Nr. 102 Svübausgabe 185. Jahrgang Mittwoch, 5. Mai 1955 (Er|d)eini lögltd), autzei Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (BieRener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monat$ Besugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt /fernsprechanschlüsse nnterSammelnummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Liehen Postscheckkonto: Sranffnrt nm Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drud vnd Verlag: vrühl'sche Univerfitalr-Vuch- und Stdnöruderei R. Lange in Gietzen. Zchristleitung und Geschäftrftelle: 5chulftraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- hlamcanjetgen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i.V.TH.Kümme! sämtlich in Gießen. Die Gleichschaltung her Kreien Gewerkschaften. Die Eingliederung der Arbeiter und Angestellten in den neuen (Staat— Ein Berliner Arbeiier- kongreß unter der Schirmherrschaft des Reichskanzlers. Das Aktionskomitee berichtet dem Reichskanzler. Hitler übernimmt vrc Schirmherrschaft für oen 'Arbeitcrkongretz. Berlin, 2. 2I7ai. (ENB.) Die Jlalionalfojiali- siische Parieikorrespondenz meldet: Am Dienstag gegen 14 Uhr erschienen die Herren des Aktionskomitees zum Schuhe der deutschen Arbeit unter Führung von Dr. L e y in der Reichskanzlei, um den Kanzler von der vollzogenen Gleichschaltung der Freien Gewerkschaften in Ucbereinstimmung mit der allgemeinen politischen Lage in Deutschland in Kenntnis zu sehen. Dr. Ley unterrichtete den Kanzler über den reibungslosen verlauf der Aktion, deren Notwendigkeit in der Not der deutschen Arbeiterschaft felbft begründet gewesen sei, die eine Beendigung des marxistischen Treibens in den Gewerkschaften gefordert habe. Das Aktionskomitee bat sodann Adolf Hitler, die Schirmherrschaft über den in der nächsten Woche stattfindenden grofjen Arbeiterkongreh zu übernehmen. Der Führer erklärte sich bereit, diese Schirmherrschaft zu übernehmen, und brachte insbesondere zum Ausdruck, dah er eine glatte 21b- Wicklung der einzelnen Maßnahmen erwarte, damit insbesondere in finanzieller Hinsicht dem deutschen Arbeiter nicht nur fein Schaden, sondern nur Nutzen aus der Reinigungsaktion erwachse. Das Aktionskomitee versicherte, dah die Abwicklung in voll st er Ruhe und Ordnung erfolge und konnte die Zusage geben, dah die Zahlungen der betroffenen Institute ab morgen bereits wieder in vollem Umfange ausgenommen werden. Ein Arbeiterkongreß zum 10. Mai einberufen. Kommissare für Arbeiterschaft und Angestellte ernannt. Berlin, 2. Mai. (WB.) Die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz meldet: Der Leiter des Aktionskomitees zum Schuhe der deutschen Arbeit, Dr. R. Ley, hat zum Kommissar für die Arbeiterschaft den Beidjslagsabgcorbhelen Schumann, zum Kommissar für die Angestelltenschaft den Reichstagsabgeordneten Forster bestellt. Am Mittwoch, 10. Mai, findet in Berlin im Preu- hifchen Herrenhaus ein grofjer Arbeiterkongreh statt, auf dem die Einheitsfront der deutschen Arbeiter gebildet werden wird. Adolf Hitler ist gebeten worden, die Schirmherrschaft zu übernehmen. Das nationalsozialistische Blatt „Der Freiheitskampf" schreibt dazu ergänzend u. a.: Die schaffenden deutschen Schichten haben keine Lust mehr, sich von Männern führen zu lassen, die jahrzehntelang versagten, und das deutsche Volk in das Unglück tiirzten. Der 'Aktionsausschuß bietet durch eine Zusammensetzung die Gewähr, daß alles ge- chieht, was für den deutschen Arbeiter getan werden muß. Der alte nationalsozialistische Kämpfer Dr. Ley, in dessen Händen die verantwortliche Leitung liegt, hat selbst jahrelang am eigenen Leibe in einem Großbetriebe erfahren müssen, wie Profitkapitalismus und Marxismus Arbeiter und Angestellte zum Objekt ihrer gewissenlosen Ge- schaftspolitik machten. Stellvertreter Dr. Leys ist der Aachener Elektromonteur Rudolf Schmeer, der als junger Arbeiter mit feinen Kameraden aus der Werkstatt den Franzosen und Belgiern aktiven Widerstand leistete und wegen Sabotage vom belgischen Kriegsgericht zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt wurde Kommissar für die Arbeiterverbände ist der Leiter der Betriebszellenorganisation der NSDAP., Monteur Pg. Schumann. Die Organisation führt Pg. M u ch o w durch. Komminur für den Afa-Bund ist Pg. Peppler, Kommissar für die Angestelltenoerbände der durch seine Arbeit im Deutschnationalen Handlungsgehilfenverband und als Danziger Gauleiter bekannte Pg. y o r = ft e r. Die Kassengeschäfte des Organisationsausschusses führt Pg. Brinkmann, Leiter der „Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten" sowie Leiter der Wirtschaftsbetriebe ist Bankdirektor Pg. M ü II e r, Propaganda- und Presseangelegenheiten werden von Pg. B i a l l a s erledigt. Es ist Gewähr dafür geboten, dah in ganz kurzer Zeit der Zahlungsverkehr wieder reibungslos vor sich geht. Irgendwelche Beunruhigung braucht nicht Platz zu greifen. Was war her Allgemeine Deutsche Gewerkschastsbund? Berlin, 3. Mai. (ERB.) Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund (ADGB.) war bis zur nationälen Erhebung die größte gewerkschaftliche Organisation in Deutschland Der Bund stand auf dem Boden einer sozialistischen Weltanschauung und sah in der SPD. seine politische und wirtschaftliche Interessenvertretung. Führer des ADGB. war der sozialdemokratische Reichstagsabg. L e i p a r t. Die Gründung des ADGB. erfolgte im Jahre 1919 auf dem Gewerkschaftskongreß in Nürnberg. Sein Vorgänger war die Union der Gewerkschaften Deutschlands, die im Jahre 1890 von den der SPD. nahestehenden Gewerkschaften ins Leben gerufen worden war. Von den dem ADGB. angeschlossenen Gewerkschaften waren der Deutsche Metallarbeiter-Verband mit etwa 900000, der Verband der Fabrikarbeiter mit etwa 450 000 Mitgliedern, der Deutsche Baugewerks-Bund, der Deutsche Bergarbeiter-Verband und der Deutsche Holzarbeiter-Verband wohl die bekanntesten. Von den Arbeitern der äffe n t ° lidjen Betriebe waren etwa 600000 im ADGB. organisiert. Die Gesamtmitgliederzahl wurde zur Zeit des Abschlusses der marxistischen Herrschaft in Deutschland auf rund vier Millionen geschätzt. Kurz nach der Revolte von 1918 hatten die „Freien Gewerkschaften" bereits eine Mitgliederzahl von sieben Millionen, es haben in den inzwischen verflossenen Jahren schon nahezu die Hälfte der damals erfaßten deutschen Arbeiter dem ADGB. den Rücken gekehrt. Der Mitgliederschwund beim ADGB. nahm in der letzten Zeit einen immer größeren Umfang an, zumal die Mehrzahl der deutschen Arbeiterschaft nach dem Versagen der marxistischen Politiker den Weg zur Vertretung der nationalen deutschen Arbeit, der NSBO^ gefunden hat. Der Ausbau der deutschen Arbeitersrvnt. Or. Ley über die nächste sozialpolitische Ausgabe. Berlin, 2. Mai. (CAD.) 3n einer von der Reichsleitung der RSBO. einberufenen Kundgebung sprach der Leiter des Aktionskomitees zum Schuhe der deutschen Arbeit Dr. Ley über den Aufbau der deutschen Arbeitsfront. Die Gewerkschaften find eine Folge jener Parteizerklüftung, die uns das vorige Jahrhundert bescheerte. Sie dienten nicht mehr dem Arbeiter als Vertretung seines Berufes, sondern allein den marxistischen Parteien und auch den Parteien des konfessionellen Klassenhasses. Was heute geschehen ist, war nur eine logische Folge in der Entwicklung unserer Revolution. Wir bejahen den Gedanken der Gewerkschaft. Wir wollen nicht, daß der Arbeiter geknechtet und unterdrückt wird, sondern er soll ein gleicher Partner in der Volkswirtschaft und Volksgesamtheit sein. Die Gewerkschaften haben eine wichtige Erziehungsarbeit zu leisten; sie sollen der Baustein für den zukünftigen Ständestaat fein, zu dem neuen Wirtschaftsparlament, das einst Deutschland und seine Wirtschaft beherrschen soll. Wir haben die Aktion durchgeführt, um dem Marxismus zuerst seine materielle Grundlage zu nehmen. Die Christlichen und anderen Gewerkschaften werden sich von selbst gleichschalten. Ihre Vertreter waren bereits bei mir, morgen werden Sie die weiteren Schritte erfahren. Hier sind keine Gewaltaktionen nötig. Schalten sie sich nicht gleich, dann werden sie dem Auflösungsprozeß entgegengehen. Unsere Aufgabe ist, die beiden großen Säulen der Arbeiterschaft und Angestelltenschaft in einer Spitze zusammenzuführen, der Arbeiterfront. Wir werden bis Freitag dem Führer melden können, daß diese beiden großen Säulen gebildet sind. Das erste Rahziel wird sein, daß die gesamte deutsche Arbeiterfront finanziell z u - sammengefaht wird, damit wieder die finanzielle Sicherung für alle Renten und Bezüge der Invaliden und der Arbeiterschaft garantiert sind. Dann wollen wir die Vielheit der Verbände auflösen und In einer einzigen Einheit zusammenführen. Die fachliche Gliederung soll dabei erhalten bleiben. Zunächst werden wir die Arbeiterfront zusammenfassen zur Schaf» fung des deutschen Ständetages unter der Devise: „Alle für einen, einer für Alle". Am Donnerstag wird sich, wie wir erfahren, eine Chefbesprechung der Reichsregierung mit dem Gewerkschastsproblem beschäftigen. Es ist damit zu rechnen, daß sie einen Gewerk- schaftskommissar ernennt, der den ganzen Fragenkomplex einheitlich und zentral bearbeitet. 