Nr. 53 Erstes Blatt 185. Jahrgang Freitag, 3. März (933 Erscheint täglich, aufoer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gieyener Familienblatter Heimat 'm Bild ■ Die Scholle Monats-Vezugspretr: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anlchrist für Drahtnachrichten Anzeiger Stehen, poftfchecktonto: Frankfurt am Main 11686. GiehenerAMger General-Anzeiger für Oberhesfen vn'ck vnd Perlog: vrühl'fche UnfverfitStr-Vllch- und Steinörucferef R. Lange in Gietzen. Zchriftleitung und Geschäftzftelle: SchuNtraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag oorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,' für Ne- Klameanzcigen von 70 mm Brette 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20u , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Berantwortlich für‘Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undfür denAn- zeigcnteil i.B.TH.Kümmel sämtlich in Biegen. Ser Reichskanzler gegen Alarmgerüchte des Auslandes. Go bald wie möglich Rückkehr zur normalen Ordnung. Ein Kanzler-Interview. London, 3. März. (WTB.-Funkfpruch.) Der ^Berliner Korrespondent des „Daily Erpreß' meldet ein Interview mit dem Reichskanzler, in dem dieser zunächst der Behauptung, der Reichstagsbrand sei von Rational- fozialisten angelegt worden, entgegentritt und sie als lächerliche Lüge bezeichnet. Er fügte hinzu: Europa sollte mir, anstatt mich falschen Spieles zu verdächtigen, lieber dankbar fein, daß ich energisch gegen die Bolschewisten vorgehe. Wenn Deutschland kommunistisch würde — eine Gefahr, die solange bestanden hat, bis ich Reichskanzler wurde — so würde es nicht lange dauern, bis der Rest des zivilisierten Europas von dieser asiatischen Seuche ergriffen würde. Dec Reichskanzler fügte hinzu, die britische Regierung würde nicht anders gehandelt haben, wenn das Parlamentsgebäude in London in Brand gesteckt worden wäre. Eine Anfrage über die Gerüchte von einer bevorstehenden Rie- dermehelung politischer Gegner beantwortete der Reichskanzler mit geringschätzigem Lächeln: Es bedarf keiner B a r t o l o m ä u s n a ch t, wir werden die Feinde des Staates vor rechts- mähi gen Gerichtshöfen entsprechend den Gesehen aburteilen. Auf die Frage, ob die jetzige Aufhebung der persönlichen Freiheit ein dauernder Zustand bleiben werde, erwiderte der Reichskanzler „Rein"! Wenn die kommunistische Gefahr beseitigt ist, wird d i c normale Ordnung der Dinge wiederkommen. Unsere Gesetze waren zu liberal, als daß es mir möglich gewesen wäre, angemessen und schnell genug mit dieser Unterwelt fertig zu werden. Aber ich selbst wünsche nur zu dringend, daß eine normale Lage sobald wie möglich wieder hergestellt wird. Vorher müssen wir aber dem Kommunismus ein Ende machen. Prälat Kaas spricht in Trier. Trier, 2 März. (CNB.) In einer Versammlung der Zentrumspartei erklärte Prälat Kaas, die Zentrumspartei fei jederzeit für eine nationale Sammlung eingetreten. Die Reichsregierung hätte vor das Parlament hintreten muffen, damit das deutsche Volk in aller Öffentlichkeit hätte feststellen können, auf welcher Seite das Versagen liege, auf der Seite der Regierung oder auf der Seite der Legislative. Warum habe man diesen Versuch nicht gemacht, und warum habe man die Aussprache vor dem Parlament vermieden? Das Zentruin sei bereit und sei von jeher bereit gewesen, jede aufbauwillige Regierung zu unterstützen und auch jede parlamentarische Mehrheit zu bilden, die bereit und willens sei, dafür zu sorgen, daß wirkliche Aufbauarbeit geleistet werde. Die Weimarer Verfassung sei auch seiner Tleberzeunung nach in mancher Beziehung et» neuerungsbcdürftig. Aber man dürfe nicht vergessen, daß in dieser Verfassung manches gegen das Zentrum beschlossen und daß ihm manche Bestimmung von anderen abgerungen worden sei. Die evangelische Bevölkerung habe übrigens seinerzeit nicht mit dec Anerkennung zurückgehalten, dah durch die Haltung des Zentrums nach der Revolution bzw. bei der Schaffung der Weimarer Verfassung das Vordringen des Bolschewismus aufgehalten worden sei. Dr. Brüning habe in der Reparationsfrage die Tore für die Befreiungspolitik auf gestoben. Es sei leicht, durch eine offene Tür mit dem Erntewagen im Herbst einzufahren und Erntefest zu feiern und dabei den Sämann zu vergessen. Das Zentrum weiche dem Kampf nicht aus für ein starkes, soziales, friedliches, geeintes und befriedetes Deutschland. Mit dem Deutschlandlied fand die stark besuchte Versammlung ihr Ende. Noch immer Bayern und Reich Staatsrat Schäffer zur Münchener Rede Papens. München, 2. März (TU.) In einer Wahlkundgebung der Bayerischen Volkspactei im Bürgerbräukeller wandte sich Staatsrat Schäffer gegen die Behauptung des Vizekanzlers von Papen, daß ein föderalistischer Umbau des Reiches möglich gewesen wäre^ wenn Bayern nur mitgemacht hätte. Staatsrat Schäffer erklärte: Es ist einfach nicht wahr, daß Herr von Papen Bayern irgend ein Angebot nach dieser Richtuny gemacht hat und daß die bayerische Staatsregterung damals durch das Festhalten an der Weimarer Ver fassung eine Gelegenheit versäumt hätte. Wahr ist, daß ich persönlich am 13. Juli mit Mitgliedern des Kabinetts darüber gesprochen habe, ob ein Eingreifen in Preußen zu erwarten wäre. Die Antwort lautete: Kein Mensch denktdaran, in Preußen einzugreifen. Acht Tage darauf, am 20. Juli, kam die Verordnung über Preußen. Ich habe dem Vertrauensmann der Reichsregierung, Frhrn. von Sersner, formulierte Anträge über einen föderalistischen Aufbau des Reiches überreicht. Wir haben darauf keine Antwort erhalten. Vielleicht erinnert sich Herr von Papen daran, daß er mir selbst gesagt hat, daß, wenn auch dec Reichspräsident und er persönlich an eine Entsendung von Reichskommissaren in die Länder nicht denke, doch die Nationalsozialisten im Kabinett diese Pläne verfolgten. Er wird mir zugeben, daß ich ihm selbst Material überreichte über geheime Besprechungen, woraus hervorging, daß auch gegen den Willen des Reichspräsidenten Kommissare in die Länder kommen sollten. Angesichts solcher Bestrebungen ist es begreiflich, wenn in Bayern das Staatsbewußtsein erwacht. Ein „(Erfolg ist es, daß der Reichspräsident uns schriftlich die >Zusage gab, daß kein gewalttätiger Eingriff in die Rechte der Länder, insbesondere Bayerns, erfolgen wird. Die „M ünchener Zeitung" bezeichnet die Rede des Vizekanzlers v. P a p e n als die Rede eines Staatsmannes. Ratüclich enthalte die Rede Angriffe in ganz bestimmten Richtungen und Abwehr gegen ganz bestimmte Vorwürfe. Aber sie seien in eine Form gebracht, die nicht verletzen solle. Sie seien ganz allgemein gültig und böten somit einen Boden, auf den man sich treffen, aussprechen und verständigen könne. Es könne der Eindruck nicht verwischt werden, daß hier ein Staatsmann gezeigt habe, wie man Mbit in einer Wahlrede wirkungsvoll sprechen könne, ohne in die Riederungen der parreipolemischen Herabsetzung aller Andersdenkenden zu verfallen und ohne sich etwas zu vergeben. Der neue Reichstag wird in der Potsdamer Garnisonkirche zusammentreten. Mr- d M ! Die Garnisonkirche in Potsdam (erbaut 1731 bis 1735), in der nach einem Beschluß des Reichskabi- netts dec künftige Reichstag zum erstenmal zusam- mentreten wird. Berlin, 2. März. (TU.) Die erste Sitzung des neugewählten Reichstages findet in der Garnisonkirche in Potsdam statt. Es ist nicht das erste Mal, daß ein deutsches Parlament in einer Kirche tagt, hat doch die Nationalversammlung von 1848 und 1849 in der Frankfurter Paulskirche stattgefunden. Die Potsdamer Garnisonkirche ist in den Jahren 1731 bis 1735 errichtet worden. Ihr 88 Meter hoher Turm, von dem alle halbe Stunde das Glockenspiel „lieb' immer Treu und Redlichkeit" ertönt, ragt als einer der ältesten Potsdamer Wahrzeichen über der Stadt. In diesem Gotteshaus befindet sich auch d i e Gruft Friedrich Wilhelm I. und Friedrichs des Großen. In der Garnisonkirche schlossen am 3. November 1805 Friedrich Wilhelm III. und Alexander!. von Rußland ihr Bündnis. Am 24. Oktober 1806 weilte Napoleon I. an der Gruft Friedrichs des Großen und sprach hier zu seinen Offizieren, die Worte: „Meine Herren! Nehmen Sie den Hut ab! Wenn der Mann (Friedrich der Große) noch lebte, stünden wir heute nicht hier". An der Kanzel befinden sich die Feldzeichen des Gardekorps. Einen