Nr. 2 Erstes Blatt (85. Jahrgang Dienstag, 3. Januar Ms ttridjetnt tägltd), autzei Sonntags und ^eieriags Beilagen; Die Illustrierte Siebener Familienbiälter Heimat mBlld Die Scholle monats-Beingsprets: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. §ernsprechanfchlüste unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: Zrontslirt am Main 11686. MtzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drnrf vnd Verlag,: vrühl'sche Unlversttäts-Vuch- und Zteindruckerei H. Lange in Gietzen. Zchrlstleitung und Gefchästzstelle: Zchllfitraße 7. Annahme von rinzeiaen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« klarneanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20u , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein undlür denAn- zeigenteil i.B.TH.Kümmel sämtlich in (ßiegen. SasMinellwünschtbaldigeKlämngderparlamentanschenLage Oie Gerüchte um Gtraßer. — Wie wird sich die NSDAP, zu Schleicher einstellen? früheren General von Siülpnagel zurückgehe, erklärt uns Reichskanzler a. D. von Papen auf Anfrage, daß er den General von Stülpnagel seit vier Wochen nicht gesehen und gesprochen habe, bah ihm auch von irgendeiner anderen Seite eine Zusammenkunft mit Adolf Hitler nicht a n - getragen worden fei und dah überhaupt die Ausführungeen des Blattes, soweit sie seine Person beträfen, absolut auf Erfindung beruhen. Oie Preußenfrage. Einige Blätter beschäftigen sich in diesem Zusammenhang auch mit der P r e u h e n f r a g e und der bevorstehenden Aussprache zwischen Reichskanzler von Schleicher und Ministerpräsident B r a u n. Die „DAZ." meint, dah diese Unterredung neben anderem auch die Möglichkeiten der legalen Wahl eines neuen Ministerpräfiden- l e n in Preuhen und die Beendigung der kommissarischen Regierung zum Thema haben werde. Sollte eine Neuwahl des Ministerpräsidenten entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen nicht Zustandekommen. so dürfte nach Auffassung des Blattes mit einer Auflösung des Landtages auch unabhängig von dem künftigen Schicksal des Reichstages zu rechnen fein. Auch die „Vosi. Zig." gibt dieser Aussassung Ausdruck und sagt, in Ser ehemalige Reichskanzler Cuno t. Dank des Reichspräsidenten B e r l i n , 2. 3an. (WTB. Funkspruch.) Anläßlich des Jahreswechsels ist dem Herrn Reichspräsidenten wiederum eine Fülle telegraphischer und brieflicher Glückwünsche aus dem In- und Auslande zugegangen. Da die Einzelbeantwortung ihm nicht möglich ist. spricht der Herr Reichspräsident allen, die seiner freundlich gedacht haben, aus diesem Wege seinen herzlichsten Dank und seine Erwiderung der Glückwünsche aus. der Unterredung Schleicher-Braun werde geklärt werden müssen, ob sich in dem Dreimännerkollegium, das über die Auflösung zu entscheiden habe, und das sich aus Ministerpräsident Braun, dem Slaatsratspräsidenlen Dr. Adenauer (Zentrum) und dem nationalsozialistischen Landlagspräsidenlen K e 111 zusammensehe, eine Mehrheit für Neuwahlen finden könnte. Die im Dezember abgebrochenen Berhandlun- g e n zwischen Nationalsozialisten und Zentrum in Preuhen sind bisher noch nicht wieder ausgenommen worden, wie die Tetegraphen- Union von unterrichteter Seite erfährt, ist auch für die nächste Zeit mit der Fortsetzung der Verhandlungen nicht zu rechnen. DieReichswehrimZchrel932 Don Major Foertfch, Pressechef im Reichswehrmimsserium. Das Ia.hr 1932 wird in der Geschichte der Reichswehr immer eine besondere Rolle spielen. Zwei wichtige Ereignisse fielen in das schicksalsschwere Jahr. Am 11. Dezember wurde nach langen und schwierigen Verhandlungen in Genf die deutsche Gleichberechtigung auf wehrpolitischem Gebiet von den wichtigsten Staaten der Gegenseite anerkannt. Der Teil V des Versailler Vertrages, der die entwürdigenden Enlwaffnungsbestimmungen enthält, soll durch eine allgemeine, auch für Deutschland in gleichem Mähe wie für die anderen Staaten geltende Abmachung ersetzt werden. Damit ist der Kampf um die nationale Sicherheit Deutschlands noch nicht zum Ab- schluh gelangt, aber er kann von nun an aus einer Plattform geführt werden, die meit mehr als bisher Aussicht aus Erreichung des Zieles bietet. Das bedeutet für Deutschlands Wehrmacht einen hoffnungsfreudigen Ausblick in die Zukunft. Rur der Soldat weih, wie drückend die De- stimmungen des Entwaffnungsdiktats und die daraus folgenden Auslegungen der Interall:- ierten Wilitär-Kontrolllommssion auf seiner Arbeit lasten, wie er täglich im Kleinen und im Grohen auf Hindernisse stößt, die das Kennwort ..Versailles" tragen und die seine Aus- bildungs- und Erziehungsarbeit auf Schritt und Tritt pemnren. So würdigt auch der deutsche Soldat mehr als jeder andere den Erfolg des 11. Dezember und sieht im Vertrauen auf seine Führer dem erfolgreichen Ausgang dieses außen- politischen Kampfes zuversichtl.ch entgegen. Tas zweite wichtige Ereignis ist zweifellos die Betrauung des bisherigen Reichswehrministers mit dem Amt des Reichskanzlers. Die Befürchtung der ver- schiedensten politischen Seiten, die Reichswehr könne damit leichter in den innerpolitischen Kampf hineingezogen werden, teilt der Soldat nicht. Tie Reichswehr wünscht schon im Interesse ihrer eigenen ruhigen Arbeit kein Hineinziehen in den politischen Lageskampf, das ihrem Wesen widerspricht. Sie kennt aus Erfahrung die Schwierigkeit und Lndantbarkeit sülcher Ausgaben, die sie nur ablenken von ihrer eigentlichen und wichtigsten Arbeit, sich vorzubereiten aus den Schuh der Grenzen. Die Wehrmacht ist tief davon durchdrungen, das) ihr Dasein allein die Autorität des Staates sichert, wenn das Vewußt- sein der Tatsache allgemein ist. das) sie wie bisher eine in sich geschlossene, gehorsame, stets einsatzbereite Macht in der Hand ihres obersten Befehlshabers, des Herrn Reichspräsidenten ist. In diesem Glauben an ihre Aufgabe und ihre Kraft hat die deutsche Wehrmacht, Reichsheer und Reichsmarine, auch im abgelaufenen Iahr ihre Arbeit verrichtet. Sie konnte, nachdem das Iahr 1932 scharfe Einschränkungen der Lruppen- ausbildung brachte, ihre Hebungen wie vorgesehen abhalten. Alle Truppenteile schulten sich auf den LIebungsplätzen und im Herbst im freien Gelände in Manovem. Die größte Hebung des Iahres war das Manöver in der Gegend von Frankfurt a. d. Oder. Hier konnten verschiedene Probleme neuzeitlicher Kavallerieverwendung, besonders die Fragen der motorisierten Aufklärung, des Flußüberganges und der Verwendung von Kavalleriemassen in der Schlacht einer Klärung nähergebracht werden. Auch die Flotte hielt planmäßig ihre Hebungen ab. Sicherung der Handelsverbindungen in den Gewässern der Rordsee für den Kriegsfall war der Leitgedanke der großen Flottenübung. Ein Einsatz im Innern mit der Waffe blieb der Reichswehr erspart. Der kurze militärische Ausnahmezustand im Iuli in Berlin erforderte keinen Einsatz stärkerer Truppenkorper. Seine Verhängung allein genügte. Dagegen konnte die Wehrmacht wieder Hilfe leisten bei Rötst ä n d e n aller Art, um Hochwasser und Feuerschäden abzuwehren. Im gleichen Sinne steht die Reichswehr wie im Vorjahre bei den Sammlungen für die Winterhilfe in allen Garnisonen zur Verfügung. Wieder sind im Iahre 1932 erfreuliche sportliche Erfolge zu verzeichnen. Die Kavallerieschule gewann den „Preis der Rationen" in Rom, Aachen, Verl in und W.en. Im Skilauf brachten die Heeresmeisterschaften beachtliche Erfolge. Drei deutsche Meisterschaften konnte das Reichsheer erringen im Kugelstoßen, Hammerwerfen und Schleuderballwerfen. Im modernen Fünfkampf wurde das Heer durch Leutnant Raube bei der Olympiade m Los Angeles vertreten. Oberleutnant H a x konnte dort nach schwerem Kampf den 2. Platz un Pistolenschießen erringen. Erstmalig wurden :m abgelaufenen Iahr Heeresschw'.mmeister.chaften ui Magdeburg mit recht gutem Erfolg ausgetragen. Hier verdienen auch Erwähnung die ausgeze.cy- neten Leistungen der beiden Oberstleutnants Sei bemann und Witt im Europa-Rundflug 1932. Sie konnten sich die besten Flugzeiten erkämpfen und fanden im In- und Auslande begeisterte Aufnahme. Die deutsche Marine hatte im 2uu den schmerzlichen Verlust des Segelschulschiffes „R i o b e“ zu beklagen, bei dem viele braoc_ See- soldaten den Tod fanden. Das Crsahschifs für die „Riobe" ist in Auftrag gegeben. Reu in Dienst gestellt wurde das Artillerieschulbvot „Bremse als Ersah für den „Drachen". Die „Karlsruhe" kehrte gegen Ende des Iahres von ihrer einjährigen Auslandsfahrt zur Ausbildung des Offiziemachwuchses in die Heimat zurück. Sie hatte die Gewässer von Rord- und Südamerika Berlin. 2. Jan. (TU.) Berliner Blätter geben Gerüchte wieder, die sich im Zusammenhang mit dem Fall Straßer mit der künftigen Haltung der NSDAP, gegenüber der Regierung Schleicher beschäftigen. 