3n der nationalsozialistischen Presse ist bereits der Rame August Winnig genannt worden. Ein Aufruf des Aktionskomitees zum Schutz her heutschen Arbeit. Berlin, 2. Mai. (WTB.) Der Leiter des Aktionskomitees zum Schutz der deutschen Arbeit Pg Dr. Ley Hat folgenden Aufruf erlassen: Schaffendes Volk in Stadt und Land! Deutsche Arbeiter und Angestellte! Die Glocken zu Ehren der Arbeit sind verklungen. Mit nie dagewesener Wucht und Begeisterung hat das gesamte deutsche Volk das hohe Lied vom schaffenden Menschen gelungen und damit sich und seinen schöpferischen Geist geehrt. Die Räder standen still, der Amboß klang nicht mehr, der Bergmann kam aus seiner Grube, allüberall Feiertag! Das, was die Gewerkschaften aller Richtungen, die Roten, die Schwarzen, die Christlichen und die Freien, auch nicht annähernd zustande brachten, was selbst in den besten Jahren des Marxismus nur ein Schatten, ein elender, erbärmlicher Abklatsch gegenüber dem gewaltig Großen des gestrigen Tages war, der Rationalsozialismus schaffte es im ersten Anlauf. Er stellt den Arbeiter und den Bauern, den Handwerker und den Angestellten, mit einem Wort alle schaffenden Deutschen in den Mittelpunkt seines Denkens und Handelns und damit in den Mittelpunkt seines Staates, den Raffenden und den Bonzen macht er unschädlich. Wer war nun der Äa- pitalislenknecht, wer war der Reaktionär, der dich unterdrücken und dich aller Rechte berauben wollte? Jene roten Verbrecher, die dich gutmütigen, ehrlichen und braven deutschen Arbeiter jahrzehntelang mißbrauchten, um dich und damit das ganze Volk entrechten zu können, ober wir, die unter unsagbaren Opfern und Leiden gegen diesen Wahn und 'Aberwitz teuflicher Irrlehren kämpften? Schon drei Monate nationalsozialistischer Regierung beweisen dir: Adolf Hitler ist dein Freund, Adolf Hitler ringt um deine Freiheit, Adolf Hitler gibt dir Brot. Wir treten heute indenzweitenAbschnitt der nationalsozialistischen Revolution ein. Ihr werdet sagen, was wollt ihr denn noch, chr habt doch die absolute Macht? Gewiß, wir haben die Macht, aber mir haben noch nicht das ganze Volk, dich Arbeiter haben wir noch nicht hundertprozentig. Und gerade dich wollen wir, wir lassen dich nicht, bis du in aufrichtiger Erkenntnis restlos zu uns stehst. Du sollst auch von den letzten marxistischen Fesseln befreit werden, damit du den Weg zu deinem Volk findest. Das wissen wir: Ohne den deutschen Arbeiter gibt es kein deutsches Volk, ilnö vor allem müssen wir verhüten, dah dir kein Feind, der Marxismus und seine Trabanten noch einmal in den Rücken fallen können. Wenn auch die marxistischen Parteien restlos zerschlagen sind wie die KPD., oder sich in heller Auflösung befinden, wie die SPD., wenn auch die Parteipäpste in elender Feigheit geflohen sind oder jedem und allem abgeschworen haben und dich, Arbeiter, feig und erbärmlich verlassen haben wie nie zuvor, so wissen wir doch, daß das nur Schein ist. Der Marxismus stellt sich tot, um sich bei günstiger Gelegenheit von neuem zu erheben und dir hinterhältig den Judasdolch in den Rücken zu stoßen genau wie 1914. Auch damals bewilligte er Kriegskredite und gebärdete sich übernational, um dich 1918 an den Imperialismus unserer damaligen Feinde zu verraten und damit an das Weltkapital zu verkaufen. Tlns täuscht der schlaue Fuchs nicht! Lieber geben wir ihm einen letzten Fangschuß, als dah wir jemals wieder dulden würden, dah er sich erhebe. Die Leiparts und Grahmänner mögen Hitler noch so viel Ergebenheit heucheln — es ist besser, sie befinden sich in Schutzhaft. Deshalb schlagen wir dem marxistischen Gesindel seine Hauptwaffe aus der Hand und nehmen ihm damit feine letzte Möglichkeit, um sich neu zu stärken. Die Teufelslehre des Marxismus soll elendig auf dem Schlachtfeld der nationalsozialistischen Revolu- tion krepieren. Richt als ob wir damit die Gewerkschaften an sich zerstören oder zerschlagen tDOlItCTL Im Gegenteil, wir haben nie etwas zerstört, was überhaupt irgend wie Wert für unser Volk hat, und wir werden das auch in Zukunft nicht tun. Das ist nationalsozialistischer Grundsatz. Das gilt ganz besonders für die Gewerkschaften, die mit soviel sauer verdienten und vom Munde abgesparten Arbeitergroschen aufgebaut wurden. Arbeiter, deine Institutionen sind uns Nationalsozialisten heilig und unantastbar. Ich selbst bin ein armer Bauern- Walter Schuhmann, Reichsbetriebszellenleiter der NSDAP., wurde als Kommissar für den ADGB. eingesetzt. sohn und kenne die Not, ich selbst war sieben Jahre in einem der größten Betriebe Deutschlands. Arbeiter, ich schwöre dir, wir werden dir nicht nur alles erhalten, was sich vorfindet, wir werden Schutz und die Rechte des Arbeiters weiter ausbauen, damit er in den neuen nationalsozialistischen Staat als vollwertiges und geachtetes Glied des Volks eingehe. Arbeiter und Bauern, in breiter Front zu- sammen mit den freien Berufen und H a n d- werk — so bauen wir das neue Reich der Ehre und der Freiheit. Mit Hitler für Deutschland vorwärts! gez. Ley, Leiter des Aktionskomitees. Oie Gewerkschastspresie. Berlin, 2. Mai. (WTB.) Der Leiter der Pressestelle der NSBO. hat im Auftrag des Aktionskomitees zum Schutz der deutschen Arbeit an die deutsche Gewerkschaftspresse einen Aufruf gerichtet, in dem er mitteilt, daß sämtliche Verbandszeitungen der Freien Gewerkschaften, des ADGB. und Afa-Bundes der Leitung der NSBO. unterstellt worden ist. Die Zentrale der deutschen Gewerkschastspresse ist mit dem heutigen Tag die N S B O. - P r e f s e st e l l c. Die bisherigen verantwortlichen Schriftleiter dieser Zeitschriften, deren langjährige Tätigkeit bewiesen hat, daß sie unfähig find, ein deutsches Arbeiterblatt im nationalen und sozialistischen Geist zu leiten, sind a b - gesetzt. Verboten wurden: die Gewerkschaftszeitung", die „Gewerkschaftliche Frauenzeitung", die „Arbeit", „Jugendführer" und „Asa-Bundeszeitung". Die Zeitschrift der NSBO. „Das A r b e i t e r t u m, Blätter für Theorie und Praxis der N S B O." wird amtliches Organ des ADGB. und des Afa-Bundes. 'Die nächste Folge dieser Zeitschrift wird bereits allen Mitgliedern der diesen beiden Bünden angeschlossenen Verbände zugestellt. Die Zeitschrift wird bereits ab 1. Juni wöchentlich erscheinen. Die Fachorgane der einzelnen Verbände der Freien Gewerkschaften erscheinen weiterhin. Die neue NSBO.-Leitung dieser Blätter wird dasür sorgen, daß keinerlei Sabotage oder passive Resistenz die fruchtbringende Mitarbeit der Gewerkschaftspresse im Aufbau des neuen Reiches hindert. Oie Besetzung des frankfurter Gewerkschastshauses. Frankfurt a.M., 2 Mai. (WSN.) Vom Gaupresseamt Hessen-Ras sau-Süd wird mitgetilt: Heute um 10 Ahr erfolgte die Besetzung des Gewerkschaft s- hauses in Anwesenheit des Gauleiters Sprenger, des Gau-Betriebszellenleiters Becker und einer Anzahl vereidigter Revisoren absolut reibungslos. Sämtliche Räume und Geschäftsstellen des ADGB. und des Afa-Bundes bis in die kleinste Zahlstelle des Gaues wurden ebenfalls punkt 10 Tlhr besetzt. Die Besetzung erfolgt-, durch je einen Vertreter der RSBO. sowie einen vereidigten Bücherrevisor. Bei de/ Arbeiterbank, Filiale Frankfurt am Main, wurde ein Revisionskommando von fünf Bankbeamten eingesetzt Die Leiter der Arbeiterbank. Filiale Frankfurt a. M., und der Gewerl- schaftsfekretär Miesbach wurden in Schutzhaft genommen. Die Aktion dient lediglich der Reinigung der Gewerkschaften vom Marxismus und parteipolitischen Mißbrauch; sie soll das Eigentum und Recht der Arbeiter schützen. Es ist Sorge getragen für schnellmöglichste Fortsetzung des Betriebes. Die Aktion erfolgte als erste Handlung größeren Ausmaßes für die RSBO. und ging in vollster Ordnung und Disziplin reibungslos vor sich. Oie Arbeiterbank besetzt, aber der Zahlungsverkehr geht weiter. Berlin, 2. Mai. (WTB.) Bei der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten -AG., Berlin, die heute vormittag von SA. beseht wurde, sind zu Kommissaren die Herren Karl Müller und Karl Rolenhauec bestellt worden. Die Bank ist nicht geschlossen, der Zahlungsverkehr geht weiter. Bankkonten sind nicht gesperrt worden. — Die „D c w o g*‘ Deutsche Wohn»ungsfürforge - AG. für Beamte, Angestellte und Arbeite r . Berlin, deren Geschäftsräume im gleichen Haus wie die der Arbeiterbank gelegen sind, ist gleichfalls von SA. beseht worden. Sie deutschen Hochschulen im nationalen Staat. Berlin. 2. Mai. (ERB.) Der Borst and des Verbandes deutscher Hochschulen veröffentlicht eine Erklärung, in der es u. a. heißt: „Die Wiedergeburt des deutschen Volkes und der Aufstieg des neuen Deutschen Reiches bedeutet für die Hochschulen unseres Vaterlandes Erfüllung ihrer Sehnsucht und Bestä ti- gung ihrer stets glühend empfundenen Hoffnungen. Vach dem Fortfall unseliger Klassengegensätze ist für alle Hochschulen wieder die Stunde gekommen, ihren Geist aus der tiefen Einheit der deutschen Volksseele heraus zu entfalten und das vielgestaltige Ringen dieser durch Vot und fremdes Diktat unterdrückten Seele bewußt auf die Aufgaben der Gegenwart hinzulcnken. Sn diesem Sinne ist die deutsche Hochschule Politisch. Sie lehnt die Form der Politisierung ab, die eine Verengung auf Sonderanschauungen bedeutet. Sie bejaht eine Politisierung, die den gemeinsamen nationalen Willen stärkt und also Willens- schulung durch Wissensschulung bewirkt. Freiheit der Forschung verstehen wir nicht als Heimatlosigkeit des Geistes und als wertblinden Relativismus, sondern als eine Darstellung der uralten deutschen Geistesfreiheit, die aus sittlicher Verantwortung vor der Wahrheit an der Welt der deutschen Wissenschaft weiterbaut: Freiheit der Lehre verstehen wir aus der Verantwortung vor der deutschen akademischen Jugend, die durch Wahrheitserkenntnis stark zum Handeln werden soll. In diesem Bekenntnis liegt kein Bruch mit der ^leberlieferung unseres Hochschulwesens. Wi r verteidigen unsere alten ehrwürdigen Formen: die Selbstverwaltung durch Rektor, Senat und Fakultäten, die nicht bloß auf Wissenschaft beruhende Lebensverbundenheit von Studenten und Dozenten, die Selbstergänzung des Lehrkörpers. Wir haben aber auch den Willen zur Reform: Wiederherstellung der alten Auslese nach dem Adel von Geist und Charakter auf beiden Seiten, Verbesserung des Lehrverfahrens, Berücksichtigung neuer, für unsere Zeit dringlicher Wissenszweige. Darin liegt unser geistiger Wehrwillc. Wi» werden neue Formen der Rational- crziehung, wie Arbeitsdienst, Siedlungsschulung, Wehrsport, Grenzlandschuh durch Jugendorganisationen und Iugendbünde auch als unsere Sache betrachten, denn sie sind Sache der ganzen Ration. Für die Freiheit der Ueberzeugung, soweit sie aus deutschem Wesen entspringt, werden wir, wie bisher, mit Festigkeit eintreten. Unechte Gesinnung, blindes Mitlaufen, leere Schlagworte sind undeutsch. Sie sind aber auch unschöpferisch und gehören nicht in den Raum der deutschen Hochschule. Deutsche Art und deutsches Recht, Selbstzucht und Dienst, Freiheit durch Gehorsam, Führung durch Geist und Idee sind unsere sittlichen Leitsterne. Auch wir sind Korporationen der Arbeit. Für die Gesamtheit der Bedingungen, unter denen unsere Arbeit allein gedeihen kann, einzutreten, ist unsere Gewissenspflicht. Wir dienen dem neuen Deutschland durch Einsetzen unserer Kraft für Gottgebundcnheit, Volkssitte, Wahrheit und Recht. Dafür fordern wir Raum, V e r st ä n d- nis und Hilfe der Führenden, Bereitschaft der uns anvertrauten Jugend. Eine Aufforderung des Führers der Deutschen Studentenschaft. Berlin, 29. April. Der Führer der Deutschen Studentenschaft G. Krüger erließ an die örtlichen Studentenschaften folgende Anordnung: „Die Deutsche Studentenschaft steht a in Beginn eines Semesters, das das e r st e in dem nationalsozialistischen Staate ist. Die in diesen Tagen erfolgten Prüfungen lassen uns mit Arbeitsfreude die Hochschulen betreten und geben uns die Zuversicht, daß wir eine Wissenschaft finden werden, die des Geistes der nationalsozialistischen Revolution teilhaftig