Montag, 3.ApriIs933 183. Jahrgang Nr. 79 Erstes Blatt der führte eine eingehende Aussprache zwischen den pfälzischen Führern der NSDAP, und des Stahl- | I Keims herbei. Die Verhandlungen ergaben eine Einigung zwischen NSDAP, und Stahlhelm in der Pfalz. Bürger ist, scheint er auch zu beabsichtigen, d i e preuhischeStaatsangehörigkeitaus- z u g e b e n. die er 1913 lediglich durch die Aufnahme in die Akademie als ordentliches hauptamtliches Mitglied erlangt hat. Die Preußische Akademie der Wissenschaften empfindet das agitatorische Auftreten Einsteins im Auslande um so schwerer, als sie und ihre Mitglieder seit alten Zeiten sich aufs eng st e mit dem Preußischen Staat verbunden fühlen und bei aller gebotenen strenge Zurückhaltung in politischen Fragen den nationalen Gedanken stets betont und bewahrt hat. Sie hat aus diesem Grunde keinen Anlaß, den Austritt Einsteins zu bedauern." N e u st a d t a. d. H., 2. April. (TU.) Der von den Stahlhelmbundesführern zur Schlichtung der Unstimmigkeiten zwischen NSDAP, und Stahlhelm in die Pfalz gesandte Kommissar Oberst v o n L y l a n - entschlossen, in den Staat hinein- z u w a ch s e n , den Staat zu gewinnen und ihn sich zu eigen zu machen. So wie der große König über Bismarck und seinem Werk die Hände und den Segen spendete, so stehl heute über uns die eherne Gestalt des großen Soldaten des großen Krieges, gibt uns ihre Hand und reicht uns ihren Segen. 3n Hindenburg und Hitler Hal das Reich wieder seine Grundfesten erhallen, und wir, die Jugend, wir schlagen die Brücke zwischen dem jungen Volkskanzler und dem greisen Generol- feldmarschall. Wir haben uns in den vergangenen Jahren nicht mit dem billigen Wort getröstet, das die bürget* lützen Parteien für sich in Anspruch nahmen, wir hatten den Mut, dieses Wort umzukehren. Wir erklärten: Wer die Zukunft hat, der hat die Jugend! And weil wir in die Zukunft marschierten, deshalb, meine Kameraden, seid ihr hinter diese Regierung getreten und deshalb steht ihr, die Jugend der Reichshaupt- stadt, am heutigen Abend um diesen Stein versammelt, um Bismarck und seinem Werke eure Huldigung und eure Verehrung zu Füßen zu legen. Jetzt haben wir Mut, weiter zu leben und weiter zu kämpfen. Das Reich kann und wird nicht vergehen. Die Einheit der Länder, die Bismarck formte, wurde von uns ergäir^t durch eine Einheit der Klassen. Wir wollen es dem großen Toten und seinem Ramen geloben: Das Reich ruht bei uns in sicherer Hut, wir werden es beschützen und verteidigen. So wollen wir uns denn in dieser feierlichen Nachtstunde die Hände reichen. Arm ist Deutschland geworden, ober nicht ehrlos. Wir wollen uns zu jenem Worte bekennen: Was uns nicht umbringt, das macht uns nur stärker! Zum dunkel überspannten Himmel erheben wir unsere Augen und unsere Hände und schwören: Ihr Sterne, seid uns Zeugen, die stille auf uns schauen, wenn alle anderen schweigen und fremden Götzen traun. Wir wollen das Wort nicht brechen, nicht Buben werden gleich, wolln predigen und sprechen, vom einigen Deutschen Reich! Wir heben die Hände und rufen: Das Reich, seine Macht und seine Stärke, das Voll, seine Gröhe und seine Einheit, der Generalseld- marschall, der über uns seine segnende Hand hält, Adolf Hiller, der uns führt — Heil, Heil, Heil! Die Versammelten stimmten stürmisch ein und sangen entblößten Hauptes das Lied: „Flamme empor!" Dann wurden von den einzelnen Vertretungen der teilnehmenden Verbände die Feuersprüche gesprochen. Spontan sang die Menge das Horst-Wessel-Lied. Annahme von Anzeige« sür die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameanzcigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20"mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich sür Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr §.Tbqriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undfür denAn« zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. derer Personen in den Stahlhelm und seine Rebenorganisationen als Mitglieder ist bis zum 31. März 1934 einschließlich verboten." Das thüringische Innenministerium bricht die Beziehungen zur Stahlhelmgauleitung ab. Weimar, 1. April. (CNB.) Die Pressestelle des Staatsministeriums teilt mit: Der thüringische Innenminister S a u ck e l hat dem Gauleiter des Gaues Saale-Thüringen des Stahlhelms, Rechtsanwalt Schönheit in Rudolstadt, einen Brief geschrieben, worin er auf den Ton hinweist, in dem sich die Stahlhelm-Gauleitung gegen Maßnahmen des Ministeriums des Innern gewandt habe, und der vom Ministerium unter keinen Umständen geduldet werden könne. Das Ministerium bricht deshalb jeden Verkehr mit der (Bauleitung bis auf weiteres ab und hat auch die Kreisamter Ostthüringens angehalten, das gleiche zu tun. Vom Stahlhelm wird dazu erklärt, daß die Bundesführung des Stahchelms hierzu sofort ditz Entscheidung der Reichsrcgierung her» beiführen werde da sie auf dem Standpunkt steh^ daß eine derartige Regelung gegenüber Mem düs Die Berliner Jugend huldigt dem Andenken Bismarcks. Reichsminister Dr. Goebbels spricht über die Erneuerung des Reiches. Volkes würdig war. Die italienische presse erkennt die Disziplin an. Rom, 2. April. (WTB.) Die ruhige und straff disziplinierte Durchführung des Boykotts jüdischer Betriebe wird von den Berliner Korrespondenten der italienischen Presse voll und ganz anerkannt. In ihren Berichten wird der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß durch das Abflauen der Greuelpropaganda des Auslandes gegen das deutsche Volk eine Wiederaufnahme des Boykotts nicht mehr notwendig werde. Auch redaktionell "nehmen die Zeitungen weiterhin gegen die antideutsche Greuelpropaganda des Auslandes Stellung. (Sortiere della Sera, der das entschlossene und zielsichere Vorgehen des Reichskanzlers bei der politischen und moralischen Erneuerung Deutschlands sehr anerkennt, brandmarkt die Haß- und die Verleumdungskampagne, die ein Teil der ausländischen Presse gegen Deutschland in Szene gesetzt hat und für die jedes Argument, selbst das konfessionelle, herhal- ten mußte, um damit der Reichsregierung auf jede mögliche Weise Schwierigkeiten und Verlegenheiten zu bereiten. Man müsse bie Hoffnung haben, daß das Verantwortungsgefühl in jene Zentren zurückkehre, die diese neue zweideutige und verleumderische antideutsche Propaganda inszeniert haben. Bereits seien Anzeichen für größere Vorsicht und Objektivität in der internationalen Beurteilung Deutschlands zu verzeichnen. Amerika beruhigt. Washington, 3. April. (Reuter-Funk- fpruch.) Der amerikanische Staatssekretär Hüll hatte am Sonntag eine telephonische älnterredung mit der amerikanischen Botschaft in Berlin. Er erhielt beruhigende Versicherungen über die Ordnung, in der der Boykott gegen die Juden durchgcführt worden ist. Ferner wurde ihm mitgeteilt, daß der Boykott am Mittwoch nicht wieder ausgenommen werden werde, salls die antideutsche Agitation im Auslande sich gelegt habe. Es wird erwartet, daß die amerikanische Regierung eine Politik der Nichteinmischung befolgen wird und auf dem Standpunkt steht, daß die deutsche Regierung, wenn man sie in Ruhe läßt, den gegen die Juden gerichteten Handlungen ein Ende machen wird. Eine weitere Erklärung Streichers. München, 2. April. (ERB.) Bei einem vaterländischen Abend, den die Münchener Nc-DAP. zum Besten ihrer Kriegsopferversorgung veran» ftaltete, erklärte der Vorsitzende des Zentrallomi- tees Julius Streicher u. a.: Ich habe das Gefühl, daß wir am Mittwoch den Kampf nicht mehr weiter führen werden. Es wird das Millionen von Deutschen höchst bedauerlich erscheinen, aber es muß trotz alledem D i s z i p 1 i n gewahrt werdem Es war nicht leicht, Zugeständnisse zu machen, aber Adolf Hitler kann nur schrittweise vorgehen Adolf Hitler hat das, was er erreichte, Stuck für Stuck erobern müssen. Oie preußische Akademie der Wiffen- schasten gegen Einstein. Erscheint täglich, autzer Sonntags finb Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gienerker Familienblätter Heimat >m Dlld Die Scholle monats Bezugspreis: Mil 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. üernsprechanschlüsfe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: $ronlfurt am Main 11686. schöpferischen und aus innerstem Antrieb wehrhaften Menschen, der nun sein Schwert führen kann aus einem helligen unbezwinglichen Glauben, daß es giü, der deutschen Seele ihr sicheres festes Haus zu schaffen und au wahren gegen dis Welt der inneren und äußeren Feindschaft. — Dos Eiserne Reich Bismarcks schuf den Grund, auf dem wir stehen, — in Ehrfurcht beugen