Er. 258 Erstes Blatt 183. Jahrgang Freitag, 3. November 1933 Erscheint tügUch,außa Sonntag» und Feiertag* Beilagen; Die Illustriert, Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monat, .vezugrpretr: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustriert. , 180 Auch"Ä^Mchterfchetnen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüste anter5ammelmunmer2251. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Sietzen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen vruck und Verlag: vrühl'sche Univerfitälr-Vuch. und Steindruckerel H. Lange in Sieben. Schriftleltung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Frredr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. Führer und Vizekanzler sprechen im Ruhrgebiet. Oie Herzkammer der deutschen Wirtschaft gelobt einmütige Gefolgschaft im Kampf für Friede, Ehre und Gleichberechtigung. Essen, 2. Nov. (TU.) Essen und das Ruhraebiet haben heute ihren großen Tag: Der Führer spricht in Deutschlands entscheidender Stunde in den großen Essener Ausstellungshallen und mit ihm Vizekanzler von Popen. Das Ruhrgebiet, einstmals Tummelplatz verhetzender Demagogen, blutiger Boden des Klassen- und Bruderkampfes, Hochburg des Marxismus und des Kommunismus, jubelt den Männern zu, die sich in der Stunde höchster Gefahr für Volk und Vaterland unter dem greifen Reichspräsidenten zusammenfanden. Trotz bis unfreundlichen Regenwetters ziehen aus allen Richtungen feit dem frühen Nachmittag die Menschen in Gruppen oder in langen Kolonnen aus den Büros, aus den Betrieben, aus den Werkstätten der Industrie, von den Zechen des Gebietes zu den Essener Ausstellungshallen. Behörden und Büros haben am Nachmittag schon zeitig geschlossen. Auch die Geschäfte haben früher Ladenschluß. Um die ungeheuren Menschenmassen störungslos nach Essen zu bringen, hat die Reichsbahn Sonderzüge eingelegt und Sonntagsfahrkarten ausgegeben. Die Straßenbahnne haben höchsten Betrieb und nur ein glänzend arbeitender Ordnungsdienst vermag die reibungslose Abwicklung dieses Massenverkehrs zu sichern. Neben den großen Ausstellungshallen sind nicht nur in Essen, sondern im ganzen Ruhr- §ebiet, in den Städten und Orten am Niederrhein is hinauf zur holländischen Grenze alle verfügbaren Säle bereitgestellt für die Hunderttausende, die den Führer hören wollen, dessen Rede über alle Sender des westdeutschen Rundfunks verbreitet wird. In der Stadt schmücken unzählige Fahnen allenthalben das Straßenbild. Große Ehrenpforten von Industrie, Handel, Handwerk und Gewerbe sind aufgerichtet. Ueberall große Inschriften an den Häusern „Mit Adolf Hitler Ja!", „Für Gleichde- rechtigung und Freiheit!" Vor den Ausstellungshallen, wo der Führer sprechen soll, drängen sich schon fünf Stunden vor Beginn die Massen. Eine Kolonne nach der anderen mit ihren Fahnen marschierte zur Ausstellungshalle. Dazwischen Hitlerjugend mit weißen Blumensträußen, um dem Führer ihre Grüße darzubringen. Bergleute in Festtracht mit Federbüschen und Grubenlampen ziehen den Ausstellungshallen zu, um auf der Tribüne des Kanzlers die Ehrenwache zu übernehmen. Ungezählte Tausende füllen schon lange vor Beginn die riesengroßen Hallen bis auf den letzten Platz. Hunderte und aber Hunderte von Fahnen haben am Kopfende der riesigen Halle Aufstellung gefunden. Die Emporen sind zum Bersten besetzt. Von den Wänden weisen große Druck- und Schriftzeilen auf die Bedeutung des 12. November hin und versichern dem Führer der unwandelbaren Treue des Ruhrvolkes. Mit stürmischer Herzlichkeit und minutenlangen Heilrufen wird Vizekanzler v o n P a p e n , der als Erster erscheint begrüßt. Tosender Jubel bricht aus, als der Führer erscheint. Immer wieder durchtosen Heilrufe die weite Halle, als der Führer das Spalier der SA. und SS. durchschreitet. Staatsrat Gauleiter Terboven heißt zunächst den Führer und den Vizekanzler willkommen und kennzeichnet in knappen Sätzen die Bedeutung des 12. November, gerade für das Ruhrgebiet, das mit seinen Millionen schaffender Menschen untrennbar verbunden fei mit der deutschen Außenpolitik. Das schwergeprüfte Ruhrgebiet steht treu und unerschütterlich hinter der Dolksregierung und wird das am 12. November beweisen. In Abwandlung eines Hitlerwortes, das ihm, dem Führer, das Volk alles ist, sagt Staatsrat Terboven: „Wir haben als Volk nur Dich, den Führer". Volk und Führer sind im neuen Deutschland ein einheitlicher Begriff geworden. Mit erneutem lebhaftem Beifall begrüßt beginnt Vizekanzler von Papen bann seine Rede. Oer Weg zu Adolf Hiller. Seitdem die Vorsehung mich dazu berufen hatte, der Wegbereiter der nationalen E r - Hebung und der Wiedergeburt unserer Heimat zu werden, habe ich versucht, das Werk der nationalsozialistischen Bewegung und ihres Führers mit allen meinen Kräften zu stützen. Und wie ich damals bei der Uebernahme der Kanzlerschaft Dafür geworben habe, der jungen, kämpfenden Freiheitsbewegung den Weg zur Macht zu ebnen, wie ich am 30. Januar durch ein gütiges Geschick dazu bestimmt war, die Hände unseres Kanzlers und Führers in die Hand des geliebten Feldmarschalls z u legen, so füh ich heute wieder die Verpflichtung, dem deutschen Volk und allen, die mir ihr Vertrauen bewahrt haben, zu sagen: Der liebe Gott hat Deutschland gesegnet, daß er ihm in Zeiten tiefer N o t einen Führer gab, der es über alle Nöte und Schwächen, über alle Krisen und Gefahrenmomente hinweg mit dem sicheren Instinkt des Staatsmannes zu einer g l ü cklichen Zukunft führen wird. Als ich im Vorjahre die Ehre hatte, in Lausanne für die deutschen Interessen zu kämpfen, um Deutschland von der Last der Tribute zu befreien, habe ich den damaligen französischen und englischen Ministerpräsidenten wiederholt mit tiefster Eindringlichkeit gesagt: Das Repara- tionsproblem ist nicht allein ein materielles, es ist fa noch viel höherem Maße ein moralisches. Deutschland will endlich frei werden von den Diskriminationen, die es zu einem zweitrangigen Volk machen. Aber diese Staatsmänner waren nicht mit dem Del psychologischer Erkenntnis gesalbt, sie haben die Stunde damals nicht begriffen, und sie haben sie ebenso in diesen Oktoberlagen in Genf nicht begriffen. Die Geschichte ist ihren Lauf gegangen, und der Führer hat die Erkenntnis, daß für Deutschland auf dem Parkett der Abrüstungskonferenz und des Völkerbundes nichts mehr zu suchen sei, mit dem Entschluß des Austritts in die Tat umgesetzt. Das deutsche Volk ist ihm dankbar für diesen Entschluß, der eine klare Lage schafft. Wir sind mit unseren Nöten und Sorgen und mit dem heißen Gefühl für unsere nationale Ehre stärker allein als in einer Versammlung, die fast nur an die Sicherheit der Sieger denkt. Aber die Welt weih, daß der deutsche Kanzler und mit ihm das deutsche Volk mit demselben heihen Herzen, mit dem sie entschlossen sind, für die Anerkennung ihrer Ehre zu kämpfen, au ch fürdieAufrechterhaltungbesFrie- dens einftehen werden. Das Ausland sollte erkennen, dah Adolf Hitler die st ä r k ft e Regierung ist, die Deutschland seit den Tagen des Absolutismus sah. Und was könnte dem Ausland besser die Verbundenheit des Führers mit dem Volk zeigen als diese Wahl, diese Frage nach dem vertrauen der Ration. Deshalb ist es nötig, daß alle Deutschen begreifen: Diesmal geht es nicht um Parteien oder Systeme, um Personen oder Gesetze, sondern es geht schlechthinum Deutschland. Lassen Sie mich daher in dieser Stunde noch ein Wort an jene richten, die heute nicht unter uns find, an jene, die der Entwicklung der letzten Monate viel- leicht nur schwer zu folgen vermochten, weil sie durch ein Lebensalter hindurch dem Irrweg einer sozialistischen Weltanschauung folgten oder irgendeine Parteimeinung vertraten. Diese Deutschen erinnere ich daran, daß es der Wunsch und Wille des Führers ist, die ganze deutsche Nation, alle Klassen und Stände mit seiner Bewegung zu umfangen und sie zu einer volklichen und politischen Einheit zusammenzuschweißen. Ich richte die dringende Bitte an meine katholischen Mitbürger, dieses großzügige Bekenntnis des Führers zudem christlichen Fundament des Dritten Reiches zu belohnen mit der Hingabe ihres ganzen Vertrauens in die Zukunft und mit der Abgabe ihrer Stimme für ihn. Der Führer wünscht — ich weiß es — für alle die, die in den Jahren des Kampfes nicht in feinen Reihen standen, die Versöhnung zu dem großen Ziele, das er im Herzen trägt. Der katholische Volksteil hat auf den Schlachtfeldern fein Blut mit gleicher Treue dem Lande hergegeben, wie jeder andere Volksgenosse. Er wird, ganz gleich, wo immer er politisch gestanden haben mag, auch am 12. November nicht zurück stehen, wenn es gilt, ein Bekenntnis für die nationale Ehre und für das Vertrauen in den Führer abzugeben. Lassen Sie uns in dieser Stunde dem Führer des neuen Deutschlands sagen, daß wir an ihn und fein Werk glauben. 