? m 3 Krtbaussabe Mittwoch, 4-Januar 1935 185. Jahrgang Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Anschrift für Dihtnach- . —«HW)“!' IUI ns Alben ra ^—-7 1 ’* fronffurt am Mai» 1 AnzeiaerSiehen. tirvd und verloa: vrLhl'sche Univerfiläts-Vuch- und Zleindruckerei R. £ange in Gießen. Zchriftieitung und Geschäftsstelle: Zchulltraße 7. 11686. .'innahmr von Mnjetgen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Playvorfchrifl 20” , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Deranlwonlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange: für F.'illelon Dr H.THyriol; füi\ en übrigen Ted Ernst Blumschein und iür denAn« zeigenleil i.D. Th.Kümmel sämtlich in (Bienen. ;'S* -ss. W ÄS* Erlcheinl t äg ttdjciußei fonniags und Fijriags Beilagen: T)ie 3n*rierte Eienener Familienatter Heimat mDild Divcholle jnonatsBe3ugsjleis: ®?it 4 Deilagen 'HR 1 95 Hhne Illustrierte 1 80 Zustellgebühr . । -.25 Auch bei Nichtcchemen oon einzelnen Rimmern Infolge höherer ßewalt tiernfvrechanfrlüfse unter Sammelnumfer 2251 Wie kann der Landwirtschaft geholfen werden? dnMe;gen Zum Tode Cunos t Saeimetz ___. y.cacc-nßfUiUy funb.rn auch für jencQIianner voller enhw cSag^hul, Initiative nnb technisch-lommerziellem SelltfiwegV, I. Stoch [Verschiedene? eine auf En $)ugo S l i 13 ^nhenplah 23 Oie politischen Schulden. Frowcin fordert restlose Bereinigung. Düsseldorf, 3. Ian. (TTl.) In der Hauptversammlung der Industrie- und Hande skammer Düsseldorf erklärte der Präsident der Internationalen Handelskammer. Abraham F r o w e i n : Verhängnisvoll wirte sich aus, daß die Regierungen glaubten, es sei möglich, die durch den Krieg entstandene, auf keinerlei ökonomischen Vorgängen beruhende Verschuldung, d. h. also die Reparationen und interalliierten Schulden so zu behandeln, als seien diese Summen nicht in der Zerstörung investiert werden, sondern in produktivenAn- lagen. Die Frage der Reparationen sei ja nun- m.hr erledigt, aber die interalliierten Schulden seien in der gleichen Meise noch nicht ,erledigt worden. Öekonomisch müsse aber der Versuch, die sogenannten internationalen Schulden einzutreiben, ebenso störend wirken wie der Versuch der Eintreibung der Reparationen. Die Störung der Weltwirtschaft durch diese verhängnisvolle Ans dom Schlage Bismarcks, Cavours und führen vermochte. Mit dem Namen Wichclm Cuno ist der Wiederausdau der deutschen Seeschiffahrt nach dem verlorenen Kriege unauslöschlich ver- knüpft. — Der „'Bor mär t s" meint, ausschlag' gebend für die Ernennung Eunns durch Ebert, der in der damaligen Situation einen bürgerlichen Mann berufen mußte, sei die Tatsache gewesen, daß Cuno aus Protest gegen die ,31001 heutige Haltung der DVP. während des Kapp Plüsches aus dieser ausgetreten war und daß man ihn für besonders geeignet hielt, mit dem Zentrum Fühlung zu halten. — Der „B ö r s c n - C o u r i e r" sagt, Wilhelm Cuno hat das Schicksal nicht gerufen, nicht gelenkt und auch nicht gemeistert: wer hatte das gekonnt? Aber er hielt ihm stand, er stellte sich zur Verfügung, er hat geleistet, was Tapferkeit, Pflichtgefühl und guter Wille vermochten. — Die „V 0 s s i s ch e Zei - t 11 n g" hebt den Umstand hervor, daß Cuno der erste Chef einer Regierung nach 1918 war, der nicht dem Parlament angehörtc und auch späterhin nicht Mitglied des Reichstags geworden ist. Cunos bedeutsamste Leistung sei der Vertrag mit der Harriman-Gruppe über die gemeinsame Inbetriebsetzung früherer Hapaglinien im Jahre 1920 gewesen. Mit diesem Abschluß der Gemeinschaft zwischen Hapag und Llond habe er Albert Ballins große Idee verwirklicht. Halbmast in Hamburg und Bremen. Hamburg, 3. Ian. (TU.) Das Vcileids- kchrc.ben LesHamburgerSenots zum Tode Cunos sagt u. a.: „Der 'chwere Verlust, den die Hamburg—Amerilalinie durch das Hinscheiden DeutschnationaleForderungen zum Schutz der Landwirtschaft. Berlin, 3. Jan. (TU.) In der Parteivorstandssitzung der DNVP. wurde zu den landwirtschaftlichen Fragen eine Entschließung gefaßt, in der es u. a. heißt: Die Lage der Landwirtschaft ist so trostlos, daß bei ihrer Fortdauer alsbald etwa 500 000 Morgen landwirtschaftlicher Nutzfläche und unzählige Betriebe im Osten als nicht mehr sanierungs- sähig auf den Markt geworfen und .zum Teil der Volksernährung verloren gehen werden. Die landwirtschaftlichen Betriebe des übrigen Deutschland werden von dem gleichen Schicksal ersaßt werden. Damit wird die Reichsregierung vor Aufgaben gestellt sein, die sich im Rahmen staatlicher und sozialer Ordnung nicht mehr meistern lassen. Zur Erhaltung der heute schon fast sichergestellten Ernährung des deutschen Volkes aus eigener Scholle müssen die Getrcidepreise auf einen Stand gebracht werden, der die Rentabilität garantiert. Die ausländische Einfuhr muß zum Schutze der Veredelungsproduktion soweit e i n g e schränkt werden, als im Interesse der Erhaltung der deutschen Betriebe und im Interesse einer gesunden Volkswirtschaft erforderlich ift. Es ist dahin zu wirken, daß der Zinssatz für landwirtschaftlichen Kredit, insbesondere die Zinsspanne, erträglich gestaltet und nicht durch Bevorzugung von Bank- und Finanzinteressen der bodenständige Besitz immer weiter gefährdet wird. Die unverschuldet in Not geratenen Betriebe sind dem Betriebsinhaber zugleich im Interesse einer gesunden Landarbeiterschaft zu erhalten. Durch künftige Handels- oertragsverhandlungen dürfen die Zölle für Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft, des Gartenbaues sowie der Fischerei nicht wieder gebunden werden, vielmehr müssen die Zölle für diese Erzeugnisse allein durch die deutsche autonome Gesetzgebung geregelt werden. D.e Margarine-Industrie gegen den VutterbeimisKungSzwang. Berlin, 3. Ian. (TU.) Der Margarineverband e. V. veröffentlicht in mehreren Berliner Blättern eine Anzeige, in der es u. a. heißt: „Wir sind der Oesfentlichkeit die strikte Erklärung schuldig, daß in keinem Zeitpunkt seitens der Industrie die Butterbeimi- schung als empfehlenswert oder durchführbar bezeichnet worden ist. Das Gegenteil ist der Fall. Soweit in den letzten Monaten berufene Vertreter der Margarin.industrte im Ministerium gehört wurden, haben sie auf die nicht zu umgehende Verteuerung der Margarine und auf die techn ischen Schwierigkeiten aufmer.sam gemaht Diese Verteuerung ist eine absolute Rotwendigkeit, die sich ganz einfach schon daraus ergibt, daßfämt - liche übrigen Grund st offe der heutigen Margarine weit unter dem Dutterpreis liegen, sowie durch die notwendige U m ft c I - lung der Betriebe. Wie die Regierung unter diesen Umständen eine Verteuerung der Mar- gatine verhindern will, ist nicht zu verstehen. In techn scher Beziehung ist das Problem der Butterbe.m schung für deutsche Verhältnisse ungelöst. D.e Butterbeim.s yung wird angeordnet, ohne daß irgendeine Probe gemacht worden ist, ob dieses Butter-Margarine-Gemisch auf den in Deutschland üblichen langen Transportstrecken linker sich. Albert B allin hatte ion Krieg den )berregiertngsrat Cuno, der zuerst die Reichs- iietreidestelle und später im Reichs-Schatzamt das 'kneralrefbrat für kriegswirtschaftliche Fragen -ilete, ..entdeckt". Wlhelm Cuno trat in das ):rettoriiAii der Hamburg-Amerikalinie ein und rnrde im Dezember 1918, als Albert Ballin den susammetzbruch des Kaiserreiches nicht zu übereben veMochte, sein Rach'olger. ken. Cuno war es, der nach dem Scheitern der nach dem Scheitern der nur allzu bereiten Erfüllungspolitik als erster Vertreter des Reiches ein „N e i n" fand gegen die übertriebenen Ansprüche Frankreichs. Es gehörte eine ungeheure Verantwortung dazu, die Führung eines Volkes zu übernehmen, das soeben erst einen ungeheuren Zusammenbruch seelischer und politischer Natur erlebt halte unD nun waffenlos einem übermütigen Sieger die Stirn bieten wollte. Der Reichskanzler Cuno war em Mann edelsten vaterländischen Wollens, wenn ihm als Politiker der Erfolg versagt geblieben ist, so lag es einmal daran, daß ein augenscheinlicher Erfolg vier Jahre nach dem Weltkrieg wohl überhaupt nicht möglich war, zum andern aber auch weil Cuno doch schließlich jene Genialität und politische Dämonie fehlte, die nun einmal zum Wesen des großen Staatsmannes gehört. Cuno wurde niemals volkstümlich. Sein Rus zur Einigkeit verhallte nach wenigen Wochen im Zwiespalt der Parteien Vor letzten Entschlüssen schreckte Cuno, der unter der Verantwortung litt, zurück. Bleies m seinem Wesen und auch in seinem Kanzler,chtcksal machte ihn seinem Nachfolger aus dem Jahre 1930, Brüning, ähnlich. Er war niemals im engen Sinne des Wortes Parteipolitiker Sem „überparteiliches Kabinett" war ein verfrühter Versuch Xu einer „Präsidialregierung", wie sie neun Jahre nach dem Ruhrkampf Wirklichkeit wurde. Daß der Ruhrkampf scheinbar scheiterte, sagt nichts gegen Charakter und Persönlichkeit des Kanzlers Cuno. Das Schicksal war stärker als er. Und so verwegen es klingt: in Zeiten äußerster Gefahr und Be- drobuna ist der Staatsmann tollkühnen Wagemuts, der alles auf eine Karte setzt, mehr och Platze, als derjenige, der doch immer nur der pflichtbewußte und korrekte 'Sermaltungsbeamte bleibt. ilnb doch bedeutet die Kanzlerfeyaft Cunos Hl der sjs, 8“"d Ullhrj •Haus ^irtschaftlick'unterbauen zu können, «o^blieb Cecil ki h 0 de 5 ir „ungekrönte König von Südafrika , 3er WirtschcHer und Staatsmann in Einem war, Schuldenpolitik habe in ihrem Ausmaß zu eben - so falschen Maßnahmen auf dem Gebiete des internationalen Warenaustausches geführt. Auf der Weltwirtschaftskonferenz müsse auch die Voraussetzung für die Wiederherstellung einer festen Währung in allen Ländern der Welt geschahen werden. Diese Währung könne nurdieGold- Währung sei. Er sehe für feine Person hoffnungsvoll in die Zukunft und halte 'ich n.cht für einen uferlosen ALogiften .sondern für einen gesunden Optimisten. Zuversicht in England „Times" über die Erholung der deutschen Anleihen und Papiere. L 0 n d 0 n, 3. Jan. (WTB.) „T i in c s" schreibt in ihrem finanziellen Teil: Ein bedeutsames VJlerimnl auf dem Markt der Auslandanleihen war im vergangenen Jahr die Erholung der deutfchen Papiere. Diese Bewegung, die nach der Lausanner Konferenz im Juni begann, hat in den letzten Wochen des abgelaufenen Jahres schnelle Fori- schritte gemacht, und zwar infolge der Rückkehr Deutschlands zur Abrüstungskonferenz, infolge der Berichte über die durch die Ernennung des Generals von Schleicher zum Reichskanzler bewirkte B c - ruhigung im Innern und infolge der Anzeichen einer