en« inen, •Iren, ge en <0C >ch en er- * n f- en im lid) !aS er )ie as oll ur )rt m- u8 iu* ?in ir. .de an xt >cS rifl rm en •u* ur uft ie- er er )ci n- s- Die Iben, ne. >00 rb. len US ?3»* Samstag, 4. Stbruar 1955 dem Parlament Staatsausgemacht. aus gesehen die große die Wahlen vielleicht „Mr wollen die Sicherheit, unsere ganze Sicherheit, die Sicherheit aller Völker, die, wenn sie gleiche Rechte haben wollen, auch gleichePslichten übernehmen muss ,r™.;nttagltd),anö« Simas« -Md . ___ Die Illustrierte Rmiahme von Lnzetge» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20", mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. Will). Lange. Verantwortlich für ‘Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i. D.TH.Kümm^ sämtlich in Gießen. sen. Ohne die Sicherheit ist kein Vertrauen in der Welt, kein wirtschaftlicher Wiederaufbau, nicht einmal ein gültiger Abrüstungsplan möglich und noch weniger ein Plan desallgemei- nen Schiedsgerichtsverfahrens, der einzigen Methode, die die friedliche Entwicklung Europas und der Welt ermöglichen. Die Regierung werde an der Weltwirtschaftskonferenz teilnehmen und nach den Bedingungen eines Wirtschaftsfriedens suchen, der mit möglichst geringem Schaden für jeden verbunden sei, wie auch nach den Modalnättn eines wahrhaften Friedens, der einen möglichst geringen Rüstungsaufwand erfordere. Auf diese Weile werde Frankreich sich den Wünschen der befreundeten Großmächte anschliehen, mit denen Frankreich mehr noch als Tradition und Erinnerungen die Hoffnung auf das gleiche Ideal verbinde. Die Regierung wünsche, mit den befreundeten Mächten, ja mit allen Mächten guten ichule. in Alsseld. zr fand im Hotel ung der Dors« ir das nord« Sie Veranstaltung acht. Zer Euper« sen, Oberkirchcnrat te die Tagung mit ann begrüßte der (Ermenrod!, die >en Prälaten der Dr. Dr. Sieh! Kreisamts Als- Isfeld), die Schul- Lauterbach. Aach Angelegenheiten >HI einen intet* über das Thema eschichtlichea urde mit großem )afte Aussprache nsam gesungenen ch'en. - Dors- cn finden HU Oberhesscn statt bestimmt) und m Tagungen wiro s.Dagner die gichl den Vor- Vertrauensvotum für das Kabinett Daladier. Oie Regierungserklärung legt einen plan zur Sanierung der Staatsfinanzen vor. 52.05 12,485 3,063 169,62 73,32 63,86 77-58 14,33 0,852 4.217 58,Ö 21-54 16,465 81,53 34,51 82,« 0,881 0,241 5,566 12,99 Die Regierung schlage deshalb folgende drei Etappen zur „Befreiung des republikanischen Staates“ vor: Sofortiger Plan einer Angleichung der gaben an die Einnahmen, reguläres Budget, Plan zur Förderungder Nun f. wendig getreten Derufun, ‘Berlin, 3. Scbt- (WTB.) „Associated Preß veröffentlicht ein Interview, das Reichskanzler Hitler ihrem hiesigen Chefkorrespondenten gab. Der Kanzler wies zunächst darauf om, oap Die Linksparteien 14 Jahre lang völlig unbeschrankt freie Hand gehabt hätten- „Schauen Sie sich jetzt das Ergebnis an", so rief er aus, „gebe n S i e u n s v i e r I a h r e, die verfassungsmäßige Periode eines Reichstages, und dann soll das Land über uns richten" Auf die Frage nach einer Erläuterung des Dreriahres- planes der Regierung antwortete Reichskanzler Hitler: „Ich freue mich, daß Sie diese Frage gestellt haben. Wenn ich eine Propagandarede für meine Partei hätte vortragen wollen, so hatte ich versprechen können, daß die Arbeitslosigkeit am 15- März verschwunden sein würde, und daß am 1. Mai die Landwirtschaft auf ihren alten Stand zurückgebracht wäre. Aber ich bin ehrlicher als die meisten meiner G-— daher keine solchen Derjpr«jfcu«0«n i.'Jtbnar _ *lNt| '"tnS«K bei einem nigung fef.(, ot ugenben eÄt,llen toorki ''ch auch über ScHioncn, bai£ autert wurde u len angesichts k - maj' .'S toutbe-ierdt ^lchte durch ben er scharfen Ertli- ei)er gegen dir dter Blattes. % ae. in seiner rieh- massiert, daß der- 'nein sch Gegriffen wurde rteiinteres- 'üfen, ob die Deem Versah, ) böten. Rechts' betonte im Da- dieser den Aus- '»es sernstehe '«banblung selbst der HetiVionebt» >• Ter Dvrsihende wichtige Aussicht^» : vorn Revisor hiti- verhandelt wurde, wurden. Die Deist. Hebet den Angen Präsident ■ennen, wird der Gr- ZU neuem Kamps. iton einer Woche zur andern haben sich die Tinge ibersiurzt- Erst eine- kurze Zeitspanne liegt es zu- Ä da Volk und Wirtschaft d.e als so dringend 'ininwnbifl empfundene Ruhe und Stetigkeit der in[iti|d)en Entwicklung am besten gewahrt glaubten L einem Präsidialkabinett des Generals von gleicher, dessen leichte Hand uns womöglich "hne neue Wahlen und Konflikte durch den Winter -uusieren sollte. Um diesen Lohn schien nicht em- Einsatz einer kaum vermeidbaren starken -ntitifchen Exponierung der Reichswehr zu hoch, :enn Schleicher galt vielen als das beste, aber auch ,h|f Pferd im Stalle, und manchem mag der Ge anfe den Kops heiß gemacht haben, was geschehen 0Ue, wenn auch dieses Pferd das Rennen- Nicht nachte- Aber die politischen Dinge in Deutschland rändeln sich schnell. Parteien und Gruppen die -or wenigen Wochen noch in erbittertem Kampf alle Mischen und menschlichen Leidenschaften gegen- 'montier mobil gemacht haben, die gestern noch den Schritt des andern voll Mißtrauen und Arg- 5ohn beobachteten, finden heute sich in gemeinsamer Opposition gegen einen ihnen beiden unerwünschten Kann und — eine Seltenheit, die heroorgehoden ,y werden verdient — rücken morgen eng zusammen, um für sich selber den Anspruch auf Führung u erheben. Bei Schleicher hat es nicht einmal mehr um parlamentarischen Start gereicht. Die Gegner je5 neuen Kurses waren diesmal schneller und glücklicher als der Kanzler, in dessen großem pott- üchen Spiel keine Karte stach, als es für ihn galt, cegen den Ansturm von allen Seiten mit Jemen ■rümpfen herauszukommen. Der Reichspräsident «riagte ihm die erbetene Auflösungsvollmacht, das Wochenende sah schon ein neues Kabinett im Werken, die neue Woche den neuen Kanzler schon im Paris, 3. Febr. (WTB.) Die Regierungserklärung, die heute nachmittag im Parlament verlesen wurde, betont eingangs, daß die Regierung den materiellen und moralischen Schwierigkeiten, die die Wirtschafts- und Finanzkrise in Frankreich wie in allen anderen Ländern heraufbeschworen habe, energisch begegnen müsse. Loyale Handhabung des parlamentarischen Regimes bleibe die Bedingung für die notwendige Umstellung. Aber unter Kontrolle der Bolks- vertretung müsse die Regierung k r a f t v o l l und schnell handeln. Deshalb sei sie entschlossen, unverzügllch ein notwendiges Mindestmaß von Reformen durchzuführen. Ein provisorisches Budgetzwölftel sei verabschiedet worden, das Budget aber nicht. Eine derartige Lage könne nicht andauern, ohne ernste Gefahren zu bringen. Willens immer engere und vertrauensvoller« Beziehungen zu knüpsen oder wieder anzuknüpfen, und zwar unter gegenseitiger Respektierung der Derfassungen. * Die Regierungserklärung wurde zu gleicher Zeit in der Kammer durch den Ministerpräsidenten Daladier und im Senat durch den Justiz- minister verlesen. Die Ausführungen, die sich auf die Abrüstung bezogen, wurden von denRa- dikalen mit Beifall ausgenommen. Allgemein bemerkt wurde die Zurückhaltung, die die s o z i a l i st i s ch e n A b g e o r d n e t e n gegenüber der Regierungserklärung zur Schau trugen. Ministerpräsident Daladier beantragte Dann tn der Kammer die sofortige Disku s s i o n der vorliegenden Interpellationen über die allgemeine Politik. Dann wurde zur Abstimmung geschritten und dem Kabinett Daladier mit 376 gegen 318 Stimmen das Vertrauen ausgesprochen. Rationalwirlschaft. Der Finanzierungsplan werde der (teuer- lichen Fähigkeit der Produzenten Rechnung tragen und den von den vorausgegangenen Regierungen durchgeführten Einsparungen wesentlich neue hinzusügen. Das Streben nach steuerlicher Gerechtigkeit und nach Aus- gabeneinschränkung mache jedoch notwendig, daß die Staatsbürger ihren gerechten Anteil an den Lasten übernahmen. Die Regierung werde bereits am Dienstag einen Sanierungsplan einbringen. Für die beschleunigte Annahme der darin enthaltenen Maßnahmen werde sie die Bertrauensj rag e (teilen. Wenn die unmittelbaren Schwierigkeiten behoben seien, glaube die Regierung, das Recht zu haben, an eine Kontrolle der Nation bet den Unternehmungen öligem einen Verwerfung alles dessen, was Staat und Volk (barunter doch auch bürgerliche Regierungen unter deutschnationaler Beteiligung und Manner wie Cuno, Stresemann, Luther, Brüning und Popen) in den letzten 14 Jahren Geleistet haben, Dem inneren Frieden gedient habe. Wahlkamps darf nicht zum Bruderkampf werden und die Reichsregierung als Treuhänderin des ganzen Dolles muß als erst« alles vermeiden, was die große Kluft, die heute das Voll wieder mitten auseinanderzureißen, oroyr. sogleich in den rechten Kurs zu bringen. Dazu bedarf eS Zeit. Alles, was ich verlange, sind vier Jahre." Lächelnd fügte der Kanter hinzu: „Denken Sie daran, daß ich beharrlich bin, id) habe starke Verven. Wenn ich nicht voll Entschlußkraft wäre, so stände ich heute nicht hier vor Ihnen." , . Im Anschluß an diese kurze Unterredung wurde eine Reihe von Korrespondenten der englischen und amerikanischen Presse empfangen, vor denen der Kanzler erklärte: „Ich hoffe, die Wett weiß, was in Deutschland vorgeht. Hier kann -s kein Kompromiß geben. Entweder wird M Kurze die rote Fahne des Bolschewismus aufgepflanzt, oder Deutschland findet zu sich selbst zurück. Ich appelliere an die Weltpresse, kein vor- eiliges Urteil über die Ereignisse, die jetzt ablaufen, zu fällen. Ich bitte Sie, die neue Regierung nach ?hren Taten zu richten und die Taten selbst i n noch verbreitern könnte. Ob alle Spekulationen zutreffen werden, die an die Neuwahl des Reichstags geknüpft werden, mutz der 5. März lehren. Die Lage erinnert fast an tue ersten Mussoliniwahlen in Italien, die dem Fuhre» des Faschismus — allerdings erst nach grundlegender Umgestaltung des Wahlrechts, was von ber Regierung Hiller ja nicht beabsichtigt ist — eive über- roältigenbe Mehrheit im Parlament brachten. AuH das Kabinett der Harzburger Front erhofft aus den Wahlen einen Mandatszuwachs für die Regierungs- Parteien, der es ihm erlaubt, im neuen Reichstag ohne Zentrum und Bayerische Volkspartei über eine sichere Mehrheit zu verfugen. Die Aussichten sind dafür zweifellos günstig. Die Uebernahme der Re. gierungsgeroalt durch Hitler bedeutetfur die Nativ, nalsozialiftische Partei gewiß em Moment neuen Austriebs und die kurz befristete Spanne zwischen Kabinettswechsel und Wahl sorgt schon dafür daß dieser psychologische Dortell propagandistisch voll aus- gewertet werden kann. Im übrigen hat der Reichskanzler in feinem letzten Schreiben an den Pra- laten ftaas cs sorgfältig vermieden, die Drucke zum Zentrum schroff abzubrechen. Er ist sich wohl der Möglichkeit bewußt, nach den Wahlen unter Umständen zwischen Zenttum und Deutschnationaler Volkspartei optieren zu können und aus dieser neugewonnenen Schlüsselstellung heraus die gegenwar. tiq nicht sehr imposante Stellung seiner Parte» tm Kabinett stärker auszubauen. Das ist natürlich von den D e u t f ch n a t i o n a l e n aus gesehen die große Gefahr, die sich aus der durch die Wahlen vielleicht aeschaffenen Möglichkeit einer schwarzbraunen Koa- ütion ohne sie - seit langem der Alpdruck Hugen- berqs — für ihr Kräfterverhallnis innerhalb der Regierung Herausstellen könnte. Die Wahl des 5. März wird also vermutlich noch manches Problem ausrollen, aber eines muß man von ihr leidenschaftlich erhoffen, daß sie die parlamentarischen Voraus; setzungen schafft für eine Politik der Erneuerung und des Wiederaufbaus auf lange Sicht, für die der fachlich-programmatische Teil des Aufrufs der Reichsregierung, wenigstens schon in großen Zugen die Ziele abgesteckt hat. Es ist nur dringend zu wun- fchen, daß das Kabinett sich nicht durch den Wayk- kampf abhalten läßt, die großen Arbeiten nut aller Tatkraft weiterzuführen, die auf allen Gebieten des staatlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens uns auf den Nägeln brennen. bildung zu einem Tarifamt noch nicht verwirklicht worden ist. , _ , Man sieht also, neben Papen hat auch Hugenberg sich in dem neuen Kabinett eine außerordentliche Machtfülle zu sichern gewußt, die dem national- sozialistischen Kanzler vermutlich noch manches URal Kopfzerbrechen machen wird. Ob nun durch diese Personalunion der erhoffte Ausgleich zwischen den für die Erhaltung und Stützung der Landwirtschaft notwendigen Maßnahmen und den fachlich gerecht fertigten Interessen der Exportindustrie erzielt werden kann, werden schon die vor der -^ur stehenden Handelsverttagsverhandlungen lehren müssen. An sich könnte Hugenberg, den sein vielseitiger Lebensgang sowohl mit der Industrie als auch mit Der Landwirtschaft in enge Berührung gebracht hat, wohl der Mann dazu fein, diesen Ausgleich zu bewerkstelligen. Gänzlich ungeklärt sind, wenigstens für die Oefsentlichkeit, vorerst Die Plane, Die Das neue Kabinett für die Arbeitsbeschaffung hat, denn die Bekämpfung der materiell wie seelisch gleich ruinösen Arbeitslosigkeit ist selbstverständlich — es geht das auch aus dem Aufruf der Reichs- regierung hervor — nach wie vor das A und O aller Regierungskunst in Deutschland. Aus dem Verbleiben des Reichskommissars Dr. Gereke konnte man schließen, daß auch (ein viel umstrittener Plan der Wirtschaftsankurbelung vornehmlich durch großzügige Vergebung öffentlicher Arbeiten der Gemeinden Bestandteil des Hitler- schen Regierungsprogramms fei. Dieser Plan hat den Beifall der Gewerkschaften gefunden und zeigt auch manche Aehnlichkeit mit nationalsozialistischen Gedankengängen, er hätte z. B. für eine Zusammenarbeit Schleichers mit Gregor Straßer sehr wohl die Brücke bilden können, wenn diese Verbmoung seinerzeit aktuell geworden wäre. Aber man weiß auch, daß weder Papen noch Hugenberg mit Ge- retes Ansichten sympathisiert haben, daß beide vielmehr Das Schwergewicht der Wirtschaftsbelebung auf die von staatlicher Bevormundung und steuerlicher Ueberlaftung befreite private Unternehmerinitiative legen möchten. Also auch in diesem s-unkt wird cs einer grundsätzlichen Auseinandersetzung innerhalb Des Kabinetts beDürfen, wenn em klarer und einheitlicher Kurs gewonnen und in Zukunft gewahrt werden soll. Zu diesen sachlichen Schwierigkeiten haben sich schon in der Geburtsstunde Des Kabinetts auch taktische eingestellt. Neben dem Ausschließlichkeitsan- spruch hat Adolf Hitler bei seiner Betrauung mit dem Kanzleramt auch das Verlangen nach den Vollmachten eines Präsidialkabinetts aufgeben muffen. Sein Kabinett ist vorerst noch eine Minderheit s r e g i e r u n g, die sich eine parlamentarische Grundlage schaffen muh. An sich wäre die Möglichkeit einer Tolerierung Des Kabinetts durch Die bciDen katholischen Parteien durchaus wahrscheinlich gewesen. Es mag auch dahingestellt bleiben, ob €attel. _ . i $r heißt Adolf Hitler. Was im August und Aooember vorigen Jahres nicht gelungen war, ist h diesen letzten Januartagen Tatsache geworden: lit große nationalsozialistische Bewegung »st in die roliti che Verantwortung eingefpannt, ihr Führer lelber an Die Spitze Der Staatsgeschäfte getreten. Über er hat seinen Ausschließlichkeitsanspruch fallen zelassen, in Dem Der ReichsprästDent noch im No- wmber Das stärkste HinDernis für seine Betrauung mit dem Kanzleramt sah. Als (eine Mitarbeiter hat ir neben Anhängern Der eigenen Bewegung unp tiner Reihe von bewährten Fachministern Der beiden letzten Regierungen die Führer Der deutsch- nationalen Partei und des Stahlhelms in Jem Kabinett berufen. Die einst gegen den Brüning- Rurs errichtete Harzburger Front ist wiedererstan- Den und der erste Erfolg des neuen Zusammenschluffes ist der Durchbruch zur Macht. Was Da- ;wifchen lag, war allzuviel Menschliches, Allzu- menschliches. Mißtrauen, Jntrigue, Eifersucht und schließlich erbitterter Kampf aller gegen alle. Daran mag heute, wo schwarzweißrote Fahnen und Haken- Ireuzbanner wieder friedlich nebeneinander wehen, ruhig erinnert werden. Es sollte eine ernste und nicht leicht zu überhörende Warnung sein, in