Samstag, Z. Zum 1953 183. Zahrgang Bekanntmachung! dem Gießener Anzeiger Frankreichs Minen gegen den Biererpaki i jugend- London, 3. Juni. (CNB.-Funkfpruch.) Zu den a R i »rnen. . unt. Ä. A. lerod 3731 D Uhr, itz.____ Annahme von arteigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20* , mehr. Chefredakteur Dr. FNedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil t V.TH.Kümmel sämtlich in (Bieben. und rung des rrs. «Jlit-« 12D td. luni, 721 D ilung V*. uni, im, >.ds gchidbt. Inp. unt. d. G. ?L ierprei- Linien der 's M Mrk I wird von n, daß die Beunruhi« m Aahmen chschvemme hl und zu hren aber durch den erliegt lei« 9 auch in s Deichs« )insichl ge« es ‘Butter« aus spelu« nnte, wirk« astrop« e normale zusätzliche genommen ach nutzer« ziehen sich denen be« uungen in >ls 2 Aili, rn erreichte Ziffer von inftcllimgen ch die Wie« nnenberger nftellungcn tigert. Der DDA. bekenne sich zur nationalen Erhebung, zur nationalen Revolution. Er denke ober nicht daran, anderen Gewalt anzutun. Damit schließe er sich gerade an das Lebensbekenntnis Adolf Hitlers an, der über seine Passauer Jugendzeit von den Impulsen geschrieben habe, die ihm aus der österreichischen Arbeit des VDA. im deutschen Schulverein Südmark gegeben worden seien. Seit der Zeit der Befreiungskriege sei zum ersten Mal wieder eine Berührung des deutschen Staatsgedankens und des deutschen Dolkstumsgedonkens gegeben, die im Sinne der letzten Reichstagsrede Hitlers fruchtbar gestaltet werden müsse, weil im Gegensatz zu der Form des Staates Dolkstum^ewig sei. Die andere Seite, daß der Staat zur Sicherung der eigenen Existenz den Gegenspieler des selbstbewußten Volkstums brauche, habe für*'1'*' Vizekanzler v. Papen in seiner Iburger ? unterstrichen. Passau rüstet zum würdigen Empfang. Ls ist dem Sonder-Kommissar mitgeteilt worden, daß sich noch Waffen (Schuß- und blanke Waffen) und Munition in Verstecken bzw. in Händen von Privatpersonen befinden, die aus Furcht vor Bestrafung noch nicht abgeliefert wurden. Um diesen Volksgenossen eine Ablieferung ohne Bestrafung zu ermöglichen, wird hiermit bekanntgegeben: 1. wer verbotene Waffen besitzt oder versteckt hält, kann diese bis zum 8. Juni 1933 elnschl. bei jeder SA.- bzw. SS.-Dienststelle abgeben oder abgeben lassen. Der Abliefernde wird nicht nach seinem Namen oder Herkunft der Waffen gefragt; sollte trotzdem der Name des Abliefernden bekannt werden, so wird Anzeige nicht erstattet; mit den zuständigen Poli- zcidienftstellen ist deshalb Rücksprache genommen werden. 2. Ls wird nochmals darauf hingewiesen, daß ein jeder, der von dem Vorhandensein verbotener Waffen und Munition Kenntnis Hal. dies angeben mutz. Der Name des Anzeigers wird nicht erfragt und. Trümmern aufgelodert wäre, eben jene Flamme des Geistes, die aus Fichte sprach und den Deutschen wieder eine Bestimmung gab. Das Weltkriegserlebnis und die Demütigungen des Rachkrieges waren Kreuzigung und Opfer für das deutsche Volk. Jetzt aber ist der deutsche Geist zu neuer Bewußtheit und Berkündigung erwacht. Aus einer fast völligen Selbstaufgabe, aus einer Herrschaft der materialistischen Mächte, aus Niederbruch und Abstieg, aus Zerrissenheit und Elchverlieren an unerfüllbare Träume gebiert sich, aller unschöpserischen Bergangenheit zum Trotz, der Gei st des deutschen Volkstums, der sich immer verschwendet, um sich selbst wiederzufinden. Deutschland hat eine Revolution hinter sich, die die Gestalt des Staates von Grund auf verwandelt hat. Der deutsche Geist aber, der in allen Herren heute wieder lebt und die Gemüter mit neuer Hoffnung und Zuversicht erfüllt. Hut seine eigentliche Revolution noch vor sich. 3n einer Zeit vollkommener Verwirrung, fortdauernder Krisen und materialistischer Scheinlösungen ist es an Deutschland, die frohe Botschaft seines neuen Glaubens in die Welt hinaus - gehen zu lassen. Reichskanzler Adolf Hitler hat in jeder feiner Reden aus der letzten Zeit Den. Juni Uhr, 732D sofern ec bekannt sein sollte, nicht veröffentlicht. 3. Line Verfolgung oder Benachteiligung irgendwelcher Art der gemätz Ziffer 1 und 2 handelnden Personen, insbesondere seitens der SA. und SS^ wird nicht eintreten; dies wird ausdrücklich zugesichert. Wer diese letzte Möglichkeit, in Befolgung vor- stehenden Aufrufs der Strafe zu entgehen, nicht ausnuht. wird der vollen Strenge des Gesetzes ausgeliefert werden. 3hm wird bei Bekanntwerden seines Namens auch der Zorn der deutschen Volksgenossen treffen, die Ruhe und Ordnung wollen. Darmstadt, den 3. 3uni 1933. Für die Richtigkeit: gez. Hauer, Oberführer. Der Sonder-Kommifsar für Hessen und Hessen-Nassau: gez. von Ulrich, Obergruppenführer. ämpfung er Per- angeordnet, erbach j e g' a au« kom- nzuftel' 25 Zähren, n, daß auf । von 1300 Meldungen Die Kleine Entente an der (Seite Frankreichs. Herr Bcncsch ist sehr selbstbewußt. Paris, 2. Juni. (WTB.) Der tschechoslowakische Außenminister B e n e s ch erklärte dem Havas-Der- treter in Prag u. a.: Bisher habe es neben den vier westeuropäischen Großmächten ein zerstückeltes Mittel- und Osteuropa gegeben. Man habe Oesterreich-Ungarn nachgetrauert. Jetzt biete die Kleine Entente einen rationellen Wiederaufbau des zerstückelten Mittel« und Gütio ft europa an, die Schaffung einer starken, widerstandsfähigen Staatengruppe neben den Nach- barmächten. Vor allem hoffe man, daß die öffentliche Meinung Frankreichs und Eng- l a n d s die Bedeutung dieser Gruppierung einsehe. Die Krise der Abrüstungskonferenz, die Vorgänge in Oesterreich und Ungarn, die Intrigen, die auf die Trennung Kroatiens und anderer Gebietseile abzielten, ebenso die Verhandlungen über den Viererpakt, hätten die Bedeutung der Rolle der Kleinen Entente ins Helle ISUChe | Wut 3 251’1 or» 1 i.Stand 1 Wobei u« :m 5l cils Friedbg. gct. Ber- vet.Scbr. -t Angab. ?, Preis, hält. nfw. . h. (M. A. , Xentnrnj "—6JI6 47,05 12,66 3,053 170,77 72,37 63,91 Ö.47 1U4 0,882 3,599 59, M 22,04 16,65 81,98 36. 82,93 0,881 0,24> 5,205 • 13,03 deines Heimatblattes des Gießener Anzeigers Vev Gietzenev Slrrreisev bietet seinen Lesern: Werktäglich Oas große Heimat- und Anzeigenblatt täglichen Lebens, desto klarer wird uns unser Wesen werden." Aus diesen Pfingstworten eines Deutschen, der im Dienste der Innerlichkeit seines Volkes stand, geht hervor, daß die geistige Erneuerung nicht bestimmt ist durch äußere Fassungen und Worte, sondern daß es immer und ewig geht um Die Verwirklichung eines Glaubens an das Ewige im Deutschen, das allerdings im Staatlichen, im Kulturellen und selbst in den Bereichen der Wirtschaft gesinnungsgemäß und praktisch sich kundgeben muß. Lange Zeit war Deutschland von dem Geiste einer wahrhaft verantwortungsbewußten Deutschheit verlassen. Die Seele eines Volkes aber ist niemals tot. Immer wieder in unserer zweitausendjährigen Geschichte, die Höhepunkte und Zusammenbrüche kennt, wie keine andere Ration, ereignete sich das Psingst- wunder einer Offenbarung des deutschen Geistes, es war in der Zeit, inderIohannGottlieb Fichte in seinen „Heben an die deutsche Ration" ein umfassendes Deutschtum predigte, nicht anders als heute. Riemals wäre das damals niedergebrochene Preußen von Jena zu der neuen Einheit und inneren Kraft des Preußens der Freiheitskriege ' aÄwrden, wenn nicht e i n e reine Flamn e des Geistes aus den 1106 •eg, 5hil< abnlicbet ;ufcn ne» . Angeb. d. 05. A. teigen dar lehr M als di- ^eloufenn, Ä r ru mtrf» Mn sich die nJagen so. nbel wurde träumt. H148) seh, 'penö, doch ückläufigei, -h’en, fian. '«tauf. ; bei bis zu erheblicher infolge de, j- Lei ruhi. ife (20 bis or. S; >ua. e ««nacht 5 Sibirien, *1575 59,00 63,68 14,32 16,8? 170,74 21Ä 72,34 73.45 8b* 36-f Gerade gegenwärtig komme dazu die andere Pflicht, die den DDA. zur unerbittlichen Forderung an das in den gegenwärtigen Reichsgrenzen gesicherte Deutschtum berechtige, sich mit opferfreudiger Hingabe hinter das Drittel des deut- scheu Volkes außerhalb der Reichs« grenzen zu stellen. Denn dieses Grenz- und Aus- landsdeutfchtum durchlebe gerade feit dem Beginn der nationalen Erhebung im Reich eine neue Pe riode unerhörter Bedrückung, weil sich die Feinde des Deutschtums an diese deutschen Volksgruppen hielten, die nicht den sicheren Schutz der nationalen Regierung genießen. Oie Tschechen „gern gesehene Gäste" in Oesterreich. Prag, 3. Juni. (TU.) Der österreichische Ge- sandte Dr. Marek in Prag veranstaltete einen Empfang für die Vertreter der tschechischen Presse. Er sagte dabei u. a.: Man habe in Wien keinerlei diktatorische Gelüste. Die Verfügung der Reichsregierung über die 1000-Mark-Taxe werde ihren Zweck nicht erreichen, denn die reichS- deutschen Besucher seien im österreichischen Reiseverkehr nicht allein ausschlaggebend. Marek rief dann die tschechoslowakische Oesfentlichkeit an, zur Reisesaison nach Oesterreich zu kommen. Sie würden gern gesehene Gäste sein. Oesterreichs Regierung sei in der Lage, volle Ruhe und Ordnung zu verbürgen. Wenn tschechoslowakische Staatsbürger gerade heute vielleicht in größerer Anzahl als sonst nach Oesterreich kämen, so erfüllten sie auch damit höhere politische Ziele. Sie betrieben damit allgemeine österreichische Politik. Bundeskanzler Or. Dollfuß in iHom. Rom, 2. Juni. (WTB.) Der österreichische Bundeskanzler Dr. D 0 l l f u h ist heute auf bem Flugplatz Li11vria gelandet. Zu seiner Begrüßung hatten sich Luftfahrtminister D a l- b 0, der österreichische Gesandte in Rom und zahlreiche Beamte der österreichischen Gesandtschaft eingcfunden. । tl|d) IN Dienste von Heimat und Vaterland auf allen I (7 I cT I 0 ö Trotz Öer Verlegung von Klagenfurt nach paffau Massenbeteiligung der deutschen Fugend betont, daß Deutschland politische Herrschastsansprüche über fremde Völker ablehnt. Der deutsche Geiste jedoch wird es niemals ablehnen, als Vorbild empfunden zu werden, wo unhaltbar gewordene Zustände auf eine Aenderung drängen Die ganze Welt schaut heute auf Deutschland, die Regierungen teilweise mit Sorge oder Reid, die Völker aber mit Bewunderung und stillem Einverständnis. Das Psingstwunder des deutschen Geistes hat die Herrschaft der Materie und des Stoffes durch den Sieg des Geistes und der Seele gebrochen. Wo heute dieser Geist erfaßt wird, wo heute der Gewalt abgeschworen wird, damit der Frieden seine Segnungen verbreitet, wo erkannt wird, daß durch Diktatoerträge und Bedrückungen niemals Gottes Wille auf Erden verwirklicht wird, da ereignet sich in den Menschen das pfingstliche Wunder der Ausschüttung eines neuen und reineren Geistes. Demütigen Herzens alles zu tim, um diesen Geist zu verbreiten, nicht um des materiellen Interesses wegen, sondern weil die gequälte Welt befreit werden muh von den Ketten der Ichfüchtigkeit und der Stoff gläubigfeit, das fei allen Deutschen das PfingstgelöbniS dieses Jahre«. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmd und Verlag: Vrühl'sche UniversitSlr-Vuch' und Stehtöniderei R. Lange in Stehen. Schnstlettu.ig und Geschäftsstelle: §chuftrahe 7. Verhandlungen über den Viermächtepakt weiß der französische Korrespondent des „Daily Telegraph" zu berichten, die im Zusammenhang mit diesem Pakt entstandenen Schwierigkeiten seien Diel ernster, als man angenommen habe. Das Haupthindernis sei Art. 3, der sich auf die A b r ü st u n g und die deutsche Gleichberechtigung bezieht. Zweitens seien neue Meinungsverschiedenheiten wegen der von Frankreich geforderten E r • wähnung des Artikels 16 der Völkerbundssatzung (Sanktionen) in dem Pakt entstanden. Drittens sei zu erwähnen, daß auf formelles Ersuchen der Kleinen Entente die französische Regierung die Note, die sie an Jugoslawien, die Tschechoslowakei und Rumänien gerichtet habe, der britischen, der italienischen und der deutschen Regierung mitaeteilt habe oder mitzuteilen beab- ichtige. In diesem Motto gebe die französische Re- alt, ä. ff. tl. Ana. d. G. A. Wrad bt. na. unt. "'s;. Az, iltener Herd ML Neuer twagen fir. Ana. ö. G. öl. sierung der Kleinen Entente die formelle Z u - i ch e r u n g, daß sie einer Erörterung der vti, 5 r a ge von Grenzänderungen durch die rzlich vier Mächte niemals z u st i rn m e n würde. Die Rede drei Mächte der Kleinen Entente hätten bereits den I Empfang der französischen Note formell bestätigt. Passau, 2. Juni. (TU.) In der bayerischen Grenzstadt Passau sind die Vorbereitungen für die große Psingsttagung des Vereins für das Deutschtum im Ausland, die eigentlich in der Hauptstadt Kärntens, in Klagenfurt, ftattfinden „ . sollte, in vollem Gange. Der DDA. hatte nur vier Tage Zeit, um die Klagenfurter Tiaffentagung auf Wöchentlich zweimal Paffau umzustellen. Es bleibt bei dem ursprüng- Gießener Familienblatter lichen Programm. Welche Schwierigkeiten in diesen wenigen Tagen überwunden werden mußten, geht Wöchentlich fdjon darauf hervor, daß bisher von den Tagungs- Oie Illustrierte des Gießener Anzeigers teilnehmern, die nach Klagenfurt kommen wollten, im Hilft über 7000 ihre Teilnahme auch für Oeimat im -Oliv Passau angemeldet haben. Noch liegen nicht Oie Scholle alle Ummeldungen vor. Man wird also sicher mit - irr^soi einer noch größeren Beteiligung zu rechnen haben. 3n ständigem TDechsel In der Hauptsache ist es, wie immer bei den Pfmgst- Gonderseiten des Gießener Anzeigers tagungen des VDA., die Jugend aus allen Tei- Für den Äüchertisch len des Reiches und aus den europäischen Grenz- Aus dem Reiche der Frau 9e2)^enp(ö6lid)e Umstellung auf Paffau hätte von Aus Natur und Technik den Organen des DDA. allein gar nicht bewältigt link Anrixfriiiifo werden können. Mit freudigem Entschluß haben sich Fugend und Hochschule alle bayerischen und insbesondere die örtlichen Pas- AuS der Welt des Films sauer Stellen in den Dienst der Sache gestellt. Seit Das ^echt im täglichen Leben Freitag früh nimmt sich auch die das sau er 77 7 \ -miii/iGnnhod Bevölkerung, die eine derartige volksdeutsche Zeitsragen des Mittelstandes Massenveranstaltung noch nicht in ihren Mauern Wandern und weisen gesehen hat, der würdigen Ausgestaltung des Festes an. Bereits jetzt prangt die Stadt in Fährlich zweimal einem Wald von Fahnen. Jrn Laufe des Taschenfahrplan in Hestform Freitags traf der erste Schub der Sonderzuge ' ein. Schenkt der Wettergott uns den DDA.