Besserung der deutschen finanziellen und industriellen Lage. — Der Jahresbericht der Reichskredit- g e s e 11 s ch a f t findet in den großen Blättern starke Beachtung. Cs wird hervorgehoben, daß er „zum erstenmal seit vielen Jahren" einen hoffnungsvollen Ton habe. politischcTagungdcrRcichsleitung der RSDAP. unter dem Vorütz des Leiters des Amtes für Agrarpolitik, Walter Darre, statt. Im Mittelpunlt der Tagung stand cm Referat Adolf Hitlers über die Sendung des deutschen Bauern. Rach dem Bericht der RSK. führte Hitler u. a. auä: Der tiefere Grund, warum die Rationalsozialiften allen jenen Regierungen ablehnend gegenübcrstündcn, die glauben, den jetzigen Zustand in Deutschland konservieren zu mük'en, sei der. daß sie zu bequem seien und nicht den Mut hätten, die Volkszersetzung von Grund au* zu beseitigen. Und doch kommen wir um dicke Klärung nicht herum. Entweder wir führen sic jetzt selbst durch oder s:e wird nut Sicherheit früher oder später von der anderen Seite zu Ungunsten der Ration erzwungen werden. Rach erfolgter innerpolitischer Säuberung und Regeneration unseres Volkes werde es auch dem Ausland sehr bald zum Bewußtsein kommen, daß ihm ein anderes Doll gegenübetftebe als bisher. Wie der Bauer, der jedes Jahr säen und an seine Ernte glauben muh, ohne zu wissen, ob sie nicht Wind und Wetter zerstört und seine Arbeit ohne Lohn bleibt, so müßten wir auch politisch den Mut haben, das zu tun, was notwendig getan, werden müsse, ganz gleich, ob im Augenblick der Crtolg schon sichtbar sei oder nicht. Wenn der deutsche Bauer, d:e Grundlage und der Lebensquell unseres Volkes, gerettet sei, dann werde auch die ganze Ration wieder mit Vertrauen in die Zukunft sehen können. Echo her Berliner presse. Berlin, 3. Jan. (TU.) Die Berliner Presse aller Parteirichtungen widmet dem verstorbenen Reichskanzler a. D- Cuno ausführliche illachrufe. Die „Berliner B ö r f e n .3 c i t u n g" hebt hervor, daß mit der Uebernahrns der Regierung durch Cuno zum ersten Male seit der Revolution wieder der Hauch von etwas wie einheitlicher nationaler Gesinnung durch das gesamte Deutschtum gegangen sei. Das Wiederaufleben des innerpolitischen Kampfes habe den Abwehrkampf gegen das französische Ruhrattentat erschwert. Mit Cuno sei einer der Wirtschastssührer großen F o.r m a t s dahingegangen, ein Mann von großen Fähigkeiten und lauterster Gesinnung und beseelt von glühender Vaterlandsliebe. — Der „Berliner Lokalanzeiger" nennt den Politiker Cuno einen Mann reinsten Wollens und von opferbereiter vaterländischer Gesinnung: es fehlte ihm aber das Schöpferische und das Geniale, das notwendig gewesen wäre, wenn der Kanzler des Ruhrwiderstandes der ungeheuer schweren Ausgabe hätte gewachsen sein sollen, an deren Lösung er mit reinen Händen herangegangen war. Mit dem Wirtschaftler Cuno sei einer der 11 ü g ft c n Finanzpolitiker der deutschen Privatwirtschaft und der Neuschöpfer der deutschen Handelsflotte dahingegangen. — Die „D A Z." schreibt: Das nationale Deutschland hat einen Führer von höchstem Adel der Gesinnung, die deutsche Wirtschaft eine repräsentative Persönlichkeit von Weltgeltung verloren. Die Kanzlerschaft Cunos ist wahrscheinlich der Wendepunkt für die innere und äußere Entwicklung Deutschlands gewesen, wenn sie auch zunächst und unmittelbar nicht zu dem gewünschten Erfolge zu Die Dauer nrbürgen zu können Wilhelm tttno war als Wirtschaftssührer der deutschen Naätriegszeit grundverschieden von jenen „Wirtschaftskäntänen" des 19. Jahrhunderts, die alle etwas Obiiales und teilweise Dämonisches an sich hatten. '21rr er stand auch gleichzeitig turmhoch iber den Leiten in Handel und Wirtschaft, deren Wirken, wie ile Ereignisse der letzten Jahre bewte- jen haben, mil zu dem Wirtschaftselend dieser Zeit betrug. Cuno «war ein bis in die letzte Herzfalte sauberer Charter. Mit ihm ist ein außerordentlich kluger Finanzchlitiker der deutschen Privatwirtschaft labingegangen.Gs fehlte ihm auch nicht an schöpferischen Ideen, nd doch blieb er stets der verant- vortungsbewutzc oberste Beamte im preußischen, ias heißt, im pflichtbewußten und sachltch-nuchtern- Iten Sinne biete Begriffes. r) Für die Iahle seit 1918, m denen dre deutsche in 6 Handelsflotte chn Grund auf wieder neu auf- den Wendepunkt in der deutschen Rach- I kriegspolitik. Es muhte einmal »Rein" gesagt werden. Die Welt mußte erkennen, daß das »moralische Recht Frankreichs" auf schwachen Füßen stand. Frankreich lieh durch die Entfesselung des Ruhrkriegs und später der Separa- tistenaufstände die letzte Maske fallen. Von Cuno über Stresemann, der die Rheinlandbefreiung erzwang, Brüning, der das Reparat.onsproblem anpackte, Papen und Schleicher führt ein gerader Weg Cuno als Kanzler des Ruhrkampses war gleichzeitig der erste Kanzler der Revisionspolitik, die 1933 ihre eigentlichen Aufgaben zu lösen hat. haltbar bleibt. Das Beispiel in Rorwcgcn hat zu einer Qualität geführt, die dem deutschen Konsum nicht angeboten werden darf. In Holland wird eine erstklassige Butter der Margarine — unter starker Pre i s- erhöhung — beigemischt und selbst dann bleibt nur eine Haltbarkeit der Ware von etwa zwei Wochen. Bei uns würde das neue Gesetz etwa 95 v. H. gute Ware mit Verderben bedrohen, um etwa 5 v. H. angeblich nicht absehbare Butter unterzubringen. Die Hintergründe der Verordnung sind uns unbekannt. Die bäuerliche Landwirtschaft, der jeder gute Deutsche helfen will, sträubt sich, wie aus zahlreichen Aeuherun- gen dieser Kreise hervorgeht, gegen das Gesetz. Paradox erscheint es, die Butterbeimischung anzuordnen und gleichzeitig bei hoher Gefängnisstrafe zu verbieten, davon zu sprechen. Ab 1. April soll sogar nicht mehr gesagt werden dürfen, Margarine enthalte Milch und sei ein Butterersah. Das Gesetz, mit dem die Industrie überrumpelt wurde, stellt für mindestens 40 Millionen unserer Bevölkerung einen schweren Schlag dar — finanziell und als ein in seinen Folgen unübersehbares Experiment." Hitler über hie Sendung des deutschen Bauern. München, 3. Ian. ($M.) Am Dienstag fand in Anwesenheit Hitlers im Braunen Hause in München d ie fünfte agrar- LH** ti’“'*'8 dU Afiefl ft“»'S ff-**10 DerKanzMsRuhrkampfes Ehe sich am fl. Januar der Tag zum zehnten Male jährte, ai dem fünf französische Dtvis.onen mitten im Friedn kriegsmäßig in das Richrgeb:et cimnarschiertcn^ ist der Kanzler des Ruhr- lampfes, Gehsimrat Wilhelm Cuno, gestorben. Als Reichspräsident Ebert Mitte Rovembt 1922 den Vorsitzenden des Vorstandes der Hivag mit der Kanzlerschaft betraute, hatte di: erst 46jährige Geheimart Cuno eine glänzend^ Karriere als Wirtschaftsführer & rerim^on fZbst verbot, war Cuno zweifellos U -kr gceisnetste Liter für diesm^t^ed«auf. SS k S tiS» - land beschränkte Ausnahmeerscheinung, nes, der wirtschaftlich und organi- sationstechnitq das Zeug zu einem Cecil Rhodes Qt?habt hättejbesaß nicht im mindesten den notwendigen Ueberiitf über die politische und geistige Ge- samtsituationder Erde, um seinem Wirtschaftswerke üüriie , MM S KZ» 1500 W* ESg Sta*^ mit H lau.“ Fünf Schilfe mit zusammen 4000 Tonnen -* “latten die „Sieger" Deutschland gelassen. ^Drei 1 Jahre später waren schon wieder 330 000 -r^nne in D-renn gestellt, und heute verfugt dw Hapag ■ bieder über den Schiffspark der Sorfricg0j.il, nur daß die Mehrzahl der Schiffseinheiten 14^1- ler und leistungsfähiger ist. Sehr früh nahm Cuno iie wirtschaftlichen 'Beziehungen zu den Deremig- ien Staaten wieder auf. 11 nb hier ging ^on Dem Wirtschastsführer tzuno die erste üolttif:i)c A>rr- iuni? aus, die heute noch nicht abgeschlossen ijt. Der Wiederaufbau Der Hapag, wie überhaupt öer deutschen Handevsslotte nach dem Krieg, wird für imm. r mit dem 'Samen Cunos verbunden fein. Wenn die Nachricht vom frühzeitigen Tode des erst 56jächrigsn Leitexs der Hapag in die Iveit bringt, io , wird man illenthalben zuerst allerdings an den Kanzler des Ruhrkrieges Den- enmeg 23.___- iuhuuiiuuu; ।“>■ -**“*•*--— --— -1 ßesondereöeiegenhrj oja^^liul, Initiative und techn.sch-lomrnerziellem ' inScbreiönasthiiwn»1 oz^.ssändr.s, die neben der Macht der Staaten liidtrhauMi Mahl großer W.rtschafts.örper schufen. ----------wxm ' Krupp, Siemens, Borsig, Ral'henau, um nur KleifefhaugMhiew ÜQar p-(ain<>n zu nennen, waren d.c deutschen . kftestirva. m Himmel dieser großen „Wirtfchafts- 'Sausschneidcm j r Je mehl gegen die Jahrhundertwende hm sich Wirtschaft LmD Staatspolitik durchdrungen, desto umfassende! wurden die Wirtschaftsaufgaben, wurden aber «ich gleichzeitig die politischen Möglichkeiten Diem Herrscher im Bereiche von Wirtschaft ind Technij Leider sand Die alte Generation Der Lismarck-Zlt nicht Die geeigneten Nachfolger, um den Machtchspruch Des wilhelminischen Kaiserreichs unterbauen zu können. So^blieb (Sccil rüchtewürfel Naturprodukt inigungsmittel ing.stet. gleich ßiif e bei tägt Gebrauch. Drogerien und Bt- "hon zum Pleise ab ige erhältlich. 23 v (* MÜNCHEN 13 ' haben: Ttalyal«* ‘tuplali 8, Erlitt r- 'iJiirifli 6, Dr-serie tbO s-, Stfirirea 69, 3unuir 1933, verlor iMfflttg 28: fiflttihiW. Wlv; i|d)rante, Uludjltiii is, 1 großen Ofen inte, fBetten, Selb Bilher u. v. u. vauslwnciorm; verfett,imiamM Garderobeu.Aen.'r rungen fotott M Tag2Mk.^i. Angeb. unters denWLjM des Vorsitzenden chreS Direktoriums, Cuno, erlitten bat, trijft nicht nur sie, sondern ganz Ha m bürg und die deutsche Schilf- sahrt sowie all« Kreise der deutschen Wirtschaft. die mit dem deutschen Lieberseehandel und der deutschen Schiffahrt verbunden sind. Linier Cunos Führung schloß die Hamburg— Amerikalinie gleich nach dein Kriege jenen Vertrag, der der deutschen Flagge die Meere wieder öffnete. Der Wiederaufbau der deutschen Handcisschiffahrt wird immer mit dem Namen Geheimrat Cunos verbunden bleiben. Das sichert iHm zugleich den bleibenden Dank Hamburgs. 