Den grauen Stunden Der Alltagsarbeit, die jetzt dem ncrständlichen Begeisterungsrausch über Das endlich Erreichte zwangsläufig folgen müssen, sich uicht sobald wieder in Kleinlichkeiten zu verlieren und über Dein Trennenden in Weg und Anschauung nicht wieder Das große gemeinsame Ziel Des Zusammen- ichlusses aus Dem Auge zu lassen: die Einheit der Nation, Die Gesundung von Staat und Wirtschaft und die Befreiung Deutschlands von den Fesseln, die ihm heute noch Die gleichberechtigte Stellung m der Reihe Der andern Völker der Wett verwehren. Siete Mahnung ist um so dringlicher, als schon ein Blick auf die Ministerttste des neuen Kabinetts jedem Unbefangenen Die großen Schwierigkeiten verdeutlicht, die eine enge Zusammenarbeit dieser ihrer potttstchen Weltanschauung nach in (ehr ver- fchiedenen Lagern stehenden Männer haben wird. Doch man erinnere sich an das jahrelange Zusammenwirken von Zentrum und Sozialdemokratie im Neich, in Preußen und anderen Ländern und man wird die dem Kabinett Hitler gestellte Aufgabe nicht schlechthin für unlösbar halten. Aber es sitzen doch neben Vertretern einer Partei, Die, wie Die netto- nolsozialistifche, grunDstürzende AenDerungen Der bestehenden Wirtschaftsordnung auf ihr Programm geschrieben hat, als Beherrscher der maßgebenden wirtschäftspolitischen Ressorts Männer wie H u g e n- berg und Graf Schwerin von Krosigk, die als überzeugte Verfechter der freien Unternehmerinitiative in einer kapitalistischen Privatwirt- ’M sich vermutlich gegen jede Hinneigung zur Planwirtschaft und zum Staatssozialismus stemmen werden und auch kaum für irgendwelche Währungs- erperunrnte zu haben (ein Dürften. In gleicher Richtung wird gewiß auch Herr von Papen wirken, der überhaupt als Vizekanzler und gleichzeitiger Rcichskommifsar für Preußen zusammen mit Dem besonderen Vertrauensverhältnis, das ihn mit Dem Herrn Reichspräsidenten verbindet, die Schlüs- I clftellung in diesem Kabinett Der nationalen Konzentration bezogen zu haben scheint, Dessen Later er wohl mit einigem Recht sich nennen darf. Papen scheint aus Den Krisen feiner eigenen Kanzlerzeit manches gelernt zu haben, aus Dem er jetzt entschlossen ist, Nutzen zu ziehen. Nicht bloß, soweit es die Unavgreifbarfeit seiner eigenen Stellung tm Kabinett angeht. Auch der Interessenausgleich zwischen Industrie und Landwirtschaft, das ständige Sorgenkind der beiden früheren Regierungen, soll von vornherein sichergestellt werden. Hugenberg hat seinen wiederholt vertretenen Gedanken eines Krifenministeriums soweit verwirklichen können, als er Wirtschafts- und Ernährungsministerium in (einer Hand vereinigt hat. Wieweit er auch noch (einen Einfluß auf Die Sozialpolitik Des Kabinetts wirD erstrecken können, ist noch nicht zu ersehen, Da Der Plan einer Abtrennung Der arbeitsrechtlichen Abteilung Des Reichsarbeitsmimsteriums unD ihre Um- Segnet unb h°be i ? r e r 0 □ m h e ü zu nehmen und nicht e.w- .. . .r. ----1 I in isolierte Teilabschnitte zu zerpflücken. Mit er 'm । ->°b°n°r Stimme Ä er (ort; An Hut mich ... Interesses zu denken. . Auf internationalem Gebiet wolle Die Regierung ebenfalls so schnell wie möglich vorangehen. Sorge um Das republikanische Vaterland, Sorge um Den sich die Regierung damit in eine bald als druckend empfundene Abhängigkeit vom Zentrum begeben hätte, ein Verhältnis, das in Der Blütezeit Des parlamentarischen Systems gang unD gäbe war, meist nicht zum Vorteil Der sachlichen Politik. Der Kanz [er hätte indessen immer noch die Waffe der Reichs- tagsauflöfung gehabt, um sich gegebenenfalls eines allzu unbequemen Druckes zu entziehen. Hitler hat sich aber hierauf nicht eingelassen, sondern vom Zenttum die Zustimmung zu einem (Er m ad) ti- aungsgesetz verlangt, das ferne Regierung für ein Jahr lang von Der parlamentarischen Fessel befreien sollte. Auch Das ist schon dagewesen, wenn auch nicht für eine so lange Zeitspanne. Das Zentrum ist dafür aber nicht ohne weiteres zu haben gewesen. Es hat einen ganzen Fragebogen ausgestellt, um namentlich in verfassungsrechtlicher Hm- sicht sich Sicherheiten zu verschaffen und über den beabsichtigten sozial- und wirtschaftspollttschen Kurs Klarheit zu bekommen. Man wird dies Vorgehen nicht unbillig finden können, denn schließlich mußte Das Zentrum wissen, was es tolerieren sollte. Aber Der Reichskanzler hat wohl gefürchtet, daß er in langatmige Verhandlungen hineinmanovnert werden sollte, aus denen nichts Positives herausspringen würde, über die er aber leicht Den gunftigen Zeitpunkt f einen Appell an Das Volk hatte verpassen können. Er hat deshalb Die Rückfragen des Zentrums schon als eine Ablehnung (eines Ersuchens um Zustimmung zu einem Ermächtigungsgesetz auh gefaßt und Den Reichspräsidenten um Die Vollmacht zur Auslösung Des Reichstags gebeten, Die ihm auch gewährt worden ist. ’ "n wir also wieder einmal vor der Jtot- •u wählen. Damit ist gerade das ein- 3 durch Den Sturz Schleichers und die ines parlamentarisch besser funbierten Kabinetts hatte vermieden werden sollen. Erfreulicherweise ist Der Termin Der Neuwahl (h kurz befristet, daß man hoffen Darf, Die unvermeidliche Beunruhigung Des Wirtschaftslebens, die dieses in Der Zeit einer vielleicht beginnenden Koiyunkturwende besonders empfindlich trifft, werde sich °ui das denkbar geringste Maß beschranken. Aber die Gefahr ist groß, daß Die politischen Gegensätze in diesen wenigen Wochen mit außerordentlicher >->charse auseinanderplatzen. Die koinmunistlsche Streikhetze Der letzten Tage unD die sich häufenden UeberfaUe auf politisch Andersdenkende geben schon einen Vorgeschmack dessen, was uns noch bevorstehen mag, wenn Dem nicht rechtzeitig Einhalt Seboten mirb unD von Staats wegen em ordnungsmäßiger Verlaus Des Wahlkampfes gewährleistet wird. Leider kann man aber von dem ülufruf der Reichsregiernng den zur Begründung der Notwendigkeit Des Wahlkampfes Der Reichskanzler im RunDfunk verlas unD mit dessen sachlichen Ausführungen man eine wette Strecke mitgeben rann, nicht in allen Punkten behaupten, daß et mit ferner summarischen Der Reichskanzler vor der Anslandspresse. Oie Regierung will nach ihren Taten beurteilt werden. - Gleichberechtigung für Deutschland aber keine Kriegshetze. um Das republikanische Vaterland, Sorge um den internationalen Frieden; auf diese tformel lasse sich | Die Außenpolitik Der Regierung bringen. n9. To» I Qbgfe’’! I Erich«'» Ketzer . | Sonntags ü. j —**■ ?-bQn!145n9fr bvni? 32,13 Malt 14g Hetzer stA A vk 30 Erster Blatt 183.)ahrgMg ,»! GietzenerAMger MZ General-Anzeiger für Oberhessen r Cmrf vnd Verlag: vrLHI'iche U»iv«rfitSts-vuch> und rieindruckerei ii. rangt tn Siehen. SchrtstleiNing «nd Selchastrftelle: rchllllrah^ llaatsrats- !UUI ^/uucinuuji zu roeroe oie Füllung Der britischen Regierung zum 2” Anhängern, chinesisch-japanischen Konflikt in keiner Weise durch bei denen drei » Erwägungen beeinflußt, die im Zusammenhang mit Berlin, 4. Febr. (VDZ.) Der Präsident des Preußischen Landtages, Serri, hat die übrigen beiden Mitglieder des Dreimännerkollegiums, den Ministerpräsidenten Braun und den & Berlin, 3. Febr. ^TU.) An zwei Stellen der Stadt kam es am Freitag kurz nach Mitternacht zu Zusammenstößen zwischen Anhä der KPD. und der NSDAP., bei de DerReichspmsident auf demReit- undFahtturnierderGrünenWoche Berlin, 3. Febr. (ERB.) Der Reichs- Präsident wohnte am Donnerstag dem Reit- und Fahrturnier bei, das im Rahmen der Landwirtschaftlichen Woche stattfindet. Die Halle war bis auf den letzten Platz besetzt. Ruf der Straße drängten sich dichte Menschenmassen. Hindenburg wurde mit begeisterten Hochrufen empfangen. Er wurde von Vizekanzler v. Pape n , dem R e i ch s w e h r m i n i st e r und den Chefs der Heeres- und Marineleitung begleitet. Der Reichspräsident, der in Uniform erschienen war, nahm in einer besonderen Chrenloge Platz. Das gesamte Reichskabinett mit Ausnahme des Reichskanzlers Hitler und des Reichsministers Hugen- berg war anwesend. Man bemerkte auch den früheren Kronprinzen. Der Reichspräsident ließ sich die ausländischen Offiziere vorstellen, die an den Wettkämpfen teilnehmen, norwegische, ungarische, irische und tschechische Offiziere. Ein Bataillon des Berliner Wachregimentes hatte in den historischen Uniformen der frideri- cianischen Garde Paradeaufstellung genommen. Das Bataillon zeigte das alte Dessauer Exerzierreglement. Offiziere der Kavallerieschule Hannover ritten eine Quadrille in den Uniformen von Kavalleriegeneralen Friedrichs des Großen. Cs folgten dann Rachbildungen der Olympischen Spiele des klassischen Altertums, ausgeführt von Studenten der Deutschen Hochschule für Leibesübungen. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete das „Denkmal der deutschen Artillerie". Besondere Bewunderung fand die Leistung der modernen Reichswehrbatterie, die mit ungeheuerer Schnelligkeit durch die Halle raste, abprotzte und mehrere Geschützfalven abgab. Bei der Abfahrt wurde der Reichspräsident wieder von einer großen Menschenmenge stürmisch begrüßt. Amerikanische Sorgen im Pazifik. Befestigt Japan seine Mandatsgebiete? Washington, 3. Febr. (LNV.) Washington Star behauptet, von der zuständigen amerikanischen Behörde erfahren zu haben, daß Iapan entgegen seinen vertraglichen Verpflichtungen heimlich die Marianen, die Karolinen und die Marschall-Inseln. sämtlich frühere deutsche Kolonien, befestigt habe und fremden Kriegsschiffen unter allerlei Vorwänden die Besich- tigung verweigere. Japan sei entschlossen, diese zwischen den Philippinen und hawai gelegenen strategisch wichtigen Inseln auch im Falle seines Austrittes aus dem Völkerbunde zu behalten. Das Staatsdepartement hat jeden Kommentar zu dieser Meldung abgelehnt und auf den V e r t r a g zwischen Japan und den Vereinigten Staaten verwiesen, dessen Artikel 4 eine Befestigung der Mandatsgebiete ausdrücklich untersagt. England, Tibet und die mandschurische Frage. Präsidenten Dr. Adenauer darauf hingewiesen, daß der Preußische Landtag heute über den Antrag Kube (NS.) auf Auflösung des Landtages entscheiden werde. Für den Fall, daß der Landtag den Auflösungsantrag a b l e h n e n sollte, bittet Präsident Kerrl die beiden Herren, sich heute nachmittag in seinem Arbeitszimmer im Preußischen Landtag einzufinden. Der Präsident will dann versuchen, durch Beschluß des Dreimännerkollegiums die vom Landtag etwa abgelehnte Auflösung durchzuführen. Die Z e n t r u m s f r a k t i o n des Preußischen Landtages hat einstimmig beschlossen, gegen den Auflösungsantrag zu stimmen. Auch die kommuni stische Landtagsfraktion hat beschlossen, den Antrag abzulehnen. Es muß nunmehr als unmöglich bezeichnet werden, daß eine Mehrheit im Landtag sich für den nationalsozialistischen Auf- lösungsantrag entscheidet, da 212 Stimmen erforderlich sind, um die Auflösung zu beschließen, während die Nationalsozialisten, die Deutschnationalen, die Deutsche Volkspartei und kleinere Rechtsgruppen, insgesamt nur über 203 Stimmen verfügen. Die neuen kommissarischen Minister für Preußen. Berlin, 4-Febr. (WTB. Funkspruch.) Amtlich. Der Reichskommissar für das Land Preußen hat zu seinem Stellvertreter für den Geschäftsbereich des Ministeriums für Landwirtschaft, Domänen und Forsten und für den Geschäftsbereich des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft den Reichsminister Dr. Hugenberg, zu seinem Stellvertreter für ben Geschäftsbereich des Ministeriums für Kunst, Wissenschaft und Volksbildung den Studienrat a. D. Rust ernannt und sie mit der Wahrnehmung der Geschäfte dieser Ministerien beauftragt. Der neue kommissarische preußische Kultusminister wurde 1883 in Hannover geboren und ist evangelisch-lutherischer Konfession. Gr studierte in München, Berlin, Göttingen und Halle Germanistik und wurde 1909 Oberlehrer am Rats-Gymnasium in Hannover. Er machte den Krieg als Leutnant der Reserve mit, wurde verwundet und erhielt das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse sowie das Ritterkreuz des Hohenzollem- ordens. 1930 schied er auf eigenen Antrag aus dem Schuldienst als Studienrat aus und wurde nationalsozialistischer Reichstagsabgeordneter und Landesinspekteur der NSDAP, für Rieder- sachsen. Kommunistische Zersehungsarbeit bei Reichswehr und Polizei. Stettin, 2. Febr. (WTB.) Die politische Polizei hat in den letzten Tckgen das Bestehen einer noch anscheinend in der Entwicklung befindlichen illegalen kommunistischen Organisation aufgedeckt, die sich u. a. mit der Verteilung illegaler Druckschriften und mit Zersetzungsarbeit in der Reichswehr und Schutzpolizei befaßte. Kriminalbeamte fanden bei Durchsuchungen von Wohnungen kommunistischer Funktionäre belastendes Material. Eine Reihe von Personen, die zum großen Teil dem Kommunistischen Zugendverband angehören, wurden vorläufig festgenommen. In dem beschlagnahmten Material befindet sich u. a. eine Aufforderung, z'u den Reueinstellungen in Reichswehr und Schutzpolizei im April d. I. besonders zuverlässige Kommunisten zu schicken, die die Gewähr böten, daß in diesen Körpern in kommunistischem Sinne gearbeitet werde. Wieder Schießereien in Berlin. etnen Mann beschrieben, der blutrünstige Brandreden gegen die fremden Staaten hält und die Welt ist jetzt über meine Mäßigung erstaunt. Meine Herren, ich habe niemals eine Brandrede gehalten. Ganz im Gegenteil, meine Reden, selbst die vor zehn und zwölf Jahren, legen Zeugnis dafür ab. Jeder, der wie ich selbst den Krieg kennt, weiß, welche fürchterliche Verschleuderung von Energien oder vielmehr welchen Verbrauch von Kräften er bedeutet, lieber das, was ein etwaiger zukünftiger Krieg mit sich bringt, können nur Mutmaßungen aufgestellt werden. Daher wünscht niemand mehr Friede und Ruhe als ich, als das deutsche Volk. Indessen müssen wir darauf bestehen, daß wir mit den anderen Nationen gleichberechtigt sind und unseren angemessenen Platz in der Welt einnehmen, genau wie jeder Amerikaner dasselbe für sein Land fordern wird. Ich kann mir nicht vorstellen, daß irgendein Patriot für fein Land anders denkt als wir für unseres. Natürlich, mein Interesse ist auf Deutschland gerichtet." Um die Auflösung des preußischen Landtages. Keine Aussicht für den nationalsozialistischen Auslösungsantrag. WTB. London, 2. Febr. (Reuter.) Gerüchte, wonach die britische Regierung sich bemühe, Japan freie Hand in der Mandschurei zu verschaffen, falls die japanische Regierung der britischen Regierung Bewegungsfreiheit in Tibet lasse, entbehren nach einer Mitteilung des Foreign Office jeder Grundlage. Es sei weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart das Streben der britischen Regierung gewesen, in Tibet freie Hand zu haben. Auch werde die Haltung der britischen Regierung zum Kommunisten durch Schüsse schwer verletzt wurden. Zwei von ihnen sind bald darauf im Krankenhaus tzestorben. Der erste Zusammenstoß ereignete sich in Moabit, wo bei einem Kugelwechsel der 18jährige Kommunist Kollats einen tödlichen Brustschuß erhielt. Vier Nationalsozialisten wurden festgenommen. Die Mordkommission weilt am Tatort. Kurz darauf begann in Neukölln eine Schießerei, bei der ein Anhänger der KPD. namens Sawinski einen Oberschenkelschuß erhielt. Ein namentlich noch unbekanntes Mitglied der Antifa wurde durch einen Bauchschuß so schwer verwundet, daß er unmittelbar darauf im Krankenhaus verschied. Auch hier weilt die Mordkommission am Tatort. Listeuverbiudung zwischen Deutscher DolksparieiundEhristlichemVoltsdienst Berlin, 3. Febr. 3m Reichstag fand zwischen Vertretern der DVP. und des Christlich-Sozialen Volksdienstes, deren Gruppen im bisherigen Reichstag bekanntlich zu der Fraktion der Technischen Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen waren, eine gemeinsame Besprechung über das Vorgehen dieser Parteien im bevorstehenden Wahlkampf statt. Ein gemeinsamer Wahlvorschlag ist nicht geplant: sowohl die DVP.. als auch der Dolksdienst werden eigene WahlVorschläge einreichen. Dagegen ist beabsichtigt, um technische Stimmenverluste nach Möglichkeit zu vermeiden, Listenverbindungen einzugehen. Tibet