Nr. 152 KrühauSgade 185. Jahrgang Montag, 5. Juli 1955 Erschein» lügllch, nutzer Sonntags und Feiertag» Beilagen; Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl» monat$:Bejugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.8b Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. ßenisprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten- Anzeiger Siehrn. Postscheckkonto: $ranlfntt am Main 11686. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhessen vrmk und Verlag: vrühl'sche Univerfitüts-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Sietzen. Schriftleitnng und Seschästrftelle: Schulstratze 7. Annahme oon anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein undfür denAn- zeigenteil i. D. Th.Kümmel sämtlich in Gießen. L)er Reichskanzler spricht vor den Führern der GA, ÖÖ und des Stahlhelms. Das Wesen der deutschen Revolution und die Ausgabe ihrer Trager. Berlin, 1. Iuli. (TU.) Die RSK. meldet aus Bad Reichenhall: Stürmisch von der seit Stunden trotz strömenden Regens ausharrenden Bevölkerung begrüßt, traf am Samstag der Führer in Reichenhall ein. Rach Begrüßung durch Stabschef Röhm ergriff der Führer das Wort zu einer großen, nahezu dreistündigen Rede, in der er grundlegend und richtungweisend das Wesen der deutschenRevo- lution und die Aufgaben ihrer Trager umriß. Einleitend führte er aus, daß diese Revolution nur Mittel zu einem höheren Ziel sei, und zwar zum Zwecke der Erhaltung und Sicherung des Lebens unseres Volkes. Zwei Arten von Revolutionen kenne die Geschichte: Solche der Ideen und solche der bloßen Gewalt. Auch bei weltanschaulichen Revolutionen müsse irgendeine Explosion Stockungen der Entwicklung beseitigen und Raum schaffen für die neue, als richtig erkannte Ideenwelt. Jeder geisiigen, weltanschaulichen Revolution habe die Erziehung und jormung der Menschen zu folgen, zu dem Ideal, das dieser Revolution ihren Sinn gab. Rur dann könnten Revolutionen als gelungen angesehen werden, wenn sie neben ihren Trägern auch der Zeit den Stempel ihres Geistes und ihrer Erkenntnisse aufprägten. Der neue Staat sei dann ein Phan- tasieprodukl, wenn er nicht einen neuen Menschen schaffe. Seit zweieinhalbtausend Jahren seien mit ganz wenigen Ausnahmen nahezu sämtliche Revolutionen gescheitert, weil ihre Führer nicht erkannt hätten, daß das Wesentliche einer Revolution nicht die Machtübernahme, sondern die Erziehung der Menschen sei. — Es sei selbstverständlich, daß Revolutionen Erschütterungen mit sich brächten, doch es komme darauf an, daß die beseitigte Staatsgewalt von einer neuen Autorität abgelöst werde. In diesem Zusammenhang zog der Führer einen vergleichenden Rückblick auf die großen Revolutionen der Weltgeschichte. Die Revolution der nationalsozialistschen Bewegung habe die Bedeutung des Rasseproblems erkannt. Die Fragen des Führer- tums, des Sozialismus, der Autorität ufw. gingen alle auf die gleiche Wurzel des Blutes und des Bolkstums zurück. Unsere Revolution könne ihren letzten Sinn nur daran haben, diese Erkenntnis zu verwirklichen und nach ihnen das Leben des deutschen Volkes zu gestalten. An Stelle der aus rein ökonomischen Gesichtspunkten heraus gebildeten bürgerlichen politischen Führungsschicht müsse wieder eine art - und blutmähig bedingte politische Führcrauslese ausgebaut werden. Sozialismus sei nichts anderes als natürliche Ordnung eines Volkes nach seinen angeborenen Fähigkeiten. Gelinge es uns, eine solche politische Führerschicht heranzubilden, die aus Blut und Herkunft, aus Zähigkeit und Veranlagung den An- spruch habe zu führen, dann werde die deutsche Revolution für Jahrhunderte das Gesicht der deutschen Zukunft prägen. Aus diesen grundsätzlichen Erkenntnissen ergebe sich das konkrete Ziel unserer Revolution: Ordnung im Innern als Vorbedingung zur Entfaltung der Kraft nach außen. Folgende Phasen der nationalsozialistischen Revolution seien zu unterscheiden: 1. Die Vorbereitung des Kampfes. 2. Die Erringung der politischen Macht, die heute nahezu abgeschlossen sei. 3. Die Herstellung dessen, was mit der Totalität des Staates bezeichnet wird: Die nationalsozialistische Bewegung müsse diesen Staat zum Träger ihres Geistesgutes machen. 4. Die Lösung des Arbeitsproblems, auf die heute alle Kräfte konzentriert werden mühten. Sie sei für das Gelingen unserer Revolution letzten Endes ausschlaggebend. Aber auch die Lösung dieser Frage habe zur Voraussetzung die Erziehung des deutschen Menschen im Gei st e des Rationalsozialismus. Das sei die vornehmste Aufgabe der SA.-Führung, deren Verantwortung jährlich Hunderttausende junger Menschen anvertraut würden. Die SA.-Führer müßten eine Garde bilden, die unerschütterlicher Träger unserer Gedankenwelt sei, damit von hier aus das ganze Volk dann durchdrungen werden könnte. Spartanische Einfachheit und Härte gegen sich selbst müsse die Führer auszeichnen, damit der Geführte sich willig und gern der Autorität unterordnet. Rach der Machtübernahme gelte es nun, auch alle willensträger der deutschen Revolution, insbesondere die politischen Kampfver- **änbe z u einer Einheit zu vec- schmelzen. SA. und Stahlhelm haben sich jetzt zu fernerem gemeinsamem Kampf die Hände gereicht. Ls gebe dabei nicht Sieger und Besiegte. Sieger dürfe allein nur das deutsche Volk sein. Am die kommenden schweren Zeiten zu meistern, müßten sie zu einer ver- schworenen-Gemeinschaft werden, die aus Leben und Tod zusammensieht. Dieses Heer politischer Soldaten der deutschen Revolution wolle niemals unser Heer ersetzen oder in Konkurrenz zu ihm treten. Das Reichsheer allein fei Waffenträger der Nation. Er sei überzeugt, daß die Armee von sich aus auf dem Boden der Weltanschauung des neuen Staates stehe und jederzeit zu seinem Schutze vor ihn treten werde. Nochmals aut das Verhältnis oon SA. und Stahlhelm eingehend, wandte sich der Führer an die anwesenden Stahlhelmführer. Er erwarte, daß sie dem Bunde so beitreten, wie er zwischen ihm und dem Stahlhelmführer Seldte beschlossen worden sei. Gemeinsam mit den SA.- und SS.-Kameraden seien sie berufen, stahlhart, kühn, zähe und beharrlich, aber auch in unerschütterlicher und eiserner Disziplin zum Führer den großen Gedanken der nationalsozialistischen Revolution bis zum endgültigen Siege weiter zu tragen. Wenn alle so handelten, wenn alle Führer der SA., SS. und des Stahlhelms sich ihrer Verantwortung bewußt seien, sehe er mit völliger Ruhe in die Zukunft. Der Führer schloß seine von ungeheurer Gedankentiefe und Willenskraft getragene Rede mit einem besonderen Dank an die SÄ. und SS. für ihre beispiellosen Opfer und ihrem Kampf, dem das deutsche Volk so viel zu verdanken habe. Unser deutsches Volk, unser Deutsches Reich und unsere nationalsozialistische Bewegung Sieg-Heil!" Sichtlich ergriffen trat nun Stahlhelmführer Reichsarbeitsminister Seldte herzu und gab ein zugleich erschütterndes und erhebendes Treuegelöbnis ab: „Adolf Hitler habe den größten Vertrauensbeweis gegeben, den ein Mann über- Berlin, 1. Iuli. (TU.) Am Samstag begann, wie die RSK. meldet, in Bad Reichenhall die große SA.-Führertagung, zu der aus dem ganzen Reiche sämtliche höheren SA. - Führer erschienen waren, um zum erstenmal seit der staatlichen Reuordnung von der inneren Geschlossenheit der braunen Sturmbataillone der deutschen Revolution Zeugnis abzulegen. In Gegenwart des Reichsstatthalters von Bayern, General Ritter von Epp, und des Stabsleiters der PO., Dr. Leh, eröffnete Stabschef Röhm die Tagung mit einer Ansprache, in der er u. a. ausführte, daß dieser 1. Iuli deshalb ein historischer Tag in der Geschichte der deutschen Revolution sei, weil er die straffste Zusammenfassung aller dem (Seifte nach soldatischen Kräfte der deutschen Erhebung unter einheitlicher Führung zum weiteren Kampf für eine glücklichere Zukunft unseres Vaterlandes dokumentiere. In kameradschaftlicher Verbundenheit mit der Wehrmacht werden die braunen und feldgrauen Sturm- soldaten ihren Kampf weiterführen, bis zum großen Ziel, das für alle gemeinsam heiße, Haupt geben könne. Er habe alle Schleier von seiner Seele gezogen und das ganze Sieben und Sorgen seines Herzens für das ganze deutjche Volk willenlos den Kameraden offenbart und dafür danke er ihm. Er fei bis zum Ende des vorigen Jahres des Führers Gegenspieler gewesen, sein Gegner aber nie! Er sei auf Wunsch des Generalfeldmarschalls am 30. Januar 1933 nüchtern und kritisch ins Kabinett eingetreten. In den fünf bis sechs Monaten gemeinsamer Arbeit habe er erkannt, daß Adolf Hitler Recht habe und stehe nun im Glauben und voll Vertrauen hinter ihm. Er bringe ihm dieses Zutrauen entgegen, solange er atme. Sieg-Heil Adolf Hitler!" schloß er seine Ausführungen. Gegen jede Störung derOrdnung München, 2. Juli. (TU.) lieber die Rede des Reichskanzlers am Samstag auf der SA.