ist. KommilitonenI In der wissenschaftlichen Arbeit wird sich erweisen, daß der deutsche Student nicht nur als Volksgenosse einsatzbereit war, sondern daß er in gleicher Weise fähig ist, die Aufgaben, vor die er im Rahmen der Hochschule gestellt ist, zu erfüllen. Diese Aufgabe ist die Wissenschaft. Sie ist nunmehr das Feld unseres Kampfes." Kultusminister Rust an die preußische Giudentenschast. Berlin, 2. Mai. (WTB.) Der preußische Kultusminister R u st hat heute folgenden Erlaß an die preußischen Studentenschaften gerichtet: Kommilitonen! Mit dem Studentenrecht ist der Studentenschaft an den preußischen Hochschulen eine Verfassung gegeben, die ihre Rechte und Pflichten klar umgrenzt und der Studentenschaft eine gesetzmäßige Vertretung gibt. Damit sind die äußeren Grundlagen für den Beginn einer Zeit ernster und erfolgreicher Arbeit gegeben. Eine Llmgestaltung der Lehrkörper ist die Aufgabe der Staatsregierung. Sie hat dazu jetzt die Vollmachten und wird davon Gebrauch machen. Die deutsche Studentenschaft hat vor aller Welt den Beweis zum mutigen und opferbereiten Einsatz für ihre nationalen Hochziele in Jahren der Unterdrückung und Entrechtung gebracht. Jetzt liegt auf ihr die Pflicht, vor Deutschland und der Welt durch Disziplin und Leistung den Ruf eines freien und hochstehen- den deutschen Hochschulwesens wieder herzu st ellen und zu befestigen. Laßt Euch in der Erfüllung dieser großen und ehrenvollen Aufgabe nicht durch Entgleisungen einzelner Hochschullehrer beirren, die in diesen Tagen eines deutschen Ar- beitssrühlings in völliger Verkennung der Lage durch beleidigende Erklärungen das junge Deutschland herausfordern. Ich werde den Störungsversuchen des Arbeitsfriedens an den preußischen Hochschulen a u f beiden Seiten entgegenzutreten wissen. Ich werde Studenten, die sich zu st ö r e n - den Aktionen andenHochschulenmiß- brauchen lassen, ebenso vom Hochschulstudium aus schließen, wie ich Lehrer, die unser deutsches Hochschulwesen und damit das neue Deutschland vor der Welt durch unzeitgemäße und unberechtigte Erklärungen denunzieren, nach den Bestimmungen des Gesetzes zum Schutze des deutschen Berufsbeamtentums von den Lehrstühlen der Preußin schen Hochschulen zu entfernen wissen werde. Reue Beurlaubungen von Professoren. Der Kultusminister Dr. R u st hat auf Grund des Beamtengesetzes die folgenden Lehrkräfte mit sofortiger Wirkung beurlaubt: Universität Berlin: die Professoren C h a j e s (Soziale Hygiene), Rona (Kolloidchemie), Friedrich Franz Friedmann (Tuberkulosebekämpfung), Frieden- thal (Physiologie), Blumenthal (Dermatologie), Birnbaum (Psychiatrie), Konrad Cohn, Mittwoch (Semitische Philologie), Pokorny (Irische Sprache), Richter (Innere Medizin), Schur, (Mathematik), I o l l o s (Zoologie), Walter Norden (Kommunalverwaltungslehre), Hans P r i n g s b e i m (Chemie), Hermann Großmann (Wirtschaftschemie), Otto L i p m a n n , Manes (Staats- und Sozialwissenschaften), Byk (Physik), Fischet (Kunstgeschichte). Den Dozenten Dr. Fritz Baade, Dr. Balogh, Kurt H a e n tz s ch e l, Walter Londe und Professor Wolff-Eisner (Innere Medizin) sind die ihnen erteilten Lehraufträge mit sofortiger Wirkung entzogen worden. — Universität Köln: die Professoren Schmalenbach (Betriebswirtschaftslehre), Schmidtmann (Sozialpolitik), Spitzer (Ro- —rjm «tu i hi ’i v,ii wnraasptw <.. wwiwr. strvv. r nwiMiMU— manische Philologie), Cohn-V osssen (Mathematik), Braunfels, Lips (Völkerkunde und Soziologie), Esch, Bayer, Honigsheim (Philosophie und Soziologie). — Technische Hochschule Aachen: die Professoren H rip f (Mathematik), Fuchs (Technische Chemie), e u f e I (Soziologie), Mautner (Eisenbetonhochbauten), Levy (Chemie): die Privatdozen en Strauß und Pick. / Auslese für das Richteramt in Preußen. Berlin, 2. Mai. (TA.) Der preußische Iustiz- minister hat eine Verfügung erlassen, nach der unter den Anwärtern für das Amt eines Richters, Staatsanwalts, Rechtsanwalts und Rotars künftig im Rahmen der Rcichsges-che eine Auslese nicht nur unter dem Gesichtspunkt intellektueller Befähigung und technischer Schulung, sondern auch auf Grund eine/t Beurteilung der Persönlichkeit als bewriß- ten Gliedes des Vo.lksganzen getroffen werden soll. Der Anwärter wird in einem be- sonderen Termin nachzuweisen haben, daß Volksverbundenheit, soziales Einfühlungsvermögen, Verständnis für die gesamte völkische Entwicklung und für die Rotwendigkeit der Entwicklungsrichtung des Volkes in Gegenwart und Zukunft die Grundlage seiner Persönlichkeit ist. Demgemäß hat der preußische Iustizminister mit Wirkung ab 1 Mai 1 9 3 3 bestimmt, daß Referendare, dis nach bestandener großer Staatsprüfung zu Gerichtsassessoren ernannt, oder unmittelbar zur Rechtsanwaltschaft zugelassen zu wünschen werden, sich auf Stellung des Antrages auf Ernennung, bzw. Zulassung in einem, von dem Iustizminister anzuberaumenden Termin einer Nachprüfung zu unterziehen haben, deren Zweck es ist, dem Iustizminister ein Bild von der Volksverbundenheit des Bewerbers zu vermitteln. Stahlhelm und NSDAP. Reichskanzler Hitler anGeldte Berlin, 29. April. (TU ). Reichskanzler Adolf Hiller Hal an den ersten Bundesführer des Stahlhelms, Reichsminister Seldle, folgenden Brief gerichtet: „verehrter, lieber Herr Seldle! 3d) möchte Ihnen auf diesem 2D ege meinen tiefgefühlten Dank sagen für die gestern erfolgte äußere Bekundung ihrer loyalen Lin stet- lung und freundschaftlichen Gesinnung, die Sie mir so zum Ausdruck bringen. Ich bin überzeugt, daß der Bund der beiden verbände für alle Zeilen ein unerschütterlicher sein wird, ein dauernder Garant für den Bestand der nationalen Revolution. Rehmen Sie also nochmals meinen aufrichtigen Dank und meine herzlichsten Grüße entgegen. Mit deutschem heil, Ihr ergebener gez. Adolf Hiller." Der Stahlhelmftihrer-Appell Berlin, 2. Mai. (T41J Die Bundespressestelle des Stahlhelm teilt mit: Der vom Bundes- führer des Stahlhelm, Reichsarbeitsminister Franz S e l d t e, befohlene Appell der Führerschaft des Stahlhelm bis zu den Kreisführern herunter, fand im großen Saal des Reichsarbeitsministeriums am Sonntag um 13 Ahr statt. Während sich über 1030 Stahlhelmführer im Hofe des Ministeriums versammelten, trat vor dem Gebäude in der Invalidenstraße eine Ehrenkompanie des Landesverbandes Groß-Berlin mit Fahnen und Musik an, deren Front dann der Bundesführer abschritt. Rachdem die Führerschaft des Stahlhelm dem Dundesführer gemeldet war, hielten der Dundesführer und die Kameraden v. B ü - low-Schwante und v. Morozowicz Ansprachen und Vorträge über die politische Lage und die kommenden Aufgaben des Bundes. Das von dem Dundesführer verkündete Gesetz seiner diktatorischen Führung, das von jetzt an f ü r den ganzen Bund Geltung hat, wurde von der gesamten Führerschaft m i t größter Begeisterung ausgenommen. Mit einem Treuegelöbnis für den Dundesführer Franz Se'ldte und dem gemeinsamen Gesang des vierten Verses des Deutschlandliedes fand der Appell seinen Abschluß. Es wurden vorher folgende Ernennungen bekanntgegeben: Kamerad von Morozowicz zum Bevollmächtigten des Bundesführers, Kamerad v. S t e p h a n i zum Bundeshouptmann, Kamerad Frei he r r v. Sieben zum Bundes- Pressechef und Kamerad I ü t t n e r zum Führer des Landesverbandes Mitteldeutschland. Die Reichsleitung der NSDAP, gibt weiter bekannt: „Die Erklärung des Stahlhelmführers Seldte, daß er mit seinem gesamten Verbände der NSDAP, beitritt, wird als ein gewissermaßen symbolischer Akt begrüßt, durch den seitens des „Bundes der Frontsoldaten" der Erfolg des Führertums Hitlers anerkannt wird. Darüber hinaus wird im gegenseitigen Einverständnis an der bewährten organisatorischen Scheidung fe st gehalten werden, die soweit geht, daß eine tatsächliche Doppelmitgliedschaft im einzelnen nach toie vor nicht zulässig sein soll. Die NSDÄP. ist überzeugt, daß die freundschaftliche Geste des Stahlhelms beiträgt zu weiterem vertrauensvollen Zusammenwirken zum Nutzen des deutschen Volkes. (Gez.) Rudolf He ß." Die Bekanntmachung des stellvertretenden Führers der NSDAP, ist, wie die Telegraphen-Union ergänzend erfährt, dahin aufzufassen, daß wie bereits vor der nationalen Revolution die Mitgliedschaft beim Stahlhelm eine Mit - gliedfchaftbei derNSDAP. ausschließt und umgekehrt. Lediglich der Führer, der Arbeitsminister Seldte, ist als Bvndesführer des Stahlhelms zu gl e i d/e r Zeit Mitglied d e r NSDAP. Er und durch feine Person der gesamte von ihm geführte Stahlhelm unter st e h t somit d e m F ü h r e r A d o l f H i t l e r. Durch diese Neuordnung ist die nad) dem nationalen Umschwung erfolgte Freigabe der Mitgliedschaft der NSDAP, für Stahlhelmer überflüssig und für das einzelne Stahlhelmmitglied der frühere Stand wieder hergestellt worden. Wechsel im Vorsitz des VOA. In der Hauptvorstandssihung des Vereins für das Deutschtum im Ausland sind in Erfüllung der Forderung nach einer vom Geiste der. deutschen Crneuerungsbewegung getragenen Führung folgende Maßnahmen auf einstimmigen Beschluß des Wahlausschusses getroffen worden: 1- Der Wahlausschuß bittet Herrn Reichsminister a. D. Dr. G e ß l e r unter aufrichtigem Dank für seine dem VDA. geleisteten Dienste, trotz seiner wiederholt ausgesprochenen Rü<^ trittsabsichten bis zum Ende der Klagenfurter Tagung den Vorsitz beiz u behalten. 2. Der Wahlausschuß überträgt die Führung des VDA. Herrn Dr. Hans Steinacher mit dem Auftrag, die Reuorganisation des VDA. vorzunehmen und der Klagenfurter Pfingsttagung diejenige Bedeutung zu sichern, die ihr im volksdeutschen Leben zukommt. 3. Der VDA.