9er Führer fordert Selbstvertrauen und Stande an dieZulnnst. Als Vizekanzler v. Popen mit der Aufforderung an das deutsche Volk, am 12. November im Sinne des Führers und der Regierung feine Stimme abzugeben, schloß, braust minutenlanger Sturm durch die weiten Hallen. Der Führer erhebt sich und dankt Herrn v. Papen durch langen Händedruck, und die Menge, die Tausende, stimmen immer wieder neue Heilrufe an. Minutenlanger ungeheuerer Jubel empfing den Führer, als er das Podium betrat, um auch die Bevölkerung des Ruhrgebietes aufzurufen für Deutschlands Ehre und Gleichberechtigung. In seiner großen Rede warf er einleitend einen Rückblick auf die traurigen November- tage des Jahres 1918, die 15 Jahre Leid und Not über unser Volk brachten, die uns aber auch die Möglichkeit gegeben hätten, in uns zu gehen und uns zu prüfen, um endlich wieder zu einem Entschluß zu kommen. Das deutsche Volk fei in diesen 15 Jahren reif geworden, reif für eine große und tiefinnerliche Umwandlung. Wenn wir heute diese Zeit an unseren Augen vorbeiziehen ließen, dann scheine es uns fast, als ob sie kommen muhte, um uns eine Lehre zu geben, von der wir nur hoffen möchten, daß auch die kommende Generation sie beherzigen werde. Als in jenen Novembertagen 1918 das deutsche Volk die Waffen niedergelegt habe, sei es nicht geschehen in dem inneren Gefühl, ein Unrecht begangen zu haben, „denn immer und immer wieder müssen wir frei und offen vor der Welt betonen, daß man das deutsche Volk nicht überzeugt hat und es nicht überzeugen kann, die Schuld an diesem furchtbaren Krieg zu tragen (Beifall), daß das deutsche Volk überzeugt war und überzeugt ist, daß seine Unterschrift unter das Bekenntnis der Schuld am Kriege nur erfolgte aus Furcht unter dem Druck einer beispiellosen Erpressun g." Unter stürmischem Beifall erklärte der Führer, es wäre die Aufgabe des Friedensvertrages gewesen, den Völkern endlich einmal das Gefühl der Sicherheit zu geben aus einem höheren Recht heraus, statt die wett unruhiger, unsicherer und mißtrauischer zu machen, als jemals zuvor. Was die Völker versöhnen soll, habe sie im Gegenteil ent- fremdet. Die Uneinigkeit der Völker habe nur in einem Punkte zu einer Einigkeit geführt, nämlich in der Einigkeit, als Schuldigen für die allgemeine Unsicherheit das deutsche Volk hinzustellen. 9euWaud braucht hie Wahl als Bekenntnis zur Schicksalsgemeinschafl des Zolles. Wir hätten ein Recht, von den anderen zu fordern, daß sie nunmehr endlich ihre Versprechungen einlösen und ihren Verpflichtungen nachkommen, die Deutschland restlos erfüllt hätte. Heute fordere man von uns, unsere Armee umzubauen, nachdem man uns vorher gezwungen habe, ein 100 000-Mann-Heer mit zwölfjähriger Dienst- pslicht zu halten. Wer garantiert uns denn, daß man nach acht Jahren nicht abermals von uns fordere, wir müßten ein neues Heeres- system einführen? Die Politik nach der Methode „Haltet den Dieb" müsse zunächst einmal em Ende nehmen. Man debattiere dauernd um den Abgerüsteten. „Wir haben unsere Pflicht erfüllt und die Anderen sind nun an der Re i h e. (Tosender Beifall.) Wenn man sich angeblich durch das neue Deutschland bedroht fühle, dann scheine man vergessen zu haben, daß dieses neue Deutschland ja erst seit dem Januar 1933 existiere und daß es garnicht existieren würde, wenn man seine Verpflichtungen Deutschland gegenüber erfüllt hätte. Man solle heute nicht sagen, daß man sie nicht erfüllte, weil w i r da waren. Man könne doch nicht im Ernst sagen, daß die Männer, die vor uns in Deutschland regierten, etwa Nationalisten gewesen seien. wir hätten in dieser Zeil der Arbeit und des Aufbaues die wett weder angegriffen noch bedroht. Aber eines mühten wir für uns in Anspruch nehmen: Wie wir unser deutsches Leben gestalten, das ist unsere Sache. Wir reden der anderen Welt nicht ein, was sie tun soll, um glücklich zu sein, wir kümmern uns nicht um ihre Verfassung, kümmern uns nicht um ihre inneren Reformen, aber die andere weit soll uns nach unserem willen selig werden lassen. Deutschland wolle arbeiten und in Ruhe und Frieden leben, rief der Führer unter großem Beifall aus. wöge sich die andere Welt zu dem gleichen Wunsch durchringen. „Unser Programm heißt, daß wir sorgen wollen für unsere Volksgenossen, für Millionen, die keine Arbeit und nichts zu leben haben. Für die wollen wir sorgen, das ist unser Programm." (Starker Beifall.) „Wir wollen unser Volk glücklich machen. Das ist unser Programm, das man allerdings nur lösen kann, wenn man sich zur nationalen Ehre bekennt, und das wollen wir der ganzen Welt sagen: Wir hängen an dieser Ehre." Bei uns fei der Friede Voraussetzung für die Erfüllung unserer kulturellen, sozialen und auch moralischen Arbeit an unserem Volke. Man dürfe aber deshalb nicht denken, daß wir uns wie früher als Volk zweiten Ranges behandeln ließen." Lines kann ich mir nicht vorstellen, daß ich jemals etwas unternehme, von dem ich weiß, daß cs gegen die Ehre der Ration geht und damit gegen meine Ehre. (Anhaltender Beifall.) Riemals würde ich etwas unterzeichnen, von dem ich weiß, daß es niemals gehalten werden kann, weil ich entschlossen bin, das, was ich unterschreibe, auch zu halten. „Ich kann sagen, daß die Männer, die mit mir in der Regierung sitzen, einmütig und rück« haltlos dieselbe Haltung eingenommen haben. Es scheint mir aber notwendig, daß das ganze deutsche Volk selb st nun vor der Weit feierlich bekennt, daß es diese Prinzipien des Friedens der Ehre und der Gleichberechtigung als seine Prinzipien feststellt, daß die Welt sieht, hier kann man nicht wie im Jahre 18 Volk und Regierung trennen. (Stürmischer Beifall.) Es schien mir weiter notwendig, daß dabei auch ein Reichstag gewählt wird, der sich mit feinen Kandidaten verpflichtet, auf dieses Programm, das Programm, welches besagt: „Wir wollen den Frieden. Wir wollen die Zusammenarbeit mit allen Völkern. Wir wollen Aussöhnung, Verständigung. Wir fordern dann aber auch für uns das gleiche Recht. So trete ich jetzt wieder vor die Nation hin, nicht für mich, nicht für die Regierung. Wir stehen zusammen in Treue miteinander verbunden, kämpfen gemeinsam für unser deutsches Volk. Wir benötigen also diese Wahl nicht. Nur das deutsche Volk hat sie notwendig. Deutschland selbst braucht heute dieses Bekenntnis feiner Söhne, feiner Frauen und feiner Männer. Ich habe mich jahrelang bemüht, das deutsche Volk wieder mit ©tauben z u erfüllen, feine Zuversicht wieder zu erwecken, das vertrauen zu sich selb st zu begründen, und wenn ich heute in die Ration hineingehe, dann kommt mir der Glaube aus meinemvotkherausentgegcn. heute weiß ich, daß das deutsche Volk sich innerlich wiedergefunden Hal, daß es ; u - sammenstehl in gemeinsamem Schicksalskampf und baffr es den Weg gehl, und gehen wird, auf dem allein ihm Rettung werden kann. Der Schlußsatz der Rede des Führers wird übertönt von dem ungeheuren Beifallsjubel der Taufende und minutenlangen Heilrufen. Die gewaltige Versammlung erhebt sich, reckt die Arme empor und singt aus begeistertem Herzen das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied. Der Führer schritt durch die Halle, vorbei an dem Spalier der SA. und SS., zu seinem Wagen. Die Menge durchbrach die Sperrkette und jubelte dem Führer zu, der in seinem Wagen, umgeben von Blumen, Platz nahm. Nur mühsam konnte sich der Wagen des Führers einen Weg durch die in den Straßen der Stadt sich stauenden Massen bahnen. Oer Führer besucht das Nietzsche-Archiv. Weimar, 2. Nov. (TU.) Reichskanzler Adolf Hitler besichtigte gegen V2II Uhr in Bergleitung des Reichsstatthaltes S a u ck e l und des Leiters der Staatlichen Hochschule für bildende Kunst, Professor Dr. Schultze- Naumburg, das Gelände am Alexanderplatz, auf'bem das neue Stattbai- tergebäube, das Gauhaus der NSDAP, und das Verwaltungsgebäude der thü- ringifchen Ministerien errichtet werden sollen. Wie früher, so stattete auch diesmal der Führer in Begleitung des Reichsftatthalters dem Nietzsche-Archiv seinen Besuch ab. Er