stünden. Der britische Außenminister hrwe m Genf klar zu verstehen gegeben, daß die britische Regierung den Lytton-Bericht angenommen sehen wolle, falls der Versuch einer Derstän- digung zwischen Japan und China scheitere. Oer englisch-persische Oelkonflitt vorläufig beigelegt. Genf, 3. Febr. (WTB. Funkspruch.) Der Oel» konflikt zwischen England und Persien ist heute vorläufig beigelegt worden. England und Persien sind übereingekommen, das Verfahren vor dem Völkerbundsrat bis zur Maitagung des Völkerbundsrates und unter Umständen darüber hinaus, auszusetzen. Inzwischen sollen sofort Derhandlungenüber eine neue Konzession ausgenommen werden. Sowohl Persien als auch England halten ihren Rechtsstandpunkt aufrecht. Sollten die Verhandlun- gen über eine neue Konzession ergebnislos verlaufen, so würde der Völkerbundsrat sich erneut mit der Frage beschäftigen. Kleine politische Nachrichten. Der Reichspräsident empfing den ständigen Vertreter des deutschen evangelischen Kirchenbundes für Brasilien, Probst Funcke, der in den nächsten Tagen auf seinen Posten zurück- kehrt. • Der Reichskanzler nahm Gelegenheit, auf Einladung des Reichswehrministers v. Blomberg vor einem größeren Kreise höherer Reichswehroffiziere über die Ziele seiner Politik zu sprechen. Der Reichskanzler erläßt folgende Danksagung: „Anläßlich meiner Ernennung zum Reichskanzler find mir unzählige Glückwünsche von Seiten meiner Parteigenossen zugegangen. Da es mir leider nicht möglich ist, jedem Einzelnen zu danken, sage ich allen meinen treuen Partetgenossen für ihre Glückwünsche auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank." * Der Reichstagsausschuß zur Wahrung der Rechte der Volksvertretung ift Don seinem Vorsitzenden, dem Abgeordneten Lobe (Soz.), für Dienstag einberufen worden. Auf der Tagesordnung stehen ein fo- zialdemokratischer Antrag auf Sicherung der Freiheit der Wahl und der Wahlagitation und sozialdemokratische und kommunistische Anträge über die Untersuchung der Osthilfe. * 3n Frankfurt a. M. veranstalteten die SPD., die freien Gewerkschaften, die freien Sportverbände, die Eiserne Front und das Reichsbanner Schwarzrotgold auf dem Römerberg eine große Demonstration gegen die neue Reichsregierung. Ein Demonstrationszug schloß sich an. • Eine von der Eisernen Front und der Sozialdemokratischen Partei in Hanau angekündigte Versammlung ist abgesetzt worden, da für den vorgesehenen Redner, den ehemaligen nationalsozialistischen Abgeordneten Hermann Schäfer (bekannt aus der Boxheimer Dokumentenaffäre) Redeverbot ergangen ist. • Der Regierungspräsident in Wiesbaden hat die in Frankfurt a. M. erscheinende „Arbeiter- Zeitung" auf die Dauer von 14 Tagen verboten. Das Verbot erfolgte wegen Aufreizung zum Generalstreik. • Der Gesetzentwurf des lettländischen Unter* richtsministers, der eine Lettifizierung der Minderheiten-Mi ttelschulen bezweckle, wurde vom lettländischen Parlament mit 64 gegen 24 Stimmen abgelehnt. Daraufhin ist das gesamte Kabinett Skujenieks zurückgetreten. Mit der Ablehnung des Schulgesetzes ist ein schwerer Schlag gegen die Minderheiten abgewehrt worden. Aus der proviuzialhaupistadt. Attiagöwun-er. Don Max Zungnickel. 3m Wartesaal des Bahnhofes fitzt mir gegenüber eine Frau mit einem frühgealterten Gesicht. Reben ihr zwei kleine Kinder, bleich und müde. Ein merkwürdig lebendiges Gesicht hat diese Frau. Sie sitzt etwas unschlüssig herum und besieht immer wieder die drei Fahrkarten in der Hand. Sie hat sicherlich etwas auf der Seele, was sie gern loswerden möchte. Die Kinder haben die Köpfe auf die Tischplatte gelegt und schlafen langsam ein. Auf dem Schoß aber hält die Frau eine vollgestopfte große Handtasche. Sie hätte doch eigentlich die Tasche auf den Fußboden stellen können. Aber sie hat Wohl Gründe, sie ganz nah und sicher zu hüten. Aeberhaupt: mit der Frau muß etwas vorgegangen sein. Sie bewegt manchmal die Lippen, als ob sie etwas vor sich hinspricht. Auf einmal lächelt die Frau. Lächelt mich an. Ein blasses Lächeln, das den Grund ihrer Augen nicht erreicht. Es spielt nur so auf der Netzhaut herum. And dann sagt sie flüsternd zu mir gewandt. „Haben Sie einmal den Heiland hinter einem Ladentisch gesehen?" 3ch bin starr. So hat mich noch keine Frage getroffen. Eine leise Vermutung taucht in mir auf: die Frau redet irr. „Hinter einem kleinen Ladentisch, wo es Zucker und Brot und Wurst und Butter gibt?" And nun nickte sie, nun kommt das Lächeln aus ihrem Herzen und steigt leuchtend in die Augen: „Sehen Sie. da muhte ich hierher, in die Stadt. Mein Mann liegt krank zu Hause. 3ch brauchte von der Krankenkasse einen Kranken- chein. 3ch mache Aufwartungen. Heute nachmittag hatte ich gerade ein paar Stunden frei. 3d) los mit den Kindern. Wie ich den Kranken- chein habe, kommen wir an einem kleinen Laden vorbei. Die Kinder bleiben stehen und drücken ich die Nase an der Scheibe platt. 3ch stelle mich auch dazu und wundere mich, daß die Kinder gerade an diesem Laden stehen bleiben, wo es doch keine Spielsachen zu sehen gibt. 3ch will die Kinder schon wegziehen, — da geht die Ladentür auf, und ein kleiner Mann mit einer grünen Schürze kommt zu uns heran und bittet uns in den Laden hinein. Nimmt mir, ohne ein Wort dabei zu verlieren, die Tasche aus der Hand, legt einige Stückchen Butter hinein, ein Brot, eine Wurst, eine Tüte Mehl. 3ch erkläre ihm, daß ich das ja nicht bezahlen kann. Gr winkt nur ab und packt immer mehr in meine Tasche. Kein Wort konnte ich herausbringen. And dann reichte er mir die schwere Tasche und gab noch jedem Kind eine Tafel Schokolade. 2ch weiß gar nicht, wie ich aus dem Laden herausgekommen bin. So ist das gewesen, so wahr ich hier sitze. 3ch glaube bestimmt, daß das der Heiland gewesen ist. Wir sind dann lange noch in der Stadt herumgelaufen. Wir haben ganz die Zeit vergessen. 3a, das hinterm Ladentisch war bestimmt der Heiland." And nun stellt sie die Tasche auf den Tisch, Packt alles sorgfältig und andächtig aus und steckt alles wieder hinein. And dann sitzt sie wieder versunken und etwas ungläubig da. — Ein vom Anglück schwer gebeugter Mensch, der plötzlich strahlt, als habe er ein großes Wunder erlebt. An der Frau ist auf einmal alles verändert. Wie von einem Engelsfittich gestreift, so fitzt sie. Als ob sie lauschte, wie die Welt sich leiser und frommer bewegt, fo sitzt sie da .Die Seele ist groß in ihr Gesicht getreten und macht das frühgealterte Frauengesicht wunderschön. Der Wartesaal um sie herum scheint sich zu verlieren. Sie weiß wohl nicht mehr, wo die Wände sind. 3n der dumpfen, verräucherten Wartesaalluft liegt gleichsam ein Schimmer ihres glückerschrockenen Herzens. Schließung -er Gießener Schufen. Starke Zunahme der Grippe-Erkrankungen. In den letzten Tagen hat die Anzahl der Grippe» erkrankunaen unter den Kindern der Gießener Volks» schulen erheblich zugenommen. Gegenwärtig müssen fast 25 v.H. der Schulkinder deswegen der Schule fernbleiben. Auch der Lehrkörper wurde durch die Grippe-Epidemie sehr stark in Mitleidenschaft ge- Zogen; falt 50 v. H. der Lehrkräfte fallen aus. Das Stadtschulamt hat sich bei dieser Sachlage entschlossen, die Volksschulen vom nächsten Montag ab auf eine Woche zu schließen. In der Berufsschule erwies sich bisher eine Schließung noch nicht als nötig. Die Schulen des Kreises Gießen können ebenfalls den Unterricht noch aufrechterhalten. Wie wir kurz vor Redaktionsschluh von gutinformierter Seite noch erfahren, wurden auf Veranlassung des Kreisgesundheitsamtes auch die höheren Schulen wegen der zahlre.chcn Grippeerkrankungen (besonders stark ist der Schülerausfall im Gymnasium) von Montag ab für eine Woche geschlossen. Weliflieger von Gronau in Gießen. Man schreibt uns aus dem Stadttheaterbüro: Morgen, Sonntag, 5. Februar, spricht der deutsche Weltflieger Wolfgang von Gronau über seine Erlebnisse bei seinem Weltflug. Der interessante Vortrag wird durch zahlreiche Lichtbilder illustriert. Die Veranstaltung ist außer Abonnement. Preise der Plätze von 50 Pfennig bis 3 Mark. Mitglieder des Luftfahrvereins, des Oberhessi- schen Automobilklubs und Studenten erhalten 20 Prozent Ermäßigung. Anfang 20 Ahr; Ende 22 Ahr. Karten an der Theaterkasse. (Siehe Anzeige.) Gefallenen-Ehrung im Landgraf-Lu-wigs-Gymnasium. Don der Direktion des Landgraf-Ludwigs» Gymnasiums in Gießen wird uns geschrieben: Das Landgraf-Ludwigs-Ghmnasium wird in diesem 3ahre eine Ehrentafel für die im Kriege gefallenen Schüler und Lehrer im Vorraum des ersten Stockes anbringen. Cs stehen aus einer früheren, der 3nflation zum großen Teil zum Opfer gefallenen Sammlung, aus Spenden der Eltern und ehemaliger Schüler schon Mittel zur Verfügung, die zwar bisher noch nicht ausreichend find, aber bei dem großen 3ntereffe, das sich für die Durchführung des Planes zeigt, zweifellos in kurzer Zeit in ausreichender Höhe zusammengebracht sind. Cs darf vielleicht an ström RM 199,-) und mit eingeb. Freischwinger Lautsprecher nur RM 218,- bzw. RM 228,- TELE FUN KEN Wit &l kßitgj-, wie, &i Bohl irn Ploekutrnfie 18; Karl Heeke, Sehuletrafle S. 663V wie er Sender noch Sender bringt aus ganz Europa, das müssen Sie beim „Telefunken 231* selber hören! Sonst trauen Sie ihm eine solche Leistung doch nichtzu, denn der „Telefunken 231" kostet einschl. Röhren nur RM 189,- (für Gleich- DIE DEUTSCHE WELTMARKE TELEFUNKEN |W'!? Ws MF i" X < f Geschäfts^ (S* 81 Mner «»< «Sieben-Zebr. Kami Wochemnarlt das 120 LandbutterlOOW »Ä M25»- » $ 2,Ä“o kohl 15 bis lS.Dsenl°h! bck 10, MaA M -5 bis 30, Kartoffeln 3, obst 35 bis 40, H°n'g 20 bis 90, SuppenhM das Stück: M 5 bis inländische Eier kl. 2lu 30 bis 35, Endivien 15 Rettich 10 bis 15 Sell ter Zentner: Kartoffeln vorn - Tageskalend Sleibergverein, 15.30 1 ordentliche Generaloech und Eartcnbauverei'n, Aercinshaus, Hauhtvers 2min, 20 Uhr, .Hessif saminlung. - Mgemeii ein, Turmhaus am Dra 1Z Ar, Ausstellung der weiblichen Arbeitsdienst 1900, Cafe Leib, Aaste hohe", Maskenball. - . strahe:, Annemarie", - krinxg: .Knall und Z spiele, 20.30 Ar, .Der - Tageskalen! Stadttheater, 20 bis 22 fliegers Wolfgang von ( zertverein, Universitätsc Paul Lohmann. - Qfa R. 15 Ähr, ,5um saimlung. — Nenenzüä gebung, 14.30 Ähr, sammlung, - Allgemcir ein, Turmhaus am Arm 17 Hr. Ausstellung de M weiblichen Arbeitsd IffÄ' »Irischer M'elhaus, AahnhofI Ästorla-Lichtspiele, Leite - Dieseller Lichtspiele Geheimagent". ~ 6em Eta! P geschrieben: Die lek tdvli, ken *nN| -Mutige Gesetz stützr^r "n ’Ü® bält > * Qutan( N ÄN M ;a n off1 Der- '9 n ^usreijung Unter, i erungd-, «AL ^treten. M 'J c‘n leerer °bgewchrt ivvr. SS$ gen die9 “lo*9 zW 0hlWena4te; •!$* N UL k.^ 2nkL-, n Mensch, der rohes Wunder aJ alles verän» 4 gestreift, so die Welt sich )l sie da.Die sten und macht verschön. Der 4 tu verlieren, ie Wände sind, i DarkkaM s glüclerschrväe' irEchu'en. Erkrankungen. izahl der Trippe« r Eichener Bolls- genwärlig müssen »gen der Lchule wurde durch die itteidenschast gefallen aus. Das rchlage entschloß Montag ab aus us-schule erwier i)t als nötig. Die >n ebenfalls den lschluh von gut- »n, wurden aus tsamtes auch die der zahlre.chm ark ist der Echü» Montag ab für in Siehm. tadttheaterbüro: richt der deutsche n a u über seine j)er interessante Lichtbilder illu- >t Abonnement, g bis 3 Mark, des Oberhestl' ton erhalten 20 >0 Uhr! Ende -rlasse. (Siehe 'S finnahum. )gras-Ludw'rg» isium wird in : die im Kriege n Cßorraum oee »eben aus einer »Xm K seine Generakvetsarnmlung ab. Näheres ist aus der Anzeige vom vorigen Samstag ersichtlich. Vieser Stelle zu weiteren Spenden aufgesorvert werden, die die Direktion der Anstalt dankbar entqegennimmt. „ .. _ . . . Auf die Ehrentafel sollen dre Namen derjenigen Lehrer und Schuler kommen, die unmittelbar aus dec Schule ins Heer eingetreten sind und dann ihr Leben dem Vaterland geopfert haben. ES ist unmöglich, den Kreis auf alle ehemaligen Schüler zu erweitern, da die Schule nicht in der Lage ist, alle in Betracht kommenden Personen ausfindig zu machen, es ist dies auch nicht nötig, weil angenommen werden kann, daß diejenigen ehemaligen Schüler, die schon die Schule verlassen hatten, als sie in den Krieg zogen, an anderen Stellen die verdiente Ehrung gefunden haben. Di« Liste der in Betracht kommenden Lehrer und Schüler ist aufgestellt, aber es wäre nicht unmöglich, daß trotz größter Sorgfalt doch einer vergessen wäre. Die Schule bittet deshalb die Angehörigen von Gefallenen, deren Namen auf der geplanten Ehrentafel nicht fehlen dürfen, um eine kurze Mitteilung, die zur Nachprüfung vor der endgültigen Aufstellung der Liste dienen soll. Spenden für die Winienwihilse. Don der Geschäftsstelle der Gießener Winter» nothilfe werden uns folgende weitere Spenden mitgeteilt: Prof. Dr. Lothar Hock, Marburger Straße 110. 100 Mk. m Schade & Füllgrobe W, Frankfurt a. M., 70 Mark in Lebensmittelgutschcinen als 4. Rate. Blum. Wetzlarer Weg 15, ein Posten Textilwaren. Daten für Sonntag, 5. Februar. 1808: der Maler Karl Epihweg in München geboren: — 1861: der Luftfchifser August v.Pat- seval in Frankenthal geboren. Gictzencr Wochenmarttpreise. • Gießen. 4. Febr. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Süßrahmbutter 120, Landbutter 100 bis 110, Kochbutter 80 bis 93. Matte 20 bis 25. Wirsing, gelb 10 bis 12, grün 15 bis 20, Weißkraut 8 bis 10. Rotkraut 10 bis 12. gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10. Spinat 30 bis 35, LInterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15 bis 18, Rosenkohl 30, Feldsalat 150. Zwie» beln 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 3, Aepfel 18 bis 30, Dörrobst 35 bis 40, Honig 40 bis 45, junge Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80, Äüsfe 40; das Stück: Käse 5 bis 10, Tauben 40 bis 60, inländische Eier 11, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 30 bis 35, Cndivien 15 bis 30, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 30 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 2,50 Mark. Vornotizen. Tageskalender für Samstag: Gleibergverein, 15.30 Uhr, »Aquarium", außer» ordentliche Generalversammlung. — Kreis-Obst« und Gartcnbauverein, 14.30 Uhr, Katholisches Dereinshaus, Hauptversammlung. — Artillerie- Bercin, 20 Uhr. »Hessischer Hof", General-Ber- sammlung. — Allgemeiner Deutscher Frauenver- cin, Turmhaus am Drandplah, 11 bis 13, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung der Arbeiten des freiwilligen weiblichen Arbeitsdienstes. — Epielvereinigung 1900, Caf6 Leib, Maskenball. — VfB., »Liebigs- höhe", Maslenball. - Lichtspielhaus, Bahnhof- straße: .Annemarie", — Astoria-Lichtspiele, Sei» tcrsweg: »Knall und Fall". — Wiesecker Lichtspiele, 20.30 Uhr, »Der Geheimagent". / — Tageskalender füt Sonntag: Stadttheater, 20 bis 22 Uhr, Bortrag des Weltfliegers Wolfgang von Gronau. — Gießener Äon* zertverein, Universitätsaula, 17 Uhr, Liederabend Paul Lohmann. — Berein für Sterbeunterstüt- xung, 15 Uhr, »Zum Postkeller", Generalver» fammlung. — Bienenzüchterverein Gießen u. Umgebung, 14.30 Uhr, »Hotel Hopfeld". Hauptver» fammlung. — Allgemeiner Deutscher Frauenverein, Turmhaus am Brandplatz, 11 bis 13, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung der Arbeiten des freiwilligen weiblichen Arbeitsdienstes. — Gesellschaft Turn-Club, »Bayerischer Hof". Kappenabend. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: »Annemarie". -- Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: »Knall und Fall". — Wiesecker Lichtspiele, 16 und 20.30 Uhr, .Der Geheimagent". — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Die letzte Aufführung des deutschen Fröntstückes »Die endlose Straße" von Graff und Hintze unter der Spielleitung von Intendant Dr. P r a s ch findet am Montag, 6. Februar, 20 Uhr, statt. Die Aufführung ist außer Abonnement zu kleinen Preisen. Ende 23 Uhr. — Dienstag, 20 Uhr, als 17. Dorstellung im Dienstag-Abonnement Wiederholung der mit großem Beifall und Erfolg aufgeführten Operette »Das Dreimäderlhaus" mit der Musik nach Franz Schubert. Spielleitung: Wrede — Moehl — 2 äulke. Ende 23 Uhr. Operettenpreise. — Mittwoch, 18. Dorstellung im Mittwoch-Abonnement, 20 Uhr, Lichtenbergs Lustspiel »2:2 unentschieden" unter der Spielleitung von Karl H e h - 1er. — Im Zyklus hessischer Dramatiker kommt als zweiter Abend das Bauernkriegsdrama »Der Bundschuh" von Karl Neurath zur Aufführung. Erstaufführung dieses Werkes am Freitag, als 18. Dorstellung im Freitag-Abonnement. Gewöhnliche Preise. Spielleitung hat OberspielleiterPeter Fassott. — Am Samstag, 11. Febr., bringt daS Ensemble des Gießener Stadttheaters auf Einladung der Koblenzer Bühne als Austausch- gastspiel das deutsche Frontstück »Die endlose Straße" yi Koblenz zur Aufführung. — Die nächsten Wiederholungen der Operetten-Revue »Im weihen Rößl" finden am Sonntag, 12. Februar, statt, von 15 bis 18 Uhr zu ermäßigten Operettenpreisen; zu dieser Nachmittagsvorstellung haben auch Schülerkarten Gültigkeit; von 19 bis 22 Uhr ebenfalls zu ermäßigten Operettenpreisen. Zu dieser Dorstellung haben Dorzugsgutscheine und Rundfunkgutscheine Gültigkeit, jedoch keine Schülerkarten. — Der Goethe-Bund teilt uns mit, dah er die Reihe seiner dieswinterlichen Dichterabende mit einem Vortragsabend des bekannten flämischen Dichters Felix Timmermans beschließen wird. Felix Timmermans hat eine Zahl von Werken geschrieben, die im Bücherschrank keines Litcraturfreundes fehlen werden. Die Eigenart feiner Persönlichkeit geben seinen Dichterabenden eine besonders wertvolle Rote. So wird man sicherlich diesen interessanten Abend in unserer Stadt begrüßen und dem Goethe-Bund durch starken Besuch für dieses Erlebnis Dank wissen. (Siehe heutige Anzeige.) — Der Verein für Sterbeunterst ü h u n g hält am morgigen Sonntag, 15 Uhr, im Restaurant „Zum Postkeller", Wagengasse, • • 50 Jahre aktiver Feuerwehrmann der Freiwilligen Gailschen Feuerwehr. Ein seltenes Iubiläum konnte am 26. Ianuar, wie uns heute berichtet wird, der Schreinermeistcr Wilhelm Wacker aus Gießen begehen. An diesem Tage waren es 50 Iahre, dah er der Freiwilligen Gailschen Feuerwehr beitrat. In dankbarer Anerkennung seiner der Allgemeinheit geleisteten treuen Dienste wurde ihm daher in der Monatsversammlung am 30. Ianuar durch den Ehef des Korps, Herrn Dr. Gail, ein Glückwunschschreiben des Herrn Reichspräsidenten überreicht. Bei dieser Gelegenheit brachte Herr Dr. Gail auch den Dani der Firma Gg. Phil. Gail und seinen persönlichen Dank zum Ausdruck. Branddirektor Braubach gratulierte herzlichst im Namen der Stadtverwaltung Gießen, im Namen des Dezernenten für das Feuerlöschwesen, Bürgermeister Dr. Hamm, sowie in seiner Eigenschaft als Branddirektor für Gießen, und überreichte dem Iubilar das Hessische Feuerwehr-Ehrcnkreuz. Anschließend übergab der 1-Kommanvant der Wehr, Münch, mit besonderen Dankesworten einen Ehrenbrief und forderte die jüngeren Kameraden auf, dem schönen Beispiel des Iubilars getreu zu folgen. Eteigerobmann Rohrbach überreichte im Auftrage der Steigermannschaft ein kunstvoll ausgestatteteS Diplom und einen Präsentkorb. * Wetterkuriofitäten vom Hohe» r o d s k o p f. Der hohe Vogelsberg enttäuscht in diesem Iahre die »Zünftigen" (die Skiläufer find gemeint) auf das Heftigste. Als interessante Tatsache ist heute zu melden, dah es am Hoherods- kopf in den letzten Tagen bei 3 und 4 Grad Wärme schneite, dagegen an anderen Tagen bei 7 und 8 Grad Kälte regnete. Gegenwärtig regnet es, obwohl heute morgen 4 Grad Kälte gemessen wurden. Der Schnee auf der Heide und den Hängen ist verschwunden, im Wald liegt er in kümmerlichen Resten. • * Stromgeldanmahnung. Vom städtischen Elektrizitätswerk wird durch eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil darauf hingewiesen, daß die Stromgelder für Dezember bis zum 15. Februar noch ohne besondere Kosten befahlt werden können. Interessenten seien besonders darauf aufmerksam gemacht. • • Diehmär kte in Giehen. Der nächste Rindvieh-(Nutzvieh-) Markt in Gießen findet am 7. Februar, der nächste Schweinemarkt am 22. Februar statt. • • Zum Besten des Iugend-Not- Werks findet, wie schon berichtet, am 13. Februar im Stadttheater ein «Sing- und Spcel- abcnd der Iugend statt, die mit dem Reinertrag der Veranstaltung das Hilfswerk für die Iugend selbst fördern will. Der Dorverkauf von Eintrittskarten beginnt am 6. Februar. Die Preise der Plätze betragen 0,30 bis 3 Mk. •* ©in Aufmarsch der SS., SA. und des Stahlhelm findet am morgigen Sonntagnachmittag statt. Die Formationen werden um 14 Uhr Dom Oswaldsgarten aus abmarschieren. Der Marsch geht über die Nordanlage durch die Walltorstraße, Kirchenplatz, Schulstraße, Son» nenstrahe, Seltersweg, Frankfurter Straße, Lie- bigstraße, Bahnhofstraße, Kaplansgasse, Neuenweg, Neuen Bäue, Gartenstrahe, Kaiserallee zum Trieb, wo sich der Zug auflösen wird. ’ •* Bortrag über „Kapitalismus und Planwirtfchaf t". Für Dienstag abend hatte — wie man berichtet — die Bereinigung Ausländischer Studierender in Verbindung mit der Staatswissenschaftlichen Fachschaft und der Gießener Studentenschaft zu einem Vortrag im Studentenheim eingeladen. Universitätsprofessor Dr. Lenz sprach vor einer 'sehr zahlreichen Zuhörerschaft über das Thema „Kapitalismus und Planwirtschaft". Der Redner gab zunächst eine Klarlegung und gegenseitige Abgrenzung der Begriffe Kapitalismus, Kommunismus und Planwirtschaft. Sodann besprach er u. a. die Konzernierung und Vertrustung im Verlaufe der wirtschaftlichen Entwicklung vor dem Kriege und in den folgenden Jahren, die Arbeitslosenfür- sorge, Staatssubventionen, die Arbeitsdienstpflicht, Arbeitsbeschasfungsprogramme, Kreditneuschöpfung, Siedlungsfragen usw. Weiterhin beschäftigte er sich mit einer eingehenden Betrachtung der wirtschaftlichen und außenpolitischen Verhältnisse Rußlands und befürwortete unter Hinweis auf die bisherigen deutsch-russischen Beziehungen eine deutsche Annäherung an Rußland, wobei er am Schlüsse ein deutsch- russisches Bündnis empfahl. Der Vorsitzende der Staatswissenschaftlichen Fachschaft sprach dem Redner den Dank der Versammlung aus. • • Dortragsabendder Hausfrauenberatung. Die Hausfrauenberatung Gießen hatte, wie man uns berichtet, zu ihrem Arbeitsabend am Donnerstag Herrn Emil Grotzin- g e r, den Gründer und Leiter des »Bundes für Lebensreform", zu einem Dortrag eingeladen. Herr Grohinger (Ernährungshygienikcr) sieht in einer Ernährungsreform die Grundlage für eine Lebensreform. Als erste Aufgabe hat er sich die Belehrung der Garten- und Bodenwirte gestellt, damit sie einwandfrei gezogene Produkte auf den Markt bringen, d. h. ohne Frischdung und ohne Kunstdünger gewachsene Gemüse. Als zweites gilt es, Aufklärungsarbeit zu leisten, daß diese gesund gezogene Ware auch richtig verwertet wird. Der Redner legt besonderen Wert darauf, daß der Körper die Folgen falscher Ernährung wieder ausgleicht, und zwar indem die Ernährung in Liebergangsformen geleitet wird. Die Formel laute: man esse zu tierischem Eiweiß zwei- bis dreimal soviel pflanzliche Stoffe. Dadurch erreiche man einen Basenüberschuß, dessen wohltätige Wirkung noch durch Fruchtsäure und Duftstoffe ergänzt werde. Weder der Rohkost, noch dem Degetarismus, noch der Gemischtkost solle im alten Sinne das Wort geredet sein, sondern einer Reformkost, die die Fehler, welche sich in die vorgenannten Methoden eingeschlichen hätten, vermeide. Die Rohkost, wie sie bis jetzt angewendet wurde, fei durch zuviel Nüsse oder durch falsche Zusammenstellung der Gemüse häufig säureüber- schüssig, statt basenüberfchüssig, die Vegetarier würden zuviel Nahrung zu sich nehmen, so daß Organveränderungen eintreten könnten. Die Mischung von Ei und Wehl habe Zersetzungen im Magen und Darm zur Folge, die zu Leber- und Gallenleiden führen könnten. Das Schädliche der bisherigen Gemischtkost liege in dem starken Gewürzverbrauch und in der Verwendung tierischer Fette. Die neuzeitliche Ernährung stelle es sich zur Ausgabe, den Körper durch Eäureregulierung zur richtigen Funktion zu bringen und suche dies zu erreichen durch basenreiche Nahrung: Rohkost als Vorgericht, gedämpfte Gemüse und Kartoffeln, Quark, einheimische Kräuter, etwas mageres Fleisch und Fisch, besonders Seefisch, viel Obst, roh oder gedämpft. Wenn es gelinge, durch reine Ernährung eine reine Wohnung für Geist und Seele zu schaffen, so werde eine Erneuerung und Höherentwicklung der Menschheit die Folge sein. • • Einbruch. In der Nacht zum Freitag drangen Einbrecher in die Filiale von Schade & Füllgrabe in der Ludwigstrahe ein. Die ungebetenen Gäste nahmen eine Anzahl Würste und ein größeres Quantum Zigaretten mit sich. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange. • • Erhebliche Brandwunden an beiden Händen und an einem Fuß erlitt der Schreiner Heinrich Decker, Asterweg 72 wohnhaft, infolge Berührung mit einer Starkstromleitung. Der bedauernswerte Mann befindet sich in der Chirurgischen Klinik, sein Befinden ist den ilm- ftänöen entsprechend gut Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit bet Schriftleitung ) £. (L, Gießen. Es handelt sich in Ihrem Falle um keine eieblung im Sinne des Reichsfiedlungs- gesetzes, da dieses für den Bereich der Stadt Gießen nicht in Frage kommt. Sie haben von der Stadt lediglich ein Stück Gartenland gepachtet, dah diese Ihnen einzäunen und mit Wasserleitung versehen läßt. Die Nutzung, die Sie, dem niedrigen Pachtpreise entsprechend, aus dem Garten ziehen werden, kommen für Ihre Einkommensverhällnisse kaum in Frage, wenn schon sich selbstverständlich die Bebauung des Gartens lohne und nicht für Sie wertlos fein soll. Ihre Befürchtung, daß Sie durch die Pachtung des Gartens beim Arbeitsamt oder Wohlfahrtsamt der Stadt Gießen einen Nachteil erleiden könnten, erscheint als durchaus unbegründet. Winterhilfe und Volksgesundheit. Von Prof. Dr. meb. Längstem, Direktor des Kaiserin Auguste-Victoria-Hauses, Äerlin. Der großen Bedeutung der Winterhilfe! unter dem Gesichtspunkt der Dolksgesund-I beit gelten meine Ausführungen. Es ist eine bemerkenswerte Erscheinung, daß trotz der außerordentlich großen wirtschaftlichen Nöte, die unser Dolk in den letzten Iahren bis ins Innerste aufwühlten, sein Gesundheitszustand doch immer ein relativ guter geblieben ist. Die Statistik lehrt, daß die Sterbeziffern für jede einzelne Lebensperiode bisher abnahmen, jedenfalls nicht wieder anstiegen, und angesichts des katastrophalen Rückganges der Geburten ist es besonders erfreulich, daß gerade die Sterblichkeit der jüngeren Altersklassen, der Säuglinge und Kleinkinder, weiter im Sinken begriffen ist. Bei der erschreckend hohen Ziffer der Erwerbslosen, bei den großen «Schwierigkeiten, die Ernährung ihrer Familien sicherzustellen, muß das wundernehmen. 3d) siehe nicht an, die Tatsache, daß der lehle Winter keinen Anstieg der Sterblichkeit gebracht hat, nicht zuletzt darauf zurückzuführen, daß durch die Winterhilfe einer großen Reihe von erwerbslosen Familien Zusahspeisung gegeben werden konnte, dah Kleider- und Kohlenhilfe die schädigenden Energieverluste der Bedürftigen verhütet haben. Ich glaube, daß es zu einem großen Teil der Winterhilfe zu verdanken ist, daß unser Nachwuchs vor schweren, gesundheitlichen Schädigungen bewahrt wurde. Auch hat Wohl neben der unfreiwilligen Ruhe die zusätzliche Ernährung und die Möglichkeit des Warmhaltens der Wohnungen bewirkt, daß die Sterblichkeit an Tuberkulose nicht zugenommen hat. Ich will keineswegs behaupten, daß es die Winterhilfe allein gewesen ist, durch die der Gesundheitszustand des deutschen Dolkes so günstig geblieben ist, denn ich weih sehr wohl, daß der hohe Stand der Hygiene unseres Dolkes auch auf die in den vergangenen Iahren geleistete Arbeit unserer hochstehenden Einrichtungen der Gesundheitsfürsorge zurückzuführen ist und daß die unermüdliche hygienische Dolksbelehrung andern Ergebnis ihren Anteil hat. Jedoch wäre sicherlich ohne Winterhilfe beträchtlicher Schaden angerichtet worden. Immerhin wäre es verfrüht, zu frohlocken, denn es unterliegt keinem Zweifel, dah die Widerstandskraft unsere- Dolkes rn breiten Schichten geschwächt ist. Schon die von allen Seiten beobachtete Zunahme der englischen Krankheit, deren schwere Formen wir vor der Notzeit kaum mehr gesehen haben, sind ein Beweis für diese Tatsache. Die Senkung der Widerstandskraft rückt die Gefahr des Ausbruchs von Infektionskrankheiten, von Epidemien in die Nähe. Ls darf also schon aus gesundheitsfürsorgerifche« Gründen nicht fein, dah dieser Winter den Bedürftigen eine geringere Hilfe bringt als der letzte, wer Arbeit hat, sich noch fatleffen kann, ein Dach über dem Kopfe, einen Raum, den er Heizen kann, hat die Verpflichtung, in diesem Winter den unglücklichen Volksgenossen zu helfen. Nicht zuletzt auch deshalb, um von denen, die in Not sind, Dereinsamungsgefühl und Verbitterung fernzuhalten. Ieder hat die Pflicht, allen leidenden Dolksgenofsen das Bewußtsein zu geben, dah wir alle mit ihnen empfinden, wir alle bereit find, ihnen zu helfen. Denn abgesehen von dem ethischen Moment des in die Tat sich umsehenden Mitgefühls ist nichts schädlicher für den Gesundheitszustand als seelischer Druck, der zu Nervenerkrankungen, Herz- und Gefäßerkrankungen mehr als alle anderen Gifte beiträgt, während gehobene Stimmung, das Bewußtsein, nicht allein in der Welt zu stehen, die Widerstandskraft erhöht. Erinnern wir uns des schönen Ausspruch- aus der »Weisheit des Drahmanen": »Durch Wechselbeistand kann auch Not die Not vertreiben, Als wie einander warm zwei kalte Hände reiben.“ In diesem Sinne wollen wir helfen, müssen wir helfens in jeder Packung der mild-süssen GOLDPLAKETJ der Lieblinge Kj von Bühne und Film trat und brat' CS lln» gust. . um Uli d) da- le er Die h bas hnell zur dort rum» aus Zau» is ein war. Durbe Dian gegen übet de- eifrig enem oblen 5rcu- r zur chluft »schielt. . a g e r Hi. 