Nr. 231 Erstes Blatt 185. Jahrgang Dienstag, 3. Oktober 1955 Lrlcheinr lügllch, cmha Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienbtätler Heimat im Bild Die Scholle Monats-Vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 180 Zustellgebühr.. . -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, zernfprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UniversttSts-vuch- und Zleindruckerel K Lanze in Gießen. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i. V.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. Eine abendliche Huldigung für den Marschall - Präsidenten. Der Kanzlei- feiert das Bündnis vom 30. Januar. Des Reichspräsidenten Geburtstagsfest Reichskanzler Adolf Hitler besucht den Feldmarschall in Reudeck. Die Reichshauptstadt feiert den Geburtstag des Reichsoberhaupts. Ein Heer von Gratulanten im Präsidentenpalais. - Geburtstagsparade des Wachtregirnents vor dem Reichswehrminister. spricht in seinem Glückwunschschreiben die tiefe Dank* barkeit der Stadt Königsberg für den hochverehrten Ehrenbürger, den Retter aus Kriegsnot und Für- derer in der Nachkriegszeit aus, besonders aber die Freude, daß die bewundernswerte Tatkraft des Reichspräsidenten durch den Entschluß vom 30. Januar 1933 Ostpreußen und seine Hauptstadt und damit das gesamte deutsche Vaterland zum zweiten Male vor dem Untergang bewahrt habe. Der Landeshauptmann der Provinz Ostpreußen telegraphierte: Am heutigen Tage gedenkt die Provinz Ostpreußen mit besonderer Dankbarkeit ihres großen Sohnes. Oer Reuyorker Stahlhelm feiert Hindenburg. Der Reichsbauernführer und Reichsernährungsminister R. Walter D a r r & hat an den Herrn Reichspräsidenten folgendes Telegramm gerichtet: „Nom ersten Deutschen Erntedanktag sende ich d e m H ü t e r ü e u t s ch e r Scholle im R.arnen des geeinten Bauerntums die Grüße der deutschen Bauern als Ausdruck gemeinsamer Verbundenheit im Kampf um Blut und Boden, (egz.) R. Walter Darr6." _.. . , , Der preußische Ministerpräsident Goring hat dem Herrn Reichspräsidenten zu seinem 86. Geburtstage telegraphisch die verehrungsvollsten Glückwünsche der preußischen Staatsregierung ausgesprochen. Ferner hat Ministerpräsident Göring ein persönliches Glückwunschschreiben an den Herrn Reichspräsidenten gerichtet. Oer Stahlhelm an sein Ehrenmitglied Berlin, 2. Okt. (TU.) Reichsminister Franz Seldte, der Gründer des Stahlhelms, hat anläß-, lich des Geburtstages an den Reichspräsidenten ein Glückwunschtelegramm nachstehenden Inhaltes gesandt: „Dem Herrn Generalfeldmarschall, dem Ehrenmitglied des Stahlhelms, sende ich zu seinem Geburtstage ehrerbietigste Glückwünsche. Möchten Sie, Herr Generalfeldmarschall, als unser Soldatenvorbild, sich noch erfreuen können an > r Wiedererstarkung deutschen Wehrwillens im Geiste alten Soldatentums. (Gez.) Franz Seldte." Oer Geburtstagsmorgen. Neudecks Schulkinder und Hofleute begrüßen ihren Gutsherrn. Neudeck, 2. Okt. (WTB.) In bewundernswer- ter geistiger und körperlicher Frische begeht au seinem Stammsitz Neudeck der Reichspräsident und Generalfeldmapschall von Hindenburg seinen 86. Geburtstag zum ersten Male im neuen Deutschland der nationalen Erhebung. Ueber Haus Neudeck liegt auch heute an einem prächtigen ostpreußischen Frühherb, tmorgen der gewohnte ländliche Friede. Kurz nach 9 Uhr er- schienen als er sie Gratulanten die Sch ul- k l n d e r des Gemeindeoerbandes. Der Reichspräsi- Truppe statt, der der Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg beiwohnte. Pünktlich um 12 Uhr rückten die Soldaten unter den Klängen ihrer Kapelle aus den Platz. Kurze Befehle ertönten und die Truppe nahm Paradeaufstellung. Reichswehrminister von Blomberg schritt dann die Paradefront ab und richtete eine kurze Ansprache an das Wachtregiment. Der Reichswehrminister brachte dann aus den obersten Befehlshaber der deutschen Wehrmacht, den Präsidenten des Deutschen Reiches, Generalfeldmarschall von Hindenburg, ein Hurra aus, das von den Soldaten begeistert ausgenommen wurde. Die Kapelle intonierte die Deutschlandhymne und das Horst-Wessel-Lied. Unter den Klängen des Präsentiermarsches erfolgte dann der Vorbeimarsch der Truppe vor dem Reichswehrminister. Nach der Parade marschierte die für diesen Tag besonders verstärkte Wache mit klingeydem Spiel z u r Ehrenwache am Ehrenmal Unter denLin - den. Am Ehrenmal spielte die Kapelle das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied, während tue angetretenen Ehrenwachen das Gewehr präsentierten. Glückwünsche Ostpreußens an seinen CReffcr. Königsberg, 2. Okt. (WTB.) Namens der ostpreußischen Wehrmacht richtete der Befehlshaber des Wehrkreises I Generalmajor v. Brau- ch i t f ch an den Reichspräsidenten zu seinem 86. Geburtstage ein Glückwunschschreiben. Der Ober- bürgermslster der Stadt Königsberg Oie Glückwünsche -er Wehrmacht. Berlin, 2. Okt. (WTB.) Reichswehrminister Generaloberst v. Blomberg hat an den Herrn Reichspräsidenten zur Vollendung seines 86. Geburtstages folgendes Glückwunschtelegramm gesandt: Hochverehrter Herr Generalfeldmarschall! Wenn Sie, hochverehrter Herr Generalfeldmatschall und Reichspräsident, heute das 86. Lebensjahr Ihres an Arbeit und Erfolgen gesegneten Lebens vollenden, so wird Sie der Jubel eines dankbaren Volkes begrüßen, dem Sie durch die Berufung der Regierung Hitler den Glauben an ein einiges, von nationalem Wollen durchglühtes Vaterland wiedergegeben haben. In der vordersten Reihe der Dankbaren steht die Wehrmacht, die sich heute wieder mit Stolz der Waffenträger einer geeinten Nation nennen kann. Die aufrichtigsten Glückwünsche von Heer und Flotte Ihnen, Herr Generalfeldmarschall, als dem Oberbefehlshaber der deutschen Wehrmacht und dem er st en Soldaten des Reiches zum Ausdruck zu bringen, ist mir Pflicht und aufrichtiges Bedürfnis. Sie sind uns Symbol einer stolzen Vergangenheit, Sie waren uns Führer in schwer st er Zeit und haben uns den Weg in eine starke deutsche Zukunft gewiesen. Die Wehrmacht kann ihrem verehrten Oberbefehlshaber nicht besser danken als durch ihre Treue und die stete Erfüllung ihrer Pflicht. Das sei unser Gelöbnis zum heutigen Tage! In tiefster Verehrung habe ich die Ehre zu sein Ihr, Herr Generalfeldmarschall, gehorsamster (gez.) v. Blomberg. O?r Gl ckwunsch der SA. zu Hindenburgs Gevurts ag. B e r l i n , 30. Sept. (CNB.) Der Chef des Stabes der SA. Röhm übermittelte dem Reichspräsidenten von Hindenburg zu feinem 86. Geburtstage folgenden Glückwunsch: Dem Generalfeldmarschall des großen Krieges entbieten die kämpferischen Willensträger der deutschen Revolution zum 86. Geburtstage ihren Glückwunsch und Gruß. Unter seinem Befehl kämpften 1914 bis 1918 die deutschen Heere siegreich wider eine Welt von Feinden, bis marxistischer Verrat ihnen die Waffen zerbrach. Als Reichspräsident stand er als Hüter des besten Erbes der alten Zeit an der Schwelle des neuen Deutschland, über die wir die Fahnen der deutschen Freiheit auf die Zinnen des Staates trugen. In ihm grüßen wir das Deutschland derEhre undFreiheitundKraft, dessen bestes Vermächtnis zu pflegen uns heiligste Aufgabe ist. , .., (gez.) Ernst Rohm, Ehef des Stabes der SA., SS. und des Stahlhelms. Neuyork, 2. Okt. (WTB.) In Gemeinschaft mit dem Bund der Freunde des neuen Deutschland veranstaltete der Stahlhelm, Ortsgruppe Neuyork, eine Feier zu Ehren des Geburtstages des Reichspräsidenten v. Hindenburg. Unter den zahlreich Anwesenden befanden ich auch viele amerikanische sowie ukrainische Kriegsteilnehmer. In Vertretung des Generalkonsuls sprach Dizekonsul Reichel Worte des Dankes an den greifen Schirmherrn des deutschen Vaterlandes. Er schilderte den Wiederaufbau Deutschlands unter der Reichskanz- lerfchaft des Führers Adolf Hitler und dankte allen deutschen Organisationen in Amerika für ihre tatkräftige Mitarbeit, um die amerikanische Oefsent» lichkeit über die wahre Bedeutung der nationalen Erhebung im Reich und des nationalen deutschen Gedankens überhaupt aufzuklären. Der Vorsitzende des Bundes der Freunde des neuen Deutschland Spanknöbel entwarf ein Bild Dort der überragenden Persönlichkeit Hindenburgs. Dadurch, daß der greife Feldmarschall den durch Handschlag bekräftigten Bund mit dem Führer der Volksbewegung geschlossen habe, fei er zum Mitbegrün- b e r b e s neuen Deutschland geworden. Das Deutschtum in Amerika werde im gleichen Geist xur starken Erneuerung in treuer Pflichterfüllung schreiten. Dank für die Durchführung des deutschen Erntedanktages Berlin, 2. Okt. (WTB.) Die K u n d g e b u n g der deutschen Bauern auf dem Bückeberg bei Hameln anläßlich des Deutschen Erntedanktags hat in einem bisher noch nicht dagewesenen Ausmaß das deutsche Bauerntum ver- । einigt und ein machtvolles Bekenntnis öes deutschen Bauern zum national« ■. sozialistischen Staat dargestellt. Eine Kundgebung derartigen Ausmaßes kann nur durch vorbildliche Zusammenarbeit aller amtlichen und nichtamtlichen Stellen ermöglicht werden. Ihnen soll hiermit dafür besonderer Dank ausge- k sprachen werden. Insbesondere haben die Führung des deutschen Bauerntums, die Reichswehr, dis Polizei, die Reichsbahn, die Reichspost und die ort- lichen Verwaltungsstellen in vorbildlicher Weise mit allen Organisationen und Formationen der nationalsozialistischen Bewegung zusammengearbeitet. Am Gelingen der Kundgebung haben weiterhin in , anerkennenswerter Weise die an der technischen Ausgestaltung der Kundgebung Beteiligten mitgewirkt. Besonderer Dank und Anerkennung gebührt jedoch den Männern des Arbeitsdienstes, die in aufopfernder Arbeit bei Tag und Nacht die technischen Voraussetzungen zum Gelingen der Kundgebung geschaffen haben. Schließlich sei auch allen denjenigen Dank aus- gesprochen, die im ganzen Reich zu ihrem Teil mit dazu beigetragen haben, den „Deutschen Erntedank- tag 1933'? z u einem machtvollen Bekennt- nis des deutschen Volks zu seinem Bauern- tum zu gestalten. Der Deutsche Erntedanktag ist durch das Zusammenwirken der neuen Volksgemeinschaft in Stadt und Land zum größten Symbol der Wiedervereinigung des gesamten deutschen Volks geworden. Walter Darr6, Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft. Dr. Goebbels, Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda. Wichtige Ergänzungen zum Gesetz gegen Verrat der deutschen Volkswirtschaft. Steuerstrafe darf nicht zum wirtschaftlichen Erliegen führen. Berlin, 2. Okt. (Vdz.) Der Reichsfinanz-, der Reichswirtschafts- und der Reichsjuftizminisler haben eine gemeinsame zweite Durchführungsverordnung zum Gesetz gegen den Verrat der deutschen Volkswirtschaft erlaßen. Darin werden vor allem Erleichterungen gewährt für die Nachzahlungspflicht, die das Volksverratsgefetz bei solchen Vermögen vorsieht, die der Steuerpflicht bisher entzogen wurden. Der Steuerpflichtige, so wird bestimmt, kann verlangen, daß zu wenig gezahlte Steuern, die das Vermögen, den Ertrag, das Einkommen oder den Umsatz treffen, nur insoweit nach er hoben werden, als sie auf die Zeit feit dem 1. Jan u a r 19 30 entfallen. Ein Steuerpflichtiger kann ,edoch auch verlangen, daß das Finanzamt einen Pauschalbetrag festsetzt, durch dessen Entrichtung der Steuerpflichtige seiner Nachzahlungspflicht em- schließlich der Zinspflicht genügt. Dieser Pauschalbetrag darf nicht höher sein als 40 o.S> des Wertes, den das angezeigte Vermögen für das Steuern verkürzt worden sind, bei Beginn oeS Mit einer durch ihre Schlichtheit tief ergreifenden Kundgebung der SA., SS. und St. im Park von Neudeck hat abends die Geburtstagsfeier ihren Höhepunkt erreicht. Vor der Schloßterraffe sammelten sich die Formationen in dem Park, dessen dunkler Wald durch den Schein von tausend Fackeln erleuchtet war. Dann trat der Reichspräsident in großer Uniform an die Brüstung und blickte lange auf die braunen, schwarzen und grauen Kolonnen, auf die Fahnen, die dem Feldmarschall an seinem Ehrentag den Gruß des erwachten Deutschlands entboten. Ein kurzes Kommando: Der SS.-Brigadeführer Lorenz hält an Stelle des Oberpräsidenten Koch, dessen Ankunft sich durch schlechtes Flugwetter verzögerte, eine kurze markige Ansprache, die mit dem Wunsch schloß, daß der Reichspräsident dem deutschen Volk noch viele Jahre erhalten bleiben möge. Der Brigadeführer bringt ein dreifaches Hoch auf den Reichspräsidenten und Generalfeldmarschall aus. Dann antwortet der Reichspräsident mit kräftiger, ohne Lautsprecher weithin hörbarer Stimme. Er dankt den vor ihm aufmarschierten Soldaten des alten und jungen Deutschlands für ihre Treue zum Vaterland und bringt ein dreifaches Hurra auf das deutsche Vaterland aus. Laut braust aus tausenden jungen Kehlen der alte siegreiche Ruf empor. Unter den Klängen des Prasen- tiermarsches marschieren dann die Fahnen auf, und der Vorbeimarsch beginnt. Es war ein unvergeßliches Bild, eindrucksvoller als manche Massenkundgebung, wie unter leuchtenden Fackeln die braunen, schwarzen und grauen Kolonnen durch den grünen ostpreußischen Wald an dem Retter dieses heißumkämpften Landes vorüberzogen, wie der Feldmarschall immer wieder grüßend die Hand an die Mütze hob, während hinter ihm unter den Gästen der Kanzler stand, der Deutschlands innere Freiheit erkämpfte. Als der Vorbeimarsch beendet war und die Marschmusik in der Ferne verklang, trat der Reichspräsident noch einmal an die Rampe, um sich mit einem väterlichen „Guten Abend allerseits" von der Menge zu verabschieden. Im Schloß fand dann ein Essen statt, an dem außer dem Reichskanzler und den in Neudeck anwesenden Verwandten des Reichspräsidenten u. a. Oberpräsident Gauleiter Koch, Brigadeführer Lorenz, Regierungspräsident Büdding- Ma- rienroerber, Kammerherr v. Oldenburg-Janu- schau unb eine Reihe von alten Militärs unb jungen Führern ber SA. unb SS. teilnahmen. Der Reichskanzler hielt bie Tischrebe. Er feierte ben Feldmarschall als ben Mann, ber bem beutschen Volk roieber Freiheit unb Ehre gegeben habe unb gab bem Wunsch Ausbruck, mit ihm zusammen noch recht viele Jahre zum Wohl bes beutschen Volkes arbeiten zu können. Der Reichspräsibent bankte in sichtlicher Ergriffenheit unb gab seinerseits feiner Freude über die aufrichtige Zusammenarbeit nut Adolf Hitler Ausdruck. Der Reichskanzler hat bann um 22 Uhr Haus Neubeck im Kraftwagen verlassen unb sich zum Grasen Dohna nach Flnkenstein begeben, wo er übernachtete. denk, ber einen außerordentlich frischen unb gesun- ben Einbruck machte, erschien in Begleitung seines Sohnes auf ber Terrasse bes Hauses. Nachdem bie Kinder ben Reichspräsibenten mit bem Choral „Lode ben Herren^ begrüßt hatten, hielt ber Lehrer eine kurze Ansprache. Der Reichspräsibent sprach barauf einige Dankesworte, in benen er feiner Hoffnung auf bie heranwachsenbe beutsche Iugenb Ausbruck gab. Hinbenburg schloß mit einem Hoch auf bas beutsche Vaterlanb. Anschließend würben bie Schulkinber vom Reichspräsibenten mit Schokolabe bewirtet. G^gen 9.30 Uhr nahm ber Reichspräsibent ebenfalls auf ber offenen Terrasse bie Glückwünsche seiner Inspektoren unb Hofleute, sowie ber Vertreter ber Gemeinbe entgegen. Der Reichspräsibent richtete an jeben einzelnen einige persönliche Worte. Die Inspektoren erhielten zum Andenken an ben Tag Eichenstöcke mit bem silbernen Namenszug .Hindenburg". Der Kanzler trifft in Wed ein. Marienburg, 2. Oft (TU.) Reichskanzler Adolf Hitler traf um 13.40 Uhr auf dem Flugplatz in Marienburg ein, wo ein größeres SS.-Aufgebot Aufstellung genommen hatte. In feiner Begleitung befanden sich der Reichspressechef und mehrere SS.-Führer. Der Kanzler begrüßte die zu feinem Empfang erschienenen Führer, darunter den Staatsrat Grafen Dohna-Finken- ft e i n, in dessen Begleitung er auch die Weiterfahrt über Finkenstein nach Neudeck antrat, wo er gegen 18 Uhr eintraf. In der Begleitung des Reichskanzlers befand sich der Führer der SS.- Brigade Danzig-Westpreuhen Lorenz. An der Einfahrt von Neubeck hatten bie SS.-, SA.