Samstag, 4. Zebruar 1955 185. Jahrgang Nr.50 KeübauSgabe Vn'S vnv Verlag: vrützl'fche Univeisttäls Buch- und Stcinöruderei H. Lange in Gießen. Schnftleitung und Geschäftsstelle: Zchnlstraste 7. Annahme von rlnzeigeZ für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.Tbynot; für den übrigen Teil Ernst Blumschcin und für Anzeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in (Biegen. Lrlcheint täglich, außer Sonntags und Feiertag» Beilagen; Die Illustrierte (Siebener Familienblatier Heimat >m Bild Die Scholle monats:Be3ugsprel$: gNii 4 Beilagen RH 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Iustellgedühr . , -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. zernsvrechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anichrift lüi Drahtnachrichten Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: .tronlfvrt am Dlain 11686. GktzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Randnoten. Wie kaum auf einem anderen Gebiet der Technik hat Deutschland sich im Flugwesen he.vorgetan. Es ist durch die private Initiative weitsehender deutscher Gelehrten und Erfinder, wie Professor Junkers, durch den Mut und die Schneid.g'.eit deutscher Piloten wie Köhl, übet, Hühneselb und v- Gronau, durch die Güte, die zwectentsprechende Formgebung und restlose Aus-, Nutzung des Materials, durch die treue Hingabe von Ingenieuren, Monteuren und Arbeitern, durch die inusterhaste organisatorische Durch- bildung des gesamten deutschen Flugverkehrsnetzes zur ersten Flugnation der Welt geworden. Deutsche Piloten und Flugplahleiter Wurden v.eigesuchte „Ausfuhrware". In Lieber- see in Rußland, in vielen Staaten der Welt Haven diese Vorkämpfer für das Deutschtum ih.en Mann gestanden und haben dem durch den Veisailler Diltatfrieden verunglimpften deutschen Rainen wieder Achtung und Anerkennung verschosst. Aus dem Vichts heraus wu rde die heutige deutsche Zivilluftfahrt geschaffen. In Versailles glaubte man, Deutschland die Benutzung des Aethers verbieten zu können- Aber de-, alte Ikarus-Gedanke des deutschen Volkes erwies sich in der Folge als stärker Was kann sich in Deutschland mit der Popularität, die Flugzeuge und Zeppeline genießen, messen? Wenig! Und nun erhält, fast zu gleicher Zeit, der fliegerische Gedanke zwei neue ft arte I m - pulse, die für die weitere Entwicklung von ausschlaggebender Bedeutung fein werden. Zunächst ist der Zusammenschluß der beiden bedeutend st endeutschenLuftfahrtverbände (des Aero-Klubs von Deutschland unb des Deutschen Luftfahrt Verbandes) beabsichtigt. Die neue Verbindung, die in Bälde zu erwarten ist, begrüßen wir, weil sie nicht nur den steten Kampf gegen die Fesseln des Versailler Diktates und des Pariser Luft- abkommens erleichtern, sondern auch erfolgreicher machen wird. Zn der Zielsetzung waren sich die bei- den Organisationen immer einig und es macht den Leitungen der Verbände Ehre, daß sie nun auch organisatorisch die Folgerungen ziehen wollen. Den zweiten starken Impuls versprechen wir uns von der Ernennung des Veiä stagspräsiden- ten Göring zum Reichstommdsar für das Luftfahrtwesen und von der Bestellung des Direktors der Luft-Hansa, Milch, zum stellvertretenden Reichskommissar, der nach Erledigung der etatsmäßigen Schwierigkeiten den Charakter eines Staatssekretärs erhalten wird. Zum ersten Male ist hier von einer deutschen Reichsleitung gleichsam amtlich die überragende Bedeutung des deutschen Luftverkehrsgedankens anerkannt worden, eine Initiative, die wir dankend quittieren. Bisher bestand nur ein Luft- Dezernat im Veichsvertehrsministerium; jetzt endlich hat man ein Staatssekretariat geschaffen, das zur Zentrale aller Luftverkehrs- und Luftsport- bcstrebungen gemacht werden muh. Die neuen Männer sind Fachleute. Sie haben als Kampfflieger im Kriege der Nation ihren Tribut entrichtet, sie kennen aus eigener Anschauung die Röte des deutschen Luftverkehrs, sie sind stets Kämpfer für eine durch keinerlei Schranken behinderte Lufthoheit des Reiches gewesen. Cs ist nicht zuviel gesagt; wir sind im Begriff, eine neue Seite in dem Buch der deutschen Luftfahrt aufzuschlagen. Ieht auf ans Werk! Die Regierung hat ein Machtwort gesprochen. Iene berühmten Splitter aus der Masse der Wahlvorschläge, die uns bisher nicht nur ein Balken, sondern geradezu ein Dorn im Auge gewesen sind, sollen durch eine Verfügung schmerzlos entfernt werden. Das heißt, daß das Wahl- gefeh in dem Sinne geändert werden soll, daß zu einem Wahlvorschlag in Zukunft nicht mehr fünfhundert Unterschriften für einen und zwanzig Unterschriften für jeden weiteren Wahlkreis erforderlich sind, sondern 60 000 für einen Kreis und 53 für jeden anderen. Mil dem Verschwinden dieser kleinen, aber so überaus gemütlichen Parteien verschwindet ein Stück deutsches Leben aus der Oefsentlichkeit, ein sattsam bekannter Beweis nicht nur für die Einigkeit, sondern auch für den Organisations- Hunger der germanischen Völkerschaften. Wie- viele Heiligen, wieviel Propheten sind im Laufe öcr letzten Lahre in der Politik aufgetaucht! Wieviele haben sich und ihren Mitmenschen gelobt, es in Zukunst vor allem anders und dann auch natürlich besser zu machen als alle anderen? — wenn — ja, wenn man ihnen, den Wunderschäfern, Reformern, Wanderpredigern die Macht auch für einen Tag übergäbe! Bis jetzt war das außerordentlich leicht, sich zu solch einem Posten des Wunderschäfers auszuschwingen. Nehmen wir ein Beispiel: die Familie 'Braten- Mer, Urahne, Großmutter, Mutter und Kind. Das Elend des deutschen Volkes hatte sie mächtig angepackt. Sie beschlossen, etwas für ihre Brüder und Schwestern zu tun. Alle Nachbarn hörten ihnen voller Verwunderung zu, anerkennend äußerten sich ihre Verwandten in Briefen, oic brauchten nicht firofj die Reklametrommel zu rühren, um die notwendigen paar Unterschriften zusammen zu bekommen. Ihre Bekanntschaft und Verwandtschaft war verzweigt genug. Bei den nächsten Wahlen stand ivanülie Bratengeyer, verkleidet als „Deutsche Kampf- und Freiheitspartei" an 53. Stelle auf der Wahlliste. Sie erhielten im ganzen deutschen Reichsgebiet 384 Stimmen. Jetzt also wird es solchen Familien Bratengeyer nicht mehr möglich fein, den Sprung ins öffentliche Leben zu tun. 60 000 Unterschriften — das ist wohl für ein Familienunternehmen in einem einzigen Wahlkreis ein etwas gewagtes Unterfangen! Store Auch England lehnl -den französischen Sicherheilsplan ad. Fortsetzung der Abrüstungsbebatte in Genf. Genf, 3. Febr. (WTB.) 3m Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz legte heute der Unter- staatssekretär im Foreign Office Eben ben Standpunkt der englischen Regierung zum fran- zösischen Plan bar. Er erklärte, baß England in ber Sicherheitsfrage keinerlei V e rpflich- tungen übernehmen werbe, bie über ben Dölkerbunbspakt, ben Kellogpakt unb ben Vertrag von Locarno hinausgehen. Mit der Unterzeichnung bes Locarnopaktes habe bie englische Regierung einen bebeutenben unb freigiebigen Beitrag zur Sicherheit Westeuropas geleistet. Die englische Regierung habe in realpolitischer Erwägung auf bas Ideal eines universalen Paktes gegenseitiger Hilfeleistung verzichtet unb sich für bas natürliche Wachstum eines Sicherheitssystems burch geographisch beschränkte unb unmittelbare Binbungen entschieden. Durch den Beitritt zum Locarnopakt habe England ein Beispiel geben wollen, von dem es hoffte, daß es von anderen befolgt würde. Diese Hoffnungen hätten sich noch nicht erfüllt. Die Abrüstungskonferenz müsse jetzt sehr bald zu einer wirklichen Herabsetzung ber Weltrüstun- gen kommen. Gerabe vom Stanbpunkt ber Sicherheit sei bies wichtig. Eben stellte bie Frage, ob es nicht möglich sei, baß ber augenblickliche Stand ber Sicherheit schon eine genügende Garantie für wirkliche Abrüstungsmaßnahmen gewähre unb ob es nicht wahr sei, baß die Abrüstung in Europa eine wirksame Garantie für den europäischen Frieden bedeute. Zum Schluß betonte er, daß es jetzt daraus ankomme, die Anregungen und praktischen Vorschläge, die in allen ber Konferenz vorgelegten Plänen en h lt .-n s ien, zu koordinieren, um z u praktischen Ergebnissen zu kommen. Benesch sekundiert den Franzosen. Restlos setzte sich sodann für ben französischen Plan ber tschechoslowakische Außenminister Be - n e s ch ein. Der vorgeschlagene europäische Kontinentalpakt sei eine unbedingte Notwendigkeit. Die Tschechoslowakei müsse b e s o n - deren Wert auf den Ausbau der Sich e r h e i t legen, da sie, wenn bie abgerüfteten Vachbarstaaten über größere Rüstungen verfügten, in eine außerorbentlich ernste Lage kommen würde. Ein ständiger Friede in Europa sei undenkbar ohne eine sichere und zuverlässige Organisation des Friedens. Die fünf Großmächte hätten sich verpflichtet, unter keinen Umständen zur Gewalt zu schreiten und anerkannt, daß Gleichberechtigung, Abrüstung und Sicherheit nur in Etappen durchgeführt werden könnten. Ebenso hätten die Großmächte in einer Erklärung zugegeben. daß Gleichberechtigung, Abrüstung unb Sicherheit inunlösbaremZusammenhang miteinanber ständen. Die Abrüstungskonferenz könne daher zu praktischen Ergebnissen nur auf der Grundlage einer gemeinsamen Lösung aller drei Fragen gelangen. Der französische Plan müsse bie entscheibende ©runblage für bie Lösung bes Abrü- stungs- unb Sicherheitsproblems bilben. Belgische Zweifel. Die bisherige Aussprache hat eine unerwartet würbe mit einer Erklärung bes belgischen Vertreters Bourquin abgeschlossen. Dourquin, befsen selbstänbige Haltung gegenüber Frankreich allgemein auffiel, erklärte bie Zustimmung seiner Regierung zu bem französischen Plan, äußerte jeboch ernste Zweifel über bie Zweckmäßigkeit der vorgeschlagenen Internationalisierung der schweren "Waffen. Er trat für einen einheitlichen Armeetypus mit kurzer Dienstzeit ein, wies jedoch darauf hin, daß ohne England ein europäisches Sicherheitssystem nicht möglich sein werde. Die bsherige Aussprache hat eine unerwartet eindeutige Ablehnung des französischen Planes ergeben. Eine Beteiligung der Vereinigten Staaten an dem von Frankreich geplanten allgemeinen Sicherheitssystem ist angesichts ber ame- mir meine Streife nicht! Unter diesem Gesichtspunkt werden die Verwaltungsbehörden, indem sie nur noch die eingeführten politischen Parteien zur Wahl zulassen, eine schöne Menge Papier sparen. Denn der Wahlzettel wird ohne den Zierrat der Splitterparteien gewiß nicht mehr seine imposante frühere Länge haben In einer soeben veröffentlichten Liste gibt das Statistische Reichsamt einen lleberblid über bie Bevölkerungsentwicklung bes Deutschen Reiches seit der letzten Volkszählung im Jahre 1925. Dabei fällt besonbers ber Rückgang ber Kinber unter 15 Jahren auf, eine Zahl, bie von 1925 bis 1932 um rund 720 000 gefallen ist. Dagegen hat die über 15 Jahre alte Bevölkerung um 3 398 000 zugenommen, so bah sich also bie deutsche Gesamtbevölkerung um 2 678 000 Menschen auf insgesamt 65 089 000 erhöht haü Die Gesamtzahl dßb Ledigen innerhalb des Deutschen Reiches hat infolge des Geburtenrückganges um rund eine halbe Million abgenommen, wovon 400 000 auf das weibliche