Nr.2 Srühaussave 185. Jahrgang Dienstag, 5. Januar 1935 Eriche»»» lägllch, aufoei Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte CieRener Familienblatter Heimat >mBild Die Schall« Monatr-Vezugrprets: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . I 80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern tnsolge höherer Gewalt 8ernsvrechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift lür Drahtnachrichten Anzeiger Stehen. poflschecttonto: gronlfurt am Ulain 11686. GiehemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen DrucT vnd verloo: vrühl'fche UniverfitSls-vuch- und Steinbruderei K £anae in Gießei. Schriftleitnny und Geschäftzitelle: Schni^traße 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmitrag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen oon 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 nm 'Brette 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Dohtik Dr Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyrwt; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und würden Anzeigenteil i.B. Th.Kümmel sämtlich m (Bienen. Länderrechte und Reichöpoliiik. Neue Auseinandersehungen im Reichsrai in Sicht.—Weitere Berwaltungsreform in Preußen. Berlin, 2.3an. (Vdz.) Zu den Ausführungen, die namens des Reichsrales der preußische THini- sterialdireklor Lohmann beim Reu jahrs- empfang durch den Reichspräsidenten gemacht hat und die wegen ihres 'Appells auf Anerkennung der Selbständigkeit der Länder in der politischen Oefsentllchkeit großes Aufsehen erregten, hört das Nachrichtenbüro des vdz. in unterrichteten Kreisen, daß damit zu rechnen sei, daß in den weiteren Tagungen des Reichsrotes etwa Mitte Januar die Frage Reich-Länder wiederum eine große Rotte spielen werde. Insbesondere könne man einen bayerischen Vorstoß erwarten, wie ja der Führer der Bvp., Staatsrat Schäffer, schon kürzlich angedeutet habe, daß von den Ländern der Druck genommen werden müsse, daß ihre Selbstverwaltung und Selbständigkeit vom Reiche her allzu stark beeinträchtigt werden könnte. Unter diesen Umständen meint man in politischen Kreisen, daß auch der Appell in Lohmanns Ansprache vor allem aus bayerische Initiative zurückgehen werde. Neuer kommissarischer Landwirtschafisminister. -Berlin, 2. Jan. (DDZ.) Wie das Aach» richtendureau des DDZ. meldet, ist mit dem 1. Januar des bisherige Landrat des Kreises < Deeskow, Dr. jur. Ernst Wiskott, zum Staatssekretär rm preußischen Landwirt- fchaftsministerium ernannt und m:t der Wahrnehmung der Geschäfte des kommissarischen Landwirtschaftsmini st ers von der kom- missarischen Regierung betraut worden. Dr. W.s- kott der am 20. April 1879 in Essen geboren wurde, ist Derwaltungsbeamter von Bemis und war seit 1906 im Staatsdienst tätig. Er war dabei u. a. bei der Regierung in Schleswig und im preußischen Handelsministerium beschäftigt. Schon 1925 wurde er Landrat in Deeslow. Der Staatssekretär im Aeichsernährungsministerium, Mus fehl, der bisher das preußiche Landwirtschaftsministerium kommissarisch m.t^rwaltet hatte, beschränkt sich ab nun auf seine Tätigkeit im Reichsernährungsministerium. Kem „Retchsrats-Borstoß". Berlin, 2. Jan. (TU.) 3n einem Berliner Blatt ist die bei dem gestrigen Reuiahrs- empfang beim Reichsprä, identen durch den Reichsrat geforderte D e i l e g u n g des Preußenkonfliktes in sensationeller Weise ausgemacht worden. Bon zuständiger Seite wird darauf hingewiesen, daß bereits vorher bekannt gewesen sei, daß der Reichsrat- Vertreter eine derartige Bemerkung machen, und ^>aß der Reichspräsident in entsprechender Form antworten werde. Es liege allo keinerlei A n l a st vor, aus dieser Begebenheit einen sensationellen Zwischenfall zu machen. Keine neue Klage der Regierung Braun. Berlin, 2. San. (£11.) Wie bet ‘Parlaments, dienst der Telegraphen-Union aus Kreisen der preußischen Staats re gierungBraun hört, entspricht die Pressemeldung von einer bevorstehenden neuen Kluge des preußischen Staatsministeriums gegen die Reichsregierung nicht den Tatsachen. Auch die Mitteilung, daß Ministerpräsident Braun in dieser Angelegenheit unmittelbar nach Reujahr mit Reichskanzler von Schleicher eine Unterredung haben werde, wird in der gemeldeten Form als unzutreffend bezeiget. Richtig sei vielmehr, daß der Reichskanzler und Ministerprasi- dent Braun im Dezember eine Besprechung über die Regierungsverhältnisse in Preußen hatten und daß bereits damals in Aussicht genommen wurde, die Verhandlungen im Januar zu gegebener Zeit fortzusetzen. Neue preußische Verwaltungsverordnung. Berlin, 2. Jan. (DdZ.) 3n unterrichteten Kreisen hört das Rachrichtenbüro des DdI. daß in Preußen der Erlaß einer neuen Ver - ordnung über dieDereinfachung und Verbilligung der Verwaltung bevorstehe. Rachdem durch solche Verordnungen bis- her die Reueinteilung der Landkreise, die Zu- sammenlegung von Ober- und Regierungspräsidien, die Auflösung von Provinzialschulkollegien, di? Auflösung des Wohlsahrtsministeriums usw. geregelt wurde, solle die neue Verordnung Reformmaßnahmen bei den bestehenden Städte-, Kreis- und Gemeindeordnungen bringen. Der Umfang der Regierungsbehörden und der Derwaltungsgerichtsbarkeit solle vereinfacht werden, insbesondere auch durch einfachere Gestaltung des Derwaltungsstreits und Beschluß- Verfahrens. Inwieweit damit Interessengebiete der kommunalen Selbstverwaltung berührt werden, war bisher authentisch noch nicht festzustellen. In Kreisen der Regierung Braun ist über die neue Verordnung noch nichts bekannt. In den der kommissarischen Regierung nahestehenden Kreisen verlautet, daß die etwa bevorstehende Verordnung kcineswrgs umfassend fein werde, sondern lediglich dem Zwecke dienen solle, neben der weiteren Verbilligung und Vereinfachung der Verwaltung die Finanzschwierigkeiten bei den Gemeinden zu mildern durch Erleichterung der Umschuldungsaktion und durch Förderung des Zieles, die Arbeitslosigkeit in den Kommunen zu bekämpfen. Bauernnot in Steiermark. Kundgebungen. — Gendarmerie und Militär aufgeboten. Nartie an der Mur mit Blick auf den Schloßberg von Graz, der Hauptstadt von Steiermark. ............■——-——— .. M - -"WWU? .. . 7/ Wien. 2. Ian. (TU.) In Ost-Steier- mark, vornehmlich in Vorau und Hart- berg, ist es in den letzten Tagen wiederholt zu Bauernkundgebungen und 21 u s ( d) Teilungen bei Zwangsversteigerungen gekommen bei denen auch ortsfremde radikale Clemente festgestellt wurden. Es wurden neun Verhaftungen vorgenommen. Die Dauern fordern nun die Freilassung der Festgenommenen und drohen im gegenteiligen Fall mit Aufmärschen, die sie gegebenenfalls bis in die Landeshauptstadt Graz führen wollen. Diesem Zug wollen sich auch die Arbeitslosen aus dem industriellen M ü r z t a l anschliehen, unter denen sich viele Kommunisten befinden. Die Regierung hat die Zusammenziehung von Landjägerei in der Ost-Steiermark angeordnet und außerdem Militär dorthin entsandt. Vorau und Hartberg in Ost-Steiermark sind von Abteilungen des Bundes he eres beseht. Den Ordnungsdienst versieht die Gendarmerie, während das MUitär in Bereitschaft liegt. In dem Hauptquartier, im Stift Vorau, ist eine militärische Funkstation eingerichtet. Auch eine Brieftauben-Abteilung steht zur Verfügung. In den Vormittagsstunden ist es in Vorau und Hartberg ziemlich ruhig zugegangen. Gegen Mittag kam es in Vorau auf dem Marktplatz, wo sich Hunderte von Dauern angesammelt hatten, zu lärmenden Kundgebungen, die noch andauern. Es verstärkt sich auch sichtlich der Zuzug. Auf den Anmarschstrahen begegnet man zahlreichen Gruppen von Dauern, die mit langen Holzknüppeln bewaffnet heranrnarschieren. Redner fordern die Dauern zum Marsch nach Graz und zur Anwendung von Gewalt auf. Ein anscheinend kommunistischer Agitator M. Hieß wurde verhaftet. Die Dewegung hat sich weiter ausgedehnt. Das Gemeindegebiet Pöl- l a u hat sich der Dewegung angeschlossen und selbst auf das niederösterreichiscbe Grenzgebiet hat die Dewegung übergegriffen. Auch von dort sind Truppen nach Vorau gesandt worden. ' Bis in die Abendstunden war es in Vorau zu keinen größeren Ruhestörungen gekommen. In der Massenversammlung der Bauern kam es jedoch wiederholt zu lärmenden Kundgebungen. Zeitweise war die Lage außerordentlich bedrohlich, da die Bauern gegen einzelne Gendar- mer mit Knüppeln vorgingen, so daß das M 111 • tär schon in Bereitschaft war den Tranengasangriff gegen die Versammlung vorzunehmen. Die Massenversammlung der Bauern war vollkommen unorganisiert, was am besten daraus zu ersehen ist, daß u. a. ein Nationalsozialist, ein Kommunist, ein Heimwehrmann und ein christlich-sozialer Landtagsabgeordneter sprachen. In der Der- ammlung der Bauern erklärte ein Redner, sie würden oon ihren Forderungen nicht abgehen, wenn es auch zu einem blutigen Kampf kommen sollte. Gegen 18 Uhr waren in den Straßen oon Vorau immer noch 1500 Personen versammelt. Die Bauernversammlung hatte eine Abordnung gewählt, die in Vorau mit der Regierungskommission verhandelte. Als in den Abendstunden bekannt wurde, daß die Verhandlungen der Vertrauensmänner der Bauernschaft mit der Regierungskommission eine Wendung zum günstigen nehmen, begannen die Bauern sich allmählich zu verlaufen. Der in Vorau weilende Untersuchungsrichter hat die Freilassung der verhafteten Bauern verfügt, so daß also die Hauptforderung der Bauern erfüllt erscheint. Der unmittelbare Anlaß zu der ganzen Bewe> gung, der Streit über die Leistungen an die landwirtschaftliche Sozialversicherung, ist mehr oder weniger nur ein äußerer und zufälliger. Der tiefere Grund liegt darin, daß die Bauernschaft durch die Wirtschaftskrise an den Rand des Abgrundes gebracht ist. Es gibt fast keinen Hof, in dem der Steuereinzieher nicht ständiger Gast ist. Oer Reichshaushalt Ende November. Gefamtdcfizit 1,285 Milliaiden Mark. Berlin, 2. Jan. (WTB.) Rach Mittellung des Reichsfinanzministeriums betrugen im Rovern der 1932 (Angaben in Milt. Mk.) im Ordentlichen Haushalt die Einnahmen 567,0 (im Oktober 639,1) und die A u s g a be n 641,5 (737.2): mithin ergibt sich für