- unb Stahlhelm-Abordnungen aus bem Kreis Rosenberg Aufstellung genommen. Eine große Menschenmenge, bie währenb bes ganzen Nachmittags auf bie Ankunft bes Führers gewartet hatte, bereitete ihm einen begeisterten Empfang. Unter bem Jubel ber Menge fuhr ber Kanzler zum Schloß, um bem Reichspräsibenten feine Glückwünsche auszusprechen. Der Besuch bes Kanzlers trägt ausgesprochen persönlichen Charakter, politische Kombinationen, bie verschiebentlich an ben Besuch bes Kanzlers geknüpft worben finb, finb völlig gegenftanbslos. Unter ben Geburtstagsgästen befinben sich keine politischen Persönlichkeiten, auch Staatsfekretär Meißner ist zur Zeit nicht in Neubeck anwesenb. Der Besuch bes Reichskanzlers am heutigen Tag wirb in Neubeck als Zeichen ber herzlichen, menschlichen Verbunbenheit zwischen bem Felbmarschall unb bem Volkskanzler empfunben unb wärmstens begrüßt. Berlin, 2.Okt. (WTB.) Obwohl auf Wunsch bes Reichspräsidenten von besonderen Festlichkeiten aus Anlaß seines 86. Geburtstages abgesehen worben ist, zeigt bie Reichshauptstadt reichen S ag- aenschmuck. Bereits in ben frühen Vormittagsstunden hatte sich eine unübersehbare Menschenmenge in der Wilhelm-Straße eingefunben, um bie Ereignisse, bie sich in Berlin zu Ehren des Reichspräsidenten abwickeln, aus nächster Nahe zu deob- 0C2ieeichspost hat wieder einen Sonderdienst einrichten müssen. Bereits gestern und heute sind mit der ersten Post a n n ä h e r n d 3 00 0 G luck- wunschschr eiben in ber Wilhelmstraße eingegangen. Der größte Teil ber postalllchen Sendungen mehr als im Vorjahre, ging jebod) nach Schl oß Neubeck, so baß dort eine Extraleitung für bie antommenben Telegramme gelegt werben mußte. Fast alle Vertreter ber ausländischen Staaten, Per- önlichkeiten der Politik unb Gesellschaft der Wirt- chast unb bes Handels, der Kunst unb ber Wissen- chaft finb im Reichspräsidentenpalais erschienen, um ihre Karten abzugeben unb sich m bas Gästebuch ein- zutragen. Mehrfach marschierten Ehrenabordnungen der SA. unb SS. von Berlin-Brandenburg mit ihren Standartenkapellen am Präsidentenpalais im Paradeschritt vorbei. Eine besondere Ehrung wurde dem Reichspräsi- denten durch das B e r l i n e r W a ch t r e g i m e n t bereitet. Auf bem weiten Uebungsplatz der Kaserne in der Rathenower Straße fand eine Parade dieser L Cun! 1933 aehabk hat. Diesen Wert und den Pauschalbetrag setzt das Finanzamt fest. Die Festsetzung ist unanfechtbar. Grundsätzlich und über diese Spezialsache hinaus bedeutsam ist die Bestimmung der drei Minister, daß das Finanzamt bei Festsetzung des Pauschalbetrages nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu entscheiden hat. Die Zahlungen dürften nicht dazu führen, daß der Steuerpflichtige wirtschaftlich zum Erliegen kommt, oder gezwungen sei, seinen Betrieb m sachlich nicht gerechtfertigter Weise einzuschränken. Von der An- zeigepflicht auf Grund des Volksverratsgesetzes sind im übrigen ausgenommen worden Ansprüche aus einem mit einem ausländischen Versicherungsunternehmen abgeschlossenen Versicherungsvertrag, sofern die Unternehmung im Inland erlaubt ist und der Vertrag a u m inländischen Geschäft der Gesellschaft gehört. Vererbungslehre und Rassenkunde in den preußischen Schalen. Da die Kenntnis der biologischen Grundtatsachen und ihre Anwendung auf Einzelmensch und Gemeinschaft für die Erneuerung unseres Volkes unerläßliche Voraussetzung ist, ordnet der Kultusminister an, daß in den Abschlußklassen sämtlicher Schulen, in den neunklassigen höheren Lehranstalten, auch in Untersekunda, unverzüglich di e Erarbeitung dieser Stoffe in Angriff au nehmen ist, und zwar Vererbungslehre, Rassenkunde, Familienkunde und Bevölkerungspolitik. Die Grundlage wird dabei im wesentlichen die Biologie bilden müssen, der zwei bis drei Wochen st unben, nötigenfalls a u f K o st e n der Mathematik und der Fremdsprachen, sofort eingeräumt werden sollen. Da jedoch biologisches Denken in allen Fächern Unterrichts- orundsatz werden mußt, so sollen auch die Übrigen Fächer, besonders Deutsch, Geschichte, Erdkunde, in den Dienst dieser Aufgabe gestellt werden. Ferner lind in sämtlichen Abschlußprüfungen diese Stoffe für jeden Schüler zum pflicht- mäßigen Prüfungsgebiet gemacht worden, von dem niemand befreit werden darf. Oie Mitgliedssperre der NSDAP. Berlin, 30. Sept. (TU.) Der Reichsschatzmeister Schwarz hat, wie die NSK. berichtet, eine Verfügung über die Mitgliedersperre erlaßen, in der es u. a. heißt: Aus technischen Gründen sieht sich die Reichsleitung veranlaßt, die Ausnahmebestimmungen Über den Erwerb der Parteimit- gliedschaf taußer Kraft zu setzen. Demnach tonnen bis zur Aufhebung der Mitgliedersperre nur mehr Angehörige der Hitlerjugend, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, die Mitgliedschaft zur NSDAP, erwerben. Die Einreichung von Gesuchen um Aufnahme als Mitglied in die NSDAP, von Einzelpersonen ist zwecklos, daLlusnah- men grundsätzlich nicht gemacht werden können. Die feierliche Proklamation der Akademie für deutsches Recht. Zusammenarbeit von Wiffenschast und Praxis bei der Durchführung der Rechtsreform. Leipzig, 2. Okt. (WTB.) Die auf die Schaf- fung eines deutschen Rechts gerichtete Arbeit des Deutschen Juristentags erhielt am Montagabend ihre feierliche Krönung durch die Proklamation der Akademie für Deutsches Recht in der Aula der Universität. Nach Begrüßungsworten des Rektors der Universität legte Geheimrat Prof. Or. Kisch die Ziele und Aufgaben der Akademie dar. Es geht um kein geringeres, so führte er aus, als um den großen Gedanken, eine wissenschaftliche Zentral st eile zu schaffen für die Mitarbeit an der Umgestaltung und Fortbildung des deutschen Rechts im Sinne der Weltanschauung des neuen Reichs. Der Anteil der Aka> benue an dem Erneuerungswerk soll der sein, daß hier die grundlegenden Probleme des Rechtslebens, Der Gesetzgebung, der Verwaltung und Rechtspflege von der früheren Warte allgemeiner Betrachtung und wissenschaftlicher Methode aus in Angriff genommen werden. Die Wissenschaft soll aber auf die Einfachheit, auf die Lebensnähe, auf die Volksverbundenheit des deutschen Rechts bedacht sein und für die klaren und groß- linigen Gedanken des Gemeinwohls und der Gerechtigkeit einen ebenso klaren und volkstümlichen Ausdruck geben. Soll aber die theoretische Betrachtung praktisch fruchtbar werden, so muß sie ergänzt und kontrolliert werden durch hervorragende Männer der Praxis. Daher sollen auch bedeutende Richter, Anwälte, Vertreter der öffentlichen Verwaltung, Rechtsberater aus Industrie und Handel in der Akademie ihren Platz finden. Schon in dieser oft geforderten, aber kaum je ernstlich verwirklichten Zusammenarbeit zwischen Theorie unü Praxis liegt einer der hauptsächlichsten Unterschiede zwischen der neuen Gründung und den Akademien alten Schlags. Ferner werden aus dem Gebiet des geistigen Lebens, namentlich aber auch aus den großen Wirtschaftszweigen, bewährte Persönlichkeiten ihre Mitarbeit zur Verfügung stellen, ebenso wie die Vertreter der theoretischen Volkswirtschaft. Schließlich aber wird der Gedanke, daß letztlich die Akademie berufen ist, die Leiter des neuen Staats in ihrer Aufbauarbeit zu unterstützen, ihren Ausdruck in der Tatsache finden, daß eine Reihe von Führern des Staats und der ihn untermauernden Partei sich zu Mitgliedern der neuen Körperschaft bekennen. Dies der Kreis der ständigen Mitarbeiter. Die Akademie ist aber auf die unterstützende Mitwirkung einer beträchtlich größeren Zahl von Mitarbeitern angewiesen, und diese sollen zu ihr in der Form der außerordentlichen Mitgliedschaft in nähere Beziehung gebracht werden. Des weiteren sollen Persönlichkeiten und Körperschaften, welche die Zwecke der Akademie durch größere Spenden unterstützen, als fördernde Mitglieder geehrt und an- gesehene Gelehrte, namentlich des Auslands, die mit der Akademie in regeren geistigen Austausch treten, durch die Ernennung zu korrespondierenden Mitgliedern ausgezeichnet werden. Als ein Hauptmittel wird sie es ansehen, die gesetzgebenden Faktoren in ihrer verantwortungsvollen Aufgabe zu unterstützen: durch Bereitstellung von Material und Vermittlung von wissenschaftlichen und praktischen Arbeitskräften, vor allem aber durch Anregung oder Begutachtung von Gesetzentwürfen und sonstigen Maßnahmen. Da aber Institutionen weniger wichtig sind als Menschen, wird es sich die Akademie weiter angelegen sein lassen, mitzuwirken an einer grundlegenden Reform der Ausbildung unserer künftigen Rechts- und Wirtschaftsträger. Wichtig wird es auch sein, junge Begabungen von Anbeginn ab nicht bloß durch platonisches Wohlwollen, sondern durch tatkräftige materielle Unter st ützung zu fördern. Schließlich wird die Akademie die gegebene Mittlerin sein für die Pflege der Beziehungen zu gleichartigen Organisationen des Auslandes und so ihren Teil dazu beitragen, dem gegenwärtig anscheinend mit Blindheit geschlagenen Ausland die Augen darüber zu öffnen, daß unser neuer Staat kein Feind, sondern ein Förderer der Weltkultur und des friedlichen Zusam- menarbeitens der Nationen sein wird. Geheimrat Profesior Dr. v. Z w i e d i n e ck sprach über die Zusammenhänge über Wirtschaft und Recht. Anschließend betrat der Führer der Deutschen RechiSfront Reichsjustizkommiffrr Dr. Frank das Rednerpult zur Proklamation der Akademie für Deutsches Recht. Es handelt sich darum, führte er aus, in der Akademie für Deutsches Recht den methodisch gesicherten, auf den Erfahrungssätzen einer geläuterten wissenschaftlichen Dingbehandlung aufgebauten Ausbau der Rechtsreform durchzuführen. Die Akademie für Deutsches Recht beansprucht daher von Anfang an für sich, für ihr Ansehen, für das Ansehen ihrer Mitarbeiter und deren Leistung das weltberühmte deutsche akademische Niveau. Wir wollen in nichts von den Erfordernissen an Fähigkeit und Wissen abweichen, die sich zum Vorteil des Ansehens der deutschen Wissenschaft in all den Jahrhunderten deutscher Geistesgeschichte schon so ftuchtbringend bewährt haben. Wir wollen aber andererseits diese akademisch« Grundhaltung nicht als etwas von dem Gesamterlebnis des deutschen Volkstums Abgesondertes pflegen, sondern die Erziehung unseres Volkes zu dieser höheren Einsichtsebene hin mit allem Nachdruck des erfahr en en natio- nalsozialistifchen Kämpf ertums betreiben und steuern. Reichsjustizkommissar Dr. Frank gab dann einen Ueberblick über die Geschichte des bisherigen Kampfes der deutschen Wissenschaft gegen das Eindringen fremder Rechtsgedanken in unser öffentliches Leben. Der Kampf richtet sich heute weniger gegen die Ueberreste objektiven römischen Rechts als vielmehr gegen den durch die Jahrhunderte alte Beschäftigung mit dem römischen Recht geschaffenen Geist. Wir glauben an die nordische Vergangenheit als eine Zukunstsmöglichkeit und führen nunmehr den Kampf nicht nur auf der Nechtsebene gegen das fremde Recht, sondern führen ihn im gesamten Geistesbereich durch die Hineinlegung des Begriffs der Rasse. Deutsches Recht wird in Zukunft Rassenrecht sein. Die Akademie für Deutsches Recht hat die Aufgabe, dieses Recht der deutschen Rasse mit allem Nachdruck in jeder Form weiterhin zu verwirk lichen. Kraft der mir vom Führer der NSDAP, erteilten Vollmacht proklamiere ich hiermit feierlichst die Akademie für Deutsches Recht als eröffnet. Möge der deutsche Geist in ihr die Heimstätte einer steten Sammlung Nahrung und Förderung finden. Möge der Gei st unseres Führers, fein Heldensinn, feine Reinheit, feine Tiefe in dieser Akademie walten und möge das deutsche Volk überzeugt sein, daß diese Akademie für deutsches Recht ein heiliges Gut zu wahren hat, das Gut der deutschen Rechtsseele, des deutschen Rechtsempfindens und der deutschen Rechtswirklichkeit. Das walte Gott, der ewige, der unser deutsches Volk schuf, nicht damit es in Materialismus versinke, sich in Zwietracht selbst vernichte, sondern der uns in unserem Führer den Glauben an die Stärke in uns zurückgab. Gottes Frieden möge dieses Werk in fernste Zeiten geleiten. Wenn uns einmal die Fahne des Kampfes um das deutsche Recht in uns und in der Welt entfallen sollte, mögen dann immer wieder gleich ernste, gleich leidenschaftliche Diener der deutschen Treue hier entstehen." Die Mitglieder der Akademie. Leipzig, 2. Okt. (WTB.) Die Zahl der neuernannten Mitglieder der Akademie für Deutsches Recht beläuft sich auf 95. Unter ihnen befinden sich der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß, die Reichsminister Dr. D a r r 6, Dr. Frick, Dr. Goebbels, Dr. G ü r t n e r und Dr. S ch m i 11, berReichsstatthalterR i 11 e r v. Epp, die Ministerpräsidenten Göring und Dr. Siebert (Bayern), die preußischen Minister K e r r I und Dr. P o - pitz , Kultusminister S ch e m m (München), die Staatssekretäre Gottfried Feder, Dr. Freister, Reinhardt, ferner Alfred Rosenberg, der Stabschef der SA. Ernst Röhm, Reichsbankpräsident Dr. Schacht, Staatsrat Dr. Ley. Die Liste ergänzt sich durch Senatspräsident Dr. Benno Becker vom Reichsfinanzhof in München, sowie führende deutsche Hochschullehrer, von denen nur einige Namen genannt seien: Stoll (Tübingen), S p i t h o f f (Bonn), M i t t e i s (Heidelberg), Ernst Heymann (Berlin) und viele andere. Ihnen reihen sich die Bankdirektoren, führende Industrielle, Oberbürgermeister und Rechtsanwälte an, darunter Generaldirektor Roselius (Bremen), v. O p e l (Rüsselsheim), Generaldirektor D i e r i g (Langendie- lau), Werner v. Siemens, Bücher (Berlin), Bankdirektor Reinhard (Berlin), Geheimrat Schnitz (Berlin), Geheimrat Albert (Bremen), Geyeimrat Bosch, Bankier v. Fink (München), Prof. Dr. Junkers (Dessau), Fritz Thyssen und andere. Paul-Vonco»r vor der Mlerbsndsversanimlmg Dänemark, Argentinien und Australien in den gewählt. Genf, 2. Okt. (TU.) In der Vollversammlung des Völkerbundes wurden am Montag bei den ordentlichen Neuwahlen zum Völkerbundsrat an Stelle der drei ausscheidenden Ratsmächte Norwegen, Irland und Guatemala für die Dauer von drei Jahren Dänemark mit 52 Stimmen, Argentinien mit 49 Stimmen und Australien mit 47 Stimmen gewählt. Die vor wenigen Tagen erfolgte Rückkehr Argentiniens in den Völkerbund hat nach eingehenden diplomatischen Vorverhandlungen die Zuerteilung des dritten, nicht ständigen dreijährigen Ratssitzes an Argentinien zur Folge gehabt. Die ursprüngliche süoamerikanische Kandidatur ist auf gemeinsamen Beschluß der südamerikanischen Staaten zurückgezogen worden. Im Bereich der skandinavischen Staaten tritt jetzt an die Stelle von Norwegen Dänemark, bei den englischen Dominions an die Stelle von Irland Australien und an die Stelle von Guatemala Argentinien. Somit ist in dem Machtoerhältnis der einzelnen Gruppen innerhalb des Völkerbundsrates keine Verschiebung eingetreten. Die Wahl für den neuen 15. Ratssitz soll im Laufe der nächsten Woche erfolgen, sobald die Vollversammlung grundsätzlich ihre Zustimmung zu der Neuschaffung eines Ratssitzes erteilt hat. Der portugiesische Delegierte Vasconcelkes hatte den Anspruch seines Landes auf einen Ratssitz erneuert und darauf hingewiesen, daß Portugal ein riesiges Kolonialreich besitze, in dem der Prozentsatz der europäischen Bevölkerung, die wirtschaftliche Aktivität und die Entwicklung der Verkehrsmittel bedeutend größer seien als in den afrikanischen Kolonien anderer Mächte. Dann hielt der französische Außenminister Paul- Boncour eine große Rede. Der traditionelle Beifall, mit dem jeder Vertreter Frankreichs im Völkerbund begrüßt wird, blieb selbstverständlich auch diesmal nicht aus. Paul-Boncour kam unmittelbar auf den Vier- rnächtepakt zu sprechen und suchte in längeren Ausführungen d i e kleinen Staaten, vor allem die Gruppe der französischen Anhänger zu beruhigen. Auffallend stark unterstrich Paul-Bon- cour hier auch die Bedeutung des, Locarnopaktes für den europäischen Frieden. In einem besonders heiklen Punkt Europas sei damals eine grundsätzliche Regelung geschaffen worden. In der gleichen Linie liege jetzt der Nichtangriffspakt zwischen Polen, Sowjetrußland und deren Nachbarstaaten. Der Abschluß des Viermächtevaktes fei nur die Folge und praktische Durchführung des Locarnopaktes. Der Locarnopakt bleibe dadurch am Leben und werde somit bekräftigt. Er sei heute immer noch die Garantie für den europäischen Frieden. Die zahlreichen jetzt abgeschlossenen regionalen Verträge müssen jedoch im Völkerbund zusammengesaßt werden. Letzten Endes entscheide immer wieder d e r Völkerbund. Aber der Völkerbund müsse jetzt handeln. Die Völker hätten zu sehr durch Oe- waltlösungen gelitten. In einzelnen Ländern seien Elemente der Gewalt entfesselt worden. Der Völkerbund wolle aber keine Gewaltlösungen, sondern Vertrauen in den Völkerbund. Paul-Boncour versicherte den kleinen Staaten erneut, daß Frankreich mit ihnen sei. Dann wandte er sich direkt an Oe st erreich und erklärte, daß Frankreich auch weiterhin der österreichischen Regierung im Kampf um ihre, Unabhängigkeit Unterstützung zusage und daß auch Holland in feiner großzügigen Initiative zur Regelung der Flüchtlingsfrage auf die Hilfe Frankreichs zählen könne. Die internationale Sicherheit werde jedoch vor allem gewährleistet durch die genaueste Einhaltung des Völkerbundspaktes und eine internationale wirksame und automatische Kontrolle der Rüstungen. Abmstungsmanövet der pariser preffe. Oie Regierung wird festgemacht gegen irgendwelche Zugeständnisse im Sinne des Macdonald-Plans. p a r I 6,2. Off. (TU.) Die pariser presse bespricht am Montag sehr eingehend Ausführungen von per- tinax im „Echo de Paris", wonach D a l a t> i e r und paul-Boncour dem englischen Außenminister Simon da» feste versprechen gegeben hätten, da» französische Heer noch vor Ablauf der Kontrollperiode auf 200 000 211 a n n f) e r a b 3 u - sehen, vorausgesetzt, daß auch die Reichswehr in eine 2H 11 i 5 von kurzfristiger Dien st dauer umgewandelt werde, hiervon habe Simon in Genf dem Reichsaußenminister 2HH- teilung gemacht. Die „Information" von Perttnax enthüllt ihren chauvinistischen Agitationscharakter durch die Erklärung, Dalabier und paul-Boncour hätten damit ein Verbrechen an Frankreich und an dem Frieden begangen. Der,,IN a t i n" schreibt dazu, daß die pariser Verhandlungen den Gedanken einer Bewährungsfrist, während der Deutschland sein Heer umroan- deln müsse, in den Vordergrund gerückt hätten. E r st nachher sollte eine Herabsetzung für die übrigen Heere formell versprochen werden, und zwar durch ein Terminabkommen, das schon jetzt abgeschlossen werden sollte. Für die Zeit nach der Bewährungsftisk sei noch alles unbestimmt. Man sehe lediglich vor, daß in dieser mehr oder weniger fernen Zeit ein Teil de» Material» entweder zer- stört werde, oder