-blauen jährlich Pfingsthirnrnel, so werden wir eine Kundgebung Künstlerischen Wandkalender deutschen Freiheits- und EinheitswiUens erleben, die ” ' ' ' die befte Antw 0 rt auf die neuen Versuche der - -------- " Spaltung und Entzweiung des deutschen Volkstums ▲*^^|Xee*****f inr geschloffenen Siedlungsgebiet Mitteleuropas ist. .» e<00<»nöBolfrtum. allen Volksschichten der Heimat ist die freie Die Aufgabe der Passauer Tagung. Grundlage der Anhänglichleit und Treue zu VsWSÄ -einem Heimatblatt | Kreise über die besonderen Gesichtspunkte dieser Tagung. Dr. Steinacher hob insbesondere hervor, daß es sich im Zusammenhang mit den politischen Ereignissen der letzten Tage nicht etwa um eine Truhkundgebung handele, die auch von der Reichsregierung auf das schärfste verurteilt werden würde. Die Tagung werde i n demselben v 0 l k s d e u t s ch e n unb gesamtdeutschen Sinne durchgeführt werden, wie sie für Klagenfurt gedacht gewesen sei. Gewiß werde man bei der volksdeutschen Gesamtschau auch gegen jene kün st liche Er- findung eines sich genügsamen Oe- sterreichertumes Stellung nehmen, aber sich nicht mit innerpolitischen Ereignissen beschäs- denes | . Gerz, ®, Kar- digtalle Privat- mnaeie- üe AuS- lacfitun* lunaen, 0. Be- Straf« streng ist. 9 b. Ibr -tiD als- 4e! t sich an rnebm. Zinsen ender ung. g. unt. &. öl. Mark tg . w. irfiafts« ite 2i« in stück) 's. ges. j. unt. G. A. <9lf. ick auf esucht. b.unt. st.Anz. innteS ftahre, mung, n Ar« einen « je- Jahre Y Aus -er Provinzialhaupista-l I I r, -Der ®rzblschof von Westminster, Kar- dlnal Bourne, das Oberhaupt der römisch-katho. lischen Kirche Englands, ist an einem Lungenödem schwer erkrankt. seine Petrusgemeinde und mit ihm die evange- tische Gesamtgemeinde in Dankbarkeit und treuem Gedenken über das Grab hinaus verbunden bleiben. Denn sein Streben war edel und selbst- ^s, nur gerichtet auf das eine große ZieU Gott und den Menschen in echtem evangelischen Glaubensgeist voll Liebe und Treue zu dienen. Pensionierung als nationale Tat. Anter besonderer Würdigung des im natio- nalen Interesse bekundeten Opfersinns werden weiter folgende Lehrpersonen in den Ruhestand verseht: Kreisschulrat Georg Gockel, Friedberg. Lehrer Peter Buch, Rieder-Wöllstadt. Lehrer Fr. W. K l i p p e l, Offenbach a. M. Rektor Heinrich Müller, Rieder-Ingelheim, i Lehrerin Marie Berls, Darmstadt. Lehrerin Marie Hahn, Darmstadt. Lehrer Wilhelm Sch e n k e l b e r g, Wolfsheim.1 Rektor Iohann Schmuck, Andenheim. Lehrerin Iosefine Dingeldein, Reu-Isenburg. Technische Lehrerin Margarethe Marschall. Groh-Winternheim. Lehrerin Luise Gerhards, Mainz. Lehrerin Iulie B e u d t, Darmstadt. Lehrerin Lina ©immer, Darmstadt. Lehrerin Elisabeth See g e r, Darmstadt. Lehrerin Laura Scharmann, Darmstadt. Lehrer Karl Lampert, Darmstadt. Lehrer Iohann Bredel, Lörzweiler. Rektor Martin K r ö h l, Mainz. Rektor Heinrich Büttner, Mainz. Lehrer Georg Karl Kopp, Mainz. Lehrerin Christina Vogelsberger, Mainz Technische Lehrerin Barbara Weitz, Iügek Herrn. Oberreallehrer Winter an der Realschule Groß-Gerau. GjOberreallehrer Haber an der Studienanstal«. Reallehrerin Vaubel an der Studienanstalt Gießen. Der Abschied vorgenannter Lehrpersonen ist nach meiner Verfügung vom 8. Mai 1933 mit einer roür- öigen Feier zu umrahmen. Darmstadt, den 2. Iuni 1933. Der Hess. Minister für Kultus und Bildungswesen. In Vertretung: Ringshausen. Pfarrer Waas wurde als Sohn des Pfar- r^:s und späteren Oberkonsistorialrots Martin Waas am 27. Rovember 1879 in Reckarsteinach geboren. Rach dem Abschluß seiner Studien war er zuerst Pfarrverwalter in Andenheim (Rheinhessen), hierauf von 1905 bis 1907 Repetent an der Theologischen Fakultät der Landesuniversität Viehen, sodann kurze Zeit provisorischer Religionslehrer am Gymnasium zu Büdingen. Im Iahre 1908 wurde ihm die Pfarrstelle zu Wald- michelbach, im Iahre 1918 die Pfarrstelle zu ?nnor' ^mftabt übertragen. Mitte Dezember 1928 erfolgte seine Ernennung zum Seelsorger der neugebildeten Petrus-Gemeinde in Gießen, die den Sudbezirk der seitherigen Lukasgemeinde umfaßt. Pfarrer Waas hat sein Gießener Seelsorgeramt unter schwierigen Verhältnissen übernommen. Eine eigene Kirche für seine Gemeinde stand ihm nicht zur Verfügung, er mußte sich vielmehr räumlich ganz unzulänglichen Gottesdienstmoglichkeiten in der Elisabeth-Klein- kinderschule am Wetzlarer Weg behelfen. Daß unter diesen Amständen die gottesdienstliche Ver- orgung seiner Gemeinde mit ganz besonderen Schwierigkeiten für ihn, aber auch für die ihm anvertrauten Glaubensgenossen verbunden war liegt auf der Hand. Dennoch trat Pfarrer Waas mit vorbildlichem und bewundernswertem Eifer an die Erfüllung seiner seelsorgerischen Pflichten in Gießen heran, und er wurde dabei auch in keiner Weise verzagt oder müde, wenn die Schwierigkeiten trotz eifrigsten Mühens ständig an- hielten und zum Teil sogar noch größer wurden. Mit zielbewußter Beharrlichkeit und in anerkennenswerte Hingabe an die kirchlichen Interessen seiner Gemeinde erstrebte er die Schaffung einer Gottesdienststätte, die wenigstens für die nächste Zeit den dringendsten Erfordernissen seiner Gemeindeglieder Genüge zu leisten vermochte. Seine Arbeit nach dieser Richtung hin wurde denn auch von Erfolg gekrönt. Mit opferfreudiger Anterstuhung seiner Petrusgemeinde und mit nicht minder hilfsbereiter Förderung durch die evangelische Gesamtgemeinde war es ihm mög- Erweiterung des Spielsaales der Elisabeth-Kleinkinderschule eine gottesdienstliche Statte zu schaffen und im vorigen Iahre in Gegenwart des Superintendenten von Oberhessen und vieler Gemeindeglieder zu weihen, durch welche wenigstens für die allernächste Zeit die drückendsten Raumsorgen für die Gottesdienste DfrJ?etrui89CmeinZ)e behoben wurden. Leider war ^..dlilrrer Waas nicht vergönnt, von der neuen Statte seiner Kanzel aus das Wort Gottes noch längere Zeit seiner Gemeinde zu verkünden. Seine Krankheit zwang ihn schon bald nach der Einweihung der neugeschaffenen Predigtstätte Verzicht auf die seelsorgerische Tätigkeit, wodurch auch sein unermüdliches soziales Wirken unterbunden wurde. Oer neue Geist. Von Superintendent £Äc Borrmann. Oer neue Gießener Kreiöfeuerwehr« inspekior. Wie das Kreisamt Gießen im neuesten AmtS- verkündigungsblatt bekanntgibt, ist durch Beschluß des Kreisausschusses des Kreises Gießen vom 31. Mai 1933 der Kaufmann Rob. Bouffier, Gießen, Mühlstrahe 32, ab 1. Iuni 1933 jum Kreisfeuerwehrinspektor deS Kreises Gießen bestellt worden Herr Bouffier gehört seit 29. Mai 1913 der Freiwilligen Gail schen Feuerwehr in Gießen an. Rach einer Ausbildung an allen Geräten wurde er A_Rlärz 1921 zweiter Spriyenobmann, Gm ^4;Rwrz 1928 Schriftführer und Adjutant, am 9. Mai 1931 2. Kommandant und Stellvertreter des 1. Kommandanten. Die Stadt Gießen ehrte ihn für seine 15jährige aktive Feuerwehr- dienstzeit durch ein Diplom, das Korps zeichnete ihn für 2(hährige Dienstzeit mit einem Ehrenzei- ^s. ..Im Weltkrieg, den Herr Bouffier als Sanitats-Anteroffizier mitmachte, wurde er mehrmals verwundet. Bericht der Gießener Kriminalpolizei. Der heutige Gießener Polizeibericht teilt mit: •* "Gießener Anzeiger" 3*6«1933 • schmerzensvollem Krankenlager ist er nun kirchlichen und sozialen S nrÜ abberufen worden, ohne das von ihm in Angriff genommene Aufbauwerk der Petrus- V-6er ersten Abschnitt hinaus fort- fuhren zu können. Aber wenn er auch vor seinem Eingang in die göttliche Ewig^it hier ein un- vollendetes Werk zurücklieb. > wird ihm doch Die 600 - Millionen - Anleihe für die ersten Arbeiten an drr Elektrifizierung der italienischen Eisenbahnen ist am ersten Sag der Auflegung voll gezeichnet worden. Die Beteiligung von Arbeitern und kleinen Sparern ist außerordentlich groß. Cs wurden ganz Italien rund 34 Millionen Lire von 67 500 Eisenbahn- und 47 Millionen von 14 000 Postangestellten gezeichnet. Licht gerückt. Wir bleiben, erklärte Denesch wei- ter, gegenüber den Gefahren der gegenwärtigen Lage ruhig und fürchten weder Revi- sionLoestrebungennochKonfliktsge- sahren, denn wir fühlen uns in unserer neuen mfk in Lage, uns zu verteidigen. Der Platz der neuen Gemeinschaft sei g a n z n a t ü r- lrch an der Seite Frankreichs pariser Besprechungen. ( P G r i ö, 2. Iuni. (WTB.) Aeber eine Pariser 'ra.nsosisch-angelsächsische Aussprache, die in letzter -» lucht, sondern das Wohl des Nächsten ja ?Le,r lvenn es fein muß -- sich hingehend'o p - lur »die Bruder. Dieses Feuer und Ät vn^v^^det in seinen Erdentagen vuo l>at von diesem Feuer gesprochen: „Was lieber, als es brennte schon allüberall!" So muffen denn feine Nachfolger dieses heilige Ä Unb ?ch von ihm zu einer Glut entfacjen lassen, in der Herzenskälte, Neid und Haß vergehen Lutz. .Denn wer Iesu Feuer im Blumenschmuck-Wettbewerb in Gießen Der Vorstand des Verkehrs- und Verschöne- rungsverems veröffentlicht in unserem heu- ■ “gen Vlatte eine Anzeige, in der die Bürger, schäft zur Beteiligung an einem Blumenschmuck- Wettbewerb eingeladen wird. Mit Recht wird in der Anzeige besonders betont, daß B l u m e n- SGnz besonderem Maße das Bild einer Stadt heb t. Auf Grund dieser Tatsache bittet der Verkehrs- und Der- schonerungsverein alle Einwohner, durch vchinucken der Häuser und Veranden mit Dlumen und durch schöne Herrichtung der Vorgärten im Wettbewerb untereinander zur Verschönerung unseres Straßenbildes beizutragen. Die Aufforderung gilt für jedermann, nicht nur für me sog. besseren Kreise, sondern vor allem auch für die weniger bemittelten Mitbürger. Bei der Prämiierung, an der nur angemeldete W e ttbewerber beteiligt werden, wird denn auch jede Schmückung, auch die mit geringen Vntteln durchgeführte, berücksichtigt. Der Vorstand des Verkehrsvereins wird, bei aller Wertschätzung der Schmückungsarbeit sämtlicher Wettbewerber, mit besonderer Aufmerksamkeit die Beteiligung der ärmeren Mitbürger bewerten lassen, da er von der richtigen Erkenntnis ausgeht, daß die Aufwendungen des wirtschaftlich ohnehin schwachen Einwohners eine ganz besondere Würdigung verdienen, weil darin eine besonders lobenswerte Opferfreudigkeit bei dem Wettbewerb zur Verschönerung des Stadtbildes im Dienste für die Gesamtheit zu erblicken ist. Cs seien daher alle Mitbürger ohne jede Ausnahme auf diesen Wettbewerb hingewiesen in der Erwartung, daß alle sich beteiligen und ihre Anmeldung innerhalb der in der Anzeige genannten Frist einreichen. Aus aller Welt. Der Erdrutsch an der Saale. Es hat sich herausgcstellt, daß eine Beseitigung der Kalk massen aus der Saale aus unüberwindliche Schwierigkeiten stößt. Daher wird in Anwendung eines seit längerer Zeit bestehenden Planes ein die Eiserfurt um- Die Bezüge -er Reichsstatthalter Berlin, 3. Juni. (WTB. Funkspruch.) Im Reichsgesetzblatt vom 2. Juni ist eine Verordnung über öie Amtsbezüge der Reichsstatthalter erschienen. Die Reichsstatthalter erhalten die Bezüge eines R e j ch 5 m i n i st e r s, nur der Reichsstatthalter für Lippe und Schaumburg-Lippe die Bezüge eines Staatssekretärs im Reich. Den Reichsstatthaltern wird eine Amtswohnung zugewiesen. Soweit das nicht möglich ist, erhalten sie eine Wohnungsentschädigung von jährlich 3600 Jlt a r f, der Reichsstatthalter für Lippe und Schaumburg-Lippe eine solche von jährlich 2400 Mark. Die Reichsstatthalter erhalten außerdem eine Dienst- aufwandsentschädigung, deren Höhe der Reichshaushaltsplan bestimmt. Die Amts- und Ver- sorgungsbezüge der Reichsstatthalter sowie die Versorgungsbezüge ihrer Hinterbliebenen unterliegen denselben Kürzungs- und Auszahlungsvorschriften wie die entsprechenden Bezüge der Reichsminister und ihrer Hinterbliebenen. Llmstufzpläne in Schlesien aufgedeckt. Li eg nitz, 2.Juni. (WTB.) Ermittlungen der Landeskriminalpolizei Liegnitz haben zu der Aufdeckung von Umsturzplänen geführt, die von Kommunisten geplant und auch teilweise durchgeführt worden sind. Der größte Teil der Täter hat Geständnisse abgelegt. 73 Personen wurden in Schutzhaft genommen. Wie sestgestellt werden konnte, haben mehrere Gruppen vor und nach den Reichstagswahlen zum Losschlagen in Bereit- schäft gelegen. Sie hatten auf höhere Anwei- fang genjartet, die jedoch ausblieb, da die Führer der KPD. vorher in Schutzhaft genommen worden waren. In der Umgebung von Plötzdors wurden von linksradikal eingestellten Elementen e l f W a l d- vra n de angelegt, wodurch Schäden von mehr als 40 000 Mark entstanden sind. Von denselben Per- sonen waren 12Fernsprechleitungenzer- stort worden. Ein Sprengstoffanschlag gegen die Hllfspolizei war vorbereitet. Auch waren Vorbereitungen zu einem Mord getroffen der ledoch durch das rechtzeitige Eingreifen der Polizei verhindert werden konnte. | Herzen spürt, wird durch Iesu Geist zur Not der Brüder geführt." Haben wir schon diesen neuen Geist? Ach, wir müssen wohl alle eingestehen: Er fehlt uns noch! Darum brauchen wir Pfingsten so nötig, damit der neue Geist Einzug halte in unser Herz und unser ganzes Leben neu mache. So bitten wir Gott mit den Worten des ältesten Pfingstgebets (Ps. 51,12): „Schaffe in uns Gott ein reines Herz und gib uns einen neuen gewissen Geist!" And wir verneinen vom Strand der Ewigkeit Antwort auf Aches Bitten. Der Herr der Ewigkeit Iesus Christus spricht: Siehe, ich mache alles neu (Of- fenb. Ioh. 21,5), verspricht uns — und so er ver- spricht geschieht es —: der Vater wird den heiligen Geist geben denen, die ihn bitten! Pfarrer Waas f. Der Seelsorger der Petrus-Gemeinde zu Gießen, Pfarrer Lic. Waas, ist gestern abend nach langer schwerer Krankheit im Alter von 54 Iah- rrn verstorben. In letzter Zeit gehen bei der Kriminalpolizeistelle öiefeen wiederholt Beschwerden über das Verhalten ein' die sich in provokatorischer Weise in Wirtschaften und bei anderen Gelegenheiten gegen Die nationale Regierung und gegen die nationalen verbände äußern. Aus dem Kreis und der Stadt Gießen wurden aus diesem Anlaß heute 7 Per- s vne n in das Konzentrationslager n ach Osthof en verbracht. Darunter befindet sich auch der Kommunist Ludwig S ch w a l b aus Trohe der bereits Mitte Mai 1933 sich im Polizeigefängnis Gießen in Schutzhaft befand. Kaufmann aus Pichen wurde in Schutzhaft rtoeiIr ctir vhne Verständigung der NMSO. Personal entlassen hatte. Weiterhin wurde ein Mann in Schutzhaft genommen, weil der Verdacht bestand, daß er an' emem Kongreß der KPD. leilnehmen wollte. 29- Mai 1933 wurde festgestellt, daß Handgranaten. Zünder und 8-Muni- tivn mitMüll in das Abfuhrauto ge- j den, als Frl. Meyers Boot „Stella Maris" mit der schwarzweißroten Flagge am Heck startete. Citr Mord aus der Zeit des Sapp.putsches aufgeklärt. Die Polizei in Belgern bei Torgau hat einen Mord aus der Zeit des Kapp-Putsches aufge- tlärt. Der Arbeiter Hönicke hat unter der Wucht erdrückenden Deweisrnaterials eingestanden den Rittergutsbesitzer Harold von Hau- sen auf Tauschwih am 17. März 1920 im Haus- flur des Rittergutes Tauschwih erschossen zu haben. Der Täter wurde verhaftet und dem An° tersuchungsgesängnis Torgau zugeführt. Schwere Ausschreitungen rumänischer Bauern gegen Siebenbürger Ungarn. ..Die ungarische Presse berichtet aus Klausenburg über außerordentlich schwere Ausschreitungen, die im Zusammenhang mit einer antirevisionistischen Hunögcbung am Sonntag in Torda vorgekommen sind. Etwa 800 rumänische Bauern steckten auf der -Heimkehr in der ungarischen Ortschaft Sinsalva mehrere Häuser in Brand und miß« ?^nLeI^en«?ic ungarische Einwohnerin) a s t. Die Menge drang in das unitarische Pfarrhaus und demolierte die Einrichtung vollständig. Sämtliche Haustiere in den Stallungen rourben mit der Begründung a b g e s ch l a ch t e t, Daß es gleichfalls „ungarische Ziere7, seien. Die Gendarmerie ließ die Demonstranten ruhig gewähren. Ein ungarischer Landwirt wurde getötet und etwa 30 Personen mehr oder minder schwer verletzt. ' 80 Bauern haben das im Bezirk Jassy ge- legene Herrenhaus der Prinzessin Maria Cantacuzino zerstört, das Vieh getötet und die Scheunen angezündet. Aulounfall Baldur von Schirachs. Der Reichsjugendführer der NSDAP., Baldur von Schirach, der sich mit seiner Frau und seinem sechs Monate alten Kind auf der Fahrt von München nach Weimar befand, erlitt zwischen Nürnberg und Erlangen einen Autounfall. Baldur von Schirach und feine Frau trugen Verletzungen davon und mußten sichnachNürnberg in ärztliche Behandlung begeben. Das Kind blieb unverletzt. Siehe, ich mache alles neu! — das ist der Psingstgruß des Herrn an seine ersten Iünger gewesen. Die Psingstgeschichte (Apostelgesch. 2, 1 ff.) berichtet in anschaulichen Bildern von dieser großen durchgreifenden Erneuerung des ganzen Wesens jener Männer. „Es bewegte sich die Stätte, da sie beisammen waren", so wird berichtet. Was ist diese Tatsache anderes als das Sinnbild dafür, daß statt toter, träger Ruhe der Gleichgültigkeit und Herzenshärtigreit Bewegung und damit Leben die Seelen jener Menschen, die Pfingsten erlebten, erfaßte und dadurch neu machte! And wenn erzählt wird, daß ein Brausen durch das ganze Haus ging, in dem leneS erste Pfingsten Wirklichkeit wurde, so sehen wir in jenem Brausen den Sturm der Glaube n s b e g e ist e r u n g , der durch die Seelen der ersten Iünger so stark von nun an wehte, daß sie Tausende hineinrissen in den Sturm der Begeisterung für die neue Bewegung, die wir seither Christentum nennen. Auch die Flammen, die in der Psingstgeschichte erwähnt werden, wollen sinnbildlich verstanden fein als das Feuer der Liebeskraft, das hell aufloderte in den Herzen ber Iünger und nie mehr erlosch, sondern durch eine neue starke Gemeinschaft untereinander zu stets neuer Glut entfacht wurde. Mit einem Wort: Ein neuer Geist war eingekehrt bei jenen Menschen. And das war ihr Pfingsterlebnis: Dieser neue Geist ist vom Herrn: mehr: dieser neue Geist ist unser Herr und M e i st e r selber, der in uns Gestalt gewonnen hat und unser Leben neu macht. gehendes neues Saalebett geschaffen. Zur Zeit fließt das Saalewasser über die Aue in einen heute früh hergestellten, durch neuen Durchstich erzielten Abfluß und von dort dann unterhalb des bisherigen in das alte Bett wieder ab. Damit hat auch der Abfluß nach der Bode ganz beträchtlich nachgelassen. Die aufgestauten Wassermassen der Saale konnten in dem Notgraben nicht genügenden Abfluß finden. Sie haben sich selbst ihren Weg über die große Aue zwischen Bergburg und Nienburg gesucht. Ein Teil floß in die Bode, ein anderer Teil hat den kleinen zur Entwässerung der Wiesen geschaffenen Abfluß zur Saale benutzt und ergießt sich dort mit großer Wucht in das Flußbett, wobei sehr viel Land mit verlorengegangen ist. An dieser Stelle soll mit einem schrägen Durch stich begonnen und dadurch die in Schiffahrtßkreisen sehr berüchtigte Eiserfurth abgeschnitten werden. Man hofft, den 600 Meter langen Durchstich in drei bis vier Wochen fertigstellen zu können. Vorher wird noch kein Schiffsverkehr möglich sein. Da das Gelände vollkommen aufgeweicht ist, wird Menschenarbeit kaum in Frage kommen, sondern nur Baggerarbeit. Die Kalkmassen wird man dann wegen der Gefahr weiterer Abstürze liegen lassen, wo sie sind. Das eigenartige Naturschauspiel ist noch immer das Ziel vieler Tausender aus der ganzen Am- gebung Ein Dampfer fährt fast stündlich vollbesetzt bis nahe an die Anfallstelle. Friedel Meyer im Faltboot rund um England. Die deutsche Faltbootfahrerin Friedel Meyer, die sich durch ihre Faltbootfahrt von Bayern nach London einen Namen gemacht hat, startete am Freitag von der Westminsterbrücke in London zu einer Faltbootfahrt rund um England. Sie will einen neuen Weltrekord im Langstreckenfahren aufstellen. Die Fahrt, die von London aus themse- abroarts und dann in westlicher Richtung beginnend um die englischen Inseln herumführen soll, wird etwa drei Monate dauern. Der Engländer No la n startete gleichzeitig mit Fräulein roi11 dieselbe Strecke zurücklegen. Frl. Meyer wird von ihrem Chou-Chou-Hündcken „Wupeifu" begleitet. Hunderte von Menschen, sowie Pressevertreter und Filmleute hatten sich eingefun- 3747 D Arnsburg bei Lieh, Butzbach, den 2. Juni 1933. 