tote uns an diesem Tag vor dem Eisernen Kanzler — das Dritte Reich aber, nicht minder wehrkräf- tigen Geistes soll und wird ein Reich sein durch- strömt und beseelt von der Schöpferkraft deutscher Seele! — Mit einem dreifachen Hoch dem deutschen Vaterland, der Vereinigung von Weimar und Potsdam schlossen die Ausführungen. wurde entwaffnet, weil die deutsche Seele den Krieg verlor. Es kam das Interregnum des zweiten neuen Reiches der Republik von Weimar — die herrenlose, die schreckliche Zeit — die seelenlose, zersetzende Zeit. — Aber gerade in diese Zeit der Heimsuchung unseres Volkes fällt das Wiedererwachen der deutschen Seele, die eine Bewegung von fast religiöser Inbrunst und Gläubigkeit im deutschen Volke hervorrief, die beispiellos ist in der deutschen Geschichte. — Lind diese Bewegung hob in den jüngsten Tagen i h r Drittes Deutsches Reich aus der Taufe, das seiner schicksalhaften Berufung nach mehr ist, weil mehr, als nur ein Eisernes Reich: Es ist daS mythische Seelenreich des glaubensstarken. Klärung der durch Mißverständnisse entstandenen I und in der Hitze des politischen Kampfes mit ent- | sprechender Schärfe ausgetragenen Gegensätze, so daß der Zwist zwischen den beiden die nationale Erhebung tragenden Verbänden als endgültig beigelegt gelten darf. Zur Durchführung einer engeren Zusammenarbeit wird der Stahlhelm einen Verbindun g#o ffizier bei der Regierung der Pfalz ernennen. Die beiden Verbände werden für die nächste Zeit gemeinsam eine Mitgliedersperre durchführen. Ein Iahr Mitgliedersperre im Braunschweiger Stahlhelm. Braunschweig, 1. Aprll. (TLI.) Der braunschweigische Innenminister K1 a g g e s hat folgende Verfügung erlassen: „Das Verbot des Stahlhelms, D. d. F., und aller seiner Nebenorganisationen im Freistaat Braunschweig, hebe ich mit sofortiger Wirkung auf. Aus Gründen der Staatssicherheit dürfen n u r s o 1 ch e Personen als Mitglieds rvon neuem ausgenommen werden, die in den Stahlhelm und seine Nebenorganisallonen als Mitglieder biszum 5. März d. 2. einschließlich ausgenommen waren. Sie Ausnahme an- Die englische presse über die Boykottaktion. London, 3. April. (WTB. Funkspruch.) Die Blätter stellen fest, daß, abgesehen von dem Zwischenfall in Kiel, der Boykott gegen die Juden r u - big und planmäßig durchgeführt worden ist. Sie drücken die Hoffnung aus, daß der Boykott am Mittwoch nicht wieder ausgenommen werden wird. „Daily (Erpreß sagt, niemand er- laubt sich, der deutschen Regierung Vorschriften zu machen. Aber die Nationalsozialisten mögen daran erinnert werden, daß eine Revolution nicht nur Gewalttaten, sondern auch Großmut nötig hat, wenn sie ihren Gewinn konsolidieren will. „Daily Telegraph" spricht die Meinung aus, bei einer Wiederaufnahme des Boykotts auf längere Zeit würde, abgesehen von der unerfreulichen Wirkung im Aus- lanbe, auch das deutsche Wirtschaftsleben geschädigt werden. „Times" erklärt, es sei in Deutschland das Gefühl des Mißwollens und des Mißtrauens sehr verbreitet, daß die jüdische Gemeinschaft eine derartige Machtstellung im Geschäftsleben habe, während sie doch nur 1 Prozent der Bevölkerung ausmache. Feindschaft gegen den fleißigen, kleinen jüdischen Ladenbesitzer oder Händler gebe es nicht. Der Berliner Korrespondent der „Daily Mail" sagt über den Boykott, die Ordnung und Ruhe dieser Aktion gegen eine nationale Minderheit hat auf den unbeteiligten Beobachter den tiefsten Eindruck gemacht. Der Boykott ist in einer Art und Weise durchgeführt worden, die des deutschen Das Amusische des Ersten Reiches ist von voraus- schauenden Geistern schon zur Zett Bismarcks deutlich erkannt worden. Nietzsche sprach es aus in schroffer und ungerechter Form. Lagarde ließ seine volltönende deutsche Seele aus dem Ungenüge am eisernen Gebilde des Bismarckreiches schöpferisch werden und entwarf in seinen Schriften ein umfassenderes kultur- und mythenträchtigeres Reich, in dem alle Schöpferkräfte des deutschen Menschen nicht nur Raum hoben, sondern gestalthaften Ausdruck finden sollten. Und Richard Wagner endlich ließ in seinen Musikdramen den alles umfassende Reichtum deutschen Wesens und deutschen Schöpfertums unmittelbare Gestalt annehmen. Das Werk Lagardes eine bewußte und unmittelbare, das Werk Wagners eine schöpferische Kritik am Bismarckreich. Dennoch hatte Bismarck, historisch gesehen, recht, wenn er der Eiserne Kanzler des Eisernen Reiches wurde: Denn das Reich mußte am Amboß geschmiedet werden, weil die deutsche Seele, schon verdünnt und verwässert durch die Ideen der Aufklärung, gar nicht mehr die Schöpferkraft hatte, von sich aus ein seelisch erfülltes Reich in den europäischen Raum zu stellen. Es gab wohl einzelne hervorragende Menschen, in denen die deutsche Seele noch vollkräftig, unversehrt und unverflüchtigt, lebte, aber die breiten Massen, liberalistisch und glaubensschwach wie sie waren, konnten nur und einzig — in jener vorhandenen Seelen- und Zettlage — auf dem Wege und durch das Mittel des Eisens zur großen Tat geführt werden. Der Eiserne Kanzler war geschichtliche Notwendigkeit! Aber auch die Warner hatten Recht in einem zukünftigen Sinne, dessen Stunde noch nicht geschlagen hatte, die aber kommen mußte — und kam! Besiegt wurde im Weltkrieg nicht die deutsche Waffe, sondern die deutsche Seele. Sie war von keinem unwiderstehlichen deutschen Glauben, von keinen strahlungskräftigen Idealen mehr erfüllt — und darum brach sie zusammen. Auch der Dolchstoß war nur möglich in eine schwache Seele! — Die marxistische Glaubenslo- sigkeit ist der Ausdruck innerster Niederlage deutschen seelischen Schöpfertums! Das Eiserne Reich erlitt seinen tiefen Fall, weil die Flügel des Glaubens schwach waren, das Eiserne Reich Eine Bismarckfeier im Hessischen Lanbesiheaier Eine Rede des Referenten für Kunst und Theaterwesen Dr. Kutz. Berlin, 1.April. (TU.) Trotz der unfreundlichen Witterung, mit der sich der Monat April einführte, war die Bismarckwarte auf den 'Dlüggelbergen, wo am Samstagabend die Feier zum Geburtstag Bismarcks stattfand, das Ziel vieler Tausender. Der Bismarckturm, von Scheinwersern bestrahlt, bot inmitten des dunklen märkischen Waldes ein phantastisches Bild. Aus allen Richtungen kommend, marschierten mit klingendem Spiel SS.°, SA.- und Stahlhelmmannschaften. Stu- dentenabordnungen sowie der Gruppen der Polizei, des Hitler- und Bismarck- bundes usw. mit Fackeln heran, um den Altreichskanzler zu ehren. Auf dem Platz vor der Bis- marckwarte, den Treppen zur ersten Plattform und auf der Plattform selbst hatten SA.-Leute mit Fackeln Aufstellung genommen. Stürmisch begrüßt erklärte Reichsminister Or. Goebbels: Meine Kameraden! Ist es nicht ein wunderbares Zeichen deutscher Wiederbesinnung, daß sich die Jugend der Reichshauptstadt, von der man einmal sagte, daß sie rot sei und rot bleiben werde, um dieses Ehrenmal eines großenTo- t e n versammelt, um ihm und seinem historischen Vermächtnis ihre Huldigung zu Füßen zu legen. 14 Jahre unendlicher Demütigungen und Verfolgungen liegen hinter uns. 14 Jahre, in denen in Deutschland die Anarchie, die geistige Auslösung, der Marxisinus und die bolschewistische Dämmerung regierten. Bismarck und sein Erbe schienen vertan. Die Einheit des Reiches, so meinte man, müsse zerbrechen und die Einheit des Volkes hatte sich ausgelöst. Als im Jahre 1 848 in der Paulskircksie zu Frankfurt die Professoren zusammentraten, um das Reich zu erreden, da stand schon in Preußen ein Mann, der in sich die ileber^cugung trug, daß das Reich nicht am grünen Tisch erhandelt werden könnte, sondern daß das Reich aus Blut und Eisen erstehen würde. Die Erben, die nach Bismarck kamen, wären seines Erbes nicht würdig. Sie ließen jene starke innere Einheit, die Bismarck geformt hatte, wieder in sich zerfallen. Aber in den Jahren des Verfalls wuchs auch schon Widerstand, wuchs die Selbstbesinnung und aus den Sorgen, Irrungen und Wirrungen, aus den seelischen Nöten, die wir jungen Deutschen in uns trugen, brach dann ganz spontan und explosiv wieder der Gedanke des Reiches hervor, stieg eine Wiedergeburt der Nation empor. Bismarck einte die Länder und gab dem Reich die Form. Dir einten die Klassen und gaben der Nation einen neuen Inhalt. Und heute steht nun die deutsche Iugend um dieses stolze werk versammelt, eine Iugend, bereit und Darmstadt, 2. April (WSN.) Im großen Saal des Hessischen Landestheaters fand eine Gedenkfeier für den Altreichskanzler Otto von Bismarck statt, in Deren Mittelpunkt eine Rede des Referenten für Theater und Kunst Dr. W. Kutz stand. Als