1L a. wird vermutet, dah sich Gregor Straher endgültig von Hitler trennen werde, wenn die NSDAP, die Parole der unentwegten Opposition weiter verfolgen sollte. Weiter wird be- behanptet, Reichskanzler von Schleicher denke daran, Straßer den Po st en eines Vizekanzlers im Reichskabinett anzubieten und bemühe sich auch darum, daß Straßer im Preußischen Landtag zum ZHinifferpräfibenten gewählt werde. Gegenüber allen diesen Kombinationen kann zunächst gesagt werden, daß die verantwortlichen Stellen ihnen fernstehen. Natürlich wird die Reichsregierung die Entwicklung innerhalb der NSDAP, abwarten. In welcher Form aber, ober ob überhaupt in absehbarer Zeit bie sachlichen Gegensätze zwischen Gregor Straßer unb bet Parteiführung ber NSDAP, eine Klärung erfahren, steht noch dahin. Sollte sie in absehbarer Zelt erfolgen, so würbe bamif auch über bie enbgülfige parlamentarische Haltung ber NSDAP. Klarheit geschaffen fein. Die Reichsregierung ihrer- eits wirb sich, so wirb in unterrichteten Kreisen ver- ichert, den Wünschen bes Reichstages nach Abgabe ber Regierungserklärung unb nach einer politischen Aussprache keineswegs entziehen unb auch hinsichtlich bes Zeitpunktes ben Wünschen bes Reichstages zweifellos entgegenkommen. Ueber ben Tag bes Zusammentritts bes Reichstages wird sich ber Aelteftenrat am Mittwoch noch entscheiden. Auf jeden Fall aber wird der Reichskanzler selbst ein klares Bekenntnis der NSDAP, für ober gegen sich forbern. An einer Verschleppung bieser Klärung hat bie Reichsregierung kein Interesse. Daß biese Klärung in einer vorherigen Fühlung nähme zwischen bem Reichskanzler unb ber Führung ber NSDAP, gesucht wirb, hält man burchaus für möglich. Der in ber Presse, aufgetauchte Gedanke, Gregor Straßer in irgendeiner Form ins Kabinett aufzunehmen und ihn auch zum preußischen Minisler- präsibenten wählen zu lassen, wirb als eine sehr wellgehenbe Spekulation angesehen, wobei man ber Uebetjeugung ist, baß ein Mann wie Gregor Straßer als „Splitter", b. h. lebiglich als Person, keine Bereicherung bes Kabinetts im Sinne einer Verbreiterung ber Regierungsbasis bedeuten würde. Diese Ansicht dürste sich übrigens, wie man weiß, mit der Gregor Straßers selbst decken. Zu Behauptungen des ..Jungdeutschen", dah Adolf Hiller und der frühere Reichskanzler von P a p e n in den nächsten Tagen zu einer eingehenden Aussprache Zusammentreffen würden und dah die Vermittlung in erster Linie auf den ausgesucht und hatte zum erstenmal nach dem Kriege Reuyork angelaufen. Der Kreuzer „K ö l n" hat mit gleichen Ausbildungszwecken die Heimat verlassen und wird zunächst das Mittelmeer und den Indischen Ozean aufsuchen. Das Erscheinen deutscher Kriegsschiffe im Ausland hat wieder dazu beigetragen, Deutschlands Ansehen zu festigen und zu mehren. Unerfreulich gestaltete sich zum Schluß des Iahres die Lage der Dersorgungsanwär- ter der Wehrmacht. 13 000 ehemalige Soldaten befinden sich ohne Anstellung und Beschäftigung. Eine Verordnung des Reichspräsidenten zur Ver- besserung der Zivilversorgung wurde notwendig und brachte Hilfe, konnte aber naturgemäß die ungünstige Lage auf diesem Gebiet nicht restlos beheben. Die Reichswehr kann bei einem Rückblick auf das zu Ende gehende Jahr eine weitere Festigung ihrer Ausbildung auf allen Gebieten vermerken. Besonders erfreulich aber ist die sich immer enger knüpfende Verbindung der Wehrmacht mit dem deutschen Volk, dessen Interesse für Wehrfragen im Zusammenhang mit dem deutschen Kampf um die militärische Gleichberechtigung gerade in diesem Jahre erfreulich zugenommen hat. Eine Jahreswende reizt zu Ausblicken. Prophezeien ist mißlich, aber Hoffnungen sind erlaubt. Dabei steht im Vordergrund die Erwartung, dah unser ftampf in Genf zu endgültigen Ergebnissen fuhrt, die die deutsche Wehrmacht wieder stärker in die Bahnen der Volkserziehung führen und sie von den unerträglichen ideellen und materiellen Fesseln des Versailler Vertrages befreien. Der Wille der Reichswehr, über allen Parteien, ungebunden an wirtschaftliche und gesellschaftliche Interessen dem ganzen Volk zu dienen bleibt auch im neuen Jahre unerschuttert. Er wird getragen von dem starken Verantwortungsgefühl des einzelnen für die Sicherheit bes Vater- hämhurg, 3. Jan. (WTB. Funkspruch.) Der frühere Reichskanzler Geheimrat Cuno, Vorsitzender des Vorstandes bet Hamburg-Amerika-Linie, ist Im 57. Lebensjahre gestorben. Zum Ableben von Geheimrat Luno teilt bie hapag mit, dah Dr. Luno feit einigen Tagen a n Anfällen von Herzneuralgie gelitten habe. Der Arzt hatte ihm am Montag geraten, schnell einen Urlaub anzutreten. Dr. Luno war am Dienstagfrüh Im Begriff, sich für eine Urlaubsreije, bie er mit feiner Gattin unternehmen wollte, zu rüsten, als ein Schlaganfall feinem Leben ein Ziel setzte. * Der Name Cuno ist unzertrennlich verknüpft mit der Erinnerung an den Ruhrkampf und die Jnfla- tionskatastrophe 1923. Dr. Wilhelm Cuno, der aus Suhl in Thüringen stammte, war während des Krieges Leiter der Reichs-Getreide stelle und übernahm 1916 im Reichsschaßamt das Hauptreferat für kriegswirtschaftliche Fragen. Im Jahre 1917 verließ er den Reichsdienst und trat in den Vorstand der Hamburg-Amerika-Linie ein, deren Generaldirektor er nach dem Tode Ballins im Jahre 1918 wurde. Als solcher hat er als erster deutscher Reeder nach dem Kriege Anschluß an Amerika gesucht und in der Folge die hapag mit den United American Lines zu einer Interessengemeinschaft verbunden. Von der fReidjsregierung lanbes nach außen, und von dem Bewußtsein, d i e Klammer bes Reiches zu bleiben wie bisher. Roosevelt über seine Aufgaben als Präsident der USA. Berlin, 3. Jan. (TU.) Der „Berliner Lokalanzeiger" veröffentlicht einen Artikel, in dem der neugewählte Präsident der Vereinigten Staaten, Roosevelt, die Richtlinien bekannt gibt, die die amerikanische Politik nach dem Rücktritt Hoovers bestimmen werden. Roosevelt beabsichtigt u. a. zunächst das landwirtschaftliche Problem im Kern zu erfassen. Um für Baumwolle und Weizen Preise zu erhalten, die dem Landwirt ein normales Einkommen sicherstellen, müsse ihm die Regierung Zollvergünstigungen über den Weltpreis hinaus zugestehen. Die Durchführung dieses Planes müsse zeitlich mit dem Wiederaufleben des Welthandels durch Zollangleichungen zu- sammenfallen. Die Schulden des Auslandes an Amerika und nicht zuletzt auch die Kriegsschulden, müßten bezahlt werden. Dem Schuldner Zah- lungserleichterungen zu gewähren, lasse gesunder Menschenverstand als ratsam erscheinen. Eine Streichung der Schulden dagegen sei weder durchführbar, noch mit dem Begriff von Ehre und Recht vereinbar. Die Stabilisierung des internationalen Geldmarktes könne am besten durch die Anerkennung übernommener Verpflichtungen erreicht werden. Die kommende nationale Regierung werde bei der Prüfung der Sachlage nicht vergessen, daß sich die Menschheit aus einzelnen Volkern und Nationen zusammensetze und daß es daher die Pflicht jeder nationalen Regierung sei, zunächst und vor allem das Wohl des eigenen Volkes zu fördern. Zu feinen wurden feine umfassenden wirtschaftlichen Kennb nisse auch nach seinem Ausscheiden aus dem Reich»- dienst vielfach in Anspruch genommen. So wirkte Cuno als Sachverständiger zunächst bei den Waffen- ftillstandsverhandlungen, dann in Brüssel Spa und Versailles, und schließlich bei der Konferenz von Genua mit. Im November 1922 nach bem Rücktritt des Kabinetts Wirth bildete er als Reichskanzler ein „Kabinett der Arbeit", in dem Männer der Praxis und von den Parteien das Zentrum, die Deutsche Volkspartei und die Demokraten vertreten waren. Das Kabinett Cuno organisierte dann nach dem Einmarsch der Franzosen ins Ruhrgebiet (Januar 1923) die Politik bes passiven Wi b e r ft a n b e s , bie jeboch im August 1923 roieber aufgegeben werden mußte. Cuno trat am 12. 8. 