3745 D Frau Friedel Lehmann, geb. Möbius Gießen (Iheringstr. 9), Nordhausen, Ilfeld a. H., Halle, den 2. Juni 1933. Gießen, den 3. Juni 1933. 03445 Heuchelheim, den 3. Juni 1933. 3744 D Herrn Christian Will nach kurzem Leiden Im Alter von 81 Jahren zu sich in die Ewigkeit Obermühle bei Bieber, den 2. Juni 1933. kaufen f03390 Vereine 3751 D menoehf« Vermietungen | Wir betrauern den Tod unseres Heben A. H. 4 i .. Nähere Auskunft erteilt 3752 D straffe 9. 03439 Steinbach, den 3. Juni 1933. 37420 geführt und überdurchschnittlich verkaufsbegabt ist. — Schriftliche Angebote unter 3758D an den Gießener Anzeiger. Heute abend Frieden mein und Sohn .»- Zimm. -Wobng. m. Bad u. Balkon, Marb. Str. 491, zu vermieten. Näheres 21. Becker. Keoler- Statt besonderer Anzeige! verschied nach langem, schwerem Leiden in großem lieber Mann, unser guter Vater. Großvater. Bruder O P Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Christ Christiane Christ geb. Will Heute abend 8% Uhr nahm Gott der Herr unseren lieben Vater, Schwiegervater. Bruder. Schwager und Onkel Die Beerdigung findet Dienstag, den 6. Juni, nachm. 2 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt — Von Beileidsbesuchen bitte man abzusehen. 03436 Frau Anna Melchior, geb. Buh im Alter von 57 Jahren heute mittag plötzlich und unerwartet zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. klonen ist nach mit einer mär- Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Katharina Pfaff. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die uns beim Heimgang unseres lieben, unvergeßlichen Entschlafenen zuteil wurden, für die vielen Kranz- und Blumenspenden sowie die trostreichenWorte des Herrn Pfarrer Schultheis am Grabe, sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichen Dank. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter, Schwester und Schwägerin Die Beerdigung findet am 1. Pfingstfeiertag, nachmittags um 4 Uhr, in Arnsburg statt der Borffanb der Baugenossenschaft 1894 ju Giehen e. G. m. b. h., H. Fourier, E. Müller. Die Hast derZeit greift Sie mehr als je an, und dabei geht kostbareNervensubstanz verloren. Es gibt gegen Nervosität,.Erschöpftsein, Mattigkeit und sonstige Schwächezustände nichts besseres als Doppelherz. Verblüffende Erfolge. Probefl. RM 1,95, Originalfl. RM 3,70 u. RM 4,65, Doppelherz-Dragees RM 1.50. Zu haben in d. nachstehenden Drogerien: H. Elges, Selters weg 68a; C. Seibel, Frankfurt er Str.; 0. Winterhoff, Kreuzplatz 9/10; tirtinberg: Karl Schott u.8ämtl.Filialen 3-4000W. als 1. Hnvotbek auf einvaussof gesucht. Schriftl.Anaeb. unt. 36531 )n.b.(VicMbu. Im tiefstem Weh Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen: Obereidimeister Albert Lehmann und Sohn Die Beerdigung findet am Montag, dem 5. Juni (2. Pfingstfeiertag), nachmittags 3 Uhr, auf dem Friedhof in Bieber statt Die Beerdigung findet Dienstag, den 6. Juni um 13% Uhr, auf dem Neuen Friedhole statt Es wird gebeten, von Beileidsbesuchen absehen zu wollen. Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Friedrich Melchior, Förster Joh. Ratz, geb. Melchior Hedwig Melchior Wilhelm Ratz und zwei Enkelkinder imj. »na. r 9 e t, Hloim Jüget er Aealschch Vtudienanftall ShibienanRall Todes-Anzeige Plötzlich und unerwartet infolge Herzschlag starb heute meine innigst- geliebte Frau u. gute Mutter, unsre über alles geliebte Tochter, unsre unvergeßliche Schwiegertochter. Schwester, Schwägerin und Tante Samstag, 3. Tiani, 20 Uhr I iJti D Monats-Versammlung »hessischer Hof". Tienotag, 6. Juni (3. Feiert.), 18 Uhr, Andres. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die uns beim alizufrühen Heimgang unseres lieben, unvergeßlichen Heini zuteil wurden, für die vielen Kranz- und Blumenspenden sowie die trostreichen WortedesHerm Pfarrer Steiner, Hausen, am Grabe sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Karl Heinrich Balser, Schlossermeister und Familie Heinrich Balser HI. Heinrich Steller II. •*bt -Km L kn «i«ii ft 11 SgM*. Qbt IS**1 Wohnungsvergebung. Zum 1. Juli d. 3. sind bei unserer Genossenschaft 5 Drei • Zimmerwohnungen mit Küche und Zubehör zu vermieten. ln' Aeu-Jsni, ^°rscha,^ °inz. obt. iftQbt Umstadt. itoeikr. BeMnei zum Besuch von Firmen für Giehen und nähere Umgebung gesucht. Bedingung: guter Ruf und gute Umgangsformen. Schriftlich Angebote unter 03419 an den Gießener Anzeiger. 2. Feiertag: Frühtour Annerod (Mühlchen). 3731D Abmarsch Uhr, Ludwigsvlatz. Pfarrer LiG.Frieflridi Waas Gd. 98. Gl 99/00 gestorben am 2. Juni 1933 zu Gießen. 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Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Ferd. Kröck II. und alle Angehörigen. Gestern morgen um 11.10 Uhr verschied nach kurzer, schwerer Krankheit meine herzensgute Frau, unsere unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter, Schwägerin und Tante Frau Katharine Schlund, geb. Landsiedel im Alter von 49 Jahren Die trauernden Hinterbliebenen: Johannes Schlund Wwer. Hartha Schlund und Verlobter Ludwig Schlund und Frau, geb. Schneider Gustav Schlund Anna Schlund Gießen, Bebra, Essen, St Goar, Offenbach (Main), Langenseelbold, Bad-Nauheim, den 3. Juni 1933 Beerdigung: Dienstag, 6. Juni, nachm. 2.30 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. ___________________________________________________________________________________3756D Pfarrer Lic. Friedrich Waas Im 54. Lebensjahre Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Emilie Waas, geb. Schaub. Gießen, den 2. Juni 1933. 9 g. Ehevaar (An- gestellter)suchf möblierte ob. zum Teil tnöbl. kleine Wohnung ver bald. Schristl. Ang. unt. 03405 a. d. G. 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Rur dem Llmstand, daß die noch vollkommen unversehrten Handgranaten nicht in dos Getriebe des Müllautos gekommen sind, ist es zu verdanken, daß Menschenleben nicht zu Schaden gekommen sind. Alle Personen, die Angaben machen können, wer die erwähnten Handgranaten usw- im Besitz hatte, werden gebeten, der Kriminalpolizei Gießen (Zimmer 42 des Polizeiamts) Mitteilung zu machen. Auf Wunsch werden diese Mitteilungen vertraulich behandelt. Gauliedertag in Gießen. Vom Sängergau Gießen-Stadt und Land im Hessischen Sängerbund wird uns geschrieben: Die Bezirke 1 und 3 des Gaues begehen am Sonntag, 11. Juni, geschlossen ihren diesjährigen Gau - l i e d e r t a g in Gießen. Aus diesem Anlaß findet von 8.30 Uhr ab ein Wertungssingen in der Neuen Aula der Universität statt, an dem 22 Vereine, darunter zwei gemischte Chöre, teilnehmen werden, um je zwei selbstgewähtle Chöre vor einem unparteiischen Begutachter zu Gehör zu bringen. Im Anschluß an das Wertungssingen ist vor dem Haupteingang der Universität eine Kundgebung, bei der Massenchöre von annähernd 1000 Sängern zum Vortrag kommen werden. Um 14.30 Uhr findet eine kritische Besprechung über die Leistungen der einzelnen Bereine statt, womit die einfache, dem Deutschen Liede geweihte Veranstaltung ihren Abschluß nimmt. Auf die heutige Anzeige sei hiermit hingewiesen. Handelskammer und Bankenschluß bei Feiertagen. Von der Industrie- und Handelskammer Gießen wird uns geschrieben: „Veranlaßt durch mehrfache Klagen der Kaufmannschaft des Kammerbezirks und in der Erkenntnis, daß das völlige Schließen derBankenaneinemTagoorodernach den Feiertagen für die Geschäftswelt sich äußerst schädigend auswirkt, wird die Industrie- und Handelskammer durch den Deutschen Industrie- und Handelstag bei dem Reichswirtschaftsministerium Protest einlegen." Daten für Montag, 5. Funi. 1826: der Komponist Karl Maria v. Weber in London gestorben! — 1906: der Philosoph Eduard v. Hartmann in Groh-Lichterfelde gestorben. Gicjjcner ^odjcnniartVireiie. * Gießen, 3. Juni. Auf dem heutigen Wo- chenmarkte kosteten: Süßrahmbutter 1,40 Mark das Pfund, Landbutter 1,30, Kochbutter 1,10, Matte 20 bis 25 Pf. das Pfund, Wirsing (grün) 15, Rote Rüben 10, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 15, Spargel 25 bis 50, Erbsen 30 bis 35, Tomaten 40 bis 45, Zwiebeln 15, Rhabarber 8 bis 10, Kartoffeln (alte) 3, (neue) 12 bis 14, Dörrobst 30 bis 35, Kirschen 40, Stachelbeeren (unreif) 30, Obstmus 40 bis 45, junge Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80; Tauben 40 bis 60 Pf. das Stück, Eier (inländische) 8 bis 9, Käse 5 bis 10, Blumenkohl 40 bis 60, Salat 8 bis 10, Salatgurken 30 bis 40, Ober-Kohlrabi 12 bis 15, Lauch 5, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 25; Gelbe Rüben (neue) 15 Pf. das Bund, Radieschen 8 bis 10; Kartoffeln 2,30 Mart der Zentner. Bornotizen. — T a g e s k a l e n d e r für Samstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ich bei Tag und du bei Nacht.". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Die Nacht gehört uns". — Wiefecker Lichtspiele, 20.30 Uhr, „r. P. 1 antwortet nicht." — Tageskalender f ü r 1. Fei ertag : Oberhesfischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 11 bis 13 Uhr, Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ich bei Tag und du bei Nacht." — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Die Nacht gehört uns." — Wiefecker Lichtspiele, 16 und 20.30 Uhr: „F. P. 1 antwortet nicht." — Tageskalender für 2. Feiertag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „8 Mädels im Boot" (erste Mädchenliebe). — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Die Nacht gehört uns." — Wiefecker Licht- spiele, 20.30 Uhr: „F. P. 1 antwortet nicht." Fahrplanänderung. Bom Bahnhof Gießen wird uns mitgeteilt: Zur Herstellung des Anschlusses von P 784 S von Marburg in Gießen, Gießen an 0,19, wird P 1661 n 8 ab Montag, 5. Juni, spätergelegt. Er erhält von diesem Tage ab folgenden Plan: Gießen Pbf. ab 0,24, Wetzlar an 0,38. P 1661 verkehrt auch am Pfingstmontag, 2. Weihnachtsfeiertag 1933 und Ostermontag 1934. * * Eine Schweinezwischenzählung findet am 7. Juni statt. Man beachte die heutige Bekanntmachung der Bürgermeisterei. 50 Lahre Hasso-Menama. Wenn am Samstag, 3. Juni 1933, feierlich die Glocken das liebliche Pfingstfest einläuten, dann werden aus allen Gauen Deutschlands ehemalige aktive Angehörige der Verbindung katholischer deutscher Studenten Hasso- Rhenania in Gießen hierher eilen, um das 5 0. Stiftungsfest mit ihr feierlich und würdig zu begehen. Schon im Sommer 1882 hatte sich bei der Alma matar Ludoviciania eine Anzahl katholischer Studenten eingefunden, die Angehörige des CV. (Car- tellverbandes der katholischen deutschen Studentenverbindungen) waren und die ihren Anschluß mit gleichgesinnten Studierenden hier suchten. Die Katholikenversammlung im Herbst 1882 zu Frankfurt am Main gab dann den Anstoß, daß diese Studenten den Gedanken verwirklichten, auch hier in Gießen den Versuch zu machen, wie er bereits in 11 anderen Hochschulstädten gelungen war, eine katholische Korporation ins Leben zu rufen. Besonders stark wurde der Gedanke des Zusammenschlusses gefördert, als mit den bereits anwesenden, nunmehr schon verstorbenen Gründern cand. med. Wenzel und cand. jur. Brun sich hier Dr. phil. Merken immatrikulieren ließ, der mit Tatkraft und Begeisterung sich für diesen Gedanken einsetzte und die bekenntnisfreudigen katholischen Studenten zu einem engeren Zusammenschlüsse bewog. Der kleine Kreis Gleichgesinnter hat dann im Winter-Semester 1882/83 weiteren Zuwachs erhalten. Einer dieser- Erstgründer, Sanitätsrat Dr. Vogel, lebt noch in Mainz. Die Ideen wurden gefördert von angesehenen katholischen Bürgern, insbesondere von den inzwischen auch verstorbenen Herren Dr. Kübel und Bankdirektor Baron von Jungen- feit). Man war in den ersten Ianuartagen 1883 soweit, die Gründung der freien Vereinigung als abgeschlossen betrachten zu dürfen, und entschloß sich, an dem denkwürdigen Gründungstage des aus dem Kriege 1870/71 mächtig erblühten Deutschen Reiches an die Oeffentlichkeit zu treten, Rektor und Senat die Gründung an diesem Tage bekanntzugeben und dem Rektor der Universität in Gießen die Statuten zur Genehmigung vorzulegen. Diese Genehmigung der Satzungen der Verbindung wurde am 20. Januar 1883 erteilt und damit die am 18. Januar 1883 erfolgte Gründung der Verbindung amtlich bestätigt. Zugleich wurde um die Aufnahme der Verbindung als freie Vereinigung in den CV. nachgesucht. Ihren Namen entlehnte die Verbindung von unterem lieben Rheinhessen und Rheinland, aus denen überwiegend die Mitglieder der jungen Verbindung stammten, und als Wahlspruch wählte sie: „Neminem time, neminem laede“, „Fürchte niemanden, aber verletzte auch niemanden" in der Erwartung, daß dieser Wahlspruch, zur Lebensregel für alle genommen, die Garantie für eine gedeihliche Entwicklung aller Verhältnisse bietet. Wenn auch die Verbindung als farbentragende gegründet war, so trat sie doch zunächst mit ihren Farben nicht an die Oeffentlichkeit, sondern verschob dies bis zum Schlüsse des Winter-Semesters 1883/84. Erfahrungen an den anderen Hochschulen hatten gelehrt, daß die katholischen farbentragenden Verbindungen zunächst als ein Fremdkörper im Unioersitätsleben von den überwiegend aus schlagenden Verbindungen bestehenden Studentenkorporationen angesehen wurden und deshalb vielen Anfeindungen ausgesetzt waren. Es sollte also erst eine gewisse Stärkung im Inneren abgewartet werden, um nach außen hin erfolgreich in Farben auftreten zu können. Dies insbesondere deshalb, weil am 24. Juni 1883 das Katholizitätsprinzip ausgesprochen worden und die Verbindung nunmehr auch als katholische Korporation durch das Rektorat genehmigt war. Das feierliche zweite Stiftungsfest im Jahre 1884, begangen in den Tagen vom 16. bis 18. Januar, gab die erwünschte Gelegenheit, erstmals in voller Couleur aufzutreten. Daß die jung gegründete katholische Korporation mit Freuden von Studenten- und Bürgerschaft begrüßt worden wäre, kann man nicht sagen, und daß sie viele Kämpfe zu bestehen hatte und ihre Existenz öfters durch Vorgehen gegen sie bedroht war, ist eine Tatsache, die im Interesse der Wahrheit er- wähnt werden muß. Hierbei soll aber zugleich fest- §estellt werden, daß die Verbindung durch ihr Veralten sich in vollem Maße schon seit Jahrzehnten die Achtung von Studenten- und Bürgerschaft erworben hat. Hart waren die Zeiten für die damaligen Angehörigen der Hasso-Rhenania, und mancher hat jetzt noch ein Andenken an seinen Aufenthalt hier in Gießen als gut verheilte Wunde zu verzeichnen, die aber keinerlei Bitterkeit mehr auslöst, sondern nur freudigen Stolz, daß Hasso-Rhena- nia sich doch trotz anfänglicher Kämpfe so durchgesetzt hat. Mit dem Lehrkörper und den Behörden der Universität bestanden immer auf gegenseitigem Vertrauen und Achtung süßende guten Beziehungen. Religion, Wissenschaft, wahre Lebensfreundschast, v-rbunden mit überzeugtem nationalen Denken und Handeln, sind die Prinzipien der Hasso-Rhenania von Anfang an gewesen. Die Verbindung kann jetzt auf einen Bestand von über 200 Philistern in angesehener Stellung blicken. Aus den wenigen Leuten, die dse Gründung tätigten, ist im Laufe der Jahrzehnte eine der stärksten Korporationen in Gießen herangeblüht, die als ihr Heim das altbekannte und angesehene Restaurant „Cafö Ebel", wo lange Jahre das Studentenheim untergebracht war, als ihr Eigentum erwerben konnte. Die Jahre des Weltkrieges sind an der Verbindung, ebenso wie bei allen Korporationen, nicht ohne Verluste vorübergegangen. Alle Wehrfähigen standen im Felde, und soweit sie dies nicht tun konnten, dienten sie in der Heimat ihrem Vater- lande. Den Verlust von 21 Hasso-Rhenanen hat die Verbindung bei einer Kriegsteilnehmeranzahl von 148 Leuten zu beklagen. Aber die Verbindung ist stolz auf das Opfer, das ihre treuen Söhne gebracht haben. Zu Ehren der gefallenen Studierenden im Weltkriege wird