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Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: granffrrt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvtk und verloa: vrühl'sche Universttälr-Vtich- und Steinöruderei R. Lange in Gießen. Zchristleitnng und Geschäftsstelle: Zchnlstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 2 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzeigen von 70 m Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20v , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyr.ot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für denAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Giegen. Erste Vorbereitungen zum Wahlkampf heilen der Wahlabmachungen werden in den nächsten Tagen noch weitere Verhandlungen statt- finden. In politischen Kreisen wendet sich sehr stark das Interesse der Frage zu, was die Dolkspar- t e i, die einzige Partei der Rechten, die bisher in der Regierung nicht vertreten ist, im Wahlkamps zu tun gedenkt. Die Meldung, daß die Volkspartei die Absicht habe, sich einem Kartell der M i 1t-e anzuschließen. ist nicht zu- treffend. D ie Erwägungen darüber dürften noch schweben. Rach der ganzen Sachlage käme jedenfalls ein Anschluß an irgendeine Mittclpar- tei für die Volkspartei nur dann in Frage, wenn ein technischer Anschluß der Volkspartei a n die DRVP. oder die RSDAP. sür den Wahlkamps nicht zustandekäme. In der „R a ch t a u s g a b e" ldeutschnatl.) wird hervorgehoben, daß das Kabinett sich in völliger Einmütigkeit nicht etwa mit einem Gegeneinanderstimmen der einzelnen Minister und einem Kamps zwischen Mehrheit und Minderheit für die Wahl entschieden habe, nachdem die Opposition das Kabinett zur Auslösung des Reichstages und zur Reuwahl gezwungen hatte. Die Wahl sei eine Frage an das Volk, ob es bereit Oie Vorgeschichte der Reichstagsauflösung Oer Briefwechsel zwischen Hitler und dem Zentrum wird veröffentlicht. IN i N i st e r i u IN , bei dem seststeht. daß Professor Wähler ausscheidet, und das I u st i z m i n i st e - r i u m. Im übrigen wird das preußische Innen- , ministerium ja von Reichsminister Göring betreut. Das Finanzmini st eri um behält Finanzminister Popitz. Das Ministerium f ii r Wirtschaft und Arbeit, an dessen Spitze Staatssekretär E r n-st steht, ist ohnehin dem Reichs- mirtschastsminister, das preußische L a n d w irisch a f t s m i n i st e r i u m mit Staatssekretär M u s- s e h l, dem Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft unterstellt. Aus dem ganzen ergibt sich, daß wichtiger als diese personellen Dinge d i c Fragen des Programms sind. Die Beratungen darüber sind jetzt offenbar schon recht weit gediehen. Sie gehen in den nächsten Tagen weiter. Neuwahlen auch in Hessen? Darmstadt, 2. Febr. Der hessische Landtag ist auf Montag, den 6. Februar, 12 Uhr. ; u einer Plenarsitzung einberufen worden. Aus der Tagesordnung steht u. a. ein nationalsozialistischer Antrag aus Auflösung des hessischen Landtags und ein gleicher Antrag der Kommunisten, von den 70 Mandaten entfallen auf die Rational- sozialisten, Deutschnalionale und Rationale Einheitsliste 35, während die Kommunisten acht Sitze innehaben. Somit besteht die Möglichkeit, daß die Anträge auf Auflösung des Parlaments Annahme finden. gesandt, das folgende Feststellung enthält: „Durch die Begründung der Auflösungsorders, daß sich die Bildung einer arbeitsfähigen Mehrheit als nicht möglich herausgestellt habe, sehe ich mich gezwungen, bezüglich der Bayerischen Bolts- Partei sachlich zu widersprechen und sestzustellen, daß die Bayerische Bolkspartei, deren grundsätzlicher Witte zur M i t a r b e i t am nationalen Wiederaufbau bekannt sein muß, zu Verhandlungen überhaupt nicht herangezogen wurde." Oie Kabinettssihung. Noch keine Regelung der Personalien in Preussen. Berlin, 2. Febr. (CNB.) Die heutige Sitzung des Reichskabinetts dauerte von 18 bis 20.30 Uhr. Von unterrichteter Seite wird mitgeteilt, daß die allgemeine Aussprache über die politische Lage fortgesetzt wurde, und daß heute noch keine Beschlüsse gefaßt worden sind. Das gelte auch für die Personalfragen. Offenbar handelt es sich auch nur noch darum, zwei preußische Ministe- r i e n neu zu besetzen, nämlich das Kultus- Hitler stellt sich dem Reichsrat vor Der Reichskanzler sagt gute Zusammenarbeit mit den Ländern zu. Ein Wahlbündnis der Regierungsparteien? Was macht die Bolkspartei? Berlin, 2. Febr. (ERB., (Cig. Meldung.) Unter der Äeberschrift „Wahlkameradschaft, aber nicht Einheitsliste" schreibt die „D A 3 " ■ 2m Anschluß an die Vorbereitung des Aufrufs der Reichsregierung zum Wahlkampf, dar über die künftige Arbeit des Kabinetts entscheiden soll, haben zwischen den Regierungsgruppen auch Erörterungen über die Möglichkeit einer gemeinsamen Führung des Wahlkampfes staitgefunden. Es besteht zweifellos der Wunsch, nachdem sich die Gruppen, die sich früher zeitweise scharf befehdet haben, in der Regierung des nationalen Zusammenschlusses zusammenfanden, auch den bevorstehenden Wahlkampf in einem anderen Geist als bisher zu führen. Dem werden wohl gewisse Abmachungen über das Verhalten der in der Regierungsfront vereinbarten Parteien dienen. Daß diese Abmachungen etwa in der Aufstellung gemeinsamer Wahllisten gipfeln könnten, wird von unterrichteter Seite bezweifelt. Lieber die Einzelrationen auch in der geschichtlichen Bildung unseres Staates vollbracht haben in der Hoffnung, daß bann um so mehr spätere Generationen auch das respektieren werden, waS wir selbst zu leisten gedenken. Der Reichskanzler bat zum Schluß den Reichsrat um eine Zusammenarbeit in dem (t^inne, den die Rot der heutigen Zeit uns allen auferlege. Ramens des Reichsrates erwiderte der Vertreter der preußischen Staatsregierung Ministerialdirektor Dr. Brecht dem Reichskanzler. Er führte u. a. aus: Der Saal, in dem wir uns befinden, ist der Saal des alten deutschen Bundesrates. Immer noch, wie zu Bismarcks Zeiten, sitzen in ähnlicher Ordnung die Länder im Reichsrat. In diesem Raum ist in hohem Maße die Tradition — und zwar eine besondere deutsche Tradition — zu Hause. Das gilt auch für den Geist der Verhandlungen. Der Reichsrat soll der Anker deutschen Llhrwerks-sein. Motor, Feder und Llnruhe zu fein, ist nicht feine Aufgabe. Er soll e i n Hort strenger Sachlichkeit sein. Er soll das Gewissen in unruhigen und leidenschaftlichen Zeiten fein. Kein Hemmschuh für energischen Fortschritt, aber ein Hemmschuh für Ausbrüche der Leidenschaft und des überhitzten Kampfes. Eine Stütze für alle sachliche Arbeit, besonders aber eine Stütze für die Reichsregierung in solcher Arbeit. Sie haben, Herr Reichskanzler, den schweren Schritt vom Führer einer in starker Opposition gewachsenen Bewegung zum verantwortlichen Leiter der Politik des Deutschen Reiches getan. Das ist, wir fühlen es alle, auch für Sie persönlich ein überaus ernster Entschluß. Denn er bedeutet, daß Sie die schwere Pflicht übernommen und durch Ihren feierlichenZEid bekräftigt haben, ihre Kraft für das Wohl des ganzen Volkes einzusehen, die Verfassung und die Gesetze des Reiches zu wahren, die Ihnen danach obliegenden Pflichten gewissenhaft zu erfüllen und Ihre Geschäfte „unparteiisch und gerecht gegen jedermann" zu führen. In diesen schweren Aufgaben wird Ihnen der ganze Reichsrat stets eine starke und verständnisvolle Stühe sein. Der Reichskanzler verneigte sich, reichte Ministerialdirektor Dr. Brecht die Hand und verlieh den Saal. Berlin, 2. Febr. In der Vollsitzung des Reichsrates am Donnerstagnachmittag stellte sich der neue Reichskanzler Hitler den Vertretern der Länder vor. Der Andrang von Publikum und Presse zu dieser Reichsratssihung war selten stark. Reichskanzler Hitler erschien in Begleitung des Reichsinnenministers Dr. Frick und begrüßte zunächst die einzelnen Bevollmächtigten des Reichsrats durch Handschlag. Der Reichskanzler übernahm bann den Vorsitz mit einer Ansprache, in der er den Reichsrat namens der Reichsregierung begrüßte. Wir haben die Regierung übernommen, so erklärte der Kanzler, in der vielleicht schwersten Zeit der deutschen Geschichte. Es gehört ein sehr großer Glaube dazu, in einer solchen Stunde nicht zu verzweifeln, sondern im Gegenteil mit Vertrauen und Hoffnung in die Zukunft zu blicken. Drei Gründe sind e^bie uns babei bewegen: 1. 'Vertrauen wir arWdie Kraft unb ben Fleiß bes deutschen Volkes. Wir vertrauen zweitens auf bie Fähigkeiten unb bie Genialität bieses Volkes, bie immer toieber in der Geschichte Wege gefunden hat zur Lebensbehauptung. Drittens sehen wir trotz aller Krisen unb Katastrophen unoeränbert vor uns bie beutsche Erbe, ben deutschen Boben. Unb wenn es früheren Generationen möglich war, aus biefen brei Kraftquellen burch wechselvolle Schicksale hindurch am Enbe bieses große Reich zu gestalten, bas wir einst erlebt haben, dann muß es auch uns möglich fein, aus denselben Wurzeln dieselbe Kraft und auch dieselbe Größe wieder zu gestalten. Wir möchten gerne dabei auf bie Mithilfe ber Gänber rechnen, wir möchten nicht nur ideell, sondern auch tatsächlich unterstützt werden, wie auch wir entschlossen sind, alles zu tun, um diese historischen Bausteine des deutschen Reiches lebensfähig zu erhalten. Es wird das um so eher gelingen, je mehr Reich unb Länber in ber großen Erkenntnis ber zwin- genben Rot unserer Zeit zusammen stehen. Ich bin selbst aus bem Silben, gehöre als Staatsbürger einem norbbeutschen Staat an, fühle mich aber a l s Deutscher unb lebe in ber deutschen Geschichte. Ich will nicht über die großen und historischen Taten und Leistungen dieser Geschichte blind hinweggehen, sondern im Gegenteil alles das respektieren, was frühere Gene- vorzuschlagen, damit einen letzten Appell an das deutsche Volk selb st zu richten. Mit der Hoffnung und der Ditte, daß die zu Ihrem Parteifreunde Dr. Brüning unb zu Ihnen selbst, Herr Prälat, angeknüpften persönlichen Beziehungen dadurch nicht abgebrochen werden, bin ich Ihr ergebener (gez.) Adolf H i 11 e r.