'Der Senat bittet Sie, sein herzlichstes Beileid entgcgcnzunehmen. Der Norddeutsche Lloyd hat an die Hamburg-Ämcrikalinie folgendes Telegramm gerichtet: Trauernd stehen wir mit Ihnen an der Bahre des vortrefflichen Mannes, der sich durch seine intensive Arbeitskraft und seine großen Erfahrungen und sein reiches Wissen um die deutsche Handelsschiffahrt und insbesondere ihren Wiederaufbau nach dem Kriege so außerordentliche Verdienste erworben hat und dessen NaMe unlöslich und unvergeßlich mit der deutschen Ncederei verbunden ist. Wir beklagen in dem leider viel zu früh Dahingeschiedenen nicht nur den treu bewährten Kollegen und Mitarbeiter, sondern auch den guten Freund, dessen persönliche Liebenswürdigieit und vornehmer Charakter sein Andenken bei uns stets lebendig halten werden. * Aus Anlaß des Ablebens von Geheimrat Cuno haben die Verwaltungsgebäude sowie sämtliche Schiffe der Hapag und des Norddeutschen Lloyd die Flaggen auf Halb stock gesetzt. Lieber Zeit und Ort der Beisetzung des Verstorbenen sind noch keine Anordnungen getroffen worden. ReichsprasidentundReichslanzler zum Tode L'Ms. Berlin, 3. Jan. (WTB.) Der Herr Reichspräsident hat an die Witwe des verstorbenen Reichskanzlers a. D. Cuno das nachstehende Telegramm gerichtet: „Zu dem schweren Schicksalsschlag, der Sie, gnädige Frau, und die Ihren durch das so plötzliche Hinscheiden Ihres Herrn Gemahls betroffen hat, spreche ich Ihnen meine allerherzlichste Teilnahme aus. Die hohen Verdienste, die der Entschlafene sich um das Vaterland und den Wiederaufbau seines Wirtschaftslebens erworben hat, sichern ihm ein bleibendes ehrendes Angedenken. Gez. von Hindenburg, Reichspräsident." Reichskanzler von Schleicher hat an die Gattin des verstorbenen Reichskanzlers das nachstehende Beileidstelegramm gesandt: „Die Nachricht von dem unerwarteten Hinscheiden Ihres Herrn Gemahls hat mich aus das Tiefste erschüttert. Ich bitte Sie, zugleich im Namen der Reichsregierung den Ausdruck aufrichtigster Anteilnahme zu diesem schweren Verlust entgegenzunehmen. Der Verstorbene hat in schwerer Notzeit Deutschlands sich nicht 'gescheut, schwerste Verantwortung auf sich zu nehmen. Seine von heißer Liebe zum Vaterland getragene Arbeit sichert ihm stets ein dankbares Gedenken. Mehr als 15 Jahre hindurch hat Ihr Herr Gemahl als Mitglied und Vorsitzender des Direktoriums der Hamburg-Amerika-Linie sich u m den Wiederaufbau der deutschen Schiffahrt entscheidende Verdien st e erworben, für die ihn, der Dank unseres Landes gebührt. Möge der Allmächtige Ihnen und Ihren Angehörigen Trost in Ihrem schweren Leid spenden." Oer Kampf um die Ernährung in Rußland. Moskau, 3. Jan. (WTB.) Das Dnjeprope- trowfker Gaugericht verurteilte drei e h e m a - lige Funktionäre wegen böswilliger Sabotage d e r G e t r e i de a u f b r i n g u n g zum Tode, drei weiter« Angeklagte zu zehnjähriger und fünf Angeklagte zu achtjähriger Freiheitsstrafe. Die Staatsanwaltschaft hatte festge- Wiedersehen mit einer Gebebten. Don Siegfried von Degefack. Ich hatte sie vor dem Kriege sehr geliebt, denn sie schenkte mir alles, was sich ein junger Student wünschen kann: Sorglosigkeit, Ungebundenheit, und das tiefe Glück einer ersten, großen Leidenschaft. Aber dann kamen Jahre der Trennung, der Ent- sreindung, ich sah sie wohl noch dann und wann, flüchtig im Vorbeifahren, konnte aber das einst so geliebte Antlitz nicht recht wiedererkennen, und das gab jedesmal eine kleine schmerzliche Enttäuschung. Hatte sie sich verändert? Oder war ich selbst ein anderer geworden? Vielleicht beides. Der Krieg und die Nachkriegszeit hatten wohl uns beide gewandelt, und nun wußten wir nichts mehr miteinander anzufangen. Zwar fühlte ich immer wieder, wenn ich j)urd) diese vielgerühmte und ebenso oielgeschmähte Stadt kam, etwas wie eine heimliche Liebe, aber alle solche Gesühlsreste schüttelte ich energisch als sentimentale 'Anwandlungen ab: was war, kommt nicht wieder. Man soll nicht einer Borkriegs-Geliebten nachtrauern, besonders, wenn diese Geliebte eine ganze Stadt ist, und wenn diese Stadt München heißt. Mit dem im Norden geprägten Schlagwort „ein Bierdorf" glaube ich meine alte Liebe zu dieser Stadt für immer zu begraben. Aber eine wirkliche Liebe stirbt wohl nicht so schnell, ja, auch wenn sie scheinbar schon längst gestorben ist, kann sie plötzlich wieder auferstehen, lebendiger denn je: was wirklich einmal war, lebt weiter, aller Vernunft zum Trotz. Schon auf dem Bahnhof, diesem häßlichen Ungetüm aus Ziegelsteinen, unter dem schmutzigen Glasgewölbe, begann das Wunder: alles war so merkwürdig vertraut, so unverändert. Sogar der dicke Gepäckträger mit dem Lederschurz erschien mir wie ein alter Bekannter: fast hätte ich ihm die schwielige Hand gedrückt. Und dann, als ich in der blauen Elektrischen am Stachus, am Lenbachplatz mit dem wasserrauschenden Denkmal-Brunnen vor- bei die Promenade entlang fuhr, auf den sonnen- beschienenen und taubenumschwärmten Odeonsplatz, die leuchtende Ludwigsstraße einbog, — bann war es mit aller Vernunft vorbei: obgleich ich eigentlich weiter fahren sollte, stieg ich einfach aus, setzte mein Köfferchen zwischen das Taubengewimmel auf das Pflaster und stand nun. da, ein Verkehrshindernis, mitt.-n im Autogetute, Rädergeklingel und Flügelgeknatter der um mich bewegten Welt. Und hier, an dieser Stelle, erkannte ich sie wieder, die Züge der einst so geliebten Stadt: diese stellt, daß die Angeklagten Protokoll« aufgesetzt hatten, in denen wissentlich falsch betäubet war, daß Saatgetreide zugrunde gegangen wäre und daß sie ferner verschiedene Dorfsowjets zurSabotagederGetreide- aufbri ngung angestistet hatten. Schanhaikwan von den Japanern besetzt. Der Krieg ins eigentliche China getragen. Tokio, 3. Jan. (IU.) Das japanische Kriegsministerium erklärt, daß es ein Telegramm von dem Stabschef der japanischen Armee in Lhina, Nakamura, erhalten habe, in dem mitgeteitt wird, daß die japanischen Truppen am 3. Januar um 3.20 Uhr Schanhaikwan beseht haben. Die japanischen Truppen sind in die Stadt eingerückt und haben sämtliche staatlichen Gebäude beseht. Die chinesischen Truppen, die ohne widerstand Schanhaikwan verlassen, werden von der japanischen Armee weiter verfolgt. In Schanghaikwan sind mehrere Tausend chinesische Truppen von der japanischen Infanterie entwaffnet worden, kriegsministec A r a k i erklärte, die Ereignisse seien so weit getrieben morden, daß Japan nichts weiter übrig bleibe, als die Ereignisse ihren Lauf nehmen zu lassen. Die japanische Regierung habe genug gewarnt und erklärt, daß Marschall Tschanghsueliang die Verantwortung für die politische Lage trage, da er durch seine Truppen- zufammenziehungen die japanische Armee provoziert habe. — Die japanischen Truppen haben mit der Besetzung der chinesischen Grenzstadt Schanhaikwan zum erstenmal den Fuß in das eigentliche China gefetzt. Die chinesische Regierung hat dem Völkerbund Mitteilung von den Kämpfen um Schanhaikwan remadjt; sie hat aber keine Protestnote an Japan gerichtet. peinliche Wahrheit. London, 3. Ian. (WTB.) 5>?r polnische Botschafter in London hat heute im Foreign-Osfice eine Beschwerde über die Silvesterveranstaltung des enali- schen Llntcrhaltungsrundfun.s überreicht. In der Silvestern.a-)t hatte der englische Nundfunk Silvesterprogramme mehrerer europäischer Staaten übertragen. Bevor auf eine neue ausländische Station umgeschaltet wurde, machte der Sprecher einig: einleitende Bemerkungen. Bei der Llmschaltung auf Warschau soll Polen, der Note zufolge, als ein Land bezeichnet werden fein, das ein Drittelseines Staatshaushalts für Nüstungen ausgibt. In dieser Bemerkung sieht Polen die Verwendung der englischen Srnder zu politischer Propaganda gegen eine befreundete Macht und fordert Maßnahmen, die eine Wiederholung unmöglich machen. Oer kommunistische Lleberfall auf das Arbeitslager in der Rhön. Weimar, 3. Jan. (ERB.) Zu dem bereits gemeldeten kommunistischen lleberfall auf das von der thüringischen Regierung errichtete Arbeitslager auf dein sogenannten „Ellenbogen" in der Hohen Rhön berichtet der als Lagerkommandant abkommandierte Polizeihauptmann Schmückte u. a.: Der lieber fall ist planmäßig erfolgt. Das,ergibt sich schon aus der Tatsache, daß auch Urlauber des Lagers überfallen worden sind. Außerdem wurde von Vertrauensleuten dem Lagerkommandanten mitgeteilt, daß Kommunisten die Absicht hätten, das Lager zu stürmen. Diese Meldungen hatten den Kommandante i veranlaßt, zwei Tage vor dem lleberfall eine Alarmübung abzuhalten. Dieser Uebung ist es zu verdanken, daß der Angriff abgeschlagen werden konnte. Die Freiwilligen hatten die Höhe um das Lager besetzt. Don den Kommunisten wurden ungefähr 2 0 0 bis 250 Schüsse abgegeben. Die Verteidiger des Lagers heitere Unbeschwertheit, diese lässige Unbekümmertheit, diese wohltuende Unbetriebsamkeit und Un= qeschäftigkeit der um mich her schlendernden, rollenden und flatternden Wesen, die gottlob noch nicht vom Berliner Tempo ersaßt sind. Hier sprüht schon südliches Licht, hier leuchtet schon südliches Blau, hier weht schon etwas italienische Luft, hier, der Odeonsplatz mit der Florentiner Feldherrnhalle, dem klingenden Barock der Theatinerkirche, ist der Vorplatz zu Italien, zu allen Herrlichkeiten des Südens. Und wenn auch diese sandgelben Bauten und Paläste, diese Feldherrnhalle und dieses Siegestor nicht „echt" und nur Kopien sind, — hier, in der Ludwigsstraße, in diesem flimmernden südlichen Licht, haben sie, allen Stilpedanten zum Trotz, ihr eigenes Leben und damit ihre Berechtigung. Es gibt in Deutschland so wenig schöne Straßen, — diese Ludwigsstraße ist und bleibt eine der schönsten. Oder macht meine so plötzlich wiedererwachte Liebe mich blind? Ja, ich bin wieder verliebt, wie damals, vor zwanzig Jahren, verliebt in diese leuchtende Stadt mit den beiden mächtig ^aufragenden malachitgrünen Zwiebelkuppen der Frauenkirche, dem strahlenden südlichen Himmel. Beinahe lasse ich mein Köfferchen mitten zwischen den fetten und gefräßigen Tauben auf dem Odeonsplatz liegen. Ich schleppe es wieder in die Elektrische, fahre weiter. Gute Freunde nehmen mich auf. Aber es läßt mir keine Ruhe, ich muß wieder hinaus, alle die Straßen und Plätze wiedersehen, auf denen ich als Student umhergewandert bin. Amalien- und Schellingstraße, — da ist noch mein Erker_ über dem Bäckerladen, von dem aus ich an einer Schnur mit Brötchen und Kuchen direkt aus der Bäckerei in mein Rimmer hinaufzog. Und drüben, an der anderen Ecke, ist noch der Fleischerladen, in dem ich jeden Abend, in Schlafrock und Pantoffeln, den kalken Aufschnitt einkaufte. Und an der dritten Ecke, — da ist der Blumenladen, von wo ich die Nelken und Rosen bezog, wenn ein lieber Besuch fatn. Und richtig, — dort ist noch der alte Briefkasten, der so viele Verlobungs-Anzeigen schlucken mutzte, daß er fast platzte ... Und hier, am Siegestor, trafen wir uns immer, wenn wir ins Residenz-Theater gingen, um Mozart zu hören: hier wurde mir der schwarze Smoking-Schlips feierlich gebunden, denn das verstand ich nicht, und habe es noch heute nicht gelernt. Aber jetzt laufe ich ja auch nicht mehr in Smoking und