Geschlecht rikanischen Haltung in ber Schulbensrage völlig ausgeschlossen. Man erwartet, bah auch bie skanbinavischen Mächte bie Hauptziele bes sranzos schm Planes ab.ehnen werden. Der Zusammenbruch des französischen Planes wird »jetzt bereits als Tatsache hingenommen. Personalveränderungen m der Völkerbundsbürokratie. Genf, 3. Febr. (TU.) Der Bölkerbunds-- r a t hat in streng geheimer Sitzung ben Direktor ber Minberheitenabteilung, ben Spanier Aske- rate, zum ftellocrtrctenben Generalsekretär des Völkerbundes ernannt. Die Ernennung des zweiten, neuerdings vorgesehenen stellvertretenden Generalsekretärs ist bisher noch nicht vorgenommen worden. Für diesen Posten ist ber neue italienische Untergencralfcfretär P i - l o 11 i vorgesehen. Die Ernennung Askerates, die auherordentlich überrascht hat, ist aus den dringenden Wunsch des Generalsekretärs Drumm ond erfolgt. Der Völkerbundsrat beschloß ferner, den langjährigen Privatsekretär Drummonds, ben Engländer Walters, zum englischen Alntergeneralfctretär des Völ- kerbunbes zu ernennen. Bekanntlich ist bie bisherige Tätigkeit bes Direktors ber Minderheitenabteilung, Askerate, auf starke Kritik gestoßen. Es steht noch nicht fest, ob Askerate auch weiterhin bie Minberheitenabteilung des Völkerbundssekretariats beibehalten, ober ob bie seit langem von vielen Seiten bringenb gewünschte Qlenberung in bet Leitung der Minberheitenabteilung nunmehr buch eintreten wirb. Ein Notruf Der Reichsstädtebund fordert Berlin, 3. Febr. (CVB.) Die Vvt ber mittleren und Keinen Städte hat, wie eine Mitteilung des Reichsstädtebundes hervorhebt, durch den rapiden Rückgang ihrer Einnahmen ein Ausmaß erreicht, daß ihnen eine ordnungsmäßige F i nanz w i rt s ch a f t seit langem nicht mehr möglich ist. Im weiteren bezeichnet ber Reichsstäbtebunb es als einen staatspolitisch unerträglichen Zustanb, bah eine große Anzahl von Stäbten nicht einmal mehr in ber Lage fei, ihre Gehälter, Löhne unb Wohl- fahrtsunterstühungen in vollem Umfange aufzubringen unb bah auch bie Ausgleichsfonbs ber Länber ihnen nur 60 v. H. ber fehlenben Deckung zur Verfügung stellen könnten. Ebenso glauben es bie Stäbte vor ber Oefsentlichkeit nicht verantworten zu können, bah viele Stäbte gezwungen seien, nur um ihre Arbeitslosen zu befriebigen, Lanbes steuern einzubehalten unb ihre sonstigen Zahlungen für Zinsen unb Tilgungsquoten ihrer Krebite unb für Lieferungen der Städte. Llmbau der Arbeitslosenhilfe. aller Art gegenüber bem notleibenben Mittel- ftanb einj u ft eilen. Der Reichsstäbtebunb als Spitzenorganisation von 1560 mittleren unb kleinen Stäbten richtet baher ben bringenden Votruf an bie neue Regierung, biefem öffentlichen Votstanb burch eine beschleunigte Cntscheibung enblich ein Enbe zu bereiten. Er gibt sich babei ber Hoffnung hin, bah bie Regierung über bie zu ergreifenden Maßnahmen zu einem schnellen Entschluß kommen werde. Die beiden einzigen Heilmittel seien nach einhelliger Auffassung der Gemeinden unb ihrer Spitzenverbände eine sofortige organisatorische Vereinheitlichung der Arbeitslosenhilfe zwecks Vereinheitlichung und Verbilligung in den Händen der Gemeinden, weil diese bem Arbeitslosen am nächsten stehen unb ihn verhältnismäßig am besten zu beurteilen wissen, sowie eine selbständige Finanzierung der vereinheitlichten Arbeitslosenhilfe durch das Reich unter Befreiung ber Gemeinben von ben für sie untragbaren Ausgabenlasten. Hessen protestiert gegen ungenügende Zerüö- sichtigung im Arbeitsbeschassungsprogramni. Ein einstimmiger Beschluß des Finanzausschusses des Landtags. Darm stabt, 3. Febr. (WHP.) Der Finanzausschuß bes Hessischen Lanbtags befaßte sich am Freitag eingehenb mit ben Plänen ber Reichs- reg’icrung zur Arbeitsbeschaffung, ins- befonbere mit ber Beteiligung Hessens am 500-Millionea-Sofortprogramm des Reichsarbeitskommissars Dr. Gereke. Staatsrat Karcher teilte mit, daß von den Gemeinden bie Anträge auf Einbeziehung ihrer Projekte in bas Arbeitsbeschaffungsprogramm noch nicht restlos vorliegen. Er führte bann weiter aus: Das Sofortprogramm zur Arbeitsbeschaffung, bas sogenannte Gereke-Programm, bas rund 500 Millionen Mark umfaßt, war als ber Anfang eines großen Arbeitsprogramms gedacht, das etwa 2.7 Milliarden Mark umfassen sollte. Der hessische Anteil beläuft sich auf höchstens 7,5 bis 8 Millionen Mark. Daß bei dieser schmalen Basis all die Hoffnungen nicht erfüllt werden können, die etwa auf Grund der Verlautbarungen erweckt worden sind, ist selbstverständlich. Zur Zusammenfassung und Vereinfachung des Verfahrens hat die hessische Regierung, wie das ähnlich auch in anderen Ländern geschehen ist, eine M i n i st e r i a l k o m m i s s i o n geschaffen unter dem Vorsitz des Staatsrats Karcher. Das Arbeitsprogramm soll sich so auswirken, baß bei der Vergebung der Aufträge mittlere und kleinere Betriebe ausreichend berücksichtigt werden Um eine Entlastung der Gemeinden zu erzielen, ist vorgesehen, bei ben Arbeiten in der Hauptsache Wohlfahrtsunter st ritzte, also langfristige Erwerbslose, zu beschästigen, und zwar zu den Bedingungen des freien Arbeitstier- trags unb unter Einhaltung einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden. Die Darlehensbedingungen sehen vor, daß die Laufzeit des Darlehens der voraussichtlichen Lebensdauer der Arbeit angepaßt wird. Die Laufzeit soll 25 Jahre nicht überschreiten. Bei einer Tilgungszeit von 20 Jahren ist eine Annuität (Zins und Tilgung) von 6 d. H. zugrunde gelegt. Der Prozentsatz der Rente steigt entsprechend, wenn die Tilgungszeit sich verkürzt, ober er wird entsprechend geringer, wenn eine längere Laufzeit gewährt wird. Schon jetzt liegen in Hessen soviele Antrag? vor, baß die Kontingente bereits weit überschritten werben. Es wirb also eine sorgfältige Auslese ber beantragten Maßnahmen stattfinben müssen, unb man wirb basür Sorge tragen müssen, baß die Gemeinden f i - nanjiell nicht z u sehr belastet werden. Insoweit der Hessische Staat als Träger auftritt, begründet Staatsrat Balser die einzelnen Maßnahmen. Was die Reichsaufträge anlangt, so sei es bedauerlich, daß inzwischen eine erhebliche Reduzierung der ur- und 121 000 auf das männliche Geschlecht entfallen. Auch in Deutschland macht sich demnach, wie in aller Welt, ein allmählicher Rückgang des durch die Kriegsverluste hervorgerufenen Frauenüberschusses und ein Anwachsen der männlichen Bevölkerung bemerkbar. Die Zahl der Ledigen weiblichen Geschlechts über 15 Jahren zeigt bereits zu Beginn des Jahres 1932 einen Rückgang um 25 000. Die Zahl der verheirateten Personen ist in den Jahren 1925 bis 1932 um 11 Prozent gestiegen. Dieser Prozentsatz hätte wohl noch bedeutend höher angeseht werden können, wenn nicht so viele heiratsfähige junge Männer durch den wirtschaftlichen Viebergang unb bie fteigenbe Unsicherheit im Erwerbsleben gezwungen wären, auf bie Grünbung eines Hausstanbes zu verzichten. Das Statistische Reichsamt schätzt bie Zahl ber heiratsfähigen, aber aus biefem Grunbe noch lebigen Männer auf runb 400000. Relativ am stärksten ist bie Anzahl ber Geschiebenen gestiegen, unb zwar von 284 000 im Jahre 1925 auf fast eine halbe Million, obgleich seit bem Iahre 1931 ein Rückgang in ben Ehescheidungen zu verzeichnen ist. Die Zahl der Cheauflösungen hatte im Jahre 1930 mit 40 722 ihren Höchststand erreicht unb war im folgenben Jahr auf 39 971 zurückgegangen. In statistischen Zahlen würben in ben Jahren 1927 unb 1928 auf 10 000 Chen jährlich 27,7 Scheibungen ausgesprochen, die auf 29 im Jahre 1929 unb 29,5 im Iahre 1930 fliegen, um im folgenben Jahr auf 28,5 zurückzugehen. Bezeichnen!) für bie wirtschaftliche Lage und die Bevölkerungsentwicklung der Gegenwart und voraussichtlich auch der nächsten Zukunft ist die Tatsache, daß sich die Bevölkerungsvermehrung in einer Zunahme der Familien und Klein- unb Klginst-Haushaltungen bemerkbar macht, währenb bie K opfstärke ber einzelnen Familie ftänbig zurückgeht, eine Entwicklung, bie besonbers für ben Wohnungsmarkt (Kleinwohnungen usw.) von Bebeutung ist, ba sie eine völlige Umbildung in der Wohnungsfrage im Gefolge hat. Die Zahl ber Ehepaare ist von 12,7 Millionen im Iahre 1925 auf 14,1 Millionen gestiegen, bie Zahl ber felbftänbigen Haushaltungen von 15,7 auf 17,4 Millionen. sprünglich vorgesehenen Beträge für diese Zwecke eingetreten sei. Nach eingehender Aussprache faßte der Ausschuß einstimmig folgende Entschließung: Der Finanzausschuß des hessischen Landtages nimmt mit Erstaunen und E n l r ü st u n g davon Kenntnis, daß bei der Verteilung der im Sofortprogramm der Reichsregierung vom Dezember 1932 für Arbeitsbeschaffung bereitge- sl.Illen 500 Millionen Mark Hessen nur mit etwa l—8 Millionen Mark bedacht wurde. Mit dieser Zuteilung findet die besondere Lage Hessens keineswegs die gebotene Berücksichtigung. Die hessische Regierung wird ersucht, bei der Reichsregierung vorstellig zu werden, daß der dem Lande Hessen zugedachte Anteil aus dem Sofortprogramm wesentlich erhöht wird, um damit der besonderen Lage Hessens als dem am längsten und verhältnismäßig stärksten befetten Gebiete Rechnung zu tragen. Ferner wird die Regierung ersucht, dahin zu wirken, daß das Sofortprogramm insofern erweitert wird, daß außer den vorgesehenen Arbettsmah- nahmen auch die hochbauten in die Betreuung einbezogen werden. Bekämpfung von Paratyphus und Viehseuchen in Oberheffen. Der Ausschuß behandelte dann zusammen mit den Referenten der Medizinalabteilung der Regierung die Paratyphus - Erkrankungen in einzelnenDogelsberggemeinden, insbesondere in Siechenhausen und Äaul» ft o ß. Hin eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, war von der Gesundheitsbehörde auch der Verkehr von Milch und Milchprodukten (Butter, Käse usw.) aus den Orten vorübergehend verboten. Dadurch ist den (Betroffenen wirtschaftlicher Schaden entstanden, der auf Antrag der Kommunisten aus Staatsmitteln voll ersetzt werden soll. Mit der Annahme eines Zentrumsantrages, die Regierung möge einen Gesetzentwurf mit Vorschriften über bie Handhabung von Entschädigungsansprüchen aus Anlaß medizinalpolitischer Maßnahmen vorlegen, wurde der kommunistische Antrag für erledigt erklärt. Eventuell eingehende Gesuche um Schadensersatz soll die Regierung wohlwollend prüfen. 