die Verbindung am ersten Pfingsttage nach dem Gottesdienst an dem Gefallenendenkmal der Universität einen Kranz niederlegen und in Wehmut und Stolz aller Kriegsopfer, insbesondere auch der Universitäten, gedenken. Hierbei wird sie aber mit besonderem und verständlichem Stolze ihres lieben Cartellbruders Albert Leo Schlage t e r gedenken, dessen Todestag ganz Deutschland mit uns vor einigen Tagen feierte. Ihrer eigenen Kriegsopfer gedenkt die Verbindung bereits am Samstag früh. In der Pfarrkirche findet ein_ feierliches Seelenamt statt, und am Sonntag früh soll eine kunstvolle Gedenktafel in dem Heim enthüllt werden. Der freudigen Zusammenfindung der Gäste und Freunde der Verbindung ist der Samstagabend gewidmet. Nach ernsten Beratungen am Samstag und Sonntag sollen auch die Damen der Verbindung zu einer Familienfeier im Gesellschastsverein sich zu- sammenfinden und dann am kommenden Montag die Alten und Jungen der Verbindung und die Gäste aus dem Verband ihre Freude bei einem Kommers haben. Wie die Verbindung dem alten Reiche treu gedient hat und sich immer als national bekannte und erwies, so bekennt sie sich auch jetzt zu dem neuen Reiche mit Begeisterung und Treue, und sie tut dies deshalb um so freudiger, weil sie in der Persönlichkeit des Führers der nationalen Regierung eine Gewahr dafür sieht, daß alle Belange der Heranwachsenden Jugend, insbesondere auch die der studierenden, gefördert werden, weil ja die Jugend die Hoffnung des Volkes ist. Wenn in diesen Tagen allüberall die gelb-weiß- roten Flaggen in der Stadt wehen, dann soll dies eine Aufforderung an die Kommilitonen und an die Bürgerschaft sein, dieses Fest des 50jährigen Bestehens der Hasso-Rhenania mit ihr zu feiern und hierdurch zu bekennen, daß sie wie die Hasso-Rhenania allzeit von dem Gedanken beseelt waren und sind: Einer für alle, alle für einen. P. ** Die Einlösung der Gewerbescheine für 1 9 3 3 kann noch bis 10 Juni ohne weitere Kosten erfolgen. Man beachte die heutige Bekanntmachung des Finanzamts. ** Die Herbstmesse in Gießen betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei im heutigen Anzeigenteil. Interessenten werden besonders darauf hingewiesen. ** Einbruch in eine Gastwirtschaft. In der Nacht zum Freitag drangen Diebe in die Gastwirtschaft von B o p p zu Lang-Göns ein und entwendeten dort neben 7 Mark Wechselgeld etwa 12 Tafeln Schokolade und für einige Mark Zigaretten. Die Diebe kamen durch den Garten und verschafften sich durch Eindrücken einer Fensterscheibe Zutritt zum Gastraum. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Gendarmeriestation Gießen. ** Schwerer Unfall durch Blitzschlag. Aus dem Felde an der Straße Klein-Linden—Dutenhofen ereignete sich am Donnerstag durch einen Blitzschlag ein schwerer Unglücksfall. Der 25 jährige Landwirt Ludwig Weller aus Klein-Linden, der mit seinen Angehörigen damit beschäftigt war, Dickwurz zu pflanzen, wurde plötzlich von einem Blitzschlag der kurzen Gewittererscheinung zu Boden geworfen, wo er, schwer getroffen, bewußtlos liegen blieb. Auch eine ältere Frau, die in seiner Nähe arbeitete sowie zwei Kühe wurden zu Boden geworfen, ohne daß sie jedoch ernstere Verletzungen erlitten. Der junge Mann trug schwere Verbrennungen, auch Fleischwunden davon, und wurde außerdem des Augenlichts beraubt. Ein zufällig mit feinem Kraftwagen des Weges kommender Arzt aus Herborn leistete dem Verunglückten die erste Hilfe unj^ rief ihn zunächst ins Leben zurück. Der bedauernswerte junge Mann wurde dann in die Augenklinik gebracht. Man hofft jedoch, daß ihm das Augenlicht wiederkehren wird. Sein Zustand ist ernst. ** Die Erziehungsan st alt für Mädchen 3 u Arnsburg veranstaltet am 2. Pfingst- feiertag, 14 Uhr, ihr Jahresfest. Festredner sind "Gießener Anzeiger") 3.6.19(33 Pfarrer Winterberg- Betzdorf uni cand. Heimann- Gießen. (Siehe Anzeige.) ** Obstmarkt in Ober-Rosbach. In Ober-Rosbach (Kreis Friedberg) findet Dom nächsten Dienstag ab um 18 Hljr Kirschen- und Erdbeermarkt statt. Auf die heutige Anzeige sei hingewiesen. Staatssekretär Zung und Polizei» kommiffar Or. Best in Mainz. WSR. Mainz, 2. 3uni. Staatsekretär Jung und Polizeikommissar Dr. Be st statteten heute der Ausstellung „Haus der Technik" einen Besuch ab. Rach Begrüßung durch den kommissarischen Oberbürgermeister Dr. Barth und den Hilfskommissar Saurmann unternahmen die Gäste unter Führung von Inspektor Berg von der AussteUungsleitung einen Rundgang durch die Stadt. Lleberführungen ins Konzentrationslager Osthofen. WSN. Bad-Nauheim, 2.Juni. Am vorigen Sonntag wurde hier eine Anzahl von Personen in Schutzhaft genommen. Sechs von ihnen — darunter drei langjährige Stadtratsmitglieder der SPD. — sind jetzt nach O st Hofen in das Konzentrationslager verbracht worden. Säuberungsaktion in einem Kommunistennest. Biedenkopf, 2. Juni. (WSN.) Das benachbarte Dorf Endbach ist schon lange eine Hochburg der Kommunisten, auch jetzt noch machten sich immer wieder kommunistische Umtriebe bemerkbar. Aus diesem Grunde unternahm die Landjägerei mit Hilfe von zwei SA.-Stürmen eine Durchsuchung des gesamten Ortes vor, nachdem das Dorf schon frühmorgens vollständig abgeriegelt worden war. Die Aktion hat sich sehr gelohnt. Neben einer großen Anzahl Schlag- und S ch i eß w a f f e n wurde zahlreiches b e l a st e n ° des Material hochverräterischen Inhalts vorgefunden. Die festgenommenen Kommunisten mußten unter Bewachung durch SA.-Leute die S ch m i e r e r e i en, die sie an Steinbrüchen, Eisen- dahnüberführunaen usw. angebracht hatten, selbst wieder entfernen. Die Aktion verlief ohne Zwischenfälle. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) £. M. 100 Gießen. Sie müssen sich an das Hess. Ministerium des Innern, Abteilung für Arbeit und Wirtschaft, in Darmstadt, wenden. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 4. Juni: Die Meistersinger von Nürnberg. Anfang 17.30 Uhr. Montag, 5. Juni: Der Graf von Luxemburg. Anfang 19.30 Uhr. Dienstag, 6. Juni: Carmen. Anfang 19.30 Uhr. Mittwoch, 7. Juni: Der fliegende Holländer. Anfang 20 Uhr. Donnerstag, 8. Juni: Der Graf von Luxemburg. Anfang 19.30 Uhr. Freitag, 9. Juni: Das Rheinaold. Anfang 20 Uhr. Samstag, 10. Juni: -Der Waffenschmied. Anfang 20 Uhr. Sonntag, 11. Juni. Die Walküre. Anfang 18 Uhr. Schauspielhaus. Sonntag, 4. Juni: Schlier- feer Bauerntheater: Ehestreik. Anfang 20 Uhr. Montag, 5. Juni, Dienstag, 6. Juni, Mittwoch, 7. Juni und Donnerstag, 6. Juni: Schlierseer Bauerntheater: Erster Klasse. Hierauf: ’s Jungfernweh. Anfang 20 Uhr. Freitag, 9. Juni, Samstag, 10. Juni, und Sonntag, 11. Juni: Nationalsozialistische Gastspielbuhne Berlin: Der Wanderer von Dr. Josef Goebbels. Anfang 20 Uhr. Wettervoraussage. Das Hochdruckgebiet über Zentraleuropa hat sich weiter gekräftigt und wird die nächsten Tage das Wetter bestimmen. Wir haben daher schönes, sonniges und recht heißes Psingstwetter zu erwarten. Bei der starken Erhitzung des Festlandes ist allerdings späterhin die Möglichkeit zur Bildung von Wärmegewittern gegeben, die sich aber nur vorübergehend auswirken wird. Vorhersage für Sonntag: Meist heiter, heiß und trocken. Vorhersage für Montag: Fortdauer der Schönwetterlage, doch Bildung lokaler Wärmegewitter möglich. Lufttemperaturen am 2. Juni: mittags 20,7 Grad Celsius, abends 14,8 Grad; am 3. Juni: morgens 13,8 Grad. Maximum 23,4 Grad, Minimum 7,0 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Juni: abends 22.3 Grad, am 3. Juni morgens 15,0 Grad. — Sonnenscheindauer 14s Stunden. Dunlop-Lrsolg im Avus-Rennen. Das Avus-Rennen der großen Wagen endete mit dem überlegenen Siege der von Varzi und Graf Czaykowski gesteuerten Bugatti auf Dunlop-Reifen. Die Geschwindigkeit wurde gegenüber dem Tempo des Vorjahrssiegers um fast 12 Km. gesteigert (schnellste Runde 221,72 Km.). Trotz gewaltiger Lei« ftungsfteigerung durchfuhren die Sieger das lange Rennen ohne Reifenwechsel. 3447V in bar ist die Beteiligung selbstverständlich verboten. Für die besten Lösungen sind folgende Preise ausgesetzt: Für die Einmachezeit Sonni-Pekt, das erprobte Geliermittel. Kochzeit für alte Früchte nur y bis 10 Minuten. Ein Preisausschreiben wie geschaffen für Sie! Voraussetzung: Sie prägen sich das beigefügte Rezept des Dr. Durstlöscher sorgfältig ein, damit Sie danach handeln, wenn der sommerliche Durst Sie plagt. Die Preisfrage lautet: Es gibt 3 Sorten Frigeo -Trinktabletten Orange — Zitrone — Himbeer Wie beurteilen Sie diese 3 Geschmacksarten? Die Form, in die Sie Ihre Ansicht zu kleiden wünschen, bleibt Ihnen völlig überlassen; es spielt keine Rolle, ob Sie dafür Vers oder Prosa, Zeichnung oder Photographie oder sonst irgendetwas wählen. Bestimmt werden die eingehenden Meinungen nicht nach ihrer „Gescheitheit“ sondern nach ihrer Volkstümlichkeit gewertet! Senden Sie Ihren Beitrag mit Aufschrift „Frigeo- Wettbewerb“ an die Firma Rob. Friedel G.m.b.H., Cannstatt. Letzter Einsendungstermin 15. Juli Das Ergebnis wird Ihnen bis zum 15. August 1933 schriftlich mitgeteilt. Über die Preisverteilung entscheidet unter Ausschluß des Rechtsweges die Geschäftsleitung unter notarieller und reklamesachverständiger Mitwirkung. Angestellten der Firma Sie erhalten die aromatischen, durststillenden Frigeo -Trinktabletten in jedem einschlägigen Geschäft. Bezugsquellen werden gern nach-, gewiesen. I Frigeo-Trinktabletten Robert Friedel G. m. b. H., Cannstatt. > . RM 500,- . . „ 200,- .. „ 100,- . . 200,- . . 200,- . . .. 500,- . . „ 300,- 1000 Trostpreise (Kostproben) im Werte von „ 500,- insgesamt RM 2500,- 1. Preis...... . 2. Preis....... 3. Preis . ...... 4 Preise ä RM 50, 20 Preise ä 10, 100 Preise ä „ 5, 150 Preise ä „ 2, Rezept zum Geldverdiener» «hirhintl Nr. 128 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, Z.Zuni 1933 l3figer einer laut tickenden ühr sprang von Minute Hu Minute ruckhaft vorwärts . . . Ob die da draußen wohl auch rechtzeitig--? fünfen Der Pfarrer fetzte die Hornbrille auf. Die Frau faltete die Hände im Schoß. Nun las er . . . Der 91ietf)t es nicht schon ein bißchen angebrannt--? «ch was, jetzt vergesse ich einmal Den Alltag und sammle mich zur Erbauung und Andacht. — Eintönig schwang die Stimme des Vortragenden durch den Raum. Aufmerksam lauschend, versunken m das verkündete Wort, saß die Hörerin: nur die Augen schweiften hinaus zum Fenster über Rabat- ten, Kieswege, Schwertlilien, Flieder, Buchsbäume.. Beim schnellsten Mann Der Well Der Weltrekordslieger Agello. - Mit 700 Kilometern in der Stunde. Werden wir den Schall einho^en? - Motore, die sterben, wenn sie siegen. Von unserem römischen k.»Korrespondenten. Deutsche Auferstehung! Wir leben im Anfang einer Bewegung, die, wir wissen nicht wie, über unser Volk gekommen ist, die vor dreißig Fahren die „Guckt genau nach der Uhr, Kinder! — Vater braucht mich jetzt." „Kannst ruhig gehen, Mutter!" Durch den Flur schreitend, band die Pfarrfrau Kopftuch und Schürfe ab, und zog die Aermel glatt. Sie wußte, was sich gehörte, wenn man eine Predigt cmhoren sollte. — In der Schreibstube herrschte bereits erste Dämmerung. Die grünbeschirmte Lampe war schon entzündet. Hier war erquickende Stille. Feierlich, im Rhythmus des Liedes ausschreiieiid trug die Pfarrersfamilie ihre duftende grüne Last den gewundenen Weg entlang, der zur Kirche hinlief. Als sie aus dem Dickicht der Bäume auf die Lichtung traten, Huben gerade die Glocken an zu läuten. Allen drei Gruppen dieser Jugendbewegung mögen sie sich innerlich noch so sehr widerstreben, war ein neuer Volksgeist eingegeben, der 'ch zu tiefst von der wilhelminischen <$eit unter- chied. Er gebar sich aus einem neuen Selbstbewußtem, das innerhalb des deutschen Kulturkreises dem frucht zu ernten. Denn das was in Deutschland geschieht und geschehen wird, ist so neu und gewaltig, daß cs wie alle großen Umwälzungen weit über deutsches Land hinaus wirken wird. Ich wiederhole: die Jugend von heute blickt von anderer Ebene aus als wir es taten, sie hat den selbstverständlichen Glauben, den wir erst au,bauen und ertrotzen mußten. Mag uns '.Heiteren das Gluck beschicken sein, daß wtr, selbst noch kampflustig und innerlich jung, schauen, was das kommende Geschlecht erreichen wird und was es zu bauen vermag von dem, was wir planten. Zwyr ist die Auserstehung, die wir in Deutschland erleben, der Beginn einer Entwicklung von Jahrhunderten. Aber oft sind bei solchen gewaltigen Bewegungen der Völker die ersten Jahrzehnte die heißesten und es ist eine Gnade, sie zu erleben, seien sic auch erst der Anfang deutscher Wiedergeburt, — die vielleicht der Ruf der Ewigkeit an das deutsche Schicksal ist. icrmanischen, dem nordischen Gedanken und Wesen Raum gewann. Während noch bis zur Jahrhundert- wende, ja oft noch bis in die jüngste Zeit hinein der Begriff deutscher Kultur als ein Zusammenfließen von christlicher und humanistischer Geisteshaltung erklärt wurde, kommt in diesen letzten Jahrzehnten plötzlich etwas leidenschaftlich Neuec hinzu, macht sich aus dem Volk herauf gegen die bestehenden Bit- oungsschichten ein bewußt germanischer Grundzug in Gei st und Recht und Blut geltend und ringt nun, ähnlich wie im frühen Mit- telalter, im Beginn der neuen Zeit und in der Deut- scheu Romantik, um die Führung in einer neuen, nordisch verstandenen deutschen Zukunft. Aus der Jugendbewegung wird jäh ein revolutionäres Geschehen, das mit ungeheurer Wucht ein ganzes Volk umfaßt und mit einem Ruck binnen weniger Monate eine Umstellung bringt, die auf ein Jahrhundert die alte Welt zerstört. So kommt es, daß man durchaus nicht mit den Einzelheiten des Geschehens einverstanden zu sein braucht und dennoch ein leidenschaftlicher Kämpfer für diese Neugeburt sein muß. So kommt es, daß man über manche Torheiten und Mißgriffe nicht verzweifelt, sondern lächelt und Vertrauen behält und gläubig bleibt, weil man der Zeit und ihren Hoffnungen glühend zustimmen muß. War es denn nicht einer der Sätze der ersten Jugendbewegung, das wir an das n e u e Bauern- tum glaubten, das sich in dem hochkapitalistischen neunzehnten Jahrhundert in Auflösung zu befinden schien? Gewiß, man erleidet Enttäuschungen in fei- ner Ungeduld. Aber der Geist und der Wille zum pfingstsamsiag. Von Irmela tinberg. Die Sonne ging schon zur Neige. Eben erblühte Fliederbüsche am Zaun verstörmten betäubenden Wohlgeruch. Zu Seiten der sauber geharkten und mit gekalkten Steinen begrenzten Kieswege reihten ich violette Schwertlilien und die beiden hundert- ährigen Kugelbuchsbäume hatten ihr vorjähriges »unkles Kleid mit Hunderten gelblicher Schößlinge besteckt. Aus den Küchenfenstern des Pfarrhauses quoll weißer Dampf. Man konnte hier nicht die Hand vor den Augen sehen, aber auch nicht sein eigen Wort verstehen vor dem bunten Lärm, der aus allen Ecken drang, da Fürchtegott im Messingmörser Mohn stampfte, Friedereich Mandeln rieb, Christine Gier- schäum und Gotthold Teig schlugen, während die Magd vor dem Backofen hockte, der in Hochglut stand, und eifrig die rotsprühende Asche züsammenscharrle. Zwischen ihren fünf Trabanten aber schoß jüie Pfarrersfrau hin und her, das Haar unter weißem Tuch verborgen, die Aermel bis zu den Schultern hochgesireift, und trotz Qualm und Dampf alles überschauend, leitend, beherrschend. „Tüchtig, tüchtig, Füchtegottchcn, — der Tlörfer ist keine Kirchenglocke, die geläutet werden will. Immer hübsch in die Mitte treffen, nicht an den Rändern Herumklingeln! — Na, Friedereich, mein Sohn, bekomme ich bald die Mandeln für meine Plätzchen? Wie viele sind denn schon wieder ins Kröpfchen anstatt ins Töpfchen gewandert? — kräftiger schlagen, Christine! Nur nicht erlahmen! So und so und so und so! Immer hübsch gleichmäßig. Dazu läßt sich auch gut ein taktfestes Lied singen. Und schon stimmte sie an: „Geh aus mein Herz und suche Freud' In dieser lieben Sommerzeit An deines Gottes Gaben. Schau an der schönen Gärten Zier Und sieh, wie sie mir und dir Sich ausgeschmücket haben . . ." Mit hochrotem Kopf klopfte Gotthold seinen zähen Teig im Takte mit. Da öffnete sich vorsichtig die Tür zu den Wohn- räuinen. Die Stimme des Pfarrers fragte: „Elisabeth, bist du hier?" „Freilich — wo sollte ich heute wohl sonst sein? — Immer munter, Kinderchen, immer munter!" „Elisabeth — kannst du einen Augenblick zu mir kommen?" .Aber gewiß! — Sabine, jetzt können die Platten eingeschoben werden . . "2ch möchte dir nur meine morgige Predigt vor- lefen . . . An einzelnen Stellen bin ich mir nicht ganz sicher . . ." „Natürlich — sofort . . . Also, nicht wahr, in zwanzig Minuten müssen die Plätzchen herausgenommen werden. Christel, der Eischnee ist steif ge- nug. Haft du die Form denn auch gut