-Führer- tagung in Bad Reichenhall wurde am Sonntag ein bayerischer halbamtlicher Bericht aus- gegeben, der eine noch nicht mitgeteilte wichtige Stelle aus der Rede enthält. Danach erklärte Hitler, er werde rücksichtslos und brutal jeden Versuch unterdrücken, den Reaktion oder andere Kreise machten, die heutige Ordnung zu stürzen. Er werde aber auch rücksichtslos s i ch gegen eine sogenannte zweite Revolution wenden, da eine solche chaotische Folgen haben könnte. Was in den letzten 5 Monaten erreicht worden sei, das sei so ungeheuerlich viel, daß man es oft nicht begreifen könne. Man müsse in Ehrfurcht vor den gewaltigen Erfolgen der nationalfozialiftischen Bewegung jetzt alle Kraft daransetzen, diese Erfolge zu sichern durch weltanschauliche Festi- gung der Massen. Wer sich gegen die nationalsozialistische Staatsgewalt auflehne, der werde hart angepackt werden, ganz gleich, wo er sich befinde. der nationalsozialistische deutsche Staat der Ehre und Kraft. Stahlhelmführer Seldte gab feiner Freude über die Einladung zu dieser gemeinsamen Führertagung Ausdruck, durch die Gelegenheit geboten werde, sich gegenseitig genauer kennen zu lernen, um dann gemeinsam weiter zu kämpfen. Er habe der Eingliederung des Jungstahl- helm in die SA. zugestimmt, weil es in Deutschland nie mehr einen Bruderkampf geben dürfe. Sein Entschluß fei ihm erleichtert worden durch die große Persönlichkeit des Reichskanzlers und Führers Adolf Hitler, dem er aufrichtige Bewunderung entgegenbringe. Zur Einigung habe ferner die Erkenntnis beigetragen, daß d i e Zwecke und Ziele des Stahlhelm mit denen des Nationalsozialismus so eng verbunden seien, daß es nichts Trennendes zwischen Stahlhelm und SA. geben könne. So käme er mit seinen Kameraden vom Stahlhelm zu den braunen und schwarzen Kameraden von der SA. und SS. in der Ueberzeugung, daß beide sich nicht nur äußerlich zum Heile des Vaterlandes finden würden. Die große KyWufer-Tagung in Potsdam. Aufmarsch der Hunderttausend. - Bekenntnis zum neuen Deutschland. Das festlich geschmückte, im Zeichen der großen Kyffhäusertagung stehende Potsdam erlebte am Sonntag, den gewaltigen Aufmarsch von mehr als 3 0 000 K r i g s t ei l ne h - mern und Veteranen, die aus ganz Preußen zum 16. Abgeordnetentag des preußischen Landeskriegerverbandes und zur 43. Hauptversammlung der deutschen Krieger-Wohlfahrts- gemeinschaft herbeigeeilt waren, um auf dem Boden dieser alten Stoldatenstadt zum erstenmal seit der Unterstellung des Bundes unter den Reichskanzler Adolf Hitler in geschlossener Front im Geiste der alten Armee das Gelöbnis unverbrüchlicher Treue zum neuen Deutschland abzulegen. Zusammen mit den Tagungsteilnehmern und ihren Angehörigen sind über 100 000 Menschen nach Potsdam gekommen. Die Veranstaltungen begannen mit einem Festgottes- dienst im Lustgarten, dem sich die feierliche Kranzniederlegung in der Gruft der Garnisonkirche anschloh. Im Lustgarten sammelten sich die vielen Kriegerverbände um ihre Fah- I nen, bis der große Vorbeimarsch seinen Anfang | nahm. Zweieinhalb Stunden zogen unter den Klängen zweier Reichswehrkapellen die Verbände im Paradeschritt vor dem Präsidenten des Kyff- häuserbundes, General v o n H o r n, vorbei. Am Hauptportal der Garnisonkirche hielten zwei Posten in der Uniform friderizianischer Grenadiere Wache. An der Spitze des Zuges marschierte eine Ehrenkompanie der Reichswehr, die mehrere alte Regimentsfahnen aus der Garnisonkirche mitführte. Es folgten 8 0 umflorte Fahnen aus den verlorenen Gebieten. Weiter schritten im Zuge Ehrenabteilungen der SA., der Schutzpolizei und des Stahlhelm. Nach der Kyffhäuserjugend, die vom Feldlager an der Ravensburg kam, der Hauptzug: Die 30 000 Vertreter der einzelnen Kreiskriegeroer- bände. Im Stadion, wo der Zug endete, hielt Bundespräsident General der Artillerie a. D. von Horn eine Ansprache, die mit einer Ehrung der Gefallenen des Weltkrieges durch Kranzniederlegung am Stadiondenkrnal verbunden war. General von Horn führte u. a. aus: „Jahrhundertelang war Potsdam das Symbol des Preußentums. Heute ist es zum Sinnbild d e s in allen Stämmen geeinten deutschen Reiches geworden. Ein heiliger Frühlingssturm hat alle Wolken hinweggefegt. Wohl niemals haben Röhm und Seldte sprechen aufderReichenhMerSA.-Iührer-Lagung die Glocken von Potsdam einen schöneren Früh- lingstag eingeläutet als an jenem 21. März. Endlich wißen wir, daß wir ein Stamm sind und eine Wurzel haben und uns darum zu einem Willen bekennen. Die Freude, die uns erfüllt, ist zugleich ein Dank an Hindenburg, den Alten, der uns den freuen Glauben an Deutschland vorgelebt hat und an Hitler, den Jungen, der diesen Glauben in die Jugend hineintrug. Der Feldrnarschall und der Wann aus dem Schützengraben haben eine Schlacht geschlagen, die entscheidend ist für die deutsche Zukunft. Im Gedanken an die toten Kameraden senken wir die Fahnen und geloben zu wachen und zu kämpfen in ihrem Geist, der nun auch wieder der Geist unserer Tage geworden ist. Gerade uns vom Kyffhäuserbund, die wir den Aufbruch der Ration kämpfend mit vorbereitet haben, erfüllt Inbel über den Sieg der nationalen Revolution unter dem Hakenkreuz. Darum auch hat sich unser Bund Adolf Hitler unterstellt, nicht aus Zwang, sondern weil er diesen Soldaten aus dem Schützengraben, der Deutschland zum Aufbruch führte, freiwillig bejaht, weil er sich eins fühlt mit der nationalsozialistischen Bewegung und in diesem Umbruch der Ration die Zukunft Deutschlands sieht. Ieht erst beginnt die Zeit, in der wir Frontsoldaten uns wieder heimisch fühlen können in unserem Staat. Am Montag und Dienstag finden der eigentliche Abgeordnetentag des Landeskriegerverbandes und die Hauptversammlung der Kriegcr- wohlfahrtsgemeinschast statt. Mit Gruß und Treuegelöbnis an die Kriegervereine im Rheinland und an der Saar sind im Laufe des Sonntags in Potsdam vom Lustgarten und vom Stadion aus über 8000 Reisebrieftauben freigelassen worden. Wie die Pressestelle des Kyffhäuserbundes mitteilt, richtete Reichskanzler Adolf Hitler an den Bundespräsidenten ein Schreiben, in dem er zum Ausdruck bringt, daß er sich a 1 s Frontsoldat den Bestrebungen des Kysf- Häuserbundes, der größten deutschen Soldawn- organifation, vor allem der Pflege der Tradition unseres ruhmreichen alten Heeres und der Heldentaten unseres Volkes besonders verbunden fühlt. Insbesondere versichert der Reichskanzler, daß ihm eine erfolgreiche Weiterentwicklung des Kyffhäuserbundes stets am Herzen liegt. Aufnahmefpem beim Stahlhelm Grußpflicht zwischen Stahlhelm,SA.n. SS. Berlin, 1. Iuli. Der Bundesführer des Stahlhelm, Reichsarbeitsminister Franz Seldte, hat folgenden Bundesbefehl an den Stahlhelm herausgegeben: 1. Im Zusammenhang mit meinem Abkommen mit dem Führer der nationalsozialistischen Bewegung, Adolf Hitler, ordne ich folgendes an: a) Die Kameraden der SA. und SS. sind i n derselben Form z u grüßen, wie die Kameraden des Stahlhelm. b)3n Uniform mit Kopfbedeckung ist militärisch zu grüßen wie bisher. c) Ohne Kopfbedeckung und in Zivil ist der Gruß durch Erhebung der rechten Hand zu erweisen, wie es in der Reichswehr und Polizei ebenfalls befohlen ist. ck) Dieselben Ehrenbezeugungen sind den nationalsozialistischen Fahnen und bei Absingen des Horst-Wessel- Liedes zu erweisen, e) Bei festlichen Veranstaltungen ist neben der schwarzweißroten und der alten Reichskriegsflagge dieHakenkreuz sahne zu zeigen. 2. Ich bestimme vom 1. Iuli ab eine Aufnahme- und Anmeldungssperre für den Stahlhelm (früher Kern- und Ringstahlhelm). Die aus der Zeit vor dem 1. Iuli 1933 vorliegenden Anmeldungen zum Eintritt in den Stahlhelm sind gemäß meinen früheren Vorschriften durchzuführen. — Der Iungstahlhelm und der Scharnhorst- B u n d werden von diesen Sperr-Anordnungen nicht betroffen. Reue Bestimmungen über die Mitgliedersperre bei der RGOAp. Berlin, l.Iuli. (ERB.) Der Reichsschah- meister der RSDAP. Schwarz hat folgend- Verfügung erlassen: Von der Mitgliedersperre werden nicht betroffen: Angehörige der Hitler-Iugend. welche das 18. Lebensjahr vollenden, Angehörige der RSDO., wenn sie der RSBO. vom l.Mai 1933 an gerechnet mindestens ein halbes Iahr angehört haben, Angehörige der RS. - Arbeitslager, wenn sie vom l.Mai 1933 ab ein halbes Iahe in einem Lager Dienst getan haben, S A.- und SS. - Anwärter nach halbjähriger Dienstzeit, vom l.Mai 1933 ab gerechnet, Angehörige des Stahlhelms, wenn sie vom 1. Mai 1933 ab dem Stahlhelm ein halbes Jahr angehört haben. Bei dieser Gelegenheit wird darauf hingewiesen, daß R e u a n g e m e l d e t e sich erst bann als Mitglieder der RSDAP. bezeichnen dürfen, wenn sie in den Besitz der von der Reichs-, leitung ausgestellten Mitgliedskarte gelangt sind. Großer nationalsozialistischer Wahlsieg im saarländischen Warndt Lud weiter (Warndt). 2. 3uli. (WTB.) Bei den heutigen Gemeinderatswahlen, die deshalb statt, finden muhten, weil der oberste Gerichtshof des Saargebiets die vorhergegangenen auf Antrag der Autonomistenpartei für ungültig erklärt hatte, hat die mit einem riesigen, aus französischen Geldern bezahlten Aufwand propagierte Autonom! st en- l i st e nur einen ganz unwesentlichen Bruchteil der Gesamtstimmen erhalten. Die Nationalsozialisten haben einen st a r k e n Stimmenzuwachs erfahren: NSDAP. 786 Stimmen. 8 Sitze (bisher 50 Stimmen, keinen Sih); Kommunisten 841 Stimmen. 9 Sitze (bisher 887 Stimmen. 11 Sitze); Kommunistische O p - Position 270 Stimmen. 2 Sitze (bisher 401 Stimmen. 6 Sitze); Bürgerliche Vereinigung (volksparlei. wirtschaflspartei und Zentrum) 360 Stimmen, 3 Sitze (bisher 568 Stimmen. 6 Sitze); Unabhängige Bürgerpartei (Autonomisten) 131 Stimmen. 1 Sih (bisher keine Liste); Sozialdemokraten kein Sih (bisher 1 Sih). 3n drei Orten in Warndt fanden heule Lrsah- gemeinderatswahlen statt. L u d w e i l e r ist davon der einzige Ork. in der eine Autono- misienliske zustande gekommen war. von den beiden anderen Orten ist nur interessant, dah d i e N S D A P., die bei den vorigen Gemeinderats- wählen dort überhaupt keine.» Sih hatte, einen grohen Erfolg errungen hat. 3n Karlsbrunn errangen sie 111 Stimmen und fünf Sitze von insgesamt zehn und in 7t a tz - weiter mit 124 Stimmen vier von 12 Sitzen. Die Wahlen haben auch zu einer vernichtenden Niederlage der Sozialdemokraten geführt. Trotzdem gerade diese im Saargebiet neuerdings ihren Presseapparat in weitestgehendem Maße ausgebaut hatten, ist es ihnen nicht gelungen, auch nur einen Sih zu erlangen, wenn die Kommuni st en noch ihre Position leidlich behaupten konnten, so ist zu beachlen, daß gerade auch sie im Saargebiet die SPD. mit dem Vorwurf zu bekämpfen pflegen, mit den heimatfremden und separatistischen Tendenzen zu sympathisieren und sich nicht, wie sie selbst, rückhaltlos zur Rück- gliederung an Deutschland zu bekennen. Die Erfolge der Nationalsozialisten, die bisher in diesen Gemeinden überhaupt nicht vertreten waren, sind um so bemerkenswerter, als ihnen selb st jede Propaganda im Saargebiet nach Möglichkeit unterbunden wird, während die Bemühungen der Gegner, das nationalsozialistische Regime selbst durch Verleumdungen an der Saar in Mißkredit zu bringen, keinerlei Einschränkungen unterworfen sind. Es geht aufwärts! Stimmen aus der Wirtschaft zum Arbeitsbeschaffungsprogramm. Berlin, 1. Juli. (WTB.) Der Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Stettin Balder- m a n n äußert sich in seiner Eigenschaft als Mitglied der Zementindustrie zum Arbeitsbeschaffungsprogramm etwa folgendermaßen: Die Zementindustrie begrüßt besonders das Arbeitsbeschaffungsprogramm der Regierung. Während im vorigen Jahre die Kapazität der Werke nur mit 8 bis 25 v. H. ausgenutzt werden konnte, wird sie in diesem Jahre durch das Arbeitsbeschaffungsprogramm erheblich mehr ausgeschöpft. Die