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Prof, der Geschichte an tkr Universität Äerlin Der Regierungswechsel in Deutschland bedeutet in der Außenpolitik, vor allem in der Abrüstungs- srage keine Veränderung. Rur daß der Druck der nationalen Geschlossenheit, die Deutschland hinter seine Gleichberechtigungsforderung stellt, jetzt noch stärker und wirksamer werden wird, wie das auch der neue Reichswehrminister in seiner Kundgebung an die Wehrmacht sehr bestimmt und klar ausgesprochen hat. So geht also Deutschland in dieser Beziehung jedenfalls mit erhöhter Kraft an die Wiederaufnahme der Abrüstungsgespräche in Genf. Bisher sind sie nicht recht in Gang gekommen. Auch das neue englische Programm Hot die Arbeit bisher nicht vorwärts gebracht. Das liegt daran, daß einmal Frankreich durch seine innere Krise viel behinderter ist als Deutschland, in Genf energisch mitzuarbeiten, -und sodann, daß die nun zur letzten Krise kommende fernöstliche Angelegenheit alles andere überragt.» Die sog Schlichtungs- oSer Dermittlungsaktion auf Grund von Art. 15 Abs. 3 ist gescheitert. Das wurde am 21. Januar vom 19er-Ausschuß ausdrücklich festgestellt. Die Vorbereitung des Schluhberichtes auf Grund von Art. 15 Abs. 4 nähert sich dem Ende. 3n wenigen Tagen soll die außerordentliche Vollversammlung endgültig darüber entscheiden. Die Tendenz ist, den Lytton-Bericht noch stärker im antijapani- schen Sinne zu verschärfen. Das heißt, daß die Versammlung nachdrücklich feststellt, der neue mandschurische Staat sei nicht aus dem Willen der Bevölkerung entstanden. China handle lediglich aus erlaubter Selbstverteidigung, so daß das gegenwärtige Verhalten Japans als kriegerischer Angriff bezeichnet würde. Besonders die kleineren Stachen sind sehr scharf antijapanisch und drängen auf noch bestimmtere Fassung: Vichtanerkennung des mandschurischen Staates und Verurteilung Japans. Dieser Teil der Versammlung, der der Zahl der Delegierten nach sicher die Mehrheit ist, hat keinen Zweifel, daß ein solcher Bericht zum Austritt Japans führen würde, den man aber der jetzigen. für den Völkerbund ganz unmöglichen Lage vorziehen möchte. Einem kleineren Teil geht der Bericht zu weit und das ist neben Frankreich vor allem England. England hat durch Simons und auch Drummond eine entschieden japanfreundliche Politik machen lassen. Es scheint bereit, die Mandschurei anzuerkennen. Ja, es heißt, als bereite sich da ein Zusammenspiel vor, in dem die Mandschurei bei Japan bleibe, England aber freie Hand erhielte zur Errichtu ng eines ebenso unabhängigen Tibet. Das würde wieder bedeuten, daß England bei Japan stehen würde, wenn dieses immer entschiedener nach China hinein a u f P e - k i n g zu stieße, und man findet schon Aeuherun- gen, die aus dieser englisch-japanischen Solidarität die vollständige Aufteilung Chinas herauskommen sehen. Das schießt weit über das Ziel hinaus. Aufteilung Chinas? Davon hat man in den 90er Jahren geredet. Dieses Riesengebiet von Hunderten von Millionen Einwohnern? Es ist ganz unwahrscheinlich, daß England einen für sich so gefährlichen Weg gehen würde, um so mehr, als, wie wir glauben, England heute größere Sorgen hat als Tibet. Was könnte England von einem unabhängigen Tibet heute für seine Bedürfnisse und Äöte im Ernst haben? Immer bestimmter läßt Japan ankündigen, daß es den Völkerbund verlasse, wenn dieser den japanischen Angriff gegen China feststelle, und daß es die sog. asiatische Monroedoktrin vorbereite. Es erklärt weiter, daß es beim Austritt aus dem Völkerbund die Mandatsgebiete nicht zurückgäbe, sondern als Kriegsbeute, die diese Inseln ja seien, behalten werde. Und sein Kriegsminister fügt, in Beantwortung der Stalinschen Erklärung über Fünfjahrplan und militärische Verteidigung Rußlands, icharfe Aeußerungen gegen Rußland hinzu, die er zugleich mit einer Warnung an China verbindet. Das ist eigentlich gleich etwas viel, sich so nach allen Seiten und gegen alle zu wenden! Und das nur in der Erwartung, daß England und Frankreich Japan freie Hand lassen würden! Auf eine direkte Unterstützung von beiden Seiten wird man in Japan selber nicht rechnen. So drängen sich jetzt die Genfer Sorgen ganz überwiegend auf diese Frage zusammen. Das Ministerium Paul-Boncour hat nicht lange gedauert. Sein Finanzminister Chsron ist an seinen Finanzresormvorschlägen gescheitert, am Widerstande der Gewerkschaften, der sozialistischen Parteien, der Beamten und daher auch eines Teiles der eigenen Kabinettskollegen. Der Wirrwarr um diese Sanierungspläne war erstaunlich. Es hat keinen Zweck, sie im einzelnen zu besprechen, da sie mit dem Sturz des Kabinetts erledigt sind. Aber was bleibt ist die Finanznot, das Defizit im Staatshaushalt, das für 1933 rund 10i Milliarden Franken beträgt in jeder Stunde um li Millionen Franken wächst! Ein Staat mit diesem Rie- sengoldoorrat ist in einer solchen Lage! Man kämpst darum, ob man durch, wie Chsron sagte „eine nationale Anstrengung zur Rettung der Finanzen oder eine uferlose Anleihepolitik mit Sturz der Währung" das Defizit beseitigen will. Gescheitert ist das Kabinett daran, wie das jetzt in Frankreich häufig vorkommt, daß die Regierung mit einer Linksmehrheit eine Finanzpolitik machen will, die den Interessen der Rechten, des Rentners und Bürgers entspricht. Aber die Lohn- und Gehaltsempfänger setzen sich dagegen erfolgreich zur Wehr und damit ist die Lage bezeichnet, die sich für keinen Nachfolger ändern wird, wenn dieser nicht einen einheitlichen Willen im Sinne des damaligen Finanzministers Poincars betätigt. Denn die Kammer wird ihm ganz gewiß diese Finanzsanierung nicht machen. So ist der Sturz der Regierung Paul-Doncours am 28. Januar schnell gekommen und recht rühm- los. Der Ministerpräsident Paul-Boncour hat nichts geleistet. Run ist er der Außenminister im neuen Kabinett Daladier und kann sich wieder auf das Feld begeben, das er für sein eigentliches hält. Aber das neue Kabinett ist nur ein anderer Faden von derselben Sorte. Es steht ebenso vor der Frage, wie die Sozialisten sich zu ihm stellen werden. Daladier betont seine Linksorientierung und Herriot als neuer Parteivorsihender tut dasselbe. Aber dann muß man eben auch in der Finanzfrage eine Linkspolitik machen. Das wird sich so eine Weile weiter im Kreise drehen. Die Krise ist gar nicht imposant, aber die düsteren Unkenrufe, mit denen Tardieu nach acht Monaten wieder auf die politische Bühne getreten ist, sind keineswegs ernst zu nehmen. Daß Tardieu wieder an die Macht kommen möchte, weiß jedermann. Aber wenn das Kabinett stürzt, ist die Krise nicht beseitigt, die in Frankreich auch sicherlich nicht eine Krise der Demokratie ist, sondern eine der Wirtschaft und ganz besonders eine der Staatsfinanzen. De B a ler a hat sein kühnes Spiel gewonnen. Die Wahlen, zu denen er sich schnell entschloß, haben ihm am 24. Januar die absolute Mehrheit gebracht. Bon 153 Stimmen hat er 77, die Mehrhat allerdings nur mit einem Sitz. Auch Die englische Presse erkennt diesen Erfolg rückhaltlos an. Wie de Balera sagt, „ist die nationale Politik jetzt endgültig festgelegt", nach menschlichem Ermessen wird er 5 Jahre Präsident des irischen Freistaates sein und getragen vom Vertrauen des Volkes seine Politik machen können. Die Kompro- mihrichtung Cosgrave ist geschlagen. De Valera hat den Erfolg davongetragen mit einem ganz offenen Wahlkampfe, ohne Versprechungen, mit Dem Appell an den irischen Rationalismus und einer Agrarpolitik für die kleinen Dauern. Wie geht das nun weiter? Der Treueid, । schon längst sehr umstritten, kann nun beseitigt werden. Vielleicht wird auch der Posten des Generalgouverneurs abgeschafft. De Valera will eine unabhängige irische Republik, natürlich einschließlich des nordirischen XUfter. Vor- dringlicher freilich muh ihm sein die Regelung der Landzinszahlungen an England und namentlich die wirtschaftliche Umstellung Irlands. Solange dieses mit seiner ganzen Ausfuhr von England abhängt und England die schwere Waffe des Zollkrieges hat, gehen die Hoffnungen auf ein freies Irland in die Luft. England wird schwerlich mit Gewalt Irland zurückerobern, wenn dieses sich schlechthin freimacht. Ein englisch-französischer Krieg liegt so außerhalb jeder Wahrscheinlichkeit, daß für England heute die strategische Position Irlands auch weniger wichtig ist. Aber ein solches freies Irland würde wirtschaftlich tot fein. So wird wohl de Valero nur langsam Vorwärtsgehen, um eine Zwischenlinie zu finden, die schließlich auch England in Frieden akzeptieren kann. Lind dann findet sich vielleicht auch ein Kopf, der — was de Valera heute noch nicht kann oder tut — die irische Frage in den großen Gesamtrahmen einspannt, Der mit den Worten: Beschlüsse von Ottawa bezeichnet ist. Damit kehren wir wieder in die Weltfragen zurück. England hat die Einladung Amerikas zur Besprechung der Kriegs- schuldensrage angenommen, aber (etwas verschleiert) tatsächlich die wirtschasts- und währungspolitischen Vorschläge Hoovers und Roosevelts abgclehnt. Maßgebliche Aeußerungen aus England lassen auch erkennen, daß man zwar die Rückkehr zum Goldstandard in ihrer Bedeutung für den wirklichen Aufbau erkennt, aber die damit verbundenen Opfer nur mit großen Garantien bringen will. Diese wieder sucht man, wie der Schahkanzler in Birmingham am 29. Januar gesagt hat, in internationalen Abmachungen nach den Genfer Richtlinien, das soll also heißen: wenn die Weltwirtschaftskonferenz zu erfolgreichen Maßnahmen für die Herabsetzung der Zölle käme, würde England Zug um Zug zur Goldwährung zurückkehren. Das ist genau das, was Amerika nicht will. Auf Chamberlain antwortete Hoover sofort: gerade die Lleberschwemmung Amerikas mit Waren aus Ländern mit entwerteter Währung schüfe die Gefahr, die Schuldner sollten daher erst ihre Währungen stabilisieren, um eine neue Welle von Zollerhöhungen zu vermeiden, infon* Derhcit natürlich auch Amerika. Damit verschiebt sich der Kamps um die Kriegsschulden immer mehr, und wird er immer deutlicher zu einer englisch-amerikanischen Auseinandersetzung, zu einem Konkurrenzringen Englands und Amerikas im Welthandel. Schon sind diese Linien zu erkennen. Schon auch die Gefahr, daß bei solcher Verbindung von Schulden, Goldstandard und Zollpolitik die Weltwirtschastskon- serenz nichts schaffen kann. Lind beinahe von Tag zu Tag wird Daran deutlicher, wer die stärkeren Waffen in der Hand hat. Amerika kommt immer mehr ins Gedränge. An Roosevelts Vorstoß sieht man aber: er weiß, daß die Zeit gegen Amerika arbeitet. Die innere Schuld steigt ins Riesengroße, die Zahlungsfähigkeit feiner Schuldner finkt. Herabsetzung der inneren Schuld hängt mit Herabsetzung oder Streichung der Kriegsschulden eng zusammen. Lind wenn England bei der Entwertung des Pfundes verharrt, muh schließlich der Dollar folgen. Der neugewählte Präsident ist in einer Zwangslage, die er dem allgemeinen Optimismus der „Prosperityjahre" und der Unfähigkeit des Vorgängers verdankt. Fast möchte man heute schon bei ihm an die alte Geschichte von den Sibyllinischen Büchern denken. Er muß sich entschließen, aber der Entschluß, der Opfer kostet, wird teurer, je länger er hinausgeschoben wird! Vor der Zweierbob-Weltmeisterschaft in Schreibechan. - 21m 11. und 12. d. M. wird in Schreiberhau (Riesengebirge) die diesjährige Weltmeisterschaft im Zweierbob ausgetragen, zu der viele hervorragende Mannschaften ihre Meldung abgegeben haben.— Im Bilde links: Kilian-Huber, die aussichtsreiche deutsche Mannschaft; rechts: eine Kurve in der Bobbahn von Schreiberhau. - Buntes Allerlei. Wie man in Italien Autodiebe bestraft. Das neue italienische Gesetzbuch hat mit dem juristischen Unfug, Autodiebe nur wegen Des Benzinverbrauchs geringfügig zu strafen, erfreulicherweise Schluß gemacht. Es gibt nichts mehr auf die spitzfindige Auslegung, daß sich einer ja nur Der „vorübergehenden Aneignung einer fremden Sache" schuldig gemacht habe, wenn er einen Wagen vom Plah wegnimmt, während das Herausschrauben der Llhr als Raub mit Zuchthaus gesühnt werden kann. Strolchfahrten kommen jetzt teuer zu stehen. Harmlose „Stadtausflüge" nicht minder. Soeben hat das römische Tribunal ein Urteil gefällt, dem man abschreckenden Charakter nicht absprechen kann. Ein junger Mann namens Razzarenus besah sich auf dem Apostelplah Die parkenden Wagen, wählte sich einen aus, öffnete mit falschen Schlüsseln Schlag und Zündung, fuhr los. Als der rechtmäßige Besitzer später vergeblich seinen Wagen gesucht und die Formalitäten auf der Polizei erledigt hatte, stellte er sich als betrübter Fußgänger an die Via Vittorio Veneto und würde wohl inS Grübeln verfallen sein, wenn nicht mit aufreizender Eleganz ausgerechnet sein Wagen an ihm vorbeigefahren wäre. Sprung ins nächste Taxi, Verfolgung wie im Film. Entschuldigung des Razzarenus vor Gericht: daß er angehalten und den Wagen stehengelassen habe, sei doch der beste Beweis dafür, daß er ihn — Voraussetzung für Diebstahl — nicht behalten wollte. Dafür hatte der Richter aber kein Verständnis. Ein Jahr Zuchthaus und nachherige Hebertoeifung HEIDE der musikalisch hochwertigste Empfänger mit den modernsten Eigenschaften. Automatische Empfangs-Regulierung, Störungsdämpfer, absolute Einknopfbedienung, beleuchtete Vollsichtskala, elektro - dynamischer Lautsprecher. MENDE-ULTRA-SELEKTIV mit eingebautem I MENDE-ULTRA-SELEKTIV „Cobinett". . . . 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Dr. Hanau, Kinderarzt Fernsprecher unverändert 2703 Meine Praxis befindet sich jetzt Roonstraße 6 (Nähe Ludwigsplatz) BAD ÄANKKNMAUSOt KYFWÄUStt TECHNIKUM für Jwaamcu«« we,tm«ie«e» K, Rafting. SpesialbÄndagiet, KOIn. BiChart WaM-Str. l^MMLiMMMMMMMWIlUiWIWlUIS Werkmstr. A. B. schreibt u. a.: „Mein schwerer Leistenbruch ist geheilt. Ich bin wieder in meinem 66.Lebensjahre ein ganzer und glücklicher Mensch “ Landwirt Fr. St. schreibt u. a.: „Ich sehe mich genötigt. Ihnen nach 2 Jahren meinen innigen Dank au-zusprechen ...wurde ich ganz befreit von meinem Leiden." Bandagen von RM. 15 — an. Mein Vertreter ist für Bruch- und\ orfall-Leidendc kostenlos zu sprechen in: Gießen,Montag. 6. Februar von 9 bis 12 Uhr, im Bahnhofhotel „Lenz". Grünberg, Montag. 6. Februar, von 2 bis 5 Uhr, im Hotel „Hirsch". Alsfeld, Dienstag, 7. Februar, von 9 bis 1 Uhr, im Hotel „Deutsches Haus". Nidda. Donnerstag, 9. 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Das heißt, der Dieb darf dann noch drei Jahre Ackerbau treiben, eine für den Staat sicher einträglichere und für den Sünder bekömmlichere Beschäftigung, als die Verbannung auf die Inseln, von der man wieder abgekommen ist. Das Testament des Skatbruders. Testamente nehmen mitunter seltsame Formen an. — aber als vor einiger Zeit bei einem Rach- lahrichter ein Mann erschien, und durch ein mit Bleistift geschriebenes Testament seines Stammtischfreundes, durch einen Fetzen Papier also, in dem er als Universalerbe eingesetzt war, Ansprüche auf dessen Hinterlassenschaft geltend machte, kam das dem Dichter doch etwas sonderbar vor. Der Universalerbe gab an, im „Reichsangeiger" gelesen zu haben, daß fein Freund gestorben sei. ohne Erben zu hinterlassen. Daraufhin fei ihm eingefallen, dah der Verstorbene ihn vor zwei Jahren am Stammtisch nach einer Skatpartie in dem besagten Testament zum Erben eingesetzt habe. Rachforschungen des Richters ergaben indessen, dah das mit dem Bild des Verstorbenen versehene Testament gefälscht war. Nachdem er im „Reichsanzeiger" vom Tode seines Bekannten gelesen hatte, war der Mann zu dessen Wirtin gegangen, hatte sich die hinterlassenen Briefe und Fotos aushändigen lassen und an Hand dieser Vorlagen ein Testament aufgesetzt und unterschrieben. Vor Gericht bestritt der Angeklagte trotz vollkommenen Schuldbeweises diese Tat, vor allem den belastenden Besuch bei der Wirtin. Er gab an, drei Doppelgänger zu haben, von denen einer die Frau ausgesucht haben mühte. Das Gericht hatte aber an seiner Schuld keinen Zweifel, und lieh ihn zur Strafverbühung aus dem Gerichtssaal heraus verhaften. ^Reform -er englischen Nationalhymne. Ein englischer Armee-Befehl verordnet die Einführung einer neuen Ausgabe der englischen Rationalhymne. in der genaue Angaben über den Takt und die Tonart gemacht sind, in der das Stück gespielt werden soll. Es handelt sich hier nicht um den Text des berühmten „Gott erhalte den König", der früher zu mancherlei Ausstellungen Anlah gegeben hat. sondern um die Musik, jene Melodie, die auf John Bull zurückgeht, der dem Engländer zugleich seinen Spitznamen gab. Seit langem beklagen sich die Musikverständigen über den schlechten Vortrag des Musikstückes, das entweder so lustig wie ein Possenstück oder so traurig wie ein Trauermarsch gespielt wird. Besonders ftonig Georg hat sich des öfteren rniß- bifitgenb über diesen mangelhaften Vortrag der Hymne ausgesprochen, und die neue Reform geht auf seinen persönlichen Wunsch zurück. „Ich will nicht", sagte er einmal, „dah bte Musiker ,God save the King' so schnell spielen. Sie haben es immer so eilig, als wenn sie nur möglichst schnell damit fertig werden wollten, aber für mich bedeutet die Musik viel: ich sehe sie als eine Hymne an, die feierlich und würdig wirken soll." In diesem Sinne sind denn auch die neuen Anweisungen an die Militärkapellen, denen sich die Privatkapellen anschließen sollen, gehalten. Es wird beim Spiel ein langsameres Tempo gefordert, und ebenso werden die Stellen angegeben, die Pia- nissimo gespielt werden müssen, sowie die, die im Fortissimo gehalten fein sollen. Ein Liebelstand ist, dah die Tonart, in der die neue Ausgabe die Rationalhymne vorschreibt, so hoch ist. dah es mit einer gewöhnlichen Stimmlage schwer hält, sie zu fingen. Jedenfalls aber hofft man, durch diese Mahnahme zu bewirken, dah die Äational- hymne nicht mehr im Geschwindmarsch, sondern feierlich und würdig vorgetragen wird. Eine neue Stadt im Polargebiet. Wo vor drei Jahren noch die ganze Einöde des Polarkreises in ihrer kalten und dunklen Mn» Wirtlichkeit lastete, am 68. nördlichen Breitengrad, 300 Kilometer nördlich vom Polarkreis, erhebt üch jetzt eine Stadt, die 30 000 Einwohner zählt und eine große Industrie beherbergt. Dieses Wunder ist hervorgerufen durch die in der