“ Kaas antwortet. Prälat Dr. Kaas hat auf das Schreiben des Reichskanzlers in folgender Weise geantwortet: „Sehr geehrter Herr Reichskanzler! Auf das gfl. Schreiben vom gestrigen Abend beehre ich mich, Ihnen folgende Feststellungen zukommen zu lassen: Wie sich aus dem amtlichen mit Herrn Reichsminister Dr. Frick Der.inbarlen Kommunique ergibt, habe ich namens der Deutschen Zentrumspartei als Voraussetzung für eine Stellungnahme zur Frage der Tolerierung eine Reihe von sachlichen Fragen gestellt, deren Beantwortung durch Sie. Herr Reichskanzler, Vorbehalten blieb. Die Abfassung dieser Fragen habe ich, Ihrem Wunsche Rechnung trage”'), mit besonderer Beschleunigung fertiggestellt unb sie Ihnen mit einigen Ergänzungen unter genauer Einhaltung bes mit Ihnen vereinbarten Termins am Rachmittag bcsselben Tages, 17 Llhr, zukommen lassen, bamit ihre Beantwortung ohne weiteren Zeitverlust erfolgen könne unb wir in bie Lage versetzt würben, bie Frage der Tolerierung in dieser oder jener Form wenigstens in summarischer Erkenntnis des beabsichtigten Regierungskurses zu entscheiden. Eine Vorwegnahme dieser Entscheidung von wenigstens summarischer Beantwortung dieser Fragen ist von mir in keiner Weise zu - gesagt worben. Sie konnte nach Lage ber Sache auch nicht in Frage kommen. In ben Vorverhandlungen, b:e zur Dilbung des neuen Kabinetts führten, ist bie Zentrumspartei ebenso wie bie Bayerische Volkspartei burch ben Vertrauensmann bes Herrn Reichspräsibenten bewußt ausgeschaltet worben, trohbem ber Auftrag bes Herrn Reichspräsibenten in erster Linie auf die Feststellung ber etwa vorhanbenen Mehrheits Möglichkeiten lautete. Die Deutsche Zentrumspartei war also ohne Kenntnis ber sachlichen Abmachungen, auf Grunb beren die jetzige Regierung zu arbeiten gedenkt. Tolerieren kann man oerantroortlidjerroeife nur, was man wenigstens in den wesentlichsten Grundzügen kennt. Unsere sachlichen Fragen sollten diese Klärung bringen. Wenn ihre Beantwortung auch nur im wesentlichen den Anforderungen entsprochen hätte, die unser Gewissen zur Sicherung gegen verfassungswidrige, wirtschaftsschädigende, sozialreaktionäre und währungsgefährdende Experimente zu stellen befahl, würde die Zenlrumspartei in Üebereinffimmung mit ihren slaalspolitischen Grundsätzen und ihrer in Münster proklamierten Haltung, im Bewußtsein der Schwere der Stunde, in uneigennütziger Sachlichkeit bereit gewesen sein, der Regierung die Arbeit zu ermöglichen. Auf Grund freundschaftlicher Fühlungnahme mit der Bayerischen Volkspartei war sie gewiß, daß deren Haltung durchaus von gleichen Erwägungen bestimmt war. Daß man die im Zuge begriffenen Verhandlungen plötzlich abbrach, daß man nach so vielen unnütz vertanen Wochen nicht rnehr^die Geduld ausbrachte, die ein- oder zweimal 24 Stunden zu warten, innerhalb deren die Beantwortung der Fragen und damit die notwendige Klärung durchaus möglich gewesen wäre, ist tief bedauerlich und von anderen zu verantworten, aber nicht von uns. Nachdem so ohne diese Mitverantwortung unsererseits aus Gründen, die ich, Herr Reichskanzler, offen ge standen, nicht zu begreifen vermag, der von mir feit langem mit innerster Ueberzeugung vertretene Sammlunasgedanke der aufbauroiUigen Kräfte wiederum gescheitert ist, kann ich nur der Hoffnung Ausdruck geben, daß der bevorstehende, durch den Abbruch der Verhandlungen regierungsseitig herbei- gesührte W a h l k a m-p s so geführt werde, daß der Wille zur Sammlung, in dem ich nach wie vor die einzige Rettungsmöglichkeit für Volk und Staat sehe, nicht zerstört wird. Angesichts der Tatsache, daß die amtliche Verlautbarung über die Auflösung des Reichstages sich auf die unrichtige Behauptung stützt, daß eine Mehr- hcitsbildung sich als unmöglich erwiesen habe, glaube ich mich verpflichtet, dem Herrn Reichspräsidenten Abschrift dieses Schreibens vorlegen zu lassen. Indem ich Sie, sehr verehrter Herr Reichskanzler, loyalerweise von dieser meiner Absicht in Kenntnis setze, bin ich mit dem Ausdruck vorzüglicher hoch- schcchung ihr ergebener (gez.) Kaas, Vorsitzender der Deutschen Zentrumspartei." Oie Bayerische Bolkspartei zur Reichstagsauflösung. München, 2. Febr. (TU.) Der Vorsitzende der Bayerischen Volkspartei, Staatsrat S ch ä f f e r, hat ein Telegramm an den Reichspräsidenten Oie Lleberreichung des Fragebogens. Berlin, 2. Febr. (WTB.) Der Briefwechsel zwischen dem Vorsitzenden der Deutschen Zentrumspartei, Prälat Dr. Kaas, und Reichskanzler Hitler über die bekannten Fragen des Zentrums wird jetzt vom Zentrum im Wortlaut veröffentlicht: Dr. Kaas hatte die Fragen des Zentrums dem Reichskanzler mit folgendem Begleitschreiben übersandt: „Sehr geehrter Herr Reichskanzler! Unter Bezugnahme auf unsere heutige Besprechung beehre ich mich, Ihnen folgende Punkte auch schriftlich mitzuteilcn, auf die ich bereits heute vormittag Ihre Aufmerksamkeit lenken durfte, und denen ich einige wenige Ergänzungen sozial- und wirtschaftspolitischer Ratur hinzugesügt habe. Indem ich Ihrer freundlichen Rückäußerung entgegensche. bin ich mit dem Ausdruck besonderer Hochschätzung Ihr ergebener (gez.) Kaas, Vorsitzender der Deutschen Zentrumspartei. Oer Brief des Reichs anzters. Auf dieses vom 31. Ianuar datierte Schreiben hat Reichskanzler Hitler unter dem Datum des 1. Februar wie folgt geantwortet: „Sehr verehrter Herr Prälat! Mil großem Interesse habe ich gestern Ihren Brief zu? Kenntnis genommen. Der Zweck der Unterhaltung war, zu klären, ob und unter welcher Voraussetzung das Zentrum bereit fein würde, der neuen Reichsregierung der nationalen Konzentration eine für die Dauer eines Jahres zu bemessende Frist zur Arbeit ohne die Wechselfälle parlamentarischer Behinderung zu gewähren. Ich hielt dies für notwendig, da ich in dieser Regierung d i e einzige und letzte Mögt ichk eit sehe, auf verfassungsmäßigem Wege dec Gefahr des verkommens von Volk und Reich vorzubeugen. Ich glaube, Sie, Herr Prälat, richtig verstanden zu haben, wenn ich aus dieser Unterredung den Schluß zog, daß das Zentrum augenblicklich in der derzeit gegebenen Zusammensetzung des Rcichslabinetts keine genügend große Basis mehr für eine direkte eigene Beteiligung an der Regierung zu sehen vermeint. Das Zentrum würde aber unter allen Umständen bereit sein, eine der parlamentarisch üblichen Tolerierungen zu erwägen. Ich habe Sie, Herr Prälat, nun gebeten, in Ihrem engsten, für die Politik des Zentrums verantwortlichen Führerlreis vielleicht gütigst feststellen zu wollen, ob überhaupt grundsätzlich mit einer Geneigtheit zu rechnen sei, der neuen Regierung etwa in der Form einer ein» jährigen Vertagung des Reichstages die bei der derzeitigen Arbeitsunfähigkeit dieses Instrumentes notwendige Freiheit zur Erfüllung ihrer Aufgaben zu geben. Denn Tolerierungen von heute auf morgen zwingen Regierungen zu einer ähnlich bemessenen Politik. In Ihrem Brief stellen Sie, Herr Prälat, nun in präzisester Form eine so große Anzahl von Fragen, daß deren eingehende Beantwortung überhaupt nur dann einen Sinn haben könnte, wenn die grundsätzliche Bedingung, ob mit einer solchen einjährigen Frist einer ruhigen Arbeit der Reichsregierung gerechnet werden kann, vorher klargestellt scheint. Dies ist aber unterblieben. Ich entnehme daraus, daß eine bindende Zusicherung für diese oder eine ähnliche Sicherstellung der verfassungsmäßig heute allein möglichen Voraussetzung für eine gedeihliche Arbeit von feiten des Zentrums nicht gegeben werden kann. Damit aber erübrigt s i ch für den Augenblick jcöc Diskussion über die von Ihnen, Herr Prälat, angeführten Punkte. Der Zweck meines Versuches würde dadurch höchstens in das Gegenteil verwandelt. Denn eine Diskussion der angeführten Punkte ohne das von mir erbetene Ergebnis würde im Ausgange zu einer ebenso unfruchtbaren wie mir unerwünschten Verbitterung führen. Denn ich wage auch heute noch immer zu hoffen, daß, wenn nicht schon jetzt, dann in einer vielleicht nicht zu fernen ■öeit, eine Verbreiterung unserer Front zur Beseitigung der drohenden innerpolitischen Gefahren in unserem Volke stattfinden könnte. Da ich mithin zu meinem Leidwesen aus Ihrem Brief eine Klärung der von mir als Voraussetzung angesehenen Frage einer Garantiefrist für die Arbeit der neuen Regierung nicht entnehmen kann, die Zeil aber drängt, und ich alle Möglichkeiten vor Golt und meinem Gewissen erschöpfen will, der neuen Regierung ihre Arbeit jur Rettung der Ration auf dem Boden oer Verfassung zu ermöglichen, sehe ich mich gezwungen, dem Herrn Reichspräsidenten rat mb ra» cs In» ast, um lich >a< er Die as teil jur ort im- lus au- ein ar. rbc lan gen ber de« ICHI len eu» -ur lüft )ic- \tr Die ben. ine. ürb. bfen '-ge- irr jen- finden, Ar- ben, >rge ilcn nge sich ften er- sige tief) nut veit au8 cke, um erbe» ium seit tal- Ve» Eä» der zes- dafür hier wei an- mS- > r - i e n uf- ssen vei» Bet» iad) urch ngs iber bige eben ab» ruck gern sich tor- bet» unb len. fach unb tilb, 3rab Zens ium cm är,j: fei. sich dem Bündnis zwischen dem Reichspräsidenten und der neuenRe- gierung anzuschließen. Deshalb sei diese Wahl etwas ganz anderes als die Wahlen des Jahres 1932. Jetzt kämpften die Regierungsparteien nicht nur für ihr Programm, nicht nur für die nationale Staatsidee, sondern f ü r Deutschland schlechthin gegen eine Opposition. die nichts anderes cinzuschen habe als die Berufung auf die Unfähigkeit ihrer Regierungen in den letzten 14 Jahren. Die Wahl rufe das Volk auf, einer Regierung, die einen völligen Systemwechsel in Deutschland und das Ende des Deutschlands von 1918 bedeute, einen arbeitsfähigen Reichstag zu geben. Die RGOAp. eröffnet den Wahlkampf. Hitler an der Spitze sämtlicher Listen der NSDAP. Berlin, 2. Febr. (ERB.) Die Reichspressestelle der RSDAP. teilt mit, daß am Donnerstag in Berlin in Anwesenheit Hitlers eine Gauleiter- und A m t s w a l t e r t a g u n g der RSDAP. stattgefunden habe, auf der dieRicht- linien für den Wahlkampf gegeben wurden. Reichspropagandaleiter Dr. G oe b b e l s habe über Taktik und Technik im Wahlkampf gesprochen, der diesmal unter Einsatz aller technischen Mittel und mit der ganzen Kraft und dem ganzen Elan der Bewegung geführt werden müsse. Hitler, so besagt die Mitteilung, zeichnete ein Bild der durch den Regierungseintritt der RSDAP. geschaffenen innerpolitischen Lage: er führte u. o. aus: Die RSDAP. habe in dem ersten nunmehr abgeschlossenen Teil ihres Kampfes den Beweis erbracht, dah Zähigkeit und Beharrlichkeit zum Ziele führen müssen. In dem zweiten Abschnitt des Kampfes, in den die nationalsozialistische Bewegung jetzt eingetreten sei, gelte es nunmehr für die RSDAP.. nicht nur negativ, sondern, auch positiv zu kämpfen. Dem Gegner dürfe keine Zeit gelassen werden, sondern die RSDAP. werde mit einer Vehemenz ohnegleichen unverzüglich zum Angriff übergehen und mit ihrer Propaganda nach größten Gesichtspunkten einsehen. Er selbst werde sich in diesem Wahlkampf vor die Partei stellen und an der Spitze sämtlicher Listen der RSDAP. kandidieren. Im Anschluß ckn die Gauleitertagung fand im Beisein Hitlers eine Tagung sämtlicher landwirtschaftlichen Gaufachberater der RSDAP. statt, in der der Amtsleiter für den agrarpolitischen Apparat Walter Darre ^den Vorsitz führte. Geringfügige Äenderung des Wahlgesetzes. Beschränkung der kleinsten Splittergruppen Berlin, 2. Febr. (WTB.) Durch Verordnung des Reichspräsidenten ist das Reichswahlgesetz in einigen Punkten geändert worden. Aus- l andd eutsch e, die sich am Wahltag im 3n« land aufhalten, können an der Wahl teilnehmen. indem sie einen Stimmschein ausgestellt erhalten. Das gleiche gilt für die deutschen diplomatischen und konsularischen Beamten und ihre Hausstandsangehörigen, ferner die Besatzung von See- und Binnenschiffen, die für keinen festen Landwohnsitz polizeilich gemeldet sind. Damit wird Reichsdeutschen, denen man billigerweise die Ausübung des Wahlrechts nicht vorenthalten kann, die Möglichkeit zur Beteiligung an der Wahl eröffnet. Weiterhin sind neue Bestimmungen über die Einreichung der Kreiswahlvor- schlage getroffen. Kleine,' völlig unbedeutende Wählergruppen, die vielfach über keinerlei örtliche Organisation verfügten, hatten, teilweise unter offenbarem Mißbrauch des Wahlgesetzes, die Aufnahme ihrer Wahlvorschläge in den amtlichen Stimmzettel erreicht. Wählergruppen, die keinen Abgeordneten in den letzten Reichstag entsandt hatten, müssen nunmehr für mindestens einen ihrer Kreiswahl v o r s ch l ä g e soviel Unterschriften aufbringen, als Stimmen zur Erlangung eines Sitzes im Wahlkreisver- Gießener Stadttheater. Austausch-Gastspiel des Stadttpeaters Koblenz: „Gestern und Heute" von Christa Winsloe. Die in dieser Spielzeit eingeführte