einem Genfer Ausschuß übergeben werde, der damit tun werde, roa» er für richtig halte. Das gleiche gelte für die Lftektivbestände, über die noch nicht diskutiert worden sei. Schließlich sei auch nicht» über die neuen D e f e n f l o ro a f f e n gesagt worden, die man Deutschland nach der Bewährungsfrist juerfennen könne. Der halbamtliche „T e m p s" gibt seiner Beunruhigung über die halluug Englaad » bei deu Verhandlungen tn Genf Ausdruck. Der Wunsch, Me Abrüstungskonferenz zu einem Ergebnis zu führen, sei verständlich. Ls wäre aber ein großer Fehler, auf alle Fälle zu einem Ergebnis gelangen zu wollen, selbst wenn man es mit einer Zweideutigkeit bezahlen müsse, die für die Zukunft noch eine viel größere Gefahr darstellen würde. Die Feststellung der „Times", wonach der Wille Deutschland» zur Wiederauftüstung weniger gefährlich sei al» ein Mißlingen der Abrüstungskonferenz, sei — so meint der „Temps" — in diesem Zusammenhang doch recht merkwürdig. Es fehle in der Welt nicht an Leuten, die eine deutsch-französische Verständigung für den Fall Vorschlägen, daß sich England für das Schicksal des europäischen Festlandes nicht mehr interessieren sollte. Derartige Vorschläge könnten nicht in Erwägung gezogen werden, solange die englisch-ftanzö- sische Freundschaft Wirklichkeit bleibe. « „Echo de Paris", das, wie man weiß, dem französischen General st ab nahesteht, hat sich zwar dem äußeren Anschein nach durch seine Meldung, Dalabier und Paul-Boncour hätten eine Verminderung der Effektivstärke des französischen Heeres auf 200 000 Mann zugesagt, zum Wortführer einer Opposition gegen den Quai d'Orsay gemacht. In Wahrheit handelt es sich aber, wie der Widerhall dieser „Enthüllungen" zeigt, um ein sehr geschicktes Spiel mit vertauschten Rolle n. Nach einer Meldung aus Genf wird betont, daß es sich bei allen Erörterungen über Effektivstärken erst um eine „M öglidjteit in weiter Ferne" handele. Diese Meldung läßt deutlich erkennen, daß Frankreich über den Macbonalb-Plan nur bann zu bistutieren gewillt ist, wenn Deutschlanb vorher sich erneut z u Z u - gestänbnissen bereit erklärt. Man muß bemgegenüber immer roieber baran erinnern, baß Frankreich bem englischen Konoentionsentwurf als Diskussionsgrundlage unb als Rahmen für bas zukünftige Abkommen zugestimmt hat. Die Be- yarrlichkeit, mit ber sich Frankreich seinen moralische unb juristischen Verpflichtungen in ber Abrüstung zu entziehen sucht, wird babei höchstens noch übertroffen von ber Skrupellosigkeit in ber Wahl ber taktischen Mittel, beren neuestes jene Melbung bes „Echo be Paris" ist. Sicher keinerlei Entscheidungen. Was sagt man in London zur dlgitation des „Echo de Paris"? ßonbon, 3. Okt. (WTB.-Funkspruch.) Die „Enthüllungen" von Pertinar im „Echo be Paris" haben bie Aufmerksamkeit Der Presse roieber in- oollem Maße auf bie Abrüstungsfrage gelenkt. „Morningpost" erklärt, es sei weder von einer Einheitsfront gegen Deutschland, noch von gemeinsamen Vorschlägen an Deutschland bie Rebe. Aber man glaube, baß bie Vorschläge über bie Kontrolle, Verboppelung bes deutschen Kriegsmaterials unb Verweigerung bes Besitzes von Waffenmustern ben Inhalt eines Angebotes barstellten, bas bem Reichsaußenminister in Genf von ben Vertretern Großbritanniens, Frankreichs unb ber Vereinigten Staaten gesonbert unterbreitet worben sei. Offiziell wirb in ßonbon mitgeteilt, baß sich bie Franzosen bisher nur mit einer materiellen und personellen Abrüstung gemäß ben allgemeinen Richtlinien bes englischen Abrüstungsoorschlages unb zwar von Beginn bes zweiten Vierjähresab- fchnittes ab einverstanden erklärt haben, ohne endgültige Zahlenangaben über das Ausmaß und die Durchführung eines solchen Ab- rüftungsprogrammes gemacht zu haben. Auch seien von den Franzosen keine amtlichen Mitteilungen gemacht worben, daß sie in ber ersten Vierjahres- periobe eine Herabsetzung ihres Kriegsmaterials unb ber Iststärke beabsichtigen. Sie hätten von Deutschlanb bie Umwandlung ber lang- jährigen Reichswehr von 100 000 Mann in eine Milizarmee vor, 200 000 Mann währenb ber ersten vier Jahre geforbert, womit natürlich eine bementsprechenbe Vermehrung ber bisher Deutschlanb gestatteten leichten Waffen oer- bunben sei, aber sie hätten sich zu ber deutschen Forberung nach Beschaffung von auch nur einer geringen Zahl von solchen Waffen, bie Deutschland bisher oerboten waren, ablehnend verhalten und erklärt, daß ihr jetziges Angebot das Höchstmaß dessen barftelle, was Frankreich an- bieten könne. Englischerseits vertritt man ben Standpunkt, daß in Genf keinerlei Entscheidungen gefallen seien. Die Verhandlungen feien im Fluß und gestatteten Raum für weitere Aussprachen. Die jüdische Einwanderung nach Palästina vor dem Völkerbundsausschuß. Genf, 2. Okt. (WTB.) Im politischen Ausschuß der Dölkerbundsversammlung wurde bei (Erörterung ber Manbatsfrage auch bas Problem ber jübischen Einwanderung nach Palästina gestreift. Aus den Reden ergab sich, daß eine Anzahl ßänber im Augenblick stark daran interessiert sind, für ihren jüdischen Bevölkerungsüberschuß eine Anfiedlungsmöglichkeit in Palästina zu schaffen. Insbesondere kam es bem polnischen Vertreter barauf an, gegenüber ber Einwanberung aus Deutschlanb bie Interessen ber polnischen Iuben nicht in ben Hintergrunb treten zu lassen. Der englische Vertreter Sir Ormsby - Gore wies barauf hin, baß bie Manbatsgebiete in Dorberasien nur über beschränkten Raum verfügen unb daß überstürzte ßöfunaen unb Masseneinwanderungen bie allgemeinen Verhältnisse unb bie gute Verwaltung beeinträchtigen könnten. Diesem Punkt schloß sich ber französische Delegierte Senator Sprenger im Hinblick auf das französische Mandatsgebiet in Syrien an. Auch seien nicht alle Israeliten Zionisten. Der australische Rabbiner Freedman appellierte lebhaft an Eng- land, Palästina wirklich zu der blühenden jüdischen Heimstätte aufzubauen, bie ben Sinn unb bie Ver- pflidjtung bes englischen Manboles hebe. Der deutsche Delegierte Gesandter v. Heller forderte zunächst im Hinblick auf bie englischen Ostafrika-Pläne bie Aufrechterhaltung Der Grund- läge bes Manbatssystems. Zur Frage ber indischen Auswanberung unterschied ber deutsche Vertreter bie allgemeine Seite unb bie spezielle Seite hinsichtlich ber Palästinainteressenten. Was Die erstere anlangt, so werde sich, soweit überhaupt eine Zu- ftänbigfeit des Völkerbundes zuge.lassen werden könne, damit bie zweite Kommission befassen. Die Auswanberung nach Palästina interessiere bagegen bie Manbatskommission. Aus ben Erklärungen, bie hier bereits abgegeben worden seien, ginge deutlich hervor, daß sich die Einwanderung in Palästina in steigendem Maße aus einer Reche von Staaten REEMTBMA CIGARETTENFABRIKEN G.M.B.H. ALTONA-BAHRENFELO itoolten JjalitsJ ite Md Die Cigaretten si^ mothadcn. die zu| plagen oneeres technischen Muster i, völlig neuen Methoden hergestellt dieser Mischung beruht daraut da6 TfilTT' wrd ausschlieBlich ohne aus folgenden Distrikten! ERNTEN 27 BIS 30 ♦ MUSTERCIGARETTEN ♦ MISCHUNGSNUMMER R 6 o/M lation^un^euer FebrikeGons- Diese Ogareften werten In den FeJLikJ betriebes in Altona-Bahrenfeld na-^M Der ungewöhnlich zarte und reine Charl sämtliche Tabake zweimapyprÄrMr Mundstück Kargestem OTejITToTOj.<■ 5GÜ Aus aller Welt. Ars ’hto’fy Flucht eines russischen Fliegers nach Lettland. -Ich d-r «°m^n.d°r N^-n°°°?°d°n^7ttl!ch-n°B°°mt-n b=[&- Sehr b°°d ftafften in den Manern nahmt, der Flieger bis auf weiteres der Politi- große Vreschen. Der Dachstuhl ging in Flammen aus. scheu Polizei übergeben, die die näheren Umstande Mn Belagerung beteiligte sich auch das aus der eingesetzt. Die bemächtigten sich der Waffen und führten die Offi- anbenatne-hiere ab. Am Montag hat es schätzungsweise 7 5 schen Polizei übergeben, die die näheren Umstande klären soll. Der Flieger äußerte den Wunsch ständig in Lettland bleiben zu dürfen. Seine Auslieferung an Rußland ist unwahrscheinlich, jedoch durften das Flugzeug und die Postsäcke an die Sowjetunion zuruckgegeben werden. ten ein Ende zu machen. Ls wurde ihnen geantwortet, daß nur Präsident Roosevelt in der Lage sei. den Gesandten zu einem solchen Schritt zu ermächtigen. Die Kämpfe um das ..Rationalhotel" wurden schließlich für eine Stunde unterbrochen, damit die amerikanischen und britischen Staatsangehörigen die Gefahrenzone verlassen tonnen. Die eingeschlossenen Offiziere haben fich dann ergeben. Die Truppen drangen in das Hotel ein, genüber dem Vorjahr verschärft. Die Arbeitslosen- zisfer für Holland, Schweden, die Schweiz, ebenso wie für Frankreich werden in dem Bericht als widerspruchsvoll bezeichnet. Der Bericht gibt für Deutschland 4 127 584 Arbeitslose im September 1933 gegenüber 5 223 810 im September 1932 an. Das Internationale Arbeitsamt als die zentrale Stelle für die Kontrolle der Arbeitsziffern hat damit von neuem festgestellt, daß in Deutschland eine beträchtlicheren- tung der Arbeit slosigkeil stattgefunden hat. Damit haben die Bemühungen der Reichsregierung zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sogar bei dem den deutschen Vorgängen zweifellos äußerst kritisch gegenüberstehenden Genfer Internationalen Arbeitsamt eine offizielle Bestätigung und Anerkennung gefunden. Tote und Hunderte von Verwundeten gegeben. Die Krankenhäuser sind überfüllt. Unter den Toten befinden sich 35 bis 40 Soldaten, zehn Offiziere und einige 20 Studenten und Privatpersonen. Rach den letzten Meldungen soll der Rest der entwaffneten Offiziere nach ihrer Kapitulation niedergem.ehelt worden fein, ttad) Einbruch dec Dunkelheit tarn es überall in der Stadt zu Schießereien, wie es heißt, stehen Soldaten im Kampf gegen Kommunisten und Studenten. rikanifchen Gesandten mit der Bitte ge- wandt. weiterem Blutvergießen durch sein Einschrei- Reede verankerte Kanonenboot „patrla. Außerdem wurden bei dem Angriff Zwe I a nt s mit Maschinengewehren r‘ * Frauen der Belagerten haben sich an Oie Wettarbeiislosigkeit sinkt. OaS Internationale Arbeitsamt erkennt die deutschen Erfolge an. Don einem Großfeuer ist das an der Straße nach dem Großen St. Bernhard im Kanton Wallis gelegene Dorf Booernier heimgesucht worden. 38 Häuser und Scheunen des kleinen, nur 300 Einwohner zählenden Dorfes wurden eingeajchert. Zwei Menschen kamen in den Flammenu m. in den Breitling und ertrank. Verkehrsstreik in Reuyork. w,®1"!*. bi, * "°b" Ndtt Än9en 3U SÄWei, K- » Je viel tcni. lei \Qls ein ^onbigun« l-' «ob fö.79 kt bn bi. JT.™ Erwg. bleib^'^'^iS. KßT betont 'SÄtz 6ar°n erinnern, bJ ^nhonsentwurf als körnen für bas iU. mmt hat. Die Le. ^eich feinen nwra- 6t1Jngen in der U. B,rö dabei Mens ™Ptlbfigteit in der >eren neuestes kne ift tMlum N M Agitation saris"? -Z -Funtfpruch.f Die ; im »Echo de Paris' d" Prehe wieder in - ruimr.gsfrage gelenkt, weder von einer Ein- ■■ noch von gemein- d)lanb die Rede. Aber ige über die Kontrolle, Meg.-malerials und in 'Banenmullem den barflelüen, das dem | von den Vertretern - und der vereinigten treuet worden fei. miigtteiü, dah sich die einer materiellen und aß den allgemeinen förüftungsMiidjlages jneiten Äer/abrcsad- klart haben, ohne gaben über das ig eines solchen Ab- haben. Äuch feien ntichen Mitteilungen ex ersten Bierjahres- bres Kriegsmaterials »n. 6it hätten von । anblung der lang- lOOOO Mann in eine jO Äann wädrend der - womit natürlich eine ihrung der bisher chten Waffen oer» sich zu der deutschen nnn auch nur einer ge- lafffll die Deutschland , ablehnend oer- jetziges Angebot da» was Frankreich an- ertrittmant)enW netlei Entfchel' t 2te Verhandlungen len Naum für weitert Huldißungssahrt deutscher dauern an den Mein Das Erntedankfest des Kampfbundes für deutsche Kultur am Deutschen Eck. Der Reichswehr mini st er hat angeordnet, daß die Musikkapellen der Wehrmacht bei allen dienstlichen Anlässen, bei denen bisher das Deutschlandlied gespielt wurde, grundsätzlich anschließend das hör st-Wessel-Lied spielen. * Das ägyptische Kabinett ist neu gebildet worden. Ministerpräsident und Außenminister ist der bisherige Senatspräsident Pehia Pascha. In politischen Kreisen wird von der Möglichkeit von Neuwahlen im Dezember gesprochen. Nach einer äußerst lebhaften Debatte wurde mit 80 gegen 65 Stimmen im irischen Parlament ein Mißtrauensantrag gegen die Regierung d e Dalera abgelehnt. Die Arbeiterparteiler stimmten zugunsten der Regierung. zusammensehe. Was seine Regierung angehe, so könne er mitteilen, daß günstige Verhandlungen mit den zuständigen Behörden eingeleitet worden seien. Zusammenfassend ist festzustellen, daß die Debatte über dieses Thema einen n o r m a l en -Verlaus genommen hat, daß in keiner irgendwie aggressiver Art auf Deutschland Bezug genommen wurde, und daß = frage als internationales Äuswanderungsproblem an dem viele Staaten interessiert sind, angesehen wurde. _______ Oie Bereinigung des Anwattstandes abgeschloffen. B erlin. 2. Okt. (IU.) Im Reichsanzeiger wird vom Reichsjustizminister eine zweite Verordnung zur Durchführung der Gesetze über die Zu las su n g zur Rechtsanwaltfchaft und Patentan- waltschaft unter dem Datum des 1. Oktober d. I. veröffentlicht. Sie besagt folgendes: Seit heute sind die Maßnahmen abaeschlossen, die in den Gesetzen vom 7. und 22. April 1933 für die Rechtsanwaltschaft und Patentanwaltschaft vorgesehen und bis zum 30. September 1933 befristet waren. Auf Grund des § 9 des Gesetzes vom 22. April 1933 ver- ordne ich daher folgendes: e d e r Rechtsan - walt und Patentanwalt, der auf Grund der Gesetze vom 7. und 22. April 1933 in seinem B e- tuf verblieben ist, bleibt nicht nurimvol - len Genuß seiner Berufsrechte, sondern hat auch Anspruch auf dieAcht u n g, die ihm als Angehörigen seiner Standesgemeinschast z u • kommt. K ein Rechtsanwalt oder Patentanwalt darf in der gesetzmäßigen Ausübung seines B e r u - fes gehindert oder beeinträchtigt werden. des Kampfbundes für deutsche Kultur Alfred R o - fenberg stand. Der Redner wies hin auf die Bauernkämpfe des 16. Jahrhunderts, auf die Der- suche des Freiherrn vom Stein zur Erneuerung des deutschen Bauerntums. Aber erst unserer Zeit sei es Vorbehalten geblieben, den deutschen Bauern aus seiner Notlage zu retten. Man kehre heute zurückzu echter Kultur und zum Boden. Seit 1914 kämpfe Deut chland um einen politischen und seelischen halt. Nun sei die fremde Kruste abgeworfen, die Sehnsucht von zweitausend Jahren habe im Dritten Reich Gestalt angenommen. Nach der Kundgebung fuhren die Festschisfe nach ihren Heimatstädten zurück. Auf den Rhein- höhen flammten allenthalben Die ge ft feuer auf. In der strahlenden Beleuchtung zahlreicher Scheinwerfer boten das Deutsche Eck und die Feste Ehrenbreitstein ein herrliches Bild. Als Abschluß der Kundgebung fand im Stadttheater in Gegenwart Alfred Rosenbergs eine Festaufführung der Bauern- tragödie „Erde" von Schönherr statt. Kleine poliiische Nachrichten. Dem Reichsstatthalter in Bayern, dem General Ritter von Epp, dem Leiter des Wehrpoli- tischen Amtes der NSDAP., ist von der in Berlin neu gegründeten Gesellschaft für Wehr- Politik und Wehrwissenschaft, deren Führung in den Händen des Generalleutnants a. D. o. Cochenhaufen liegt, das Ehrenpräsidium angetragen und von General v. Epp auch angenommen worden. Gleichzeitig wurde Oberst Hasel- meyer, der Geschäftsführer des Wehrpolitischen Amtes und bekannte Mitarbeiter des V. B. wegen feiner Verdienste auf weltpolitischem Gebiet zum Ehrenmitglied der Gesellschaft ernannt. * In Anerkennung seiner Verdienste um die Neu- geftaltung derDeutschen Hochschule für Politikhat Reichsminister Dr. Goebbels den kommissarischen Leiter Paul M e i e r - B e n n e ck e n - ft ein zum Präsidenten dieses Institutes ernannt. Mutiger Slraßenkampf in Havanna. Di« jm Hotel „National" eingeschloffenen Offiziere nach mehrstündigem Kampf zur Llebergabe gezwungen und niedergemehelt. Wettervoraussage. Die Kaltluft ist bereits bis in unseren Bezirk vorgelangt und hat die Temperaturen zum Sinken gebracht. Gleichzeitig ist aber auch der Luftdruck an- gestiegen, so daß das nordöstliche lief für uns wirkungslos wird und hoher Druck die Wetterlage bestimmt. Mit dem weiteren Zustrom kühler Lust tritt zeitweise wechselhafte Bewölkung aus, doch setzt zwischendurch auch Aufheiterung ein. Aussichten für Mittwoch: Wechselnd wolkig mit Aufheiterung, kühl und trocken. Aussichten für Donnerstag: Teils bei wölkt, teils aufheiternd, stellenweise Frühnebel, nachts stärkere Abkühlung, trocken. Lufttemperaturen am 2. Oktober: mittags 14,7 Grad Celsius, abends 11,4 Grad: am 3. Drtober: morgens 10,3 Grad. Maximum 16,5 ^ad, M ni- mum 8,9 ©rat). — Erdtemperaturen m 10 cm Tiefe am 2. Oktober: abends 15,3 Grad, am & Dttober: morgens 12,6 Grad Celsius. - Sonnenscheindauer i/8 Stunde. Niederschläge 0,8 mm. nwanbelinig io »er bei» sausschuß' 5- «‘SS? ”, "."/xwdi-i» * »•I Ä Ä« tauf ««■ *t ;:rJ) dü treten -chs ’SAfaP" -»».