Zylinder herum, — das waren komische Zeiten! Und hier, am Brunnen vor der Universität, tanzten wir einmal ganz allein, in einer mondhellen Faschingsnacht. Verrückte Zeiten, — aber schön waren sie doch! waren bis auf den Kommandanten und einzelne Führer nicht b e w a s f n e 1. Das Gefecht dauerte annähernd zwei Stunden: dann gelang es, die Angreifer zurückzuschlagen. Im Lager selbst wurden drei Angreiser zurückbehalten, während später von der Hildburghausener Polizei noch ife u n ro _e i t e r e Verhaftungen in Frankenheiin vorgenommen wurden. Sieben Kommunisten sind nicht nach Frankenheim zurückgekehrt. Man nimmt an, daß diese verletzt sind und sich verborgen halten. öie Amenkc - Anleihe der Pfalz-Städte. DieTilgnngsratc kann n cht gezahlt werden. Mannheim, 3. Jan. (TU.) Die psälzischen Städte Ludwigshafen, Kaiserslautern, Speyer, Frankenthal, Neustadt a. d. H., Zweibrücken und Landau hatten im Jahre 1926 in Amerika gemeinsam eine Anleihe in Höhe von 3,^> Millionen Tollar ausgenommen. Die Anleihemittel wurden estimmungsgemäß für den Ausbau der Wasjrr , Gas - und Elektrizitätswerke verwlstdt. Bisher wurden die jeweiligen Zins- und Tihungsbetröge fristgemäß in vollem Umfange geaalt. Arn 1. Januar 1933 war die Zahlung voi 4 1 0000 RM. Zinsen nach Ueberwindung p ößter Schwierigkeiten zwar möglich, doch kann iie Tilgungsrate im Gegenwert von 590)00 RM. nicht mehr aufgebracht werden. Begründet wird diese Unmöglichkeit damit, daß dilFinanz kraft der an der Anleihe beteiligten (äädte infolge der gerade in der Rheinpfalz in befoners krassem Ausmaße in Erscheinung tretenden Wirtschaftskrise der letzten Jahre außerordenlich schlecht wurde. Die Finanzquellen rourbei außerdem durch die in der Arbeitslosensü'sorge in den letzten Jahren zu ihren llngunten eingetretene Lastenverschiebung völlig cschöpst. Mit den Gläubigern soll jetzt über ihre Befredigung verhandelt werden. Die Anleihe wird in leüyork notiert. — ------- - Aus aller Well. Orkanartiger Sturm im Atlantischen Ozean. Infolge orkanartiger außerordentlich schwe- rer Stürm« im Atlantischen Ozean wird der am Dienstag fällige Lloyd-Dampfer „'Breme n" mit zweitägiger Verspätung nicht vor Donnerstag in Äeuyork eintrerfen. Der große Dampfer „Leviathan" und zahlreiche Heinere Ozeandampfer werden sich gleichfalls um mehrere Tage verspäten. Die Strandung des russischen Eisbrechers „Malygin" Zu dem Llnglück des großen sowjetrusiischen Eisbrechers „Malygin" im Nördlichen Eismeer wird noch gemeldet, daß der Eisbrecher in voller Fahrt im Dunkel der Nacht a u f einen Eisberg gerannt ist und sich dabei ein großes Leck zugezogen hat. Sofort nach dem Llnglück wurden 808-Nufe ausgesandt, die von den Funkstationen an der Eismeerküste aichgefan- gen wurden. Wie der „Malygin" in einem Funkspruch mitteilt, hat sich seine Lage wesentlich verschlechtert. In den Mafchinenraum ist Wasier gedrungen, das nicht herausgepumpt werden konnte. Es'bcsteht sogar die Gefahr, daß das Wasser den ganzen Mafchinenraum «überflutet. Der Kapitän des Eisbrechers hat um weitere Hilfe gebeten. Ein anderer Eisbrecher versuchte, Öen' „Malygin" abzuschleppen, doch waren die Bemühungen umsonst. Der russische Eisbrecher „Lenin" befindet sich zur Zeit unterwegs nach Spitzbergen. Nach Meldungen, die von ru^ scher Seite m Spitzbergen eingelaufen sind, erfolgte die Strandung des „Malygin", der von Rußland nach den russ scheu Kohlengruben in Spitzbergen unterwegs war, am 29. Dezember dicht am Eingang des Eisfjords Wiederflottmachung des Eisbrechers war bisher nicht möglich. Die Besatzung von über 100 Mann soll woHlaus sein. Eine Familie bei einem Brand ums Leben gekommen. 3n der kleinen Stadt Shrlby (USA.) brach nachts in einem Wohnhaus Feuer aus. Eine Mutter und ihre fünf Kinder fanden den Feuertod. Der Vater wurde zwar gerettet, .hat aber so lebensgefährliche Verletzungen erlitten, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. (Eine Baugrube der Hamburger Untergrundbahn ersoffen. Die in monatelanger Arbeit hergestellte Baugrube für den neuen Hamburger Untergrund» bahnhof „Iungfernstieg" ist ersoffen. Wasser der Binnenalster, das mit ungeheurer Kraft unter der Spundwand durchgebrochen war, drang mit so großer Schnelligkeit in den Schacht ein, daß die in der Baugrube beschäftigten Arbeiter sich nur mit größter Not retten konnten. — Die Hamburger Hochbahn-Gesellschaft teilt mit, daß die Abdichtung der Daugrube sofort in Angriff genommen worden sei. Der bereits fertig- gestellte erste Bauabschnitt und er im Betrieb befindliche Tunnel seien nicht gcfährdet. Die wasserdichten Querwände zum Schutze dieser Teile hätten ihren Zweck vollstämig erfüllt. Mord in der Reuyorker Unerwell. Der Gangster Larr Gay, der n der Neuyvr- fer Llnterwelt unter dem Namei „Milchkönig" bekannt war, wurde in einer de: vergangenen Nächte beim Betreten eines Nachklubs, den er unterhielt, durch einen Revvlverschtß getötet. Der Mörder ist der Pförtner des l'lubs, der sich angeblich für eine Herabsetzung sei.er Bezüge an dem Getöteten rächen wollte. Lari Fay wandte bei seinen Reisen seit langem aurerordentlichse« Vorsichtsmaßnahmen an. Er fuhr z. B. immer in einem gepanzerten Automobil. Lrotzdem hat ihn nun das Schicksal ereilt, dem er entgehen wollte. Der Tote im Kanalschachl In Wittenberg (Bezirk Halle) hörtez zur Arbeit gehende Leute plötzlich Hilferufe aus der Erde bringen. Unter einem Kanalleckei an der Ecke Adler- und Lutherstraße kam menschliches Stöhnen und Rufen hervor. Die [ofoit benachrichtigten Kriminalpolizei, Schutzpolizei un) Feuerwehr stellten fest, daß zwischen dem Einsteiceschacht und der Einmündung in den vorbeifließenien Bach in den Kanalröhren ein Mensch lag. Ra^i eitrigster Arbeit gelang es, dkn Unglücklichen heriorzuziehen. Als man ihn jedoch geborgen hatte, wo- er bereits • tot. Es handelt sich um den 65jährigm Arbeiter Hermann Vossen aus Wittenberg. Die linke ■ Pulsader war zweimal durchschnitten. Ein blutiges Messer steckte in der rechten inneren Zrusttasche. Ob ein Verbrechen oorliegt, konnte bisher noch nicht geklärt werden. Einige Festnahmen sind trfolgt. Bierzehnjährige als Tvafsendiebe. Ein unglaublicher Vorfall ereignete sich .n einem Waffengeschäft in Essen. Fünf junge Burschen i ,i Alter von etwa 14 Jahren betraten das Wasfen- aeschäft, das etwa 30 Meter vom Rathaus in dem sich eine Polizeiwache befindet, entfernt l egt und verlangten von der Derkäuferin die Vorlage von Knieschonern. Während die allein im Laden anwesende Verkäuferin die verlangten Waren heraussuchte, hoben die Bürschen die Glasplatte der Ladentheke hoch und nahmen einige Schußwaf - f e n an s i ch. Die Verkäuferin wollte hierauf die Tür festhalten, um die Jungen am Entkommen zu hindern. Sie wurde jedoch von den Burschei überwältigt und mißhandelt. In dem Handgemenge gelang es ihr jedoch, einen der Bengels sestzuhalten und ihm die gestohlene Pistol; zu entreißen. Die Menschenmenge nahm Parte für die Waffenräuber (!). Die Polizei nahm einemBurschen fest, während seine drei Gefährten enttarn. Die Leopoldskraße, die hohe, festliche Säulenreihe der grünen Pappeln, — Giselastraße. Da ist noch die Schwabinger Pension, in der wir uns zum erstenmal sahen, in der alles das begann, was bis heute gehalten hat und ein Leben lang halten wird. Und dort, — der Englische Garten, die weiten grünen Rasenflächen, das kecke Monopteros-Tempelchen. der alte chinesische Turm, — überall grüßen mich gute Bekannte. Hier, unter diesen mächtigen Bäumen, glühten damals die Leuchtkäfer in einer warmen Juninacht, und hier, an diesen Büschen, blühten an einem sonnigen Wintermorgen die Eis- kristalle des Rauhreifs. Und dort, vor der Ludwigskirche, hockt noch immer das alte Weibchen und röstet Kastanien im trüben Schein einer Petroleumlampe. Ich kaufe mir wie damals eine braune Düte für zwanzig Pfennig, — wie gut sie schmecken, und wie gut sie in der Manteltasche wärmen! Nein, was wirklich war, das bleibt, das lebt weiter, wenn auch in immer neuer Wandlung. Und wenn wir beide, diese geliebte Stadt und ich, uns auch im Lauf der Jahrzehnte verändert haben, — überall, auf allen Wegen, erkenne ich doch das Antlitz von früher wieder. Wir waren uns fremd geworden, aber nun bricht Vertrautes wieder durch: wir haben uns wiedergefunden. Aus Entenjagd am Irischen Haff. Schwer klatscht der Regen gegen die Fenster. Von grauen Wolken bedeckt liegt die ostpreußische Landschaft da. Lind gerade heute wollen wir hinaus aufs Haff zur Entenjagd. Doch ein ganz klein Fünkchen Hoffnung ist noch vorhanden: vielleicht schlägt das Wetter noch um; es ist ja erst Vormittag. Der Wettergott hat es gut mit uns gemeint. Der Regen hak aufgehört, und eben hat die Sonne schon verstohlen aus den Wolken herausgeschaut. Jetzt aber schnell umgezogen, denn heute abend wird viel ßeben draußen auf den Blänken (schilffreien Wasserstellen im Schilf) sein. Glutrot steht die Sonne am Himmel. In einer guten halben Stunde wird sie untergehen. Wir müssen uns eilen, wenn wir noch rechtzeitig an unferm Platz fein wollen, da, wo die Wellen des Hasfs von dem Schilsmeer aufgenommen werden. Den halben Weg haben wir glücklich hinter uns gebracht; doch das dicke Ende kommt nach: der Marsch durch den etwa 200 Meter breiten Schilfgürtel. Immer tiefer sinkt 6er_ Fuß in dem sumpfigen Boden ein; immer höher w.rd das Schilf. Schon müssen wir es schneiden unö auf den schmalen Pfad legen, um überhaupt vorwärts zu lampten. Da wird es lichter, wir sind am Ziel. Rot leuchtend geht die Sonne hinter der Nehrung unter. In langen Wogen rollt d s Hass in das Schilf und gegen unsere kleine Irel. Schars heben sich die dunklen Schifferkähne legen den helleren Himmel ab. Weiße Schauinköfchen tänzeln munter auf den Wellen. Da, „sitt, litt, sitt, sitt", die erste schränkt, um allen verfügbaren Raum für d:e Mitnahme von Wasser und Brennstoff zu reservieren. In ununterbrochenen Dag- und Dachtfahrten ge-» lang schließlich das kühne Unternehmen. Oer Mann, dem Europa sein heutiges Gesicht verdankt. Leben und Taten des Königs Eduard V II. von England. Don F. X Schlichters. in Darmstadt, der sich in ---------. Verkehrsbund Oberhessen, Sitz in Gießen, durch rege Werbearbeit in anerkennenswerter Weise auch für die wirtschaftliche Förderung unserer Provinz einsetzt, hat zum Jahresanfang dringliche Verkehrs wünsche geäußert, die von den in Betracht kommenden Stellen hoffentlich erfüllt werden. Der Verkehrsverband schreibt u. a.: Wenn auf irgendeinem Gebiete