Rr. izo Keübattsgave 185. Jahrgang Donnerstag, 5. August 1953 n. ?lar. ■■«"unj J*n.„ j zesgrn 5eorg Sommer >a, geb. Stöger 4895 D. ’öhfci M %SSttn- ^stellt. 2' F ,Örnen leel,,cher w"n 5* ton htyu Das eu,e "* Ää ieJtftV frie JL m e tfn Einstuk n°ner 9?ng zur Sauber. ! 2^', dparsamtkit, 1 ÄMl'ch M. , - ^Ischlossenheit, Akts, utroitten, Elaubenskrast, !ün UI? kühne Ausop e. ^janlogung zur Dor- 5kJmaItun9- 2'est Wn der ältesten deut. 5-Jü So[f au Mt- Das müsse uns *Wl eines Lölkes be- öer. W jtiner Nasse. ’ sei Nentunbe Dienst ieisall, den Schulrat Dr. rrte kleidete, belohnte den Pg- Kratz dann einen Arbeitsgebiete der e aus: Den Lehrer inten !n MenscheniaIlen nicht die igen Rassen, sondern die ter den europiÄn Ros. itriere sich das Interesse tigen, die man im mei- ine. Ss müfle befonbtrs be: jugenblidje (tyarat- llogenetifäen unb onto- ntlichste Merkmal \ je aus dem natürlichen ird) geschichtlich? Schick- . sei. Nation aber sei hinaus wirkende Ber- Zoden, die Gemeinschait eue, die in Elend und kassengeschichte eine noch Lilsenschast sei, gehe aus nichtiger Funde hervor. chulungs-Bortrage wird age und über den Rassen' einem Ireue-Selennln« irren des Dritten Reiches Ä en0' d?uqid T.rt Beer- ..(et ui-‘rt*7toi1^n'r,6er’ ann Selters*5’ eSSQA Erscheln« tägltd), autza Sonntags und Feiertags 8etlagen; Die Illustriert, Gießener Familienblatter Heimat im Bild Die Scholl, Monalr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illusttierte . 1.80 Zustellgebühr . . --25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAiizeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drud und Verlag: vrühl'sche Univerfitäl§-Vuch- und Stetnörucferef R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. 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Durch die Dollarentwertung, die längst nicht die fünfzig Prozent erreichte, zu denen Roosevelt ermächtig ist, das Aufhören der spekulativen Preissteigerungen und eine gewisse Ernüchterung in den Vereinigten Staaten wird eine größere Aufmerksamkeit für eine wirklich sachliche Behandlung der Probleme geschaffen, die in Redeschlachten einer internationalen Konferenz niemals, sondern nur von Land zu Land gelöst werden können. Für die Amerikaner ist das Problem der Ent - schuldung durch Inflation eng verbunden mit einer Regelung des Verhältnisses zu den Auslandsschuldnern. Deren Schulden sind ebenfalls abgewertet worden, aber die Stornierung der Knegs- schuldenzahlungen verschiebt nur die Lösung des Problems und schafft es nicht aus der Welt. Es lediglich währungsexperimentell zu lösen, ist nicht angängig. Diese Schulden entstanden zu politischen Zwecken, nämlich der Niederwerfung Mitteleuropas, und sind deshalb auch politisch zu beseitigen, nachdem jede wirtschaftliche Möglichkeit dazu sich als verfehlt erwies. Anders aber ist es mit den wirtschaftlichen Schulden. Als Amerika die Anleihen gab, auch an uns, handelte es sich darum, eine durch den Krieg z e r st ö r t e Produktion und Kaufkraft und damit auch die Absatzmöglichkeiten auf den alten Straßen des Welthandels wieder zu beleben. Da aber gleichzeitig sich die einzelnen Staaten handelspolitisch ab schlossen und überdies hierin dem Vorbild Nordamerikas folgten, hat diese Produktionsbelebung Schritt gehalten mit der Kaufkraft der Massen. An und für sich besteht kein Mißverhältnis zwischen der Menge der in der Welt produzierten Güter und der 'Nachfrage, sondern eine Störung des Aus t a u { d) e 5 und eine Verringerung der Kaufkraft eben durch die Beträge, die für unzeitgemäß hohe Zinsen und Tilgungsraten gerade von den Amerikanern verlangt werden Drüben muß also die Einsicht wachsen, daß das Anleihe- kapital verloren geht, wenn die bisherigen Zinsbedingungen usw bestehen bleiben. Ferner hat Dr. Schacht vollkommen recht, wenn er darauf verwies, es fei unmöglich, anders als in Waren z u bezahlen. Wenn sich eine Gläubigernation weigert, diese Form der Zahlung entgegenzunehmen, wird sie im Finanz- und Handelsverkehr mit einer Schuldnernation diese ganz selbstverständlich zwingen, sich für teilweise leistungsunsähig zu erklären und ferner den Warenbezug aus dem Gläubigerlande abzudrosseln. In dieser Situation befinden sich heute die Vereinigten Staaten, deren BaumwoUerzeuger und Farmer über Absatzschwierigkeiten klagen, weil die bisherigen Abnehmer durch die Gesamtpolitik der Vereinigten Staaten in Wirtschastsdingen und durch den Einfluß des Leihkapitals auf diese Politik einfach auf den Bezug verzichten müssen. Ein 66-Millionen- v o 1 k wie das deutsche kann nur ein guter Kunde für d i e Staaten fein, die unsere Kunden sein wollen Aus Paris kommen Meldungen von einer vollständigen Neuordnung d e r französisch cn Propaganda, die seit einiger Zeit in die Hande des aus feiner Tätigkeit im Völkerbund bekannten Pierre Cornert gelegt ist. Pierre Comert beklei- bete bisher eine Direktorenstelle in der Informationsabteilung des Völkerbundssekretariats. Er ist also zweifellos als ein Fachmann auf diesem Gebiete an- zujprechen. Seine Betrauung mit diesem wichtigen Amt hat ihre besonderen Gründe. Man hat oftmals in letzter Zeit von einer gewissen Isolierung Frankreichs auf dem europäischen und außereuropäischen Schauplatz gesprochen, vor allem im Zusammenhang mit der Kriegsschuldenfrage. Man scheint am Quai d'Orsay der Ansicht zu sein, daß die diplomatischen und wirtschaftlichen Auslandoertretungen durch einen großangelegten Feldzug der Propaganda wirksam unterstützt werden müssen, um' die vielfach verloren gegangene Tuchfühlung wieder zu erlangen So richtet sich das Hauptziel der neuen französischen Propaganda vor allem nach den Vereinigten Staaten von Amerika. Es tft ein offenes Geheimnis, daß dort in letzter Zeit eine ziemlich unverhohlene antifranzösifche Stimmung entstanden ist Paris sieht den hauptsächlichsten Grund dieser Entwicklung darin, daß das amerikanische Volk eben gar nicht wisse, wie es in Frankreich stehe und welches die Ziele der französischen Außenpolitik seien. Immer nur Mißverständnisse seien entstunden, und wenn diese einmal aus dem Wege geräumt würden, dann sei einer vertrauensvollen Zu fammcnarbeit Tür und Tor geöffnet. Die wahren 3ic(c der französischen Aktion gehen aber wohl meitcr, als nur eine Verständigung auf dem Wege von Volk zu Volk herzustellen. Die Verbindungen mit Südamerika sind technisch einwandfrei und funktionieren zuverlässig. Anders sieht es in der Verbindung mit den Vereinigten Staaten aus. Der Quai d'Orsay legt nicht geringen Wert auch darauf, im Falle eines europäischen Konfliktes ebenso bequem und ungestört dorthin die Verbüßungen zu haben. Dabei will man dem liebel an der Wurzel begegnen und will, um der antifranzösischen Propaganda wirksam ein Ende zu machen, sorgfältig die Umstände untersuchen, wie eine solche gegnerische Propaganda überhaupt entstehen konnte Selbstverständlich wurden die. Auslandsvertretungen in die Aktion mit eingebaut. Von diesen Stellen aus soll die Verbindung mit der Landespresse ganz besonders gepflegt werden, es soll eben von hier aus an der gleichen Stelle, an der dem amerikanischen Leser das „Gift der antifranzösischen Propaganda" eingeflößt wurde, auch das entsprechende „Gegengift" verabreicht werden. Ob diese Prozedur gelingt, wird von der Stärke des Gegengiftes ab- hängen. Wir haben genügend Proben französischer Agitation aus allen Zeiten und nicht zuletzt aus den Jahren unmittelbar vor dem Kriege und aus tiefer Zeit selbst erlebt. Wir werden auf der H u t sein müssen Daß sich die Aktion auch auf England erstreckt, erscheint nicht so vordringlich. Dafür liegt die britische Insel zu nahe am europäischen Festlands Aber man will auch hier dafür sorgen, daß zum Beispiel die französischen Zeitungen gleichzeitig mit den englischen Blättern auf den Straß e n erscheinen. Dazu wird ein beschleunigter Luftdienst in Bewegung gesetzt. Eigenartigerweise wird von Europa selbst am wenigsten gesprochen. Erwähnt wird in diesem Zusammenhang nur die deutsche Konkurrenz im mitteleuropäischen Nachrichtenwesen. Plan und Ziel dieser Neuordnung im Nachrichtenamt des Quai d'Orsay ist — das dürfen wir nicht außer acht lassen —, einer französischen politischen Vorherrschaft die propagandistische und gedankliche Untermauerung zu geben. EineLügenmeldung ausWien Berlin, 2. Qlug. (WTB.l Sn der Hearst- Presse wird auf Grund einer Meldung in der »Wiener Allgemeinen Zeitung" die Rachricht verbreitet. daß es in Nürnberg und Fürth zu Strahenkämpfen zwischen Reichswehr und SA. gekommen sei. Fünf Rationalsozialisten wären schwer verwundet. Reichswehr- streitträfte und Polizei verhinderten gemeinsam Plünderung jüdischer Privatwohnungen durch die SA. Der Zustand sei bedrohlich, General Ritter v. Epp habe beim Reichspräsidenten telegraphisch um die Genehmigung nachgesucht, den Belagerungszustand über Bayern zu verhängen Hierzu wird von zuständiger Stelle mitgeteilt, daß diese Behauptungen in allen Teilen unwahr sind. Wahr ist vielmehr, daß weder in Nürnberg, noch in Fürth irgendwelche Unruhen oorgekommen sind. Plünderungen jüdischer Wohnungen und Geschäfte haben ebenfalls nicht stattgefunden. Insbesondere ist es unwahr, wenn behauptet wird, daß General o. E p p bei dem Herrn Reichspräsidenten o. Hindenburg um die Genehmigung zur Verhängung des Belagerungszustands über Bayern nachgesucht habe. Auch ist unwahr, daß Reichswehr und Polizei gegen SA. eingesetzt worden seien und daß in diesen Straßenkämpfen fünf Nationalfozialisten schwer verwundet liegen geblieben seien. Die Lügenmeldung stammt von der „Wiener Allgemeinen Zeitung", und es dürsten nur deutsche Emigrantenkreise die Urheber dieser naiven Lügen- nielöung Jein. Bereits seit Tagen wird beobachtet, daß im Ausland dauernd Meldungen von Unruhen und Auflehnungen der SA. in Deutschland verbreitet werden, die lediglich zum Ziel haben, der Welt gegenüber die Tatsache zu verschleiern, daß das gesamte Deutschland geschlossen hinter Adolf Hitler steht und daß vorbildliche Ruhe und Ordnung herrscht. OieIungsaschislen beim ReichsministerDr.Goebbeis Herzlichste Aufnahme der italienischen Gäste in Berlin. Berlin, 2. Aug. (TU.) Den italienischen Jung. faschisten wurde am Mittwochnachmittag im Reichsministerium für Bolksaufllärung und Propaganda durch den Reichsminister Dr. Goebbels selbst, die Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden und die Führer der nationalsozialistischen Organisationen aller Art ein g r o tz- artiger Empfang bereitet, der wohl als der Höhepunkt des Aufenthalts der Gäste angesprochen werden kann. Bom Brandenburger Tor aus zogen die Sungfaschisten in ihrer kleidsamen Galauniform unter Borantritt der eigenen Kapelle über die Linden und durch die Wilhelmstrahe am Palais des Reichspräsidenten und an der Reichskanzlei vorbei zum Ministerium. Auf dem ganzen Wege bildeten SA. - Männer ein dichtes Spalier und dahinter stand Kopf an Kopf gedrängt das Publikum, das die Sungfaschisten mit begeisterten Heilrufen grüßte. Dom Balkon des Ministeriums wehte neben den deutschen Flaggen die italienische Trikolore. Dor dem Ministerium hatte die Hitlerjugend mit ihrer Kapelle und die 6 6.