ausqestrichen, Friedereich?" H „pd) warte, liebe Elisabeth," sagte der Pfarrer und verschwand. Jugend packte und seiiüem nicht wieder von uns gelassen hat und die heute auch in Der staatlichen jorm ihre erste schier übergewaltige Erfüllung ge- funDen hat. Ausgabe der Weiteren jener Bewegung >st *s, nunmehr jene Lebenslehren, Die nur die Er- fohrung bringt, aus dreißig Jahren der Erkenntnis zu sammeln: ihre Ausgabe ist es, an die Verantwortung für das Wort, das auch den Gegner achte und an das Begreifen der außenpolitischen Wirklichkeit zu mahnen. Die Jugend, die heute aufwächst, wird nicht die harte Erziehung durchmachen, zu der die andern eine langjährige Arbeit in oppositioneller Geistesstellung erzog. Sie wird die Welt anders an- sehen als die alten Kämpen, die noch um die erste Beachtung deutscher Vorgeschichte, deutschen Brauch- tums, der Kernzeiten deutscher Volkseinheit kämp- sen mußten: sie schwelgt in der Freude am neuen ©taat und weiß noch nicht, daß sie wieder seesahren muß und über die Grenze hinaus arbeiten soll um Hans Friedrich Blunck über sich selbst. Der Autor unseres Pfingstaufsatzcs. Es wird mir schwer fallen, über mich selbst zu berichten, ich habe nie vorsätzlich Arbeitsanalyse betrieben. Aber weil's euch dienen soll: Ich will versuchen -das Nötigste zu erzählen. Meine Q3or- eltern sind Dithmarscher, mehr Dauern als Seelatzer. Die Dithmarscher sind in der Historie glci^ den Schweizern als freiheitsdurstige Ääm- pen bekannt, die mit Fürsten und Herren arg um» sollte sich wohl auch einmal mit der Geschichte chrer Kunst, zumal ihres Pracht- vollen Kunstgewerbes und mehr als bisher mit - ^»-^»Eslwerlicferung beschäftigen. Ich wurde in beibem erzogen, erbte dazu vom Vater die Wesfelburer Erinnerungen an Hebbel, und bei einem zungste-n Aufenthalt in England wies man mir noch die kunstsinnigen Ergänzungen alter Wc- vereien m den britischen Museen von den Händen meiner Mutter, die von Süderdithmarschen schon m jungen Iahren nach drüben ging. ClBir sind, eine Schwester und eine ganze Schar Drüder, mit dem Dlick auf Elbe und Hamburger Hafen aufgewachsen und haben, jeder für sich XÜä t!n! Aben gesunden — übrigens frag Schönste, das Eltern eiiwm mitgeben können, mittcii in einem Dündel draufgängerischer Ge- ^w.ster zu stecken. Ich selbst schrieb mich^ch der Schulzeit in Altona bei den Juristen ein und habe lange Iahre. das bekenne ich ausdrücklich, viel 3*-™- an der Derwaltungsarbeit — zuletzt als Hamburger Universität — gefun- Was mehr? Ich schlug mich, ein Erbteil öer Eltern, schon früh durch die Welt, wanderte als Schuler durch Deutschland — es war im 0inn J>er Jugendbewegung, mit der ich mich leidenschaftlich gegen alte Formen aufwarf — dann als Student durch Europa, später bis Aordafrika und bereiste in mehreren Fahrten Mittel- und Südamerika. Meine Frau ist Ausländsdeutsche, weder Dlau- strumpf noch Sportler, Gott bewahre mich davor Sie ist mir dafür ein rascher Wandergesell wenn wir wnnters nach Deutschland hineinziehen, eine seine Gärtnerin sommers in unserem Blumengarten draußen im Holsteiner Land. Wüßtet ihr un- fete königliche Freude über jede gelungene Frucht über iedes schone Angesicht der gemeinsam durch- wanderten Lande! - Wer über all das mögt ihr selbst nachlesen, Herkunft und Leben lassen sich in den fremdesten Buchern wohl kaum verleugnen Ufer einem Kreuz . . . und nach dem Siege Agcllos ließen die Flieger Blumen herabsallcn auf Die Häuser der Kameraden, die vor ihm an seiner Aufgabe zugrunde gingen: Bellini, Dal Molin, Monti, Motta, Das Wunderblau des Gardasees hat seine Tücken, zumal im Süden, wo es zu beiden Seiten der Landzunge von Serione ins Grünliche übergeht, ins Glitzernde und Gleißende, wie das Auge Der Schlange. Denn Dann ist der Glanz oft ein falscher. Das Wasser spiegelt so teuslich, daß der hcradgehendc Flieger glaubt, noch in der Lust zu sein, wenn er schon ausschlägt. Und er geht mit einer Geschwindigkeit von dreihundert, von vierhundert Kilometer herunter — da zersplittern die Schwimmer der Fluq- zeuge wie Glas. .Um 9 Uhr saß Agello im Börsencafö beim Karten- spiel. Wir setzten uns zusammen. Heute sei es leider nicht gelungen, meinte er, zu viele Löcher in der Luft! Was ilt nicht gelungen — ? Run, Die Rckvrdoerbesferung! staunte er mich an. An was soll er Denn sonst arbeiten. Wenn ich denke, was wir für ein Gehabe machten um die Ritter selig, weil sie zum Kampf gegen Den LinDwurm auszogen! Einen Panzer hatten sie an, strahlenD, Daß jeDer beim Hinschauen niesen mußte. An Dem LuftfelDwebel strahlte gar nichts, ohne Uniform wäre er irgenDein kleiner Schalterbeamter gewesen. 31 Jahre ist er alt, seit 1924 Flieger, vor oier Jahren hat er am SchneiDerpokal teilgenommen. Seme Maschine aUerDings ist keine Schreib- maschine, sonDern eigens Dafür gebaut roorben, um Den EnglanDern den GeschwinDigkeitsrckord, Den Stamford) mit 655 Kilometer aufstellte, abzujagen. Es ist eine Macchi-CastolDi-Fiat, Deren BesonDerheit durch Den lanDempropeüer ausgeDrückt wird, zwei m entgegengesetztem Sinne sich Drehende Propeller. Der Fiatmotor entwickelt bei 24 Zylindern und einem Hubraum von über 50 Litern rund 2500 Pferdekräfte. Ein roter Wind- und Wasserteufel das Ganze. Auf Die große Frage, wegen Der ich nach Defen- 3ano fuhr: w i e einem zumute fei, wenn _ antwortete Agello schlicht. G a r nicht! Wie soll neuen Bauerntum ist so gewaltig und ringt schon um jenes LanD, Das heute noch Der Traktor pflügt unD Der Wille Der Gegenwart ist auf Die NeubilDung urwüchsiger SieDlung so stark eingestellt. Daß man sich nicht zu sorgen braucht. Wie tief litten wir von Der frühen JugenD- bcweaung weiterhin unter Dem Zwiespalt Zw ischenArbeitertumunDschaffenDem Bürgertum, zwischen zwei Schichten, Deren Trennung verewigt werden sollte, — wie sehr erträumte die Jugendbewegung eine Volkheit aller, die eine Sprache sprechen, ohne Schicht und Stand anzuerkennen! 3ft die Gegenwart nicht die erste Erfüllung jener Sehnsucht, die eine nach Ständen aus- einanbergefpaltene Nation roieber au einem einheitlichen Volkstum zurückfuhren will? Ist nicht, stärker als alle rationale Deutung ber Menschen, der einfache Glaube an bas Schicksal unb an die undeutbare Kraft des Volkstums siegreich geblieben? 3- 3L Desenzano, Ende Mai. Als die Kunde nach Rom kam, ein Pilot der Schnelligkeitsschule am Gardasee habe den Weltrekord gebrochen, 692 Stund enkilo- Meter erreicht, amtlich gemessen, nahm ich mir Dor, den Mann zu fragen, wie einem denn eigentlich bei einer so beschleunigten Abfertigung zumute sei. Er wurde ja sicher vom Duce sofort nach Rom ge- rufen werden. Aber nein, es blieb bei einem Glückwunsch, und da es zweckmäßig ist, das Umgekehrte zu tun, wenn der Berg nicht zum Propheten kommen will, fuhr ich nach Desenzano. Es find das 692 Kilometer von Rom aus, man taut mit dem Auto zwei Tage daran herum. Berichten Sie bitte die bisher genannten Zahlen und erinnern Sie sich an die (Erregung, die die Menschheit ergriff, als ein Flugzeug Hum erstenmal die Stundengeschwindigkeit von 60 Kilometer erreichte, die heute unser Reisedurchschnitt im Wagen ist. Wieder vorher behaupteten die Aerzte, das Blut müsse einem Reisenden zu Nase unb Ohr herausfpritzen, wenn er tatsächlich so verrückt sein sollte, sich in den Dampfmagen zu setzen, der schneller sei als das schnellste Gespann . . . Der Wagen hielt vor dem Posten des Flugplatzes in Desenzano und ein Bajonett war dcr Meinung, ich hätte hier nichts zu suchen. Ich will Agello sprechen, sagte ich, den Maresciallo Agello. Das große Wort Marschall bedeutet im Italienischen nur Feldwebel, wenn es den unteren Rang betrifft, nicht Feldmarschall, ähnlich wie eine donna etwas anderes ist als eine Donna. Darauf kommt es im Lande Mus- folinis aber nicht an; was zählt, das ist der Mann, nicht der Titel. Agello kam heraus, ich grüßte und gratulierte, er dankte und sagte, er habe jetzt keine Zeit, er müsse noch arbeiten. Aber heute abend um 9 Uhr im Bör- fencafe, ja? * Die Arbeit der Schnelligkeitsflieger vom Gardasee besteht darin, tagtäglich mit dem Tod zu ringen. Scuola di »Alta Velocitä heißt diese Werkstatt, Schule für hohe Geschwindigkeiten. Hier wird nichts anderes gelehrt als die ständige Verbesserung der Maschinen und der Piloten, beide aus Höchstleistungen geschaltet. Wenn man um den Gardasee herumsährt, begegnet man nicht selten am Der ganz Vertiefte fuhr auf. Die Brille auf seiner Rase wackelte. „Das Bad —" sagte die Pfarrfrau sanft und machte eine erläuternde Handbewegung zum Fenster hin. Line winkt schon . . ." „3a — Dann gewiß —" meinte er ergeben unD legte Die HanDschrift weg. „Bisher war sie ganz ausgezeichnet," sagte Die Psarrsrau, — vielleicht etwas lang, aber ich bin überzeugt. Daß auch Das mir noch unbekannte EnDe vorzüglich gelungen ist. Gute Abschlüsse sinD ja immer Deine Stärke . . ." Der Pfarrer barg Die Brille sorgfältig in ihrem Futteral. „Danke Dir, Elisabeth." Das kleine viereckige Häuschen am Flußhang mit Dem schweren Ziegeldach, aus dem ein übergroßer, rauchgeschwärzter Schornstein ragte, - das war die Badestube. Hei, welch ein Getümmel gab es Da an Den SorabenDen Der großen Feiertage. Erst kamen die BruDer, Dann Die Schwestern an Die Reihe. Da standen sie nun, kinDlich mager, sehnig, gebräunt Don ©onnenglut, Staub unD Schmutz, in Dem flachen Bottich, währenD Die Mutter ihnen mit Dem Safi- w'sch Den Rücken scheuerte. Der Kachelofen zischte unD knackte; warmer Dampf kroch an Den feuchten Balken Der WänDe hoch und sammelte sich unter Der nieDe- ren Decke zu Dicken Wolken. Naß und seifig troff es von Den Haaren über Die Stirn und Die Nase. An Das Geplätscher Des Wassers, Das Schrubben unb Reiben, Das Geknister Der Holzscheite im Ofenloch aber klang — all Die verschieDenen Geräusche über- tonenD — Die unermüDliche sangesfrohe Stimme Der Mutter: „Die Bächlein rauschen in Dem SanD UnD malen sich unD ihren RanD Mit schattenreichen Myrkhen; Die Wiesen liegen hart Dabei Und klingen ganz vom Lustgeschrei Der Schaf und ihrer Hirten . . ." War das Pfingstbad beendet, so brannten im Pfarrhaus schon die Campen und warfen ihren gelb- roten Schein eine kleine Strecke weit über Die Gar- tenfteige. In Den Zimmern roch es nach Zitrone, KarDamom, Vanille unD frisch gestreutem Kalmus E AbenDtisch ftanD weißgedeckt, bestellt mit bunten Lehmschusseln unD geblümten Krügen. „Erst Die letzte Pflicht — Dann Das Vergnügen, Das Essen!" sagte Die Pfarrfrau. „Vater wartet schon." Die schlanken Stämmchen Der Birken über Die ©chultern gelegt, gingen sie nun eines hinter Dem anöern Durch Den in blaues Dunkel gehüllten Park schwer wie Samt hing Der nächtliche Himmel über Den Zürnen. Vereinzelt zirpten Sogelftimmen aus Dem bufjten Blattwerk. „Nun, meine Lieben," fragte oie Psarrfrau, „Drangt es euch nicht nach vollbrach. tem Tagwerk an Diesem köstlichen AbenD Den Herrn 3U loben?" — UnD schon begann sie. „Schmückt Das Fest mit Maien, lasset Blumen •3- . . _ . streuen, Z'mDet Opfer an. Denn Der Geist Der Gnaden hat sich eingeladen Machet ihm die Bahn!" Die Einleitung der Predigt mit ihrem „Erstens, Zweitens, drittens" war gerade verlesen, als Die Pfarrfrau in heller Erregung mit Dem Ruf: „Die Aichner, Die Hühner!" auffprang unD aus Der Tür lief. ,;Die Hühner!" — wenn Dieser Kampfruf ertönte, geriet alles in Sturmangriffsverfaffung. So faßte Denn Der Pfarrer auch jetzt unverzüglich nach feinem Stock und eilte hinter der Entflohenen her. Angstvolles Flügelschlagen, Gackern, Krähen und hetzende Kriegsschreie erfüllten Den bislang fo frieö- lid) träumenden Platz. Hochaufschwirrend retirierten diS-Verfolgten endlich über das Zaungestäbe. ©djon wollte der Pfarrer Vorschläge wegen Fortsetzung der unterbrochenen Predigt machen, als ein Gefährt um die Wegbiegung lenkte. „Kinder, die Maienrief die Pfarrfrau zum ^uchenfenster hinein, worauf Fürchtegott, Friedereich und Christine, Gotthold und die Magd, alles im Stich lassend, unter der Tür auftauchten und freudig in oie Hände schlugen. Ja, es war der alte Braune vom Pfarrhof, der den leichten Wagen 30g, auf dem die duftenden Birken aufgeschichtet lagen. Ein Dutzend Hände griffen zu. Schon waren die Bäume abge- laöen. In großen Kübeln sollten sie morgen vor Der Emgangstür in Den Stubenecken, auf Den Vortrep« P.en unb Fenstern stehen. Ein Teil jeDoch mürbe im schatten des Gesträuchs aufgestapelt, um hernach in Die Kirche gebracht zu werben. GebulDig harrend stand der Pfarrer immer noch am Zaun. „Wir können gleich fortfahren," tröstete ihn seine Gattin und eilte in die Küche, um dort erneut alles an seinen Plan zu stellen. Gleich darauf hörte sie wieder geduldig, geneigten Hauptes, die Hände im Schoß verschränkt, den weite- ren Ausführungen Der Predigt zu. Noch waren diese nicht zum Abschluß gelangt, als am Fenster ein Den bugeltes Antlitz auftauchte und lebhafte Blicke in Die Abgeschiedenheit Der Schreibstube fanDte. Um ruh'g begann Die Pfarrfrau auf ihrem Platz ru rucken. Endlich sagte sie leise: „Johannes---" J I Wie unbarmherzig hat sich Die JugenDbewegung gegen Den Internationalismus in Der Kunst, wie auch gegen Die Literaten von Kirchturmsweite gewanDt, um Den großen Raum, Der dazwischen lag, von neuem mit deutscher Kunst zu füllen — die Anfüllung zu erträumen. Ist es nicht heute so weit, daß aus diesen dreißig Jahren kämpfender Vorbereitung eine jungdeutsche Kunst in Prosa, Lyrik und Balladen aufspringt, vielleicht so stark, wie wir seit ber klassischen Zeit keine Literatur besaßen? Und selbst wenn die Gegenwart ihre Leistung über- schätzt, — erst nach einem Jahrhundert wird man über sie urteilen dürfen — fo wissen wir, daß diese Zeit Vorbereitung und Aufbruch war unb daß alles, was nach uns kommen wird, künstlerisch von dem abhängt, was heute mit Urgewalt auf- sprang und nach neuen Formen suchte. Wie sehr haben wir uns endlich umbie Landschaft bemüht, und sie jener Kultur gegenüber- gestellt, die sich deutsch nannte und doch nur die Meinung der Gelehrten am Schreibtisch oder die Welt einiger Großstädte war. Heute wird die geistige Wiedergeburt in die Hand der deutschen Stämme gelegt. Zugleich aber wurde unsere Furcht überwunden, daß partikulariftische Strömungen sich einst unserer Arbeit bemächtigen konnten. Dadurch, baß die neue Re- gierung die Einheit des Reiches im Statthaltergesetz sicherte, gab sie den Landschaften erst das volle Recht zum Bekenntnis zu sich selbst als Teil des Ganzen. Das Gewaltigste aber ist und bleibt Die innere 11 m ft e 11 u n g , Die sich im Einzelnen wie im ganzen Volk vollzogen hat unD Die Der echteste unD gewaltigste Ausdruck einer neuen Deutsche Wiedergeburt. Don Hans Fr. Blunck, Mitglied der preußischen Dichierakademie. Copyright by Nordische Gesellschaft, Lübeck. Nachdruck, auch auszugsweise, verboten. Man Darf schon heute rückschauend feststellen: eines Der sonderbarsten Ereignisse im Leben des Volkes war die deutsche Jugendbewegung, sie sprang kurz nach der Jahrhundertwende plötzlich auf unb ergriff fast zur gleichen Zeit und überall eine bestimmte Schicht in schule und Werkstatt. Und ie hat jene jungen Menschen und alles was später den Drei Gezeiten Der JugenDbewegung angehörte o unterschieDlich von anDern Teilen Des Volkes genagt, Daß man noch heute bei Menschen gleichen llters und gleicher Herkunft aus ber Begrünbung ihrer Meinung herleiten kann, ob Der Sprecher Die Erziehung Durch Die JugenDbewegung hinter sich hat oDer aus Den weltanschaulich älteren Kreisen stammt. Erstaunlich, fast unglaubhaft ist weiterhin, daß Diese Jugendbewegung wenig geistige Vorbereiter hatte, daß sie einfach geboren — gleichsam berufen wurde und daß ihre Leitsätze später tarnen als der Wille zu ihnen. — Die großen Wellen dcr Belegung sind dann sehr unterschiedlich. Die Träumer aus der Vorkriegszeit verwahren sich leidenschaftlich Dagegen, mit dem beschwörend aufklärerischen Geist Der Wanderer nach dem Krieg in Verbindung zu stehen. Und dennoch war jene zweite Welle nötig, sie hat zuerst Die ArbeiterjugenD erfaßt unD hat, oft wider Willen die Zusammenschmclzung aller Schichten in ber hündischen Jugend vorbereitet, die dann Das Dritte harte Geschlecht gebracht hat, bas Geschlecht Der Revolution von 1933. er echteste unD ge- .. ------ -------- Zeit wurDe. Wir Dürfen heute wieDer vom geistigen Reich Deutscher Sprache reDen, Das weit über Die Grenzen reicht, ohne von müDen Zweiflern auf Den Staat als einzige Form nützlichen Beisammenseins verwiesen zu roerDen. Wir Dürfen unser Volkstum bejahen unD versuchen es eigenwillig zu gestalten, ohne von giftigen Bemerkungen hauptstäDtischcr Literaten überschüttet zu werben. Wir Dürfen entgegen Der liberalen Epoche für unser