauf gehalten, als ehrlicher Mann schnurgerade seinen Weg zu gehen. Da schickten die alten Städte Würzburg und Kitzingen, Miltenberg und Lohr ihre Abgesandten und wollten den alten Vater Main vom rechten Wege abbringen. Sie versprachen sich allerhand, die Städte, denn die Wasser galten seit alten Zeiten als „Völker verbindend", — so ist es in allen geographischen Büchern zu finden, und darum muß es wahr sein. Sie versprachen sich von dem alten Knaben Förderung ihres Handels und Wandels. Aber er wollte nicht. Da machten die Städte für den alten Herrn eine Weinprobe. Sie schenkten ihm „Stein" und „Leisten" ein, „Rö- delseer" und Randersackerer „Teufelsketter", „Ip- Höfer", und siehe da, so erzählt man sich in Fran» Een, da ging auf einmal der Main von selber krumm. Als der Luftschiffkrieg gegen England auf der Höhe des sensationellen Erfolges war. saß der prächtige alle Zeppelin, sehr gegen seinen Geschmack, als Held gefeiert, bei einem Festbankett zu Frankfurt a. M. neben einem Höfling, der ihn mit viel schönen Reden säuselnd überschüttete. — „Aber", sagte der höfliche Herr mit einem schwermütigen Augenaufschlag, „es muh doch für Sie, Herr Graf, ein schrecklicher Gedanke sein, daß durch Ihre großartige Erfindung, die dem friedlichen Fortschritt zu dienen berufen ist, jetzt so viele Menschen den Tod finden!" Zeppelin streifte den Redenden mit einem Blick, Starker Schneefall im Riefengebirge. In den höheren Lagen des Riesengebirges sind bis zu 2 0 Zentimeter Reuschnee gefallen, der allerdings verweht ist. 2m Hochgebirge wurden in den letzten Tagen 8 Grad und 5 Grad Kälte gemessen. Auch im Tale gingen vielfach Schneelauen nieder. Das Gebirge zeigt wieder eine zusammenhängende Schneedecke. Schahsund im Main. Bei den Arbeiten an der Staustufe Kleinostheim wurde im Main ein sehr wertvoller Fund gemacht. Eine vollständig verrostete Eisenkassette, die anscheinend in früheren kriegerischen Zeiten versenkt worden war, kam zum Vorschein. Sie war mit einer großen Anzahl von goldenen Münzen und T a f e l g e r ä t e n (z. T. hervorragenden Goldschmiedearbeiten) angefüllt. Der Wert ist von sachverständiger Seite außerordentlich hoch geschätzt worden. Voraussichtlich dürste als Eigentümer die Gemeinde Kleinostheim in Frage kommen. Gegen die Vorführung von Tanzbären? Der Reichsernährungsminister hat die Landesregierungen gebeten, jeden Antrag auf Ausstellung von Gewerbescheinen, die zur Vorführung von Tanzbären berechtigen, kategorisch ab = zulehnen und bereits ausgestellte Gewerbescheine wieder zurückzuziehen. Es wird darauf hingewiesen, daß die Tiere nicht nur unter Anwendung grausamer Methoden zum Tanzen abgerichtet werden, sondern daß auch ihre Behandlung eine Kette von Quälereien darstellt. Der Mount Everest zum erstenmal überflogen. Ein Flugzeug der zur Erforschung des Himalaja- Gebiets ausgebrochenen Aeronautischen Expedition hat den 8822 Meter hohen Granitgipfel des Mount Everest, des höchsten Berges der Erde, zum ersten Mal überflogen. Eine Besteigung des vollständig vergletscherten Berges ist bisher nicht gelungen. Die Forscher Malory und Jr- oine waren im Jahre 1924 mit Hilfe von Sauerstoffapparaten bis auf eine Höhe von 8605 Meter gelangt. Flugzeugunglück. — Pilot getötet. Die Lufthansa teilt mit: Das Flugzeug D 534 mußte auf dem Flug von Dortmund nach Hannover aus bisher unbekannten Gründen gegen 16 Uhr bei Hemperode bei Dettum' zwischenlanden. Das Flugzeug ist nach der Landung verbrannt. Der Flugzeugführer v. R i e d h e i m verunglückte hierbei tödlich, während der Funkermaschinist Schipper mit leichteren Brandwunden davonkam. Passagiere befanden sich nicht an Bord. Flugzeugzusammenstoh in Schweden. — Zwei Schwerverletzte. Ein eigenartiges und folgenschweres Flugzeugunglück ereignete sich im Hochgebirge in Iämtland (Rord-Schweden). Für einen verunglückten Skiläufer hatte man ein Krankentransportflugzeug angefordert. Da keine größere Maschine zur Verfügung stand, wurden zwei Heinere Flugzeuge von Stockholm entsandt. Bei der Landung wurde die zweite Maschine von einer Boe aus der Richtung geworfen und fuhr auf die bereits gelandete erste Maschine auf. Hierbei wurden der Flugzeugführer Hauptmann K i n d b e r g und der Chefarzt Bodelberg schwer verletzt. Der Führer der zweiten Maschine muhte renhauser, Großfilialen und Konsumvereine zum Besten der Individualwirtschaft seit Jahrzehnten mit Ernst und Nachdruck geführt. Jrn Sieg der nationalen Idee erblickt der Edeka-Verband den Sieg seiner eigenen Idee. Er bleibt sich selber treu, wenn er auch in Zukunft seine Aufgaben erfüllt. Zusammen- Öim Edeka-Verband deutscher kaufmännischer senschaften e. V. Haden die 430 Genossenschaften es stets als ihre Aufgabe betrachtet, die angeschlossenen 30 000 Kleinkaufleute wirtschaftlich stark zu machen, damit diese im besonderen Maße der Verbraucherschaft dienen können. Die Einzelmitglie- der der örtlichen Genossenschaften sind selbständige Kaufleute des Kolonialwaren-, Feinkost- und Le- VergeUU! einige sinion entfernt, !