Einleitung spielte das Kammerorchester des Kampfbundes für deutsche Äultur unter Leitung von Kapellmeister Hans Simon die Sin- onie in A»Dur von Friedrich dem Großen. Dann olgte der Chor der Darmstädter Sänger „Deutsches Dolksgebet". Anschließend führte Dr. Werner Kulz u. a. aus: „Der große deutsche Mann, dessen Geburtstag uns heute zu einer Feier und zu einem Gedächtnis vereint — Otto von Bismarck —, war der Geburtshelfer des Deutschen Reiches, das den gewalligsten Sturm der Weltgeschichte bestanden hat und — mag es auch zerschos- fen und beschädigt aus dem Wellkrieg hervorgegangen sein — in seinen politischen und seelischen Grundsesten noch heute besteht. Es ist kein Zufall, sondern hat tiefen wellgeschichtlichen Sinn, daß das Bismarck-Reich allein durch das Eisen verwirklicht wurde, und der erste Kanzler der Eiserne Kanzler war. Preußen war die Waffe, die Bismarck vorfand, um seinen Traum zu verwirklichen, und Preußen war ein Gebilde, das sich inmitten alldeutscher Zerrissenheit und Schwäche Ring um Ring mit dem Schwerte erweitert und zusammengeschlossen hatte. Dieses preußische Schwert nahm Bismarck in die Faust und schuf jenes Preußen- Deutschland, das stark und mächtig in den Weltkrieg zog. — Ts war in seinem guten Kern ein Reich des Eisens. Die Seelenkräfte des Deutschtums, die Kullurwellen, die religiösen, die mystischen Urkräfte traten darin zurück. Das Reich war, wenn man so sagen darf, amusisch. Es war kein Reich, in dem der Sänger neben dem König stand, kein Reich mit Arthurs Tafellunde. Berlin, 1. Aprll. (TL1.) Der arnlliche preußische Pressedienst veröffentlicht folgende Erkla- rang der Preußischen Akademie der Wmenschaf- ten: „Die Preußische Akademie der Wissenschaften hat mit Entrüstung von den Zeitungsnachrichten über bi e Beteiligung Albert Ein st eins an der Gräuelhetze in Amerika und Frankreich Kenntnis erhalten. Sie hat sofort Rechenschaft von ihm gefor- bert Inzwischen hat Einstein seinen Austritt aus der Preußischen Akademie der Wissenschaften erklärt mit der Begründung, daß er X» Meanen“f?nn?sJ1iäÄ« > h-Im-U »«handUmgen ergaben eine GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dnicö Ausfalls der russischen Futtergerste vor der Rotwendigkeit eines neuen Schweinemordes, oder eines vielleicht noch schlimmeren Rindermordes stehen. Das Maismonopol wird aus diesen Gründen auf allmähliche Verringerung des Oelkuchen- verbrauches, soweit dieser unmittelbar aus dem Ausland kommt, hinarbeiten. Bei konsequenter Durchführung der Fettwirtschaft wird sich auch zwangsläufig eine_ Verminderung des Oelkuchen- anfalls aus ausländischen Staaten im Inlands ergeben. Erhebliche Reueinstellungen in der Landwirtschaft. Berlin, 1. April. (WTD.) In der Land- wirtschaft macht sich die Wirkung der p l a n v o l - len Agrarpolitik der Reichsregierung bereits deutlich bemerkbar. Die Zahl der Reueinstellungen betrug in der ersten Wärz- hälfte 7852 Köpfe, während im Vorjahr in der gleichen Zeit nur 1191 neu eingestellt wurden. Kleine politische Nachrichten. In einer Reutermeldung ist davon die Rede, daß im Zusammenhang mit der Ernennung des Hauptschriftleiters des „Völkischen Beobachters" Alfred Rosenberg zum Leiter der Außenpolitischen Ambes der RSDAP. der Reichsauhenmi- Nister Freiherr von Reurath seinen Rücktritt angeboten habe, da er in dieser Ernennung den ersten Schritt für die Ergreifung des Auswärtigen Amtes durch die Rationalsozialisten sehe. Amtlich wird dazu erklärt, daß der Reichsaußenminister weder seinen Rücktritt angeboten, noch er sich mit dieser Absicht trage. Die Berliner Stadtverordnetenversammlung wählte in Abwesenheit der sozialdemokratischen Fraktion mit allen übrigen Stimmen den Reichspräsidenten von Hlndenburg und den Reichskanzler Adolf Hitler ,311 Ehrenbürgern der Stadt Berlin. * 2n Wiesbaden wurde unter dem jubelnden Beifall der Stadtverordnetenversammlung, der Tribünen und der vielen Tausende, die vor dem Rathaus die erste Sitzung der neugewählten Stadtverordneten - Versammlung miterlebten, beschlossen, Reichskanzler Adolf Hitler zum Ehrenbürger der Stadt zu ernennen und den Schloßplatz von nun an Adolf-Hitler- Plah zu benennen. * ( Die Reichsregierung hat ein Gesetz beschlossen, 1 durch das der Reichsmini st er der Finanzen ermächtigt wird, zur Finanzierung des voraussichtlichen Fehlbetrages des Rz. 1932 bi s zu 850 Millionen Reichsmark im Wege des Kredites zu beschaffen. • Der „Völkische Beobachter" meldet,' daß der frühere Ordenskanzler des Iungdeut- fchen Ordens, Otto Bornemann, sowie der Pressewart des Ordens, August Abel ihren Eintritt in die NSDAP, mitgeteilt haben. 15 Jahre Zuchthaus im Prozeß Decker. Der Kaufmann Becker, der. wie gemeldet, seine Frau, den Facharzt Dr. Boes in Halle und den Goldschmied Buchholz in Duisburg aus Eifersucht erschossen hatte, wurde vom Schwurgericht in Halle zu 15 Jahren Zuchthaus wegen Totschlages verurteilt. Schwerer Bombenanschlag auf ein Hamburger SA.-Lokal. Großer Sachschaden, aber niemand verletzt. — Elf Kommunisten unter Tatverdacht festgenommen. Hamburg, 2. April. (TU.) In dem nationalsozialistischen Lokal von Wucherpfennig in der Barmbeckstraße wurde am Samstag kurz nach 20 Uhr ein Bombenanschlag verübt. Eine bisher noch unbekannte Person warf in das Lokal eine n.it st arte m Spreng st off geladene Bombe, die dort explodierte, die Einrichtungsgegenstände wurden vollkommen zertrümmert. Wie durch ein Wunder kamen die wenigen im Lokal anwesenden Personen mit dem Leben davon. Die Polizei seilt mit, daß im ganzen drei Bomben verwapdt worden sind, von denen nur eine zur Explosion gebracht worden ist. Die Wirkung dieser einen Bombe war verheerend. In dem Raum, in dem sie mit ungeheurem Luftdruck krepierte, ist der Fußboden vollkommen au f gerissen , die Wände und Decken sind durcyschlagen, sämtliches Mobilar zertrümmert und alle Scheiben zersprungen. Der Raum war in ein wüstes Trümmerfeld verwandelt. Eine Bombe, die in einen Nebenraum geworfen werden sollte, lag auf dem Fenster, wo sie sich in der Gardine verfangen hatte. In diesem Raum hielten sich der Wirt und einige Gäste auf. Die dritte Bombe wurde außerhalb des Lokales gefunden. Anscheinend hatte die Täter bei der ersten furchtbaren Detonation der Mut verlassen, diese Bombe zu werfen. Die Bomben sind 20 Zentimeter lang, aus Mannesmannrohren und mit Dynamit gefüllt. Sie sind nach dem Urteil des Sachverständigen von so hoher Explosionskraft und so empfindlich, daß sie nur unter Lebensgefahr entfernt werden können. Nur einem glücklichen Zufall ist es zu verdanken, daß ein Unglück in größtem Ausmaße vermieden worden ist, da der SA. - Sturm das Ver- kehrslokal zehn Minuten vor her verlassen hatte. Das Attentat ist von kommunistischer Seite vorbereitet worden. In der Nacht vom 1. zum 2. April nahm die Polizei elf Personen fest, alles Angehörige der KPD. Die Festgenommenen stehen mit dem Atentat in Verbindung. Weitere Festnahmen stehen bevor. Eine der Bomben konnte abtransportiert werden, die dritte mußte wegen ihrer hohen Explosio- empfindlichkeit anOrtundStellegesprengt werden. Die Polizei traf dazu umfangreiche Vorbereitungen. Die umliegenden Häuser wurden g e - räumt, die Umgebung in weitem Umkreise abgesperrt, um die Bevölkerung und die Häuser zu sichern. Die Bombe, die am Eingang einer Terrasse neben dem SA.-Lokal lag, wurde mit st a r k e n Eisenbahnschwellen umgeben, die den Zweck hatten, die Sprengwirkung abzufangen. Unter sachkundiger Leitung eines Feuerwerkers erfolgte um 13 Uhr die Sprengung, deren starke Detonation viele Anwohner des dicht bevölkerten Stadtviertels an einen neuerlichen Anschlag glauben ließ. Dank der Schutzmaßnahmen hinterließ die Sprengung nur unmittelbar an der Stelle, wo die Bombe gelegen hatte, ein etwa fußtiefes Loch in den Steinplatten des Bürgersteigs und einige wenige unbedeutende Beschädigungen des unmittelbar angrenzenden Mauerwerks. Der Polizeiherr hat sich mit den zuständigen Stellen des Reiches in Verbindung gefetzt und eine Verschärfung der Strafen des Spreng st offg es e h e s angeregt, um der ordnungliebenden Bevölkerung einen erhöhten Schuh angedeihen zu lassen. Der Polizeiherr hat sofort alle dem Staate zur Verfügung stehenden Mittel eingesetzt, um Hamburg von diesen kommunistischen Terrorbanden zu säubern. Aus der provinzialhauptstadt. Hermann Mendelsohn f. 21m 31. März fand unter großer Beteiligung aus allen Kreisen der Bevölkerung eine tief ergreifende Trauerfeier am Sarge des verstorbenen Rechtsanwalts Hermann Mendelsohn statt. Geheimer Kirchenrat v. K r ü g e r leitete die Feier mit Eichendorsfs wunderbarem Gedicht „Der Einsiedler" ein. Rechtsanwalt Em gisch hielt dem Freunde und Kollegen die Grabrede. Professor Dr. Kissinger (Darmstadt) weihte dem Bruder der Adelphia tiefempfundene Worte des Rachrufs. Die Hessischen Gerichte liehen durch den Präsidenten des Landgerichts einen Kranz niederlegen, die Hessische Anwaltskammer war durch Geheimrat Windecker (Friedberg) vertreten. Dr. pelmann feierte den Kriegskameraden und Landgerichtsrat T r ü m p e r t sprach für den Kriegerverein. Reiche Kranzspenden legten Zeugnis ab von der allgemeinen Hochachtung und Beliebtheit des Verstorbenen, darunter Die 50er von 1868/1918, der Akademische Gesangverein und der Gießener Konzertverein, sowie der D.