- Stabswache im 6tahlhclm Aufstellung genommen. Dann marschierten die Gäste in die Räume des Ministeriums, die bald dicht beseht waren. Reichsmimster Dr. Goebbels, von den Iungfaschisten begeistert bejubelt, begrüßte zunächst den italienischen Botschafter, Exzellenz Berutti, und den Führer der italienischen Iugendabordnung, G i g i i, sowie die übrigen Offiziere. Nachdem die Faschistenhymne, von einer SS.. Kapelle gespielt, verklungen war, nahm Reichsminister Dr Goebbels das Wort zu folgender Ansprache: „Ich möchte Sie nicht am Anfang dieses mehr in leichter Weise gedachten Nachmittags mit einer politischen Rede langweilen. Ich nehme auch an, daß Sie in Deutschland soviel Reden gehört haben, daß Sie sich ungefähr vorstellen können, wie das junge Deutschland arbeitet, denkt und empfindet. Lassen Sie mich deshalb zu Ihnen nur ein paar ganz wenige Sätze sprechen 3d) wünsche, daß Sie sich in unserem Lande wohlfühlen und daß Sie einen Einblick gewinnen in die große Aufbauarbeit, die das junge nationalsozialistische Deutschland zu leisten sich anschickt? 3ch habe bei meinem Besuch in Ihrem Land Gelegenheit gehabt, die großen Leistungen des faschistischen Italiens in den vergangenen Jahren tennenzulernen und zu studieren. Und ich bin nach Deutschland zurückgekommen mit dem sehnlichsten Wunsch, daß mein Land möglichst bald auch die höhe der Kultur erreicht, die Italien schon erreicht hat. Sie kommeu a.» iuiuj. .-p.....-.^ssähige Menschen schon zu uns. Sie sehen eine junge Generation an der Macht mit dem ehrlichen Willen, das Land wieder aufzubauen und den Staat wieder als gleichberechtigtes Glied in den Kreis der Rationen zurückzuführen. Dieses junge Deutschland ist Stätten und seinem bewunderungswürdigen Führer dankbar dafür, daß er in einer Zeit f ü r unsere Rechte eingetreten ist, als das noch unpopulär war und unpopulär machte. Diese Dankbarkeit zu einem kleinen Teil bei Shrem Besuch in Deutschland und vor allem in Berlin zum Ausdruck zu bringen, ist uns ein angenehmes Bedürfnis. Ich wünsche, daß Sie dieses junge Deutschland kennen und verstehen lernen, und daß daraus sich eine Freundschaft dieser beiden Völker entwickelt, die auch für kommende schwere europäische Krisen durchhalten wird. Sch bitte Sie, von der warmen Sympathie der deutschen Regierung und des deutschen Dolkes für Shre Regierung, Shr Land und Shre Bewegung überzeugt zu fein und mit mir einzustimmen in den Ruf: „Shr Land Statte,'., sein König, seine faschistische Bewegung und Shr bewundernswerter Führer Mussolini — Sieg-Heil!" Für die italienischen Gäste brachte sodann deren Führer G i g 1 i Hochrufe auf Deutschland aus. Sm Derlaufe des Empfanges brachte der Een- turio G i g l i ein dreifaches Hoch atrf Dr. Goebbels aus und überreichte ihm als Zeichen der Verbundenheit der ilallenifdjen und deutschen 3ugcnb das goldene Ehrenzeichen der Opera Nazionalc Balilla. Minister Dr. Goebbels dankte dem Cen- turio und brachte auf Mussolini ein dreifaches Heil aus, das der Ccnturio mit einem Hoch auf den Dolkskanzlcr Adolf Hitler erwiderte. Das Deutschlandlied beschloß die nut einem längeren geselligen Zusammensein der jungen italienischen Gäste mit ihren deutschen Kameraden verbundene Empfangsfeier, die von zahlreichen Filmoperateuren im Bild festgehalten wurde. Bei seinem Rundgang durch die Räume des Ministeriums wurde Minister Dr. Goebbels von den Sungfaschisten, die ihn zum Teil schon von seinem Besuch in Station her persönlich kannten, auf das Lebhafteste begrüßt. Der Minister nahm dann den Dorbeimarsch der Gäste ab, um sich anschließend mit dem italienischen Botschafter und den Offizieren der Avantgardisten auf den Balkon des Ministeriums zu begeben, wo ihnen die Menge begeistert zujubelte. | > Die Ankunft der jungen Faschisten in der Reichshauptstadt. Oer Empfang durch die Stadt Berlin. Die italienischen Sungfaschisten wurden am Mittwochfrüh von der Stadt Berlin im Festsaal des Rathauses feierlich empfangen. Zu dem Empfang hatten sich neben dem italienischen Botschafter, Exzellenz C c r u 11 i, Oberbürgermeister Dr Sa hm, Bürgermeister M arehky, Bürgermeister Treff, Steglitz, und andere führende Magistratsmitglieder eingefunden. Ein Dertreter des Propagandaministeriums war" ebenfalls erschienen Oberbürgermeister Sahm hielt, nachdem die über 400 Sungfaschisten in dem mit der italienischen Trikolore geschmückten Saal Aufstellung genommen hatten, folgende Ansprache: „Liebe italienische Sugend! Es ist mir eine ganz besondere Freude, eucy auf eurer Reise durch Deutschland im Rathaus der Reichshauptstadt herzlich zu begrüßen und willkommen zu heißen. Shr werdet gefühlt haben, wie euch d i e Herzen der Deutschen entgegenschlagen. Unser großer Volkskanzler Adolf Hitler Hal euch in München empfangen und eindringlich Ostlandtreuefahrt der Krastfahr-Berbände. Berlin, 2. Aug. (ERB.) Unter Führung des Jlafionalfopaliffifdjen Kraftfahrer-Korps veranstalten die deutsch st ärnrni gen Kraftfahr- verbände in der Zeit oom 27. bis 29. August eine „Ostlandtreuefahrt" nach Ostpreußen, deren Zweck es fein soll, dem durch den Weichsel- Korridor abgetrennten O st preußen einen Treuebeweis zu liefern. Den Höhepunkt dieser Fahrt wird eine große Kundgebung am 27. August abends in Königsberg bilden. Am 28. soll eine Rundfahrt durch Ostpreußens Schlachtfelder und der ostpreußischen Landschaft erfolgen. Die Rückkehr nach Königsberg wird am 28. abends stattfinden, und am 29. geht die Fahrt nach Tannenberg, wo am Denkmal ein großer Appell und eine Ehrung der Gefallenen stattfinden wird. In der Ausschreibung werden die Städte und verbände aufgefordert, durch Sendboten- Mannschaften fich an der Fahrt, die nicht als Rennoeranffaltung, sondern in der Form einer Sternfahrt geplant ist, zu beteiligen. Diese Sendbotenmannschaften sollen aus drei Fahrern bestehen, die die Treuegrüße überbringen sollen. Den Sendboten wird ein Ehrenbecher und ein Ehrendiplom überreicht werden, die beide die Unterschrist des Schirmherrn der Ostlandtreuesahrt, des Reichspräsidenten v. Hindenburg, fragen werden. Außerdem wird der Ehrenbccher die Inschrift tragen: „Die Treue ist das Mark der Ehre." das herzliche und freundschaftliche Verhältnis Deutschlands zu dem faschistischen Italien betont. Wenn ihr durch Berlin und Potsdam geführt «erdet, dann habt ihr Gelegenheit, Vergleiche a n z u st e l l e n. Völker, die befreundet sind, sollen voneinander lernen, um in enger Gemeinschaft den großen Zielen der Menschheit zu dienen. Mit Recht sind häufig Vergleiche zwischen den alten Römern und den P r e u ß e n gezogen worden. Was war Ihnen gemeinsam? Unbeugsamkeit im Unglück, Der Empfang im Rathaus. Links: Dberbürgermei|tcr Sahm, im schwarzen Hemd der italienische Botschafter Cerutti. I ... p IM; -V H Zähigkeit, Opferwilligkeit, Manneszucht und letzten Endes ein starkes Gefühl für die menschliche Sendung, die Gottesfügung diesen beiden Völkern auferlegt hat. Das neue Deutschland grüßt Euch hier im Berliner Rathaus. Ich hoffe, daß ihr die angenehmsten Erinnerungen an euren Berliner Aufenthalt in die Heimat mitnehmen werdet. Ich wünsche sehr, daß dieser erste Besuch italienischer Iugend in Berlin nicht der letzte sein wird und ferner, daß auch zwischen Italien und Deutschland ein Schüleraustausch verabredet wird, um die beiden befreundeten Rationen einander immer näherzubringen. Der Oberbürgermeister schloß seine Ansprache mit dem Ausdruck der gemeinsamen Gefühle und mit dem Ruf: „Italien und Deutschland: Heil!", in den die Versammelten begeistert einstimmten. Nachdem Stadtverordneter Matschuk die Rede des Oberbürgermeisters für die Jung- faschisten ins italienische übersetzt hatte, ertönte das Deutschlandlied und der Faschistenmarsch durch den Saal. Der Führerder Faschisten überreichte dem Oberbürgermeister den Orden der Balilla, wofür Oberbürgermeister Sa hm ihm eine Radierung des Berliner Rathauses übergab. Botschafter Cerutti brachte ein Hoch auf Deutschland aus, in das die Jungfaschisten kräftig einstimmten. Dann begaben sich die jungen Gäste wieder vor das Rathaus, nahmen dort in langer Reihe Ausstellung und machten schließlich im Kraftwagen eine ausgedehnte Rundfahrt durch die Reichshauptstadt. Hitlerjugend ehrt die italienischen Gäste. Am Mittwochabend oeranftalteten' 450 Mann der Hitlerjugend unter Leitung ihres Ge bietsführers Jahn zu Ehren der in Berlin jei- lenden Iungfaschisten auf dem Sportplatz Rehberge ein großangelgtes Sportfest. Mit lebhaftem Interesse verfolgten die jungen Schwarz Die Wahrheit über Deutschland. Müller-Scheid spricht auf dem Weltkongreß der Neuapostolischen Kirchen. Mannhaftes Bekenntnis eines südafrikanischen Friedensrichters. WER. grantfurt a. Ti, 2.August. Stuf dem hier ftattjinhenben Weltkongreß her Jley n ti n n l i f A e n Kirchen des In- und Aus- landes. zu dlm die PrS,identen der Neu-p°st°st. schen Kirchen von Nordamerika, Kanada, Südamerika, Afrika, Australien, China, Holland und der Schweiz erschienen sind, benutzte der Leiter der Landesstelle für Propaganda und Dolksaufklarung Pq Müller-Scheid die sich bietende Gelegenheit um die Auslandsvertreter über die wah r e n Verhältnisse in Deutschland und das Wesen des Nationalsozialismus auf- luflären und die Greuelmärchen zu widerlegen, die von jüdischer und marxistischer Seite im Auslande über Deutschland und die Nationalsozialisten verbreitet worden sind. Nachdem der Sohn des Hauptleiters der Neuapostolischen Kirche, B i s cho f s, die Anwesenden mit den Zielen der Neu- apostolischen Kirche und ihrer engen Verbundenheit mit dem Nationalsozialismus aufgeklart hatte, führte pg. Müller-Scheid u. a. aus: Uns liegt in der Hauptsache daran, die Menschen innerlich davon zu überzeugen, daß wir auf dem richtigen Wege sind. Nationalsozialismus ist etwas ganz anderes als die vorübergehende Machtübernahme irgendeiner politischen Gruppe oder Partei. wir wollen den deutschen Menschen von Grund auf ändern, namentlich seine Gesinnung wollen wir auf eine ganz andere Basis stellen. In der Hauptsache seien es zwei Kräfte, die die Menschen und die Welt beeinflussen, nämlich die Kultur und die Zivilisation. In der Der- gangenheit habe man Ueberzioilisation getrieben und die Kultur vernachlässigt, heute aber müsse das Umgekehrte gemacht werden. Wirtschaft und Handel, die beiden Träger der