Rovember eine Mehraus- gabe von 74,5 (93,1). Da die Einnahmen in den Monaten April bis Rovember 1932 4 935,7 (April bis Oktober 4 368,7) und die Ausgaben in dem gleichen Zeitraum 5 009,0 (4,367,5) betragen haben, ergibt sich für Ende Rovember eine Mehrausgabe von 73,3 (Mehreinnahme von 1,2). Der aus dem Vorjahr übernommene Fehlbetrag von 1532,3 vermindert sich gemäß der Schuldentilgung in Ausführung des Gesetzes vom 23. Oktober 1930 um 280,0 auf 1252,3. Unter "Berück- sichtigung dieses Fehlbetrages stellt sich das Defizit Ende Rovember auf 1325,6 (12 8 6.1). _ 3m Außerordentlichen Haushalt wurden un Rovember 1,5 (Oktober 3,9) verausgabt, feit Beginn des Rechnungsjahres also 17,7 (16,2), während Einnahmen wieder nicht ausgewiesen werden. Der vom letzten Rechnungsjahr her vorhandene kassenrnähige Bestand von 58,0 vermindert sich daher auf 40,3. Für beide Haushalte einschließlich der aus dem Vorjahr übernommenen Fehlbeträge bzw. Bestände errechnet sich per Ende Rovember 1932 ein Defizit von 12 8 5,3 (1244,3). Der Kassensollbestand betrug am 30. Rovember 1932 1547 (am 31. Oktober 1541), davon find 1420 (1425) verwendet worden. Es war daher Ende Rovember bei der Reichshauptkasse und den Außenkasfen ein Bestand von 127,0 (116,0) vorhanden. DieSteuer-undFinanzreform Tcutfchnationale Forderungen. Berlin, 2. Ian. (TU.) Der deutschnationale Parteioorstand hat Aur ‘Steuer- und Fi nanzrefor ni nachstehende Forderungen ausgestellt: i. Vereinfachung des Steuersystems, das heute für den Steuerträger vollkommen undurchsichtig gerooren ist. Die «feuern sind Gegen- tand einer Geheimwissenschaft der Bürokratie geworden. Die wenigsten wissen, was sie nach dem Gesetz zu zahlen haben. Das führt praktisch zur Rechtlosigkeit des kleinen Mannes. Willkürliche Steuererhebungen, wie die Erhebung des fünften Steuerquartals bei der Einkommensteuer sind an der Tagesordnung. 2. Die Steuerlast muß gleichmäßig zwi- chen dem Ausland und dem Inland verteilt werden. Die Vorbelastung der deutschen Wirtschaft durch Steuern gegenüber der ausländischen Konkurrenz muß durch ausgleichende B e st e u e - rungder Einfuhr verschwinden. Bei der Ausfuhr muß ein Steuerausgleich in ausreichender Höhe erfolgen, um den Wettbewerb mit der Auslandware zu ermöglichen. 3. Die Wegsteuerung des Betriebsvermögens hat unzählige Betriebe zum Erliegen gebracht und die Arbeitslosigkeit vermehrt. Die Besteuerung muß grundsätzlich auf den E r - trag gegründet werden und Kapitalbildung ermöglichen. Ohne Kapitalbildung bleibt die Arbeitslosigkeit ein fressendes Volksübel. Die vom Einkommen unabhängigen Realsteuern müssen auf ein Mindestmaß eingeschränkt werden. Soweit möglich, ist zur Besteuerung nach dem dreijährigen Durchschnitt zurückzukehren, der die Wirkungen der Konjunkturschwankungen auf Einzelwirtschaft und Staatswirtschaft ausgleicht. 4. Der Ausgleich im Interesse des öffentlichen Haushalts muß durch die Umsatzsteuer erfolgen, deren Aufbau ist — wie überhaupt das gesamte Steuersystem — so zu reformieren, daß die Trustbildung nicht gefördert, und der Mittelstand nicht weiter zerstört wird. 5. Durch einen verständigen Finanzausgleich muß der Haushalt der Länder und Gemeinden wieder auf eigene Füße gestellt werden. Um die Zusammenfassung der Fürsorge für die Erwerbslosen und Hilfsbedürftigen bei den Kommunalverbänden zu ermöglichen, müssen diese ausreichende eigene Einnahmen erhalten. Eine Besteuerung der kleinsten Einkommen soll nur insoweit erfolgen, als sie nötig ist, um eine übermäßige Belastung des Wirtschaftseinkammens in den Gemeinden zu verhindern. Im Interesse einer gesunden Bevölkerungspolitik müssen die Gemeinden einen festen Zuschuß je Kopf jedes Schulkindes durch Ueberweisung aus der Reichskasse auf dein Umwege über die Staatskasse erhallen. Hindenburq und Göring. Ter Briefwechsel am Neujahrstage. Berlin, 2. Jan. (TU.) Reichstagspräsident Göring hat unter dem Datum des 1. Januar an den Re chspräsidenten von Hindenburg folgendes Glückwunschschreiben gerichtet: »Berlin, 1. Januar 1933. Hochverehrter Herr Reichspräsident! Eurer Exzellenz bitte ich im Hamen des Reichstages und feines Präsidiums ergebenst, Ihnen zum Anlaß des Jahreswechsels auf diesem Wege unsere ehrerbietigsten, aufrichtigsten Glückwünsche aussprechen zu dürfen. Möge Gottes Gnade auch fernerh'n über Ihnen walteck, damit Euer Exzellenz im neuen Jahre Ihre Kräfte so wie bisher dem Dienste an Volk und Vaterland widmen können. In ausgezeichnetster Hochachtung und aufrichtiger T^rehrung habe ich die Chte zu sein Ihr sehr ergebener Hermann Göring." Der Reichspräsident hat darauf unter dem gleichen Datum erwidert: „Sehr geehrter Herr Reichstagspräsident! Haben Sie herzlichen Dank für die freundlichen Glückwünsche, die Sie mir anläßlich des Jahreswechsels im Ramen des Reichstages und seines Präsidiums übermittelt haben. Ich erwidere Ihre Glückwünsche mit den besten Wünschen für Ihr persönliches Wohlergehen, wie für eine gute Arbeit des Reichstages. Mit freundlichen Grüßen v. Hindenbur g." Die in einigen Zeitungen enthaltene Behauptung, Reichstagspräsident Göring habe dem Reichspräsidenten bereits vor Weihnachten mitgeteilt, daß die Mitglieder des Reichstagspräsidiums am Reujahrstage nicht in Berlin seien, trifft, wie von zuständiger Stelle dazu erklärt wird, nicht zu. Die Glückwünsche der Staatsoberhäupter. Berlin, 2. Ian. (WTB.) Aus Anlaß des Jahreswechsels hat zwischen dem Herrn Reichspräsidenten und einer Anzahl oon Staatsoberhäuptern ein Glückwunschaustausch stattgefunden, so mit den Königen oon Bulgarien, Dänemark, England, Irak, Norwegen, Schweden, Rumänien, mit dem Verweser des Königreichs Ungarn, dem Schah von Persien und dem Präsidenten der Republik Chile. Schleichers Echo in Karis. Frankreich beginnt zu verstehen. Paris. 2.Ian. (TU.) Die Neujahrsansprache des Reichskanzlers v. S ch l e i ch e r wird oom „Temp s" als erste bezeichnende Kundgebung des neuen Jahres auf internationalem Gebiet be sonders hervorgehoben. In den Worten des Reichskanzlers sieht das dem Quai d'Orsay nahestehende Blatt einen Beweis dafür, daß die Reichsregierung im Jahre 1933 das Sicherheilsproblem nicht unter dem allgemeinen Gesichtspunkt aufrollen werde, unter dem es Frankreich sehe, wenn es gleiche Sicherheit für alle verlange, sondern unter einem rein deutschen Gesichtspunkt, der in der Gleichberechtigungsforderung bestehe im Sinne der teilweisen oder ganzen Aufrüstung Deutschlands und der Forderung nach Abänderung der gebietsmäßigen Bestimmungen des Versailler Vertrages als Vorbedingung jeder Organisierung des Friedens. Strefemann habe den Poungplan erreicht, Brüning das Ende derReparationen vorbereitet, von Papen die grundsätzliche Anerkennung der Gleichberechtigung durchgesetzt und nun werde es die Ausgabe von Schleichers sein, so viel als möglich bei der bevorstehenden Aussprache über die Organisierung der Sicherheit zu erreichen, d. h. die Abänderung der gebietsmäßigen Bestimmungen des Versailler Vertrages bezüglich der deutschen Ost grenze, von der die Berliner Regierung jede Organisierung des europäischen Friedens und jedes Ostlocarno abhängig machen wolle. Man glaube zwar nicht, daß Reichskanzler von Schleicher einen unklugen Schritt wagen und in Genf die Frage der Abänderung der Verträge brutal stellen werde, was einen sicheren Mißerfolg bedeuten würde. Da Schleicher einem Ostlocarno sicher nicht zu- stimmen würde, das Strefemann schon im Jahre 1925 rundweg obgelehnt habe, so nehme man an, daß man bei der Gewährung der Gleichberechtigung an Deutschland im Sinne der in Genf beschlossenen Formel in einem Regime, das allen Völkern die Sicherheit gebe, zur Prüfung einer Abänderung des Versailler Vertrages kommen werde. Der „Intransigeant" erklärt, Reichskanzler von Schleicher trage entschieden einen Sabel. Aber er halte es nicht für angebracht, ihn ständig aus der Scheide zu ziehen. In feinen Reden fei er viel gemäßigter als von P a p e n. Er habe das Wort Tribut keinmal gebraucht und ganz bescheiden die wirtschaftliche Vernunft der Gläubiger gelobt. Auch bei der Behandlung der Gleichberechtigung habe er keine Drohung ober Herausforderung ausgestoßen. Aus Schleichers Plänen aber ergäbe sich eine Wahrheit, die man nie vergessen sollte, daß nämlich der Versailler Vertrag nicht mehr existiere. Es scheint, daß die deutsche Presse für dieses Jahr die Parole erhalten habe: Abänderung der Verträge für die Sicherheit. Die Kommentare der französischen Presse zum Jahreswechsel und zu der Rede des Reichskanzlers zeigen immerhin, daß man in Frankreich verstanden hat, daß eine starre Verteidigung des ganzen Friedensvertragssystems nicht mehr Aufgabe der französischen Politik sein kann. Die Presse bestätigt also gewissermaßen den Umschwung, der sich in vielen maßgebenden Kreisen langsam vollzogen hat. Oie Revision der Friedenc» vertrage muß kommen. Budapest. 