3n letzter Zeit hat in Hessen die an st eckende Vlutarmut bei Einhufern eine bedauerliche Zunahme zu verzeichnen. Schwere Verluste haben besonders die Landwirte in Geinsheim und Lauterbach erlitten. Der Antrag Maurer (Soz.) wurde von den Vertretern der Rationalsozialisten und des Zentrums warm befürwortet, wonach die Regierung anordnen soll, daß Pferde, bei denen die Krankheit erkannt ist oder stark vermutet wird, nicht getötet, sondern an das Tierseucheninstitut in Gießen abgegeben werden. Dem Institut soll dadurch Material zum Studium der Krankheit und ihrer Ursachen zugeführt werden. Die Regierung wird einstimmig ersucht, alle Maßnahmen, die zur Ueberwindung der Seuche führen, anzu- wenden, soweit dies ohne finanzielle Mehrbelastung der durch die Krankheit schon geschädigten Tierhalter geschehen kann. Vom Ausschuß wurde der Wunsch ausgesprochen, das Tierseucheninstitut möge sich gerade dieser Krankheit besonders annehmen, da dem Staat durch Schadensersahleistung alljährlich erhebliche Lasten entstehen. Antrag auf Herabsetzung der Abge» ordnetenzahl des Hessischen Landtages. Darmstadt, 3. Febr. (WHP.) Im Zusammenhang mit dem nationalsozialistischen Antrag aus Auflösung des Hessischen Landtages mit anschließenden Reuwahlen am 5. März fordern die Rationalsozialisten auch Herabsetzung der Abgeordnetenzahl von 10 auf 4 8. Wenn man sich der früheren Debatten über die Verminderung der Abgeorduetenzahl erinnert, dann kommt der vorliegende Antrag an die Zahl heran, die von volksparteilicher Seite vor der letzten Reuwahl vorgeschlagen war. Es besteht, da auch das Zentrum gegen den jetzigen Vorschlag kaum Widerstand erheben wird, Aussicht, daß im Parlament diesmal die Herabsetzung beschlossen wird. Wann sie wirksam wird, bleibt allerdings offen. Der neue Staatssekretär im Reichsinnenministerium. Berlin, 3. Febr. (CNB.) Wie wir erfahren, ist Dr. P f u n b t n e r zum Staatssekretär des Reichsinnenministeriums ernannt worben. Geheimer Oberregierungsrat Hans Pfundtner ist 1881 geboren. Er gehörte bereits früher dem Reichsinnenministerium an. Rach seinem Ausscheiden aus dem Reichs- dienst ließ er sich in Berlin als Rechtsanwalt und Notar nieder. Seit November 1925 gehörte er als Vertreter der Deutschnationalen Volkspartei der Berliner Stadtoerordnetenversammlung an. Im März 1932 legte er sein Stadtoerordnetenmandat nieder, schied zusammen mit dem jetzigen Staatssekretär der Reichskanzlei Lammers aus der DNBP. aus und beide traten zur NSDAP, über. Herrenklub und Regierungsbildung. Präsident von Alvensleben tritt falschen Bchanptnngen entgegen. Berlin, 3. Febr. (CNB.) Der Präsident des Herrenklubs v. Alvensleben oeröffentlicht eine Erklärung, in der er sich mit Behauptungen be° schäftiat, die im Zusammenhang mit der Regierungsbildung in der englischen Presse in Umlauf waren und in denen auch er als Mittelsmann genannt worden ist. Herr o. Alvensleben fuhrt aus, ihm fei in jenen Tagen von maßgeblicher Seite die Situation so dargestellt worden, als ob Hitler die Vorschläge Papens xur Bildung einer Regierung Papen-Hugen- berg-Hitler nicht akzeptieren würde und daß bann auf Grunb ber Ablehnung Hitlers e i n autoritäres Kabinett Papen-Hugen- b e r g ernannt werben sollte. In einer derartigen Lösung hätte er eine ungeheuere Gefahr erblickt und geglaubt, unter solchen Umständen mit allen zulässigen Mitteln darauf hinwirken zu müssen, baß Hitler mit der Kanzler- schäft betraut würde. Er habe in diesem Sinne mehrere hervorragende Persönlichkeiten der Ratio, nalsozialisten gesprochen und bei der Gelegenheit auch seiner Auffassung Ausdruck gegeben, daß man Menschen, die den Feldmarschall zu einem Schritt drängen wollten, unter Ausschaltung der NSDAP, ein rein deutschnationales Kabinett zu ernennen, am besten verhaften sollte. Er habe auch seiner Meinung Ausdruck gegeben, daß die Armee, wenn sie bei den unausbleiblichen Folgen gegen 90 o. H. des Volkes auftreten müsse, zerrieben würde, und daß die Armee unter keinen Um» ftänben in eine derartige Lage g e - bracht werden durfte. Aus diesen seinen Unterhaltungen seien unrichtige Schlüsse gezogen worden, als hätte er die Idee gehabt, eine Regierungsbildung Hitler - Papen - Hugenberg zu verhindern. Genau das Gegenteil sei der Fall. Wenn durch diese seine Unterhaltungen der Entschluß, Hitler zum Reichskanzler zu ernennen, gefördert worden ist, so sei in der Tat das erreicht worden, was seiner Ueberzeugung nach erreicht werden mußte. Verbot des „Vorwärts^ B e r l i n, 3. Febr. (WTB.) Der Berliner Polizei- Präsident hat die Zeitung „Der Vorwärts" einschließlich der Kopfblätter mit sofortiger Wirkung bis zum 6. Februar 1933 einschließlich verboten. In der Begründung heißt es: In Nr. 57 befinden sich i n d e m Aufruf auf der Titelseite unter der Ueberschrift „Deutsches Volk, Frauen und Männer" u. a. sol- gende Satze: Gegen solche Pläne rufen wir euch zum Kampf, wehrt euch! Schützt euer Selbstbestimmungsrecht als Staatsbürger, erhebt euch gegen eure Bedränger, gegen die feinen Leute, die hauchdünne Oberschicht des Großkapitals! Zerbrecht ihre poü- tische und wirtschaftliche Macht. Kämpft darum mit uns für die Enteignung des Großgrundbesitzes und die Aufteilung des Landes an Bauern und Landarbeitern. Kämpft mit uns für die Enteignung der Schwerindustrie, für den Aufbau einer sozialistischen Plan- und Bedarfswirtschaft! — Durch diese Ausführungen wird der Tatbestand des § 85 StGB, in Verbinoung mit § 81 Z. 2 des StGB erfüllt. Aus alter Wett. Roch feine Entscheidung über das Reichsehrenmal. Der Vorstand der Stiftung Reichsehrenmal in Berlin würdigte das Ergebnis des Preisgerichtes. Es bestand Einstimmigkeit darüber, daß eine voll befriedigende Lösung noch nicht gefunden ist. Zunächst werden sämtliche Entwürfe der Oeffentlichkeit in einer Ausstellung zugänglich gemacht werden. Rach Schluß der Ausstellung wird der Vorstand der Stiftung seine Entscheidung treffen. Badisches Eisenwerk nieöergebrannt Die Stadt Kandern in Baden wurde von einem Großfeuer heimgesucht, das erheblichen Schaden anrichtete. In dem Fabrikgebäude des Eisenwerkes Kandern brach ein Brand aus, der sich sehr schnell zu einem Großfeuer entwickelte und Die Gießerei, Schlosserei, Formerei, Bureauräume usw. voll- kommen zerstörte. Nur das Lager konnte gerettet werden. Etwa 100 Arbeiter sind uberNacht brotlos geworden. Der Sachschaden beträgt mehrere hunderttausend Mark. Da vor einigen Tagen schon einmal ein Brand ausbrach, vermutet man Brandstiftung. Raubmord in München. Als der Metzgermeister Reinhardt in München vorn Schlachthause heimkehrte, fand er seine 68jährige Frau an Händen und Füßen gefesselt mit einem Knebel im Munde tot auf. Die Frau hatte mehrere Hiebwunden am Kopfe. Die Wohnung war durchwühlt. Die Polizei stellte fest, daß Raubmord vorliegt. Der Tat verdächtig sind zwei Handwerksburschen Familie durch Gas vergiftet. — Drei Tote. Die aus fünf Personen bestehende Familie des Schlächtermeisters E l l n e r in Holzminden (We- feri wurde in ihrem gemeinsamen Schlafzimmer mit Gas vergiftet aufgefunden. Die sofort aufgenommenen Wiederbelebungsversuche hatten jedoch nur bei dem Vater und dem 13jährigen Töchterchen Ersrlg. Die Mutter, sowie die beiden drei- und siebenjährigen Söhne waren bereits tot. Das Unglück ist vermutlich auf das Platzen eines Gasrohres zurückzuführen. Der verschwundene Lastkraftwagen mit LhemikaNen gefunden. Das Rätsel des verschwundenen Lastkraftwagens und feines Führers hat eine überraschende Aufklärung gefunden. Das Auto hatte i n Weende bei Göttingen eine Panne, so daß eine Reparatur erforderlich wurde, die mehrere Tage in Anspruch nahm, weil es sich um einen alten Wagen handelte und Ersatzteile von außerhalb herangeschafft werden mußten. Brand In einer Klinik in Lleveland. — Zehn Tote. In einer psychiatrischen Klinik in Cleveland (Ohio), brach ein Brand aus, der bald großen Ilmfang annahm. Einige Stationen waren in ein Flammenmeer gehüllt und chre fämtlichen Aus- gänge vom Feuer versperrt. Trotz heldenmütigster Anstrengung der Krankenwärterinnen fanden 10 Patientinnen den Tod. Die Hilfeschreie der in dem brennenden Gebäude Eingeschlossenen waren weithin hörbar. — Die Stadt Cleveland wurde bereits am 15. Mai 1929 von einem schweren Krankenhausbrand heimgesucht. Damals kamen 124 Personen ums Leben, zum Teil durch die Flammen, zum Tdil durch giftige Dämpfe, die durch verbrennende Filmstreifen entstanden waren. Schwere Explosion in USA. — Bier Tote, mehrere Verletzte. In Providence (Rhode-Island) wurden die Kühlanlagen der großen Gummifirma United States Rubber Co. durch eine schwere Explosion zerstört. Bisher wurden vier Tote und mehrere verletzte Personen festgestellt. Die Explosion war so stark, daß die Fensterscheiben im weiten Timkreis zersprungen sind. Anschließend entstand ein Brand, der jedoch schnell gelöscht werden konnte. Das Schicksal ber verschollenen norwegischen Flieger. Das Schicksal der beiden norwegischen Flieger O m ft e b e t s und Aagenaes, Die vor etwas mehr als zwei Wochen von London nach Oslo fliegen wollten und unterwegs verschollen sind, scheint sich jetzt aufzuhellen. Bei Lillesand an der Südküste Norwegens fand ein Fischer an der äußersten Klippe den Flügel eines Flugzeuges, der völlig zersplittert war. Es handelt sich zweifellos um den Flügel des Flugzeuges der beiden verschollenen norwegischen Flieger. Schwerer Sturm über England. England wurde in den letzten Tagen von einem schweren Sturm heimgesucht. Die Passagierdampfer im Kanal hatten schwierige Ueberfährt. Die Flugzeuge nach Köln und Brüssel konnten nicht abgehen. Ein französisches Flugzeug kehrte wegen des Sturmes wieder nach dem Flugplatz Croydon zurück. Professor Or. Dolhord Ehrendoktor von Panek. Professor Dr. Franz V o l h a r d, Direktor der Medizinischen Universitätsklinik in Frankfurt a. M., der, wie bereits gemeldet, zum Ehrendoktor der Pariser Universität ernannt wurde. Bolhard, ein geborener Hallenser, wirkte von 1901 bis 1905 als Professor in Gießen: er ist übrigens ein Sohn des 1910 in Darmstadt verstorbenen Chemikers Jacob Bolhard, der als Assistent Liebigs und später durch bedeutende Leistungen auf dem Gebiete der analytischen Chemie bekannt wurde. Der Llebersall. Don Käthe Kruse. (Nachdruck verboten.) Käthe Kruse, weltberühmt durch ihre Puppen, erzählt hier von ihrem Sohn und Puppenmodell Friedebald, wie er leider eine gewisse Frau Böhse ... aber wir wollen die Pointe dieser Geschichte lieber nicht vorweg- nehmen. Unter einem Segen von Post erhielt ich heute eine Karte, Poststempel: Käsen. Wo wir bekanntlich wohnen. Ich las folgendes: Sehr geehrte Frau Kruse! Ich muß Sie bitten, Ihren Sohn Friedoüen befjer zu erziehen. So daß er nicht fremde Frauen anfallt, wie er mir gestern tat, und nicht los Lieft. Trotzdem ich immerzu sagte, und daß ich schiießllch um Hilfe rufen mußte. Wenn Sie ihre Kinder nicht besser erziehen, so muß ich in Zukunft andere Schritte ergreifen. Es grüßt Frau Böhse Gottes Donner! Aber der heißt Friedebald, verehrte Frau Böhse, soeben Modell meiner neuesten Puppe gewesen. Und es kann mir nicht gleichgültig sein, wenn er sich sein Renommee schon in allzu jungen Jahren verpatzt! — „Friedebald!?" — Da er seit einigen Wochen auch Geschriebenes selbständig lesen kann, wusch ihn kein Regen ab. „Was bedeutet dies?" — Meine Kinder sollte ich besser erziehen? — Meine Kinder! — Käthe Kruse chre Kinder! Was dabei herauskommen könnte, wenn man so gut geartete Kinder, wie Käthe Kruse ihre Kinder, auch noch gut erziehen würde. Nicht auszudeuten! Verehrte Frau Böhse, davon haben Sie keine Ahnung! Aber immerhin: Frau Böhse „müßte andere Schritte ergreifen, wenn ich meine Kinder nicht —" „Das mochte ich nicht. Immerhin, das möchte ich nicht. — Andere Schritte! — Ahnt jemand, welche? Semper aliquid haeret. Immer bleibt etwas hängen. Und das möchte ich nicht! Also muß