Neuerung eines Austausch-Gastspiels zwischen den Stadttheatern von Gießen und Koblenz gestaltete sich im ersten Versuch nicht zu einer gegenteiligen Vorstellung des kompletten Ensembles beider Bühnen, sondern zu einem Austausch der weiblichen Kräfte von Koblenz mit dem gesamten Herrenpersonal von Gießen: während unsere Leute am Rhein mit dem Kriegsstück „Die endlose Straße" zu Wort kommen werden, das keine einzige Damenrolle aufweist, ersckienen die Koblenzer bei uns mit dem Schauspiel „Gestern und Heute", das von einer Frau geschrieben wurde und unter lauter Frauen spielt. Das Stück hat, nicht allein um dieser Besonderheit willen, bei seinem Erscheinen einen starken Erfolg gehabt und ist dann durch die Film-Fassung „Mädchen in Uniform" in ganz Deutschland und auch über unsere Grenzen hinaus bekannt geworden. Der Film — er wurde vor einiger Zeit in Gießen gezeigt — schließt sich in seinem Handlungsaufbau eng an die Bühnenfassung an, nur ist deren katastrophale Schlußwendung zugunsten einer milderen Lösung, was indessen an der Gesamtauffassung wenig ändert, im Film vermieden worden: die Heldin wird im letzten Augenblick gerettet, ehe sie ihrer ausweglosen und verzweifelten Verwirrung des Gefühls durch einen tödlichen Sprung ein,Ende machen kann. Im übrigen schien sich, rein äußerlich, die Verfilmung des Schauspiels schon in dessen Dramaturgie amubieten: Christa Winsloe verzichtete auf die absolute und strenge Akteinteilung (von gestern) zugunsten der lockeren Bilderfolge (von heute). Vielleicht wird diese Formel für Schauspiel-Technik morgen schon nicht mehr gültig sein. Aber die Antithese des Titels ist ja allerdings auch nicht in diesem technischen Sinn zu verstehen, worauf hier nur im Vorübergehen hingedeutet werden sollte. Gestern und heute: das ist die immer wieder zur Gestaltung reizende Spannung zwischen den Generationen; der Gegensatz zwischen der alten und einer neuen Zeit; die Empörung des Gefühls wider die Regel, gegen die Vernunft, gegen eine als überlebt und unnatürlich empfundene Gesinnung und Satzung. band erforderlich sind, also 60 000. Ist diese Bedingung erfüllt, so genügen für jeden anderen Kreiswahlvorschlag dieser Partei 50 Llnlerschrif- ten. wenn es sich um durch Verbindung im Verband oder Anschluß an einen Reichswahlvorschlag innerlich zusammenhängende Kreiswahlvorschläge handelt. Der Reichsinnenmknister hat angeordnet, daß die Stimmlisten und Stimmkarteien vom 19. bis 2 6. Februar auszulegen sind. Die Landesregierungen sind durch Rund- telegromm ersucht worden, sofort alle Vorbereitungen zu treffen und die Gemeinde- und Verwaltungsbehörden mit entsprechender Weisung zu versehen. Kein außenpol.tischerKurSwechsel Ein Interview mit dem neuen Pressechef. Paris. 2. Febr. (ERD.) Ein Sondervertreter des „Jntransigeant" ist an den neuen Reichspressechef, Ministerialdirektor Funk, M. d. R., mit dem Wunsch herangetreten, von ihm eine Erklärung über die Ziele der national« sozialistischen Außenpolitik zu erhalten. Die Erklärung, die ihm hierauf zuteil wurde, hat nachstehenden Wortlaut: „Wenn Sie mich nach den Zielen der nationalsozialistischen Außenpolitik fragen, dürfen Sie vor allem nicht übersehen, daß bereits seit Jahren die letzten Reichskabinette sich bemüht haben, wesentliche Teile des außenpolitischen Programms der RSDAP. sich anzueignen, um der Bewegung den Wind aus den Segeln zu nehmen. Der sogenannten, von uns immer und immer bekämpften Crsüilungspolitik, die Deutschland nur immer tiefer in nationales und wirtschaftliches Elend führen sollte, muhte der Rücken gekehrt werden. Es begann offen der Kampf um die Beseitigung der Reparationen, der Kampf um die Gleichberechtigung. Dieser Kampf wurde mit geistigen Waffen geführt. So ist auch bereits neulich von berufener Stelle festgestellt worden, dah auch die neue Regierung den Wunsch hat, mit aller Welt in Frieden und Freundschaft zu leben und entsprechend dieser ihrer Grundeinstellung ihre Ziele zu verfolgen. Unsere Politik kann sich daher auch nur gegen denjenigen richten, der sich der Erfüllung der gerechten Forderungen des deutschen Volkes, das in dem Versailler Vertrag vielfach eine Verletzung der Wilsonschen Punkte erblicken muh, entgegen st eilt. Wir führen hierbei einen „Prozeh gegen Unbekannt", und naturgemäß ist derjenige, aber auch nur derjenige, der uns unseren Platz an der Sonne mißgönnt, unser Gegner. Der deutsche Rationalismus ist gewiß insofern ein positiver, als er für sich dieselben Rechte beansprucht, die ein jeder seiner Ehre bewuhte Staat für sich und seine Volksgenossen verlangt. Er ist aber auch ein negativer insofern, als e« jedem Volk seine Existenz gönnt und jede Einmischung in die Rechte und Lebens- bedingungen anderer Völker ablehnt und verurteilt." Meine politische Nachrichten. Wie wir erfahren, werden Reichspräsident vonHindenburg und wohl auch eine Reihe von Mitgliedern des Reichskabinetts Freitagabend dem Reit-undFahrturnierausderGrünen Woche beiwohnen. Der Reich'skommissar für das Preußische Kultusministerium, Professor Dr. K a e h l e r, hat dem Reichskommissar für Preußen, von Papen, sein Rücktrittsgesuch überreicht. Popen bat das Gesuch entgegengen om men. Professor Dr. Koehler wird die Geschäfte tw zur Ernennung seines Nachfolgers weiterführen. Der Führer der Deutschnationalen Volkspartei, Dr. H u g e n b e r g, Hot nach Verkündung der Auflösung des Reichstags den Parteitag der Deutschnationalen Volkspartei zum 12. Februar nach Berlin einberufen. — Da Dr. Hu- genberg durch die Uebernahme der Wirtschaftsministerien an der regelmäßigen Ausübung seiner Tätig- Neu ist der Einzelfall, Umwelt und Schauplatz, der etwas farblos als eine Stadt in Norddeutschland bezeichnet wird. Wer Ohren hat zu hören, dem kann nicht entgangen sein, daß dieses Stück vom Frühlingserwachen in Potsdam spielt. * An einem Schauplatz also, der für so jugendlich- stürmiscke Regungen nach Tradition, Charakter und Atmosphäre höchst ungeeignet ist. Wir befinden uns in einem Stift für adlige Fräuleins, für junge Mädchen, die hier im spartanischen Drill einer Kadettenanstalt erzogen werden sollen. Aus der Menge der in der Anstaltstracht uniformierten Mädchen hebt sich ein kleines Einzelfchickfal, die jugendlich unreife und unfertige Individualität einer neuen Elevin heraus. Dieses Mädchen, obwohl aus der gleichen Sphäre stammend wie alle übrigen hier, läßt sich nicht etnfügen in Ordnung und System des Instituts; sein mißhandeltes und mißverstandenes Gefühl revoltiert, verwirrt und verstrickt sich hoffnungslos und findet am Ende als letzten „Ausweg" nur noch die Kraft, sich auszulöschen. * Auch auf der „Gegenseite", unter den Erzieherinnen, hebt sich kraft ihrer Persönlichkeit eine heraus; sie fjat Verständnis und Gefühl für die Verwirrung und Ratlosigkeit der jungen Elevin, die wiederum in einem schwärmerisch-überschwänglichen Aufbruch ihr Herz ganz an diese Lehrerin verliert. Das ist natürlich gegen die Regel; ein unmöglicher Zustand schon im Geheimen. Und als dieser Ausnahmezustand durch einen törichten Zufall und unter mehr komischen als traurigen Umständen an den Tag kommt, da ist das Schicksal des kleinen Fräuleins entschieden. Die geliebte Lehrerin vermag ihr weder ihr „Verbrechen" begreiflich zu machen noch sie vor dem Aeußersten zu bewahren: während die Erzieherin, nun selber revoltierend gegen den Geist des Stifts und dessen Leiterin, für ihren Schützling sich einsetzt, ist das Unglück schon geschehen. * Die hier im Umriß angebeutete Handlung be- schränkt sich übrigens nicht, wie aus der lockeren Technik geschlossen werden könnte, auf eine (woyl aus eigener Erfahrung der Autorin geschöpfte) eindringende Milieuschilderung im Bilderbogenstil. Zwar kommt die eigentlich entscheidende Auseinandersetzung erst im letzten Bild; doch ist zwischen dieser und der ersten Szene — was eben das Schau- spiel als Drama qualifiziert — der gedrängte Ablauf einer inneren Entwicklung sichtbar gemacht worden: bas kann auch durch die gelegentlich ziemlich feit als Parteiführer gehindert ist, hat Dr. von Winterfeld die ständige Vertretung des Parteiführers übernommen. Neuordnung der Führerscheine für Kraftfahrzeuge. Berlin, 2. Febr. (WTB.) Der Reichsverkehrs. Minister legte in der heutigen Sitzung des Reichsrates eine Novelle zur Kraftfahrzeugverordnung vor, die die Zustimmung der aggressive Schärfe der Dialektik und der Charakterzeichnung nicht verdeckt werden. — * Was die Aufführung angeht, so ist zu wünschen, daß unsere Leute in Koblenz ebenso vorteilhaft abschneiden und einen so angenehmen Eindruck hinterlassen, wie die Koblenzer bei uns. Die Inszenierung des Intendanten Bruno Schoenfeld stand in jedem Bild auf beachtlichem Niveau: sie bewies, worauf es hier ankommt, vor allem einen spürsinnigen Instinkt für die Schaffung der eigentümlichen Atmosphäre, aus der heraus das Schauspiel seinen inneren Antrieb und seinen dramatischen Nerv erhält; einige dialektische und darstellerische lieber- belichtungen haben die unmittelbare Bühnenwirkung eher gesteigert als geschwächt. Aus dem gepflegten und sehr sauber zusammenarbeitenden Ensemble entwickelte sich Spiel und Gegenspiel in interessanter, geschickt gestufter Einzeldarstellung. — Dazu auf der Drehbühne die gut gesehenen Bühnenbilder von Löffler, die in ihrer betonten Kargheit die gei- füge Landschaft des Stückes unmißverständlich ab- grenzten. Zufall ober Absicht —: die Darstellung im einzelnen war stellenweise der Filmbesetzung überraschend angenähert. Erika Z w e t g e r t als Manuela: eine starke junge Begabung mit ausgesprochener Eignung für den problematischen Charakter ihrer Rolle, mit der richtigen Witterung für die differenzierte Charaktermischung und die frühreifüberhitzte Gefühlslage des empfindsamen Adelsfräuleins. Die Entwicklung war in ihrer gebrochenen Kurve ganz folgerichtig nachgezeichnet; einige dialektische Ueberfteigerungen werden sich einebnen. Die darstellerisch reifste Leistung bot wohl Nelly Lenzals Fräulein von Bernburg: sehr sympathisch, sehr sicher in der Wahl ihrer Mittel, geistig und gefühlsmäßig gleichmäßig überzeugend; abgerundetes Bild einer reifen und menschlich wertvollen Persönlichkeit. » Hedwig Schlichter, Berlin, spielte als Gast die Rolle des Fräuleins von Kesten, in der wir sie im Film kennen gelernt haben, im Schauspiel mit derselben Eindringlichkeit und einer überaus treffend pointierten Umrißzeichnung. Olga Hage- bauer als Oberin: kategorisch drohende Verfechterin des Potsdamer Imperativs; im Typus an die i Filmdarstellerin erinnernd, gelegentlich knapp an der I Karikatur vorbei, was aber mit an der Rolle liegen I mag. — Das Gießener Stammpublikum feierte Sondervertreter fand. Danach werben die Füh» r e rscheinkla f s en 3 a und 3b z u einer neuen Klasse zusammengelegt. Die alten Führerscheine dieser Klassen sind künftig einander gleichwertig. Außerdem wird eine neue Kleinwagenklasse 4 für Fahrzeuge bis zu 400 Kubikzentimeter Hubraum geschaffen, die unter den gleichen Voraussetzungen wie der Kraftrad- führerschein erworben werden kann. Das bedeutet eine große Verbilligung. Wiedersehen mit Ilse Jahn, die sich erfreulich herausgemacht hat und mit naiver Unbekümmertheit und erfrischendem Temperament einen richtigen Backfisch spielte. Die Damen 21. Hoster, H. R au - nach, Erna Bonn, Betty Peters, Maria Neuburger und