2. Ian. (LU.) Im „QI^eggcF sagt Graf Ap p o nh i u. a.: Die Weisen der Welt stchen in beschämender Ratlosigkeit den zu lösenden politischen und wirtschaftlichen Fragen gegenüber. Die serienweisen Konferenzen sind kläglich gescheitert, auch von Die Heckhose. Von Wilhelm Schäfer. Ein Dauer aus dem Siegerland ging feine Straße trüb gesinnt; da kam bei Siegburg aus dem Wolfsberg ein Zwerg zu ihm mit einem Dort, der rot und grau und flachsig fast auf die Erde hing. Der fragte so im Wandern, ob er vorhätte, mit seiner abgeschabten Lederhose nach Bonn zu gehen? Und als der Dauer nicht eben frölich sagte, er suche jemand, der eine neue zu verschenken habe: saß ersuch schon im Straßengraben und packte aus feinem Ranzen eine frischgenähte Lederhose aus, die er dem Dauer auf beiden Händen gebreitet reichte. Der dachte, auch ein Zwerg muß wissen, was er verschenken kann; doch sah er sich das Ding noch lange mißtrauisch an, bevor er wech» fette und neu angetan die Straße in besserer Laune weiterging, sich bei dem raschen Geber auf bäuerliche Art bedankend. Rach einer Weile fragte ihn der Zwerg, was er für Geld aus seiner alten in die neue Hose, gewechselt habe? Der Dauer dachte: Holla, nun muß ich doch bezahlen, und holte mürrisch seine Weißpfennige heraus; toLe er sie aber vorzeigte, lagen ihrer sechs statt drei auf seiner flachen Hand. Da erst begriff er, daß er zu einer Heckhose gekommen war, die stets das Doppelte der Pfennige wiedergab; als er sich freundlicher nach dem Zwerg umsehen wollte, war er verschwunden, und nur noch sein Gelächter stak in der Luft, als ob ein Spihhund bellte. Da fing er gleich mit dem Cxempel an, und machte zwölf aus sechs, und vierundzwanzig, achtundvierzig: bis daß ihm beide Taschen w'.e Säcke niederhingen und er anstatt zu mißlichen Geschäften gen Donn zurück nach Hause gehen konnte. Er wurde danach ein reicher 2Hann, weil ihm mit solcher Hose jeder Handel von selbst geriet; ihr Leder aber wurde blank und schwarz darüber, so daß er sie zuletzt vor einem Markttag seiner Frau zum Waschen gab. Obwohl er selber dabei stand, daß sie mit Sorgfalt auf die Leine käme, nahm sie ein Windstoß fort, als ob ein Huhn vom Habicht Überfällen wäre. * Als er nach vielen Iahren einem Rachbar davon erzählte, der reich und geizig war, zog der sich eine Lederhose an von seinem Knecht und ging mit dicken Sorgenfalten den gleichen Weg. Es dauerte auch nicht lange, jo kam der Zwerg wie der Weltwirtschaftskonferenz erwarte ich fein Er. gebn'.s. Die Revision der Friedensoertrage muß auf die Tagesordnung kommen. Ohne diese gibt es keine Besserung, auch auf wirtschaftlichem Gebiete nicht. Allerdings ist diese Frage schwer in Fluß zu bringen, da noch übermächtige Kreiie ü.)r ent* gegenstcHen. Auf die Frage, woher er «ine Besserung erwarte, sagte Apponyi, ich glaube über Deutschland werden diese kommen. Die ersten Verhandlungen des Kabinetts Schleicher find klug, zielbewußt und stzmpa.'hisch, hingegen ist die Außenpolitik der neuen französischen Regierung vollständig noch im Sinne Herriols orientiert. Polens Einstellung. „3m Osten Freundschaft, im Feindschaft." Warschau, 2. Jan. (TU.) Nach den Neujahrs- bctrachtungen der polnischen Blätter aller Schattierungen tritt Polen unter dem Zeichen „I m Osten Freundschaft, im Westen Feindschaft" in das neue Jahr ein. Größte Aufmerksamkeit verdient hierbei der Leitartikel des maßgebenden Regierungsblattes „Gazeta P o 1 f l a" aus der Feder des früheren Ministers und Ehef- redakteurs M i e d z i n f k i. Der N i ch t a n g r i f f s- vertrag mit Sowjetrußland wird gleichsam als Symbol der Friedfertigkeit beider Nachbarn im Osten dargestellt. Ganz anders ständen hingegen die Dinge im Westen. Dabei wird auf die „Verkündigung der Botschaft von Eroberung und Revanche-Absichten durch eine deutsche Welle vor aller Welt" hingewiesen, wobei mit Bestimmtheit angenommen wird, daß dies nicht ohne Einverständnis mit den amtlichen Kreisen des deutschen Reiches geschehen sei. „Der heutige Augenblick bringt der Welt zwei Stimmen aus der Mitte Europas. (Eine redliche und reale Friedensbestrebung von polnischer Seite und die Stimme der unversöhnlichen Angriffslust der deutschen Seite." In diesem Sinne haben sich auch die anderen Blätter ausgelassen. Deutlicher als die „Gazeta Polska" erklärt die führende nationaldemokratische „Gazeta Warszawska": Durch die offizielle Revanche-Kampagne Deutschlands brauche sich in Polen niemand aufzuregen, denn niemand werde es in Polen wagen, mit den Deutschen über diese Sache überhaupt zu reden, zumal die Deutschen sehr wohl wüßten, daß von einer friedlichen Revision keine Rede sein könne, und die ganze Propaganda vielmehr Borbereitung einer günstigen Stimmung für den Krieg fei ..." An einer anderen Stelle desselben Blattes wird erklärt: Die Verteidigung der polnischen Unabhängigkeit sei die Verteidigung einer beste- ren und gerechteren politischen Ordnung in Europa. Deutschland wünsche die Wiederherstellung überlebten Systemes und darum sei seine Politik zum Scheitern verurteilt, und das um so mehr, als der Rechtsanspruch auf die früheren deutschen Teilgebiete nicht die Folge der Friedensverträge, sondern die Folge der Tatsache ihres Besitzes und der geschichtlichen Tradition sei. Deutscher Protest gegen belgischen Gewaltakt. ^Berlin, 2.Ian. (END.) Nachdem der deutsche Gesandte in Brüssel in der Angelegenheit der Ausweisung des Kaplans Gilles aus Eupen-Malmedy bereits von sich aus mit der belgischen Regierung sich in Verbindung gesetzt hat, ist er jetzt auf Anweisung von Berlin erneut bei der belgischen Regierung v o r st e 11 i g geworden. Grenzsperre gegen überflüssige Fetteinsuhr gefordert. Königsberg, 2. Jan. Die Ost preußische L a n d w i r t s ch a f t sk a m m e r hat an den Reichskanzler und den Reichsernährungsminister ein Tele- damals und hatte den Ranzen angehängt. Der Dauer blieb gleich bei ihm stehen und bettelte ihn an, ob er ihm seine alte Hose mit einer neuen vertauschen möchte. Vertauschen wohl, entgegnete der Zwerg und zog nachdenklich seinen Bart wie Flachs durch beide Hände. Doch hieß er ihn zuerst der alten Hose sich entledigen; und als der dürre Kerl mit seinen stakigen Deinen im nassen Sturm da- stand, riß ihm ein Windstoß die Hofe aus der Hand, als ob ein Habicht sie in die Luft genommen hätte. Da hing der Zwerg den Ranzen wieder um, nun sei der Handel nicht zu machen, und sprang mit langen Schritten in den Haselwald hinauf, wo er verschwand/ So stand der Dauer am hellen Tag mit nackten Deinen auf der Landstraße und mußte auch so in sein Dors zurück. Weil der Wind ihm heftig von hinten in den Rücken blies, flatterte sein Hemd vor ihm, wie wenn es nur ein Kinder- schürzchen am blauen Kittel gewesen wäre: so daß die Düben sich feit Iahren nicht solchen Spaß ersonnen hatten, als da sie ihn gleich einem altere Esel vor sich hertraben ließen. Geschichten von Joses Kainz. 3um 75. Geburtstage des berühmten Schauspielers. Ioses Kainz, besten letzte Sehnsucht auf dem Totenbette feiner Regisseur-Tätigkeit am Wiener Durgtheater galt, war es in jungen Tagen, freilich nur für eines Abends Dauer, beschieden, sogar den Posten eines Theaterdirektors zu bellei- den. Er gastierte damals unter Direktor van Hell mit einem Ensemble deutscher Schauspieler im Dagmar-Theater zu Kopenhagen. Aber das Theater zeichnete sich meist durch gähnende Leere aus, und nur ein Besucher blieb ihm getreu: der Gerichtsvollzieher, der mit unerschütterlicher Treue kam und auch die magersten Einnahmen pfändete. Auf einmal aber trat eine günstige Wendung ein; der alte König Christian, begierig Kainz als Don Carlos zu sehen, hatte zu der Vorstellung fein Erscheinen jugefagt Dieses Beispiel wirkte anfeurrnd auf das Kopenhagener Publikum, und der Kartenverkauf ging reihend vor sich. Der Direktor aber hatte an dieser Erscheinung keine reine Freude, denn im Geiste sah er bereits den Gerichtsvollzieher die volle Äaffe entführen. Mm dies zu vereiteln, rief er seinen ersten Helgram m gerichtet, in dem erneut die Forderung unverzüglicher Grenzsperre gegen alle überflüssige Fetteinfuhr erhoben wird. Besserung der Wirtschaftslage im Ruhrgebiet. Essen, 2. Ian. (WTB.) Die Lohnordnung für den Ruhrbergbau, die durch Schiedsspruch des Schlichters Prof. Dr. Drahn am 24. September 1932 zunächst auf vier Monate mit Wirkung vom 1. Oktober 1932 in Kraft gefetzt wurde, ist zu dem ersten Kündigungstermin — 31. Dezember — weder von Arbeitnehmer- noch von Arbeikgeberseite gekündigt worden. Damit läuft der Taris unverändert einen Monat weiter und kann erst wieder am 31. Januar zum 28. Februar gekündigt werden. Mit- bestimmend für die Richtkündigung des Lohn- tarifes dürfte bei den Zechenbefitzern der int Augenblick verhältnismäßig gute Absatz im Ruhrgebiet gewesen fcin, der das saisonübliche Ausmaß übersteigt und zu einer Verminderung der Feierschichten sowie zu zahlreichen Reueinstel- lungen führte. Der Rahmentar's ist erstmalig am 1. Februar zum 1. April 1933 kündbar. Aus aller Wett. Zusammenschluß deutscher Pfadfinderbünde. In der Silvesternacht wurde auf dem Gckards- berg bei Oberhof (Thüringen) der Zusammen- fchluß von vier Pfadfinderbünden zur „Reichsschaft deutscher Pfadfinder" feierlich verkündet. Zur Reichsschgst zäh'en die schon vereinigten Reia)spfadsinder und Späher, der neue deutsche Pfadsmoerbund und der bayerisaze Pfadfinderring. Die vereinigten Bünde haben sich zum Ziel gesetzt, der die Entwicklung des deutschen Pfadsindertums hemmenden Zersplitterung durch den Zusammenschluß der einzelnen Pfadfinderbünde entgegenzutreten. Mit der Bundesführung wurde Oberarzt Dr. Rudolf I ü r g e n s, Privatdozent an der llniüerfilät Leipzig, betraut. Eisenbahnunsall in Westfalen. — Lin Toter, vier verletzte. Am Montag gegen 19 Uhr ereignete sich im Bahnhof Letmathe ein folgenschweres Eisenbahnunglück. Der Güterzug 10 209 fuhr ausdenPer - sonenzug 631 Letmathe—Schwerte auf. Der Zugführer Gustav Schneider I vom Bahnhof Schwerte wurde aus dem Zuge geschleudert und von dem noch nicht zum Stehen gebrachten Güterzug überfahren und getötet. Außer dem toten Zugführer und einem verletzten Fahrgast haben auch die Lokomotivführer beider Züge und ein weiterer Fahrgast Verletzungen erlitten. Das Unglück ist darauf zurückzusühren, daß die Einfahrt für den Güte5zug von den Beamten unerlaubter Weise freigegeben wurde. Zwei Schwerverletzte bei einem Autounglück. Auf der Toster Chausiee, kurz vor Groß-Strelitz, ereignete sich ein Autounglück. Ein Personenkraftwagen, der mit fünf Personen besetzt war, geriet infolge des Glatteises ins Schleudern. Das Auto sauste gegen einen Kilometerstein, riß ihn um, knickte mehrere Bäumchen und landete im Straßengraben, wo es sich überschlug. Die Gattin des Direktors der Oberschlesischen Elekttizi- tätswerke, Pilger, wurde herausgeschleudert und schwer verletzt. Ebenfalls erheblich verletzt wurde der Führer des Autos, während die übrigen drei Personen mit leichten Verletzungen davon- kamen. Das Auto wurde vollständig zerttümmert. Zwei Tote bei einem Motorradunglück. Einwohner von Galbuhnen bei Rastenburg (Ostpreußen) fanden neben einem Baum zwei Tote und ein Motorrad. Der Polizeiarzt stellte fest, daß beide bas Genick gebrochen