besonderen Ehrenplatz haben die Fahnen des 1. Garderegiments zu Fuß über dem Sarg Friedrich Wilhelms I., Standarten des Garde du Corps und des ältesten Regiments der preußischen Armee, des Grenadier - Regiments König Friedrich II. (3. Ostpreußisches Nr. 4) hängen über dem Grabe des großen Königs. Nachdem das Reichskabinett gestern beschlossen hat, die Potsdamer Garnisonkirche zum Tagungsort des neu zu wählenden Reichstages zu bestimmen, sind sofort die e r - st e n Vorbereitungen für die Umgestaltung des Gotteshauses eingeleitet worden Das Reichsinnenministerium ist nicht nur mit dem leitenden Geistlichen der Garnisonkirche in Verbindung getreten, sondern verhandelt auch mit dem Potsdamer Polizeipräsidenten über die polizeilichen Sicherungsmaßnahmen. Wie verlautet, ist bereits gestern abend ein besonderer Sicherheitsdienst eingerichtet worden, um etwaige Anschläge, ähnlich der Brandstiftung, von vornherein zu verhindern. Da im Kirchenschiff allein rund 1000 Sitzplätze vorhanden sind, und die Bankreihen mit der Front nach dem an der Mitte der Längsseite befindlichen Altaraufbau gerichtet sind, werden keine wesentlichen 23eränberunge« notwendig fein, umso mehr, da auch vor jedem Sitz sich ein kleines Pult befindet. Der Altar selbst wird für die Dauer dec Benutzung als Parlament verkleidet werden. Für die Logen der Diplomaten, der Ländervertreter und der Presse sowie als Publikumstribüne können d i e Emporen ebenfalls ohne wesentliche Umbauten benutzt werden. Allerdings kann die Kirche in erster Linie nur als Plenum dienen. Die Aufenhaltsräume für die Reichsregierung, das Reichstagspräsidium, die Fraktionen und die Abgeordneten selbst werden in bas Zioi 1 kasino gelegt werden, das geeignete Räume enthält. In Potsdam hat man die Nachricht von dec Verlegung des Reichstages an diese historische Stätte Preußens mit großer Freude ausgenommen. Oberbürgermeister R a uscher erklärte, daß die Stadtverwaltung die notwendigen Vorbereitungen in großzügiger Weise treffen werde. Ein neues Verkehrsprojekt für den Atlantik. Gleichzeitig mit den in diesem Jahre pon_bem Luftschiffbau Zeppelin geplanten Südamerika-Fahrten und dem «üdamerika-Flugbootprojekt der Deutschen Luft-Hansa unter Benutzung eines im Südatlantik kreuzenden, zu einer schwimmenden Insel umgewandelten Dampfers als Lande- und Tank- ftahon, werden die näheren Einzelheiten eines groß- angelegten irisch-amerikanischen Unternehm e n s bekannt, von dem die ersten Pläne und Vermutungen bereits vor einigen Monaten in die Öffentlichkeit drangen. Dieses Unternehmen, dessen vorbereitende Arbeiten nun soweit fertiggeftellt sind, daß man schon im Frühjahr an seine Verwirklichung zu gehen hofst, umfaßt einen kombinierten See- und Luftdienst auf der Strecke Europa- Nordamerika. Das Verkehrszentrum soll die irische Stadt G a 1 w a y an der Westküste Irlands werden. Die Galway-Bucht ist durch eine Reihe davor liegender Inseln ausgezeichnet gegen eturm geschützt und läßt sich leicht zu einem Hafen ausbauen, den auch die größten schiffe anlaufen können. Durch einen SchneUdampferdienst wird Galway mit dem Hafen Halifax in Kanada verbunden werden, und von beiden Häfen sind dann Luft- ocrbinöunaen nach den Wirtschaftszentren Europas und Amerikas beabsichtigt. Die Fahrzeit von Galway nach Halifax dauert drei läge, die Flugzeit von Berlin nach Galway rund neun Stunden, und die Flugzeit von Halifax nach Neuyork oierdreiviertel Stunden einschließlich Zwischenlandungen, so daß es also möglich ist Neuyork von Berlin aus auf diese Weise in weniger als vier lagen ju erreichen. Die Fahrzeit von London aus wird um 1| Tage verkürzt. Paris—Marseille und Amsterdam sind von Neuyork in dreieinhalb Tagen zu erreichen, Moskau in vier Tagen. Selbst unter Zurechnung einer Verzögerung durch ungünstige Witterungsverhältnisse werden also auf dem Wege Berlin—Neuyork immer noch 2 b t s 2% Tage gegen bisher gespart werden können. Bereits im vorigen Herbst ist auf Veranlassung einer an den Plan interessierten deutschen Schifffahrtsgesellschaft die Strecke Galway—Berlin und umgekehrt durch die „Royal Dutch Air Line" zur vollen Zufriedenheit probeweise mit Passagieren und Post beflogen worden, um die bei jedem Wetter möglichen Flugzeiten zwischen Galway und den europäischen Hauptstädten sest-^ zustellen. Die technische Gesamtleitung und besonders den Bau des Flughafens soll der Erbauer der Wimbledon > Ausstellung. Maxwell Ayrton, übernehmen, die Flugleitung der Flieger Sir Alan Cobham. Die auf 2,5 Millionen Pfund geschätzten Kosten des Projektes werden voraussichtlich durch eine internationale Emission beschafft werden, da große deutsche, holländische und amerikanische Interessenten sich zur finanziellen Beteiligung bereit erklärt haben. Für die großen Schiffahrtslinien auf der Strecke Europa—Rordamerika wird die Durchführung des Unternehmens eine schwere Konkurrenz bedeuten, um so mehr, da die Kosten für die Passagier- und Postbeförderung nur unwesentlich höher sein sollen, als die auf den verschiedenen Linien zur Zeit geltenden Fahrtarife. Auch in Kottbus Katakomben aufgedeckt. SA.-Uniform für kommunistifche Spitzel. Berlin, 3. März. (CRB. (Sig. Meldung, > Die Haussuchungen, die von der Polizei b e i Kottbuser Kommuni st en vorgenommen wurden, sörderten erstaunlich reichhaltiges Material zutage. Reben Flugschriften und Broschüren hochverräterischen Inhalts wurden zahlreiche Waffen beschlagnahmt, Pistolen, Dolche, Totschläger und Teschings: daneben fand man Hakenkreuz bi nden und SA. - Uniformen, mit denen die Spitzel ausgerüstet werden sollten. Die größte Ueberraschung bedeutete aber die Entdeckung ausgebauter Katakomben, die den Kommunisten als Schlupfwinkel und Versteck für die Waffen dienten. Im Mittelpunkt der Stadt befinden sich nämlich einige unterirdische Gänge, die von den Kommunisten aufgespürt und eingerichtet worden waren. In einer Wohnlaube spürte man schließlich eine Geheimdruckerei auf, in der die Flugblätter hergestellt wurden, die seit einiger Zeit die Stadt überfluten. Schwere politische Zusammenstöße in Höchst i. O. Höchst i.O., 2.März. (WSR.) Auf dem Marktplatz in Höchst i. O. hörten heute abend vor dem Gasthaus Engel etwa 25 0 b i s 3 0 0 Nationalsozialisten, darunter SA - und SS.-Leute, die Lautsprecherübertragung der Rede des Reichskanzlers an. Aus der angrenzenden Schulstraße kamen K o m - munisten und Angehörige der Eisernen Front. Es kam zu einem schweren Zusammenstoß, bei dem von beiden Seiten Schüsse sielen. Ein SS. - Mann ist seinen Schuß- v e H-c Hungen im Krankenhaus in Darmstadt inzwischen erlegen. Ein Angehöriger der Eisernen Front wurde mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus Erbach eingeliefert. Zwei weitere Angehörige der Eisernen Front haben Armschüsse davongetragen. Ferner gab es auf beiden Seiten Hiebverlehte. Bisher sind zwei Festnahmen erfolgt. Ein Polizeibericht über die Vorgänge steht noch aus. SeueruberfaU auf einen nationalsozialistischen Zackelzug. Hamburg, 2. März. (WTB.) Bei einem von der SA. der RSDAP. veranstalteten Fackelzug durch den Stadtteil Hammerbrook wurde von Hausdächern herab aus die Spitzedes Zuges gefeuert. Ein 70jähriger Mann, der am Fenster seiner Wohnung sah, erhielt einen tödlichen Kopfschuß. Ein 29jähriger Seemann, der dem Zug zuschaute, erlitt einen Ober- schenkelschuß. Die Ordnungspolizei erwiderte das Feuer und hatte in wenigen Minuten die Ordnung wiederheraestellt. Auf einem Hausdach wurden zwei geladene Karabiner gesunden und beschlagnahmt. Eine Anzahl Perfonen wurde wegen dringenden Verdachts der Täterschaft f e st genommen. Der Propagandamarsch konnte nach kurzer Unterbrechung fortgesetzt werden. Ausscheiden der SPD. aus dem Hamburger Senat. Hamburg, 3. März. (WTB.-Funkspruch.) Amtlich. Die Reichsregierung hatte den Hamburgischen Senat ersucht, ein Verbot des „Hamburger Echo" auf 14 Tage zu erlassen. Die sozialdemokratischen Mitglieder des Senates haben geglaubt, diesem Ersuchen nicht Folge leisten zu können und sind, um Hamburg Schwierigkeiten zu ersparen, nach Art- tikel 33 der Hamburgischen Verfassung im Einvernehmen mit den im Senat verbleibenden Senatoren aus dem Senat ausgetreten. Die im Senat verbleibenden Senatsmitgliedec führen die Senatsgfchäste weiter. Das „Hamburger Echo", das Organ der Hamburgischen Sozialdemokratie, ist ab 3. März auf 14 Tage verboten worden. Oer Regierungsaufruf als Auflagenachricht für die thüringischen SPO- Zeitungen. Weimar, 3. März. (WTB. Funkspruch.) Die Pressestelle des Staatsministeriums teilt mit: Auf Grund der am Dienstag erlassenen Durchführungsverordnung des Reichspräsidenten hat die thüringische Regierung dec gesamten sozialdemokratischen Presse Thüringens den A u f r u f b e r Reichsregierung o v m 1. Februar als 1 Aujlagcnachcicht gesandt. Die SPD.