-Oe. 21. D., Sektion Oberhessen. Der Verstorbene, geb. am 23. März 1868 zu Gießen, verlebte seine Kinderjahre im Glanze des neuerstandenen Deutschen Reichs, dessen Gründungsfeier seine älteste Kindheitserinnerung war. Die aus dem Kriege heimkehrenden Soldaten hatten es ihm angetan; aus Bilderbogen wurden Soldaten aller Truppengattungen ausgeschnitten, getreu bemalt und aufgeleimt. Im Spiel lernte der Knabe so die ganze deutsche Armee kennen, und dieses Spiel wurde dem glühenden deutschen Patrioten zu ernster Wissenschaft. Er kannte jedes Regiment, seinen Standort, seine Uniform, Abzeichen, er wußte von jedem Gefecht Der Jahre 1866, 1870/71, welcher Truppenteil mitgekämpft hatte, ja er war ein lebendes Museum der deutschen Armee und ihrer Geschichte in Krieg und Frieden. Von 1877 bis 1886 besuchte er das hiesige Gymnasium, wurde mit dem S. S. 1886 Student und Mitglied der „Adelphia", der er allezeit die Treue hielt, absolvierte pünktlich 1889 sein Fakultätsexamen und Daran anschließenD Den juristischen VorbereitungsDienst als Gerichtsaccessist", wie damals der Referendar genannt wurde, bis 1892 und bestand im Frühjahr 1893 das Staats- eramen mit? „gut". Er, Der als Abiturient noch ein zierlicher, zarter Junge gewesen war, war hocherfreut, als er nun für militärDiensttauglich befunDen wurde und im Alter von über 25 Jahren beim Bayerischen 14. Infanterie-Regiment Herzog Karl Theodor in Rürnberg sein Einjährig-Freiwilligen-Iabr dienen durfte. Schnell gewann er Dort Die Achtung seiner Vorgesetzten unD wurde als erster und zunächst einziger aller mit ihm eingetretenen Freiwilligen befördert. Seine feurige Liebe zum Militär und feine nie versagende Energie ließen ihn alle Strapazen spielend ertragen, Unbequemlichkeiten, Schwierigkeiten und Beschwerden spornten nur seinen Eifer. 3n den folgenden Jahren 1894/97 wurde er im hessischen Staatsdienst als Hilfsgerichtsschrei, ber am Landgericht Gießen verwandt — eine Stellung, die damals nur mit zum Richterdienst befähigten Volljuristen besetzt wurde — und leistete zwischendurch weitere mllitärische Uebun- gen bei seinen Bayern in Metz ab. Hier lernte er aus eigener Anschauung die Schlachtfelder von 1870/71 kennen, die er noch oft besucht hat. Als Vizefeldwebel wurde er zum Ofsiziersexa- I men zugelassen, das er hervorragend bestand. I 2lls es ihm versagt wurde, Richter zu werden, kam er im Sommer 1897 um seine Zulassung zur Rechtsanwaltschaft ein und ward nun feit dem 2. Juli 1897 hier am Landgericht Gießen Rechtsanwalt. Was er als Anwalt allen, Die mit ihm in Berührung kamen, seiner Klientel, seinen Kollegen und den Gerichten gewesen ist, wird unvergessen bleiben. Bei Ausbruch des Weltkrieges meldete er, Der im 47. Lebensjahre stanD und also das dienstpflichtige Alter längst überschritten hatte, sich sofort zum Dienst und zog bald darauf mit dem Landsturmbataillon Gießen in den Westen. Sein glühender Patriotismus und seine soldatischen Tugenden bewährten sich auch hier, und schon zu Anfang 1915 erhielt er Das Eiserne Kreuz unD balD tourDe er zum Leutnant beförDert. Erst mit BeenDigung Des Krieges kehrte er, inzwischen geschmückt mit Der Hessischen Tapferkeits- meDaille, zurück. Allezeit hat er an seinen hohen Idealen fest- gehalten; schwere Jahre brachte ihm die Revolution und Der Zusammenbruch, aber Der schwerste Schmerz war es für ihn, Daß er als IuDe Die deutsche Revolution 1933 nicht so aus vollem Herzen mitfeiern Durfte, wie er es gewollt hätte. Er, Der aufrechte .tapfere Mann, der es verschmäht hatte, vorteilsb"lber sich taufen zu lassen, obwohl er in keiner Weise dogmatisch-konfessionell eng» herzig dachte uno fühlte, muhte die schwere Enttäuschung erleben, daß ihm als Jude versagt war, woran er mit ganzem Herzen hing. Einer Der Edelsten, Der mit Dem Deutschen Volke unD insbesondere mit Gießen unD Oberhessen verwachsen war, ist mit ihm dahingegangen, ein hochgebildeter, vielseitig interessierter und kunstsinniger Mann, der fein deutsches Vaterland kannte und liebte, wie es nur wenige kennen und leben. Guter Geschäftssonntag in Gießen. Der gestrige Sonntag als Ausklang Der Gießener Frühjahrs-Werbewoche brachte unserer Stadt starken Besuch aus Der Umgegend. Die Reichsbahn und die Kraftomnibuslinien hatten lebhaften Betrieb. Bei dem schönen Wetter herrschte in den Geschäftsstraßen sehr reger Publikumsverkehr. Erfreulicherweise profitierte davon auch ein Teil unserer Geschäftswelt, die die Läden von 13 bis 18 Uhr geöffnet hielt, in befriedigender Weife. Unsere eigenen Beobachtungen wurden heute morgen durch Anfragen an verschiedenen Stellen dahin bestätigt, daß im allgemeinen ein zufriedstellender Geschäftsgang zu verzeichnen war, der erheblich besser ausfiel, als man angenommen hatte. Oie Sprechstunden beim Ministerium für Kultus und Bildungswesen. Das Ministerium für Kultus und Dildungs- wesen wird tagtäglich von einer übergroßen Zahl von Besuchern mit Den kleinsten Anliegen überlaufen. Hierdurch wird die Arbeit der Ministerial- beamten empfindlich gestört, ja geradezu unmöglich gemacht. Der Minister für Kultus und Bil- dungswesen ordnete daher an: „Alle Lehrpersonen haben mit ihren Anliegen den Dvrge- setztenweg einzuhalten über Rektor, Kreisschulamt bzw. Direktion oder Leitung. Erst der Ausweis eines der beiden letzten Aemter berechtigt zum Besuch des Ministeriums und der dazu erforderlichen Unterrichtsaussetzung. Die Sprechstunden hierfür sind 2Nittwochs und Samstags in der Zeit von 9 bis 13 äl h r. In allen anderen Fällen, in Denen der vorgenannte Weg nicht eingehalten wird, 1 ist Der Besuch dem Ministerium schriftlich in knappster Form mit Zweckangabe zu melden. Die Rückantwort von mir bestimmt Tag und Stunde der Vorsprache." w Gleiberg-Verein. Der stellvertretende Landrat des Kreise's Wetzlar, Regierungsassessor E n g f e r , hatte als Vertreter der preußischen Aufsichtsbehörde die Mitglieder des Gleibergvereins am Samstag zu einer außerordentlichen Generalversammlung auf der Burg Gleiberg eingelaDen. Nach der Begrüßung der Anwesenden ging Regierungs-Assessor Enos er kurz auf die Örünbe ein, die bekanntlich in der außerordentlichen Generalversammlung im „Aquarium" in Gießen Anfang Februar den Gesamtvorstand zur Nieder- legung seiner Aemtcr veranlaßten, als in der Regelung der Burgwirtfrage keine Uebereinftimmung zwischen dem Vorstand und der Versammlung zustande kam. Um dem zurückgetretenen Vorstand Entlastung erteilen zu können, trug dann Direktor Schäfer- Gießen als Kassierer den Kassenbericht vor. Die Kasse schloß in Einnahmen mit 4660,65 Mark, in Ausgaben mit 4600,75 Mark ab, so daß ein Bestand von 59,90 Mark verbleibt. Die Stoffe war von Bürodirektor Fabian- Gießen, Bürgermeister Brock- meier- Krofdorf und Amtsobersekretär Thome- .Krofdorf geprüft und für richtig befunden worden. Dem Kassierer wurde Entlastung erteilt. Es folgte anschließend die Verlesung des Geschäftsberichtes, aus dem hervorging, daß im verflossenen Jahr nur die dringendsten Reparaturen an der Burg ausgeführt worden sind. Aus dem Verein ausgeschieden sind 70 Mitglieder, neu ausgenommen wurden 12 Mitglieder. Zu Ehren der sechs verstorbenen Mitglieder erhoben sich die Anwesenden von ihren Sitzen. Im Anschluß an den Geschäftsbericht widmete Regierungsassessor E n g f e r Dem zurückgetretenen Vorstand Worte des Dankes für die dem Verein geleisteten Dienste. Nach dem Gutachten des Provinz- Konserootors sei der Zustand der Burg als sehr gut zu bezeichnen. Mit einem Appell an die Anwesenden, in der Werbung neuer Mitglieder unermüdlich zu fein, leitete Assessor (£ n g f e r zum Hauptpunkt der Tagung, nämlich Der Wahl Des neuen V 0 r st a nd e s , über. Rach eingehender Debatte, in ber einige Redner teils für Verschiebung der Wahl bis zur ordentlichen Generalversammlung, teils für Wahl ohne Benennung Des 1. VorsitzenDen eintraten, entschied sich schließlich Doch die Mehrheit für sofortige Wahl Der neun VorstanDsmitglieDer Einstimmig rourDe unter Anerkennung Der Dem Verein geleisteten großen Dienste Provinzialdirektor G r a e f - Gießen, Der leiDer krankheitshalber nicht persönlich anwesend war, zum 1. Vorsitzenden wiedergewählt in Der Erwartung, Daß er Die Wahl annehmen wird. ^Als weitere VorstanDsmitglieDer wurden gewählt: Direktor M e n k e n - Kinzenbach, Professor K r a e m e r • Gießen, Professor B 0 rnkamm - Gießen, Lehrer • Praß- Krofdorf, Bauinspektor Mohr- Gießen, Bürgermeister Rinn- Heuchelheim, Baurat H i I • lenbrand-Dillenburg, Studienrat Fabel- Wetzlar. Allgemeiner Sichtvermerkszwang ab Mitternacht. Im Reichsgesehblatt wird eine VerorDnung über Die Einführung Des allgerneinenSicht- ve r m e r ks z w a n g e s für alles Ausreisen aus Dem Deutschen Reichsgebiet veröffentlicht werDcn. Der allgemeine Sichtvermerkszwang soll bereits heute nacht 12 älhrinKraft treten, so Daß von Dieser Stunde ab Ausreisen aus Deutschland nur noch bei Vor» hanDensein Des Ausreifesichtvermerks möglich finD. Der Sichtvermerk wirD gebührenfrei von Den SichtvermerksbehörDen erteilt. Im übrigen bleibt abzuwarten, ob grundsätzlich Die Polizeipräfiden- ten, oDer ob Die Polizeiämter für Die Erteilung des Sichtvermerkes zuständig fein sollen. Bornotizen. — Tageskalender für Montag. Oden- wälder Heimatvereinigung: 20 Uhr, Cafs (Ebel, Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: 16, 18 und 20.30 Uhr: „Blutendes Deutschland". *■— Kriegsopfer-Versammlung ber NSDAP. Die von der NSDAP. Gießen für morgen Dienstag, 20 Uhr, vorgesehene Versammlung Der Kriegsbeschädigten, Kriegerhinterbliebenen und Rentenempfänger findet nicht im Hotel „Viktoria", sondern im Cafe Leib statt. Gau-Hauptabtei- lungsleiter Storck und Landtagsabgeordneter Ziegler werden sprechen. Es wird in der Versammlung die Möglichkeit gegeben, über alle Fragen auf dem Gebiete Der Kriegsopferversorgung und Der Sozialversicherung kostenlose Auskunft zu erhalten. Interessenten seien bereits heute auf Die morgige Anzeige aufmerksam gemacht. * Die Rachsendung von. Postsendungen. Das Postamt Gießen teilt mit: Zu Anträgen auf Rachsendung von Postsendungen sind möglichst die amtlichen Vordrucke zu benutzen, die an Den Postschaltern unD von Den Postzustellern zur Abgabe bereit gehalten werben. Die Der- toenDung Dieser amtlichen VorDrucke gewährleistet: die pünktliche Rachsendung der Post und ist Daher zum Vorteil Der Empfänger. ** Reichsbahn-Sonderfahrt nach Baden-Baden. Eine Frühlingsfahrt nach Baden-Baden veranstaltet die Reichsbahn in der Zeit von Gründonnerstag, 13. April, bis einschl. Osterdienstag, 18. April. Der Sonderzug — nur neue Eilzugwagen — fährt am Gründonnerstag um 13 Llhr im Hauptbahnhof zu Franksurt ab. Ankunft in Baden-Baden 15.50 älhr. Der Fahrpreis (nur für den Sonderzug) ab Frankfurt und zurück beträgt nur 8,80 Mk. Rückfahrt am 18. April in Baden-Baden um 19.08 Llhr; Ankunft in Frankfurt 21.43 älhr. Fahrkarten für den Son- derzug und Gutscheine für älebernachtungen usw. find bei den Fahrkartenausgaben der Reichsbahn und bei allen Stellen des Mitteleuropäischen Reifebureaus erhältlich. Von allen Bahnhöfen, die nicht mehr als 100 Kilometer von Frankfurt entfernt find, werden bis Frankfurt Rückfahrkarten mit einer Ermäßigung von 40 Prozent ausgegeben. Auskunft über die Sonderfahrt, Unterbringung usw. erteilen die Fahrkartenausgaben und Die Stellen des Mitteleuropäischen Reifebureaus» Wettervoraussage. Die gestern bei Island gelegene Störung wandert nach Skandinavien weiter und befördert erneut ozeanische Luft nach Deutschland. Der hohe Druck über Frankreich und der Biskaya kommt nicht recht zur Auswirkung, er begünstigt sogar noch die Zufuhr Der Westluft. Daher Dauert Der wechselhafte Witterungscharakter fort, so daß bei überwiegend wolkigem Himyiel auch vereinzelte Niederschläge auf treten werden. Die Temperaturen erfahren keine merkliche 2fcni)erung. Aussichten für Dienstag: Wechselnd bewölkt, ziemlich kühl, vereinzelt Riederfchläge. 25 Lahre DHL in Gießen & Irmgard, Hubertus, Nik Heermann 021281 2292 D Gießen, den 3. April 1933. 2305 Gießen, den 3. April 1933 02127 lVermielungenl MiütiolegI (.jMüing| l-Zimni. - Wohn, mit Bad u. Balkon .9IItmnhnimo n ruh. 4-Zimm. -Wohn. mU '-vao u- Vanon (Altwohnung li.ruh. aW «u&a U.2298V a d G.A' SÄristl,Angeb.unt. mieten. 02133 23 OD u. 2298V a.d.G.A 02126aU) .G leb.Anr. mit komplett. Bad, Logia, sofort zuver- ist am 31. März nach langem, mit rührender Geduld ertragenem Leiden im 50. Lebensjahr sanft entschlafen „Ich half einen Kameraden!" Wir betrauern tief das Die Beamten, Angestellten und Arbeiter beim Versorgungsamt Gießen Gießen / Seltersweg 230M 31. 3. 1933 erfolgte Ableben unseres lieben Kameraden u. langj. Mitgliedes Herrn Hermann Wack Oberverwaltungssekretär Sein kameradschaftlicher Geist soll in uns fortleben. Die Beerdigung findet am 4. April 1933 um 14.30 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand. tnniD Nachruf! Am 31.März 1933 entschlief nach längerem schweren Leiden Infolge erlittener Kriegsdienst beschädigung im Alter von 40 Jahren unser lieber Kollege, Herr ObenerwaltüDdssetoetär Heimann Wack Wir verlieren in ihm einen prächtigen Menschen und vorbildlichen Mitarbeiter.Sein Andenken wird in unseren Herzen unauslöschlich weiterleben Haas ,, Schubertstrabe 2Q Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heim gange unseres lieben, teuren Entschlafenen sagen wir allen, insbesondere dem Herrn rtarrer. dem Herrn Vertreter der Reichsbahn, sowie allen Vereinen für die trostreichen IV orte und überaus zahlreichen Blumen unseren tiefgefühlten Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Synowzik Wwe. liegt, ja auch bei Regen. • Ünd ringsum haben wir soviel Schönheit über den limes weg zur Wetterau, im gepflegten Rauheim mit seinem Sprudel, im waldigen Taunus, im Lahntal mit seinen Reizen, imKrof- dorfer Forst und gar auf der Höhe des Vogelsbergs mit seinen Matten. Welche Fülle der Wälder, welch liebliche Täler, Waldidhlle und Oedflächen mit dem dunklen Wacholder. Wie friedlich liegen die Dörfer in der Mulde oder im Tal, wie schön ist ihr Glockengeläut in der Sonntagsstille, wie anheimelnd sind die Reihen singender Mädchen, die Dorflinde, der Brunnen. Wie stolz sind die stets aufstrebenden Städtchen. Welche Fülle von Erinnerungen an Kirchen, Burgen, Schlössern, hohen Strasten, ja Resten der Urzeit, ilnö auch die Gegenwart bietet uns viel mit Arbeitsstätten aller Art. Reiche Gedanken legt eins uns in die Seele, und Frische aus der Kampf um eine schone, unseres Vaterlandes. Mein lieber Mann, unser guter Vater Victor Heermann Nach langjähriger Fachausbildung in Wiesbaden. Erfurt, Elberfeld, Frankfurt a. M., zuletzt als Oberarzt des Gertrauden-Krankenhauses in Berlin-Wilmersdorf, habe ich mich als Arzt in Gießen. Gartenstraße 10, niedergelassen Dr. med. Heinz Dienz Sprechst.: 10-12,3-5 Telephon 3796 02124 die Feier unseres Ver- Wir wollen uns Kraft Heimat holen für den reiche glückliche Zukunft Nach dem gemeinsamen Gesang des Liedes „Wo zur frohen Feierstunde" erfolgte sere Vorfahren geworden ist. Ja, wir empfinden die Gröhe und Schönheit der Ratur nur, weil wir das erst erkannt haben, ein froh Gemüt, das den erhabenen Gedanken der Schöpfung noch einmal denkt. . Diese Aufgabe, uns in Ratur und Geschichte als Telle davon hineinzustellen, erfüllen die Wandervereine, still und einfach, zugleich die Gemeinschaft zu pflegen und damit die Freude zu erhöhen. Das Gut sollen wir unseren Kindern hinterlassen. Heimatpflege ist die Aufgabe unserer Vereine, Pflege der engeren und der gröberen deutschen Heimat, ilnfcrc hier ist nicht gewaltig, aber freundlich, liebllch, reizvoll in ihrer Einfachheit, ja oft Herbheit. Heimatliebe ist ein wundervolles Gefühl, das die Menschen in der Ferne sehnsüchtig an das Land daheim denken läßt. Wir pflegen dies Gut, indem wir uns frei und frisch vom Alltag und dem Staub der Bücher und Werkstatt lösen. And das ist dasselbe an einem herrlichen Sommermorgen oder in der Winterkälte und an einem tauigen weichen Oktobertag. 3m Frühjahr, im hcisten Sommer, wenn die Luft flimmert, beim Fall des Laubs im Herbst, selbst an einem düsteren stürmischen Rovembertag, bei Rebel im Winter, bei herrlichem Rauhfrost, wenn der Wald wie im Märchen dasteht, bei Schnee, über dem die Sonne Der Gesangverein .Liederkranz" unter Chor- i meister Schäffler erfreute sodann mit einem Männerchor. Anschließend folgte die Entgegennahme von Glückwünschen Staatspräsident Professor Dr. Werner hatte als VHC.-Bruder schriftlich gratuliert, ebenso Provinzialdirektor Graes und eine Anzahl Vereine unserer Stadt. Herzliche Glückwunschansprachen, bei denen das verdienstvolle Wirken des Gießener VHC. voll gewürdigt wurde, hielten der Vorsitzende des Gesamt-VHC. Dr. Druchhäu- s e r (Ulrichstein) Se., Magnifizenz der Rektor, Prof. Dr. 3 e st namens der Landesuniversität, Bürgermeister Dr. Hamm namens der Stadt Giehen und als Vorsitzender des Verkehrsbundes Oberhessen. Apotheker Sch wie der als Vertreter des Derkehrsvereins Giehen, Rektor D e t n (Offenbach! für den dortigen VHC., den 3ung- VHC. und den Reichsbund Deutscher Gebirgs- und Wandervereine. Otto Faber (Frankfurt) für den Frankfurter VHC., Emil Hitz (Schotten- für d n Zweigverein Schotten, Direktor Bergen für den Heuchelheimer VHC., Herr S e i b e l für den Butzbacher VHC., Schmuck für den Mainzer VHC., Oberfostmeister R i e o 1 a u s (Giehen) für die Hei- mafvereinigung Schiffenberg, Walther (Marburg! für den Oberhesfischen Gebirasverein Marburg, Rektor Kling für die Giestener Turnerschaft und den „Liederkranz", Herr Seifert für den Bauerschen Gesangverein, ein Vertreter des VHC., Lich, und Dr. Dambmann (Schotten) für den Frisch Auf. Zum Teil wurden von den Gratulanten Ehrengeschenke überreicht. Den Dank des Giestener V^C. brachte der Vorsitzende Klemmrafh in herzlichen Worten zum Aus- druck. Mit einer 3nstrumenfaldarbielung des Der- einsquartetfs schlost die eindrucksvolle Feier. Bei dem gemeinsamen Mittagessen im Gasthaus Hindenburg brachte der Vorsitzende Klemmrafh unter begeisterter Zustimmung aller Anwesenden ein Treugelöbnis für die nationale Regierung und ein kräftiges »Frisch Auf" auf den Reichspräfidenten v. Hindenburg, Reichskanzler Hitler und die Reichsregierung, sowie den Hessischen Staatspräsidenten Dr. Werner aus. Oie Abendfeier. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Vorsitzenden eröffnete die Musikkapelle (Mitglieder des Orchesteroereins) mit dem Triumphmarsch aus „Aida" die Reihe der Darbietungen. In uneigennütziger Weise hatten sich noch mehrere*Mitglieder des Orchestervereins bereifgesunden, die Stapelte zu verstärken, so daß sie unter der Leitung von Kapellmeister W e l 1 e r auf anerkennenswerter Höhe stand und sämlliche Konzertstücke dankbare Ausnahme bei den zahlreichen Anwesenden sanden. Eine hübsche Abwechslung brachte ein entzückender Biedermeier- tanz dreier junger Damen, der auf stürmisches Verlangen wiederholt werden muhte. Wie bei früheren Festen, haften sich auch diesmal wieder Mitglieder des Bauerschen Gesangvereins in dankenswerter Weise dem Verein zur Verfügung gestellt, um durch ihre herrlichen Männerchöre die Feier verschönern zu helfen. Eine freudige lleberraschung brachte der Heimatdichter, VHC.-Bruder Gg. Heß- Leihgestern, in die Vorfragssolge, indem er mit einer Gruppe von acht Paaren prächtiger Gestalten aus Watzenborn-Steinberg in ihrer kleidsamen Tracht mit einem Kirmesbaum erschien, die nach einem von ihm vorgetragenen Vorspruch alle Volkslieder er- die Ehrung verdienter Mitglieder. Folgende Gründer wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt: Carl Faber, Wilhelm Frohnhäuser, Christian Georg, Ferdinand Nennstiel, Ferdinand Noll, Ernst Rumpf, Carl Weidig: das E h r e n . abzeichen für 25jährige Mitgliedschaft erhielten die vorgenannten sieben Ehrenmitglieder, ferner noch die Mitglieder Th. Baumann, L. Bernhardt, Hugo Engel, Fr. Jung August Köhn, Eduard Krumm, Elisabeth Lang, Theo Loos, Carl Ockel, Ernst Petri, Heinrich Schmoll, Gustav Stein, August Waag, Georg Zörb. Den Dank der geehrten Mitglieder brachte DHC.-Br. Carl W e i d i g in herzlichen Worten zum Ausdruck. ________________ rin* die Mi2"reter einer 2'ebet bts der Surn ftft- UebereUh?^ LZ tiefre*ö Ibo^* '9 erteilt. rS^^ks 1 ,ffen'n Nr nur 2er $ur9 ausfle. «ein ausgcschj^n l0mmren wurden 12 1 "erstorbenen Mit- 7°°N'hrensL ’endjt widmete V b n Ägetretencn herein ' Wen bes fyooiL er Burg als sehr . Appell an die An. r Mitglieder uner- ’ r.Crigfer zum > der Wahl de-.; < der einige Redner ns jur ordentlichen Nl ohne Lenen- :Q en, entschied sich Vch der limR wurde unter gekitteten grchn roes - Giehen, ber persönlich anwesend rßewählt in der (Fr< nnehmen wird, jjb rhen gewählt: rsessor ftraemer- lm-Giehen, Lehrer • r Mohr-Giehen, )eim, Baurat Hit. Stubienrat gabel» merközlvang ichi. eine Derordmng emeinenSichl- r atleä Aus- -en Aeichsge- r allgemeine Sichtheute nacht 12 von dieser Stunde nut noch bei lot- merls möglich sind. ;tensteivond«n Im übrigen bleibt die Polijeiprösiden- r für die Erteilung sein sollen. r Montag. Oden- Uhr, Lase Ebel, Ber- iadnhossirahe: 16,16 itschland". ammlung Der -2AP. Gießen für [ebene Bersammlung Hinterbliebenen und mMl,M°r.a, it. Gau-stauptabtei- andtagsabgeordneter 5 wird in der Aer- en über alle Fragen ps'erverlorgung unb je Auskunft zu er- -eits heute auf die emachl. ifilt nut- Ou £ Postsendungen SM M3 Reichsbahn in JJ- 19.08 Uhr> 6on< ui®. ^ltteISöfen. n nelcI.»datun 10 fg flnterK* lders^Maben ÄS Die auffrischend, u. verjüngenden Frühjahrskuren mit dem alterprobten, echten Wacholdersaft haben schon vielen die verlorene Gesundheit zurückgebracht. Niemand sollte versäumen, jetzt eine Blutreinigungskur zu machen. Er- ___, folgreiche Kräuterheilmittel pH in Saft. Tee usw. aus dem 1 ach- I «Al geschäft O2i8i Versand-Kräuterhaus Jung Gießen, In der Schulatraße. Beerdigung: Dienstag, den 4. April, nachm. 4 Uhr. auf dem Neuen Friedhof. - Es wird gebeten, von Beileidsbesuchen abzusehen Am Freitag, 31. März, verschied unser langjähriges aktives Mitglied Herr Hermann Wack. Wir betrauern in dem Entschlafenen einen liebenswürdigen, treuen Sangesbruder und eifrigen Förderer unserer edlen Bestrebungen. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten. Die Beerdigung findet Dienstag, den 4. April, nachmittags 21/? Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Bauerscher Gesangverein e.V. | Mietgesuciie"] 3 um 1. Juli 5-Zininier Wohn, mit allem Zubehör, I. Stock, i. Siidvier- tel ö. Stadt geleg., ncL Schr. Ang. an Fettu Freifrau von Heimrod, Mienen, Viibiuioftr.44.^2ß6D tönen ließen unb einige alte Volkstänze vorführten. Die ganze Darbietung, die einen durchaus heimatlichen Charakter trug und lebhaften Beifall erntete, gipfelte in dem Leitspruch: „Deutsche Tänze, deutsche Lieder, rettet dieses Kleinod wieder unferm lieben Vaterland, dazu helft in Stadt und Land'." Den Beschluß bildete Tanz, der sich lebhaften Zuspruchs erfreute und alt und jung noch lange zusarn rnenhielt, jedoch auch in den Pausen durch Humor- vole Vorträge der VHCer Frl. B e n d e r . Gg. H e ß und K. Weidig angenehm unterbrochen wurde. Arn gestrigen Sonntag beging der Z w e i g v e r - ein Gießen des Vogelsberger Hohen- Clubs die Feier seines 25jährigen Bestehens mit einem eindrucksvollen akademischen Festakt im Klub, mit gemeinsamer Mittagstafel im Gasthaus Hindenburg und am Abend mit einer frohgestimmten Abendunterhallung im Klub. Oer akademische Festakt im Saale des Klubs war außerordentlich stark belicht. Die Jnftrumentalabtellung des VHC. leitete bie Feier mit der Wiedergabe einer Komposition von Haydn ein. Anschließend sprach Frl. Kinzenbach einen vom VHC.-Bruder Georg H e ß - Lechgestern verfaßten Vorspruch, in dem der echte VHC.-Geift im Gießener Zweigverein gefeiert wurde. Der Vereinsvorsitzende, VHC.-Bruder Klemmrafh, begrüßte sodann in feiner Einleitungsan- sprache besonders die Ehrengäste, darunter Se. Ma- gnifizenz den Rektor der Landesuniversität Prof. Dr. I e ß, den Vertreter der Stadtverwaltung Bürgermeister Dr. Hamm, die Presse, den Vertreter des Verkehrsvereins, Apotheker S ch w i e d e r , die Vertreter der befreundeten Vereine und der Zweigvereine, den Vorsitzenden des Gefamf-DHC. Dr. B r u ch h ä u f e r - Ulrichstein und eine große Reihe weiterer Ehrengäste. Nach einem kurzen Rückblick auf die Vereinsgeschichte gedachte er der nachstehend verzeichneten gefallenen bzw. verstorbenen Mitglieder: Fritz Bofold, Paul Fleck, Wilhelm Hertlein, Heinrich 5)üttenberger, Curt Kaufmann, Hugo Prell, August Schäfer, F. Stoll-Großen-Bufeck, der beiden früheren Vorsitzenden Redakteur Heß und Oberreallehrer Will, des Ehrenwandermeiffers Direktor Wenzel, Prokurist Georg Kreuder und Hermann Wack. In großen Strichen wies der Redner dann noch auf den Zweck und die Ziele des VHC. hin, nämlich Wanderlust, Heimatliebe, Vaterlandsliebe zu pflegen. Seine Ansprache klang in begeistert auf- genommenen „Frifch-Auf"-Rusen aus den VHC., die Hessenheimaf und das deutsche Vaterland aus. Nachdem der Gesangverein „Liederkranz" unter Leitung von Chormeister Schäffler in ausgezeichneter Weise Mozarts Chor „Weihe des Gesangs" zum Vortrag gebracht hatte, folgte die Festrede von VHC.-Bruder Geh. Kat Pros. Or. Miiiermaier. Der Redner führte in seiner fesselnden, mit großer Aufmerksamkeit aufgenommenen Ansprache u. a. aus: , Die Feier unseres Bereins Iäp._ uns an Vos ungeheure Geschehen und die Beränderung der letzten 25 Jahre denken. Einen festen Half in diesem Wirbel bietet uns die unendliche, ewig gleiche Ratur und die Geschichte seif älrzeiten. Lins damit zu verbinden, daß wir ein festes Gleichmaß der Seele finden, ist Aufgabe der Wandervereine. Sie Pflegen das Wandern als echte Erholung vom Alltag, um Frische für die Arbeit zu bekommen: wir wollen uns verbunden der Ratur und unserer Geschichte fühlen, die uns beherrschen. Reben der Größe der Ratur steht für uns die Gröhe der Kultur, der Menschenwerke, die ttnr bewundern. 3a, unsere Ratur ist schon ein Abbild der Geschichte, von der Kultur gepflegt. Un- bewuht sehen wir die Ratur so, wie sie durch un- Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine Hebe Fryu, unsere gute Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frao Henriette Fries, geb. Schmidt nach langem, schwerem Leiden im 45. Lebensjahre -« sich in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Gastwirt Wilhelm Fries und Kinder. Krofdorf, den 3. April 1933. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 5. April, nachm. ’M Uhr, vom Trauerhause aus statt. Gott der Herr hat heute meinen lieben Mann, meinen herzensguten Vater, unseren Sohn, Bruder, Schwiegersohn und Schwager, den Ober-Verwaltungasekretfir HermannWack nach langem und schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden im Alter von 40 Jahren zu sich genommen. In tiefer Trauer im Namen der Hinterbliebenen: Ria Wack, geb. Schmitt Liselotte Wack. Gießen (Teufelslustgärtchen 26), den 31. März 1933. Die Beerdigung findet Dienstag, den 4. April, nachmittags 2*/s Uhr, auf dem Neuen Fnedhof statt. 2032 D Vertrauen steht über allen schönen Worten. Unsere Kundenzahl wächst ständig. Wir bitten unsere werten Kunden, ihre Zufriedenheit weiter zu sagen. Denken Sie daran, daß wir einen Garantieschein für Qualitätsbekleidung aushändigen. Da haben Sie es schwarz auf weiß. Anzüge und Mäntel 38.- 48.- 58.- 68.- 78.- sind die Hauptpreislagen. Es gibt wundervolle neue Farben und Formen. Frankfurter Schlachtvichinarkt. Frankfurt a. M., 3. April. Auftrieb: Rin- der 1436 Stück: darunter 442 Ochsen, 124 Bullen, 419 Kühe, 375 Färsen. 687 Kälber, 73 Schafe. 5208 Schweine. Cs notierten. Rinder: Ochsen, vollfleischige- ausgemästetc. höchsten Schlacht- Werts: 1. jüngere 28 bis 31, 2. ältere 25 bis 27. sonstige vollfleischige (jüngere) 22 bis 24. Bullen, jüngere vollfleifchige, höchsten Echlachtwerts 26 bis 29, sonstige vollfleischige oder ausgcinastete 22 bis 25. Kühe, jüngere, vollfleifchige: höchsten Schlachtwerts 23 bis 26. sonstige vollfleischige oder ausgemästete 19 bis 22. fleischige 15 bis 18, gering genährte 12 b s 14. Färsen (Kalbinnen. Jung- r.ndcr), vollfleifchige. ausgemästetc. höchsten Schlachtwerts 29 bis 32. vollfleischige 25 dis 23 fleischige 22 bis 24. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 39 bis 43. mittlere Mast- und Saugkälber 35 bis 38. geringe Kälber 28 bis 34. Schweine: vollfleifchige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 34 bis 38. vollfleifchige Schweine von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 34 bis 38, vollfleifchige Schweine von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 33 bis 37, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 32 bis 36. Marktverlauf: Rinder schleppend. Heberstand. Kälber und Schafe mittelmäßig, geräumt, Schweine schleppend, geringer Heberstand. ^eöer Kaffee verlangt einen Zufatz, aber -er richtige muß es fein; nämlich die gute Kaffeewürze Mühlen Franck Sonniae 3-4-Zimmer-WohDODg (2 Person., gesucht. Schr. Ang.m. Preis u. 92122 a. d. G. A. | Stellenangebote | leiinnaton m. g. Schulzeugrr. f. hiesig. Papier- u. Schreibwar. - Gesch. zum 1. Mai gesucht. Schrift!. Angeb. unt. 2295Da.d.Gieb.An;. IflfleMfiömen nicht unt.20Jahren, ehrlich, zuveri., mit guten Zeugnissen in kl. Haushalt gesucht. Lchriktl. Ang. unt. 02130 an d. G. 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Als sich Flügge verabschiedete, sagte er noch, dabei an seinem langen, weißen Schnurrbart zupfend: „Ich lasse jetzt von meiner alten Grete ein Zimmer Herrichten, Sie sind mir jederzeit willkommen." Bettina sah ganz eigen reizvoll in dem schwarzen Kleide aus, und der alte Mann blickte ihr nach, als sie auf das Herrenhaus zuschritt, und dachte: wie schade, daß er kein junger Kerl mehr war. Dann hätte er es sich wahrhaftig nicht zweimal überlegt und ihr sofort seine Hand angeboten, damit sie davor bewahrt bliebe, sich unter Fremden ihr Brot zu verdienen. Konrad von Zweilinden hatte nicht recht gehandelt an ihr. Gewiß, der Tod hatte ihn überrascht, aber wenn er die Verantwortung für ein so junges Geschöpf übernahm, war es seine Pflicht und Schuldigkeit, daß er es nicht so hilflos zurückließ. 7. Bettina suchte gleich nach der Unterhaltung mit dem Inspektor ihr Zimmer auf und begann ihre Sachen zu packen. Dabei flössen ihr die Tränen unaufhaltsam über die Wangen. Es tat doch bitterweh, das Haus verlassen zu müssen, das sie von Kindesbeinen an beschützt hatte. Ohne anzuklopfen trat Justine von Wellen ein. Sie lächelte: „Weine doch nicht zuviel, Bettina, wenn dein Wulf dich so sieht, findet er dich häßlich.^" „Der Graf wird sich kaum noch hier blicken lassen", erwiderte Bettina, und es war ein scharfer Beiklang in ihrer Stimme. „Wie meinst du das?" fragte Frau Justine. Bettina zuckte die Achseln. „Die Ratten verlassen das sinkende Schiff! Seine Liede mar keinen Deut wert. Er hat mich nur so lange geliebt, so lange er mich für die reiche Erbin hielt. Mit dem Verlust dieses Nimbus geht mein Verlust des Grafen Hand in Hand." „Der Graf hat sich von dir zurückgezogen?" fragte die Frau erschreckt. Und als die Jüngere nickte, meinte sie leichthin: „Ich habe es mir beinahe gedacht, Laß es so kommen würde!" „Weil ich kein Geld Ijabe, nicht wahr, Tante Justine? Es stimmt! Aber wir wollen nicht davon reden, bitte." Die andere neigte den Kopf. „Gut, wir wollen nicht davon reden. Aber, sage mir, wie denkst du dir nun eigentlich deine Zukunft? Auch ohne Erbschaft hättest du als Gräfin Speerau etwas gegolten, denn schließlich schon der Titel stellt etwas vor, und zu leben wird der Graf wohl auch haben. Aber wie denkst du dir jetzt deine Zukunft? Bis zum 1. Juli ist nicht mehr lange hin. Mein Mann und ich werden nach Hause reisen und den Gang der Dinge von dort aus verfolgen. Du weißt, wenn Ottfried sich nicht meldet, werde ich Zweillnden erben." Das Hang so, als spräche sie nicht von einer Möglichkeit, sondern von einer Gewißheit. Bettina erklärte, Inspektor Flügge hätte ihr vorläufig ein Heim im Inspektorhause angeboten, wo er mit seiner alten Wirtschafterin Grete eine hübsche und ziemlich große Wohnung innehätte. „Ich muß gestehen, wenn du das Anerbieten an- nimmft, begehst du eine grenzenlose Taktlosigkeit", erklärte Frau Justine mit hochgezogenen Augenbrauen. „Denn die frühere Tochter des Herrn von Zweilinden darf doch nicht bei seinem Inspektor unterschlüpfen." Bettina entgegnete bitter: „Wo soll ich denn so schnell hin? Die paar hunndert Mark, die ich mir erspart habe reichen nicht weit, und die wenigen, allerdings sehr hübschen und vielleicht auch wertvollen Schmuckstücke, die ich vom Vater habe, gebe ich nicht her. Davon trenne ich mich nicht. Ich sehe feine Schande darin, Inspektor Flügges freundliches Angebot anzunehmen." Sie machte eine müde Bewegung. „Wenn du aber meinst, Tante Justine, ich sollte es lieber nicht tun, kann ich es auch lassen. Du hast mich am Tage vor Vaters Beerdigung ja eingeladen, wenn ich Lust hätte, könnten wir ein Weilchen zusammen in Berlin wohnen, damit ich mich zerstreue. Wenn ihr wieder nach Hause fahrt, kann ich euch ja begleiten." Frau Justine lächelte süßlich. „Das geht nicht gut; mein Mann und ich sind durch die letzten Vorgänge hier so angegriffen, daß wir, verzeihe die Offenheit, einen, wenn auch sonst noch so lieben Besuch, als Störung empfinden würden." Bettinas Bitterkeit überströmte die Grenzen. Sie erwiderte mit bebender Stimme: „Sprich doch, wie du denkst, Tante Justine. Du hast mich eingeladen, so lange du in mir die zukünftige Herrin von Zweilinden gesehen hast, weil du dir Vorteile davon versprachest, mit mir auf gutem Fuße zu stehen; seit du aber weißt, ich gehöre ungefähr in die Klasse der sogenannten armen Kirchenmäuse, ist's mit der I verwandtschaftlichen Liebe aus." — Frau Justine I richtete sich gerade auf. „Ich bitte dich, nicht zu vergessen, daß für verwandschaftliche Liebe gar fern Grund da wäre. Du bist Die Tochter des Dorfschullehrers Claudius, die mein Bruder und feine Frau aus Mitleid nach dem Tode ihrer Eltern ins Haus nahmen. Da wir nun gerade bei Dem Thema find, möchte ich dich bitten, mich nicht mehr Tante Justine zu nennen, sondern Frau von Welten. Das intime „du" verschwindet dadurch selbstverständlich auch." Bettinas schlanke Gestalt stand ganz regungslos, als sie erwiderte: „Gutz Frau von Wellen, ich werde vergessen, daß Sie mich, als Sie nach Vaters Tod hevgereist tarnen, extra darum baten, Sie Tante Justine und „du" zu nennen. Sie waren früher so selten hier, daß ich ganz gut ohne die Vertraulichkeit ausgekommen wäre." „Du bist unverschämt!" zischte Frau Justine von Wellen. Bettina schüttelle den Kopf. „Nur wahr bin ich. Im übrigen ersuche ich sie, Frau von Welten, mich Fräulein Claudius zu nennen und ebenfalls nicht mehr zu duzen. Dergleichen ist mir sehr unangenehm von Fremden." lieber die harten Züge Frau Justines breitete sich Zorn. „Du dreistes Geschöpf, was nimmst du dir heraus! Jetzt begreife ich meinen Bruder. Er hat schon gewußt, was er tat, als er kein Testament zu deinen Gunsten machte. Wer weiß, wieviel Aerger du ihm bereitet hast." „Vater und ich verstanden uns sehr gut", rief Bettina erregt, „es ist abscheulich und häßlich von Ihnen, so etwas zu sagen. Gehen Sie aus meinem Zimmer, ich möchte allein sein. Ich gräme mich um den Vater und habe keine Stimmung dafür, mich mit Zänkereien abzugeben." „Du weist mich aus dem Zimmer, du mich?" Frau Justine japste nach Lust. „Nun ich werde mir das merken. In kurzer Zeit werde ich hier Herrin sein, komm mir Dann nie mit einer Bitte. Für dich ist niemals etwas Da und niemals Platz auf Zwei- linden." Bettina zwang sich zur Ruhe. Er war zu wider- wärttg, wie diese Frau aus der Rolle der liebenden Tante gefallen war; sie sagte nur leise: „Ich wider- hole, ich heiße für Sie Fräulein Claudius, vergessen Sie das nicht, Frau von Welten." Die andere drehte ihr schroff den Rücken und ging, die Tür hinter sich zuknallend. Bettinas Hände fuhren empor, deckten einen Augenblick die gemarterten Ohren. Wie rücksichtslos war diese Frau, sich so in einem Trauerhause zu benehmen. Sie gi?kh dann und riegelte zu, packte mit tränenschweren Augen ihre Sachen weiter zusammen. Sie klingelte später einem der Mädchen, bat sie, einen Koffer vom Boden zu holen. Das Mädchen zuckte die Achseln. „Die Kofferkammer ist auch zugeschlossen worden und das Schloß versiegelt." „Dann helfen Sie mir bitte, Marta, meine Sachen ins Jnspektorhaus hinüberzutragen. Ich werde vor« läufig oei Herrn Flügge wohnen. Marta nickte: Aber gerne helfe ich Ihnen, gnädiges Fräulein, unsereins hat ja gar nichts mehr zu tun, alle Räume sind ja verschlossen und unter Siegel. Sie haben recht hier fortzugehen vor Der Zeit, ich möchte auch am liebsten vor Dem 1. Juli weg, aber ich hoffe immer noch, es geschieht ein WunDer, und Sie werden doch die Erbin von Zweilinden." Marta war schon seit zehn Jahren hier in Stellung und begriff nicht, oaß hier nun alles plötzlich so anders gekommen war. In ihren Augen blitzten Tränen. Betttna legte ihr die Hand auf die Schuller. „Ich danke Ihnen Dafür, daß Sie so denken, Marta, aber auf Das WunDer brauchen Sie nicht zu warten. Ich werde niemals die Erbin von Zwei- linden werden. Entweder kommt Ottfried von Zwei- linden, der als Verschollener gilt, zurück, es wird gründlich nach ihm geforscht ober Frau von Welten erhält das Gut Zweillnden/' Marta seufzte und erklärte bann: „Bei ber bliebe ich überhaupt nicht! Der Diener Anton sagt auch, sie sei unausstehlich unb piesacke alle Menschen, bie sie nicht für voll nimmt. Uns Dienstboten aber nimmt sie nicht für voll." Bettina lächelte matt: „Beruhigen Sie sich, Marta, mich nimmt sie auch nicht für voll." Sie schickte das Mäbchen hinüber zum Inspektor unb ließ ihm bestellen, sie würbe schon heute, schon in einer Stunde kommen, um von seiner Gastfreundschaft Gebrauch zu machen. Er erschien daraufhin selbst und half mit, Marta den kleinen Umzug zu bewältigen. Eine hübsche helle Stube mit dem Blick auf die Felder unb auf eine Walbecke war ihr neues Heim. Hier hängte Bettina zuerst das Bild ihrer Eltern auf, bann bas ihres Pflegevaters unb seiner Frau, banach räumte sie ihre Kleiber und ihre Wäsche ein. Die alte Grete half ihr dabei. Endlich befand sie sich allein, es war inzwischen schon spät geworden. Grete brachte ihr Tee unb belegte Brote, und zum ersten Male seit Dem Tode des Pflegevaters aß sie mit Appetit. Das Herumkramen, bie neue Umgebung hatten sie abgelenkt. Und sie schlief tief unb fest in Dieser ersten Nacht im Jnspektorhause, erwachte erfrischt unb ausgeschlafen. Ein halbes Stündchen später saß sie beim Frühstück mit dem Inspektor. Er grüßte sie mit derselben Achtung, wie er sie begrüßt hätte, wenn sie die Erbin von Zweilinden gewesen wäre; unb Betttna dachte, jetzt erst lernte sie richtig die Menschen kennen. Wulf Speerau, auf dessen Goldechtheit sie geschworen hätte, war ein jämmerlicher Selbstsüchtling, ein Lügner und Betrüger, unb Frau von Wellen eine Heuchlerin. Marta, Das Stubenmäbchen, aber hatte ihretwegen Tränen in den Augen gehabt, unDx3n= spektor Flügge ftanb ihr bei wie ein guter Vater. (Fortsetzung folgt.) ERES der „Aristokrat“ unter den Frühjahrs* Herren-Mänteln I Ein solcher Mantel hebt sich vom Durchschnitt weit ab. Er ist für die höchsten Ansprüche. Beachten Sie unser Spezialfenster „ERES“-Mäntel Alleinverkauf für Oberhessen KÖHLER Herren- und Knabenkleider HHB GIESSEN - Seltersweg 2291 A Geschäfts-Veränderung llllllllllllllllilllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Unserer verehrten Kundschaft und Geschäftsfreunden zur gefl. Kenntnis, daß unser Betrieb nach eingetretener Personal-Verminderung in der bewährten zuverlässigen Weise weitergeführt wird. Wir bitten um die Erhaltung des Vertrauens, das wir durch größte Sorgfalt der Bedienung rechtfertigen werden 02129 Martin Abermann • Gießen Hoch-, Tief- und Eisenbetonbau 6. m. b. 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Kaufhaus Karl Kerber fl. IN. h. »♦, fließen, Sdiulstr. 11 2306D GavienmSbei besonD. FriedHorö-Bänkc, -Sessel, Gießkannen, Kranzständer usw. sowie HerausncHmb., vat.Wäsche- 1922Ä Pfahle, per Stück RM. 5.— u. 6 — Edgar Borrmann, Gießen. Bekanntmachung. Betr.: Einlösung Der Reichsbezugsscheine zur Verbilligung von Lebensmitteln unD Brennstoff. Es wirD nochmals Darauf hingewiejen, Daß die Frist zur Einreichung der Reichsbezugsscheinabschnitte für den Monat Marz 1933 am 10. April 1933 abläuft. Alle örtlichen Verkaufsgeschäfte, die zur Entgegennahme der Reichsbezugsscheine berechtigt waren und diese noch nicht zur Einlösung gebracht haben, werden hiermit nochmals aufgefordert, die Bezugsscheinabschnitte unter Beifügung einer Rechnung in doppeller Ausfertigung alsbald bei dem Städttfchen Wohlfahrtsamt, Gac° tenstraße 2, Zimmer 10, einzureichen. Im übrigen nehmen wir Bezug auf unsere Bekanntmachung vom 2. Januar 1933. Verspätet eingereichte Abschnitte können nicht mehr beglichen werden. 2299D Gießen, den 1. April 1933. Bürgermeisterei Gießen. Wohlfahrtsamt. Dr. Seid. Meinen Freunden und Bekannten teile ich mit, daß ich ab heute die Bewirtschaftung des BalmMeilgmiels übernommen habe. Um geneigten Besuch bittet Adolf Schepers 7/3O Gießener Brauhaus-Bier 25 Pf. 02120 WUtilWMtrti sucht für Lieferung ihrer erstklassigen Biere freie Wirte! Evtl. Gewährung von Darlehen. Anfragen unt. F. M.6B4 an Ala Haasensteln & Vogler, Frankfurt am Main. „oav EMS"; Betten Schlafzitn, Polster, Stahl- matrjin jeden,Tellz. Kat.fr. Einen Möbelfabrik Suhl/Th. Detektiv K. Gerz, Bad-Nauheim, Kur- Straße 17 erlebigtatie vertrauliche Privater Geichästsanaele- genheiten, wie Aus- tiinrte, Beobachtungen,Enn ttelungen, Beschaffung v. Be- we'smat in Straf- u. Zivilvroz streng Diskr. Svrechst.: 9 b. 12V2U.3—6 Uhr. 6720 I Verkäufe 1 vollständiges Bett- eintör.Klelderscbrank o.l WsMMen billig zu verkaufen. 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