eine Stimmung des Verzichts und des Pessimismus fehl am Platze ist, so ist dies im Bereiche des Berke h r s w e f e n s der Fall. Wer dieses fördern will, muß von einem, wenn auch mit Rücksicht auf die Zeitoerhältnisse nicht allzu weitgehenden Optimismus, von einer '• Mi lni) Nnan>, PW IW6™. rüstiger Mensch zu sein. Erst einige Zwischenfälle während seiner letzten beiden Lebensjahre ^belehren auch die Außenwelt darüber, daß der fröhliche Kreis wohl doch oft dunkle Stunden des Leidens durchwachen muß. ...... Er selbst weiß über seine „Möglichkeiten genau Bescheid. Er weiß auch, was ihn vielleicht retten könnte. Im Jahre 1907 erkrankt er besonders schwer und erwägt im engeren Familienkreise mit seinen Aerzten und Ministern den — Thronverzicht! Angeblich hat man ihn überreden müssen, diesen Gedanken fallen zu lassen... Immer stärker tritt jetzt die Unstetigkeit der Stimmung hervor, die schon seine Jugendjahre gekennzeichnet hat. Rach außen immer korrekt und freundlich, verbirgt der König hinter der Maske des Weltmannes Stimmungs- ausfchlägc, die zwischen fast krankhaft übertriebener Lebenslust und völliger Apathie und Lebensunlust innerhalb von Tagen und Stunden hin und her pendeln. _ „ .. Immerhin: es gelingt ihm, sein Werk, die europäische Mächtekonstellation, der Deutschland und Oesterreich-Ungarn im Weltkrieg sich gegenüber sehen, unter Dach und Fach zu bringen. Danach wird der Gesundheitszustand immer besorgniserregender. Seit dem Januar 1910 häufen sich Erkältungen, Dronchialkatarrhe, Erstickungsanfalle. -t:r Aufenthalt im Süden versagt diesmal seine Dienfic als Linderungsmittel. Ein kalter April ist dann die Ursache der letzten hartnäckigen Erkrankung, die sich in den ersten Tagen des Monats Mai zu einem tödlichen B r o n ch i a l k a t a r r h , verbunden mit Herzschwäche, entwickelt. Er erleidet während einer Audienz einen furchtbaren Erstickungsama.l und muß sich zu Bett begeben. Am Tag darauf läßt die Atemnot ein wenig nach. Eduard ist bereits wieder Optimist. Dann neue Verschlimmerung. Der König verlangt trotzdem zu rauchen, aber — die Zigarre schmeckt nicht mehr. Er betrachtet sie mit seltsamen Augen, dann legt er sie fort. Man hort ihn murmeln: „Soso — zum erstenmal ... das hat etwas^zu bedeuten ..." Er hat recht. Er versucht zwar, noch einmal vom Lager aufzustehen, läßt sich sogar ankleiden, mit aller Peinlichkeit, um einen Freund zu empfangen. Wie hat der selige Bruce schon von dem tindlichen Prinzen gesagt?' —: „Er legt leider viel zu viel Wert auf Kleidung und andere Aeiißerlichleiten! — Den Freundesbesuch übersteht Eduard, am Abend jedoch kann er nicht mehr — man entkleidet ihn, er ist nur noch bei halbem Bewußtsein. Er murmeln „Nein, ich gebe nicht nach - • Und muß dennoch nachgeben. Vier ciunöen spater, um die Mitternacht des 7. Mai 1910, erscheint ein Hofbeamter am Gitter des Buckinsham-Pa- lastes, der von zahllosen Tausenden belagert ist, denn man weiß: es steht ernst um den König... Das letzte Stimmenraunen der Wartenden verstummt, als man den Beamten erblickt. Dem tropst es monoton von den beherrschten Lippen: „Der König i st tot..." * Eduard VII. ist tot. Die Früchte seines Werkes hat er nicht mehr schauen dürfen — nicht mehr die gigantische Tragödie des Weltkriegs, nicht mehr Versailles, nicht mehr das heutige Gesicht Europas, dessen Schöpfer im Grunde niemand anderer ist als er, der die Vorbedingungen schuf zu all dem Leid und Chaos, dessen Linderung und Entwirrung unserer und noch mancher kommenden Generation vorbehalten ist. Wir — sind die Erben ... lehnung begegnen. Durch die Gewährung periodischer Tarisauflocke- rung, wie jetzt wieder für den Weihnachts- und Reujahrsverkehr, ist klar erwiefcn, daß der Normaltarif überseht ist. Bon großer Bedeutung für die weitere Ver- lehrsentwicklung ist auch, in welcher We.,e den berechtigten Forderungen des Kraftfahrzeugverkehrs :-m neuen Jahre Rechnung getragen wird. Darüber, daß die ©cicmtbeia- stung des Krastfahrzeugverkehrs, dre namentlich durch Zölle, innere Abgaben, Spritbe.m.schungs- zwang und nicht zuletzt durch allzu: starre^Preis- bindungen bedingt ist, eine gedeihliche Gntw.ck- lung dieses Verkehrsmittels stark abdro.ein musste, kann kein Zweifel bestehen. Die ungewöhnlich hohe Zahl der Abmeldung von H n n - derttaufendenvon Kraftfahrz e u g e n in diesem Winter dürfte «ine genügend Lare Svrache sprechen. Es ist dringend zu Wiwschen, daß den Anregungen der an einer Forderung des Berkchrs beteiligten Organisationen auf eine zeitgemäße Revision der steuerlichen und fonfti- gen betrieblichen Belastungen des Kraftverkehrs baldigst durchgreifend Rechnung getragen wird. Al^s in allem genommen liegen die Dinge so, daß auch das deutsche Verkehrswesen das neu« Jahr wieder mit hoffnungsvoller Erwartung begrüßen darf. Die reichen landschaftlichen Schönheiten und die hohen ge^ch.cht- lichen und kulturellen Werte der deutschen Gaue insbesondere auch des Hessenlandes, sind so zahlreich und bedeutsam, daß der Ruf „Reist in Deutschland!" im Jahre 1933 noch mehr als bisher Verständnis und Widerhall finden sollte. Ausgrabung des Amphitheaters von Lyon. Herriot, das gestürzte französische Staatsoberhaupt, will die Tage seiner Muhe zur Ausführung eines seiner Lieblingspläne benutzen. Wie seine wissenschaftlichen Interessen überhaupt der Erforschung vergangener Epochen und ihres Lebens zugewandt sind, so gelten sie tn erhöhtem -Maße der Geschichte seiner Vaterstadt Lyon, deren Bürgermeister er lange Zeit gewesen ist. Run plant er, das verschüttete römische Amphitheater seiner Heimatstadt wieder zum Tageslicht erstehen zu lassen. Es liegt am Abhang der <5vur- viere-Hügel begraben; an diesem ereigneten sich schon wiederholt Bergrutsche, die Häuser zertrümmerten und ihre Bewohner töteten. Ein solcher Anglücksfall aber hatte auch die Entdeckung der römischen Ruinen zur Folge, deren Frei le- gung sich Herriot zum Ziele gesetzt hat. Sie sollen dem Andenken der Opfer des Felssturzes geweiht werden. In dieser Arena starben im Jahre 177 christliche Sklaven für ihren Glauben den Opfertod. Später wurde das Amphitheater nie- dergerissen und seine Steine als Baumaterial für Häuser benutzt. Aber die Fundamente find einige Meter unter der Erdoberfläche noch erhalten. Die Stadtverwaltung von Lyon hat zu den Ausgrabungen ihre Zustimmung erteilt, und man hofft daß das Ministerium der Schönen Künste die erforderlichen Mittel zur Verfügung stellen werde. Das Gefängnis als Musentempel. Daß ©efanq-*-' ;n unseren Zeiten Wirtschaftlicker Rote das Gefängnis als «Li« Stätte an- sek^n, die ihne.i ,.eic Wohnung und Kost gewährt, und es nur ungern verlassen, ckommt nicht selten vor. Daß aber ein Insasse »dieses [ofoü benochlich- \ lei un) Feuerwehr insteicejchacht und reßeniyi Lach in 9- Aach eifrigftet fertig. drdet.Die JW dieser erfüllt. Irtenwii. '"ihrAeuhor- H .Nlchkvmg« A dergüWneii Kubs, den er M getötet. = W, der sich W. Bezügen Fay wandle acherordentlflo *7 * D. immer hat 0011« entgehen Nl zur Arbeit rufe aus der -anolitttel an der VI. Abschied und Erbe. Unter dem Regime des „Diplomatenkünigs", der, wie als Thronfolger, fo auch als König der „e r ft e Gentleman Europas" bleibt, erlebt England ein Jahrzehnt großen gesellschaftlichen Glanzes. Weit mehr als andere Monarchen hat Eduard einen großen Teil feiner Zeit auf Gefellfchaftsbetrieb, auf Hoffeste und Besuche auf den Landsitzen des Adels, auf Sport, auf Kunst verwendet. Regelmäßig besucht er Homburg, die Riviera, Paris und Biarritz, um nur die „Hauptschlachtfelder" seiner Aktivität zu nennen. Der Klatsch behauptet — und gewiß nicht immer zu Unrecht —, daß manche Reise recht „abenteuerliche" Hintergründe habe. Man spricht von dem König, der „nicht alt werden kann". Aber der jahrzehntelange Lebenswandel eines „Viveurs rächt sich doch im Alter. In den letzten Jahren führt Eduard gleichsam physisch und psychisch ein D o p - pelleden. Rach außenhin bleibt er der rüstige Kavalier, der glaubt, nirgends sehlen zu dürfen, wo sich die Gesellschaft zusammenfindet. Auch da er müde wird und seine Kräfte Nachlassen spürt, will er nicht auf den äußerlichen Glanz feiner Stellung verzichten — und lange nicht auf die leichten Abenteuer. Erst spät machen die Tänzerinnen jenen wichtigen klugen Frauen Platz, die nun bis zum Ende ihre Stellung im Freundeskreis des alternben Mannes behaupten. Daneben nimmt die Politik viel Kraft in Anspruch. In den letzten Lebensjahren wird aus dem großen Hasardeur der sich nach Behaglichkeit sehnende Greis, der selig ist, wenn er bei seinem Freund Sir Ernest Cassel ohne Storung durch Ministervorträge nach dem Diner a l s Schlafmittel sein Bridge spielen kann, . Am Wend seines Ledens muß der König auf ärztliche Anordnung alljährlich eine Kur in Ma- rienbaö machen, einige Wochen des Vorfrühlings in Biarritz verbringen und April und Mai auf feiner Jacht im Mittelmeer kreuzen. Dann reißt ihn wieder das Gesellschaftsleben seines Landes mit. Es kommt die Jagd in Schottland. Im Herbst und im Winter erholt er sich auf feinem Landsitz Saud- ringham, dem Zentrum des Familienlebens des Hofes. Hier finden sich jeweils auch König und Königin zu längeren Aufenthalten wieder zusammen: hier ist Eduard der Vorsehung spielende Squire und der Großpapa, der kampflos der Diktatur seiner Enkel unterliegt. Die letzten fünf Lebensjahre sind ein steter geheimer Kamps mit dem lauernden T ob e. W. H. Edwards weiß in seiner psychologischen «tu- die „Die Tragödie Eduards VII." zu erzählen, rote der schwerleibige Mann, der wie sein Vater siw Erkältungskrankheiten außerordentlich empfindlich ist, jedes Jahr mehrmals von schweren Bronchiten, die mit tage- und nächtelanger Atemnot und Herzschwäche verbunden sind, heimgesucht wird. Seine Aerzte können ihn nicht dazu überreden, das Leben eines anfälligen Patienten und „schonungsbedürftigen alten Mannes" zu führen, -tritt eine Krankheit auf, so gehorcht er den Aerzten. Sobald aber die unmittelbare Gefahr gewichen ist, nimmt er sein tägliches Leben mit all seinen Verpflichtungen, mit gutem Essen und Trinken und enorm starkem Rauchen wieder unverändert auf. Weil der König sich in keiner Weise der Schwächung seiner lebenswichtigen Organe, vor allem des Herzens, anpassen will, erweckt er immer noch nach außen den Eindruck, ein besonders lebenskräftiger und positiven Verkehrsgesinnung getragen sein. Dies gilt in gleicher Weise für die großen öffentlichen Verkehrsunternehmungen, wie