Irmgard Hahn zeichneten sich mit hübschen Leistungen aus. * Die Gäste wurden mit lebhaftem und verdientem Beifall willkommen geheißen. hth. Oie schielende Katze. In Amerika gibt es unter mancherlei verrückten Klubs solche, die Wettbewerbe veranstalten, um alljährlich den Münchhausen von USA. zu ermitteln. In diesem Jahre wurde der Meistertitel einem gewissen Mac Carthy auS Denver zugesprochen für seine Gefchihle von der schielenden Katze, bei deren Anblick die Mäuse vor Schreck tot umfielen. Er erzählte: „Ich war Ingenieur in einer Mühle. Reben mir gab es dort sehr oieie Mäuse, zu deren Vertreibung ich eine Katze kaufte. Diese Katze aber war faul, und zwar so faul, dah sie sich von den Mäusen das eigene Futter wegfressen lieh. Eines Tages fiel die Katze auf ihre Beine. Rechtes Vorderbein gebrochen. Ich amputierte sie und gab der Katze ein Holzbein. Von diesem Tage an, meine Herren, Sie mögen das glauben oder nicht, wahrscheinlich werden Sie es nicht glauben, war die Katze ein anderes Tier ge* worden. Sie war wie umgewandelt und fing die Mäuse. Wie? Ganz einfach, indem sie ihre Holzpfote als Keule benutzte und die Mäuse totschlug. Oft schlug sie fünfzehn Stück in der Minute tot. Den Rekord hält sie mit 4704 Mäusen in 49 Tagen. Plötzlich bemerkte ich aber an den toten Mäusen eine sonderbare Veränderung. Ihr Haar sträubte sich in der entgegengesetzten Richtung. Ich forschte nach und fand bald die für die Mäuse haarsträubende Tatsache. Die Katze hatte sich an einem Pfosten aufgestellt, der ein Loch hatte. Mit einem Auge sah die Katze durch das Loch, und mit dem anderen schielte sie um den Pfosten herum. Wenn Sie jemals", so schloß der preisgekrönte Lügner seine Geschichte, „eine schielende Katze gesehen haben, dann werden Sie wohl wissen, weshalb die Mäuse vor Schreck tot umfielen und sich nicht mehr tvtschlagen zu lassen brauchten." Letzte Vegegmmg mit Alfred Wegener. Deutscher Forscherkampf um Grönland. — Oer Tod im ewigen Eis. Der Tod des Polarforschers Alfred Wegener im Jahre 1930 inmitten der Eiswüste Grönlands hat zu vielen Erörterungen und Vermutungen Anlaß gegeben. Im Zusammenhang damit ist eine Darstellung beachtenswert, die ein Teilnehmer der damaligen Grönland-Expedition, Karl Schis, zur Verfügung gestellt hat. Er schildert darin seine Begegnung mit Wegener einige Zeit vor dessen Tod. Karl Schis befand sich Ende September als Mitglied einer Hilfsexpedition mit zwei Propellerschlitten au fdern Rückweg von der Station Eismitte zum Hafen Umanaf an der Westküste Grönlands. Auf dem etwa 500 Kilometer langen Weg sollte die Eignung der Propellerschlitten erprobt werden. Ungefähr 300 Kilometer von Eismitte entfernt traf die Expedition auf Wegener, der eine mühsame Fahrt gehabt hatte. Mit dreizehn Hundeschlitten war er von der Station West los- gezogen und geriet unterwegs von einem Schnee- sturm in den anderen. Die Verhältnisse gestalteten sich so schwierig, dah er 100 Kilometer von der Station West entfernt, die übrigen Expeditionsteilnehmer mit zehn Hundeschlitten wieder zurückschickte. Wegener setzte nach dieser kurzen Begegnung mit der Hilfsexpedition seine Reise nach Eismitte fort, wo er am 31. Oktober mit seinem Begleiter Dr. Löwe und einem Eskimo wohlbehalten anlangte. Dr. Löwe blieb hier zurück, Während Wegener und der Eskimo nach einigen Tagen wieder den Rückweg nach Westen antraten. Man versuchte ihn von diesem Vorhaben abzubringen, da im Rovemb;r der Polarwinter mit seinen bedeutend tieferen Temperaturen beginnt. Gemessen wurden im Jahre 1930 auf der Station Eismitte als tiefster Stand —65 Grad, während im Polarsommer die Temperaturen sich zwischen 0 und —20 Grad bewegen. Lieber die letzte Fahrt nun, Wegeners Todesfahrt, erhält man nur aus den vorgefun- denen Aufzeichnungen einigen Aufschluß. Schon in den ersten Tagen der Reise sind bei der großen Kälte einige Hunde erfroren. Schließlich blieb nurmehr ein Hundeschlitten übrig, den der Eskimo übernahm. Wegener folgte auf Skiern. 189 Kilometer von der Westküste entfernt, ist Wegener gestorben. An dieser Stelle fand man später zwei Skier, die aus dem Schnee herausragten und stieß beim Rachgraben auf die Leiche Wegeners. Der Eskimo hatte ihn eingegraben und wird dann höchstwahrscheinlich auch umgekommen sein, denn man hat von ihm nichts mehr vernommen. Beide werden an Erschöpfung zugrunde gegangen sein. Alle Aufzeichnungen wurden be ider Leiche Wegeners vorgefunden, und nur über die letzten Stunden Wegeners wird man nie etwas erfahren. Aus aller Wett. Eine Ehrung der allen „Emden" durch die auslralische Regierung. An Bord des soeben aus Australien nach Hamburg zurückgekehrten Hapag-Dampfers „Magdeburg" befand sich in einer Eiskiste ein Eisblock mit einem eingefrorenen Lorbeerkranz, der die Reichsmarine als Empfänger hat. Der Kranz wurde von der australischen Regierung auf den Weg gebracht und ist eine großzügige Anerkennung des deutschen Mutes. Ursprünglich wurde der Kranz am 9. Rovember v. I. in Sydney an dem Siegesdenkmal, das man dem Andenken an die Vernichtung der „Emde n" einst errichtete, niedergelegt, dann aber fortgenommen und über die deutsche Botschaft nach Deutschland geschickt. Der Kranz hat die Reise im Eis gut überstanden. Da der Chef der Reichsmarine seine Entscheidung noch nicht gefällt hat, wohin der Kranz gebracht werden soll, muh er bis auf weiteres in einer Lagerhalle warten. Man verhandelt zur Zeit noch zwischen Berlin und Wilhelmshaven, wo man in der Garnisonkirche den Kranz niedergelegt sehen möchte. Drei Erwerbslose beim äohlensammeln erstickt. Im Tagebau des „Einigkeit"°Schachtes in Zuckmantel bei Teplitz-Schönau wurden drei junge Arbeitslose aus Eichwald in einer brennenden Kohlenstaubhalde t o t aufgefunden. Sie waren in den Schacht gekommen, um Kohlen zu stehlen. Anscheinend haben sie gefroren und sich auf den wannen Boden gelegt. Dort drangen Kohlengase hervor, an denen sie erstickten. Dnternafionale Kirchenberatungen in Berlin. Die Tagung des Exekutivkomitees des Weltbundes für internationale Freund- schaftsarbeit der Kirchen in Berlin hat nach viertägigen Beratungen ihren Abschluß gefunden. Die Verhandlungen, an denen führende Kirchenmänner aus Deutschland, Amerika, England, Frankreich, Schweden, Dänemark, der Schweiz und anderen Ländern teilnahmen, galten u. a. den Vorbereitungen einer Konferenz in Sofia, die sich mit der Frage der Revision der Friedensverträge unter religiös-sittlichen Gesichtspunkten beschäftigen wird. Ferner sollen schwebende Fragen der religiösen Minderheiten behandett werden. Sämtliche Magdeburger Schulen wegen Grippe geschloffen. Auf Anordnung des Kreisarztes und im Einvernehmen mit den Aufsichtsbehörden wurden die höheren, mittleren und Volksschulen sowie die Berufsschulen in Magdeburg wegen der zahlreichen Grippeerkrankungen der Lehrer und Schüler bis zum 8. Februar geschlossen. Hilfsärzte für die Berliner Krankenhäuser gesucht. Wie das Städtische Rachrichtenamt Berlin mit» teilt, werden infolge der wachsenden Zahl von Grippeerkrankungen Assistenz- und Hilfsärzte für die städtischen Krankenhäuser gesucht. Meldungen werden von der Zentrale der Gesundheitsverwaltung der Stadt Berlin entgegengenommen. Das Rheineis an der Loreley in Bewegung. Auf dem Rhein ist das P a ck e i s an der Loreley bei St. Goarshausen, das bis über Caub hinausreichte, in Bewegung gekommen. Lediglich an der Pfalz flauen sich die Eismassen noch etwas. Das Eis treibt langsam ab; daher besteht keine Gefahr, daß es Schaden anrichten könnte. Im übrigen sind sämtliche Schiffe In Sicherheitshäfen untergebracht. lener. en Ei-, UL Ms. Nr Wegeners Todes. "Dor9efun, Kn Ausschluß. e*le sind bei der "Uten übrig ^nn folgte auf W entfernt; N sand man ^nee heraus- ™ aus die Leiche lyn eingegraben ? auch umgekom- ^UchtS mehr Schöpfung Alle Aufzeich. Wegeners borge. Stunden L8ege> en. ien bi, >. Sb ,'äüj, I.. V'« und Z in der 'zehn 6tu£it 4Z- »Ä M , ,ch'->Ä Wl» Z Aus der Provinzialhauptstadt. ** Eine amtliche Verkaufsstelle für Po ft Wertzeichen ist, wie das Postamt uns mit» teilt, bei H. W. Fahrenbach in Gießen, Frankfurter Straße 73, eingerichtet worden. Sterbefälle in Gießen. 3n der Zeit vom 15. bis 31. Januar verstorben in unserer Stadt: 17. Wilhelm Adam, 1 Jahr, Crdkauter- weg 50; Otto Ottilie, Gewerkschaftssekretär, 52 2ahre, Schanzenstraße 18; Christine Ottilie, geb. Stöhr, 46 Jahre. Schanzenstraße 18; 19. Heinrich Stein, Heizer i. R., 74 Jahre, Lonystraße 20; 20. Wilhelm Siepmann, Rentner, 60 Jahre, Ludwigstraße 44; Emil Peth, Student der Ra- turwissenschaft, 29 Jahre, Landmannstraße 20; 21. Barbara Kühr, geb. Heidelbach, Witwe, 75 Jahre, Draugasse 7; Juliane Preih, geb. Koch, 60 Jahre, Ederstraßc 6; Georg Christ. Zugführer t R.. 65 Jahre, Stephanstrahe 32; 23. Erich Stern. Kaufmann, 29 Jahre. Rordanlage 9: 24. Auguste Lambinus. geb. Hasenclever, Witwe, 86 Jahre, Ludwigsplatz 11; 25. Katharine Steitz, Sabrikarbeiterin, 60 Jahre, Liebigstrahe 41; 26. QUaric Müller, geb. Weinhardt, 75 Jahre, Liebig- straße 64; 27. Philipp Belten, ohne Beruf. 73 Sayre, Drandgasse 7; 29. Karl Wigandt. Schlossermeister. 82 Jahre, Löberstrahe 5; Albert Schroeder, Telegraphensekretär i. R., 82 Jahre, Muhlstrahe 29; 30. Ernestine Sack, geb. Baupel, Witwe, 74 Jahre, Goethestraße 31; Heinrich Schneider, Eisenbahnoberschaffner i. R., 77 Jahre. Wllsonstrahe 2; Christina Eich, geb. Müller, 56 Jahre, Druchstraße 28; 31. Karl Heinz Gebhardt, 3 Monate, An der Kläranlage 88; Louis Gemme, Brauereidirektor, 68 Jahre. Moltke- strahe 32. v* Erleichterungen für den Reiseverkehr nach der Schweiz und Frank» E.e i ch. Unter Hinweis auf die kürzlich mit der Schweiz und Frankreich vereinbarten Erleichterungen für den Reiseverkehr hat der Reichswirtschaftsminister angeordnet, daß künftig auch die Heber- bringung von Reisekreditbriefen und Akkreditiven inländstcher Devisenbanken nach der Schweiz bzw. nach Frankreich ohne Vorliegen einer besonderen Kräfte der Gtaaisführung. Der Deutschnationale Handlungsgehilsen-Ber- band. Ortsgruppe Gießen, hielt im Cafe Leib eine Mitgliederversammlung ab, in der für das ver- binberte BerwaltungSmilglied Habermann (Hamburg) das Berwaltungsmitglied des DHD. Georg Drost (Hamburg) über das Thema Kräfte der Staatsführung" sprach. " Der Redner erinnerte zunächst daran, daß seit Jahren vom DHB. dringend gewünscht wurde, die große nationalsozialistische Bewegung an die Staats sührung heranzubringen. Ziel dieses Wunsches sei gewesen, eine Synthese der beiden weltanschaulich verankerten Gruppen, der Rational- sozialisten und des Zentrums zu finden. Rur wenn die große Bewegung der Rationalsozialisten zur Staatsführung hcrangczogcn werde, könne eine Beruhigung unserer politischen Ber- hältnisse eintreten. Die Aufgabe, die der neue Reichskanzler übernehme, sei ungeheuer groß und schwer, und jeder verantwortungsbewußte Deutsche könne nur wünschen, daß es dem Reichskanzler gelingen möge,, das deutsche Volk zur wahren Volksgemeinschaft zu führen. Der DHB. müsse aber aus seiner Verantwortung gegenüber dem Kaufmannsgehilfenstande deutlich zum Ausdruck bringen, daß Kräfte im neuen Kabinett wirkten, deren sozialreaktionäre Haltung und Taten in der Bergangenheit die schärfste Abwehr der nationalen Kaufmannsgehilfen herausforderten. Das Wirken dieser Kräfte in der Staatsführung müßten die Kaufmannsgehilfen