-es. » V Ä<« , xi, ‘ Mai die '%u, JU*- Koblenz, 1.Okt. (WSN.) Koblenz und das Deutsche Eck standen am Sonntag im Zeichen einer Iroßen Huldigungsfahrt, die vom Kampfbund ür deutsche Kultur zur Feier des Ernte- ankfestes für die Westmark veranstaltet wurde. Aus allen Bezirken der Umgegend trafen 140 Erntewagen ein, die sich zu einem imposanten Festzug formierten, der durch die festlich geschmückten Straßen zum Deutschen Eck zog. Zugleich trafen festlich geschmückte Ernteschisf e vom Ober- ui mrt.hor 1 rhein, vom Main, Neckar und aus dem Lahn-, Mit- 10 000 Mitglieder der Internationalen Bruder- .h - unb Moselgebiet ein. Sie alle trugen mit- schaft der Kutscher und Chauffeure von Neuyork tekgitprlichen Zierrat und brachten Erzeugnisse ihrer sind in den Ausstand getreten. Sie fordern die mit nach Koblenz, die sie am Deut- Fünftagewoche mit Seckstagelohnen. Durch diesen y '> ,ür ba9 Winterhi 1 fswerk des Streik kommt die Belieferung Neuyorks mit Brot, 1 > ,, . 11 Volkes niederlegten. Am Fuße des Milch und sonstigen Lebensmitteln zum Stillstand. Denkmals hatten sich inzwischen viele Tausende env Japanischer Vergnügungsdampfer gekentert. — a-funden, an denen der Festzug vorbeidesilierte. 22 Tote. Ein Ch 0 r v 0 n tausend Sängern, Sprech- Ein japanischer Vergnügungsdampfer ist wie chöre und Reichsle1?ers Reuter aus Tokio meldet, auf dem Meer in der | in deren Mittelpunkt Die tfe,treoe j Nähe der Küste von Kumamoto gekentert. 22 Personen fanden den Tod, mehr als hundert werden vermißt. Nur 40 konnten gerettet werden. Das Unglück ist auf Sturm und lleberlaftung des Schiffes zurückzuführen. Dreiecksfahrt des Luftschiffs „Graf Zeppelin". Wie die hapag mitteilt, wird das Lufischif Gras Zeppelin" vom 14. bis zum 31. Oktober eine Fahrt nach Süd- und Nordamerika unternehmen, die als große Dreiecksfahrt wieder einmal die Augen der ganzen Welt auf das deutsche Derkehrsunternehmen lenken wird. Die Reise be- §innt mit der gewöhnlichen Südamerika-Route -riedrichshafen — Rio de Janeiro — Pernambuco, geht dann nach Miami auf Florida und von dort nach der Weltausstellung in Chikago. lieber Neu- nort fährt das Luftschiff dann am 28. Oktober nach Sevilla in Spanien. Diese Fahrt kann zugleich als eine Art Probeflug gedeutet werden zur Vorbereitung eines Luftschiffdienstes zwischen Neuyork, Spanien und Batavia auf Java. Zu diesem Dreiecksflug werden die Vereinigten Staaten eine besondere Zeppelin - Briefmarke im Wert von 50 Cents herausbringen. Ein Porträt Heinrichs VIII. von Holbein gefunden. Ein bisher unbekanntes Porträt Heinrichs VIII. von England von Hand des deutschen Malers Hans Holbein ist, wie „Daily"Telegraph meldet, in Castle horward.bci York ans Licht gebracht worden. Es handelt sich nach den Aussagen von Kunst- Kritikern um das beste Bild Heinrichs VIII., der bekanntlich öfters von seinem Hofmaler Hans Holbein gemalt worden war. Das jetzt entdeckte Bild hat die größte Aehnlichkeit mit dem in Schloß Windsor hängenden Holbein-Porträts von Heinrich VIII Bisher war es von vier verschiedenen Farb- schichten verdeckt, die von späteren Malern aufge- <5 e n f, 2. Okt. (IU.) Das Internationale Arbeits- tragen worden waren. Auf Anregung d^ Kunst- veröffentlich einen Bericht über die internatio- hisiorikers Dr. G a n 3 ™urbe" nale Arbeitslosigkeit, in dem festgestellt wird, daß Ä bas abie"©ignatur zum erstenmal feit der Krise die Vierteljahresziffern Holbeins unb™as Datum 1542 ausweist. Das Bild der internationalen Arbeitslosigkeit e i ne w e e « ' wird in den nächsten Tagen bei einem Londoner l.cheverbesferung aufweifen. Die statistischen Kunsthändler ausgestellt. Angaben der einzelnen Länder über die Entwicklung n- ** * »w ÄStssä ÄÄ T luuetf6 J W • - - ° [ ° ", h°> » Lokomotive der AEG. unternommen. Es Han- be.tslofigkeit in zahlreichen Canöetn m beit sich um eine besonders schnell fahrende elektrische Sinken begriffen ist. Im Betglcuf) ju 193 Schnellzugslokomotive von 150 Tonnen Gewicht, die eine wesentliche Herabsetzung der Arbeitslosigkeit, eine Stundengeschwindigkeit von 150 Kilometer ent- oot aycn Dingen in Deutschland, Australien, wickeln kann. Mit dieser Lokomotive und sieben Belgien, Kanada, Chile, Dänemark, England, 3r- Schnellzugwagen wurde die 93,6 Kilometer lange (anö Italien, Portugal und Rumänien festgestellt. Strecke Stuttgart-Ulm der erheblichen S ei- $agegen f)Q, öle Arbeitslosigkeit in Oesterreich, StanglSStuffÄün^en tonnte in | 3-lgaden, der Ifch-ch°l'°w°tei und Siidft-wien ge- der kurzen Zeit von nur 140 Minuten, also nut 104 Kilometer Stundengeschwindigkeit, durchfahren werden. Zum Vergleich fei angeführt, daß die Orient- ervreßzüge auf dieser Strecke bisher eine Stunden- geschwindigkeit von 82 bis 83 Kilometer erreicht haben. Generaldirektor Dr.Dorpmuller wird selbst an einer Probefahrt teilnehmen. Großfeuer im Kanton Wallis. Dieser Tage lande* in der Nähe von Dntalovo- Jaunlatgale (Ostlettland) ein russisches Postfluazeug . . . der Lime Leningrad-Moskau. Wie der russische h a v a n n a, 2. Okt. (wlv.) Schwere Kampfe be- Flieger Krawitsch erklärte, ist er aus ©orojet- ^eute um 6 ui)t zwischen den .Offl3ieren, bie rußlanb geflohen; er habe die Absicht gehabt, lm6o(c()ta(ional eingeschlosscn sind, und den I S-IMt™. die M. ».M bewachen. M, d««st-«n- Ein Lied vom Glück. Vornan von Anny von Panhuys. 14. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Er las fast gedankenlos mit und lachte plötzlich, iugendhaft fröhlich. Sie lachte mit. 2m nächsten Augenblick fiel fein Blick auf die Stelle, wo die Ermordete gelegen, und fein Lachen brach ab, als würde es abgeschnitten. Marlenes Augen folgten feinem Blick. Sie sagte scheu: „Ich will mich auch nicht aufhalten. Dort drüben in dem großen Regal stehen die Bücher, von denen ich mir eins leihen möchte. Er warf das Buch mit den „Rezepten für Fisch- gerichte" auf den nächsten Sessel und rauh stieß er hervor: „Wie gut tut einem das Lachen nach ein paar Fahren völligen Tiefsinns! Aber ...", er brach ab, sagte dann fast bittend: „Haben Sie ein wenig Zeit für mich? Ich möchte gern mit Ihnen sprechen. Ihr Blick wich Dem seinen aus; aber sie fühlte ihn auf sich und antwortete: „Ich habe Zeit." Er straffte sich ein wenig auf. „Ich. wollte Sie noch eben bitten, mit mir einen anderen Raum aufzusuchen', aber vielleicht ist die Bibliothek doch am geeignetsten für das, was ich Ihnen am liebsten schon am ersten Tage Ihres Hierseins gesagt hätte." Er schob ihr einen Stuhl zurecht. „Bitte, nehmen Sie Platz, mir aber gestatten Sie, stehenzubleiben, Fräulein Werner. Ich bin so voll Unruhe-, im Sitzen brächte ich keinen glatten Satz fertig." Marlene neigte ein wenig den Kopf und strich nervös über die leichten Falten ihres blau und gelb gestreiften Kleides, schob den schmalen weißen Spitzenkragen zurecht. Achim von Malten machte ein paar Schritte, begann: „Eigentlich habe ich noch nicht sprechen wollen. Ein paar Monate hatte ich mir noch Geduld verordnet: aber ich bringe es nicht fertig, länger zu schweigen. Sehen Sie, Fräulein Werner, bis zu dem Tage, als Sie hierher tarnen, war ich ein ganz elender, lebensmüder Mensch, einer, den nichts mehr freute. Kein Sonnenschein und kein gutes Essen. Kein Buch und keine Musik. Dor allem aber war die Arbeit mir ebenso zum Ekel geworden wie das Vergnügen Ich war stumpf geworden wie ein armes Tier. Aber als ich Sie zum erstenmal sah, war mir, als hätte man mir einen belebenden Trunk gegeben, und als Sie fangen, sprangen die Tore des Kerkers auf, in dem mein Geist wie ein armer Gefangener gelegen. Ihr Anblick riß mich von einem Abgrund zurück, in den ich hätte stürzen müssen. Einen Tag erst waren sie im Haufe, da wußte ich schon sicher, ich liebte Sie. Ich liebte Sie! Aber nicht nur, wie der Mann das Weib liebt — ich liebte Sie, wie man vielleicht seinen Lebensretter liebt; ich fühlte es mit inbrünstiger Bestimmtheit: Sie waren mein Schick- fal, meine Zukunft, meine Hilfe! Seltsamerweise empfand das auch meine Mutter. Ich habe mich Ihnen dann absichtlich etwas ferngehalten. Dor allem wollte ich mich prüfen, — und bann, was mußten Sie von mir denken, wenn ich Ihnen nach so kurzem Kennen von meiner Liebe gesprochen hätte!" Seine Augen leuchteten auf. „Mein Geist war müde, war in Düsternis einge- bannt. Sie tarnen hierher wie eine Erlöserin, rißen ihn hoch in Helle und Licht. Ich reite wieder über die Felder, sehe wieder meinen Leuten bei der Arbeit zu, freue mich wieder meines schönen Besitztums und arbeite wieder. Eine Zukunft ist plötzlich wieder für mich da; aber sie existiert nur durch Sie. Die Vergangenheit, das schreckliche Erlebnis, der furchtbare Verdacht, an den ich mich sestgeschmiedet glaubte für immer, das sind Dinge, die mir jetzt schon ferne gerückt sind. Ich lebe wieder bewußt und gern. Und darum, Marlene — ach, verzeihen Sie! — Fräulein Werner — deshalb bitte ich Sie, bleiben Sie bei uns. Ich weiß nicht recht, wie ich Ihnen das glaubwürdig erklären soll, aber glauben dürfen Sie es mir, ich habe Sie lieb. Vom allerersten Augenblick an. Und Sie mögen mich auch, ich fühle es. Wahrscheinlich lieben Sie mich nicht. Das wäre ja auch zu viel verlangt von mir; aber Sie lernen mich vielleicht lieben. Ich ..." Er stockte plötzlich, fuhr dann fort: „Noch vor kurzem war ich der Ansicht, — und ich war ganz durchdrungen davon — ich könnte meinen Namen keinem anständigen Mädchen anbieten. Aber das ist ja Unsinn. Ich bin doch unschuldig. Die Frau, die mit mir durchs Leben gehen will, muß nur fest an mich glauben." Er wollte weitersprechen, doch Marlene sah ihn mit ihren wundervollen Augen still an, und da war es, als müsse er schweigen. Kaum zu atmen wagte er, und endlich sagte Marlene: ,Zch glaube fest an Ihre Unschuld!" Wie ein starker elektrischer Schlag ging es durch feinen Körper, und er erwiderte bebend: „Die Worte lohne Ihnen der Himmel, denn sie machen mich unendlich glücklich." Marlene sah ihn an, aber sie schwieg. Er sollte nur weitersprechen; sie fieberte seinen Worten entgegen. Ihr war ganz wunderbar glückselig zumute, und sie berauschte sich förmlich an dem Satz: Die Frau, die mit mir durchs Leben gehen will, muß nur fest an mich glauben! Sie wartete auf das, was Achim von Malten nun weiter zu ihr sagen würde, wartete darauf wie ein Mensch, der ganz bestimmt weiß, daß er eine gute Botschaft erhält. Achim von Malten hob die Rechte wie zum Schwur. „Sie glauben an meine Unschuld. Das bedeutet für mich, die ganze Welt wird bald daran glauben. Marlene, wollen Sie meine Frau werden? Marlene, können Sie mir, wenn nicht Liebe, so doch ein bißchen gute, ehrliche Freundschaft entgegenbringen? Ich habe Sie lieb, Marlene, ich sagte es Ihnen ja schon, lieb vom allerersten Moment an. Ich will Sie auf Händen tragen. Ich will Ihnen das Leben zu einem einzigen großen Feiertag machen, und ich hoffe, mit der Zeit wird dann aus Ihrer Freundschaft Liebe." Marlene preßte beide Hände auf die Brust. Ihre Wangen glühten. Die Erregung schnürte ihr die Kehle zu. Da stand ein Mann vor ihr, jung, reich und vornehm, den sie erst seit vierzehn Tagen kannte, und bat sie, seine Frau zu werden, da er sie liebe. Fremd mar er ihr eigentlich, und doch liebte auch sie ihn. Sie hatte Maltstein bald verlassen wollen, weil sie geglaubt, nicht ertragen zu können, ihm täglich zu begegnen, dem ihr Herz auf den ersten Blick entgegengeflogen. Und nun forderte Achim von Malten nur Freundschaft von ihr, fragte sie, ob sie seine Frau werden wollte. Er trat näher, trat ganz nahe an sie heran, neigte sich zu ihr nieder, die ganz tief in dem breiten und niedrigen Stuhle saß. Sein Atem streifte ihr Gesicht, als er seine Frage wiederholte: „Marlene, wollen Sie meine Frau werden? Wollen Sie es mit mir wagen?" Da brach der Bann der Erregung, der ihr die Lippen fest aufeinandergedrückt, und ihre beiden Hände auf seine Schultern legend, antwortete sie: „Ich liebe dich auch vom ersten Augenblick an. Ich wollte Maltstein bald verlassen, weil ich dich liebe." Achim von Malten verharrte sekundenlang in seiner geneigten Haltung. Er spürte Marlenes Hände auf seinen Schultern und ließ sich übergern von ihnen festhalten. Ganz sanft drängte er dann seine Hände auf die Marlenes, und sich aufrichtend, zog er sie vom Stuhle hoch. Fast ungläubig fragte er: „Und das ist wahr? Das ist wahrhaftig wahr? Du liebst mich — du mich Wie ein Märchen wäre das, wie eines jener herrlichen Märchen, die wir als Kinder gelesen, und an deren Erfüllung für uns wir doch nie geglaubt haben. Weil die Märchen zu schön waren. Du liebst mich, Mädel?! Bitte, sage es noch einmal, damit ich daran glaube." Marlene schaute zu ihm auf mit Augen, die vor Rührung feucht schimmerten: „3d) liebe dich, Achim Malten! Ich liebte dich auf den ersten Blick." Den Mann verließ alle Schwerfälligkeit; er war jetzt wie ein ganz junger Verliebter. Ehe sich Marlene dessen versah, hatte er sie auf seine Arme genommen und küßte sie bis zur Besinnungslosigkeit. Sie erstickte beinahe unter seinen Küssen. Sie ließ sich von Achim wie ein Kind an die Hand nehmen und den Flur entlang führen — in das Zimmer feiner Mutter hinein.'Das Anklopfen hatte er vollständig vergeßen. Frau von Malten saß bequem in eine Sofaecks gedrückt, und Olga Zabrow las ihr vor. Beim un» oermuteteten Deffnen der Tür unterbrach letztere das Dvrlesen, und beide Damen sahen ein bißchen erstaunt auf das Paar, das sich fo. kindlich bei den Händen hielt. Achim von Malten schob Marlene feiner Mutter entgegen. „Sei gut zu ihr, Mutter! Sie will meine Frau werden. Sie liebt mich, Mutter, und sie hilft mir — nein uns — aus der Bedrängnis der Vergangenheit. Sie kann das, weil sie so jung und froh und hoffend ist, und weil auch sie mich schon liebt, wie ich sie liebe." Frau von Malten blickte etwas überrascht; aber sofort streckte sie Marlene die Rechte entgegen und drückte die Iungmädchenhand innig, zog Marlenes Kops zu sich nieder und küßte sie auf die Stirn. „Mache ihn glücklich, meinen armen Jungen! Er hat Erlösung und Glück verdient." Sie vermochte vor Rührung kaum zu sprechen. Marlene flüfterte ergriffen: ,Lch habe ihn schon über alles lieb." Olga Zabrow klappte das Buch, das sie in den Händen hielt, mechanisch auf und zu. Sie halte zwar gleich bemerkt, daß Achim von Malten sein Herz an Marlene verloren, aber an die Möglichkeit einer so schnellen Losung hatte sie doch nicht gedacht. Sie legte das Buch auf den Tisch, wollte leise das Zimmer verlassen, denn sie durfte jetzt wohl nicht durch ihre Gegenwart stören. Marlene aber bemerkte ihr heimliches Fort- schleichen und holte sie mit ein paar Schritten ein, hielt sie fest. „Olga, liebe Olga! Beglückwünsche mich doch auch! Wir sind doch schnell Freundinnen geworden und wollen es bleiben. Du ahnst ja nicht, wie glücklich ich bin!" Sie umarmten sich mit Wärme, und bann ging Olga hinaus. Sie hatte schon das richtige Gefühl dafür. Die drei Menschen mußten jetzt unter sich bleiben, die Stunde forderte das. * Marlene konnte vor Glück nicht einschlafen in dieser Nacht. Immer wieder mußte sie sich klar- machen, sie war Achim von Maltens Braut, sollte bald seine Frau werden. Morgen wollte sie ihrem Vater schreiben. Er würde sich sehr, sehr freuen. Sie malte sich schon aus, wie er sommersüber als Gast im Schlosse wohnte, und wie sie ihm ab und zu helfen konnte aus den Noten seiner kleinen Pension. Sie selbst durfte sich bald schon kleiden, durfte mit Achim weite Reisen machen und bie Welt kennenlernen, l’.nb bas Allerschönste mar,. fie durfte immer bei ihm bleiben, durfte ihm gehören, und den Kampf mit ihm zusammen aufnehmcn gegen alle, die an seine Schuld glaubten. (Fortsetzung folgt.) M Wasser zum Waschen Es ist weich und angenehm. Brunnen■ und Leitungswasser dagegen, ist hart, denn es enthält Kalk, der Seife und Waschmittel beim Waschen behindert. Verrühren Sie deshalb immer vor Bereitung der Waschlauge einige HandvollHenko im Waschkessel. Dadurch wird das Wasser weich wie Regen und das Waschmittel gut ausgenutzt. h 75/33 g Nehmen Sie zum Aufwaschen,Spülen, Reinigen wjr < Henkel's MW IjT Wasch-und UvUImV Bleich-Soda Vermietungen Ginfamilienhaus Am Wartweg 94, 5 Z.,Mans.,Warrn- wass.-Hzg. mit Bad und Garten ab 1.11. 83 an Genoßen ob. Eisenbahner, d.Gen. werden wollen, au vergeben. 6090D Zu gleichem Termin einet»cvtl.3*Z.''W. ohne Matll. u.Gart. Wilbelmstraße 55. Sckr. Meldung und nähere Auskunft bis 5.10.33b.geschäftss. Vorstand. EisenbahnerHeimst.- Verein e.G.m.b.H. in Gießen. Grobe sonnige 4-Zimmer-WohDnng 2. St., Bad, Balkon, Wintergart, in freier Lage z. verrn. Schr. Ang.u.05722a.G.A. Illllllllllllllllllllllllllllll Illi Eine 4-Zimm.-Wohn. ab 1.9200.38 au vermieten. Nachfrage: AmNahrnngsb.10, II. Illllllllllllillllllllllllllllllllll r-3iM.-Mii. mit Garage zu vermieten. Schriftliche Angebote u. 05730 a. b. Gießener Anz. Z-Mm.-Mll. ver sofort zu verm, Goethestraße 56 I. Mietgesuche Bad. 