• bat babei bis aus A-ns all- ' ist, M ob ein grw eine Aernesis mit h -erst, n, was oai 9 Wand Zeppe m " land wurde auf ®r -es Versailler SM auszuliclern. gesetzt worden wai kamen so in,besitz sie kamen nicht Ylm genialen Leistung < können. Das deut! hielt, ging schon 1 Luftschiff, das Fra im Dezember 19H Wann Besatzung ging. Niemand we ton ist. aber der fütterte Frankei wie der Teufel das MNg des dunkler auch an der englis als diese Zeppeli baute, um gleich Fahrt von Englai fette in Frankei verlor dabei siebz' zig Mann waren leiten der englisch Es ist wobt noch geheuren Spannu 1924 die Fahr Zeppelinlust gleitet wurde. Di« Lustschiff sicher hii Kriegsbeute bod) Zwar setzte die chee Union iofort die I selber LichWfse baju btftimmi, nicht dH drängen, sondern die erste Stelle für Wert, das Gras Zes 'beit eines Menschen, 'Mich aus dem Nil der selbstbewußten Handbewegung übei 'M es die Union der wirklichen Bolle einander wurden l wie sich das für die 1 'mutgebilbe der Lust ■®on einem Ausmaß Zeppelinwerft am 5 Sriinben nicht hätte Während das deu Amen des Grafen. kme Kreise um di Amon zwei Ajesc M immer üd B das Schick M-nd zuschlug, 6 WnS" Epieibail ganlii toatf. Die tung Kriege Ate ^die"'U^t^ W <^°pser i $°'nmenu 6 Ms RnfJMe : die Ä nung S 4; “6 d w.e eg .,7 den t M Wieder fei die Arbeit Jr Qtbei Ml, xJ1 Rrafte fest y Unter r fees ©Lfeqct tey.; nun auf Skiern viele Kilometer weit laufen, um telephonisch zwei weitere Flugzeuge zum eiligen Abtransport der Verunglückten heranzuholen. Unter großen Schwierigkeiten wurden schließlich der Skiläufer und die beiden anderen Verwundeten ins Krankenhaus überführt. Die Verletzungen von Hauptmann Kindberg, der einen komplizierten Schädelbruch erlitt, sind lebensgefährlich. Schweres Vrandunglück. — Lin Toter, zwei Schwerverletzte. Aus bisher noch unbekannter Ursache brach in, einer der letzten Rächte in der Stellmacherei B e h -' rend in Legde bei Bad Wilsnack (Brandenburg) ein B r a n d aus, der an den Holzvorräten reiche Rahrung fand. Die Werkstatt und die danebenliegende Scheune brannten vollständig nieder. Die beiden Gesellen des Meisters, die in einem Raum über der Werkstatt schliefen, wurden von den > Flammen vollständig eingeschlossen. Der eine von ihnen, namens S a w a h k i, konnte sich schließlich mit brennenden Kleidern über eine Leiter retten, die man an das Schlafstubenfenster gestellt hatte. Der andere, H a r a n d mit Rainen, der über die brennende Treppe herablief, um das Freie zu erreichen, erlitt so schwere Brandwunden, daher auf dem Transport ins Krankenhaus st a r b. S. liegt hoffnungslos darnieder. Ein Arbeitsdienstfreiwilliger wurde bei den Löscharbeiten von einem herabstürzenden Dalken getroffen und erlitt eine Gehirnerschütterung. Eisenbahnunglück in Spanien. — 3 Tote, 9 verletzte. Rach einer Havasmeldung aus Avila (All-Ka- . stilien) entgleiste unweit dieser Station beinr Passieren einer über eine 30 Meter tiefe Schlucht führenden Brücke ein Güterzug. 20 Wagen stürzten in die Tiefe. Der Zugführer und zwei Zugbegleiter wurden getötet, neun Beamte wurden verletzt. Kunst und Wissenschaft. Der Dichter Hanns Johst Senator der Preußischen Dichterakademie. Der künsllerische Leiter des Berliner Staatstheaters, der Dichter Hanns Jo Hst, ist vertraglich zum Senator der Preußischen Dichterakademie berufen worden. Die Umvildung der Preußischen Dichterakademie steht kurz vor ihrem Abschluß, wieder ein bekannter Frankfurter Bühnenkünstler gestorben. In Frankfurt starb dieser Tage nach langem Leide der Heldentenor der Frankfurter Oper, Otto Fänger. Er war Mitglied der NSDAP, und war als Intendant für das Opernhaus in Aussicht ge- nommen. Keine Reinhardt Inszenierungen mehr in Berlin. Die neue Direktion A ch a z - R e s t des Deutschen Theaters in Berlin hat nach einer Besprechung mit dem Kommissar z. b. D. Hinkel vom preußischen Kultusministerium die Enischei- dung getroffen, daß Max Reinhardt (Goldmann) nichts mehr mit der künstlerischen Leitung des Deutschen Theaters zu tun hat. Die Direktion Achaz-Reft hat jede Bürgschaft übernommen, daß das Deutsche Theater den Erfordernissen der deutschen Kultur künftig Rechnung trägt. Die Premiere des Stückes „Ewiges Volk" von Professor Kluge -wird im Deutschen Theater stattfinden.