-Press« wird also in ihrer Freitagsausgabe den Aufruf an das deutsche Volk bringen müssen. Stahlhelm-Vorbeimarsch vor dem Reichspräsidenten am Wahlsonntag. Berlin, 3. März. (CNB. Funkspruch.) Der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, veranstaltet am Sonntagnachmittag zu Ehren seines Ehrenmitgliedes, des Reichspräsidenten Generalseldmarschall von Hindenburg einen Vorbeimarsch vor seiner Wohnung. Etwa 25 000 Mitglieder des Stahlhelm und seiner Unter- gruppen sammeln sich im Tiergarten und marschieren unter Führung des 2. Bundesführers Oberst- leutnant Duesterberg durch das Brandenburger Tor über den Pariser Platz, Unter den Linden, durch die Wilhelmstratze an der Wohnung des Reichspräsidenten vorbei. Der 1. Bundessührer, Reichsarbeitsminister Sc löte, wird dem Vorbeimarsch beiwohnen. Meine politische Nachrichten. Aus den Rundfunk übertragen werden heute abend von Stuttgart aus um 20 Uhr auf alle Sender eine Rede des Vizekanzlers v. P a p e n, von Hannover aus um 21 U&r auf alle Sender eine Rede des Reichsarbeitsministers Seldte. ♦ Das sozialdemokratische „Kasseler Volksblatt" ist bis einschließlich 16. März und die sozialdemokratische Wochenschrift „Hessische S o n n t a g s p o st" bis einschließlich 2. Mai verboten worden, e Der mecklenburg-schwerinsche Minister des Innern hat heute die gesamte sozialdemokra- tischePresse in Mecklenburg-Schwerin für die Zeit vom 3. bis 9. März verboten. * Der Stabschef der SA., Röhm, hat an den Reichstagspräsidenten Göring folgendes Telegramm gesandt: „Die SA. gibt ihrer Empörung über die neue Untat marxisti cher Verbrecher Ausdruck und steht bereit, Hand n Hand mit Dir das deutsche Volk von dieser Pe t zu befreien. Ernst Rohrn." * Der Führer der KPD., Ernst Thälmann, von Hamburg, soll nach Kopenhagen geflohen fein. * Die feierliche Amtseinführung des Präsidenten der Vereinigten Staaten Franklin R o o s e* velt wird am Samstag im Rundfunk übe# tragen. An der Uebertragung sind von 18.30 bis 19.15 Uhr u. a. die Sender Frankfurt a. M., Leipzig, Basel angeschlossen. In der Zeit von 22.25 bis 23.10 Uhr wird von Berlin über den Deutschlandsender ein Hörbericht über di Feierlichkeiten von Wachsplatten gesendet. Die Wach-plattenaufnahme bringen um ' 23.20 Uhr noch die Sender München und Stuttgart. ♦ 3n den.Vereinigten Staaten hat die Dundes- reservebank den Diskontsatz von 2,50 auf 3,50 v. H. erhöht. Die Staaten der Kleinen Entente haben endgültig darauf verzichtet, die Hirtenberger Angelegenheit vor den Völkerbundsrat zu bringen. Sie betrachten die Angelegenheit durch die inzwischen erfolgten diplomatischen Schritte als erledigt. Aus aller Welt. Erdbeben und Sturmflut in Japan. — Hunderte von Toten und Derlehten. 3n Tokio wurde ein Erdbeben verspürt, das die Häuser stark erschütterte. Die Bevölkerung geriet in grohe Aufregung. Rach Mitteilung deS Wie sie ihn bezwang Originalroman von J. Schneider-Ioerstl. Urheberrechtsschutz.- Verlag D. Meister, Werdau i. S. 13. Fortsetzung. Rachdruck verboten! Sie zuckte nur die Achseln. Erst hatte sie gefroren. Nun trieb die feuchte Luft ihr perlende Tropfen auf die Stirn. Er sah es und geriet in neue Bedrängnis. Seine Frage, ob sie nicht abzulegen wünsche, Der- neinte sie mit einem Kopfschütteln. ,^Ich versichere Ihnen" sagte er, indem er einen der weißen Korb- stühlc für sie zurecht schob, „es gibt keinen Mann, der sich weniger aus Frauen macht als Hans Jörg!" „Das habe ich erfahren, ja!" Es hörte sich an wie ein Schrei der Verzweiflung. Er wußte sich nicht mehr zu helfen. Dazu dieses nun todblasse, süße Frauengesicht, dessen Augen hilfesuchend zu den Palmen hinaufirrten. Einen Stuhl herbeiholend, sprach er auf sie ein: „Sie sagten. Sie hätten Beweise, gnädige Frau! — Welcherlei Beweise sind das?" Ihre Rechte griff unter den Mantel. Ein Papier knisterte. Sie sah öte Spannung in seinem Blick, die schlecht verhehlte Angst verbarg, und riß sich zusammen. Lassen roir’s, Doktor. Es geht ja schließlich doch nur ihn und mich an. Was soll ich Sie mit in die Affäre hineinziehen! Es war unvernünftig von mir, Sie überhaupt damit zu behelligen. Halten Sie es meiner Eregung zugute — und — und denken Sie nicht zu schlecht von mir!" „Wie können Sie das in Betracht ziehen, gnädige Frau! — Ich möchte helfen — Ihnen und Jörg — und bin machtlos. Machtlos, weil Sie mich in Un- gewißheit lassen. Nur ein erklärendes Wort, Baronin. — 2ch werde schweigen bis zu dem Tage, an dem Sie mir die Erlaubnis geben, darüber zu reden." Sie falte sich erhoben und stand jetzt hochqereckt vor ihm. „Es ist nicht mehr nötig, Doktor! — Ich — bitte, bleiben Sie!" Ihre Hand hielt ihn zurück, aber er führte sie an die Lippen und ging an ihrer Seite den Kiesweg entlang, dem Ausgange zu. „Ich werde Sie nach Hause bringen!" „Danke, nein! Ich habe einen Wagen draußen stehen. Bemühen Sie sich nicht!" Er schien es nicht gehört zu haben. Durch die ge- schliffenen Glastüren der Bar sah man die flirtenden Wiener vorübertanzen. Sie wandte den Kopf und zog den Kragen des Pelzmantels hoher. Die Musik tat so weh — und das Erinnern. Einmal, — Gott, nur jetzt nicht daran denken, wie es einmal gewesen war — Ewigkeiten lag das nun schon zurück und war kaum zwölf Wochen, daß sie das alles hingegeben hatte. Um ein Nichts!" Ihr eigenes Herz hatte sie betrogen! Und neben ihr sprach jetzt Oehme von dem Mann, japanischen 3nncnmtnlftcrium8 find bisher keine Menschenopfer zu beklagen. Auch in Vokohama wurden Erdstöße verspürt, die ernsterer Ratur gewesen sein sollen. — Auf das Erdbeben folgte eine Sturmflut. 3n Kamaishi, an der Ost- küste von Rord-Hondo, ungefähr 320 Kilometer nördlich von Tokio, wurden 1500 Häuser von Wassermassen weggespült. —.Rach den bisherigen Feststellungen wurden 306 Personen getötet und 1 222 verletzt. Heber 200 Personen werden vermißt. 1200 Schiffe wurden aufs Meer hinausgetrieben. Am stärksten sind die Bezirke 3wate, 3hagi und Aomori getroffen. Einige Fischerdörfer sind vollkommen verschwunden. Line amerikanische Entführungsaffäre. Wie aus Denver (Colorado) gemeldet wird, ist der Freund der Obersten Lindberg h, Charles Böttcher, der am 12. Februar unter geheimnisvollen Umständen entführt wurde, dieser Tage von den Entführern im Zentrum der Stadt in Freiheit gesetzt worden, nachdem Böttchers Vater, ein wohlhabender Mann, den Entführern ein Lösegeld von 60 000 Dollar gezahlt hatte. Rach der Freilassung Böttchers nahmen fünf Lastwagen mit Polizei die Verfolgung der Entführer auf. Es kam dabei mit den Entführern zu einem Feuer- gesecht. Ein Entführer wurde dabei getötet, während die übrigen anscheinend entkommen konnten. Anschlag auf einen Personenzug in Rordirland. — 30 verletzte. Der Personenzug von Belfast nach London- Derry wurde durch einen Anschlag zur Entgleisung gebracht. Ein Teil des Schienenstranges war aufgerissen und die Signal- und Telefondrähte waren durchschnitten worden. Der Zug, der mit einer Geschwindigkeit von etwa 50 Stundenkilometer fuhr, stürzte die Böschung hinunter. Wie durch ein Wunder wurde niemand getötet. 30 Personen wurden teilweise schwer, teilweise leichter, verletzt. Explosion in einem Weinkeller. — Zwei Verletzte. Eine schwere Explosion ereignete sich in einem Weinkeller in Beurig (Wests.), was daraus zurückzuführen sein dürste, daß sich aus größeren Mengen Schwefels, der in dem Keller lagerte, Schwefelgase entwickelt hatten. Als der Küfer- meister ein Streichholz anzündete, explodierten die Gase und es bildete sch eine Stichflamme, die die Kleider des Küfers und die eines Arbeiters erfaßte. Der Küfermeister muhte fofort ins Krankenhaus gebracht werden, wo er in bedenklichem Zustande darniederliegt. Auch der Keller war in Brand geraten. Die Feuerwehr mußte zur Bekämpfung des Brandes mit Gasmasken vorgehen. Aus der provinzialhaupistadi. Frühlingsgedanken. Mein Rachbar ist in seinem Garten beschäftigt. Gr putzt seine Bäume und Sträucher aus. Da steht er auf einer bequemen Leiter und schaut sich alles an. Die spitzen dürren Aeste, die kranken Zweige, sie müssen weichen. 