hatten. Einer der Verunglückten ist der Amtsanwalt Horst Wilhelm aus Bartenstein; die Personalien des anderen sind noch unbekannt. Auch die Ursache des Unglücks konnte noch nicht ermittelt werden. Einem Polizisten die Rase abgebissen. In Emmagrube bei Radlyn (Ostoberschlesien) kam es in der Silvesternacht zwischen der Polizei und mehreren Arbeitern zu einem Zusammen st oß, bei dem einem Polizeibeamten Öre Nase abgebissen wurde. Der Täter konnte verhaftet werden. Einer der Arbeiter trug gleichfalls schwere Verletzungen davon. Grausiger Leichenfund im Hafen von Valparaiso. Ein Taucher machte im Hafen von Valparaiso eine grauenhafte Entdeckung. Er fand auf dem Meeresgründe ze hn Le i chen, die an Eisenschienen festgebunden waren. Man glaubt, daß es sich um einen politischen Massenden Ioses Kainz zu sich und ernannte ihn feierlich zum Direktor. Stolz in der neuen Würde stellte sich Kainz neben die Kasse, und als der Mann des Gesetzes erschien, erklärte er ihm im schönsten Wienerisch, er sei der neue Direktor des Unter- nehmens und keineswegs für die Zahlungsverpflichtungen van Hells haftbar. Es dauerte «ine gute Weile, ehe der Gerichtsvollzieher aus dem Wiener deutsch des neuen Direktors klug wurde; schließlich aber mußte er mit langer Miene und leerer Tasche abziehen. Für Kainz aber war es die höchste Zeit, sich für seine Rolle vorzubereiten. Der König war bereits im Hause erschienen. Er war ein hochbetagter Greis, der müde an der Wand des Bogenganges lehnte. Kainz in höchster Hast nach der Bühne stürzend, raste an ihm vor- bd, und trat ihm, ohne ihn zu erkennen, auf den Fuß. In wilder Hast verschwand er hinter der eisernen Dühnentür, nicht einmal zu einem Worte der Entschuldigung sich Zeit lassend. Rach Schluß der Vorstellung bat König Christian den Künstler zu sich in die Loge, sagte ihm warme Worte der Anerkennung über seine unvergleichliche Leistung, fügte aber mit leisem Spott hinzu: „Den stärksten Eindruck auf mich hat freilich ihr erster Austritt gemacht." Es war zur Zeit, da Kainz im Durgtheater auf Engagement gastierte. Eines Morgens sandte ein ihm Unbekannter seine Karte zu ihm hinein, und er bat den Schriftsteller Hans Land, der sich in seiner Gesellschaft befand, den Mann nach seinen Wünschen zu fragen. Dieser kam mit dem Bescheid zurück, daß der Mann der Chef der Durgtheater-Claque sei, der seine Mithilfe beim Gastspiel angeboten habe; als Entschädigung für diesen Liebesdienst fordere er 150 Gulden. „Schmeiß den Kerl die Treppe runter“, sagte Kainz kurz, und Land besorgte das pünttllch. Rach der Tat wurde dem Schauspieler aber doch recht bange, als er erfuhr, daß das Haupt der 61a que am Burgtheater allmächtig sei und keiner, auch nicht die ersten Größen des Theaters, ihm den geforderten Sold verweigerten. .Wurscht!" rief Kainz, „geht's nicht ohne diesen dunllen Ehrenmann, so soll's überhaupt nicht geben. Ich will lieber nicht nach Wien als auf solchen schmachvollen Umwegen!" And bei dieser Meinung verharrte er auch, als nach wenigen Minuten der damalige Burgtheater-Direk- tor mit bitteren Vorwürfen telephonierte, daß Kainz gewaltsames Vorgehen den Erfolg des mord handelt, da eine der Leichen die des im vergangenen Iuni verschollenen Kommunisk.n>üh- rers Anab a lon sein soll. Anabalon hatte ei..e starke kommunistische Propaganda während der Amtszeit des Präsidenten D a v i l a entwickelt. Schwerer Sturm über England. — Reun Mann ertrunken. lieber Großbritannien herrschte am letzten Sonntag wieder ein schweres Sturmwetter, das besonders an der schottischen Ostküste großen Schaden anrichtete. Der schottische Fischdampfer „Vene- tia" wurde bei Stonehaven auf die Uferfelsen geschleudert. Die Besatzung von neun Mann fand den Tod in den Wellen. Auch bei Holyhead lief ein Dampfer auf einen Felsen auf. Die Mannschaft konnte mit einem Raketenapparat gerettet werden. Unfall im Hamburger Hafen. Vor der Einfahrt zum Hamburger Segelschiff- Hafen ereignete sich ein schwerer Unfall. Das Flensburger Motorschiff „h. C. Horn" sollte in den Scgelschiffhafen gelegt werden und kollidierte bei diesem Manöver mit einem seiner beiden Schlepper. Der Schlepper „Edith" der Firma Louis Meyer kenterte und sank sofort. Die aus drei Mann bestehende Besatzung ist gerettet worden. Der Erzbischof von Wien lädt zum Allgemeinen Deutschen Katholikentag ein. In einem in der «Reichspost" erschienenen Reujahrsartikel ladt der Erzbischof von Wien, Dr. Theodor I n n i tz e r, alle katholisch-deutschen Brüder in Oesterreich, dem Deutschen Reiche und in den vielen Staaten Europas und in Liebersee, weiter die Repräsentanten jener Völker, die mit dem kaiserlichen Heere im Iahre 1633 vor Wien kämpften, Tschechen, Polen und Ukrainer, und jener, deren Befreiung damals eingeleitet wurde, der Magyaren und Kroaten, zum Allgemeine n Deutschen Katholikentag ein, der vom 7. bis 12. September 1933 in Wien stattfindet. Der Katholikentag müsse die religiösen Aufgaben der deutschen Katholiken ihrem Volk und dem christlichen Mitteleuropa gegenüber klar und zielbewußt hrrausarbeiten. Kunst und Wissenschaft. Oberammergaus neues Spiel im Jahre 1933. Zur Erinnerung an das Pestjahr 1633, dem die Oberammergauer Pasfionsspiele bekanntlich ihre Entstehung verdanken, bringt Oberammergau 1933 ein neues Spiel, eine Vorgeschichte der Passion, zur Aufführung. Die Idee des Spiels stammt vom Oberammergauer Bürgermeister, der frärckische Dichter Leo W e i s m a n t e l hat die Ausarbeitung übernommen. Das Stück ist jetzt dem Gemeinderat Oberammergau zur Prüfung eingereicht worden. Eine Propaganda wie bei den Passionsspielen soll nicht in Frage kommen, schon um dem Passionsspiel selbst, das 1934 als große Iubiläumsaufführung abgewickelt wird, keinen Abbruch zu tun. Weismantels Vorspiel wird aber auch 1934 als Auftakt der Passionsspiele aufgeführt werden. Der Vorsitzende der Internationalen Vereinigung für Malerei gestorben. Der Pariser Maler Pierre Carrier-Bel- leuse ist im Alter von 81 Jahren geworben. Er war Vorsitzender der Internationalen Vereinigung für Malerei und Bildhauerei. ganzen Gastspieles aufs Spiel gesetzt habe, denn „gegen Wessely", so hieß der Allgewaltige, „habe noch kein Schauspieler an der Qiurg sich durchsetzen können." „Schön", sagte Kainz, Jo will ich lieber gegen Wessely durchfallm!' Trotzdem ertönte am Abend zu Kainz eigener Verwunderung im Burgtheater kein Pfiff; berat der vorsichtige Direktor hatte, wie er später eingestand, selber den Tribut an die Claque gezahlt. • Gegen Schillers „Don Carlos", tn dem Kainz in so unvergleichlicher Weise die Titelrolle vrrwr- perte, hegte er dennoch wegen der allzu großen Länge des Stückes einen gewissen Groll. Bevor sich der Vorhang zum fünften Akt hob, bat er deshalb seinen Freund Ferdinand G r e g o r t, den Darsteller des Posa, die letzten langen Reden im Eiltempo und mit möglichsten Kürzungen zu sprechen; aber Gregori, dieser gewissenhafte Schauspieler, lehnte diese Zumutung entrüstet ab. Run wußte sich Kainz auf andere Weise zu helfen. Er brüdte in die nehmefreudige Hand des Soldaten, der hinter der Szene den Schuß auf Posa abfeuern sollte, ein 10-Mark-Stück unter der Bedingung, daß er auf ein von ihm gegebenes Zeichen losdrücken werde. Dieses Zeichen erfolgte lange, bevor Posa mit seiner jambenbeschwingten Rede zu Ende war. In höchster Verblüffung vergaß der so früh aus dem Leben beförderte Posa die ihm vom Dichter vorgeschriebene Frage: .Wem galt das?" Sein Freund Carlos aber teilte ihm mit der liebenswürdigsten Miene mit: „Ich glaube, das galt dir!" und schnitt damit dem Marquis Posa jede weitere Gegenrede ab. Auf diese Weise war ihm eine beträchlliche Kürzung der Vorstellung gelungen. Oochschulnackn'chten. Dem ordentlichen Professor Dr. Fr. Kl au sing in 9Jlarburg ist wieder ein Lehrstuhl für bürgerliches und Handelsrecht an der Universität Frankfurt angeboten worden. Der Lehrftubl der Pharmakologie an der Heidelberger Universität ist dem ordentlichen Professor Dr. F. Eichholtz in Königsberg angeboten worden. Der Göttinger Privatdozent Dr.-Ing. W. Präge r hat einen Ruf auf den Lehrstuhl der technischen Mechanik an der Technischen Hochschule in Karls« ruhe erhalten. Aus der Provinzialhauptstadt wurde man durch das Filmbild in eine Lehrküche in einen Kreis junger Mädchen geführt, die als angehende Hausfrauen mit „Sanella" ihre Gerichte bereiteten und geraten liehen. Um den Besuchern der Filmvorführung auch einen Ueberblick über die Herstellung der „Sanella" gewinnen zu lassen, führte der Bildstreifen in den sonnigen Süden, dahin, wo die Kokospalmen reifen und das Grundprodukt, das pflanzliche Fett, liefern. Interessante, aus dem Leben und der Arbeit der Eingeborenen gegriffene Aufnahmen, Bilder von der Verladung der Kokosnüsse und deren Löschung im Hamburger Hafen, die Verarbeitung der Kokosnüsse zu dem in der Küche verwendbaren Fett, das alles sah man hier und konnte dabei gleichzeittg den Eindruck ge- Der Mann, dem Europa sein heutiges Gesicht verdankt. Leben und Taten des Königs Eduard VII. von England. Don F. X Schlichters. jeher Indien- und der Dardanellen wegen mih- trauisch gegen Rußland. Gleichzeittg hetzen die Sozicüisten wegen der arbeiterfeindlichen Autv- kratie des Zarentums. Auf der anderen Seite dagegen kommen Eduard die Aussen Stolypin und Iswolski entgegen: sie brennen darauf, ihr Regime nach ouhen durch einen eklatanten diplomatischen Eriolg zu festigen. Es dauert lange — aber im Februar 1907 kommen die Verhandlungen von neuem in raschen Fluh: zu Ende August des gleichen Jahres sind sie zu erfolgreichem Abschluh gebracht. Im Frühsommer 1908 wird das englisch-russische Abkommen aller Welt seierl.ch sichtbar gemacht durch c:ne Begegnung des Königs und des Zaren auf hoher See, durch das berühmte Treffen auf der Reede von Reval. Auf der Fahrt dahin wird Eduard in Kiel mit einer Parade und Flottenübungen empfangen. Die hierbei ausgebrachten Trink- sprüche hallen von Freundschaftsbeteuerungen - sie sind ebenso goldecht, wie es der Schwur des Zaren gewesen ist, niemals mit dem