wurde dort von der Schwester Nietzsches, Frau Dr. Forster- Nietzsche, dem wissenschaftlichen Leiter Prof. Dr. Emge und dem Archivar Major a. D. Oehler empfangen. Der Aufenthalt dauerte etwa Vs Stunde. Die Schwester Nietzsches überreichte dem Führer einen Degenstock des Philosophen, den dieser mit Rührung annahm. Alsdann wurde ihm das „Pro Memoria" des Mannes von Frau Förster-Nietzsche, des bekannten Antisemitenführers Förster vorgetragen, das dieser 1879 an Bismarck gerichtet hat und das sich gegen die Ueberfrembung Deutschlanbs burch ben Mischen Geist richtete. Mit Nietzsches Stock begab sich bann ber Führer burch bie Heil- rufenbe Menge, bie sich mittlerweile in großer Zahl angesammelt hatte, in feinen Kraftwagen. Auf ber Fahrt burch Weimar, auf ber Chaussee unb burch bie Straßen ber Stabt Erfurt würben bem Führer roieberum stürmische Ovationen bereitet, obwohl nicht bekannt war, baß ber Führer vom Erfurter Flugplatz aus bie Weiterreise nach Essen fortsetzen wollte. Gewissenlose Brunnenvergistung. Berlin, 2. Nov. (CNB.) Die Reichspro- paganbaleitung teilt mit: Gewissenlose Brunnenvergifter versuchen in falscher Auslegung des Titels Der Broschüre „Das Genfer Nein" bie Meinung zu verbreiten, man müsse bei ber Volksabstimmung am 12. November mit „N e i n" ftimmen, wenn man für bie Politik ber Regierung eintreten wolle. Kein beutscher Volksgenosse wird auf eine berartige bumme Spekulation hereinfallen. Es weiß jeder, baß man mit bem Titel bes „Genfer Nein" bas Nein ber beutfchen Regierung in Genf meint, gegenüber bem Versuch, Deutschland einen Vertrag aufzudrängen, der mit der deutschen Ehre nicht vereinbar war. Das deutsche Volk wird der Regierung auf ihre Frage, ob es die Außenpolitik ber Reichsregieruna billigt unb sich freudigst zu ihr bekennen will, geschlossen mit einem Ia beantworten. Die innere Disziplin derASDAPf Line Bekanntgabe des Stellvertreters des Führers. Berlin, 2.7loo. (ERB.) wie die RSK. mel- det, gibt der Slelloertreler de» Führer« bekannt: Gegner de» Rallonalsozialismu» versuchen da und dort den starken tinbrud, den die große Difzi- plin der nationalsozialistischen Revolution hinterlassen hat. dadurch obzuschwachen, daß sie durch Provoka- teure Ralionalsozlalisten zu Uebertretungen oder sonstigen Handlungen verleiten, die Mißstimmung in der Oessentlichkeit erzeugen sollen. Um den prooo- kateuren da» Handwerk zu legen, werden künftig durch Hatioualsozialisten begangene Gesehe»überteetungen unabhängig von Gerichtsstrafen noch strenger al» bisher durch Parteistrafen geahndet. Das Bild der nationalsozialistischen Revolution — da» Werk der alten Kämpfer — soll nicht durch Verfehlungen und Taktlosigkeiten Uebereifriger getrübt werden, die großen Teil» sich erst in jüngster Zell zum TI a - tionolsozlall»mu» bekehrten. Demgemäß wird ausdrücklich jede Anwen- düng kleinlicher Lchikanen unlersogt. Die» bezieht sich auch auf den versuch, bei der his- sung von Fahnen oder bei der Anwendung de» Deutschen Gruße» außerhalb offizieller Veranstaltungen gegenüber Richtparteigenossen einen Druck au»;uüben. Der Tag wird kommen, an dem jeder Deutsche e» al» selbstverändllche Ehrensache ansieht, ausschließlich den Deutschen Gruß zu verwenden. Der Tag wird um so früher kommen, je weniger in der Oeffentlichkeil der Eindruck entsteht, daß der Gruß aufgezwungen werden soll. Richt Befehle, sondern Leistungen gewinnen für die Sache de» Rationalsozialismus. Die Entwicklung der letzten Monate, in denen sich Millionen neu zum Rationalsozialismu» bekannten, ist der Beweis. M ü n ch e n. den 1. Rooember 1933. gej. Rudolf Heß. Sichert Euer Wahlrecht. Seht die Stimmliste ein!—Die Stimmlisten liegen vom 2. bis 6. November aus. Berlin, 2. Rov. (WTD.) Rur solche Reichsangehörige können an der Reichslagswahl und Volksabstimmung teilnehmen, die in einer Wählerliste oder Wahlkartei eingetragen sind. Ausnahmen bestehen nur für Reichsdeutsche mit Wohnsitz im Ausland und für See- und Binnenschiffer, für die Sonderbestimmungen getroffen sind. Die Stimmberechtigten werden in den Listen und Karteien derjenigen Gemeindebehörde geführt, in deren Bezirk der Stimmberechtigte seinen Wohnsitz hat. Pflicht eines jeden Staatsbürgers ist es, die Listen während der Auslegungszeit ein- zusehen ober durch eine zuverlässige Vertrauensperson einsehen zu lassen. Fehlt sein Rame, so muß er die» sofort der Gemeindebehörde mitlei- len. Die Eintragung in die Wählerliste ist auch Voraussetzung für die Ausstellung von Wahlscheinen für solche Stimmberechtigte, die sich am Abstimmungslag auf Reifen befinden. Bei der großen Arbeit, die die Anlegung der Wählerlisten für die Gemeinden bedeutet, und den zahlreichen Wohnungswechseln sind versehen bei Anlegung und Fortführung der Listen nicht ausgeschlossen. Deshalb prüfe jeder S l i m m b e r e ch t i g t e rechtzeitig feineLintragung nach. Die Räume, in denen die Wählerlisten zur Einsicht ausliegen, werden durch Plakate und in den Tageszeitungen bekanntgemacht. Unbedingte Sicherung des Wahlaktes am 12. November. Berlin, 2. Noo (501'3.) Der Reichsinnen- Minister hat angeordnet, daß bei der Wahl und Abstimmung am 12. November in der üblichen Weise für den Schutz der Wahllokale und der Abstimmenden zu sorgen ist. Niemand darf in der Ausübung seines Stimmrechts behindert werden. Jede Belästigung von Stimmberechtigten, namentlich auch vor den Wahllokalen, soll mit allen Mit- teln verhindert werden. Die zuständigen Stellen sind beauftragt worden, in dieser Beziehung jede mögliche Vorsorge zu treffen. Oie hessischen Philologen huldigen dem Dolkskanzler. Vorstand und Verireteroersammlung des Hessischen Philoloaenoerein» richteten am 29. Oktober folgendes Telegramm an den Reichskanzler: Heute in Frankfurt versammelt, entbieten Vorstand und Vertreteroersammlung des Hessischen Philo- logenoerein» dem Führer deutschen Gruß und g e - loben Treue und Opserdereit s ch aft von 1000 hessischen Philologen in der Erziehung anvertrauter Jugend zur Wieder- Herstellung deutscher Ehre und deutscher Weltgeltung. Der neue Vertreter Hessens beim Reich. D a r m st a d t, 2. Noo. (WSN.) Die Staatspresse- stelle teilt mit: Pg. von Jengen- 'Berlin wurde zum Ministerialrat im hessischen Staatsministerium, Vertreter Hessens beim Reich und Bevollmächtigten zum Reichsrat ernannt. Pg. non Zeugen, geboren 1890, ist Hauptmann a D. und Sturmsuhrer der SA Seine aktive Dienstzeit vor dem Kriege verbrachte er im 2 Großherzoglichen hessischen Infanterie Regiment 116 in Gießen und im Infanterie-Regiment 160 in Diez a. d. Lohn. Er machte als Frontossizier den Feldzug im Westen mit, wurde schwer verwundet und erwarb da» Eiserne Kreuz 1. Klasse. Nicht mehr kriegsoerwendungsfähig, wurde er in Generalstabsstellen verwandt, in» Kriegsministerium und die Reichskanzlei kommandiert. Nach Kriegsende studierte er Nationalökonomie und Jura. Er wurde Geschäftsführer der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände. In dieser Stellung betätigte er sich im Abwehr- kampf in Oberschlesien, oeim passiven und aktiven Widerstand an Rhein und Ruhr und t n b e r P 'al, mit Auszeichnung Nach " - Dienst in der Industrie selbst war er eine zeitlang Referent im Wirtschaftspolitische n Fwnikämpser und Kriegsopfer hinter dem Kanzler im Kamps für einen ehrenhaften Frieden. Berlin 2. Noo. (DdZ.) Reichsarbeitsminister Franz Sel'bte hat folgenden Ausruf an bie Kriegsopfer jum 12. November- gerichtet, der wiederum ein feierliches Bekenntnis Deutschlands zum Frieden darstellt. Wieder schlägt eine Schicksalsstunde der deutschen Nation. Ehre und notwendige Lebensrechte werden uns verweigert. Dies trifft ganz besonders die Kämpfer und Opfer des großen Krieges, die wegen dieser heiligen Rechte und Güter in 4*/i Kriegsjahren ihr Bestes einge- setzt und hingegeben haben. Schon 15 Jahre sind seit dem Tage verflossen, da wir, im Felde unbesiegt, die Waffen niederlegten im Vertrauen, daß auch der Gegner endlich zu einem Frie - Öen im Zeichen d e r Achtung und Verständigung bereit sei. Die von der Gegenseite gegebenen Zusicherungen wurden nicht gehalten. Auch heute noch stellt man unerhörte Z u - rnutungen an uns. Trotz allem werden Kriegsopfer und Frontkämpfer nicht aufhören, stark zu sein. Sie werden beispielgebend aushalten und voran st ehen auch in dem waffenlosen Ringen um Deutschlands Leben. In alter Soldatentreue werden sie dafür einstehen, daß der Tod von 2 Millionen guter