1923 zurück. Es folgte ein Kabinett Stresemann. Cuno unternahm nach seinem Rücktritt zunächst eine Reise nach Amerika, um bie persönlichen Beziehungen zu seinen amerikanischen Geschäftsfreun- ben roieber anzuknüpfen, unb trat nach seiner Rückkehr zur hapag zurück, zunächst als stellvertreten- ber Vorsitzenber bes Aufsichtsrates unb Delegierter beim Vorstand. Im Mai 1926 trat er bann roieber in ben Vorstanb als Vorsitzenber bes Direktoriums ein. Cunos Bemühungen gelang es im Herbst 1929 bie Grünbung einer Deutsch-englifchenVer- einigung, bie bie freundschaftlichen Beziehungen zwischen ben beiben Säubern förbern unb vertiefen soll. weiteren Aufgaben werbe er bie Beschneidung der Verwaltungskosten der Bundes- ft a a t e n zählen. Die Ausgaben würden um nicht roeni ge r als 25 v. h. gekürzt werden. Roosevelt schließt: „Ich werde bis zum 4. März dieses Jahres noch manches hinzuzufügen haben, aber ich möchte schon jetzt zu dem Grundgedanken meiner Ausführungen zurückkehren, nämlich, daß ich die Verantwortung auf mich genommen habe, mich unermüdlich mit der Besserung ber allgemeinen Lebenslage zu befassen. Ich blicke mit Vertrauen in bie Zukunft." Oer Urheber des Bombenanschlags in der Kathedrale von Sofia. Luxemburg, 2. Ian. (TU.) Auslandbläkter verbreiten bie Meldung, im Luxemburger Gefängnis habe ein Bulgare sich erhängt und ein schriftliches Geständnis hinterlassen, in dem er sich als Urheber des im Jahre 1925 in Sofia verübten Bombenattentates in der Redelia-Kathedrale bezeichnet. Die Tatsache liegt indes fast zwei Monate zurück. Der aus Sofia gebürtige 32jährige Georg Eon st antinoff hatte sich am 7. und 8. Rovember 1932 vor dem Gerichtshof in Luxemburg wegen Ermordung und Beraubung eines katholischen G e i st 1 i ch e n zu verantworten. In der Rächt zum 8. Rovember erhängte er sich in seiner Zelle. Auf einer Fensterbank fand man Varlamenisauflösung in Irland. Dublin, 3. Jan. (WTB.) Die Regierung bes Frischen Freistaates hat bas Abgeorbnetenhaus und ben Senat aufgelöst. Die Neuwahlen sind auf ben 2 4. Januar festgesetzt worben. Der Schritt ber Regierung erklärt sich aus den Schwierigkeiten, Aus aller Welt 21 »tortieRung Nachdruck verdaten in die Tiefe. Zu Zwischenfällen ist es nicht gekommen. - Tagest LWeater, 20 l Maus Mahn in die sie in der letzten Zeit geraten ist. Die A r - b e i t e r f r a k t i o n , durch deren Stimmen allein eine Mehrheitsbildung möglich ist. will nichts von der geplanten H e r a b s etz u n g d e r B e z ü g e d e r unteren Staatsange st eilten (Postbeamten usw.) wissen. Hierzu ist noch eine Bewegung gekommen, die auf Bildung einer aus allen Parteien zusammengesetzten Kaali- tionsregierung abzielt. '* Arbeit! ring im Ao he n. Ton de schrieben: A k8 lohnt es s -ätigkeit und lrbeüsrechts i ien. Denn ma tyon heute ü Stelle sicht, da Vertretung sübe lerstchen. Die 1 vi einem kuten mE ^herorden^ ! ^Dorlomme syiviele das) der 'Lichen Desto pshalt des $y M jMsühren tiiii. Alts, ncr 'Sieben. 3. M Dvchenma littet 100 bis 1 5 bis 30 Pi. Mi I bndische. 112 bii I H8 Stück. Wirs F i bis 8, Qtottrai I ^Aote Düben r Ä1,' Mnö 6q ^taudgefurht, habe mich nrt so einem 6tüTnb<>r us mmergetai, ter b s ühsarn zus m ie gehst ^>ut auf solche Weise Vergeuder. Wo in oas Geld — he? Wo ist die Tasche?" Wutentstellt war das sonst so reizende Gesicht. Daß flimmerte aus den schönen Augen. Auch der 7/tamx war wie zerschmettert von dem Verlust. Er war sinnlos vor Wut, die durch den Hohn der Frau bis zur Weißglut gesteigert wurde. „Was fauchst du mich an? Kann ich etwas dafür, daß man auf dem Schiff die Tasche vertauscht hatte? Kann ich was dafür, daß dieser Esel von einem Doktor dieselbe Tasche hatte wie ich?" „Natürlich kannst du etwas dafür. Wo hattest du beim beine Augen, als man bas Gepäck des Doktors aus der Kabine holte? Warum hast du nicht aufgepaht, du Dummkopf?" „Wäg: deine Worte, oder...“ Ter Mann brüllte es, in rasender Wut. Wie eine Katze fauchend, stand Joe plötzlich vor dem Tobenden. „Mich willst du schlagen, du... du..." Im nächsten Augenblick fiel ihre Hand klatschend auf die Wange des Mannes, der gereizt zurückschlug, bis die Ernüchterung kam und sie einander losliehen. Ooe lag schluchzend auf dem Bett. Titus stand am Waschtisch und kühlte sein zerkratztes Gesicht. „Niemand anders ist an dem Unglück schuld als du selbst!" sagte er jetzt und wandte sich hinüber zu Joe. „Hättest du nicht solche Eile gehabt und verlangt, daß bis Barcelona alles geschafft sein sollte, wäre alles anders gekommen!" 2oe antwortete nicht, sie schluchzte immer weiter. „Mein Geld, mein schönes Geld!" sagte fle dann leise vor sich hin. „Gottlob, daß ich wenigstens die paar Schmucksachen habe, die ich in meinem Koffer versteckte. Nicht einen Sou bekommst du davon, daß bu es nur weiht. Ich habe es überhaupt satt, immer mit dir zu teilen, wo ich allein arbeite und bu nur den feinen Herrn spielst. Du kannst nichts anderes als das durchdringen, was ich mühsam erbeute. Aber — ich mache da einfach nicht mehr mit." „Gut. meine Teure! Ich habe nichts dagegen, wenn wir uns trennen. Ich werde schon für mich sorgen. Lind brauche mir dann wenigstens keine Szenen mehr machen zu lassen. Aber ich fürchte, lange hältst du es ohne mich nicht aus. Wirst bald wieder zahm werden!" Joe sah den Mann verächtlich an. Eine Weile lag sie still da. dann sagte sie: „Cs hat wirklich keinen &tnn, daß wir uns weiter herumzanken. Wir müssen der Situation klar ins Auge sehen." Sie war aufgestanden und hatte ihren Koffer geöffnet. Sie besah sich die erbeuteten Schmuck- N Itoni Dom W Roman von Margarete Anlelmann. Copyright by Martin Zeuchtwcrnger. Halle (Saale) Kunst und Wissenschaft. Kunstausstellung in Marburg. 3m Kunsthistorischen Museum der Universität v ^-b 9 wurde eine Ausstellung von Gemälden und Studlenblattern von Karl Lenz (Erdhausen) eröffnet Lenz, auch in Gießen durch regelmäßige Ausstellungen im Kunstverein gut bekannt, ist der Schilderer der Berglandschaft und der Bauern des Hinterlandes: er darf den stärksten Begabunaen unter den hessischen Malern zugerechnet werden. — In weiteren Sälen werden Gemälde, Aquarelle und Radierungen von Bernhard Kretzschmar (Dres- den) und farbige Holzschnitte von Elfriede Jungk (Berlin) gezeigt. b Darlene Dietrich wegen Kontraktbruchs verNagt. Die amerikanische Filmgesellschaft Paramount in Hollywood hat die bekannte deutsche Schauspielerin Marlene Dietrich wegen K o n t r a k t b r u ch e s zur Zahlung von 200 000 Dollar Schadenersatz verklagt Das Bundesgericht hat daraufhin eine vor- laufige Verfügung erlassen, nach der es Marlene Dietrich verboten ist, für eine andere Gesellschaft zu filmen. Paramount beantragte bis zur Regelung der Angelegenheit ein A u s r e i s e o e r b o t für Marlene Dietrich. Die Filmgesellschaft erklärte, ob- wohl Marlene Dietrich seit der Vollendung des letz- ten Filmes „Blonde Venus" wöchentlich 4000 Dol- lar Gage erhielt, habe sie plötzlich die weitere Mit- arbeit an zwei in Vorbereitung befindlichen Filmen verweigert. Ihr Kontrakt läuft Mitte Februar ab. fachen. Dazwischen lagen die fünftausend Mark, die Joe damals dem Hamburger Stadtrat gestohlen hatte. „Du. Titus.. T a keine Antwort kam, wandte sie sich um. »Ach. du bist wohl trotzig?" „Soll ich vielleicht lächeln, nachdem du mich so zugerichtet hast?" Cie war vor ihn getreten, musterte sein -erschundenes Gesicht. „Du siehst wirklich scheußlich aus! Armer Kerl! Ach. du..." Cie fiel ihm um den Hals. „Laß das...!" „Still! Oder ich fange noch einmal an, du. 3ft es dir nicht lieber, ich küsse dich heil? Ach. Titus, was könnten wir jetzt für ein Leben haben, wenn diese Dummheit nicht passiert wäre. Jetzt ist alles verloren. Der Teufel soll diesen Doktor holen. Gib mir jetzt einen Kuh, Titus — schnell!" Sie bot ihm die Lippen. Er wandte sich schmollend ab. „Ich will es!" Endlich neigte er sich zu ihr herab, küßte ihren Mund. Nach einer Weile der Selbstvergessenheit kehrten sie zur Wirklichleit zurück. „Wir müssen verschwinden. Titus!" sagte Joe. Sie entwand sich ihm und stand auf. »Ich glaube, wir flüchten am besten in die Schweiz. Hier kann man zu leicht auf unsere wahrte kommen. Mit dem Geld des Hamburgers können wir schon eine Weile auslommen. Morgen in aller Frühe fahren wir weiter — denkst du nicht auch?" „Mir ist alles recht, was du bestimmst! Nur lieb mußt du mich haben, alles andere ist mir gleichgültig!" ..2113 ob ich mir diese Liebe aus dem Herzen reißen könnte. Es wäre viel besser für mich, wenn es anders wäre. Ich liebe dich bis zum Wahnsinn; ich komme nicht von dir los..." in Mailand das Ersuchen gerichtet, bei den zuständigen italienischen Polizeibehörden die Festnahme der Verdächtigen, die in Bozen weilen sollen, zu beantragen. Der Generalstaatsanwalt hat beim Sächsischen Landtag den Antrag auf Aushebung der Immunität des Abgeordneten Dr. Bennecke wegen des Verdachtes der Begünstigung der Täter gestellt. Dr. Bennecke ist Führer der Untergruppe Dresden der SA. und direkter Borge etzter des flüchtigen Schenk. Aufruhr im Homburger verforgungsheim. Acht Insassen des Hamburger Versorgungsheims Farmsen, die auf noch nicht geklärte Weise am Neujahrstage in den Besitz von Alkohol gekommen waren, fielen im Gemeinschaftssaal über den diensttuenden Wärter her, der sie zur Ruhe verwiesen hatte und mißhandelten ihn schwer. Der von den anderen Insassen herbeigeruselie Stationsaufseher wurde von den Betrunkenen, die bereits Stühle und Tische zerschlagen hatten, ebenfalls angegriffen und aus dem Raum gedrängt. Mit Hilfe anderer Aufseher gelang es dann, die beiden Rädelsführer der Betrunkenen zu überwältigen. Dabei wurde einer der Wärter durch Messerstiche und durch einen Schlag mit einer Latte ziemlich schwer verletzt. Erst ein herbeigerufenes Ueberfallkommando der Schutzpolizei konnte die Ruhe wieder Herstellen. Vier der Aufsässigen wurden festgenommen. 