schlimmen .Onkel Bertie" einen Beitrag za schlichen. Der „Onkel Bertie" ist jetzt plötzlich des Zaren Ein und Alles: Britannia and the King for evcr in all the worid —: das ist der Tenor der Trinl- sprüche. die der Zar an Bord auf der Reede zu Reval ausbringt. „Onkel Bertie" erwidert in gleicher Herzlichkeit. Er strahlt Liebe und Freude, und das ist sicherlich mehr als offizielles Muh! —: ein für das Schick,al der Welt hoch- bedeutsames Werk ist ihm gelungen: der Dreibund Cngland-Ruhland-Frankreich ist fertig! , , . Was das heißt, wird die Welt 1914 zu spuren bekommen ... ♦ Bei .Onkel Bertie" ist die Dündnispolitik zu der gleichen Leidenschaft geworden, wie sie früher das Spiel, das Pferderennen, das Eharmieren mit tausend und einer Frau war. Das Gespenst Deutschland läßt ihm keine Ruhe. Man lebt in derEpocheder F l o t te n p a n i ke n. England entrüstet sich und erbebt ob der „Dreistigkeit" der deutschen Flottenbaupolitik. Verhandlungen über Derhandlangen zwischen London und Berlin, um hier zu einem Verzicht Deutschlands zu gelangen. Onkel Bertie beteuert dem deutschen Reffen plötzlich seine Liebe und seine Friedensinbrunst —: .Wir wollen tun, als ob wir Freunde wären, lieber Reffe: aber du mußt gehorchen, mußt deine Flottenspielereien dem guten Onkel Bertie opfern, böser Reffe!" Man weih, daß dieses Hin und Her nie in einer Verständigung seinen Abschluß fand. Der friedliebende Eduard gibt sich einmal eine Blöße —: als im Frühjahr 1939 dem König der Entwurf der englischen Budgets mitgeteilt wird, beantwortet Eduard das Schriftstück mit der Anfrage, ob das Kabinett die Möglichkeit eines — europäischen Krieges berücksichtigt habe... Diese Frage fällt in die Zeit der hef- ttgsten Flottenkonflikte mit Deutschland — beantwortet wird sie im Jahre 1914 ... Inzwischen geht der König an ein neues Werk. Er sieht, wie der böse deutsche Reffe sich um die Freunds chaft der Vereinigten Staaten bemüht, der einzigen Weltmacht, die im ersten Jahrzehnt des zwanzigsten Jahrhunderts frei von allen politischen Bindungen ist. Da muß man stören! Auf Englands Geheiß beginnt Frankreich ein Liebeswerben um Amerika: auf dem üblichen Umweg schließt sich hier Eduard an. Er wechselt plötzlich Briefe mit dem Präsidenten Roosevelt, sendet ihm Geschenke, schickt, um mit ihm in ständiger persönlicher Verbindung zu bleiben, seinen Detter, den Grasen Gleichen, als Militärattache nach Washington. Roosevelt ist geschmeichelt und hingerissen. Die erste Frucht tragen die Bemühungen Eduards aus der Haager Friedenskonferenz. Roosevelt erklärt dem Vetter des englischen Königs: . . . , .Eie können Ihrer Regierung sagen, daß ich England bis zum Aeußersten auf der Haager Konferenz unterstützen werde. Deutschland wird das nicht mögen, und es wird ihm unangenehm sein, aber ich werde es trotzdem tun!“ Künftige Waffenbrüderschaft, wie sie der Weltkrieg zu Deutschlands Verderben wirksam sehen wird, wird vorausgeahnt. Roosevelt schreibt an den König: .Ich bin von dem Gefühl durchdrungen, baß die Interessen der englisch sprechenden Völker im Atlantik und Pazifik identisch sind: wir sollten es allen zum Bewußtsein bringen, daß wir bereit und imstande sind, unsere Positionen zu wah- ren!“ Der König erwidert: „Ich vertraue darauf, baß bas Zusammenwirken der '—''Hüb sprechenden Rchsen dcr machtvollste zivilisierende Faktor in der Weltpolitik werden wird!' Der zivilisierende Faktor —: ein Meer von Dlut, Reutralitätsschwindel, Waffenlieferungen, englische und amerikanische Heere auf französischem Boden zu einem gegliedert gegen die deutsche „Barbarei", und zum Beschluß der Weltbetrug der berüchtigten Wilsonschen vierzehn Punkte! , — Das Werk des an Königsjahme kurzen Daseins Eduard VH. ist vollendet. Man sieht die Front —: England — Frankreich — Rußland — Japan — Amerika. Die Kräfte sind mobilisiert, die Europa — und darüber hinaus der Welt — das heutige Gesicht geben werden...! Eduard VH darf sich getrost zum Sterben legen; fein Werk wird leben und Früchte tragen. , । an denen kommende Geschlechter noch bitter zehren : I werden. (Schluß folgt.) Einfluß auf die gesamte Wirtschaft und die Iniien- politik des Reiches nicht bewußt ist, sonst hätte man rechtzeitig Maßnahmen zum Schutze der deutschen Landwirtschaft getroffen, denn zu wirklich durchgreifenden Maßnahmen zum Schutze unserer deutschen Landwirtschaft konnte sich die Reichsregierung noch nicht entschließen. Die Verbitterung in wetten Kreisen der Landwirtschaft steigt von Tag zu Tag und wird noch verstärkt durch die Entwicklung der Butterpreise in den letzten Tagen. Die Landwirtschaft kann es nichk verstehen, daß die Reichsregierung keine Maßnahmen trifft, die eine Hebung der Preise landwirtschaftlicher Erzeugnisse und Verminderung der auf der Landwirtschaft ruhenden Lasten bringen. Wie der Landwirt für seine Arbeit und Mühe belohnt wird, dafür ist der M i l ch p r e i s ein Beweis. Hat seither schon der Milchpreis die Gestehungskosten hießt gedeckt, so ist durch den Rückgang des Butterpreises in den letzten Tagen der Milch- preis für viele Erzeuger unter die Preisspanne gesunken, die ein Teil Des Milchhandels für den Verkauf der Milch v e r - dient. So wie die Verhältnisse auf Dem Gebiete der Milcherzeugung liegen, sind sie ähnlich bei Der Mehrheit der Preise landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Soll die Landwirtschaft immer noch auf durchschlagende Maßnahmen warten, weil die öfter wechselndenReichskabinette sich nicht auf ein e i n - heitliches, richtunggebendes Wlrisch a f t s p r o g r a m m einigen können, in Dem Der deutschen und damit Der hessischen Landwirtschaft ausreichende Lebensmöglich leit gegeben ist? Der Vorstand der Landwlrtfchaftskammer fordert deshalb in kürzester Frist sofortige Maß- nahmen zur Behebung der Schwierigkeiten der Landwirtschaft. Werden solche Maßnahmen nicht getroffen, dann muß Der Vorstand die Verantwortung für den Dann sicher zu erwartenden Zusammenbruch der deutschen und hessischen Landwirtschaft ablehnen. MMche Lage der hessischen Landwirsschast Eine Entschließung deö Vorstandes der Hessischen Landw»rsschastskammer. V. „Onkel Bertie" gewinnt Freund auf Freund. Paris ist erobert, Frankreich zum Bundesgenossen gewonnen. Aber Eduard VII. rastet nicht. Er fühlt: Deutschlands Weltgel. t u n fl w äch st und wächst, hier steigt eine drohende Gefahr für das britische Imperium herauf. Es ist höchste Zeit, biese ton- ttnentale Großmacht zu isolieren und sich selbst Bundesgenossen zu suchen — für ben Fall, baß ... Längst sieht er die Rottoenbigkeit, sich mit Rußland zu verständigen, dessen asiatische und orientalische Expansionspolitik immer mehr sich mit den kolonialen Interessen Englands kreuzt. Es güt also, kurzerhand aus einem Rivalen «inen Bundesgenossen zu machen. Die Entente mit Frankreich ist das Fundament, auf dem man auch in dieser Beziehung aufbauen kann — es bestehen bereits untergründifche Din. düngen zwischen Rußland und Frcmkreich ... Aber schnell, schnell, schnell: denn sehr ge- fahilich ist die dicke Freundschaft zwischen den beiden gekrönten Dettern —: zwischen dem Zaren und dem deutschen Kaiser, die eine deutliche Spitze der Abneigung gegen den englischen Onkel hat! Die englisch-französische Entente ist genau sechs Tage alt, da weilt der betriebsame „Onkel Bertie", wie ihn die beiden gekrönten Dettern in ihren Driesen nennen, bereits in Kopenhagen. 2lm Abend läßt er sich zu einem Lunch in die englische Botschaft laden: ausdrücklich auf sein Verlangen ist auch der russische Gesandte Is- wosski anwesend. Man kann sich „unter vier Augen" unterhalten, kann seinen ganzen verführerischen Eharme spielen lassen. _ Zwei glanzende Psychologen sitzen sich gegenüber unb — spielen eine faszinierende politische Schachpartie. „Die englisch-französische Einigung erfüllt sich mit der schönen Hoffnung, durch dieselbe^ Methode zu noch wichtigeren Ergebnissen, naml.ch zu einer äijmlidjen Entente mit Rußland zu gelangen, eine Entente, die immer der Gegenstand meiner aufrichtigsten Wünsche gewesen ist!" Das ist der Kernpurckt des königlichen Geplau- ders, den Iswolski an den Zaren berichten kann. Der Zeitpunkt ist wichtig Eduard beginnt sein offizielles Werben umRußland kncchp vor den entscheidenden Riederlagen im Krieg gegen Japan. Aber diese Freuiidschaftsanbah- nung scheint scheitern zu wollen. Auf dem Weg nach Ostasien beschießt die russische Ostseeflotte die englische Fischerflotte von Hüll. Die englische Öffentlichkeit tobt, verlangt schwere Genug- tuungen, Presse und Militär fordert em Eintreten Englands in den Krieg an der Sette Japans: schließlich hat man ja auch mit Japan ein Bündnis geschlossen .! — Aber Eduard bremst trotz aller Angriffe gegen diese seine „schlappe" Politik. Der ganze Zwischenfall endet ohne Demütigung Rußlands. Allerdings hat dieser Zwischenfall heimlich einen anderen Spie- ler in Bewegung gesetzt —: Wilhelm II. sendet dem Zaren den Entwurf eines deutsch- russischen Bündnisses, mit deutlicher Marschrichtung gegen England. Der Zar verlangt, daß man Frankreich zur Besprechung hin- zuziehe: der Kaiser verweigert das. Inzwischen brüht in Rußland die Fe b r u a r rev o lu 11o n des Jahres 1 905 aus. Der Kaiser hat den Eindruck, daß jetzt der Zar sturmreif sei. Roch vor Abschluß des Friedens von Portsmouth, als der Zar über die Zukunft seines Landes und die Bilanz seiner Verluste noch im Unklaren ist, verabreden die beiden Vettern eine >3 u- fammenlunft in ben FinnifchenScha- ren bei Djörlö. Die „Hohenzollern", die !a "erliche Jacht, rawcht heran. Kurz daraus ist der Zar bereits an Bord und wird Dom Kaiser und vom Staat^ekretar für auswärtige Angelegenheit, von Tfchirchky, empfangen. Der Zar ist tief deprimiert: der Ärxg ist verloren, die inneren Angelegenheiten sind chaotisch verwirrt, er wird gehetzt von Attentatsfurcht. Auf diesen Mann stürmt der Kaiser mit glühendem Optimismus und den Bildern em er deutsch-ru'i schen Weltherrschaft ein und reißt ihn schnell in sein Fahrwasser. Ehe sich der Zar versieht, liegt ein Vertrag vor, der