Zivilisation, seien in falsche Bahnen geraten, zum Schaden des Volkes und Vaterlandes. Dieser Weg dürfe nicht wieder beschritten werden, denn nicht durch übermäßigen Export sei die Lage Deutschlands zu retten, sondern nur durch Binnenkolonisation, denn die Zukunft Deutschlands liege in Deutschland s-lbst. wir wollen keinen Krieg, nicht nur weil wir nicht gerüstet sind, sondern auch aus rein rassepolitischen Gründen, denn In einem neuen Krieg würden wieder die b e st e n Kräfte des Volkes d a h i n g e r a f f t, gerade die Kräfte, die wir ;um Aufbau des Vaterlandes brauchen, und selbst ein erfolgreicher Krieg stände in keinem Verhältnis zu dem unersetzlichen Verlust, der uns dadurch entstehen würde. Wenn wir in der Frage des Antisemitismus un- duldsam sind und bleiben, so beginnt das Der- ständnis dafür überall in der Welt, wo der Natio- nalsozialismus Wurzeln faßt, zu wachsen. In den moralischen Aufbau unseres Volkes wollen wir alle ein spannen, die guten Willens sind. Zum Schluß seiner Ausführungen for- berte Müller-Scheid die ausländischen Gäste auf, in ihrer Heimat die Wahrheit über Deutschland zu verbreiten. Damit würden sie der neuen Weltanschauung, dem Nationalsozialismus, der sich doch bald die ganze Welt erobern werde, den größten Dienst erweisen. Oer Hauptleiter der Neuapostolischen Kirchen, Bischoff sen. teilte dann mit, daß er an sämtliche neuapostolifchen Gemeinden Deutschlands (in Betracht kommen 2000 Gemeinden mit mehreren hunderttausend Mitgliedern) einen Aufruf zu einer freiwilligen Spende zur Förderung der nationalen Arbeit erlassen habe. Die Sammlung ergab den Betrag von 57 533 Mark, welche der Hauptleiter dem Finanzamt Frankfurt-West überwiesen habe. Als Vertreter der ausländischen Gäste meldete sich dann der südafrikanische Friedensrichter Schnar-p ftoff zu Wort, der u. a. ausführte: Wir haben jetzt in Deutschland ein klares Bild von der wahren Lage erhalten. Ich habe jetzt aus eigener Anschauung erfahren dürfen, daß die Greuelmärchen über Deutschland wirklich Märchen waren und daß sich die günstigen Nachrichten über Deutschland bestätigen, die uns der Hauptleiter unserer Kirche übermittelte. wir haben uns restlos davon überzeugt, daß in Deutschland nie bessere Verhältnisse herrsch- ten wie gegenwärtig, wir freuten uns über die Disziplin der braunen Soldaten und die Opferwilligkeit des Volkes, kurz, wir haben uns davon überzeugt, daß es mit Deutschland aufwärts geht. Jür ein solches Deutschland einzutreten, ist uns nicht nur sympathisch, sondern es ist eine moralische Pflicht. Wir werden also nicht nur draußen für Deutschland eintreten, weil es unser Hauptleiter wünscht, sondern weil wir überzeugt lind, daß wir Gutes tun, wenn wir di e Joes des größten Deutschen Adolf Hitler unterstützen. Mit einem begeistert aufgenommenen Sieg-Heil auf den Volkskanzler schloß die Kundgebung. Hemden von der Tribüne aus die Darbietungen der Hitlerjugend. Zwischendurch ertönien, von der Kapelle gespielt, oaterlanbiiche Lieder. Kräftiges Händeklatschen der jungen Faschisten und der nach Tausenden zählenden Zuschauermenge folgte den Vorführungen. Nach Eintritt der Dunkelheit flammten zahlreiche Scheinwerfer auf Erst spät am Abend fand die Veranstaltung mit dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes ihr Ende. Darauf ertönte von den Faschisten gesungen und von der Kapelle begleitet die Giovinezza Mit zahlreichen Hochrufen auf Hitler und Musfol' ni endete die eindrucksvolle Veranstaltung, worauf die italienischen Gäste, die außer ihrem silbernen Führerzeichen die Hakenkreuzbinde trugen, mit ihren Offizieren in die Quartiere zurückbefördert wurden. öte kirchlichen Wahlen Berlin, 2. August. (WTB.) Der Bevollmächtigte des Reichsmintsters des Innern für die Ueber- wachung der unparteiischen Durchfüh rung der Kirchenwahlen erläßt folgende Bierth Bekanntmachung: Oer kirchliche Wahlkampf hat für die Gemeinde- glieder in ihrer Gesamtheit mit dem 23. Juli d. 3. seinen Abschluß gefunden. Auf Grund der vorliegenden Wahlergebnisse wird sich die Bildung der höheren kirchlichen v e r t r e t u n g s k ö r per reibungslos vollziehen. 3ch gebe der Erwartung Ausdruck, daß nunmehr der Wille zu friedlicher kirchlicher Zusammenarbeit überall Platz greift. Die im ordnungsmäßigen Verfahren Gewählten stehen hierbei unter dem Schuh der Reichsregierung. Staatssekretär P f u n d t n e r. Einheitslisten. Berlin, 2. Aug. (WTB.) Die unterzeichneten Bevollmächtigten der Wahlvorschläge „Deutsche C h r i st e n" und „Evangelium und Kirche" sind aus dem Bestreben zu sachlicher Arbeit am Reubau der Kirche überein- gekommen, für die bevorstehenden Provin - zialsynodalwahlen Einheitslisten einzureichen. Sonderlisten verwirr en die Lage. Die Verantwortung gegen Kirche und Volk verbietet solche unnötigen Sondermah- nahmen. „Deutsche Christen", gez. Hossenfelder, Eckert. „Evangelium und Kirche", gez. Schultz, 2 a k ob i. Aus aller Well. Adolf Hiller beglückt ein krankes Kind. Ein zehnjähriges Mädchen in dem Dorf Sirrin bei Altona, das nach einer überstandenen Kinderlähmung kränklich geblieben ist und trotz seiner Jugend 180 Pfund wiegt, hatte an den Reichskanzler geschrieben und ihm sein Leid geklagt, es könne an den nationalen Feiern nicht teilnehmen und auch nicht die Uebertraaungen am Radio hören, da es keinen Apparat besitze. Groß war nun die Freude des Kindes, als an seinem 10. Geburtstag ein großer neuer Radioapparat vom Volkskanzler Hitler eintraf, der kostenlos aufgebaut wurde. Außerdem ist angeordnet worden, daß das Kind die Radiogebühren nicht zu zahlen braucht. Zur (Erinnerung an den Kreuzer „Lmden" Die Pottzeipresfestelle Recklinghausen teilt, wie die „Wandelhalle" berichtet, mit: Um die Erinnerung an die ruhmreichen Kriegstaten des kleinen Kreuzers „Emden" xu festigen, haben bereits in den Vorjahren zahlreiche Mitglieder der Besatzung dieses Kreuzers von der zuständigen Behörde ihres Heimatlandes die Genehmigung zur Führung des Namens „Emden" als Zusatz zu ihrem Familiennamen erhalten. Als Endtermin für die Verleihung war in Preußen zunächst der 1. August 1931 festgesetzt. Seitdem gehen aber noch fortgesetzt Anträge auf Genehmigung dieses Zusatznamens ein. Der preußische Minister des Inneren hat sich daher entschlossen, allen begründeten Anträgen die- ser Art, die bis zum 31. Dezember 1933 gestellt werden, stattzugeben, um auch noch denjenigen Angehörigen der „Emden"-BesatzunA, die sich aus besonderen Gründen früher zur Stellung eines entsprechenden Antrages nicht entschließen konnten, 3um letzten Male die Möglichkeit zu geben, den Zu- fatznamen „Emden" zu erlangen. Mißglückter Raubüberfall auf eine Sparkasse. Auf die Stadtsparkasse in Elsterwerda (Provinz Sachsen) wurde ein plumper Raubüberfall versucht. Der Täter fuhr mit einem Milchauto vor, drang in den Kassenraum ein, den gerade her letzte Kunde verlassen hatte, und verlangte unter Vorhaltung einer Schußwaffe von den Beamten die Herausgabe von Geld. Dem Kassierer gelang es, die offenstehende Kasse zuzuwerfen. Ein Angestellter konnte den Telephonapparat erreichen und das im Ort befindliche Arbeitslager alarmieren. Bevor der Räuber den Wagen wieder in Gang gebracht hatte, wurde er verhaftet. Es handett sich um einen 22 Jahre alten Tischler, der schon wegen schweren Einbruchdiebstahls vorbestraft ist. Die Waffe des Verhafteten entpuppte sich als eine Scheintodpistole. Höhenrekord einer französischen Fliegerin. Die französische Fliegerin Helene Boucher hat einen neuen Höhenrekord aufgestellt. Sie hat mit einem kleinen Eindecker von 95 PS. in der zweiten Kategorie (weniger als 450 Kg.) den weiblichen Welthöhenrekord, den feit 1931 die amerikanische Fliegerin May Maizlip mit 5516 Meter hielt, auf 6100 Meter erhöht. 28 Todesopfer der Hitze in Reuyork. Die Hitze halt in Reuyork weiter an, ohne Aussicht auf Abkühlung. Bisher wurden 2 8 $ o - desopfer der Hitze gemeldet. Die Zahl der Hitzschläge ist sehr groß. Die Krankenhäuser sind mit Hitzekranken überfüllt. Riesige Aeberschwemmungen auf Trinidad. Wie aus Port of Spain (Trinidad) gemeldet wird, sind infolge heftiger Regengüsse drei Flüsse über die Tlefer getreten und haben weite Landstrecken überschwemmt. 2n der Stadt wurde riesiger Sachschaden angerichtet. Das Wasser steht im Innern der Stadt schulterhoch. Die Bevölkerung ist von Panik ergriffen, da eine weitere Ausdehnung der Lleberschwemmungen befürchtet wird. Verantwortlich für Politik: i D.: Ernst Blurnschein. Oer Mllaqsschlas. Eine Geschichte aus meiner Kindheit. Von Selma Lagerlöf Leutnant Lagerlöf war der festen Ueberzeu- flung, daß Kinder vor allem anderen lernen mühten, einen guten Mittagsschlas zu halten, wenn ihnen ihr ganzes Leben lang Gesundheit und Kräfte erhalten bleiben und sie zu nützlichen, tüchtigen Menschen heranwachsen sollten. Dies wurde den Kindern fest eingeprägt, und zu diesem Zweck nahm der Leutnant jeden Tag, gleich nachdem gegessen war, die beiden Jüngsten mit auf sein „Kontor", das sich in einem kleinen Flügel rechts vom Hofplahe befand. Dieses Kontor war ein recht geräumiges Zimmer, und es sah darin gewiß noch genau so aus, wie zur Zeit der alten Pastoren, als es diesen noch als Amtsstube diente. In der Querwand, der Tür gerade gegenüber, war ein Fenster, und unter diesem stand ein großes, lederbezogenes Sofa mit einem ovalen Tisch davor. Die nördliche Wand entlang stand zuerst ein Bett, dann ein mit schwarzem Leder bezogener Lehnstuhl, dann kam der große schwarze Schreibtisch und ein hoher Schrank mit vielen Schiebkasten, Chiffoniere genannt. An der süd- lichen langen Wand befand sich ebenfalls ein Bett und ein mit schwarzem Leder bezogener Stuhl' Dann kam der Ofen, und neben diesem hingen drei Jagdflinten, zwei Jagdtaschen aus Seehundleder, eine große Reiterpistole und zwei Pulver- Hörner. Ein Florett kreuzte einen abgebrochenen Säbel, und mitten in dem Waffenkranz Granate ein großes Eichhorn. An ’ber östlichen Querwand befand sich die Eingangstür mit einem wandfesten Kleiderschrank auf der einen Seite und einem Bücherspind aus der anderen. Unten in dem Kleiderschrank stand des Leutnants schöner Geldschrein mit Kunst- schloß und dichten Beschlägen, dieselbe Geldkassette, die der Regimentsschreiber einstens benützt hatte, und die an der einen Ecke etwas verkohlt war, weil sie einmal nahe daran gewesen war, verbrannt zu werden. 