Käme- roden, die auf dem Felde der Ehre gefallen sind, nicht umsonst war. Es ist unsere Bestimmung als Frontgeneration von 1914 unsere Soldatenpflicht und unser Solda- tenschicksal, daß wir unseren deutschen Kampf standhaft bis zum Ende fuhren, um den Kindern und Kindeskindern unteres Volkes die Zukunft zu erhalten. Die allen Frontkämpfer und gerade die, die als Kriegsopfer am eigenen Leide schwer betroffen sind, werden daher in nationaler Pflichterfüllung dem Aufrufe der Reichsregierung folgen und am 12. November ihre Stimme für unsere gerechte Sache abgeben. Mil unserem Dolks- kanzler sind sie dabei der Zuversicht, daß jeder, der mutig sein gutes Recht vertritt, am Ende auch Recht bekommen muß. Die Millionen unserer Kriegsteilnehmer mit ihren Frauen und Kindern, unsere Kriegereltern, Kriegs- witwen und Kriegswaisen — nahezu die Halste unseres Volkes — sind empört, daß man an dem auf- richtigen Friedenswillen des deutschen Volkes und feiner Regierung zweifelt. Wer Leid und Not dieser Millionen kennt, deren Opfer keine Macht und keine Zeit jemals völlig heilen kann, der weih, dah es ihnen ernst ist mit dem Wunsche ehrlichen Friedens und Ausgleiche». Sie besonders kann keine Verdächtigung und Verleumdung aus den Reihen ehemaliger Gegner erreichen. Wenn jemand, so stehen die Millionen der Kriegsopfer, Frontkämpfer und aller ihrer Angehörigen geschlossen hinter der Reichsregierung, der sie auf dem von ihr beschrittenen Weg im Kampfe für den Frieden, für die Ehre und die Gleichberechtigung im unerschütterlichen Vertrauen folgen. In Treue fest. Franz Seihte. Zur Entscheidung am 12. November. Von Staatsi-atGauleiierAlbertForfter, Führer desGesamtverbanbesderDeutschen Angestellten. Das Gaupresseamt stellt uns die folgenden Ausführungen des Danziger Gauleiters der NSDAP, zur Verfügung. Als der Krieg zu Ende war, hoffte das ganze deutsche Volk auf einen Frieden, der uns die Möglichkeit geben sollte, in Ruhe unserer Arbeit nach- ^ugehen. Lange genug hat man uns versprochen, dah der Sturz des alten Systems und die Gründung der Republik der Beginn einer neuen, schöneren Zeit fei. Wenige Monate später wurden wir allerdings ei nes anderen belehrt. Wir wurden auf das bitterste enttäuscht. Im Inneren unseres Vaterlandes find Männer ans Ruder gekommen und Kräfte haben sich breit gemacht, Die, allen guten Deutschen sichtbar, ganz planmäßig unser Volk verrieten und verkauften. Im guten Glauben an die Versprechungen unserer früheren Gegner haben wir unsere Armee aufgelöst und unsere Waffen vernichtet. Als Dank für unser ehrliches Bekenntnis zum Frieden hat man uns einen Vertrag in Versailles aufgezwungen, der den ewigen Frieden für die Well bringen sollte und in Wirklichkeit einen Zustand dauernder Unruhe und Unsicherheit unter den B öl fern gebracht hat. Hauptziel dieses sogenannten Friedensoertrages war die Verewigung der Sklaverei für das deutsche Volk, das heitzt dessen endgültige Vernichtung. Zu diesem Zwecke lockte man dem deutschen Volke mit schönen Redensarten seine Waffen heraus, um es wehrlos zu machen, und legte ihm dann derart brutale Bedingungen auf, daß jede Möglichkeit eines Wiederaufstieges damit von vornherein ausgeschlossen sein sollte. Darüber hinaus rechneten unsere ftüheren Gegner mit der Uneinigkeit der verschiedenen Parteien in Deutschland, die von sich aus ihr Teil zur Zerstörung unseres Vaterlandes beitrugen. Nichts war unterem früheren Gegner angenehmer, als zu wissen, daß in Deutschland der K l a s s c n k a m p f, die Konfessions Hetze und das Gegeneinanderausspielen der verschiedenen Stände und Interessengruppen zu einer wahren Blüte gekommen waren. Außerdem sind die deutschen Regierungen von November 1918 bis Mai 1932 so willfährig gewesen, alles zu unterschreiben, was man von ihnen verlangte. Unter immer neuen Zusagen und Versprechungen entstanden immer neue Verträge, von denen jeder einzelne unserem Volk die Schlinge noch enger umben Hals zog als vorher. Dabei schämten sich biese sogenannten beutschen Regierungen nicht, unserem Volke biese jeweiligen Verträge als eine Hilfe seitens unserer ftüheren Gegner, manchmal als letzte Rettung, wie beim Poungplan, plausibel zu machen. So kam unser deutsches Volk in immer größere Not, nicht nur moralisch, säubern auch materiell. Verzweiflung und Hoffnungs- losigkeit griffen ebenso rasch um sich wie Arbeitslosigkeit und Armut. Neben all dem aber duldeten es die früheren Machthaber, daß sowohl von inneren als auch von äußeren Feinden die Ehre des deutschen Volkes und Reiches in den Schmutz gezogen wurde. Der Weg, den unser Volk im November 1918 beschritten hat, wäre zwangsläufig im Zusammenbruch und damit der endgültigen Vernichtung der beut- scheu Nation ausaemündet, wenn nicht seit 14 Iah- ren durch d i e A r b e i t A d o 1 f H i t l e r s unser Volk zu einem anderen Denken in allen (Tragen, die bie Erhaltung des Ledens einer Nation betreffen, gebracht worben wäre. Nationalismus und 5o.$iaüsmus in ihrer reinsten Form muhten zum Allgemeingut des ganzen Volkes gemacht werben. Mit anderen Worten: das deutsche Volk mußte von all den Phrasen, die ihm die verschiedenen Par- feien im Laufe von Jahrzehnten eingetridjtert hatten, erst einmal befreit werden, um die geistigen Vorausletzungen für den Wiederaufstieg Deutschlands zu schassen. Diese geistigen Voraussetzungen sind durch die nationalsozialistische Bewegung gescha en worden. Seit der Machtübernahme durch unseren Führer 2Ü)oIf Hitler bis zum heutigen Tage hat Deutschland eine Umwälzung erfahren, wie sie kaum in einer anderen Zeitperiode der deutschen Geschichte zu finden ist. Adolf Hitler hatdasDolk vom Kommunismus restlos gesäubert. Er hat da- mit nicht nur Deutschland befreit, sondern darüber hinaus auch Europa und die Welt vor einer dro- henden Gefahr bewahrt. ErhatdemKampfder DeutschenuntereinanbereinEnbe bereitet und so die deutsche Einiakeit gebracht. Er hat den Staatsapparat frei gemacht von allen unwürdigen Elementen, die sich im Laufe der letzten Jahre breit gemacht hatten. Er hat den Re I i gionsfcinben und Hetzern zur Gottlosigkeit das Handwerk ein für allemal gelegt. Er hat durch das Reichsstatthaltergesetz d i e Kleinstaaterei für alle Zukunft beseitigt. Adolf Hitler hat aber auch das größte liebel an der Wurzel ungefaßt, nämlich die Arbeitslosigkeit. Während unter den früheren Regierungen diese Geißel der Menschheit immer größer wurde, sind im „Gerade unser deutsche» Volk, da» heule zusammen- gebrochen, den Fußtritten der anderen Dell preis- gegeben daliegt, braucht jene suggestive Kraft, die im Selbstvertrauen liegt.*4 Adolf Hiller (Mein Kampf). nationalsozialistischen Deutschland fest acht Monaten von sechs Millionen Arbeitslosen nicht weniger als 2,25 Million in Arbeit undBrot gebracht worden. Man könnte stundenlang über die Taten Adolf Hitlers feit dem 30. Januar 1933 reden, nur das Allerwichtigste ist gesagt worden. Wer wollte angesichts solcher heroischen Taten und Handlungen behaupten, daß wir gegen den Frieden o erst o h e n haben? Nur böse Menschen, bie selbst den Frieden nicht wollen, weil sie den Unfrieden zur Erhaltung ihrer Rüstungen brauchen. Deutschland aber will und braucht den Frieden. Es will ihn, weil es der Ueberzeugung ist, daß jeder neue Krieg für den ganzen europäischen Kontinent den Untergang bedeuten würde, und Deutschland braucht den Frieden, weil eine Nation, die in Elend und Not lebt, und ihren Menschen Arbeit und Brot geben will, in einem Krieg den Anfang neuen Elends und Jammers sehen würde. Freilich kann dieser Friede nur dann dauerhaft sein, wenn alle Völker mit gleichen Rechten und gleichen Pflichten ausge- ftattet sind. Es aeht nicht an, daß eine Nation nur Rechte hat, während man von der anderen nur Pflichten verlangt. Was dem einen Volk recht ist, muh dem andern billig sein. Wir Deutschen haben in den letzten Jahren vor Gott und der Welt bewiesen, daß wir alles zu tun gewillt sind und auch getan haben, was zur Erhaltung de» Friedens beiträgt. Wir Deutschen haben unsere Pflicht in dieser Richtung voll und ganz getan. Jetzt verlangen wir das uns zustehende Recht. Wir ertragen es nicht mehr, daß man unser Volk als ein zweitklassiges behandelt. Die Welt soll endlich zeigen, ob sie gewillt ist, den Frieden zu erhalten und ihre Pflicht uns gegenüber zu erfüllen. Wir führen jedenfalls den Kampf um den Frieden und die Ehre und glauben, daß am 12. November der letzte Deutsche zum Gelingen dieses Kampfes beiträgt und Adolf Hitler feine Stimme gibt. Wir glauben heilig und unerschütterlich daran. AmtderParteileitung und wurde nach der nationalen Revolution zum Leiter der 'Berliner Geschäftsstelle der Preußischen Industrie- und Handelskammer für das Rhein-Main- Gebiet (Frankfurt a. M.) berufen. Unter Beide- baltung dieser Tätigkeit als Vertreter der wirtschaftlichen Interessen des Rhein-Main-Gebietes in Berlin wurde er durch die hessische Regierung auch mit der p ol U i I d) e n Vertretung de» Freistaates Hes- len in Berlin nunmehr betraut Steuerbefreiung für Wohnungsneubauten. Berlin, 2. Noo. (DTB.) Das R e i ch » f i - >- a n z m i n i st e r i u m teilt mit: Das zweite Getep zur Verminderung ber Arbeflslosigkeu vom 2I.6ep- lember 19V < Reichs ^'tetzbiatt 1, 2. 