ich sie besser erziehen. Alle? — Großer Gott in Bausch und Bogen: gleich alle? Mimelfisihannemicheljochenfriedebaldundmaxel? — (Ich kann das ganz flink hintereinander herunter- schnurren.) Und wenn ich nur eins rufen muß, tappe ich erst einige Zeit im Dustern, bis ich den richtigen Namen treffe. Also wirklich: Alle? — Das kann ich nicht, wirklich, das kann ich nicht! Aber wo anfangen? Gerade bei Friedebald? Ach Gott — er ist unterdes anscheinend zu Rande gekommen mit Frau Böhses Karte und hat einen roten Kopf. Die Unterlippe hängt nicht mehr gerade, aber sie ist entschieden geschwollen. In dieser Gemütsverfassung, mein Sohn, wärst du kein neues Puppenmodell. „Friedebald!?" — „Ioa?", fragt er ohne Blick zurück, obgleich er doch genau weiß — „Stimmt das?" „Ioa", sagt er und bekommt Rückgrat. „Wir haben halt gespielt!" — Gespielt? Friedebald! Ausgerechnet dieser Na- mensträger fällt einsam wandelnde Frauen an. Meine fünf anderen Kinder strahlen lautlos in die Luft. Sie sind auf der Döhseschen Seite. Von da kommt keine Hilfe. „Friedebald?" frag’ ich so sanft, wie mein kochender Zorn das gestattet (denn ich wenigstens, ich will ihn nicht im Stich lassen). „Friedebald — hat sie wirklich um Hilfe geschrien?" „Ioa" — roter Kopf, geschwollene Unterlippe. Kein Blick „Und ist wirklich wer zur Hilfe gekommen?" „Ioa, der Mann von ihr." „Und?" „Er hat Pasches gehauen." Pasches, der Gute, Pasches, nicht Friedebald Krule! Ach, lieber Herr Böhse, ich bin Ihnen ja so dankbar! — „Na — und?" „Und dann ist der Herr Pasche gekommen und hat sich mit dem Mann von der Frau Böhse gehauen, weil der seine Jungens gehauen hat." Natürlich! Herr Pasche will seine Jungens alleine besser erziehen! Kann ich verstehen. — Also jedenfalls waren Gott sei Dank Pasches dabei, es war nicht Friedebald allein, o nein! Aber ausgeheckt hast natürlich du das wieder, Früchtchen. Hier fällt mein siebentes, das nicht mittriumphierende Kind ein, ehe es zu verhindern ist, denn Marei, auch, Maxel also war auch dabei — trotzdem Ihn Frau Böhse nicht erwähnt hat, und trotzdem er doch also hätte können die dumme kleine Schnauze halten.) Könnte man also den zum Beispiel auch besser erziehen, wäre das empfehlenswert? Aber, warum also bitte, erwähnt Frau Böhse ausgerechnet nur Friedebald? Maxel: Kopf zurückgeworfen, — ganz dicke Lippe. Urbild des Trotzes: „Wir haben sie eben skalpieren wollen." Großer Gott! Frau Böhse! Skalpieren! Wenn man sich das vorstellt, wird man glatt ohnmächtig. Ich wurde es. Die fünf scheinheiligen Kinder (denn zu wirklichem Tugendstolz haben sie alle wahrhaft keinen Grund) bemühten sich aufs liebevollste um mich. Als ich, noch ganz schwach und erschüttert, außerdem zerbrochen und irre geworden an Gott und der Welt, sie der Reihe nach trostheischend ansah — schlingt Fifi tröstereich den Arm um mich: „Aber Mutti! — Du hast ihm doch zu Weihnachten Karl May geschenkt!" Karl May soll leben! Er rettet mir den Friedebald.vor der sonst notwendigen besseren Erziehung. Er entschuldigt alles. Don Männern habe ich reden hören, die waren 30 oder 40 oder 50, egal, die kamen nicht und kamen nicht, ehe das Kapitel zu Ende war. — Sie konnten eben nicht. Also Friedebald brauche ich nicht besser usw. Der ist gerechtfertigt. Und Fifi vielleicht? Dieses goldene Kind mit den strahlenden Einfällen? Nein, das geht nicht. Und die anderen? ... Nein, das kann Frau Böhse nicht verlangen! Meine unteren waren doch gar nicht dabei. Was aber tu ich sonst? Ach, tch weiß! Ich werde ihr morgen einen netten Bries schreiben! Einen wirklich fabelhaft netten kleinen Dries, der wird schon helfen! * Uni), Schicksal, bitte verhüte, daß sie etwa dieses Zeitungsblatt in die Hände bekommt. Ditte, verhüte das! Ueberhaupt lieber niemand in Kösen! — Ditte. Es ist besser. Ulm-Ranglisten und Publikumsgeschmack. Wie alljährlich hat man auch diesmal bei uns und in andern Ländern durch Umfragen und De- rückslchtigung der Kritik die besten Filme des Jahres festzustellen gesucht. In Deutschland erhielt der Dergner- Film »®et träumende Mund" den Preis, und merkwürdigerweise hat dieses wenig handlungsstarke, so ganz auf Rüancen aufaebaute Werk, allerdings getragen von einer groven Schauspielerin, einen Erfolg aufzuweifen. wie ihn sonst nur die beliebten „Massen-Schlager" erreichen. Auch in den Vereinigten Staaten^ ist ein deutscher Film mit dem ersten Preis gekrönt, nämlich der von einer Gemeinschaft unter Der Regie von Leontine S a g a n hergestellte Film »M ädcheninUnifor m". Bei uns hat dieser packende Schöpfung nicht so stark eingeschlagen tote in andern Ländern, besonders in den Vereinigten Staaten. Unter den zehn besten Filmen des Jahres wird übrigens von einer führenden amerikanischen Filmzeitschrift noch ein anderer deutscher Film ausgeführt, der bei uns verhältnismäßig wenig Beachtung fand, nämlich ^Der Raub der Mona Lisa" mit Willy Forst und Trude von Molo. Aus solchen Angaben auf den allgemeinen Filmgeschmack Rückschlüsse zu ziehen, dürfte wenig Zweck haben. Die einen stehen auf dem Standpunkt, daß die großen Massen wohl auch zu einer künstlerischen Filln-Produktion erzogen werden könnten, wenn man nicht allzu eifrig ihre Wünsche befriedigte. Die andern glauben, daß nur grobe Wirkungen beim Publikum durchschlagen Ist dabei ein Unterschied zwischen dem Geschmack der Großstadt und der Provinz zu machen? Ueber diese Frage äußert sich auf Grund einer in Schlesien vorgenommenen Umfrage, die aber auch für die andern Provinzen Geltung beansprucht, Herbert Bahlinger in den „Schlesischen Monatsheften". Rach seinen Ergebnissen weicht der großstädtische Erfolg nur wenig von dem provinziellen ab. Das gebildete, am Theater geschulte Publikum befriedigt im Film, wenn es ihm nicht interesselos gegenübersteht, seine illusionäre Sehnsucht, die sich durch nichts von der der breiten Masse unterscheidet. Der Film mit sozialen Problemen findet selbst bei denen, die es vor allem angeht, selten die gebührende Beachtung. So konnte sich der große Bergwerksfllm „Kameradschaft" in Schlesien nicht durchsetzen, selbst bei den Bergarbeitern nicht, für die doch dieses hohe Lied der Hilfsbereitschaft in erster Linie geschaffen war. Um einen künstlerisch hoch- stehen^n Film durchzusehen, bedarf es der Mithilfe der Fllmgemeinden, die überall bei uns entstanden find und von denen sich jedes Mitglied verpflichtet, eine Reihe von Vorstellungen bestimmt zu besuchen. 6od)fä)ulnad)rid)tetL Professor Dr. Karl Heinrich Dauer von der Universität Göttingen hat einen Ruf auf den chirurgischen Lehrstuhl an der Universität Breslau erhallen. 01 fUtnitif «Ä i'Ä'T'b tt WL. Lerke, J 4nÄ,)ertore" 5&S ;Ä;> reneÄue W toräs hi, Mer echote. : M^ogdenm |«W Programms l M (ifr htkM. w für Lar M Friedrich 2öt! to, in kchlttz gebi M Präsident des btUng geboren. " Sie Besuchte Museen und Sa Leuen Schloß sind am 13 llhr geöffnet " TolUborfte. ÜJeiberröde“ fäl Büro teilt mit: pnfol Hub kann die für he» stellung .Politik der finden. 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Die i Fcnfterscheibcn 9 schnell gelöscht r d, Direktor btt iik in Frankfurt »et, zum Ehren« tat ernannt wurde, enser. wirkte von in Sieben, er 910 in Darmstadt Iolhard. der al8 durch bedeutende der analytischen ourde. üderi^v .n oci s-N nwkJ» in es" y&-' lnigten Staaten ist sten Preis g A chaft unter der 2^ hergestellte 8 Zei uns hat dm rk eingcschlagen M n Filmen bei 3^ Orenden «wen. n anderer deuttch« erhaltnWabrg^ Indern Zublilmn WWW iÄ>' U»Wn bto«’ -r i° fe?5 Er ' nicht?"-t D, Aus der Provinzialhauptstadt. Kammermusik-Abend des Kampf-Bundes für deutsche Kultur. 8um ersten Male trat die Gießener Ortsgruppe des Kampfbundes für deutsche Shiltur mit einer Veranstaltung an die Öffentlichkeit. In einem kurzen einleitenden Vortrag umriß Prof. Dr. Herzog das Wesen und die Ziele des Kampjbundes, indem er auf die bereits vor dem Kriege einsetzende Tendenz, fremde Kullurwerte in den verschiedensten Gebieten, wie Malerei, bildende Kunst, Literatur, Theater und Musik, zum Nachteil der deutschen Werte zu bevor- zuaen, hinwies. Mit eindrucksvollen Worten zeigte er ferner den Unwert so vieler literarischer und dramatischer Werke, die ihrem Wesen nach dem deutschen Kulturbewußtsein zuwiderlaufen und nur geeignet sind, zerstörend, aber nicht etwa Fortschrittlich aufbauend zu wirken. Das Ziel des Kampfbundes für deutsche Kultur, so erläuterte der Red- ner, sei nicht eine „Deutschtümelei", sondern das Erfassen wirklich deutscher Kullurwerte und ihre Verwendung in erzieherischem Sinne durch Bildung von Theatergemeinschaften, Vorträge, musikalische Veranstaltungen u. a. Die bisher geleistete Arbeit des Bundes könne mit gutem Recht als erfolgreich angesehen werden, und sie roetbe sich in der begonnenen Richtung weiterentwickeln, wenn erst seine Reihen durch neue Mitglieder noch verstärkt seien. Anschließend an den Vortrag spielten Herr August Rein (Violine) und Herr Fritz Cujs (Klavier) je eine Sonate von Mozart, Beethoven und Schubert, drei Werke, die sich als eine geschickte Pro- grammzusammenstellung erwiesen. Von Mozart hörten wir die 6-Dur-Sonate (K. 23. 378), die flüssig wiedcrgegeben wurde. An zweiter Stelle stand Beet- Hovens op. 24 E-Dur-Sonate, deren Wesen gut erfaßt war und die eindrucksvoll wirkte. Den Beschluß machte Schuberts Sonate op. 137, deren Wiedergabe die Zuhörer entzückte. Die Veranstaltung des Bundes kann als ein Erfolg gewertet werden, der neben Prof. Herzog den beiden Ausführenden des musikalischen Programms zu danken ist. Der Beifall war sehr herzlich. Daten für Gamslag, 4.Februar. 