Äa.'er unterschreibt, der Zar unterschreibt, gleichsam aus Höflichkeit. Staatssekretär von Tschirschly zeichnet gcg:n — für den Zaren schleppt man euren Off- jier aus Dem Gefolge an den Tisch, den Admiral Dirilew, er muß ebenfalls gegenzeühnen, ohne die leiseste Ahnung von dem au haben, was er da unterschreibt. Den Abschluß dieser Handlung bildet ein Dan kett und bilden glühende Haßbeteuerungen der beiden Vettern gegen ben „Onkel Dertie", vor dessen Leidenschaft, Verträge zu schließen, der Kaiser den 3aren em- dringlich warnt. Der Zar schwört, niemals ferner- feitS mit diesem betriebsamen Onkel einen Cßer- trag ei nzugehen — begibt sich auf seine Jacht und fährt nach Haufe. Hier folgt die Enttäuschung den Hoffnungen auf dem Fuße. König Eduard hat etwas von einem Abkommen läuten hören, er macht Iswolski und den Grafen Witte mobil — d.e Folge ist, daß die russische Regierung sich glatt weigert, den Vertrag von Djörkö zu ratifiz^ren. Jetzt stößt König Eduard unaMa,r.g Dor. ob- schon sich in seinem Land heftige Widerstande gegen eine vertragsmäßig gebundene Verständigung mit Rußland breitmachen. Man ist von • Darmstadt, 2. Jan. Der Vorstand der Landwirtschaftskammer für Hessen nahm in seiner heute stattgefundenen Dorstands- sitzung eingehend Stellung zu der gegenroarttgen La g e der Landwirtschaft. Mit größter Sorge mußte er hierbei feststellen, daß Die Entwicklung unserer landwirtschaftlichen Verhältnisse in raschen Schritten Dem Abgrund entgegenführt. Der schon feil Monaten zu beobachtende Rück- gang der Preise landwirtschaftlicher Erzeug- nisfe, insbesondere für Vieh, Milch, Molkereiprodukte, für Gemüse, Getreide u. a. ist heute auf einem Staub angelangt, der weil unter den Friedenspreisen liegt und z. B. für Vieh am Zü. November nur noch 61,8 Prozent der Friedenspreise ausmachte. Solche Preise müssen zum Ruin der landwirtschaftlichen Betriebe führen, da anderseits die Lasten (Steuern, soziale Abgaben u.a.) das Mehrfache wie im Frieden betragen. Die große Mehrheit der hessischen landwirtschaftlichen Betriebe ist vorwiegend auf die Gewinnung landwirtschaftlicher Beredlungser^eugnisse wie Vieh, Milch, Gemüse u. a. angewiesen. Deshalb wirkt sich der Rückgang der Preise für diese Erzeugnisse außerordentlich nachteilig auf die hessischen Betriebe aus. Wiederholt wurde von den verschiedensten Seiten der Landwirtschaft, nicht zuletzt auch durch Die hessische LanDwirtschaftskammer, aus Die zunehmende Verschuldung m der Landwirl- schaft und Die Unmöglichkeit, Die wichtigsten Betriebsmittel der Wirtschaft, wie Derjenigen für Das Leben und die Erhaltung der Familie notwendigen Lebensbedürfnisse aus den Einnahmen des Betriebes zu decken, hingewiesen. Alle diese Vorstellungen der gesamten deutschen Landwirtschaft haben bisher keinen Erfolg gebracht. Der Vorstand der Landwirtschaftskammer muß leider zu der Ausfassung kommen, daß ein nicht geringer Teil per führenoen Reichsstellen sich der Lage der gesamten deutschen Landwirtschaft und deren ungünstigen Die Tanne als Zutterbaum. In der Zeit nach Weihnachten ist wieder daraus aufmerksam zu machen, daß der Weihnachtsbaum sich sehr gut als Futtermagazin für die hungernden Vogel Herrichten läßt. Röttg ist eine in Tala eingeschmolzene Futtermischung, welche sowohl den insekten-, als auch Den körnerfressenden Vögeln das Reckte bietet. Man kann in Vogel- ober Samenhandlungen diese Mischung gleich fix und fertig in erkaltetem Zustande als „Futterstein" kaufen, die in einer passenden Pfanne nur erhitzt und über die Zweige der Tanne gelöffelt zu werden braucht. Wer die Futtersteine nicht bekommt, kann sich die Mischung auch selbst bereiten. Man nehme: Trockenes gemahlenes Weißbrot 150 Gramm, trockenes gemahlenes Fleisch 100 Gramm, Hanf 200 Gramm, gebrochenen Hanf 100 Gramm, Mobn 100 Gramm, Mohnmehl 50 Gramm, weiße Hirse 100 Gramm, Hafer 50 Gramm, trockene Holunderbeeren 50 Gramm, Sonnenblumenferne 50 Gramm, Ameiseneier 50 Gramm, zusammen 1000 Gramm Trockenfutter. Aus diese Menge gebe man etwa 1400 Gramm Fett (Rinder-, Hammel- ober Pferdetalg) hinzu Das Fett wird zuerst in einem Tovf au, dem Feuer erhitzt, und wenn es flüssig ist, schüttet man bas Trockenfutter hinein, rührt den Brei gut durch unb löffelt ihn möglichst heiß auf die Zweige des Nadelbaumes. Nicht unbedingt notwendig ist, daß alle Bestandteile des oben angegebenen Futters vorhanden sind, keinesfalls darf aber der Hanf fehlen. Beim grünen Talgfutterbaum ist verhindert, daß das ben Vögeln gespendete Futter durch Schnee unb Nässe verdorben wird. Zngleick haben die Vögel Den ihnen bei großer Kälte so nötigen Fettgehalt. Im Garten, vor Dem Fenster, auf Schulhöfen und dergl. ist solch ein Futterbaum eine rechte Augenweide. Ader er ist auch eine große Wohltat für die hungernden Vögel, die zu füttern Pflicht jedes mitleidigen Menschen ist. A. B. Arbeitsbeschaffung in Dberheffen. Wie wir vom Arbeitsamt Gießen erfahren, sind an der Beschaffung von Arbeitfürden Freiwilligen Arbeitsdienst oder für Rotstandsarbeiten neben den Kulturbauämtern noch folgende Behörden mit Planungen beteiligt: , _ Aus dem Kreise Alsfeld: die F o r st a m » ter: Göringen, Grebenau, Kirtorf und Romrod. sowie die Dü r g er me i stereien : Angenrod, Homberg, Ermenrod, Elbenrod, Windyau- send und Zell. Aus dem Kreise Büdingens Fvrstamt Konradsdors, sowie die Türgermei- st e r e i e n : Altenstadt, Aulendiebach, Bad Salzhausen, Diebach am Hag, Dudenrod, Echzell, Langenbergheim, Ober-Mockstadt, Ortenberg, Ranstadt, Rodenbach, Setters, Wallernhausen, Wenings, und Bahnmeisterei Büdingen. Aus dem Kreise Friedberg: Forst amt Ober-Eschbach, sowie die Bürgermeistereien: Assenheim, Dad-Rauheim, Gambach, Kaichen, Rieder-Roßbach. Ossenheim, Rockenberg, Stammheim, Steinfurth, Hausen, Hochweisel, Wolfersheim, und Bahnverwaltung der Dutz- bach-Licher und Diebertalbahn. Aus dem Kreise Gießen: Forstam t Gießen, sowie die Dü r ge r me i st e re ie n ^Bersrod Climbach, Daubringen, Eberstadt, Geilshausen,' Gießen, Grünberg, Grosien-Buseck. Hausen, Heuchecheim, Langsdorf, Langd, Lich, Lollar, Nvn- nenroch, Reiskirchen, Rödgen, Treis a. d. Lumda, Londorf, W henb-.m-Sicunberg. Aus Dem Kreise Lauterbach: Die Bürgermeistereien: Allmenrod, Altenschlirf, Angersbach, Grebenhain einschl. Crainfeld, Nieder-Moos unb Vaitshain. — Bei Der Maßnahme in Grebenhain handelt es sich um die größte bisher in Oberhessen beabsichtigte: sie umfaßt 121 000 Tagewerke. — Hörgenau, Landenhausen, Babenrob, Zahmen. Aus Dem Kreise Schotten: die F o r st ä m ter: Eichelsdorf, Laubach unb Schotten, sowie die Bürgermeistereien: Breungeshain, Busenborn Eickelsdorf, Helpershain, Kölzenhain, Lardenbach, Ulfa, Schotten, Wetterfeld, Wingershausen. Daten für Tiens ag, 3 Januar. 1829: der Philologe Konrad Duden aus Gut Bossigt bei Wesel geboren; — 1929: der russische Großfürst Nikolai Nikolajewitsch in Antibes gestorben; — 1931: der französische Marschall Joseph Jacques Ioftre in Paris gestorben. (Steuerfreie Rückstellungen für Gratifikationen. In den „Aktuellen 6teuerfragen", herausgegeben von dem Wirtschaftsprüfer und Leiter Der Steuerberatungsstette der Handwerkskammer Gießen, Hermann Will zu Gießen, lesen wir (Rundschreiben Rr. 1, Jahrgang 1933) folgendes: Ein Kaufmann hatte für Ende des Jahres 1928 Gratifikationen zurückgestellt, die er aus Anlaß der Fertigstellung des Ichresabschtusscs 1928 an seine Angestellten im Frühjahr 1929 zu zahtev beabsichtigte. Das Finanzamt hatte die Zulässigkeit derartiger Rückstellungen bestritten und bte zurückgestellten Beträge erst im Jahre der Zahlung (1929) als abzugsfäH.g erklärt. Der Reichsfinan.hof hat den Standpunkt des Steuerpflichtigen für richtig erklärt und die Rückstellung schon vom Gewinn 1928 zugelassen. Der Reichssinan.hof setzt damit seine Rech is-rechung fort, die er für Garantieverpflichtungen, Delkredere-Konten usw. aufgeftcllt Hat. (RFH.-LlrteÄ vom 12. 10. 1932 — VIA 121/32, Steuer und Wirtschaft 1932 Rr. 1144.) &uriu>H.ie*- — Aus dem Etadttheater-Dureau wird uns geschrieben: Als 14. Vorstellung im Dienstag-2ll>onnement heute 20 ilßr zu gewöhnlichen Preisen der Schwank: „Stöpsel", von Arnold und Dach — Mittwoch, 4. Januar, 15.45 Hßr, zu Märchenspielpreisen vorletzte Aufführung des Märchens: „Aschenbrödel", sechs Dilder mit Musik, Gesang und Tanz von Gömer. Leitung: Dolck —Moehl —Baulke. Ende 18.15 Uhr. 19.30 Uhr als 13. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement das Frontstück: .Die endlose Sttaße", von Grass und Hintze. Spielleitung: der Intendant. Gewöhnliche Preise. Ende 22.45 Uhr. — Am Freitag, 6. Januar, findet die nächste Wiederholung der Operettenrevue: „3m weißen Rößl" statt. 13. Vorstellung im Freitag-Abonnement. Operettenpreise. Spieldauer von 19,30 Uhr bis nach 22.30 Uhr. ** Personaloeränderungen bei dem Ortsgericht Gießen. Mit Wirkung vom 1.Januar 1933 ab haben die Ortsgerichtsmänner Christ. Schmidt II. unb E. Röhr sen. in Gießen mit Rücksicht auf ihr hohes Alter ihre Aemter als Ge- richtsrnänner des Ortsgerichts Gießen niedergelegt. Von leiten Des Hessischen Amtsgerichts Gießen wurde ihnen für ihre langjährige ersprießliche Tätigkell und ihre Mühevolle Arbeit Dank unb Anerkennung ausgesprochen. An ihre Stelle wurden die seitherigen Ersatzgerichtsmänner Kaufmann Theodor L o o s und Architekt Heinrich F i s a) e r in Gießen zu Orts- Serichtsmännern des Ortsgerichts Gießen ernannt In Stelle Der letzteren treten als Ersatzgerichts- männer Die Herren Weißbindermeister Carl Wagner und Kaufmann Heinrich Erle, beide in @l** u f dem Wege der Besserung. Das Befinden des 22jährigen Photographen Walter Borst, der in der Nacht zum Montag auf der Marburger Straße von einem Kraftwagen ange- fahren, verletzt unb bann in die Chirurgische Klinik eingeliefert wurde, hat sich erfreulicherweise etwas gebelfert. Die erlittenen Verletzungen haben sich als leichterer Natur erwiesen. Die polizeilichen Ermittlungen über den Autofahrer, der ben Verunglückten ohne Hilfeleistung liegen ließ, haben inzwischen auch schon zu einem Ergebnis geführt Der in Frage fommenbe Kraftwagenführer ist ein Einwohner von Lollar. f . ,, ** „Sanella-.Film im Lichtspielhaus. Im Lichtspielhaus Bahnhofstraße würbe gestern em Reklamesilm gezeigt, der sich durch geschickte Aufmachung auszeichnet. Der Bildstteifen lief unter dem Motiv des Fortschritts. Zunächst sah man Bilder, die die Entwicklung der Technik, insbesondere vorn schreibenden Mönch bis zur Rotationsmaschine, vom Handpslug bis zum Traktor, ferner von der früheren unhygienifchen Kleidung bis zur heutigen Sportkleidung u. a. m. zeigten, um bann schließlich jenen Fortschritt zu kennzeichnen, ber auf bem Gebiete ber Ernährungstechnik unb ber Verbesserung der Lebenshaltung in Erscheinung getreten ist. Hier roinnen, daß bei der Herstellung ber „Sanclla"- Buttcr mit größter Sorgfalt und unter Wahrung aller hygienischer Erfordernisse zu Werke gegangen wird. Zum Schlüsse sah man noch unter den Kock schülerinnen die bekannte Schauspielerin Evelyne Holt, die einen Keinen Schlager vom Fortschritt sang. Der interesiante Film dürfte seinem 'Zweck gut gedient haben._______________________________ «prcchftundcn vcr Ncdaktion. 