651) schreibt de- rannl.ich eine -Steuerbefreiung vor für Kleinwohnungen, die in der Zeit vom l. April 1934 bis 31. Marz 1936 bezugsfertig werden, und für Eigenheime, die in der Zeit vom 1. April 1934 bis 31. März 1939 bezugsfertig werden. Die Befreiung läuft für Kleinwoh- nungen grundsätzlich bis zum 31. März 1939 und für Eigenheime grundsätzlich bis zum 31. März 1944. Die Befreiung erstreckt sich auf die Einkommensteuer, die Vermögenssteuer und die Grundsteuer des Lan-' des (Staatsgrundsteuer), bei der Grundsteuer der Gemeinde und Gemeindeoerbände wird nur von der halben Steuer Befreiung gewährt. Zu diesen gesetzlichen Vorschriften hat ber Reichs- Minister der Finanzen eine Durchführungsverordnung vom 26 Oktober 1933 iReichsgesetz- blatt 1, S. 773) und einen Srläuterungser- la ß vom 30. Ok'ooer 1933 — S 1900 21a - 250 3 — herausgegeben. Der Erlaß, dem een Abdruck der Durchsührungsverorimung beiaefügt kst, kann von der Reichsdruckerei, Berlin SW. 68, bezogen werden (Preis 0,45 Mark). Aus dem Inhalt der Durchführungsverordnung ist besonders hervorzuheben, daß der steuerpflich» tige in allen Fällen, in denen ein Eigenheim nach dem 1. Januar 1934 bezugsfertig wird, die Anwendung der neuen Steuerbefreiung»- Vorschriften auf dieses Haus verlangen kann. Die Steuerpflichtigen haben jetzt also kein Interesse mehr daran, den Bau eines Eigenheims zu verzögern, um auf biete Weise in den Genuß der neuen Befteiungsoorschriften zu gelangen. Erweiterung des Winterprogramms für den Straßenbau. Berlin, 2.Noo. (TU.) Der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Dr. ing. Todt, hat in einer Besprechung mit den beteiligten Stellen am 1. November die Bauoorbereitung ber Reichsautobahn K ä l n—D u s s e l d o r f —D u i 5 b u r g—D ortmunb freigegeben. Außer der bereits in Köln eingesetzten Bauleitung wurde in Essen eine Bauleitung eingesetzt mit dem Auftrag, die Inangriffnahme der Arbeiten mit Rücksicht auf die Zahl der Erwerbslosen des Ruhrgebietes beschleunigt vorwärts zu treiben. Mit dieser Maßnahme entsteht für das Industriegebiet ein Arbeitsoorhaben von 60 bis 80 Millionen Reichsmark, das Tausenden von Arbeitern für zwei bis drei Jahre Beschäftigung bringt und eine nachhaltige Belebung der dortigen Industrie bedeutet. Damit sind insgesamt 560 Kilometer Reichsautobahnen vom Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen für den Bau freigegeben, und zwar; Frankfurt—Mannheim—Heidelberg 100 km, München—Reichenhall 120 km, Berlin—Stettin 120 km, Elbing—Königsberg 100 km, Köln—Düsseldorf—Duisburg—Dortmund 120 km. Der Einsatz einer weiteren Bauleitung in Altona für eine Teilstrecke der Autobahn Breme n—H a m b u r g—L übeck ist angeordnet. Auch für den allemeinen Straßenbau unb den Bau von Zubringer st raßen ist in Zusammenarbeit zwischen dem Reichssinanzministerium und dem Generalinspektor für das deutsche Straßen- wesen das Winterprogramm von 50 auf 80 Millionen Reichsmark erweitert worden. Eine Reichsstraßenverkehrs« orhnung. Berlin, 2. Noo. (WTB.) Das Kraftfahrzeug hat die Vorherrschaft auf der Straße erobert und den Straßenverkehr größtenteils zu einem Ueberlandverkehr gemacht. Die Verkehrsordnungen, die neben der reichsrcchtlichen Verordnung über Kraftfahrzeugverkehr gelten, weisen aber von Land zu Land, von Provinz zu Provinz, ja von Gemeinde zu Gemeinde noch Verschiedenhei- t e n auf, die nicht immer burth örtliche Befonber- heiten gerechtfertigt finb. Diese Verschiebenheiten die kein noch so gewissenhafter Kraftfahrer sämttich kennen kann, erschweren de nDerkehr, können ihn sogar gefährden. Das Bedürfnis nach einer einheitlichen Ordnung des gesamten Verkehrs auf der Straße im ganzen Reich, nach einer Reichsstraßenoerkehrsordnung, ist unabweisbar geworden. Die mit den Lande»- regierunaen 1926 vereinbarten Straßenverkehrsordnungen sind zwar in den Grundzügen gleich, lassen aber Abweichungen doch einen gewissen Spielraum, sie können den Anforderungen des gegenwärtigen und erst recht des künftigen Verkehrs nicht mehr genügen. Das Reichsoerkehrsministerium ist zur Zeit mit der Vorbereitung einer Reichsstra- ßenoerkehrsordnung beschäftigt. Zur Durchführung des Berufsdeamtengefehes. B e r l i n, 3. Nov. (VDZ. Funkspruch^ Der Reichsinnenminister hat mit Rücksicht auf die Fristverlängerung, die kürzlich für bie Durchführung des Berufs- beomtengesetzes verfügt worben ist, an die übrigen Reichsminister ein Schreiben gerichtet, in welchem er zum Ausdruck bringt, zur Herbeiführung baldiger Beruhigung in ber Beamten- schäft erscheine es ihm erwünscht, wenn den Beamten, Angestellten und Arbeitern auf Anfrage darüber Auskunft gegeben wird, ob für fie eine Prüfung auf Grund des Berufs- beomtengesetzes anhängig ist. Im übrigen verweist der Reichsminister auf die Möglichkeit der V e r k ü r z u n g d e r F r i st e n, die das Berufs- beamtengesetz selbst gibt. Auch die Landesregierungen sind gebeten worden, nach diesen Richtlinien zu verfahren. Anwendung des Berufsbeamten' gesehes auf Schwerkriegsbeschädigte. B e r l i n, 3. Nov. (VDZ. Funkspruch.) Der Reichsminister des Innern hatte schon im August angeordnet, daß bei Durchführung des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums Verständnis o o l l Rücksicht auf schwerkriegs- beschädigte Beamte, Angestellte und Arbeiter genommen werden sollte. Der Reichsinnenminister hat sich nun auf Vorstellungen des Reichsarbeitsministers erneut dahin geäußert, daß bei Durchführung des Gesetzes an schwerkriegs- beschädigte nicht der gleiche Maßstab angelegt werden kann, wie an gesunde Kriegsteilnehmer ober an Personen, bie am Kriege überhaupt nicht teilgenommen haben. Schwerkriegsbeschädigte, die den besten Teil ihrer Gesundheit in verhältnismäßig jungen Jahren opfern mußten, unterliegen oft einem seelischen Druck, unter dessen Einwirkung ihr Handeln vielfach mißverstanden wird. Der Reichsarbeitsminister hat nun die obersten Reichsbehörden gebeten, in geeigneten Fällen mit den Fürsorge st eilen der Kriegs- beschadigtenfürsorge in Verbindung zu treten, bie aufflärenb unb vermittelnb wirken werben. Sowett Entlassungen bereits burchgeführt Jinb, soll tunlichst abgewartet werden, bis die Fursorgestellen ober bie Stellen ber NSKOV. an bie Behörden heran- treten. Alsdann ist in eine Prüfung einzutreten, um gegebenenfalls die Rückgängigmachung der getroffenen Maßnahmen zu ©eranlaffen. Der deutsche Botschafter Nadolny unb seine Gemahlin gaben in Konstantinopel einen zahlreich besuchten Abschiedstee für bie deutsche Kolonie. Der Direktor der Orientbank, P o st. hielt namens der hiesigen Ortsgruppe bes Bundes br Ausländsdeutschen eine Ansprache. Das Botschafter paar flog mit einer Junkersmaschine nach Berlin ab. Roosevelt fordert Vollmacht zur Fortsehung der Inflation Washington, 2.Noo. (TU.) Don unterrichteter Stelle wird zugegeben, daß Roosevelt den Kongreß im Januar um weitere Jnflationsvoll- machten ersuchen werde, um den Goldwert des Dollars auf 33'/- 0. H. zu senken. Gleichzeitig verlautet, daß Roosevelt den Kongreß um die Voll- macht ersuchen will, den Goldbesitz der Federal Reserve-Banken, der etwa 3590 Dollar-Millionen beträgt, durch die Regierung wahrscheinlich im Austausch gegen Schatzamtswechsel an kaufen zu lassen. Der Zweck dieser Maßnahme wäre die direkte Goldkontrolle durch die Regierung. Falls diese Mitteilungen zutreffen, dürfte dieser Plan einen Kampf auf Leben und Tod zwischen den internationalen Bankiers und den Parteien des Repräsentantenhauses, besonders angesichts der Wahlen zum Repräsentantenhaus im nächsten Jahr einleiten. Die amerikanische Regierung hat unter dem