3ch höre, wie die »Schere arbeitet, wie -die überflüssigen Aeste zu Boden fallen. Run geht er zu einem alten Baum. Zuerst umwandelt er ihn prüfend, dann steigt er auf die Leiter. Die Säge tut ihr Werk. Ein mächtiger Ast, der aber Krankheitsstellen zeigt, wird abgesägt. Krachend stürzt er auf die Erde. Dann kommen die kleineren Aeste an die Reihe. Es folgt die Arbeit der Drahtbürste, der Baumkratze. Rach einiger Zeit betrachte ich den sauber geputzten Baum. Er sieht auf einmal ganz anders aus, viel lichter und freundlicher. Auch die Beerensträucher werden von den überflüssigen Aesten befreit. Stunde um Stunde arbeitet der rüstige Mann. Es ist die erste Frühlingsarbeit. Und auch zu mir kommen Frühlingsgedanken. 3a, die Sonne lockt. Der Winter muh weichen. Die Haselkätzchen sind in den letzten Tagen goldgelb geworden und lassen ihren Staub im Winde fliegen. Auch die Weidenkätzchen find aus der braunen Hülle hervorgesprungen und zeigen ihr silberweißes Fell im hellen Sonnenlicht. Die grünen Spitzen der Schneeglöckchen lugen aus der Erde hervor. Sie können es ja nie recht erwarten, bis der Frühling endlich einzieht. An der Rordseite liegen noch Spuren von schmutzigem Schnee. Aber überall quillt und wächst es. Auch im Herzen der Menschen keimt nun neue Hossnung auf. Vergessen wir Sorgen und Winter, schauen wir hinaus in die erwachende Ratur! Hören wir, wie die Vögel, die nun auch froh sind, daß der harte Winter vergangen ist, ihr Lied schmettern! Können wir es nicht auch so machen, wie unser Rachbar, der seine Bäume und Sträucher von überflüssigen Aesten säubert? Halten wir Umschau in unferm täglichen Tun und Treiben! Wieviel Sorgen und Aergernisse belasten unser Herz! Wie oft haben wir verzweifeln wollen! Da kommt nun die ewige Ratur und lehrt uns wieder hoffen. Rur etwas müssen wir mithelfen. Krankhaftes und Lleberflüfsiges müssen wir selber beseitigen. Wir müssen dafür sorgen, daß wieder Luft und Licht in unser Herz gelangen können. Dann werden die schlummernden Blütenknospen sich entfalten. Dann können wir dereinst auch eine frohe Ernte feiern. Aber aushalten müssen wir lernen, nicht vorzeitig erlahmen. Wir müssen Sorge tragen, daß Die Blütenknospen, die ja in jedem menschlichen Herzen ruhen, nicht durch Stürme und Witterungsrückschläge verkümmert oder gar vernichtet werden. Alles, was unS beschwert, können wir nicht auf einmal beseitigen, aber mit etwas Mut und Zuversicht können wir wenigstens die über- flüffigen und krankhaften Sorgen abschneiden. Wir müssen den kommenden Frühling noch einmal so in uns aufnehmen, wie vor vielen, vielen 3ahren. wie die Kinder und Mädchen, die eine lange Kette bildend, über die Landstraße ziehen und singen: „3eht fängt das schöne Frühjahr an ..." Z. Enteignungsverfahren zur Beschaffung von Arbeitsgelegenheit. Für die Geradelegung eines Teiles des Lahn- bettes unterhalb des Wehres am städtischen Elektrizitätswerk hat die Bürgermeisterei Gießen das vereinfachte Enteignungsverfahren zur Beschaffung von Arbeitsgelegenheit für die an jener Baustelle gelegenen Grundstücke beantragt. Wie das Kreisamt Gießen im neuesten Amtsverkündigungsblatt bekanntgibt, liegt der Plan der zu enteignenden Grundstücke samt dem Antrag und den sonstigen Rachweisungen in der Zeit vom 4. bis 17. März einschließlich auf Zimmer 15 des Stadthauses, Bergstraße 20, während der üblichen Geschäftsstunden zu jedermanns Einsicht offen. Zur Verhandlung über den Plan, die Entschädigung sowie Beschlußfassung über die ®nteignung ist Tagfahrt vor der Lokalkommission auf Mittwoch, 22. März, 8.30 Uhr, im Sitzungssaal des Kreisamts anberaumt. (Interessenten seien auf die Bekanntmachung im neuesten Amts- verkündigungsblatt besonders hingewiesen. Bornotizen. — Tageskalender fürFreitag: Stadttheater, 20 bis 22.30 Uhr „Da stimmt was nicht". um dessentwillen sie all das erduldete. „Wenn Hans Jorg wüßte, was Sie von ihm denken, gnädige Frau! Soll ich mit ihm reden? Ich fürchte mich nicht vor ihm, obwohl er gerade in der letzten Zeit unsagbar überarbeitet und darum auch über die Maßen nervös war. Ich kann ihn auch überwachen, wenn es Sie beruhigt. Er wohnt seit vier Wochen bei mir!" „Bei Ihnen?" „Ja! — Wußten Sie bas nicht?" Sie schüttelte den Kopf. „Was weih ich überhaupt von ihm?" Das war wieder der Ton, der ihn so in Angst ver- setzte. Er würde nicht Rast und Ruhe haben, bis er sie wieder zu Hause wußte. Sie war kaum zwanzig Jahre, und was tat man in diesem Alter nicht alles, wenn man sich verlassen und betrogen glaubte. Fühlte denn Hans Jörg nicht, daß seine Frau um diese Zeit einen Weg ging, den man nur lief, wenn einen die Verzweiflung gepackt hatte?" — Er schlafe, hatte sie gesagt. Schlafen! Jetzt! Keine Ahnung hatte er, was alles auf dem Spiele stand. Er aber wußte darum und machte von neuem den Anwalt für den Freund: „2ch sehe ihn jeden Morgen nach seinem Bureau gehen, gnädige Frau! Nachmittags nach der Werft. Von dort geht er wieder nach seinem Bureau!" „Und nachts?" Er bemerkte den erwartenden Blick, der auf dem Grunde feiner Seele zu lesen schien. „Es ist schon vorgekommen," sagte er, „daß ich ihn, wenn ich früh- morgens von Schwerkranken kam, von seinem Schreibtisch wegholen mußte. — Wo bliebe ihm da noch Zeit für eine Frau?" Sie strich sich über die Stirn und verspürte plötzlich eine ungeheure Müdigkeit. Die erste Erregung war abgeflaut und machte einer lähmenden Apathie Platz. „In mir ist nichts als eine Wirrnis", gestand sie und hielt mit Gewalt das Weinen zurück. „3a, nicht wahr?" griff er ihre Worte auf. „Eine Wirrnis. Sie sollten mit ihm sprechen, Baronin. Schon um Ihretwillen, und dann auch um seinetwillen. Es ist fürchterlich, einer Tat angeklagt zu sein, und nichts darum zu wissen. Er wird Ihnen sicher die volle Wahrheit sagen, selbst wenn es ihm Kopf und Kragen kosten sollte." Sie erwiderte nichts, und der Portier sah erstaunt, wie der Herr im Frack und ohne Mantel mit der Fremden durch den Windfänger schritt, den einer der Boys in Bewegung setzte. Keiner von ihnen bei- den kam mehr zurück. „Sie machen sich ungücklich, gnädige Frau!" beschwor er sie und setzte noch vor Stephanie den Fuß aus das Trittbrett. „Ihre Sorge ist eine Sorge um nichts. Nur — verlangen Sie um Gotteswillen nicht wehr von ihm, als er geben kann. Es ist nicht seine Art, zu küssen und ein Weib zu umschmeicheln. Aber das kann doch in Ihren Augen seinen Wert nicht vermindern." „Sie sind eben sein Freund und — nicht seine Frau, Herr Doktor!" wehrte sie apathisch. „Lassen wirs — nein, lassen wir's!" flehte sie und wollte seine Hände die auf der Klinke der vorderen Tür lag, zurückseyieben. Es gelang ihr nicht. Auf der anderen Straßenseite zog ein Trupp junger Leute vorbei und lachte und sang in hellem Uebermut zu der Sternenklarheit des Winterhim- mels empor. Daß heute alles so weh tatl So fünf), terlich weh. Selbst dieses Lachen. Und als bann Oehme von neuem zu sprechen anhub, brückte sie in unbeherrschtem Aufschluchzen bas Gesicht gegen die blaue Lackierung des Wagens. „Um Gott, Baronin! Stephanie, ich bitte Sie!" Oehme stand ratlos. „Was soll ich denn noch sagen? Daß er herrisch ist und eigenwillig und verschlossen! Zuweilen auch von bitterster Ironie!--Aber ehrlos? Nein! Er ist die Treue selbst und von einer Aufopferungsfähigkeit, die ihresgleichen jucht.