-Führer Dr. Steinacher wird am Ende des Jahres dem Wahlausschuß als dem Träger der Organisation verantwortlichen Bericht erstatten. Eine Gikaffenmutter kämpft um ihr Junges. Von Cherry Kearion. Mit Erlaubnis des Verlags I. Engelhorns Nachf. Stuttgart bringen wir nachstehend eine Probe aus dem soeben erschienenen neuesten Buch „P a l l a h / Ein Tierleben in afrikanischer Wildnis" von Cherry Kear- t o n, dem Verfasser des bekannten Buches „Die Insel der 5 Millionen Pinguine". geringer Entfernung steht unter einer Baum- gruppe eine Herde Giraffen. Ihre Köpfe ragen ins Laubwerk hinauf, die gefleckten Leiber und Hälse sind fast nicht zu unterscheiden, solange sie sich nicht bewegen Doch der Löwe hat sie schon gesehen, und da zur Zeit nichts andres in Sicht ist, beginnt er sie anzuichleichen. Naher und näher schiebt er sich heran, ohne 33er= dE zu erregen. Jetzt erkennt er fünf ausgewach- fene Giraffen und em noch ganz, ganz Junges ist dabei. Er weiß: wenn die Giraffen fortgaloppieren, kann er sie^nicht mehr einholen, aber wenn sie das Kleine im «tich lassen, kann er es mit Leichtigkeit reißen. Und so kriecht er mit der Absicht vorwärts das Junge möglidjft von den Großen abzufchnei- den. Nod) steht seine Mutter bei ihm: die Vorder- deine weit auseinandergefpreizt, hält sie den Kops gesenkt, um ihre Nase an einem niedrigen Ameisen- hugel zu reiben. Aber plötzlich wird sie' stutzig, blickt unruhig aus und gerade in ein Paar Augen die hinter den spärlichen Halmen hervorglühen.' ' Obgleich die Giraffe keinen Laut von sich zu geben vermag, wissen die andern vier, die gerade durch die Baumgruppe von ihr getrennt sind, sofort, daß da Gefahr ist. Und mit durch di" Luft wirbelnden Schwänzen suchen sie eiligst das Weite Eine Sekunde lang ist es, als wolle die Giraffen- mutter ihnen folgen, dann aber wendet sie fid) ihrem Kleinen zu, und — indem sie es vor sich her- drängt — macht sie sich mit ihm so schnell, als es seine kürzeren Beine erlauben, davon. Sie folgt der Richtung, in der die andern geflohen sind, die weit drüben schon in der dunstigen Ferne vei- schwinden. Immer wieder wirft sie'ängstliche Blicke nach hinten. Der Löwe hält fid) nicht länger mit Kriechen auf, sondern ruckt rasch offen näher, ganz ohne seine sonstige Vorsicht.. Die Giraffenmutter begreift, daß Entrinnen un möglich ist. Sie macht kehrt und stellt sich dem Löwen entgegen. Geschwind bugsiert sie das Kleine mit ihrer Schnauze an den einzigen Platz, wo es verhältnismäßig sicher ist — nämlich unter ihren Baud), zwischen Vorder- und Hinterbeine. Wie sie da so auf ihren spindeldünnen Beinen sich im Gleichgewicht zu halten sucht, erscheint sie nicht gerade als ein ebenbürtiger Gegner für den Löwen: doch für den Augenblick ist sie mit ihrem Kleinen in Sicherheit. Statt gerade vorzugehen, fängt der Löwe jetzt an, sie zu umkreisen: dabei vermeidet er vorsichtig, sich ihr auf mehr als etwa fünfundzwanzig bis dreißig Meter zu nähern. Sein Blick ist unablässig auf sie gerichtet. Er muß auf der Hut fein; weiß er doch, wie gefährlich die einzige Waffe, die die Giraffe besitzt, ihm werden kann. Kommt er ihr zu nahe, dann wird plötzlich mit einer ungeheuren Wucht der eine Vorderfuß vorschnellen; solch ein Hieb kann ihn glatt erledigen. Aber auch wenn er sich etwas mehr zurückhält, kann er sich dadurch in Gefahr begeben, daß er sie vielleicht für eine Sekundenlänge' aus dem Auge läßt. Den kurzen Augenblick kann sie dazu benutzen, selber vorzugehen und mit gesammelter Kraft ihren furchtbaren Hieb so auf ihn n-ieder- sausen zu lassen, daß ihm die Schulter zerschmettert wird. So kreist er denn um sie herum, in ständiger Erwartung des Augenblicks, wo er sie überrumpeln kann, ohne selbst in Gefahr zu kommen. Die Giraffe aber wendet nicht einen Blick von ihm; das Gesicht ihm zugekehrt, drehte sie sich' unablässig um sich selber, die Vorderbeine in steter Bereitschaft, zu dem vernichtenden Schlag auszuholen. Und während dieses ganzen Manövers hält sie das Kleine in feinem Unterschlupf unter ihrem Bauch fest. So drehen sie sid) wer weiß wie oft in der Bunde. Das Kleine wird schließlich unter den ewigen Bewegungen seiner Mutter ganz verwirrt und tappt einen Augenblick aus seinem Unterstand her- ous. Jetzt — denkt der Löwe, ist der rechte Augen- - jL- *^n $a» sich des zarten Bratens zu be- machtigen, und wagt fid) näher. Da aber springt die Giraffe vor und schleudert einen tödlichen Hieb nad) ihm hm der ihn aber um Haaresbreite ver- eblt; schnell sammelt sie sich wieder, und ehe der Lowe noch aus ihrem sekundenlang verlorenen Gleichgewicht Nutzen ziehen kann, ist sie schon wieder rittlings über ihrem Kleinen und in Verteidigungsstellung. Ist das eine Schreckensstunde für die kleine ©traffe! Unaufhörlich sieht sie den Löwen um sie beide herumkreisen und ihnen den Weg zur Flucht abschneiden, hört sein schreckliches Brummen und Knurren, und wird obendrein nod) gequält und verwirrt durch die fortwährende Drehbewegung ihrer Mutter und die fünften Püffe, die sie ihr versetzt, wenn sie sich nicht mitdreht. Mit dem Kopse stößt sie gerade an der Mutter Bauch an, und zwischen ihren Vorderbeinen hindurch starrt sie voller Entsetzen nach dem Löwen. So vergeht eine Stunde. Unermüdlich bleibt die Mutter in ihrer Verteidigungsstellung — dreht sich langsam, nicht zu langsam, nicht zu schnell, die Augen unablässig auf den Feind gerichtet, jede Absicht zu überraschendem Angriff, zu urplötzlichem Ansprung durchschauend. Aber als die Sonne mit immer stärkerer Glut herabbrennt, beginnt des Löwen Spannung nachzulassen. Einmal bleibt er stehen und nimmt die Giraffe aufs Korn, als überlege er, ob er wohl einen plötzlichen Ueberfall wagen soll. Dann aber fängt er wieder langsam an ZU kreisen, doch sein Blick folgt den Bewegungen der Giraffe nicht mehr so sicher. Und plötzlich gibt er es auf! Ohne auch nur einen einzigen Blick noch zurückzuwerfen/ macht er sich auf den Heimweg. Die Girafsenmutter wartet noch ab, bis er außer Sicht ist, dann aber beugt sie ihren langen Hals herab, um ihr Kleines in die nötige Richtung zu ftubfen, und dann ziehen sie beide in aller Buhe ihres Wegs — den Gefährten nach. Oie Mode in der Medizin. Auch die Arzneimittel haben ihre Mode, und das Moderne kommt bei ihnen nicht nur in der Beliebtheit und Bevorzugung ihrer Anwendung, sondern auch in der „Kleidung" zum Ausdruck. Wahrend diese bei vielen Mitteln unseres Arznei- schahes ursprünglich so reich war, daß durch sie die eigentliche Gestalt des Mittels verhüllt und dadurch ihr eigentlicher Wert kaum erkannt, wurde, finden wir sie später immer mehr Dort diesen entstellenden Umhängen befreit. Mystik die nicht nur mit der Geschichte der Kräuter, sondern vielfad) mit ihrer „Tugend und Wirkung" und schließlich mit ihrer Anwendung in Heilkunst und Heilkunde eng verknüpft ist, stellt das Gewand dar, das diese Heilmittel vergangener Jahrtausende bekleidet und umhüllt und die es namentlich dem „aufgeklärten Zeitalter" unmöglich dem „aufgeklärten Zeitalter" unmöglich machte, die wahre Gestalt dieser alten Arzneischähe zu erkennen. Diese Verhüllung zu beseitigen und den wahren Kern ans Licht zu bringen, ist ein Teil der Aufgabe der modernen Heilmittelforschung. Prof. Dr. E S t a r k e n st e i n schreibt zu diesem fesselnden Vorwurf im Maiheft von V e l - Hagen & Klasings Monatsheften: "Es kann keineswegs gesagt werden, daß etwa all den mystischen Vorstellungen über die Heilkraft solcher Heilmittel immer ein wahrer Kern zugrunde liegen muß; aber vielfach ist ein solcher Rachweis gelungen, und dann steht plötzlich das alte Volksmittel, seiner Mystik entkleidet, vollkommen nüchtern, aber noch immer segensreich und nicht nur mit den alten, sondern auch mi- neuen Heilkräften ausgestattet, vor uns. Dann hören wir oft den Ausdruck: Ja, die Alten hatten doch den richtigen Blick für die richtigen Heilkräfte der Ratur und hatten schon längst das Richtige herausgefunden, wozu die Gegenwart erst durch mühevolle wissenschaftliche Forschung gelangt. In Wirklichkeit liegen aber die Dinge ganz anders. Die Entdeckung neuer Arzneimittel erfolgt oft ganz unabhängig und meist in völliger Unkenntnis der Vergangenheit, lediglich als Folge wissenschaftlicher Gegenwartsbestrebungen." Em Klub spielt Eisenbahn. Während im allgemeinen die englischen Klubs an Mitgliedern verlieren, hat einer in letzter Zeit einen großen Aufschwung genommen. Das ist der „Eisenbahnmodell-Klub". 3n dieser Vereinigung sind alle Leute zusammengeschlossen, die auch noch in höherem Alter ihr höchstes Vergnügen daran finden, „Eisenbahn zu spielen". Es gibt augenscheinlich in Groß-Britannien eine ganze Anzahl von Leuten in Amt und Würden, die ihr „technisches Steckenpferd" auf die Weise teilen, daß sie sich kleine Lokomotiv-Modelle kaufen oder auch selbst Herstellen und sie auf einem Miniatur-Eisenbahnnetz über Brücken, durch Tunnels und Bahnhöfe hindurchfahren lassen. Dieses Spiel wird höchst ernsthaft betrieben, und man nimmt ganz bestimmte Schienennehe der englischen Eisenbahn-Gesellschaften zum Muster, die genau nachgeahmt werden. „Es ist erstaunlich", sagte kürzlich der Sekretär des Klubs, „wie sehr diese Leidenschaft jungen und alten Männern jeden Berufs und jeden Standes zusagt. Die Liebe zur Technik und zum Basteln findet hier ein weites Feld der Betätigung, und so mancher, der sich in seiner Tagesarbeit mit ganz andern Dingen beschäftigen mußi findet darin Zerstreuung und Ablenkung. Auch die britische Industrie hat dadurch gewonnen. Als der Klub sich bildete, waren es hauptsächlich deutsche Eisenbahnmodelle, die man als Spielzeug verwendete, aber seitdem sind auch vortreffliche englische Modelle auf den Markt gebracht worden." Bei einer Ausstellung, öie der Klub kürzlich veranstaltete, wurden viele Hunderte solche Miniatur-Eisenbahnen gezeigt, die größtenteils in ihrer Art Meisterwerke waren. Reichspräsident von Hindenburg bringt nach seiner Ansprache an die deutsche Jugend von de Schloßrampe ein Hurra auf das Vaterland aus. insbesondere gerade auch die Pflicht der (Beamten und Akademiker, die deutsche Arbeit zu ehren und den deutschen Arbeiter zu achten. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Gcneralfeldrnarschall Reichspräsidenten von Hindenburg, den Führer der nationalsozialistischen Bewegung Reichskanzler Adols Hitler und auf das deutsche Vaterland wurde die Feier nach dem Gesang des Deutschlandliedes geschlossen. Am Rachmittag nahm die Justizbehörde mit fast allen Beamten, einschl. Richter und Rechtsanwälte, unter Dorantragang von Hakenkreuzfahnen an dem gewaltigen Zestzugc teil. Oie Feier im stöbt. Elekinzitätswerk. Am 1. Mai versammelte sich — wie man uns schreibt — die gesamte Belegschaft des Elektrizitätswerkes und der Straßenbahn, sofern sie keinen Dienst hatte, vor dem Verwaltungsgebäude des Elektrizitätswerkes, um innerhalb der Betriebszelle den Feiertag der nationalen Arbeit zu eröffnen und des Führers Reichskanzler Adolf Hitler zu gedenken. Von 8.30 Uhr ab spielte die Reichswehrkapelle ver- schiedene Marsche. Kurz vor 9 Uhr begann die Feier durch eine An- spräche des Direktors des Elektrizitätswerks und der Straßenbahn, Herrn A. Stolte, mit etwa folgenden Worten: „Liebe Arbeitskollegen! Der 1. Mai ist der Feiertag der nationalen Arbeit. Er soll zeigen, daß feit Jahrzehnten zum erstenmal wieder das deutsche Volk einig und geschlossen zusammensteht, und er soll ein Zeichen für tue Welt (ein, daß Deutschland erwacht ist und den Weg zu Brot und Freiheit wieder finde«. Der nationale Feiertag der deutschen Arbeit ist bis m seine Wurzeln deutsch. Bismarck erklärte: .Deutsch sein beißt eine Arbeit um ihrer selbst willen hin/ Deutsche Arbeit war und ist immer als eine gründliche und gute in der ganzen Welt bekannt. Darum hat nicht nur der Gelehrte, der Arzt seine Arbeit, sondern alle, vom legten bis zum ersten Arbeiter des Staates. Die Ehre des deutschen Namens und der nationalen Umwälzung verlangt Reinheit der Mittel und Gerechtigkeit im Handeln. Seit dem 3. Mäiz d. I. ist schon vieles geleistet worden. Damit ist eine neue Grundlage geschaffen, auf der wieder aufgebaut werden kann. Und so hoffen wir denn, daß es unserem Reichskanzler Adolf Hitler zusammen nu« dem Herrn Reichspräsidenten Generalfeldmarschall non Hindenburg gelingen wird, das riesige Problem der Arbeitslosensursorge zu lösen und es in vier Jahren, nach dem Programm, das heute ocr; kündet wird, keine Arbeitslosen mehr in Deutschland gibt. Wir sind dazu da, an diesem großen Werk mitzuhelsen. So hissen wir heute die Hakenkreuzfahne zusammen mit der Flagge Schwarzweißrot, unter denen Deutschland wieder zur allen Größe und Macht gelangen wird/' Rach der Ansprache von Herrn Direktor Stolte wurde wahrend des Gesangs des ersten Verses des Die größte Seeschlacht der Weltgeschichte. Oie Schlacht von Stagen und Hornsriff. Nach Teilnehmerberichten zusammengestelli von Walter Falkenau. Aus der provinzialhaupfsladi. Ehrung der nationalen Führer in den Schulen. Das Hessische Ministerium für Kultus und Bildungswesen hat in einer Verfügung an die Direktionen und Leiter der höheren Schulen und der gewerblichen Unterrichtsanstalten und die Kreis- und Stadtschulämter angeordnet: Ausgehend von der Grundwahrheit, daß ein Volk sich selbst ehrt, wenn es seine Führer ehrt, ordne ich an: 3n sämtlichen Lehr- und Hörsälen sind möglichst an der Kopfseite in würdiger Größe und Einfassung die Bilder unseres allverehrten Reichspräsidenten von Hindenburg und unseres großen Volkslcmzlers Adolf Hitler anzubringen. Bei dieser Gelegenheit wird auf die Bedeutung der beiden großen Männer für unser Volk und seine Zukunft hingewiesen. Der Händedruck der beiden Männer in der Potsdamer Garnisonkirche ist der symbolische Ausdruck für die Verbindung des Guten und Wertvollen aus der deutschen Ver- gangenheit mit dem kraftvollen Wollen einer erneuerten jugendfrischen Ration. OieFeierimGießenerAnzeiger Die Betriebsgemeinschaft des Gießener Anzeigers und der Brühl'fchen Druckerei mit ihren technischen, kaufmännischen, Redaktions- und Vertriebsbeleg- schäften beging um 9 Uhr die Feier des Tages ge meinsam vor dem Betriebsgebäude am Kanzleiberg und trat am Nachmittag zum Festzug mit rund 300 Mitarbeitern an, nachdem ein gemeinsames Mittagessen im Cafö Leib vorausgegangen war. Oer Vorsitzende des Betriebsrats, Maschinensetzer Degenhardt, hielt zunächst eine Ansprache, in der er einleitend auf den Drang der Menschheit nach Licht und Luft, Sonne und Freiheit hinwies und daran erinnerte, daß das Erwachen neuen Lebens in der Ratur schon immer mit Freude begrüßt wurde. Rachdern er in kurzen Worten die früheren Feiern des I.Mai gestreift hatte, begrüßte er es mit Genugtuung, daß die jetzige Reichsregierung durch die gesetzliche Verankerung des l. Mai als Tag der nationalen Arbeit einen Schlußstrich unter die früheren wirtschaftszerstörenden Kämpfe um diesen Tag gezogen habe. Rach diesen allgemeinen Hinweisen wandte er sich mit einer kurzen Betrachtung der eigenen Wirkungsstätte der Belegschaft zu, wobei er mit dem Ausdruck der Freude feststellte, daß das Verhältnis zwischen dem Chef des Hauses und der Betriebsleitung einerseits und der gesamten Mitarbeiterschaft anderseits von jeher ein gutes war. Der Gedanke der Arbeitsgemeinschaft, der bei den Buchdruckern bereits seit länger als vier Jahrzehnten eine gute Pflegstätte gefunden, sei auch immer maßgeblich in der Werksgemein- schäft der Brühl scheu Druckerei gewesen. Der Redner gab weiterhin dem Wunsche Ausdruck, daß die von der neuen Reichsregierung erstrebte Volksgemeinschaft sich in vollem Maße durchsetzen und die Gemeinschaft zwischen Hand- und Kopfarbeitern immer tiefer gestaltet werden möchte. Weiter erinnerte Herr Degenhardt an das Wort des Reichskanzlers Adolf Hitler, daß es gelte, die Herzen und Hirne des ganzen Volkes für die neue Bewegung zu gewinnen. Er wünschte, daß die Aufbauarbeit der Reichsregierung in keiner Weise gestört wird, damit die Regierung unbehindert ihr Reformwerk zu gutem Gelingen führen könne. Wenn dieses Werk der Regierung gelinge, könne sie mit Ruhe Dem Urteil des Volkes entgegensetzen. Der Redner gab weiterhin dem Wunsche Ausdruck, daß die Bestrebungen der Regierung auf Arbeitsbeschaffung von allergrößtem Erfolg begleitet sein mach, ten, damit Die surchtbare Geisel der QlrbettS- losigleit überwunden werde. Mit einem Gedicht, das der deutschen Arbeit huldigt, und mit Hochrufen auf den l.Mai als Tag der nationalen Arbeit, auf Die deutsche Volksgemeinschaft und die deutsche Kultur und Sitte schloß Herr Degen- Hardt seine beifällig aufgenommene Ansprache. 3m Anschluß an die Rede wurde, nachdem das Geschäftshaus schon am frühen Morgen mit der schwarzweihroten Fahne und der Hakenkreuzfahne geschmückt worden war, auch auf dem Betriebsgebäude die Hakenkreuzfahne feierlich^neben der schwarzweihroten und der rotweihen Flagge gehißt. Hierauf hielt der Chef des Hauses, Die Direktionen, Leiter und Schulräte haben die Durchführung zu überwachen. 3.03.: Ringshausen. Bilder vom Tag der Arbeit in Gießen 3m Bilder-Schaukasten an "unserem Geschäftshaus sind photographische Aufnahmen von Dem Festzug am Tage Der Arbeit in Gießen ausgestellt. Unsere Mitbürger seien auf diese Aufnahmen hingewiesen. Vornotizc« — Tageskalender für Mittwoch. Ober- hessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplotz: 15 bis 17 Uhr große Frühjahrs-Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Blutendes Deutschland". •• Sernestereröffnungs • Gottesdienst. Arn Mittwoch, 3. Mai. 20 Uhr, findet in der Kapelle auf dem Alten Friedhof ein Semestereröffnungs-Gottesdienst für Die evangelische Studentenschaft statt. 3n diesem Gottesdienst wird Der neuernannte Studentenpfarrer Wolfgang S u ck e r in sein Amt eingeführt werden und die Predigt halten. Buchdruckereibesitzer und Verleger Richard Lange, folgende Ansprache: Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen! Die Reichsregierung hat den 1 .Mai als Feiertag der nationalen Arbeit erklärt. Sie bringt Damit zum Ausdruck, daß die Verbundenheit des ganzen deutschen Volkes mit der nationalen Arbeit, ihren Schöpfern und Trägern unlöslich und schictsalsgegeben ist. Zum ersten Male feit Jahrzehnten innerer Zerklüftung und parteipolitischer Zerrissenheit erhebt sich über Zank und Hader Der un st erbliche Geist deutschen Volkstums, verklärt durch den Segen der schassenden Arbeit. Wenn gerade der 1. Mai als Feiertag der nationalen Arbeit erklärt wurde, so deshalb, weil er bisher ein Tag Der Bekundung sozialer Zwietracht war und internationalen Klassenkampfideen entsprang. (Nunmehr soll der gleiche Tag der nationalen Arbeit gelten. Der deutsche Arbeiter gehört zu den besten Arbeitern der Welt und hat einen großen Anteil an dem Rufe, den deutsche Qualitätsarbeit überall genießt. Er trägt auch seinen Teil dazu bei, daß Die notwendigen Grundlagen für die Existenz des einzelnen Deutschen geschaffen werden. Darum ist es nur zu begrüßen, daß die soziale Versöhnung auf nationalem Boden am heutigen Tage zustande kommen Toll. Es dient diesem Ziele der sozialen Derföhnung. wenn auch Die Betriebsleitung ihr Zusammengehörigkeitsgefühl mit allen Mitarbeitern und Mitaroeiterinnen hiermit zum Ausdruck bringt. Tragen wir alle dazu bei, daß dieses große Ziel, das sich die Reichsregierung gesteckt hat, erreicht wird. Das ganze deutsche Volk ehrt sich selbst, wenn es der nationalen Arbeit die Ehre gibt, die ihr gebührt. Möge das Wort des Reichskanzlers wahr werden, daß es künftig nur noch einen Adel gibt, den Adel Der Arbeit! 3n diesem Sinne wollen wir den heutigen Tag festlich begehen. Es lebe die nationale Arbeit! Es lebe unser Voll und unser Reich! Oie Feier beim Amts- und Landgericht. Das Hessische Gefamtministerium hatte durch Verfügung angeordnet, daß am Tage Der nationalen Arbeit die Flaggenhifsung bei allen staatlichen Behörden mit einer Ansprache eines RSBO.-Mitgliedes der Behörde, sonst eines Mitgliedes Der RSDAP. im Beisein aller Beamten feierlichst vorgenommen werden solle. Bei den Gießener 3ustizbehörden wurde wie man uns berichtet — um 8 Uhr die Flaggen- hisfung keierlichst vorgenommen. Die Beamten, Richter, sowie Justiz- und Kanzleibeamten ver- sammelten sich vor den Gießener Justizgebäuden. Rach der Flaggenhissung wurde gemeinsam das Horst-Wessel-Lied gelungen. - Hierauf wurde die Festrede gehalten, bei Dem Amtsgericht von dem Kreispropagandaleiter Gerichtsreferendar Th. Hopfenmüller, bei dem Landgericht der Provinz Oberhefsen von dem R(', BQ.-Vertreter und SA.-Scharführer Kanzl-Geh. Otto Wahl. Die Redner schilderten jeweils den Sinn des 1. Mai, den Tag der nationalen Arbeit, und erwähnten An Bord S.1N.S. „Aegensburg" Noch um 4 Uhr nachmittags hatte an Bord Der „Regensburg" Der erste Artillerieoffizier seinem Nachfolger Die Kriegswache mit Der Meldung übergeben: „Kurs Nord einoiertel West! Vom FeinD keine MelDung." Der TorpeDobootsführerkreuzer „Regensburg" land mit feinen TorpeDobooten auf Dem rechten Flügel Des in weitem Bogen anbefohlenen Sicherungsgürtels Der kleinen Kreuzer. Hinter ihnen Dampften in geschloßener Fahrt Die fünf Panzerkreuzer heran, und weit im SüDen stieg fast senkrecht Die gewaltige Dunkle Raumfahne Der nachfolgenden LinienschiffsgeschwaDer in Den klaren Maienhimmel hinauf. Weit unD breit war vom F e i n D e nichts zu sehen. Es war, als befänDe sich Die Deutsche Flotte auf einer großen Uel ngssahrt. Mitten in Diesen scheinbar so tiefen jrieDen hinein gingen plötzlich Die Maschinen auf höchste Umdrehun- gen, klang Das „Klarschiff" Durch Die Decks, unD schrien plötzlich Trommeln unD Hörner Das fiebernD erwartete „Klarschiff zum Gefecht!" Durch alle Räume Des kleinen Kreuzers. Der Funker stürzte mit Der MelDung aus seiner Stab ine heraus: „Die „Elbing" sichtet leichte feinDliche Streitkräfte!" unmittelbar Darauf kam Der Funspruch an: „Die „Frankfurt" liegt im Gefecht!" Von Der „Regensburg" aus, Die mit ihren Tor peDobooten nun in höchster Fahrt nach vorn stieß, wurde bald darauf das Mündungsseuer der „Frankfurt" gesichtet. Im Norden sah man Die. zurückweichenden kleinen Kreuzer der Engländer, Die sich als Aufklärer