3m Streit die Ehefrau erstochen. In einer Siedlung in Pasing bei München brachte ein Krämereibefitzer namens Wilhelm S ch m i d t im Streit feiner Frau einen Messer- st i ch in den Hols bei, so baß die Schlagader! burchtrennt wurde. Die Freiwillige Sanitätskolonne verbrachte die lebensgefährlich Verletzte ins Krankenhaus, wo sie bald nach der Einlieferung starb. Der 49 Jahre alte Mann wurde in die Psychiatrische Klinik eingeliefert, wo er vor einigen Jahren schon einmal untergebracht war. Als die Sanitätskolonne in der Wohnung erschien, lag der Mann nach seiner furchtbaren Tat im Bett, als ob nichts geschehen wäre, wäh» rcnb sich die drei Kinder um die in der Küche in ihrem Blut liegende Mutter bemühten. Eisbrecher „Malygin" gestrandet. Die russische Hafenverwaltung in Leningrad erhielt einen Funkspruch vom Eisorecher „Malygin", daß er bei Spitzbergen gestrandet sei. Der Eisbrecher „Cedow", der sich in feiner Nähe befand, versuchte vergeblich dem „Malygin" zu helfen. Auf Veranlassung der Cvwjetregierung hat der größte russische Eisbrecher „Lenin" Archangelsk verlassen, um den „Malygin" zu retten. Lebendig verbrannt. Die ehemalige Schauspielerin Fanny Des- g r a n c e , die vollkommen gelähmt schon seit Monaten das Bett hüten mußte, fand in Paris einen schrecklichen Tod. Aus dem im Schlafzimmer angezündeten Kaminfeuer war ein Holzscheit herausgefallen. Das Feuer dehnte sich langsam aus und erreichte das Bett, in dem die unglückliche Frau hilflos lag. Als Mitbewohner des Hauses durch die Rauchentwicklung aufmerksam wurden und die Feuerwehr alarmierten, war es bereits zu spät. Die 71jährige Frau war bei lebendigem Leibe verbrannt. Ein gleichartiges Unglück, bei dem ein 60jäh- riger Kantinenbesitzer und feine sechsjährige Enkelin den Tod sanden, während feine Frau und ein Zweites Enkelkind schwere Brandwunden erlitten, ereignete sich in La Rochelle, wo die Kantine eines Industrieunternehmens aus bisher unbekannten Gründen in Flammen aufging. Die alten Leute und ihre beiden Enkelkinder waren im Nu Aus der Promn-uatbauptfla&L Laßt Bücher sprechen! Wir legen sonst viel Wert darauf, in unferm Auftreten unfern eignen Stil herauszuarbeiten und zu unterstreichen. Warum sollten wir nicht auch imstande fein, stilvoll zu schenken — stilvoll, das heißt nicht schematisch, sondern nach unserm Gigenge- schmack und mit einem guten und feinen Einfuh- lungsDermögen in die Wunsch-Vorstellungen der Beschenkten? Gewiß gibt die Blumenspen'de dazu Gelegenheit, aber daneben gibt es noch ganz andere und vor allem sehr variable Möglichkeiten, um feinsinnig und wirklich stilvoll zu schenken. Wie wäre es mit Büchern? Unter Frauen, die abends Gäste empfangen, gibt es eine sehr große Zahl, deren literarisches Interesse über bas hinaus» gebt, was ihnen die Leihbibliothek und der eigene Bücherschrank zu gewähren vermögen und die sehr rege die Erscheinungen im deutschen Buchhandel verfolgen, oder doch verfolgen möchten. Für sie wäre es eine wirkliche Ueberraschung und eine ehrliche iyreube, als Gastgeschenk eine interessante Neuerscheinung im hübschen Gewände zu erhalten. Ader es muß ja gar- nicht immer etwas „Neues" fein. Gerade hier kann man sich im besten Sinne galant, nämlich wahrhaft aufmerksam erweisen: wenn man sich nämlich beispielsweise aus einer zurückliegenden Unterhaltung mit der Same des Hauses daran erinnert, daß sie ein Buch, über das man mit ihr sprach, nicht kannte, ober gar den Wunsch aussprach, es einmal lesen zu können. Ein solches Geschenk wirkt doppelt sympathisch, weil es persönliches Interesse verrät, und zeigt, daß man Unterhaltungen dieser Art nicht nur als leere Konversation betrachtet, sondern ihren Gegenstand im Gedächtnis befjält. Nichls ist somit leichter, als im Gewände eines Buches — und wir find heute erfreulicherweise schon wieder so weit, bah Bücher keineswegs mehr be- sonbers teuer sind — ein Geschenk zu machen, das einerseits für den Geschmack, die Kultur und den eigenen Stil des Schenkenden ein Zeugnis ablegt, und bas anberfeits ber Beschenkten doppelt Freube macht, weil sie empfindet, daß ein gewisses Nachdenken und der Versuch eines Einfühlens in ihre Lebensauffassung und in ihren Jnteressenkreis darauf verwandt worden ist, es auszusuchen. Keine Zeit hat sich so wie die unsrige von der Konvention und von altem, innerlich nicht begrün- Was war nur mit ihr los? Das Zimmer tanzte vor ihren Augen: es sah aus, als ob der Spiegel auf s.e niederstürze. Sie fühlte sich hundeelend. Langfam kleidete sie sich an. Als sie h.nauskam an die frische Luft, wurde ihr ein wenig Wohler. Sie frühstückte eine Kleinigkeit. dann lag sie an Deck, lang ausgestreckt auf einem Liegestuhl. Zuerst war sie allein, dann setzte sich eine alte Dame zu ihr, Frau Geheimrat Stiehler, die Magdalene ganz gut leiden mochte. „Nun, Madame Wintere, haben Sie es auch vorgezogen, nicht in die Stadt zu gehen?" „Ja. gnädige Frau! Ich bin zu müde von dem Dali. Ich mußte mich erst ausruhen." „Wir haben ein wenig viel gesehen in der letzten Zeit. Man ist fast übersättigt. Die Ruhe auf dem Schiff tut einem wohl. Was sagen Sie übrigens zu Doktor Richter. Madame Wintere?" Magdalene horchte auf. Dann fragte sie: „Was ist mit ihm, gnädige Frau?" „Das wissen Sie nicht? Er hat heute morgen das Schiff verlassen, um mit der Dahn nach Hause zu fahren." Magdalene war blaß geworden. Ihr war, als ob plötzlich die Sonne hinter Wolken verschwunden, als ob die Welt ganz grau geworden war. Sie hätte am liebsten laut geweint. Es war ihr weh ums Herz. Er war gegangen, war durch sie vertrieben worden. Den einigen Menschen, der es gut mit ihr gemeint, der s.e gern gehabt hatte, den hatte sie fortgeschickt. Hatte das Glück von sich gestoßen! Jetzt hatte sie ihn verloren — verloren für immer! Jetzt erst kam ihr die Erkenntnis, wie tief die Liebe zu August Richter in ihrem Herzen faß. Jetzt, wo alles aus war! Wo sie ihn nie Wiedersehen würde! Ein heftiger Wortwechsel lieh sie auffahren. Einer ber Schiffspassagiere stand, wütend gestikulierend, neben einem Schiffsoffizier. „Ich wünsche augenblicklich den Kapitän zu sprechen. Das ist ja unerhört. Alles ist gestohlen ... meine Frau...“ Die beiden entfernten sich. Die Geheimrätin beugte sich vor und sagte halblaut: „Es ist wirklich zu arg auf dieser Schiffsreife. Es muß sich eine Diebesbande hier befinden: es ist gar nicht anders zu erklären. Ich habe doch schon viele Schiffsreifen gemacht, so etwas ist mir noch nie vorgekommen. Wenn man bedenkt, was schon alles verschwunden ist." „Ja. es ist abscheulich! Ein schrecklicher Gedanke, mit solchen Leuten zusammen zu reifen. Na. ich habe mein Geld und fast alle meine Wertsachen iin Safe, da werden die Diebe ja wohl nicht dran kommen." (Fortsetzung folgt.) Magdalene schlug die Augen auf und konnte sich im ersten Moment gar nicht besinnen, wo sie eigentlich war. Ihr Kops war schwer, ihre Augen lagen tief und schmerzlich in den Höhlen. Was war das nur mit ihr? Sie fühlte sich körperlich wie zerschlagen und zog erschauernd das Deckbett bis an den Hals. Wo blieb nur Joe? Ja so, die war ja mit ihrem Drüder in die Stadt gegangen; sie felbft hatte ihr Urlaub gegeben. Magdalene sah auf die Uhr. Verstört fuhr sie dann in die Höhe. Mein Gott, es war schon Mittag vorüber. So lange hatte sie geschlafen? Sie taumelte, als sie auf den Füßen stand und zur Waschtoilette hinüberging. Wie erschöpft, mußte sie sich festhalten. Schwere Kämpfe um Schanhaikwan. Schanghai. 2. Ian. (WTD.) Zu einem Feuergefecht zwischen Japanern und Chinesen kam es in der am Golf von Liautung gelegenen Stadt Schanhaikwan. Nach chinesischen Darstellungen eröffneten die Japaner aus unbekannten Gründen das Feuer, das die Chinesen erwiderten, um ihre Stellung halten zu können. In japanischen Kreisen Tientsins läuft das Gerücht um, man habe in der Nähe des Bahnhofs, der von japanischer Gendarmerie besetzt ist, gestern abend zwei Bomben gefunden. Eine Abteilung j a - panischer Truppen wurde nach Schanhaikwan entsandt, um die dort ansässigen Japaner zu schützen. Es besteht noch keine Klarheit darüber. ob es sich nur um ein Mißverständnis ober um eine japanische Aktion handelt, die im Zusammenhang mit dem Iohol-Konslikt steht. Die japanischen Truppen sind durch das Haupttor i n bas befestigte Schanhaikwan eingedrungen. wo sich am Montagabend blutige Strahengef echte abspielten. Nach Berichten aus Tientsin haben japanische Flugzeuge über Schanhaikwan zwölf Bomben aogewor- f e n._ Die Mauern der Stadt sind von vier Feldgeschützen unter Feuer genommen worden. Japanische und mandschurische Truppen haben den Bahnhof von Schanhaikwan besetzt. Es hat den Anschein, als ob 3000 japanische und Tsinhwangtau rüsten, das bereits innerhalb der großen Chinesischen Mauer liegt Oie Beisetzung des ermordeten SA -Mannes Hentsch. D r e s b e n, 2. Ian. (TU.) Am Montagnachmittag sand im Krematorium in Tolkewitz die Beisetzung des erschossenen SA.