Eisenbahn, Post, Schiffahrt, Kraftfahrzeugverkehr Luftverkehr, für die Gemeinde-, cotadt-, Landes- und Reichsverwaltungen, wie für die privaten lyremöen= Verkehrsgewerbe, darüber hinaus aber auch für alle Wirtschaftszweige, die mittelbar aus den Bor- . teilen des Fremdenverkehrs Nutzen ziehen. In diesem Sinne müssen die zahlreichen und vielfältigen Kräfte, die sich bisher im Sinne einer gedeihlichen Entwicklung des Verkehrs Zu tatkräftiger Arbeit zusammengefunden haben, besonders in der jetzigen schwierigen Zeit ihr Ziel im Auge behosten, das dahin geht, in gemeinsamer Arbeit den volkswirtschaftlich so wichtigen Zweig des Fremdenverkehrs — diesen Begriff im weitesten Sinne genommen — fo sorgsam wie nur immer möglich zu pflegen. Hierzu gehört in erster Linie, daß trotz aller notwendigen Sparsamkeit der össentlichen Finanzge- barunq das unbedingt erforderliche Mindestmaß an Mitteln für die Werbung zur Verfügung gestellt wird. Ohne Werbung kein Erfolg! Dies gilt in gleicher Weise für den einzelnen Geschäftsmann, rote ur einen Fremdenoerkehrsplatz, oder eine oerkehrlich zu fördernde Landschaft. Es wäre kurzsichtig und falsch, die Sparsamkeit hier über eme bestimmte Grenze hinauszutreiben. h f Von den Verkehrsoerwaltungen darf erwartet werden, daß sie alle Kräfte Rannen um dem Derkehrsbedürfnis gerecht zu werden nicht nur im Sinne einer Beibehaltung der bangen Einrichtungen, vielmehr in plaumatzigen^ sorgsamem Ausbau der Verbindungen. In diesem emne bleibt von besonderer Bedeutung die A u s g e ,t a 11 u n g des Fahrplans. Ein besonders vordringlicher Wunsch >m rihem- Main-Gebiet geht nach wie vor dahin, den ve- zirks-Eilverkehr noch stärker als bisher zu pflegen, da in unserer dichtbesiedelten Gegend eine Vermehrung leichter schneller Züge, die in erster Reihe dem Städteverkehr dienen, ein unabweisbares Bedürfnis ift Wenn auf irgendeinem Gebiete, so muß auf benv jenigen des Fahrplans die Wahrheit des «atzes ders in Amerika in Hunderttaufenden von Fällen in den letzten Jahren erprobt wurde und die, wenn i&r Schutz auch nur begrenzte Zeit vorhält, jetzt auch in Deutschland in steigendem Maße Anwendung findet. DKGS. Talen für Mittwoch, 4. Januar. 1880: der Maler Anselm Feuerbach in Venedig gestorben! — 1913: der preußische General Graf Alfred v. Schliessen in Berlin gestorben. Vornonzcn. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute nachmittag 15;45 üfjr: vorletzte Ausführung des Weihnachtsmärchens „Aschenbrödel", sechs Bilder mit Mus.k Gesang und Tanz von Görner. unter der Spielleitung von Karl "Bold. Märchenip.elpreise. Ende 18.15 Ähr. — Abends 19.30 Uhr als 13. Borstellung im Mittwoch-Abonnement das deutsche Frontstück „Die endlose Straße" von Graff und Hintze. sSvielleitung der Intendant.) Ende 22.45 Uhr. Gewöhnliche Preise. — Freitag, 6. Januar, als 13. Vorstellung im Freitag- Abonnement abends 19.30 Uhr zu Operetten- preisen Wiederholung der Operettenrevue ,,^m weißen Rößl" von Müller-Benatzky. S-ielleitung Heinrich Hub. Die letzte Märchenvorstellung f.n- det am Sonntag, 8. Januar, nachmittags 15 Ähr, statt. T ie Tage werden langer. Die langen Rächte schwinden und siegreich verkündet das Tagesgestirn Sonne den wachsenden Tag. Em altes Bauernsprüchlein sagt dazu: Am BZeih- nachtstage wächst der Tag soweit die Mucken gähnen mag, am neuen Jahrestag wächst der Tag. soweit der Haushahn schreien mag und um Dreitönig wächst der Tag, soweit das Hirschlein springen mag." Alte Bauernregeln besagen: Wenn die Tage langen, kommt die Kälte gegangen": oder „Werden die Tage länger, wird die Kälte strenger". Rach diesen alten Sprüchen wäre also mit dem wachsenden Tag auch em Anwachsen der Kälte zu erwarten. •• „Abbruch in der oberen Bahn- h o f st raße." Zu der Rotiz unter dieser Heber- Schrift im „Gieß. Anz." vom 29. Dezember wird uns von H:rrn Kaufmann Lou.s Wetter Hahn berichtigend mitgeteilt, daß er die vew einigen Tagen abgebrochene Halle auf feinem ®runottuci in der oberen Bahnhofstraße nach dem Kriege erworben und bis zuletzt in seinen alleinigen Besitz gehabt habe. Die Halle fei niemals an Herrn Leovold Mayer vermietet worden, sie habe bis zu ihrem Abbruch Lagerungszwecken gedient. Eine Bebauung des Grundstücks durfte demnächst in Aussicht stehen. Telegramm des Hrssischeu Landbundes an den Reichspräsidenten. MSR. Darmstadt, 3. Jan. In der heute nachmittag in Darmstadt unter zahlreicher Beteiligung abgehaltenen Landesversa mm - lung des Hessischen Land bu n de s wurde nach mehreren Vorträgen über die Rotlage der hessischen Landwirtschaft von der Versammlung einstimmig beschlossen, folgendes Telegramm a n den Reichspräsidenten von Hindenburg zu rieh Eure Exzellenz ehrerbietigst, Spiel der Regierungen, die Bauernschaft mit schönen Reden und Versprechungen zu vertrösten, ein Ende zu machen und für Taten zu sorgen. Die bisherige Politik, insbesondere Kontingente nur zu versprechen, empfinden wir als einen Hohn auf unsere Rot." hier, wir sind am ic hinterder Aeh. ÄS ” un» unb die Me treibt W hlt si- und - Snhi Dom er- hat ubetai AS ■Ä» Eimsbeiden ^.Keitzur ,qctl e» P. g-jrtet -ÄäL6* « t A. 8- in! N6;, w W")eXipurI- tn'\frin,? @nttin -'N nkel 'S n unb bis rd (r < innerCJ tyfäiS -jjtanne9' Oalsschmerzen. Das Kind, wie auch di« meisten Erwachsenen, bezeichnet mit .Halsschmerzen" acwöhnlich Schluck- besa>werd«ir deven Ärlack)« in der großen Mehrzahl der 5-alle eine Mandelentzündung ist. Diese wird gewöhnlich von Fieber und Kopfschmerzen begleitet und zeigt, wenn man in den Rachen hineinlieht. Rötung. Schwellung und punkt örmig- weißlichen Belag auf den zu beiden Seiten der Gaumenbögen gelegenen Mandeln. Eine erfahrene HauS!rau und Mutter wird im Rotfalle diese Feststellung selbst machen formen, wenn sie mit dem Stil eines Eßlöffels den mittleren Teil oer Zunge herunterdrückt und das Kind ”*r. sagen läßt. In jedem Falle gehört ein Kind, bei dem Halsschmerzen und Fieber oder auch nur der Verdacht einer Mandelentzündung besteht, sofort ins Bett und unter die Obhut des Arztes. Eine einfache Mandelentzündung steckt unter ärztlicher Behandlung eine verhältnismäßig harmlose und in wenigen Tagen abklingende Erkran- kung dar. Die Gefahren der Mandelentzündung liegen in den Rachkrankheiten, zu denen sie auch bei ursprünglich leichtester Form Anlaß geben kann. So kennt die medizinische Wissenschaft die Mandelentzündung als Ausgangspunkt sowohl von Herz- und Rierenleiden, wie von Scharlach, Gelenkrheumatismus u. dgl. mehr. Darum ist in allen Fällen ärztliche Behandlung und Beobachtung unentbehrlich. Das gilt auch für diejenigen Krankheitsfälle, die mit nur mäßiger Fiebersteigerung einhergehen und dem Arzt oft schon gerade dadurch darauf verdächtig sind, daß sich hinter der scheinbaren Mandelentzündung eine echte Diphtherie verbirgt. Diese Feststellung vermag manchmal auch dem Arzt ernste Schwierigkeiten zu bereiten, und erst eine mikroflopische Untersuchung des Rachenabstrichs fuhrt zur Klärung der Sachlage. Seit Einführung des Diphtherie-Heilserums hat die Krankheit viel von ihren Schrecken verloren. Eine rechtzeitig, d. h. möglichst frühzeitig vorgenommene Heilserumeinspritzung ist fast stets imstande schweres Unheil zu verhüten. Deshalb kann gerade bei der Diphtherie der Arzt nicht früh genug gerufen werden. Dis zu seinem Eintreffen sollte aber die Mutter nicht untätig sein. Mandelentzündung. wie Diphtherie sind besonders auf andere Kinder leicht übertragbar, darum sind alle Geschwister möglichst bald vom Kranken abzuwn- dem. Auch das benutzte Eß- und Trinkgeschirr sollte das Krankenzimmer zunächst nicht verlassen und später besonders gereinigt und desinfiziert werden. Kein Kind, beten Bruder oder Schwester auch nur an „Diphtheiieveröacht" erfranlt ist, darf weiter die Schule oder Spielschule besuchen solange nicht der Arzt eine entsprechende Entscheidung getroffen hat. Riemals weigere sich lemand, crnch wenn er scheinbar gesund ist, bei sich einen Rachenabstr'.ch zu Üntersuchungszwecken machen zu lassen. Wissen wir doch, daß die Diphtheriebazillen sich auch m der Mundhöhle von augenscheinlich Richtkranz von sog. Bazillenträgern, aufhalten, und daß durch sie eine weitere Verbreitung und Ansteckung hervor gerufen werden kann. Schließlich empflehlt sich in diph'.heriegefahr- deter Umgebung die Vornahme der Diphthene- Schutz-Jmpsung, deren große Wirksamkeit beson- kehrsverband, Sitz | „Stillstand ist Rückschritt," Gültigkeit be- „ ®=m=infd)=fi. mit »em | °E^°m°--ich noch gröfieret Hutung in dieser Beziehung ist die Gestaltung der Per- sonentarife. Die in dieser Richtung vorgetragenen Wünsche der Dertehrsinteressenten, die namentlich auf eine allgemeine Herabsetzung der überhöhten Einhei ts s ahe abzielen und im übrigen die verschiedenartigsten, großenteils aufeinander abgestlmmten Vorschläge gemacht haben, dürfen als bekannt vorausgesetzt werden. Leider hat die Reichsbahn ihre Initiative in dieser Richtung im wesentlichen auf solche Teilgebiete beschränkt, die nach der überwiegenden Auffassung der Interessenten nicht die wünschenswerten Lösungen darstellen. So wird dem Ausbau der nur einem beschränkten Personenkreis Vorteile bietenden Retz- und Bezirkskarten und der ebenfalls nur einem verhältnismäßig kleinen Kreis zugute kommenden festen Rundreifekarten besondere Sorgfalt gewidmet, während beispielsweise die Anregungen des Kilometerheftes und der Halbkarte, der Gruppenkarte und namentlich auch der aHgemei nen Rückfahrkarte leider noch immer einer Ab- Zugendliche Räuberbande im Taunus. K ö n i g st e i n . 3. Jan. (WSN.) Seit längerer Zeit bereits treibt eine dreiste Räuberbande ihr Unwesen im Taunus. Die Bande hat es hauptsächlich auf landwirtschaftliche Erzeugnisse abgesehen. «n heworzuziehcn ttt, mar tr bereits Wrizu, ikbfiter enberg. Die (infi litten. ®a blutiges unsren üniittoiir; ite bisher «ich nicht nen sind -neigt affenbiek. ignete sich in einen junge Ämschin i .> raten ba_- Lsscn t Rnthour m dem entfernt Irgt und , Vw WM öon m im Scii-n an- jlen Waren heran- ilüsplatte dc: Lcdui :ige b®af- i wollte die am (ünlkruntn zu den Burfchciüber lt Zn dem Hand- einen der Sengeis i(cnt Pistole in ent- ahm Porte für die lü^m einenvutzchen rten entlaß die sie in Brunnenlöchern oder in mustergültig aus gebauten Unter ft änben versteckt. Ob - wohl die Mitglieder der Diebesbande, durchwe- junge Burschen, bekannt sind, ist bisher doch n o ch keine Anzeige von den Geschädigten erstattet worden, da man die Rache der Bande befürchtet. Das Haupt der Bande befindet sich infolge einer Schußverletzung durch einen Komplizen zur Zeit im Krankenhaus, so daß die Polizei jetzt in der Lage versetzt wird, energisch einzugreifen.