mit größter Besorgnis und tiefstem Mißtrauen erfüllen. Es bleibe zu hoffen und zu wünschen, daß es dem Kanzler gelingen möchte, diesen Kräften Einhalt zu gebieten, damit durch einen sozialreaktionären Kurs die Synthese national-sozial nicht Schaden leide. Der Redner zeigte dann die Kräfte, auf die sich eine Staatsführung stützen müsse. In der Weimarer Derfassung stehe: „Der Wille geht vom Bolle aus." Das wäre an sich richtig. Die Dynastien, die früher d^e tragenden Kräfte der Staatsführung waren, bestünden nicht mehr. Das Reichsoberhaupt, der Reichspräsident, werde vom ganzen Bolle gewählt, wurzele also tief im Bolle. Ebenso werde der Reichstag vom Volke gewählt und entspreche somit dem Bolkswillen. Run hätten wir es aber nach unserer Berfassung in der Ber- aangenhert mit dem Regieren nicht weit gebracht. Also frage es sich: Ist das deutsche Volk nicht fähig, an der Leitung seiner Geschicke selbst teilzunehmen? Das würde wahrscheinlich niemand zugeben wollen, und es sei auch nicht richtig. Es dränge sich die andere Frage auf, ob etwa die Form, unter welcher die Mitbxteiligung sich vollzieht, nicht richtig sei. Eine autoritäre Staats- sührung, die nicht durch das Bertrauen des Bolkes untermauert sei, könne auf die Dauer nicht bestehen. Die Weimarer Derfassung habe erhebliche Mängel und Lücken gezeigt, und es stehe heute fest, daß sie nicht der Weisheit letzter Schluß sein könne. Grundsätzlich aber müsse das Dolk selbst mit die Berantwortung tragen. Der Weg der Schaffung eines Ständeparlaments als Kontrollorgan des Reichstages habe viel für sich und spiele eine große Rolle. Sicher sei. daß man zu neuen Formen in der Staatsführung kommen müsse. Je mehr und je verantwortungsvoller man das Volk an der Gestaltung der Staatsführung beteilige, um so stärker werde die eigentliche Staatsführung sein. Echte Führungskräfte müßten Leistungen entsprungen sein, sie mühten getragen werden von dem Bertrauen und der Treue der Gefolgschaft zum Führer. Kein Knechtsgehorsam, sondern die verantwortungsfreudige Llnterordnung der Gefolgschaft unter den durch Leistung zur Führung Berufenen. Rur eine Führung, die sich auf ein solches Ber- trauensverhältnis zur Gefolgschaft berufen könne, sei von echten Kräften getragen. Starker Beifall dankte dem Redner für seine Ausführungen, an die sich eine lebhafte und teilweise tiefschürfende Aussprache anschloß. Herr B r o st gab in einem Schlußwort auf verschiedene Anfragen Auskunft, nahm zur Aussprache Stellung und faßte in großen Zügen nochmals das Wesentliche seiner Rede zusammen. Ortsgruppenvorsteher Schwarz schloß mit herzlichem Dank an Redner und Anwesende den Abend. Daten für Freitag, Z.Februar. 1721: der Reitergeneral Friedrich Wilhelm von Seydlitz in Kalkar geboren; — 1809: der Komponist Felix Mendelssohn-Bartholdy in Hamburg geboren; 1813: Ausruf Friedrich Wilhelms III. zur Bildung freiwilliger Iägerkorps; — 1845: der Dichter Ernst von Wildenbruch in Beirut geboren. Schöffengericht Gießen. * Gießen, 1. Febr. Aus der Untersuchungshaft wurde der Feld schütz einer Nachbar gemeinde vorgeführt, um sich wegen schweren Dieb- st a h l s zu verantworten. Einem Landwirt waren in den beiden letzten Jahren etwa 40 Zentner Frucht vom Speicher gestohlen worden. Lange Zeit wußte man nicht, wo der Dieb zu suchen sei. Schließlich wurde eines Tages, als niemand im Haufe anwesend und der bestohlene Landwirt mit feiner Familie auf dem Felde war, der Feldschütz in der Hosreite des Landwirts unter verdächtigen Umständen von einem Einwohner gesehen. Als der Landwirt, der hiervon erfahren hatte, gleich nach seiner Rückkunft Nachforschungen anstellte, fand man in der Scheune unter Häcksel versteckt zwei Sack Frucht. Der Feldschütz, zur Rede gestellt, gestand ein, daß er durch das Fenster eingestiegen wäre und die beiden Säcke Frucht vom Speicher geholt hätte, um sie abends fortzuschaffen. Außerdem gab er zu, daß er kurz zuvor aus ähnliche Weise zwei Sack Frucht weggeschafft hätte. Aus Drängen des Bestohlenen unterschrieb er mehrere Schuldscheine über Beträge, die den Wert der zugestandenermaßen gestohlenen 4 Zentner Frucht weit überschritten. Hieraus und aus anderen Umständen kam das Gericht zu der Ueberzeugung, daß der Angeklagte sämtliche dem Landwirt in den beiden letzten Jahren abhandengekommene Frucht gestohlen hat. Im übrigen wurde er auch eines Vergehens der Amtsunterschla» g u n g für schuldig befunden. In seiner Eigenschaft als Feldschütz hatte er Ortsfremden, die sich unerlaubterweise mehrere Zentner Kartoffeln zusammen- getragen hatten, diese abgenommen, die er dann für sich verbrauchte. Ferner hatte er sich der Hehlerei insofern schuldig gemacht, als er mehrere Zentner Frucht, die er von Frauen und Söhnen von Landwirten hinter deren Rücken und gegen deren Willen erhalten hatte, seines Vorteils wegen teils an einen Handwerker, bei dem er Schulden abzutragen hatte, und teils an einen Fruchthändler absetzte. Obwohl diese den Sachverhalt kannten, scheuten sie sich nicht, trotzdem die Frucht abzunehmen. Sie mußten sich jetzt gleichfalls wegen Hehlerei verantworten. Gegen sie wurde wegen Hehlerei aus Gefängnis st rasen von 3 Monat, b z w. 2 Monat erkannt. Der angeklagte F e l d sch ü tz wurde wegen fortgesetzten schweren Diebstahls, Amtsunterschlagung und Hehlerei zu einer Gesamtstrafe von 1Jahr2MonatGesängnis verurteilt. Ein wegen Betrugs wiederholl vorbestrafter Reisender hatte einige Landwirte dadurch um 50 Mark, bzw. 30 Mark geschädigt, daß er diesen der Wahrhell zuwider vorspiegelle, sie sollten gegen Zahlung einer Kaution als Bezirksvertreter für Futterartikel angeftetit werden, während sie in Wirklichkeit Bestellscheine auf festen Bezug mehrerer Zentner Futterkalk unterzeichneten. Wegen Betrugs im Rückfall wurde gegen ihn unter Zubilligung mildernder Umstände auf eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten erkannt. Industrie- und Handelskammer Friedberg. Die Industrie - und Handelskammer Friedberg hielt am Dienstag ihre erste 2ah- ressihung ab. Bei der Wahl des Vorsitzenden wurde Herr Louis Hirsch (Friedberg) zum Borsitzenden der Kammer einstimmig wiedergewählt. Zu Stellvertretern wurden die Herren Karl Fr. L. Hinkel (Bilbel) und Wilhelm Krauß (Bad-Rauheun) einstimmig gewählt. Der Borsitzende führte die neugewählten Mitglieder, die Herren Franz Weber und Dr. Gustav Schwarz (Friedberg), Heinrich. WeGenehmigung bis zum Höchstbetrage von 500 RM. über die Freigrenze hinaus je Monat und Person zulässig ist, sofern und sowett die Beträge in den Pässen vermerkt sind. ” Der „Hubertus", Verein weidgerechter Jäger, Sitz Gießen, hielt, wie man uns berichtet, am Mittwoch im „Hessischen Hof" seine Februaroersammlung ab. Nach Bekanntgabe Der- schiedener Neuanmeldungen und -aufnahmen sprach Geheimrat Prof. Dr. O l t über die „Fuchsräude", die in den Revieren um Gießen in auffallend starkem Maße auftritt. Bezüglich der Frage der Heber- tragbarfeit auf den Hund, die den Jäger vor allem interessiert, führte der Redner aus, daß seither alle Versucye einer Uebertraaung negativ verlaufen wären, also eine bewußte Uebertragung nie geglückt fei. Es sei daher wenig wahrscheinlich, daß sie überhaupt möglich sei. Komme sie tatsächlich vor, und handele es sich nicht um eine andere von Hund zu Hund übertragene Räude, so sei ihre Bekämpfung am Hund bei der in Frage kommenden Art nicht schwer. Der Vortragende berichtete ferner über die Fallwilduntersuchungen, die sein Institut in diesem Winter oornahm. Während in der nassen Jahreszeit Hasen stark litten, hörten die Eingänge mit dem Frost auf. Beim Rehwild treten immer wieder Magen- und Darmentzündungen auf, bei denen sich Bodenteilchen in diesen Organen nachweisen lassen. Ursache: Salzhunaer; Bekämpfung: reichliche Anlage von Salzlecken. Auffallend groß ist die Zahl der mit Rißwunden wildernder Hunde eingelieferten Stücke. Energischeres Vorgehen gegen diese Jagd- schädlinge und ihre Besitzer (Schadensersatz!) ist dringend geboten. Heber den Bezug von Fasanen und die Technik des Aussetzens sprach Ingenieur Pascoe, während Studienrat H ö l a e I über den gemeinsamen Bezug wichtiger Dinge für Iagdhege, wie Wieselfallen, Lecksteine u. ä. sich verbreitete. Den Abschluß der anregenden Versammlung bildete der Vortrag und die Besprechung des Themas „Heber die Möglichkeiten des Schrotschusses". **SportkampfgemeinschaftimHunde- spor t. Die Polizei- und Schutzhunde-Vereine Gießen, Wieseck, Lollar und Großen-Buseck, die sich seit etwa zwei Jahren zu einer Sportkampsgemeinschaft zusammengeschlossen haben, hielten am Sonntag in der Gastwirtschaft von Weller in Wieseck ihre zweite Jahreshauptversammlung ab. Der Vorsitzende der Gemeinschaft brachte in feinem Jahresbericht zum Ausdruck, daß innerhalb der Vereine wertvolle Arbeit geleistet, und der Wellbewerbsgedanke in der Gemeinschaft durch enge sportliche Zusammenarbeit gefördert wurde. Bisher wurden zwei Sportwett- kämpfe, in Wieseck und in Alten-Buseck, abgehalten, die einen schönen Verlauf nahmen. Als Ort der Prüfung für das Jahr 1933 wurde Lollar durch das Los bestimmt. Die Prüfung findet voraussichtlich Ende September 1933 statt. Die Dorstandswahl fand mit der einstimmigen Wiederwahl des bisherigen Vorstandes schnelle Erledigung. Mit dem Wunsche zu weiterer gedeihlicher Zusammenarbeit wurde die Versammlung geschlossen. b c r (Bad-Rauheim) und Ewald M o r h e n n (Hirzenhain) in ihr Amt ein. Rach einem Rückblick des Borsitzenden über das abgelaufene Wirtschaftsjahr 1932 erstattete der Syndikus der Kammer, Herr Dr. Göbel (Friedberg), den ausführlichen Jahresbericht der Geschäftsführung. Ec zeigte, wie die Kammer im vergangenen Jahre auf allen Gebieten der Wirtschafts-, Finanz- und Berkehrspolitik bestrebt war, die Interessen der bezirkseingc- sessenen Firmen in diesen Zeiten verschärfter Wirtschaftskrise wahrzunehmen. Die gegenwärtige Wirtschaftslage wurde eingehend erörtert. Hierbei wurde betont, daß die Rotlage in den mittelftänblcri* schen Industrie- und Handelszweigen mindestens ebensogroh sei, wie die einzelner Teile der Landwirtschaft. Richt dringend genug könne vor einseitigen Schutzmaßnahmen gewarnt werden. Jede zu weitgehende Ausdehnung des Bollstreckungsschutzes müsse zu einer Lahmlegung von Handel und Gewerbe, zugleich aber auch zu einer Kreditabschneidung für die noch gesunden Landwirtschaftsbetriebe führen. Die Interessen von Industrie, Handel und Landwirtschaft seien untrennbar miteinander verbunden. Richt zu unterschätzen seien auch die Schäden, welche durch die politische Beunruhigung der Wirtschaft zugefügt würden. Cs könne deshalb die Forderung nach einer ruhigeren und stetigeren Gestaltung ber politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse nicht deutlich genug erhoben werden. Im weiteren Berlauf der Sitzung wurde erneut die Rotwendigkeit der Herabsetzung der Gebühren für die Eintragung ins Handelsregister betont. Schließlich fanden verschiedene Angelegenheiten, wie Berkausszeit für Automaten, Reuregclung des Kleingutver- kehrS, Rabattfrage^ usw. ihre Erledigung. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 1230 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Zwei Berliner Portiers erzählen. Unpolitischer Brief aus der Reichöhauptstadt. Don per Schtoenzen. Ein Schulaufsatz über den Portier Hütte zu beginnen: „Der Portier zerfällt in zwei Teile ..." Nämlich in den eigentlichen Portier und in den „Wagenmeister". Dieser Meister, wie der Engel vor das Paradies gestellt, überragt um Haupteslänge alle Passanten. Seine weißbehandschuhten Hände fliegen wie Tauben des Himmels auf und ab, richtungweisend und beruhigend dirigieren sie die edle Meute der Motoren, die oorm Portal schnaubt. Ihn, den Vater der Himmelstochter, der Ordnung, muß ich sprechen. Aber wie? Etwa von links unten zu Fuß das tressengeschmückte Haupt an- quatschen? Ausgeschlossen! Also nehme ich eine Tore, 30 Meter vorm Hotel, gebe dem Schofför fünfzig Pfennige und lasse mich vors Portal fahren. Der Wagenmeister tritt prächtig wie ein Kosakenhetman an den Wagenschlag — ein würdiger Kontakt ist gegeben ... ,Jo, was soll ich Ihnen sagen? Sehen Sie, das Amt des Wagenmeisters hat seine unsichtbare Seite. Wagen links und rechts zu winken, eine Hand an den Wagengriff, die andere an den Mützenrand zu führen, das ist nur die äußere Parade. Aber ber feine Blick, der macht's! Mit einem Gesicht, vorn linken bis zum rechten Ohr nichts als Diskretion, muß man feine Leute durchschauen. Ob echt, ob Talmi. Ich sage Ihnen, es gibt Portiers, die erkennen einen Fassadenkletterer an der Art, wie er aus dem Auto steigt! Die Fingerspitzen — die machen den Portier aus, und nicht das Längenmaß, vor dem die oberflächliche Well den nötigen Respekt empfinden soll." „Unb wie ist der Werdegang von Kindesbeinen bis zur Position am Portale?" „Nun, bis zum Jünglingsalter ist das Dasein bekanntlich Privatsache. Dann kriegt man als Kellnerlehrling den ersten Schliff, dann geht's ins Ausland, um Sprachen, Sitten unb Gebräuche ber Nationen zu erlernen. Dann rauf auf die Entwicklungsleiter: Chef de Rang, Chef d’ Etage, Oberkellner und so weiter ..." „Bis zum Wagenmeister!" „Unb weiter noch! Wenn Sie sich hineinbemühen wollen unb mit unserem Chefportier sprechen? Er ist selbständiger Unternehmer. Denn die Portierstellen werden in ersten Hotels nicht etwa bezahlt, sie werden — verpachtet. Der Portier hat seine eigenen Angestellten, Boten und Boys. Stellen Sie sich das Auskunftssystem eines Hotels bitte so ähn- lich vor wie die Postgesellschaft der Grafen von Thum und Taxis innerhalb des damaligen Staates." Ick) trat nun in die Halle, um den Grafen von Thum Und Taxis zu sprechen. Ich wartete eine Stunde der Geduld, bis der Hausapparat den Post- minister des Luxushotels einen Moment freigab. Er bat mich in das elegante Portierbüro. .Herr Minister — bitte etwas über die Psychologie des Portierberufes." „Also: Der Portier sieht alles — aber man sieht ihm nichts an. Portier fein, heißt die Kunst der Verbindlichkeit beherrschen. Unb zwar in mindestens drei Sprachen. Er muß einfach alles wissen. Vom Spielplan der Theater über die Kursbücher bis zu den Wünschen und Affären der Gäste. Alles! Er muß ganz nach Erfordernis so aussehen können, als ob er alles — ober als ob er nichts weiß. Er muß sich für die Fälle von hundert Leuten inter effieren, als stünde seine Seligkeit aus dem Spiel. Er muß den beruhigenden Eindruck vermitteln, daß er kein privates Eigenleben besitzt. Wenn er das mit kluger Konsequenz ein paar Jahrzehnte durch hält — so ist dieses Eigenleben aufs Beste gesichert. Reportern gegenüber drückt er sich in höflichen Un Verbindlichkeiten aus, wie Sie hernach bei Durch sicht Ihres Stenogramms konstatieren können. Verzeihen Sie, ich werde benötigt.. Unb während er wieder den Oberbefehl über nimmt, während die Pagen mit eiligen Ordres wie die Adjutanten über die schweren Teppiche kreuzen, die Boys die Türen vor strahlenden Garderoben aufreißen, und die Hände des Wagenmeisters durch die Benzinwolken leuchten, verlassen mir die internationale Stätte. * Unb auf zum Gegenpol... Berlin NO. Vor uns steht der Portier eines jener Vergnügungspaläste, die mit hängenden Gärten und Tischtelephonen, mit Springbrunnen unb Licht- Effekten reklamieren. An der Wand hängt ein Pappschild: „Rundtanz", und auf dem Gange verkündet sogar eine Inschrift: „One=ftep verbaten". Der Portier wiegt laut eigener Angabe 287 Pfund und lehnt mit diesem imposanten Eigengewicht gleichwohl sehr elegant und lässig an der Wand . „Was es hier zu tun gibt? Aufpassen, daß die Gäste sich freuen und keiner sich ärgert. Jeder Aer- ger wird sofort im Keim erstickt. Denn hier nehmen mitunter die Meinungsverschiedenheiten der Gäste solche Formen an, wie sie sich mit dem vornehmen Charakter unseres Lokals nicht vereinigen lassen. In solchem Falle fordere ich die Gäste mit dem Nachdruck meiner Schwerkraft auf, sich das Eta blissement mal von außen anzusehen .. Ein Blick auf den Brustumfang des Sprechers, und ich bin entschlossen, mich auf keinen Fall „zu ärgern" ... Ich bringe in höflichem Flüsterton in bie Geschichte seines Lebens ein: „Wie ich achtzehn Jahre alt war, wollt' ich mal was Neues sehen. Ab nach Belgien, per Schub zurück. Matrose an Bord des Schnelldampfers „Cäcilie". Ringkämpfer. Weltkrieg. Mit 23 Splittern unb drei MG.-Kugeln im Balg Parole Heimat. Ringer und Ausrufer auf dem Rummel. Unb jetzt hier in gehobener Position. Ich habe allerhand mit gemacht, Herr. Wenn Sie mal einen Roman schreiben wollen, unb es fällt Ihnen nischt ein — kom men Sie zu mir — ich kenne bas menschliche Leben aus dem Effeff!" Wer könnte mehr von sich behaupten...!? Ich nicht. Sonst würde ich nicht immer wieder dazu lernen. Bisher habe ich immer geglaubt, daß ein Portier fest besoldet sei. Unb daß ich stärker als jeder Portier sei... Dies Interview hat den Irrtum berichtigt. Buntes Ein neues „Adreßbuchs für Ehikagos Unterwelt. In seinem Bestreben, das Banditentum in Chicago bis zur Eröffnung der großen Welt-Ausstellung möglichst auszurotten, macht der Bürgermeister dieser berüchtigsten Unterwelts-Stadt der Bereinigten Staaten, Anton Czermak, die größten Anstrengungen. Er hat nicht mehr viel Zeit zu verlieren, denn im Juni soll sich der Fremdenstrom aus allen Teilen der Welt nach Chicago ergießen, und bis dahin soll für Ruhe und Sicherheit gesorgt fein. Eine der wichtigsten Waffen in diesem Kamps ist die Beröffentlichung eines neuen ^Adreßbuches der Untertoelt“, in dem alle „Feinde der Oeffentlichkeit" namentlich und in der Reihenfolge ihrer Gefährlichkeit verzeichnet sind. Die Liste umfaßt die Hamen von 730 der Polizei genau bekannten „Gangsters“, von denen zwei Drittel der einst von Capone geschaffenen Organisation angehören. Man erfährt auch auf dieser Beröffentlichung zum erstenmal Genaues überden Rachfolger des im Gefängnis sitzenden Al Capone als „3ar“ der Chicagoer Hntcrtoelt. Als ., Feind der Oeffentlichkeit Rr. 1“ wird nämlich der frühere älnterbefehlshaber Capones Murray Humphries aufgeführt. Dieser Berbrecher, der früher die berüchtigten Schlachten für Capone ausfocht, soll nun an der Spitze der ganzen Bande stehen, und er hat die Organisation von einem Unternehmen, das sich hauptsächlich dem ungesetzlichen Bier- schmuagel widmete, auf ein reines „Erpresser-Geschäft" umgestellt. Mit dem Alkoholschmuggel ist heute nicht mehr viel zu verdienen. Andere Hamen der Liste gehören erbitterten Feinden CaDo- nes an. Als Rr. 2 steht unter den öffentlichen Feinden Willam White, bekannt als „Dreifinger- Jack", auch er einst ein „Leutnant" Capones, der besonders die Erpressung der Gewerkschaften durchführte. Weder Humphries noch „Dreifinger- Jack" sind von dieser Aufzeichnung erbaut, die sie in der Berbrecherliste genießen. Als sie vor kurzem wegen des Tragens von verborgenen Waffen vor Gericht erschienen, erhob ihr Rechtsanwalt entrüsteten Einspruch dagegen, daß die Damen Allerlei. von Bürgern als die „öffentlicher Feinde" durch HerausgÄe einer Liste verbreitet würden. Menschen gegenüber, die so bereits als Berbrecher abgestempelt seien, könne man von den Richtern kein unvoreingenommenes Urteil erwarten. In dem seltsamen „Adreßbuch" wimmelt es von seltsamen Spitznamen. Da erscheint an dritter Stelle William „Klondike" O'Donnell, ein weitbekannter und sehr reich gewordener Bierschmuggler. An vierter Stelle „Machine-Gun" Jack McGum, einer der gefährlichsten Männer der einstigen Leibwache Capones, der die Angriffe mit Maschinengewehren leitete. D en fünften Platz nimmt Frank Ritti ein, der die „geschäftliche Leitung" der Capone-Or- ganisation inne hatte. Ein Denkmal für die Brüder Wright. Es sind in diesem Jahre drei Jahrzehnte vergangen, seit das erste Flugzeug, von Menschenhand gesteuert, sich in die Lüste erhob. Aus bie* fern Anlaß ist jetzt den beiden Erfindern ber Flug- maschine, Wilbur unb Orville Wright, ein eindrucksvolles Denkmal an der Stelle ihres ersten Triumphes gesetzt worden. „Zur Erinnerung an die Eroberung ber Luft burch bie CB rüber Wilbur unb Orville Wright, geplant burch ihr Genie, vollenbet durch zähe Entschlossenheit und unbezwinglichen Glauben." So lautet bie Inschrift am Sockel einer riesigen weißen Granitsäule, bie sich 20 Fuß hoch am Fuße ber Kill Devil-Hügel von Rorb-Carolina erhebt. Unter ber Inschrift stehen bie Damen ber Brüder unb darunter bie Ueber- setzung einiger Berse aus einem Gedicht des griechischen Dichters Pindar. Auf den Hügeln dieses Ortes, ber sich burch seinen besonbers gleichmäßigen unb kräftigen Wind auszeichnete, haben bie Drüber brei Jahre lang ihre Gleitflug-Bersuche unternommen. Die ganze Zeit über lebten sie hier in einer Hütte, arbeiteten und experimentierten unermüdlich, begannen immer wieder von neuem, bis sie eines Tages im Jahre 1903 nicht länger die Höhe der Hügel zu ihrem Start brauchten, sondern sich mit Hilfe eines Petroleum-Motors mit ihrer Maschine von ber Ebene aus in die Lüste erheben konnten. SJL-tfpoit Zußball der Universität. Universität I — 1900 I. Ein Lokaltreffen — wenn man es so nennen will! fett handelt sich bereits um ein Rückspiel. Der Kampf wird auf dem Alniversitätssportplay ausgetragen. Das Vorspiel endete knapp mit 4:2 für 1900. Die gebotenen Leistungen seinerzeit waren nicht außerordentlich. Inzwischen hatte man die Mannschaft der Universität einen überzeugenden Sieg gegen die Mannschaft der Technischen Hochschule Darmstadt landen sehen, der einigermaßen überraschte und gleichzeitig erkennen liest, dast die Mannschaft der Studenten an Spielstarke gewonnen hat. Demgegenüber lauteten die Ergebnisse der Spielvereinigung 1900 nicht mehr so günstig, wie man es gerne gehört hätte. Man könnte daraus schließen, daß den Studenten einige Chancen zu geben wären, wenn man nicht wüßte, daß der Ausgang eines Fußballspieles nicht von den Ergebnissen vorhergehender Spiele abhängig ist. So ist auch dieser Kanipf in seinem Ergebnis nicht vorauszusagen. Rach Lage der Sache sollte aber ein spannendes Treffen zu ev- warten sein, das sicherlich viele Zuschauer an- locken wird, da ja am Sonntag voraussichtlich die Mannschaften der beiden hiesigen Vereine feiern. Süddeutschland - Zentralungani. Fuhball-Großkampf in Frankfurt. Süddeutschland hat neben seinen Endspielen diesmal noch ein Sonderereignis von Bedeutung, den Kampf zwischen Süddeutschland und Zentralungarn im Frankfurter Stadion. Der süddeutsche Verband stellt den Magyaren, die mit der aus ihren Spielen in Mitteldeutschland, Frankreich usw. bekannten Mannschaft antreten, folgende Elf entgegen: Wolf (FSV. Frankfurt); May (FSV.), Schütz (Eintr. Frankfurt); Grämlich (Eintr.), Sold (FV. Saarbrücken), Mantel (Eintr.); Grebe (Kick. Offenbach), Leichter (Union Niederrad), Pontzer (Hof), Lindner (Eintracht), Haderer (FSV- Frankfurt), bis auf drei,.Fremde" a o eine Frankfurter Städtemannschaft. Daneben gehen die süddeutschen Endspiele mit fast ungekürztem Programm weiter, da von den Endspielteilnehmern nur die beiden Frankfurter Vereine Spieler für dos Ungarnspiel abstellen. Studentenschaft und Olympiade 1936. Ruf der in Rehefeld-Hermsdorf (Erzgebirge) abgehaltenen Tagung der Kreisämter für Leibesübungen und der Vertretung der Remter für Leibesübungen von 18 deutschen Hochschulen wurde eine Entschließung gefaßt, die sich gegen die Durchführung der Olympischen Spiele 1936, vor allem in der geplanten Rufmachung, ausspricht. Cs heißt darin u. a.: »Angesichts der viel notwendigeren Arbeiten dieser Rotzeit verlangt die studentische Jugend weit dringender die stärkste Förderung wirtlich nationaler Aufgaben wie Arbeitsdienst, Arbeitsbeschaffung, Siedlung, studentisches Werkjahr, Wehr- und Geländesport. 