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Dreimal! Herrgott, und ich liege immer noch in den Federn. Draußen wartet das Kabriolett. Ich stecke den Kopf zum Fenster hinaus. „Augenblick, Herr Pg." „Grüß Gott, Herr Pg", schallt es fröhlich zurück. Die Passanten vor „Naglers Hotel" am Rennweg äugen mißtrauisch und entsetzt ob der unverfrorenen Begrüßung vom Auto zum ersten. Stock. Denn wenn einer „Pg." sagt, was kann er dann halt schon anders sein, als ein Nazi. Kleiner Schnelligkeitsrekord im Waschen, Rasieren, Ankleiden, Koffer packen, Rechnung bezahlen, b „Lange geschlafen, Herr Pg." „Euer verdammter Heuriger. Ein unangenehmes Getränk. Wenn nicht soviel Film- und Liedernim- bus darum wäre, — niemand würde das Zeug trinken." m .. Geruhsam fahren wir dann den Rennweg hmaus. „Das Bild- und Schriftmaterial?" „Sie sitzen drauf." Ich greife nach hinten. Grienen. „Unter dem Sitz." Seltsam. Sowie man mit diesem Menschen zu- uulu; il;l ------- - .. ,, der der letzten Woche unterhalten. So gehen sie au» abendlich zu Bett, nach einem Tag ohne Sorge, mit ein wenig Beschäftigung, tue niemals in Arbeit ausartet, ohne Steuerdeklarationen und ohne allzuviel Gedanken an die Zukunft. E.G. Die süddeutsche Uraufführung fand in Anwesen heit zahlreicher Ehrengäste bei vollbesetztem Hause statt. Der Grönland-Film wurde mit einem ausgesuchten Beiprogramm eingeleitet; in dessen Mittelpunkt standen die prachtvollen Aufnahmen des U a-Sonderdienstes vom Reichsparteitag in Nürnberg, die dankenswerter Weise aus dem letzten Programm übernommen worden waren. Außerdem ein interessanter Bildbericht von der Ausgrabung steinzeitlicher Gräberfelder, und die vom sächsischen Staatsorchester in Dresden unter Leitung von Generalmusikdirektor Fritz Busch meisterlich gespielte „Tannhäuser" - Ouvertüre. Zusammengefaßt: ein ausgezeichnetes Programm, das sich niemand entgehen lassen sollte. r Hochschulnachnckten. Der Leiter des Instituts für Grenz- und Aus» landsstudium in Berlin, Dr. Max Hildedert Boehm, hat den vor einiger Zeit an ihn ergangenen Ruf an die rechts- und staatswissenfchaft» liche Fakultät der Universität Jena als Ordl» narius für Bolkstheoric und Dolkstumssoziologie angenommen und wird gleichzeitig an der dortigen philosophischen Fakultät das Fach der Natlonall» täten- und Grenzlandkunde vertreten. Der Lehrstuhl, den Professor Boehm in Jena übernimmt, ist der erste deutsche Lehrstuhl für Bolkstheoric und Volks» tumsfoziologie. Professor Boehm behält die Füh» rung des Instituts für Grenz- und Auslandsstudium bei und wird auch den ihm vor einiger Zeit erteilen Lehrauftrag und die Leitung des neu- gegründeten Seminars für Nationalitätenkunde an der Universität Berlin wahrnehmen. Die stellver» tretende Leitung des Instituts für Grenz- und Aus» landsstudium übernimmt Dr. Karl C. von Loesch, der als Boehms Nachfolger an der Berliner Hochschule für Politik das ethnopolitische Seminar leitet. Der Reichsstatthalter in Bayern hat auf Vorschlag der bdyerischen Staatsregierung dem außer- ordentlichen Professor für Nationalökonomie, Finanzwissenschaft und Statistik in der philosophischen Fakultät der Universität Erlangen, Dr. Rudolf Stucken, mit sofortiger Wirkung die Amts- bezeichnung und die akademischen Rechte eines ordentlichen Professors verliehen. An der Universität Hamburg wurden die Pro« fessoren K ü ch l e r (Romanistik) und Lassar (Ar« beitsrecht und Staatslehre) auf Grund des § 6 des Berufsbeamtengesetzes in den Ruhestand versetzt, Prof. I o se p h'y (Psychiatrie) wurde die Lehrbefug« nis entzogen. An der Universität Leipzig sind auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufs- beamtentums die nichtbeamteten ao. Professoren Zade (Pflanzenbaulehre), Dören (Wirtschafte geschichte) und Holldack (Landwirtschaftliche Maschinenlehre) in den Ruhestand versetzt worden. Auf Grund des gleichen Gesetzes ist dem nichtbeamteten ao. Professor Dr. Skutsch (Frauenheilkunde) ine Lehrberechtigung entzogen worden. sammen ist, kommt man gleich in Stimmung. Ein guter Kamerad muß das sein. Dabei zukunfts- und zielbewußt, voller Ernst und Eifer, wo es um Kampf- und Problemgestaltung geht. Der geborene Sturmabteilungsführer, der immer wissen wird, wie er seine Leute zu nehmen hat. Man halt m der Partei viel van ihm. . , , c „Es ist nicht ratsam, das Material in ihrem Kaffer mitzuführen." ,2liis technischen Gründen auch nicht möglich. Platzmangel." . Kurze Beratung. Dann ist der Ausweg gefunden. Doch davon darf ich hier, nicht berichten. Beim Anblick einer Litfaßsäule fallt mix mein gestriger Entschluß ein. Ich wollte ja Dollfuß photographieren. Also raus aus dem Wagen. Aber wir sind im Regierungsviertel. An jeder Straßenecke steht em „Wachmann". Mißmutig steige ich wieder ein. Am Schwarzenberg-Platz ist ein wunderschöner Wasserkunst-Brunnen. Im Hintergrund das Schwarzenberg-Palais. Ich habe einen Einfall. Mein Pg. am Steuer will sich totlachen. Dis Sache ist so recht nach seinem Herzen. Ich also raus aus dem Wagen, den Apparat m der Hand und hinüber zu dem Wachmann. „Mister policeman, may I....“ Hier bleibe ich hilflos stecken, denn ich weiß nicht, was — Photo- gradieren - auf Englisch heißt. Also ziehe ich mich rasch aus der Klemme, indem ich gebrochen deutsch weiterspreche. M „Darf photographiert werden auf diesem Platz? Ich weise auf die Anlagen und das Palais. Das glückhafte Schiff „Rheinpfalz" mit den Wappen der einzelnen Ortschaften vor dem Kaiser-Wilhelm Denkmal am Deutschen Eck. __________ - । / J .Lttiood’ qireife 5 feste Der R ü h r e r auf der Tribüne bei der Kundgebung am Bückeberg. Am Rednerpult: Reichsernährungs. 3 ’ Minister Darr4. Links: Reichswehrmini,t-r Generaloberst non Blomberg. Ein Volk — ein Reich. Tatsachenbericht von einer Fahrt durch das deutsche Oesterreich. Bon Udo Wolter. nicht einWafen iit sich klar. Olrens sM gen wMr si chrem ch W, sehr freuen. er sommersüber als 1 wie sie ihm ab uri Men seiner kleinen ck bald schön kleiden, :,’en machen und die 1 Allerschönste war, sie durfte ihm gehören^ ’.u’ammcn ausnehmcn" )uld glaubten. folgt! UM eine fast aussichtslos erscheinende Rettung aus der tödlichen Umklammerung der unendlichen Glel- scherwüsten und Schollenfelder von Grönland. Dieser Kampf ist mit einer außerordentlichen Dramatik geschildert in all seinen zermürbenden Einzelphasen: die wahnwitzige lleberquerung des Fjords von Eisscholle zu Eisscholle; ine Schollenfahrt mit der Strömung ins offene Meer ymaus zwischen riesigen Gletschern hindurch, die mit Donnergetöse „kalben" und in sich Zusammenstürzen, der Kampf gegen den Hunger, gegen die Baren, gegen die lawinenhaft herabprasselnden Eisschollen und gegen den langsam ausbrechenden Polarwahnsinn; die verzweifelten Versuche, mit einem Heinen und schwachen Funkgerät — SOS! SOS! — Verbindung mit Europa zu bekommen und Rettung herbeizurufen durch den Aether; die verunglückte Landung eines zu Hilfe kommenden Fliegers, der die Expeditionsteilnehmer endlich entdeckt hat als winzige dunkle Pünktchen in der Unendlichkeit des weihen Schweigens —: das alles ist von Dr. Arnold F a n ck (man kennt ihn von fernen Hochgebirgsfilmen her) mit einer ungewöhnlichen und oft bewundernswerten Energie erfaßt worden. Die erregende Dramatik und die von Szene zu Szene überspringende Spannung der Handlung setzt sich in Bilder um, die in Aufnahmetechmk und Schnitt von vorbildlicher Klarheit und Schönheit sind. Dieser photographischen Leistung steht eine Schärfe und PräAion der Tonübertragung zur Seite, die umso hoher einzuschatzen ist, je mehr Vergleichsmöglichkeiten aus der neueren und aller- neuesten Produktion herangezogen werden können. Auch darstellerisch steht der Film auf einem erfreulichen und sehr gleichmäßigen Niveau. Die einzige weibliche Rolle in diesem männlichen und von Männern ausgetragenen Schauspiel hat Leni Riefe n st a h I, die sich in ihren früheren Filmen hinreichend für derartige Aufgaben qualifiziert hat Das Veste an ihrer Leistung ist gerade dies, daß sie aus schauspielerische Wirkung so gut rote oolhg verzichtet und sich gefaßt und verhalten in die kleine Gemeinschaft der wortkarg und entschlossen kämpfenden Männer einordnet, die behaupten sich, lauter scharf umrissene Köpfe und Gestalten, spar- sam in Wort und Gebärde, in den erdrückenden Ausmaßen der grenzenlosen Polarlandschaft: Gustav D i e ß l, Sepp R i st, Gibson G o w l and Max Holsboer und Walter R i m l. Und U d e t, der wiederum eine fliegerische Paradeleistung vorfuhrt und seine Maschine mit unheimlicher Präzision in haarscharf bemessenen Kurven über Gletscher, Eisberge und Schollenfelder dahinrasen latzt. — ■ Idyll in Nigeria. Das Hochland von Nigeria hebt sich deutlich über dem niedrigen Streifen des Sumpsgebietes am Horizont der Küste Westafrikas ab. Auf diesem Tafelland, das an einigen Stellen ein Höhe von über 1300 Metern erreicht, liegt einer der reizendsten Orte der Welt, Jos, der Brennpunkt der Erwerbstätigkeit, die sich an vielen verstreut liegenden Plätzen in dieser Gegend abspielt. In Jos hat jeder Eingeborene sein Stückchen Garten zwischen Felsgeröll. Dieser romantischen Felslcmdschast schmiegen sich ihre Behausungen an. An den Hängen sind Obstgärten, in denen stolze Bäume ihre weitausladenden Aeste zur Erde neigen. Hier wohnen die Paganen. Sie sind genugsam und finden Geld langweilig, es fei denn, daß sie es zum Schmuck benutzen. Ihre Kleider pflücken sie von den Bäumen, was sie allerdings auch nur tun, wenn sie einen Ausgang vorhaben. Sie pflanzen ihren eigenen Tabak und tragen ihn zusammen mit ihren Pfeifen in einem kleinen Beutel. Das erscheint ihnen nun einmal unumgänglich notwendig, weil die Natur sie nicht bei ihrer Geburt mit einem solchen Aufbewahrungsort für Tabak und Pfeife versehen hat. Neben diesem Beutel führen die meisten Männer dieses friedfertigen Stammes auf ihren Spaziergängen einen Speer mit sich für den Fall, daß ihnen unterwegs ihr Frühstück begegnen sollte. Einige haben sogar noch Pfeil und Bogen. Gegen Abend sucht der Pagane seine Behausung auf, und wenn er feine bisherige nicht findet — was leicht Vorkommen kann, denn die Hütten sehen sich ähnlich wie ein Ei dem anderen —, baut er sich eine neue. Er braucht Ja nur eine einfache Lagerstatt, keine Bettdecke und — welche Wohltat in Afrika — kein Moskitonetz. Herr und Frau Pagan werden sich aber ein Feuer anzünden, das „SOS Eisberg." Süddeutsche Uraufführung im Lichtspielhaus Gießen. Mit einer Festvorstellung brachte das Lichtspielhaus gestern abend die süddeutsche Uraufführung des großen Grönland - Expeditionsfilms „SOS Eisberg" der Deutschen Universal - Film- AG. heraus; er wurde mit Unterstützung der dänischen Regierung unter dem Protektorat des bekannten Polarforschers Knud R a s m u s se n unter der Regie und Expeditionsleitung von Dr Arnold Fanck gedreht. Mit diesem Film hat sich die deutsche Produktion eines Stoffes bemächtigt, der zuvor nur selten großzügig aufgegriffen und angefaßt wurde und dennoch, wie man sieht, gerade jur eine filmische Gestaltung erstaunliche Möglichkeiten bietet. Die Geschichte der Pölarexpeditionen bietet — durch die Jahrhunderte hindurch bis in die jüngste Gegenwart hinein — eine Fülle heroischer Abenteuer, übermenschlicher Leiden und erschütternder Katastrophen im ewigen Eis. Niemand, der diesen Film sah, wird sich der schisierzlichen Erinnerung an die Expedition Wegeners haben entziehen können; Dr. Fritz L o e w e und Dr. Ernst Sorge, zwei Mitarbeiter und Kameraden des im Grönlandeis umgetommewien Gelehrten, haben als wissenschaftliche Berater im Regiestab mitgewirkt. Es handelt sich aber nicht um eine Chronik oder um den nach- gestalteten Bericht bereits historisch gewordener Ereignisse im Polarkreis, sondern um eine aus der Phantasie geborene Handlung, die freilich in der harten Realistik ihrer Gestaltung oft genug wie ein dokumentarischer Bil> Bericht anmutet. Was hier im Film geformt wurde, ist die heroische Ballade einer unglücklichen Expedition, die knappe und sachliche Darstellung des verzweifelten Kampfes weniger Männer gegen die übermächtigen Naturgewalten und gegen ihr in Gemeinschaft getragenes Schicksal am Rande der Welt, in der Unendlichkeit einer arktischen Landschaft aus Eis und Wasser und Himmel. Es wird, in knappen Bildern, geschildert, wie ein paar Männer mit einem Schlitten und einem Hund sich aufmachen, um einen verschollenen und längst totgeglaubten Kameraden zu retten, dessen im Eis aufgefundenes Tagebuch ihnen die Richtung weist und ihre längst gesunkenen Hoffnungen wieder nährt. Sie finden ihn auch, noch lebend, obwohl halb erfroren und am Ende seiner Kraft; aber nun beginnt erst der heroische Kampf auf Leben und Tod ■Bohner- jül und •ertl/ VAh» unterem um be> deg „ Mutter ;r- 4 ÄJfrau Sr>is ff mir u ie >° K?er- ab« HZ-L ’ ,0Um '» kfr,. les lieb' «’s sä Ä wollte. Ich purste /eßt y°hl .. ^nlijes Fort. Witten ein, iün|6t k , linntn » euch! j° niÄ*" Mhch lrme' Unb d°lM dchir. Die nter lld) bleiben, bie (urforscltet kdi -rdV^ugin Kim* -'1 '"'u -JuueitKfi™* b« hen-omgöto tiroUe.dlC,;..hi|Chen A.gl/ - .-fl ^fwarbatert^ jUSfE-Ü edier *«*Äi*fc ILM. ihlfl.lwegiwi LMtz Der Wachtmann, der mich zuerst offensichtlich nicht verstanden hat, atmet erleichtert auf. „Photographieren wollen Sie?" Ich nicke. „Aber natürlich. Gern." Der Respekt vor dem Ausländer und angeborene Wiener Hilfsbereitschaft lassen ihn mich begleiten. „Das Schwarzenberg- Palais wollen Sie aufnehmen?" „Yes.“ Ich nicke und steuere der Litfaßsäule zu, auf der das Dollfuß-Plakat in blendendem Sonnenschein liegt, eine unbedingte Erfordernis für meinen billigen Agfa-4-Mark-Apparat. Ich nehme Aufstellung. Der Wachmann, wenige Schritt neben mir, schaut interessiert zu. Unmerklich drehe ich den Apparat bei, nehme Dollfuß in den Sucher. Mißtrauisch blinzle ich zur Seite. Der Gute merkt nichts. Ich drücke den Aus- loser hinab. „Thank you, very much.“ Das ist ein Ausdruck, den wir in der Penne oft genug benutzt haben. Er kommt mir glatt von bet Zunge. „Bittschön." Das Auae des Gesetzes starrt noch weiterhin auf das Palais, als ob er erst jetzt seine Schönheiten entdeckt hätte. Der Pg. will sich ausschütten vor Lachen. „Menschenskind, warum haben Sie denn nur den Engländer gemimt?" „Man hatte mich sonst an meiner Aussprache doch unschwer als Reichsdeutschen erkannt. Das wollte ich vermeiden. Besser ist besser." „Streng verbotene Plakataufnahme unter Po'i- . zeiaufsicht. Hoffentlich haben Sie nicht gewackelt." | Ich glaube es nicht. Aber zur Vorsicht bannen wir Dollfuß an einer Ecke der unbelebten Radetzkystraße noch einmal auf den Rollfilm. Heute steht er bereits in verschiedenen reichsdeutschen Zeitungen. Abschied von Wien. „Das Parlament möchte ich noch gerne sehen." Wir fahren hinunter zum Parlament, ich lasse mir die Oper zeigen, das Maria-Theresia-Denkmal zwischen den beiden Museen, das Rathaus, die Universität und, auf der Rückfahrt, bei einem Abstecher in eine belebte Querstraße, deren Namen ich vergessen habe, auch den Stephansdom. Eine wunderschöne, an geschichtlich wie künst- lerisch wertvollen Bauten reiche Stadt ist dieses Wien. Man möchte hier schon eine zeitlang leben. Aber als Reichsdeutscher würde das wohl jetzt feine Schwierigkeiten haben. Erst in diesem Augenblick will mir so recht die Bitterkeit des Bruderstreites klar werden. Deutsches Land! Deutsche Kultur, deutsche Sprache! Aber man will das alles nicht wahr haben. Bitter notwendig ist dieser österreichische Volks- kampf, damit allen Widerständen zum Trotz das Wort wahr werde: Ein Volk, ein Reich. Später einmal, wenn dieser Kampf vorüber ist, hoffe ich Wien wiederzusehen. Wir fahren zum Bahnhof. In zehn Minuten geht der Schnellzug nach St. Pölten. (Fortsetzung folgt.) Wirtschaft. Frachtermäßigung für Obst. Um die Verteilung der Obsternte zu erleichtern, hat die Reichsbahn auch in diesem Jahre eine Fmchtpreisermäßigung für Obst zugestanden. Die Ermäßigung gilt für die Zeit vom 28. August bis 31. Dezember, so daß sowohl der Absatz von Frischobst zum sofortigen Verzehr als auch die Versorgung mit Der Frachtnachlaß bezieht sich auf den Stückgutoersand von frischen Aepfeln, Birnen und Pflaumen (Zwetschen) und wirkt sich je nach den Entfernungen und Gewichtsmengen verschieden aus. In einzelnen, besonders günstig gelegenen Fällen steigert sich der Nachlaß auf bis zu 30 o. H. • * Die Zigarrenfabrik Rinn & (Kloos A G. Heuchelheim, die 1931 mit einem Verlust von 294 989 Mark abschloh, um den sich der Gewinnoorttag auf 52 718 Mark ermäßigte, weist für 1932 einen Gewinn von 637 224 Mark aus, von dem 50 000 Mark an das Stiftungskonto und 568 000 Mark an den Sonderreseroefonds überwiesen werden, so daß 71 942 Mark vorzutragen bleiben. Bei 3 Millionen Mark Aktienkapital und 0,60 Millionen Mark Reserve erscheinen (in Millionen Mark) nach einem Auszug aus der Bilanz die Sonderrücklage von 2,83 auf 3,40 erhöht. Verbindlichkeiten auf Grund von Warenlieferungen und Leistungen mit 2,25, Zoll- und Banderolenschulden mit 1,46 (i. D. insgesamt 2,69 Schulden), andererseits Warenforderungen 6,08, Wechsel und Schecks 0,45, Bankguthaben 0,38 (6,65), Vorräte 2,67 (1,80). * Weiterer Rückgang der Konkursziffern. Nach Mitteilung des Stattstischen Reichsamts wurden im Monat September durch den Reichsanzeiger 218 neue Konkurse, ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurs- ejöffnung, und 89 geöffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 255 bzw. 73. * Salzdetfurth - Aschersleben - Westeregeln-Konzern. Der Salzdetfurth-Aschers- leben-Westeregeln-Konzern hat bereits im Frühjahr, um zur Belebung der Wirtschaft beizutragen, ein umfassendes Bauprogramm bei seinen Betriebswerken ausgestellt und hierfür einen Betrag von 2,3 Millionen Reichsmark ausgeworfen. Zum größten Teil find die Arbeiten auf Grund dieser Pläne bereits vergeben, zum Teil werden sie nach Beendigung der zum Teil erforderlichen Durchrechnungen in den nächsten Wochen verteilt werden. Durch diese Maßnahme wird auf den Werken des Konzerns für längere Zeit zusätzliche Arbeit für 305 Mann geschaffen. Frankfurter Börse. Mittagsbörse: still, uneinheitlich. Frankfurt a. M., 2. Okt. Die Börse erfuhr auch zum Wochen- und Monatsbeginn keine G e • schästsbelebung, da neue Limite der Kundschaft kaum aufgegeben worden waren und auch sonstige Anregungen fehlten. Dagegen erfolgten eher noch kleine Glattstellungen. Die Kulisse übte Zurückhaltung, offenbar auch wegen der Unsicherheit über die zu ergreifenden Währungsmaßnahmen in USA., so daß bas herauskommenoe kleine Angebot nur zögernd Aufnahme fand. Bei kleinen Umsätzen war die Kursgestaltung uneinheitlich, aber vorwiegend von 0,5 bis 1 v. H. niedriger. Weiter fest lagen L. Tietz (+ 2 v. H.), ferner eröffneten höher Südd. Zucker (+1 v. H.), AEG. (+ 0,90 o. H.) und Scheideanstalt (+0,65 v. H.). Stärkerer Kursdruck ergab sich in Licht und Kraft (—2,75 v. H.) und Siemens, die mit 142,75 zirka 2 o. H. schwächer genannt wurden. Von Montanpapieren setzten Harpener und Mannesmann je 0,75 v. H., Stahloerein 0,90 v. H. schwächer ein. Niedriger lagen außerdem Holzmann (—1,25 v. H.), Reichsbank und IG. Farben mit je —0,5 v. H. und Schiffahrtspapiere, die bis zu 0,40 v. H. verloren. Die Nebenwerte des Aktienmarkts lagen ziemlich unverändert. Fest waren noch Chade auf höhere Kursmeldungen aus der Schweiz mit + 5 Mark (161). Im Verlaufe stagnierte das Geschäft nahezu vollkommen. Die Kurse blieben gegenüber dem Anfang meist unverändert, Siemens kamen zwar nicht zur Notiz, doch lagen sie zirka 1 v. H. erholt. Per Kasse wurden sie mit unverändert 114,75 v. H. notiert. AEG. büßten ihren Anfangsgewinn wieder ein. Dagegen lagen Chade erneut 0,50 Mark, Südd. Zucker und IG. Farben je 0,5 o. H., Phönix und Stahlverein je 0,75 v. H. höher. Gegen Schluß gaben IG. Farben wieder auf 116 v. H. nach. Der Rentenmarkt lag ebenfalls sehr still. Stahloerein-Bonds büßten 1,90 v. H. ein. Von deutschen Anleihen blieben Neubesitz mit 11,20 unverändert, während Altbesitz um 0,40 v. H. auf 79,40 nachgaben, später aber 0,25 v. H. aufholten. Späte Reichsschuldbuchsorderungen lagen mif 82,65 v. H. behauptet. Arn Pfandbriefmarkt blieben die Kurse meist unverändert, Rhein. Hyp. Gold (+ 0,5 v. H). Kommunalobligationen waren etwas gesucht und vielfach bis zu 1,5 v. H. höher, besonders die der Frankfurter Institute. Staats- und Stadtanleihen lagen ruhig und kaum verändert. Steuergutscheine von 1935 und 1937 zogen um je 0,13 v. H. auf 92,25 bzw. 80,25 v. H. an, der Durchschnittskurs stellte sich auf 86,80 nach seither 86,70. Don fremden Werten notierten I. und II. Anatolier ex Kupon mit 24 nach 25,25 v. H. Tagesgeld war nach dem Ultimo zu 4 v. H. um 0,75 v. H. leichter. Abendbörse: freundlich. An der Abendbörse lagen Kundenorders kaum vor, so daß sich das Geschäft wiederum in engsten Grenzen bewegte, zumal die Kulisse in ihrer Zurückhaltung verharrte. Die Grundstimmung war indessen freundlich, und die Berliner Schlußkurse lagen bei Eröffnung gut behauptet. IG. Farben waren zunächst das einzigste Papier, das mit unverändert 116 v. H. zur Notiz kam. Im Verlaufe gingen sie dann mit 116,13 v. H. um. Am Rente n m a r k t blieben deutsche Anleihen und Reichsschuldbuchforderungen bei ebenfalls nur kleinem Umsatz behauptet. Im Verlaufe bröckelte die Altbesitzanleihe um 0,25 v. H. ab. Don fremden Werten waren dreiprozentige Schweiz. Bundesbahn gesucht und fest; die Taxe lautete 104 o. H. nach zuletzt am Freitag amtlich 96 v. H. Infolge der außerordentlichen Geschäftsstille führte kleines Angebot in IG. Farben später zu einem Rückgang auf 115,75 v. H., doch schlossen sie wieder mit 116 v. H. | Fest lagen Rhein. Braunkohlen mit + 2 o. H. U. a. notierten: Neubesitz 11,15, Altbesitz 79,75 bis 79,50, Gelsenkirchen 47,90, Rhein. Braunkohlen 188, Bekula 113,75, Holzmann 56,50, Reichsbahn-VA. 100. Frankfurter Lkhlachtvte'.unarkt. Frankfurt a. M., 2. Okt. Auftrieb: Rinder insgesamt 1691 (gegen 1207 am letzten Montags- markt), darunter befanden sich 528 Ochsen, 124 Süllen, 530 Kühe, 437 Färsen und 72 Tiere seit dem letzten Markt dem Schlachthof direkt zugeführt. Kälber 410 (544), Schafe 152 (93), Schweine 3524 (4007). Notiert wurde pro Zentner Lebendgewicht in Reichsmark: Ochsen al) 28 bis 30, a2) 24 bis 27, b) 20 bis 23. Dullen a) 26 bis 29, b) 22 bis 25. Kühe a) 23 bis 27, b) 19 bis 22, c) 15 bis 18, d) 11 bis 14. Färsen a) 29 bis 32, b) 26 bis 28, c) 21 bis 25. Kälber a) 36 bis 40, b) 31 bis 35, c) 26 bis 30, d) 22 bis 25. Schafe a) 26 bis 28, b) 22 bis 25, c) 16 bis 21. Schweine b) 51 bis 54, c) 50 bis 54, d) 47 bis 53, e) und f) gestrichen, g) Sauen 42 bis 48. Im Preisvergleich zum letzten Montagsmarkt vom 25. September ließen Rinder 1 bis 2, Kälber 2 bis 3 Mark nach, während Schweine 2 bis 4 Mk. anzogen und Schafe unverändert blieben. Marktverkauf: Rinder schleppend, Ueberstand. Kälber ruhig, Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Schweine ruhig, später stark abflauend, geringer Ueberstand. Fett- schweine über Notiz. Fleischgrohmarkt. Beschickung: 707 Viertel Rindfleisch, 39 ganze Kälber, 17 ganze Schafe, 138 Schweinehälften. Preis für ein Zentner frisches Fleisch in Reichsmark: Ochsen- und Rindfleisch I 50 bis 53, II 45 bis 50. Bullenfleisch 45 bis 50. Kuhfleisch II 35 bis 40, III 25 bis 30. Kalb- fleisch II 65 bis 73. Hammelfleisch 62 bis 65. Schweinefleisch I 64 bis 70. Geschäftsgang: ruhig. Mainzer Schweinemarkt. Mainz, 2.Okt. Austrieb: 806. Marktverkauf: in guter Ware gesucht, geringe Ware vernachlässigt, Ueberstand. Beste Tiere über Notiz. Es notierten: vollfleischige Schweine von etwa 120 bis 150 kg 50 bis 54 Mark, von etwa 100 bis 120 kg 48 bis 52 Mark, von etwa 80 bis 100 kg 46 bis 49 Mark. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 2. Okt. Die Veröffentlichung der Richtpreise für das hiesiae Gefälle löste innerhalb des Handels und der Mühlen starke Zurückhaltung aus. Die Forderungen für Brotgetreide waren bei dem knappen Angebot weiter erhöht, wurden aber nur schwer bewilligt. Auch die Mehl- preise zogen um weitere 25 Pfg. je 100 kg an. Am Futtermittelmarkt blieben Kleie unverändert, während ölhaltige Artikel bei knappem Angebot bis zu 50 Pfg. fester lagen. Hafer notierte unverändert, ebenso Braugerste. Am Rauhsuttermittelmarkt lagen die Preise ebenfalls fester. Es notierte (Getreide je to, alles übrige je 100 kg Frachtparität Frankfurt a. M.) in RM.: Weizen 196,50, Roggen 161,00, Sommergerste für Brauzwecke 185—187,50, Hafer 137,50—140, Weizenmehl, Spez. 0 mit Auslandsweizen, 28,75—29,50, do., ohne Auslandsweizen 27,25—28, Roggenmehl, 0—60 v. H. Ausmahlung, 23,25—23,50, do., füdd. Spez. 0, 23,75, Weizenkleie 9—9,25, Roggenkleie 8,75—9, Soyaschrot 8,65—8,85 ohne Monopolzuschlag (o. M.), Palmkuchen 9,10 o. M., Erdnußkuchen 10,60—10,85 o. M., Treber 15—15,50, Heu südd. 5,50—5,70, Weizen- u. Roggen- stroh drahtgepreßt 2—2,25, do. gebündelt 1,6(£—2. Tendenz: abwartend. Kartoffeln: Industrie hiesiger Gegend 2,25 RM. (in der Vorwoche 2,30—2,35) per 50 kg bei Waggonbezug frei Frankfurt a. M. Tendenz: etwas ruhiger. Mannheimer Getreidebörse * Mannheim, 2. Okt. Weizen (inländischer, 76/77 kg) 20 bis 20,10 Mark, Festpreis per Oktober 18,80 Bezirk 9, 19,— Bezirk 10, 19,30 Bezirk 11; Roggen (süddeutscher) 16,25 bis 16,50, Festpreis Bezirk 9 per Oktober 15,80, Bezirk 8 15,50; Hafer (inländischer) 14 bis 14,25; Sommergerste 18 bis 19,50; Gerste (Pfälzer) 19 bis 20,50; Futtergerste 16,50; Mais (mit Sack) 18,25; Biertreber (mit Sack) 15,—; Trockenschnitzel (ab Fabrik) 8,75; Erdnußkuchen (prompt) 16,—; Wiesenheu (loses) 4,80; Rotkleeheu 5,—; Luzernkleeheu 6,— bis 6,50; Stroh: Preßstroh Roggen-Weizen 2,—, Hafer-Gerste 1,80 bis 2,—; geb. Stroh: Roggen-Weizen 1,40 bis 1,70, Hafer- Gerste 1,20 bis 1,40; Weizenmehl (Spezial 0, mit Austauschweizen) per Oktober 29,25, per November 29,40; Weizenmehl (Spezial 0 mit Inlandweizcn, alte Ernte) per Oktober 27/75, per November 27,90; Roggenmehl (70 bis 60 v.H. Ausmahlung, je nach Fabrikat, norddeutsches) 22,50 bis 23,50, Roggenmehl (pfälzisches und süddeutsches) 22,75 bis 23,75; Weizenkleie (feine) 9,25, (grobe) 9,75; Roggenkleie 8,50 bis 9,50; Weizenfuttermehl 10,50; Roggenfuttermehl 9,75 bis 11,50; Weizennachmehl 14 bis 15,50; Raps- kuchen 12,—; Palmkuchen 14,—; Leinkuchen 16,75; Sesamkuchen 16,— Mark. — Die Tendenz am hiesigen Markt war stetig bei jedoch kleinen Umsätzen, Futtermittel lagen gut behauptet. — Süddeutsches Weizen-Auszugsmehl 4,—Mark höher, Weizen-Brot- mehl 8,— Mark niedriger als Spezial 0. Biertreber, Mehle, Kleie mit Sack. Frankfurter Eicrmarkt. Frankfurt a. M., 2. Okt. Bei gegen die Dor- woche unveränderten Preisen verlief das Geschäft in Anbettacht des Monatswechfels sehr schwach. Lediglich billigste Sorten sind gefragt, alles andere sehr vernachlässigt. Auch der Großhandel bekundete beim Einkauf starke Zurückhaltung, zumal man mit höheren Forderungen in den nächsten Tagen seitens Hollands rechnet. Deutsche Eier sind sehr knapp angeboten, dagegen Balkanware reichlich und Holländer für die Nachfrage ausreichend. Deutsche Frischeier Kl. S. 12, Kl. A. 11,25, Kl B. 11, Kl. C. 10,5. Bayern 11. Holländer und Flandern Kl. S. 11, Kl. A. 10,5, Kl. B. 10, Kl. C. 9,75. Dänen, Schweden und Finnen Kl. S. 10,5, Kl. A. 10, Kl. B. 9,75, Kl. C. 9,5. Bulgaren 9,5, Rumänen und Polen 8,5—9,25, kleine Holländer neuer Produktion 8—8,25 Pfg. pro Stück franto Frankfurt a. M. Frankfurter Buttcrmarkt. Frankfurt a. M., 2. Okt. Trotz ermäßigter Preise hat der Butterabsatz keine Belebung erfahren, es mag hierbei der Ultimo etwas mitgesprochen haben. Die Anlieferungen sind zwar relativ tnapp, für die zur Zeit ungenügende Nachfrage reichen sic aber aus. Aus Suddeutschland wurden billigere Sorten etwas mehr angeboten. Die Preise für deutsche und holländische Markenbutter stellten sich auf 140—145 RM. per 50 kg franko Franksurt-M Allgäuer Butter- und Käfcborfc. Kempten, 2. Okt. Bei unveränderten Preisen bewegte sich das Geschäft in ruhigen Bahnen. Es notierten: Molkereibutter 1. Qualität 125 RM., 2. Qualität 123 RM., Landbutter 116 RM. 30000 deutsche Lebensmittelgeschäfte im Zeichen des Erntetages! Entsprechend dem Wunsche des Propagandamini- fteriums, daß der deutsche Einzelhandel sich sichtbar in den Dienst der Verbundenheit mit der deutschen Landwirtschaft stellen möge, veranstaltet der Edeka-Verband Deutfdjer kaufmännischer Genossenschaften, der etwa 30 000 Kolonialwaren- und Lebensmittelgeschäfte in allen Teilen des Deutschen Reiches umfaßt, vom 1. bis 8. Oktober eine „Deutsche Edeka Woche". Zweck dieser Veranstaltung ist es, die breite Oeffentlichkeit vor allem auf die deutschen Agrarprodukte hinzuweisen unter dem Leitsatz: „Deutsche, kauft deutsche Ware beim deutschen Einzelhändler!" Die Edeka-Geschäfte haben in der genannten Zeit ihre Schaufenster einheitlich mit einem Plakat dekoriert, das die Verbundenheit zwischen Stadt und Land zum Ausdruck bringt. Die Verbraucher, werden während der Edeka-Woche Sonderangebote in Qualitätsprobutten der deutschen Landwirtschaft vorfinden. Das Eisenbahnunglück bei Zränkisch-Erumbach. WSN. D a r m ft a b t, 2. Okt. lieber die Ursache des Eisenbahnunglücks, das sich am Sonntag im Gersprenztal ereignete, hören wir von der Polizeipressestelle noch folgendes: Der Triebwagen mußte wegen Versagens des Motors etwa 150 Meter hinter Kainsbach halten. Der Zugführer beantragte beim Fahrdienstleiter in Nieder- kainsbach Abschleppllng und forderte in Reichelsheim eine Lokomotive an. Diese ging ab, ohne vorausgemeldet z u fein. Inzwischen war aber der Triebwagen wieder fahrbereit geworden und fuhr ab, da dem Zugführer auf Erkundigungen hin bedeutet wurde, daß die Lokomotive wohl angefordert, aber ihre Abfahr! noch nicht gemeldet fei. Der Fahrdienstleiter halle deshalb gegen die Abfahrt des Triebwagens kein i Einwand zu erheben; er hätte aber den Zug er't in Reichelsheim anmelden müssen. Der Unfall wurde durch den starken Nebel und die schlechte Sicht in der Kurve begünstigt. Von den 16 Verletzten sind noch drei Darmstädter Mädchen tm Stadtkrankenhaus. Zu dem Eisenbahnunfall teilt die Reichsbahndirektion Mainz mit, daß es sich bei dem Unfall nicht um eine Reichsbahnstrecke, sondern um eine Linie der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft handelt. Briefkasten 0er Jteöaftion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung ) $. ID. in C. Durch Unterzeichnung des Bestellscheins hat Ihr.Schwiegersohn einen rechtswirk- famen Kaufvertrag mit der in Frage stehenden Buchhandlung abgeschlossen. Die Buchhandlung kann um deswillen, wenn Zahlung gemäß den Be- bingungen des Bestellscheins nicht erfolgt, gemäß § 433 BGB. auf Zahlung des Kaufpreises klagen. Die Verweigerung der Abnahme der Ihnen zu liefernden Bücher entbindet Sie nicht von der Der- pflichtung zur Zahlung des Kaufpreises. Sur Gül- tigteit des abgeschlossenen Kaufvertrages bedarf es Ihrer Zustimmung oder Genehmigung nicht. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Dorfe. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt befchlosienen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H. Lombardzinsfuß 5 v. H. Fronksuri a. 2)1. Berlin Schluß» hir4 Schluß,. Abend» börse Schloß- f Iiu4 Schluß/. Mittag- börse Votum 30-9- 2-10- 30-9. 2.10. •% Deutsche ReichSanleihe v. 1927 6% etem.7% Tt.Rcich«anl.v. 1929 t>¥i% 7)oung-91nlcibe von 1930 .. Deutsche 91nI.-yblo!.-Sd)ul6 mit 8lu4Lo|.-9tcd)tcn ............. Seigl. ohne SluSlos.-Rechte...... 6% ebem.8% Hess. Bolksstaat 1929 lrüchahlb. 102%)............ 6% Hell. Lande-bank Darmstadt Gold R. 12.................. BH% Hell- LandeS-Hypotheken- dank Darmstadt fliqul......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechtrn ............. Deutsche komm. Smnmclabl. Anleihe Serie 1 mit AuSlos.-Rrchten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldvse. 15 unkündbar bi» 1935 •% ehem. 7% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 16 unkündbar bld 1936 6%% ehem. 4K% Franks. Hyp.- Bank-Ltqu.-Psandvrtese....... 6K,% ebem. Ci% Rheinische Hyp.-dank-Liau.-Gokdpse..... 6% ebem. 8% Pr. LandeSpsand» briesanstalt, Pfandbriefe 8L 19 6% ehem. 7% Pr. LandeSpfond- briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 Eteuergutsch. Verrechnungskurs 4% Ceflerreidjlldje Goldrenir 4,20% Oesterretchische Süberrenle 4% Ungarische Goldrenie....... 4% Ungarische StaatSrente v. 1910 4%% deSgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von Si 4% Türkische Zollanlethe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn»Lnleihe Serie 1..................... 85 85 85 85,5 98,5 98,4 98,5 98 85 85,5 86 85,75 79,75 79,5 79,75 79,65 11,2 11,15 11,13 11,1 — 81 81,1 82 82.5 82,5 82 82 85 85 — — 72 — — — — 74 74,4 73,65 84 84 — — 84 84 — — 85 85 — — 86,5 86,5 — — 85,5 85,5 85,5 85,5 85.5 85,5 85 85 86.75 86,8 86,75 86,8 — 10.9 _ 10,75 0,7. 0.75 0,80 0,70 4,75 4,3 4,9 4,65 5,13 5,13 «,2 4,9 4,25 4 4,6 3,9 5,5 5,5 — 6 5 5,05 5 - 6 Frankfurt a.Dl. Berlin Schluß- hirt Schluß!. Abend- bSrte Schluß- hird Schlußk. mittag» bflrie Datum 30.9. 2-10. 30-9. 2-10. 4% deegl. Serie II ............. 4 9 4,95 4,9 —— 5% Rumän. verclnb. Rente v. 1902 2,8 2,8 —— 2,85 4H%RumLn.verctnh.Rentev.l913 4% Rumänische verctnh. Rente .. 4,5 4,5 4,5 4,3 2,5 2.55 2,65 2,55 2 Y*% Anatolier ............... 25 23,9 25,1 24,75 Hamdurg-Slmertka»Paket .....0 10,75 10,5 10,25 10,25 Hamburg-Lüdam. Dampfschiff. 0 22,25 22,5 Hansa-Dampfschiff...........0 — — 18,5 20 Norddeutscher Lloyd ......... 0 11,9 11.25 11.5 11,25 « für Verkehrswesen Ml. .. 0 40 40 40.5 40 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 84.5 84 Commerz, und Prioat-Bank ... 0 42.5 42 44 — Deutsche Bank und Dtsconw- Gesellschaft..........0 45 44 45,5 _ Dresdner Bank.............. o 36,5 36 37 Reichsbank ................ is 141,5 141 141,4 141,4 a.ö.O......................o 18.25 18,25 17,9 18,5 Bekula.....................o 113.25 113,75 113 113,9 Dektr. LieferungSgelMchaft... 6 Licht und Kraft ............. 6 90.75 71 89 72,25 90,25 70,65 88,5 Fellen L Guilleaume.........0 Gesellsch.s.Elektr. Unternehmung. 6 41.5 42 41,5 42,25 73 72,5 72,9 72 Rheinische Elektrizität ........ 5 78 5 77,5 — 77,5 Schlickert»Co....... 6 89.75 89 88.5 89,75 Elements Halske... ........ 7 144.75 — 146,75 145,25 Ladmeyer L Co............ 10 114 112,65 110 112 Buderus ................. o 64.5 65,5 64.5 65.65 Deutsche Erdöl ............. 4 96.5 96,5 95,25 95.9 Gelsenkirchener ...........0 49 46,9 45,75 47 Harpener.................o 82.75 81 81 81,25 Hoesch Eisen—Küln-Reuessen .. 0 — — 53 54,75 File Bergbau ...... 6 128.5 «.— 126 _ Fl'e Bergbau Konusse........ « — 94.75 95,5 93 Kocknerwerke ............... 0 52,5 53 51,13 53.75 LianneSmaiur-Röbrru........ 0 53,25 62 51 52,25 Front,un a. Ul. Seri.n Schluß» hird Schlußk. Abend» börse Schluß» kurS Schlußk. Ullnag» bSrse Datum 30.9. 2-10. 30.9. 2-10. ManSselder Bergbau....... .. 0 23,75 23,5 22,25 23,75 Kokswerke ................ 67,13 68,5 Phönix Bergbau........... Rheinische Braunkohle» .... .. 0 10 33,25 181 33,25 188 31,5 179.75 32,75 188 Rbeinstahl................ .. 0 73,5 73,65 73 72,9 Bereinigte Stahlwerke...... .. 0 33,25 32,5 11,25 31 32,5 Llavi Dtinen ............. .. 0 11.25 11 11,13 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 112-5 111 111 113 Kaliwerke Westeregeln...... Kaliwerke Salzdetfurth..... .. 