1682: Friedrich Döttger, Erfinder des Porzellans, in Schleiz geboren; — 1871: Friedrich Ebert, Präsident des Deutschen Reiches, in Heidelberg geboren. * * • Die Besuchszeiten der Museen. Die Museen und Sammlungen im Alten und Reuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. " Bolksvorstellung „Politik der Weiberröcke" fällt aus. Das Stadttheaterbüro teilt mit: Infolge Erkrankung des Herrn Hub kann die für heute 23 Uhr ang setzte Borstellung „Politik der Weiberröcke' nicht statt- sinden. Die bereits gelösten Karten werden während der Kassenstunden zurückgenommen. • • E t n Reunzigiähriger. Seinen 90. Geburtstag feiert am 7. Februar in geistiger und körperlicher Frische der Rentier Ernst Iug- Hardt im Altersheim der Provinzial-Pflege- anstalt. Herr 2 u g h a r d t, einer alten Gießener Familie entstammend, besaß in früheren Iahren in der Marburger Straße, jetzt Bäckerei Erhardt, Wirtschaft mit Metzgerei. Durch sein stets freundliches und heiteres Wesen war er weit über Gießen hinaus bekannt und beliebt. Möge ihm ein schöner Lebensabend beschießen sein. • • Saatgutmärkte der Landwirtschaftskammer. Hm die Landwirtschaft in Oberhessen mit anerkanntem Saatgut bewährter i und ertragreicher Sorten von Sommersaatgetreide, I Mais, Rübensamen und Kartoffeln bekannt zu • wachen, veranstaltet die Landwirtschaftskammer für Hessen am 7. Februar in Ridda, am 8. Februar in Grünberg und am 9. Februar in Lauterbach Caatgutmärtte. Dabei werden Proben von dem in den hessischen Saatbaustellen erzeugten anerkannten Saatgut, ebenso Luzerne- und Kleesaaten in hochwertigen Qualitäten ausgestellt. Mit dem Saatgutmarkt in Lauterbach wird eine Veranstaltung der Hessischen Landes- gerstenstelle bei der Landwirtschaftskammer verbunden, bei der Sortenfragen und Anbaumaß- nahmen im Draugerstenbau besprochen und eine Ausstellung der bei den hessischen Braugerstenschauen im vorigen Jahre mit Preisen ausgezeichneten Gersten verbunden werden soll. Burg Staufenberg einst und heute. • Staufenberg, 2. Febr. Die Burg Staufenberg hat, ebenso wie der Gleiberg und der Schiffenberg, chren Kreis der Freunde, der immer größer ward, je mehr die Burg wie- derhergesteltt wurde und die damit verbundene Gaststätte auch weitgehenden Ansprüchen genügte. Als die Burg Staufenberg an den Pächter, Herrn B i e r a u, überging, lag sie ziemlich verwahrlost, verlassen und vergessen am Platze. Im Iahre 1925 kam die Burg durch einen Tausch von der Großherzoglichen Vermögensverwaltung an den Hessischen Staat, dem die Burgruine der oberen Burg schon früher gehörte. Mit Hilfe der zuständigen Behörden (Forstamt und Hochbauamt Gießen), nicht zuletzt aber auch durch die Tatkraft des Wirtes und Pächters B i e r a u wurde der Burg nun manches zugewiesen, was ihrem Ausbau und der Erneuerung diente. So gewann die Burg allmählich ihre heutige ordentliche Gestalt unter größtmöglichster Wahrung ihrer Ursprünglichkeit. Die Burg erfuhr aber auch insofern eine Erweiterung, als ein Saal angebaut wurde, der eine stattliche Anzahl Menschen zu fassen vermag. 1000 Personen können jetzt auf Der Burg Staufenberg zu Gast sein und sich dort wohlfühlen. Bald fühlten sich mit der Burg weitere Kreise enger verbunden, als es früher der Fall war. Unter der Bezeichnung Sportverein 1928 wurde ein Derkehrsverein gegründet, der es sich auch zur Aufgabe machte, den Interessen der Burg zu dienen. Der Verein, dem ursprünglich nur junge Menschen angehörten, ist im Laufe der Zeit tonangebend geworden. Er zählt nunmehr über 50 Mitglieder, die mit Ernst bei der Sache sind. Am Samstag hielt der Verein seine ordentliche Iahreshauptversammlung auf der Burg ab. Der seitherige Vorstand wurde wieder- gewählt und seht sich aus folgenden Herren zusammen: Albert G r ölz 1. Vorsitzender, Ludwig Felde 2. Vorsitzender, Heinrich Kraft 1. Kassierer, Heinrich Zecher 2. Kassierer, Ernst Fu ch s 1. Schriftführer, Wilhelm Zecher 2. Schriftführer, Beisitzer Ernst und Karl Zecher. Der Verein beabsichtigt, aus Anlaß seines fünfjährigen Bestehens zu Pfingsten dieses Iahres ein großes Fest abzuhalten. Zwei Schüler vermißt. WER. Mainz, 3. Febr. Seit Mittwochnachmittag werden zwei Schüler, der 11jährige Wilhelm E u r i ch aus Weisenau und der 12jäh- rige Karl Heyer aus Mainz, vermißt. Die beiden Iungen hatten sich nach Kostheim aufs Eis begeben unb wurden seitdem nicht mehr gesehen. Wan vermutet, daß sie im Eis einbrachen und unter d i e Eisdecke gerieten. Alle Nach, forschungen nach den Kindern waren bisher vergeblich. Geschichten aus aller Welt. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Die gestohlenen Pscrdeschwänze. (z) S a n t i a g o d e Chile. Das Städtische Temuco in Chile befindet sich in hellster Aufregung. Sämlliche Besitzer von Pferden in diesem sonst so friedlichen Städtchen machten eines Morgens die niederschmetternde Entdeckung, daß ihre Eiere ohne Ausnahme über Nacht — schwanzlos geworden waren! Traurig standen die Gäule in ihren Boxen mit zurückgebogenen Köpfen unb schauten schmerzlich nach jenem Gegenool ihres Körpers, von dem die bisherige Zier unb Pracht verschwunden war. Auch in anderen chilenischen Städten machte man dieselbe Entdeckung, wenn auch nicht in dem Ausmaße wie in Temuco. Es handelt sich aber nicht etwa um eine neue Pserdekrankheit, bei der die vierbeinigen Patienten Haare lassen müssen, sondern um eine neue Diebstahlsspezialitäc, zurückzuführen auf die hohen Preise, die gegenwärtig für Pferde- haare gezahlt werden. Jrgeiwwelche dunklen Elemente haben hier neue, bequeme Verdienstmöglichkeiten entdeckt und die Haare unter Ausschaltung des Zwischenhandels gleich vom „Produzenten" genommen. In einigen Fällen begnügten sie sich dabei nicht mit den Schwänzen, sondern raubten den wehrlosen Tieren auch noch die stolzen Mähnen. Selbstverständlich bekam die Polizei von der Behörde den Auftrag, besondere Wachsamkeit zu entfallen. Es wurden sogar einzelne Streifen berittener Polizei eingesetzt, um insbesondere den Verkehr auf den Landstraßen zu überwachen. Mit welchem Erfolg? Daß auch einigen Polizeipferden der Schwanz „enteignet" wurde. Schön ist ein Hylinderhul ... __ (6) Neuyork. Stürme im Wasserglas gibt es mehr als genug, marum sollte nicht auch einmal ein Sturm um einen Zylinderhut entstehen. Um die Kopfbedeckung bcs amerikanischen Postministers Waller F. Brown stritten sich kürzlich die Abgeordneten der USA. stundenlang ... Das kam so: Seine Exzellenz trägt leidenschaftlich gern bei festlichen Gelegenheiten einen gigantischen Zylinderhut. Unb diese seine vermeintlich harmlose Leidenschaft hat den Staaten allerhand — Geld gekostet. Nicht etwa, daß der Minister die Rechnung des Hutladens präsentiert hätte. Das tat der Ober« postmeister der Bankees nicht. Aber dafür etwas noch Böseres: Er ließ seinen Dienstwagen auf Staatskosten umbauen, um in dem Auto trotz seiner Körpergröße und trotz des hohen Prunkhutes bequem Platz zu finden. Das war starker Tobak, und in der gewichtigen Angelegenheit interpellierten mehrere Herren. Nach dem formvollendeten kleinen Sturm um die kostspielige Röhre verteidigte sich der Postminister damit, daß er trotz der gerügten „Verschwendung" 32 000 Dollar in seinem Etat eingespart hatte. Daraufhin beruhigten sich die erregten Gemüter, unb der Zylinderliebhaber blieb Held des Tages. Tommys Gutschein. (g) Londo n. Die englischen Muschkoten können von jetzt an in jedem Bahnhofsrestaurant des Königreiches unenf* gelllich gegen die Abgabe eines Gutscheines einen kleinen Imbiß au sich nehmen. Die Gutscheine löst das Kriegsministerium monallich ein. Die Begrün düng der interessanten Neueinführung weist darau hin, daß die Soldaten anläßlich ihrer Transferierungen von einem Standort nach der neuen Garnison häufig zur späten Abendstunde in fremden Städten antommen und das Bedürfnis haben, einige Tassen Tee und belegte Brötchen zu sich zu nehmen. Und schließlich müße man die Soldaten schon im Interesse des Dienstes kräftig und wohlgenährt erhalten. Bei dieser zärllichen Fürsorge muß es eine ausgesprochene Lust sein, ein englischer Soldat zu fein. Allerdings gibt es auf Erden kein ungetrübtes Glück: Zur Entnahme von alkoholischen Getränken berechtigen die Gutscheine nicht. Das Glas Bier gehört eben nicht zu den „Dienstinteressen" .. - Mobilmachung der Katzen. (fn) Paris. Keine Stadt auf dem Kontinent, mit Ausnahme einiger Balkannester, leidet so unter der gräßlichsten aller Plagen, der Rattenplage, wie Paris. Selbst die dichtbevölkerten Hafenstädte können darin mit ihm nicht konkurrieren. Was alles Hal man nicht schon versucht, dieser Plage an der Seine Einhalt zu gebieten. Alles vergebens. Nun ist ein Professor in Lyon auf den Gedanken der „chatterie" gekommen: Mobilmachung aller für die Rattenvertilgung geeigneten Kater und Katzen unter amtlicher Regie. Die Pariser Stadtverwaltung hat in ihrer Hllflosigkeit von diesem Rezept Gebrauch gemacht, und es ist eine richtige Mobilmachung geworden. Zuerst kam die Aushebung, d. h. sämtliche Pariser Katzen, selbst die wertvollsten und schonungsbedürftigsten, mußten bei der Polizei angemeldet werden. „Drückeberger" erhielten eine empfindliche Geldbuße aufgebrummt. Sodann wurden die träftigften Tiere einer Eignungsprüfung für die Rattenvertilgung durch eine besondere Kommission unterworfen, und danach eine Kampftruope von fünftausend Katzen aufgeftelÜ mit einer Reservearmee von ebensoviel Köpfen. Diese Kampftruppe wird nunmehr systematisch zu Rattenrazzien angesetzt werden, und sie wird wohl auch tapfer ihre Pflicht erfüllen, denn von der Stadt wird gut für sie gesorgt: freie Wohnung, gutes Futter, ein „freier Tag^ in der Woche, kostenlose Hilfe bei Verwundungen und Krankheiten und Pensionsberechtigung, d. h. bei völliger Invalidität. Unterbringung in einem städtischen Tierhort, wo sie einen geruhigen und sorgenfreien Lebensabend ver bringen können. Mehr kann ein Katzenherz wohl nicht verlangen! Die „Piraten" von Billa Lisucros. (gs) Madrid. Villa Cisneros heißt ein einsames kleines Militär- lager an der afrikanischen Westküste. Dorne der Atlantische Ozean, hinter dem Lager und zu beiden Seiten die Wüste. Hundertachtunddreißig spanische Aristokraten und Offiziere leben dort in Verbannung, monatelang, ohne Wäsche, ohne anständige Unterkunft, ein Liter Wasser am Tage pro Kopf, keinen Tropfen mehr. Sttafmaßnahme des Innenministers ohne Urteil, ohne Gerichte. Vor der Bucht kreuzt ein Kanonenboot. Als kürzlich Appell abgehalten wird, fehlen neunundzwanzig Mann. Sofort setzt die Verfolgung der Geflüchteten ein. Kriegsschiffe damo- fen gen Süden, Eingeborene werden auf die ßanb- fpur gesetzt, die sich nach fünfzehn Kilometern an der Küste verliert. Gouverneur wird adgesetzt, diplomatische Schritte kündigt man an, aber die Neunundzwanzig bleiben verschwunden. Vierzehn Tage lang hörte man nichts von ihnen, alle Nachsorschun- gen bleiben erfolglos. Plötzlich Telegramm aus Lissabon „Wohlbehalten hier eingetroffen". Wie sie's gemacht haben? In der Nacht haben sie sich einzeln weggestohlen, drei Stunden Fußmarsch die Wüste entlang bis zu einer kleinen Bucht. Dort lag das Segelboot, von Eingeborenen bedient, wie verabredet. Bei hohem Seegang geht's nach Westen, wo über der Hoheitsgrenze ein bescheidener Fischdampfer patroulliert. Wenige Blinksignale. Er kommt näher. Derabredungsgemäß werden die Flüchtigen übernommen. Dann geht's weiter mit abgeblendeten Lichtern, geschickt jedem Boot ausweichend, an den Kanarischen Inseln an den Azoren vorbei, die Lebensmittel werden knapp, das Wasser geht aus, Kurs ganz plötzlich Südwest, man hat sich entschlossen, Portugal anzulaufen. In dunkler Nacht landet das „Piratenschiff" in einem kleinen Hafen — ungesehen. Die Männer sind frei — welche Flagge ihr Schiff führte? Niemand weiß es! Der rückfällige Mädchenräuber. (A. D.) Rom. Die schöne Rosina, ein 17jähriges Bauernmädchen aus der Gegend von Caserta, hatte die hitzige Leidenschaft eines jungen Burschen erweckt, ohne sie im geringsten zu erwidern. Als im Vorjahre der Frühling ins Land zog, suchte Mario einen unter südlichem Himmel nicht ungewöhnlichen Ausweg aus seiner traurigen Lage: er entführte Rosina mit Gewalt. Aber diese erwies sich als ebenso schlau wie chön. Sie machte ihrem bewaffneten Entführer und einen Helfershelfern klar, daß sie keinen Soldo bei ich habe. Und wie soll man ohne Soldi glücklich ein? Das leuchtete dem Entführer natürlich ohne weiteres ein. Rosina durfte in die väterliche Hütte zurückkehren, um sich ihre Ersparnisse zu holen, und danach wohlversehen die Reise ins