-- Ick) dachte, Sie liebten ihn!" Mit tränenüberrieseltem Gesicht lehnte sie noch immer gegen den Wagen. Oehme sah sich um als er jetzt ihre Hand an seinen Mund führte. ,Lst es denn so schwer, den Weg zu finden, Frau Stephanie?" Aus verweinten Augen sah sie ihn an: „Wo ich ihn auch suche, er führt immer wieder an ihm vorbei. Ihn wieder freigeben ist das einzige, was ich tun kann." Oehme sah erschrocken wie sich hinter ihnen die Glastüren drehten. Es war unmöglich, noch länger hier stehen zu bleiben. „Bitte steigen Sie ein", mahnte er dringlich! „Bitte!" wiederholte er und stützte sie unter den Ellenbogen, damit sie das Trittbrett nicht verfehlte. Die weiße Brust feines Frack- Hemdes leuchtete auf, als vorne die beiden Scheinwerfer aufblitzten. Der Schnee des Fahrdammes sprühte silbern und knirschte unter den Rädern, die jetzt lautlos dahinglitten. Jedes Wort schwieg. Oehme wußte den Weg nicht, nahm eine falsche Richtung, eine Menge Straßen hatten sie schon gekreuzt. Stephanies Schrecken war grenzenlos, als plötzlich hohe Gittertore einen Schatten auf den Fahrweg warfen. „Schönbrunn!" sagte sie tonlos. „Wir müssen zurück, Doktor! Lassen Sie mich ans Steuer, bitte! — — „Er gehorchte, beschämt. Wien war zur Nacht ein Labyrinth für ihn. Zehn Minuten später hielten sie wieder vor dem Bristol. Verständnislos sah er sie an. „Ich wollte es so", erklärte sie. „Sie werden begreifen, daß Sie mich nicht nach Hause bringen dürfen.--Ich habe das vorher zu wenig überlegt? „3ch kann die Verantwortung nicht auf mich neh- men, gnädige Frau." Er machte keine Miene aus- §usteigen, als sie mit der Linken den Schlag für ihn öffnete. „Haben Sie doch ein Einsehen", drängte sie. „Ich bin jetzt"--sie sah rasch nach der Uhr im Wagen- Innern, „zwei und eine halbe Stunde von zu Hause fort. — Der Daimler gehört nicht einmal mir. Ich habe ihn einfach vor der Türe weggenommen." „3ch muß wissen, wie Sie nach Hause kommen!" bestand er auf feinem Willen. „3ch werde Sie antelephonieren" versprach sie. — Oberhesf. Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 15 bis 17 Uhr. Ausstellung. — Kampffront Schwarz-Weih°Rot, 20.15 Uhr, Turnhalle am Oswaldsaarten, öffentliche Wahlkundgebung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Wolkenstür- mer". — Astoria-Licht piele, Seltersweg: „Der Schrei der Masse". * •• Die Konfirmation in Hessen am Ostermontag. Früher wurden die Konfir- mationsfeiem fast überall in Hessen am Pfingstmontag abgehalten. Mit der Vorverlegung auf Ostern wurde von der Kirchenbehörde die Erlaubnis erteilt, die Konfirmationsfeiern am Ostermontag abzuhalten unter der Voraussetzung, daß dieser Tag von störenden Veranstaltungen, namentlich Tanzbelustigungen in den Landorten, freibliebe. Polizeiliche Bestimmungen garantierten diesen Schuh für den Ostermontag an den Orten, an denen früher der P f i n g st m o n t a g geschützt war. Da neuerdings nicht mehr alle polizeilichen 3nstanzen die betreffenden Bestimmungen durchführen und durch das Zusammenfallen von Konfirmation und Tanzvergnügungen bereits mehrfach schweres Aergernis entstanden ist, ist kirchlicherseits jetzt angeordnet worden, daß am Ostermontag nur an den Orten konfirmiert werden darf, an denen garantiert werden kann, daß keinerlei «Störungen durch Tanzbelustigungen oder dergleichen vorkommen. Die Anordnung gilt bereits für dieses 3ahr. ** Autodieb stahl. Der Polizeibericht meldet: 3n der letzten Rächt wurde in die Garage des Grundstücks Wartweg 21 eingebrochen und der dort stehende Dixi-Kraftwagen mit dem polizeilichen Kennzeichen VO 5674 gestohlen. Es handelt sich um eine viersihige Limousine, mahagonifarbig lackiert. 3m Wagen befanden sich drei Koffer mit Werkzeugmustern sowie Prospekte. Der Kraftwagenbesiher hatte außerdem Anzüge und Leibwäsche im Wagen untergebracht. Ferner drangen Einbrecher in der gleichen Rächt in eine weitere Garage am Wartweg ein. Das von den Eindringlingen vermutete Auto war aber nicht vorhanden, so daß sie schließlich aus der Garage nur eine Fahrradlampe mit sich nahmen. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange. Sachdienliche Beobachtungen wolle man der Polizei mitteilen. Ein Beitrag zur Bogelzugforschung. * Nidda, 2. März. Kürzlich fand Landwirt Hermann Bechtold bei Arbeiten auf einem Acker in der Nähe der Nidda einen Dogelring B 3 3 81 6 der Vogelwarte Rossitten und sandte ihn an die Vogelwarte Rossitten ein. Nun erhielt er von dort ein Dankschreiben mit dem Bemerken, daß der Ring am 24. Mai 1932 einem jungen Fischreiher bei der Försterei Plötzenfließ, Kreis Deutsch-Krone, an der Grenze von Westpreußen angelegt worden war. Wettervoraussage. Die ozeanische Storung hat sich weit auf das Festland ausgebreitet und durch die Warmluft ihrer Vorderseite in fast ganz Deutschland Tauwetter herbeigeführt, in unserer Gegend sogar Temperaturanstieg bis annähernd plus 10 Grad veranlaßt. Da nunmehr die Zufuhr maritimer Luft eingeleitet ist und über Frankreich solche mit hohen Temperaturen nachfolgt, wird sich daS Wetter weiterhin mild und regnerisch gestalten. Aussichten für Samstag: 3m ganzen mild, meist bewölkt und regnerisch, südwestliche Winde. Lufttemperaturen. Am 2. März mittags 4,3 Grad Celsius, abends 3,9 Grad. Am 3. März morgens 7,0 Grad. Maximum 7,2 Grad, Minimum 0,6 Grad. Riederschläge 10,7 Millimeter. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe. Am 2. März abends minus 0,1 Grad. Am 3. März morgens 0,0 Grad. „Bis wann?" „In einer halben Stunde." Er verglich rasch seine Uhr mit der anderen, die im Führersitz angebracht war. „Also um zwei Uhr, gnädige Frau. Wenn ich fünf Minuten nach zwei keine Antwort habe, lasse ich Hans Jörg aus dem Bett holen." „Ich werde sofort anrufen.--Mein Wort, Herr Doktor!" Ehe er über das Trittbrett stieg, hielt er noch einmal ihre Rechte fest und neigte sich darüber. Sein Gesicht schimmerte weiß, als er es jetzt zu ihr aufhob: „Fahren Sie langsam, Frau Stephanie. — Ich — Sie wissen nicht, welche Verantwortung Sie mir auf die Seele laben." Es kam kein Wort mehr aus ihrem Munde. Auf dem Schnee der Fahrbahn stehend, sah er dem Wagen nach, unter dessen Scheinwerfer die Häuser aufleuchteten. Als Stephanie in die Herrenstraße einbog, sah sie eine Gruppe erregter Menschen versammelt. Eine erregte Männerstimme gab auf eine andere zornige Antwort. „Ich versichere Ihnen, Herr Graf, eine Viertelstunde vor vierundzwanzig Uhr stand der Wagen noch hier. Und als ich dann zehn Minuten später wieder herauskam —" Der Hupenton, der einem entgegenkommenden Wagen Vorsicht gebot, zerfetzte den Schluß der Rede. „Da kommt er ja", sagte die vorher zornige Stimme. „Nun werden wir ja sehen, wer sich da einen Ulk erlaubt hat. — Baronin, Sie? " — Er sah verblüfft in Stephanies feingerötetes Gesicht und riß den Schlag auf, ihr seine Hand zu bieten. „Sie müssen verzeihen, Graf!" Die junge Frau verbarg ihre Angst unter einem bezaubernden Lächeln, das den schwedischen Attache über die Maßen glücklich machte. „Ich dachte rascher zurück zu sein — und habe damit gerechnet, daß Sie nicht so vald oufbrechen würden. Da bin ich denn durch mein liebes Wien gefahren, das ich schon so lange nicht mehr bei Nacht gesehen habe? „Es bedarf wirklich keiner Entschuldigung, Baronin. In besseren Händen hätte der Wagen gar nicht sein können." „Er läuft wirklich brav", lobte sie, während ihre Zähne vor Kälte aufeinanderklangen. „Sie sind durchfroren", sorgte er sich. „Es wird angebracht fein, wenn Sie noch ein Glas Punsch zu sich nehmen." Aber sie lehnte' ab, gab vor, unsäglich müde zu sein. Ein Blick auf die Uhr hatte sie belehrt, daß cs sieben Minuten nach zwei Uhr war. Doktor Oehmes Drohung war zu ernst gewesen. „Ich wollte eben Hans Jörg verständigen, sagte er, als sie einige Minuten später ihre Ankunft meldete. Gott, ick habe ihn gar nicht gebeten, zu schweigen dachte sie, als sie den Hörer in die Gabel zurücklegte. Aber das war ja bei einem Manne wie ihm selvstverständlich. Nun war sie aber unsagbar müde. (Fortsetzung folgt.) Wahlkundgebungen in Gießen. NSDAP. Die NSDAP.. Ortsgruppe Gießen veranstaltete gestern abend im Cafe Leib eine Wahlkundgebung. Bevor der Redner des Abends, Lehrer Klost e r m a n n. M. d. L., das Wort ergriff wurde ein Teil der Rede des Ministers Göring und des Reichskanzlers, Hitler durch Lautsprecher übertragen. Der Reichskanzler lehnte in seiner Rede den Marxismus mit aller Entschiedenheit ab und forderte das gesamte Volk auf, mitzuhelfen am Aufbau eines neuen Staates. Auch wenn man das Reichstagsgebäude niedergebrannt habe, so könne dadurch der Aufbau nicht gehindert werben, man werde nach Potsdam ziehen und an der Grabstätte der alten Könige einen neuen Staat aufbauen. CRod* der Rede des Reichskanzler- wurde ein Film aus den Befreiungskriegen von 1813 vorgeführt. Anschließend führte der hessische Landtagsabgeordnete Lehrer Klostermann, u.a. aus: Wir leben in einer großen und ernsten Zeit. Wenn jemand glaube, der 5. März sei dazu da, Mandate zu erringen, so habe er, selbst wenn er Nationalsozialist sei, die Zeit noch nicht erkannt, denn 'wir ständen mitten in einer Revolution von ganz gewaltigem Ausmaße. 