Zuschüsse, welche dem Hausbesitzer bei Jnstandsetzungs- und Ergänzungsarbeiten usw. gewährt werden, haben sich bisher als eine der besten Ankurbelungs- maßnahmen erwiesen und werden auch in diesem Jahre in erweitertem Ausmaß im neuen Wirtschaftsbeschaffungsplan vorgesehen, die für die gesamte B a uwirtschaft eine wesentliche Hilfe bedeuten. Ganz besonders begrüßt die Zementindustrie die Verkündung des großzügigen Straßenbauprogramms des Reiches, da sie hofft, daß nun wesentlich mehr Zement zum Straßenbau verwendet werden wird, als es bisher der Fall war. Die wenigen bisher in Deutschland gebauten Betonstraßen haben sich ganz hervorragend bewährt. Der 'Vorsitzende des Verbandes Wärt- tembergischer Industrieller äußert sich in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des württembergischen Gerbervereins zum Arbeitsbeschaffungsplan folgendermaßen: Die Maßnahmen der Regierung haben auf die Lederindustrie stark belebend gewirkt, Stagnation und Vertrauenskrise sind überwunden. Die Lieferungen an Autoleder haben um 50 Prozent und mehr zugenommen. Der Index für Häute und Leder war vor einem Iahr 54, heute ist er zwischen 65 und 70 (1913 = 100). Die Schuhfabriken find gut beschäftigt. Die Beseitigung der Auto st euer hat der Automobilindustrie einen seit Iahren nicht gekannten Aufschwung gebracht. Die Lieferungsbetriebe für die Automobilfabriken sind stark beschäftigt, zu Beethovens Rennte. Zum bevorstehenden Bolkökonzeri des Lrchester-Bereins Gietzen. Verkörpert Joh. Seb. B a ch in seinem Gesamtwert gläubigste Religiosität, so strebt Beethoven in seinem Schaffen höchstem sütlichen Wollen zu. Aus der Zeit der ersten Skizzen zur Neunten Symphonie läßt eine Aufzeichnung einen Einblick in das Innere des Meisters zu: „Dich zu retten, ist kein anderes Mittel als von hier: nur dadurch kannst du wieder so zu den Höhen deiner Kunst entschweben, wo du hier in Gemeinheit versinkst. Nur eine Symphonie und dann fort, fort, fort! Derweilen die Gehalte ausgenommen, welches selbst auf Jahre geschehen kann." Die im Rinnen um den höchsten menschlichen Wert gestählten sittlichen Kräfte geben ihm höchstes Selbstvertrauen, das Bewußtsein des inneren Vermögens, das ihn sich den höchsten Anforderungen gegenüber gewachsen fühlen und ihn innerlich mit den Großen seiner Zeit gleichberechtigt erscheinen läßt. Nur aus solchem heldischen Kraftbewußtsein ist es verständlich, daß er über den Sieger von Jena und Auerstedt urteilt: „Ich hätte ihn doch besiegt!" Dieses Hin- auswachsen über die Enge des Ich, das titanenhafte Hinausstreben über das Persönliche zur universellen Geltung für die Menschheit, das wurde der Leitgedanken für seine letzte Symphonie, in der er an den Grenzen der Ausdrucksfähigkeit der Instrumentalmusik rüttelt, um höchstem, geistigem Wollen restlose, nachhaltigste Kündung zu verleihen. Denn die Sonderstellung dieses letzten symphonischen Werkes, die man ihm oft, vornehmlich nur feiner Form nach, zuweist, ist einzig durch ihren geistigen Gehalt bedingt. Das gesamte Erleben des Schicksals an sich und in seiner Umwelt erhält hier durch Beethoven seine Zusammenfassung, gesehen von der hohen Warte des Ueberwinders, erfüllt mit den im Schicksatskampfe gewonnenen Lebens- ertenntniffen. Dieser hohen Idee konnte die bisherige Form der Symphonie nicht -mehr völlig genügen, denn solch ein Werk strebte über das Durchleben klang- kicher Realität hinaus zu einem Wachwerden letzter geistiger Hintergründe. So mußte Beethoven einen neuen Stil prägen, der das klang-sinnliche Moment zurückdrängte und zum Träger eines geistig-mu i- kalischen Denkprozesses wurde. Das Erfassen des in Beethovens Tonsymbolik festgehaltenen geistigen Hintergrundes schien seinen Zeitgenossen besondere Schwierigkeiten zu bereiten. So schreibt die „Allge- ihnen gehören auch Lederfabriken, die Auto- polsterleder in höchster Qualität Herstellen. Die Möglichkeit. Ersatzbeschaffungen in Maschinen, Geräten usw. vom Gewinn und dadurch von der Einkommensteuer auf einmal abzuziehen, hat die Lederindustrie mit Freuden aufgegriffen, sie erneuert ihren Maschinenpark und stellt neue Leute ein. Es wird sich die alte Erfahrung bestätigen: Man muß Mut haben, Steuern zu erleichtern ober abzubauen, um sie wieder stärker zum Fließen zu bringen und dadurch die Wirtschaft zu beleben. Sa greifen die Maßnahmen der Regierung stark in das Wesen und Schaffen der Lederindustrie und ihrer Arbeiter und Angestellten ein, und über die Lederindustrie hinaus helfen sie der Landwirtschaft als Pradu.zentin des Rohmaterials unserer Industrie. Häute und Felle sind im Preise um 40 bis 80 Prozent gestiegen, tierischer Talg und Stearin, die sehr stark zur Herstellung von Leder verwendet werden, sind in höherem Matze gefragt. Die F o r ft« wirtschaft liefert die Eichen- und Fichtenrinde, Holz zu Gerbgruben, zu Rindenschuppen, zu Umbauten. Auch für die Maschinenindustrie wirkt sich die Belebung in der Lederindustrie günstig aus. Dies alles scheint mir der natürliche, organische Weg zur Gesundung der Wirtschaft zu fein. Also nochmals: Den Weg freizumachen für eine stetige, organische, nicht über- stürzte Entwicklung, die keine Augenblickserfolge erzwingen will, sondern Dauer gewährt und Vertrauen schafft. Die neue Transservereinbarung. Berlin 1. Juli. (CNB. Funkspruch.) Reichsbank- präsident Dr. Schacht erklärte Vertretern der Presse, daß die neuen Transfervereinba- r u n g e n vor allem auf die Lage des deutschen Exportes eingestellt seien. Die Reichsbank habe die äußersten Anstrengungen gemacht, den Interessen der Auslandgläubiger gerecht zu werden und ihnen nichts vorzuenthalten, was ihnen nach den Vermeine Musikzeitung" (1826): „Es ist, als ob die Musik auf dem Kopfe gehen sollte und nicht auf den Füßen." Ludwig Spohr findet den vierten Satz so „monströs und geschmacklos", daß er nicht begreifen kann, „wie ihn ein Genius wie der Beet- hovensche .niederschreiben' konnte." Selbst die Begeisterung bei der Wiener Uraufführung (7. Mai 1824) war nicht von langer Dauer, denn bei der Wiederholung des Konzertes glaubte man, das Programm durch eine Rofsini-Arie würzen zu müssen. Wenn auch die hehre Größe der Neunten Felix Mendelssohn-Bartholdy verschlossen blieb, so sollte diesem Werk in Richard Wagner der stärkste Vorkämpfer erstehen. Schon während seiner Leipziger Studienzeit hatte er sich der letzten Symphonie Beethovens mit fast fanatischer Liebe zugewandt; zur völligen Offenbarung wurde sie ihm aber erst gelegentlich seines Pariser Aufenthaltes durch die Aufführung unter Habeneck. „Dies geschah durch meine Anhörung der Neunten Symphonie Beethovens, welche ich nun von diesem berühmten Orchester mit dem Erfolge eines beispiellos andauernden Studiums in so vollendeter und ergreifender Weise vorgetragen hörte, daß, wie mit einem Schlage, das in meiner Iugendschwärrnerei von mir geahnte Bild von diesem wunderbaren Werke, nachdem es mir durch die Hinrichtung desselben durch das Leipziger Orchester unter des biederen Polenz' Leitung gänzlich verwischt worden war, nun sonnenhell, wie mit Händen greifbar, vor mir stand. Wo ich früher nichts als mystische Konstellationen und klanglose Zaubergestalten vor mir gesehen hatte, strömte jetzt wie aus zahllosen Duellen der Strom einer nie versiegenden, das Herz mit namenloser Gewalt -dahinreißenden Melodie entgegen. Eine Aussüh- rung dieser Symphonie, die Richard Wagner am Palmsonntag 1846 in Dresden leitete, wurde zum Ausgangspunkt für den Siegeslauf des Werkes. Jedes bedeutende musikalische Ereignis krönte er mit einer Aufführung der Neunten, so auch die Grundsteinlegung des Bayreuther Festspielhauses. * Gleichsam wie bei einer Geisterbeschwörung zuckt -das Thema aus dem brodelnden Chaos der leeren Quinten, wie züngelnde Flammen, unheimlich auf, bis es sich mit Unerbittlichkeit im Unisono des vollen Orchesters verdichtet. Ein zweiter Ansatz zur Entwicklung läßt das Thema in freundlicherem B=Dur erscheinen, wendet sich aber wieder dem strengen ll-Moll zu. Das hoffnungoerheißende Seitenthema steht unter der bannenden Wucht des Hauptgedankens. Die Durchführung wird zu einem Ringen mit dem Schicksal, das im Gewoge des trägen zustehe. Es fei zu bedauern, daß die Weltwirtschaftskonferenz in diesem Problem noch nichts vermocht habe. Deutschland sei f e st e n t s ch l o s s e n, sein Haus mit eigenen Kräften in Ordnung z u bringen. Es müßte infolgedessen auch die Frage der Auslandschulden selbst in die Hand nehmen. Sie könne nur mit fairen Mitteln und nicht durch brutale Eingriffe in die Wirtschaft gelöst werden. Der Absatz deutscher Waren auf dem Weltmärkte sei durch eine völlig einseitige Maßnahme, wie sie die Aufgabe des Goldstandards verschiedener Länder darstelle, in außerordentlicher Weise erschwert worden. Deutschland halte demgegenüber seine Währung durch ein Netz von künstlichen Maßnahmen auf dem Gebiete der Devisenpolitik voll a u f r e d) t. Die Reichsregierung sei entschlossen, ihre Währungspolitik fest in der Hand zu behalten. Wenn man der deutschen Ausfuhr nicht eine größere Entfaltungsmöglichkeit gebe, so werde Deutschland nicht in die Lage kommen, seine privaten Schulden zu bezahlen. Anspruch auf Bezahlung ihrer Forderungen könnten nur d i e Länder erheben, die bereit seien, deutsche Waren aufzunehmen. Wenn sich Deutschland zu einer Diskriminierung zwischen den verschiedenen Ländern nicht verstanden habe, so sei dies in der Hoffnung geschehen, daß sich doch noch einmal Besserung im internationalen Wirtschaftsleben bieten werde. Es liege im Interesse der Gläubigerländer, Deutschland so zu stärken, daß es an der Bezahlung weiter festhalten könne. Das polnische Seefest. Warschau, 30. Juni. (TU.) Staatspräsident Moscicki hat anläßlich des Seefestes am Donnerstag eine Rede gehaktem, die von allen polnischen Sendern übertragen wurde. Er erklärte, die polnische Küste ist das wertvollste Kleinod der Republik, das wachsam zu hüten und unnachgiebig zu verteidigen jeder Pole stets bereit ist. Wir sind und bleiben für immer an unserem polnischen Meer. Der „Krakauer Illustrierte Kurier" stellt in einem Artikel „Kampf um die Ostsee und nicht „Streit um Danzig" fest, daß in dem polnstch-danziger Streit die Freie Stabt „nur scheinbar Polens Gegner ist. Der eigentliche Gegner, der unter