Volkstum jenen ältesten Satz germanischen Rechtes als bin- DenD auffteücn: Wer nicht will Deichen, muß weichen. Das heißt: Wer nicht für Die Gemein- schäft lebt, hat kein Recht Den Schutz seines Voltes in Anspruch zu nehmen. Aber auch jenes anbere liegt Darin: Der sanfte Wille zur Gemeinschaft allein genügt nicht, jeDer packe an, jeDer suche seinen Platz zur Arbeit, jeDer hat zu kämpfen, Daß sein Leben für Die Gemeinschaft Frucht trage, jeDermanns Tag ge- hört Dem Volk. Nur wer betet, mag einsam vor seinen Gott treten. Pflicht nationaler Volksver. der Volk. werden deshalb diesem aufgerichteten Liebeswerke durch eine Spende in im den die Die Reichsregierung Adolf Hitler, Reichskanzler. Berlin, Pfingsten 1933. Der Reichspräsident von Hindenburg, Generalfeldmarschall. Ehrenpräsident des Deutschen Roten Kreuzes. erfüllung und unbedingten Zuverlässigkeit im Dienst am leidenden Volksgenosien. Das Deutsche Rote Kreuz erfüllt damit im höchsten Sinne die bundenheit. Alle Deutschen Zeichen des Kreuzes schuldigen Opferdank den. Es ist ein glücklicher Gedanke, den Rotkreuz t a g in diesem Fahre unter das Motto des Opfer da nkes für das Deutsche Rote Kreuz zu stellen und damit an die vielen Millionen Es mögen hier nur seine Rettungswachen und iln- fallmeldestellen erwähnt sein, deren Zahl rd. 30 000 beträgt und die im vergangenen Jahre 2,4 Millionen mal bei LInglücksfällen, Volksaufzügen, Katastrophen, Feuersbrünsten usw. in Anspruch genommen worden sind. Wer sich bei der Opferdank-Sammlung am Rotkreuztage der empfangenen Wohltaten durch das Rote Kreuz erinnert, hilft mit, diese Wohltaten unserem Volke weiter zu erhalten. Das Rote Kreuz dient allen. Wir begrüßen es, daß sich die SA., SS. und der Stahl- Deutscher zu appellieren, die in der Kriegs- und Nachkriegszeit der Opferwilligkeit des Roten Kreuzes Rettung, Pflege und Hilfe verdanken. Helm für die Opferdank-Sammlung zur Verfügung gestellt Haden. Vor allem durch den Aufruf des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers wird die Bedeutung klar, die das Deutschland der nativ- nalen Erhebung den Aufgaben des Roten Kreuzes beimißt. Wir sind gern bereit, für die Opferdanksammlung zum Rotkreuztage Spenden inderGe» schaftsstelle unseresBlattes entgegenzunehmen. Das Deutsche Rote Kreuz ruft zum Opferdank am Deutschen Rotkreuztag 1933 auf. Es ist ein Appell an alle, vornehmlich an die, welche in der Kriegs- und Nachkriegszeit dem Deutschen Roten Kreuz in irgendeiner Notlage des Lebens Rettung, Hilfe und Rat verdanken und ihm dafür ein O p f e r zu weiterer Hilfe an anderen schuldig sind. Unser Volk in allen Schichten blutet noch heute aus den Wunden, die ihm der Krieg geschlagen hat. Körperlicher und seelischer Verfall waren die Folgen in der Nachkriegszeit. Millionen streckten ihre Hände um Hilfe nach dem Roten Kreuz aus. Kaum einer ist in unserem Volke, der diese Hilfe nicht erfahren hätte. Die Schwestern und Sanitätsmänner des Roten Kreuzes sind volkstümliche Erscheinungen des öffent- lichen Lebens, zu denen feder Vertrauen hat. Ueber Wa Millionen deutsche Männer und Frauen haben sich zu gemeinsamem Wirken im Dienst des Roten Kreuzes zusammengeschloffen. Zu Zehn- tausenden ist die Jugend dabei. Alle setzen ihre Zeit und ihre Kräfte oft unter Gefahr des eigenen Lebens freiwillig für die Hilfe am Nächsten ein. Deutschland erkennt und würdigt das Rote Kreuz als ein Vorbild der Opferwilligkeit, Pflicht- Die Fugendabteilung schickt drei Mannschaften auf die Reife, die an den beiden Feiertagen mehrere Rückspiele erledigen. weit das Verbreitungsgebiet des „Gieh.Anz." in Betracht kommt) für das Dekanat Herborn- Pfarrer Werner, Eisemroth, Pfarrer Schlocker, Schönbach; für das Dekanat Biedenkopf: Pfarrer Geldbach, Dattenberg, Pfarrer Schüßler, Biedenkopf; für das Dekanat Gladenbach: Pfarrer Gründler, Königsberg, Bürgermeister Damm. Holzhausen. Die Aufnahme in die Glaubensbewegung „Deutsche Christen" kann bei den Verbindungsmännern erfolgen. Zum Gaukassenverwalter wurde Stühpunktleiter Bücherrevisor Koch, Strupbach bei Königsberg, ernannt. Aus der Ansprache des Pfarrers Gründler sind noch folgende Sähe hervorzuheben, die für die Einstellung der Glaubensbewegung zum Nationalsozialismus wichtig sind: 1. Die Glaubensbewegung „Deutsche Christen" glaubt, daß Adolf Hitler der unferm Volk von Gott geschenkte Führer zu neuer Zukunft ist. 2. Die Glaubensbewegung glaubt, daß die durch Adolf Hitler geschaffene Volksbewegung des Nationalsozialismus nicht nur das politische, sondern auch das geistig-seelische Leben des Volkes neu gestalten will. 3. Die Glaubensbewegung weiß mit dem Führer des Nationalsozialismus, daß eine solche geistig-seelische Erneuerung des Volkes nur von innen heraus möglich ist. 4. Die Glaubensbewegung sieht es deshalb als ihre Aufgabe an, mit den Kräften des Evan- geliums an solcher Erneuerung mitzuarbei^en und so auch dem Nationalsozialismus einen brüderlichen Dienst zu tun. G. A.-Sport. Neuordnung in der NT. Der Führer der Deutschen Turnerschaft, Edmund ?Z>orf c.rIäßt folgende Verfügung: „3a> bestimme, daß in Liebereinstimmung mit den Richtlinien des Herrn Reichssportkommissars unsere bisherigen Kreise von jetzt ab Gaue heißen. Entsprechend heißen die bisherigen Kreisvertreter G a u f ü h r e r. Die weiteren Unterteilungen ^ihen: Bezirke (die bisherigen Gaue) Krerse (die bisherigen Bezirke). An eine Neu- einteilung der nunmehrigen Gaue soll erst nach dem Stuttgarter Turnfest herangegangen werden." Spielvereinigung 1900 Gießen. Fugendfpiele. DieRichtlinien der Glaubensbewegung „Deutsche Christen" im Gau Nassau-Nord Wer zum Volke steht, hat An. spruch auf Dank, Anerkennung und Vertrauen durch das " Sammlung am Rotkreuztage bezeugen. Die Sammlung dient zu weiterer Hilfe in Krankenpflege, im Rettungsdienst und auf den vielen anderen Gebieten der Fürsorge. Die Sammlung wird ehrenamtlich durchgeführt. Außer den Helfern und Helferinnen der Rotkreuz, vereine werden sich SA.» und SS.-Männer sowie der Stahlhelm daran beteiligen. Wir fordern die Bevölkerung auf, einmütig ihren Opferdank am Rotkreuztage darzubringen. . 5- Die Glaubensbewegung „Deutsche Christen" in Nassau kämpft für den äußeren Neuaufbau der evangelischen Kirche. Sie fordert den Zusammenschluß der 23 evangelischen Landeskirchen zu einer evangelischen Reichskirche unter einheitlicher geist- Uer Führung. Dieser Reichskirche ist die neu zu schaffende groß-hessische Kirche als Kirchenland einzugliedern. . 6- Die Glaubensbewegung „Deutsche Christen" m Nassau lehnt fürs erste die Mitwirkung von Synoden und kirchlichen Körperschaften an dem ^formtverk der Kirche ab. Sie bekämpft den demokratischen Parlamentarismus innerhalb der Kirche, weil er die Einheit der Kirche auflöst und ein zielbewußtes Handeln der Kirche unmöglich macht. Erst nach erfolgtem Neubau der Kirche ist um ihres notwendigen inneren und äußeren Ausbaues willen eine kirchliche Neuwahl erforderlich. Bis dahin erstrebt die Glaubensbewegung Deutsche Christen" die Auflösung aller kirchenpoli"tischen Gruppen innerhalb unseres Kirchengebietes damit es zu einer einheitlichen kirchlichen Willens- bildung und Vertretung des Kirchenvolkes kommt. 3n der neuen evangelischen Kirche darf es kirchenpolitische Zerrissenheit nicht mehr »eben denn sie ist unevangelisch und nur dazu angetan’ das Volk der Kirche immer mehr zu entfremden. i. Die Glaubensbewegung „Deutsche Christen" m Nassau begrüßt alle auch außerhalb ihrer Organisation aufbrechende kirchlich-theologische De- fInnung, wie sie sich z. V. in den Tl>sen der „lungreformatorischen Bewegung" kundgibt. Sie lehnt aber scharf jeden Versuch ab, in Verbindung Was zählt, ist nicht das Opfer, sondern die Tat. In 28 Minuten überflog Chavez als erster die Alpen und starb in der neunundzwanzig- sten beim Landen, starb nicht an Wunden, sondern am Uebermah der Anspannung. Wie der Lauser von Marathon. Wie die Rekordmaschinen sterben nach einer Stunde^unerbittlicher Ausbeutung. Am nächsten Morgen, als wir die Gardesana fuhren, diese Wunderstraße rings um den See, gewahrten wir im Blau einen roten Punkt. In der nächsten Sekunde stieß er, zum Flugzeug werden, auf den Wasserspiegel herab, wurde haarscharf darüber zum Brandpfeib Das war Francesco Agello. Er arbeitete wieder. Opferdank am Deutschen Rotkreuztag 1933 Sonntag, 11. Juni 1933. Adler von dem Walde her über das Wasser ziehen, sah sein Rütteln über dem entdeckten Fisch, das fast senkrechte Herunterschießen und Verschwinden in und das sich Wieder-heraus-arbeiten aus den Fluten. Zuerst ein Fehlstoß, bann aber mit dem zappelnden Karpfen in den Fängen, den er allerdings im Fluge über Land bei der Abwehr neckischer Krähen bald wieder verloren und nicht wieder auf- genommen habe. Dieser Gast soll mehrere Tage auf icmen Streifzügen den Frischborner Weiher mit einer gewissen Regelmäßigkeit ausgesucht haben, bis ihn sein Wandertrieb offenbar dazu bewegte, anderswo stiller Teilhaber an einem Fischwa ser zu werden. Zu dem interessanten Aufsatz des Herrn Dr. K. R. P,1 fcher in Nr. 117 des „Gießener Anzeigers" über „Fischadlervorkommen in Ober» Denen" möchte ich zwei kleine Beiträge liefern, war, wie ich aus meinen ornithologischen Aufzeichnungen ersehe, am 7. April 19 08. Ich ,n ber Frühe am Ufer des inmitten oon Waldungen gelegenen; sogenannten Lehn- i-n'mr $ e irf)es, eines damals einsamen, stil- Ä?» !n dem die Fischerei in Selbstverwal- 5 6-axte5 vUF$ die zuständige Oberförsterei wird und sah den auf dem Wasserspiegel Krickenten und grun- Wasserhühnern zu, die dort ihr Wesen trie- un?" ^em Male wurden die Teichbewohner erÄ!? verschwanden im deckenden Schilf. Da faum Baumeshöhe, die Was- Sidjenranb lammen meiterftreidjenb — Seinen h,rn^n,,Uni,e1n\G5 unterliegt keinem gSe" duo der Bogel auf dem Zuge war und sjcki nun vorübergehend in diesem Gefilde aufgehalt st hat Son t h°tte wohl das Wassergeflügel ^w7n? es an seine Iagdzuge gewohnt gewesen wäre und von seiner Ungefahrlichkeit ihm gegenüber gewußt hätte fc-ueinJ!n&erls Gebaren an den Tag gelegt. Gerne SinJl Ic?'f*0\bc2 l!?l3en Füeger beim Schlagen eines Fisches beobachtet, doch dies war mir nicht oergonnt. Es war übrigens das einzige Mal baß Z) den der Binnenfischerei nachteiligen Adler mit \n "?ferem Oberhessen angetroffen habe Als Brutvogel wird er in der engeren Heimat kaum Vorkommen. 1 '3on einem weiteren Auftreten des Fischadlers zur Zugzeit konnte mir Forstsekretär L i st, E r ü n- b 9 - berichten. Dieser hatte während seines Oster» ® Utf' an einem Vormittage beim Fischfang in einem Weiher dicht bei Frisch- born im Vogelsberg zu begegnen. Er sah den Dann sprach der kleine große Pilot — und jetzt Der Aufruf des Reichspräsidenten von H i n - leuchteten seine Augen auf — von seiner denburg und des Reichskanzlers Hitler zum Braut, einem unerhört tapferen ßuftmäbel, das Rotkreuztag am morgigen Sonntag wird in allen mit den Geschichten dort oben im Blau so vertraut Kreisen der Bevölkerung lebhaften Widerhall fin- ist wie andere mit ihrer Nähmaschine. Und dann — — - - ■ - - — ■ kam er auf die Flugzeuge zu sprechen und in seinen , Augen sprühten elektrische Funken. Mit den Rekvrd- maschinen ist das ungefähr sv wie mit dem Läufer von Marathon, siegmeldend sterben sie. Flieger und Ingenieure arbeiten ständig zusammen, die Flügel des Menschen nach jeder neuen Reißprobe zu verbessern. Wenn sie bei 2500 PS. angelangt sind, wollen sie 2900, und nach 3000 Touren müssen 3200 erreicht werden. Die Lebensdauer eines solchen Motors, sagt der Pilot trocken und schaut dem Zigarettenrauch nach, beträgt knappeineStunde. Dabei kostet er Hunderttausende von Lire. hcmmi ^Lyt'uung uno Erweckung zu rufen. Mit A.efer Arbeit will sie weder die Politik in die tragen, noch einer bloß persönlichen Frörn- migkeitspflege dienen. Damit dient sie sowohl dem Dau des Reiches Gottes auf Erden, wie auch Volkstums" ®rncuerun9 unseres gottgeschaffenen einem Denn zumute sein? Man holt eben das Mögliche aus der Kiste heraus und später erfährt man ob cs geklappt habe oder nicht. Er zum Beispiel habe zwar das bestimmte Gefühl gehabt, schneller als je geflogen zu sein, aber drunten spielten sie ihm den Schabernack, mit unzufriedenen Gesichtern herumzulaufen. Als ihm dann das Herz in den Hals rutschte, wurde er auf einmal stürmisch umarmt und abgeküßt -- Na schön. Damit werden aber, sagte ich, meine Leser nicht zufrieden sein. Diese neugierige Rasselbande will wissen — ob Sie es nun glauben oder nicht, Maresciallo — w i e das i st, wenn man so “I« OeidmS durch dl- Sufi zischt, |o (f(f—fffffffffI (rr druckte und schluckte, grübelte und kramte verzweifelt in seinen Hirn- und Gemütsschubladen her- um, brachte aber mit dem besten Willen nichts Besonderes heraus. Aber der Luftzug I half ich nach. Luftzug?? Er sitze doch hinter Glas und Rahmen wie ein Oeldruckl Nicht, daß die Maschine etwa eine geschlossene Kabine hätte, nein, aber der Autofahrer spüre doch auch nichts hinter der Windscheibe. Na — und nebenher, zu beiden Seiten? Ja, da zische es allerdings gewaltig vorüber, den Arm dürfe man nicht hinausstrecken Damit verließ er die ihm sichtlich unangenehme, unvertraute psychische Atmosphäre und steuerte in die technische, sein Element. Die Maschine habe Nei- > gung gehabt, z u ft e i g e n , was verhindert werden mußte, da die für Rekorde vorgeschriebene Höhe nur 150 Meter beträgt. Gemessen wird in der Geraden, auf drei Kilometer Länge, die viermal gestoppt werden. Der Gefchwindigkeitsdurchschnitt ergibt dann die Rekordziffer. In der ersten Runde wurden 678 Km. verzeichnet, in der vierten 692,529. Rekord: 682,403. Bald werden es 700 fein, bald 1000 und schließlich kommt der Tag, wo der Mensch den Schall seiner Maschine einholt. Das heißt, er hört zunächst gar nichts mehr, weil das Geräusch weit hinter ihm zurückbleibt, bei der nächsten Runde aber I hat er es vor sich! Da die Schallgeschwindigkeit bei I trockener Luft 330 Meter in der Sekunde beträgt, bei I feuchter mehr, muß ein Flugzeug also eine Geschwindigkeit entwickeln von--aber nein, warum soll I ich den Lehrern diese hübsche Examensfrage weg- I nehmen? 60 Jahre Kriegerverein Lich. * Lich, 2.Juni. Der Kriegerverein Lich feiert am 17. und 18. Juni fein 6 0 jähriges Bestehen, verbunden mit dem Bezirkskriegerfest des Bezirks Lich. Den Festlichkeiten voraus gehen am Samstag die Gedächtnisfeiern an den Kriegerdenkmälern von 1870/71 und 1914/18. Am Sonntag findet ein Festgottesbienst statt. In ben einzelnen Ausschüssen wirb fleißig gearbeitet. Der Bericht bes geschäftsführenben Ausschusses eröffnet vielversprechende Aussichten. Es liegen bis jetzt 20 Zusagen auswärtiger Vereine vor. Formatio- nen ber nationalen Bewegung werben zur Stelle fem. Die gesamte Kapelle bes 1. Satt. Jnf.-Rgt. 15 in Gießen stellt bie Festmusik. Als Festrebner ist Herr Stiftspfarrer D r a u b t gewonnen. Das Fest IPielt sich in der hiesigen Turnhalle unb bem an» grenzenben Garten ab. Besonberes Interesse bringt man bem Festzug entgegen, ber allerlei Gruppen ^'weifen w,rb. Sie ganze Feier soll ein Bekennt» Vaterland unb zu unserem Volks» ^bolf Hitler sein. Unseres greisen Reichs» prasibenten, Generalfeldmarschall v. H i n d e n» fBeretyruna gedacht werden. Das ZEtmat hat Se D. Fürst Reinhard zu o hensolms - Lich übernommen, ge- 6^06 unb ^-w°ru°hm°n- z°>l,ch-n mit solcher Besinnung den Keim zu neuer kirchlicher Zersplitterung zu legen. Das Gebot der Stunde ist Einheit! Die Glaubensbewegung „Deutsche Christen" hält dafür, daß ein wirklicher Neubau der Kirche nur in enger Zusammenarbeit mit der Glaubensbewegung „Deutsche Christen" möglich ist. Sie weiß, daß das begeistert hinter Adolf Hitler stehende Volk es bei Gelegenheit einer kirchlichen Neuwahl nicht -wird verstehen können, wenn ihre Pfarrer sich einerseits zu dem Führer des neuen Reiches bekennen und sich andererseits der kirchlichen Einheitsbewegung Adolf Hitlers mit einem Ruf zu anderweitiger Sammlung in den Weg stellen Nicht die Programme entscheiden, sondern die hinter sie tretende Kraft, die auch zu ihrer Durchführung befähigt ist. Diese Kraft steht allein hinter der Glaubensbewegung Deutsche Christen" Darum ist sie der SammelpunÜ aller wirklich aufbauwilligen und ausbaufähigen Kräfte. 