3n diesen Tagen werde die Revolution von 1848 zu Grabe getragen. Die heutige Revolution stehe auch in keinem Bergleich zu der vom Jahre 1918. 3m Jahre 1918 habe sich das fremde Rassentum in Deutschland eingenistet in dem Glauben, ohne Grund unter den Füßen regieren zu können. Der 9. November 1918 sei eine schwache Stunde gewesen. noch der wir dieses Glend durchzumachen hätten. Nur ein Mann habe den Ernst der damaligen Zeit erkannt und sich gegen diese Führung gestellt. Die zwei Millionen Tote wollte man vergessen, und da sei es gerade die NSDAP, gewesen, die immer wieder sagte, diese Toten könnten nicht vergessen werden, weil sie die Voraussetzung für eine neue Zeit gegeben hätten. Die Frage der Toten sei eine Charakterfrage in Deutschland geworden. Nur durch Schwierigkeiten und Hindernisse würden Charaktere g schaffen, und weil man der NSDAP, allerlei* Schwierigkeiten entgegensetzte, wurde sie stärker und fester. Hitler schuf Charaktere und habe sich dadurch die Macht erobert. Wenn die NSDAP, auch im November dreißig Mandate verloren habe, so bedeute das nichts, denn wäre die« nicht geschehen, hätte ein 30. Januar 1933 nicht erstehen können. Der 30.3anuar habe eine gigantische Stunde gebracht, und Millionen Hände streckten sich zum Schwur gen Himmel. Heute schon sei der Gedanke Horst Wessels erfüllt und habe sich in die Tat umgeseht, denn vom Karl-Liebknecht-Haus in Berlin wehe heute die Hakenkreuzfahne. Der Redner kam dann auf die deutsche Jugend zu sprechen und hob hervor, daß auch dies eine Charakterfrage sei. Es gehe alles darum, der deutschen Jugend wieder Arbeit und Lebensmöglichkeit zu schaffen. Die NSDAP, wolle alles ausrotten, was unser Volk in dieses Elend gebracht habe. Man habe einmal gesagt, „dann werden Köpfe rollen", aber heute könnten die National, sozialisten fernen, daß es ihre Köpfe nicht seien. Die NSDAP, wolle einen neuen Staat bauen, ihn aber -nicht höher bauen als das Volk selbst sei. Alles, was sich in dieser Hinsicht in den Weg stellt, werde erbarmungslos beiseite gescho- ben. Vierzehn Jahre habe die NSDAP, gekämpft, um zu einer Stärke von 14 Millionen zu gelangen. Aber auch das sei noch nicht genug, denn der Führer habe einst gesagt, es müßten 40 Millionen und mehr werden. Darum heiße es kämpfen und immer wieder kämpfen. Der Redner beschäftigte sich dann mit dem Reichshaushalt und erwähnte, daß wir 32 Milliarden haben müßten, um alles in Ordnung zu bringen. Dies seien aber die Einnahmen des Reiches von vier Jahren. Weiter kam er auf die Erwerbslosen zu sprechen und hob hier hervor. daß 11 Millionen Menschen in Deutschland heute keinerlei Ertderb hätten. 3n all diesem Dlend komme nun ein Mann und sage, daß in vier 3ahren kein Deutscher mehr ohne Arbeit sei. Diesem Manne stellten sich Leute entgegen mit der Behauptung, dies sei kein Programm. Mit diesen Leuten sehe man sich aber nicht aus- einander. Nur noch drei Tage seien es bis zu einer Entscheidungsstunde. Jeder müsse sich mit seiner eigenen Person einsehen, daß die NSDAP, aus diesem Kampf als Sieger hervorgehe. (Lebhafter Beifall.) Anschließend wurde noch ein Film vorgeführt. in dem Bilder aus der Bewegung, insbesondere von Aufmärschen und Kundgebungen, gezeigt wurden, bei denen der Führer der Bewegung sprach. Deutsche Volkspartei. Im Saale des Gasthauses „Hindenburg" veranstaltete gestern abend die Ortsgruppe Gießen der Deutschen Volkspartei eine Versammlung, in der der Landesvorsitzende für Hessen, Abg. Bürger- meister Dr. Niepoth - Schlitz, über die politische Lage und die Ziele der Deutschen Volkspartei bei der bevorstehenden Reichstags wähl sprach. Unter Hinweis auf den Brand im Reichstagsgebäude betonte der Redner die Wichtigkeit des entschiedensten Kampfes gegen den Bolschewismus. Es bezeichnete es als eine Selbstverständlichkeit, daß die Deutsche Volkspartei — ihrer ganzen bisherigen Linie getreu — auch bei diesem Kampfe mit aller Entschiedenheit auf der Seite derer stehe, die den Kom- munismus in Deutschland radikal vernichten wollen. Der Redner beschäftigte sich dann mit der Politik des Kabinetts von P a p e n, die auf die Beseitigung einer überspitzten Demokratie, die Ausmerzung der Auswüchse des Parlamentarismus, die Beseitigung des ungesunden Dualismus Preußen- Reich und den Aufbau einer gesunden Wirtschaft gerichtet war. Er betonte, daß die Deutsche Volkspartei diese Politik Papens stets unterstützt habe und auch heute noch als durchaus richtig und fördernswert ansehe. Rach einer kurzen Betrachtung der Kanzlerschaft des Generals von Schleicher beschäftigte sich der Redner mit der gegenwärtigen Reichsregierung Hitler-Hugenberg. Er betonte, diese Regierung der Zusammenfassung aller nationalen Kräfte entspreche durchaus der Grundauffassung der Deutschen Dolkspartei. Für die DDP. sei es ganz selbstverständlich, daß sie immer zu einer nationalen Regierung gehöre, weil die volksparteiliche Politik schon immer das Ziel der Zusammenfassung aller nationalen Parteien verfolgt habe. Der Redner betonte, er wolle die Tatsache, daß man bei der Regierungsbildung an der Deutschen Volkspartei vorbeigegangen sei, nicht weiter erörtern, er müsse ober Stellung nehmen gegen den Aufruf der Reichsregierung, in dem die politische Arbeit der letzten 14 Jahre in Bausch und Bogen verdammt werde. Er widersprach diesem Aufruf und wies dabei u. a. auf die außenpolitische Befreiungsarbeit Stresemanns hin, durch die erst die eigentliche Grundlage für die Arbeit der späteren Regierungen geschaffen worden sei. In Uebereinftimmung mit der jetzigen Reichsregierung verurteile er jedoch die parteipolitischen Auswüchse auf den verschiedensten Gebieten der Innenpolitik und forderte hier entschiedene Besserung. 3n längerer Betrachtung beschäftigte sich der Redner mit grundlegenden Fragen der Wirtschaftspolitik, wobei er u. die Ungewißheit betonte, ob künftig wirtschaftspolitisch die Ansicht Hitlers, oder die Meinung Hugenbergs richtunggebend sein werde. Vorn nationalpolitischen Standpunkt aus billigte er die Osthilfe, er bedauerte jedoch die vorgekommenen Mißbräuche. Ferner erklärte er sich gegen die Ausdehnung des landwirtschaftlichen Vollstreckungsschuhes auf das ganze Reich, da hieraus dem Bauerntum im Westen nur kreditpolitische Schwierigkeiten, ja sogar Kreditversagungeii erwachsen könnten. Der Redner sprach sich weiterhin gegen alle Autarkiebestrebungen und gegen Kontingentierungen aus, dagegen betonte er die Notwendigkeit eines gerechten Ausgleiches zwischen den wirtschaftlichen Interessen der Landwirtschaft und denen der Industrie, ferner die Dringlichkeit der Stärkung der Kaufkraft der breiten Bevölkerungsschichten, um dadurch den Absatz der landwirtschaftlichen und der gewerblichen Produktion zu fördern. Weiter betonte er, daß unter allen Umständen alle Währungsexperimente unterbleiben mühten, damit das Vertrauen des Volkes zur Währung nicht ein zweites Mal erschüttert werde. Als das Ziel 'der Deutschen Volkspartei im Wahlkampf bezeichnete er die Schaffung einer Mehrheit der nationalen Kräfts im Reichstag durch den Zusammenschluß aller Parteien und Gruppen, deren oberstes Gesetz für das politische Handeln immer der nationale Gedanke sei. 3n diesem Zusammenschluß wolle die DVP. unter den alten Farben Schwarz-Weiß-Rot immer das Gewissen der nationalen Konzentration fein. (Lebhafter Beifall.) Anschließend fand eine längere Aussprache statt, die grundsätzliche Uebereinftimmung mit den von dem Redner vorgezeichneten politischen Richtlinien ergab. Die Aussprache schloß der Vortragende, nachdem er u. a. auch auf das unverbrüchliche Eintreten der Deutschen Volkspartei für eine starke und von parteipolitischen Bestrebungen Bönig reingehaltene Reichswehr hingewiesen hatte, mit einem durch langanhaltenden starken Beifall der Versammlung unterstrichenen, entschiedenen Bekenntnis zum Wiederaufbau,Deutschlands auf dem geistigen Gedankengut der nationalen Konzentration. Zentrum. In einer Wahlversammlung des Zentrums sprach gestern abend im Katholischen Dereinshaus der Landtagsabgeordnete Prof. S t o h r - Mainz. Seinen Ausführungen fei folgendes entnommen: Bei