3n dem Bücherschrank verwahrte Leutnant Lagerlöf seine großen Rechnungsbücher, und außerdem fanden sich da sämtliche Schulbücher zweier Generationen. Viele Jahrgänge des „Europäischen Feuilletons" standen da in enger Gemeinschaft mit Homer, Cicero und Livius zu- । sammen Die Biographie Peters des Großen und | Friedrichs 11 waren hierher verwiesen worden, । weil sie in einfachen grauen Pappdeckel gebunden waren, und desgleichen auch Wilhelm von Brauns • Werke, diese aber nicht um ihres Einbandes willen, sondern aus andern Gründen Aus dem Boden des Schranks lagen Feldmcßgeräte, die von der Zeit her stammten, wo Leutnant Lagerlös bei der Flurbereinigung tätig war, und außerdem waren da auch noch Kästen mit Angelgeräten, Grundleinen und vieles andere. Wenn nun der Leutnant und seine beiden Töchterchen das Zimmer betreten hatten, so war das erste, was sie taten, die Fliegen hinauszujagen. Fenster und Türen wurden sperrangelweit auf- gemacht, und Leutnant Lagerlöf nahm ein Handtuch, mit dem er di? Fliegen jagte, die beiden Kleinen aber nahmen ihre Schürzen ab und schwangen sie eifrig hin und her. Sie wedelten und jagten, sie kletterten auf Tische und Stühle. Die Fliegen flogen umher und surrten und wollten nicht hinaus, schließlich mußten sie doch nach- geben. Wenn alle Fliegen verschwunden waren, hängte Leutnant Lagerlöf das Handtuch wieder an die Wand, die Kinder banden die Schürzen wieder um, und Fenster und Türen wurden geschlossen. Aber eine Fliege war trotzdem noch da, die „die alte Kontorfliege" genannt wurde. Sie war diese tägliche Jagd gewohnt und verstand es, sich zu verstecken, während die Jagd vor sich ging. Aber sobald es wieder still und ruhig geworden war, kam sie hervor und setzte sich an die Zimmerdecke. Es wurde indes keine Jagd mehr auf sie gemacht, denn diese Fliege war ihnen zu schlau, diese Fliege konnten sie nicht loswerden, das wußten der Leutnant und die Kinder recht wohl. Deshalb gingen sie nun an das nächste, was vor dem Mittagsschlas besorgt werden muhte. Auf das Ledersofa wurden zwei lederbezogene Kissen und ein Federkissen als Kopfunterlage für Leutnant Lagerlöf gelegt; auf diese streckte er sich aus, schloß die Augen und tat, als ob er schliefe. Aber dann kamen die kleinen Mädchen auf ihn zugestürzt und warfen sich über ihn mit lautem Geschrei. Wie kleine Bälle wurden sie toeit ins Zimmer hinein zurückgeworfen, kamen aber sofort ^wieder heran, wie eigensinnige junge Hündlein. Sie zerrten den Leutnant am Bart, zupften ihn am Haar, kletterten auf das Sofa und trieben allen möglichen Llnfug. Wenn dann alle drei sich recht satt vergnügt hatten, klatschte Leninas-Lagerlöf in die Hände und sagte: „Jetzt ist's genug". Aber baä hals fein bißchen, die Kinder machten lustig weiter. Sie krochen auf das Sofa, wurden wie Bälle auf den Boden geworfen,' kamen abermals herbei und schrien und lärmten. Wenn es noch eine Weile so weitergegangen war, klatschte Leutnant Lagerlöf zweimal in die Hände und sagte: „Jetzt ist's aber wirklich genug“. Doch auch das half nicht das geringste, die Kinder kamen unter Schreien und Lachen herbei- gestürzt, wurden weit zurückgeschleudert, ließen sich aber nicht abwehren. Doch jetzt dauerte es nicht mehr lange, bis Leutnant Lagerlöf dreimal in die Hände klatschte und sagte, jetzt sei es zu Ende, wirklich zu Ende. Lind nun krochen die beiden Kinder sofort in ihr Bett. Sie zogen chr Kopfkissen hervor, legten es unter den Kopf und streckten sich aus, um zu schlafen Doch siehe, nach einer kleinen Weile fing Leutnant Lagerlöf an zu schnarchen. Er schnarchte nicht gerade besonders hart, aber doch immer genügend laut, daß die beiden Kinder, die sich daran gewöhnen sollten, nach Tisch zu schlafen, wach gehalten wurden. Sie durften nicht aufstehen, dursten sich nicht bewegen oder miteinander plaudern, sondern muhten ganz still auf einem Fleck liegen bleiben. Sie betrachteten die Flickenteppiche auf dem Fußboden und erkannten an den Flicken Frau Lagerlöfs und Mamsell Lovisas alte Kleider wieder, die in Streifen geschnitten zu Läufern gewebt worden waren. Sie richteten ihre Blicke auf General Malmbergs Porträt, das zwischen zwei Schlachtenbildern an der Wand hing sie besahen sich das Tintenfaß und die Schreibfeder, das Eichhorn und die Jagdtaschen, das Florett und die weitberühmte Flinte, die Hasen- töter genannt wurde. Auch verfolgten sie die Verzierungen an der Decke und zählten die Sterne auf der Tapete, die Ragelköpfe im Fußboden und die Vierecke der Vorhänge. Wahrlich die Zeit wurde den Kleinen sehr lang! Draußen vor dem Fenster hörten sie die lusti- gen Stimmen der größeren Kinder, die keinen Mittagschlas mehr zu halten brauchten. Ach da ^auhen aßen die andern jetzt Kirschen 'und Stachelbeeren — sie waren frei und glücklich! Die einzige Hoffnung der Kleinen beruhte auf der Kontorfliege. Denn diese summte und summte um Leutnant Lagerlöfs Gesicht herum und machte sich so lästig bemerkbar, wie nur möglich. Unö wenn sie nur aushielt, dann mußte es chr schließlich doch gelingen, den schlafenden Vater aufzu- wecken. Zeitschriften. Das August-Heft der „Kunst", Deutsche Monatsschrift für Kunst und Wohnkultur, Preis 2,50 Mark, Verlag F. Bruckmann AG., München, wird durch eine gründliche Würdigung des großen Bildhauers Veit Stoß (zum 400. Todestage) von Hubert Wilm sehr würdig eingeleitet , dazu wundervolle Aufnahmen der bedeutendsten Werke des Mei- sters ,n Nürnberg, Bamberg und Krakau. Aus dem reichen Inhalt des vornehm ausgestatteten, vorzüg- !)lr cr-^t)rUKC!tenv $ßf*es erwähnen wir ferner zwei Aufsätze die dem Schaffen von Alfred Kubin ge- widmet sind; die beigegebenen Reproduktionen ver- mitteln em Bild vom Schaffen dieses merkwürdigen Zeichners, als dessen Ahnherren Hieronymus Bwch, der Hollen-Breughel und Goya bezeichnet werden. * un®, ®enig bekanntes Gebiet behandelt ein ^bilderter Aufsatz „Moderne Malerei in Kanada". Ganz herrkiche Aufnahmen schmücken die sehr lesenswerte Betrachtung „Ein Griff in deinen Garten" oon Lugenie von Tarnens. Für die Liebhaber gediegener neuzeitlicher Architektur und Wohnkultur o>e- tet das Heft in Bild und Text vielfältige Anregung. Hochfchulnacbrichten. Zur Besetzung des Lehrstuhls für Strafrecht und ."^.Prozeßrecht an der Universität Leipzig ist em Ruf an Professor Dr. Nagler in Breslau ergangen. Dem Bonner Ordinarius Professor Dr. Friedrich Pretrusky wurde der Lehrstuhl für gerichtliche JJlebi3tn an der Universität Leipzig angeboten. Professor Dr. Otto Koellreuter in Jena, öcr, mie bereits gemeldet, erst kürzlich einen Ruf nach Heidelberg erhielt, hat inzwischen eine weitere Berufung auf das Ordinariat für öffentliches Recht an der Universität München erhalten. Der ao. Professor für Volkswirtschaftslehre an der Technischen Hochschule München Dr. Artur Cohen ist mit sofortiger Wirkung aus dem bayerischen Staatsdienst entlassen worden. Geschichten aus aller Welt „richtig". Tic Bärenjagd. Aus der Provinzialhauptstadt künftig monatlich aus Abweichend von den bisherigen Bestimmungen kann oom 1. August an jeder Abschnitt des Derbilligungs- scheines schon beim Kauf von mindestens einem halben Pfund der für die Verbilligung in Frage kommenden Waren in Zahlung gegeben Tagung des AG.-OeutschenZuristen- hundes,Gau Hessen. werden. Vorläufig keine weitere Gebührensenkung bei der Reichspost. Der Reichsverband des deutschen Handwerks hat sich in einem Schreiben an den Reichspostminister gewandt mit der Ritte, aus die kürzlich durchgeführten Erleichterungen im Fernsprechverkehr auch diePostgebühren- Senkung folgen zu lassen. Der Reichspostminister erwiderte hierauf, daß sich über die am l. August in Kraft getretenen Gebührenermäßigungen hinausgehende Wünsche nach einer weiteren Senkung der Postgebühren leider zur Zeit nicht erfüllen liehen. Eine solche Senkung der Postgebühren liehe sich nur schrittweise und immer nur insoweit durchführen, als das finan- zielle Gleichgewicht im Haushalt der Deutschen Reichspost gewahrt bleibt. Die Deutsche Reichspost sei bereit, im Rahmen des für sie wirtschaftlich Tragbaren für den Verkehr Verbilligungen und Erleichterungen äu schaffen, und he bäte dies in den letzten Jahren durch Bereit, stellung von weit über 100 Mill. Mk. für Gebührenermäßigungen bewiesen. Sie werde auch künftig durch Senkung der Gebühren und V e - teiligung am Arbeitsbeschaffungs- vroaramm die Vestrebungen der Rerchsregle- rung auf Delebung der Wirtschaft nut allen Kräften unterstützen. Bordschwelle und wartet. Nachdem die braven Blumenfrauen noch einen letzten zufriedenen Blick auf „ihren" guten Alten geworfen haben, gehen sic wieder zu ihren bunten Ständen zurück, als wäre nichts geschehen. — n v Die Blumenfrauen am Potsdamer Platz sind WSR. Dad-Rauheim, 2. Aug. Der Gau Hesse'.', des RSD2V. hielt dieser Tage unter dem Vorsitz des stellvertretenden Gauobmanns Rechtsanwalt Klein, Darmstadt, hier eine Tagung ab, die von etwa 150 hessischen Juristen aller De- russarten (Ministeriaibeamten, Verwaltungsbeamten, Richtern, Rechtsanwälten, Rotoren und Wirtschaftsjuristen) besucht war. Den Mittelpunkt der Tagung bildete der Vortrag des Pg- Landgerichtsrat Dr. Kraell, Darmstadt, über „Rationalsozialismus und Recht". Der Vortragende umriß in scharfer, klarer und erschöpfender Weise die Aufgaben, die sich dem neuen Staat auf dem Gebiete der Gesetzgebung und Rechtsprechung bieten. 11. a. wurden dabei folgende Forderungen erhoben: Fremdkörper des Rechts (Reste des römischen Rechts) müssen aus der deutschen Gesetzgebung entfernt werden, soweit sie mit dem Rechtsbewußtsein der neuen Volksgemeinschaft in Widerspruch stehen. Verwischte Rechtsbegriffe müssen wieder klar herausgehoben werden, andere müssen einen Inhalt bekommen, wie z. B. das Privateigentum, das als solches erhalten bleibt, jedoch die Der- ulnodtr* (r(41 -«.esÄ lirtung au 00^ M , 8,; Ernst lSlumIchein. , diese summte unH“?' , Sc,ich! ir, wie nur möglich. »am mu6l««» & * schlafenden Dater aufzu- Brief sich nur verlaufen hatte... Ganz kleines Erlebnis amPotsdamerPlatz. (rt.) Berlin. Neben saufenden Autos, klingelnden Elektrischen und knatternden Motorrädern geht ein alter Mann auf dem Fahrdamm, nahe der Bordschwelle, vorwärts und zieht einen kleinen Handwagen etwas mühselig hinter sich her. Der Trubel, der in den Nachmittagsstunden auf dem Potsdamer Platz herrscht, verschluckt diesen einsamen Fußgänger auf dem glatten Asphalt. Niemand achtet auf ihn. Plötzlich, an der Omnibus-Haltestelle, fällt er um. Hilfsbereite Menschen heben ihn auf und tragen ihn zu einer Bank, die in der Nähe steht. Nach einer kleinen Weile schlägt der alte Mann die Augen auf, der Ohnmachtsanfall ist überwunden. Ihm ist ein wenig ängstlich zumute, weil so viele fremde Menschen ihn ansehen. Aber dann erzählt er, leise und stockend, daß er nur umgefallen fei, weil er den ganzen Tag noch nichts gegessen habe. Kaum haben die Blumenfrauen, die dort ihren Stammplatz haben, das gehört, da laufen sie schon, eine nach der anderen, zu ihren bunten Ständen und holen, was sie nur greifen können: eingepackte „Stullen", Thermosflaschen mit Kaffee und Tee. Neben dem hungrigen Alten häufen sich die Berge der guten Gaben. Er nimmt abwechselnd einen Schluck aus dieser und jener Flasche, beißt dann munter in die Stullen — und das schmeckt ihm ... Inzwischen steht der Handwagen verloren an der Wie das VDZ.