Glück anzutreten. Aber die Schöne hatte andere Absichten. Einmal freigelassen, alarmierte sie die Carabinieri, die stets bereiten Verteidiger gekränkter Unschuld, und schickte sie statt ihrer zum verabredeten Stelldichein. Die Folge war, daß der mutige Entführer den Sommer über im Kittchen saß. Dieser Mißerfolg konnte aber den feurigen Liebhaber der schönen Rosina nicht entmutigen. Leiden- schäft und Rachsucht steigerten sich vielmehr zur Siedehitze, und, kaum aus dem Kerker entfalten, stürzte er sich von neuem auf feine Beute. Ahnungslos kehrte Rosina mit ihrer Mutter eines Abends von der Feldarbeit beim, als der junge Bauer, einen Revolver in die Luft abfeuernd, aus einem Versteck heroorbrach, die Unglückliche festeste, auf einen bereitstehenden Starren warf und fortjagte. Aus das Wehgeschrei der Mutter hin machten sich Bauern und Hüter des Gesetzes sofort an die Verfolgung des Missetäters, und schließlich konnte die zweimal geraubte Rosina nach aufregender Verfolgung wieder den Ihrigen zurückgegeben werden. Aber vielleicht gelingt es jetzt Mario auf andere Weise, das harte Herz der Rosina zu erweichen. „Maufi" läßt sich nichts gefallen! (s) Belg r a d- „Mausi" stammte aus Hamburg und kam in der Blüte ihrer Jahre nach Agram. Sie war ein Elefant dzw. eine Elefantin von Hagenbeck, was der geneigte Leser gewiß schon aus dem Namen erraten hatte. Wie soll auch ein so wuchtiger Koloß anders als Mausi heißen? Die Agramer waren allerdings mit dem Namen nicht ganz zufrieden. Er war ihnen zu wenig niedlich für das Hebe Tierchen, und so nannten sie es „Mauzika". Was nach ihrer Meinung viel zärtlicher war. Sie waren überhaupt entzückt von Mausi. Die Intelligenz, bie_bas Tier hatte, war gar nicht zu beschreiben! Jedes Stückchen Zucker nahm es so vorsichtig und zart aus Menschenhänden und führte es mit solchem Behagen in seinen geroal tigen Schlund, daß sein Stall van früh bis spät von Besuchern belagert war. Doch eines Tages war es mit dem Zucker aus. Die Verwaltung des Zoologi schen Gartens ist eine strenge Dienststelle. Daher stand eines Tages in großen Lettern an Mausis Stall: Füttern verboten! Mausi lieh den Rüssel und die Ohren hängen und träumte traurig von den ver gangenen herrlichen Zeiten. Bis ihr Wärter auf einen glorreichen Gedanken kam: Er richtete Mausi dazu ab, Dinarstücke von den Besuchern entgegen- zunehmen, mit den Münzen aber zum Wärter zu kommen und dort für jeden Dinar ein Stückchen Würfelzucker einzukasfieren. Wie rasch Mausi den Zweck dieser Hebung begriff, war zum Staunen. Das Entzücken der Besucher wuchs ins Ungemelfenc und die Begeisterung über Mausi fand kein Ende. Der Wärter blühte und gedieh bei diesem Geschäfte zusehends, denn sein Umsatz an Zucker war fast en gros. Er durste natürlich Mausi füttern, da er ja nicht zu den „Besuchern" gehörte. Und weil er für jedes kleine Würfelchen gleich einen ganzen Dinar erhielt, begann er bald an Leibesumfang Mausi nachzueifern. Eine Dame aber war von der Intelligenz des Elefanten so hingerissen, daß sie ihn auf eine Probe stellen wollte. Eine gute dicke Dame, die dem Elefanten den Dinar hinhielt und ihn rasch zurück zog, wenn er mit dem Rüssel danach griff. Mausi mißverstand jedoch die Absichten der Besucherin ganz und gar. Sie fühlte sich gesrozzelt und geriet in Wut. Plötzlich faßte sie die Bluse der Besucherin und riß sie herunter. Ausgerechnet die Bluse. So schnell, daß die gute dicke Dame gar nicht begriff, was eigentlich mit ihr geschah. Dann hotte Mausi mit dem Rüssel zu einem Schlage aus, der die sprach lose Frau auf den zum Glück gut gepolsterten Oberarm traf und sie wie einen Federball in die Ecke schleuderte. Ein Glück, daß der Schlag nicht den Kopf traf. „Mausi läßt sich eben nichts gefallen", tröstete der Wärter die ächzende Dame, die schwankend die traurigen Reste ihrer Bluse zusammensuchte und unter dem befriedigten Trompeten de» Elefanten zum Ausgang strebte. Rundsunkprogramm. Sonntag, 5. Februar. 6.35 Llhr: Von Bremen: Hafenkonzert. 8.15: Katholische Morgenfeier. 9.30: Etunoe des Chorgesangs. 10.45: Stunde der Jugend. 11.30: Von Leipzig: Reichssendung: Kantate. Von Iohann Sebastian Bach. 12.10: Von Wien: Konzert der 200 Iazzmusiker. Populäre Konzertmusik. 13.05. Mittagskonzcrl II. 14: Unsere Heimat. Eine Folge örtlicher Hcbcrtragungen zur Heimatkunde, zusammengestellt und geleitet von Carl Struve. 15.10: Stunde des Landes. 16: Pforzheim: Rachmittags- kvnzert des Symphonieorchesters. 16.30: Bad Lipp- springe: Militärkonzert deS Reiterregiments Rr. 15 Paderborn. 17.40: Wiener Leben. — Heitere Schattenbilder von Georg Lengbach. Gelesen vom Verfasser. 18: „25 Iahre Kleines Feuilleton", Vortrag von Rorbert Iacques. 18.55: „2111- tag einer Fürsorgestelle." Vortrag von Dr. Alfons Paquet. 19.35: Stendhal. Zum 150. Geburtstag des französischen Dichters am 23. Ianuar. Vortrag und Vorlesung. 20.10: Bunter Abend. 22.35: Festhalle Frankfurt a. M.: Bericht vom Sechstagerennen. 22.50 bis 24: Rachtmusik. Montag, 6. Februar. 7.30 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Mittagskonzert I des Rundfunkorchesters. 13.30: Mittagskonzert li auf Schallplatten. 17: Konzert des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. 18.25: „Wellenkrieg und Wellenfrieden", Vortrag von Professor Dr. Friedrich List, Darmstadt. 18.50: Englischer Sprachunterricht. 19.25: Zeitsunk. Die Oberprima hat das Wort. Vor dem Star' ins Leben. 19.45: Innsbruck: Die FIS- Wett.ümpfe in Innsbruck. Hörbericht vom ersten Tag. 20.05: Opernhaus Frankfurt a. M.: Für Die Winterhilfe: Franz Lehar. Große Funk-Suite aus seinen Werken. 22.45 bis 24: Rachtmusik der Tanzkapelle der Stuttgarter Philharmoniker. Dienstag. 7. Februar. 7.30 Uhr. Frühkonzert auf Schallplatten, 12 Mittagskonzert I auf Schallplatten, 13.30: Mit. ^skonzert II. 1520 bis 15.50: Hausfrauen- Rachmittag. 17: Rachmittagskonzert. 18.25: „Generalfeldmarschall Gras Schliessen", Vortrag von General Dr. Bethcke, Gießen. 18.50: „Fritz Boehle, ein deutscher Meister, ein Maler von urwüchsiger Kraft", Vortrag von W. Fahrenbruch. 19.30: Belebtes Wort. Gedichte von Georg Heym und Georg Trakl. Eingeleitet und vorgetragen von Paul Laven. 19.45: Innsbruck: Die FIS-Wett- kämpfe in Innsbruck. Hörbericht vom zweiten Tag. 20: Sonniges Land. Bilder aus Sizilien von Anton Brischa. 20.45: Orchesterkonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 22.35: Festhalle, Frankfurt a. M.: Bericht vom Sechstagerennen. 22.45 bis 24: Rachtmusik der Tanzkapelle der Stuttgarter Philharmoniker. 24 bis 0.20: Fest- halle Frankfurt a. M.: Bericht vom Sechstagerennen. Mitternachtswertung. Mittwoch, 8. Februar. 7.30 Uhr. Frühkonzert auf Schallplatten. 1020 bis 10.50: Schulfunk: „Versicherungsagent Mayer wirbt einen Kunden". Von Aktualis. 12: Mittagskonzert I auf Schallplatten. 13.30: Mittagskonzert II. 15.15 bis 16.15: Stunde der Äugend. 17: Rachmittagskonzert. 18.20: „Was will der Arbeiter-Radiobund?" Ein Hörbericht aus der Bastelwerkstatt des RadiobundeS. — Einleitender Vortrag von Dr. Fritz Pappenheim 18.50: Zeitfunk. 19.15: Konzert. 19.45: Innsbruck DieFIS-Wettkämpfe in Innsbruck. Hörbericht vom dritten Tag. 20: Rus dem Plahl, München: Weiß Ferdi und seine Dachauer. Eine Stunde im Münchener Platzl. 21: Die Wasserburg Sommerau. Hörbild von Valentin Pfeifer. 22.20: Mario- netten-Theater. Hinter den Kulissen einer Kleinkunstbühne. Ein Hörbericht von Heinz Werner. 22.50 bis 24: Heiteres Karneval-Programm des Runds unkorche sters. Donnerstag, 9. Jebruar. 7.30 Llhr: Frühkonzert erwerbsloser Berufsmusiker. 12: Greiners Großgaststätten im Hinden- burgbau: Mittagskonzert I der Kapelle Franz Dolezel. 13.30: Mittagskonzert II. 15.30 bis 16.30: Stunde der Iugend. 17: Rachmittagskonzert 18.25: Stunde des Films: „Deutscher Film — Internationaler Film", Gespräch zwischen H. Pfeiffer und Dr. Rlfons Paquet. 18.50: „Die berufs- standische Ordnung der Wirtschaft", Gespräch zwischen Dr. Spitz, Syndikus der Handwerkskammer Wiesbaden und Schreinermeister Iakob Schladt, Et. Goarshausen a. Rh. 19.20: Erlebte Zeit. Gustav Freytag. Gespräch zwischen Studienrat Dr. Rudolf Hoffmann und Prof. Freytag. 19.45: Innsbruck: Die FIS-Wettkampfe in Innsbruck. Hör- bericht vom vierten Tag. 20: (M, Funkstunde Berlin): Die himmelblaue Zeit. Singspiel in drei Akten von Oscar Straus. Jreitag, 10. Februar. 7.30 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.10 bis 10.40: Schulfunk: „Theodor Körner". Ein Lehrspiel von Kurt Arnold Findeisen. 12:Mit- tagskonzert I auf Schallplatten. 13.30: Mittagskonzert II. 16.15 bis 16.30: Von Berlin: „Wie schlägt man Weltrekorde?" Gespräch zwischen dem Weltrekordfahrer Ernst Henne, München, und Ed. Voigt, Berlin. 17: Konzert des Rundfunk-Orchesters. 18.25: Aerzte-Vortrag: Zuckerkrankheit im Alter". 19: Innsbruck. Die FIS-Wettkämpfe in Innsbruck. Hörbericht vom fünften Tag. 19.30: Februar. Das zweite Kalenderblatt. 20.05: Fest- saal der Liederhalle Stuttgart: Symphoniekonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 22.30 bis 24: Rachtmusik. Samstag, 11. Februar. 7.30 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.10 bis 10.40: Schulfunk: „Saarland". Ein Hei- matbild. Leitung: Paul Laven. 12: Rürnberg: Mittagskonzert I des Konzertvereins Rürnberg. 13.15 bis 14.30: Mittagskonzert II. Operettenmu- ftk. 15.30 bis 16.30: Stunde der Iugend. 16.30: „Ein rheinischer Weberjunge erzählt", Improvisationen von Paul Laven. 17: Rachmittagskonzert. 1825: „Luftschutz als Selbstschutz", Vortrag von Polizeioberst a. D. Oldenburg, Frankfurt a. M. 19: Stimmen des rhein-mainischen Landes. 6in Chor menschlicher Erkenntnisse. Leitung: P. Laven. 20: Von Berlin: Funk-Karussell. 2220: Rachtmusik. 23.30 bis 1: Tanzmusik. SJL-tfpoit Der berg II; Waldgirmes I Wißmar I: Wirtschaft ist er- Devisenmarkt Berlin - Arankfurl a M7 3-Februar Amtliche JZotierunn Geld | 3rie - ei.e.®. o 50 50 49,5 4,5 4,5 4,4 Banknoten. 1,3 1,45 Gritzncr oi Mainkroftwerke Höchst a.«. ... 4 Süddeutscher Zucker e| 147,5 5 v. H. o i) 0 (I u 4 0 0 0 müssen, hindert io ii 0 36 46 50 27 21 38,75 36,75 140 103,25 36,75 46,25 50,5 113,5 21,75 38 41,5 38 140 105,75 38,5 42,65 37,5 104,65 36,65 41,4 36,5 6,304 51,95 . 12,465 3,057 169,28 73,18 63,74 77,42 14,29 0,848 4,209 58,51 21,50 16 425 81,37 34,45 81,88 0,879 0,239 5,554 12,97 36,5 47 50,5 27,75 21,5 39,75 36 140 100 36 45,75 49,5 111,5 20,75 39 41 36 140 6,316 52,05 12,485 3,063 169,62 73,32 63,86 77,58 14,33 0,852 4,217 58,63 21,54 16,465 81,53 34,51 82,04 0,881 0,241 5,566 12,99 Buderus Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Harpener..... 0 4 0 o 5 0 in 31,5 i 71 104 149 37 41,5 36 105,5 151 38,25 42,75 36,75 wenn eine abermalige Niederlage ver- werden soll. Kurze Sporinotizen. 