der bevorstehenden Wahl wolle man einen bestimmten Ausgang erreichen. Die Rückwirkungen auf das Ausland würden aber nicht ausblsiben. Die Regie- rung unter der Führung des Herrn von Papen habe kühne Wirtschaftspläne entworfen, der Erfolg sei aber sehr gering gewesen, da das Ausland unse- rer Stabilität nicht traue. Dem Mittelstand sei nicht geholfen worden. Vor der gegenwärtigen Situation müßten aber leider Fragen der Wirtschaft in den Hintergrund treten zugunsten von Dingen von untergeordneter Bedeutung. Es gelte, ml* ruhig prüfendem, nüchternen Verstand an die Arbeit zu gehen. Man habe es begrüßt, daß die Wahlen so schnell angesetzt wurden und der Wahlkampf dadurch abgekürzt werde. Bisher müsse man leider noch das Programm des He/rn Reichskanzlers vermissen. Rationale Begeisterung sei etwas großes und sei nötig, sie dürfe aber nicht nur im Herzen sitzen, sondern müsse auch in kritischer Beleuchtung standhalten können. Die Begeisterung müsse still, selbstbewußt, klar bleiben, müsse den Menschen befähigen, das Letzte an Kraft zu geben. Die Begeisterung dürfe auch nicht jäh zusammenbrechen aus irgend einem Anlaß. Der Reichskanzler wolle die Beseitigung des Klas- senkarnpfes, wolle die Menschen national und so- zial verbinden. Das feien Gedanken, die das Zentum durchaus begrüße. Man müsse aber auch in ber Lage fein, dem Marxisten die Hand zu reifen, denn der Arbeiter sei nur durch Jahrhunderte lange Schuld der Besitzenden zum Manismus gedrängt worden. Man müsse verführte Menschen zu überzeugen wissen und sie für eine stärkere Bruderliebe und für dienende Funktionen gewinnen. Der Mensch dürfe von den Besitzenden nicht mehr als eine Maschine, sondern müsse als Bruder und als Mitglied einer großen Gemeinschaft betrachtet werden. Nicht jede Partei in unserem Dnterlandc dürfe glauben, daß sie der Staat fei. denn das würde den Kampf aller gegen alle bedeuten. Das Zentrum wolle der Volksgemeinschaft wahrlich nicht in den Rücken fallen, es habe auch nicht die Bildung der jetzigen Regierung hintertreiben wollen. Man müsse aber zu verstehen versuchen, daß der Reichstag nicht so ohne weiteres einer Regierung für ein Jahr Dlankovoll« macht erteilen könne. Das Zentrum habe der Regierung bei ihrem Antritt einige wichtige Fragen gestellt, die Regierung habe aber daraus nur ein „Rein" herausgelcsen. Die Fragen feien dann nicht beantwortet worden. Man spreche gegenwärtig von einem Reichs- kommissar für Hessen. Im Zusammenhang damit sei es unangebracht, davon zu sprechen, daß das Zentrum den MarrismuS schuhe. Das Zentrum habe lediglich in einer Arbeitsgemeinschaft mit der Sozialdemokratie gestanden im Interesse des Volkes. Die geschästsführende Regierung könnte schon längst abgelöst sein. Das Ringen in der Gegenwart gehe um einen neuen Staatsbegriff, um eine neue Weltanschauung. In der neuen Regierung sei der Geist von Potsdam wieder lebendig geworden, der seine Vorzüge und auch seine Nachteile habe. Es müsse ernsthaft versucht werden, auch den Arbeite« dem Staat zuzuführen. Cs sei erfreulich, daß heute der Prinz neben dem Arbeiter sitzen könne und ihm vorbehaltlos die Hand reiche. Bei der NSDAP, werde aber die Dlutsverbundenheit etwas zu hoch erhoben: das Christentum müsse Höheres bedeuten. Das Zentrum wolle die Verfassung von Weimar sicherlich nicht verewigen, es wolle aber einen wahren Volksstaat, in dem Brüderlichkeit gepflegt und der Brüderlichkeit auch Opfer gebracht werden. Das sei aber nur möglich, wenn Dottesglaube lebe und wirken könne. Im Zentrum habe man immer den christlichen Glauben vorangestellt und Anträge nach christlichem Gewissen gestellt und verfochten. Das religiös untermauerte Volksideal sei das Ideal des Zentrums. So weit die deutsche Zunge klinge, solle das Volk einig sein. Das sei der Wunsch des Zentrums. (Lebhafter Beifall!) Landkreis Gietzen. * Alten-Duseck, 3. März. Am morgigen Samstag, 4. März, kann der Altbürgermeister Wilh. Körber in großer geistiger und körperlicher Frische seinen 8 8. Geburtstag feiern. Wirtschaft. Frankfurt weiter fest. Frankfurt a. M., 3. März. (WTB. Draht- melbung.) Die feste Tendenz, die bereits gestern die Börse beherrschte, setzte sich auch heute fort, wobei man insbesondere auf die weitere Beruhigung in innerpolitifcher Hinsicht verwies. Daneben wirkte auch die Anlagenerhöhung bei den preußischen Sparkassen günstig nach, und auch die gebesserte Tendenz der deutschen Werte im Ausland fand Beachtung. Dagegen blieb die Diskonterhöhung in Neuyork um 1 auf 3,50 Prozent fast ohne Einfluß. Die Käuserfchichten, die gestern schon im Markte waren, sanden sich auch heute meist wieder ein, insbesondere wollte man wieder in verstärktem Umfange das Rheinland dabei beobachtet haben. Gegen die bereits befestigte Abendbörfe betrugen die durchschnittlichen Kurserhöhungen etwa 1 Prozent. Die Umsahtätigkeit wcrv in Anbetracht der bevorstehenden Wahl als recht lebhaft zu bezeichnen und man konnte wieder ziemlich viel Prämienabschlüfse per Montag bzw. Dienstag nächster Woche feststellen. Vermehrtes Interesse bestand wieder für 3G., die zunächst mit 112,25 Proz. um 0,75 Proz. höher eröffneten und dann auf 113,5 Proz. anzogen. Deutsche Erdöl, Goldschmidt und Rütgerswerke lagen bis zu 1,25 Proz. fester. Stärkere Kursgewinne hatten am Clektromarkt besonders Licht & Kraft und Schuckert mit je plus 2 Prozent. Siemens gewannen 1, Gessürel 1,38 und APG. 0,63 Prozent. Sehr fest lagen Contigummi mit plus 3,75 Proz., wobei die Derwaltungsäußerung, daß mit einer unveränderten Dividende von 8 Proz. zu rechnen fei, befriedigte. Fest eröffneten u. a. noch Reichsbank, Zellstoffaktien und Holzmann, die Erhöhungen bis zu 2 Proz. auftoiefen. Montanwerte lagen etwas ruhiger, jedoch ebenfalls von 0,5 bis 1 Prozent hoher. An den Nebenmäickten betrugen die Besserungen von 0,5 bis 0,75 Prozent. Der Rentenmarkt lag weiter ruhig und nur wenig verändert. Fest blieben Deutsche Kommu- nal-Sammel-Anleihe mit plus 1 Proz., Altbefitz lagen 0,13 Prozent und späte Reichsschuldbücher 0,25 Proz. sowie Stahlvereinbonds 0,5 Prozent höher, während Neubesitz behauptet waren. Die festverzinslichen Werte hatten etwas lebhafteres Geschäft. Gold- und Liquidationspfandbriefe ge, wannen fast durchweg bis zu 1 v. H., Kommunal- Obligationen etwa 0,50 v. H. Stadtanleihen blieben vernachlässigt und auch Staatsrenten zeigten kaum Veränderungen. Jndustrievbligativnen zogen meist etwas an. Von fremden Werten lagen Zolltürken 0,13 v. H. höher Raubüberfall auf einen Landbriefträger Lauterbach, 3. März. Als gestern gegen 13 Ahr der öanbbricfträgcr Emil ® r e b mit feinem Fahrrad, von Allmenrod kommend, das Waldstück am Knoppsack passierte, wurde er von einem mit einem Knüppel und Revolver bewaffneten Fremden, der plötzlich aus dem Wald herauskam, und dessen Gesicht durch eine Maske verdeckt war, mit dem Ruf „Geld oder das Leben" angehalten. Der Räuber war aber an die falsche Adresse gekommen. Der unerschrockene Briefträger nahm ihm f e i - nen Knüppel ab und versetzte ihm damit mehrere Hiebe, worauf der Räuber, feine Mühe zurücklassend, in den nahen Wald floh. Geraubt wurde nichts. Die Polizei verfolgte sofort den Räuber, konnte ihn aber noch nicht fassen. Kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinden. Freitag, 3. März Gießen. 20.15 Uhr: Fastenpredigt. Aus der Berliner Autoausstellung wurde die Continental-Ausstellung sehr beachtet. Man inter- essierte sich besonders für die neuen Aero-Reifen. oder aber mit NIVEA-QL Schmerzloses Rasieren gurch vorheriges Einreiben mit NIVEA CREME oV4e‘ 9inp Afhtnotno besonders auch Kränkliche. ZJlUlveUlV, zurückgebliedene und olche mit steifen Deinen, gesunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wem, Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes RASSOL i£ük mengen. Verlangen Sie nur echtes Raffo! in Origmalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: Engel, apotheke Gießen. Zu haben in allen Apotheken.' Seiest SeWwüsW, Ml M. Anmeldungen zur Gesellenprüfung werden bei dem Unterzeichneten unter Vorlage eines ordnungsmäßigen Cebr= Vertrags und Entrichtung von 6.