-Büro mitteilt, stellt der Reichs- arbcilsminifter in einem Rundschreiben an die Landesregierungen fest, daß die Ausgabe eines Reichs- verbilligungsscheines für Speisefette für mehrere Monate sich nicht als zweckmäßig erwiesen habe. Die Reichsverbilligungsscheine sollen daher latlich aus gegeben werden, den bisherigen Bestimmungen kann (br.) Sofia. In den Gebirgen Bulgariens ist der Bär noch heimisch, obwohl auch er ein seltenes Wild geworden ist. Wenn sich der Bär, hier „metschka" genannt, in der Umgegend von Gebirgsdörsern zeigt und ein Stück Vieh zerreißt, gibt es ein großes Hallo: durch den Gemeindetrommler wird der mutige Bursch gesucht, der es mit dem Bären aufnimmt. Unlängst hat sich im Rila-Gebirge eine Bärenjagd ZUgetra- gen, die leicht ein böses Ende hätte nehmen können. Im Dorfe Gowedarzi waren zwei Stück Jungvieh einem Bären zum Opfer gefallen, und die Bauern beschloßen, das Raubtier unschädlich zu machen. Der Bauer Jlieff, im Rufe eines erprobten Jägers stehend, machte sich an die Verfolgung des Baren, bewaffnet mit einem Mannlicher-Karabiner und zwei Schuß Munition! In der Abenddämmerung stellte Jlieff den Bären und gab einen Schuß ab, der den Bären verletzte und zur größten Wut reizte. Der zweite und letzte Schuß des Jägers war ein Versager — es gelang Ilie ff aber, vor dem wütenden Tier zu flüchten. Am nächsten Tage machte sich der Bauer, von zwei jungen Burschen begleitet, auf, um die Fährte des angeschossenen Bären zu Der- folgen. Diesmal war er mit dem Jagdgewehr des Bürgermeisters bewaffnet, jeder der Burschen hatte als Waffe ein Beil und ein Dolchmesser. Es gelang den Dreien, den Bären aufzustöbern, der die Jäger sofort anging. Jlieff legte an, drückte ab — aber des Bürgermeisters Flinte erwies sich als völlig untauglich, der Schuß ging nicht los! Jetzt war es zu spät — mt einem Tatzenhieb riß der Bar den Jäger zu Boden und begann, feine Wut an ihm auszulassen. Der eine der Burschen, Mirtscho, ergriff die Flucht, der andere aber stürzte sich mit dem Beil aus den Bären und versetzte ihm einen Hieb in den Rücken, woraus der Bär von seinem am Boden liegenden Opfer abließ und sich gegen den neuen Gegner wandte. Der schlug wacker auf den Bären ein, auch Jlieff kam wieder hoch und gab dem fauchenden, brummenden Tier ein paar Hiebe mit dem Beil. Es gelang den Beiden schließlich, den Bären regelrecht totzuschlagen. Jlieff hatte 28 und fein Begleiter Rangel hatte 13 Wunden abbekommen, dem Bären dagegen war der Pelz zerfetzt und der Schädel zertrümmert. Am Nach- mittag wurde der totgeschlagene Bär im Triumph ins Dorf geschleppt, es wurde — so weit ist man in Bulgarien auch schon — tüchtig photographiert und das aufregende Erlebnis im dunklen Rila- Wald wird von der gesamten bulgarischen Pkesie gefeiert. ho“ „ ' > L Schultz, Welt. !l" '»«-i 6lnl ben ist Unh p’nber. "te an ben Ä *einer «Lx- WsÄ. b'e Ennne. JÄ « "einen ö,Q&un3 bmiguna J 'hres >en" als Äjfe: . «eten Antrag 8. , • Nmber 1933 gefteUi mjjj "°ch denjenigen An. die ruf) aU9 be- Lf SlAng eines ent. tonnten, RUit zu geben, den Zu. erlangen. ’M auf eine Spartaffe. e in Elsterwerda (Provinz Mper Raubübersall ■ ®}t einem Üllilchoulo vor, m ein, den gerade her letzte und verlangte unter Kor- *ne von den Beamten die Dem Kassierer gelang es, die Mersen. Ein Angestellter parat erreichen und bas im ager alarmieren. Bevor der eber in Gang gebracht halte, i. Es handelt sich um einen r, der schon wegen schweren bestraft ist Die Waffe des sich als eine Scheintvdpistvle. stanzösifchrn Siegerin. jerin Helene Boucher hat etorb aufgestellt. Sie hat beder non 95 PS. in der ger als 450 jfy.) ben meib- ben feit 1931 bie amerita■ aijlip mit 5516 Meter !0hf. : Hitze In Reuyvrk. sieuhvrl weiter an, ohne . Bisher wurden 2 8 T o - gemeldet. Die Zahl bet ). Die Kranlenhäuser lind rat. nmungen auf Iriaibab. 5pain (Trinidad) gemeldet ger Regengüsse drei Flulfe >n und haben toeite Land- im t. 2» «t « ° gerietet SaiMaW* fijuIterW A- ,! ergriffen. d- «« “i- r UeberschwemMNgen ve (Hk.) Stockholm. König Gustav von Schweden wurde von seinem Sekretär mit einem sehr süß-sauren Gesicht gemustert, als er ihm den Bries überreichte. Aber einen Zweifel gab es kaum, denn der Brief war adressiert an „Gustav V." und hatte folgenden Wortlaut: , , . . . Liebling, wir wollen uns heute abend wieder an"der gleichen Stelle treffen, ich habe große Sehn° sucht nach Dir. Es grüßt Dich — Deine..." Der König musterte den Brief verwundert, drehte ihn rechts und drehte ihn links. Das konnte nicht stimmen, der Bries war nicht für ihn. Er hatte keinem Mädchen ein Rendezvous gegeben. Er war ein verheirateter Mann und außerdem König von Schweden. Dann aber ließ er sich den Briefumschlag geben und sah sich den ganz genau an. Und es ergab sich die erstaunliche Tatsache, daß, von Stempeln oer- deckt, über dem Namen „König Gustav V. noch ein Name stand, der Name eines Seemannes. Und der Brief war für diesen Seemann bestimmt, der an Bord des „König Gustav V." fuhr, eines schwe- dischen Schiffes, das gerade im Hafen lag. Die etwas unsichere Handschrift des kleinen Mädchens und die Ungeschicklichkeit eines Postbeamten beim Abstempeln des Briefes ließen dann das Schreiben in den Händen des Königs landen. Sorgsam wurde der Brief verschlossen, eigenhändig malte der König die Worte „aus Versehen geöffnet" darauf, und dann schickte er einen Son- verboten mit dem Brief an Bord des Schiffes, damit das Schreiben noch rechtzeitig ankomme. Dem Kapitän wurde in einem vertraulichen Handschreiben mitgeteilt, daß es den König sehr freuen werde, wenn er dem Seemann, für den der Brief bestimmt sei, heute abend Urlaub gebe. Der Sekretär hat sein süß-saures Lächeln beibehalten. Süß, weil die Sache sich doch so niedlich aufgeklärt hatte, sauer, weil es doch interessant gewesen wäre, eine königliche Liebesgeschichte mitzu- erlebcn und — weil er nicht gemerkt hatte, daß der Schlierbach: Ph. Roth an Stelle des zurück- getretenen Beigeordneten Breitwieser, Hering: Landwirt Gg. Hrch. Jllert an Stelle des zurückgetretenen Bürgermeisters Reeg, Ulfa: Heinrich Hofmann III. an Stelle des Beigeordneten Ludwig III., _ Messel: Simon Fröhner an Stelle des aus- scheidenden kommissarischen Bürgermeisters Heß. Berkach: Philipp Hauff II. an Stelle des zurückgetretenen Beigeordneten Philipp Friehl. Todesstrafe im Lindenfelser Landsriedensbruchprozeh beantragt. Darmstadt, 2. Aug. (WLR.) 3m Linden- elfer Landfriedensbruchprozeh beantragte heute morgen der Staatsanwalt gegen den 34jährigen Ludwig V ü ch l e r wegen Totschlags die Todesstrafe, gegen feinen Vater 3osef Büchler Aus dem hessischen Staatsdienst entlassen. Das Personalamt der hessischen Regierung teilt mit: Am 26. Juli 1933 wurden auf Nachsuchen aus Anlaß des Ueberganges der staatlichen landwirtschaftlichen Lehranstalten und Aemter an die Hessische Bauernkammer mit Wirkung oom 1. Juli 1933 aus dem Staatsdienst entlassen: Der Direktor des Landwirtschaftsamtes zu Gießen, Oberlandwirtschaftsrat Dr. Gustav Lang, der Direktor des Landwirtschaftsamts zu Mainz, Oberlandwirtschaftsrat Dr. Johannes Kissel, der Direktor des Landwirtschaftsamts zu Reichelsheim i. Odw., Dr. Otto Lehr, der Direktor des Landwirtschaftsamts zu Darmstadt, Georg Seeger, Direktor Dr. Philipp Helfert zu Nidda, der Direktor des Landwirtschaftsamtes zu Lauterbach, Fritz Schönheit, der Direktor des Landwirtschaftsamts zu Michelstadt, Friedrich Wilhelm Strack, der Direktor des Landwirtschaftsamts zu Sprendlingen (Nhh.), Dr. Philipp Rupp, der Direktor des Landwirtfchaftsamts zu Alsfeld, Otto Becker, der Direktor des Landwirtschaftsamts zu Gau-Algesheim, Dr. Adolf Kraft, der Direktor des Landwirtschaftsamts zu Friedberg, Wilhelm . Trautmann, der Direktor des Landwirt- schaftsamts zu Heppenheim a. d. B., Dr. Johannes Keil, der Direktor des Landwirtschaftsamts zu Nidda, Dr. Hermann Schad, der Landwirtschaftsrat beim Landwirtschaftsamt Darmstadt, Georg Schnitzler, der Landwirtschaftsrat bei der Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obst- bau zu Oppenheim, Otto Wenzel in Sprend- lingen, der Landwirtschaftsrat beim Landwirtschäftsamt zu Alzey, Georg Leonhard, der Landwirtschaftsrat beim Landwirtschaftsamt zu Gießen, Dr. Kurt flauer, der Landwirtschaftsrat beim Landwirtschaftsamt zu Sprendlingen (Rhh.), Dr. FriH Bien, der Landwirtschaftsrat beim Landwirrschaftsamt zu Michelstadt Dr. Leo König, der Landwirtschaftsrat beim Landwirtschaftsamt zu Worms, Dr. Wilhelm Schneider, der Landwirtschaftsrat beim Landwirtschaftsamt zu Heppenheim a. d. B., Dr. Fritz Sang, der Landwirt- chaftsrat beim Lndwirtschaftsamt zu Groß-Gerau, Dr Ernst Werner, der Landwirtschaftsrat beim Landwirtschaftsamt zu Büdingen, Dr. Wilhelm Bäumer, der Landwirtschaftsrat bei der Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Oppenheim, Heinrich Rodrian, der Landwirt- schaftsrat beim Landwirtschaftsamt zu Reichelsheim i. Odw., Hellmuth Nau, der Landwirtschaftsrat beim Landwirtschaftsamt zu Worms, Adolf Oswald, der Landwirtschaftsrat beim Landwirtschaftsamt zu Groß-Umstadt, Dr. Wipp Kramer, der Landwirtschaftsrat beim Land- wirtschaftsamt zu Heppenheim a. d. B., Albrecht Rabenau, der Studienrat an der HauptsteUe für Pflanzenschutz beim Landwirtschaftlichen Institut der Landesuniversität Gießen, Dr. Hugo Heßler. Reichsverbilligungsscheine werden nur noch monatlich ausgegeben. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Tie Walfisch-Zcchc. (em.) Oslo. Mit Entrüstung berichtet die norwegische Presse davon, daß sich in Oslo ein Betrugssall zugetragen habe, der eigentlich nicht Vorkommen dürfe. Aber die Zeitungen bemängeln dabei nicht so sehr die Unmoral der Betrüger wie die Dummheit des Betrogenen. Es ist ja auch ungewöhnlich, daß in einem Staate, dessen seefahrende Bevölkerung seit Jahrhunderten den Walfang betreibt, ein Gastwirt der Hauptstadt Oslo nichts über den Walfang weiß. Hätte er eine Ahnung davon, dann dürfte er das einfach nicht geglaubt haben, als ihm eine Gruppe von Seeleuten — echte Walfänger! — im Verlaufe einer langwierigen Kneiperei einen jungen Walfisch zur Begleichung der Zeche anboten. Die Walkälber lassen sich nun einmal xnicht bequem vom Eismeer nach Oslo transportieren: man kann sie weder an Bord bringen, noch einfach im Schlepptau des Dampfers hinter sich herziehen. Außerdem weih jeder Walfänger, daß man die jungen Tiere nicht fängt. Man würde ja eine Verdienftguelle der Zukunft damit vorzeitig und nutzlos zum Versiegen bringen. Besagter Gastwirt — zu seiner Ehre sei gesagt, daß er erst vor kurzem aus den Bergen kam, also ein Binnenländer war — hatte allerdings den Schilderungen der Seeleute aufgeregt zuaehört und dem Geschäfte in dem Augenblick begeistert zuge- stimmt, als die Matrosen durchblicken ließen, fämt- liehe Zoologische Gärten der Welt interessierten fick, sehr für Walkälber. Und sie selbst wollten eigentlich ...Aber da ihnen das Geld vorzeitig ausgegangen fei... Jedenfalls zeigte sich der Gastwirt bereit, die Zeche durch den jungen Wal auszugleichen und dazu noch ein Stück Gell» auf den Tisch zu legen. Em paar Mann der Besatzung gingen los und schleppten den Fisch herbei. Sie hatten einen lebenden Dorsch von besonders großem Format erworben, ihn dick mit Rindertalg verkleidet und zeigten ihn nun dem Käufer als den jungen Walfisch, um den ich die Zoodirektoren angeblich rissen. Aber als der Schwindel entdeckt war, hatten die Walfänger den Hafen oerlaffen und so mußte der Gastwirt zum Schaden auch noch den Spott tragen. König Gustav erhält einen Liebesbrief... wegen Totschlagsversuchs 15 3ahrc Zuchthaus, sowie gegen beide Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte bei dem Sohn auf Lebenszeit, bei dem Vater auf zehn Jahre. Degen schweren Landfrieden sbruchs lautete der Antrag gegen vier Angeklagte (Adam Unger, Philipp Anger. Johann Maurer und Hans Maurer) auf je acht Jahre Zuchthaus. gegen zwei Angeklagte (Philipp Hach und Johann Katze nm eher) auf je vier Jahre Zuchthaus und gegen den Angeklagten Adam Maurer auf drei Jahre Zuchthaus Wegen (Beteiligung am Landfriedensbruch wurden gegen die Angeklagten Georg Steiner und Johann Schnellbächer je ein Jahr Gefängnis und im übrigen vier Freisprüche beantragt. Die llrteilsverkündigung in dem Prozeß wegen des Lindenfelser Landfriedensbruchs erfolgt am Samstag um 11.30 Uhr. Türkische Geschichte. (BR.) Stambul. Das ist eine von den vielen Geschichten, die sich das Volk hier zu erzählen pflegt: In Stambul lebte ein glücklicher Mann, der seine Freunde dadurch erstaunte, daß er des Morgens stets als erster in ihrem Stammkaffee erschien, um beim türkischen Kaffee und der Wasserpfeife an beschaulichen Gesprächen mit seinen Freunden teilzunehmen. Schließlich befragten ihn seine Freunde, wiewohl er so rasch mit den morgendlichen Obliegenheiten zu Ende wäre, wie Waschen, Beten und Frühstücken, um doch stets vor allen anderen im Kaffeehaus zu sein. „Das ist sehr einfach: ich habe vier Frauen, und ihr habt jeder nur eine! Eine Frau bringt mir das Waschwasser, die andere reicht mir das Tuch, die dritte breitet den Gebetsteppich aus, während die vierte das Frühstück vorbereitet!" Dies gefiel den Freunden und jeder nahm sich noch ein paar Frauen ins Haus. Sie tarnen auch alle viel früher ins Kaffeehaus, doch währte es nicht lange und ihre einstige frohe Laune verging. Schließlich stellten sie den Freund zur Rede und erklärten, daß das frühzeitige Kaffeehausbesuchen zwar sehr schön fei, daß es aber mit vier Frauen zu teuer erkauft sei. Darauf gab der Freund ruhig zur Antwort: ,Hhr habt mich gefragt, wie ich es fertig bringe, als erster im Kaffeehaus zu sein, ich habe euch auch geantwortet. Hättet ihr mich gefragt, wie es sich mit vier Frauen lebt, so hätte ich euch geantwortet: es lebt sich so, daß man jo eilig wie möglich das Haus verläßt, um sich im Kaffeehaus zu erholen!" Ter Elefant ist los! (S. F.) Bombay. In einem Eingedorenen-Lager im nördlichen Indien fiel infolge noch ungeklärter Ursache kürzlich ein gezähmter Elefant in seine ursprüngliche Wildheit zurück. Er riß sich los, rannte trompetend zwischen den Zelten umher und jagte Männer, Weiber, Kinder und Tiere in wilde Flucht. Bewaffnete folgten ihm, er aber stürmte weiter, riß Zelte ein und Zäune um, und als sich ihm sein Wärter mit erhobenen Armen entgegenstellte, fegte er ihn, mit dem ihn treueste Freundschaft verband, mit dem Rüssel beiseite, so daß der Wärter bewußtlos zusammenbrach. Als der Elefant sah, daß sein Wärter nicht wieder aufstand, blieb er plötzlich stehen, wandte sich um und ging kopfschüttelnd an seinen Stand zurück, vor dem die fünfjährige Tochter des Wärters schlief. Der Elefant faßte zum Entsetzen der vorsichtig folgenden Menschen das Kind mit dem Rüssel und schwenkte es eine Weile hin und her. Dann legte er es behutsam wieder nieder und |ay das Kind, das nun erwacht war und mit ihm, dem alten Bekannten, zu plaudern begann, unverwandt an. Der Wörter erhob sich glücklicherweise bald wieder und er war es, der den Elefanten durch gute Fürsprache vor der Todesstrafe bewahrte. vjlichtung in sich schließen muß, zum Dienst an der Allgemeinheit bereitzustehen. Die Gesetzgebung muß dem Richter wieder mehr Freiheit lassen, als bisher. Richt Paragraphen, sondern gesunder Sinn des Richters muß die Grundlage des Urteils fein. Die Zivilprozeffe müssen beschleunigt und gewisse überflüssige ober schädliche Formalitäten des Pro- zeßwesens beseitigt werden. Das Strastecht muß den Erfordernissen des neuen Staats entsprechend ausgebaut werden. Der Verbrecher darf nicht mehr als ein „Opfer der Verhältnisse" auf eine_ milde Behandlung rechnen, sondern muß die Strenge des Gesetzes in feiner ganzen Schwere erfahren. Dem Strafurteil muß die Vollstreckungauf dem Fuße folgen, um Eindruck auf den Rechtsbrecher zu machen. Richter und Rechtsanwälte find berufen, ben neuen Gesehen ihren Inhalt zu geben und veraltete Vorschriften reformieren zu helfen. Die lang erstrebte Einheit des deutschen Rechts aber ist ein Verdienst des Führers der nationalen Erhebung, auf den der Vortragende und die Hörer I zum Schluß ein dreifaches „Sieg-Heil!" ausbrachten. Sonntagsrückfahrkarten zu besonderen Veranstaltungen. In den Tagen vom 4. bis 6. August werden in Kassel die Deutschen H e e r e s m e i ft e r > schäften ausgetragen. Die Reichsbahn gibt aus diesem Anlaß von allen Bahnhöfen im Umkreis von 125 Kilometer um Raffel (einschließlich Gießen) Sonntagsrückfahrkarten aus, die zur Hinfahrt oom 4. August 0 Uhr bis 6. August 24 Uhr und zur Rückfahrt oom 4. August 18 Uhr bis 7. August 12 Uhr Gültigkeit haben. In den Tagen vom 5. bis 7. August findet in Friedberg ein großes Kavallerietref- f e n statt. Die Reichsbahn gibt von allen Bahnhöfen der Strecken Frankfurt—Gießen, Gießen— Büdingen, Friedberg-^Hungen—Laubach, Fried- bki-a—Ridda—Schotten, Dilbel-Nord—Stockheim- Gedern, Friedberg—Bad Homburg Friedrichsdorf —Ufingen, Friedberg-Hanau-Hl.-Ostheim, Frank- furt—Darmstadt, Frankfurt—Mainz und Frankfurt—Mainz-Kastel Sonntagskarten nach Fried- berg aus. Die Karten gelten zur Hinfahrt vom 5. August 0 Uhr bis 7. August 24 Uhr, zur Ruck- fahrt vom 5. August 12 Uhr bis 8. August 12 Uhr. Bis zu diesem Zeitpunkt muß die Rückfahrt ange- treten fein. Ferner werden Sonntagsrückfahrkarten nach Marburg zum Wieders e.hensfe st der Angehörigen des ehemaligen Kur- hessischen I ä g e r b a t a i 11 o n 3 11 (5. bis 7. August) von allen Bahnhöfen im Umkreis von 250 Kilometer um Marburg ausaegeben. Die Karten gelten zur Hinfahrt oom 5. August 0 Uhr bis 7. August 24 Uhr und zur Rückfahrt vom 5. August 12 Uhr bis 8. August 12 Uhr. Die Fahrkarten wer- den nur gegen die Vorzeigung des Teilnehmeraus- weises aüsgegeben. Zum 13. Verbandstag der Freiwil - ligen Feuerwehren des Kreises Gießen, der am 6. August In Daubringen stattfindet, werden von allen Bahnhöfen des Kreises Gießen und der Strecke Gießen—Marburg Sonntagsrückfahrkarten nach Daubringen ausgegeben, die von allgemein üblicher Gültigkeitsdauer sind. Zur Fahnenweihe und Wiedersehens- feier alter Pionierkameraden in Offen b a d) a. M. (12. bis 14. August) werden von allen Bahnhöfen im Umkreis von 75 Kilometer um Offenbach (einschließlich Gießen) Sonntagsrückfahrkarten ausgegeben, die zur Hinfahrt vom 12. August 0 Uhr bis 14. August 12 Uhr und zur Rückfahrt vom 12. August 12 Uhr bis 14. August 24 Uhr Geltung haben. Zur Offenbacher Regatta am 5. und 6. August werden ebenfalls Sonntaasfarten ausgegeben und zwar von allen Bahnhöfen iw/Umkreis von 75 Kilometer um Offenbach. Die Karten gelten zur Hinfahrt oom 4. August 12 Uhr bis 6. August 24 Uhr, zur Rückfahrt vom 5. August 12 Uhr bis 7. August 12 Uhr. Bis zu diesem Zeitpunkt muß die Rückfahrt angetreten sein. »offen. . 0 ff *, Deutle nÄK» ilus d-m lerg un\Seten, »oM HUrner z°°- rwahnen ® ' Subin ge- !°n Don«SuUionen«r' ibenen W merf®ürWn ftntoro”»8* mherren « wltben. Für d>e Nilllü-r ' rvornon^cn. — Tageskalender für Donnerstag. Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Kaiserwalzer". »* Vereinigung für koloniale Wie - bergeroinnung. Am Samstag, 5. August, um 20.30 Uhr, findet im Kaufmännischen Dereinshaus, Werner-Wall ein Lichtbilderoortrag über „Deutsch- Südwest-Astika" statt. Der Redner Valentin D i Ilmar ist lange Zeit vor, während und nach dem Kriege in den Kolonien gewesen. Der Vortrag wird durch prächtige Lichtbilder unterstützt. Jedermann ist, da es sich um die Geltendmachung der Forderung des nationalsozialistischen Programms: „Zurückgabe unserer geraubten Kolonien handelt, herzlichst eingeladen. Der Eintritt ist frei. Neue kommissarische Bürgermeister und Beigeordnete. Das Personalarnt des Heffif ch e n Staatsministeriums gibt bekannt: Die nachstehenden Bürgermeister und Beigeordneten wurden kommissarisch in ihr Amt eingesetzt: Z e 11 h a u s e n : Albert Nofz an Stelle des Bürgermeisters Reuter, Klein-Welzheim: Fritz Thomson an Stelle des Bürgermeisters Seebacher, Groß-Steinheim: Fritz Henninae^ an Stelle des Beigeordneten Pfeiffer m Groß-ntem- heim, . .. Weißkirchen: Wilhelm Schwarz für Die zur Zeit verwaiste Beigeordnetenstelle, Wembach-Hahn: Georg Buß, an Stelle des zurückgetretenen Bürgermeisters Bonin, Nieder -Modau: Georg Bayer VI. an Stelle des Bürgermeisters Schuchmann, Oberroben: Otto Wörner an Stelle des zu- rüdgetretenen Bürgermeisters Kohl Klein-Zimmern: Adam Rudolph an Stelle des zurückgetretenen Beigeordneten Danz, Eppertshausen: Dehnet Platschek an Stelle bC5 zurückgetretenen Beigeordneten Gruber IV., An die deutsche Turnerschast. Reichssportführer von Tschammer - Osten, der auch 1. Vorsitzender der Deutschen Turnerschaft ist, wendet sich in Folgendem an alle Turner und Turnerinnen: „Das 15. Deutsche Turnfest in Stuttgart hat einen Ausklang gefunden, der sich jedem Teilnehmer und Zuschauer unvergeßlich ins Gedächtnis eingeprägt hat. Richt nur, daß der Verlauf durch eine geradezu überwältigende Leistung von Organisation und Disziplin reibungslos vor sich gegangen ist, nein, es war etwas anderes, was diesem Deutschen Turnfest das Hauptgepräge gab: Deutsche Turner und Turnerinnen, Ihr habt in Stuttgart unter den Augen unseres Führers Adolf Hitler mit einem einheitlich geschlossenen Willen mit großer Liebe für unser Vaterland den Marsch ins Dritte Reich begonnen. Ich übermittele Euch nochmals die Grüße des Reichskanzlers Adolf Hitler, der dem bisherigen Führer Dr. Edmund Reuendorf und mir bei seinem Abschied von der Stätte unseres großen Festes wärmste Worte der Anerkennung und Begeisterung zum Ausdruck gebracht hat. Run kehrt Ihr alle unter dem Eindruck dieser einzigartigen Veranstaltung in Euere Heimat zurück. Seid Sendboten dieser herrlichen Mission der Deutschen Turnerschaft. Ruft alle Turn- bcüdcr und -schwestern auf zur einigen und geschlossenen Arbeit für Volk und Vaterland. Mein besonderer Dank gilt allen denen, die in nimmermüder rastloser Arbeit über Iahre hinweg die Vorbereitungen für das Fest in solch hervorragender Weise getroffen haben. Ieder, an welcher Stelle er auch gestanden haben mag, kann mit Recht überzeugt sein, dah er durch seinen persönlichen Einsatz dazu beigetragen hat, die Stätte zu schaffen und die Menschen zu bilden, die das Stuttgarter Turnfest zu einem Fest der deutschen Ration werden ließen. Gut Heil! Heil Hitler! Der Reichssportführer. — Führer der DT. von Tschammer-Osten" Handball im Bezirk Heffen der OT. To. Lützellinden I — Arbeitsdienstlager Gießen I 6:6 (2:3). Beide Mannschaften zeigten ein flottes, spannendes Spiel und man sah wechselnd bald diese, bald jene Mannschaft in Führung. In der Spielstärke waren beide Mannschaften fast gleichwertig. Das Ergebnis entspricht dem Spielverlauf. 