3n diesen Forderungen weiß sich die studentische Jugend in einer Front und einer Gesinnung mit der gesamten jungen Mannschaft unseres Volkes. Sie fordert Wahrung nationaler Würde und Schlichtheit, wendet sich deshalb gegen die lärmende Olympiavorbcreitung geschäftstüchtiger Kreise und verwahrt sich dagegen, daß die Sportführer sich der Auseinandersetzung mit der deutschen Sportjugend durch Reklametätigkcit für internationale Veranstaltungen entziehen." Weiterhin wurde auf dieser Tagung beschlossen, die zweiten deutschen Hochschulmeisterschaften im Segeln im August 1933 in Greifswald auszutragen. Zu der Frage: Startberechtigung für Assistenten der JfL. wurde beschlossen, daß sowohl die etatmäßig wie überhaupt alle irgendwie vom JfL. bezahlten Lehrkräfte keine Starterlaub- n i s mehr erhalten werden. — Alle studentischen Stellen sollen veranlaßt werden, die Tage des Deutschen Turnfestes möglichst von Veranstaltungen frei zu halten und den Studierenden zu empfehlen, an dem Turnfest in Stuttgart teilzunehmen, was nach den Vereinbarungen zwischen dem Turn- und Sportamt und der DT. ohne weiteres möglich, ist. Schwarz' Rekorde anerkannt. Die von dem deutschen Meisterschwimmer Paul Schwarz, Göppingen, am 22. Januar aufgestellten Höchstleistungen im Brustschwimmen über 400 Meter in 6:00,1 und über 500 Meter in 7:33.1 sind jetzt offiziell als deutsche Rekorde anerkannt worden. Damit ist die Anerkennung der Schwarzschen 500°Meter°Leistung als Weltrekord durch die FJRA. nur noch eine Formsache. Berliner Reit Turnier. Am Mittwochabend wurde beim internationalen Berliner Reitturnier der Prinz-Friedrich- Sigismund - Erinnerungspreis zu Ende gebracht. Sieger wurde der Ire Dlarney Castle unter Capt. Ahern mit 0 Fehlern und 155 Sekunden vor Kurfürst (H. v. Z a st r o w), Ranuk (Frau von Opel) und Kamila (Oberleutnant Schantin). Das Jagdspringen holte sich in der Abteilung Damensattel Frau Marks mit Bajazzo, in der Abteilung Herrensattel triumphierte wieder Frau I. v. O p e l auf Oberleutnant Momms Finette. Sportabteilung des Tv. Wieseck. wieseck I — VfR. Lich 1 2:0 (0:0). Gleich zu Beginn entwickelte sich auf beiden Seiten ein schnelles Spiel, bei dem beide Tore öfters in Gefahr kamen. Wiesecks Tormann war etwas mehr beschäftigt, zeigte sich aber unüberwindlich. Mit 0:0 ging es in die Pause. Rach Halbzeit ging der Gastgeber mächtig los und konnte in der 16. Minute das Führungstor erzielen. Kurz daraus muhte sich der Licher Tormann zum zweitenmal geschlagen bekennen. Sie- Gäste kämpften mit großem Eifer, konnten sich aber gegen die gute Verteidigung und gegen, den guten Tormann, welcher der beste Mann auf dem Felde war, nicht durchsetzen. Die Wiesecker Mannschaft zeigte diesmal ein sehr gutes Spiel. Schiri D ö ch e r , Gießen, leitete einwandfrei. Sportverein 1928 Garbenteich. Garbenteich I — Dutenhofen I 5:4 (3:2). Am Sonntag hatte sich die 1. Mannschaft von Garbenteich die 1. von Dutenhofen zum fälligen Oie Entwicklung des deutschen Außenhandels. Das Institut für Konjunkturforschung behandelt in seinem Wochenbericht die Entwicklungstendenzen des deutschen Außenhandels. Der seit 1928 anhaltende Rückgang der Außenhandelsumsätze ist im 3. Quartal 1932 zum Stillstand gekommen und hat im 4. Quartal einer Steigerung über den saisonüblichen Almfang hinaus Platz gemacht. Der Aktivsaldo der Handelsoilanz hat sich nicht nennenswert verändert. Die Einfuhr ging seit ihrem Höchststand Anfang 1928 bis Witte 1932 zurück, die Ausfuhr hat ihren Höhepunkt zwei Jahre später überschritten, bis 1931 behauptete sie sich sogar besser, als in anderen Ländern. Erst 1932 verminderte sich Deutschlands Anteil am Welthandel infolge der zahlreichen handelspolitischen Hemmnisse des Auslandes. Durch den zunehmenden Anteil der Investitionsgüter an Der deutschen Ausfuhr wurde deren Konjunkturempfindlichkeit gesteigert. Die Der- brauchsgüterausfuhr ist, insbesondere durch die Wirkung der Pfundentwertung, stark erschwert. Trotz der zu- erhoffenden Milderung vieler Handelshemmnisse ist kaum damit zu rechnen, daß sich die Konkurrenzbedingungen wieder auf den Stand vor H?rbst 1931 einspielen werden. Auch bei einem günstigen Konjunkturaufschwung wird die Ausfuhr von Investitionsgütern nicht nur konjunkturell, sondern auch strukturell gegenüber der Verbrauchsgüterausfuhr begünstigt fein. Rund 9.92 Milliarden Mark Sparkasseneinlagen. Die Sparkasseneinlagen bei den deutschen Sparkassen beliefen sich EndeDezern- ber 1 932 auf 9917,01 Mill. Mk., gegenüber 9797,87 Mill. Mk. Ende Rovember. Der Berichtsmonat zeigt mithin eine Zunahme von 119,14 Mill. Mk., nachdem bereits im Rovember eine Zunahme um 28,29 Mill. Mk. zu verzeichnen war. Im einzelnen betrugen die Einzahlungen 527,42 (362,66) Mill. Mk., davon aus Aufwertung 24,71 (11,29) Mill. Mk. und aus Zinsgutschriften 117,84 (2,06) Mill. Mk., während sich anderseits die Auszahlungen auf 408,28 (339,47) Mill. Mk. stellten. Die Depositen-, Giro» und Kontokorrent- Einlagen betrugen am Jahresende 1107,99 Mill. Mark, gegenüber 1149,444 Mill. Mk. Ende Rovember 1932. * * Elektrizitäts-Lieferungs-Gesellschaft, Berlin. Bei der zum Jnteressen- kreis der AEG. gehörenden Elektrizitäts-Lieferungs-Gesellschaft, Berlin, war in der Strorn- Derbandsrückspiel verpflichtet. Garbenteich spielte zwar überlegen, aber die Stürmerreihe war zu ungenau in ihren Schüssen. Garbenteichs Läuferreihe tat ihr Bestes. Auch die beiden Verteidiger arbeiteten famos. Der Halblinke der Plahbesitzer konnte nach einer schönen Flanke des Rechtsaußen das Führungstor einköpfen. Bald darauf glich Dutenhofen aus. Garbenteich bekam dann einen Elfmeter zugesprochen, den der Halbrechte glatt verwandelte 2:1. Die Gäste ließen sich aber nicht verblüffen und glichen wiederum aus. Der Halbrechte der Einheimischen erhöhte dann durch einen placierten Schuß auf 3:2. Halbzeit! Die Dutenhofener glichen nach Wiederbeginn sofort wieder aus, und erzielten sogar das Führungstor. Die Plahbesitzer gingen ;eyt mächtig aus sich heraus, glichen ihrerseits aus und der Halblinke stellte dann durch einen schönen Schuh das Endresultat her. Tischtennis auf dem Lande. Großen-vuseck — Grvßen-Linden 5:7. Der Tischtennisklub Großen-Buseck hatte am Sonntag die erste Mannschaft des Tischtennisklubs Großey-Linden zu Gast. Die Großen-Busecker waren ihren Gästen technisch etwas voraus, so daß Großen- Linden nur mit Glück gewann. Nachstehend die Ergebnisse (Großen-Linden jeweils zuerst genannt): Einzel Volk — Rau 18:21, 20:22, 22:20, 17:21; H. Luh — Rühl 19:21, 17:21, 17:21; E. Schwarz — Steinmüller 23:21, 8:21, 21:11, 21:19; Blaß — Pfeiffer 15:21, 24:22, 11:21, 23:21, 8:21; W. Luh gegen W. Schwalb 21:15, 21:19, 20:22, 17:21, 21:18; H. Schwarz — A. Schwalb 21:13, 21:11, 21:18; H. Mehl — Kimmel 18:21, 16:21, 21:19. 16:21; Hantel gegen Albach 11:21, 19:21, 21:15, 21:18, 21:16. Doppelspiele: Volk-Blaß — Rau-Rühl 21:18, 21:17, 16:21, 15:21, 21:18; H. Luh-E. Schwarz — Steinmüller-Pfeiffer 18:21, 21:16, 21:16, 17:21, 13:21; W. Luh-H. Schwarz — W. Schwalb-A. Schwalb 21:17, 21:19, 21:17; H. Mehl-Hankel — Kimmel-Albach 21:19, 17:21, 21:18, 21:14. abgabe der eigenen Betriebe und der Pachtungen in der zweiten Hälfte 1932 eine leichte Besserung zu verzeichnen, so daß der in der ersten Hälfttz 1932 eingetretene Rückgang annähernd ausgeglichen werden konnte. Für 1932 darf daher, wie auf Anfrage bestätigt wird, mit einem ähnlichen Ergebnis wie im Vorjahre (5 v. H. Dividende aus 2,15 Mill. Mk. Reingewinn) gerechnet werden. e Rütgerswerke AG., Berlin. Wie WTD.-Handelsdienst von der Verwaltung erfährt, hat im letzten Quartal 1932 bei verschiedenen Betrieben und Beteiligungen der Gesellschaft eine Besserung eingesetzt. Rach dem Stande der Bilanzarbeiten kann über das Ergebnis im Jahre 1932 noch nichts abschließendes gesagt werden. Die Aussichten- für das neue Geschäftsjahr werden unter der Voraussetzung einer ruhigen politischen und wirtschaftlichen Entwicklung als etwas besser bezeichnet. Sronffurter Abendbörse sehr still. Frankfurt a. M.» 2. Febr. An der heutigen Abcndbörfe herrschte größte Geschäfts- stille, da die Spekulation keine Reigung zu Reuengagements zeigte und auch das Publikum dem Markt völlig fernblieb. Die schwachen Reu- horker Anfangskurse fanden im allgemeinen nur wenig Beachtung. Gegen den Berliner Schluß zeigten die Kurse verschiedentlich Rückgänge bis zu 0,25 Prozent, doch konnte sich das Kursniveau im großen und ganzen ziemlich widerstandsfähig halten. Im Verlaufe bröckelten die Kurse meist weiter leicht ab. An der Rachbörse wurden 2G.- Farben mit 105 Prozent gehandelt. Deutsche Anleihen und Reichsschuldbuchforderungen gaben leicht nach. Am Markt der festverzinslichen Werte war das Geschäft gleichfalls ruhig. Altbesitz 65,75, Reubesitz 8,55, Schutzgebiete 6,22, Reichsbank 154, Gelsenkirchen 59,50, Mannesmann 61,75, Phönix 34,50, Stahlverein 34, AEG. 26,50, Scheideanstalt 151, JG.-Farben 105,50, Schlickert 86,25, Siemens 125, Hapag 17,88 Prozent. Amtsgericht Gießen. Ein Radfahrer soll auf der Fahrbahn angehalten haben, ohne, wie dies die Allgemeine Verkehrsordnung vorschreibt, seine Absicht dem ihm etwa nachfolgenden Fahrzeugführern bemerkbar zu machen. Er unterhielt sich über die Fahrbahn hin mit einem anderen Radfahrer, der auf der entgegengesetzten Seite angehalten hatte, und wurde von einem Motorradfahrer, der in derselben Richtung, wie er, fuhr, während der Unterhaltung angefahren. Dieser war von ihm, wie die Beweisaufnahme einwandfrei ergab, als er anhielt, noch Wirtschaft. 