-Mannes Hermann Hentsch statt. Trotz Absperrungen durch die Polizei hatte sich E'ue ungeheure Menschenmenge vor dem Friedhof und in der Nähe des Krematoriums eingefunden, darunter viele Angehörige des Reichsbanners und der Eisernen Front. Auf Wunsch der Angehörigen des Ermordeten wurden keine Ansprachen gehalten. Pfarrer Bundesmann wies lediglich kurz darauf hin, daß kein Menschenwort imstande sei, das große Leid zu schildern, das über die Angehörigen des Ermordeten hereingebrochen sei. Damit war die Feier beendet und der Sarg sank „Ach. Titus, es ist doch gut daß es Flugzeuge gibt. Wenn es mir auch ein wenig fonber- bar zumute ist. Ich kann den Abstieg noch immer nicht gut vertragen." „O&, das tut mir leid! Aber komm her, ich will dich wieder gesund küssen..." Er riß sie so heftig in seine Arme, daß sie einen Wehlaut von sich gab, obwohl seine Liebes- äußerung sie beglückte. „War ich zu grob? Aber, sieh her. ich bin so glücklich, daß ich dich endlich wieder einmal in den Arm nehmen kann. Du ... du..." „Laß jetzt, Titus! Wir haben anderes zu tun. Jetzt ist keine Zeit zum Küssen. Wir müssen unsere Deute berechnen. Was meinst du, was die Tippmamsett für Augen machen wird, wenn sie ihre Schatulle öffnet? Sag. Titus, bin ich nicht tüchtig? Ist meine Arbeit nicht bewunderungswürdig? Sag mir, daß ich ein Genie bin, auf meinem Gebiet...“ Fordernd stellte sie sich vor ihn hin. Ihre Augen sprühten, loderten nach Anerkennung. „Es gibt keine, die dir das nachmachen wird!" Wieder umschlang er sie, und willig ließ sie sich jetzt küssen. Doch schnell siegte die Habgier. Ernüchtert stieß s.e den Mann zurück und nahm die Aktentasche vom Dett, wohm Titus sie geworfen hatte. „Gib den Schlüsse! her, Titus! Damit wir unsere Kleinodien endlich in Ruhe besehen können. Ah, wie freue ich mich auf die Zeit, die jetzt kommen wird!" Titus suchte in seiner Manteltasche nach dem Schlüssel. Joe spielte ahnungslos am Schloß und sie war sehr erstaunt, als es plötzlich von selbst aufsprang. Mit gerunzelter Stirn sah sie in die Tasche. Dann sprang sie mit einem schrillen Schrei in die Höhe. „älm Gottes willen, Joe. was ist dir?" Der erschrockene Titus stürzte herbei und blickte entgeistert auf das, was hier vor sich ging. 3oe hatte einen Schlafanzug, ein Buch, Pantoffeln, ein Reisenecessaire aus der Tasche genommen und auf den Doden geworfen. Dann suchte sie weiter — die Tasche war leer. Wieder schrie sie schrill auf, und im nächsten Augenblick flog dem aus allen Wolken gefallenen Titus die Tasche an den Kopf. Wie eine Furie rannte Joe im Zimmer hin und her. „Du Heuochse! Du Idiot! Du Diletant! Und ich, ich habe mir ausgerechnet diese Schlafmütze Der Antrag auf Auslieferung der in Italien weilenden drei Dresdener SA. - Leute, die des Mordes an ihrem Kameraden Hentsch verdächtig sind, ist, wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, dem deutschen Botschafter in Rom zur Ueberreichung an die italienische Re- aierung zugeleitet worden. Unabhängig von diesem AusUeferungsverfahren hat die sächsische Regierung an den deutschen Generalkonsul von den Flammen umringt. Feuerwehrleuten gelang es, unter Einsetzung ihres eigenen Lebens, die Greisin und das Enkelkind zu retten. Der Spaziergänger mit der Badehose. Großes Aufsehen erregte in einer der letzten Nächte ein junger Mann, der in der noch sehr belebten Tauenhienstraße in Berlin mit nichts andrem als einer kurzen Badehose und Strümpfen bekleidet, seelenruhig spazieren ging Begreiflicherweise hatte der Mann in kurzer Zeit ein großes Gefolge hinter sich, das mit Neckereien nicht sparte. Trotz allen Anspielungen sah sich der sonderbare Spaziergänger die Schaufenster und Anschlagsäulen mit großer Ruhe an. Mit einem Gefolge von vielen hundert Menschen begab sich der Mann dann zum Bahnhof Zoologischer Garten unn zur dortigen Polizeiwache. Er erklärte den überraschten Beamten, er fei der 19 3ahre alte Emil Zürich und sei ohne Fahr- k a r t e von Breslau nach Berlin gekommen. Seine Kleidung habe er in einem Hausflur am Kur- fürftenbamm abgelegt und nicht wiedergefunden Die Polizei nahm den jungen Mann, dessen Angaben nachgeprüft werden, in Schutzhaft. Den Batet mit einem Veil erschlagen. ■ blutiges Familiendrama ereignete sich in Ahlen (Westfalen). Nach einer Siloesterveranstal- tung des Trommler- und Pseiferkorps geriet dessen -tombourmajor Dickjürgens mit seiner Ehefrau und seinen Kindern in einen Streit, in dessen Verlauf er mit gezücktem Dolch auf seinen 23jährigen Sohn einbrang. Dieser griff in der Notwehr zu einem Beil und schlug zweimal auf den Kopf des Vaters ein, der mit gespaltener Stirn tot zusam- menbrach. Der Sohn stellte sich später der Polizei und wurde vorläufig festgenommen. Bluttat in Saarbrücken. 3m Saarbrückener Stadtteil Malstadt beging am Silvesterabend der 60 Jahre alte August Hoff eine schwere Bluttat. Durch eine Anzahl Schüsse alarmiert, sanden die herbeieilenden Nachbarn den ältesten Sohn Hoffs mit einem, ben jüngsten mit zwei Bauchschüssen und Frau Hoff mit einem Schuß im Arm vor. Außerdem hatten alle drei Stichwunden. Hoff, der seinen Familienangehörigen aus bisher ungeklärten Gründen die Verletzungen beigebracht hat. ist bereits mehrere Jahre wegen schwerer Delikte im Zuchthaus gewesen, wurde auch längere Zeit im Irrenhaus unter Beobachtung gehalten, war jedoch von einem halben Jahr als geheilt von dort entlassen worden. Lebensgefahr besteht für keinen der Verletzten. Hoff wurde fest genommen. Bon einem Einbrecher lebensgefährlich verletzt. In Mannheim wurde ein lediger 24 Jahre alter Packer in den Kellerräumen der Feinkosthandlung Herr von einem unbekannten Einbrecher, der sich dort eingeschlichen und bereits einige Waren und eine Korbflasche Wein bereitgestellt hatte, angegriffen und durch mehrere Stiche mit einem spitzen Schraubenzieher in die rechte Halsseite und den rechten Oberarm schwer verletzt. Es sott Lebensgefahr bestehen. ' | Beunruhigung in Spanien. Madrid, 3. Ian. (WTD. Funkspruch.) Die sozialen Konflikte, die in ganz Spanien ausgebrochen sind, geben der Regierung Anlaß zu De- sorgnis. Die Polizei hat umfangreiche Vorkehrungen getroffen. Trotzdem sind im Laufe des gestrigen Montags vielfach Störungen der öffentlichen Ordnung vorgekommen, vor allen Dingen in der Provinz Asturien, wo nicht weniger als 50 Bomben undSpreng- körper zur Explosion kamen. Allerdings ist nur Sachschaden angerichtet worden. In Sara g o s s a sind etwa 150 Anarchisten verhaftet worden. Der Innenminister erklärte, daß 29 £cr wegen Beteiligung an der Aufstands- bewegung vom 10. August vorigen Jahres nach Afrika deportierten Personen aus dem Fort Villa Eisneros, wo sie in Hast gehalten wurden, geflüchtet sind. Sie benützten zur Flucht einen französischen Segler. Der Gouverneur von Rio de Ovo wurde abgesetzt, ebenso der Befehlshaber von Cap Iuby. «uptftaDt 'ln, unfern,Sus. Ä™unb i« .,N1 aud) im, das hejht fr lkig-nae. der utlenIPenbe dazu LA,S°nz an. "Weiten, um Renten. rjer Frauen, die lehr große ü!>er das hinaus, ? und der eigene 'ftn und die sehr süen Buchhandel achten. Für |ie •*9 unb eine ehr. me interessante ude zu erhalten, r etwas „Neues" M besten Sinne nlsam erweisen: weise aus einer t der Dame des n Buch, über das t, oder gar den. n ZU tonnen. Sin Mthisch, weil es i zeigt, daß men ur als leere Äon. n Gegenhand im "'»oft Ng. !”i ,Salden M ÄÄen) Niffr , der 'N der ton n Sie es auch u gehen?^ zu müde von lusruhen." gesehen m «r ttigt. Tie Me Was s-M Sie xune Winteret fragte sie: rauf it heute morgen der Dahn M n Ihr -rar, als ge> x ft vertrieben * flUtX Aon s^, 9e' In - iiÄ, wie tie! M S-^jA ihn nie sie ausfaö^, tnütenb^ i«'W Sm** Sie •#** sjieteS X (« Ms ' SefS u tt'LrtsacheN Wirischaff n ts pannung Oberhessen Balser einige Male glänzende Paraden zeigte. Aber zweimal kamen die Gäste doch noch zu Tor- Spiel daß das im Feld ausgeglichene Gäste zu Gunsten der sympathischen Wettervoraussage. weiter Obwohl OrtsgeisUiche, eine Ansprache hielt. ehren, so mit 6:1 endete. Lufttemperaturen am 2. Januar: mittags 3,9 Grad Celsius, abends 1,5 Grad: am 3. Januar: morgens eintreten. Vorhersage für Mittwoch: Wechselnd wolkig mit lebhafter Luftbewegung und mild, zeitweise Niederschläge. Vorhersage für Donnerstag: Wechselnd bewölkt mit kurzem Aufklaren, Temperaturen wieder etwas zurückgehend, Regenschauer. T Södel, 2. Jan. In der Zeit vom 27. bis 30. Dezember fand in unserer Gemeinde ein Posaun e n l e h r g o n g des Oberhe s s ischen Posaunenchoroerbandes statt. 