dem Danziger Mäntelchen handelt, ist Deutschland und das deutsche Volk. Unter dem Schein des Kampfes um Polens Vertragsrechte in Danziger Häfen geht der Kampf um die Gestaltung der politischen und wirtschaftlichen Kräfte an der Ostsee, ein Kamps zwischen der germanischen und slawischen Rasse und die Herrschaft über dieses Seegebiet." Danzig sei nur ein blindes Werkzeug Deutschlands, indessen könne Polen niemals freiwill g auf seine verbrieften Rechte verzichten. Im Anschluß an den bevorstehenden B e» s u ch des Senatspräsidenten der Freien Stadt Danzig in Warschau erklärt das Blatt, Polen könne den Weg der Verhandlungen wohl zu gehen versuchen, dürfe aber nichts versäumen und die nächste Zeit zur Festigung seiner Stellung und vor allen Dingen zur Herstellung einer unmittelbaren Beziehung mit der Danziger Bevölkerung ausnutzen, um sie über seine Absichten aufzuklären und sie dafür zu gewinnen. Wenn dies gelänge, würde Polen im nächsten Abschnitt des Kampfes um die Ostsee eine günstigere Stellung und Siegesaussichten besitzen. Schwere Ausschreitungen in OstobersMesien. Aufständische und Kadetten schienen auf deutsche Mindcrheitsangehörige. K a 11 o w i tz , 30. Juni. Während des polnischen Seefestes kam es zu schweren Ausschreitungen Aufstän-discher gegen die deut- s ch e Minderheit, an denen sich auch polnisches Militär beteiligte. Als eine Jugendgruppe des Deutschen Volksbundes aus Giesche- wald nach einer der üblichen Versammlungen sich auf dem Heimwege befand, wurde sie in der Nähe des Ortes von einem Trupp Aufständischer angehalten. Der Führer der Aufständischen beschimpfte die Deutschen, während die anderen mehrere Schüsse auf die Deutschen abgaben und sie mit Steinen bewarfen. Die jungen Leute setzten sich energisch zur Wehr. Schließlich bekamen die Aufständischen Verstärkung durch eine A n - zahl Kadetten aus Lemberg, die sich aus Anlaß des Seefestes in einem Lager bei Griesche- wald aufhielten. Unter Abgabe von Schüssen drangen die Kadetten mit aufgepflanztem Seitengewehr auf die Deutschen ein, worauf diese nach Grieschewald flüchteten. Die Aufständischen und Kadetten folgten ihnen und veranstalteten in Grieschewald Haussuchungen, wobei mehrere Deutsche, die an den Vorfällen gar nicht beteiligt waren, verprügelt wurden Der Ozeanflug Balbos. Ein Todesopfer bei der Landung in Amsterdam. — Oie zweite Etappe erreicht. Der italienische Luftfahrtminister General Dalbo hat mit seinem Geschwader nunmehr die erste 1400 Kilometer umfassende Etappe seines Ozeansluges, Orbetello—Amsterdam über Vasel, Breisach, Mannheim, Mainz, Köln, zurück- gelegt. Von seinen 24 Apparaten sind 23 gut angekommen, die 24. Maschine ist durch ein 11 n g l ü d bei der Landung, das auch ein Todesopfer forderte, so schwer beschädigt, dah sie durch eine neue Maschine ersetzt werden muh. Die 24 Apparate sind in vier Staffeln eingeteilt. Von diesen vier Staffeln ist die erste mit sechs Apparaten schwarz, die zweite rot. die dritte weih und die vierte grün gestrichen, damit eine gute llebersicht über das Geschwader gewährleistet ist. Die schwarze Staffel wurde von General Balbo und General. Pellegrini, dem Direktor der Fliegerschule in Or- betello, geführt, die rote Stoffel von Kapitän Tlannini, die weihe Staffel von Kapitän G i o r d e n o, die grüne Staffel von Oberst Longo. Die zu dem Flug benutzten Apparate sind Savoia - Marchetti - S 55 X - Flugzeuge. Die Motoren sind sogenannte Isotta-Frachini-Asso- 750 r>8°Motoren. Die Gesamtflugstrecke beträgt 11300 Km., von denen noch 9900 Km. zu bewältigen' sind. Es entfallen auf die nächste Etappe Amsterdam—London- derry 1000 Km. General Balbo hofft, den Flug jetzt ohne Störung durchführen zu können, nachdem die Kampfes zwischen Hoffnung, Trostlosigkeit und Sehnen schwankt, erfüllt von unbeirrbarem Siegeswillen. Die Entscheidung fällt. Jrn Unisono stürzen Streicher und Holzbläser herab; in die Reprise donnert die Pauke hinein, gigantische Kräfte sind entfacht. Fast möchte man in der Coda noch auf den Sieg hoffen, da bricht naä) zweimaligem Hinhalten die Schicksalsmacht um so bedrohlicher und aufbäumenber hervor; leer, im Unisono, klingt der Satz starr in riesenhafter Größe aus, ohne die Schicksalsfrage zur Lösung gebracht zu haben. „Entbehren sollst du! Selbst entbehren!" (Richard Wagner.) Um nicht durch die Trostlosigkeit der Enttäuschung der Verzweiflung anheimzufallen, stürzt sich der um das Glück Kämpfende in den Traum des Genusses. In wildem, aufgepeitschtem Wirbel, immer heftiger, fast an's Groteske grenzend, steigert sich das Scherzo; rhythmisch akzentuiert durch die hämmernde Pauke. Wenn auch das Trio in freund- lichere Gefilde leitet, auf deren Naturhaftigkeit das Lebensgefühl erstarken könnte, um so sarkastischer bricht das Scherzo wieder hervor, in der Coda noch einen kurzen Blick in die freundliche Welt des Trios gewährend. Innere Einkehr läßt im Adagio den Schicksalskämpfer sich den letzten Gründen des Seins, dem Trost und der Stärkung durch die Gottesnähe, sich zuwenden. Verklärung und damit erwachende Hoffnung auf den endlichen Sieg ziehen in sein Inneres ein. Das Finale dringt die geistige Auseinandersetzung. Dem wilden Aufschrei des Orchesters stellen sich Rezitative der Celli und Kontrabässe gegenüber; gleichsam als musikalische Sprecher wollen sie entscheiden. Die Themen der vorausgegangenen Sätze erscheinen und werden abgelehnt. Aufzeichnungen Beethovens in seinem Skizzenbuch geben uns Aufschluß über den Sinn der Rezitative: Nach dem Finaleanfang: „Nein, diese Wirrnisse erinnern an unfern verzweiflungsvollen Zustand. Heut ist ein feierlicher Tag, dieser sei gefeiert durch Gesang!" Das Thema des ersten Satzes wird abgelehnt: „O nein, dieses ist es nicht, etwas Anderes, Gefälliges ist es, was ich fordere." Das Scherzothema findet keine Billigung: „Auch dieses nicht, ist nicht besser!" Da er auch dem Adagiothema nicht beipflichten kann, ergreift er selbst die Initiative und läßt die Melodie des Freudenliedes aus dem Unisono der Bässe und Celli zu immer größerem Glanz heranwachsen; sie finden aber noch nicht ihre klangliche Krönung. Noch einmal bricht der Aufschrei des Finaleanfanges durch. Die Instrumente vermögen nicht mehr den Willen des Schaffenden zu verkünden, nur allein die Eisbrecher gemeldet haben, daß auch auf Labrador die nötigen Landungsmöglichkeiten geschaffen worden sind. General Balbo rechnet offenbar mit einem gewissen Ausfall, zumal von den Piloten, die seit zwei Jahren für diesen Flug geschult worden sind, immerhin nur wenige an einem Ozeanflug bisher teilgenommen haben und das Geschwader auf der Strecke Island—Labrador ganz zweifellos, genau wie seinerzeit Gronau, auf Wetterschwierigkeiten stoßen wird. Labrador ist als Nebelland bekannt. Das Unglück bei der Landung ist darauf zu- rückzuführen, daß die Maschine „S 55“ zu stark auf die Wasserfläche aufprallte. Der Apparat überschlug sich und versank. Der Bemannung eines Motorbootes der holländischen Marine gelang es, die vier Mann der Besatzung, die ins Wasser gefallen waren, zu retten. Von ihnen sind drei verletzt worden, darunter einer schwor. Der vierte war unter das Flugzeug geraten und ist erstick t. Die ersten zehn Maschinen des Luftgeschwaders mit General Balbo an der Spitze, sind am Sonntag, kurz vor 7.30 Uhr, zur zweiten Etappe nach Londonderry gestartet. Unmittelbar danach setzten sich nacheinander auch die übrigen Apparate des Geschwaders in Bewegung. In Londonderry (Irland) ist das italienische Ozeangeschwader planmäßig eingetroffen. Damit hat Balbo die zweite Etappe seines Transozeanflugs durchflogen. menschliche Stimme kann hier die Losung geben. Das Baritonsolo führt hin zum Hymnus an die Freude, der in seinem Jubel vom Soloquartett und vom Chor ausgenommen wird. Ein heldisches Kampflied (Tenorsolo), vom Männerchor beantwortet, bildet das Kampffpiel in einem Orchesterfugato ab. Das immer mehr erstarkende Lebensgefühl findet seine letzte Fundierung im Erkennen des Göttlichen. Gottesgedanke und Freudenhymnus verknüpfen sich zur Einheit in einem Doppelfugato. In weihevollem Jnne- halten verklärt ein Soloquartettsatz den Gedanken der inneren Bindung der Menschen. Durch die Freude, dann aber in dithyrambischem Rausch steigert sich das Finale zu höchster Ekstase. Dr. H. Das Telephongespräch als Beweismittel. Telephon-Gespräche konnten bisher niemals als Beweismittel vor Gericht verwendet werden, da ihnen jeder dokumentarische Wert fehlte. Run ist es seit langem der Wunsch vieler Geschäftsleute und Anwälte, eine Vorrichtung zu haben, durch die die Telephongespräche ausgezeichnet werden, damit sie eventuell als Zeugnis oder auch als Detektiv dienen können. Bor einigen Jahren wurde ein Apparat herausgebracht, das sog. Telegraphon, das telepho- nische Gespräche auf Wachsplatten festhielt. Aber infolge des hohen Preises und der geringen Brauchbarkeit der Wachsplatten konnte sich, diese Erfindung nicht einbürgern. Runmehr aber hat, wie Heinz Dillge in der Wochenschrift „Die Umschau" berichtet, ein Berliner Ingenieur ein kleines Gerät erfunden, das er Teleskriptor nennt. Dieser Apparat, der wie ein Kopfhörer aufgesetzt werden kann, nimmt das ganze, am Telephon geführte Gespräch, Rede und Gegenrede, auf. Man seht sich den Teleskripkor auf und hält dann den Telephonhörer an die Muschel des Gerätes. Die Zuleitungsschnur führt über eine kleine Taschenlampen-Datterie zu den Gramophon- Duchsen eines Rundsunk-Apparates; hier wird das Gespräch sehr verstärkt, und statt des Lautsprechers wird an den Rundfunk-Empsänger ein Platten- Selbstausnahme-Gerät angeschlossen, das nun das Gespräch auf eine Schallplatte aufzeichnet. Die Platte, die unzerbrechlich ist, kann auf jedem Grammophon wiedergegeben werden. Da sich ein Rundfunk-Gerät und ein Grammophon im Besitz vieler befindet, so braucht man nur noch den Teleskriptor und einen Schallplattenschreiber, um so jedes Telephon-Ge-» spräch, dem man eine gewisse Wichtigkeit zuschreibt, festhalten und nach Belieben wiederholen zu können. Aus der Provinzialhaupistadt. Treichsstatthalter Sprenger spricht vor den Behörden. Semen Besuch am Samstag in der Stadt Gießen nahm der Herr-.Reichsstatthalter in Hessen, Gauleiter Sprenger, zum Anlaß, sich zwischen 10 und 11 Hhr den Landeskommandanten mit seinen