50 bis 60 Meier entfernt, so daß die Kollision unmöglich auf das erwähnte angebliche Verschulden des Radfahrers zurückgeführt werden konnte. Der Motorradfahrer hatte reichlich Gelegenheit, noch vorschriftsmäßig an dem Radfahrer vorüber- züfahren. Von einer Verengung der Straßenbahn konnte keine Rede sein. Der Angeklagte tourbe freigesprochen. Ein anderer Angeklagter, ein Autoführer, dem in der Westanlage ein Radfahrer entgegenfuhr, soll beim Aleberholen eines Pferdefuhrwerkes die Einengung der Fahrbahn nicht beachtet und auf diese Weise eine Kollision mit dem Radfahrer, der zu Fall kam und sich verletzte, veranlaßt haben. Während der Beweisaufnahme erhoben sich erhebliche Zweifel, ob der Angeklagte mit dem damaligen Führer des Autos identisch war. Die Zweifel konnten trotz Vorlage des Fahrtenbuches nicht gelöst werden. Der Leiter des Pferdefuhrwerks war nicht zu ermitteln. Auch hier erfolgte Freispruch. Durch einen hhdra^lichen Gewichtsmesser wurde bei einem mit Sand beladenen Lastkraftwagen eines benachbarten Alnternehmers ein Aleberge- wicht von 1635 kg festgestellt. Zu seiner Entlastung erklärte der geständige Angeklagte, an dem betreffenden Tage habe es geregnet, der Sand sei durchnäßt und das Rormalgewicht der Ladung dadurch erhöht worden. Die Strafe fiel deshalb verhältnismäßig gering aus. Ein weiterer Angeklagter hatte sich wegen eines im Allgemeinen selten vorkommenden Delikts zu verantworten. Er soll eine amtliche Airkunde, die ihm von einem Beamten lediglich zur Einsicht amtlich übergeben worden war, vorsätzlich vernichtet haben. Es handelte sich um einen Pfandbefehl, den ihm ein Dollziehungsbeamter zur Kenntnisnahme übergeben hatte. Für den Doll- ziehungsbeamten war es selbstverständlich, daß dem Angeklagten bekannt war, er müsse die Air» künde nach Einsicht ihm zurückgeben. Einer dahingehenden Aeuherung enthielt sich aber der Beamte dem Angeklagten gegenüber. Dieser nahm kurz Kenntnis von dem Inhalt und zerriß dann das Schriftstück. Er will angenommen haben, dasselbe sei nach der Alebergabe in fein Eigentum übergegangen, und er könne damit machen, was et wolle; ihren amtlichen Charakter habe die Airkunde, nachdem sie nach Kenntnisnahme in fein Eigentum übergegangen sei, verloren. Diese Angaben konnten nicht widerlegt werden, so unwahrscheinlich sie auch klingen, zumal der Angeklagte schon öfters mit derartigen Beamten in Konflikt geraten war. Sind jedoch die Angaben richtig, so fehlte ihm das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit seines Tuns. Er war daher freizusprechen. Ein Gastwirt erhielt wegen Dergehens gegen das Gaststättengeseh eine Geldstrafe von 30 Mk. Er hatte es geduldet, daß nachts nach 2 Alhr noch 8 bis 10 Personen «als Gäste in seiner Schankstube verweilten. Oer hessische „Bienenkönig" 70 Jahre alt. WSR. Marburg, 2. Febr. Der in deutschen Jmkerkreisen bestens bekannte Herausgeber und Schriftleiter der „Reuen Pienenzeitung". Bürgermeister Freuden stein im nahen Dörfchen Marbach, beging gestern seinen 70. Geburtstag. Der aus dem Schwälmerlande stammende Jubilar, früher langjähriger Lehrer in Marbach, hat sich dadurch bleibende Verdienste erworben, daß er mit seiner Zuckerfutterungs» lehre bahnbrechend auf dem Gebiete der Bekämpfung der Ruhrkrankheit unter den Bienen wirkte und gewissermaßen als Retter der Bienenzucht betrachtet werden darf. Wenn Freuden st ein von den hessischen Imkern als „Bienenkönig" bezeichnet wird, so darf er auf diesen Ehrentitel stolz sein. Offenbach braucht 1344000 Mark. WSR. Offenbach, 1. Febr. Die Bürger- , meisteret habe bei dem hessischen Minister des Inneren und dem Präsidenten des Landesarbeitsamtes beantragt, der Stadt Offenbach im Rahmen des Arbeitsbeschaffungs Programms und nach der Verordnung des Reichspräsidenten vom 15.Dezember 1932 ein Darlehen in Höhe von 1344000 Mark zu gewähren, und zwar für die Fertigstellung des Tuberkulosen- । Hauses im Städtischen Krankenhaus 310 000 Mark, für die Ausgaben der dringend notwendigen Inbetriebnahme des neuen Friedhofes 675 000 Mark, für die dringend notwendige Betriebssicherung der Wasserversorgung 222 000 Mark und für die dringend notwendige Betriebs- und Wirtschaftssicherheit der Gasversorgung 135 000 Mark. Die Stadt Offenbach hofft, daß ihr Gesuch Genehmigung findet, da bei der in Offenbach besonders großen Arbeitslosigkeit die D o r a u s » setzungen für eine bevorzugte Behandlung des Gesuches der Stadt Offenbach gegeben find. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. $)., Lombardzinsfuß 5 v. H. Jranttun a. JJl. Senin jyrannun a. JH. •Öerlin Frankfurt a.M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. BL Schluß« kur« Schluß!. Abenv- börse Schluß» kur« Schlüße. Mittag, börse Schluß» kurs Echlußk. Abend» bSrie Gchluß- fur< Schlüße. Mittag» börse Schluß» kurs Echlußk. Abend» börse Echlvß- kur» Echlußk. Mittag» börse 1. Februar 2.3ebruar Amtliche Dotierung (Reih | SJriv Amtliche Notierung (Selb | Brie- •■Datum 1-2. ! 2.2. 1.2. 2.2. Dalum 1.2. 2.2. 1.2. 2.2. Datum 1.2. 2.2. 1.2. 2.2. Helsingsors.. Wien....... Prag....... Budapest... Sofia...... Holland .... Orio....... Kopenhagen. Stockholm... London..... Buenos Aires Neuhork.... Brüssel..... Italien..... Paris..... Schweiz.... Spanien.... Danzig.... Japan...... Rio de Ian. Iuaoflawieo Ltjsabon.... __________25er. Amerikanische Belgische Not Dänhche Note Englische Not französische 9 Holländische 9 Italienische 8i Norwegische 9 Deutsch Oestei Rumänische 9 Schwedische 9 Schweizer No Spanische No Ungarische Ko 6,304 51,65 12,465 3,057 169,23 73,08 63,94 77,42 14,28 0,858 4,209 58,48 21,50 16,425 81.34 34,45 81,90 0,879 0,239 5,554 12,97 in, 2.Februar Note»...... m........... n ......... » ......... oten....... loten....... oteu........ loten ...... rreich, 4 1OO oten........ oteu........ ten.......... tea.......... ten......... 6,316 51,55 12,485 3,063 169,62 73,27 63,86 77,58 14,32 0,857 4,217 58,62 21,54 16,465 81,53 34,51 82,06 0,881 0,241 5,566 12,99 Dries____ 4,22 58,58 63,63 14,30 16,445 169,59 21,54 73,25 2,48 77,55 81,51 34,45 6% Deutsche Reichsanleche v. 1921 6% efjem.7% Dr. Reichsanl. v. 1929 514% Boung-Anieilie von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablos.-Schuld mti AnAos.-Rechten ............. Desgl. ohne Auölos.-Rechte...... 6% ehem. 8% Hess. Bolksstaat 1929 lrückzahlb. 102%) ............ Obcrhessen Provinz. Anleihe mii AuSlos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelab l.An, leihe Seriel mit AuLlos.-Rechteri 6% ehem. 8% Franks. Hyv -Bmik Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bon! Gokdpse. IC unkündbar bis 1936 5'4% ehem. 4'/t% Franks. Hyp. Bank.Liqu.-Psandbriese ..... 671% ehem. 4'/z% Rheinische Hyp..Bank-Liau..GoldPse..... 6% ehem. 8% Pr. LanbeSpfand briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespsand briesanstalt, Psandbriese R. 10 4% Oesterretchische Eoldrente.... <,20% Oesierreichische SÜberrente 4% Ungarische Yloldrenke....... 4% Ungarische StaatLrente v. 1910 <»/2% beSgl. von 1913 ........ 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zoklanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadvahn-Anleihe Serie I..................... 4% desgl. Serie 11............. 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/r%Rumän.oeretnh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 3%% Anatolier ............... 78,5 94,4 82,25 66,25 8,5 76,25 61,5 83,75 83,5 85 85,25 84 85 1,4 6,4 5,1 5,3 7,4 11,13 6,15 24 77,5 93,9 80,5 65,75 8,55 76 59,65 82,5 82 84,5 85 84 85 6,5 5,1 5,25 5,25 7,3 10,75 6 78,75 94,9 82,25 67,25 8,75 76,25 61,65 1,45 6,7 »,1 5,55 5,5 7,5 10,9 6 84 78 94,4 80,75 66 8^6 59,5 84,5 1,45 6,6 5,2 9,5 5,4 7,2 10,8 5,9 23,8 Hamburg-Amerika-Paket .....u Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa Dampfschiff...........0 Norddeutscher LloNd .........0 A.G. für Verkehrswesen Mt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 Commerz- und Privat-Bank... 0 Deutsche Bank und Disconts- Gesellschast................0 Dresdner Bank..............0 Reichübank ................. 1 A.E.G......................0 Elektr. Lieferungögefellschaft... 6 Licht und Kraft .............6 Reiten & Guilleaume ........o Gesellschaft für Elektrische Unter. nehmungen...............« Rheinische Elektrizität ........b Schuckert L Co....... o Siemens & HalSke...........x L ahme her L So..............10 Bndernl ...... o Deutsche Erdöl .............. Gelsenkirchener..............0 Harpener........ 0 Hoejch Eisen—Köln-Neuessen.. 0 gife Bergbau ..............7 alle Bergbau Genüsse ........ 7 Klöcknerwerke...............0 Mannesmann-Röhren........ 0 Mallsfelder Bergbau .........0 Oberschles. Koköwerke.........0 Vk>ü-»U-«ergbau.............0 Rheinische Braunkohle« ......10 RHemstahl...... 0 18,25 18,75 45 97 53 72,75 61,75 155,5 25,25 82.5 94,75 55,5 80 102,25 87,25 125,5 119 47,5 90,75 60,25 82 151 104 48,5 61,5 25 34,5 192,5 12 17,65 18,13 42,25 96,5 53 72,75 61,75 154 26,5 55 80,75 86,35 125 118,5 48 88,5 59,5 80,5 149,5 102,5 45 61,75 24 34,5 192 72,75 18,65 33,5 19 44,5 97 53,5 72,75 61,75 156,4 26,25 83,5 96 54,75 81,9 100 88,25 125,75 120 48,5 89,5 61,25 81,5 55 150 104,75 46.25 62,75 24,5 71,65 35,5 191 72,75 17,75 32 18,13 42,65 97 53,5 72,75 61,75 154,25 26,75 83 95,25 55 80,4 100 91 125 118,25 48,25 88.13 59,4 79,75 53,5 148 103 44,75 61,75 24 69,25 34,25 192 72 Bereinigte Stahlwerke........u Otavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth ....... S 3. ®. Farben-Jndustrie.......7 Scheideanstalt...............10 Goidschmidt ....... 0 Rütgerswerke...............O Metallgesellschaft........... 0 Philipp Holzmanu...........O Zementwerk Heidelberg ......4 Cementwerk Karlstadt......... O Wayß & Freytag............O Schultheis Patzenhofer........v Mu (Allgemeine Kunstseide) ... v Bemberg...................O Zellstott Waldhos............O Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer GaS...............7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum ..........0 Orenstein L Koppel ..........O Leonhard Tietz.............. 6 Chade......................12 Kritzner....................0 Mainkraftwerke Höchsta.M. ... 4 Süddeutscher Zucke, .........8 34 16,65 117 120 175 104,65 155,5 38,5 43 37 49,5 52,75 5,13 36,5 47,5 51 27,75 22 42 39 139 29 71 145,65 34 16,25 113 116,5 172 105,5 151 38,25 42,75 36,75 50 4,5 36,5 47 50,5 27,75 21,5 39,75 36 140 31,5 ü 35,25 16.25 117,65 119 173 106,25 40.13 43,5 37,65 49,5 4,9 104,25 37 47 51,5 28 113,75 22 39,5 43,25 39 140 31,75 145,75 34 16,13 113 117 171 105,75 38,5 42,65 37,5 50 44 103,25 36,75 46,25 50,5 113,5 21,75 38 41,5 38 140 29 147 51.75 12,485 3,063 169,57 73,22 64,06 77,58 14,32 0,862 4,217 58,60 21,54 16,465 81,50 34,51 82,06 0,881 0,241 5,566 12,99 Baatao Schilling len 51,45 12,465 3,057 169,28 73,13 63,74 77,42 14,28 0,853 4,209 58-50 21,50 16,425 81,37 34,45 81,90 0,879 0,239 5,534 12,97 (Selb 4,20 58,34 63,37 14,24 16,385 168,91 21,46 72,95 2,46 77,25 81,19 34,31 t» S-xS M. ÄS isg - i nriS SOJI die Ml |onni geburtstag Man 1W o“ getan M gmmer Lo M-naten wr $n unö ^mölf 3 Mg der italiemslf «Mcht haben, die m terungen und 3eitl Dng Mn, nun o N der intern- 1*11 begreifen, i Ml neuen sozialen Minischen und hami pult aus werden (eiter ach m der Ausschi bie ewige Arociterfrac swd die Nassen in al mi lach hassen und swd. Hott auch der 2 ill sieht, wie die Zlut Haus zu arisßingen d lcachen im Mik s ManschiUMg, er m die mn ihm utiit Zus aller Topfe oamachl, Pen andere ztamde die gestrigen Aerhaltn laugen. Einen malfhrn er, ist das etwa revolu es ift nicht mehr wie r Man ist sehr primit Wien Theaterstücke Faschismus und den unterschied, man zlar facher und mundger> indem man Mussolini seind der Arbeiterklas Reaktionär, heute n: mehr, Arbeiter zu < schrecken, nach Italic chchise nichts anderes blässende Tatsache: '2 blaale klagt, so sind e< * Migoersti Wdruck gabt, her F- ssach und diene hi tüitb m Schuh darau< Wedmn mit dem ™fN weit mehr r ” ^stehendem S Landarbeiter, hie' Wen gestrigen < Ä war hie 2fi 21 tlne Selbstoe Wr N Qn c‘“timt »al torfig des Kr. *1S.9* übe eftite' SS, -- ew > Sä i,, rfs; 4 "°dertx J