29 147 49,5 51 4,4 sen zu können. Der Ausgang des Kampfes nicht vorherzusagen. Sportverein 1920 Heuchelheim. Die 1. Mannschaft des Sportvereins 1920 girme^ II — Wismar II; Rodheim (Bieber) I g:gen Kinzenbach!; Rodheim (Bieber) Jugend gegen Frankenbach II; Groden-Linden II — Blasbach l; Hungen I — Londorf I; Lich I — Rieder-Ohmen I; Launsbach l — Hauken I; Betzberg I — Franlen- bachl; Heuchelheim Jgd. — Watzenb^n Jgd. eventuelle Diviöendenerinäßigung. Bon Montan- werten gaben Gelsenkirchen und Phönix je 0,75 v. H. nach, Stahlverein lagen 0,5 v. H. niedriger. Auch auf den übrigen Märkten waren die Kurie etwa im Ausmahe^von 0,5 v. H. abgeschwächt. Rur Siemens, Gesfürcl, Lahmeyer und Tietz kamen bis zu 1 v. H. höher zur amtlichen Schluß, notiz. Im Verlaufe ergaben sich keine Veränderungen von Belang. Am Renten markt nannte man die Alt« besihanleihe yiit 63,75 (minus 0,5 v. H.), eine amtliche Rotiz erfolgte nicht. Die Reubesihanleihe lag zunächst relativ behauptet, später ging sie aber um 0,13 v. H. auf 8 v. H. zurück. Späte Reichsschuldbuchforderungen hörte man mit etwa 71 v. H. Brief. Festverzinsliche Werte waren sonst ebenfalls auf Mittagsniveau eher noch angeboten, Schuhgebietsanleihe 6,10, Reichsbank 145, Gelsen, kirchen 56,5, Harpener 76,75, Phönix 32,13, Stahl« verein 32, Bekula 116, Scheideanstalt 149, JG.-> Farben 104, Gesfürel 80, Lahmeyer 117,25, Siemens 124, L. Tietz > 36,75, Reichsbahn-Vorzugsaktien 92,40, Hapag 17,60. wartet morgen die 1. Mannschaft des Sportvereins Steinbach zum fälligen Verbandsspiel. Die Gäste, die in der 1. Spielklasfe eine nicht unbedeutende Rolle spielen, werden sich den Sieg nicht ohne weiteres nehmen lassen. Man sollte jedoch annehmen, daß es den Einheimischen bei einigermaßen gutem Zusammenspiel gelingt, das Spiel für sich zu entscheiden. Spiewereimgung 1926 Leihgestern. Am Sonntag tritt die 1. Mannschaft der Spielvereinigung wieder auf eigenem Platz auf den Plan. Gegner ist die 1. Elf des Sportvereins Lollar, eine in Leihgestern nicht unbekannte Mannschaft. Beide Mannschaften lieferten sich schon immer hochinteressante Kämpfe. Man erwartet auch jetzt einen spannenden Kampf. Leihgesterns 2. Mannschaft tritt gegen „Teutonia- Watzenborn-Steinberg 2 an. Das Spiel ist von entscheidender Bedeutung. Leihgestern darf den Gang nicht auf die leichte Schulter nehmen. DerDarmstädterVolksba^kprozeß WER. Darmstadt, 3. Febr. Auch die Donnerstag-Sitzung im Volksbank-Prozeß war fast völlig ausgefüllt mit der Verlesung und Besprechung der mittleren und kleinen Kreditkonten. Wie schon bei den Effektenkonten, so tvurde auch hier vielfach festgestellt, dah bei einem Teil der Kredite die Genehmigung fehlte. In vielen Fällen ist bei der vorliegenden Genehmigung der Kreditbetrag überschritten worden. Eine lebhafte Debatte entspann sich auch über das Problem „stille" oder „offene" Zessionen, das von den Sachverständigen dahin erläutert wurde, dah die sogenannten „stillen" Zessionen angesichts der Wirtschaftslage der vergangenen Jahre manchmal notwendig gewesen seien. Es wurde-öann die Verlesung der Revisionsberichte durch den Vorsitzenden fortgesetzt. Heute kam es zunächst zu einer scharfen Erklärung des Vorsitzenden Dr. Meyer gegen die Berichterstattung eines Darmstädter Blattes. Es sei ihm, so erklärte der Vorsitzende, in seiner richterlichen Praris noch niemals passiert, daß derart skrupellos von außen in ein schwebendes Verfahren cingegriffen wurde und ganz offensichtlich aus ^arteiinteres- sen. Der Staatsanwalt möge prüfen, ob die Berichte nicht die Unterlagen für ein Verfahren wegen Begünstigung böten. Rechtsanwalt Dr. Oppenheimer betonte im Ra- men Dr. Reumanns, dah dieser den Ausführungen des betreffenden Blattes fern st ehe und sie bedauere. Die Verhandlung selbst brachte die weitere Verlesung der Revisionsberichte aus den Jahren 1927/28. Der Vorsitzende bemängelte dabei, dah über wichtige Aufsichtsratssitzungen, in denen über die vom Revisor kritisierten Kreditüberschreitungen verhandelt wurde, keine Protokolle angefertigt wurden. Die Verhandlung wurde dann vertagt. Lieber den Antrag, das Verfahren gegen Präsident Dr. Reumann völlig abzutrennen, wird der Gerichtshof noch Beschluß fassen. 6,6 5,2 5,5 5,4 7,2 10,8 j 5,9 i 23,8 ! Elektr. Lieseruugögesellschast ... 6 Licht und Kraft ............6 Felten & Guilleaume o Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen ............... i Vom Berliner Reitturnier. Tag der Damenkonkurrenzen. Beim Berliner Reitturnier wurde das Doppel- Jagdspringen um den Prinz-Friedrich-Sigismund- Crn,'^rungspreis beendet. Von den am ersten Tage fehlerlos gebliebenen Pferden, gelang es nur dem Iren Blarney Castle unter Capt. Ahern, die gleiche Leistung auf berti Kurs mit Hochweitsprüngen zu wiederholen und damit fiel ihm auch der Sieg zu. Das Programm am Donnerstagnachmittag war vornehmlich den Damen oorbehallen, die sich im Herren- und Damensattel versuchten, der gröhte Teil von ihnen hatte sich allerdings für den Her- 'rensavel entschieden und in dieser Abteilung wurden auch die besseren Ergebnisse erzielt. Im Damensattel siegte Frau M a r f s auf Bajazzo vor Chan- tccler und belegte außerdem auf Neste und Kur- fürst noch den dritten und vierten Platz. In der Abteilung Herrensattel waren vier Pferde fehlerlos, so dah die Zeit entscheiden mußte. Am schnell- i;cn war Finette unter Frau v. Opel, hinter der sich Grey Fox (Frl. Broschek) und Blücher (Frl. Hopf) placierten. 5,25 7,13 10.75 5.9 23,75 lat II; Gießen III — Lollar II; Gros gegen Gleiberg!; Großen-Buseck II Nheinische Elektrizität Schuckert & Co..... Siemens & Halske ... Lahmeyer & Co...... 30,5 70 147 6,5 5,1 5,25 5,25 7,3 10,75 6 6,5 5,15 Handball. In Butzbach stehen sich Butzbachs und Wiesecks Handballmannschaften im Freundschaftsrückspiel gegenüber. Im Vorspiel blieb Butzbach Sieger. Wieseck wird im kommenden Spiele alles hergeben Deutsche Nennsiege waren bei der St. Moritzer R e n n w o ch e zu verzeichnen. Der Hoppegartener Union-Sieger Agathon nahm im Preis von Bern (1700 Meter) an seinem letzten Bezwinger Wisa Gloria H 1 Revanche und siegte unter E. Grabsch leicht mit einer Länge. Von den deutschen Herrenreitern gewann Oblt. v. Horn mit Golden Beß für den Stall Bührer ein Hürdenrennen, nachdem er mit Greystoke im Flachrennen hinter Bru-Bru° Gloria (Oblt. Bleuler) und Sans Coeur (Oblt. von Holthey) nur Dritter geworden war. Das Trabrennen gewann der Oesterreicher Taras Bulba gegen die aus Bauyern entsandten Colonel Dillon, Lila Princeton und Rentmeister. Handball im Gau Hessen (O.T.) Heuchelheim — OSC. Gießen. Rach langer Pause tritt die Erste auf eignem Platz zu einem Gesellschaftsspiel an. Gegner ist die 1. Mannschaft des Olympischen Sportklubs Gießen. Es ist die erste Begegnung beider Vereine. Wie das Spiel ausgehen wird, ist nicht vorherzusagen. Vorher stehen sich die Jugendmannschaften ebenfalls im Gesellschaftsspiel gegenüber. Polizei-Spo. Buhbach II — Tv. Großen-Liuden I. Am kommenden Sonntag ist die 1. Mannschaft Tv. Großen-Linden bei der zweiten Elf des Po- lizeisportv. Butzbach zu Gast. Beide Mannschaften standen sich schon öfters gegenüber, bei denen es aber den Polizisten noch nicht gelang, die Großen-Lindener zu besiegen. Trotzdem muh man diesen Kampf als offen bezeichnen, da die Gro- Hen-Lindener einige jüngere Spieler ausprobieren wollen. Turnen im Lahn-Oünsberg-Gau. Geräte-Mannschaslskampf Garbenheim — Ahbach — Waldgirmes. Der Gerätemannschaftskampf Garbenheim — Atzbach — Waldgirmes gelangt am kommenden Sonntag in Garbenheim zum Austrag. Die Mannschaft des Gastgebers hat zwar an einem solchen Mannschaftskampf noch nicht teilgenommen, ist aber sehr gut gerüstet. Die Mannschaft von Waldgirmes stellt eine zweite Garnitur dar, die aber noch stark genug sein wird, um erfolgreich eingrei- 5,15 5,5 5,3 6,75 10,8 5,7 24 ausge- Weh- 3useck I Grün- Wald- Berlin, 3-Februar Amerikanische Noten Belgische Nvlen.................. Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Roten Schweizer Noten Spanische Noten................. Ungarische Noten Arbeiter-Turn- und Srwribund. Zum vorletzten Spiele um die Kreismeisterschaft ist Raunheim am Sonntag in Bockenheim zu Gast. Zu diesem Spiele wird Raunheim aUeJ hergeben müssen. Eine nochmalige Riederlage würde die schon sichere Kreismeistcrschaft in weite Ferne rücken. Der Ausgang des Spieles ist nicht vorherzusagen. In Dietzenbach ist Bornheim zu Gast und wird dem Plahbesitzer wohl den Sieg überlassen müssen. In Wieseck stehen sich Wieseck I und Heuchelheim I im Freundschaftsspiel gegenüber. Die Plahbesitzer werden zu diesem Spiele mit stark verjüngter Elf antreten. Ein flottes Spiel wird hier in Aussicht stehen, de,sen Ausgang offen zu lassen ist. Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Ecmenttoed Karlstadt.. Wayß & Frey tag Witterungsumschlag hat zahlreiche Absagen im Wintersport gebracht, die Freunde des „weißen Sports" werden also weiterhin recht stiefmütterlich behandelt. Die Europameisterschaften im Rodeln in Ilmenau, Bobmeisterschaften von Schlesien, sowie die Skimeisterschaften des Harzes und des Schwarzwaldes wurden bereits auf neue Ter- 3 G. Farben Industrie Scheidemistalt........ Goldschmidt . Rütgerswcrke Metallgelellichaft...... 4% Oesterreichstche Goldrente... 4,20% Lesterreichische Gilbertenie 4°„ Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4>4% dcsgl. von 1913 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l 4% besgl. Serie II ............ 5% Rumän. vereint». Rente v. 1903 4>/<,%Runlän.vereinh.Rentev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente .. L'/.% Anatolier............... Vorher: Wieseck II — Großen-Linden I und Wieseck Jugend — Lollar Jugend. Ferner werden noch folgende Spiele tragen: Gießen I — Wetzlar I; Gießen i A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft.... Commerz- und Privat-Bank... Deutsche Bank und DiSconto» Gesellschaft................ Dresdner Bank Reichsbank ................. Hamburg-Amerika-Pakei .....c Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 a Dampfschiff ... deutscher Lloyd . Sktflgl <ö« ' ,.25 Gewalt- %s» KS 1 Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviebmartt Das Schlachtviehgeschäft gestaltete sich in der letzten Woche trotz meist ermäßigter Zufuhren sehr ungünstig. Das Rachlassen der kalten Witterung hat den Absatz verschlechtert. Es waren Preisrückgänge zu verzeichnen, die sich aber meist im Rahmen von 1 bis 2 Mark hielten. 2lm Rindermarkt betrug die Zufuhr 1365 Stück und war gegen die Vorwoche um 238 Stück geringer. Der Handel war sehr ruh.g, so daß Lieberstand verblieb. Die Rachfrage erstreckte sich Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zulegt befchlosjenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Schultheis Payenhofer o Mu (Allgemeine Kunstseide) ... v Bemberg...................y Zellstoff Willdhof o Zellstoff Aschaffenburg o Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren Deutsche Linoleum ..........0 Orenstein L Koppel 0 Leonhard Tietz..............6 Thode......................jo Kirche und Schule. Oorfkircheniagung in Alsfeld, i Alsfeld, 2. Febr. Hier fand im Hotel „Deutsches Haus" die 8. Tagung der Dorfkirchenvereinigung für das nörd-.I liche Oberhessen statt. Die Veranstaltung ■ war außerordentlich gut besucht. Der Super- intendent der Provinz Oberhessen, Oberkirchenrat D.W eigner.