108 Teilnehmer waren aus allen Teilen Oberhessens, namentlich auch aus dem Kreis Gießen gekommen. Die Leitung lag in Händen des Bundesvorsitzenden, Pfarrer Lenz (Gießen) und des Bundeschormeisters, Weißbindermeister Boller (Lang-Göns). Den Abschluß bildete ein G e m e i n d e a b e n d unter Mitwirkung der vereinigten Posaunenchöre, der hohe Druck über Polen sich ausgebaut hat und die Störungstätigkeit von dem Festlande fernzuhalten sucht, wird er dem kräftigen isländischen Sturmwirbel nicht standhalten können. Bei dem starken Druckgefälle hat im Westen teils stürmische Luftbewegung eingesetzt, die sich auch bei uns bemerkbar machen wird und sehr wilde Luft heranbringt. Diese wird das Wetter wechselhaft und mild gestalten, wobei zeitweise auch Niederschläge Großer Wasserrohrbruch in Lich. Gefährdung eines Hauses. * Lich, 2.3an. Durch einen unbemerkt gebliebenen Rohrbruch, der an der vor der tofreite des Landwirtes und Kirchendieners Karl u d w i g vorübersührenden st ä d t i s ch e n Wasserleitung am Stadtturm entstand, wurden am Morgen des Neujahrstages die etwa 4,50 Meter tiefen größeren Kellerräume der Hof- reite in wenigen Stunden vollkommen unter Wasser gesetzt. Nachdem die Wasserleitung abgestellt war, leisteten die Freiwillige Feuerwehr und Nachbars'eute Hilfe. Mit 4 Pumpen muhte von 11 Ahr bis 21 Ahr ununterbrochen gearbeitet werden, um das eingedrungene Wasser zu entfernen. Die in den Keller- räumen lagernden etwa 2 0 0 Zentner Kartoffeln und sonstigen Haushaltsvorräte sind verschlammt und für den menschlichen Genuß unbrauchbar geworden. Das in die Kellerräume schnell einnedrungene Wasser, hat erhebliche Ausspülungenim Fundame n t mauer- werk verursacht und die aus ^e.)mboden bestehende Kellersohle ausgeweicht. Heute wurden bereits d i e e r ste n Se n k u n g se r s che i nu n - gen der Zwischenwände des dreistöckigen älteren Hauses bemerkt. Bei einer Kellcrdecke besteht Einsturzgefahr. Die zuständigen Behörden haben die Ausführung der äuc Abwendung ie- der Gefahr erforderlichen Arbeiten im Laufe des heutigen Tages angeordnet. Die Wasserleitung wurde bereits im Laufe des heutigen Vormittags instand gesetzt. Vermutlich ist der Rohrbruch da- durch entstanden, dah das Hauptrohr in dem an dieser Stelle aufgefüllten Boden an zwei etwa 5 Meter voneinanderliegenden Punkten eine feste Auflage auf alten Fundamentmauern hatte und bei der Senkung des Bodens dem ungleichen Druck nicht standhielt. Die W a s se r re se rven der Stadt sollen infolge dieses Bruches fast re st- los abgelaufen und ein Nachlassen des Wasserdruckes beobachtet worden sein. Brand einer großen Feldscheune. » Birklar bet Lich, 3.Jan. Gestern gegen 21.30 Uhr brach In der großen Feldscheune des Gutspächters Brückmann vom hiesigen Hofgut, die etwa 100 Meter außerhalb des Ortes nach Lich zu stand, eine große Feuersbr u n ft aus. Da in der Nähe der Scheune mitten im ^elü fein Wasser zur Verfügung war, stand die Orts- euerwehr den Flammen machllos gegenüber. Dem Brande fielen mit der Scheune außerordentlich umfangreiche Mengen Stroh und unausgedroschenes Getreide, große Vorräte an Dickwurz, lernet land- ichon heute im Dertretungswefen an zweiter Helle steht, dann ist die stetige Steigerung der Pertrctungsübertragungen an die NSBO. zu verstehen. Die Besetzung der einzelnen Ableilun- (kn mit Fachleuten, die ihre ganze Kraft im Nahmen dieses Hilfswerkes ehrenamtlich zur Verfügung stellen, gibt dem Arbeitslosen und Hilfsbedürftigen die Garantie, daß seine Rechte mit allem Nachdruck wahrgenommen werden. D.e Vertretungsübernahme geschieht vollkommen kostenlos und ohne nach Parteizugehör.gleit zu fragen. Die NSBO. ist bestrebt, gerade in diesem Hlsswerk parteipolitische Tendenzen auszuschal- bn und in ihrem Wirken nur den hihsbedü^- tigen deutschen Volksgenossen zu erblicken. 3n toi letzten zwei Monaten nahmen d:e Abteilun- gar „Arbeilsrechf und „Sozialversicherung" nach- gehende Vertretungen wahr: am Spruchaus,chuß tel Arbeitsamtes Gießen 112, am Arbeitsgericht 18, an der Spruchkammer 26 (Invalidenrenten 10, Arfallrenien 12, Knappschafts-J.- und A.-R. 4), lovie Armen- und Fürsorgeamt 32. D'.e Tatsache, M) von diesen Fällen 92 Prozent gewonnen mürben, beweist, dah die Vertreter der NSBO. die Interessen der Arbeitslosen vollauf wayr- lichnen. Das Jahr 1933 wird die Abteilung .Aveitsrecht" und „Sozialversicherung" an erster öteje sehen. Aufklärungsbroschüre über die Drippe. Man schreibt uns: Die Grippe ist eineInfeklionslrancheit, deren Err:g:r bisher nicht entdelt wurde. Leider kehrt sie in regelmäßigen AbslcnLen wieder. Das Gesundheitsamt der Ver- einigtm Staaten meldete kürzlich eine Grippe- teile, ebenso Nordböhmen. Zeigt sich die Grippe epidenisch, so vernichtet sie große gesundheitliche und wlkswirtschaftliche Werte. Es wäre zu bebauen wenn sich zu der wirtschaftlichen Not unteres Vaterlandes auch noch Krankheitsnot ge- feilte. Vielfach ist noch der Glaube verbreitet, daß es lieh um eine ungefährliche Erkrankung handelt. Durch richtiges Verhalten der Bevölkerung kann bie Güppegefahr gemildert werden. Auck.arung tut no:. Deshalb ist es zu begrüßen, daß die Deutsche Angestellten-Kranken'asse als er^te Krankenkasse jetzt mit einer kleinen Simmel-Bilrerbro- fchüre lerauSgefoinmen ist, die auf den Ernst der Srlranlmg hinweist, und deren Vers eime die Dichtigsien Verhaltungsmaßregeln enthalten. Bildhauer Professor Cauer IvZahre alt DSN Darmstadt, 2.Jan. Am 3. Januar kann der Bildhauer Prof. Robert Sauer seinen k 0. Geburtstag begehen. Professor C au er flammt aus Kreuznach, arbeitete nach je zweijähriger Betätigung in Rom und in St. Louis (Amerika) in Kreuznach und Berlin und verlegte dann feinen Wohnsitz nach Darmstadt. Zahlreiche Denkmäler im In- und Auslandsind ton der Hand Eauers geschaffen worden. &. A-Sport. DsB. Gießen. Olympia Frankfurt a. M. Liga — vfv. Liga 6:1 (4:0). Die Grün-Weißen hatten am Neujahrssonntag die in der Mainischen KreiSliga führende .Olympia" verpflichtet, die sich als eine kampfkräftige und technisch hervorragende Els entpuppte. Man merkte den komplett antretenden Gästen nicht im geringsten an, daß sie eine Serie schwerster Verbandsspiele hinter sich haben. Im Gegenteil, sie sanden sich mit dem vereisten Boden außerordentlich gut ab und waren auch schneller am Ball als ihr Gegner. Torwart, Mittelläufer und der gesamte Sturm boten erstklassigen Fußball: die Mannschaft war den Grün-Weißen technisch überlegen. Die VfTer hatten tm neuen Jahre feinen guten Start. Insbesondere der Sturm ließ die sichersten Gelegenheiten aus, wie denn überhaupt nach dem Verlauf des Spiels die Tordifferenz bestimmt zu hoch ausgefallen ist. Einseitig war das Spiel nie. Hatten die Gäste eine zeitlang den Ton angegeben, so übernahm VfB. wieder das Kommando. Im Sturm der Grün-Weißen machte sich das Fehlen von Haupt sehr bemerkbar: der Sturm spielte vollkommen zusammenhanglos und die Schußunsicherheit war beängstigend. Aus dem Spielverlauf: Die mit Ersatz antretenben VfDer vermochten zu Beginn dem Gästetor oft gefährlich zu werden, aber zu einem herzhaften Schuß kam es nicht. Nach einigem Hin und Her verwandelte Bäuerle auf Flanke von rechts zum ersten Tor für die Gäste. Derselbe Spieler konnte nach durchaus verteiltem Spiel durch Prachtschüsse auf 3:0 erhöhen. Die Grün- Weihen hatten nicht mindere Torchancen, aber es wurde nichts zählbares erreicht. Kurz vor der Pause konnte der Halblinke auf 4:0 für die Gäste erhöhen. r _ __ In der zweiten Halbzeit zeigten sich die DsBer agressiver, bei einigermaßen b.sserem Schußvermögen hätten Tore aufgeholt werden müssen. Man sah auch wieder Ansätze zur Kombination und aus einer Ecke fiel dann auch das Ehrentor. Aber die Gäste waren auch sehr aktiv. Die Flügelleute kamen immer wieder ans VfB-Tor, in dem sein wird. Sranffurt schwächer-. Frankfurt a. M„ 3. Jan. (WTB. Drahnnel- bung.) Die ungewöhnliche Geschäfts stille, die man gerade nach dem Jahresultimo nicht erwartet hatte, verursachte zu Beginn der heutigen Börse ein Ab gleiten der Kurse. Das Publikum fehlte vollkommen. Ferner lag keinerlei Anregung vor, zudem die maßgebenden Auslandbörsen gestern geschlossen waren. Anderseits war die Kulisse bestrebt, ihre Engagements wieder ab- zubauen. Die Börse ist in sich noch nicht fest genug, als daß sie eine nach oben gerichtete Bewegung, wie sie gerade in letzter Zeit zu verzeichnen war, aus eigener Kraft durchhalten kann. Gegen die Abendbörse ergaben sich durchschnittliche Verluste von etwa 1 v. H., denen nur vereinzelte kleine Besserungen gegenüberstanden. Schwach lagen besonders Montanwerte, vor allem Klöckner- Werke, mit minus 1,50 v. H., ferner Gelsenkirchen and Stahlverein mit je minus 1,50 v. $)., die übrigen Werte dieses Marktes gaben je 1 v. H. nach. Matter lagen ferner Reichsbank-Anteile mit minus 2 v. H. JG -Farben eröffneten 0,50 o. H. niedriger und waren im Verlause um weiter 0,50 v. H. gedrückt. Rütgerswerke verloren 0,75 v H. Recht widerstandsfähig lag der Elektromarkt, an dem die Meldung von Dividende-Aussichten bei_ Schlickert anregte und dem Gesamtmarkt eine Stütze bot. Die Kurse blieben meist gut behauptet, nur AEG. und Licht und Kraft bröckelten etwas ab. Bon Nebenwerten waren Deutsche Linoleum unverändert, dagegen lag Conti-Linoleum Zürich 1,50 v. H. schwächer. Daimler-Motoren, Gebrüder Junghans und Schiffahrtswerte waren etwa behauptet. Allgemeine Lokal und Kraft gaben leicht nach. Fester lagen nur Zement Heidelberg mit plus 1,50 v. H. und Laurahütte nach dem gestrigen Rückschlag mit 1,25 v.H. r Deutsche Anleihen lagen wesentlich ruhiger und bröckelten etwa zu 0,40 v. H. ab Späte Reichsschuldbuchforderungen blieben mit 78 v. H. ziemlich unverändert. Reichsbahnvorzugsaktien zogen 0,50 v. H. an, wogegen Stahlverein-Bonds 1,13 v. H. einbüßten. Für Goldpfandbriefe war die Tendenz uneinheitlich, doch ergaben sich nur geringe Abweichungen. Liquidationspfandbriefe lagen zum Teil bis zu 1 v. H. fester. Kommunal- Obligationen waren auf der ganzen Linie gesucht und sehr fest, wobei sich vielfach Materialmangel zeigte. Von Auslandsrenten blieben Türken mit 6,50 v. S). unverändert. Im Verlaufe war die Stimmung etwas freundlicher, da angeblich die Berliner Arbitrage Rückkäufe vornahm. Bei leichter Geschäftsbelebung konnten sich IG.