6 112 112 113 111,25 754 158 158 162 3- ®. Farben-Industrie .. 7 116.5 115,75 116,25 116 Scheideanstall............. .. 9 169-4 170 Goldschmidt .............. .. 0 39,75 40,13 40.25 40 Rütgerlwerke ............. .. 0 47 47 46,75 47,25 Melallgesellschaft.......... .. 0 52,5 52 52.5 Philipp Hoftmann ......... .. 0 58 56 59,5 56 Zementwert Heidelberg .... Lemeutwerk Karlstadt....... 73-5 - 2 - — Schultheis Patzenhoser ..... .. o 91,5 90,75 Mu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 M 29 29 29 29,13 Bemberg................. .. 0 39 40 38 41 Hellstoss «aldhof.......... Hellktoss Aschaffenburg ..... .. 0 .. 0 33 18,75 33 19 32,5 20 32,5 19,13 Dessauer ®ai ............. .. 7 — — 100.75 97,65 Daimler Motoren.......... .. 0 24 25 24,5 24 24,75 Deutsche Linoleum......... .. 0 39.5 39,9 38.5 39.75 Cienflein & koppel ........ .. 0 — — 77 27,5 Leonhard Tietz............ .. 0 — 16,4 12.25 16.13 Thade.................... ..10 — 161,5 154 161,5 A«u mulatorrn.Fadrrk...... .. 0 160 158 — 158,5 ronti-iSummt............. .. 0 133 133,13 133 133,25 chrktzner.................. 16,25 - f - Mamkrasiwerke HSchsi L.M.. .. 4 54 - 1 — Süddeutscher Zucker ......... 8 , 156,25 157,75 1 - . 157,25 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZIL ZO. September 2-Lktober Amtliche Dotierung Amtliche Dotierung (Selb Srie' Geld Ärie Helstngfor».. 5,744 5,756 5.724 5.736 Wien....... 48.0 18,1- 48 05 48.15 >7.-.15 12 435 12.42 12.44 BudapeH... Sofia...... '.04/ .OXj 3.047 3.053 Holland .... 168 98 169 32 168,98 163 32 C2.05 ?2 09 22,02 22.0« Pari« ...... 16 395 16 435 16.395 16.435 Schweiz .... ,1,15 dl 31 81,15 81,31 Spanien.... .<5,01 35,09 35,01 35,09 Dan,ig..... 11.62 81,78 81.62 81.78 Japan...... Rio be Ian. . 0,769 0,2.;0 0,771 0.232 0.769 0.230 0,771 0,232 Jugoslawien, ßiiiaboe .... 5.29*> 5.30- 5.295 5.305 12 68 12 70 12.68 12,70 Banknoten. Berlin. 2.Oktober --Selb ütnerUanti pe Roten.............. 2,665 2.685 Belgische -Holen.................. 58.23 58,47 Tifiiiliftf ... ..... 57,63 57.87 12.92 1298 Französische Roten............... 16.355 16,415 168.56 169,24 21,98 Italienische Roten. .............. 21.90 64.97 65,23 Deutsch l citenetdL 4 100 EchMmg 66,67 66,93 81 .29 80,97 34,88 35,02 — } i (?x M * * «w. 'VH . Dienstag, 3. Oktober 1935 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen) Der Lmtedanlsest-Ieldsottesdienfl aus dem Trieb Pfarrer Dr. Hemrnes bef der Predigt. Pfarrer Lenz bei der Predigt. ZeWigungsbummel in der Raunen Messe Konto, Spar-Konto, Rr. 231 Drittes Blatt Aus der Provinzialhauptstadt. „Tag der deutschen Hausmusik." IlS-VolkSwohifahrt will am 7. und 8. Oktober den in Not geratenen volksgenoffen helfen. Sie sammelt an diesen Tagen für dos Winterhilsswerk. Tw lÄ 3.053 165.32 Ü.tt 58,01 66.Sk 13^ l’.nJ & .1.3 «,09 rjs 0,77' 0,232 5,305 12,70 ^örrt schüft ;a9t, °ndere S. i u^fte 7 naff.man i°>e ßi{t'rja9en '"Ware rtijjef)r 5- Kl. r .Äe mietageei. * $ropaganbaminv 2°ndel sich ficht, Unheil mit der beut- lc9f- ntranstoltet bet Milcher ©enofjen. Mlonictoflm. unb ™ j" Sechchen ; * Oktober eine ■ oma bie\tr entiidjteil vor allem t hin^weisen unter kauft beutle inzelhänbler" dn genannten Zeit mit einem Plakat nbeit zwiichen Stabt ngl. Die Verbraucher , 9sche Sonderangebote • urschen Landwirtschaft MaftiM x,rbml»ichkrit d« ig ) eichnung des Well- ■n einen red) sroirf« in Frage l*5'-'1 dw «ä"Li6 •X’«. 3urJ"1’ ’S? nicht- lungläcf 'umbach. !t lieber die Ursache da; sich am Sonm ignete, hören wir von gtnbc;: Her Trieb- gen; bes Tlolor; etwa a ch hallen. Ser Zug» dienstleiter in Weber- orderte inReichels- - an. liefe ging 'Ibe/ jujeia. 3n- bwagen triebet fahr» 5, bi l.-m 3agW« uii! wurde, ba^ bie aber ihre Abfahrt fadrbienfünter hatte Iriebwagens kein i . aber ben Zug ent Mfen. Der Unfall :bel und bie schlechte ql Son den 16 Ber- tnftäbter Mädchen im teilt die Neichsbohn- - sich bei dem Umall ■rff sondern um eine nbahnWfN l’an' In der Mitte: Standartenführer Lutter, dann von links nach rechts: Provinzialdirektor Graef, Landgerichtsdirektor S ch m a h l als Vertreter der Justizbehörde, Bürgermeister Dr S e t b als Vertreter der Stadt, Se. Magnifizenz der Rektor d^r Landesuniversitat Professor D. Bornkamm. ^^Die^Broschür^e ist bei sämtlichen Zweigstellen der Dresdner Bank erhältlich. Gießener Wochenmarktpreise. • ®ieB = n, 3.D». Au, d-m heutigen »°ch-n- markt kosteten: Landbutter, darP und 1,20'bis 1,30 Mark, Kochbutter 1,- Mark, Matte 261 w 25 Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 12, Wir sing (grün), das Pfund 7 bis 10, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, Gelbe Rüben 8. Rote Ruben 8 bis 10 Spinat 12 bis 15, Rornischkohl 8 bis 10 Bohnen (grün) 15 bis 25, Unterkohlrabi 6, Grünkohl 15 Pf Feldsalat 1 bis 1,20 Mark, Tomaten 10 Pf- Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 20, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln 3^ Fall äpfel 6, Pfirsiche 30, Brombeeren 30 bis 35, iSreißd beeren 30 Aepfel 10 bis 18, Birnen 8 bis 12, Zwei- Uhr, Ankunft in Gießen 20.52 Uhr. Anschlüsse von und nach den Seitenstrecken in Gießen bestehen. Der Zug hält auch in G r o ß e n - L i n d e n (ab 9.52, Rückkehr 20.43, Fahrpreis 2 Mark), Lang-Göns (ab 9.57, Rückkehr 20.37, Fahrpreis 1,90 Mark), Butzbach (ab 10.09, Rückkehr 20.26, Fahrpreis 1,60 Mark), Bad-Nauheim (ab 10.20, Rückkehr 20.30, Fahrpreis 1,30 Mark), Friedberg (ab 10.28, Rückkehr 20.06, Fahrpreis 1,20 Mark). Frankfurt a. M. bietet dem fremden Besucher sehr viel Sehenswürdigkeiten. Schon ein Gang vom Hauptbahnhof über Kaiserstraße, Roßmarkt, Pauls- platz, Römerberg bis Don.platz, der Besuch des Kaisersaales im Römer und des Goethe-Hauses und -Museums hinterlassen viele Eindrücke. Der Zoo ist rühmlich bekannt. Der Palmengarten bietet dem Besucher viel Sehenswertes. Die Eintrittspreise zum Zoo und zum Palmengarten sind für die Sonderzugteilnehmer ermäßigt. Erwachsene zahlen im Zoo 50 Psq., Kinder 25 Pfg., im Palmengarten Erwachsene 30 Pfg. und Kinder 15 Pfg. Der Aufenthalt in Frankfurt ist für jeden Fahrtteilnehmer völlig zwanglos. Auf die heutige Anzeige sei besonders- aufmerksam gemacht. „Zeitgemäße Geldanlagen." lichkeiten langfristiger Geldanlage (festverzinsliche Werte, Aktien-Werte) werden eingehend und gemeinverständlich dargestellt, so daß die Broschüre sowohl dem Laien-Publikum wie dem Fachmann vielfältige Anregungen bieten kann und ihm die Möglichkeit gibt, sich ein Urteil zu bilden, welcheAn- lagen ihm zur Zeit besondere Borteile bieten. Der- schiedene Tabellen bringen eine Auswahl se wer- zinslicher Werte mit Angaben über Kurse, Ruckzahlungstermine, Rendite usw. Eine größere Anzahl wichtiger Aktienwerte sind in interessan en und instruktiven Einzel-Darstellunaen behandelt. Durch die Herausgabe dieser Broschüre nn gegenwärtigen Zeitpunkte zeigt die Dresdner Bank, daß sie sich — in Uebereinstimmung mit den von ihr m der Einleitung der Broschüre zitterten Ausfuhrun- gen des Reichswirtschaftsminlsters Dr Schmitt — die Stärkung des Vertrauens zu den Anlagewerten des deutschen Kapitalmarktes besonders anschreitet hier schon an sehr fesselnden Firmenstanden vorbei, die das Verweilen und Besichtigen wirklich lohnen. Die Hausfrauen werden dabei schon unmittelbar beim Betreten der Halle von den eindrucksvollen Auslagen angesehener Gießener Fir- men gefesselt werden. Aber nicht nur die Firmen, sondern auch Organisationen mit gemeinnütziger Zielsetzung, wie der Bienenkorb des Alice-Frauen- Vereins und die RS.-Frauenschaft, werben in ihren Ständen um die Aufmerksamkeit der Besucher. Ferner haben sich bestimmte Fachgruppen unter Zusammenschluß der beteiligten Firmen zu gemeinsamen Ausstellungsständen vereinigt, in denen man namentlich handwerkliche Leistungen von bester Qualität zu sehen bekommt. In diesen Ständen begegnet man vielfach auch einer Gegenüberstellung von handwerklichen Arbeitsprodukten und Waren- hausarttkeln, wobei man erkennen kann, jvie wertvoll für den Käufer der Erwerb der Handwerksarbeiten ist, gegenüber der Minderwertigkeit der Ware, die ihm durch den Warenhausramsch angepriesen wird. Auch in dieser Hinsicht ist die Gegenüberstellung von guten und schlechten Waren so reichhaltig und lehrreich, daß man am besten dem Publikum die persönliche Inaugenscheinnahme der Dinge empfiehlt. Ausgezeichnete Leistungen der Hanowerksarbeit sieht man besonders auf der mit dem Bilde des Führers und Volkskanzlers und mit reichem Blumenflor geschmückten Bühne vereinigt. Hier treten die Schneider-Innung, Schuhmacher- Innung, die Maler- und Weißbinder-Jnnung, die Schreiner-Innung, die Schlosser-Innung, die Polsterer- und Sattler-Innung, die Spenaler^nnung, die Gärtner-Innung und die Friseur-Innung mit eindrucksvollen Beweisen ihrer guten Handwerks- kunst vor die Oeffentlichkeit. Niemand versäum« eine eingehende Besichtigung dieses Telles der Aus- ftelhmg, in dem übrigens die Schlosser-Innung im | Rahmen ihrer Arbeiten auch den Humor in Gestalt kohlrabi 5 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 10, Sellerie 10 bis 20, Radieschen, das Bund 5 bis 8 Pf., Kartoffeln, der Zentner 2,50 bis 2,80 Mark. Taten für Dienstag, 3.Oktober. 1226: Franz von Assisi gestorben (geboren 1182); — 1859: die italienische Schauspielerin Eleonora Düse in Vigeoano geboren (gestorben 1924); — 1866: Friede zu Wien zwischen Oesterreich und Ita- (ien; — 1895: der Forschungsreisende Otto Ehlers auf Neuguinea ermordet (geboren 1855). Bornonzen. — Tageskalender für 2) i e n 5 t a g: Stadttheater, 20 bis gegen 22.45 Uhr, „Die Hermannsschlacht". — Volkshalle (Liebigshöhe), 10 bis 20 Uhr, Braune Messe. — Möbelfabrik Karl Hahn, Möbel-Sonderfchau in den Ausstellungsräumen, Löberstraße 17. — Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, 20 Uhr, Sonnenstraße 2, Beginn eines Ausbildungskursus in der ersten Hilfeleistung bei Unglücksfällen. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „SOS Eisberg". . — Aus dem S t a d 11 h e a t e r b ü r o wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, offizieller Beginn der Winterspielzeit 1933/34. In neuer Inszenierung zum ersten Male Heinrich von Kleists Freiheits, drama „Die Hermannsschlacht". Spielleitung Intendant Hanns König; Hermann, Fürst der Cherus- ter, Karl Löser; Thusnelda, seine Gemahlin, Sy- der besten Wertschätzung erfreut, ist der älteste Wagenführer unserer Straßenbahn. ♦* Silberne Hochzeit. Die silberne Hoch- zeit feiern am heutigen Dienstag die Eheleute Rich. W a ck w i tz und Frau, Hammstraße 14, II ** Einlösung des Stadttheater-Abonnements. Die Intendanz teilt mit, daß die fällige Abonnements-Rate bis spätestens mittags, 13 Uhr, des jeweiligen Fälligkeitstages eingelost sein muß. Abonnements-Einlösung an der Abendkasse können auf keinen Fall mehr angenommen werden. v , ** Erntedankfest feier in der Johan- neskirche. Am Erntedankfest war der Gottes- dienst in der Iohanneskirche so überfüllt, daß die Konfirmanden auf den Altarstufen saßen. Pfarrer Bechtolsheimer hielt die Predigt über Pfalm 104, 10 bis 24. Er wies namentlich darauf hin, daß der deutsche Bauernstand die Stütze des Staates und des Volkstums ist, und daß es eine Großtat der Regierung Hitler ist, wenn sie jetzt die Arbeitsbeschaffung so zielbewußt auf ihr Programm gefegt hat. Wesentlich zur Ausgestaltung des Gottes- dienstes trug der Bauersche Gesangverein bei, der unter der Leitung von Professor Dr. Temes- v a r y mit gewohnter Meisterschaft zwei Chöre von Beethoven oortrug, zuerst „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" nach der Bearbeitung von Karl Reinecke, sodann das „Opferlied", dessen Text von Friedrich von Matthisson herrührt. Dankbar nahm die Gemeinde diese gesanglichen Darbietungen hin. ** 40jähriges Geschäftsjubiläum. Die allseits bekannte Installationsfirma Rudolf Rödi- q e r kann in diesen Tagen auf einen 40jährigen Geschäftsbetrieb zurückblicken. Am 1. Oktober 1893 übernahm der Jubilar nach seinem Abgang von der Marine das frühere Ioh. Schneidersche Geschäft in der Walltorstraße 43 und richtete sich im Jahre 1904 im alten Hotel „Zum Rappen" ein modernes Geschäft ein. Aber auch diese Räume reichten für die zunehmende Tätigkeit nicht mehr aus und wurden im Jahre 1925 bedeutend vergrößert. Als Handwerksführer ist Rödiger in weiten Kreisen bekannt geworden. Er sieht heute in der Errichtung der Pflichtinnungen die Erfüllung einer feiner Lebensaufgaben für feinen Berufsstand. Möge der tüchtige Jnnungssührer mit seinem nie verjagenden guten Humor auch das goldene Jubiläum erleben, als feste Stütze der von ihm geführten Innung für das Spengler- und Jnftallateur-Handwerk für Stadt und Kreis Gießen. ** Ehrung treuer Hausangestellter. Der Zweigverein Gießen des Alice-Frauenverems vom Roten Kreuz veranstaltet am 4. Dezember wiederum eine Ehrung von treuen Hausangestell, ten, die 5 bzw. 10 oder 15 Jahre in einem Hause dienen. Die Auszeichnung wird nunmehr zum 6. Male durchgeführt. Die 1. Vorsitzende des hiesigen Alice-Frauenvereins, Frau Wilhelmine Kramer, Ludwigsplatz 10 II., bittet um schriftliche Mitteilung langjähriger treuer Hausangestellter und gleichzeitige polizeiliche Bestätigung der Daten. Die Listen für 1933 werden am 1. November geschlossen. Die Ministerialobteilung für Blldungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum des Hessischen Staatsministeriums erläßt an alle unterstellten Schulen sol- genden Aufruf: _ Don dem Wiederaufbluhen der zur Zeit sehr ver- nachlässigten Hausmusik hängt die Zukunft der beut- chen Musik entscheidend ab. Die Pflege der Hausmusik ist aber in hohem Umfange abhängig von der Musikerziehung in der Schule. Wir weisen daraus hin, daß es Pflicht der Schulen ist, sich dieser Aufgabe weitgehendst zu widmen und so' die Musikpslege, die nicht nur Sache einer einzelnen Gruppe, sondern des gesamten deutschen Vol- kes sein soll, zu fördern. Um auf die Notwendigkeit einer planmäßigen und nachdrücklichen Pflege der Hausmusik weite Kreise hinzuweisen, veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft deutscher Berufsverbände zur Förderung der deutschen Musikpflege im Einvernehmen mit dem Herrn Reichsminister für Dolksaufklärung und Propaganda am 21. November 1933 im ganzen Reiche einen „T a g der deutschen Hausmusik". Die Schulen haben diesen Tag zum Anlaß zu nehmen, die Jugend auf Wert und Bedeutung der Hausmusik hinzuweisen und an diesem Tage nach Möglichkeit eine musikalische Schulfeier, deren zweckentsprechende Ausgestaltung jeder Schulleitung überlassen bleibt, abzuhalten. Aus dem städtischen Dienst entlasten. Die Bürgermeisterei teilt uns, mit, daß gemäß § 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufs- beamtentums mit sofortiger Wirkung aus dem Dienst der Stadt Gießen entlas- s e n worden sind: Dipl.-Ingenieur August Kuntze- müller, Oberfeuerwehrmann Ludwig Somme r l a b , Bauoberassistent Wilhelm Seltmann, Bauassistent Heinrich Wießner, Amtsgehilfe Georg Vogel, Feldschütz Georg Emil Baum, Derwaltungspraktikant Kurt Moosbors. Prof, von Gall tritt in den Ruhestand. Der Oberstudienrat am Landgraf-Ludwigs-Gymnasium zu Gießen, Prof. D Dr. Freiherr von Gall ist auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten langjährigen treuen Dienste und unter besonderer Würdigung des im nationalen Interesse bekundeten Opfersinnes mit Wirkung vom 1. Oktober 1933 ab in den Ruhestand versetzt worden. Prof. Freiherr von Gall, der seit 24 Jahren in segensreicher Weise am Landgraf-Ludwigs-Gym- nafium wirkte, hat sich am letzten Schultage vor den Herbstferien in der Schlußandacht von der Schule und feinen Schülern verabschiedet. Sein fruchtbares Wirken zur Heranbildung einer guten deutschen Jugend wird in der Geschichte der Anstalt stets an ehrenvoller Stelle verzeichnet stehen und sichert ihm die bleibende dankbare Anerkennung der Schüler und der Elternschaft. An der Universität wird Prof, von Gall seine bisherige Lehrtätigkeit auch weiterhin beibehalten. Kein Werbeumzug des Gießener Handwerks. Auf Wunsch der Gießener Handwerksführung ! gaben wir gestern nachmittag durch Aushang be= i tannt, daß' heute mittag ein Werbeumzug des Gießener Handwerks ftattfinben werde. Infolge technischer Schwierigkeiten, die im letzten Augenblick nicht mehr zu überwinden waren, ist dieser Umzug abgesagt worden. Dagegen findet heute mittag um 13 Uhr die angetünbigte Besprechung in ber Gastwirtschaft Soldan, Seltersweg, statt. irSDAp. Gießen. Morgen, Mittwoch, 20 Uhr, Ortsgruppenoer. sammlung ber NS. -Frauenschast Giehen- Holzheim, 2. Ott. Für die N S. > D o l k s - Wohlfahrt wurden in unserer Gemeinde 553 Zentner Kartoffeln und 39 Mark Bargeld gezeichnet. Es ist dies ein eindrucksvolles Zeichen dafür, daß unser Dorf einmütig dem Aufrufe unseres Führers gefolgt ist, um die Aermsten im Winter nicht hungern zu lassen. Schon immer stand unser Dorf im Opfergeist an erster Stelle. Eine ganze Anzahl Einwohner traten der RS.