(Gießen), eröffnete die Tagung mit Schriftlesung und Gebet. Alsdann begrüßte der Vorsitzende, Pfarrer Georgi (Ermenrod), die Versammlung und.besonders den Prälaten der hessischen Landeskirche, D. Dr. Dr. Diehl (Darmstadt), den Vertreter des Kreisamts Alsfeld, Regierungsrat Strack (Alsfeld), die Schul- - rate der Kreise Alsfeld und Lauterbach. Rach Erledigung einiger geschäftlicher Angelegenheiten hielt Prälat D. Dr. Dr. Diehl einen interessanten und lehrreichen Vortrag über das Thema „DieHeimatim kirchengeschichtlichen ' A n t e r r i ch t". Der Vortrag wurde mit großem Beifall ausgenommen. Eine lebhafte Aussprache | schloß sich an. Mit einem gemeinsam gesungenen | Liede wurde die Tagung beschlossen. — Dorfkirchenvorstehertagungen finden in. i- dlesem Frühjahr im nördlichen Oberhessen statt in Frischborn (Tag noch unbestimmt) und in Romrod (3. April). Bei beiden Tagungen wird Superintendent Oberkirchenrat D. W a g n e r die Predigt und Prälat D. Dr. Dr. Diehl den Vortrag halten. wieder nur auf billiges Fleisch, während schwere Ochsen, Dullen und Färsen vernachlässigt waren. Ochsen Al 23 bis 27, A2 20 bis 22, Bl 17 bis 19. Bullen 24 bis 26, B 20 bis 23. Kühe A 20 bis 22, B 17 bis 19, C 14 bis 16, D 12 bis 13. Färsen A 26 bis 28, B 23 bis 25, C 20 bis 22. Am Kälbermarkt war die Beschickung mit 1609 Stück nur um 57 Stück geringer. Das Geschäft war schleppend, und der Markt konnte nur bei 1 bis 2 Mark nachgebenden Preisen geräumt werden. Kälber B 31 bis 35, C 26 bis 30, D 20 bis 25. Der Auftrieb an Schafen hat sich um 236 Stück auf 243 Stück verringert. Trotzdem verlief das Geschäft sehr langsam, die Preise konnten sich jedoch um 2 Mark befestigen. Schafe Al 23 bis 25, B 20 bis 22. Am Schweine markt war der Handel sehr schlecht, so daß größerer Lieberstand verblieb. Die Beschickung stellte sich auf 4980 und war um 380 Stück größer. Die Preise gaben von 2 bis 4 Mark nach und notierten wie folgt: Schweine B 33 bis 36, C 33 bis 36,50, D 31 bis 36, E, F und G gestrichen. in neuem i empiunbene - ^ntwuflunfl’ WSh einer kaum Ä“- 2 unb menfW" f i gemch' Litt des andern 0° pachteten, finden he plion ge^n einen igr 1 unb - eme ceüeni bilden verdient - Judi um für sich selber den *ben. Bei Schleicher hc .Mlanientorischen dar (tuen Kurses waren Zter als der Kanzler, spiel keine Karte stc> i Den Ansturm von a jwen herauszukommen de ihm die erbetene A Jtnenbe sah schon ein n ,Die neue Woche den n dheißt Adolf Hitler, nmber vorigen Jahres tiefen letzten Januartag nationalfozialistiso He Verantwortung ei Ä an die Spitze der 5 s er hat seinen Aussch!« fen, in dem der Reich: äer das stärkste hindern ibtm Kanzleramt sah. A «ben Anhängern der 1 f Reihe von bewährten letzten Regierungen d Aalen Partei und di inett berufen. Die ein 5 errichtete Harzburger Md der erste Erfolg :is-s ist der Durdjbrud Hm lag, war allzuvi Wches. Mißtrauen, ( Gch erbitterter Kampf Üeute, wo schwarzweiß chnner wieder friedlib •j erinnert werden. C- h leicht zu überhörende Stunden der Alltc glichen Begeisterung- ^le zwangsläufig folg , wieder in Kleinlichkeit, Kennenden in Weg JJ °as große gemeinst A aus dem Auge zu die Gesundung vo bi Befreiung Deutst sÄSSf Mnbeiangenen die Ä?ie °>"e enge Äen Weltansch £Nrn stehend l? er,nnere sich ar HrÄ$ntrum 1 Hreufjen und an , d drm Kabinett W ■JfSern einer $ ML SÄTfi ÄHflS Miar sür Keu ^r^Nauensoert bezogt > MeaL'lmit einiQj ben S Mi?.» bat en ir "ÖÄ * Mehlpreiserhöhung der süddeutschen Großmühlen. Die süddeutschen Groh- mühlen haben infolge der in den letzten Tagen für Brotgetreide eingetretenen nicht unerheblichen Preissteigerungen ihre Mehlpreise um 0,50 Mk. pro Sack erhöht. Die Forderungen für Weizenmehl, Spezial 0 mit Austauschweizen, erhöhen sich somit auf 29,25 bis 29,50 Mk., für süddeutsches W-izenauszugsmehl mit Austauschweizen auf 32,25 bis 32,50 Mk. und für süddeutsches Weizenbrotmehl mit Austauschweizen auf 21,25 bis 21,50 Mk. ab süddeutsche Mühlenstation- * West Waggon A G., Werk Ga stell. Mainz -Mombach. Auf Grund eines Reichs- bahnauftrages über 61 Stück Packwagen füu Rebenbahnen, sowie verschiedener anderer Aufträge sind Vorarbeiten für die Wiederinbetrieb- sehung des Werkes in Angriff genommen worden. Die Arbeit wird Anfang März mit einer Belegschaft von mehreren hundert Mann ausgenommen, das Werk wird voraussichtlich zunächst ettoa ein halbes Jahr im Betrieb bleiben. * Dämpfer Verkäufe des Norddeutschen Lloyds. Der Betrag, der dem Rord- deutschen Lloyd für seine an Rußland verkauften 13 Dampfer zufließt, beläuft sich nach Informationen des WTB.-Handelsdienstes auf annähernd 5 000 000 Mk. Dieser Betrag wird allerdings nicht in bar bezahlt, vielmehr erhält der Rord- deutsche Lloyd langfristige Wechsel. , Frankfurter Abendbörse schwach. Frankfurt a. M., 3. Febr. Bei fast vollkommener Geschäftsstille neigte die Tendenz an der Abendbörse weiter zur Schwäche. Besonders in Reichsbankanteilen setzten sich die Abgaben fort, und der Kurs ging gegen den Berliner Schluß erneut um 2,5 v. H. auf 145 v. H. zurück. Hierbei verstimmten Gerüchte über eine Brief 4,22 58,59 63,63 14,3, 16,445 169,59 21,54 73,30 2,48 77,55 81,51 34,45 Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Das Geschäft an der Getreidebörse war in starkem Maße von innerpolitischer Dlnsicherheit beeinflußt, im allgemeinen hat sich das Bild gegenüber der Vorwoche aber nur wenig verändert. Die mildere Witterung hat zur Zurückhaltung der Händlerfchaft wesentlich beigetragcn. Die Ernennung Hugenbergs zum Ernährungsminister hat an der Berliner Börse eine starke Hausse ausgelöst, da man eine verstärkte Fürsorge für die Landwirtschaft erwartet und auch erneute Maßnahmen bezüglich der Getreidepreise in den Kreis der Erwägungen einbezieht. Am Frankfurter Markt hat sich dagegen eher eine Beunruhigung bemerkbar gemacht, weil man mit neuen Eingriffen in den Getreidehandel rechnet. Immerhin ging von der Berliner Festigkeit einige Stühe aus, und die Preise für Weizen und Roggen lagen je 1 Ml. per Tonne höher. Das Angebot war geringer, als in der Vorwoche. Weizen notierte 200, Roggen 162,50 bis 163,50 Mark per Tonne. Das Draugerstengeschäft blieb sehr klein bei unverändertem Preis (180 bis 182,50), auch Futter- und Jndustriegerste zeigte keine Besserung. Der Haferabsah blieb ebenfalls schleppend, desgleichen lagen die übrigen Futtermittel sehr ruhig, wobei das milde Wetter nicht ohne Einfluß war. Rur ölhaltige Kraftfuttermittel hatten bei zum Teil noch erhöhten Preisen etwas besseres Geschäft. Je 100 Kilogramm notierten in Mark: Weizenkleie 7,50„ Roggenkleie 7,85 bis 8,00, Soyaschrot 10,80 bis 11,00, Erdnuhkuchen 12,25 bis 12,50, Palmkuchen 8,65 bis 8,75, Treber 11,25, Hafer 130 bis 135 Mk. per Tonne. Die M e h l m ä r k t e hatten vorübergehend etwas besseres Geschäft, im ganzen war es jedoch weiter sehr klein. Während Roggenmehl eine viertel Mark anzog, waren Weizenmehle bis 0,50 Mk. erhöht. Weizenmehl südd. Spez. 0 28,10 bis 29, do. niederrhein. 28,10 bis 29, Roggenmehl 60proz. Ausmahlung 22,50 bis 23,25 Mk. Per Doppelzentner. Für Kartoffeln kamen in Anbetracht des Frostwetters noch keine Rotierungen zustande, doch dürfte der Handel bald wieder ausgenommen werden. Hoejch Eilen—Kölll-Neuesse».. 0 File Bergbau .............7 Ilse Bergbau Genüsse 7 Klöcknerwerke ........... 0 McnneLmcmnRöhren 0 Mansselbcr Bergbau ....... 0 Lberschles. Kokswerle.........0 t'bönir Bergbau 0 Rheinische löiaualuhleu 10 Rheiystohl 0 mine verlegt. Die Daoispokal-Auslosung fand im Pariser Elysäe-Palast in Anwesenheit des französischen Präsidenten Lebrun statt. Der deutsche Botschafter Dr. Köster zog ein sehr glückliches Los, Deutschlands erster Gegner ist Aegypten, so daß die Deutschen mit größter Sicherheit die erste Runde glatt überstehen werden. Lolette Payot, die zweifache deutsche Tennismeisterin, wurde bei den Hallenmeisterschaften von Frankreich in Paris von der Französin Goldschmidt überraschend ausgeschaltet. Der Fußball-Länderkampf Deutschland — F r a n k r e i ch, der für den 5. März ange- setzt worden war, soll wegen der an diesem Tage stattfindenden Reichstags-Neuwahlen verlegt werden. Als neue Termine werden der 26. Februar und 12. März genannt I Geld 4.20 58,35 63,37 14,25 16,385 168,91 21,46 73,00 2,46 77,25 81,19 34,31 Franksun 0.2)1. Echluß- kurs Gchlußk. Abend- börft Schluß- lurd Gchlußk. Millag- börse Oalum 2.2. 3.2. 2.2. 3.2. 6% Deuftche NeichsaiueHe v. 1921 77,5 77 78 77,5 R% eljetn.7% Dt.Neichsanl. v. 192t 93,9 93,25 94,4 93,65 5’/?°o Vvung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablöj.-Schuld mti 80,5 78,4 80,75 79 Ausloj.-Rechten ......... .. 65,75 — 66 64,4 Desgl. ohne Aullos.-Rechie...... 6% ehern. 8% Hess. Vollsslaat 1929 lrüllzahlb. 102%) ............ Oberliessen Provinz.Anleihe mli 8,55 8 8,6 8,15 76 76 — — Auslos. Rechten ............ Deutsche Komin. Sammelab l.2üt — — - - leihe Geriet mit Auclos.-Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hyu.-Banl 59,65 57,5 59,5 57,5 Gvldpse. lä unkündbar bis 1935 6% ehern. 7% Franks. Hyy.°Ban1 82,5 81,75 — — Goidvse 16 unkündbar bis 1936 5y.% ehern. 4’/2% Franks. Hyp. Bank-Liau.-Psandbnese ..... 6yz?ö ehern. 4'/2% Rheinische Hup.-Bank-Lia».-Goldpfe..... C% eljem. 8% Pr. Landeopfand 82 — — — 84,5 84,5 — — 85 85 — — briesanstalt, Psandbrtefe R. 19 6% ehern. 7% Pr. Landespsand 84 — 84,5 84 briefanftalt, Psandbriefe R. 10 85 84 — - crranifur, u. jji. Berlin Echluß- kurs Schlußk. Abendbörse Echluß- kurö Gchlußk. Mittag- börse Datum 2-2. 3.2. 2.2. 3-2- Franksuri a.M. Berlin Schluß- lurs Echlußl. Abend- börf- Schluß« kure Gchlußk. Mittag- höre Datum 2.2. 3-2. 2-2. 3.2. «etemigte Stahlwerke........u Olavi Minen ...............0 Kaliwerke AscherLIeben........6 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth....... !> 34 16,25 113 116,5 172 32 16 113 118 170 34 16,13 113 117 171 32,5 15,9 113,75 117,5 2. Februar Amtliche («eio Notierung Ärie Helsrngsor-.. 6,304 6,316 Wien....... 51,45 51,55 Prag....... 12,465 »Budapest ... 'Sofia...... 3,057 , 3,063 Holland .... 169,28 169,62 CvlO....... 73,13 Kopenhagen. 63,74 63,86 Stockholm.. • 77,42 77,58 London ..... 14,28 14,32 Buenos Aires 0,853 0,857 Neuyorl.... 4,209 4,217 Brüssel..... 58-50 58,62 Italien..... 21,50 21,54 Paris..... 16,425 16,465 Schweiz ... 81,37 81,53 Spanien.... 34,45 34,51 Danzig.... 81,90 82,06 Japan...... 0,879 0,881 Rio de Jan. 0,239 0,241 Jugoslawien 5,534 5,566 Lissabon... 12,97 12,99 17,65 17,65 17,75 17,25 — — 32 30,75 18,13 17,75 18,13 17,75 42,25 41 42,65 40,25 96,5 96,5 97 97,5 53 53 53,5 53,5 72,75 72,75 72,75 72,75 61,75 61,75 61,75 61,75 154 145 154,25 147,5 26,5 26,5 26,75 26,65 — 82 83 82,75 —— 94 95,25 94,5 55 53,5 55 54,65 80,75 80 80,4 79,25 —- 98 100 98 86,35 84,5 91 84,25 125 124 '25 123 118.5 117,25 118 25 116,5 48 46,5 48,25 46,75 88,5 85,5 88,13 86.5 59,5 56,5 59,4 57,25 80,5 76,75- 79,75 77,65 — —. 53,5 51,65 149,5 149,5 148 150 102,5 102,3 103 102.5 45 44,2i 44,75 43,75 61,75 60 61,75 60,25 24 21,5 24 21,5 1— 69.25 68,25 34,5 32,13 34,25 32,9 192 192 192 193 72,75 72 72 70,75