Rähe entdeckten Apatit-Gruben, eine mächtige phosphorhaltige Mineral-Lagerstätte, die vor knapp drei Jahren von russischen Gelehrten aufgefunden wurde. Die neue Stadt auf der Halbinsel Kola am nördlichen Eismeer, von der in der „Moskauer Rundschau" ein anschauliches Bild entworfen wird, heißt Chibinogorsk und ist 1250 Kilometer Eisenbahnfahrt von Leningrad entfernt. Jetzt werden schon jährlich 600 000 Tonnen Apatit abgebaut. Der Abbau erfolgt in fünf Etagen, vorläufig über Tag. Im Tal liegen die Arbeitersiedlung, eine Versuchs-Phosphor-Fabrik, die mit einem elektrischen Ofen von 3000 Kilowatt arbeitet, und die Eisenbahn-Ladestation, von der aus das gewonnene Material abtransportiert wird. An dem Seeufer Maly Dudjawo liegt die Montan- Station der Akademie der Wissenschaften. Auf dem Wege dahin kommt man an einem groben Touristenhaus und einer wissenschaftlichen Versuchsanstalt für Gemüsezucht im Polargebiet vorüber. Diese Versuchsanstalt, die im letzten Jahre den Arbeitern schon 2000 Tonnen Gemüse lieferte, hat damit bewiesen, dah Gemüse selbst in diesen hohen nördlichen Breiten angebaut werden kann. Der größte Teil des Apatits wird zu einem fein gemahlenen Rohprodukt für Kunstdünger-Erzeugung umgearbeitet. In der Hauptsache wird das so hergerichtete Roh»Apatit nach Murmansk verfrachtet und dann nach Deutschland und Holland ausgeführt: auch einheimische Fabriken werden beliefert. Die neue Polarstadt liegt auf einem schonen Plateau am Ufer des Flusses Delaja, der aus dem See Dolschoj Bud- jawr flieht. Der Apatit-Trust beschäftigt allein 13 000 Arbeiter. Sechzehn Speisehäuser, ein Dampfbad mit Dampfwäscherei, ein Tonfilm- Theater, Klubs und andere Kultureinrichtungen, auch zwei große Raturparks dienen den Bedürfnissen der Bewohner: die Kraft liefert ein mit Holz beheiztes Elektrizitätswerk. So hat sich hier im hohen Horben ein reges unb tätiges (Stabt- leben entwickelt trotz aller Mnbilben ber Witterung, trotz bes langen Polarwinters mit feiner ununterbrochenen Finsternis unb feinen Stürmen. Amerika beim puzzle-Spiel. Die schlechte Wirtschaftslage, die auch in Amerika zum Sparen zwingt, hat das Bedürfnis nach billigen Abendunterhaltungen geweckt und weite Kreise zu dem Puzzle-Spiel getrieben, das auch schon vor dem Kriege in angelsächsischen Ländern besonders beliebt war. Die neue Mode der Zu- farnmensetz-Spiele begann in den Reuengland- Staaten, überflutete bann Reuhork unb ha' sich jetzt über ganz Amerika ausgebreitet. Wie bei dem 2o»Jo erfährt auch hier die Industrie eine kleine Belebung. Eine Fabrik allein in Reuyork wirft jetzt wöchentlich 2,5 Millionen Puzzle-Spiele auf Deutsche Reifersiege in Gi.Morih. Ein Bild von dem Rennen auf dem See von St. Moritz, auf dem nun wiederum internationale Tressen der (Salopper und Traber ;um Austrag gelangten. Mehrere deutsche Pferde konnten das Ziel als Erste passieren, und auch unter den siegreichen Jockeys und Fahrern waren mehrere Deutsche. AN • -x'.-V den Markt, hat 350 neue künstlerische Mitarbeiter angestellt, ihre Arbeiterzahl vergrößert und baut ihr Unternehmen aus, da ihre Wochenleistung der Rachfrage keineswegs genügt. Die neuen Puzzle- Epiele sind nicht wie die früheren sorgsam aus Holz ausgeschnitten, sondern bestehen hauptsächlich aus Pappmache und werden mit der Maschine ausgeftanzt. Man kann solche Spiele bereits für zehn Cents erhalten: natürlich gibt es auch teuere, die feiner und schwieriger sind und die auch leihweise vergeben werden. Die Schwierigkeit der Zusammensetzung ist nach den Altersklassen, für die die Spiele bestimmt sind, verschieden. G. A -Sport. Spielvereinigung 1900 Sieben. Iugendspiele. Am kommenden Sonntag nimmt die Jugendabteilung den Spielbetrieb wieder auf. Die AI* Jugend weilt in Dillenburg und trägt ein Gesellschaftsspiel gegen die 1. Jugend des dortigen SD. aus. Der Gegner verfügt über eine schnelle und schlagkräftige Mannschaft, die seit vorigen Sommer noch kein Spiel verlor. Die Blauweißen, die mit 4 Ersatzleuten fahren müssen, stehen also vor einer schweren Aufgabe. Die andern angesetzten Spiele ber Jugend fallen wegen Erkrankung vieler Spieler aus. Schulkinder brauchen Ovomaltinel Lernen strengt an. vor allem Kinder, die sich ja noch in der Entwicklung befinden. Ovomaltine, die ärztlich empfohlene Krattnabrung aus Ei, Maiz, Milch und Kakao.' steigert die köiperliche Widerstandsfähigkeit, weil sie dem Kinde in konzentrierter Form alle Nährstoffe zuführt die es unbedingt braucht Kinder, die als Fruhstücksgetränk Ovomaltine bekommen, überstehen deshalb die langen Schulstunden viel besser und lernen leichter. Lieber an etwas anderem sparen« aber Ovomaltine nehmen! Originaldosen zu RM.1.15. RM 2 15 und RM 4 - in allen Apotheken und Drogerien. Ein Gratismuster erhalten Sie von der Fabrik Dr A. Wander G. m. b. H Abt K. 79. Osthofen-Rheinh egg v Je schwerer die Zeiten, desto mehr braucht Deine Familie den Schutz Deiner Lebensversicherung! Wenn es Dir schon schwer sollt, bei den jetzigen Zeiten Deine Familie zu ernähren - was sollte dann Deine Familie ohne Dich tun? Halte I Derne I Lebensversicherung 1 i« ftraft ? Realschule Laubach Anmeldungen für das neue Schuljahr 1933'34 (Knaben und Mädchen) für alle Klassen (Sexta bis Obertertia) werden Donnerstag 9.Februar 1933, von 11 bis 13 Uhr, im Amtszimmer der Direktion entgegengenommen. - Vorzulegen sind Abgangszeugnis, Geburts- und Impfschein Aufnahme in Sexta im allgemeinen nach 4 Grundschuljahren.-Außer den Grundschülern, die nach dreijährigem Besuch der Volksschule übertreten wollen, haben alle mit vierjähriger Grundschulzeit, die nicht die Note 1 oder 2 mitbringen, eine Prüfung in Deutsch u Rechnen zu bestehen Diese Prüfung wird Montag, 13. März 811 D 1933, um 10 Uhr, in der Realschule abgehalten Ditekfion der hesssä.Realsdnile Winterkur für 1970 V Nervenkranke und Nervös-Erschöpfte S»oxlalknran«lell Bofheim im Taenns bei Frankfurt a. M. — Piospekte durch San.-8ai Dr. M. Sctmlze-Katileyss, Winterthur Schweizerische Unfallversicherungs- Gesellschaft Unfall-, Haftpflicht-, Kautions-, Einbruch-Diebstahl-, Auto- Lebensversicherung» Gesellschaft Lebensversicherungen mit und ohne Gewinnanteil, Renten- Vemchcrungen Prospekte und Auskünfte bereitwilligste Subdirektion Frankfurt a. M. Mainzer Landatr.19 Tel. S. Nr. 33 347 Mitarbeiter überall gesucht _J2L^ VerloDungsan zeigen bei Brühl, Schulstraße Geburtsanzeigen Mim 6 AMMIN werd, fachgemäß il oretSwerl ge- i'ttmmr u reoar MöetG GiQken.Lodwißstr.Sp Telephon 2403 Verkael v neuen u. gebt fllao Binrap und eingew. Nägel entfernt schmerzlos Wallltostr. 38 |W63 -Mill Bues »Erika« und andere Kleinschreibmaschinen von Ml. 90.— an m großer Auswahl Trotts Bogt & Co.. Seltersweg 44, Nui 2404 wa Oberrealschule Grimberg (Knaben und Mädchen) Anmeldungen fürs neue Schuljahr für alle Klassen mündlich Montag, den 6. Februar, und Dienstag, den 7. Februar, von 11'/, bis 127, und von 16 bis 17 Uhr im Direktorzimmer. Schrift» liehe Anmeldungen jederzeit. Vorzulegen sind Abgangszeugnis, Geburts- und Impfschein. Aufnahme in Sexta im allgemeinen nach vier Grundschuljahren, bei besonders günstiger körperlicher und geistiger Entwicklung des Kindes bereits nach dreijährigem Schulbestick. Außer den Grundschülern, die nach dreijährigem Besuch übertreten wollen, haben alle mit vierjähriger Grundschulzeit, die nicht die Note 1 ober 2 mitbringen, eine Prüfung in Deutsch und Rechnen zu bestehen. Diese Prüfung wird am Montag, dem 13. März, um 8 Uhr, in der Oberrealschule zu Grün-- berg abgehalten. cssD Direktion der Oberrealschule Grünberg Hüthwobl. sei Kopfschmerzen PbiMET.ACJ>HENVCa * PH ENAC. LITHIUM 1 10Tabl.a60 20Tabl1.05j Rheuma - Muskel -u. 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Es war doch wahrhaft borniert von Augsten. bah er hier in dieser langweiligen Ecke das Schloß gekauft hatte. Zudem war es mehr wie ein böser Zufall, daß ihr nun dadurch zugemutet wurde, noch einmal in diese Gegend zurückzukehren. Aber sie brauchte Geld, hatte als Dorwand die Sehnsucht nach ihren Kindern benutzt und war nun da. In Dollwern machte das Personal große Augen. Niemand kannte die fremde, auffällig gekleidete Dame. Herr Ängsten kam gerade aus dem Pferdcstall, wo er das kranke Pferd befich» t;gt hatte. Er wurde blaß. Dort drüben stand Lizza. der böse Dämon seines Lebens. Nur wenig verändert hatte sie sich, sie war noch immer die schöne, vollschlanke Frau mit den graziösen Bewegungen. Augsten gab sich einen Ruck und ging dann hinüber, um sie zu begrüßen. Sie streckte ihm mit liebenswvrdigem Lächeln die Hand entgegen, ohne jede Verlegenheit, so, als hätten sie sich vor kurzem erst freundschaftlich getrennt. Augsten aber sah geflissentlich an ihr vorüber, als er fragte: „Was willst du also? Die Sehnsucht nach den Kindern ist es doch kaum? Die pflegt sich bei einer Mutter früher einzustellen." Ihr tiefes Lachen tonte an fein Ohr. Lizza sagte: „Du hast recht, mein Freund. Die Mädel waren ja bei dir sehr gut aufgehoben. Du hast dich von jeher betragen wie eine Kindermuhme, — was sollte ich mich denn da auch noch dazu Er fragte gequält: „Was du willst? Ich fragte schon." „Geld!" Hart klang daS, fordernd. Augsten sah sie fest an. „Warum? Du hast pünktlich die Rente erhalten, die ich dir ausgesetzt hatte." Sie lachte verächtlich. „Rente? Du meinst Taschengeld? Es war traurig genug, dah du es bei deinem Reichtum fertig brachtest, mich mit diesem Vettel abfinden zu wollen. Ich brauche zwanzigtausend QEarL“ » ... die du von mir nicht erhalten wirst." Augstens Stimme klang fest und bestimmt. Sie stampfte mit dem Fuß auf. „Du wirst mir das Geld geben, ich brauche es. „3u was?" _ . Eine Weile blickte sie unschlüssig zu Boden, dann warf sie mit einer trotzigen Gebärde hin: .Weil ich mich ausstatten muh, ich habe — sehr viel Unglück gehabt im letzten Iahr. Die Gagen sind nicht mehr so hoch. Ich will überhaupt kein Engagement mehr annehmen. Doch wie ist das, willst du mich hier noch länger auf dem Hofe stehen^afsen?" .C.schuldige, bitte, gedulde dich: ich will nur schnell meiner Hausdame Bescheid sagen, sie kann dich ins Schloß führen. Ich bin in einer Viertelstunde da." Lizza saß dann im Salon und besah die Spitzen ihrer eleganten Schuhe, während sie auf ihren Mann wartete. Ossip, ihr Begleiter, war in eins der Fremdenzimmer geführt worden. Lizza sah sich um, ihr Blick wurde nachdenklich. Eigentlich hätte man nun hierbleiben können, ein gesichertes Alter war auch etwas wert. Augsten schien aber merkwürdig verbohrt zu sein. Natürlich liebte er sie noch immer, aber er versteckte dieses Gefühl hinter dieser Abwehr, über die sie nur lachte. Sie kannte ihn viel zu gut. Gr würde auch heute noch gefügig werden. Lizza blickte auf. Augsten war eingetreten. Er ging hin und her, bis sie schließlich nervös wurde und fragte: .Willst du dich nicht sehen?" Er blieb stehen und fragte: „War das nötig, daß du nach so langen Iahren noch einmal kommst und unseren Frieden störst?" „Frieden störst? Erlaube mal, ich habe das Recht. Wir sind nicht geschieden." „Leider nicht! Ich habe es oft bereut." „Weil du wieder heiraten wolltest?" fragte sie höhnisch. Er schüttelte den Kopf. „Nein! Obgleich du zu dieser Frage kein Recht hast, habe ich sie dir beantwortet. Doch ich hätte mich scheiden lassen sollen, um ein gesetzliches Recht zu haben, dir den Weg nach Oollwern zu verbieten. Ieht weiht du, wie ich denke." Sein ernstes Gesicht war ihr zugewandt. Sie lachte laut und spöttisch auf. „Und ich bin froh, daß es nicht geschah. Ich werde hierbleiben. Ich bin des Wanderns müde. Ich will mich ausruhen. Du wirst es dulden müssen, dah ich hierbleibe." „Man sagt hier in der Umgegend, daß ich geschißen bin. Ich habe das Gericht selbst verbreitet." Sie zuckte die Schultern. „3a, dann finde nun auch einen Ausweg. Ich habe nie verleugnet, dah ich noch verheiratet bin. Wenn du es getan hast, ist es deine Schuld, wenn sich die Leute über die plötzlich aufgetauchte Herrin von Gollwern wundern." Er wußte, dah er mit ihr so nicht fertig wurde, wie er ja nie mit ihr fertig geworden war. So sagte er: „Ich brauche Bedenkzeit. Es handelt sich vor allem auch um Edelgarde, die mit einem Nachbarn verheiratet ist. Ihre Ehe ist sowieso unglücklich, durch ihre Schuld: sie ist zur Zeit auch krank, die Aufregung könnte neuen Schaden bringen. Die Kinder kennen dich überhaupt nicht, also luh sie lieber in Frieden. Ich würde dir vielleicht die monatliche Rente verdoppeln und eine einmalige Entschädigung auszahlen — er nannte eine beträchtliche Summe —, wenn du wieder gehst." Lizza verbarg nur mit Mühe einen Ausruf der Freude. Aber sie sagte: „Sehen will ich die Kinder aus jeden Fall, wenn ich einmal hier bin. Aber wenn du zu dem, was du mir vorhin vorschlugst, wirklich bereit wärst, dann würde ich vielleicht ein paar Wochen hier in der Nähe leben als Fremde. Ich möchte mich erholen, und wenn du mich nicht mehr haben willst, so muh ich eben doch wieder in die Ferne ziehen." Das war Theater, und Augsten wußte das. Es rührte ihn daher auch weiter nicht. Aber er sagte hastig: „Ich habe der Frau des Verwalters erlaubt, Sommergäste bei sich aufzunehmen. Wenn sie also noch etwas frei hat —“ Sie sah ihn forschend an. Es zuckte um ihren Mund. „Im Verwalterhaus? Eigentlich —“ Er unterbrach sie: „Es ist die beste Lösung. Es ist um der Mädel willen so am besten." Sie fügte sich. Fügte sich lediglich um deS Geldes willen, das er ihr in Aussicht gestellt. „Ich werde also Frau Liescher Bescheid sagen. Du kannst ja hier warten." Er ging schnell hinaus. Sie sah ihm nach, faßte es noch immer nicht, daß sie jede Macht über ihn verloren hatte, und zog dann Spiegel und Puderquaste aus ihrer eleganten Handtasche. Aufmerksam besah sie sich. Noch war sie schön. Die Natur meinte es gut mit ihr. Sie wollte nicht hierbleiben, um sich zu erholen, sie wollte nur etwas auskundjchaften, und wenn sie Glück hatte, dann lohnte sich der Ausflug hierher doppelt und dreifach. Ossip aber mochte nach Berlin vorausreisen, sie kam nach, sobald sie hier alles geordnet hatte. Ossip würde sorgen, dah sie in Berlin eine erstklassige Wohnung vorfand, er würde auch inzwischen alles andere für sie regeln. Es war doch flegelhaft von Birnstein, sie wegen der paar tausend Mark gleich pfänden zu lassen, dah sie in den letzten Wochen in einer leeren Wohnung hatte sitzen müssen. Aber das wurde jetzt anders. Ieht würde das Geld ja reichen. — So kam es, dah in den nächsten Tagen eine einzelne Dame im Derwaltungshaus wohnte. Die Leute sahen der stolzen Gestalt verwundert nach. Es war merkwürdig, was für eine Aehnlichkeit die Fremde mit der ältesten Tochter des Gutsherrn, der jetzigen Frau von Achern, besaß. Doch das war natürlich ein Zufall, der Herr Augsten würde sich hüten, die geschiedene Frau hier in seiner Nähe zu dulden. Man hatte nämlich tatsächlich die Vermutung aufgestellt, daß es Frau Augsten sein könne. Aber nein, die Fremde hieß Lizza Dalmor, die Verwalterin hatte ausreichend Bescheid gegeben. So beruhigte man sich. Zudem gab es viel Arbeit, und zum Nachdenken blieb wenig Zeit. So vergaß man die Fremde im Verwalterhaus, weil man sie auch nur selten sah. Pia blickte die fremde Dame erstaunt an. Diese dunklen, glutvollen Augen, — wo hatte sie diese Augen schon gesehen? Edelgarde l Sie besah diese Augen? ilnb — und das Bildnis, das die frühere Frau von Hohenbrück vor- stellte, das besah diese Augen auch. Auch die Züge, wenn naturgemäß auch ein Unterschied zwischen einst und jetzt war. ______________ Pias dunkelblaue Augen wurden kalt, at* weisend. „Sic wünschen?" fragte sie förmlich. Die Fremde blickte aufmerksam in Pias schönes» blühendes Gesicht. Etwas wie Rührung war plötzlich in den beweglichen Zügen. „Sie sind die Enkelin Herrn von Hohenbrück-?* ,3a.