1130 bis 1230 Uhr, 16 bi» 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Anzeigcnauslräge sind lediglich an die Geschäftsstelle ,n richten. S.J.-fpori Nach dem Kußballkampf in Bologna. Mei ungen zum Länderspiel. Unser Sonderberichterstatter hatte Gelegenheit, nach dem Spiele mit verschiedenen Führern der deutschen und italienischen Fußballsportbewegung, sowie einigen Spielern Rücksprache zu nehmen. Allgemein war man in beiden Lagern mit dem Ausgang des Treffens zufrieden. Die Italiener waren mit Recht von dem Spiel ihrer Nationalmannschaft begeistert, die Deutschen, die nach den vorzüglichen Leistungen der Italiener etwa mit einer 5:1-Nieder- lage gerechnet hatten, freuten sich, daß es nur ein 3:1 geworden war. Die Verletzung des Regensburger Torhüters Jakob hat sich erfreulicherweise als nicht sehr schlimm herausgestellt. Es handelt sich um eine Art Verstauchung. Jakob trägt den Arm in der Binde, er kann ober die Heimreise zugleich mit den andern Mitgliedern der Mannschaft antreten. Der Generalsekretär des italienischen Verbandes, Za n etti, erklärte: Wir sind mit unserer Mannschaft sehr zufrieden. Sic hat mehr geleistet, als wir erwartet haben. Der Grundfehler der deutschen Mannschaft ist der, daß sie den Ball nicht schnell genug abspielt. Sie läßt sich zuviel auf Kämpfen von Mann zu Mann ein. Sie müßte mehr mit dem Kopf und dem Ball, aber weniger mit dem Körper spielen. Der österreichische Rekordinternationale Gugi Wieser: Der deutsche Fußball ist seinem Leistungsvermögen nach stark zurückgegangen. Den meisten Spielern fehlt jedes Gefühl für Taktik. Die Kombination ist bei weitem nicht flüssig genug. Die besten Leute der deutschen Mannschaft waren: Malik, Haringer und Buchloh, der mir besser gefiel als Jakob. Auch Rohr hatte gute Momente: sehr schwach dagegen waren Krumm, Bergmaier und Knöpfle. Der deutsche Mannschaftsführer Ludwig Lein- b e r g e r : Ich möchte nicht viel sagen. Die deutsche Mannschaft hat nicht genügend gekämpft, aber der Gegner hervorragend gespielt. Der Bundestrainer Otto Nerz: Man wird uns wieder den Vorwurf machen, unsere Mannschaft schlecht aufgestellt zu haben. Ich bin der Ansicht, daß wir mit icder anderen Mannschaft eine gleich schlechte Rolle gespielt hätten. Ausschlaggebend für solche Länderkämpfe ist die Art der Vorbereitung. Die Italiener hatten nicht nur die bessere Uebersicht über ihr Spielermaterial, sondern auch viel bessere Möglichkeiten für die Vorbereitung. 1928 vor den Olympischen Spielen waren wir in einer ähnlichen Situation. Damals hatten wir eine wirkliche Nationalmannschaft. Die Spieler entstammten zwar den verschiedenen Vereinen, aber sie wurden in den Kursen zu einer sehr spielstarken Einheit. Ehe wir uns nicht ganz anders auf die Länderspiele vorbereiten, werden wir in internationalen Begegnungen keine Rolle zu spielen vermögen. Der Leiter der deutschen Expedition und Mitglied des Bundesspielausschusses Prof. Glaser: Die Italiener haben zwar hervorragend gespielt, aber wir hätten nicht eine derart unterlegene Rolle spielen dürfen. Wenn unser Sturm mehr eingesetzt und mehr Herz gezeigt haben würde, hätten wir besier abgeschnitten. Die besten Leute auf unserer . Seite waren Grämlich und das Abwehrtrio, Wend! hatte unter dem schwachen Spiel von Knöpfle zu leiden. Erste Ausfahrt 1933 des Vereins Rudersport. Die diesjährige Rudersaison eröffnete der Verein Rudersport mit der traditionellen E i e r f a h r t am 1. Januar nach,6er Badenburg mit seiner vorjährigen Rennmannschaft: Well Höfer, Beck, Fröhlich, Jmmel, St. Franz. Die Mannschaft, die im vergangenen Jahre erst im Sommer zusammenkam, konnte auf der Herbstregatta den Herbstvierer gewinnen und wird auch in diesem Jahre in der alten Besetzung wieder an den Start gehen. Hoffentlich werden die in diese Mannschaft gesetzten Erwartungen erfüllt. Erfolge des Gießener Tanzklubs. Auf dem Tanzturnier am 31. Dezember in Frankfurt a. M. im Palmengarten konnte erfreulicherweise der Gießener Tanzklub Rot-Weiß wieder drei sehr schöne Siege erringen. Lind zwar in der 8-Klasfe: I. Preis Herr Laberenz — Fraulein W e h r u m ; 2. Preis Herr Seipp und Frau. L-Klasse: 1. Preis Herr Thei sebach — Fräulein Schupp. Deutsche Wasserball-Bilanz 1932. Neue Kräfte für die Nationalmannschaft. Nur fünf Spiele trug 1932 die deutsche Nationalmannschaft aus, davon allein vier im Rahmen des Olympischen Wasserballturniers in Los Angeles. Dabei waren Deutschland drei Siege beschieden, gegen Amerika reichte es nur zu einem bescheidenen Unentschieden 4:4 und Ungarn konnte uns, wie erwartet, eine glatte Niederlage mit 6:2 beibringen. Gegen Frankreich fiel der Sieg nur knapp 3:2 aus, gegen Brasilien spielten wir 7:3 und gegen Japan sogar 10:0. Die deutsche Mannschaft spielte mit einer Ausnahme — gegen Japan hütete Eckstein das Tor — in der Aufstellung: Erich Rademacher; Cordes, Gunst; Beneke; Schulze, Schwarz und Joachim Rademacher. Bei dieser Gelegenheit dürfte auch eine Betrachtung der Liste der Repräsentatiospiele unserer Internationalen interessant sein. Den Rekord hält der ausgezeichnete Verteidiger Cordes, der schon 54 mal für die deutschen Farben gegen das Ausland spielte, auf je 50 Spiele brachten es sein Klubkamerad Beneke und der Hannoveraner Gunst; 44 mal war Amann international tätig und Erich Rademacher hat nach dem 36. Spiel kürzlich seine Laufbahn abgeschlossen. Gleich ihm werden sich übrigens auch Cordes und Beneke ins Privatleben zurückziehen, so daß G u n ft, Schulze (22 Spiele), Joachim Rademacher (18) und Heiko Schwarz (Köln, 9) in Zukunft den Stamm der deutschen Nationalmannschaft bilden werden. Deiters 1 S00-Meter-Rekord anerkannt Etwas sehr spät hat der Deutsche Schwimmver- band nunmehr auch den Rekord des Kölners Raimond Deiters über 1500 Meter Kraul mit 21:35,8 als deutschen Rekord anerkannt. Deiters erzielte diese Leistung schon bei den Deutschen Meisterschaften am 3. Juli in Dresden. Wirtschaft. * Devisenabkommen mit Holland und mit der belgisch-luxemburgischen Wirtschaftsunion. Die Verhandlungen mit der holländischen, sowie mit der belgischen und luxemburgischen Regierung zur Regelung der Zahlungen für den Warenverkehr zwischen Deutschland und den genannten Ländern haben zu einer Einigung geführt. Danach können künftig Firmen, die im Besitz einer allgemeinen Devisengenehmigung sind, soweit ihre Devisenkontingente für die Bezahlung von Warenbezügen aus diesen Ländern nicht ausreichen, die fehlenden Beträge in Reichsmark auf die bei der Reichsbank für die Belgische Rationalbank und für die Rederlandsche Bank errichteten Sonderkonten einzahlen. Diese Markbeträge werden dann zur Bezahlung deutscher Lieferungen nach Holland bzw. Belgien und Luxemburg verwendet. Die neue Regelung tritt gegenüber Holland am 10. Januar, gegenüber der belgisch-luxemburgischen Wirtschaftsunion am 12. Januar in Kraft. "Konkurse und Vergleichsverfahren im Dezember 19 3 2. Rach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes wurden im Monat Dezember 1932 durch den Reichsanzeiger 521 neue Konkurse ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung und 280 eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 449 bzw. 267. " Deutsche Werke Kiel AG., Kiel. Das abgelaufene Geschäftsjahr (3T September 1932) brach t r für d'.e D. uischc Werke Kiel AG., Ki I cir.cn Verlust von 474 341, der sich um den vorgetragenen Vorjahrsverlust um 238 761 Mark erhöht. Gegen Ende des Geschäftsjahrs konnte die Belegschaft um 900 Arbeiter erhöht werden, nach Ablieferung des Panzerschiffes „Deutschland" fei jedoch wieder mit einem stark ins Gewicht fallenden Arbeitsausfall zu rechnen. * Schul theiß-Patzenhofer Brauerei A. - G.. Berlin. Wie im Geschäftsbericht der Schulbheiß-Patzenhoser Brauerei A.-G.. Berlin, ausgeführt wird, ist der Absatz in 1931/32 nur unwesentlich unter das Riveau gesunken, das die Gesellschaft zur Grundlage ihres Finanzprogramms machte, und von dem aus sie ichre ganze Geschäftsentwicklung und die danach zu treffenden Dispositionen beurteilt hatte. Die schon im letzten Bericht ausgesprochene Erwartung, daß dem Ergebnis des Jahres 1931/32 mit Vertrauen entgegengesehen werden könnte, werde durch die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung bestätigt. Einschließlich des Vorjahresvortrages in Höhe von 42 915 Mark ergibt sich ein Reingewinn von 3,30 Millionen Mark. 1,66 Millionen Mark werden als 4proz. Dividende auf 41,40 Millionen Stammaktien, 0,28 Millionen Mark als 6proz. Dividende auf Vorzugsaktien (anteilig) und 0,48 Millionen Mark als 6proz. Dividende auf Genuß scheine verteilt. 68 323 Mark sollen auf neue Rechnung vorgetragen werden. * Elektrizitäts AG. vorm. Schuckert & C o., Nürnberg. Wie WTB.