— RM. Prüfungsgebühren bis zum 12. März entgegengenommen. Friedrich Schmidt L, 1522 o _______________Schlossermeister. Brennholzversteigerung Mittwoch, ben 8. d. M., 9 Uhr vormittags, in der Gastwirtschaft des Georg Sommer VI. zu Watzenborn aus den Forstorten Tempel 10, 11, 12, 13, 24, 25, 26, 27, 47, 48, Schindanger 14, Schinderskopf 23, Zellnrod 29, Dörnergrund 28, 46, 55, 56, Buchenberg 58, Brauhof 3, Sommerberg 35, Unterwald 60 und Rückers 41 der Försterei Baumgarten: Scheiter, rm: 18 Buche 1. Kl., 58 Eiche 1. Kl., 2 2. Kl., 363 Kiefer l.Äl., 51 2. Kl., 1 Lärche, 5 Fichte, 10 Esche, 1 Kirsche, knüppel, rm: 5 Buche, 9 Eiche, 4 Esche, 54 Kiefer, 9 Fichte; ünüppelreifig, rm: 1 Buche, 13 Eiche, 114 Kiefer, 0,9 Fichte, 1 Lärche: Astreisig, 100 Wellen: 3 Buche, 6 Eiche, 1 Esche, 12 Fichte; Stöcke, rm: 2 E'che, 2 Esche, 29 Kiefer. 1517D Die blau unterstrichenen Nummern kommen nicht zur Versteigerung. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen. Gießen, den 2. März 1933. Hessisches Forstamt Schiffenberg. I.D.i p. Gall. Ludwig Hill, Sönihmacliernieister ietzl Sdianzenslr. 8 Bekanntmachung. Der Stadtrat hat in feiner Sitzung vom 24. Februar 1933 den Erlaß einer Steuer- orönung über die Erhebung einer Ge- Iränfefteuer in der Stadt Gießen beschlossen. Der Entwurf der Steuerordnung ist gemäß Artikel 21 der Hessischen Gemeinde- Ordnung vom 10. Juli 1931 vom 3. Mär; 1933 ab während einer Woche im Stadthaus Bergstraße, Zimmer 17, während der üblichen Dienststunden offengelegt. Während der Offenlegungszeit können Einwen- düngen gegen die Steuerordnung schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden. Gießen, den 1. März 1933. 1518C Bürgermeisterei Gießen. Dr. Keller. Bekanntmachung. Der Stadtrat hat in feiner Sitzung vom 24. Februar 193a den Erlaß einer Orls- sahung übet die Erhebung einer Bierff euer in der Stadt Gießen beschlossen. Der Entwurf der Ortssatzung ist gemäß Ar- titel 21 der Hessischen Gemeindeordnung vom 10. Juli 1931 vom 3. Mär; 1933 ab während einer Woche im Stadthaus Bergstraße, Zimmer 17, während der üblichen Dienststunden offengelegt. Während der Offenlegungszeit können Einwendungen gegen die Ortssatzung schriftlich ober zu Protokoll vorgebracht werden. 1519C Gießen, den 1. März 1933. Bürgermeisterei Gießen, Dr. Kelley. werden anlerGaranlie durch ommep- PMOSsen Gegen Pickel Mitesser SlärkeA rogerie Winterhoff, Kreuzpl. 9/10 nMv Drog. Haus Hindenburg, Seltersw. 68a. Die Zeit erfordert es jede Mark nutzbringend anzuwenden. Sie sollten deshalb der guten QualitätdenVorzug geben, Sie stehen sich besser dabei — Frühjahrsmäntel, Anzüge und Stoffe fürfeine Maßanzüge, dauerhafte Qualitäten, die Ihnen Freude bereiten, finden Sie in sehr reicher Auswahl zu ganz bescheidenen Preisen bei 1616A Böhringer,Goethestr.22 2V 4000 Bit atol.SoB. ». 7,5% auf Einfamilienh. (Neubau) hier zu leihen ges. Schrift! Angeb.u.01266a.d. Gießener Anzeiger. 300-400 RM. gegen monatl. Rück- zahlg.von Beamten zu leihen gesucht. Schrift!. Ang. unt. 01353 a. d. Gß. Az. schwarz und braun echte Rahmenarbeit Orig. 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Achtung! 80 meins verehrte Knndschalt in Gießen Komme von Samstag, den 4. März ab, wieder auf den Wochen markt. Stand vor d. Reitbahn Georg Nensinger, Gemüsehandlung. 01840 Reiskirchen, Gießen, Griedel, Frankfurt a. M, den 2. März 1933. 01351 Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 5. März, nachmittags l¥z Uhr, in Reiskirchen vom Trauerhause aus statt Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Joseph Löwenberg. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß heute morgen 10 Uhr unser innigstgeliebter Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater und Onkel Herr Samuel Löwenberg nach kurzem Krankenlager im fast vollendeten 89. Lebensjahre sanft und ruhig entschlafen ist 1495 A 1(A|J| rg Gießen ■ 1VIB LCR Seltersweg Haus der guten Qualitäten! Zur Konfirmation und Kommunion! Knaben-und Jünglingsanzüge mit vielen Verarbeitungsverbesserungen zum weiter und größer machen 14.— 18.— 24.— 29.— 36.— 42.— aus blauen Cheviots und AA Kammgarn, die besten die es gibt. Nur bei Bauer’scher Gesangverein e.V., Gießen Gegründet 1864 Mitglied des Deutschen u. Hess. Sängerbundes "" IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIHIIIIIlllllllllll Samstag, den 11. März 1933, 20 Uhr, in der Neuen Aula der Universität KONZERT Leitung: Prof. Dr. Stefan Temesvary, Bundes-Chormeister des Hessischen Sängerbundes Männerchöre von Schubert, Wendel, Haug, Zelter u. a. Solistin: Frl. Ria Ginster, Sopran Sololieder von Schubert, Schumann, Brahms Preise der Plätze: 1. Platz 2 RM., 2. Platz 1.50 RM.. 3. Platz 1 RM. Mitglieder erhalten gegen Ausweis für alle Plätze ihre Karten zum halben Preis. — Kartenvorverkauf bei Herrn Ernst Challier, Musikalienhandlung, Neuenweg 10, Fernsprecher Nr. 2671 und an der Abendkasse. 1520V Wenn es regnet oder die Oelhaut Kommen Sie dauerhaft nur 1516 A jetzt brauchen Sie für die kühlen Vorfrühlingstage den praktischen Trenchcoat (mit und ohne Hutler) in beige und marine, den leichten Batistmantel Lederol-Mantel in schwarz und farbig, elegant und Nowack GIESSEN / SELTERSWEG NR 81 ZU NOWACK Sie finden dort jede Regenbekleidung iu grober Auswahl, ganz besond. preiswert Batist-Mantel A jg gummiert, in den modernen hellen Far- ILk? ben, bis Größe 48, enorm billig ..... Trenchcoat, reine Wolle ^<150 aus d. ganz gut. 400 g schwer .Ware, ly besteVerarbeitg., wunderb. 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Zu Vorzugspreisen auf das bewÄhde und bekömmliche HuitenmIHol. Die eterk ermäßigten Prelie erlauben auch In der Notzeit den ständigen Gebrauch der echten So begierig ifrdos Kind Plötzlich und unerwartet wurde durch die Folgen eines Autounfalles unser Heber, einziger hoffnungsvoller und unvergeßlicher Sohn, Bruder und Enkel Die Beerdigung findet am 4. März, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Gießener Straße 92 aus statt In tiefem Schmerz: Ernst Bierau und Familie Heinrich Bierau II. Johannes Euler nebst allen Angehörigen. SchreibmaicDine für 50.—Mk.zuverk. 01356 Bleichstr. 10 p. Die Beerdigung findet Samstag, den 4. März, nachm. um 2 Uhr statt. '______________________________________________________________________________________________I523i' Mädchen 25 I. alt, im Kochen, Servieren und allen Hausarb. durchaus erfahren sucht Stellung zum 15. 3. od. 1.4.33. Gute Zeugnisse vorhanden.oi3«2 Maria Gabel, Dillenburg, Hofgarten 1. | Verkäufe | Büfett zu verk. Anzusehen Goethestr. 44. 01347 Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Bruder und Schwager Herr Ludwig Wagner IV. Hilfslademeister L R. heute nachmittag um */s5 Uhr nach kurzem Leiden, im 86. Lebensjahr in dem Herrn sanft entschlafen ist. In tiefer Trauer: Familie Wilhelm Pfeiffer VIII. Familie Gastwirt Wilhelm Wagner und alle Angehörige. wegen Geldnot! Seine Mtzmizugslofle blau u.blaugestreift, m 4.80 u. 7.80 Mk., entzück, int Muster. Herrenstoff- Fabrikatton Erga, Gera 167/8. mW auf andere Einrichtungen, verkaufe ich meine Bestände in Älzimwra weit unt.Wert. oms Louis Vetter, Kaiserallee 19 Jetzt: Beutel 35 Pf., Dose 40 u. 75 Pf. Zu haben in Apotheken, Drogerien und wo Plakate sichtbar. 7298V Wims! yMslMu! Willing! 100°/0ige Vollblut-Orangen, echte Paterno, 3 Pfd. 95 Pf. la blonde Orangen, 3 Pfd. 65 Pf. la Zitronen, 10 Stück 40 Pf., sowie BhimeoioM, fiofentofjl. 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Am 1 März verschied plötzlich nnd unerwartet mein lieber, treusorgender Gatte, Bruder, Schwager und Onkel Herr Ludwig Hisgen im Alter von 61 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Lina HiHgen. Gießen (Bahnhofstr. 61), den 3. März 1933. Die Trauerfeier findet Montag, den 6. März, nachm. 1/» Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt. ---------------------"358 180 Silb., beherrscht sämtlicheSchreibm., sucht Stellung zum 1. Avril. Schr Ang. u. 01352 a. d. G. A. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen Heben Mann, unseren treusorgenden Vater Herrn Jakob Kröck nach schwerer Krankheit im Alter von 76 Jahren zu sich zu rufen. mittel gesucht. Bewerbungen mit Lebenslaus unter 1521D an den Giedener Anzeiger. vergibt sof. Land.- , u. Bezirksdirektio- nen b. ganz neu. etgenart. Tarifen. Höchste Berdtenstmogl. Ausf. Bew. m. Referenz. Zlnanzterungs- und Zwcrkspar-Genoss. Frankfurt a.BL. 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