Offizieren, die Vorstände der Reichsund Staatsbehörden sowie die leitenden Beamten der Kommunalverwaltungen vorstellen zu lassen. Provinzialdirektor Graes begrüßte den Reichsstatthalter mit herzlichen Worten im geschmückten Sitzungssaale des Regierungsgebäudes und brachte dabei namens der Beamtenschaft die Versicherung unbedingter Gefolgschaft gegenüber der nationalen Regierung und verantwortungsfreudiger Mitarbeit bei der Lösung der zu leistenden Aufgaben zum Ausdruck. Reichsstatthalter Sprenger richtete im Anschluß an die Cinzelvorstellung eine längere Ansprache an die Erschienenen, in der er mit mahnenden, ernsten und richtungweisenden Worten die Stellung und den Pflichtenkreis des Beamten im nationalsozialistischen Volksstaat umriß. Auf ganz Hessen gesehen, habe die oberhessische Beamtenschaft schon zu Zeilen der abgetretenen Regierung als völkisch und „reaktionär" gegolten. Wenn mit Reaktion gemeint sei die Auflehnung gegen ein System, das den Staat und die Wirtschaft immer mehr dem Verfall und Zusammenbruch zutreiben ließ, so hafte diesem Worte kein Makel an. Führer könne aber nur der sein, der nicht nur über berufliches Wissen, sondern über die Eigenschaft, in allem und jedem Vorbild zu sein, verfüge. Saubere, lautere Amtsführung müsse wieder zu Ehren kommen. Was jetzt bei der Bereinigung des Deamtenapparats als Härte empfunden würde, sei notwendig und finde seine Rechtfertigung in dem Ziele, das historische, schlackenlose, pflichtbewußte Beamtentum wiederherzustellen. Daneben sei die Schaffung klarer, übersichtlicher Verhältnisse im Aufbau der Verwaltung ein Erforder- i nis, dem durch die neuerlich getroffenen Maßnahmen zur Vereinfachung der hessischen Staatsver- 1 waltung in einer Weise Rechnung getragen worden sei, die erhoffen lasse, daß die für Hessen getroffene Regelung der Entwicklung im ganzen Reiche als Vorbild dienen könne. Der Reichsstatthalter schloß mit dem Appell, im festen Vertrauen darauf, daß alles, was geschehe, nur dem einen Zweck diene, unser Land und Volk aus den Die* derungen wieder in eine lichtere Zukunft zu führen, in treuer Pflichterfüllung am Wiederaufbau des Vaterlandes tätige Mithilfe zu leisten. Hiernach begab sich der Herr Reichsstatthalter zur Universität, um an der dortigen Jahresfeier teilzunehmen. Zn den Ruhestand versetzt. Der ordentliche Professor in der Philosophischen Fakultät der Landesuniversität Dr. August M e s - s e r wurde auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. August in den Ruhestand versetzt. Der orbenb liche Professor an der Juristischen Fakultät der Londesuniversität, Geh. Iustizrat Dr. Wolfgang M i t t e r m a i e r wurde auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Oktober ebenfalls in den Ruhestand versetzt. Der Ministerialrat Dr. h. c. Konrad Löhlein zu Darmstadt wurde auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. Juli in den Ruyestand versetzt. — Tageskalender f ü r Montag. Frauenverein vom Roten Kreuz für Deutsche in Liebersee und Frauenbund der Deutschen Ko- lonialgcsellschaft: 16 Hhr, „Liebigshöhe", Unter* Haltungs-Rachmittag. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße.' „Eine Tür geht auf". — Llnterhaltungs - Rachmittag. Der Frauenverein vom Roten Kreuz für Deutsche über See und der Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft Abteilung Gießen halten heute Rachmittag im Restaurant „Liebigshöhe" einen Unterhaltungs-Rachmittag ab, zu dem Professor PH. Kuhn einen Vortrag über „Die völkische Arbeit der deutschen kolonialen Frauenverbände für die Kolonien" halten wird. Auf die Anzeige vom Samstag sei besonders hingewiesen. Oie Flugtage im Flughafen Gießen. Die Luftfahrt-Werbewoche hat in unserer Stadt eine eindrucksvolle Ausgestaltung erfahren. Im Zusammenwirken vieler Kräfte wurde alles getan, was der Luftfahrt neue Freunde und Förderer werben konnte. Am Donnerstag fanden die Veranstaltungen zur Luftsahrt-Werbewoche mit einem Platzkonzert und einer Ausstellung von Segelflugzeugen schönen Auftakt, am Freitag unternahm der SA.-Fliegersturm zusammen mit dem Motorsturm einen vielbeachteten Werbemarsch durch die Stadt, während man am Abend im Flughafen eine ernste Ansprache über die Bedeutung der deutschen Fliegerei hörte, der Samstag aber war dem Segelflugsport gewidmet, und viele Zuschauer fanden sich auf dem Flughafen ein. Die Hitler-Jugend und das Jungvolk, sowie die angeschlossenen Jugendorganisationen hatten schon am frühen Nachmittag einen Werbemarsch durchgeführt und trafen in geschlossenem Zuge auf dem Flughafen ein, um dort in heiterem Spiel und in Anschauung des Seglelfluges, wie auch in eifriger Betrachtung der Flugzeuge einige Stunden zu verbringen. Die SA.-Kapelle konzertierte und unterhielt mit guter Musik. Die Segelfliegerabteilung der Universität unternahm mit dem „Zögling" verschiedene Starts, um den Zuschauern segelfliegerische Anfangsarbeit vor Augen zu führen. Die großen Möglichkeiten des Segelflugs lernte man dann aber auch in einem Motorschleppflug kennen, der von einem der Segelflieger Brüder Schmidt im Schlepptau des Motorflugzeuges (Führer: Dietrichs) ausgeführt wurde. Der Segelflieger ließ sich auf etwa 500 Meter Höhe schleppen und kam nach geraumer Zeit, nachdem er über dem Flughafen zahlreiche Kurven gezogen hatte, wohlbehalten wieder auf der Wiese an. Mit großer Freude nahmen die Kinder am Ballonwettbewerb teil. Oer Motorflugtag am Sonntag. Der gestrige Sonntag, Haupttag und Abschluß der Luftfahrt-Werbewochen in unserer Stadt, sah eine große Menschenmenge im Gießener Flughafen. Schon lange.vor Beginn der Darbietungen war auf der Terrasse kein Stuhl mehr frei. Seitlich der Rollbahn standen viele Menschen auf der Wiese und ließen sich nichts von dem interessanten Geschehen dieser Stunden entgehen. SA-, Freiwillige Feuerwehr, Freiwillige Sanitätskolonne und Technische Rothilfe waren in geschlossenen Zügen zum Flughafen marschiert. Während die SA. im Flughafen und an den ZugangHstraßen den Kassen- und Ordnungsdienst versah, machte sich die Hitler-Jugend im Pro* grammverkauf nützlich. Mit dem Kauf eines Programms war gleichzeitig die Chance eines Freifluges verbunden, so daß die Rummern der Programme allenthalben recht viel Beachtung fanden. Die glücklichen Gewinner der Freiflüge konnten noch am Abend und nach der Erledigung des offiziellen Programms das Flugzeug zu einem kurzen Rundflug zu besteigen. Erwartungsvoll harrten die Zuschauer, deren etwa 6000 erschienen sein mögen, der Ereignisse, die der Tag versprach. Die Veranstaltung stand im Zeichen besten Flugwetters und nahm unter dieser günstigen Vorbedingung einen sehr befriedigenden Verlauf. Mit besonderer Freude wurde die Teilnahme des Reichsstatthalters Sprenger ausgenommen, der im Laufe des Rachmittags erschienen war. Zum Auftakt waren die teilnehmenden Mannschaften (SA., Sanitäter, Feuerwehr und Technische Rothilfe) angetreten und die Führer der Organisationen schritten die Front ab. Es war inzwischen etwas Wind aufgekommen, der die zahlreichen Fahnen an der Terrasse lebhaft flattern ließ. Der ganze Flughafen bot ein prächtiges, lebendiges Bild. Letzte Vorbereitungen wurden getroffen, der Fallschirm wurde noch einmal geprüft und blähte sich im Winde, der große gelbe Ballon schwankte im Winde hin und her und die Flugzeuge (5 Motorflugzeuge und 3 Segelflugzeuge) waren in einer Linie an der Rollbahn aufgestellt. Flugkunst — Kunstflug. Die im Gießener Flughafen stationierten Piloten zeigten im Laufe des Rachmittags die hohe Schule des Kunstfluges. Zunächst sah man einen Begrüßungsstaffelflug mit Kunftflug im Verband, an dem drei Flugzeuge beteiligt waren. Viele Augen folgten dem raschen Geschehen in der Luft. Sodann zeigte Erbprinz zu Solms-Lich auf seinem Doppeldecker verschiedene Kunstflugfiguren, die die restlose Vertrautheit des Fliegers mit der Maschine erkennen liehen. Rach einem lustigen Ballon-Iagd-Wettbe- werb zeigte auch Fluglehrer Maier seine routinierte Kunst und glänzte dabei mit einer Reihe von schwierigen Rückenflugfiguren. Er überraschte dabei mit bem Uebergang aus dem Rückenflug in die normale Lage durch senkrechten Absturz. Ein Geschicklichkeitwettbewerb in B odennähe wurde ebenfalls mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Es galt, eine Schnur, die nur in 1 Meter Höhe über dem Boden gespannt war, zu zerreißen und dadurch gleichzeitig einen Sprengkörper zur Explosion zu bringen. Mit großer Spannung sah man dem Segel* f lug - Schlepp st art entgegen, den der Gießener Segelflieger cand. med. Fritz Schmidt im Segelflugzeug hinter dem Motorslugzeug (Führer Dietrichs) ausführte. Der Segelflieger ließ sich in etwa 500 Meter Höhe schleppen, klinkte dann aus und glitt in majestätischem Flug unter geschicktester Ausnützung der Windkraft allmählich zur Erde nieder. Der Pilot Erich Wiegmayer (Braunfels) sprang mit dem Fallschirm aus dem Flugzeug und kam wohlbehalten auf der Wiese an. Inzwischen war Reichsstatthatter Sprenger eingetroffen und von der großen Zuschauermenge herzlich begrüßt worden. Gleich nach seiner Ankunft hielt er eine Ansprache, in der er unter anderem ausführte: Er komme vom Artillerietag in Darmstadt, von einer Denkmalsweihe in Mainz und von einem großen Iugend- sportfest aus wieder einem anderen Orte nach Gießen zum Fluatag. So verschiedener Art die Veranstaltungen seien, so finde er doch überall den gleichen Geist. Alles finde sich zusammen, überall werde treue Kameradschaft gepflegt, überall erwache wieder rechtes Volkstum. UeberaU und auf allen Gebieten stehe man heute zusammen: in körperlicher Ertüchtigung sowie in der Besinnung auf deutsches Volkstum. Sicherlich nicht allein um des Fliegens willen seien die Fliegerschulen gegründet worden, sondern auch um den Mut des einzelnen zu stählen. Durch den Segelflug fei indirekt die Technik und die Leistung des Fliegers gesteigert worden, gleichzeitig werde aber mit der Fliegerei der Wehrgedanke gepflegt. Niemand in Deutschland werde es hindern wollen, diesen Gedanken zu fördern. Dabei herrsche nirgends Zwang. Alles finde sich zu freiwilliger Zusammenarbeit. Jeder einzelne wolle dazu beitragen, daß Deutschland wieder vorbildlich werde auf allen Gebieten: dann komme auch die Zeit, wo man dem deutschen Volke die Anerkennung in der Welt nicht mehr