-Dolkswohl- fahrt als Mitglieder bei. Diez, 1. Oft. (MSN.) Das Gebiet Hessen- Nassau der Hitler-Jugend hat in den letzten Wochen unter Heranziehung vieler Mitarbeiter das Lazarettgebäude der ehemaligen Kadettenanstalt Dranienftein zu seiner e r ft e n Führer- schule eingerichtet. Das Gebäude eignet sich für den Zweck ausgezeichnet. Unter Benutzung vorhandener Anlagen konnte eine Einrichtung geschaffen werden, die allen Ansprüchen, die an eine Führerschule der Jugend gestellt werden müssen. Genüge leistet. Man hat das Gebäude innen und außen erneuert, Wasch- und Duschräume eingerichtet, einen vorbildlichen Lehrsaal mit Lichtbildapparat geschaffen, einfache aber schöne Gemeinschaftsräume und Schlafsäle hergericktet, alles blitzt und blinkt, und die Schule drückt so in den notwendi- gen Dingen den Geist aus, der in ihr wohnen soll: den Geist von Zucht und Drbnung, der in der Hitler-Jugend verankert wurde. Ihre Lage am Rande des Sieger Stadtparks, ganz in der Nähe des schönen Dranierschlosses, ist ideal. . Am Freitag sind die Teilnehmer des ersten Lehr- ganges, 4 0 Frankfurter Jungens, sckon in Dranienftein eingetroffen und haben mitgeholfen, die letzte Hand ans Werk zu legen. So konnte pünktlich zur vorgesehenen Zeit — die Schule sollte gemäß Anordnung der Reichsführung der HI. am 1. Oktober fertig sein — die Weihe erfolgen. Sie wurde persönlich vom Reichsstatthalter, Gauleiter Sprenger vorgenommen, der damit sein grotzes Interesse für die Jugend und für die Heranbildung eines brauchbaren Führernachwuchses erneut be- kündete. An der Weihefeier nahmen weiter Mit- qlieder der Gauleituna, sowie sämtliche Oberführer des Gebiets Hessen-Nassau der HI. und viele andere Gäste teil. . , „, , Gebietsführer Kramer (Frankfurt a. M.) begrüßte den Reichsstatthalter und legte die Notwendigkeit zur Schaffung solcher Schulen dar. Es gelte, der zum Hakenkreuz strömenden Jugend Führer zu schaffen. Dafür werde diese eine Schule nicht genügen und weitere demnächst im Gebiet Hessen-Nassau errichtet werden. Dann nahm MichSstatthalier, Gauleiter Sprenger die Weihe der Schule mit folgender Ansprache vor: Noch sehen wir deutsche Jugend untcrernähtt, zerschlissen und trüben Blickes durch die Grohsitadte Deutschlands ziehen. Noch haben wir die -oilDer vor Augen, wo Jugend vor den Horden von Rotfront hergetrieben wurde, um für Deutschlands Auflösung benutzt zu werden. Die ganze Feigheit jener Gesellen verkroch sich hinter der Jugend, die man vorschickte. Wie mancher Junge wurde so in inneren Zwiespalt hineingetrieben, der zu seinem Volk, zu seinem Vaterland wollte. In diese trübe Zeit reicht die Gründung der Hi t l e r 1 u 0 end zurück. Klein war sie zuerst: nur eins hatsie aber immer ausgezeichnet: Mut und die Ueberzeu- g u n g von der R i ch t i g k e, t i h r e s W o l len s. Der deutsche Junge trägt wahrlich Nicht bei feiner Geburt ein Herz in der Brust, das ihn bestimmt, der Internationale zu dienen. Nein, die deutsche Iugend und auch diese erste Hitlerjugend folgte ihrem Gefühl, sie folgte sich selbst, sie wollte sie selbst fein, wie es allezeit deutscher Iugend Vorbehalten war. Was der Mensch in der Jugend erträumt unb er- sehnt, bas leuchtet ihm voran bas ganze Leben. Unb wer bas Sehnen nicht hat, ber ist fern Junae unb wirb kein Mann. In Adolf H i t l e r sah die Jugend ihr V o r b i l d , in jenem Mann, der aus der Masse der heimkehrenden Soldaten herausstieg und Deutsch- land den Deutschen wiedergab. Er beschwingte die ersten Hitlerjungen und befähigte sie zu jener Standhaftigkeit, die sie nachher bewiesen. Das ist keine alltägliche Erscheinung, und man muß schon die Geschichte vieler Volker studieren, bis man gleiches findet. Vorrecht der Iugend muß es bleiben, dem inneren Drang zu folgen, sich vorzubereiten auf den Kampf des Volkes um seine Erhaltung. eines riesigen Dorhangschlosses zur Geltung kommen läßt, für das sie folgendes Geleitwort gegeben hat: „Wenn an jedes lose Maul' ein Schloß gehängt müßt werden, dann wär die edle Schlosserzunft die größte wohl auf .ttrben'. Die Bäcker-Innung wartet mit Den leckeren Sachen ihrer hanbwerklichen Kunst unmittelbar neben ber Bühne auf, wobei ben vielseitigsten Anforderungen des Publikums in trefflicher Weise Genüge getan wird; jeder Geschmack und Appetst kann hier vollkommen seine Erwartungen erfüllt sehen, von den „Würstchen im Schlafrock" über die mannigfaltigsten Backerzeugnisse hin zu den besonderen Feinheiten, die namentlich für die Frauenwett zum Kaffee besondere Bedeutung aeroinnen. An einer anderen Stelle der Halle, gleich am Eingang links, zeigt die Metzger-Innung die ausgezeichneten Qualitäten ihrer vor den Augen des Publikums herge- Verband diene feinen Mitgliedern in Steuerberatungen, bei der Aufstellung von Verträgen zwischen Verein und Dirigent und beim Bezug von Zeitschriften. Der Verband ersttebe aber auch die Pflege der Kollegialität unter seinen Mitgliedern. Nur gemeinsames Zusammenarbeiten diene dem Ganzen. Der Redner behandelte auch das Thema Dirigent im Haupt- und im Nebenberuf. Von den 45 000 Chordirigenten Deutschlands seien nur 5000 hauptamtlich tätig. Man solle gegen die Dirigenten im Nebenberuf nicht mit unmöglichem radikalem Vorgehen operieren wollen. Ein Dirigent im Nebenberuf müsse solange sein Amt behalten, solange nicht ein gleichwertiger Ersatz zu beschaffen sei. So sei es z. B. in den Dörfern des Dogelsberges heute noch unerläßlich, daß der Lehrerbirigent feinem Verein erhalten bleibe: benn größere Beträge für Bezahlung von Berufsbirigenten könnten von biefen oft nur kleinen Vereinen kaum aufgebracht werben. Die ebelste Aufgabe ber Chorleiter fei, zusammenzuftehen, um mit Gott für Volk unb Vaterlanb bas Beste zu leisten. Nach kurzer Pause gab ber Vortragenbe noch Richtlinien bekannt. So müsse ber Hessische Chor- birigenten-Derbanb unbebingt als Zwangsorganisation dem HSB. angeschlossen werben. Ferner sei bie Einsetzung eines Ehrengerichts unerläßlich. Nach kurzer Aussprache, an ber sich Gauvorsitzenber Koch unb Universitätsmusikbirektor Professor Dr. Te- mesoary u. a. beteiligten, würbe zur Grün- bung einer Ortsgruppe b e s Hessischen Chorbirigenten • Verbanbes geschritten. Fast sämtliche Versammlungsteilnehmer erklärten ihren Beitritt. Als Führer würbe burch Herrn Simrotf Musiklehrer Kasten (Gießen) bestimmt. Dieser wirb bei ber nächsten Versammlung seine Mitarbeiter bestimmen. Mit bem von Herrn Sim- rock ausgebrachten „Sieg-Heil" auf unseren Volkskanzler Adolf Hitler, ferner ben Herrn Reichspräsi- benten von Hinbenburg unb unser Vaterlanb fanb bie Versammlung ihr Enbe. Auf Einlabung bes Hessischen Sängerbunbes (HSB.) versammelten sich am Samstagnachmittag im Gewerkschaftshaus bie Chorbirigenten aus Gie- hen unb Umgebung, um über ben Zusammenschluß ber Dirigenten unb bie Einglieberung in ben HSB. zu beraten. Gauvorsitzenber Koch (Gießen) begrüßte bie Erschienenen. Alsbann hielt Herr S i m • rock (Dffenbad) a. M.), ber kommissarische Beauftragte des HSB., einen Vortrag über „Zweck unbZieledesHessischenChordirigen- ten-Verbandes". Der Redner schilderte die Arbeit des früheren Chordirigenten-Verbandes, der vor nun zwölf Jahren in Offenbach gegründet wurde, und dem auch Chordirigenten aus anderen Teilen Hessens beitraten. Dieser frühere Verband solle bie Keimzelle werben für ben neuen Hessischen Chorbirigenten-Verbanb, ber bie Zwangsorganisation für alle Chorbirigenten Hessens unb als Unterorganisation bem Reichskartell ber beut- S)en Musikerschaft unterstellt werben solle. Die ufgabe bes Hessischen Chorbirigenten-Verbanbes erstrecke sich im befonberen auf bie berufliche Weiterbilbung aller Chorbirigenten. In gemeinsamen Besprechungen im Rahmen bes HSB. solle ben Dirigenten bie Gelegenheit zur Weiterbilbung gegeben werben. Ein noch zu bilbenber Musikausschuß sei bie Stelle, an ber bie Dirigenten über Chorauswahl beraten werden könnten. Der Dirigent solle nicht nur des Lohnes halber fein Amt versehen, sondern er habe die Aufgabe, unsere deutschen Kulturgüter in unser Volk hineinzutragen. Aus diesem Grunde sei auch die staatliche Anerkennung der Arbeit gewährleistet. Selbstverständlich nylffe auch jeder, der Chorleiter sein wolle, den Befähigungsnachweis für sein Amt erbringen. Es dürfe deshalb ohne die geplante Lizenzkarte bes Reichskartells niemanb bas Amt eines Chorbirigenten übernehmen. Sobann habe ber Derbanb bie Aufgabe, bie Drbnung ber wirtschaftlichen Verhältnisse zu überwachen. Der Die Terrorgruppen. Um über bie Organisation unb bas Auftreten ber kommunistischen Fünfergruppen — einer solchen hat Reitinger, wie er zugab, angehört —, bie auch noch nach bem Verbot bes Rotsront- tämpferbunbes bestauben, ein Dilb zu gewinnen, war ber Kriminalsekretär Scheffler aus Berlin als Zeuge geloben worben, ber berichtete, bah bie Aufstellung solcher Gruppen erstmals vor etwa anderthalb Jahren geschah. Im Rotfrontkämpfer- bunb wurden in kleinem Kreis Kurse zur waffentechnischen und militärischen Schulung ber Leute adgehatten. Dann kam die Anweisung auf Aufstellung von Fünfergruppen. Führer dieser Gruppen wurden zum Teil in Moskau ausgebildete Leute. Zu dieser Zeit tauchte auch die Parole auf: „Schlagt die Faschisten, wo ihr sie trefft". Der größere Teil der Kommunisten sammelte sich unter Heinz Neumann, der 'als Kommunistenführer der Radikalen angesehen wurde. Später als man sah, daß die Parole doch nicht bie Wirkung hatte, bie man sich versprach, hat man Hilferufe nach Moskau gefanbt, unb es würbe bie Parole als falsch bezeichnet. Aber bie Stimmung war erzeugt. Die Selbstschutzorganisation wurde ebenfalls in Fünfergruppen organisiert und sie wurden nachts in Wohnungen und Lokalen in Alarmbereitschaft gelegt. Der Führer der Fünfergruppe bekam seine Instruktionen von einer übergeordneten Stelle. Die waffenmäßige Ausbildung der Leute geschah schon lange zuvor. Unter ben Waffen, bie im Besitze von solchen Gruppen waren, befanben sich auch Selbstlabepistolen ber Deutschen Werke in Erfurt nach bem Patent Drtgies mit „D" gezeichnet vom Kaliber 6,35 (eine solche Waffe hatte Reitinger). Der Zeuge bestätigt noch, baß es üblich war, bah bei Demonstrationszügen der Kommunisten stets Kommunisten in Zivil die Züge begleiteten unb gegen bas Publikum ausfällig würben. Für biefes Vorgehen konnte bann bie Partei nicht belastet werben, weil bie mit- gehenben Kommunisten eben auch als Publikum galten. Das Gutachten des Schießsachverständigen. In einem ausführlichen Gutachten äußerte sich bann Dr. Popp über bie Untersuchung ber Schußwaffe und der Geschosse. Er kam zu folgendem Ergebnis: Am Tatort in der Breitegasse wurden drei Hülsen gefunden, die mit der Frommer Patent Stop Pistole Kaliber 7,65 fReitingers identisch sind. Zwei Geschosse, mit denen bie zwei Personen in ber Breitegasse verletzt würben, haben bas Kaliber 6,35. Sie stammen mit einer an Sicherheit grenzenben Wahrscheinlichkeit aus der anderen Waffe, die Reitinger hatte. Hülfen hierzu wurden nicht gefunden. In der Lanaeftraße wurden fünf Geschosse Kaliber 6,35 gefunden, von denen mindestens zwei einwandfrei identisch mit der Ort- gies-Pistole fReitingers sind. Von ben übrigen brei Geschossen läßt sich nicht mit Sicherheit sagen, daß sie der Waffe fReitingers entstammen. Es sind aber fünf Hülsen gefunden worden, bie einroanb- frei aus ber Waffe fReitingers finb, unb schließlich ist noch ein Geschoß aus einem Trommelrevolver gefunben worben. Dorsitzenber: „Reitinger, was sagen Sie bazu, baß bie löblichen Schüsse aus Ihrem Revolver stammen?" Angeklagter: „Herr Rat, ich habe ja in ber Langestrohe nicht geschossen". Geschlecht, mit allen anberen bie Volksgemeinschaft zu tragen. Wenn eheliche Kinber in Not unb Elenb finb, so ist bas ein überaus trauriger Anblick in einem Kulturstaat unb eine Gefahr für bie Gemeinschaft. Aber hier ist boch noch bie Stütze, eine Familie, ein Faktor, Der bie Not auf bie kleine Gemeinschaft gleichmäßig verteilt unb so bie Last leichter macht. Hier ist bte riesige Kraft ber Mutter, bie um bie Erhaltung ihrer Sippe oft mit bem Mut ber Verzweiflung kämpft unb — Sieger wird. Was wird aber aus den Menschenwesen, welche, von der Mutter in fremde Pflegestellen untergebracht, kärglich aus öffentlichen Mitteln unterhalten werden müssen! Sie wandern oft aus einer Pflegestelle in bie anbere, nirgenbs Wurzel schlagenb. Sie haben roeber Glück noch Stern unb tauchen später auf in ben Erziehungsanstalten, Gefängnissen usw. Das Problem ber außerehelich geborenen Volks» genossen wirb ben bevölkerungspolitischen Maßnahmen unserer Regierung befonbers angelegen sein. Die bisherige Gesetzgebung ist hierin ganz unzulänglich. Sie steckt teilweise noch in ben Vorurteilen unb Torheiten längst überwundener Zeit- epochen. Mit bem Willen zur unbebingten Verstellten frischen Würste, bie ber besonberen Beachtung ber Besucher auch empfohlen seien. Inmitten ber Halle hat bie Maggi-Gesellschaft, deren Erzeugnisse aus ber Fabrik in Singen am Hohentwiel allenthalben in ben hiesigen Einzelhanbelsgeschäften zu haben finb, einen sehenswerten Stanb aufgebaut, an bem bie Besucher bereitwilligst eine Tasse guter Maggi-Fleischbrühe, ober einen Teller Maggisuppe kostenlos serviert bekommen. Die Hausfrauen können babei erneut bie Uederzeugung gewinnen, daß die Maggiprodukte ausgezeichnete Hilfsmittel für die Küche find, bie mit Recht bie befonbere Wert- schätzung der Hausfrauen verdienen. Der Besuch dieses Standes ist als interessant unb lehrreich ebenfalls zu empfehlen. lieber weitere Einbrücke von ber Braunen Messe werben wir noch berichten, heute sei aber sckon unseren Lesern empfohlen, ben Besuch biefer Schau nicht zu versäumen. Frankfurt a. M., 30. Sept. (WSN.) Das Zeugenverhör konnte in ber Samstagver- hanblung nahezu beenbet werben. Ein Zeuge be» kunbete, baß er bie Breitegasse herunterging unb baß ihm bie Gebrüder Handwerk begegnet seien, denen er zurief, es sei dicke Luft. Kaum einige Minuten danach wurde schon geschossen. Der Zeuge schildert den Schützen als einen Mann mit langer Hose unb gestreiftem Hemb. Nach Ansicht bes Zeugen würbe von mehreren Personen geschossen. Ein anderer Schütze habe hohe Schnürstiefel und fReit» hole getragen. Mehrere Zeugen haben die Tatvorgänge in ber Langestraße vom Fenster ihrer Wohnung beobachtet. Sie vermögen aber in keinem ber Angeklagten einen Beteiligten wieberzuerkennen. Eine Zeugin glaubt fünf Schüsse vernommen zu haben. Der Mann, der schoß, sei in die Menge zurückgelaufen. Db er richtig gezielt hat, kann die Zeugin nicht sagen, es kam ihr eher so vor, daß er aufs Geratewohl schoß. Professor Dr. Raestrup vom Institut für ge- richtsärztliche Medizin erstattete dann sein Gutachten über den Leichenbefund. Hans Handwerk war ein schlank gebauter, ziemlich kräftiger, 1,75 Meter großer Mann. Sein Körper wurde von zwei Geschossen getroffen, bas eine ging in bie Weichteile bes Qberschenkels, bas andere in ben Kopf. Es ist nicht feststellbar gewesen, welchen Schuß Handwerk zuerst erhalten hat. Der Schuß in den Oberschenkel brachte zwei Schußöffnungen hervor, bie etwa 4,5 Zentimeter ausemanberlagen unb sich auf fast gleicher Höhe befanben. Es hanbelte sich lediglich um eine Fleischwunde, und der Getroffene mochte nach diesem Schuß noch handlungsfähig gewesen sein, das heißt, es ist nicht anzunehmen, daß er infolge des Schenkelschusses sofort zusammenbrach. Das zweite Geschoß ging an der linken Kopfseite am Ohr in den Kopf und blieb rechts stecken. Die Schußrichtung war etwas von oben nach unten. Das gefundene Geschoß war deformiert. Die Einschubstelle war kreisförmig, woraus sich ergibt, daß cs sich um keinen Querschläger handelte. Dieser Schädelschuß ist als die Todesursache anzusehen. Eine emtretenbe Gehirnschwellung führte zum Ableben. Der Schuß war fein Nahschuß. Eine Ausblutung kommt nicht in Betracht. Selbst wenn Hans Handwerk sofort behandelt worden wäre, wäre es doch nicht möglich gewesen, ihn am Leben zu erhalten, denn bie Verletzung mußte ben Tob herbeifuhren. «Von ber Verteibigung wirb bie Beeibigung bes Zeugen Vogt beantragt. Oberstaatsanwalt Dr. Rausch widerspricht dem Antrag unb gibt eine nähere Begrünbung. Vogt staub im Derbacht ber Begünstigung unb ist ber Anklage nur burch bas Amnestiegesetz entronnen. Man wirb bei Dogt nicht nur annehmen bürfen, baß er Begünstiger war und Reitinger herauszulügen suchte, sondern daß er auch zu ber Menge gehörte, bie sich zusammen- rottete, um ben Ueberfall zu begehen. Es gebe keine gesetzliche Bestimmung, Dogt zu bcciben. Eine in- »wischen ergangene Amnestie änbere am Tatbestanb nichts. Das Gericht beschließt, Dogt unbecibigt zu lassen, weil er ber Teilnahme verbachtig erscheine. Die Gutachten des Psychiaters. Frankfurt a. M., 2. Oft. (WSN) In ber Derhanblung am Montag erstattete Mebizmalrat Dr. Kohl sein Gutachten über bie bret Angeklagten, benen sämtlich nicht ber Schutz be» § 51 be» StGB, zugesprochen werben kann. Zweigniederlassung Gießen, Johannesetr. 1- WIR BERATEN SIE in allen Vermögens/ragen und liefern Ihnen kostenlos unsere neue Broschüre „Zeitgemäße Geldanlagen*♦ auf schriftliche oder mündliche Anforderung bei unseren sämtlichen Niederlassungen u. Depositenkassen DRESDNER BANK kdM ile ist. her er ihr M «Pj* rrf übolf h^er» fort- nftfn .Wangen M 5L onb SS, W Jefunft bxau^L heraus '^ren Weg - bsr Dvraugegange- cit nt ein Lamps um ng im Ringen her flöh e ijeutigt ßage.®eßngt _-::üLsarbeit den not« ) tonn nicht bas ganze ’galten, bir notwenbig gerb bet 3M geweitet " aLen, wenn wir, bie chi unser Erbe beruhigt qen tonnten? Deshalb gniten, die beutichen cuüägtaiüjs barfteüen. r\d)t alle. 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