10 Minuten Fußball-Regeln. Auch für den Zuschauer! Am kommenden Sonntag läuft die Spielsperre im Verbandsgebiet des WSD. ob. Der Fußballsport tritt wieder in den Mittelpunkt des Interesses. Kurzes Studium der wichtigsten Fuhballregeln dürfte den Beteiligten nicht schaden! Die Fußballregeln sind ein eigen Ding. Sie sind einfach und dennoch nicht leicht. Sie machen dem keine 'Schwierigkeiten, der sich bemüht, auf den Geist der Regeln einzugehen und den logischen Aufbau in bezug auf Spielgestaltung und Spielauffassung zu erkennen. Die Grundregeln des Spieles behandeln den Spiclcharakter, denn cs ist von Wichtigkeit zu wissen, wo zwischen Verboten und Erlaubt im Fußball eine Grenze gezogen wird. Hart und unfair sind zwei verschiedene Begriffe. Das erstere ist erlaubt, ja erforderlich für einen schönen Kampf, das zweite unbedingt verboten. Ebenso ist zwischen absichtlich und ungewollt ein wesentlicher Unterschied, der auf Anwendung der Regeln Einfluß nimmt. Einer der häufigsten und wichtigsten Spielvorgänge ist wohl das Rempeln. Fußba.l ist ein Kampfspiel. Darum wird ein schöner Fußballlampf immer Härten in sich bergen; Härten, die aber niemals Regelwidrigkeiten, Unfairneß oder gar Rohheiten sein sollen. Im Kampfe Mann gegen Mann, also Einzelkampf, ist es an der Ordnung, in die Spielweise eine gewisse Kraft zu legen, eine Kraft, die geschickt und maßvoll angewandt, Erfolg verspricht. Dabei bestimmt die Stellung des Schiedsrichters dem Rempeln gegenüber den Charakter des Spieles. Der englische Text über das Rempeln lautet in wörtlicher ^lebersehung: „Angehen (Rempeln) ist erlaubt, aber es darf nicht heftig oder in gefahrbringender Weise geschehen". Darin liegt das Zugeständnis, daß man nicht nur angreifen und den Gegner vom Ball drängen darf, sondern man kann auch in jeder Phase des Spieles regelrecht, also in erlaubter Weise in den Kampf eingreifen. Rempeln ist nur dann verboten, wenn der angegriffene Spieler nicht in das Spiel eingreift. Der erläuternde englische Text besagt darüber: „Wenn ein Spieler sich mit dem Gesicht seinem eigenen Tore zuwendet, wenn er angegriffen wird, oder wenn ein Angriff bevorsteht, hindert er absichtlich und darf gerempelt werden." Als nicht von hinten gilt, wenn der Gegner das Gesicht seinem eigenen Tore zugewandt hat. Verboten ist ferner in gefahrbringender Weise zu rempeln. Darunter ist zu verstehen das Dorsetzen des Fußes, das ile&erbrüden des Gegners mit den Schultern, Rempeln in sog. Hockstellung oder mit vorgestreckten Ellbogen. Dagegen ist das Sperren eines zum Ball eilenden Spielers erlaubt. Ieder Gebrauch der Hände ist mit Ausnahme des Torhüters allen Spielern verboten. Dabei ist besonders zu beachten, daß die Hände nicht nur den Ball, sondern auch nicht den Körper des Gegners berühren sollen. Schon das einfache Ausstrecken der Hände gilt als absichtliches Halten. Wegen absichtlichen Verstoßes gegen die Regeln gibt es in jedem Falle Strafstoß, im Strafraum also einen Elfmeter. Das Unterlaufen eines Spielers beim Sprung und gefährliches Rempeln ist in vielen Fällen eine Rohheit, die mit sofortigem Ausschluß geahndet werden kann. Wenig verstanden ist bisher immer noch der (Freistoß im Strafraum. Die Regeln geben über diese Entscheidung folgende Auskunft: Ieder Verstoß gegen die Spielregeln im Strafraum wird mit einem Strafstoß belegt, mit Ausnahme folgender Fälle: 1. Wenn beim Abstoß der Ball zweimal vom gleichen Spieler gespielt wird; 2. wenn der Torwart mehr als vier Schritte mit dem Ball in der Hand läuft; 3. wenn das Spiel eines Spielers gefährlich zu werden droht. Die Fälle zu drei sind äußerst selten; sie werden auch von den Zuschauern nur in ganz klar liegenden Fällen erkannt. Man soll genau beachten, dast das Vergehen noch nicht begangen sein darf, sondern erst in der Entwicklung begriffen sein durfte. Ist das Spiel gefährlich geworden, kann der Schiedsrichter nur auf Strafstoß erkennen. Der Schiedsrichter muh seine Entscheidung unbeschadet der Stellung des Balles treffen. Erfolgt z. B. ein Vergehen der verteidigenden Partei im Strafraum, während der Ball sich auf der Mittellinie befindet, so muh er auf Elfmeter erkennen. Der Torwart genießt nach den Regeln einen erhöhten Schuh in feinem Torraum. Falsche Auslegung dieser Schuhbestimmungen hat viel dazu beigetragen, dah sich das Torwartspiel in unkorrekter Weise entwickelt hat. Es ist zu sagen, dah im Grunde alles das am Torwartspiel verboten ist, was heute die Zuschauer begeistert und die Leistungen des Torwartes hell erstrahlen läht. Also die Parade auf den Ball, lang am Boden gleitend, dem anstürmenden Gegner sich vor die Fühe werfen, das Auf-den-Ball-werfen, das Fangen hoher Flugbälle, wenn der Gegner anstürmt, das lange Halten des Balles oder das Wegboxen des Gegners mit dem Ball in der Hand. Zu fordern ist die öftere Benutzung der Fühe bei der Abwehr, wobei selbstverständlich eine größere Sicherheit der Fußarbeit vorausgesetzt werden muß. Weiter ist das Fausten hoher Bälle die schleunigste Wegbeförderung des Leders. ftein Abseits gibt es bei einem Eckstoß, der übrigens zu einem direkten Tor führen darf, und beim Einwurf, bei dem ein direkt ins Tor geworfener Ball jedoch nicht als Torerfolg zählt. Dagegen gibt es beim Elfmeter eine Abseitsstellung, denn alle Spieler müssen bei der Ausführung mindestens neun Meter vom Ball entfernt und außerhalb des Strafraumes, aber innerhalb des Spielfeldes stehen Hat man nicht zwei Gegner zwischen sich und dem gegnerischen Tor, so ist man abseits, in dem Augenblick, in dem man in das Spiel eingreift. Reue Regeländerungen hat der „International Board", die höchste Re- geliommiffion im Fußballsport, anläßlich seiner letzten diesjährigen Tagung beschlossen. Danach kann An vorübergehend ausgeschiedener Spieler nur im Augenblick einer Spielruhe wieder eintreten, wobei er sich beim Schiedsrichter zu melden hat. Die Reufassung der Regel 13 sieht vor, daß ein wegen ungebührlichen Benehmens eines Spielers unterbrochener Kampf mit einem Freistoß für die nichtschuldige Partei fortgesetzt werden muß. Vorangegangen fein muß eine Verwarnung des schuldigen Spielers. Bisher wurde in solchen Fällen der „Schiedsrichterball" angewandt. Einer Aenderung wurde auch die Regel über die Verhängung eines Straf st o he s (Elfmeter) unterzogen. Ein Elfmeterball kann jetzt nicht nur verlangt werden, wenn der Ball sich im Spielfeld, sondern überhaupt im Spiel befindet. Cs kann der Fall eintreten, dah Spieler in der Rähe des Tores außerhalb des Spielfeldes geraten. Wenn der Verteidiger z. B. eine grobe Regelwidrigkeit an einem Angreifer verübt, so ist trotzdem auf Elfmeter zu erkennen. Kurze Gportnotizen. Die e r ft e Sitzung der 16 Führer der neuen Gaue des Deutschen Fußball-Bundes findet am 12. bis 13. August in Berlin statt. * Aufgelöst wurde die Oberste Behörde für Vollblutzucht und Rennen. Das Ministerium des Innern wird an Stelle der bisher aus 17 Mitgliedern bestehenden Behörde eine neue Körperschaft berufen, die nur aus zwei Staatskommissaren, vier vom Minister berufenen Herren und einem Mitglied des Union-Clubs bestehen soll. * Die dritte Runde um den Davispokal, die Deutschland nach den Kämpfen gegen Irland und Griechenland voraussichtlich gegen Dänemark aus- zutragen hat, wird vom 1. bis 3. September in Leipzig durchgeführt. Erkrankt ist der Kölner Rekordschwimmer Deiters, so daß er seine drei Meistertitel im Crawlschwimmen über 200, 400 und 1500 Meter bei den am Wochenende stattfindenden Deutschen Meisterschaften nicht verteidigen können wird. * 385 Meldungen von den besten deutschen Leichtathleten wurden für die am 12. und 13. August in Köln stattfindenden Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften abgegeben. Englands Davispokal spieler, die int Endkampf um die wertvolle Trophäe bekanntlich über Frankreich 3:2 siegreich blieben, wurden bei ihrer Rückkehr nach London von 25 000 begeisterten Menschen empfangen. Sechsmal Hirschfeld hieß es bei den leichtathletischen Kreismeisterschaften in Allenstein, wo der ehemalige Weltrekordmann im Kugelstoßen (15,02 Meter), Diskuswerfen (42,14 Meter), Hammerwerfen (38,35 Meter), Speerwerfen (41,90 Meter), Keulenwerfen (65,70 Meter) und im Dreikampf siegte. * Sie Schwimm-Mehrkämpfe beim Deutschen Turnfest in Stuttgart, deren Ergebnis erst jetzt bekanntgegeben wird, sahen in Klasse I den Kasseler B r ä ck l e i n und in Klasse II den Königsberger Schindler siegreich. In beiden Klassen belegten die Titelverteidiger. Iunold-Saarbrücken und List- mann-Frankfurt, nur den vierten Platz. * Die Deutschen Heeres-Mei st erschaf- t e n in Kassel haben am Mittwochvormittag mit den ersten Vorentscheidungen im Boxen begonnen. * V Rudolf Caracciola, der beim Großen Preis von Monaco einen Schenkelbruch erlitten hatte, ist wieder so weit genesen, dah er glaubt, in Bälde wieder am Volant seines Rennwagens sitzen zu können. Wirtschaft. Oer Reichöbankstatus Ultimo Juli. Berlin, 2. August. Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 31. Juli 1933 hat sich in der Ultimo- woche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks. Lombards und Effekten um 313,6 Millionen auf 3665,7 Mill. RM. erhöht. 