neuen Roosevelt-Programm ihre er st en Goldkäufe auf dem internationalen Goldmarkt getätigt. Die ersten Käufe wurden durch die Reu- yorker Federal Reservebank und eine franz. Bank in Paris ausgeführt. Die französischen Beamten haben jede Angabe über die Höhe des Betrages abgelehnt. Wie verlautet, beabsichtigt das amerikanische Schatzamt in nächster Zeit Banknoten im Betrage von zehn Millionen Dollar auszugeben, die durch Silber gedeckt sein werden. Amerika und die Abrüstungskonferenz. Norman Davis bei Paul-Boncour. Paris, 2. Nov. (WTB.) Norman Davis ?atte heute vormittag eine eingehende A u s - prache mit Außenminister Paul-Boncour. Er verweigerte jede Erklärung über den Gegenstand dieser Besprechung; doch teilt die Agentur Haoas mit, daß er Wert darauf gelegt habe, mit dem französischen Außenminister vor de s s e n für Samstag angesetzten Abreise nach Genf die durch den Rücktritt Deutschlands vom Völkerbund und von der Abrüstungskonferenz geschaffene Lage in allen Einzelheiten zu prüfen. Der eingehende Meinungsaustausch habe sich auf die Bedingungen bezogen, unter denen die Abrüstungskonferenz trotz der neuen Lage ihre Bemühung um die Schaffung eines allgemeinen Abrüstungsabkommens fort- setzen könne. Paul-Boncour und Norman Davis seien darin einig, daß bis zum Zusammentritt des Hauptausschusses am 4. Dezember d i e Sachver- ständigenderoerschiedenenMächte, die bei der Novembersitzung des Büros der Abrüstungskonferenz zugegen sein würden, in einem Text die bisher erzielten Ergebnisse konkretisieren könnten, damit die Delegationsführer später die Möglichkeit hätten, diese Arbeit durch besondere Bestimmungen und sogar durch Einfügung von Ziffern au ergänzen. Es sei klar, daß ein derartiges Abkommen wenn es zustandekomme, er st nach der Zustimmung Deutschlands in Kraft treten könnte. Die TU. erfährt noch folgendes: Norman Davis habe den Wunsch der Vereinigten Staaten ausgedrückt, daß die Abrüstungskonferenz sobald wie möglich zu einem praktischen Ergebnis kommen möge. Amerika sei durchaus nicht uninterssiert an dem weiteren Gang der Verhandlungen, wolle aber nickt Partei ergreifen zwischen Engländern und Italienern, denen es vor allem daran liege, Deutschland wieder einzuschalten, und den Franzosen, die vor allem an dem Genfer Boden fest- hielten. In französischen Kreisen ist man der Ansicht, daß die Rückkehr von Norman Davis nach den Vereinigten Staaten nicht nur durch den Stand der Genfer Verhandlungen, sondern durch die Entwicklung des amerikanisch-japanischen Verhältnisses bedingt sei. Es sei auch nickt ausgeschlossen, daß das Problem des Fernen Ostens in der Unterredung zwischen Paul- Boncour und Norman Davis berührt worden sei. Palästina. Arabische Demonstrationen werden verhindert. Jerusalem, 2.Nov. (TU.) Am Donnerstag, dem 16. Jahrestag der Balfourerklärung, durch die eine nationale Niederlassung für die Juden in Palästina geschaffen worden war, hatten die englischen Behörden weitgehende Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um arabische Protestkundgebungen gegen die Balfourerklärung, die an diesem Tage gewöhnlich stattfinden, zu verhindern. Eine große Menge von Arabern, die von Wadi Hawareth nach Tulkarem wanderten, um dort an den Massenkundgebungen teilzunehmen, wurde durch ein niedrigfliegendes englisches Kriegsflugzeug zerstreut. Auf das englische Polizeilager am Scopusberg bei Jerusalem wurden am Donnerstag mehrere Schüsse abgefeuert. In Amman, der transjordanischen Hauptstadt, nahm die Menge eine feindselige Haltung gegen die Engländer ein und versuchte, englische Kraftwagen anzuhalten. Mehrere Kraftwagen wurden mit Steinen beworfen. Der gegenwärtig in Paris befindliche arabische Führer und Mitglied des Palästina - Vollzugsausschusses, Chukry Jacir (der 1926 anläßlich des Drufen-Aufstandes in Syrien die Friedensverhandlungen mit Frankreich leitete), erklärte, daß die gegenwärtige Protestaktion der Araber gegen die jüdische Einwanderung nach Palästina ein Protest der Araber aller Glaubensbekenntnisse einschließlich der jüdischen Araber gegen die Masseneinwanderuna zionistischer Juden sei, gegen ihren Beherrschungs- geist und gegen die „Eroberungstendenz" des Zionismus. Der Araber sei arm und der Zionist kaufe ihm sein Land ab, und der enteignete Araber müsse dann bei den Juden als Arbeiter arbeiten. Die Balfour-Erklärung von 1918, in welcher die Schaffung eines national-jüdischen Heimes in Palästina gefordert sei, sei ein großer und schwerer Fehler gewesen. Es sei unzulässig, daß die zuwandernden Juden ein Volk wie das der Araber ausrotten und sich an seine Stelle setzen wollten. Wir Araber wollen nicht eines Tages unter der Herrschaft von Leuten erwachen, die dem Lande fremd sind. Die Juden könnten nach Palästina kommen: aber sie müßten die Gesetze des Gastlandes achten und dürften nicht versuchen, die Herrschaft an sich zu reißen. Kleine politische Nachrichten. Reichspräsident 0. Hindenburg empfing den Reichsminister des Auswärtigen Freiherrn v. Neurath zum Vortrag. I Der Reichspräsident empfing heute den deutschen Gesandten in Warschau v. M 0 ltke so- I wie den bisherigen deutschen Generalkonsul in New- • york Dr. K i e b. Ferner empfing der Reichspräsident den aus seinem Anmte scheidenden Vertreter Hessens bei der Reichsregierung Dr. Edward. * Der deutsche Botschafter in Moskau, v. Dirck- fen, der zum Botschafter in Tokio ernannt wurde, überreichte dem Präsidenten des Vollzugsausschusses der Sowjetunion, Kalinin, sein Abberufungsschreiben. An der Zeremonie nahmen führende Mitglieder des Außenkommissariats und eine Anzahl Vertreter der deutschen Botschaft teil. * Der Führer des Bundes deutscher Marinevereine, Fregattenkapitän a. D. Hintz- mann, hat den Reicksstatthalter in Bayern und Leiter des Wehrpolitischen Amtes der NSDAP., Generalleutnant a. D. Ritter von Epp, gebeten, die E h r e n f ü h r e r s ch a f t des Bundes anzunehmen. General von Epp hat dem Wunsch stattgegeben und seiner besonderen Freude Ausdruck verliehen, nun auch mit den einstigen Angehörigen der deutschen Kriegsmarine in enger Verbindung zu stehen. Aus afier Welt Staatsmedizinlsche Akademie in München. In der Universitäts-Frauenklinik fand die feierliche Eröffnung der Staatsmedizinischen Akademie in München statt. Dabei hielt der Staatskommissar für das Gesundheitswesen in Bayern, Ministerialdirektor Dr. Schultze, einen Vortrag über die Grundlagen und Ziele der Rassenhygiene. Wir müßten uns darüber klar fein, daß auch in Deutschland der Geburtenrückgang schon erschreckend sei. Dieser Tragik müsse mit den rigorosesten Mitteln entgegengewirkt werden. Der Widerstand der christlichen Kirchen gegen die Sterilisierung fei begreiflich, aber die letzten Entscheidungen über Wohl und Wehe einer Rasse könne niemand treffen, als der verantwortungsbewußte Vertreter dieses Volkes selbst. Aufgabe des Staates sei Erhaltung und Erhöhung der Geburtenzahl, Verminderung der Fruchtbarkeit der Erbuntücktigen und Vermehrung der Fruchtbarkeit der Erbtüchtigen anzustreben. Der Reichsführer der Deutschen Aerzte- schäft Dr. Gerhard W a a n e r, teilte mit, daß in allernächster Zeit ein Gesetz herauskommen werde, das die Vereinheitlichung der gesamten Gesundheitsverwaltung im Reich betrifft. Darre gegen einen Bauernfilm. In seiner Eigenschaft als Reichsbauernführer unterzieht Reichsminister Darrs in der „Nationalsozialistischen Landpost" den Ufa-Film „Du s0llst nicht begehren , der am 31.Oktober uraufgeführt wurde, einer sehr scharfen Kritik, weil der Film, der von bäuerlichem Leben handelt, ein vollkommen verzerrtes Bild des deutschen Bauerntums gebe. Nicht nur das bäuerliche Brauchtum oder gar die technische Betriebsweise sei völlig falsch wiedergegeben, so daß jeder wirkliche Bauer, würde er den Film sehen, in Gelächter ausbrechen müßte, sondern auch die wichtigste Figur des Films wird neben einer Reihe anderer Erscheinungen dieses Werks scharf abaelehnt. Die Hauptfigur, der junge Erbbauer Görk, fei der Typ des bolschewistischen Menschen von der Art des Brandstifters van der Lübbe. Der Film sollte nach der Darstellung Darrss unter dem Titel „Blut und Scholle" erscheinen, er ist dann trotz Einspruchs unter dem Titel „Du sollst nicht begehren" herausgekommen. DarrS erklärt schließlich: Wir wehren uns mit aller Lei- denschaft gegen diesen Film. Daß die Ufa ihn nun herausgebracht habe, werde weder ihr noch dem Volk jtim Segen