__________________ Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nochsnillag geschlossen. S.Jl.-'f’port Zußball in Westdeutschland. Nicht üicl Neues im Westen! Ulan kann den Einzug des Jahres 1933 vm westdeutschen Fuß- ball eigentlich nicht anders bezeichnen. Es ist alles so gekommen, wie es unter normalen Hm- ständen kommen muhte. Favoritensiege in den Punktspielen (die übrigens recht spärlich waren), Ueberraschungcn in den mittleren Regionen, die den führenden Mannschaften in gewissem Sinne willkommen waren und mäßige Leistungen. Die wenigen Ausnahmen lind nun schon allgemein bekannt, über Durchschnitt steht eben nur ein geringer Prozentsatz der Spiele und man hat sich damit fast resigniert abgefunden. Was will man auch mehr verlangen. Die deutsche Mannschaft verliert ein Spiel nach dem anderen, warum soll man da nicht offen von einem Krebsgang im deutschen Fußball sprechen. „Wir müssen mehr kämpfen!" Ludwig Leinberger sand keinen anderen Ausdruck für die matte Leistung gegen Italien. Die Gegenseite: die deutschen Spitzenmannschaften gewinnen ihre Sviele zumeist mühelos, die Spieler werden zum Tändeln erzogen, gewöhnen sich an alles, nur nicht mehr an den Kampf. Und da wundert man sich, wenn die Leute das Kämpfen verlernt haben. In den westdeutschen Tabellen hat sich nicht viel verändert. Die meisten Bezirke hatten die Punktctämpfe vernünftigerweise einmal ganz fallen lassen. So ist auch, ein Querschnitt diesmal nicht in voller Ausdehnung erforderlich. Erwähnung verdient die Tatsache, daß Duisburg 99 in der Gruppe A am Niederrhein einen Vorsprung von zwei Punkten hat. Noch vier Spiele — da kann lieh also noch allerlei ändern. Der Bergisch» Märki'che Bezirk wird Fortuna Düsseldorf und den VfL. Denrath wie schon in den letzten Jahren im entscheidenden Kampfe ^hen. In Westfalen hat die Bielefelder Arminia beste Aussichten. die Spielvereinigung Herten ist ebenfalls vorne. Die nächsten Sonntage werden aber noch allenthalben harte Kämpfe bringen und - die ersten sicheren Meister sind eigentlich erst am Monatsende fällig. Eishockey-Weltmeisterschaften in Prag. Die Eishockey-Europa- und Weltmeisterschaften vom 16. bis 23. Februar in Prag haben ein ausgezeichnetes Meldeergebnis gefunden. 15 Nationen haben ihre Meldungen abgegeben, darunter Schweden, Deutschland, USA. und Kanada. Gespielt wird in drei Gruppen. Die Gruppensieger spielen dann mit USA. und Kanada, die in den Vorkämpfen aussetzen, den Sieger aus. GlänzendeBesehung derFZG-Rennen. Täglich gehen beim Organisationsausschuß der FlS-Rennen Meldungen aus allen Ländern ein. Bereits heute stehen als Teilnehmer für die in der Feit vom 6. bis 13. Februar in Innsbruck statt findenden Internationalen Skirennen rund 300 Bewerber 'fest. Diese Zahl wird sich noch erhöhen, denn neben den offiziellen Expeditionen werden noch viele Wintersportler auf eigene Rechnung in Innsbruck an den Start gehen. Bisher liegen Zusagen von nicht weniger als 21 der F6d6ration Internationale de Ski angeschlossenen Verbände vor. Nach den vorläufigen Ziffern stellt Deutsch- lantz mit 6 0 Teilnehmern das größte Ausgebot. Oesterreich als Veranstalter folat dann mit 50 Nennungen. Es marschieren weiterhin aus: Polen mit 34, Ungarn mit 20, die Schweiz mit 18, die Tschechoslowakei mit 16, Rumänien und der HDW. mit je 14, Schweden, Bulgarien und Jugoslawien mit je 12, Frankreich und Japan mit je 8, Finnland mit 6 und Holland mit 3 Meldungen. Dazu kommen noch die Auserwählte'', von England, Australien, Italien, Spanien und Lettland. Der namentliche Nennungsschluß läuft erst am 20. Januar ab. Es kann aber bereits jetzt gesagt werden, daß die hervorragendsten Läufer, die besten Springer und die Elite der Abfahrtsläufer und Läuferinnen sich im erwartungsfrohen Innsbruck versammeln werden. t Das Ehrenpräsidium der FIS-Rennen bilden die drei Präsidenten Oberst Ivar H o l m q u i st (FIS), Paul Dinckelacker (Deutschland) und Dir. Karl Merz (Oesterreich). Die ganze Veranstaltung steht unter dem Schutze des österreichischen Bundespräsidenten M i k l a s und des Tiroler Landeshauptmannes Dr. Stump s. Doch Norweger bei den FIS-Rennen. Die Nachricht, daß der Nordisk Ski Förbundet sich aus sinanziellen Gründen nicht an den Rennen in Innbruck beteiligen wird, hat in Norwegen selbst ungeheure Erregung verursacht. „Aftonbladet" und „Sports-Manden" befassen sich in den letzten Tagen in spaltenlangen Abhandlungen mit der unbedingten Notwendigkeit, nach Innsbruck zu gehen. Die Zeitungen und auch private Kreise haben bereits Sammlungen für eine private Expedition nach Innsbruck eingeleitet und es sind, wie man hört, bereits so namhafte Beträge gezeichnet worden, daß man mit einer Entsendung von etwa 10 bis 15 Personen rechnen kann. Kurze Sporinoiizen. Eine erneute Niederlage mußte am Montag der Tabellenführer der ersten englischen Profiliga, Arsenal, einstecken. Er verlor gegen Sheffield Wednesday mit 2:3. * Für die akademischen S k i - Wettkämpfe in St. Moritz, die am Donnerstag beginnen, wurden über 500 Meldungen abgegeben. * Der Skiklub Sau erlaub gibt jetzt eine diesjährigen Termine bekannt: Die Meisterschaft von Sauerland im Skilauf 1933 und der 17. Vcrbands- Lang- und Sprunglauf für Iungmannen finden am 21. und 22. Januar in Willingen statt. Der 4. Ver- bandslauf des SKS. kommt am 5. Februar in Winterberg zur Durchführung. Deutsche Skiläuferinnen beteiligen sich am 7. und 8. Januar an der Klubmeisterschaft des Schweizerischen Damen-Skikluds in Grindelwald. Medi Schmidt-München und Käthe Grasegger sowie Lisa Resch (beide Partenkirchen) werden bet dieser Gelegenheit mit Spitzenkönnerinnen wie Hedwig Luntschner, der Italienerin Paula Wiesinger sowie den Schweizerinnen Maillart und Streiff Zusammentreffen. Das Eis Hockey spiel Kanada gegen Kanada in Berlin hat noch ein Nachspiel gehabt. Der französische Verband hat die ihm angeschlossenen Kanadier Mousette und Cholette für je einen Monat, Murphy sogar für ein ganzes Jahr wegen der unerlaubten Teilnahme an dem Berliner Spiel disqualifiziert. Der Boxländerkampf Deutschland — Finnland, der für diesen Sommer zwischen beiden Verbänden abgeschlossen wurde, soll in Stettin zum Austrag kommen. * I n große Schwierigkeiten ist der Verband Brandenburgischer Ballspielvereine bezüglich seiner Mannschaft für das Bundespokalspiel gegen Süddeutschland geraten. Tennis Borussia hat seine vier Spieler zurückgezogen, weil der VBB. ihm ein Darlehen von 5000 Mark verweigert hat. Auch die beiden Hertha-Spieler Hahn und Mir fei haben dem Verband eine Absage erteilt. * Süddeutschlands E l s für das Pokalspiel gegen Berlin am kommenden Sonntag spielt in folgender Ausstellung: Köhl (1. FC. Nürnberg): Bader (Bayern München), Muntert (1. FC. Nürnberg): Häuslein (FC. Pforzheim), Kraus, Oehm (beide 1. FC. Nürnberg): Langenbein (Mannheim), Fischer (Pforzheim), Panzer (Hof), Rühr (Schweinfurt), Merz (Pforzheim). 20 0 Mark Ge ldstraf e erhielt Eintracht Frankfurt vom süddeutschen Verbandsgericht wegen Ziehens des Mainzer Spielers Posselmann. Posselmann selbst erhielt vier Monate Disqualifikation, die erst mit Ablauf der Sperrfrist in Kraft treten. Hans 2 chönrath , der deutsche Schwergewichts-Exmeister, gab in Cardiff in der neunten Runde seines Kampfes gegen den englischen Meister Petersen aus Verärgerung über eine Verwarnung auf. Dom Bücheriisch des Sportlers. — Sport in der Winters onne. 48 prächtige Tiefdruckbildec nach Ausnahmen von E. Meerkämper, Davos. Einleitende Texte von Dr. H. H o e k und Viktor Z w i ck y. Mit Illustrationen von Elsa Moeschlin. Rotapsel-Derlag Erlenbach, Zürich und Leipzig. (510) Mit sicherem künstlerischem Empfinden haben diese wundervollen Aufnahmen, die der Kupfertiefdruck prächtig wiedergibt, die bildhaften Momente aus allen Wintersportarten eingefangen: Wintersport, das heißt Freude der Bewegung inmitten von strahlendem Licht und Schatten des Hochgebirges. Diese Freude strömt von den Bildern aus und wird bestärkt durch einleitende Texte, die nicht von der Technik des Sports reden, sondern von seiner beglückenden und gesundenden Wirkung auf Leib und Seele. 3m Dienst vom Herzschlag getroffen. WEN. D a r m st a d t, 3. Ian. Der Straßen- bahnschaffner Schad wurde heute während des Dienstes auf der Straßenbahn von einem Schlaganfall betroffen. Schad, der sofort tot war, stürzte dabei aus dem Wagen auf die Straße. Prozeß in der Mordsache Kreutzer verschoben. WEN. Offenbach, 3. Ian. Während der am 9. Januar in Darmstadt beginnenden Schwurgerichtsperiode sollte auch über den Raubmord an der Postbeamtin Kreutzer in Offenbach verhandelt werden. Der Prozeß ist jedoch inzwischen vertagt worden, da die Angeklagten Hausmann und Distler auf Antrag ihres Verteidigers auf ihren Geisteszustand untersucht werden sollen. Oie Westerwaldgemeinde Algenrod gegen erhöhte BrandversicherungS- beüräge. WER. Algenrod, 3. Ian. Die Gemeinde Algenrod, der die Beiträge zur Brandversicherung um 25 Prozent erhöht wurden, während dem übrigen Oberwesterwaldkreis eine Bei» tragssenkung von 10 Prozent gewährt wurde, wehrt sich gegen die durch die öffentliche Bekanntmachung erfolgte Diffamierung. Ob man glaube, daß die 1200 Einwohner der Gemeinde lauter Brandstifter seien. Man könne nicht den Anschuldigen mit dem Schuldigen leiden lassen. Die Gemeindevertretung dreht dann den Spieß herum und verlangt eine Reformierung der Nassauischen Drandver- sicherungsanstalt, bann könne eine allgemeine erhebliche Beitragsfenkung durchgeführt werden, trotz der sieben Brände in Algenrod. Kirche und Schule. Kreis Schotten. Sellnrod, 3. Jan.