versagen werde. Man werde dadurch dem Ausland wieder Achtung abnötigen vor der Leistung des deutschen Volkes und diese Achtung werde der beste Garant sein für das Verständnis der Völker untereinander. Aus dem Flugsport werde man das Letzte herauszuholen versuchen, um des Vaterlandes willen. Bei all dem dürfe man aber nicht vergessen, jenes Mannes zu gedenken, des Reichskanzlers Adolf Hitler, der zur deutschen Einheit den klaren Weg gewiesen habe. Ihm galt das dreifache „Sieg-Heil!", das der Reichsstatthalter auf den obersten Führer ausbrachte und das von der Menge begeistert ausgenommen wurde. Gemeinsam wurde sodann der erste Vers des Deutschlandliedes gesungen. Den großartigen Abschluß des Programmes bedeutete eine Gas- und Lustschutzübung, die unter dem Einsatz der Mannschaften der SA., der Feuerwehr, der Freiwilligen Sanitätskolonne und der Technischen Rothilfe durchgefuhrt wurde. Feindliche Flieger hatten zunächst dte Polizeiwache mit Brandbomben belegt und die Feuerwehr mußte eingreifen, während die Santtatsko- lonne mit Rauchmasken in das Gebäude verdräng, um die Rauchvergifteten zu retten. Der einem zweiten Fliegerangriff wurden Gasbomben auf einen Unterstand geworfen. Der Angriff nahm einen sehr dramatischen Verlauf. Das Publikum folgte auch hier den Vorgängen mit ungeteilter Aufmerksamkeit und erkannte dabei gleichzeitig die Arten der Gefahren, die aus der Luft drohen können. Die Leitung der Hebung lag in den Händen von Polizeihauptmann Leyerer. Zum Abschluß dieser Hebung nahmen sämtliche beteiligte Mannschaften noch einmal Aufstellung auf der Rollbahn, während der Reichsstatthalter in Begleitung der Führer der verschiedenen Organisationen die Front abschritt und dabei mit manchem anerkennenden Wort seiner Befriedigung über die Durchführung dieser eindrucksvollen Hebung Ausdruck gab. Am Abend fanden sich wiederum zahlreiche Besucher im Flughafen ein. um bei Musik und Tanz einige Stunden zu verbringen. Flugzeug-Startz bei Scheinwerferbeleuchtung bildeten den interessanten Ausklang des Tages. Die Luftsahrt-Werbewoche nahm dank des rückhaltlosen Einsatzes aller Beteiligten den denkbar besten Verlauf. Die Tage im Flughafen waren eindrucksvolles Zeugnis für die dort geleistete wertvolle fliegerische und in die Zukunft weisende Arbeit. Wege und Ziele der deuWen pflanzenziichtung. Zntereffanie Erfolge des Kaiser-Wilhelm-InstitutS für ZüchtungSsorschung _ in Müncheberg. Die Gesellschaft zur Förderung deutscher Pflanzenzucht feierte in diesen Tagen ihr 25jähriges Jubiläum und macht aus diesem Anlaß Mitteilungen über die letzten Erfolge auf dem Gebiete der deutschen Pflanzenzüchtung. Es ist gelungen, die Leistungsfähigkeit von Kulturpflanzen in einem verhältnismäßig kurzen Zeitraum erheblich zu steigern. 1747 hatte die in Deutschland angebaute Zuckerrübe einen durchschnittlichen Zuckergehalt von 6 Prozent. 1871 betrug der Zuckergehalt schon 13 Prozent, und heute enthält die aus gutem Boden angebaute Zuckerrübe 18 bis 20 Prozent Zucker. Auch bei der Kartoffel zsigt sich eine beachtliche Steigerung der Anbau- ergebnifse. 1890 wurden vom Hektar Kartoffelland durchschnittlich 101,80 Doppelzentner Kartof- eln geerntet. Heute rechnet man mit Höchsternten bis 320 Doppelzentner pro Hektar. Die bahnbrechenden Ergebnisse dec deutschen Pflanzenzüchtung wurden ermöglicht und immer wieder gefördert durch die wissenschaftlichen Leistungendes Müncheberger Kaiser Wilhelm-Insti- tuts für Züchtungsforschung. Auf alle denkbar mögliche Weise werden hier Verbesserungen und Veredelungen der Ruh* und Zierpflanzen ausprobiert. Aus Millionen kleiner Rebenpflänzchen, die mit Meltau infiziert werden, sind die wenigen immunen Pflanzen herausgesucht und weitergezüchtet worden, bis man eine Stammkultur von Stöcken hatte, benen der gefürchtete Meltau nichts mehr anhaben kann. Daß man erfolgreiche Der* uche unternimmt, nikotinfreie Tabak- pflanzen zu züchten, ist bekannt. Allerdings hat bei den Versuchen das Pflanzenungeziefer bald gemerkt, daß die Tabakpflanze giftfrei ist, und nun muh durch umfangreiche Maßnahmen das Hn* geziefer sorgfältig ferngehalten werden. Es ist jetzt gelungen, eine Tomatensorte zu züchten, die fünf Wochen lagersest ist. Man hofft, diese Frist noch bis auf drei Monate verlängern zu können. Bisher konnten Tomaten im Höchstfall drei Wochen gelagert werden. Die bis freute vorliegenden Ergebnisse bedeuten praktisch, daß man inländische Tomaten jetzt bis Ende Rovern* bet liefern kann. Versuche werden mit der Züchtung von Tomatenpflanzen mit früherer Reifezeit gemacht, doch liegen hier noch keine praktisch ausnuhbaren Ergebnisse vor. Seit langen Jahren schon ist man bestrebt, Kartoffeln gegen Frost unempfindlich zu machen. In den Versuchshäusern stehen die Kartoffeln in langen Reihen von Blumentöpfen. Sie scheinen tatsächlich gegen Frost unempfindlich zu sein, denn mehr als einmal war die Erde in den Töpfen festgefroren, ohne die Pflanzen zu schädigen. Allerdings können diese Kartoffeln noch nicht angebaut werden, denn leider haben frostunempfindliche Knollen nur die Größe von Erbsen. Es wird noch einige Jahre dauern, bis mit einem geeigneten frostunempfindlichen Gewächsmaterinl gerechnet werden kann. Was den Züchtungsversuch besonders erschwert und ein fruchtbares Ergebnis so verzögert, ist die Tatsache, daß sich diese Kartoffel* pslanzen mit unseren einheimischen Kartoffelsorten nicht kreuzen lassen. Hier muß der Hinweg über eine dritte Sorte, die für eine Kreuzung mit den beiden ersten geeignet ist, gewählt werden. Auf dem Gebiete der Aufzüchtung von Getreide sind sehr beachtliche Fortschritte erzielt worden. Die Arbeit hier ist äußerst mühsam. Auf einem Roggenfeld des Müncheberger Instituts sind nicht weniger als 60 000 Doggenähren mit Papierbeutelchen versehen worden, um durch diesen Abschluß unerwünschte Kreuzungen auf dem Feld verhindern zu können. Auf dem Gebiet der Verbesserung der Getreidesorten hat man nicht nur besonders winterfeste Weizensorten, die sich durch ebenso* große Anspruchslosigkeit wie Ertragfähigkeit auszeichnen, gezüchtet, sondern versuchsweise auch Weizen und Roggen gekreuzt. Daß sich hierbei noch keine nennenswerten Fortschritte ergeben haben, liegt in erster Linie daran, daß man bei Artkreuzungen erst nach zehn bis fünfzehn Jahren mit einem Erfolg rechnen kann. Versuche mit dauerhaftenGerstenpflanzen sind sehr befriedigend verlaufen. Diese neuen Gerstensorten liefern nach der einmaligen Aussaat für vier bis fünf Jahre alljährlich im Sommer Frucht. Die Stoppeln wachsen also Jahr für Jahr nach und geben in mehreren Sommern Ernte. Allerdings sollen die Ernten des zweiten bis fünften Jahres besser nur für Futtermittel verwendet werden. In Müncheberg wird auch eine neue Oel* pflanze gezüchtet, die nach den bisher gesammelten Erfahrungen die Sojabohne in der Leistung durchaus erreichen soll und sie ersetzen könnte. Ihr Anbau würde Deutschland unter Hmständen zukünftig vom Oelimport unabhängig machen. In Müncheberg hat man weiter festgestellt, daß die männlichen Spargelpflanzen durchschnittlich um ein Fünftel ertragreicher sind als weibliche, daß also ein Spargelfeld mit ausgewählten männlichen Pflanzen ohne größere Mehrleistung an Arbeit einen um 20 Prozent höheren Ertrag sichert. Buntes Allerlei. Ehamäleon-Blumen. Mit der Blüte von Rosen und Rittersporn erreicht die sommerliche Blumenpracht ihren Höhepunkt und wir bewundern die unbegreiflich reiche und vielgestaltige Fülle der Farben und Düfte, die sich uns hier barbieten. Ein Botaniker, der eine statistische Erfassung der Dlumenfarben versucht hat, stellte fest, daß sich die einzelnen Farbtöne auf 1000 verschiedene Arten von Blumen folgendermaßen verteilen: 287 sind weiß, 223 gelb, 222 rot, 144 blau, 72 violett, 36 grün, 12 orangefarben und 4 braun. Zwei Arten werden als schwarz gefärbt angesehen, doch ist damit die Farbe nur ungefähr gekennzeichnet, denn vollständig schwarze Blumen gibt es nicht. Run ist jedoch bei der einzelnen Pflanze nicht nur eine Vielfarbigkeit, sondern in manchen Fällen sogar ein Farbenwechsel zu beobachten. Es gibt Chamäleon-Blumen, die während der Blütezeit ihre Farbe verändern. Das ist z. B. bei Hibiscus muta- bilis der Fall, deren Blüte sich am Morgen in fleckenloser Weiße eröffnet, dann um Mittag rosa wird, beim Sonnenuntergang in roten Tinten leuchtet und des nachts zu einer bläulichen Tönung verblaßt. Die Pflanze ist ein Kind des Fernen Ostens, kommt jedoch außer in China und Japan auch in West- und Ostindien vor. Ein anderer Strauch, die chinesische Hhdrangea, hat Blüten, die beim ersten Sichöffnen grün sind und sich dann später zu einer rosa Färbung wandeln. Ein dritter dieser veränderlichen Blüher ist Cheirantus mutabilis, besten Blüten von Gelb zu Orangefarben wechseln, dann in Rot Umschlagen und schließlich ein tiefes Purpur zeigen. Selbst bei so alltäglichen Blumen wie dem Phlox kann man Farbenänderungen beobachten. Unter den weihen Blumen finden sich verhältnismäßig viele, die geruchlos sind, nämlich 15 Pro- zent. Unter den gelben und violetten Blumen sind 9 Prozent ohne Geruch. Sehr wenige blaue Blumen hauchen Dust aus, und unter den scharlachroten ist nicht eine einzige, die riecht. Blumen mit starkem Geruch sind in der Regel im trockenen Klima häufiger als im feuchten. Thymian, Salbei, Laven- del z. B. blühen üppig in trockenen Hochlanden und erfüllen die Lust mit ihrem schweren Duft: die wilden Blumen sumpfiger Gegenden dagegen riechen feilten stark, und wenn sie einen Geruch haben, so ist dieser meist nicht angenehm. Oie Flasche als „Sparstrumpfe. Glasflaschen haben in Belgien ganz allgemein den „Sparstrumpf" ersetzt, in dem vorsichtige Leute früher ihre Rotgroschen aufzubewahren pflegten. Diese neue Art des Sparens ist nicht unbedenklich, denn sie hat bereits dazu geführt, daß die kleinen, wie Silber aussehenden 50-Centimes-Stücke immer mehr aus dem Umlauf verschwinden und schon beinahe so selten sind wie Goldstücke. Wer diesen „Sport" erfunden hat, weih man nicht. Vielleicht kam er aus Frankreich, wo man die Flaschen zu eben demselben Zweck verwendet. Aber jedenfalls gibt es heute wenige Wohnungen in Belgien, in denen nicht drei bis viermal oder auch öfters am Tage mit lustigem Klingeln ein halbes Francs-Stück in eine