weit nach vorn gewagt hatten. Jähe Schreie erklangen an BorD, gereckte Arme zeigten cinanDer Das Bild: Backbord voraus eine mächtige schwarzgraue Rauchfahne! Aus Dem leichten Dunst Der Seelandschaft lösten sich allmählich mächtige Schifssleiber, Die bald Die charakteristischen Formen Der großen englischen Schlachtkreuzer annahmen. In zwei langsam ansahrenden Kolonnen wurDen sie gesichtet, sechs Schiffe, Beattys erstes SchlachtkreuzergschwaDer! Vom Deutschen Flaggschiff her rief Der Scheinwerfer zum Sammeln. Vizeadmiral v. Hipper, Der Befehlshaber Der Kreuzer, auf „Lützo w", führte jetzt seine Streitkräfte zur Schlacht. Unter höchstem Einsatz Der Maschinenkraft Dampften Die Deutschen Kreuzer gegen Den FeinD. Um 5.49 Uhr ging, von abertaufeno Augen sehnsüchtig erwartet, bas Signal jum Feuererösfnen am Flaggschiff hoch. Unmittelbar Darauf verließen unterlauf- flammenben TlünDungsfeucr Die er ft en Salven Die Deutschen Geschützrohre. Rauchwolken fliegen empor. Mächtig hallte Der Donner Der Geschütze über Die See. Die Schlacht bei Stagen unD Hornsriff hatte für Die „Regensburg" begonnen. Die neunte TorpeDobootsslotille ging vor Den Panzerkreuzern zum Angriff vor. Sic geriet Dabei in einen Gegenangriff zahlenmäßig überlegener iemDlicher Streitkräfte. Ersatz nahte heran, r-chuß aus ^chuß ging aus Den Rohren. Alles half nut am Geschütz. Begeistert wurde später berichtet: Wer eine Hand frei halte, half. Der Offizierskoch schleppte Munitionsbuchsen heran. Der Assistenzarzt lud das Rohr. Auf einer Schießübung konnte cs nicht geordneter zugehen als hier an Bord der „Regens- bürg" in ichwerster Schlacht. Die einzelnen Gefechts- stellen waren wundervoll auseinander eingespielt sowohl im Torpedoraum als auch an Den Geschützen, in den Maschinenräumen, in den Munirionskam- mern. Die ersten Treffer wurden beobachtet. Durch Bolltresfer in die Haupidampfrohrleitung und in Die Kesselspeiscpumpe wurden die feindlichen Zerstörer „Nestor" und „Nomad" bewegungsunfähig geschossen. Sie blieben still auf Dem Meer liegen, um bann von den auflaufenbcn Schlachtschiffen Der deutschen Hochseeflotte versenkt zu werden. Die „Regensburg" geriet bald Darauf in einen Kampf iril aus.aufenden englischen leichten Streitkräften, Heinen Führerkrcuzern unD Zerstörern. Sie warf sich ihnen mit heroischem Mute in Den Weg, bevor sic ihre TorpeDos gegen Die nun auch in bie Schlacht eingreifenDcn Großkampfschiffe anmenDcn konnten. Durch Aufbietung aller Kräfte wurde auf Den nächsten Feind Das Feuer eröffnet. In Zwischenräumen von nur vier Sekunden verließen Die Salven bie Rohre. Bevor noch der Gegner, ein moderner englischer Zerstörer „O. 4" sich besinnen konnte, war er von den hohen Wassersäulen der ringsum erfolgenden Einschläge bereits eingehüllt, erhielt er Treffer um Treffer, und nach vier Minuten schon, während ihn bie bichten, schwarzen Spreng- wölken der Volltreffer fast zerrissen — der Besatzung Der „Regensburg" schien es, als könnte bei Dem Gegner keine Fuge mehr ganz sein — geriet er ins Wanken. Er tippte und bäumte sich. Immer noch blitzten aus seinem achteren Geschütz bis zum letzten Augenblick Die TlünDungsfeucr auf. Dann neigte er sich und stürzte in Sekundenschnelle in Das große Grad am Skagerrak hinunter. DetTag der Arbeit in Gießener Betrieben. Von BorD Der „Regensburg" aus sah man Die „Queen Mary“, Das stolzeste schiss der „Grand Fleet“ in schwerem Kampfe mit den deutschen Streu- zern. Das englische Großkampfschiss lag voll im Ziele der deutschen Geschütze. Volltreffer um Voll treffer schlug mit schwarzen Sprengwolken auf ihm ein. Plötzlich stieg eine gewaltige rote Spreng wölke von gigantischem Ausmaß zuni Himmel empor, und Die „Queen Mary“ verschwand im Zeitraum von nur wenigen Sekunden im Meere. Das war Der größte Verlust, Den Englands Schlachtflotte jemals erlitten hatte. Er erscheint noch bedeutender, wenn man bedenkt, Daß zu Dieser Zeit Die Deutschen Linienschiffe unter Admiral Scheer noch nicht in Den Kampf ein» gegriffen hatten. Die „Regensburg", sich ihrer Aufgabe voll bewußt, Die feinDlichen lorpcDoboote nicht zum Schuß kommen zu lassen, jagte weiter nach neuen Zielen. Rechts von ihr, in Den rotbraunen Dunst sich langsam auflöjenDer Rauchwolken eingchüllt, tobte DonnernD Die größte Seeschlacht Der Weltgeschichte. Die neunte lorpebobootsf(ottillc unter Führung Der „Regensburg" hatten inzwischen „V. 27" unu „V. 29" im Kampfe mit Dem Feinde verloren. Die Deutschen Kreuzer waren schon schwer beschäDigt. UnD wie Die englischen ADmirale auf Das Herannahen, auf die Hilfe I e l l i c o c s unD seiner ..Grand Fleet“ warteten, so hoffte VizeaDmiral Hipper auf Das enDliche Eingreifen ADmiral Scheers unD seiner Linienschiffe. Die Dämmerung sank langsam hernieder. Pulvcr- ichwaden, Wasserdiinste und Rauchwolken hüllten beide Flotten hin und wieder bis zur Undurchsichtigkeit ein. Ilm sieben Uhr erschien im Sübcn die beutschc Schlachtflotte. UnD fast zur gleichen Zeit jagte auf deutscher Seite die Meldung von Kommando zu Kommando: „Zwanzig feindliche Linienschiffe mit Kurs SüDo st!" Admiral BoeDiker hatte bei Der Verfolgung Des abdrehenben Feindes — von der „Regensburg" aus wurde cs gesichtet — die „P i II a u" verloren. Das Schiff sank sofort unter der Wirkung der in diesem Moment eingreifenden „Invicible“ und „Warrior“. Die feindlichen schweren Lagen schossen ferner unsere stolze „W i e s b a b e n" manövrierunfähig. Jcllicoe griff, kaum waren bie deutschen Linienschiffe zur Hilfe herbeigekommen, auf englischer Seite ebenfalls in die Schlacht ein Aus der Qualm- wand, die sich rings um bie miteinanber ringenben Schiffe gebildet hatte, schossen nun von Torben, Nordosten unb Osten her unzählige Feuer- strahlcn. Britanniens gefummelte Schlachtarmaba hatte sich nun vereint. Von brei Seiten her schlug Jellicoes Feuer in die beutschc Flotte ein. Wir stanben spitz gegen bie Mitte Der feinblichen SchlachtorDnung. Hier setzte nun Die berühmt geworbene volle G e fechtswenbung ein, um aus bem furchtbaren Wirkungsfeuer ber Englanber zu kommen. Während englische Panzer gegen die noch schwimmende, zerschossene „Wiesbaden" vorgingen, gerieten sie in Das Feuer Der deutschen Kreuzer und Linienschiffe. Die ..Defense“ und „Black Prince“ erhielten volle Breitseiten und gingen sofort in die Tiefe. „Warrior“ und „Invin- cibie" gingen unter dem schweren Feuer i n Flammen auf und wurden ebenfalls bald Darauf von Den Wogen Der Nordsee begraben. Schwer kämpfte bie beutschc Spitze: 24 große feindliche Schlachtschiffe, darunter Einheiten von 2ii 000 bis 30 000 Tonnen, mit 50 Rohren zu 38 Zentimeter Kaliber und hundertdreißig Geschützen zu 34,3 und 30,5 Zentimeter, hielten ihr gewaltiges Feuer auf Die deutsche Flotte gerichtet Die Einschlagssäulen stiegen wie Türme aus den Wassern auf. Die wundervoll geschmiedeten deutschen Schiffe hielten diesem furchtbarsten Feuer stand Unausgesetzt antworteten Die Deutschen Geschütze. Die Abendsonne schoß durch die glühende Qualmroanb. Eine mächtige Flammengarbe bezeichnete bie Stelle, wo die „W arespite“ zum Wrack geschos - s e n aus der Kampflinie trieb Aus deutscher Seife wurde Die „L ü tz o w" kampfunfähig unb bie „S e i; D I i tz" schwer mitgenommen. Die deutschen Panzerkreuzer aber griffen unerschrocken weiter an. Sic verschwanden für die „Regensburg" in den aufpeitschenden Wassersäulen unb ben schwarzbrau- nen, von Stichflammen burchlohtcn Sprengroolfen Der Treffer. Aus den beiben achteren Geschütz- türmen ber „D e r f f I i n g e r" zuckten Stichflammen auf. Die „S c n b I i 6" b r a n n t e, die „M o 111 e" war schwer zerschossen. Es war ein Kampf todwunder Helden gegen eine mächtige Uebermacht Eommodorc Heinrich, ber Führer Der lorpeDobootsftreitträfte auf der „Regensburg", brach vor Den Panzerkreuzern vor unb führte alle verfügbaren Flottillen zum großen Angriff, zum größten Entlastungsangriff, den die Flotte ngc- schichtc kennt, gegen bie siegessicheren Schiffsriesen Admiral Jellicoes vor. (Forts, folgt.) dem Verwaltungsgebäude des Elektrizitätswerkes gehißt. Hierauf ergriff der Betrievszellenleiter des Elektrizitätswerkes und der Straßenbahn, Herr Ober- monteur H eines, dns Wort und hielt an die Belegschaft eine Ansprache folgenden Inhalts: „Liebe Arbeitskollegen! Wir haben uns hier versammelt, um den Tag der nationalen Arbeit feierlich zu begehen, und wollen Zeugnis davon ablegen, daß wir treu hinter unserem Führer Adolf Hitler stehen. Innerlichen Anteil hat das deutsche Volk an dieser Feier des I.Mai erst gefunden, als die junge nationalsozialistische Bewegung begann, diesen Tag als den Tag der deutschen Arbeit festlich zu begehen. Unter dem Hakenkreuzbanner sammelten sich schon seit einigen Jahren Nationalsozialisten, um am I.Mai nicht materialistisch der Arbeit zu fluchen, sondern die Arbeit um ihrer selbst willen als urdeutsche Form der Betätigung zum Wohle der Nation in frischer Begeisterung zu ehren." Die Blegschast wurde ersucht, dem Führer Adolf Hitler treu zur Seite zu stehen und den Vor- gcseßten zu achten. Zum Schluß mahnte der Redner an die Zusammenarbeit und Hilfe für den Wiederaufbau des deutschen Vaterlandes. Hierauf wurde unter •bem Gesang des ersten Verses des Horst-Wessel-Liedes die Hakenkreuzfahne auf dem Verwa'.tungsgebäude des Elektrizitätswerkes gehißt, bei gleichzeitigem Sieg-Heil in dreimaligem Ausruf auf den Führer Adolf Hitler. Damit war die Feier beendet und die Reichswehrkapelle spielte noch einige Märsche. Die Belegschaft, etwa 160 Mann stark, begab sich unter Vorantritt der SA. des Elektrizitätswerkes unter Mitnahme des Betriebszellenbanners zum Feldgottesdienst nach dem Landgraf-Philipp-Plaß. Das Reichswehr-Bataillon hatte in anerkennenswertester Weise zum Festakt die Kapelle zur Verfügung gestellt, es sei an dieser Stelle dem Bataillon herzlicher Dank ausgesprochen. Das Verwaltungsgebäude des Elektrizitätswerkes und die angrenzenden Dienstgebäude waren reich mit Tanncngrün und Birken und nationalsozialistischem Fahnenschmuck versehen. Nie Feier tm Gaswerk Gießen Am Tag der nationalen Arbeit fand — wie uns mitgeteilt wird — eine würdige Feier des Gas- und Wasserwerks, der Kanalisationswerke, des Volksbads und der städtischen Feuerwehr in Anwesenheit der gesamten Belegschaft statt. Stadtbaudirektor Braubach als Werkleiter wies in eindrucksvollen Worten auf die Stunde und die Bedeutung des Tages hin und brachte zum Ausdruck, daß an dieser Schicksalswende des deutschen Volkes alles geschlossen hinter die Führer treten müsse unter dem Wahlspruch: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz". Der Tag der nationalen Arbeit solle das Volk wieder zur wahren Volksgemeinschaft führen. Oben auf dem Gasbehälter solle weithin sichtbar die Hakenkreuzfahne als Symbol der Treue, Pflichterfüllung und Gehorsam gegen Volk und Führer grüßen. Unter den schneidigen Klängen des von der SA.