-Farben um 1 v.H. erholen. Elektrowerte waren auf das Anfangsniveau gedrückt. Am Einheitsmarkt erschienen einige Brauereiaktien mit Plus-Plus-Zeichen. Mainkraft- werke setzten ihre Befestigung fort. Tagesgeld war zu 3,25 weiter leicht. unter Luuiromung uer ueieiiugicu -putuuiicuiyuic, i vupu-, . m i •------< ra £ des evangelischen Kirchengesangvereins und der I 2,7 Grad. Maximum 4,2 Grad, mimmum 1 Grad. — Schulkinder, bei dem auch Pfarrer Marguch, der > Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Fanuarz ....... ........ abends 0 Grad; am 3. Januar: morgens 0 Grad, ganz vereinzelt waren anfangs stärker gedrückte Werte leicht erholt. Deutsche Anleihen, Reichsschuldbuchsorde- rungen und Jndustrieobligationen gaben etwas nach. Reichsbahnvorzugsaktien besserten sich dagegen um '/* Prozent. In Pfandbriefen usw. schien etwas Abgabeneigung zu bestehen. Ausländer lagen ge- schäftslos und leicht unregelmäßig. Am Geldmarkt machte die E weitere Fortschritte, und der Tagesgeldsatz ging an der unteren Grenze bereits auf 4% bzw. 4/4 Prozent zurück. Der Nionatsaeldsatz blieb 5 bis 7 Prozent. Nach kurzfristigen Anlagen besteht allgemein Nachfraae, so nach Privatdiskonten, Reichswechseln per 25. März und Reichsschatzanwei- sungcn per 15. Mai Man nimmt an, daß diese Tranche per 15. Mai in einigen Tagen ausverkauft wirtschaftliche Wagen und Maschinen usw. vollständig zum Opfer. Es wird Brand st iftung vermutet, für die gewisse Verdachtsmomente vor- liegen sollen. Die (Ermittlungen der Landeskriminalpolizeistelle Gießen sind im Gange. Lanvkrc»-, ^ctzcn. £ Wieseck, 2. Jan. Nach altem Brauch wurde im Turnverein 1862 Wieseck im Saale des Dereinswirtes Braun am Silvesterabend eine Familienveranstaltung abgehallen. Die Veranstaltung war gut besucht und nahm einen harmonischen Verlauf. Das sorgfältig ausgewählle Programm brachte als Einleitung zwei Chöre der Gesangs- Abteilung des Turnvereins. Anschließend zeigten die aktiven Turner vorzügliche Leistungen am Pferd, die davon Zeugnis ablegten, dah die Turnerei im Verein eine wertvolle Pflegestätte hat. Besonders gefielen ferner die von dem Chorleiter Etzel- m ü 11 e r zu Gehör gebrachten Lieder für Tenor. Ebenso beifällig wurden die von Mitgliedern des Vereins flott gespielten Theaterstücke aufgenommen. Der Vorsitzende 2) a u p e r t feierte in einer kurzen Ansprache das deutsche Lied in Verbindung mit der Turnerei und überreichte gleichzeitig dem verdienten Chorleiter E tz e l m ü 11 e r ein schönes Geschenk. Gesangs- und Musikoorträge unterhielten bis zum Schluß. I Hausen. 2. Jan. Bei den Siloestergottes- diensten in Hausen unb Garbenteich wirkte der Verein für Christliche Musik Gießen in dankenswerter Weise mit. In feiner Weise umrahmte er die Wechselgesänge der Gemeinde, Schriftlesungen und Ansprache des Geistlichen. In Hausen erfreute man sich an der hellen Lichlflut in der Kirche, nachdem am Heiligen Abend die elektrische Lichtanlage, als Weihnachtsaeschenk an die Gemeinde, zum ersten Male in Benutzung genommen wurde. Diese Lichtanlage ist die Stiftung zweier Gemeindeglieder aus Hausen. Bisher mußte man sich mit Petroleumlicht behelfen. Kreis Friedberg. Oer Zahresuttimo her Reichsbank. Berlin, 3. Jan. (WTB. Funkspruch.) Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 31. Dezember 1 9 3 2 hat sich in der Ullimowoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 325,3 Millionen auf 3379,7 Millionen Mk. erhöht. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und -Schecks um 259,8 Millionen auf 2805,5 Millionen Mk., die Lombardbestände um 72,9 Millionen auf 176,1 Millionen Mk. und die Effektenbestände um 0,5 Millionen auf 397,5 Millionen Mk. zugenommen, die Bestände an Reichsschatzwechseln um 7,9 Millionen auf 0,6 Millionen Mk. abgenommen. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zu- ammen sind 202,9 Mk. in den Verkehr abgefloffen und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 189,2 Milionen auf 3560,5 Millionen Mk., derjenige an Rentenbankscheinen um 13,7 Millionen auf 413,2 Millionen Mk. erhöht. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 13,8 Millionen Mk. ermäßigt. Der gesamte Zahlungsmittelumlauf stellte sich unter Einbeziehung von etwa 1496 Millionen Mk. Scheidemünzen und etwa 188 Millionen Mk. Privatbanknoten auf rund 5657 Millionen Mk. gegen 6678 Millionen Mk. in 1931. Die fremden Gelder zeigen mit 539,9 Millionen Mark eine Zunahme um 153,6 Millionen Mk. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen haben sich um 2,5 Millionen Mk. auf 29,0 Millionen Mk. erhöht. Im einzelnen haben die Goldbestände um 6,1 Millionen auf 806,2 Millionen Mk. zugenommen und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 3,6 Millionen auf 113,8 Millionen Mk. abgenommen. Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Devisen betrug am Ultimo 25,8 v. H. gegen 27,2 v. H. am 23. Dezember vorigen Jahres. Berlin schwächer. Berlin, 3. Jan. (WTB. Funkspruch.) Die Eröffnung der heutigen Börse brachte eine gewisse Enttäuschung. Während vormittags ein trotz der Geschäftslosigkeit freundlicher Grundton herrschte, bestand zu den ersten Kursen st ä r k e r e N e i • gung z u Gewinnmitnahmen. Es hatte den Anschein, als ob die Spekulation im Hinblick auf die kriegerischen Auseinandersetzungen im Fernen Osten zuruckhält, doch dürfte möglicherweise auch das Publikum mit kleinen Abgaben im Markte gewesen sein. Man befürchtet auch, daß die Parlamentstagungen im Januar innerpolitische Schwierigkeiten bringen werden. Aus dem Auslande lagen heute keine Meldungen vor. Der mit einer Gesamtanspannung von nur 325 Millionen und einer Besserung der Gold- und Devisenbilanz verhältnismäßig gute Ultimoausweis der Reichsbank hatte auf die Kursgestaltung keinen stärkeren Einfluß. Die in den letzten Tagen gesteigerten Werte litten unter Realisationen. Im allgemeinen betrugen die Verluste 1 bis 1% Prozent. Verschiedene Montane waren bis zu 2% Prozent gedrückt, nur Laura- Hütte konnten sich um 1% Prozent erholen. In Braunkohlenwerten gingen die Verluste bis zu 3, bei Kaliaktien bis zu 2% Prozent. Don chemischen Papieren waren Heyden 2 Prozent schwächer. Gummiwerte eröffneten etwas freundlicher, Harburger gewannen 1% Prozent. Elektrowerte zeigten anfangs kein ganz einheitliches Aussehen. Gaswerte waren weiter bis zu 2% Prozent auffallend schwach. Auch Maschinenfabriken tendierten schwächer, Schubert & Salzer verloren 5% Prozent. Kunstseideaktien waren unregelmäßig. Bankaktien meist schwächer. Nur Braubank lagen freundlicher. Im Verlaufe gaben die Notierungen ziemlich allgemein weiter nach. Die Verluste gingen bis zu 2 Prozent, Mit dem Motorrad tödlich verunglückt. WSN. Erbach (Odenwald), 2. Ian. Skt Eleltrome.ster Friedrich Meyer aus Michelstadt fuhr in der vergangenen Nacht gegen 23 Uhr mit seinem Motorrad durch daS Dorf Schönnen und stürzte wohl infolge her schlüpfe rigen Straße und des starlen Nebels. Sein So^ ziustahrer, der 28jährige Metzgermeister Franz G a y d o u l aus Michelstadt, erlitt bei dem Sturz schwere Schädelverletzungen und mußte ins Kran- lenhaus eingeliefert werden, wo er heute früh gestorben ist. Der MotorradfaHrer blieb unverletzt. Aufgeklärte Zuckerdiebstähle. WSN. W o r m s , 2. Ian. In letzter Zeit wurden in Pfeddersheim zwei Personen in Untersuchungshaft genommen, da sie über die Herkunft von zwei 6ad Zucker keinen einwandfreien Nachweis erbringen konnten. Den Ermittlungen der Landestriminalpolizeistelle Worms und der Gendarmerie gelang es, die Angelegenheit vollständig auhullfircn Die sest- genommenen Personen Haven in Gemeinschaft mit weiteren sechs Tätern aus Pfeddersheim und Gundheim 36 Sack