Literflafche fällt. Eine solche Flasche saht 22ÖO 5O.Centimes- Stücke, und wenn nur 1000 Flaschen auf diese Weife gefüllt werden, dann ist schon eine Million Francs in kleiner Münze aus dem Umlauf verschwunden und wird im Geschäftsverkehr schmerzlich vermißt. Entgangene Gelegenheiten. „Was du dem Augenblicke ausgesck agen, bringt keine Ewigkeit zurück." Das Dichterwort bewahrheitet sich auch im alltäglichen Lebien, und es ist eine besondere Begabung des tüchtigen Geschäftsmannes, zur rechten Zeit zuzugreifen. Die günstige Gelegenheit kann aber auch durch einen Zufall versäumt werden. Dafür bietet ein schlagendes Beispiel eine Episode aus der Geschichte eines weltberühmten Klubs, des Turf-Klubs von Kairo. Das prächtige Palais, in dem er bisher hauste, wird jetzt anderweitig vermietet, da der Vertrag abgelaufen ist. Das in bester Gegend Kairos gelegene Haus, dessen Wert heute aus zwei Millionen Mark geschätzt wird, war das Eigentum des verstorbenen Sir Alexander Baird. Als Gönner des Klubs bot er diesem in einem Brief Haus und Boden zum Geschenk an, erhielt aber keine Antwort. Darüber gekränkt, verkaufte er fein Besitztum. Erst viele Jahre später wurde der Brief gefunden, und zwar uneröffnet. Der Sekretär war bei seinem Eintreffen auf Urlaub gewesen und so war das wichtige Schreiben verlegt worden. - Um eine andere entgangene Gelegenheit trauert noch heute der amerikanische „Stahlkönig" Schwab- Vor mehr als 25 Jahren wandten sich an ihn zwei junge Leute und baten ihn, ihre Flug-Versuche zu unterstützen. Der Millionär aber erklärte den Gedanken für einen „aufgelegten Schwindel" und wies die beiden ab. Es waren Wilbur und Orville Wright, und ihr „aufgelegter Schwindel" war das erste brauchbare Flugzeug, mit dessen Finanzierung Schwab Riesensummen hätte verdienen können. Andere solche verpaßten Gelegenheiten werden in einer englischen Wochenschrift zusammengestellt. So hatte eine Dame Alice I. Miller 1906 ein Stück Land in Kalifornien für 640 Mark getauft. Im Jahr darauf konnte sie die Steuern in Höhe von 15 Mark nicht zahlen, und infolgedeffen wurde das Land mit Beschlag belegt. 20 Jahre später war dieses selbe Terrain drei Milliarden Mark wert, denn man hatte hier das berühmte Petroleumvorkommen von Elk Hills gefunden. — Die Bodleianische Bibliothek in Oxford hatte im Jahre 1623, als die erste Folio-Ausgabe der Werke Shakespeares erschien, dieses Buch in ihre Bestände aufgenommen. Als aber 1664 eine neue Ausgabe herauskam, hielt man die alte Ausgabe für überflüssig und verkaufte sie für eine Kleinigkeit. Später freilich mußte man diesen voreiligen Verkauf schwer bereuen, denn die erste Folio-Ausgabe, die sich als die Grundlage der Textgestaltung der ShakespearischenDichtungen erwies, wurdeimmer seltener und teurer, und die Bibliothek konnte erst 1905 ein Exemplar für 60000 Mark erwerben. Oie Vorrunde um den AL>o!f-Hitler-pokal. I» der Vorrunde um den Abolf-Hitler-Fußball- Pokal gab es eine Reihe von Ueberrajchungcn. Drei Kämpfe konnten erst nach zweimaliger Verlängerung entschieden werden, und im Treffen Freistaat Sachsen gegen Westfalen mußte nach 120 Minuten beim Stande von 1:1 sogar das Los entscheiden. Geschlagen wurden außer den Westfalen noch Mainhessen- Saar, Württemberg, Baden-Pfalz, Niedersachsen, Schlesien, Ostpreußen und Hamburg-Holstein. Für die Zwischenrunde am 9. Juli haben sich Bayern, Niederrhein, Mittelrhein, Nordhesscn, Freistaat Sachsen, Sachsen-Thüringen, Pommern und Brandenburg-Berlin qualifiziert. Hessens Leichtathletik - Meisterschaften. Nur mäßige Leistungen. Die Leichtathletik-Meisterschaften der Gruppe Hessen wurden am Sonntag in Wiesbaden abgewickelt. Die Beteiligung war eine recht gute, aber der Besuch war außerordentlich schwach, denn knapp 100 Zuschauer wohnten den Wettkämpfen bei. Die Organisation der Beranstaltung wies keine Mängel auf. Die Läufe litten sehr unter starkem Gegenwind, aber auch in den anderen Disziplinen wurden keine besonders guten Ergebnisse erzielt. Den Bogel schossen die Darmstädter Vereine ab. So fielen in den Einzelläufen und Staffeln und in den Wurfkonkurrenzen alle Meistertitel nach Darmstadt. Auch bei den Damen dominierten die Darmstädter Teilnehmerinnen, namentlich in allen Laufwettbewerben. Die übrigen Meisterschaften fielen nach Wiesbaden, Kreuznach und Groß-Gerau. Kurze Sportnotizen. Schweizerischer Fußballmeister wurde wieder einmal Servette Genf durch einen 3:2 - (2:1-) Sieg im Entscheidungsspiel gegen die Grashoppers Zürich. * Der Deutsche Bantamgewichts-Mei- st er Metzner-Köln verteidigte seinen Titel erfolgreich durch einen Punktsieg über den Herausforderer Hinz- Barmen. * Einen deutschen Sieg gab es wieder in London. Der Berliner V i e b a h n gewann das Kunstspringen überlegen. * Einen neuen Weltrekord im ^eidarmi- gen Drücken der Mittelgewichtsklasse stellte Wölpe r t - München mit 102,7 Kilo auf. Die Internationale Alpenmeister- schaft für Automobile ist für dieses Jahr abgesagt worden. * Beim Flugzeugrennen Neuyork— Los Angeles erreichte der Amerikaner R. Terner für die 4022,5 Kilometer lange Strecke die bisher unerreichte und phantastische Geschwindigkeit von 345 Kilometer Stundenmittel. ♦ Einen neuen deutschen Rekord im Hochsprung stellte B o r n h ö f t - Limbach bei den Kreismeisterschaften der sächsischen Turner in Frankenberg mit 1:94,3 Meter auf. Oie Beispielswirtschasten im Vogelsberg. Darmstadt, 30.Juni. Die Staatspresse- st e l l e verbreitet folgenden Artikel des Staatskommissars für die Landwirtschaft Dr. Wagner: „Eine Meldung in der „Oberhefsischen Tageszeitung" aus Ober-Moos im Kreise Lauterbach, in der unrichtige Mitteilungen über die Beispielwirtschaft von Paul Schäg in Ober-Moos gemacht sind, gibt mir Veranlassung, meine Slellungltahme zur Frage der Beispiel- wirtschaften allgemein bekanntzugeben. Die Beispielwirtschaften im Vogelsberg wurden vor vier Jahren von dem damaligen Minister für Arbeit und Wirtschaft, Ko - r e l l, im Rahmen eines großen Hilfsplanes für Öen oberen Vogelsberg eingerichtet, die durch eine Umstellung der Betriebe auf Grünlandwirtschaft eine Besserung der Lage der Vogelsberger Bauern bringen sollte. Bei den Halbheiten aller Maßnahmen, die für unsere früheren Regierungen ja immer kennzeichnend waren, ist es Herrn Minister Ko- r e l l nicht gelungen, irgendwelche Erleichterungen für öen Vogelsberg zu bringen, obwohl er nicht unerhebliche Gelder unseres Staates in diese Arbeit hineingesteckt hat. Schon die letzten Jahre der alten 'Regierung führten zu einem vollständigen Versacken der mit so großem Tamtam verkündeten Regie- runaspläne für den oberen Vogelsberg, da bei der fortschreitenden Verarmung unserer Staatsfinanzen die Aufbringung der erforderlichen Mittel nicht möglich war und vor allem auch die ganze Politik gegen die Interessen des Bauernstandes gerichtet war. Die nationalsozialistische Regierung übernahm auch hier ein Werk, das nur bei völliger geistiger Umstellung endlich zu dem Ziel der wirtschaftlichen Wiedergesundung des Vogelsberger Bauern führen kann. Diese Umstellung ist dank des gesunden Sinnes der Bogelsberger Bauern, die sich frühzeitig den Scharen der nationalsozialistischen Bewegung anschlossen, und die heute mit die Kerntruppe der Bewegung in Hessen bilden, glücklicherweise schon sehr weit sort- aeschritten. Im Rahmen der Maßnahmen, die unser Reichskanzler Adolf Hitler und unser Reichs- bauernsührer Walter Darrs zum Schutze der Bauernwirtschaft eingeleitet haben, können wir nun auch in Hessen in planmäßiger Arbeit die Anpassung der bäuerlichen Betriebsführung an die jeweils gegebenen Bodenverhältnisse durchführen, die Viehzucht so auszubauen, wie es für unsere Gebirgslagen, die von Natur zu Grünlandgebieten geschaffen sind, notwendig ist. Hierbei muß es natürlich unser Bestreben sein, die mit erheblichen Geldern unseres Staates in früherer Zeit getroffenen Vereinbarungen in den Dienst der neuen Aufgabe zu stellen, um diese Mittel, die von der Allgemeinheit aufgebracht wurden, wiederum der Allgemeinheit nutzbar zu machen. Unter diesen Gesichtspunkten habe ich auch beschlossen, die Beispielwirtschaften im oberen Vogelsberg weiterzuführen. Ich habe sie unter der Oberleitung der Landwirt- schaftskammer zusammengefaßt und diese Stelle beauftragt, nach den neuen Grundsätzen die Betriebe so zu gestalten, daß sie für jeden Bauer ein Vor- bild sein können. Selbstverständlich ist es hierbei nicht meine Absicht, den Beispielwirtschaften erhebliche Beträge zu schenken und sie hiermit vor allen anderen Berufsgenossen zu bevorzugen. Die den Beispielbauern zur Schaffung vorbildlicher Einrichtungen in ihrem Betrieb zur Verfügung gestellten Betrage müssen restlos zurückbezahlt werden. Unter diesen Gesichtspunkten sollte sich für den Neid der Berufsgenoffen kein Grund finden. Außer den von der früheren Regierung bereitgefteUten Beträgen, die wir jetzt retten müssen und die bei so- fertiger Auflösung der Beispielwirtschaften ohne Zweifel teilweise als verloren angesehen werden müßten, werden neue Mittel der Allgemeinheit Öen Betrieben nicht zugeführt werden." Mainz fordert aktive Lustschuhmaßnahmen. Mainz, 30. Juni. (WSN.) Der Reichsluftschutzbund, Ortsgruppe Mainz, hat an den Reichsluft- fahrtmmister folgendes Telegramm gesandt: „Mainz in gefährdeter Grenzmark am Rhein, jeglichen Schutzes entkleidet, bittet angesichts Einbruchs fremder Flieger über Deutschland um rascheste und wirksamste Durchführung aktiver Luftschutzmaßnahmen." Ein zweites Todesopfer des Segelflugzeugunglücks bei Mainz. Mainz, 30. Juni. (WSN.) Der bei dem Segelflugzeugunglück auf dem Großen Sand bei Mainz am Sonntag abgestürzte und schwerverletzte 26jäh- nge Segelflieger Hans Ott aus Mainz-Gustaos- burg ist heute früh feinen schweren Verletzungen erlegen. Oie Bauern des Kreises Wehlar beglückwünschen den ^eichsernährungsminister. O W e tz l a r 1. Juli. Die Kreisbauernschaft Wetzlar und die Kreisleitung Wetzlar der NSDAP, haben an den jetzt zum Reichsernährunqsminister ernannten Reichsbauerführer Walter 3) a r r e , der bekanntlich fein Erscheinen zum 13. Nassauischen Bauerntag am 16. Juli in Wetzlar zugesagt hat, folgendes Glückwunschtelegramm gerichtet: „Nassauische Bauer freuen sich über Ihre Ernennung zum Reichsernährungsminister, geloben treue Mitarbeit und hoffen ihre Glückwünsche am 16. Juli auf dem Bauerntag in Wetzlar persönlich wiederholen zu können." Kreisbauernschast Wetzlar — Kreisleitung Wetzlar der NSDAP. Rundfunkprogramm. Dienstag, 4. Juli. 7.15 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.10 bis 10.50: Schulfunk. Der deutsche Waffenschmied. Ein Lebensbild Alfred Krupps. 