- Kapelle gespielten Präsentiermarsches wurde sodann die Hakenkreuzfahne langsam auf dem Gasbehälter feierlich aufgezogen: Hoch auf dem Gasometer hissen wir die Fahne Das Hakenkreuz am ersten Mai uns mahne, Daß aller Klassenhaß aus deutschem Volk entschwinde Und sich der Deutsche wieder zu dem Deutschen finde. Am Schluß seiner Ansprache brachte Stadtbaudirektor Braubach ein dreifaches Sieg-Heil auf den Reichspräsidenten v. Hindenburg, den Reichskanzler Adolf Hitler, den Staatspräsidenten Dr. Werner und auf das deutsche Vaterland aus, in das die gesamten Werksangehörigen begeistert einstimmten. Der erste Vers des Deutschlandliedes bildete den Abschluß der ersten Ansprache. In einer Rede bekannte der Betriebszellenwart der NSBO., W e h r u m , voll Stolz, daß die gesamte Belegschaft der nationalsozialistischen Betriebszelle angehöre, und so als Kampfgemeinschaft eine Stoßkraft für die Zersetzung des Marxismus bilde. Er gab seiner Freude Ausdruck, daß es endlich gelungen sei, eine Volksgemeinschaft zu gründen, der Arbeiter, Beamte und Angestellte in einer Front stehend angehören. Nicht Klasse gegen Klasse, sondern Klasse für Klasse sei heute der Wahlspruch, m Gegensatz zu den früheren Methoden, durch die der Staatsbürger dem Staate entfremdet wurde. Als Endziel der nationalen Revolution solle das deutsche Volk wieder als einiges Volk zusammengeführt werden. So grüßte er die Hakenkreuzfahne als Zeichen | der Einheit, als Symbol einer besseren Zukunft. Das Horst-Wessel-Lied schloß die Kundgebung der 120 Mann starken Belegschaft. Anschließend wurde das Hakenkreuzbanner des Gas- und Wasserwerkes vom Standartenführer nach dem Feldgottesdienst auf dem Brandplatz geweiht und nachmittags im Festzug der gesamten Belegschaft vorangetragen. Feiern in den Gailschen Betrieben. Am Tag der nationalen Arbeit fanden auch in den Gailschen Betrieben gemeinsame Feiern der Werkleitung und der Belegschaften statt. Auf dem Hofe der Zigarrenfabrik hielt der Firmeninhaber Dr. Gail eine Ansprache, die er mit dreimaligem, freudig aufgenommenen Hurra auf das geliebte deutsche Baterland, den Reichspräsidenten und die Reichsregierung mit dem Führer Adolf Hitler an der Spitze abschloß. Die Ansprache im Hofe der Gailschen Tonwerke hielt Direktor Wagcnschein, dessen Worte mit dreifachem Hoch auf das Baterland, den Reichspräsidenten, die Reichsregierung und ihren Führer Adolf Hitler ausklangen. Rach der feierlichen Hissung der schwarzweißroten Fahnen und der Hakenkreuzfahnen folgten Ansprachen der Vertreter des Betriebsrats. Hierauf begaben sich die Teilnehmer an dem Festakt zum Feldgottesdienst. SJL-rfpoti OasZntemationaleReiiiurnier ittZRom Die deutschen Reiter, die am Eröffnungstage im Jagdspringen um den Ezquiline Preis mit 24 Pferden in die Ereignisse eingriffen, zeigten famose Leistungen, es reichte jedoch nicht ganz zum Siege. Insgesamt sprangen 35 Pferde fehlerlos, darunter 12 Italiener und acht Deutsche. Die schnellste Zeit des Tages erzielte der Italiener Hptm. Baoca auf Manola mit 1:44,8 vor dem Franzosen Lt. Bizard auf Artachon mit 1:46,4 unb Oberst Forquet-Italien auf Liberia mit 1,47,2. Rittm. v. Barnekow war auf Derby mit 1:47,6 der beste Deutsche und belegte den pierten Platz vor Oblt. Hasse auf Baron mit 1:47,8. — Auch am zweiten Tage langte cs für unsere Vertreter nur zu undankbaren Plätzen. Die beiden Italiener Oberst Borsarelli auf der bekannten Stute Crispa und Capt. Filipponi auf tafelto fegten in unerhörtem Tempo über die 14 Hindernisse und belegten auf Grund ihrer besseren Zeit die beiden ersten Plätze vor Rittm. von Sydow auf Siegen, hinter den 17 fehlerlosen Pferden befanden sich weiterhin Manuk (Frau v Opel). Tora (Lt. Brandt), Baccarat (Oblt. Romm) und Hasdrubal (Oblt. Lippert). VfB. Gießen. VfB. 1 — Sport Kassel I 2:5 (0:4). Durch die Erringung der Meisterschaft des Lahnkreises ist der VfB. an den Aufstiegspielen Sur obersten Westdeutschen Spielklasse teilnahme- berechtigt. Am Sonntag hatten die Grünweißen als ersten Aufstieg-Spielgegner „Sport"-Kassel aus dem Waldsportplah zu Gast. Das Resultat kam überraschend. Die Riederlage der Gießener ist nicht zuletzt de» Mannschaftsaufstellung, die sich als nicht sehr günstig erwies, zuzuschreiben. Erst als Knaus in die Läuferreihe ging, wendete sich das Blatt, aber die vier vom Gegner vorgelegten Tore konnten dann nicht mehr aufgeholt werden. Den Kampf bestritten: Balser: Leutheuser. Bingel: Lehrmund, Kreß L, Fenster: Haupt, Wilhelm, Fehing, Knaus, Ritter. Die Gäste begannen das Spiel in schnellstem Tempo. Schon in der ersten Minute ging ein scharfer Schuß knapp am Pfosten des VsD.- Tores ins Aus. „Sport" zeigt das bessere Zusammenspiel, insbesondere die Flügel kamen immer wieder durch. Beim ersten Angriff der VfBer brachte Wilhelm einen schönen Weitschuß an, der aber knapp über die Latte ging. Beide Mannschaften spielten sehr aufgeregt. Balser wehrte einen scharfen Schuß ab, aber den Rachschuh muhte er passieren lassen. 1:0 für „Sport"! Die Grün-Weihen hatten ebensalls einige zwingende Torchancen, aber die Bälle wurden verschossen. Bei verteiltem Spiel ging der Kampf weiter bis durch zu spätes Eingreifen der Verteidigung die Gäste auf 2:0 erhöhen konnten. Die Grün-Weihen waren nun zwar etwas deprimiert, aber sie kämpften unentmutigt weiter. Sie hatten sich freigemacht in allen Teilen, aber was nicht verschossen wurde, wurde vom Torwort der Gäste gehalten. Gegen Ende der Halbzeit kam „Sport" zu zwei weiteren Toren. Die Grün-Wei- hen standen beiden Entscheidungen (Abseits und Handspiel!) des Schiedsrichters Engel tes (Marburg) ratlos gegenüber. Die 2. Spielhälfte sah von Anfang bis Ende die VfBer in unerschrockenem Kampfgeist. Durch einen von Ritter verwandelten Elfmeter und durch einen Prachtschuh von Fehling fonr/ten die Grün- Weihen zwei Tore aufholen. Knaus spielte nun in der Läuferreihe und die Partie stand durchaus nicht ungünstig für VfB. Dieser war sehr stark im Angriff, immer und immer wieder kamen die Grün-Weihen in den Strafraum des Gegners, aber Aufgeregtheit und Pech vereitelten die Erfolge. Erst als „Sport" durch einen Fehler Balsers zum fünften Tor kam, war das Schicksal der VfBer besiegelt. Gegen Ende wurde das Spiel unter Einsatz aller Kräfte durchgeführt: so muhte Balser verletzt ausscheiden. Auch ein Kasseler Spieler verließ, durch eigenes gefährliches Spiel verletzt, das Feld. Beim Stand von 5:2 für „Sport" ging das Spiel zu Ende, nachdem VfB. die letzten Angriffe des Gegners mit allen Kräften hatte abwehren müssen. Oie Aufstiegspiele der Gruppe Main. Mit Rücksicht auf das Endspiel um die süddeutsche Meisterschaft im Frankfurter Stadion gab es am Sonntag in der Gruppe Main nur em Aufstiegsspiel. Viktoria Aschaffenburg schlug Bonames 5:0 (3:0) und schob sich damit auf. den zweiten Tabellenplatz vor. Kurze Sportnoiizen. Der Große T-aunuspreis, ein Straßenrennen über 130 km, wurde von Bruno Roth (Adler, Frankfurt) .In 4:04.40 Stunden von ßöber (Rot-Weiß, Frankfurt) und Müllerklein (Offenbach) gewonnen. * Ungarns Sßaffe^ baller siegten in Stuttgart über „Schwabei^ mit nicht weniger als 14:0 (6:0). * Die Süddeutsche Handball-Mei st er- schäft ist noch nicht entschieden, da Waldhof im Rückspiel die Spog. Fürth 12:3 schlug. Es muß also noch ein drittes Spiel ausgetragen werden. * Jenny Ka st e i n (Holland) stellte im 400-m- Brustschwimmen für Damen mit 6:29 Minuten einen neuen Weltrekord auf. Wirtschaft. Oie deutschen Sparkassen im März. Bei den deutschen Sparkassen haben sich die Ein- und Auszahlungen im März 1933 die Waage gehalten. Einschließlich der Zins- und Aufwertungsgutschriften (21,3 bzw. 7,2 Mill. Mk.) stiegen die Spareinlagen um 28,12 Mill. Mk. auf 10 396,3 MiN. Mk. Mit 417,9 bzw. 418,2 418,2 Mill. Mk. gegen 380,9 bzw. 331,8 Mill. Mk. haben sich die Einzahlungen, sowie die Rückzahlungen gegenüber dem Vormonat erhöht. Diese Steigerung ist auf die jahreszeitlichen Schwankungen zurückzuführen. Sie erklärt sich aus den größeren Anforderungen, die an die Sparkassen anläßlich des Quartals-Ältimos gestellt wurden, sowie aus der Frühjahrsbelebung der Wirtschaft, die in diesem Iahre wegen des größeren Tiefstandes und im Zusammenhang mit den Ankurbelungsbestrebungen einen besonders großen Geldbedarf auslöste. Dieser Bedarf zeigte sich noch stärker bei den Giroeinlagen der deutschen Sparkassen, die einschließlich des sächsischen Gironetzes um 37,1 auf 1349,1 Mill. Mk. zurückgegangen sind. * D i e H ü h n e r w e i z e n - A k t i o n. Wie WTB. ersährte, hat die Deutsche Getreide-Handels- Gesellschaft, die im Rahmen der Hühnerweizen- Aktion zur Eonisierung vorgesehene Mindestmenge von 75 Tonnen auf 45 Tonnen ermäßigt. In besonderen Fallen wirb sogar bie Eonisierung von nur 15 Tonnen und barunter gestattet werben. Es werben auf biefe Weise in vielen Fällen Frachtspesen, bie burch bie Zusammenlegung kleinerer Weizenmengen zu Mengen von 75 Tonnen Weizen sonst entstehen, vermieben. Die Verbilligung bes Weizens kommt infolgebessen den Hühnerhaltern in verstärktem Maße zugute. * Elektrizitäts-AG., norm. Schuckert & C o., Nürnberg. In der Aufsichtsrats- sihung der Gesellschaft wurde der erstmalig nach den Bestimmungen der Verordnung über Aktienrecht vorn 19. September 1931 aufgestellte Abschluß zum 31. März 1933 vorgelegt. Der Reingewinn für 1932/33 beträgt 1 678 783 (1 534 107) Mark, der sich um den Gewinnvortrag von 2 036 520 auf 3 715 303 (2 036 520) Mark erhöht. Der auf den 18. Mai einzuberufenden Generalversammlung soll vorgeschlagen werden 5 Prozent Dividende auf 50 584 100 Mark dividendenberechtigte Stammaktien zu verteilen (i. V. keine Dividende) und den Rest von '1 186 098 Mark auf neue Rechnung vorzutragen. Sranffurf fest/ außer Renten. Frankfurt, 2. Mai. (WTB. Drahtmeldung.) Die Börse eröffnete nach der zweitägigen Unterbrechung zwar in weiter fefter Haltung, das Geschäft war aber nicht nennenswert belebt, ba bie Kunbschaft nahezu fehlte unb sich bie Umsatztätigkeit lebiglich auf einige Käufe der Kulisse beschränkte. Die Auslassungen des Reichskanzlers über das Wirtschaftsprogramm machten einen guten Eindruck und regten besonders die Werte an, die von der Arbeitsbeschaffung den größten Nutzen ziehen dürften. So waren vornehmlich Zement Heidelberg, Holzmann