gereichen. Veränderungen tm Verlag Ullstein. Im Zusammenhang mit der Veränderung in den Besitzverhältnissen des Aktienkapitals des Verlages Ullstein in Berlin hat der gesamte bisherige Aufsichtsrat seine Mandate nieoergelegt. Es wurden in den Aufsichtsrat neu gewählt die Herren Dr. Ferdinand B a u s b a ck , Berlin - Charlotten- bürg, Vorsitzender: Dr. Hugo D e b a ck, Geislinaen- Steige; Generalmajor a. D. Professor Dr. Karl Haushofer, München; Paul Knoll, Wiesbaden; Heinrich Pferdmenges, Giesenkirchen; Fritz Roß, Berlin-Grunewald; Professor Dr. Martin Spahn, Berlin-Lichterfelde; Dr. Franz Ullstein, Berlin, und Günther Wulfsen, Wüsten- Jerichow bei Burg. Der Vorstand besteht aus den Herren Richard A. Müller, Vorsitzender; Otto Krüger, Dr. Georg S y d 0 w , Karl U l l st e i n und Gustaf Willner. Die politische Leitung liegt in den Händen des Herrn Dr. Eduard Stadt! er. Urteil im Berliner Beamfenbefledjungsprojefj. In dem Bestechungsprozeß gegen Beamte des Berliner Fremdenamts, die sich dazu verleiten ließen, unerwünschten Ausländern Aufenthaltsbewilligungen zu verschaffen, wurden verurteilt: der Polizeiobersekretär Jeschke wegen fortgesetzter schwerer Urkundenfälschung zu 3'/r Jahren Zuchthaus, der Polizeiobersekretär Arnim Marx wegen des gleichen Verbrechens zu drei Jahren Zuchthaus. SÖeaen aktiver Bestechung erhielt der Kaufmann Leo Weinberger zwei Jahre, die Angeklagte Johanna Kuntze ein Jahr und der Angeklagte Joseph Luftig acht Monate Gefängnis. Die übrigen Angeklagten erhielten wegen aktiver Bestechung vier bis sechs Monate Gefängnis. Bei den Ausländern, die unberechtigt eine Aufenthaltsbewilligung erlangt hatten, wurde auf Zulässigkeit der Ausweisung erkannt. Wirbelsturm auf Jamaika. Bei einem Wirbel st urm, der den Nordwesten Jamaikas heimsuchte, kamen zehn Personen ums Leben. 90 v. H. der B a n a n e n e r n t e in dem betroffenen Gebiet wurden vernichtet. Wettervoraussage. Die Ostseestörung bewegt sich in nordöstlicher Richtung weiter und wird allmählich den Einfluß auf unser Wetter verlieren. Zwar macht sich zunächst noch ihre Rückseite bemerkbar, wodurch bei wechselhafter Bewölkung einzelne Schauer auftreten, doch wird mit dem Zustrom kalter Luft der Luftdruck ansteigen und Wetterberuhigung mit sich bringen. Aussichten für Samstag: Wechselnd wolkig mit Aufheiterung, nur noch vereinzelte Schauer, ziemlich falt. Aussichten für Sonntag: Neblig, wolkig und aufheiternd, nachts Temperaturen um den Gefrierpunkt, meist trocken. Lufttemperaturen am 2. November: mittags 9.3 Grad Celsius, abends 5,7 Grad; am 3. November: morgens 4,3 Grad. Maximum 9,9 Grad, Minimum 2,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. November: abends 6,5 Grad; am 3. November: morgens 4,8 Grad Celsius. — Niederschläge 5,8 mm. NIVEA Pf. 7055 mild, leicht schäumend, ganz wundervoll Un Geschmack. nur G Flasch en qualität Henkel'i , SCHEUER PULVER V. Fein / fcheuerpulver fürHerd u.Ofen -grob- putit alles z blitzblank ist fein/ ist die grobe Qualität! Für alle Gegenstän• Für den Herd- u. Ofende aus Holz, Metall, putz u. alle groben Ver Glas, Emaille, Mar~ unreinigungen: Ruß, fnort Stein USW Rost, Schmier usw. Ata grob und Ata fein müssen stets im Hause sein! Nehmen Sie tun Aufuxuchen. Spülen. Reinigen Henkel'.i ATA pufit und reinigt alles Hergestellt in den Persilwerken AlltVllf ' Geschäfts-Drucksachen bei Brühl, Schulstraße 7 Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäfts karten Oie Geburt eines gesunden Mädchens zeigen hocherfreut an Or.GeorgMayer,Stud.-Affeffor und Frau Else, geb. Äorbeck Lauterbach (Hessen), den 1. November 1933 06321 -^hvvvnw m. fc aJ Komisch, was? Ein Ofenrohr kann sich doch nicht freuen. — 0 doch, es fühlt genau wie Du. ob es kalt oder heiß ist, ob es zieht oder gleichmäßige Wärme in seinem Schlund zittert. Was hilft es dem Ofenrohr, wenn es sich so herzlich an den Ofen anschließt und der aber in seinem Bauche ächzt und stöhnt und doch keine richtige Wärme zustande bringt. Nun, das Ofenrohr freut sich, weil es nämßch zu einem ganz besonderen Ofen kommt. — Haben Sie schon was von Oranier gehört? Nun, eben zu diesem Oranier-Dauerbrand- ofen kommt das Ofenrohr. Den ganzen Winter hindurch gibt er angenehm warm. Er drückt Ihre Kohlenrechnung bedeutend herunter, weil er sparsam heizt. In diesem Oranier brennt alles, was Ihnen der Kohlenmann bringt. Also, der sparsame Ofen unter den Oefen. Seine Formen sind sehr ansprechend und fügen sich herrlich in die Ihrer Möbel. Mit ihm ist’s schöner zu leben, bequemer und billiger. Einen Oranier-Ofen kann sich heute jeder leisten. Bitte um zwanglose Besichtigung. J. B. Häuser • Gießen Am Oswaldsgarten «704A Ruf Nr. 2145—2146 ■ 1000 Mark 1000 Star -Photos als Preise 4. Fortsetzung. Nachdruck verboten! was er Grudes können, dann geht alles leichter. „Könnt'st nicht den Wellenberg auch verständigen?" frug er. „Wann ich doch deine Assistentin unterhalten soll, kann ich mich net zugleich auch noch deiner annehmen." Da lächelte Grude zum zweitenmal. „Ich werde im Sanatorium anrufen, ob er abkommen kann!" „Ja, sei so gut! Das wird nachher ein ganz feines Nachtmahl. Du und der Wellenberg. Ihr könnt fachDoktor Gnides Ehe Driginakoman von 3- Schneider-Zoerfil. wann's einem auch net gehört." Er hatte erreicht, wollte. Ein flüchtiges Lächeln spielte um Mund. „Bloh lachen muh man wieder Grude zuckte die Schullern. „Was ist das im Der- gleich zu dem, was mir widerfahren ist? — Das tziebfte auf der Well tot und nicht einmal ein Grab, darüber zu meinen. Schon das wäre eine Erleichte- rung gewesen, Weinen dürfen über dem Hügel, unter dem sie liegt." , Du hast doch deine Praxis, schau! Dick Mon- trey lehnte sich über den Klapptisch und steckte dem Freunde eine neue Zigarette in Brand. ,Hch sag ja net, dah du sie vergessen sollst. Ich kann's ja auch net!" Als Grude aufsehen wollte, drückte er dessen Kopf rasch wieder herab. »Hetzt, wo sie tot ist, kannst du's ja wiss'n! Ich hab' glaubt, ich geh z' Grund vor Verzweiflung, weil sie dir g'hört hat." „Warum hast du nie etwas da---" Montrey hatte ihm rasch die Hand über den Mund gelegt, „lieber sowas redt man einfach net, Felix." Er sah erst nach der Tür, ehe er über Grudes gekrümmte Schulter strich. „Das ist eigent- lich noch viel härter — jemand lieb haben, der einem andern g'hört. Hast das schon einmal zu oer- spür'n kriegt? — Nein? — Ganz scheuhlich ist dos, sag' ich dir! — Und muh auch gehn! Alles geht!" Grude schob sich langsam von dem kleinen Hocker auf. „Hast du nach Ladenschluß Zeit für mich?" „Für dich hab' ich all'weil Zeit." „Dann iß mit mir zu Abend!" Er sah die Blut- welle, die in Montreys Gesicht schoß, und schüttelte den Kopf. „Du mußt es nicht so auffassen, Dick! Es ist reiner Egoismus, wenn ich dich bitte, zu mir zu kommen. Ich brauche jemand." „Dos ist was anderes!" sagte Montrey. „Dann komm' ich natürlich!" „Es ist auch um die Lena!" fuhr Grude weiter. „Sie tut mir so schrecklich leib. Ich bin kein guter Gesellschafter jetzt. Und sie sitzt mit mir am Tisch. Ich möchte ihr ein wenig Zerstreuung verschaffen. Immer nur mich und wieder mich und sonst hat sie niemand." Montrey sondierte. „Wär das nicht eine — ein Ersatz für--" „Sprich nicht fertig!" bat Grude erschrocken. „Es geht nicht! Es geht absolut nicht! — Du kommst also heute abend?" „Ja! — so um einhalberzwanzig Uhr, wann ich meinen Laden zumach'." „Ich hol' dich mit dem Wagen!" „Ja, bitte! Das wär' schön! Man ist gleich ein anderer Mensch, wann man in einem Auto sitzt. simpeln! Neulich hat er so einen schönen Krebs g habt! Vielleicht bringt er heut' eine Spezialität von einem Blinddarm mit." — „Gehorsamster Diener, Herr Kommerzienrat." Er verneigte sich vor dcm einlretenden Herrn und holte eine Schachtel Bosnia-Tabak aus dem Regal, wahrend er Grude, der sich zum Gehen anfchickle, die Linke über den Tisch reichte. „Servus, Felix! Auf Wiederschau n!" Der Asphall brannte, er zitterte rote schmelzendes Wachs. Jeder Stiefelabsatz, jeder Pserdehuf, jedes Rad hinterließ seine Spuren. Grude hatte seinen Wagen am Parkplatz hinterstellt, als er^ den Schlag öffnete, fand er einen otraufj kostbarer Sanunekrosen in das Steuerrad gesteckt. Er wollte sie auf die Straße werfen und legte sie dann auf den freien Sitz neben sich Sie konnten nur von Madlen kommen. Wie hatte doch Dick gesagt? Das Härteste ist, je- mand lieb haben, der einem anderen gehört. Sie tat ihm leid. Schließlich