10.50: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. 14.20: Jeder hört zu! 15.20: Der Hausfrau zur Erholung. 16.30: Bon Wildbad: Nachmittagskonzert des Kurorchesters. 18: Der Kunsthandwerker Karl Borromäus Berthold wird gestellt. Eine Auseinandersetzung mit seinen Gedanken über die Zukunft des deutschen Kunsthandwerks. 19: Von Berlin: Reichssendung: Stunde der Nation: „Rügen". Ein Hörwerk von Deutschlands größter Insel. 20: Sondersendung. 20.10: Ein Volk will leben! Gespräche von Scholle und Pflug. 20.55: Konzert. „Das Märchen von der schönen Magelone". Von Ludwig Tieck. 22.35 bis 24: Nachtmusik auf Schallplatten. Mittwoch, 5. Juli. 7.15 Uhr: Frühkonzert. 10.10 bis 10.40: Schulfunk: „Schmeckt die Wurst?" Hörbericht. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Ludwigshafen: Mittagskonzert der vereinigten Kapellen der Landespolizei und des SS.-Musikzuges 10. 14.20: Jeder hört zu! 15.20: Stunde der Jugend. 16.30: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18: Gespräche mit einem Rosenzüchter. 18.25: Zeitfunk. 18.45: Kurzbericht vom Tag. 19: Reichssendung: Stunde der Nation: Siebenbürgen. Hörfolge. 20: Sondersendung: 20.10: Breslau: Aus deutschen Opern. 21.10: Braune Kameraden. Ein Bild von den ersten Kämpfen um die Straße in unserer Heimat. 22.45 bis 24: Nachtmusik. Donnerstag, 6. Juli. 7.15 Uhr: Frühkonzert erwerbsloser Berufsmusi- ker. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. 14.20: Jeder hört zu! 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Badenweiler: Nachmittagskonzert des Kurorchesters. 18: Von Trier: „Praktische Flugzeugortung", Dreigespräch bei einem Flug von Frankfurt a. M. nach Trier. 18.45t Kurzbericht vom Tag. 19: Passau: Reichssendung: Stunde der Nation. Abendkonzert aus dem Dom zu Passau. 20: Variets am Charlottenplatz. 12 Attraktionen. 20.45: Heiteres Konzert. Freitag, 7. Juli. 7.15 Uhr: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert. 14.20: Jeder hört zu! 15.20: Musikalischer Zeitvertreib. 16.30: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18: Aerztevortrag. 18.25: Zeitfragen. 18.45: Kurz- bericht vom Tag. 19: Von Hamburg: Reichsfendung: Stunde der Nation: Schleswig-Holstein meerum- fchlungen. 20: Nationaltheater Mannheim: Carmen. Große Oper, von Georges Bizet. 22.45 bis 24; Nachtkonzert. Samstag, 8. Juli. 7.15 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.10 bis 10.40: Schulfunk. Karl Zeih. Eine Hörfolge vom Lebenswerk eines Wirtfchaftspioniers. 12: Mittaqs- konzert. 14.30: Jeder hört zu! 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Nachmittagskonzert des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. 18: Bruno Neliffen- Haken lieft aus Heiliger Frühling. 19: Reichs en- öung: Stunde der Nation: Wie der Schwabe singt und spielt. 20: 3 mal 5 Minuten. 20.20: Von der Funkstunde Berlin: Eine Stunde Ferien. 22: Franz Völker singt auf Schallplatten. 23 bis 24: Nachtmusik. 13. Nassauischer Bauerniag in Wetzlar * Wetzlar, 3. Juli. Vom 15. bis 17. Juli findet in der alten, ehemals freien Reichs- und Goethestadt Wetzlar der 13. Nassauische Bauerntag statt. Das nas,auische Landvolk versammelt sich damit zum erstenmal auf peunassauischem Gebiet. Der Bedeutung dieses Anlasses entsprechend sind in Wetzlar Vorbereitungen für einen großzügigen Verlauf des Festes getroffen. Die Führer der deutschen Landwirtschaft, u. a. Reichsbauernführer Darre, Land- bunöpräfibent M e i n b e r g, sowie der Oberpräsident der Prooinz-Hessen-Nassau, Prinz P h i I i p p von Hessen und Reichsstatthalter Sprenger werden erwartet. Sie sprechen voraussichtlich in einer großen öffentlichen Kundgebung, die am Sonntag, 16. Juli, nachmittags nach einem Festzug stattfindet, dem etwa 120 Festwagen das Gepräge geben werden. Die Kapelle der 4. Marine-Artillerie-Abtei- lung aus Cuxhaven wird in Stärke von 25 Mann in Matrosenuniform zum Festzug und zu den Konzerten aufspielen. Zahlreiche Sonderveranstaltungen, u. a. großes Reit- und Fayrturnier, Quadrille, sportliche Wettkämpfe, venezianische Nacht, Deutscher Abend und anderes sind vorgesehen. Die Reichsbahn gibt von allen Stationen im Umkreis von 150 km Sonntagsrückfahrkarten nach Wetzlar aus. Verantwortlich für Lokales, Provinz, Wirtschaft und Sport: I. D.: H. L. N e u n e r. Wirtschaft. 10/48 Milliarden Reichsmark Sparkasseneinlagen Ende Mai 1933. Die Sparkasseneinlagen bei den deutschen Sparkassen beliefen sich Ende Mai 1933 auf 10 477,72 Mill. RM. gegenüber 10 458,59 Mill. RM. Ende April 1933. Der Berichtsmonat weist mithin eine Zunahme um 19,13 Mill. RM. gegenüber einer Zunahme um 62,26 Mill. RM. im April 1933 auf. Im einzelnen betrugen die Einzahlungen 422,71 (460,63) Mill. RM., davon aus Aufwertung 7,63 (17,30) Mill. RM. und aus Zinsgutschriften 5,59 (14,26 Mill. RM., während sich anderseits die Auszahlungen auf 405,25 (397,52) Mill. RM. stellten. Die Depositen-, Giro- und Kontokorrenteinlagen betrugen Ende Mai 1 125,79 Mill. RM. gegenüber 1 094,14 Mill. RM. Ende April 1933. * * Noch keine Festsetzung der Stick- stosfpreise für das neue Düngejahr. Nach Mitteilung des Stickstoff-Syndikats hat das Reichsernährungsministerium umfassende Nachprüfung der Stickstoffpreise veranlaßt. Die Preisfestsetzung für das neue Düngejahr wird voraussichtlich erst in der ersten Hälfte des Juli erfolgen können. Die Lieferung erfolgt vorläufig zu den im Juli 1932 gültig gewesenen Preisen. Die endgültige Berechnung wird jedoch zu den neuen, noch festzufetzenden Juli-Preisen und -bedingungen nach deren Bekanntgabe vorgenommen werden. * Die Indexziffer der Großhandelspreise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 28. Juni berechnete Großhandelsindexziffer der Großhandelspreise stellt sich auf 93,2; sie hat sich gegenüber der Vorwoche (93,0) um 0,2 Prozent erhöht. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 85,0 (— 0,2 Prozent), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 89,7 (plus 0,4 Prozent), hiervon Produktionsmittel unv. 113,9, Konsumgüter 111,2 (plus 0,5 Prozent). * Die Wirtschaftslage des Viehhan - dels im Juni 1 9 3 3. Vom Reichsverband des nationalen Viehhandels Deutschlands e. V. wird uns geschrieben: Das Geschäft mit Rindern bewegte sich im Monat Juni auf der Preishöhe des Vormonats mit etwas anziehenden Preisen für gute Stiere, Kühe und Färsen. Bullen blieben unverändert stark ange- boten. Die Preise konnten sich nur mit Mühe behaupten. Das Geschäft ist überhaupt sehr empfindlich geworden, ein etwas stärkeres Angebot genügt, um die Preise gleich erheblich zu drücken. Das Kälbergeschäft war wenig verändert. Bei Lämmern und Hämmeln waren nicht mehr so starke Schwankungen wie im Vormonat zu verzeichnen. Die Preise scheinen sich auf einer Höhe von 30 Pf. stabilisieren zu wollen. Die Schweinepreise neigten in ihrer Gesamttendenz leider wieder nach unten. * Deutsche Luft Hansa AG., Berlin. Die Generalversammlung der Deutsche Luft Hansa AG. erledigte die Regularien für 1932 und beschloß eine Aenderung in der Schreibweise des Firmennamens in „Deutsche Lufthansa AG". Dr. v. S t a u ß als Aufsichtsratsvorsitzender führte u. a. aus, daß bei der Deutschen Lufthansa nunmehr in erster Linie die eigene Wirtschaftlichkeit gepflegt werde, und daß darin auch schon Fortschritte zu verzeichnen gewesen feien, um allmählich von Zuschüssen frei zu werden. Hinsichtlich der großen, dreinwtorigen Maschinen sei man zu einer serienmäßigen Herstellung übergegangen, wodurch größere Sicherheit und Wirtschaftlichkeit gewährleistet würden. Auch in den von der Reichspost verlangten Schnellpostflugzeugen werde man bald zu einer serienmäßigen Herstellung übergehen. Durch die Katapultarbcit der „Westfalen" hätten bereits interessante Flüge vermittelt werden können. So wären zwei Flugzeuge, die von Gambia nach Ratal geflogen seien, auf der „Westfalen" gelandet und seien dann am nächsten Morgen weitergeflogen. Hierdurch sei eine bequeme Lieberquerung des Ozeans möglich. Auch die Verbindung mit dem Kondor- Syndikat werde weiter ausgebaut. Die neue Entwicklung in der Deutschen Lufthansa ließ es angebracht erscheinen, den Auffichtsrat neu zu gliedern. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Pie hinter den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe der zuletzt befchlosjenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 4 o. H._ Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankiur, u. j)l. Berlin Schluß- turs Echlußk. Abend- börfe Schlußkurs Echlußk. Mittag« börse Vaium 30-6. 1.7 29-6. 30.6. 6% Deutsche Retchsanleihe v. 1921 84,25 84,25 84,4 94,13 6% ehern .7% Dt.ReichSanl. v. 1929 90.13 90,13 90 90 5%% Doung-Anlethe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mh 77 77 77,5 78 AuSlos.-Rechten ............ 73,5 73,75 74 75,13 Tekgl. ohne Auslos.-Rechte..... 6% ehe in. 8% Hess. Boikestaat 192? 10,75 10,9 10,8 11,15 (rückzahlb. 102%)............ 74 74 74 Oberhessen Provinz-Anleihe mi AuSlol.-Rechlen ............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt 65,25 65,5 — - Gold R. 12.......... 6Vi% Hess. Landes Hypotheken. bank Tarmsladl Liqui...... 80,75 80,5 — — 83,75 84,5 _ Deutsche Komm. Sammelab l.An leihe Seriei mit AuSlos.-Rechten 6% ehe in. 8% Franks. Hyp.-Ban' 67,5 66,5 67 68,25 Goldpse. 15 unkündbar bis 193., 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Ban 80,75 80,75 — — Goldpse. 16 unkündbar bis 1935 6y2% ehem. 4'/2% Franks. Hyp. Bank-Liau.-Psandbriese ..... — 80,25 — — 83,75 83,75 _ _ b'/,% ehem. 4'/2% Rheinische Hyp.-Äank-Liau.-Goldpfe. ... 6% ehem. 8% Pr. Landespfand 83,65 82,75 — — briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand 82 82 82 — briefanstalt. Pfandbriefe R. lf 82 82 _ Verrechnungskurs 86 86 86 86 4% Lefterreichlsche.Goldrenie... _ 15,5 _ I6,2j 4,20% Oesterreichische Silberrentr — 1,13 1,1 1,13 4% Ungarische Goldrente...... 6 6,1 5,7 6,25 5,9 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 5,6 5,65