Zucker zum Nachteil der Kon'ervensabrik (Braun durch Einbruch entwendet. Ein Teil des D:ebes- gutes konnte wieder herbeigeschafft werden. Sämtliche festgencmmenen Personen wurden dem Amtsgericht Pfeddersheim zugesührt. Während einer Theatervorstellung vom Herzschlag getroffen. WSN. Frankfurt a. M., 2. Jan. Am Silvesterabend erlitt während eines Theaterbesuchs der Musikhistoriker Professor Dr. Bauer einen Herzschlag, der seinen sofortigen Tod zur Folge hatte. Professor Bauer war früher als Lehrer am Hochschen Konservatorium tätig und habilitierte sich 1914 an der Universität Frankfurt, der er bis zuletzt als Honorarprofessor angehörte. Einbrecherbande festgenommen. WSN. Mainz, 2.Jan. Der Kriminalpolizei ist es wiederum gelungen, mehrere Einbruchs- öiebftähle aufzuklären, die in der letzten Zeit in Zahlbach, Bretzenheim, Gonsenheim und Klein-Winternheim verübt wurden. Die Täter — es handelt sich um sechs in Bretzenheim wohnhafte Personen — hatten sich zu einer Bande zusammengeschlossen und die Einbrüche während der Nacht ausgeführt. Bei den Haussuchungen konnte ein Teil des gestohlenen Gutes gesunden wer- den. Mit welcher Keckheit die verwegenen Täter vorgingen, bezeugt die Tatsache, daß a u s einem Gartenhaus eine vollständige Schlafzimmereinrichtung g e st o h l e n wurde. Die Beute unter der sich u. a. 35 Hühner, 24 große Eimer Marmelade, 15 Dosen Wurst, Wäsche unb mehrere hundert Mark Bargeld befanden, teilten sich die Diebe untereinander. Sie wurden wegen Bandendiebstahls feftgenommen und in das Landgerichtsgefängnis eingeliefert. Gewohnheitsrecht losgelöst. Aber im Gesell- glichen vermeidet noch immer der sonst oft so unwillige und individuell gerichtete Herr die iune Note beim Auswählen einer kleinen Aus- "lksamkeit für die Gastgeberin, hält an den als .eiellschaftsfähig" geltenden Blumensorten beharr- jh fest und wagt sie höchstens bei sehr engen fa- , tiliieren Beziehungen durch eine Schvkvladenspende u ersetzen. ' -njeie etwas starre Doktrin dort zu durchbrechen, r0"ba5 eigene Stilgefühl auch in kleinen Aufmerk- cmfeiten sich als Ausfluß der ganzen Persönlich- vii auswirfen möchte, wäre eine lohnende Aufgabe, nb neben dieser Neubelebung gesellschaftlichen Stilgefühls wäre es noch dazu eine wirtschaftlich [ar nicht zu verachtende Folge, wenn in einem ’inbe, das wie das unsere im Geruch steht, daß kücher dort mehr geliehen als gekauft werden, das idienten schöner und gehaltvoller Bücher wieder Ülobe würde. Es leben nämlich allerhand Leute — Hetzer, Buchdrucker, Buchbinder, Verleger und Buch- jdnbler, Papier- und Farbenfabrikanten außer den lutoren — davon. Sie alle könnten eine solche „An- uTbelung" ihrer Wirtschaft getrost und, ohne Darob jleid) übermütig zu werden, vertragen! Und auch jarin dürfte ja wohl ein gewisser Stil liegen, eine okche nützliche und brotbrmgenbe „Mode" mit zu Örtern. Hans Steffen. Aeue Kohleufunde im Habichtswald bei Kassel. Auf der Zeche „Roter Stollen" ist em n e u e s, mächtiges Kohlenflöz erschlo'sm worden, mit dessen Abbau jetzt begonnen wird. Es ist «ine durch eruptive Einflüsse veredelte, stückreiche Kßf>lc, die im Heizwert und in ihrem Aussehen tec Steinkohle nahe steht. Besonders weist sie bei einem hohen Heizwert einen sehr niedrigen A'chengehalt auf und hat, wie uns von Fachleuten m.tgeteilt wird, ganz vorzügliche Verbrennungseigenschaften, die diese Kohle zur Verwendung in Küchenherden, eisernen Oesen, Kachelöfen, sowie in Väckereiöfen und Planrost-Feuerungen außerordentlich vorteilhaft geeignet machen. Da- Vorkommen ist so mächtig, daß es zunächst i fit viele Jahre ausreicht. Es ist zu be- rußen, daß der heimische Bergbau in seiner ll natürlichen Bestimmung, der Industrie und dem H-ushalt des Hessenlandes die nötigen Brenlr- siofte zuzuführen, dadurch wesentlich erweitert wird. Miet*, ncr Wochen Marktpreise. 'Gießen, 3. Jan. Es kosteten auf dem heu- । hgen Wvchenmarkt: Süßrahmbutter 120, Land- butter 100 bis 110, Kochbutter 80 bis 90, Matte 15 bis 30 Pf. das Pfund, Käse 5 bis 10, Eier, aus- i ländische, 1L bis 13, inländische 12 bis 13 Pf. das Stück, Wirsing, gelb, 8, grün 12, Weißkraut 18 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, Gelbe Rüben 8 bis 13. Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, iAnter-Kohl- rabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25, Feldsalat 100, Zwiebeln 10, Meerrettich 35 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 3, Aepsel 13 bis 30, Dörrobst 35 bis 40, Honig 40 bis 45, Nüsse 35 bis 40. Junge Hähne 70 bis 90, Sup. penhühner 60 bis 80, Enten 80 bis 90 Pf. das Pfund, Tauben 40 bis 60, Blumenkohl 40 bis 60, kndivien 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 30 Pf. das Stück: Kartoffeln 2,50 Mk. per Zentner. •■Konto tuen. — Tageskalender f ü r Dienstag. Stobttbeater, 20 bis 22.15 Uhr: „Stöpsel '. — Licht- spielhaus (Bahnhofstraße): „F. P. 1 antwortet nicht." ’• Arbeitsrecht und Sozialversicherung im Rahmen der NSBO. zu Gießen. Von der NSDAP, in Gießen wird uns geschrieben: Am Ende eines arbei.sre'.chen Jahres lohnt es sich, einen kurzen Bericht über die Tätigkeit und Vertretung auf dem Gebiete des Arbeitsrechts und der Sozialversicherung zu gehen. Wenn man trotz mancherlei Schwierigkeiten 15« Nadi ruf Große Mengen Qualitätswaren kom- llv -s Rabatt ■ rieten mit Hans Albers EPI LICHTSPIELHAUS Brauerei Ihring-Melchior, Kommandit-Gesellschaft. Lich/Butzbach, den 3. Januar 1933. 26 D Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen 1 Nachruf. 036 Am 31. Dezember 1932 wurde uns der Mitinhaber unserer Firma Herr Hermann Melchior sialen Kursen, 14 u durch den Tod entrissen. Die Schulleitung. Fernruf 2129 Lich/Butzbach, den 3. Januar 1933. 27 D Gießen (Frankfurter Straße 13), den 2. Januar 1933. 13v 3 Dienstag, ?7. Mittwoch, 18. im pij Danksagung. N Statt Karten. HW Großen-Buseck, den 3. Januar 1933 unschädlich und unübertroffen bei starken 1 Herbin-Stodin 10 Tdbl. 0.601 Gewissenhaft beaufsichtigte tägliche Arbeitsstunden. Umschulung ohne Zeit Verlust. - Gründliche Vorbereitung für alle Schulprüfungen. - Aufnahme in die Klassen Sexta bis Oberprima jederzeit. Prospekt wird gerne zugesandt. Sprechstunden werktags von 11% bis 12% Uhr Das allzufrühe Hinscheiden unseres jederzeit hilfsbereiten Vorgesetzten, dessen unermüdliche Schaffenskraft uns ein Vorbild treuester Pflichterfüllung war, erfüllt uns mit tiefster Trauer Durch sein stets gütiges und freundliches Wesen war er uns über das Geschäftliche hinaus ein immer gütiger Berater, den Uür sehr schmerzlich vermissen werden. Wir werden seiner immer in Treue und Dankbarkeit gedenken. Konzebühl Langeberg Hard Haler Riedwalü Höler-Fuchsstr. Br. Wald- Graudorn f Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. Nach kurzer schwerer Erkrankung entschlief am 31. Dezember 1932 der Mitinhaber unserer Firma Montag, 23. Dienstag, 24. Mittwoch, 25. Montag, 30. Dienstag, 31. Die trauernden Hinterbliebenen: Marie Schäfer, geb. Eisenfeller nebst 3 Kinder y PHtNAC LITHIUM. 20 TdbL 1.05 Mia Günther Ludwig Wallenfels Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Elisabeth Gerlach und Kinder. Am 2. Jan. ist mein lieber, guter Mann, unser stets treusorgender Vater Jakob Schäfer, Maurermeister nach langem schweren Leiden im 55. Lebensjahr sanft entschlafen. Reiskirchen bei Gießen, den 3. Januar 1933. Die Beerdigung findet Mittwoch, 4. Januar, nachmittags 2 Uhr statt. 25 D auf alle Waren, außer Wolle und Kurzwaren, trotz der schon bekannt billigen Preise Restposten zu halben Preisen I Der gewaltigste Film der Ufa Täglich 4, 6 und 8.30 Uhr im 33 C ■v ■Äh Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 5. Januar, nachm. 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhot in Gießen statt im Alter von 42 Jahren. Wir betrauern in dem allzufrühen Heimgang des Entschlafenen einen lebensfrohen zuverlässigen Menschen, der mit seltener Hingabe seine reichen Erfahrungen und Kenntnisse in aufopferndster Weise unter Hintansetzung seiner Person unserem Unternehmen gewidmet hat Der allzufrühe Tod bedeutet deshalb für uns sowohl wie für alle, die ihm nahestanden, einen unersetzlichen Verlust Seine Persönlichkeit und sein Name wird mit unserer Firma unauslöschlich verbunden sein. Die Feuerbestattung hat in aller Stille stattgefunden. Die Angestellten und Arbeiter der Brauerei Ihring-Melchior, Kommandit-Gesellschaft : 1,50 m, 30 mm stark, 1 desgleichen 4:1,50 m, 30 mm stark, 2 desgleichen Eiche/Gabon, 4,10:1,50 m, 32 mm stark, 2 desgleichen Eiche/Eiche 4:1,50 m, 5 Eichenbohlen, kernstark, 4 bis 4,50 m lang, 0,578 cbm, 11 desgleichen 45 bis 52 m, 10 desgleichen, 4,1 m lang, 0,60 cbm, 1 Oekonomiewagen. ; verkauf aus freier Hand: 1 Schreibmaschine (Continental Nr. 295 821), 1 große Partie Büdo-Schuhkreme. 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