-Im Jahre 1932 wurden nach der kirchlichen Statistik 16 Kinder getauft (Sellnrod 10, Altenhain 6). Kirchlich getraut wurden 2 Paare (Sellnrod 1, Altenhain 1); kirchlich zu Grabe getragen wurden 6 Personen (Sellnrod 3, Altenhain 3). Konfirmiert wurden am 2. Ostertag 10 Kinder (5 Knaben und 5 Mädchen), darunter 2 Mädchen aus Altenhain. Die Christenlehre wurde in 10 Zusammenkünften von 136 Knaben und 122 Mädchen besucht. Am heiligen Abendmahl nahmen teil: in Sellnrod 310 Männer und 379 Frauen, in Altenhain 169 Männer und 188 Frauen, insgesamt also 479 Männer und 567 Frauen. Die Gottesdienste wurden besucht in Sellnrod von 3007 Männern, 2763 Frauen und 3154 Kindern: in Altenhain von 985 Männern, 966 Frauen und 501 Kindern. Der gesamte Gottesdienstbesuch des Kirchspiels betrug also 3992 Männer, 3729 Frauen und 3655 Kinder. An Gaben und Kollekten für Zwecke christlicher Liebestätigkeit gingen im Kirchspiel ein insgesamt 339,68 Mk. (im Vorjahr 509 Mk.), das bedeutet auf den Kopf der erwachsenen evangelischen Gemeindeglieder des Kirchspiels 0,49 Mark. Wirtschaft. Oie landwirtschaftlichen Genossenschaften am Jahresbeginn. Der seit 1930 zu beobachtende Rückgang im Gesamtbestand des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens hat sich auch im abgelaufenen Jahre fortgesetzt. Diese weitere Bestandsverminderung spricht deutlich für die gesteigerte Zunahme der wirtschaftlichen Schwierigkeiten bei der Landwirtschaft im allgemeinen und ihrer Genossenschaften im besonderen, zeigt aber anderseits erneut die Widerstandsfähigkeit der genossenschaftlichen Organisationen, wenn man bedenkt, daß, gemessen am Gesamtbestand, diese Ziffer nur einem Rückgang von 0,69 v. H., also noch nicht einmal 0,75 v. H. entspricht. Insgesamt sind 1932 bei 1017 Auflösungen 737 Genossenschaften neu gegründet worden. Trotz der Passivität der Allgemeinbewegung sind verschiedenen Gruppen des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens entsprechend dcr bereits in den Vorjahren erkenntlichen Tendenz auch 1932 wieder im Ansteigen geblieben. Das gilt insbesondere von nahezu allen Gruppen, welche der Förderung des landwirtschaftlichen Absatzes dienen, nämlich den Mollereigenossen- schäften, den Obst- und Gemüseverwertungsge- nrssenschaften und den Winzergenossenschaften Dagegen hat die Gruppe der Eierverwertungsgenossenschaften diese Tendenz nicht fortgesetzt, da durch die schlechten handelspolitischen Voraussetzungen und die infolge der gesetzlichen Neuregelung auf dem Gebiete b:r Eierwirtschaft her- tergetufenen Auswirkungen dieser bisher so günstig entwickelte Zweig der genosjenschaftlichen Arbeit nachieilig beeinflußt worden ist. Selbstverständlich kommt in der Bestandsverminderung der einzelnen Gruppen auch die nach Wie vor fort- schreitende Rationalisierung des genossenschaftlichen äleberbaues zum Ausdruck. Oie SiegerländerIndustrie am Jahreswechsel. Siegen, 3. Jan. Ein Rückblick über die Entwicklung der Siegerländer Wirtschaft im abgelaufenen Jahre läßt für das neue Jahr eine etwas freundlichere Beurteilung der Lage zu. Der Anteil des Siegerlandes an der deutschen Roheisenerzen gnng betrug 1932 3,3 v. H., wobei die Produktionsziffer für Dezember noch unberücksichtigt blieb, an der Rohstahlerzeugung 3 v. H., an Walzwerk-Fertigerzeugnissen 6,4 o. H., an Stabeisen und kleinem Formeisen 2,7 v. H., Grobblechen 4,2 v. H., Mittelblechen 5,7 u. Sy, Feinblechen 31,5 o. H. und Fein blechen bis zu 1 mm 34,4 v. H. In der verarbeitenden Industrie spielten die R u f f e n a u f t r ä g e eine große Rolle. Bei den Walzwerkserzeugnissen blieb die Beschäftigungslage trotz des Treurabatts für den Bezug bei deutschen Verkaufsverbänden mangelhaft, dagegen war die Blechwarenindustrie verhältnismäßig gut beschäftigt. Im E i s e n st e i n -- Bergbau hat das vergangene Jahr die völlige Einstellung und die vorübergehende Außerbetriebsetzung mehrerer Gruben des Siegerlandes gebracht. Man rechnet aber zum Frühjahr 1933 mit der Wiederinbetriebnahme einiger größerer Gruben. * * Die Konkurse u n d V e r g l e i ch s ve r - fahren im Jahre 193 2. Das vorläufige Gesamtergebnis für 1932 beträgt für die Konkurse nach den Zählkarten der Amtsgerichte 13 965 (die mangels Masse abgelehnten Konkurse für Dezember 1932 sind geschäht. — 1931: 19 254), für die Vergleichsverfahren 6185 (1931: 8628). Die Zahl der Konkurse hat demnach gegenüber dem Jahre 1931 um 27,5 Prozent, die Zahl der Vergleichsverfahren um 28,3 Prozent ab genommen. * Bamag-Meguin AG., Berlin. Die Bamag-Meguin AG.. Berlin, verzeichnet per 30. Juni 1932 einen Verlust von 356961 Mk., der vorgetragen werden syll (i. D. wurde ein Verlust von 2 064 336 Mk. durch Herabsetzung des Aktienkapitals und Heranziehung des Reservefonds beseitigt). Im neuen Geschäftsjahre sei zwar noch keine Belebung eingctreten, die Zahl der Anfragen habe sich aber erstaunlich vermehrt. Die Verhandlungen über viele Projekte befinden sich in aussichtsreichem Stadium. * D i e Notlage der Apotheken. Der amtliche preußische Pressedienst berichtet über die Tagung des preußischen Apothckerlammer-Aus- schusscs u. a., daß nach einer Feststellung des Ausschusses die Arzneiversorgung d:s Volkes durch die Notlage der Apotheken ernstlich gefährdet sei. Llmsatz- und Ertragrückgang haben zu einer derartigen Verschuldung der Apotheken geführt, daß eine Reihe von Apotheken nicht mehr in der Lage ist, die benötigten Arzneimittel zu beschaffen. In einer Entschließung werden die zuständigen Behörden um Hilfsmaßnahmen gebeten. Frankfurter Abendbörse behauptet. An der Abendbörsc blieben die Berliner Schluß- kurse etwa behauptet, die Amsahtätigleit war jedoch sehr gering, da weder die Kulisse noch das Publikum Interes e b kmdeie. Die durchweg sesten Auslandbörsen fanden kaum Beachtung. Don den anfangs zur Notiz gekommenen Werten gaben IG.-Farben 0,25 Prozent nach, andererseits lagen Dt. Linoleum und Elektr. Licht & Kraft um Bruchteile eines Prozentes höher. Im Verlaufe stockte das Geschäft nahezu vollkommen, die Kurse zeigten allerdings keine wesentlichen Veränderungen. Von Kassawerten gaben Mainkraft nach der letzten Hochentwicklung 1,5 Prozent nach. Am R e n t c n m a r 11 bröckelten deutsche Anleihen sowie späte Schuldbuchforderungen bis zu 0,38 Prozent ab. Gold- und Llguidationspfand- briefe nannte man kaum verändert, Kommunal- Obligationen blieben meist gesucht. Steuergutscheine lagen teilweise erneut um 0,13 Prozent höher. Neubesihanleihe 7,55 bis 7,50, Altbesitzanleihe 63,63, Schuhgebietsanleihe 6,13, Reichsbank 147, Mannesmann 6',75, Stahlve^ein 32 50, Bekula 118, AEG. 29,50, Deutsche Linoleum 40.50, Elektr. Licht & Kraft 95 75, IG.-Farben 96, Main- kraftwerke 70,50 Prozent. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt bejchlofjenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H.. Lombardzinsfuß 5 v. H. Zranisun a. i)l. £erni. Schlußkur« Schluß!. Abend, börs Schluß, iure Schluß!. Millag. bö sc Oaium | 2-1. 1 3-1. 2.1. | 3.1. 6% Treuliche Reichsanleihe v. 1»21 — 77 76,25 76,9 6?ö efjem.7% Dl. ReichSanl. v. 1929 93,25 93,25 91,75 93,5 5*/-oo Voung-Anleihe von 1930 . 77 77 76,75 76,5 Deutsche '.'lnl.-Ablöi.-Schuld mb Auälos.-Rechten ......... 63,25 63,65 64 63,9 $esfll. ohne AuZlos.-Rechte...... 7,15 7,5 7,7 7,7 6% ebem.8% Hess. Bol.'sitaat 1929 trüllzahlb. 102%) .......... 76 77,5 76 77,5 Lberhessen Provinz-Anleihe mb AuSIos.-Rechten ........... 59 61 Deutsche »omni. Lammelab l.An leihe Leriel mit Auslos.-Reckten 6% ehern. 8% Franks. Hnp.-Banl Golbpfe. 15 unkündbar bis 1935 59,65 60,25 57,75 _ 86 87,13 _ 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Ban! Aoldvfe. 16 unkündbar bti 1936 85 87,13 _ 6’/i% ehern. 4V2% Franks. Hi,p. Bank-Liau.-Pfandbriefe ..... b'/,% ehevi. 4V«% Rheinische Hyv.-Bank-Liau.-Goldpfe. ... 85,9 88,5 - _ 86,25 88 — 6% ehern. 8% Br. Landespfand briesanstall, Bsanbbriese R. 19 84 84,5 83,75 84,5 6% ehern. 7% Pr. Lanbespsand briefanktalt. Pfandbriefe 9i. 1" 83,5 84,5 4% Oesterretchllcke Solvrcnic... — — _ 4,20% Lcsterretchiscke SUberrcnte 1,05 1,05 1,2 1,1 4% Ungarische (Solbrenie..... — — 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — — — - 47,% deSgl. von 1913 .... 5% abgeil. Goldmexikaner von 99 — — — b,6 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkiswe Bagdadbahn-Anlethe Serie I...... .... 3,8 4,05 4,1 4,13 _ 4,3 4,3 4% desgl. Serie II ............ Rumän. verein!,. Rente v. 1903 4,2 4,3 1,25 4,4 _ 5,3 — 4Z4''„Rumän.oeretnh.Renlrv.l913 — 9 — 8,75 4% Rumänische vereinh. Rente .. — 4,7 — 4.65 ;’«% Anatolier............... 22,4 22,5 22,4 22,4 ..an Ui ..... 16.5 120,5 —- Kaliwerke Salzdetfurth...... 9 173 168,5 173,25 168,5 3 0. Farben-Indnstrie...... 7 °6,25 96 96,25 96,25 «chcidcanstalt.............. 10 154 152 — — Goldschmidt ............... 0 35 32,9 35.25 Rittgcrswerke .............. 0 13,75 42,75 13,4 42.65 Metällgelellschast............ 0 33.5 33,5 34 Philip» Holzrnann.......... 0 60,5 61 60,9 60.9 Zementwerk.e-eidelberg ..... Tementwerk Karlstadt........ 4 0 46,5 57 51 - Way» & Urehtag ........... 0 5,5 5,5 5.25 — Schultheis Patzenhoser....... 0 _ 102,75 107,5 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 47,75 •18,5 47.4 48 Beinberg.................. 0 ' 58 57 58,75 57,75 Zellstoff Waldhvs ........... 0 46 46,25 45.75 45,75 Zellstoff Aschaffenburg ...... 0 30 30 30 30,75 Dessauer Wad ............ 7 — — 107,9 108.75 Daimler Motor'n........... 0 19,25 13.75 19,4 20,25 Deutsche Linoleum ......... O 42 40,5 42 40,25 Crenflebi & Koppel ......... O — — 40.75 41 Leonhard Tieft............. ß 40 38,5 39,75 33 Thade..................... 12 141,5 143,5 141,5 143,5 (Mrlhnct................... 0 29,75 29 1 28,5 Mainkraftwerke Höchst a.M. - - 4 67 70.5 - — ei^bbeutidiet Zuller ...... 8 145.75 . 145,5 I 146 Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a M 2.Januar 3. Januar Ämilicke Notierung <5*1*1'' 1 iirif ÄMtllckk Seid loiurung 25rit Helsingsoro. Wien ..... Prag...... Budapest Sofia..... .Holland .... Oslo....... 6,164 51,95 12,465 3,057 169,18 72,23 72.68 76.47 14,03 0,858 4,209 58,26 21,55 16,42 80,94 34,39 81,72 0,869 0,269 5,574 12,76 6.176 52,05 12,485 3,063 169,52 72,37 72,82 76,63 14,07 0,862 4,217 58,38 21,59 16,46 81,10 34,45 81,88 0,871 0,271 5,586 12,78 Bantnoten 6,164 51,95 12.465 3,057 169,23 72,18 72,58 76,27 14,01 0,858 4,209 58,26 21,55 16,42 80,94 34,39 81,67 0,869 0,269 5,574 12,76 6,176 52.05 12,485 3,063 169.57 72.32 72,72 76,43 14,05 0,862 4,217 58.38 21,59 16,46 81,10 34,45 81,83 0,871 0,271 5,586 12,78 Kopenhagen. Stvllbolm.. London ..... Buenos Airc Neupork.... Brussel .... Italien..... Baris..... Schweiz ... Spanien... Danzig .... Japan..... Rio de Jan. Jugoslawien Lissabon... Lerlin, 3.Januar Selb Brief Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................ Englische Noten ................ Französische Noten ............ Holländische Noten .......... Italienische Noten .......... Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Svanische Noten................. Ungarische Noten ................ 4.20 58,10 72,21 13,97 16,38 168,86 21,49 72,01 2,46 76,10 80,76 34,25 4,22 58.34 72,49 14,03 16,44 169,54 21,57 72,29 2,48 76,40 81,08 34,39