“ „Sie stehen ganz allein?" „3a." Lizza Dalmor blickte zu Boden, fragte dann plötzlich mit raschem Entschluß: „Ihre Mutter ist tot. Wußten Sie, dah Ihre Großmutter noch lebt?" Pia stand auf. Sie war blaß geworden, denn jetzt wußte sie, daß ihre Ahnung sie nicht trog. „Es interessiert mich nicht, wo die einstige Frau meines Großvaters sich aufhält. Ich lehne jede Gemeinschaft mit ihr ab." Ganz hart klang die Mädchenstimme. Lizza Dalmor sagte ruhig: „Ich bin deine Großmutter. Wirst du mich aus Hohenbrück hinausweisen?" „Ja!" Lizza Dalmor schnellte in die Höhe. „Warum? Mit welchem Recht?" PiaS Augen waren unentwegt auf sie gerichtet. Leise, doch mit klarer Stimme sagte sie: „Weil Sie nur Llnheil brachten. Mein Großvater hat hier sein vernichtetes Leben gefristet. Er konnte der Tochter aus dieser Ehe keine Liebe entgegen- bringen und erzog sie hart und rücksichtslos. So ging auch meine Mutter aus Hohenbrück. um wenigstens kurze Zeit glücklich zu sein. Mich erzog die Güte fremder Menschen. In Gollwern sitzt ein einsamer Mann, den Sie auch unglücklich machten. Seinen Kindern fehlte die licbevosie Mutterhand. Heute, wo nur jeder mit Verachtung an Sie denkt, warum kommen Sie da wieder? Ihre Tochter Edelgarde ist Ihnen ähnlich, innerlich und äußerlich, sie muß die unglückliche Vererbung eines ruhelosen, ja, zügellosen Charakters tragen und hat damit einen Mann unglücklich gemacht, der sie liebte. Lind jetzt, nach so langen Iahren tauchen Sie hier auf, denken, Sie brauchen nur zu kommen und jeder wird Sie mit offenen Armen empfangen? Mag man es in Gollwern tun, ich erkenne Sie nicht an. Ich nicht?" Hochaufgerichtet stand Pia vor der Frau, die sich, gewiß mit heimlicher Lleberwindung. ihre Großmutter genannt. Nichts regte sich in ihr für sie, nichts. Nur das Bewußtsein erfüllte sie, daß sie es dem alten Mann schuldig war, der mit grauem Haar diese Frau einst heiratete und dann so bitter, bitter enttäuscht wurde. „Ich bitte Sie, Hohenbrück zu verlassen und es nicht wieder zu betreten." Lizza Dalmor hörte die klaren Worte, und sie trat ganz dicht vor Pia hin. Out, ich werde gehen, doch nicht, ohne eine Abfindung. Ich bin arm!“ Pia lächelte. Sie erhalten nichts! Mein Großvater hat Ihnen nichts bestimmt, und ich selbst habe feine Ursache, Ihnen ein Almosen zu geben." (Fortsetzung folgt.) Bekanntmachung. Dienstag, den 7. Februar igzz, findet Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt; sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. 800C Auftriebszeit am Markttage vom 8 bis 9 Uhr vormittags. Der nächste Schweinemarkt findet Mittwoch. den 22. Februar 1933, statt. Gießen, den 4. Februar 1933. Bürgermeisterei Gießen. 3.23.: Dr. Rosenberg. Bekanntmachung. Die bereits fälligen Stromgelder im Stadt- und Ueberlandgebiet für den Monat Dezember 1932 können noch bis zum 15. d. M. ohne Kosten bezahlt werden. Bei Nichtzahlung bis zu diesem Termin erfolgt Beitreibung und Stromsperre auf Kosten des Abnehmers. 826D Gießen, den 3. Februar 1933. Direktion der Elektrizitätswerke, Ueberlandanlage und Straßenbahn der Stadt Gießen. St o lt e. Bekanntmachung. Die Rechnung der Israelitischen Religionsgemeinde Gießen für das Rechnungsjahr 1931, und der Voranschlag der Israelitischen Religionsgemeinde Gießen für das Rechnungsjahr 1933 liegen acht Tage lang auf dem Bureau des Unterzeichneten, Bahnhofstraße 761, zur Einsicht der Be- teiligten offen. 810D Nur während der vorgenannten Frist können Einwendungen gegen den Inhalt und die Richtigkeit von Rechnung und Voranschlag erhoben werden. Dießen, den 3. Februar 1933. Der Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinde Gießen. Rothenberger. Nuhholzversteigerung. Donnerstag, den 9. Februar d. 3., von vormittag» g Uhr ab, findet in den Waldungen der Gemeinde Alten-Vuseck eine Versteigerung von Nutzholz statt. Es kommen zur Versteigerung: 809D 6 Buchen-ät. und -Abschn., A und N, 3. bis 5. Kl. = 3,60 im 59 Eichen-St. und -Abschn., A und N, _ 1. bis 4. Kl. = 19,47 fm 15 Kiefern-St. und -Abschn., A und N, 2a. bis 3b-Kl. = 8,31 im 1 Lärchen-St., N, 2b°Kl. = 0,33 fm 55 Fichten-St. und -Abschn., la= bis 3a-Kl. - 21,20 km 8 Eichen-Derbstangen 2. Kl. = 0,48 Im 523 Fichten-Derbstangen 1. bis 3. Kl. = 18,68 fm 1120 Fichten-Reisstangen 4. bis 7. Kl. - 15,79 fm. Das Holz ist ohne Rinde gemesten. Zusammenkunft am Hölzernen Brunnen. Bürgermeisterei Sllten-Buseck. Spar- und Darlehnskaffe Lollar e. G. m. b. h. in Lollar. Die verehrlichen Mitglieder unserer Ge- nossenschast werden zu der am Sonntag, dem 12. Februar 1933, nachmittags 4 Uhr, im Gasthaus ,Lur Traube" bei Herrn Otto Nuhn, Lollar, stattfindenden ordentlichen Generalversammlung ergebenft eingeladen. 795D Tagesordnung: 1. Erstattung des Geschäftsberichts des Vorstandes für 1932. 2. Bericht des Aufsichtsrates. 3. Bericht über die gesetzliche Revision. 4. Vorlage und Genehmigung der Iah- resrechnung und Bilanz per 31. Dezember 1932. 5. Beschlußfassung über Entlastung des Vorstandes. 6. Beschlußfassung über die Gewinnverteilung. 7. Aufsichtsratswahl. 8. Verschiedenes. Die Rechnung liegt von heute ab acht Tage zur Einsicht der Genossen im Ge schäftslokal offen. Lollar, den 4. Februar 1933. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats. Hofmann. Brenn- und Ruhholzversteigerung im Gemeindewald Langsdorf. In den Distrikten Alter Heegwald, See- köpf, Rasenstück, Liebfrauenberg, Rudels und Höllenfritz werden nach vorheriger Zusammenkunft am Waldeingang der Pro- vinzialstraße Langsdorf—Nieder-Belsingen am Mittwoch, dem 8. Februar 1933, vormittags 9V* Uhr, versteigert: 824D Brennholz. Scheiter, rm: Buche 1. Kl. 202; Hainbuche 5,1; Eiche 30,1 Birke, Fichte, Kiefer und Lärche 18. Knüppel, rm: Buche 20; Eiche 66,8; Hainbuche 17,6; Esche und Birke 5,1; Fichte 11,2; Kiefer 9,6: Lärche 3,9. Knüppelreisig, rm: Buche, Kiefer und Weymouthskiefer 14,3. Reisig, rm: Eiche 39. Stöcke, rm: Fichte und Kiefer 13. Nutzholz. Derbstangen: Fichte 1. Kl. = 20 St.; 2. Kl. = 227 St.; 3. Kl. = 753 St.; Esche 19 St. Reisstangen: Fichte 4. Kl. = 81 St.; Eiche (Deichseln) 14 St. Nutzreisig: Fichte 55,4 rm. Nutzscheiter: Eiche, Hainbuche und Lärche - 12,5 rm. Nutzknüppel: Fichte, 3 m lang = 13,8 rm. Günstige Zahlungsbedingungen. Langsdorf, den 2. Februar 1933. Hessische Bürgermeisterei Langsdorf Kneipp. Einzige Ruh« und Brennholzversteigerung aus der ZSrstcrei Bernsfeld am Dienstag, dem 7. Februar 1933, vormittags 9 Uhr, in der Müllerfchen IBitt- chaft ju Bernsfeld aus den Forstorten: Pferdsbacherholz 1, 2, 5; Pfingstweide 2, 3; Lichterwald 5, 6, 7, 13; Eisenkaute 7 und Buchwald 3. 4, 5: 785D I. Nutzholz: Langholz N: Fichte: la-KI. 0,35; lb-Kl. 2,98; 2a-Kl. 5,22; 2b-Kl. 1,08; Zp-Kl. 1,83 fm. Kiefer: 2b-Kl. 0,59; 3a-Kl. 0,97; 3b-Kl. 2,51 fm. Lärche: 2b-Kl. 1,11; 3a-Kl. 1,27; 3b-Kl. 4,02 fm. Derbstangen: Fichte 2 Stück 1. Kl., 1 Stück 2. Kl. Nuh- fcheiter: Eiche 5 rm (1,25 m lang und gesp, Küferholz). II. Brennholz: rm Scheiter: 333 Buche, 2 Hainbuche, 194 Eiche (hiervon 32 rm 2 m lang, zu Gartenpfosten geeignet, das übrige teils gesp., teils rund) 2 Birke, 3 Kirschbaum, 30 Fichte. Knüppel: 162 Buche, 8 Hainbuche, 177 Eiche (hiervon 20 rm 2 m lang, zu Gartenpfosten geeignet), 23 Kiefer, 10 Fichte. Reiferholz 3. fit: 210 Buche, 44 Eiche, 2 Birke. Stöcke: 6 Buche, 6 Fichte. Sämtliches Versteige- rungsholz aller Forstorte einschließlich Buchwald und Lichterwald ist einbegriffen, ausgenommen ist nur das Eichenstammholz, das bei der großen Nuhholzversteige- rung in Merlau am 17. Februar 1933 verkauft wird. Brennholz mit blau unterstrichenen Nummern kommt nicht zum Verkauf, dagegen wird das Nutzholz mit rot unterstrichenen Nummern versteigert. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen, da nachträgliche Beanstandungen nicht be= rücksichtigt werden. Nähere Auskunft durch Herrn Förster kniß zu Bernsfeld und die unterzeichnete Stelle. Grünberg, den 2. Februar 1933. Hessisches Forstamt Nieder-Ohmen. S u ß n e r. Buttenverkauf. Die Gemeinde Steinbach beabsichtigt einen fetten Bullen zu verkaufen. Angebote per Zentner Lebendgewicht sind bis zum Donnerstag, dem 9. Februar 1933, nachmittags 2 Uhr, auf der Bürgermeisterei einzureichen, woselbst die Bedingungen bekanntgegeben werden. 837D Gleichzeitig können sich Besitzer von sprungfähigen Vogelsberger Bullen bei der unterzeichneten Stelle melden. Steinbach, den 3. Februar 1933. Hessische Bürgermeisterei Steinbach. Krämer. .E Maschinenbau, Elektrotechnik, Automobilbau Rutz- und Brennhotzversteigerung im Licher Stadtwalde. In den Distrikten Eichwald, Plattenwald, Mönchköpse, Langebuche, Rehtränk»- berg und Zappenau werden nach vor- heriger Zusammenkunft an der Provinzial- straße Lich—Hattenrod in Distrikt Reh- trönfsberg am Donnerstag, dem 9. Februar 1933, vormittags 10 Uhr, versteigert: 797V Buche, Hainbuche, Birke, Erle und Fichten: Scheiter 120 rm, Knüppel 140 rm, Stöcke 7 rm, Reisig 3180 Wellen und 18 Lose. Eiche, Birke, Erle und Fichte: Schlag- reisig. Stämme: Eiche 2. und 3. Kl. 16 St., 4,78 fm; Elsbeer 1 St., 0,25 fm; Esche 14 Stück, 1,58 fm. Derbstangen: Fichte 3. Kl. 640 Stück, Eiche, Hainbuche und Ahorn: Deichseln 100 Stück. Reisstangen: Fichte 4. und 5. Kl. 668 Stück; Bohnenstangen: Fichte 6. und 7. Kl. 1200 Stück. Nutzscheiter: Eiche 55 rm (Gartenpfosten und Wagnerholz). Nutzknüppel: Fichte 8 rm. Ein Teil des Holzes wird nicht vorge- zeigt. Letzte Holzversteigerung: Donnerstag, den 16. Februar 1933. Lich, den 2. Februar 1933. Hessische Bürgermeisterei Lich. I.D.: Ihring, Beigeordneter. 7luh- und Brennhotzversteigerung im Albacher Gemeindewald. Dienstag, den 7. Februar, wird in den Distrikten Roterde und Kreuzholz versteigert: 802V Brennholz: 100 rm Buchen-Scheiter und -Knüppel 40 rm Fichten-Knüppel 1600 Buchen-, Eichen- und Fichten- Durchforstungswellen N, Eiche, Langholz 2. u. 1. Kl. 4 St. 5,72 fm N, „ Abschnitte 2. u. 3. „ 4 „ 3,04 „ N, „ „ 4. u. 5. „ 4 „ 4,87 „ N, Buche, „ 4. u. 5. „ 3 „ 3,47 „ Fichten-Derbstangen 1. Kl. 20 Stück w 2. ,, 130 „ „ 3. „ 310 ,, Eichen-Derbstangen 14 „ (Deichseln) 250 rm Fichten-Stangenreisig (Spalier- Holz) 20 rm Lärchen und Fichten-Nutz scheit 2. Kl. (3 m lang) 10 rm Eichen-Nutzscheit 1. Kl. (gesp.) Zusammenkunft 10 Uhr auf der Straße Aldach—Oppenrod, in der Roterde. Albach, den 2. Februar 1933. Hessische Bürgermeisterei. Lenz. Oie Hotzversteigerung vom 31. Januar in Försterei Treis an der Lumda ist mit Ausnahme der Kiefernstämme genehmigt. (Empfang der Abfuhr- scheine bei den Hebstellen, Uebermeifung (Zusammenkunft im Distrikt Himberg bei Brennholz Nr. 438 um 9 Uhr) und erster Fahrtag am 7. Februar. 825V Gießen, den 3. Februar 1933. Hessisches Forstamt Gießen. Nntzhotzsubnnssion der Försterei Ettingshausen. Die Gemeinde Ettingshausen verkauft im Wege schriftlichen Angebots folgende Holzsorttmente: 848V fiiefernffämme, N. Los L la-ftl. 3 St. - 0,54 fm Id- „ 86 „ ■= 29,38 „ 2a- „ 102 „ - 54,39 „ 2b-„ 21 „ - 16,95 „ 3a- „ 3 „ - 3,16 „ Los 2. la- „ 2 . - 0,29 „ lb-„ 78 „ - 26,02 „ 2a- „ 122 „ = 65,03 „ 2b- „ 62 „ ’ 51,97 „ FichleustLmme, N. 1a-Kl. 214 St. - 33,36 fm lb-„ 376 „ - 128,33 „ 2a. „ 134 w - 87,14 „ 2b- „ 31 „ - 30,68 „ 3a- „ 11 „ - 18,07 „ Fichtenderbstangen. 1. Kl. 243 St. - 21,87 fm 2. „ 347 „ - 20,82 „ 3. „ 1204 „ - 36,12 „ Gemeinde Ober-Bessingen. Kiefernstämme 2a-Kl. 26 St. = 6,47 fm 2b’ „ 13 „ - 4,55 „ „ 3a- „ 3 „ = 1,65 „ 3b- „ 1 „ - 0,34 „ Fichtenstämme lat „ 113 „ « 15,18 „ „ lb- „ 20 „ « 5,22 „ „ 2a- „ 4 „ - 1,70 „ ,, 2b- „ 3 „ = 2,13 „ Fichtenderbstangen 1. Kl. 241 Stück Sämtliches Holz ist ohne Rinde gemessen. Angebote sind in Reichsmark pro Fest Meter losweise, getrennt nach Sortiment und Klassen, verschlossen, mit der Aufschrift „Holzsubmission" bis spätestens Donnerstag, den 9. Februar 1933, nachmittags 2 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, woselbst auch die Bedingungen, welchen sich die Käufer mit Einreichung ihrer Angebote unterwerfen, ein- aesehen werden können. Die Eröffnung findet zu vorerwähnter Zeit auf dem Rathaus in Ettingshausen statt. Günstige Zahlungsbedingungen. Man bittet, das Holz vorher ansehen zu wollen, da spätere Reklamationen nicht berücksichtigt werden können, und wird von Herrn Förster Keil auf Verlangen vorgezeigt. Ettingshausen, den 4. Februar 1933 Hessische Bürgermeisterei Ettingshausen. Dpper. trat und bea» b es iln» lgust. . um ntlich . das as er Die n das tznell i zur dort rum- aus Zau- war. ourbe Man gegen über des eifrig jenem oblen Freu» r zur Schluß ischie- n. n ger i. Die igenb- orbcn. au nie. a 200 wird. ad)(cn I Haus y.'urge- 'ager , eben- ig fin- nähen, n Ar. kochen, rsorge »zialen junge en sich ichsten ch er» stetige buid) g mit r weit stnaus werke, r täte um “ er» 5, be» Ver» i zum irt seit hntal- s Ge» „Eä» :r, der anges- id bäte für at hier leider Zwei Man» eben-» st o r » u f e n Hus- beffen b Wei» Wet» d nach Durch rbings .» über giebige blichen >n ab» Druck »Higern m sich später» lieber» g und rocken, ielfach g und mild, 3 Grad ■orgens nimum 10 cm März: ,0 mm. Unsere 0 billigen Preisen zu kaufen Rabatt Zu Nettopreisen bieten wir an Küchen-u. Frottier- Leibwäsche-Stoffe Wäsche Meter -.35, Wäsche 45 40 35 50 45 Herrenwäsche Bettwäsche Meter -.60, Berufskittel 95 Gr. 48/100 Stück 1.25, Hemden-Popeline, z. Selbstan- ■■ fert. eleg. Oberhemd., neueste e ja Ausmusterung ... Meter 1.25, ■ I U Meter -.35, Kissen K’sd. Damenwäsche Pyjama-Flanell q ■ entzück. Blumenmuster oder _ < n mod. 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Hierzu werde < benötigt, das vom l Reibenden Satz von Tilgung - geliehen, getragen ist. Dorsorgs Bürgermeister schon kurzer Aussprache ert Zustimmung zu den in nahmen des Bürgermi Ein Gesuch des Bl i der Holzlieferung ft der Stadt eine Barv hält gegen die Bet städtischen Beranstalti und der eine Heraussc wurde abgelehnt. Landkr _"Dieseck,Z. Fch dartenbauverei pormonn seine diesjäk M ab, zu der sich Sft« !i°tz MV SLL? * und 717 Brr. A [N 6on 446 Bll. K wurde. D7Z fei SNnet bet Sani tS5^« spSSSi Tag-Hemden, a. fein. Wäsche- — — stoff mit Stickerei od. Klöppel- 7k spitze...........Stück 1.-., elU Tag-Hemden, aus gut. Mako, . — A miteleg. Stickerei od. Klöppel- 1 All garnitur..... Stück 2.50, 2.-, leUU Nacht-Hemden, a. gut. Wäschestoff, m. färb, besetzt, od. sch. Klöppelgarn. St. 2.50, 1.75, Nacht-Hemden, a. fein. Mako- a A A tuch, reich m. Stickerei oder IIII Klöppel verarb. .. Stück 4.50, UiUU £ Samstag, 4. HedruarsyZZ Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Hr.SO Drittes Blatt Obecheffen Wirtschast 1 Wie Plkigem sich später» lieber» tesdienst. — Kirchberg. 10: Kirchber> lar. — hausen Garbenleich. 10: < Raufen. — Watzenborn-Steinberg. 13: 5)auptgottes- bienst: 14: Kinderkirche. — Grüningen. 10.15: S)aupt- wird's LWetfeß 11.: Die Boheme, Anfang 19 Uhr. 12.: Lohen» grin; Anfang 18 Uhr. 13.: Geschlossen. Schauspielhaus. 5. Febr.. Morgen um fünf...!: Anfang 20 Uhr. 6.: Der mutige Seefahrer: Anfang 20 Uhr 7.: Die Journalisten: Anfang 20 Uhr. 8.: Amphitryon; Anfang 20 Uhr. 9.: Die Journalisten: Anfang 20 Uhr. 10.: Am» phitrnon: Anfang 20 Uhr. 11.: Kollege Crampton: Anfang 20 Uhr. 12.: Die endlose Straste. Anfang 15.30 Uhr: Der Verschwender, Anfang 20 Uhr. 13.: Amphitryon: Anfang 20 Uhr. Preußen. Kreis Wetzlar. ± Waldgirmes, 3. Febr. Hier ist ein Fall von Paratyphus mit Todesfolge zu verzeichnen gewesen. — 3n der jüngsten Zeit sind bei Hausschlachtungen zehn Schweine wegen Tuberkulose verworfen worden. Da nur eine örtliche Versicherung besteht, müssen die Mitglieder erhebliche Beiträge leisten. I Aus dem Hüttenberg, 3. Febr. In den Gemeinden des Hüttenbergs ist die Grippe in stärkerem Umfange ausgetreten. Krankheitsfälle mit schwereren Komplikationen waren bisher nicht zu verzeichnen. Trotzdem auch eine größere Anzahl Schulkinder von der Grippe befallen ist, kam es bisher noch nicht zu Schul- schliehungen. Riesenfeuer in der Rhön. Fulda, 4- Febr. (TU ) Am Freitagabend wurde der Rhönort Hilders im Kreise Gersfeld von einem Riesenfeuer heimgesucht. Gegen 21 Uhr brach im Anwesen des Landwirts Winheim in der Kanalstraste ein Brand aus, der sich mit grober Schnelligkeit ausbrcitete und auch auf die umliegenden Gebäude Übergriff. Trotzdem die Wehren aus der gesamten Umgegend alarmiert wurden (es waren etwa 360 Feuerwehrleute zur Stelle), griff das Feuer auf die Rebengebäude (Stallungen und Scheunen) von 17 Anwesen über, die völlig eingeäschert wurden. Auch eine Anzahl von Wohngebäuden wurde durch das Wasser schwer beschädigt, zwei Wohnhäuser sind völlig unbewohnbar geworden. Erst gegen 2 Uhr nachts war es gelungen, die Gewalt des Feuers zu brechen- Die Entstehungsursache ist noch nicht geklärt. Man vermutet Brand st iftung. Auch die Höhe des Schadens steht noch nicht fest. Einige der Leute sind schwer geschädigt, da sie nur zum Teil versichert sind- Frankfurt sehr ssill. Frankfurt a. M., 4. Febr. (WTB. Drahtmeldung.) Die Wochenschlutzbörse eröffnete in sehr stiller Haltung. Die ersten Rotierungen zeigten jedoch meist kleine Erholungen. Infolge der anhaltenden innerpolitischen Unsicherheit war die Umsahtätigkeit aber gering, und nur die Kulisse hat verschiedentlich etwas gedeckt, während das Publikum sich weiter fernhält. Am Rentenmarkt lagen überwiegend kleine Verkaufsorders vor. Am Elektromarkt eröffneten Gelsenkirchen und Deutsche Erdöl bis zu 1,75 Proz. höher. Stahlverein gewannen 1 Proz., 3G. und Schuckert bis zu 0,38 Proz., dagegen verloren Licht & Kraft und Zement Heidelberg bis zu 1 Prozent. Reichsbankanteile, die an der Abendbörse infolge von Gerüchten über eine eventuelle Dividendenermä- stigung weiter schwach lagen, eröffneten heute unverändert. 