war es doch nicht ein solch schweres Unrecht, wenn sie ihm zu erkennen gab, was sie für ihn fühlte. Es hatte ja niemand darunter zu leiden, als sie allein. Zu Haufe angekommen, rief er bei Wellenberg an. Der Freund hatte Zeit. Er würde kommen. „Vielleicht nimmst du auch Madlen mit", sagte Grude und sah nach den Rosen, die auf dem Tische leuchteten. ,»3d) werde sie mitbringen", gab Wellenberg zur Antwort. „Ich habe eine Dummheit gemacht", durchfuhr es Grude. Aber es ließ sich nicht mehr ändern. Auch Wellenberg dachte dasselbe. Ader er konnte jo, wenn man zusammensaß, eine gewiße Kontrolle auf die Schwester ausüben. Zudem war ja auch Dick da und Lena. Für diese Frau fühlte er etwas, was er sonst für keine andere empfand. Für sie schlüpfte er, wenn es sein mußte, sogar in den Frack. Aber es hatte sich noch nie Gelegenheit gegeben, allein mit ihr zusammenzutreffen. • Grude hatte noch einem verspäteten Patienten einen Verband anzulegen und Dick beauftragt, Wellenberg und Madlen in Empfang zu nehmen. Denn auch Lena hatte noch zu tun. Eine Viertelstunde später saß man um den runden Tisch zusarn- men. Und es war wiederum Dick, der wenigstens eine einigermaßen frohe Stimmung in den Abend brachte. Er erzählte von seinen Kündest und wußte die verschiedenen Stimmen, Wünsche und deren gute und schlechte Gewohnheiten so drastisch zu charakterisieren, daß Wellenberg mehr als einmal in helles Lachen ausbrach. Lena sah mit großer Erleichterung, wie sich auch Grudes Gesicht allmählich erhellte, und als Dick Montrey jetzt sagte: „Ich such' alleweil nach einer Frau, die wo mich ernähren kann", schüttelte er belustigt den Kopf. ' „Dann mußt du die Lena nehmen, Dick! Die bringt zwei Männer durch!" „So oder so?" fragte Montrey und hatte die Lachen wieder auf seiner Seite. (Forts, folgt.) sm Ausland gewesen, sondern Zei^ seines Lebens zwischen Prater und Mariahilfer -traße hin und her gependelt. Er hatte einen Tabakladen erworben und stand nun als Gönner aller rauchenden Kund- schalt hinter seinem Ladentische. 3uroeilen kamen Kameraden und ließen sich von ihm eine Zigarette und ein Streichholz geben, dann plauderte man und sprang, rote immer, auf das Lhema über: „Schlechte Zeiten das! Ganz schlechte ^'Mes'" sagte Dick zustimmend. „Mies" war der einzige Ausdruck, der die Lage richtig bezeichnete. Am Abend saß man bann zusammen und trank ein viertel Wein — billigen, aus der Wachau —. Der besänftigte dann die leeren Mäaen. Und man schlief auch gar nicht schlecht darauf. Das hatte man früher gar nicht gewußt, daß es besser war, nicht mit so vollem Magen ins Bett zu steigen. Dick halte der warmen Sommerluft wegen die Tür des kleinen Ladens geöffnet und blickte auf den Gehsteig. Ein Mädchen nickte ihm zu. Es fiel ihm erst viel später ein, daß es Madlen gewesen war. Wie hübsch die Kleine wurde! — Ader doch nid) Christa! Es gab eben Mädchen, die nur einmal existierten. Und ein solches war Christa gewesen. Als wäre es ein Unrecht, an sie zu denken, erschrak er, als Grude eben im selben Augenblick bei ihm eintrat. „Warum läßt du dich denn nicht mehr sehen, Dick?" Er legte einen Schilling auf den Tisch und nahm sich zehn Zigaretten aus dem Behälter, der in der Ecke stand. „Ich hab' halt keine Zeit!" Montrey füllte die Schachtel, aus welcher Grude genommen hatte und bog sich bann zu ihm hinüber. „Weißt, so viel be- schäftigt bin ich! — Das ist nicht wie bei dir, Doktor, baß einer auf ben anbern warten muß, bis ich zu ihm sag: hereinspaziert! Da geht's Tür auf unb zu unb auf und zu. Und alleweil so fort. „Glänzende Geschäfte also! Nicht!" Grude beob- achtete ihn aus übernächtigen Augen. „Glänzend, ja! — Gestern habe ich sufzehn Schilling eingenommen. Wann ich mich unter die Durchfahrt an der Hofburg setz' unb ben Hut auf- halt', verdien' ich zwanzig! — Aber des wär ge- nant! Das paßt net für einen ehemaligen K. und K. Oberleutnant. Machen wir also weiter. Für einen g’füüten Paprika am Mittag langt's schon." Grudes Augen verschleierten sich immer mehr. „Warum sagst du nichts, wenn es dir schlecht geht?" „Hab' ich denn g’fagt, daß es mir schlecht geht? Schlecht geht's dir, Felix! — Ja?" Grude lehnte sich gegen die getünchte Wand und ließ den Rauch seiner Zigarette langsam zwischen den Zähnen herausströmen. „Ich möchte, daß Schluß wäre! Ganz Schluß!" „Das kommt von selber!" Dick schob seinen eigenen Hocker unter dem Klapptisch durch und drückte den Freund darauf. „Schau, Felix, du mußt nicht meinen, du bist der Einzige, der was zu tragen hat! Was tät’ft an meiner Stell'?" Sie war ernüchtert. Sie war seinetwegen gestürzt und nun machte er ihr auch noch Vorwürfe. Die Finger aus ben feinen reißend, drehte sie das Gesicht zur Wand. „Warum gibft du denn keine Antwort?" drängte tr unb bog iyren Kopf wieder zu sich herüber. „Wenn ich dich etwas frage, so ist bas noch lange keinen Grunb zum Weinen." „Ach, laß mich boch!" Ihr Gesicht flog roieber zur Seite. „ . .. Er erhob sich unb reichte ber Geheimrätin bie Hanb. „Du brauchst nicht bie geringste Sorge zu haben, Marno! In zwei bis brei Tagen ist alles toieber verheilt." v Als Mablen sah, baß er sich wirklich Zum Gehen onschickte, schmeichelte sie: „Bleib noch em bißchen, Felitsche! Ich bin ja so unglücklich!" Die Gehekmrätin seufzte. Grube sah unentschlos. fen nach ihr hin unb erschrak vor bem Blick, MU welchem sie ihn umfaßte. War das möglich?. Ober täuschte er sich? Es war ihm nicht ganz erwünscht, daß bie Mutter jetzt bas Zimmer verließ Zu Mablen tretenb, neigte er sich halb über sie. „Was kann ich noch für bich tun? Statt jeber Antwort warf sie beibe Arme um feinen Hals, zog ihn au sich nieber unb brückte Ef. Ä tormegH Ich »off., daß es bis morgen bester ist. Auf Wiedersehen! An der Türe holte sie ihn ein. „Felitsche! — Wenn ich warte — bis du vergessen hast?" „Wen vergessen?" Er zog bie Arme an sich unb tourbe ganz Abwehr. „Christa." Mit lautem Krachen sprang die Tür hinter ihm ins Schloß. Dick Montrey war ein Weltmann. Er beherrschte vier Sprachen, hatte Dreiviertel ber gesamten Erbe gesehen, war im Kriege auf ben Dvlomitenpässen gelegen unb hatte letzten Enbes das Schicksal aller geteilt, einer von jenen zu sein, bie zuviel waren! Ganz einfach zuviel! Drei Jahre hatte er bei ben Verwanbten in England Gastfreundschaft genossen unb hätte sie noch weiter genießen können, wenn er nicht selbst „Abieu gesagt haben würbe. Man bekam alles einmal über. Auch nichtverdientes Brot essen, wollte gelernt fein. Unb nun war er schon roieber elf Wochen in Wien unb hatte sich akklimatisiert, wie man sich eben nur in ber Heimat akklimatisieren konnte. Seine Sprache hörte sich an, als wäre er niemals o Böhringer Gießen, Goethestraße Nr.22 Wintermäntel mit vorzüglichem Sitz Echte Münchener Loden-Mäntel für Herren und Damen Uebergangs- und Regen-Mäntel Bedeutende Auswahl in Jahrelang bewährten Fabrikaten Sehr niedrige Preisei ACHTUNG! ACHTUNG! Posikeller/Watentasse Adreßbuch der Stadt und des Kreises Gießen Neuausgabe-1933 erscheint Ende November! 3u jedermanns Einsichtnahme liegen am Z. und 4. November in unserer Geschäftsstelle offen: Behördenverzeichnis, Alphabetisches Einwohner- u. Firmenverzeichnis, Straßenverzeichnis, Handels- und Gewerbeverzeichnis, Dereinsver- zeichnis der Stadt Gießen Einträge der Städte und Gemeinden des Landkreises Gießen Aerzteverzeichnis der Stadt und des Kreises Gießen Die zuständige Einwohnerschaft, Aerzte und Geschäftsleute Gießens und des Landkreises sowohl wie die beteiligten Behörden und öffentlichen Körperschaften, Dereinösührer usw. werden um Prüfung der Einträge auf Dichtigkeit und Vollständigkeit hiermit dringend gebeten. 3m Hinblick auf die Schwierigkeiten in der Beschaffung der notwendigen Unterlagen in einer Zeit ununterbrochener Umwandlungen auf allen Gebieten und der damit verbundenen längeren Helstellungsdauer des Zum Münchener Oktober-Fest Qinp besonders auch kränkliche, «MV 8Urüdtgebliebenc unb wiche mit Helfen Deinen, gefunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Fuiier 1 Eßlöffel voll echte» RASSOL mengen. 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Ubr am 2rt)üBcnbnii3. „7,0 Der Borstand. Illlllllllllllllllllllllllllllllllll Stadttheater <»lcUin umJ Lamstag, 4. Nov^ 20—22 Uhr Deutsche Bühne Neibe 2: Gerade Mitgl.-Nrn. Tie Männer sind mal so . .. Lustspiel • Cvcrctte in 3Akten vonHalton IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIU