Dn, meine Altersgrenze für die Pension". Wir sind Kavaliere und wollen den Ramen jetzt I Acht nennen. Göring sagte dem Mann, im Amt I rönne er nicht bleiben, aber um ihm die Crrei- I chung der Altersgrenze zu ermöglichen, werde er I ihn bis zum Oktober beurlauben. Der I Mann kam dann noch einmal zurück und sagte: I „3dj habe dann noch eine Bitte, könnte mir I nicht der Urnjug erseht werden?" (Er- I Heute Heiterkeit.) So sehen die Vertreter der I Demokratie aus. Die Demokratie führt eben zur Herrschaft des Durchschnitts. Aber das Ergebnis der Herrschaft des Durchschnitts ist der deutsche Zerfall. den wir zu beklagelr haben. Wo der Marxismus in Praxis herrscht, da widerlegt er den Marxismus der Theorie. Das sehen wir im marxistischen Rußland, das haben wir in dem schwachen Abklatsch des Marxismus in Deutschland erlebt. Gegen bfci marxistischen Wahnsinn, mit dem unser Volk vernichtet werden soll, nehmen wir den Kamps auf, und wir werden ihn durchführen mit rücksichtsloser Entschlossenheit. (Beifall.) Ich habe den Kamps vor 14 Iah- ten ausgenommen, nicht um das Kapital zu schützen, sondern aus Liebe zum Volk, weil ich S f Lu£>er! (Stürmischer, langanhaltender Beifall). Die Kommunisten müssen sich daran gewöhnen, daß es jetzt keinen Minister Severing mehr gibt, der sie politische Kinder nannte, sondern daß ein Mann an seiner Stelle steht, der sie für die größten Verbrecher erklärt hak. Das haben die Kommunisten nicht erwartet, daß 48 Stunden später schon 2000 ihrer Obergauner hin- ter Schloß und Riegel sitzen! (Erneuter starker Beifall.) Eie verbreiten heute die Lüge, wir selbst hätten den Reichstag angezündet und es gäbe gar keinen Täter. (Stürmische Pfuirufe., Ich brauche nicht den Brand im Reichstag, um gegen den Kommunismus vorzugehen, und ich verrate auch kein Geheimnis, daß — wäre es nach mir und Hitler gegangen — der Täter heute schon am Galgen hinge. (Stürm., langanhalt. Beifall.) Die neue Rotverordnung wird das deutsche Volk in Zukunft vor diesen Verbrechern schützen; denn wir werden sie mit unnachsichtlicher S t r e n ge anwenden, wo es sich darum handelt, daß die Sicherheit der Ration und des Volkes angetastet wird. Was wir unternommen haben, ift feine Polizeiaktion, sondern das ist der Kampf der Ration gegen ihre Ver - n i ch t e r. Darum auch haben wir die nationalen Verbände zur Mitarbeit aufgerufen. Die Einheit des Reiches ist noch gewahrt. Sie würde aber leere Form bleiben ohne die Einheit deA Volkes. Cs muß gelingen, die Anführer zu beseitigen und die Verführten wieder zurückzugewinnen. Garnisonkirche das neue Werk des deutschen Ausbaues beginnen. — Stürmischer Beifall folgte der Kanzlerrede. Mit dem Gesang des Deutschland- liedes und des Horst-Wessel-Liedes fand die Kundgebung ihren Abschluß. Göring über seine Ausgabe. Berlin, 2. März. (ERD.) Reben der großen Sportvalast-Kundgebung veranstalteten die Da- tionalsozialisten noch eine weitere Massenkundgebung in einer der Ausstellungshallen am Funkturm. Reichsministcr Göring erklärte: Dem nationalen Kabinett liege heute die Ausgabe ob, au« einem zerbrochenen, geistig und materiell zerschlagenen Dolf wiederein starkesVolk zu machen und ein neues Reich zu schmieden. In diesen wenigen Wochen des neuen Kabinetts ist mehr geschehen zur Wiederaufrichtung Deutschlands, a i die anderen in Jahren versprochen hatten. (Erneuter Beifall.) Meine Hauptaufgabe, so fuhr Minister Göring fort, wird es fein, daß die Pest des Kommunismus aus- gerottet wird. (Stürmischer Beifall.) Es war ein Fingerzeig des Schicksals, daß gleich einer leuchtenden Fackel das Haus des deutschen Volkes von jenen Verbrechern angezündet wurde, die dadurch symbolisch zum Ausdruck bringen wollten, daß sie bereit sind, das Deutsche Reich' selbst anzuzünden. Ich führe heute keinen Abwehrkampf; ich gehe auf der ganzen Linie zum entscheidenden ein Kind des Volkes bin. _ m nI Für die Durchführung des Programms zur (Stürmischer Beifall.) Wenn der Marxismus verstärkten Pflege des Getreidewirklich den Massen Hilfe brächte, dann würde m a r k t e s werden jetzt weitere Ausführungs- S nehmen, wenn einige Wenige Vorschriften erlassen. Am Weizenmarkt macht die dabei geschädigt wurden. Tatsächlich aber werden gute Ernte des letzten Jahres die Erschließung r t nul einige äefcntaurenö ge- neuer zusätzlicher Absatzmöglichkeiten erforderlich. Sl1'ft 6ubiete bereichert Aber die Massen Zu diesem Zwecke ist zunächst die Verfütte- * nenDoltd Werden durch ihn zu Elend rung von ausländischem Futterge- * . n L verurteilt. (Lebhafte Zustimmung), treibe unterbunden worden. Während ^eute steht dem Marxismus aber gegenüber eine den Schweinehaltern als Ersah hierfür inlän- Srfaaur Qh0n A^riffs. des Fanatismus, der d i s ch e Kartoffelflockenund eosinier- - r iptin. zugleich aber auch des Mutes bis zum ter Inlandroggen zur Verfügung gestellt äußersten. (Stürmischer Beifall.) Wie wir unsere werden, soll nun auch die Geflügelwirt- Bewegung aus kleinen Anfängen aufgerichtet schäft aus eine solche Futtergrundlage gestellt yaven, so wird es uns m schwerer Zeit auch ge- werden durch den Ersah von Ausland - ungen. das deutsche Volk wieder aufzurichten. (Erneuter Beifall.) Ich bitte Sie. mitzuhel- fen am Aufbau der deutschen Volksgemeinschaft. Ich glaube, es gibt kein f)ö- heres Symbol für diesen Aufbauwillen, als daß wir. nachdem mit der Brandfackel das Reichstagsgebäude in Asche gelegt wurde, nun hinaus- ziehen in die Stadt, von der Preußens Gröhe ausging. (Beifall.) Daß wir hinausziehen in die Stadt Potsdam und dort vor den Fahnen des großen unsterblichen Königs in der Erscheint täglich,außer Sonnlags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte (Bießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle !Ronat$:Bejugsprei$: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsfe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. pofischeclkonto: firanifurtammain 11686. Hr.55 Lvüka be 183.Jahrgang Zreitag,3.März(953 Glehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen abgestimmt werden. Die Dordwahl wird auf zahlreichen Dampfern der Lieberseelinien durchgeführt. Auch auf den auf Llebungsreisen im Atlantik befindlichen Kreuzern „Leipzig" und „Emden" wird der Zivilbesatzung Gelegenheit zur Stimmabgabe gegeben. Die beiden Kreuzer fahren am Sonntag zur Ruhe in den spanischen Mittelmeerhafen von Las Palmas ein. wo an Bord der „Leipzig" abgestimmt wird. Auch den Reichsdeutschen in Las Palmas ist damit Gelegenheit zur Wahlbeteiligung gegeben. Die reichsdeutsche Kolonie von Kairo wird sich auf den auf einer Weltreise befindlichen Dampfer „Columbus" des Norddeutschen Lloyd begeben und dort ihre Stimmen abgeben. Die deutsche Kolonie in Barcelona wird Gelegenheit haben, an Bord des Hapagdamp- f e r s „Halle" abzustimmen. Die Seemannswahlen in den deutschen Hafenstädten haben bereits am 23. Februar begonnen. Die Seeleute haben bis 10. März täglich w hrend zwei Stunden Gelegenheit zur Stimmabgabe. ÄasöffentlicheFlagüeninpreußen Berlin, 2. März. (WTB. Amtlich.) Die Kommissare des Reichs in Preußen haben folgende Verordnung über das öffentliche Flaggen beschlossen: Beflaggung der staatlichen und kommunalen Dienstgebäude, sowie der Gebäude der öffentlichen Schulen erfolgt in den Landesfarben SchwarjU-Weih. Gemeinden, die bisher Flaggen in eigenen Farben führten, dürfen diese neben den Landesfarben zeigen. Unberührt bleibt das Recht der Religionsgesellschaften zum Zeigen eigener Kirchenflaggen. Inhaber von Dien st- oder Mietwohnungen in staatlichen oder kommunalen Gebäuden jeder Art dürfen in ihren Wohnungen weder kommu nist ische noch marxistische Flaggen zeigen. Hingegen ist das Zeigen von Fahnen der hinter der Regierung stehenden nationalen Verbände gestattet. Am Dolkstrauertag (12. März) sind sämtliche Dicnstgebäude sowie Schulen in den Landesfarben Schwarz-Weih halbmast zu beflaggen. Zu Ehren der Toten des Weltkriegs, die ihr Leben unter der Flagge Schwarz-Weih- Rot dahingegeben haben, sind am Vollstrauer- tag neben den Landessarben Flaggen in den Farben Schwarz-Weih-Rot zu setzen, soweit solche bei den Behörden vorhanden sind oder ohne besondere Kosten beschafft werden können. Hilfe für die notleidenden Gebiete. Berlin, 2. März. (CNB.) DaS Kabinett hat beschlossen, Hilfsmaßnahmen für die ausgesprochenen Rotgebiete einzuleiten, und zwar in der Form, dah der Bevölkerung dieser Gebiete Lebensmittel umsonst zugeführt werden zur Linderung der grohen Rot. Sn Betracht kommen vor allem Oberschlesien, Thüringen, Bayerischer Wald, Königsberg, das Ruhrgebiet, Berlin usw. Die beteiligten Reichsressorts sind dahin übereingekommen, dah rund 40000 Zentner Butter und 700000 Zentner Doggen unentgeltlich vom Reichsernährungsministerium der notleidenden Bevölkerung dieser Rotstondsbezirke alsbald geliefert werden. Arbeitslose und sonstige Hilfsbedürftige sind es, denen die neue Aktion zugute kommen wird. Daneben sollen auch die Dauern in den besonders notleidenden W a l d- gebirgsgemeinden, in denen Brotgetreide nicht angebaut wird, Mehl aus Roggen erhalten. An Länder und Gemeinden liefert das Reich unentgeltlich die Lebensmittel. Der einzelne Lln- terstützte würde also lediglich die entstehenden Linkosten (z. B. Backlohn und Mahllohn) zu tragen haben, wobei zu hoffen ist, dah durch Entgegenkommen der Länder, Gemeinden und der freiwilligen Wohlfahrtspflege sich für die Bedürftigen weitere Vergünstigungen erzielen lassen. Oie Ausdehnung -es Kelloggpakts. G e n f, 2. März. (TLl.) Der auf englischen Vorschlägen beruhenoe Vertrag über den Gewaltverzicht der europäischen Mächte im Konfliktsfalle wurde am Donnerstag in der bereits veröffentlichten Fassung ohne Abänderung vom Politischen Ausschuß der Abrüstungskonferenz mit 27 Stimmen ohne Gegenstimmen angenommen. Für die bekannte Formel über den Gewaltverzicht der europäischen Mächte stimmten sämtliche europäischen Mächte. Der Bericht des Redaktionsausschusses, den Po- litis erstattete, betont, dah der Beitritt der außereuropäischen Mächte zu dieser Verpflichtung den weiteren Verhandlungen Vorbehalten bleibt, daß die neuen Verpflichtungen unter den gleichen Bedingungen abgeschlossen werden, wie der Kel- logg-Dertrag und daß diese Erklärung auf der Vereinbarung der fünf Großmächte vom 11. Dezember beruht und in der Verurteilung aller Gewaltanwendung die Zweifel über die Bedeutung des Wortes Krieg beseitigt. Sn der Ausshrache traten die außereuropäischen Mächte unter Führung Persiens der Beschränkung des Vertrages auf Europa entgegen und verlangten dessen universelle Geltung. Der sowjetrussische Botschafter In Paris, Dowgalewski, betonte die Zustimmung seiner Regierung unter der Voraussetzung des Beitritts der außereuropäischen Staaten. Der französische Standpunkt wurde diesmal von dem rumänischen Außenminister T i t u l e s c u vertreten, der betonte, dah der Vertrag keine neuen Verpflichtungen enthalte, nur als eine Be - stätigung und Auslegung des Kel- loggvertragcs anzusehen sei und deshalb keine neue Sicherheitsgarantic darstelle. Der gleiche Standpunkt wurde in weit schärferer Form von dem polnischen Vertreter Graf R a s c h n s k i zum Ausdruck gebracht, der ausdrücklich hervorhob, dah es sich hierbei um keine neue Garantie der Sicherheit handeln könne. Die polnische Regierung erblicke darin lediglich die Wiederbestätigung, Anerkennung und Achtung der bereits bestehenden internationalen Verpflichtungen. Der Vertreter Englands, Sir Philipp S a s s o n , nahm die Erklärung unter dem Vorbehalt des Beitritts der außereuropäischen Staaten an. Das vom politischen Ausschuß angenommene I Abkommen über den Gewaltverzicht der eure- I päischen Mächte im Konfliktsfalle ist von der | französischen Staatengruppe aus offensichtlichen Gründen entwertet worden. Die französische Regierung konnte es nicht zulassen, daß diese neue feierliche Verpflichtung der Mächte a l s eine neue Sicherheitsgarantie gedeutet und damit der französischen Abrüstungspolitik der Boden entzogen wird. Rach deutscher Auffassung handelt es sich jedoch um eine Ausdehnung und eine Weiterführung des Kellogg- Vertrages. Bei der Abstimmung über den europäischen Eewaltverzichtvertrag enthielten sich Sta- lien, Schweden und Norwegen der Stimme. Keine Einigung über die Abrüstung der Luftfahrt. Genf, 2. März. (WTB.) Der Luftfahrtausschuh hat heute seine Beratungen über internationale Maßnahmen auf dem Gebiete der Zivilluftfahrt, von denen die vollständige Abschaffung der Militär- und Marineluftfahrt abhängig sein soll, abgeschlossen. Die Aussprache über die Internationalisierung Der Zivilluftfahrt wurde beendet, ohne daß eine Abstimmung über das Prinzip e r - folgte. Man hat einen kleinen Ausschuß eingesetzt, in dem Deutschland vertreten ist, und der den Auftrag bekommen hat, einen Bericht für den Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz auszuarbeiten. Dieser Bericht soll die Bedingungen für die Abschaffung der Militärluftfahrt genau formu-. lieren. Der deutsche Vertreter erklärte heute nochmals, daß Deutschland bereit sei, an entscheidenden Maßnahmen zur Entgiftung der Zivilluftfahrt mitzuarbeiten. Er bedauerte, daß man in der Diskussion überhaupt nicht auf den nach deutscher Auffassung einzig wirksamen Vorschlag eines absoluten Bombenabwurf Verbotes und einer gen au en Begriffsbestimmung der Militärflugzeuge eingegangen sei. Der Vertreter der Vereinigten Staaten erklärte, er hätte es vorgezogen, wenn der Ausschuß die Abschaffung der Militär- und Marineluftfahrt ohne Zusammenhang mit der Zivilluftfahrt gemäh dem deutschen Vorschlag behandelt hätte. Der Vertreter Japans schloß sich dem Standpunkt her übrigen Ueberfeeftaaten an, daß die Internationalisierung der Zivilluftfahrt für die Ueberseestaaten überhaupt nicht in Frage komme. Abschluß her kommunalen Stillhalte- verhandlungen. Berlin, 2. März. (WTB.) Die Verhandlungen •über die Erneuerung des Stillhalteabkommens für die kurzfristigen Auslandschulden der deutschen Länder und Gemeinden sind mit der Llnterzeichnung eines neuen Abkommens abgeschlossen worden. Der Gesamtbetrag der in Frage kommenden öffentlichen Schulden beläuft sich auf rund 200 Millionen Mark. Das neue Abkommen läuft bis zum 15. März 1934. Sm neuen Stillhaltejahr erfolgt eine weitere Rückzahlung nur in Höhe von 5 Prozent in zwei Raten, von denen die erste nach dem Beitritt des Gläubigers und die zweite im Oktober d. S. zahlbar ist. Der Zinssatz ist von 6 auf 51 Prozent herabgesetzt worden: daneben wird den Gläubigern eine Abschluhprovision von Vs Prozent pro Vierteljahr vergütet. Keine Staaiskäufe bei Warenhäusern, Konsumvereinen und Einheitspreisgeschäften in Thüringen. .Weimar, 2. März. (WTB.) Nach einer Verfügung des thüringischen Innenministeriums dürfen staatliche Behörden und An st alten nicht in Warenhäusern, Konsumvereinen und Einheitspreisgeschäften kaufen. Lieferungsverträge find zum nächstmöglichen Termin zu l ö s e n. Beamte, die dem zuwiderhandeln, werden zur Verantwortung gezogen und für den Schaden, der aus der Zurverfügungstellung von Lieferungen aus Warenhäusern, Konsumvereinen und Einheitspreisgeschäften entsteht, haftbar gemacht werden. Staatliche Aufträge sind künftighin lediglich Unternehmungen des Mittelstandes zuzuwenden. Braun-Severing« Klage gegen den »Angriffe. Berlin, 2. März. (CND.) Vor dem Landgericht I Berlin wurde der Zivilprozeh verhandelt, in dem die Minister Braun und Severing den Erlaß einer einstweiligenVerfugung verlangen, durch die die Verbreitung der Behauptung untersagt wird, die beiden Minister hätten zwei Millionen Steuergelder aus dem Fonds zur Bekämpfung des Verbrechertums zum Zwecke der Wahlpropaganda für die Landtagswahlen benutzt. Die Klage richtet sich gegen den Verlag des „A n g r i f f", und den Herausgeber Dr. Goebbels. Es wurde folgendes Urteil verkündet: Den Antraggegnern wird verboten, die Erklärung öffentlich zu verbreiten, aus I der der Vorwurf oder der Verdacht I persönlicher Bereicherung der An - « trag steiler aus Staatsgeldern zu entnehmen ift*bm übrigen wird der Antrag vom 17. Februar auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung zurück gewiesen. Von den Kosten dcs Verfahrens tragen die Antragsteller neun Zehntel, die Antragsgegner ein Zehntel. Kleine völkische Nachrichten. Die Beschränkungen hinsichtlich der Beflaggung von Reichswohnungen durch die Wohnungsinhaber werden für Reichswohnungen mit Ausnahme der Reichsdienstwohnungen in Dienst- gcbäuden mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Der Kommissar des Reiches für das preußische Ministerium des Innern, Reichsminister Göring, teilt mit, daß aus oppositionellen Kreisen wiederholt dem Vorwurf Ausdruck gegeben worden ist, sein Erlaß vom 17. Februar d. I. könne von der Polizei mißverstanden werden, und es bestände die Gefahr, daß von einzelnen Beamten Gesetzesübertreter mit zweierlei Maß gemessen werden könnten. In seinem Erlaß finde sich keinerlei Anhaltspunkt für diese Auffassung. Jeder Gesetzesübertreter, gleichviel zu welcher Partei oder Organisation er gehöre, werde zur Rechenschaft gezogen. Der Landrat des Oberlahnkreises Dr. Menzel, Weilburg, ist mit sofortiger Wirkung bis auf weiteres beurlaubt worden. Mit seiner Vertretung wurde Kreisdeputierter F i nk, Münster, beauftragt. Landrat Dr. Menzel ist ein Schwiegersohn Severings und gehört der Sozialdemokratischen Partei an. Die sozialdemokratische „V o l k s st i m m e“ in Frankfurt a. M. ist bis einschließlich 15. März verboten worden. Die Verbotsdauer der in Frankfurt a. M. erscheinenden Wochenschrift „D e r A r b e i t s l o s e" ist vom Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Rassau bis einschließlich 22. August d. S. verlängert worden. Kunst und Wissenschaft. Die Struktur des Vitamins C geklärt. Dem Göttinger Privatdozenten für organische Chemie, Dr. Fritz Michel, ist eine außerordentlich wichtige Entdeckung gelungen. Er konnte die chemische Struktur des antiskorbuti- schens Vitamins C auf klären. Das Dita- ftnin C ist damit das erste, über dessen chemische Formulierung völlige Klarheit besteht. Die Tatsache ist um so erfreulicher, als an dieser Entdeckung in letzter Zeit sehr namhafte Gelehrte -des Auslandes arbeiteten. Obwohl Deutschlands wissenschaftliche Mittel beschränkt sind, ist es dem deutschen Gelehrten Vorbehalten gewesen, dcm Auslande zuvorzukommen. Das Vitamin C ist erst im Sah re 1931 von dem Norweger R u e g h rein dargestellt worden. Ruegh ist ein Schüler von Professor Windaus in Göttingen. — Dr. Michel steht im 33. Lebensjahr. Sr wurde am 3. Suli 1900 zu Straßburg in der Lickermark geboren, studierte und promovierte in Berlin und habilitierte sich 1931 für organische Chemie an der Göttinger Universität. Noch ein falscher van Gogh? Zu dem unter Berliner Kunsthistorikern und anderen Sachverständigen ausgebrochenen Streit um die Echtheit des in der Berliner Nationalgalerie befindlichen Bildes „D e r Garten von Daubigni" von van Gogh erfährt die Schweizerische Depeschenagenftir, daß es sich bei jenem Bilde aller Wahrscheinlichkeit nach um eine der Nationalgalerie für 250 000 Mk. angehängte Fälschung handelt. Aus einem Dries van Goghs, der vier Tage vor seinem Tode geschrieben wurde, ergibt sich, dah der „Garten von Daubigni" nur in einem einzigen Exemplar hergestellt wurde. Dieses von van Gogh selbst gezeichnete Bild befinde sich in der Sammlung des Basler Kunstmäzens Rudolf S t a e ch l i n, der eine bedeutende Sammlung jüngerer Franzosen hat. Was wissen wir vom Mars? 3um 3. März. Von Dr. Erwin Kcffinna. Am Südhimmel strahlen jetzt Mars und Jupiter neben den prächtigen Wintersternbildern in vollem Glanze. Es sind dies die einzigen Planeten, bei denen man schärfer umrissene Einzelheiten ihrer Oberfläche im Fernrohr erkennen kann. Am 1. März stand Mars der Sonne genau gegenüber und erreicht am 3. M ä rz seine größte Erdnähe. Aber selbst bann trennen uns immer noch 100 Millionen Kilometer von tiefem Planeten, ber wie andere Himmelskörper die Phantasie der Menschen beschäftigt hat. Bleibt somit Mars uns diesmal ziemlich fern — im Jahre 1924 kam er der Erde aüf 56 Millionen Kilometer nahe — so verspricht man sich doch in Amerika von der Beobachtung des Planeten mit dcm neuen Riesenfernrohr Ritchies große Erfolge. Während nun die amerikanischen Forscher Ritchie und Coblentz die Existenz von Lebewesen, zum mindesten aber von Vegetation, auf dem Mars für möglich ober wahrscheinlich halten, stehen bie beutschen Astronomen biesen Spekulationen zumeist ablehnenb gegenüber, weil sich bie Entscheibung tiefer Frage gänzlich ber Beobachtung entzieht. Denn auch bie besten optischen Hilfsmittel mit 3000= bis 6000facher Vergrößerung können den Planeten höchstens auf 20 000 oder 10 000 Kilometer heranholen, eine Entfernung also, aus der nur die größten Gebilde der Marsoberfläche, nicht aber deren feinere Struktur erkennbar sind. Zweifellos besitzt der Mars eine gewisse Ähnlichkeit mit ber Erbe, so in ber fast gleichen Rotationsdauer und in der Neigung seiner Achse gegen die Bahnebene mit dem hierdurch bedingten Wechsel der Jahreszeiten. Sonst aber bestehen recht beträchtliche Unterschiede. Da der Mars nur halb s o groß ist wie die (Erbe, seine Masse nur ein Neuntel ber Erbmasse beträgt, ist auch bie Schwerkraft viel geringer. Ein Mensch von 130 Pfund Gewicht würde auf dem Mars nur 50 Pfund wiegen und sich mit größter Leichtigkeit dort bewegen. Diese geringe Schwerkraft genügt aber offenbar nicht, um eine dichte Atmosphäre festzuhalten. Die Marsatmosphäre ist daher sehr dünn und dürfte raum ein Zehntel ber Dichte unserer Luft besitzen. Aus bem Vergleich zwischen Rotfilteraufnahmen unb Photographien im kurzwelligen Licht, in benen Mars größer erscheint, ergibt sich bie Höhe ber Atmosphäre zu 190 Kilometer. Ihre technische Zusammensetzung ist unbekannt. Aber alle spektrosko- pischen Beobachtungen lehren, daß sie sehr arm an Wasserdamps ist, wenn auch Wolken gelegentlich von — 30 bis — 45 Grab, gegen Mittag bagegen solche von + 10 bis 4- 20 Grab gemessen werben. Am Adcnb ist die Bodentemperatur bereits wieder unter den Gefrierpunkt gesunken. Daß diese eigenartigen klimatischen Verhältnisse der Entwicklung von Vegetation nicht günstig sind, liegt auf der Hand. Das Klima auf dem Mars läßt sich noch am ehesten mit *em auf den Hochgipfeln des inneren Tibet vergleichen, nur ist die Luft noch weit dünner und trockener als in Tibet. Großes Aufsehen erregten seinerzeit die von dem italienischen Marsforscher S ch i a p a r e l l i im Jahre 1877 zuerst beobachteten feinen dunklen Linien, die nahezu geradlinig bie hellen Gebiete durch - zogen unb von ihm „K a n ä l e" genannt wurden. Mit zunehmender Verbesserung ber optischen Mittel erkannte man bald, daß es sich hierbei um Sinnestäuschungen handelte. Das Sehen von „Kanälen" erklärt sich zwanglos aus der Tatsache, daß die an der Grenze der Sichtbarkeit liegenden Objekte vom Auge unwillkürlich zu einem schematischen Bilde vereinigt werden. Damit wird zugleich verständlich, warum die „Marskanäle" in kleinen Fernrohren am besten sichtbar waren, in großen dagegen sich in einzelne Flecke auflösten. Die beiden Marsmonde sind im Gegensatz zum Erdmond winzige Körper von nur 10 Kilometer Durchmesser. Der innere, Phöbus, ist nur 5800 Kilometer von der Marsoberfläche entfernt und bewegt sich um den Planeten dreimal schneller als dieser um seine Achse, so daß er für einen Beobachter auf dem Mars im Westen aufgeht, im Osten unter- geht, sich also entgegengesetzt bewegt wie die Sterne. Der äußere Mond, Daimos, vollendet einen Umlauf in 30i Stunden, in welcher Zeit ber innere Mond fast genau vier Umläufe ausführt. Zum Schluß noch ein Wort über bie Frage ber „M arsbewohne r". Wie wenig wahrscheinlich bie Annahme intelligenter Wesen auf bem Mars ist, zeigt folgende Ueberlegung. Die Geologen berechnen bas Alter ber Erdkruste zum mindestens 2000 Millionen Jahre. Ungezählte Jahrmilliarden hat bie Erbe bereits zuvor als Planet bestanden. Eine menschliche Kultur gibt es aber erst seit einigen Zehntausenden von Jahren, obwohl die Erdoberfläche für die Entwicklung höheren Lebens denkbar günstige Bedingungen bietet. Hätte ein Beobachter die Erde alle zehntausend Jahre besuchen können, um nach vernunftbegabten Wesen Umsau zu halten, er wäre hunderttausendmal unb öfter enttäuscht worben. Im Vergleich zu ben ungeheuren Zeiträumen ber Entwicklungsgeschichte eines Planeten ist bie Zeit, währenb ber eine yöhere Kultur bestehen kann, oerschwinbenb kurz. Die Annahme von Mars- bewohnern würbe voraussetzen, baß Mars sich ungefähr in demselben Entwrcklungsstatium befände große Gebiete ber Marsoberfläche verschleiern unb I bie Feuchtigkeit sich an ben Polen in Form von | Schnee und Eis nieberschlägt. Die weißen Polarkappen bilden sich jedesmal im Winter ber betreffenden Halbkugel, um zu Beginn des Sommers mit steigendem Sonnenstände ziemlich rasch ganz oder bis auf wenige Reste abzuschmelzen. Die große Schnelligkeit des Zurückweichens der Schneegrenze, bis 100 Kilometer täglich, läßt daraus schließen, daß es sich nicht um Eismassen größerer Mächtigkeit handelt, sondern nur um eine verhältnismäßig dünne Schneedecke. Manche Forscher halten die weißen Kuppen lediglich für dicht über bem Boden lagernde Eiswolken unb Nebel. Größere Wasseransammlungen in Gestalt von Seen oder Meeren gibt es auf bem Mars nicht, ba sonst bei ber sehr durchsichtigen Atmosphäre Sonnenreflexe ihre Anwesenheit verraten würden. Wenn man daher die Hellen rötlichgelben oder braunen Gebiete der Marsoberfläche als „K o n - t i n e n t e", die dunkelgrauen, hauptsächlich auf der Südhalbkugel befindlichen Flächen als „Meere" bezeichnet, so soll Damit durchaus nicht gesagt sein, daß dies ber Wirklichkeit entspricht. Vielleicht waren in einer weit zurückliegenden Zeit ber Entwicklung des Planeten diese dunklen Gebiete wirkliche Meere: jetzt sind sie ausgetrocknet. Ob bie mit ben Jahreszeiten wechselnde Färbung der dunklen Partien durch das Vorhandensein von Vegetation hervorgerufen wird, ist jetzt noch gänzlich unentschieden. Der Außenrand der Marsscheibe erscheint meist glatt und frei von Zacken, die Marsoberfläche ist daher ziemlich eben. Während auf der Erde der Höhenunterschied zwischen dem höchsten und tiefsten Punkt fast 20 000 Meter erreicht, dürfte er auf dem Mars 2000 Meter kaum übersteigen. Infolge der größeren Entfernung von der Sonne ist die Wärmeeinstrahlung nur etwa halb so.groß, die Jahreszeiten aber doppelt so lang wie auf der (Erbe. Währenb des Südsommers ist ber Sübpol bes Mars 160 Tage lang ununterbrochen ber Sonnenbestrahlung ausgesetzt. Die auf bem Mount Wilson unb bem Lowell-Observatorium ra- biometrisch bestimmten Bodentemperaturen dieser lange bestrahlten Gebiete der Marsoberfläche liegen zwischen — 10 unb + 20 Grab Celsius, was ben auf ber Erbe vorkommenden Temperaturen durchaus entspricht. Während aber auf ber Erde die Tropen durch außerordentlich gleichmäßige, hohe Wärme gekennzeichnet sind, erreicht auf dem Mars gerade am Aequator bie tägliche Wärme- schwenkung ganz erstaunliche Beträge von 50 bis 60 Grab. Im Laufe ber Nacht findet hier eine enorme Llusstrahlung burch bie bünne Luft gegen den kalten Weltenraum statt, so daß am Ostrand ber Marsscheibe bei Sonnenaufgang Temperaturen wie bie Erde. Das ist aber sicher nicht ber Fall. Wenn bie Anschauung richtig ist, daß Venus mit ihrer unburchbringlichen Wolkenhülle gewissermaßen die Jugend, die Erde die Reife und Mars das Greisenalter eines Planeten verkörpert, so müssen wir bie Marsbewohner, falls es jemals solche gelben hat, in jene fernen Zeiten zurückversetzen, ba Mars noch eine dichtere unb wasserreichere Atmosphäre hatte und eine heißere Sonne ihm mehr Wärme als gegenwärtig zustrahlte. Tonfilm: „Wolkenstürmer". Das ist eine Produktion der amerikanischen Firma Metro-Goldwyn-Mayer in deutscher Fassung. Der Film erinnert etwas an den vor längerer Zeit hier gezeigten amerikanischen Flieger- Film „Wings", stellenweise auch an „F. P. 1' : er spielt in der amerikanischen Marinefliegertruppe und ist für den deutschen Besucher sachlich und technisch interessanter als um seiner Spiel- Handlung willen, die in ihrer Mischung von nüchterner Objektivität und harmlosem Humor, von leichter Sentimentalität und derber Handgreiflichkeit sich wohl in erster Linie an ein amerikanisches Publikum wendet. Der Film vermittelt einen Einblick in die amerikanische Seekriegs- fliegerei und gibt unheimliche Aufschlüsse über die verheerende Reichweite und Wirkung der hochentwickelten modernen Luftwaffe. Die Aufnahmen (Regie: George Hill) sind technisch ausgezeichnet: die Geschwadermanöver mit exakten Evolutionen, tollkühnen Sturzflügen und Loopings, der enorme Apparat des Flugzeugmutterschiffs „Saratoga". das GesechtLschiesien der Großkampfschiffe und der Bombenangriff einer Kampfstaffel auf die riesige Schiffsscheibe ergeben höchst eindrucksvolle Filmszenen. In diese flugtechnische Reportage aus USA. ist eine Spielhandlung eingebaut, die mit einfachen Konflikten arbeitet, gelegentlich auch vor den Effekten des Sensationsstückes nicht zurückschreckt, aber auf das fast traditionell gewordene happy end verzichtet. Die Bilder vom Flugzeugabsturz und von der Rettung der drei im Nebel verschollenen Piloten sind von starker Spannung. Linker den amerikanischen Darstellern steht Wallace Beery, einer der Prominenten von Hollywood, an erster Stelle: ein starker, gutmütiger und biederer Bursche, der in seinen besten Szenen von ferne an unfern Iannings denken läßt. Von den übrigen sind Clark Gable, Conrad Nagel, Marjorie R a m b e a u und Cliff Edwards zu nennen. Llebertragung und Wiedergabe lassen nichts zu wünschen übrig. Der Film läuft seit gestern im Lichtspielhaus. — r — Aus der Provinzialhauptstadt. Oie Hausfrau hat das Wort! Es ist nun einmal so Unsere Haus rauen sind die Diktatoren der Wirtschaft. 80 v. H. der Ausgaben aller Haushaltungen gehen durch ihre Hände. Entscheiden sich unsere Frauen z. B. einseitig für amerikanische Aepfel, italienische Frühkartoffeln, französisches Obst oder dänische Butter, so können sich Hunderte von Wirtschaftsführern in Denkschriften den Kopf zerbrechen, di« Wirtschaft bleibt krank, die Arbeltslosenwelle steigt. Das „schwache Geschlecht" ist hier mal wieder das stärkere. Manchmal führt diese „Stärke" zu Kuriositäten. Jeder kennt z. 2. Schleswig-Holstein als eine unserer vielgerühmten . Butterprovinzen". Schon lange Zeit vor dem Kriege war die Schleswig- Holsteinische 2utter weltbekannt. Die Engländer bevorzugten sie als die Qualitätsbutter überhaupt. In dem Maße, wie Deutschland seine Duttereinfuhren steigerte, steigerten die Schleswig-Holsteiner ebenso wie die Landwirte anderer deutscher Provinzen die Güte ihrer 2utter weiter, um auf dem Inlandmarkt jeden Wettbewerb mit ausländischer 2utter aufnehmen zu können. So - schufen sie schon 1925 die in der Tat von keiner Auslandware in der Qualität übertroffene „M a r k e n b u t t e r". Ohne Zweifel sind die Schleswig-Holsteinischen Hausfrauen zu beneiden. Sie wohnen inmitten einer der bekanntesten 2utterprovinz«n, die ihnen die beste 2utter bieten kann. Aber die Hausfrauen dieser klassischen 2utterprovinz entscheiden sich oft anders: Sie kaufen dänische, lettische oder schwedische 2utter! Das geht neuerdings so weit, daß zahlreiche ausländische Firmen in nahezu allen Städten und größeren Dörfern Schleswig-Holsteins Läden unterhalten, die ausschließlich ausländische Butter, dänisches Schmalz, Eier, Käse usw. vertreiben. Ueberall blühen diese Läden auf. „Ihre Hoheit die Hausfrau" diktiert. Dein — seien wir uns selbst gegenüber offen, fie ist der Gedankenlosigkeit verfallen. Man komme nicht mit dem Einwand besserer Qualität. Die deutsche Markenbutter in allen Provinzen hat in den letzten Iahren eine Güte erreicht, die von keinem anderen Lande der Welt übertroffen wird. Hier handelt es sich auch nicht um eine Boykottierung anderer Waren, hier handelt es sich darum, daß die deutscheFrau das Erzeugnis deutscher Arbeit, die deutsche Markenbutter wirklich kennen und schätzen lernt. Man kann den Kampf gegen den Auslandfim- mel als einen Kampf gegen die Gedankenlosigkeit bezeichnen. Diesem Kampf gegen die Gedankenlosigkeit dient die „Deutsche Woche", die auch in diesem Jahre wieder in allen Städten des Reiches unter dem Motto ..Kauft deutsche Ware und Ihr schafft Arbeit und Brot" durchgcführt wird. Hoffen wir, daß der Deutschen Woche 1933 die Durchdringung der Bevölkerung mit dieser Idee vollkommen gelingen wird. K.E. Das Backhaus-Korizeri verschoben. Vom Konzertverein wird uns geschrieben: Leider ist es notwendig geworden, das für Sonntag, 5. März, vorgesehene Klavierkonzert von Prof. Wilhelm Backhaus zu verschieben. Der Wahltag, die politische Unruhe und Spannung dieser Tage mit ollen ihren Geschehnissen lenken das Interesse an künstlerischen Veranstaltungen allzu sehr ab, wie auch die ganz verschwindend geringe Nachfrage nach Einlaßkarten gezeigt Hot. Es ist unmöglich, vor leeren Bänken ein Konzert eines so prominenten Künstlers zu veranstalten. Mit der Einwilligung von Pros. Backhaus soll das Konzert also zunächst verschoben werden, voraussichtlich bis in den Mai. Die ausgegebenen Karten und die AbonNc- mentskarten behalten ihre Gültigkeit. Sobald der neue Termin vereinbart ist, wird er bekanntgegeben werden. Der Borstand weist aber ausdrücklich bar auf hin, daß ein derartiges Konzert tatsächlich nur bann vorbereitet und veranstaltet werden kann, wenn der Kartenverkauf dem der früheren Jahre entspricht, weil sonst ein solches Konzert keinesfalls zu finanzieren ist und weil man einem Künstler wie Backhaus nicht zumuten kann, vor einem halbgefüllten Hause zu spielen. Näheres in der Musikalienhandlung von Ernst Challier. Heist ein Tierheim schaffen! Dom Tierfchutzverein Gießen wird uns geschrieben: Die Hinterbringung und Behandlung herrenloser Hunde und Katzen in der Stadt Gießen war schon Gegenstand mehrfacher Derhandlungen, aber ohne jeden greifbaren Erfolg. Was in der Stadt fehlt, ist eben ein T i e r h e i m. Geeignete Räume stehen z. Z. nicht zur Verfügung. Die geplante Erweiterung der Universitäts-Hunde- klinik, die ebenso nötig wie dringend ist, läßt wegen der großen Geldknappheit lange auf sich warten. Cs ist ein Gebot der Stunde, tierschüh» lerisch hier einzugreifen, um endlich einem allgemeinen Bedürfnis Rechnung zu tragen. Es ergeht darum an die Bevölkerung die herzliche Ditte, durch freiwillige Gaben den Grundstock zu einem geplanten Tierheim zu legen. Auch die kleinste Gabe ist willkommen. Wer ein warmes Herz für diese arme Tierwelt hat, der versäume 1 nicht, sein Scherflein dazu beizutragen. Geldspenden werden vom Tierschutzverein mit Dank angenommen. Aufhebung der SieuerverzugSzuschläge Der Reichsminister der Finanzen hat eine Verordnung erlassen, durch die mit Wirkung vom 1 März ab d i e Steuerverzugs- zuschlage aufgehoben werden. Dom 15. März ab werden von rückständigen Steuerbeträ- gen nur noch Steuerzinsen erhoben. Der Zinsfuß beträgt in den Fällen des Verzuges 12 Prozent jährlich, in sonstigen Fällen (insbesondere bei Stundung und Zahlungsaufschub) 5 Prozent jährlich. ** Racheichung der Meßgeräte und Gewichte. Die in zweijähriger Wuiverkehr gesetzlich vorgeschriebene Racheichung der im eichpflichtigen Verkehr befindlichen Meßgeräte (Längen- und Flüssigkeitsmahe, Meßwerkzeuge für | Flüssigkeiten. Hohlmaße, Gewichte und transportable Hanlelsw ragen bis ausschließlich 3000 Kilogramm) soll im Kreise Gießen demnächst beginnen. Das Kreisamt Gießen hat die Bürgermeistereien angewiesen, den Beginn der Eichtage in ortsüb- "cher Weife bekannt zu machen und kurz vorher noch einmal darauf hinzuweisen. *’ Ermittelt. Die Personalien des gestern auf der Bahnstrecke Gießen—Rödgen aufgefundenen Toten konnten im Laufe des gestrigen TageS von der Polizei ermittelt werden. Es handelt sich um einen 18 Jahre alten Dachdecker aus Wieseck, der wegen Krankheit freiwillig aus dem Leben gtng. ’.Öoll der Junge Kaufmann werden?" Lieber dieses Thema findet heute, Freitag, ab 18.25 Uhr, ein soziales Zwiegespräch im Südwestdeutschen Rundfunk statt. Das Gespräch wird, wie man uns mitteilt, zwischen dem Leiter der kaufmännischen Stellenvermittlung des DHV. in Frankfurt a. M., Arno Zacher und Hubert Sch mitt geführt werden. Interessierte Eltern seien auf diese Informativnsmöglichkeit besonders hingewiesen. " Der Geflügel- und Vogelzucht- verein Gießen und Umgegend 1897 Ae.ll seine gut besuchte Generalversammlung bei Mitglied Henkel ab. Rach Begrühungsworten des 1. Vorsitzenden August Felsing erstattete der erste Schriftführer den Jahresbericht, aus dem hervorging, daß der Verein im vergangenen Jahre auf sein 35jähriges Bestehen zurückblicken konnte. Aus diesem Anlaß wurde vom 21. bis 23. Ohcber auf der Liebigshöhe eine Allgemeine Jubiläums-Geflügelausstellung abgehalten, die einen allseitig befriedigenden Verlauf genommen hat und den Zeitverhältnissen entsprechend gut beschickt war. Durch den Landesverband Hessischer Geflügelzüchter wurde eine Anzahl älterer verdienter Mitglieder geehrt, indem ihnen Ehrenurkunden von dem Vertreter des Landesverbandes. Jean Kolter, Bad-Rauheim, überreicht wurden. Rach Verlesung der Rechnung des vergangenen Jahres und Bericht der Rechnungsprüfer wurde dem Rechner Entlastung erteilt. Bei der Wahl des Vorstandes wurde auf Antrag des Ehrenvorsitzenden August Schwan der bisherige geschäftsführende Vorstand wiedergewählt. Auch in den übrigen Vorstandsämtern fand keine Veränderung statt, mit Ausnahme eines auswärtigen Beisitzers. Unter Punkt Verschiedenes wurde u. a. eine Zusammenkunft mit Damen beschlossen, die am 18. März auf der Liebigshöhe stattfinden soll. Weiter wurde eine Allgemeine Geflügelausstellung im Rovember in Aussicht genommen. Rach allgemeiner Aussprache und Worten des Dankes schloß der erste Vorsitzende die Generalversammlung. Hessische Gastwirieiagung. @ r o 6 = (S e r a u, 2. Mörz. (WSN^ Der Rhe i n° Main-Gastwirteverband (Hessischer Landesverband) hielt heute hier seinen von etwa 200 Vertretern aus allen Teilen Hessens besuchten Delegiertentag ab. 9m Mittelpunkt der Tagung stand ein Referat von Stadtrat Runge. Köln über »Die Aufgaben der Organisation beim Wiederaufbau des Gastwirtegewerbes". Der Redner verlangte ein klares Bekenntnis der Berufsverbände zu der neuen Reichsregierung. Eine Mitarbeit an dem Wiederaufbauprogramm der Reichsregierung sichere zugleich den Wiederaufbau des schwer darniederliegenden Gastwirtestandes. In einer mit großer Mehrheit gefaßten Entschließung erklärt sich der Rhein-Main-Gastwirteverband bereit, vertrauensvoll mitzuhelfen, daß die neugebildete nationale Regierung ihre große Aufgabe der Wiederaufrich- tung des deutschen Volkes und der deutschen Wirtschaft erfüllen kann. 2ln den Reichskanzler Adolf Hitler wurde folgendes Telegramm gerichtet: „Die Gastwirte des Volksstaates Hessen bekennen sich bereit zur tätigen Mitarbeit und Unterstützung der von Ihnen geführten Regierung. Mr erwarten nichts als gerechte Behandlung unseres Gewerbes, das bisher durch ein Uedermaß von Sonderlasten gegenüber anderen Berufsständen in ungerechtester Weise behandelt worden ist. Die natürliche Folge war der vollständige"Zusammenbruch eines einst blühenden Gewerbes, das nicht nur ein wesentlicher Steueraufbringer, sondern auch ein Förderer der kulturellen und sittlichen Aufgaben des deutschen Volkes mar. Wir entbieten Ihnen, sehr verehrter Herr Reichskanzler, das Gelöbnis t r e u e ft e r Mitarbeit bei allen Bestrebungen zur Wiederaufrichtung unseres lieben Vaterlandes." 3m weiteren Verlaufe der Tagung wurde scharfe Kritik geübt an der bisherigen Haltung des Vorstandes des Reichs-Gastwirteverbandes. Die weiteren Beratungen beschäftigten sich mit verschiedenen wirtschaftlichen und organisatorischen Fragen. Der freiwillige Arbeitsdienst. Die Jüftrerausbilbung. — Die neuen Maßnahmen. WSR. Frankfurt a. M., 2. März. Ange- fichts des schwebenden Problems des Pflichtdienstes wendet sich in diesem Jahr dem f r e i to i I - ligenArbeitsdienst erhöhtes Interesse zu. In größerem Umfang wird der freiwlllige Arbeitsdienst erst Mitte dieses und des nächsten Monats einsehen. Bisher sind schätzungsweise schon 4 00 Maßnahmen genehmigt, die Mitte März zu laufen beginnen werden. Ihre Zahl wird sich im Lauf des Monats April auf mindestens 800 im Freistaat Hessen und in Hessen-Rossau (Bereich des Landesarbeitsamts Hessen) erhöhen. Bei der erhöhten Bedeutung des freiwilligen Arbeitsdienstes kommt heute natürlich auch dem Führerproblem größere Wichtigkeit zu. Im Bereich des Landesarbeitsamts Hessen sind bis jetzt schon 400 Führer ausgebildet. Ein letzter 'Führerschulungskurs für die Frühjahrs» matznahmen. der etwa sechs Wochen dauern wird, beginnt jetzt. Er wird eine Teilnehmerzahl von 200 Personen umfassen. Für jede der in Aussicht genommenen Maßnahmen des freiwilligen Arbeitsdienstes wird mindestens ein Führer benötigt. Bei größeren Maßnahmen entfällt auf je 30 Arbeitsdienstwillige ein Führer Mit den in Ausbildung begriffenen Führern erhöht sich deren Gesamtzahl im Lauf des Monats April auf 600. Mehr als 300 Stellensuchende geschädigt. WSR. Frankfurt a. M., 2. März. Im Dezember v. I. suchte der Schlosser Erwin Hübner Beamte zwecks Kinokontrolle. Er inserierte u. a. in Frankfurt a. M. und Wiesbaden, aber auch in zahlreichen nord- und süddeutschen Zeitungen. Die Bewerber hatten ihre Angebote an das Organisationsbureau für Filmkontrolle, Erwin Hübner, Berlin W 9, Leipziger Str. 121, zu richten und sollten das Lichtspieltheater an ihrem Wohnort auf die Tageseinnahmen kontrollieren. Da derartige Kontrollen von Filmgesellschaften tatsächlich ausgeführt werden, fand Hübner eine größere Anzahl Interessenten, von denen er aber zuerst 3,80 Mk. verlangte, die zwecks Auskunftseinholung des Stellungsuchenden auf das Postscheckkonto des Hübner, Rr. 151 694 Postscheckamt Berlin, eingezahlt werden mußten. Er hatte nicht eine einzige Stelle vergeben können und auch in keinem Falle eine Auskunft eingcholt. Die Gebühren von mehr als 30 0 S te l l u n g s u ch en d e n hat er für sich verwendet: Geschädigte wollen sich beim Detrugskommis- sariat im hiesigen Polizeipräsidium melden. Der Darmstädter Volksbankprozeß vertagt. WSR. Darmstadt, 2. Marz. In der Heu- tigen Sitzung des Dolksbank-Prozesses legte der Verteidiger des Angeklagten Becker ein ärztliches Gutachten vor, wonach der Angeklagte für längere Zeit verhandlungsunfähig ist. Das Gericht will nun zunächst ein Obergutachten des Gerichtsarztes einfordern und vertagte die Verhandlung auf Mittwoch 8. März. x Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftieitung ) 1TI. in E. Es besteht kein gesetzliches Hindernis, daß nahe Verwandte Wahlkommiffionen und Ab- stimmungskommiffionen als Mitglieder angehören. h. Sch-, Oppenrod. Nach den Vorschriften für das Schornsteinfegergewerbe müssen alle Schornsteine, vorausgesetzt, daß die in sie einmündenden Schornsteine im Gebrauch sind, wenigstens alle 3 Monate in gleichen Zwischenräumen gefegt werden. Schornsteine, die nur zwischen dem 15. Oktober und 15. April in Gebrauch find, müssen wenigstens dreimal — im Oktober, Januar und April — gereinigt werden. Wir glauben nicht, daß Ihnen das Kreisamt für Ihren Waschküchenschornstein Dispens geben wird. Versuchen Sie es. Uebrigens wurden die Echornsteinfegcr- gcbühren zuletzt durch Reichsvervrdnung vom 21. Januar v. I. gesenkt. Büchertisch. — ForstersKatzenkalenderl933 wird den vielen Freunden der Katze willkommen sein. Aufnahmen und Tertbeigaben sind geeignet. über Wesen und Art des umstrittenen Katzengeschlechtes aufzuklären. Kahenzucht und Katzcn- schutz, wie auch Humor kommen zu ihrem Rechte. Der Kalender kostet 1,75 Mk. und erschien im „K-K-Derlag Plauen i. V". — (556.) — — Obers chlesischerHeimatkalcnder 1 9 3 3. Herausgegeben vom Presse-, Statistischen und Verkehrsamt der Provinzialverwaltung von Oberschlesien, Ratibor. 100 Seiten mit vielen Textabbildungen und Einschaltbildern. 1,20 Mk.— (538.) — Der Kalender gibt lebendige Darstellungen über Oberschlesien, die besonders nach der kulturgeschichtlichen und wirtschaftlichen Seite hin interessant sind. Der reichhaltige bildliche Teil ist dabei von besonderem Wert. Das tlebersinnliche - hier wird's Ereignis... Tatsachenberichte ans dem Reich des ONnlten. Gesammelt und nacherzählt von $. R Schlichters. v. Spukhäuser und Doppelgänger. Ein weiterer Dichter: Justinus Kerner — zeitlebens den „Nachtseiten des Seins" interessiert und gläubig zugewandt, wie sein Werk „Die Seherin von Prevorst" erweist. Einen neckischen Spuk nun hat Kerner in seinem Werkchen „Das Mädchen von Orlach" geschildert. Zu Orlach befand sich ein „Spukhaus", das wegen eben dieses Spukes schließlich abgebrochen werden mußte. Darin wohnte ein Mann mit seiner Tochter. Der fand zunächst eine neugekaufte Kuh zu wiederholten Malen an einer anderen Stelle des Stalles angebunden, obwohl, wie er genau wußte, keiner seiner Leute ihm damit einen Schabernack spielte. Run fing es auf einmal an, allen drei Kühen im Stall ihre Schwänze aufs kunstreichste zu flechten und die geflochtenen Schwänze wieder miteinander zu verflechten. Löste man sie auf, so wurden sie bald abermals von unsichtbaren Händen geflochten, und zwar mit einer so großen Geschwindigkeit, daß, wenn man sie kaum gelöst hatte und sogleich wieder in den menschenleeren Stall zurückkehrte, die Schwänze auch schon wieder verflochten waren. Dies Spiel wiederholte sich täglich vier- bis fünfmal — und dauerte so lange, bis man schließlich das unheimliche Gebäude räumte ... Unheimlicher aber als dies Gebäude waren die Häuser der Familie Fox. Sie werden als die berühmtesten Spukhäuser in der Geschichte des Spiritismus leben bleiben, weil von ihnen die Phänomene ausgingen, an welche die moderne spiritistische Bewegung anknüpft. Das erste dieser Häuser befand sich in dem kleinen Dorf Hhdesville in der Grafschaft Wahne zu Nordamerika. Cs begann damit, daß ein dort wohnender Mann eines Rachts durch Klopfen am Haustor geweckt wurde. Gr schaute nach — niemand befand sich drunten. Das wiederholte sich mehrere Male, ohne daß sich die Ursache entdecken lieft. Einige Zeit später wachte des Mannes kleine Tochter um Mitternacht mit einem Schrei auf und erzählte, eine kalte Hand fei ihr übers Gesicht gefahren. Dann hörte man nichts mehr von diesen Dingen. Achtzehn Monate später bezog ein angesehener Methodist, Mr. For, mit Frau und drei Töchtern das Haus. 2m Februar 1848 nun begannen seltsame rhythmische Klopfgeräusche die Familie zu beunruhigen. Anfangs machten sich die Kinder den Scherz, wiederzuklopfen. Es erfolgte prompt Antwort. Eines Abends forderte Frau Fox das unbekannte Wesen, das die seltsamen Geräusche von sich gab, auf, das Alter ihrer Kinder anzugeben —: für jedes einzelne wurde die richtige Anzahl an Schlägen gegeben. Die Frau fragte, ob „es" ein menschliches Wesen sei. Keine Antwort. — Ein Geist? — Es folgten zwei bejahende Schläge. Rach und nach erfuhr Die Frau durch ein System von Klopflauten, das sich allmählich ausgebildet hatte, daß der Geist auf Erden Krämer gewesen sei, hier gewohnt habe, ermordet worden und im Keller verscharrt worden sei. Man grub nach — man fand im Keller einen Unterkiefer und einige Haare. Die Sache erregte ungeheures Aufsehen. Tausende kamen von nah und fern, die Klopflaute zu hören — und hörten sie. Die Folge war, daß man die Familie Fox als vom Teufel besessen ansah und aus der Methodistenkirche ausstieß. Wenig später verzogen die Fox nach der Stadt Rochester. Hier begann in ihrem Haus das gleiche Aufsehen. Da es nur in Gegenwart der Kinder stattfand, nahm man zunächst an, daß sie in irgendeiner Weise den ganzen Lärm verursachten. Man setzte ein Komitee aus den angesehensten Männern der Stadt ein, das die Sache untersuchen sollte. Man ergriff die peinlichsten Vorsichtsmaßregeln, um keiner Täuschung zum Opfer zu fallen — trotz allem hörte man weiter die Klopflaute an den Wänden und im Fußboden, ohne daß man die Ursache entdeckte. Das Phänomen zu ergründen, versammelte man sich gewöhnlich um einen größeren Tisch, und nun schienen die Laute von diesem auszugehen. Auf solche Weise wurde das Tischklopfen und wurden kurz darauf auch die Bewegungen des Tisches, das Tischrücken, entdeckt. Es zeigte sich, daß Laute und Bewegungen nur bei gewissen Leuten entstanden, während sie bei andern nie geschahen. _ Damit war die besondere Gabe der Mediumität festgestellt — und „klassisch" geworden. Es wurden dann zunächst in Rochester und später in den Rachbarstädten öffentliche Vorträge über diese Phänomene gehalten. Die Sache wurde dadurch weiteren Kreisen bekannt. Man fing überall an, mit den Tischen zu experimentieren, und in kurzer Zeit verbreitete sich die Bewegung über ganz Amerika und Europa... Der „moderne Spiritismus" war geboren... Das berühmteste Doppelgängererlebnis ist jenes, das Robert Dale-Owen in seinem Buch „Widerhallende Schritte an der Grenze einer anderen Welt" berichtet. Der Schotte Robert Bruce, damals etwa dreißig Jahre alt, diente 1828 als Unterschiffer auf einem Handelsschiff, das zwischen Liverpool und St. John in Reubrounschweiä fuhr. Der Unterschiffer faß eines Mittags in seiner Kajüte, die an jene des Kapitäns stieß, an der Küste von Neufundland in die Berechnung der Länge vertieft und war mit dem Resultat nicht zufrieden: er rief nach der Kajüte des Kapitäns, welchen er daselbst anwesend glaubte: „Wie haben Sie es gefunden?" lieber die Achsel blickend glaubte er den Kapitän in seiner Kajüte schreiben zu sehen und ging endlich, da keine Antwort erfolgte, hinüber, wo er, als der Schreibende den Kops hob, ein völlig fremdes Gesicht erblickte, welches ihn starr betrachtete. Druce stürzte aufs Verdeck und teilte dem Kapitän dies mit. Als beide hinabgingen, war niemand zu sehen, aber auf der Tafel des Kapitäns stand mit einer ganz unbekannten Handschrift geschrieben: „Steuert nach Nordwest?" — Man verglich die Schriften aller, die auf dem Schiff schreiben konnten — es paßte keine: man durchsuchte das ganze Schiff — es wurde kein Versteckter gefunden. Der Kapitän, der im schlimmsten Fall einige Stunden verlieren konnte, ließ das Schiff in der Tat nach Nord- West steuern. Nach einigen Stunden begegnete man einem Wrack. Es war ein verunglücktes, nach Quebec bestimmtes Schiff, Mannschaft und Reisende in größter Not. Als die Boote von Druces Schift die Dermrglückten an Dord brachten, fuhr dieser beim Anblick des einen zurück, der an Gesicht und Anzug ganz dem glich, den er in bet Kajüte hatte schreiben sehen. Der Ka- pitän ersuchte ihn, dieselben Worte „Steuert nach Nordwest!" auf die andere Seite der Tafel zu schreiben, und siehe da — es war die gleiche Schrift! Der Kapitän des verunglückten Fahrzeuges berichtete, daß der Schreiber um Mittag Tn einen tiefen Schlaf verfallen sei und, nach einer halben Stunde erwacht, gesagt habe: „Heute werden wir g^cettct!“ — Er hatte geträumt, er sei an Bord eines Schiffes, welches zur Rettung heransegle. Er beschrieb das Schift, und als es wirklich in Sicht kam, erkannten es die Verunglückten aus seiner Beschreibung. Und der Schreiber erflärle noch, es komme ihm alles bekannt vor, was er auf dem Schiff sehe, das sie gerettet habe. Wie es zugegangen, wisse er nicht ... Dies Geschehnis ist das klassische Deispiel für das Phänomen der Doppelgängerei — der körperlichen wie seelischen Spaltung eines Individuums in zwei genau gleiche und sichtbare Telle! — geworden. Zu den Doppelgängern gehörte auch Lord Dyron. Im Jahre 1810, während er krank zu Patras lag, wurde er in London von Sit Robert Peep und seinem Bruder gesehen: andere sahen ihn, wie er sich nach dem Tode des Königs als Leidtragender ein- zeichnete. Und wenn Walter Scott, sein Freund, an ihn dachte, pflegte er feine Gestalt an den Vorhängen seines Betthimmels zu erblicken. Der Dichter und Pfarrherr Eduard M ö r i k e erzählt im zweiten Band von Justinus Kerners Zeitschrift „Magikon": Die erste Gattin meines Onkels, des Präsidenten von Georgi, lag todkrank. Herr Regierungsrat G., ein Hausfreund, kam, sie zu besuchen. Weil er jedoch zunächst ihren Gatten sprechen wollte, so suchte er denfelben auf seinem in der unteren Etage nach dem Garten gelegenen Arbeitszimmer auf, wo er ihn Zwar nicht traf, bei seinem Eintreten aber zu seinem größten Erstaunen die Frau am Schreibtisch. mit dem Rücken gegen ihn gewendet, sitzend fand. Sie kehrte den Kopf nach ihm und sah ihn ruhig an. Sie war ganz so, wie er fie in gefunden Tagen sah. Nicht wissend, was er davon denken sllllte, trat er bestürzt zurück und ging nach den oberen Zimmern, wo er die Kranke schwach im Bette traf. Bald darauf starb fie. — Sie hatte sich in ihren letzten Tagen, wie sie dem Freunde selbst noch sagte, sehr viel mit ihm in Beziehung auf ihren Gatten und dessen nächste Zukunft beschäftigt. Bekanntlich war der Herr Regrerungsrat ein ungemein helldenkender Wann und weit entfernt von allen Träumereien ... Eine Fülle von Doppelgängererlebnissen werden aus der Zeit des Weltkrieges berichtet. Eltern, Geschwister, Gattinnen wollen jeweils einen Ujrer Angehörigen mit leiblichen Augen bei sich gesehen haben, während sich das wahre liebliche Ich des „Doppelgängers" draußen im Feld befand — an der Grenze des Todes ... Mehr als einer hat sich damals an die berühmten Verse aus dem .^Hamlet" erinnern müssen: »Es gibt mehr Dinge im Himmel und auf Erden, als unsere Schulweisheit sich träumen läßt .. (Schluß folgt.) SJtxfpont Oasl Turnen der Krebse beim Deutschen Turnfest. Vas größte aller bisherigen vereinswetturncn. Das gemeinsame Turnen ganzer Kreise bei Deutschen Turnfesten findet man erstmals im Jahre 1894 beim Deutschen Turnfest in Breslau. Bei den Festen zuvor gab es jeweils ein Muster- ricgenturncn von Vereinen und auch von Gauen. - Bei den folgenden Deutschen Turnfesten wurde das Turnen der Kreise planmäßig in die Festfolge eingeretht und hierfür jedem Kreis eine bestimmte Zeit zugewiesen. Hierbei galt es, eine oder zwei Gruppen der allgemeinen Freiübungen zu turnen und dann noch eine beliebige Vorführung zu bringen. Besonders in Köln 1928 gab es beim Kreisturnen auf der Jahnwiese prächtige Bilder turnerischer Arbeit zu sehen. Beim Deutschen Turnfest in Stuttgart wird das Turnen der Kreise am Freitag, dem 28. Juli, vor sich gehen. Die Festwiese in ihrer gewaltigen Ausdehnung bietet auch den größten Kreisen der DT. hinreichend Raum zur vollen Entfaltung. Jeder Kreis ist hierbei darauf bedacht, mit den ite- bungsformen vor die Öffentlichkeit zu treten, in denen er sich besonders leistungsfähig glaubt. Der XI. Turn kreis der DT., Schwaben, wird bei dieser Gelegenheit ein Vereinswetturnen zeigen, ein Xlebungsgebiet, das bei ihm im Laufe der letzten Jahre einen glänzenden Aufschwung genommen hat. DaS Vereinswetturnen in der DT., namentlich aber in den südlichen Turnkreisen, erhielt durch das Beispiel der Schweizer Turner einen besonderen Antrieb. Das Vereinswetturnen kam in der Schweiz im Jahre 1861 als Sektionswetturnen zur Einführung. In den achtziger Jahren wurde es von den badischen Turnern, und im Jahre 1892 vom Turnkreis Schwaben übernommen. Von bescheidenen Anfängen ausgehend, hat sich die Beteiligung von Fest zu Fest gesteigert. Beinv-Krcis- turnfest in Heilbronn 1929 traten nicht weniger als 431 Vereinsriegen mit 9100 Turnern und Turnerinnen an. Trotz der Gegnerschaft, vie das Vereinswettturnen auch heute noch vielfach findet, können die Kreise, die es bis jetzt eingeführt haben, durchweg nur Fortschritte verzeichnen. Aus fachlichen Kreisen ist immer wieder anerkannt worden, daß in diesen Kreisen durch das Vereinswetturnen die Manneszucht und das Ordnungsgefühl besondere Förderung erfahren haben. Wenn nun der Turnkreis Schwaben das Vereinswetturnen zu seiner Kreisvorführung gewählt hat, so wird dieses bei dem im Herzen des Schwabenlandes stattsindenden Deutschen Turnfest wohl das größte und bedeutendste werden, das bis jetzt in Deutschland gezeigt wurde. Dies bestätigen schon jetzt die nachfolgend aufgeführten Meldungen. Die in Klammern beigefügten Zahlen bedeuten die Meldungen vom Kreisturnfest in Heilbronn 1929. Bei den Turnern sind gemeldet 444 (3411 Dereinsriegen mit 11 524 (7600) Turnern. Darunter befindet sich eine stattliche Anzahl Vereinsriegen mit über 100 Turnern. Von den Turnerinnen wurden 133 (88) Vereinsriegen mit 3029 (1500) Turnerinnen gemeldet. Westdeutsche Handball-Meisterschaft. Die drei punktgleichen Tabellenführer der Abteilung West in der westdeutschen Handball- Endrunde, AS. Mülheim-Ruhr, Alemannia Aachen und Tura Barmen, ermitteln in einer Aunde ohne Aückspiele die beiden Teilnehnier an den Schlußspielen. Am 5. März treffen sich Mülheim und Aachen, eine Woche später spielt der Verlierer gegen Tura Barmen. Wenn eine Mannschaft zwei Spiele verliert, erübrigt sich ein drittes Ausscheidungsspiel. Zum ^ugby Länderkampf gegen Deutschland. Der Deutsche Augby-Verband, der bekanntlich am 26. März in Paris, einen L^nderkampf gegen Frankreich austrägt, beginnt jetzt mit seinen Vorbereitungen für dieses äußerst schwere Treffen. Am 11. und 12. März finden in Frankfurt o. M. bzw. Heidelberg zwei Probespiele statt. Den Gegner stellt am ersten Tage der Mainkreis und einen Tag später der Aeckerkreis. Die deutsche Mannschaft spielt in einer nord- süddeutschen Aufstellung. Die Nationalmannschaft probt. Spielausschuß und Vorstand des Deutschen Fußball-Bundes haben die für die deutsche Mannschaft zum Länderkampf gegen Frankreich am 19. März in Berlin in Aussicht genommenen Spieler zu einem Probespiel am 8. März eingeladen. Voraussichtlich wird diese Art Generalprobe in Frankfurt a. M. stattfinden. Sicher ist bereits die Teilnahme der westdeutschen Spieler Duchloh (Speldorf), Dusch (Duisburg), Dender, Kobierski (Fortuna Düsseldorf), Hohmann und Rasselnberg (Benrath), die am letzten Sonntag in Köln im Kampfe gegen Belgiens „Rote Teufel^ einen sehr guten Eindruck hinterlassen haben. Rach diesem Probespiel soll auch die Aufstellung der deutschen Mannschaft erfolgen. 26 Meldungen zur Fußball-Weltmeisterschaft. Beim Rennungsschluß der im kommenden Jahre zum zweiten Male zur Durchführung gelangenden Fußball-Weltmeisterschaft liegen jetzt 23Mel- biftigen vor. Diese Zahl ist aber noch nicht endgültig, da damit zu rechnen ist, daß noch einige Nachzügler hinzukommen. Deutsche Autorennfahrer in Afrika. Für die beiden größten Automobilrennen in Afrika, den Großen Preis von Tunis am 26. März und den VII. Großen Preis von Tripolis am 7. Mai, haben auch in diesem Jahre wieder einige deutsche Rennfahrer ihre Beteiligung in Aussicht genommen, nachdem in der Der Reichsbanlstatus Ultimo Februar. Berlin, 2. Marz. (WTB. Funkspruch.) Nach dem Ausweis der Neichsbank vom 2 8. Februar hat sich in der Ultimowoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards unb Effekten um 385,7 Millionen auf 3139,9 Millionen Reichsmark erhöht. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und -Schecks um 164,8 Millionen auf 2438,8 Millionen RM., die Bestände an Reichsschatzwechseln um 17,6 Millionen auf 20,9 Millionen RM., die Lombardbestände um 203,2 Millionen auf 279,2 Millionen RM., und die Effektenbestände um 0,1 Millionen auf 401,0 Millionen RM. zugenommen. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 266,8 Millionen RM. in den Verkehr abgeflossen, und zwar hat sich Umlauf an Reichsbanknoten um 244,6 Millionen auf 3355,9 Millionen RM., derjenige an Rentenbankscheinen um 22,2 Millionen auf 412,7 Millionen RM. erhöht. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 14,2 Millionen RM. ermäßigt. Die fremden Gelder zeigen mit 402,4 Millionen RM. eine Zunahme um 37,6 Millionen Berlin, 2. März. (WTB.) 2m Spätsommer unb im Herbst verflossenen Jahres begann sich bie Lage auf dem Arbeitsmarkt beut- lich zu bessern. Rach vier Jahren dauernbem Rückganges war bamals bie Beschäftigung ber Wirtschaft zum ersten Male wieber konjunkturell gestiegen. Das Institut für Konjunkturforschung weist in seinem Wochenhericht barauf hin, daß biese Besserung bis zur Gegenwart angehalten hat, wenn sie auch rein äußerlich nicht ohne weiteres aus ben Zahlen abzulesen ist. Wie immer ist auch irr biesem Jahre von Rovenrber an bie Zahl ber Beschäftigten gesunken, entfernt man aber ben Schleier ber Saisonbewegung, so ist die konjunkturelle Belebung der Beschäftigung auch für die Wintermonate flat ju erkennen. Trotz dieser Besserung ber Beschäftigung haben sich die Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt bis jetzt erst wenig konsolibiert. Konjunkturell betrachtet, waren Enbe Dezember 1932 etwa 400 000 Arbeitnehmer mehr beschäftigt als Enbe August 1932, bas sind rund 3,2 Prozent. Die Entwicklung seit dem Spätsommer hat weniger im Hinblick auf bie absolute Derminberung des Arbeitslosenheeres etwas zu sagen, ihre hauptsächliche Bebeutung liegt vielmehr barin, baß bie trostlose Entwick- l u n g ber verflossenen Jahve zum Abschluß gekommen ist. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, vergangenen Saison der Berliner von lot« gen in Tunis startete. Durggaller (Berlin) trägt sich ebenso wie Pietsch (Reustaot) mit dem Gedanken beide Rennen mitzubestreiten, Pietsch hat allerdings bei einem Sturz in Schweden seinen Alfa Romeo stark beschädigt, so daß es fraglich ist, ob er seine Meldung in Tunis erfüllen kann. Auf alle Fälle startet der Süddeutsche aber bann in Tripolis. ElseZakobsen verfehlt ihren Weltrekord. Die bänische Rekorbschwimmerin Else Jako b s e n gab auf ber Rückreise von Hollanb am Dienstagabend im Altonaer Bismarckbab ein Gastspiel unb versuchte ihre eigenen Wektrekorbe über 100 unb 200 Varbs Brust zu unterbieten. Beibe Rekordversuche mißlangen, mit 1:29 bzw. 2:58,1 blieb Fräulein Jakobsen erheblich unter ihren bisherigen Bestleistungen von 1:26 und 2:50,4 Minuten. Staffelkämpfe der Hamburger Vereine bildeten das Rahmenprogramm. Lochschulnachrichten. Geh. Archiorat Professor Dr. Friedrich K ü ch von der Universität Marburg begeht am 3. März seinen 7 0. Geburtstag. Professor Küch hat sich als Leiter des Marburger Staatsarchivs und als Mitbegründer der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck um die Erforschung der Geschichte unserer engeren Heimat bedeutende Verdienste erworben. Die Bestände an Gold und deckungs- fähigen Devisen haben sich um 0,2 Millionen auf 920,9 Millionen RM. erhöht. Jrn einzelnen haben die Goldbestände um 17,8 Millionen auf 768,9 Millionen RM. abgenommen, die Bestände an deckungsfähigen Devisen dagegen um 18,0 Millionen auf 152,0 Millionen RM. zugenommen. Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Devisen betrug am Ultimo 27,4 v. H. gegen 29,6 o. H. am 23. Februar d. I. Weitere Erhöhung der Sparkasseneinlagen. Berlin, 2. März. (WTB.) Die Sparkasseneinlagen bei ben beutschen Sparkassen beliefen sich Enbe Januar auf 10 228,0 Millionen M k. gegenüber 9 921,72 Mill. Mk. Ende Dezember 1932. — Im einzelnen betrugen bie Einzahlungen 777,71 (527,42) Mill. Mk., ba- von aus Aufwertung 0,04 (0,02) unb aus Zinsgutschriften 159,88 (117,84) Mill. Mk., währenb bie Auszahlungen sich auf 471,44 (408,28) Mill. Mark stellten. Die Depositen-, Giro- unb Kontokorrenteinlagen betrugen Enbe Januar 1 106,84 Millionen Mk. gegenüber 1102,12 Mill. Mk. am Jahresende 1932. baß es in einzelnen Wirtschafts- ober Industriezweigen vorübergehend zu Rückschlägen kommt. Während der Konjunkturrückgang alle Wirtschaftsgebiete nur ganz allmählich erfaßt hatte, ist der Umschwung von der Abwärts- zur Aufwärtsbewegung im verflossenen Sommer innerhalb kurzer Zeit erfolgt. So einheitlich hinsichtlich des Zeitpunktes des Umschwungs sich die einzelnen Wirtschaftsgebiete verhalten haben, so groß sind die Unterschiede im Umfang der bisherigen Besserung. Am meisten hat sich die Beschäftigung bisher in Hessen erhöht (um beinahe 5 Prozent), am wenigsten in Ostpreußen (um 1,1 Prozent). In Sachsen, dem typischen Gebiet der Derbrauchsgüterindustrie, war die konjunkturelle Beschäftigungszunahme geringer, als im Reichsdurchschnitt, geringer als in Westfalen und Rheinland, den Zentren der Probuktionsgüterindustrien. Hieraus geht hervor, daß die Gegenüberstellung Produktions- güterlndustrien — Verbrauchsgüter Industrien das konjunkturelle Schicksal ber einzelnen Wirtschaftsgebiete noch nicht genügend kennzeichnet. Man wird zumindest noch Momente, wie die Struktur des Absatzes nach Export- unb Binnenmarkt, bie Unterschiede in den Kosten usw. zu berücksichtigen haben, wenn man die Entwicklung ber Beschäftigung in den einzelnen Wirtschaftsgebieten einigermaßen zureichend zu erklären versucht. Wirtschaft. RM. Anhaltende Belebung der Beschäftigung. Hessen an der Spitze. Frankfurter Abendbörse befestigt. Frankfurt a. M., 2. März. Die feste Orunbftimmung, die bereits ben Mittagsverkehr beherrschte, hielt auch an ber Abenb- börse trotz ber schwachen Reuyorker Eröffnungskurse weiter an. Das Geschäft war ziemlich lebhaft, das Interesse erstreckte sich auf einig« Spezialmärkte, besonders auf Montanpapiere und IG. Farben. Von ber Kundschaft lagen erneut kleine Kauforders vor, in der Hauptsache wohl aus dem Rheinlande, und auch die Spekulation schritt daraufhin zu weiteren Deckungen. Es ergaben sich im Vergleich zum Berliner Schluß meist Besserungen von 0,50 bis 0,75 Proz. Die feste Tendenz hielt auch im Verlaufe weiter an. Das Geschäft wurde aber wesentlich ruhiger, doch schloß bie Abenbbörse zu ben höchsten Kursen. Stärker gesucht waren bie in ben letzten Tagen vernachlässigten Reichsbankanteile, die im freien Markt mit 149 Proz. (plus 2,38 Proz.) gehandelt wurden, schließlich aber mit 148,50 Prozent zur Rotiz kamen. Der Renten mar.kt lag ruhig. Dekosama waren mit 63 Proz. (plus 0,75 Proz.) fest, man vermutete Tauschoperationen von Altbesihanleihe in Erstgenannte. Späte Reichsschuldbuchforderun- gen waren mit 77 um 0,25 Proz. gebessert. Von Goldpfandbriefen zogen 6 Proz. Franks. Pfandbriefbank Reihe 12 bis 15 um 0,25 Proz. auf 84 Proz. an. — Reubesihanleihe 8,90, Altbesitz- anleihe 69,13, Schutzgebietsanleihe 6,35, Gelsenkirchen 59,50, Kali Aschersleben 117, Harpener 87, Mannesmann 59,50, Phönix 35, Rheinstahl 76,50, Etahlverein 35,25, Aku 37,25, AEG. 30. Dekula 119, Conti Gummi 125, Scheideanstalt 158,50, IG. Farben 111 bis 111,50, Lahmeyer 117,50, Schuckert 87,50, Siemens 132, Zellstoff Aschaffenburg 22, ZcUstoff Waldhof 47,50. Gewinvavszug ' 5. Klaffe 40. Preuß-Süddevtsche (266. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verbotet Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aas die Lose gleicher Nummer in den Heiden Abteilungen I und II 19. Ziehungstag 1. März 1933 3r. der heutigen Vornn'ttagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Cetotnne 50000 M. 67570 10 ©etoinne an 10000 9E. 34147 213474 242381 250672 379514 10 ®etr> -n- »n 5000 M. 5681 24899 39089 180032 376304 18 Ottotnne fu 3000 M. 75333 77329 .131818 214193 269513 282258 299890 315602 371290 66 Artoinne «n 2000 M. 6988 19192 21217 22007 70127 94188 104955 108497 113594 123683 130239 130706 152941 165794 170604 172673 200646 216661 222625 226154 273169 284359 288643 290370 300390 339869 342545 348552 359284 376671 377758 395530 397694 122 Aetoinne ni 1000 QU. 1289 3161 5613 12160 13395 30866 31092 31501 50409 64511 65572 83419 87127 87781 109339 119848 129106 132348 133399 133709 138535 139888 153285 157697 165804 183893 211018 228364 229118 231901 232294 232571 234121 240356 245234 245520 250494 252561 264892 269039 271727 271940 274661 281615 286597 294803 296494 299310 308427 308732 315648 318154 324036 334428 334835 351561 355504 371711 375854 383368 397939 204 »etDtnne ,v 500 M. 1833 1851 2814 2876 7684 12937 16066 16134 17160 24640 27093 28176 31888 38321 38889 41247 43928 57705 58245 59574 60576 61144 61271 61484 64122 69067 79419 82296 82445 84401 86756 96777 97136 100356 101793 102853 103836 104806 104884 113003 117945 125018 126635 140450 145636 151218 152499 154612 161701 175086 177167 180904 182262 186601 191955 208911 209583 211353 214686 215689 217246 218880 222270 222359 222387 223519 223808 228286 228950 238157 238490 241139 245015 250094 265189 272757 276376 282790 294689 298732 302213 302369 309397 317479 317857 323373 327433 330766 340106 340977 358144 369375 361299 362054 366377 373742 382413 382697 384882 387911 395262 396916 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Aetoinne ju 26000 M. 67743 4 Gewinne zu 10000 M. 122414 182782 18 Gewinne »n 3000 M. 16164 20848 39472 141435 250088 274570 275842 319398 350423 36 Gewinne tu 2000 M. 12649 20509 52411 87725 98439 129350 160819 202265 210676 218626 226916 244306 266300 278963 286211 296207 356763 368748 96 Gewinne 8u 1000 M. 10778 12739 20013 21628 29312 44158 49551 68459 88572 88794 120913 154269 160261 166169 167902 170102 184374 194058 203191 225581 229897 230927 239084 243201 255309 258577 270552 275843 280463 290952 297316 313428 317454 318737 332789 338836 341782 342558 344707 346283 350527 355910 357636 360583 366627 383505 385328 386781 130 Gewinn« »u 500 W. 631 6978 9115 20866 29300 35082 44866 63486 61000 61516 64325 65663, 65904 71796 74723 85966 90285 91229 945041 2 * 4 101718 121470 122260 133453 133513 137984 144246 166098 161951 162818 171996 172081 173167 181651 186886 186345 186918 193268 201457 207006 218108 220660 226908 229707 230755 244170 251205 263728 266832 276660 292564 294110 298605 299872 303333 306784 327689 332916 344425 344806 350877 370693 392291 393469 396798 399338 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter ben Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe ber zuletzt beschloßenen Dividende an. — Retchsbankdiskont 4 v. H.. Lombardzinsfuß 5 v. H. Zrantsun a. 211. derlm Schluß- kure Schlußk. Abend- börse Schluß- turtf Schluß». 2)Iiiiag, bürse 'Datum 1.3. 2.3. 1.3. 2.3. 6% Deuiiche Reicheanieihe o. itoi 8% cfjem.7% Dt.RelchSanl.v. 1U29 77,75 78.25 78 78.5 92 25j 92,13 92.25 91,75 6%% Doung-Anleihe von 1980 .. $eut|rf)c AiU.-Abiüi..SchuId mti Auslos.-Rechlen ........«... 80 80 80 69 69,13 69,13 69,13 Dcdgl. ohne AuSlos.-Rechte...... 8,9 8,9 8.85 8,9 6% ehe in. h% Heg. Bolkdstaat 1929 crückzahld. 102%) ........... 76,5 77,5 76,5 77 Cbcrijefien Provinz-Anleihe mli AuAos.-Rechten ............ _ 64 Deutsche Komm. Gammclab I.An leihe Serie! mit Auslos.-Rechten 62,13 63 61,75 62,75 6% eftem. 6% Franks. Hyp.-Banf Golbpsc. 15 unkündbar bis 1935 83,75 84,5 6% ehern. 7% ffrants. Hyp.-Ban! Goidpse. 16 unkündbar bi« 1936 83,5 84,5 5%% ehern. 4%% Franks. Hyv. Bank-Ligu.-Pfandbriese ..... 85,4 85,75 _ 6%% ehern. 4Vi% Rheinische Htw.-Bank-Liqu.^ioldpsc..... 85 85,5 _ 6% ebem. 8% Pr. LaudeSpfaud briesansloli, Psandbriese R. 19 83,5 84 83,75 83,75 6% ehern. 7% Pr. Landetipsand briefanfialt. Pfandbriefe N. 10 84 84 4% Oösterreichische Wolbrente... 14,25 14 — 13,75 4,20% Oesterreichilche Silberrentr 1.25 — 1,3 4% Ungarische Goldrente...... — — 4% Ungarische Slaatdrcnte v. 1910 — — — — 4V,% beefll. uon 1913 ...... — —- — — 6% abflcll. Goldmepikaner bon 99 6 6,13 6,35 — 4% Türkische gollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1 ................... 1.15 5,2 5,35 5,3 — — 5,4 5,65 4% beSgl. Serie 11 ............. 5,5 5,5 5,55 5,6 5% Rumän. bereinh. Rente v. 1903 6,9 6,9 — — 4yi%Sumän.Derclnh.fRcntrö.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 10,4 10,4 — — 5,5 5,4 5,5 Anatolier .............. ?5.5 25,5 25.6 25.4 erramiuri u. m. Berlin Schluß» furd Schlußk. Abend- börse Schluß» hir< Schlußk. Mittag, börse Datum 1.3. 2.3. 1.3. 2.3. Hamburg-Amerika» Paket ..... Hamburg.Südam. Dampsschiss. Hansa Dampsschiss........... 0 0 16,75 17,4 16,75 30 16,9 Norddeutscher Lloyd ......... 0 17 17,13 17,25 17,13 A G. siir Verkehrswesen Akt. .. 0 40 40,5 40 41 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 97 98 97,25 98 Commerz, und Privat-Baitk ... 0 53 53 53.5 53,5 Deutsche Bank und Diücont». Gesellschaft................ v 70,5 71 70,5 71 Dresdner Bank.............. 0 61,5 61,75 61,5 61,5 Reichsbank ................. 1 146 148,5 146,5 147,75 A.8.G...................... 0 30 30 30 30,13 Elekir. Lieserungtgelelllchafi. .. 6 79,25 80,5 79 —— Licht und Kraft ............. 6 90,25 92 90 92 Felten & fflullleaume ........ 0 51 52,5 51.75 51,75 Gesellschaft für Clektrische Unte» nehmungen............... 4 76,75 79 77,5 79 Rheinische Elektrizität ........ 5 95,5 95.5 — 95,5 Schlickert L Co.............. 0 84,25 87,5 85.65 87,25 Siemens & HalSke........... 9 136,5 132 136,65 132 Lahmeyer &do.............. 10 115,75 117,5 116 115,75 Buderus ................... 0 45,5 47,5 — 47 Deutsche Erdöl ............. 4 89 90,25 88,75 Gelsenkirchener.............. 0 57 59,5 57.25 59,13 Harpener................... (i 85,5 87 84,65 87 Hoesch Eisen—Köln-Nenessen.. 0 54 54,65 Ilse Bergbau ............ 7 - Ilse Bergbau Genüsse........ 7 101,75 101,75 102 101,75 Klocknerwerke .............. 0 43.25 46 43,5 45,5 Mannesmann-Röhren........ 0 58 59,5 57,75 59,4 Mansfelber Bergbau......... 0 23,5 25,5 23,9 26 Oberschles. KokSwerke......... 0 68.25 68,5 Phönix Bergbau............. 0 33,75 35 33,65 34.5 Rheinische Brauukehlen ...... 10 201 204.5 202 206 mhelnftabl ................. 0 74 25 76.5 73.9 75.75 Frankfurt a.M. Seriin Schluß- kurs Schluß!. Abend» bSrs- Schluß» kurü Schlußk. Ulillag. bör e Datum 1-3- 2.3. 1-3. 2.3. Bereinigte Stahlwerke.... ... 0 34 35,25 34,25 35,13 Olavi Minen ........... ... 0 13,5 14,25 14 14,5 Kaliwerke Ascheröleben.... ... 6 112,5 117 113 117,25 flallroerfe Westeregeln .... ... 6 115,75 118,5 116 119,5 Kaliwerke Salzdetsurth ... ... 0 169 172 169 173 3 ®. ffarben-Industrie ... ... 7 108,9 111,5 109,13 111 Scheideanstalt........... ...10 157,5 158,5 — Goldschmidt ............ ... 0 36,75 38,5 36,75 37.65 RülgerSwerke........... ... 0 42 43 41.9 42,75 Melallgelellschast......... ... 0 33,75 33 34 Philipp Holpnann....... ... 0 48 48,25 48 48,5 Zementwerk Heidelberg .. aeinentiocrt Karlstadt..... ... 4 ... 0 50 49,5 Wavb & Freytag........ ... 0 4 4 — Schultheis Patzenhofer.... ... 0 99,75 100 Mu lAllgemeine Kunstseide) ... 0 35,75 37,25 35,4 36,75 Sternberg............... ... 0 40 43,75 40 43,25 tzeUstoss Waldhos........ ... 0 48 47,5 48 48,25 Hellstojs Aschaffenburg ... ... 0 19,5 22 22,5 Dessauer Aaö ........... ... 7 12,25 113,4 Daimler Motoren........ ... 0 23,5 24,9 23,75 24.5 Deutsche Linoleum ...... ... 0 35,4 36,5 35,5 vrenstein L Koppel...... ... 0 38,75 39,5 Leonhard Tietz.......... ... 6 34 35 34.25 Thade.................. ...18 124 123,5 124,25 123,13 Gritzncr................ Dtatnlraftoetfe Höchst a.®. ... 0 25,5 26 26 26 67 67,5 - Süddeutscher Zucker ..... ... 8 145 145,5 146,5 Deoifenmacfl Berlin — Jtanffurl a. M. I.März 2. März Amtliche Notierung Geld | Brie Amtliche Notierung Gelb | Brie Helsingfora.. Wien....... 6,364 48,45 12,465 3,057 170,33 73,43 63,94 76 12 14,33 0,833 4,209 59,12 21,51 16,605 82,07 34,87 82,42 0,859 0,239 5,554 13,09 6,376 48,55 12,485 3,063 170,67 73,57 64,06 76,29 14,37 0,837 4,217 59.24 21,55 16,645 82,23 34,93 82,58 0,861 0,241 5,566 13,11 Banfnoten 6.354 48,45 12.465 3,057 170 33 73,48 63 99 76,12 14,34 0,833 4,209 59,12 21.52 16,605 82,12 34,87 82,47 0,859 0,239 5,554 13,07 6,366 48,55 12,485 3,063 170.67 73.62 64.11 76,28 14,38 0,837 4,217 59.24 21,56 16,645 82,28 34.93 82.63 0,861 0,241 5,566 13,09 Prag....... Budapest ... Sofia...... Holland .... C6I0....... Kopenhagen. Stockholm... London ..... Buenos Aires Reuyork.... Brüssel..... Italien..... Pari«..... Schweiz... Spanien.... Danzig.... Japan ...... Rio de Ian. Jugoslawien Lissabon.... Serlin, 2.März Geld ZteteT Amerikanische Rote».............. Belgische Roten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Roten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten ............... Schweizer Noten................. Spanische Rote»................. Ungarische Rote»................ 4,20 58,96 63.62 14,30 16,565 169.96 21,45 73,30 2,46 75,95 81,94 34,73 4,22 59,20 63.88 14,36 16,625 170 64 21.53 73,60 2,48 76,25 82,26 34,87