9m einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und -schecks um 202,4 Mill, auf 3171,0 Mill. RM., die Bestände an Reichsschatzwechseln um 5,9 Mill, auf 10,0 Mill. RM., die Lombardbestände um 105,0 Mill, auf 164,5 Mill. RM. und die Effektenbestände um 0,3 Mill, auf 320,2 Mill. RM. zugenommen. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 244,0 Mill. RM. in den Verkehr abgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 231,0 Mill, auf 3492,1 Mill. RM., derjenige an Rentendankscheinen um 13,0 Mill, auf 393,7 Mill. RM. erhöht. Der Umlauf an Scheidemünzen nahm um 97,7 Mill, auf 1472,0 Mill. RM. zu. Die Bestände der Reichsbank an Renten- bankscheinen haben sich^dementsprechend auf 15,2 Mill. RM., diejenigen an Scheidemünzen auf 204,8 Mill. RM. ermäßigt. Die fremden Gelder zeigen mit 412,3 Mill. RM. eine Zunahme um 16,5 Mill. RM. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen haben sich um 10,2 Mill, auf 322,6 Mill. RM. erhöht. 9m einzelnen haben die Goldbestände um 16,6 Mill, auf 245,0 Mill. RM. zugenommen und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 6,4 Mill, auf 77,6 Mill. RM. abgenommen. Die Deckung der Noten betrug am Ultimo 9,2 Prozent gegen 9,6 Prozent am 22.9uü. * Voigt 8c Häffner A G. in Frankfurt am Main. 9n der Bilanzsitzung wurde der Abschluß für 1932 vorgelegt. Die Erfolgsrechnung weist bei 3,33 (7,29) Mill. Mark Aufwendungen für Gehälter, Löhne und Unkosten und 0,65 (0,81) Mill. Mark Abschreibungen auf Anlagen, Außenstände und Beteiligungen einen Verlust von 2 706 294 (2 013 908) Mark aus, der auf neue Rechnung vorgetragen werden soll. Die Sanierungsmaßnahmen sollen den Beschlüssen einer späteren GV. vorbehalten bleiben, die einberufen werden soll, sobald die Voraussetzungen dafür gegeben sind. Als Grund für das ungünstige Ergebnis werden die allgemeinen Wirtfchaftsverhältnisfe angegeben. 9n den ersten Monaten des laufenden 9ah- res war der Auftragseingang rückläufig, die darauf folgenden Monate brachten jedoch eine leichte Steigerung, so daß bis Ende 9uli eine allerdings nicht erhebliche Steigerung der Aufträge zu verzeichnen fei. Mit einer angestrebten Senkung der Unkosten soll bei Unterstützung durch die zu erhoffende Stabilisierung der wirtschaftlichen Verhältnisse die Grundlage für eine Rentabilität des Unternehmens geschaffen werden. Frankfurter Abendbörse freundlicher. Die fester gestimmten Auslandbörsen, vor allem die nach oben gerichtete Tendenz Reuyorks, verliehen der Abendbörse eine etwas freundlichere Verfassung, ohne daß es jedoch bei dem vorliegenden Mangel an Amsähen zu größeren Kursbewegungen gekommen wäre. Immerhin ergaben sich gegen den Berliner Schluß meist Besserungen von 0,25 bis 0,50 Prozent, Montanwerte lagen fast durchweg 0,50 bis 1 Prozent hoher. Deutsche Anleihen blieben behauptet, Rcubesitz zogen aber 10 Pf. an, ferner wurden Reichsschuldbuchforderungen lebhafter umgesetzt, il. a. notierten: Rcubesitz 11,40, Altbesih 77,65, Reichsbank 151,25 bis 151,50, Gelsenkirchen 61,75 bis 62,50, Phönix 36,75 bis 37,25, Rheinstabl 90,75. Stahlverein 37,50, AEG. 21,39, IG?°Farben 132,25 bis 132 bis 132,25, Siemens 154,50, Hapag 14,39. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 2. Aug. Bei freundlicher Grundstimmung infolge des verschlechterten Wetters kam es an der heutigen Getreidebörse wiederum nur zu minimalen Umsätzen, obschon seitens der Landwirtschaft nur kleines Angebot vorlag. In Weizen neuer Ernte wurden die ersten Muster gezeigt, die zwar ein gutes Korn hatten, aber beregnet waren. Roggen neuer Ernte sowie vierzeilige Wintergerste notierten etwas schwächer, alter Weizen zog leicht an, int übrigen blieben die letzten Preise ziemlich in Geltung, nur Kleie neigte leicht nach unten. Cs notierte (Getreide je Tonne, alles übrige je Doppelzentner) in Mark: Weizen 192,50 bis 193,50, Roggen neuer Ernte 160, Wintergerste vierzeilig 150 bis 152, Hafer 155 Brief, Weizenmehl südd. Spez. 0 mit Austauschweizen 29 bis 20, do. ohne Austauschweizen 28 bis 29, Roggenmehl 0° bis 60prozentige Ausmalung 23,50 bis 24, do. Spez. 0 südd. 24,50 bis 25, Weizenkleie 7,75. Roggenkleie 8,25. — Tendenz, ruhig. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hmler den Papieren angeführten Ziffern geben tue Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskoni 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Franktun a. Ul. | Berlin Frankfurt o.M. Berlin » Frankfurt a. M. «Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Zlf.'1"" Schluß» kurs Abend» börlc Gchluß- kurs vchlutzk Mittag börfe Schluß« kurS Schluß!. Abend» börfr Schluß» kurs Echlußk. Ullttag» hörte Schluß« kurS Schluß!. Abend» Schluß« kurs Schluß!. Mittag- 1.August 1.August Datum 1.8. 2.8. 1.8. 2.8. Datum 1.8. 2.8. 1.8. 2.8. Datum 1-8. 2-8. 1.8. 2-8. | 3rle» Amtliche Notierung Geld | Brie 6% Deuttche Retch-anieibe v. 1H21 6% etjem.7% DI. Reichsanl. v. 1929 5'/2% Voung-Mlctlst von 1930 . Deutsche Anl.-Abiös.-Schuld ml1 Slusios.-Rechten ........... 83 98,13 82,75 /7,4 11.13 75 81 85 68,75 82,25 82,25 85,13 85,75 85 85 86 11,5 4,25 4,5 7 5,1 4,9 83 98,65 82.25 75 81,5 85 69,75 82,9 82,9 85,13 86,25 83,25 98,4 82,4 77,4 11,13 74,75 81 69 i4,5 86 I 4,75 4,9 5,1 83,5 98,9 82,25 4% desgl. Serie 11 ............ 6% Rumän. vereint). Rente v. 1903 4 ^i%8!umän.vereinh.Rente». 1913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 8%% Anatolier .............. Hamburg-Amertka-Pakei ..... > Hamburg.Südam. Dampfschiff. 0 Hanfa Dampfschiff........... 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 Commerz- und Prtvat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto» Gesellschaft................0 Dresdner Bank...... 0 Reichsbonk ................. 1 Sl.E.G....................., Elektr. LieserungSgefellfchast ... b Licht und Kraft ............ 6 Fellen & Guilleaume ........0 Gelellschasl für Elektrische Unter» nehmungen...............4 5,15 4,1 8,25 3,9 24,13 14,25 15 47,75 88 49,75 54,75 45,25 151.25 21,5 84,25 98,5 46,75 80 102,25 154,5 124 71,5 111 62,5 99,5 108,5 57,5 62 5,3 4 8,1 3,8 24,13 14,4 15,25 47 86.75 49.75 54,5 45,25 151,5 21,4 84,25 98,25 45 80 102 154,5 125,13 71,25 111,5 62,5 98,5 109 57,5 62,75 5,1 14,25 19 15 48 87,5 50 54,75 45,25 151.4 21,5 98,75 47 79,75 101,65 154,5 71,25 111 63 100 62 108,5 59 62 5,25 3,9 24 14,13 15 46,5 87,25 49,5 54,5 45,25 150,9 21,4 84 97,75 42,75 80,5 102 154 125,5 71 112 61,75 97,75 62 109 57,5 62,75 Manstelver Bergbau.........0 Kokswerke ..................0 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen ......10 iRnelnftahl ..............0 Vereinigte Stahlwerke........0 Otrwi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth.......P I G. Farben-Jndustrte.......7 Scheideonstall...............10 27,25 36,75 204,75 90,25 37 13,75 121,75 124 171 130,5 171,5 47,5 58 50.25 52 81,75 33,75 49.5 41,5 21,75 28,5 42,65 15,5 160,5 63,75 152,75 26,25 37,25 90,75 37,5 13,5 121,75 124 171 132,25 172 46,75 59 49,5 51 82 33,75 49,75 42,25 21 28,5 43,13 • 16 163 20,5 154,75 27 79,9 36,75 206 90,4 37.4 14 122 123,5 171 130,9 58,5 52,5 117,13 33,75 49 41,5 116,5 28,5 42,5 35 15,5 160.5 22 152 26.25 79,75 36,75 201,5 89,75 36,75 12,5 17? 132 46.75 59,5 51,5 116,25 33,9 49,5 42Ji 115,5 28,5 43 35 16 163 20,65 155,5 Heiftngsors. Wien...... Prag...... Budapest ... Sofia..... Holland .... £?lo....... b,164 46,95 12,42 3,047 169,63 70,28 62,49 72,18 13,98 0,928 3,147 58,59 22,16 16,43 81,24 34,96 81,62 0,864 0,239 5,195 12,71 r 6,176 47,05 12,44 3,053 169,97 70,42 62,61 72.32 14,02 0,932 3.153 58,71 22,20 16,47 81,40 35,04 81,78 0,866 0,241 5,205 12,73 Zanknoten 6,164 46,95 12,42 3,047 169,58 70,13 62,34 71,93 13,94 0,928 3,147 58,56 22,13 16,43 81,24 34,96 81,62 0,859 0,244 5,195 12,69 6,176 47,05 12,44 3,053 169,92 70,27 62,46 72,07 13,98 0,932 3,153 58,68 22.17 16,47 81,40 35,04 81,78 0,861 0,24t. 5,205 12,71 Desgl. ohne Anslos.-Rechte...... 6% ehern. 8% Hell. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ........... 11,3 75,5 69,5 86 5,3 Kopenhagen. Stockholm.. London ..... Buenos Aires Reu York .... Brüssel..... Italien..... Paris..... Schweiz ... Spanien.... Danzig.... Japan...... Rio de Jan. Jugoslawien Lissabon... Cbcrheljen Provinz-Anleihe ml Auslos.-Rechten ............ 6% Hell. Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ by«% Hell- Landes Hnpotheken- bank Darmstadt Liqui Deutsche Komm. Sammelab I.An leihe Seriel mit AuSioj.-Rechten 6% eljem. 8% Franks. Hyp.-Bam Goldpfe. 15 unkündbar 6IS 1935 6% ehern. 7% Franks Hhp.-Bani Goldpse. 16 unkündbar 618 1936 6%% ehern. 4y,% Franks. Hhp. Bank-Liou.-Pfandbriefe ..... 6yz% ehem. V/i% Rheinische Hyp.-Äank-Liqu.-Goldpse. ... 6% ehern. 8% Pr. Landespfand briesanslall, Psandhriese R. 19 6% ehern. 7% Pr. LandeSpsand briesanstalt. Pfandbriefe R. lf Verrechnungskurs 4% Oellerrelchhche WolOrente... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... Goldschmidt ......... 0 RütgerSwerke ...............0 Metallgelellschaft.............< Philip» Holz mann...........0 Zementwerk Heidelberg ......4 Cemenrwerk Karlstadt.........0 Schultheis Patzenhoser........0 85 86 11,5 1 4,25 4.65 7 5,4 Rheinische Elektrizität ........6 Schuckert L Co..............0 Siemens & Halske...........! Aku (Allgemeine Kunstseide) ... 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhos ............0 Berlin, 1.August Geld Aries Amerikanische Belgische Not Dänische Note Englische Note Französische 9 Holländische 9" Italienische N Norwegische 9" Deutsch Defte Rumänische N Schwedische 9 Schweizer No Noten.............. 3,10 58,40 62,08 13,90 16,39 169.16 22,01 69,96 71,76 81,06 34,83 3,12 58,64 62,32 13,96 16,45 169,84 22,09 70^24 72,04 81,38 34,97 LahmeverLCo..............10 Buderus ................... Deutsche Erdöl .............4 Geilenkirchener..............0 Zellstoff Afchaffenburg .......0 Dessauer GaS ...............7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum ..........0 Orenstein & Koppel ..........0 n ................. n ................. ofen............... oten............... oten................ oten .............. 4% Ungarische StoatSrente v. 1910 4Vt% desgl. von 1913......... Harpener...................0 Leonhard Tietz..............6 Chade......................12 (Sriftnet . , Hoejch Eilen—Köln-Neuessen.. 0 Nie Bergbau ...............7 Ille Bergbau Genüsse........7 Klvcknerwerke ...............0 reich, 4 100 Schilling oten............... oten............... 6% abgell. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Dürkilche Äagdadbahn-Anleihe Leite l.................... Mainkraftwerke Höchst a.M. ... 4 Süddeutscher Zucker ......... p en................. -1 5, Mannesmann-Röhren...... 0 Spanische Noten................. Ungarische Note,................