unb Rütgerswerke um 6 bis 6,50 v. H. fester. Daneben zeigte sich infolge ber internationalen Schwäche bes Dollars einiges Interesse für sog. Rohstoffwerte, lieber ben Durchschnitt von 1 bis 1,50 v. H. hinaus lagen noch Deutsche Linoleum plus 5,50 v. H., Scheibeansta.lt plus 3,75 v. Sy, Contilinoleum plus 3 v. H. unb von Kaliwerken Salzbet- surth plus 3,75 v. H. Am Chemiemarkt zogen IG. unter Berücksichtigung bes Divibenbenabschlusses von netto 6,3 v. Sy um 1,25 v. H. an, Deutsche Erb- äl 2 v. Sy unb Metallgesellschaft 1 v. H. Dagegen waren auf die schlechten Abschlußziffern Goldschmidt angeboten und ca. 6 v. H. schwächer. Am Montanmarkt betrugen die Besserungen von 0,50 bis 1,50 v. H. Harpener mit plus 1,75 v. Sy unb Gelsenkirchen mit plus 2 v. Sy lagen stärker erhöht. Elektrowerte lagen überroiegenb von 1 bis 2 v. Sy fester, nur Bekula waren etwas angeboten unb büßten 1,50 v. Sy ein, ferner lagen Schiffahrtswerte weiter im Angebot unb bis zu 1 v. Sy niedriger. Auch Lokal- und Kraftwerke gaben 1,50 v. ch. nach, ebenso Reichsbank 2 v. ch. Bon Einzelwerten eröffneten Iunghans 2,50 v. ch., Contigummi 1,75 v. ch. und Zellstoff Waldhof 1,50 v. ch. fester. Die Ausführungen des Reichskanzlers über die Unerträglichkeit der Zinssätze führten am Rente n m a r k t z u stärkerem Angebot, so daß Altbesitz 1,65 v. Sy, Neubesitz 0,65 v. Sy unb späte Reichsschulbbuchforberungen 2 v. ch. einbüßten. Auch Stahlvereinbonbs verloren 1,65 v. ch., ba- gegen zogen Reichsbahnvorzugsaktien 0,50 v. ch. an. Am Pfanbbriefmarkt betrugen bie Rückgänge bei kleinsten Umsätzen 0,50 bis 1 v. ch., auch Staats- unb Stabtanleihen, sowie Jnbustrieobkigationen waren offeriert unb schwächer. Im Verlaufe blieb f)ie Tendenz für ben Aktienmarkt unter kleinen Schwankungen f e ft. Bei etwas größerem Geschäft betrugen bie neuerlichen Erhöhungen etwa 1 bis 1,50 v. ch. Tagesgelb war leichter unb würbe um 0,50 auf 3,50 o. ch. ermäßigt. Frankfurter Abendbörse gehalten. Frankfurt a. M., 2. Mai. Das Geschäft war ari ber Abenbbörse außerorbentlich gering, bn bie Kundschaft nahezu vollkommen fehlte, und auch die Kulisse infolge der schwächeren Meldungen von den Auslandbörsen Zurückhaltung übte. Die Berliner Schlußkurse blieben in den meisten Fällen nur knapp frefjauptet. Etwas Interesse erhielt sich lediglich für einige Montanwerte, ferner für Zement cheidelberg (plus 2 v. ch.), choch- unb Tiefbau (plus 1 v. ch.) unb Metallgesellfchast mit plus 0,75 v. ch.). Am Rentenmarkt herrschte anfangs eher noch Abgabeneigung vor. Die gegen Mittagsbörsenschluß eingetretenen leichten Erholungen gingen wieder meist verloren. Während im Verlaufe an den Aktienmärkten meist noch leichte Rückgänge festzustellen waren, lagen deutsche Anleihen und späte Reichsschuldbuchforderungen etwas freundlicher, ohne daß jedoch nennenswerte Umsätze erfolgt wären. Neubesitz 13,15, Altbesitzanleihe 71% (Nachbörse 71% bis 72), Schutzgebietsanleihe 8%, 4prozentige Zolltürken 6,45, Reichsbank lagen mit 134 (minus 2 v. H.) matt, Gelsenkirchen 74% bis 75, Harpener 114, Klöcknerwerke 71%, Rheinstahl 98%, Aku 35%, Bekula 114%, Deutsche Erdöl 124%, IG.- Farben 143%, Holzmann 68, Metallgesellfchast 41 bis 41%, Hoch- und Tiefbau 103%, Zement Heidelberg 85, Rütgerswerke 62% bis 62%, Siemens 170, Reichsbahn-VA. 101%, Hapag 18%. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 29. April. Das Angebot in deutschen Eiern hat infolge des Witterungsrückschlags in den letzten Tagen eine erhebliche Verknappung erfahren, zumal auch die Bestände der Kühlhäuser restlos aufgebraucht seien. Am Wochenende war greifbare Ware überhäupt nicht am Markt. Dazu kommt, daß infolge des hohen Zolls nur in ganz geringem Umfange Ware aus dem Ausland zur Verfügung steht. Der Absatz war, soweit Ware vorhanden, lebhaft, die Preise zeigten jedoch keine stärkeren Erhöhungen. Bayern (53 bis 55 Gramm) 7,5, do. (57 bis 58 Gramm) 8, .deutsche Frischeier (Sonderklasse) 9.5, (Kl. A) 8,75, (Kl. B) 8,25, (Kl. C) 7,5, (Kl. D) 7 Pf. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. Sy. Lombardzinsfuß 5 o Sy Frankfurt a. JJL Serlm Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Echluß- kurs Schluß!. Mittag- börse Datum 29-4. 2-5. 29-4. 2.5. 6% Deutsche Retchsanlethe v. 1921 85 85 8.5^25 6% etjem.7% Di. Retchsanl. v. 1929 97,4 96,9 95 75 &V-% Boung-Anlethe von 1930 .. 81 80 80,5 Deutsche Anl.-Abioi.-Schuld mit Auslos.-Rechicn ............ DeSgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ehcm. 8% Hess. Bolkosiaat 1929 72,5 13,8 71,65 13,15 72,8 13,85 71,5 13,15 (rückzahlb. 102%) ....... Oberhessen Provinz-Anleihe mit 83,75 — 83,5 — Auolos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelab I.SHn- 69 68 — — leihe Seriel mit Auslos.-Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bank 69,25 67,25 £8,75 67,75 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 88,5 87,5 6% rhem. 7% Franks. Hyp.-Ban! Goldpse. 16 unkündbar bis 19.36 88,25 87 W2% ehe,». 4*/.% Franks. Hyp. Bank-Ligu.-Psandbrtese ..... 6%% ehern. s'/,% Rheinische 88,75 87 — Hyp.-Baick-Ligu.-Goldpse..... 88,4 87,5 6% ehem. 8% Pr. LandeSpsand briesansialt, Pfandbriese R. 19 88,5 88 83 6% ehem. 7% Pr. LandeSpsand brtesanstalt, Pfandbriese R. 10 88,5 88 — 89 4% Oesterrelchtlche Goldleme... _ 14,25 14,5 4,20% Oesterreichische Silberrente — 1,2 4% Ungarische Goldrente ....... — — — 4% Ungarische StaatSrente v. 1910 — — —_ _ 4/a% dcsgl. von 1913 ........ 6% abgest.. Goldmepkaner von 99 —— — — 7,75 7,75 8 8 4% Türkische Zollanlethe von 1911 6 6,45 5,95 6,4 «% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie i................ 6 6,45 5,95 6,35 4% desgl. Serie II .......... 5,9 6,35 5,95 6.35 Rumän. veretnh. Rente v. 1903 5,5 5,25 5,05 5,3 sZ4%Numan.verelnh.Rentev.i913 9,75 9,95 9,75 4% Rumänische veretnh. Rente .. 4,65 4,65 4,55 4,6 B%% «naioiier ............... 27,75 28,4 28 28,13 Franllur, 0. JJl. Berlin Datum Schlußkurs 29-4. Schluß!. Abend- börse 2.5. Schlußkurs 29-4. Schluß!. Mittag. börse 2.5. Hanivurg-Ainerika-Pakei .....<1 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa Dampfschiff........... 0 Norddeutscher Lloyd ......... 0 A K. für Verkehrswesen Ml. .. 0 BerlinerHandelsgesetlfchaft.... 4 Commerz, und Privat-Bank... 0 Deutsche Bonk und Disconto- Gesellschaft................ 0 Dresdner Bank..............0 Reichsbank ................. j A.E.G...................... 0 Elekrr. Lieserungsgeselllchaft ... 6 Ltcht und Kraft ............. g Felten L Guilleaume ........ 0 Gesellschaft für Elektrifche Unter- nehmungen............... 4 Rheinische Elektrizität ......" 5 Schultert 8 Co............... Siemens & Halske............ Lahmeyer L Co................ Buderus ............ 0 Deutsche ErdSI .............. Gelsenkirchener.............. 0 Harpener...................q Hoesch Eisen—Köln-Neuesfen.. 0 Ilse Bergbau .............7 Ilse Bergbau Genüsse........7 Klöcknerwerke ...............0 ManneSmonn Röhren........0 Manofeloer Bergbau......... 0 Lbcrschlef. Kokswerke........ 0 Phönix Bergbau............0 Rheinische Braunkohlen ......10 Ryeinstahl ..................0 19 19,25 52 97 52,5 67 61,85 137 29,25 93,5 108 74,65 100 97,25 113,5 169 132,25 80 122 72 110,75 124,5 70 80 30 48 211,75 96,5 18,4 — 18,75 57,75 51,75 67 61,25 134 29 95,5 110 76 102,75 116 170 135,5 124,4 75 114 131 71,25 81,25 48,9 98,5 20 39,5 32,5 20,5 54 52,5 67 61,25 136,9 29,9 94,5 107 74,9 99,4 97,25 112 169 132 79 120,75 73.25 110,75 81,75 126,5 69 79,65 30 85 47,9 211 96,5 18,65 33,5 33,75 19,75 57 98,75 52,25 67 61,25 136 29,5 96 110 75 102,75 99,75 116,25 170,75 134,9 81,9 125 74,25 113,25 86 177 130 70,75 81,75 31,75 91,5 48,9 210,5 98,5 Frankfurt o.M. Berlin Schluß« kurs Schluß!. Abend- börse Schluß- fürs Schluß!. Mi'tag« bör>e Datum 29.4. 2.5. 29.4. 2.5. Bereinigte Stahlwerke..... ... u 47,75 48,25 48 48,9 Otavt Minen ............ ... 0 19,4 19 19 19 Kaliwerke Aschersleben..... ... 6 150 151,75 149 152,5 Kaliwerke Westeregeln..... ... 6 151 150,75 153,5 Kaliwerke Salzdetfurth ... ... v 209 — 210 212 I G. Farben-Industrte .... ... 7 148,5 143,75 148,75 144 Schetdeanstalt............ ...10 176,25 179,5 Goldschmidt ............. ... 0 60 54 58 54.9 Rütgerswerke ........... ... 0 54,4 62,75 54,9 63,25 Metallgelellschaft.......... ... 0 39 41 38,75 41 Philipp Holzmann........ ... 0 57,75 68 58 68 Zementwerk Heidelberg ... Lemenlweck Karlstadt...... ... 4 ... 0 75 73 85 — Wayß & Frey tag ......... ... 0 - — Schultheis Patzenhofer..... ... 0 _ 135 1 136.25 Aku (Allgemeine Kunstseide) ... 0 34,5 35,25 35,25 35 Bemberg................ ... 0 47,5 47 48 47,5 Zellstoff Waldhos........ ... 0 54 56 54,4 55,75 Zellstoff Aschaffenburg .... ... 0 25 25 24 25 Dessauer G>is........... ... 7 116,9 115.25 Daimler Motoren......... ... 0 34 35 34,65 34.75 Deutsche Linoleum ....... ... 0 ;9,5 53 49,5 50 26,25 Orenstein & Koppel....... Leonhard Tietz ........... ... 0 ... 6 26 27 55,25 27 Lhode................... ...12 150 153 163 Grttzner ............... .. 0 30,65 27,9 28 179,75 Mainkraftwerke Höchft a.W. Süddeutscher Zucker ...... 170,5 74 170,5 ! Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2tt. 2 9. April 2.Mai Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Arie Geld <5rir Helstngfors.. 6,314 6,326 6,244 6,256 Wien...... 45,45 45,55 45,45 45,55 12,70 19 .79 12,70 19 79 Budapest ... Sofia...... 3,047 0,053 3,047 3,053 Holland .... 169,43 169,82 169,58 169,92 Oslo....... 72,88 73,02 71,63 71 77 Kopenhagen. 63,64 63,76 62,49 62,61 Stockholm... 73,63 73,77 72,38 72,52 London ..... 14,24 14.28 14,015 14,055 Buenos Aires 0,853 0,857 0,853 0,857 Neuyork .... 3,736 3,744 3,586 3,594 Brüssel..... 58,79 58,91 58,84 58,96 Italien..... 21,86 21,90 21,78 21,82 Pari-..... 16,56 16,60 16,58 Schweiz .... 81,37 81,53 81,42 81'58 Spanien.... 36,01 36,09 35.96 36,04 Danzig.... 82,67 82,83 82,52 82,68 Japan...... 0,889 0,891 0,879 0,881 Rio de Jan. . 0,239 0,241 0,239 0,241 Jugoslawien 5,195 5,205 5,195 5,205 Lissabon ... 12,99 13,01 12,79 12,81 Banknoten Berlin, 2.Mai Geld Bries " ;l,mcri(anitdw Roten.............. 3,54 3 5fi Belgische Noten........... 58,68 58,92 Dänische Noten ... ....... 62,13 62,37 Englische Noten ........... 13,97 14,03 Französische Noten......... 16,54 16,60 Holländische Noten......... I6q,21 169,89 Italienische Noten.......... Norwegische Noten ........ 21,69 71,46 21,77 71,74 Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schilling Schwedische Noten......... 72^D 7249 Schweizer Noten........... 81,24 81,56 Spanische Note«........... 35,83 35,97 Ungarische Roten..........