2m Verlaufe kamen noch AEG., De- kula und Phönix-Bergbau bis zu 0,63 Prozeß höher zur Rotiz. Von Zellstoffaktien eröffneten Aschaffenburger 0,25 Proz. niedriger. Waldhof lagen behauptet. Am Schiffahrtsmarkt zogen Hapag 0,13 Prozent an. Am Rentenmarkt eröffneten Reubesitz 0,1 Prozent höher, während Altbesitz 0,9 Prozent nachgaben. Späte Reichsschuldbuchforderungen waren um 1,25 Prozent erholt, wobei aber Käufe von interessierter Seite erfolgt sein sollen. Von Industrieobligationen waren Stahlvereinsbonds 0.5 Prozent höher, Reichsbahnvorzugsaktien blieben behauptet. Im Verlaufe kamen noch AEG-, Bekula, Aku und Phönix bis zu 1,9 Prozent höher zur Rotiz. Von Zellstoffaktien lagen Aschaffenburg 0,25 Prozent niedriger, Waldhof waren behauptet. Am Schiffahrtsmarkt zogen Hapag 0,1 Prozent an. Im späteren Verlauf war die Stimmung unsicher. und bei fast nahezu völliger Geschäftsstille bröckelten die Kurse meist von 0,25 bis 0,75 Prozent ab. Bank für Drauindustrie kamen 1,75 Prozent niedriger zur Rotiz. Reichsbank gaben 0,5 Prozent nach. Goldpsandbriefe lagen überwiegend noch von 0,25 bis 0,5 Prozent schwächer: auch Kommunalobligationen verloren etwa 1 Prozent. Liquidationspfandbriefe tendierten uneinheitlich. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 3,5 Prozent weiter leicht. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 5. Febr.: Die Csar- öasfürstin: Anfang 19.30 Uhr. 6.: Lehar; Anfang 20 Uhr. 7.: Palestrina; Anfang 19.30 Uhr. 8.: Der Postillon von Lonjumeau: hierauf: Die Puppenfee; Anfang 20 Mr. 9.: Othello; Anfang 19.30 Mr. 10.: Die Csardasfürstin; Anfang 19.30 Mr. trat und tbea» ib CS Un» iguft. ; um ntlich . daS is er Die n das chnell i zur dort rum» aus Zau» ! >s ein war. ourbe Man gegen über des cifrig jenem ob len Freu» r zue chlust rschie» von praktischen Hausfrauen erprobte winke zur schonenden. billigen pflege aller waschbaren Wollsachen: n. a ger i. Die igenb- erben, aumc. a 200 wird, mchsen Haus aurgs- aper ( eben- ifl !in- naben, n '21 r- kochen, j irforgc । izialen junge en sich ichsten ch er- Lokomoiiv-Enigleisung in Laubach. Heute morgen ereignete sich gegen 9 Mr im Bahnhof L a u b a ch ein Zugunfall, der noch Dcr- hLltnismähig glimpflich verlief, insofern, als kerne Personen zu Schaden kamen. Die Cotomotibe des Personenzuges 4268, der auf der Strecke Mucke- Hungen verkehrt, sprang mit einer Achse a u s d e m G l e i s , so datz die Weiterfahrt un- nwglich wurde. Sofort wurde der Hilfs» und Gerätezug von Giesten mit den notwendigen Mannschaften angefordert. 9.05 Mr verliest der Hilfszug bereits den Bahnhof Gießen. Die Rei> senden wurden durch einen besonderen Zug nach Hungen gebracht und erreichten dort den Anschlußzug nach Gießen, der mit 20 Minuten Der» pätung hier eintraf. Der durch die Entglei.ung entstandene Materialschaden ist nicht bedeutend. Der Unfall dürfte schnell behoben sein. (Semänherof in Grünberg. jl_ Grünberg, 2. Febr. Eine Mitteilung des Bürgermeisters betraf die Verhandlungen, die er auftragsgemäß mit den hiesigen Backern zwecks Senkung des Back lohn es hatte die aber bis jetzt noch nicht zu einem Ergebnis führten. Für das Rotwerk der deutschen Jugend bewilligte der Gemeinderat einen Beitrag von 100 Mark. Rach Mitteilung des Bürgermeisters sind auch die Raturalien- und die Geld- sammlung in der Gemeinde von gutem Erfolg gewesen. Zur Genehmigung eines Arbeitspro- grammesfür 1933 (Durchführung un Rah. men des freiwilligen Arbeitsdienstes und des Sofortprogrammes der Reichsregierung) berichtete Bürgermeister Dr. M i l d n e r über die von ihm eingeleiteten Maßnahmen. Zunächst hat die Stadt 2700 Tagewerke Kultur- und Wegebau- arbeiten im Walde bei der für die Durchführung des freiwilligen Arbeitsdienstes zuständigen Stelle angemeldet. Die Stellung eines Lagers sei geplant. Hierfür sei das im Brunnental gelegene Waschhaus des Fabrikanten Karl Repp in Aussicht genommen, das zur Zeit dem Rotwerl der deutschen Jugend diene und von frtm Besitzer bereitwillig zur Verfügung gestellt w^de. Die Stadt übernehme außer der Quartierbeschaffung noch die Gestellung des Handwerksgeräts, die Bezahlung der Unfallversicherung unb Uei- nerer Beiträge, während Beköstigung und Entlohnung (1.60 Mk. pro Tag) vom Reich getragen werde. Eine weitere Maßnahme soll die Um- Pflasterung einzelner Straßen (Rosengasse, Marktgasse, Marktplatz und Frankfurter Straße) dar- fteilen, deren Ausführung, so dringend fte un allgemeinen Derkehrsinteresse ist, von der Stadt z. Z. aus eigenen Mitteln nicht in Angriff genommen werden könnte, aber für deren Durchführung das Sofortprogramm der Reichsregierung durch Bereitstellung von Reichsmitteln einen Weg biete. Hierzu werde ein Kapital von 8500 Mk. benötigt, das vom Reich gegen einen gleich- bleibenden Satz von 6 v. H. — 3in8 und Tilgung — geliehen, nach rund 20 Jahren abgetragen ist. Vorsorglich ist dieses Darlehen vom Dürgcrmeister schon angemeldet worden. Rach kurzer Aussprache erteilte der Gemeinderat seine Zustimmung zu den in die Wege geleiteten Maßnahmen des Bürgermeisters. Gin Gesuch des M u s i k v e r e i n s , der außer der Holzlieserung für sein Uebungslokal von der Stadt eine Barvergütung von 220 Mk. erhält gegen die Verpflichtung, bei bestimmten städtischen Veranstaltungen kostenlos zu spielen, und der eine Heraufsetzung auf 250 Mk. wünscht, wurde abgelehnt. Landkreis Gießen. * Wieseck, 3. Febr. Der hiesige O b st - u n d Gartenbauverein hielt gestern abend bei Hormann seine diesjährige Jahreshauptversammlung ab, zu der sich über 100 Mitglieder und Gönner eingefunden hatten. Rach der Begrüßung erstattete der Vorsitzende. Lehrer D e p P l e r , den Jahresbericht. Trotz der wirtschaftlichen Rotzell hat der Mitgliederbestand eine Zunahme von 25 erfahren, ein Beweis, wie sehr die Tätigkeit des Vereins geschäht wird. Die Rechnungsablage erstattete Kaufmann Loh. Bei 1263 Mk. Einnahme und 717 Mk. Ausgabe verblieb ein Ueber- schuh von 446 Mk., der teilweise zinstragend angelegt wurde. Der Voranschlag mit 369 Mk. auf beiten Seiten wurde einstimmig genehmigt und dem Rechner der Dank des Vereins ausgesprochen. Die Versammlung faßte einstimmig den Beschluß, die Dorstandsänller in den bewährten Händen der seitherigen Inhaber zu belassen. Rechner Lotz konnte den Rachweis erbringen, daß sich die Anschaffung der Vereinssprihe vorteilhaft ausgewirkt hat. Der Vorsitzende hielt bann einen Vortrag über »Praktische Winke für ben Obst- unb Haus- Kirchlicbe Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 5. Februar. 5. Sonntag nach Epiphanias. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker : 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker; 17: Mr. Mahr: Beichte und Abendmahl. — Johanneskirche. 9.30: Pfr. Ausfeld; zugleich Militärgottesdienst; 11: Äinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld; 17: Pfr. Bechtolsheimer, 20: Missionsstunde: Pfr. Groh. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinte; Pfr. Lenz. — Petruskapelle. 9.45: Pfr. Mahr. — konfirmandenfaal (Liebigstraße 56). 14: Taubftum- men-Gottesdienst; Pfr. Bechtolsheimer. — Klein- Linden. 10: Gottesdienst: 11: Kindergottesdienst. — Wettervoraussage. Die neue Atlantikstörung hat sich sehr schnell östlich weiter entwickelt unb auch bei uns Niederschlags- tätigfeit hervorgerufen. Eine umfangreiche Warm- luftsiafsel lagert aber noch über Frankreich und den britischen Inseln. Bei vorwiegend westlichen Winden wird diese auch auf das Festland vorgetragen, so daß das Wetter zunächst mild imb regnerisch bleibt. Allerdings hat bei Island ein Kaltluftvorstoß eingesetzt, bei dessen Eintreffen später die Wolkendecke zeitweise ausreißen wird und die Temperaturen vorübergehend Rückgang erfahren. Der Witterungs- charakter gestaltet sich dabei weiterhin veränderlich. Aussichten für Sonntag: Veränderlich, wechselnd wolkig, ziemlich mild unb regnerisch. Lufttemperaturen am 3. Februar: mittags 3,7 Grad Celsius, abends minus 0,1 Grab; am 4. Februar: morgens 0,9 Grab Celsius. Maximum 4,2 Grab, Minimum minus 2,1 Grab; Rieberschläge 0,8 Millimeter. Sonnenscheinbauer eine Stunbe. Erdtemperaturen in zehn Zentimeter Tiefe am 3. Februar: abends minus 0,2 Grab; am 4. Februar: morgens minus 0,1 Grab Celsius. Berlin nachgebend. Berlin, 4. Febr. (WTB. Funkspruch.) Das Geschäft in Aktien war heute selbst für einen Samstag recht klein. Stimmungsmäßig war zu Beginn des Verkehrs in Erwartung der Regierungserklärung zu den Zwangskonvertionsge- rächten eine Beruhigung festzustellen. Die Kursgestaltung war nicht ganz einheitlich; es ergaben sich Abweichungen bis zu 1 v. H. nach beiden Seiten. Teilweise waren auch Veränderungen bis zu 3 o.H. festzustellen. Gegenüber den schwächeren Frankfurter Abendkursen war oerschiedenllich eine kleine Erholung eingetreten. Im Verlaufe ergaben sich jedoch wieder Rückgänge, da Meldungen über ein bevorstehendes Oefamtmoratorium für bie Landwirtschaft — man spricht von 3 bis 4 Monaten — etwas verstimmten. Montane hatten Abweichungen bis zu etwa 1 o. H. nach beiden Seiten zu verzeichnen. Stolberger Ziyk verloren nach Minus-Minus-Notiz 2 v. H. Braunkohlenwerte lagen völlig uneinheitlich, hier beliefen sich die Veränderungen auf 1 bis 2 v. H. Kali-, Gummi- und Linoleum-, Auto-, Metall-, Bau-, Papier- und Zellstoffwerte, Brauereien, Verkehrswerte und Schiffahrtsaktien hatten denkbar kleines Geschäft und nur ganz unwesentliche Veränderungen aufzu- weisen. Chemische Werte, darunter Farben, neigten zur Schwäche. Elektroaktien lagen bei kleinen Abweichungen unregelmäßig. Gaswerte gaben bis zu 1,75 o.H. nach. Von Kabel- und Drahtwerten gewannen Deutsche Telefon und Kabel 1 v. H., während Deutsche Äabel 2 o.H. verloren. Maschinenfabriken gaben bis zu 1,50 v. H., Berlin- Karlsruher mehr als 2 o.H. nach. Kunstseideaktien und die übrigen Textilwerte lagen ruhig und nur knapp gehalten. Von Wasserwerken waren Wasser Gelsenkirchen 1,50 v. H. niedriger. Von Bankaktien büßten Reichsbank 3 o. H. ein. Hier hegt man bekanntlich Dividendenbefürchtungen. Leonhard Tietz waren heute leicht erholt, trotz der um 18 v. H. gesunkenen Warenhausumsätze. Deutsche Anleihen waren besonders im Verlaufe wieder recht schwach. Altbesitz verloren zirka 1 v. H. Variable Industrieobligationen und Reichsschuldbuchforderungen waren bis zu etwa 1 o. H. erholt, bröckelten aber im Verlaufe wieder leicht ab. In den übrigen festverzinslichen Werten bestand jedoch weiter Angebot, so daß sich Kursrückgänge bis zu 1,50 v. H. ergaben. Auslandrenten zeigten "bei geringfügigem Geschäft minimale Abweichungen nach beiden Seiten. Am Geldmarkt machte auch heute die Entspannung weitere Fortschritte Tagesgeld war an der unteren Grenze schon mit 4,40 dzw. 4,25 v. H. erhältlich. Monatsgeld blieb unverändert 5 bis 7 v. H. Nach Privatdiskonten, Reichswechseln per drei Monate und Reichsschatzanweisungen per 16. August bestand unverändert Nachfrage.____________________ garten“ und beantwortete aus der Versammlung gestellte Fragen. Zur planmäßig durchzuführenden Winterspritzung sollen 1000 Kilogramm Ob ft» baumfarbolineum bezogen werden. Ferner ist geplant, eine Dlumenausstellung zu veranstalten, zur Förderung der Sühmostbereitung durch einen erfahrenen Fachmann im Sommer einen Lehrgang abhalten äu lassen, und einen Daumannschen Apparat zu beschaffen. ' Grohen-Buseck, 3. Febr. Der Turnverein „Gut-Heil" in Großen-Buseck kann die ursprünglich für den 11. Februar vorgesehene Winterveranstaltung nicht abhalten, da durch Krankheits» und Sterbefälle unter den Mitgliedern eine Durchführung der Veranstaltung nicht gesichert erscheint. Voraussichtlich findet der Theaterabend in Verbindung mit dem An turnen statt. * Hausen, 3. Febr. Der Gesangverein „G e r m a ni a“ hielt dieser Tage seine Generalversammlung ab. Dem Geschäfts- und Kassenbericht war zu entnehmen, daß der Verein das Jahr 1932 gut überstanden hat. Der Vorstand blieb in der bisherigen Zusammensetzung bestehen. Dem Wunsche, am Totensonntag am Gefallenendenkmal durch Gesangsvorträge der Toten zu gedenken, wurde stattgegeben. Ferner beabsichtigt der Verein, am 18. Februar unter der Leitung seines Dirigenten Bender einen Gesangs- und Theaterabend zu veranstalten. Kreis Schotten. * Laubach. 4. Febr. Die Realschule L a u b a ch nimmt am Donnerstag, 9. Februar, von 11 bis 13 Uhr im Amtszimmer der Direktion die Anmeldungen für das neue Schuljahr und für alle Klaffen entgegen. Räheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. Heuchelheim. 10: Gottesdienst; 13: ftintergottes- dienst. — wieseck. 10: Hauptgottesdienst. — Grohen- Buseck. 10.30: Gottesdienst. — Oppenrod. 9.15: Got- ' " , 13.30: Mainz- Garbenteich. 13: gottesdienst. Montag, den 6. Februar. Lollar. 20.30 Uhr: Bibelstunde. katholische Gemeinden. Samstag, den 4. Februar. Gießen. 46,30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 5. Februar. 5. Sonntag nach Epiphanie. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer und Jünglinge. 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 17.30: Vortrag und Andacht. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Dich. 7.30: Hochamt mit Messe; 20: Vortrag und Andacht. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Mittwoch, den 7. Februar. Hungen. 7.30 Uhr: Messe. Sonntagsdienst d.Aerzte u.Avotheken am 5.2. 33 ft-rau Dr. Rothenberger. S.-N, Dr. Schlievbake. Pelikanavotbete. Zahnarzt: Dr. Betsch. >d wirklicher Nutzen aus der Viehhaltung ist unter dem heutigen wirtschaftlichen Druck möglich, wenn der Züchter sich an die neuzeitliche Fütterungsweise an leb nl. Neuzeitlich — und doch uralt! Solange das Menschengeschlecht Viehzucht betreibt, weiß es, daß zum Auswachsen und Gedeihen der Tiere auch Mineralstoffe notwendig sind. — Unsere Futter mittel find durch die fortgeschrittene Kultur an den lebenswichtigsten Mineralstoffen verarmt. Dazu kommt noch, daß unsere auf Leistung hochgezüchteten Tiere einen größeren Mineralstoffbedarf haben. Kümmerliches Aufwachsen, Knochenerkrankungen, Totgeburten, geringe Milchleistungen, struppiges glanzloses Fell, schlechte Masterfolge, leichte Ermüdbarkeit, Legeunlust, mangelhafte Schlupfergebnisse u. a. sind die Folgen des Mineralstoffmangels unserer jetzigen Fullermillel. Der vorwärtsstrebende Viehhaller "weiß, daß er diese Mißstände von seinem Vieh fernhallen kann, wenn er die feit Jahrzehnten bewährte Futterkalk - Mischung „Zwerg- Marke" der bekannten Firma M. Brorfmann, Ehern. Fabrik m. b. h„ Lelpzig-Lulrihsch, ständig beb füttert.__813V Wohlfeile Woche Diese außerordentlichenSonderleistungen bringen bestimmtviele neue Kunden. 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