3m Anschluß daran fand nach einer kurzen Aussprache eine geschlofseneMitglieder- Versammlung statt, in der organisatorische Fragen besprochen wurden. Es wurden für die einzelnen Dekanate Verbindungsmänner ernannt, und zwar (so- Fischadler über Oberheffen Von Oberforstmeisier Eckstein, Grünberg. Man berichtet uns: Der Leiter der Glau- be n sb e weg ung „D e u t sch e Chri st e n" im G a u Nassau-Nord, Pfarrer Gründler, Königsberg (Wetzlar-Land), gab vor einer von Pfarrern und Gemeindegliedern stark besuchten Versammlung im Herborner Vereinshause die Richtlinien bekannt, nach denen die Glaubensbewegung „Deutsche Christen" im Nassauischen Kirchgebiet zu arbeiten gedenkt. Die von allen Teilnehmern mit Zustimmung aufgenommenen Richtlinien haben folgenden Wortlaut: . l- Die Glaubensbewegung „Deutsche Christen" in Nassau ist herausgeboren aus dem großen nationalen und kirchlichen Aufbruch unseres Volkes. Sie untersteht der Führung der Reichsleitung. 2 Die G aubensbewegung „Deutsche Christen" in Nassau stellt sich bewußt auf den Grund des Be- kenntnisses zum gekreuzigten und auferstandenen, in Wort und Sakrament gegenwärtigen Herrn der Kirche. Sie sieht allein in den reformatorischen Vekenntnissen den Boden, von dem aus der Weg zu einem einheitlichen evangelischen Bekenntnis der Gegenwart gesucht und gefunden werden muß. 3. Aus dem Boden dieses Bekenntnisses will die Glaubensbewegung „Deutsche Christen" dem gesamten dnitschen Volk die Schicksalsverbundenheit unserer Kirche mit deutscher Art und deutschem Wesen deutlich machen. Sie will unser Volk mit all seinen in der nationalen Erneuerung aufbrechenden Kräften auf den tiefsten Quell aller Erneuerung Hinweisen und das Kirchenvolk zur ""d ®ut Mitarbeit am Dau eirfer starken geschlossenen Volks- und lebensnahen deutschen evangelischen Reichskirche sammeln. rerc 'ucuckspiele erledigen. ' I 4. Die Glaubensbeweguna „Deutsche Christen" -Dia 1. Fugend, die die ursprünglich vorgesehene oel)t e8 als ihre missionarische Aufgabe an, das Zahrt nach Wurzburg-Fürth wegen Absage eines durch das große nationale Erleben zu innerst auf» Gegners aufgeben muß, weilt am 1. Feiertag gewühlte und erhobene deutsche Volk zu einer in- als Gast bei den Kickers in Offenbach a M Sie "eren Erhebung und Erweckung wird dort einen recht schweren Stand haben und ‘ wohl kaum den Vorspielsieg wiederholen können. Der Gegner des zweiten Tages ist die A-3ugenb öon Blauweib (Bürgel), gegen den die Gießener bisher noch nicht spielten. Die zweite Fugend ist Gast der 1. Fugend von Germania (Fulda). Das Vorspiel in Gießen ver- loren die Hiesigen nur knapp mit einem Tor iln- terfdjieb. Ob es auf des Gegners Platz zu einem Siege reicht, ist sehr fraglich. Am 2. Feiertag tyielt die Elf gegen die 1. Fugend von Horas. Die Schüler erledigen ein Rückspiel in Burg- solms. üte bleiben bet dem Gastgeber über Nacht und machen von dort am 2. Feiertag eine Wanderung nach Braunfels. * F^.Teutonia" Watzenborn-Steinberg Für den ersten Pfingstfeiertag haben sich die Teutonen einen sehr spielstarken Gegner verpflichtet. Die erste Mannschaft des Ballspiel- Vereins 07 Köln wird als Gast gegen die erste Elf der Teutonen spielen. Wenn die Platzmannschaft auch seither in beständiger Form gute Leistungen zeigte, so ist sie diesmal vor eine sehr schwere Aufgabe gestellt. Die Mannschaft wird alles aufbieten müssen, um ein ehrenvolles Ergebnis zu erzielen. Vor allem erwartet man ein spannendes Treffen. Auch die Fugendmannschast hat sich eine sehr schwere Aufgabe gestellt. Sie empfängt an gleichem Tage die erste Fugendmannschaft des Sportvereins Wiesbaden-Biebrich. Sprechstunden der Redaktion. H.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen 21 njeigen auf träge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Ser reichste Zankier der West vor den Richtern. Dieses Bild aus der Verhandlung gegen den amerikanischen Großbankier Morgan gibt einen treffenden Eindruck von den amerikanischen Gerichtssitten. Morgan, dem durchaus schwerwiegende Verfehlungen vorgeworfen werden, wird von dem Vorsitzenden des Gerichts auf gesellschaftliche Weise begrüßt. und selbst der S t a a t s a n w al t, der im nächsten Augenblick Enthüllungen über das Finanz- gebaren Vorbringen wird, schenkt seinem Opfer ein überaus freundliches Lächeln Wen hat Morgan mit Aktien versorgt? Die Politischen (Geschäfte des amerikanischen Bankkönigs. Washington, 2.Juni. (WTB.) Die heutige Sitzung des Morgan-Untersuchungsausschusses gehaftete sich insofern sensationell, als Senator Reynolds die Frage aufwarf, ob die Firma I. P. Mor- gan an den König von Belgien. Musfo- lini und eine Reihe französischer Po- litiker Aktien zu Vorzugspreisen geliefert habe. An die Morgan-Grensell-Company in London soll I. P. Morgan 15 000 Aktien der United Corporation im Werte von 1225 000 Dollars geschickt und in England und Frankreich zu Vorzugspreisen angeboten haben. Die Frage, ob er wisse, wem diese Aktien angeboten worden seien, verneinte der Teilhaber Morgans, Whitney, erklärte sich aber bereit, dem Ausschuß hierüber eine genaue Aufstellung vorzulegen Von irgend welchen Aktienangeboten des Hauses Mor- gan an die obengenannten politischen Persönlichkeiten ist dem Befragten nichts bekannt. Senator Reynolds bemühte sich weiter, die Finanzpolitik der Wall-Street und besonders des Kaufes Morgan als eine Intrige darzustellen, deren Ziel die Abschaffung der Kriegsschulden zur Rettung iyre r Kapitalanlagen m Europa gewesen sei. Vorwürfe dieser Art sind der Hochfinanz ja schon seit langem aus den Agrarstaaten des Mittelwestens und all den Kreisen gemacht worden, die gegen eine europaorientierte Politik der Vereinigten Staaten eingestellt sind. Whitney betonte in seiner Antwort, daß die Verteilung der erwähnten Akten nichts mit der Kriegsschuldensrage zu tun habe und in keiner Weise amerikanische Interessen verletzt habe. Wie aus seinen Aussagen weiter hervor- ging, hat der in den ersten Paniktagen des Herbstes 1929 zur Stützung der plötzlich völlig zusam- mengebrochenen Börse gebildete Bankpool über Aktiven in Höhe von 250 Millionen Dollars verfügt. I. P Morgan & Co. hätten damals Aktien zum Gesamtwert von 137 752 705 Dollars gekauft, obwohl sie mit einem Verlust rechneten. Beim Wiederverkauf dieser Aktien im Jahre 1930 habe die Firma wider Erwarten doch einen Gewinn von über einer Million Dollars erzielt Oberheffen. Landkreis Gießen. ♦ Wieseck, 3. tJunl. Die Wiesecker Lichtspiele bringen ab Dienstag. 6. Juni, den Fllm aller Deutschen ..Blutendes Deutschland". Wohl selten hat ein Film ein solches Echo gesunden wie dieser. Der Besuch ist jedermann wärmstens au empfehlen- Der Karten-Voroerkauf durch die SA. hat — wie man uns schreibt — bereits rege eingesetzt. lieber die Pfingstseiertage läuft der Hans- Albers-Film „F. P. 1 antwortet nicht." Wer zwei Stunden bester Unterhaltung sucht, versäume dieses Programm nicht, das noch durch die neue Wochenschau und einen Kulturfilm berichert wird. Die Wie- secker Lichtspiele stellen erneut ihren Willen, nur das Beste zu bringen, unter Beweis. Bild und Ton sind in den Wiesecker Lichtspielen als erstklasiig bekannt. X Wieseck, 3. Juni Unfer Mitbürger, der frühere Schuhmacher Adolf Rau, kann am Dienstag, 6.3uni, in körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische seinen 8 0. Geburtstag begehen. * Alten-Buseck, 3. Juni. Am zweiten Pfingst- feiertag hält der Kegelklub „Gut Holz" seine Bannerweihe, verbunden mit großem Preiskegeln, ab. Der Klub ist 1905 gegründet und hat dank guter Führung seitens des Vorstandes in den legten Jahren eine achtenswerte Höhe erreicht. Das Ban- ner ist von der Firma H i s g e n (Lich) geliefert und auf besten Zufriedenheit ausgefallen. (Siehe heutige Anzeige.) 4- (B r ü n b c r g, 1. Juni. Für den am 1. Juni freiwillig in den Ruhestand tretenden Rektor Ben- der fand in dem Schulsaale, in dem er bis zuletzt wirkte, eine würdige und eindrucksvolle A b • s ch i e d s fe i e r statt. In dem mit Bildern des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers, mit schwarAweißroten und Hakenkreuzfahnen sowie mit rotweißen Fahnen und einem Flor Blumen reich geschmückten Saale waren außer den Schulkindern, das Lehrerkollegium, sowie Bürgermeister Dr Mild- ner, Beigeordneter Böß. Dekan Schmidt, Oberrealschuldirektor H ü t h w o h l und Vertreter des Gemeinderates und des Schulvorstandes anwesend, ein Teil der Anwesenden trug das Braunhemd. Ansprachen hielten: Schneidermeister Stein für die Ortsgruppe der NSDAP., Lehrer Roth für die Volks- und Berufsschule, Bürgermeister Dr. Mild- ner für die Stadl. Oberrealschuldirektor H ü t h - wohl für die Oberrealschule, da Herr Bender lange Jahre als Hilfslehrer für Singen an dieser Anstalt tätig war, ferner Dekan S ch m i d t für den Kirchen- Vorstand. Aus allen Ansprachen klang heraus, welcher Wertschätzung sich der Scheidende erfreut, besonders wurde darauf hingewiefen, daß er schon lange vor dem 30. Januar wohl als einer der ersten sich im nationalen Sinne betätigt habe. Aus diesem Grunde ließ ihm das Lehrerkollegium auch ein Bild Adolf Hitlers überreichen. Umrahmt wurden die Ansprachen von Gesängen und Gedichtvorträgen der Schulklasse. Bewegten Herzens dankte Rektor Bender für die ihm dargebrachte Ehrung. — Rektor Ben- der war seit 1. Oktober 1909 an der Schule in Grünberg tätig, feit 6 Jahren bekleidete er den Poften eines Rektors, vorher wirkte er in Stangenrod und Wettsaasen Er verließ 1889 das Lehrerseminar in Friedberg und kann daher auf eine 44- jährige Tätigkeit als Lehrer zurückblicken. II Grünberg, 1. 3uni. Am vorigen Sonntag fand hier eine außervrdenlliche Bezirks- t a g u n g des Bezirks Grünberg der Kriegerkameradschaft „Hassia" statt. Der erste Borfitzende Lehrer Roth begrüßte die Kameraden und wies aus die Rotwendigkeit der Gleichschaltung hin. Einstimmig wurde Lehrer Roth zuty Führer des Bezirks gewählt. Hierauf ernannte derselbe den weiteren Bezirksvorstand- Wesentliche Aenderungen traten nicht ein. Mit einem dreisachen Hoch auf das deutsche Vaterland und mit dem Deutschlandlied wurde die Tagung beschlossen. O Holzheim, 2. Juni Bei dem Gewitter, das gestern zwischen 14 und 15 Uhr über un- ferm Orte tobte, schlug der Blitz in dieTrans - sormatorstation. Die Wirkung war dermaßen stark, daß sämtliche Sicherungen ganz her- ausslogen. Einzelne weggcschleuderte Schiefer des »elektrischen Häuschens" durchschlugen an einem Rachbarhause die Fenster. In den umliegenden Wohnungen fielen mehrere Schulkinder vor Schrecken um. Zahlreiche Lichtsicherungen und solche an Radioapparaten wurden zerstört. * Eberstadt, 2. Juni. Dieser Tage veranstaltete der hiesige Turnverein »Gut-Heil" in seiner Turnhalle eine würdige Feier zum Gedenken des Freiheitshelden Albert Leo Sch läge t e r. Rach einem gemeinsamen Lied schilderte Oberturnwart Heinrich R e i t s ch m i d t das Leben des jungen Helden und ermahnte, stets zur Sache des Vaterlandes in unerschütterlicher Treue zu stehen. Rach einer Minute des Schweigens sand die Feier mit dem Deutschlandlied ihr Ende. Kreis Friedberg. WER. Bad-Rauheim, 2. 3uni. 3n Rieder-Mörlen, einem überwiegend katholischen Rachbarort, ist Bürgermeister Mobs aus der Zentrumspartei ausgetreten und hat gleichzeitig sein Kreistagsmandat niedergelegt. Kreis Büdingen. rl. Büdingen, 1. Juni. Die biologische Arbeitsgemeinschaft in Verbindung mit Mitgliedern des BV. Ortenberg des Deut- schen L e h r e r v e r e i n s für Naturkunde veranstaltete gestern einen Lehrausflug in die Wälder zwischen Hirzenhain und Wenings, sowie an die Bahndämme bei Gedern. Führer war Professor Dr. Spilger (Darmstadt), der neuerdings vom Hessischen Kullusministerium ernannte Leiter des Bun- des für Heimatschutz. In den Wäldern konnten die Uebergänge der wärmeliebenden Flora der Wettecau in die „montane" des Vogelsberges beobachtet wer- den: an den Bahndämmen galt cs, die Entwicklung der sog. adventiven Flora sestzustellen, also die Verbreitung orts- und landfremder Pflanzen, die gerade durch die Eisenbahn feit den letzten Jahrzehnten und Jahren eingeschleppt werden. Etwaige diesbezügliche Beobachtungen in unserem Gebiet wolle man Lehrer Schnicrle (Bleichenbach) mitteilen. ' Ridda, 1. 3uni. An den letzten Sonntagen und am Himmelfahrtstage hielt die hiesige Schühengese11 s ch ast ihr diesjähriges Haupt- und Königsschieben nebst einem Kleinkaliberpreisschiehen ab, wozu sich auch viele Schützen von Schotten, Laubach, Gedern. Ortenberg und anderen Orten eingefunden hatten. Die regen Wettkämpfe wurden mit großem 3ntereffe von der Zuschauermenge verfolgt. Für Grohkakiber wurde Ver- messungsinspektor Wenzel von hier und für Kleinkaliber Finanzkassebeamter Heinz Pieif- f e r von hier Schützenkönig. Die ersten Preise erregen auf Wehrmannsscheibe, 175 Meter kniend freihand, Albert Spengler: aus Festscheibe, 175 Meter stehend freihand, Apotheker Schuster: auf Glücksblättchenscheibe, 103 Meter aufgelegt, Cteinbruchsbesiher Ricke!, Ober-Widders- Heim: auf Festscheibe, 103 Meter aufgelegt, Gastwirt Stahlhofen: auf Musterscheibe, 100 Meter aufgelegt, W. Diehl, Gedern; auf Klein* kaliber, 175 Meter stehend, Vermessungsinspektor Wenzel, Landwirt Ludwig Lupp und Finanz- fefretär Karl Pfeiffer. Auch ein Kinderschießstand war zum ersten Male für Luftgewehre und Bolzen eingerichtet, der von der 3ugend stark in Anspruch genommen wurde Die ersten Preise erhielten die Knaben G- C o st, Heinrich Zube und Erwin Em r ich von hier bei der höchsten Ringzahl von 35. Es wurden 25 Knaben und Mädchen mit Preisen bedacht. rl. B l e i ch e n b a ch , 27. Mai. Im geschmückten Saale der Gastwirtschaft G r a u l i n g hatten sich dieser Tage die Mitglieder des hiesigen Turnvereins versammelt, um dessen Leitung nach den neuen Führungsgrundsätzen umzugestalten. Die Ansprache des seitherigen 1 Vorsitzenden, Landwirts Karl Heß II., gab einen Rückblick auf die Wochen des politischen Aufbruchs der Nation und dessen Auswirkungen auf die Weiterentwicklung des Vereins unter den neuen Verhältnisien Im Anschluß daran wurde der seitherige 1. Vorsitzende einstimmig zum Führer gewählt: er konnte seine Bestäti- gung durch den Gauleiter sofort verlesen. In feierlichen Worten gelobte der nunmehrige Vereins- sichrer, sein Amt nach den neuen Richtlinien zum Denkt an die „Stiftung für Opfer der Arbeit"! Einzahlungen an Reichskrebitgesellschasl Berlin W 8, Behrensslraße 21/22, sowie auf deren Reichs- bankgirokonlo und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Kontobezeichnung: „Stiftung für Opfer der Arbeit". Wohle des Vereins und des Vaterlandes zu führen; stillstehend nahm die Versammlung das Gelöbnis entgegen. Zum Oberturnwart wurde Gustav Kraft I. bestimmt, die Aemter des Schatzmeisters und des Schriftführers liegen vereinigt in den Händen von Otto Grauling II., die Arbeit des „Dietwarts" (völkischen Wortes) wird Lehrer Schnierle versehen. Turner-, Horst Wessel- und das Deutschlandlied umrahmten die würdig verlaufenen Verhandlungen. — In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden zu nichtständigen Mitgliedern des örtlichen Schulvorstandes gewählt Schmiedemeister Ernst Naumann, Landwirt Gustav Heß. Steinmetz Otto Hetz und Landwirt Ludwig Herrnbrodt. # Hirzenhain, 31. Mai. Anläßlich der Frühjahrstagung der Kriegcrkamerad- schast „Hassia", Bezirk Ortenberg, wurden durch den Ehrenvorsitzenden Lehrer i. R. Keller im Auftrage des Präsidiums den Kameraden Kaspar Winter IX., Ober-Seemen, und Heinrich Bach VIII., Ober-Seemen, Auszeichnungen für treue Verdienste im Kriegervereinswesen verliehen. Beide erhielten die „Hassia"- Ehrenmünze. Kamerad Ludwig F e h h , Lißberg, wurde mit dem Hassia-Ehrenkreuz bedacht. Kreis Schotten. o Laubach, 2. 3uni. Forstassessor Willy Ostheim aus Bensheim ist mit Wirkung vorn 1. 