-Handelsdienst auf Anfrage bestätigt wird, hat die Elektrizitäts AG. vorm. Schuckert & Co., Rürnberg, ihr De» teiligungsportefeuille durch den Erwerb von etwa 1 Mill. Mk. Aktien der Großkraft Franken AG. und etwa 0,6 Mill. Mk. Aktien der Fränkischen Lieberlandwerk AG., Rürnberg, erweitert. Don dem 7,2 Mill. Mk. betragenden Gesamtkapital des Fränkischen Lieberlandwerks besaß Schuckert bisher etwa 3,25 Mill. Mk., so daß die Beteiligung nunmehr die absolute Majorität ausmacht. In der Dividendenfrage lassen sich bestimmte Voraussagen für das am 31. März 1933 ablaufende Geschäftsjahr noch nicht machen. Frankfurter Abendbörse sehr still. Frankfurt a. M.. 2. Jan. Die Abendbörse verkehrte mangels jeglicher Anregung in sehr stiller Haltung, wobei die Tendenz für Elektrizität Aktien eher etwas leichter war, während Renten auf dem erhöhten Riveau ziemlich behauptet blieben. Don Aktien konnten sich JG.-Farben gegenüber dem Berliner Schluß zwar um 0,13 v. H. erhöhen, im Verlaufe waren sie aber mit 95,5 v. H. angeboten, ebenso konnte man später an den übrigen Marktgebieten meist ermäßigte Kurse hören. Rur Siemens lagen 1 v. H. und Schuckert 0,60 v. H. freundlicher. Der Rentenmarkt lag gleichfalls ziemlich r u h i g, die Kurse für deutsche Anleihen und späte Reichsschuldbuchforderungen lauteten aber doch meist unverändert. Goldpfandbriefe konnten sich um 0,25 v. H. erhöhen, ebenso waren Steuergutscheine erneut um 0,13 v. H. höher, nachdem s.e bereits im Mittagsbörsenverkehr an- gezogen hatten. Don Cinheitswerten kamen Chem. Albert in Anpassung an den hohen Berliner Kurs um 6 v. H. fester zur Rotiz, ferner lagen an diesem Markt Mainkraftwerke 2 v. H. höher. Reubefitzanleihe 7,8250 bis 7,7750. Altbesihanleihc 63,25 bis 63,40, Schutzgebietsanleihe 6.35, (Steuer- gutscheine von 1934 92,13, 1935 85,90 1936 80,90, 1937 76,13, 1938 72,13, 6 v. H. Stahl'verein- Bonds 70, 6 v.'H. Frankfurter Hyp.-Dank Goldpfandbriefe Reihe 1 bis 15 87,5, Reichsbank 149, Buderus 43,5, Gelsenkirchen 51,25, Kali Westeregeln 118, Phönix 33,25, Stahlverein 33, Atu 46, AEG. 30,25, Bekula 118, Scheideanstalt 152,5, Chem. Albert 42, Licht & Kraft 96,5, JG.-Farben 95,75 bis 95,5, Gesfürel 76.75, Holzmann 62, Mainkraftwer e 69, Stuckert 87,75, Siemens 122,5, Aschaffenburger Zellstoff 31,65, Hapag 17. und Kohle. Die neue Kombination RWE. — Rheinische Braunkohle. Die durch die Wirtschaftskrise nur wenig gehemmte Zunahme des Derbrauchs an elektrischem Strom veranlaßt die großen Elektrizitätserzeuger, ihre Kohlenbasis nach Möglichkeit weiter zu verstärken. Denn nur ein verhältnismäßig kleiner Teil der deutschen Stromerzeugung hat als Grundlage Wasserkräfte; der weit überwiegende Tell ruht auf der Basis der reichen deutschen Braunkohlen- und Steinkohlenläger. Es ist auch begreiflich, daß die Elektrizitätsgefellschaften gerade die jetzige Zeil der niedrigen Kurse der Industrieaktien dazu benützen, ihren Einfluß auf den Kohlenbergbau zu erhöhen. Man darf bei dieser Gelegenheit daran erinnern, daß z. B. das Reich zur Förderung seiner umfangreichen Elektrointeressen vor einiger Zeit ein großes Minderheitspaket Aktien der Braunkohlen- gesellschaft Ilse erworben hat, um sich auf dieses bedeutende Unternehmen einen Einfluß zu sichern. Dem gleichen Zweck dient der Erwerb von 21 Millionen Mark Aktien der Rheinischen Aktiengesellschaft für Braunkohlenbergbau durch das RWE., (Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk). Dieses Braunkohlen-LInternehmen, dessen maßgebender Kopf der bekannte Montanindustrielle Lr. ermi Schluß» kurd Gchluyk. Abmd. böri> Schluß, lurd Schluß!. Mittag, bö se Schluß, furd Schiußk. Abend- 66rfe Schluß, furd Schluß!. Mittag, börse Odium 3b12- 2-1. 31.12- 2-1. Datum 31-12. 2.1. 31.12. 2-1- 6% Deutsche Retchsanieche v. 1921 77 — 76,75 76.25 Ham burg-Amersta-Palm ..... > 17.25 17,5 17,25 17,5 6% etiem.7% Dl. Reichsanl. v. 1929 93,5 93.25 93,5 91,75 Hamburg-Südam. Dampfschiff. <> 26 6'4% Doung-Anleihe von 1930 .. 77 77 77 76,75 Hansa Dampfschiff........... 0 — — 26,75 26 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mii 63,25 Norddeutscher Lloyd .........0 18,5 18,25 18,13 18,5 Lluslos.-Rechten .......... .. 63,25 62,9 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 45 45 43,9 44,9 DeSgl. ohne AuSIos.-Rechte...... 7,65 7,15 7,55 7,7 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 89.9 89 90,5 89 6% ebem.8% Hess. Bolksstaat 1929 76,5 Commerz, und Privat-Bank... 0 53 53 53,5 53,5 trückzahlb. 102%)........... 76 76,75 76 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschast................ 0 Oberhelsen Provinz-Anleihe mi> 75 75 75 75 Ausloi.-Rechlen ............ Deutsche Komm. Sammelab l.An 60 59 — — Dresdner Bank . ............0 Reichsbank ................. 1 61.75 146,25 61,75 145.5 61,75 147 61,75 145,4 leihe Serie! mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bau! 58,25 59,65 58,5 57,75 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 86,5 86 — — ■21.6.0......................o 30 29,5 30,25 29,75 6% chem. 7% grants. Hpp.-Banl Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 86,25 35 — — Elektr. Lieferungsgesellschaft ... 5 Licht und Kraft ............. 6 81,5 95,5 81 96 82 96 82,75 96 6*4% ehem. 4*4% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Psandbriefe ..... 86 85,9 Reiten & Guilleaume ........o Gesellschaft für Elektrische Unter- 54 55 53.25 54,5 6*4% ehem. 4'/,% Rheinische nehmungen............... -i 76,5 76 75.5 76 Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe. ... 6% ehem. 8% Pr. Landespfand 86,75 86,25 — Rheinische Elektrizität ........6 Schuckert & (So ............ 0 94,75 86 93,5 85 95,25 85,75 94 83,25 briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 84,5 84 84,5 83,75 Siemens L H>u le...........f 119,5 118 120 118 6% ehem. 7% Pr. Landespfand briesanstalt, Pfandbriete R. U> 84,5 83,5 — — Lahmeyer L Co..............io 115 116 116,25 116,9 4% Oesterretchische Golorenie... 4,20% Oesterretchische Silberrente 9,5 — —— — Buderus ..................n 43 44 43 43,75 1,05 1,05 1,2 1,2 Deutsche Erdöl ............. 4 87,5 87,8 87,75 85,5 i°„ Ungarische Goldrente..... 6,5 — Gelsenkirchener.............. 0 51 50,75 50,25 50,75 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 6 — Harpener................... o 85,65 89 86,25 87 4'/,% desgl. von 1913 ...... 6,5 —- — — Hoelch Eisen—Köln-Neuessen.. 0 53,5 53,25 6% abgest. Goldmepikaner von 99 t,65 — 6,55 4,15 6,6 Ilse Bergbau ............... 7 135,25 — 135,5 136,5 4% Türkische Zollanieihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe 4 3,8 4,1 ftlff Bergbau Genüsse.......7 104,5 105,5 104,9 104,5 Klöcknerwerie ............... o 47,75 48 47 48 4,2 4,225 _ 4,4 4,5 4,3 4.25 Mannesmann-Röhren........ o Manöfelder Bergbau........o L berschles. Kokswerke....... o 62.5 24J> 62,4 25,25 62,5 25 75 62,75 25 75,65 4% desgl. Serie II ............. 4,2 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4^r%R»män.vereinh.Rentev.l913 — — — _ Phönir Bergbau..........o 34,5 35,4 34,9 36 4% Rumänische vereinh. Rente .. — — — — Rheinische Braunkohlen ......io 197,5 202 196.5 201 3'/.% Anatolier ............... 22,5 22,4 22,25 22,4 Rhcinstahl..................o 72 73,65 73 72,5 Hrankmrt 0.271. Berlin Schluß« (urd Schluß!. Abend- bSrs Sch uß» hird Schluß!. Ml iag« b5r e Datum 31.12. 2-1. 31.12. 21- Bereinigte Sianlwerke. ......b 34,25 35,25 34.25 35,4 Ctaol Minen ........ .......0 16,65 16,25 17 16,5 Kaliwerke Aschersleben. ......6 115 116 116,25 116,25 Kaliwerke Westeregeln . ....... 6 119 120 119,5 120,5 Kaliwerke Salzdetfurth .......V 170 173 171,5 173,25 .3 G. Farben-Industrie ...... 7 95,75 96,25 96 96,25 Scheideanstalt...... .....10 153,5 154 — —— Goldschmidt ...... O '3,5 — 33,9 32,9 Rütgerswerke . ...... O 44 43,75 43,9 43,4 Metällgefellschasi ......0 33,5 33,5 35 34 Philipp Hohmann .... ......O 61,75 60,5 61,5 60,9 Zementwerk Heidelberg ...... 4 47 46,5 — Tementwerk Karlstadt.. ......o 57 57 — — Wayb & Frehtag..... ......O 5,13 5,5 5,25 5,25 Schultheis Payenhofer........0 Aku (Allgemeine Kunstseide) ... 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhof ............0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren ............ 0 Deutsche Linoleum .........0 Orrnstein & Koppel .........0 Leonhard Tietz.............. 6 Thade......................12 Mritzncr.................... 0| MoinkrastwerkeHöchsta.M. ...41 Süddeutscher Zucker ......... — —- 104 25 102,75 46 47.75 46 47,4 59,5 58 59 58,75 45,5 46 45 45,75 33 30 32 30 — — 110 107,9 19,13 19,25 19,5 19,4 40,5 42 41,5 42 — — 41,25 40,75 40 40 40 39,75 144 141,5 145,5 141,5 29 29,75 1 - 28,5 64 67 - - 145 145,7 5 1 147,5 146 DeoifennwrfTBerHn - Frankfurt a Hl. Banknoten 31.Dezember 2-.Januar Ämilichr Jlotterunq Amtliche Notierung »rle Seid 25rie Heising,oc». 6,134 6,146 6,164 6,176 Wien...... 51,95 52,05 51,95 52.05 Prag...... 12,465 12,485 12,465 12.485 Budapest ... — — — — Sofia..... 3,057 3,663 3.057 3,063 Holland .... 169,18 169,52 169,18 169,52 OSlo....... 72,03 72,17 72.23 72,37 Kopenhagen. 72,43 72,57 72.68 72,82 Swckbolm.. 76,32 76,48 76,47 76,63 London ..... 13,98 14,02 14,03 14,07 Buenos Aires 0,858 0.862 0,858 0,862 Neunork .... 4,209 4,217 4,209 4, 17 Brüssel .... 58,29 58.41 58,26 58,38 Italien..... 21,55 21,59 21,55 21,59 Paris ..... 16.42 16,46 16,42 16,46 Schweiz ... 80,95 81,11 80,94 81,10 Spanien... 34.39 34,45 34,39 34,45 Danzig.... 81,72 81,88 81,72 81,88 Japan..... 0.869 0,871 0,869 0,871 Rio de Jan. 0.269 0,271 0,269 0,271 Jugoslawien 5,574 5,586 5,574 5,586 Lissabon... 12,76 12,78 12,76 12,78 »erlin, 2-Januar (S*eib Ml" ‘ Amerikanische Noten.............. 4,20 4,22 Belache Noten.................. 58,13 58,37 Dänische Noten ................. 72.06 72,34 Englische Noten ................. 13,94 14,00 Französische Noten............... 16,38 16,44 Holländische Noten .............. 168,81 169,49 Italienische Noten............... 21,49 21,57 Norwegische Noten .............. 71,86 72,14 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling — Rumänische Noten............... 2.46 2,48 Schwedische Noten............... 76,15 76,45 Schweizer Noten...... ......... 80,77 81,09 Spanische Noten................. 34,25 34,39 Ungarische Noten ................ —