3uni an zum Graf zu Solms - Laubach s ch e n Oberförster ernannt worden. )—( Ruppertsburg, 29. Mai Geleitet von dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats K. S ch l ö r b hielt die hiesige Spar» und Darlehns- taffe dieser Tage ihre 41. ordentliche Generalversammlung ab. 3n seiner Eröffnungsansprache gedachte der Leiter der im letzten Jahre verstorbenen Mitglieder Wilhelm Seipl-, Heinrich Stork und Hermann Müller. Dem Rechenschaftsbericht ist zu entnehmen, daß die Zahl der Kassenmitglieder nach Awei Zu- und drei Abgängen im vorigen 3ayre jetzt 65 beträgt. Die von dem Rechner W. Lehrll. erstattete Rechnungsablage ergab eine Aktiva von 64 271 Mk. und eine Passiva von 63 757 Mk. Von dem Reingewinn in Höhe von 513 Mk. erhielt laut Beschluß jeder Genosse 2 Mk. Der Rest wurde je zur Hälfte dem Reservefonds und der Detriebs- rücklage zugewiesen. Bei den nun folgenden Wahlen des gesamten Vorstandes und Aufsichtsrats wurden alle seitherigen Mitglieder wieder- gewählt. Dem Vorstände, der sich über die Hälfte aus Parteimitgliedern der NSDAP, zusammen- setzt, gehören an: Heinrich Böcher, Direktor; Wilhelm Lehrll., Rechner, und die Beisitzer Karl Konrad, Georg Diehl und Wilhelm Blei. 3n den Aufsichtsrat wurden gewählt: Karl Schlörb 1.. Friedrich Hussel, Konrad Högh 111., Heinrich Decker, Hermann Marx und Otto Wagnerl. ch Babenhausen II, 1. Juni. Dieser Tage veranstaltete hier die Ortsgruppe Bobenhausen der NSDAP., zu der auch die Orte Wohnfeld und Höckersdorf gehören, eine Schlageter-Ge- b e n t f e i e r. Die Teilnehmer kamen in Fackelzügen zum zentral gelegenen Berg. Der kommissarische Kreisobmann der NSDAP., Lehrer Kratz (Wohn- seid), hielt eine Ansprache, in der er zunächst von den Helden der deutschen Geschichte sprach und dann der Gefallenen des Weltkrieges, besonders der Toten von Langemarck, gedachte. Die Kameraden der Krie- geroereine gaben als besondere Ehrung der Gefallenen drei Salven ab. In seinen weiteren Ausführungen gedachte der Redner des Freiheitshelden Albert Leo S ch l a g e t e r und beschloß seine Ansprache mit einem „Sieg-Heil!" auf den Volkskanzler Adolf Hitler. Spontan wurde hierauf das Horft-Weffel- Lied gesungen. Die Feier nahm einen eindrucksvollen, würdigen Verlauf. -ft: Mittel-Seemen, 31. Mai. 3m Beisein mehrerer Mitglieder des Vorstandes des .Hassia"- Bezirks Ortenberg wurde dieser Tage der Kriegerverein Mittel-Seemen neu gegründet. Rach einleitenden Worten des Bezirksvorstehers Stein über Zwecke und Ziele des Kriegervereinswesens, vollzog sich die Vorstandswahl nach der neuen Führerordnung. Die Versammlung wählte zum 1. Vorsitzenden Hch. Funk. Dieser bestimmte Christian Lust zum Stellvertreter, Carl Hilbert zum Schriftführer und Rechner Heinr. Keßler zum Obmann der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen, und Karl Groth zum Schießleiter. Kreis Alsfeld. ll Merlau, 1.3uni. Der Krieger- und Schützenverein Merlau - Kirschgarten hielt dieser Tage in Kirschgarten sein diesjähriges Preisfchießen ab. Bei reger Beteiligung wurden 16 Preise verteilt. Die fünf ersten Preisträger mit den besten Leistungen waren Gustav Stein, Wettsaasen, 35 Ringe: Ernst Schlosser, Merlau, 35 Ringe; Heinrich Loth, Kirschgarten, 34 Ringe, Ernst Loth, Kirschgarten, 34 Ringe; August Kasper, Merlau, 34 Ringe, n Rieder-Ohmen, 1. 3uni Die Spar- u n d Darlehnskasse Rieder-Ohmen hielt am Sonntag in der Wirtschaft Döll ihre diesjährige Generalversammlung ab ES waren 153 Mitglieder anwesend Der Vorsitzende deS Aufsichtsrates eröffnete die Versammlung. Gegen den Geschäftsbericht wurden keine Einwendungen erhoben. Die Bilanz wurde genehmigt. Vom Reingewinn werden 7 Prozent Dividende verteilt, der Rest fällt zu gleichen Teilen an den Reservefonds und an die BetriebSrücklagen. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt. Die auS- scheidenden Vorstandsmitglieder Becker und Kornmann, sowie die Aussichtsratsmitglieder Otto und Reitz wurden einstimmig wieder- gewählt. Der Revisionsbericht vom vergangenen 3ahre wurde genehmigt. $ 14 der Satzungen wurde dahin abgeändert, daß die Hastsumme für.' jedes Mitglied statt 2030 Mk yunmehr 500 Mk. beträgt. Ein Junge ist da — wiegt ganze 7 Pfund — ein wahrer Prachtkerl! Da schläft er in seinem Wiegenbettchen — in reinem blütenweißen Linnen. Alles atmet Frische und Sauberkeit! Ja, Persil hat seine Pflicht getan. Auch später wäscht es Babys niedliche Sachen, sooft es sein muß, immer wieder schonend rein. Und alles wird durch das gute Persil zuverlässig desinfiziert. 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Wir stehen vor schweren Wochen, die schwersten vielleicht bisher, die mit klarem Denken bemühtes und letztes Handeln fordern. Machen Sie es, verehrter Baron, möglich, baldigst hierher zu kommen. Sie iinden mich im Gasthof „Goldener Bär" in der Hohengasse. Es erwartet Sie Ihr stets ergebener Döllnitz.* PS. Ich bitte um Grühe an alle, insbesondere an die Baronesse." Während der Hauptmann sorgfältig den Brief siegelt, weilen seine Gedanken aus Löbau. Wird Maria mit ihrem Vater kommen? Er Darf nicht nach Schloß Löbau. Hat es als Offizier versprochen — bricht er sein Wort, liefert er sein Leben mut» willig in die Hände der Feinde. Lesevre kann und wird ihn nicht ein zweites Mal schonen. Die Meute der geheimen Verfolger ist hinter ihm her. Seine Aufgabe aber verlangt neben Mut vor allem Klug» beit und das ist: Schonung seines Lebens auf jeden Fall. Der Wirt, der die dampfenden Speisen aufträgt, reiht Döllnitz mit komplimentierendem Wortschwall aus seinen Betrachtungen. Er übernimmt sorglich den Brief und birgt ihn in einem offenen Gefach an der Wand, das für Postsachen und Papiere bestimmt ist. Während Döllnitz sich dem Genuß des Essens hingibt, taucht im Hintergrund des Raumes ein lauerndes Gesicht aus dem Dunkel in den Lichtschein der Hängelampe über dem Eckplatz. Die hagere Gestalt beobachtet nun, da niemand sonst in der Nähe ist, offen den Hauptmann. Unverhohlener Triumph spiegelt sich im Gesicht des geheimen Polizeibeamten. Sein Vorgesetzter, Kommissar Ram- beaux, wird zufrieden sein. Das Wild geht in die Falle — wenn sie geschlossen ist, wird man zu- packen. Seit Tagen schon liegt der Spitzel auf der Lauer. Man hatte unbestimmte, unzuverlässige Nachrichten, die nur in einem Punkte übereinstimmten: Der gesuchte und berüchtigte geheime Kurier des Freiherrn vom Stein, der preußische Hauptmann Joachim Döllnitz, sei von Berlin nach Breslau unterwegs. Er reift, wie immer, unter falschem Namen, der nicht genau bekannt ist. So gab es nur eine Möglichkeit: Tag und Nacht die Tore der Stadt im Auge behalten. Das Signalement hatte man ja — der Haftbefehl liegt feit Monaten bei allen Po- lizeistellen der Armee. Der Chef Rambeaux wird zufrieden sein, daß gerade seinem Stab der Schlag gelingt — unb die Belohnung ist auch nicht zu verachten. unheimlich erschein!, von einem verwirrenden (Trt- setzen ersaßt. Eine Mauer von Furcht unb Mißtrauen wächst sekundenschnell zwischen ihnen auf. „Verrat!" schreit es in Maria — sie wird dich verraten — sie ist deine Feindin — alles ist Lüge — alle Freundschaft und Liebe, alles Verstehen, alles, was bisher war zwischen uns, ist Falschheit-- sie will ihn vernichten — sie wird Döllnitz seinen Henkern überantworten! Angst, Furcht, Schmerz lassen Herz unb Sinne fiebern — wankenb weicht ihre Gestalt zurück — nur fort von bieser Frau — die das Verderben ist Kraftlos fällt Maria in einen Sessel. Ihr Herz hämmert hörbar in die drohende Stille. Da tritt Jeannette langsam auf sie zu. Behutsam greift sie nach den Händen der Baronesse, bettet ihren Kopf weich gegen das Polster des Sessels. ,^ch weiß, was Sie bewegt..ihre Worte kom- men zögernd, schonend, wie man zu einem Kran- ken spricht, „... ich habe alles mit angehört — die Stimmen drangen durch die Portiere bis in den Salon — — ich bitte Sie um eines: Vertrauen Sie mir!" Marias Augen tasten über die Züge Jeannettes. Ihre Sinne horchen auf den Klang ihrer Stimme. Sie versuchen, die Wahrheit ihrer Worte zu ergründen. Die Französin spricht weiter: „Sie wollen einem deutschen Spion, der Ihnen unb den Ihren nahesteht, das Leden retten — Sie wollen ihn hier im Schloß verbergen, bis feine Spur den Verfolgern verloren gegangen ist .. Das ist die Wahrheit — die nackte Wahrheit — die Feindin weiß alles ... wenn sie will, sind sie alle verloren! Die Baronesse reißt ihre letzte Kraft zusammen, gebietet ihrem Willen, stark zu fein in diesem Augenblick. Sie sucht offen unb erwartend den Blick Jeannettes. „Baronesse — Maria — ich bitte Sie, bei allem was mir heilig ist — vertrauen Sie mir!" wieder- holt Nefe. „Wir werden sein Leben retten — mir wollen gemeinsam alles baransetzen, die Verfolger abzulenken. Aber Sie müssen Vertrauen haben! Ich danke dem Himmel, daß ich Ihnen helfen darf — einer der Ihren war es ja, der mein Leben rettete." „Es ist derselbe, dessen Leben heute in Ihre Hand gegeben ist!" Maria spricht den Satz ganz ruhig, Wort für Wort betonend. Jetzt gibt es kein Zurück mehr — bas Schicksal läuft... „Wenn Sie ihn verraten wollen: Es ist Hauptmann Döllnitz, preußischer Kurier, der Mann, der Sie damals aus Mörderhänden befreite--der Mann, dem ich mein Herz geweiht habe!" Die Baronesse hat sich erhoben. Sie steht Jeannette gegenüber, so nah, daß diese ihren Atem spürt. Da umschlingen sie in wortloser Hingabe die Der Baron versucht zu lächeln. „Unseren Döllnitz hat noch keiner gefangen — der kommt mit uns! Zärtlich küßt er die Stirn feiner Tochter, seine starken, ruhigen Hände umschließen ihre Arme. Dann verläßt er mit eiligen Schritten durch die kleine Seitentür das Zimmer. Maria sieht ihm nach, starr, unfähig einer Bewegung. Der Förster Brinkmann hat im Gesindehof den Schlitten angespannt unb fährt ihn durch das innere Tor bis zur Hinterpforte des Parks. Karl hat die Waffen fertiggemacht und der Diener Tobias hilft feinem Herrn in den Fahrpelz. „Unser guter Hauptmann Döllnitz — man muß ihn retten, Herr Baron..." Die Stimme des Alten ist zittrig vor Aufregung, der er in Worten Luft machen muß. „Wir werdens versuchen, Tobias." Herr von Löbau reckt sich in feiner ganzen Größe — er ist zu allem entschlossen. Schweigend geht er in den Park hinaus zur Pforte, wo Brinkmann und Karl warten. Das Schneetreiben hält unvermindert stark an. Dazu setzt ein leiser Wind ein, der bereits die Spuren der Schlittenkufen verweht hat. „Wir können uns kein besseres Wetter wünschen — Brinkmann. Unb nun fahren Sie! Sie wissen, um was es geht!" „Der Hauptmann ist unser, Herr Baron! Ich bürge mit meinem Leben." Brinkmann nimmt die Zügel auf. Die Pferde stampfen unruhig im tiefen Schnee. „Wir nehmen die Fahrt durch den Hohlweg", sagt der Baron gelassen und reicht seinem Junten die Hand. „Leb wohl unb haltet bie Augen offen, wenn wir kommen!" Karl drückt dem Vater fest die Hand: „Glück zu!" Dann reißt er die schmale Pforte auf, durch die mit geschickter Wendung der Förster den Schlitten ins freie Waldrevier gleiten läßt. Im nächsten Augenblick schon ist das Gefährt im Dunkel der Nacht unb wirbelnden Flocken verschwunden. — Als Maria von Löbau im Herrenzimmer sich endlich in ihrem Schmerz soweit gefaßt hat, daß sie in den Salon zurückgehen kann, tritt plötzlich Jeannette Lefeore zu ihr. Einen Augenblick stehen bie Frauen sich schweigend gegenüber. Ihre Gedanken kämpfen miteinander. Jeannette will der Freundin das erlösende Wort lassen. Aber Maria wird beim Anblick der Französin, die ihr plötzlich so fremd unb Arme Iennnefkes Gefühl Wille Gedanken einen bie Körper zu fraulichem Gelöbnis. 14. Die Marienkirche in Breslau schlägt bie siebente Abendstunde, als Hauptmann Döllnitz durch bas Berliner Tor in bie ctabt einreitet. Er nimmt bireften Weg zu dem kleinen Gasthof „Goldener Bär", wo ein bescheidenes Zimmer sein Quartier wird. Er legt das Felleisen ab, ordnet ein wenig die von der mühseligen Reife mitgenommenen Kleider unb trägt dem Dienstknecht auf, auf das beste für seinen müden Gaul zu sorgen. Dann geht der Hauptmann in die dunkle Wirtsstube hinunter, um einen warmen Imbiß zu nehmen. Der Wirt selbst bemüht sich u mben Fremden, dessen Erscheinung ihm devoteste Haltung abnötigt. Döllnitz wählt schnell und ohne Umstände ein Gericht, während ein zweiter dienstbarer Geist Be- stecke, Dellampe unb Fidibusse aufträgt. „Wenn ich den Herrn um den werten Namen bitten dürfte, insbesondere um Woher unb Wohin, Zweck und Ziel der Reise —" Des Wirt setzt ein entschuldigendes Lächeln auf, während er das dickleibige Gästebuch aufschlägt und die Feder schwungvoll zückt, um die Meldung zu notieren, „... eine hohe Polizei legt derzeit ganz besonderen Wert auf diese Dinge ..." Döllnitz nimmt ihm kurzerhand Buch und Feder fort und schreibt knapp und fach- sich in die Rubrik: „Kaufmann Willibald Fechner aus Spanbau in Geschäften auf Reisen." Es geht geübt unb ohne Aufenthalt. Es ist seit Wochen von Station zu Station dasselbe. An allen Orten wechselt er bie Gasthöfe, wählt bewußt bie kleinsten, um so verborgen als möglich zu bleiben. „Ich habe einen eiligen Brief, Herr Wirt, nach dem Dorfe Löbau ..." „Kann der Herr mit der morgigen Post, die nach ©logau geht, mitgeben", unterbricht eilfertig der Wirt. „Wenn ich devotest bitten darf" — dabei legt er Papier und Schreibzeug zurecht, „ich werde persönlich zu dem Fuhrhalter hinübergehen." Döllnitz nimmt einen tiefen Zug von dem fri- schen Braunbier, das ihm in hohem Kruge serviert wird und beginnt zu schreiben: „Mein verehrter Herr Baron! Soeben bin ich noch rechtzeitig in Breslau ein- getroffen, um mit unseren Freunden, bie für heute vom Professor Berger geladen sind, Rück- spräche halten zu können. Es würde mich sehr freuen, wenn wir uns schon in den allernächsten Tagen hier sehen könnten — ich bringe eine große Anzahl der wichtigsten Neuigkeiten mit, bie ich Ihnen persönlich berichten muß. Für heute nur soviel: Es steht um unsere Sache aufs beste! Ueberall, wo ich in den letzten Wochen Gelegenheit hatte, mit unseren Parteigängern ausführlich Deutsches Erzeugnis! Deutsche Hersteller! Deutsches Kapital! \kawt MW ;rlengnl»*e l;GieBahnhob Walltorstr. A i ßleicbstr L u Frank; Ute.» zosv L bringenben ■ Rotru| leit' Schalterdienst ichabholer 7 !500. nein gvteiSv» 1i‘rdl,n,wefä ndnun-nale«" b0U.Nchmng. ükenfutter lCj)lencho^ das fl=i6'9e Hühnchen inneiE eir'gele'te^v ließen^— HnuG ras»* Mi»« W. , , ,t«e tu* fljS*** 13. 3n$C fielt gk flirt* iet« Hilfe inr Beanliichtlgnng der Schulart), wird für Se^t. d. Real- gnmnasmms ges. ^chr. Ang. m. Preis u. 03447 a. d. G. A. Äutomöbelwagen zur Mitnahme von Gütern bietet an: am 9. Juni von Marburg, am 12. 9 uni von Kaiserslautern, Worms, am 13. Juni von Frankfurt a. M., am 14. 3uni von Groß-Gerau, Ende Juni von Alzen, Mainz. Kehler & Merkel, MöbelttanSvort, Kreuzvlatz 6. Tel. 3368. 03423 Auto- Möbelwagen zur Mitnahme von Gütern: stsoD ver 7 d. M. von Wetzlar, ver Mitte d. 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Saulieder-fTag in Gießen 8*/a Uhr: Wertungssingen in der Neuen Aula der Universität. Anschließend öffentliche Kundgebung vor d. Haupteingang der Universität, Ludwigstraße. 14'/, Uhr: Kritische Besprechung im Katholischen Vereinshaus. Programme zum Eintritt gültig sind zum Preise von 50 Pf. im Vorverkauf in der Musikalienhandlung E. Cha Hier, Gießen sowie an der Kasse in der Aula erhältlich. Die Bauleitung. Ingenieurschule Jlmenau in Thüringen. Maschinenbau und Elektrotechnik. Wissenschaftliche Betriebsführung. Werkmelsterabtellg Waldeslust (am Flughafen) Am 1. Pfingstfeiertag: Konzert der SA-Kapelle, Sturm 12/116. Anfang 4 Uhr. Eintritt 20 Pfennig. Am 2. Pfingstfeiertag: Großlautsprecher-Üebertragungen. Am 3. Pfingstfeiertag: Konzert mit anschließendem Tanz. Ausgeführt von der23 Mann starken Stahlhelm-Kapelle. Anfang 4 Uhr. Eintritt 20 Pfennig. (Restauration an Pfingsten ab 7 Uhr morgens geöffnet.) msD Wieseck u „ZUM KUHLEN GRUND“ Inh.: H. Hermann Am 2. Feiertag TANZ Die Musik wird ausgeführt von der bek. Blaujacken-Tanzkapelle Größter Saal am Platze Klein-Linden Gasthaus „Zur deutschen Eiche“ 2. Pfingstfeiertag Öffentlicher TANZ gut bes. Musik la Speisen und Getränke Es ladet freund!, ein Franz Bathenow Am 1. Feiertag bei schönem Wetter befindet sich Wirtschaftsbetrieb in der langen Schneise im Wald unweit Klein- Linden von morgens bis abends 03406 Einladung mm Zabresfeft der evangelischen Er- ziehungsanstalt für Mädchen zu Arnsburg bei Lich, im Pfingstdienstag, dem 6. Juni, nachmittags 2 Uhr. Festredner: Pfarrer Winterberg zu Betzdorf,- Kandidat Heimann zu Giehen, früher katb Priester und Bolks- missionar Londerzüge: Hinfahrt Butzbach-West ab 12.45 Uhr; Rückfahrt: Muschen- beim ab 18.50 Uhr. (3722D ____________________Ter Vorstand. JagdschlöBchen Dutenhofen Am 1. Pfingstfeiertag ab 31/, Uhr Konzert Am 2. Pfingstfeiertag ab 4 Uhr TANZ Halte mein Lokal Vereinen und Gesellschaften f. Ausflüge best. empfohlen G. PEIL Gastwirtschaft und Metzgerei Freund Krofdorf Inh. Ang. Bender 03431 empfiehlt sich für die Pfingstfeiertage Renovierter Saal — schattiger Garten—Speisen und Getränke zu niedrigen Preisen — Ausschank 1 bring - Melchior - Bier 2. Pfingstfeiertag TANZ I Lichtspielhaus Gießen I Unser großes Pfingst-Programm I Heute und I. Feiertag Willy Fritsch — Käthe von Nagy I in dem neuen Ufa-Großlustspiel Ich bei Tag und Du bei Nacht IAb II. Feiertag Ein Tonfilm-Erlebnis über die Tage un- s er er jungen Generation Karin Hardt der Typ des deutschen Mädchens. | ein neuentdecktes Filmtalent spielt die Hauptr. in I 8 Mädels im Boot Theodor Loos H. Kionka H. Goedecke. (erste Mädchenliebe) In den übrigen Rollen: Ali Ghito (Kapt’n Hanna) u. ihre taufrischen, sportgestählten „Seeschwalben“ ........Baumeister . Student der Chemie Student der Medizin Ein ungemein starkes u.fesselndes Erlebnis Dazu gutes Beiprogramm u. Ufa-Ton-Woche ___________________________________________________________________375h L